MichaelSterzik

MichaelSterziks Bibliothek

603 Bücher, 270 Rezensionen

Zu MichaelSterziks Profil
Filtern nach
603 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

21 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

sabine weiß, weiß

Die Tochter des Fechtmeisters

Sabine Weiß
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.12.2016
ISBN 9783404174812
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(138)

294 Bibliotheken, 3 Leser, 6 Gruppen, 21 Rezensionen

krimi, thriller, abendruh, tess gerritsen, rizzoli

Abendruh

Tess Gerritsen , Andreas Jäger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.09.2014
ISBN 9783442374830
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

46 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

alex cross, entführung, washington, usa, giftgasanschlag

Cold

James Patterson , Leo Strohm
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.06.2013
ISBN 9783442378999
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

30 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

kardinal, vatikan, papst, glaube, ro

Konklave

Robert Harris , Wolfgang Müller
Fester Einband
Erschienen bei Heyne, 31.10.2016
ISBN 9783453270725
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Papst ist der mächtigste Kirchenfürst der Christenheit. Er ist nicht nur das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom, sondern ist auch vor seinen Gläubigern der Nachfolger Petris, des ersten Apostels. „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen. Der Papst ist das Oberhaupt der Christenheit, eine Autorität, von Kardinälen gewählt, vom Heiligen Geist geleitet.

Der Vatikan, ein souveräner Staat im Herzen von Rom – ein kleiner Ort mit viel Mythen, Legenden und noch mehr Geheimnissen. Eines davon, ist die Papstwahl, die in der Sixtinischen Kapelle des Apostolischen Palastes durchgeführt wird.

Seit Jahrhunderten ist der Ablauf dieser Papstwahl, auch Konklave genannt, mit besonderen Ritualen festgelegt. Doch was geschieht wirklich in den Kulissen des Vatikans?

Der britische Autor Robert Harris hat mit seinem neuesten Titel „Konklave“, dieses Thema in einem spannenden Politthriller veröffentlicht. Auch wenn die Kirchenfürsten in Purpur vom Heiligen Geist geleitet und inspiriert werden, so sind die „alten“ Männer, nur Menschen. Einige der Kardinäle wissen sehr wohl, dass wenn sie zum Papst gewählt werden sollten, dass „private“ Leben ein absolutes Ende gefunden hat. In den Palästen des Vatikans, als Oberhaupt der katholischen Kirche steht dieser im Mittelpunkt des religiösen und kulturellen Lebens dieses kleinen Staates. Ein Gefängnis aus Ritualen, Traditionen, mit großer Verantwortung und noch größerer Einsamkeit unter vielen anderen Kirchenmännern. Doch auch die Macht wirkt korrumpierend, und um diese wird mit fairen und unfairen, wie auch weltlichen Mitteln gekämpft.

Im Konklave sind die Kardinäle aus aller Welt aufgerufen, einen neuen Papst zu wählen. Natürlich sind die Europäer die dominierende Fraktion, doch es gibt auch Kardinäle aus Nordamerika, Afrika und Asien. Es gibt sehr konservative Gruppierung, die alten Traditionen und Dogmen aufleben lassen möchten, ebenfalls konservative, katholische Theologen, die kritische Fragen stellen, die Kirche reformieren wollen.

Unter den Fresken von Michelangelo beginnt die Wahl des nächsten Papstes und es wird integriert, es gibt Korruption und verschwörerische Konstellationen unter den Kardinälen. Einer von ihnen wird der nächste Stellvertreter Jesu Christi werden.

Robert Harris hat mit „Konklave“ einen hochklassigen Politthriller geschrieben. Sehr realistisch beschreibt der Autor nicht nur die Vorgänge und den Ablauf der Wahl, sondern konzentriert sich ebenfalls, auf die sehr persönlichen Motive der Kardinäle. Im Mittelpunkt steht der Dekan des Kardinalkollegiums, ein Italiener: Jacopo Lomelli, der das Konklave organsiert und leitet. Auch er ist einer der Favoriten für den Heiligen Stuhl, aber er betet, dass der Kelch an ihn vorbeigeht.

Die Handlung konzentriert sich auf die Wahlgänge – benötigt wird eine zweidrittel Mehrheit. Nicht einfach – denn bei über 100 Päpsten gibt es einige Interessen und Konflikte, Agreements und Kontroverse Ideen.

Die katholische Kirche steht natürlich auch unter internen Druck. Ihre Haltung und politische Meinung zu Homosexuellen, Minderheiten, zu Frauen werden von den Protagonisten diskutiert. Natürlich auch die Bedrohungen durch Terrorakte, zu Schwierigkeiten der Kirche in verschiedenen Ländern und auch die Haltung zum Islam sind aktuelle gut in die Story eingearbeitet.

Der Dekan Lomelli gerät zwischen den Wahlgängen in Gewissensnöten, und seine Perspektive, wer den nun der geeignete, zukünftige Bischof von Rom werden könnte, wechselt mit den Informationen und Hintergründen der Kandidaten.

Fazit

Robert Harris hat mit „Konklave“ einen in sich abwechslungsreichen Thriller veröffentlicht. Spannung auf wirklich engsten Raum, mit faszinierenden Diskussionen und realistischen Charakteren.

Das Ende von „Konklave“ ist originell, überraschend, aber für viele Leser wahrscheinlich zu unbefriedigend. Persönlich hätte ich mir einen anderen Ausgang gewünscht.

Der Roman ist mit so viel Hintergrundmaterial sehr informativ konzipiert. Robert Harris beschreibt die menschlichen Motive und Überzeugungen zwischen Himmel und Hölle sehr spannend, bis endlich weißer Rauch dem Schornstein entweicht.

Am Ende bejubelt die Menge auf dem Petersplatz den neuen Papst – Habemus Papam.


Michael Sterzik



  (6)
Tags: kardinal, konklave, papstwahl, ro, robert harris   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

135 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

endzeit, justin cronin, dystopie, vampire, fantasy

Die Spiegelstadt

Justin Cronin , Rainer Schmidt
Fester Einband: 992 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 31.10.2016
ISBN 9783442311804
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach den beiden Teilen der Passage-Reihe: „Der Übergang“ und „Die Zwölf“, ist nun der dritte und abschließende Teil: „Die Spiegelstadt“ im Goldmann Verlag erschienen.

Diese Dystopische Reihe um den Untergang und die Auferstehung der menschlichen Zivilisation gehört zu den derzeitig besten Umsetzungen, die es auf den Buchmarkt gibt. Erinnern wir uns, was in den letzten beiden Romanen geschehen ist. Ein Virus breitete sich aus und infizierte Menschen mutierten zu Vampirähnlichen Kreaturen, deren Verstand fast faktisch aussetzte. Die Kreaturen überrannten die Städte, die überlebenden sammelten sich in kleinen Städten und bauten diese zu schwer bewaffneten Festungen aus. Die Menschheit ordnete sich vollkommen neu, eine soziale Infrastruktur sorgte für latente Sicherheit und zu guter Letzt, konnten die 12 Hauptträger des Virus vernichtet werden.

Der dritte Band „Die Spiegelstadt“ knüpft fast nahtlos an den Zweiten. Die Virals, wie sie die Überlebenden nennen, sind verschwunden. Doch die Angst und Bedrohung, dass diese nach Jahren wieder auftauchen, ist allgegenwärtig. Nicht ohne Grund – es gibt noch den einen – Zero genannt – der das Virus in sich trägt. Dieser Vater der Zwölf ist der Ursprung und seine menschliche Seite verspürt noch immer Rache und Wut. Einst war er ein begnadeter Wissenschaftler, aber nach einer unerfüllten, tragischen Liebe ist sein Ziel, die Reste der Menschheit auszulöschen.

Ein Großteil des Romans handelt von „Zero“ – es ist eine intensive Biografie, die einen manchmal sehr berührt. Ein Mensch mit vielen Fehlern, aber auch außergewöhnlichen Talenten und wie so oft in sich an kleinen Dingen gescheitert.
Es ist nicht möglich mit diesen Antagonisten keine Sympathie zu empfinden, denn „böse“ war er zu diesem Zeitpunkt nicht. Verzweifelt, ängstlich, ermüdet vom Leben und nun eine tragische Gestalt ohne Hoffnung auf innere und äußere Vergebung?!

Die Spannung in „Die Spiegelstadt“ entsteht durch die eindringlichen Dialoge und einer symbolischen und tiefgründigen Charakterzeichnung der Figuren. Die Spannung bleibt in jedem Augenblick der Story enthalten, einige Dialoge und Szenen ziehen sich zwar inhaltlich in die Länge, doch mindern diese keineswegs das Lesevergnügen. Das Szenario umfasst viele Genre in sich: Fantastik, Horror, Thriller....alles zusammen ein fantastischer Mix, der überzeugt.

„Die Spiegelstadt“ kann allerdings als Einzeltitel nicht gelesen werden, ohne die Basis des ersten und zweiten Teils ist der vorliegende Band nicht zu begreifen.

Diese Trilogie ist ein Stoff aus Albträumen, Ängsten und einer wirklich nicht unrealistischen Idee. Eine Verfilmung als Serie wäre gut vorstellbar – allerdings müssten die Charaktere auch sorgsam ausgewählt werden, diese sind der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Handlung.

Der Abschluss ist ein Feuerwerk an Action – rasant – intensiv – stark. Besonders der Epilog geht unter die Haut, denn die Geschichte ist grandios beendet.

Justin Cronin hat mit diesem Werk für sich ein kleines, literarisches Denkmal gesetzt.

„Die Spiegelstadt“ von Justin Cronin ist Formvolllende Endzeitliteratur mit einem brillanten Suchtfaktor.

Michael Sterzik




  (6)
Tags: am, der übergan, justin cronin   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(321)

535 Bibliotheken, 5 Leser, 7 Gruppen, 94 Rezensionen

thriller, robert hunter, chris carter, rache, mord

Der Totschläger

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 16.06.2014
ISBN 9783548285764
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

tator, sektion, charit, mor, berlin

Dem Tod auf der Spur / Der Totenleser

Michael Tsokos , Veit Etzold
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.05.2013
ISBN 9783548374994
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

london, droemer knraur verlag, unschuldiger, 18. jahrhundert, galgen

Der Galgenvogel

Antonia Hodgson , Katharina Volk , Sonja Rebernik-Heidegger
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.11.2016
ISBN 9783426653463
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

39 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

hannibal, karthago, zwillinge, römer, sagunt

Die Überlebenden von Sagunt

Jonathan Lerros
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 09.08.2016
ISBN 9781503939929
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(40)

123 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

humor, david safier, berlin, liebe, traumprinz

Traumprinz

David Safier , Oliver Kurth
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 27.10.2016
ISBN 9783463406046
Genre: Humor

Rezension:

David Safier ist bekannt für seine skurrilen und witzigen Romane. Titel wie „Mieses Karma, Plötzlich Shakespeare u.a. überzeugten durch einen gewissen humoristischen Charme und zwischen den Zeilen immer wieder tiefsinnig.

Der gerade erschiene neueste Titel: Traumprinz – überzeugt durch eine sehr dynamische und abwechslungsreiche Story. Sicherlich darf man diese nicht zu ernst nehmen und natürlich ist diese unbedingt als unrealistisch zu sehen. Trotzdem oder gerade deshalb steht der Humor in Vordergrund. Die Charaktere sind natürlich deutlich überzeichnet, allerdings stets mit vielen witzigen und komischen Eigenschaften versehen.

Im Mittelpunkt der Handlung steht ein magisches Buch, dass das gezeichnete, ob nun Figur oder Gegenstand in die Realität katapultiert. Damit fangen die Probleme dann auch gleich an. Eine überzeichnete Comic Figur mit heldenhaften Eigenschaften und einer markanten Kinnpartie erwacht zum „Leben“. Das nicht in einem fiktiven Königreich, sondern mitten in Berlin. Retro – Der Traumprinz aus dem fiktiven, doch für ihn realen Königreich Amanpour, wirbelt die real und sehr emotionale Welt seiner Schöpferin Nellie total durcheinander. In ihrem nachfolgenden Abenteuer – dem Leben – außerhalb einer Comic Welt müssen sie allerhand innere und äußere Konfrontationen erleben.

Der Autor David Safier erschafft hier mit seinen Figuren nicht nur eine originelle Welt, sondern erzählt auch feinsinnig von Liebe und den Werten, die uns so menschlich machen. Und glauben Sie mir eine Comic Figur, kann auch Gefühle entwickeln und sieht die Welt mit anderen Augen, aber diese können ungleich schärfer sein.

Der Einfallsreichtum ist in dieser chaotischen, gezeichneten und erzählten Welt stets brillant. Die Story natürlich ein wenig vorhersehbar – also natürlich endet diese wie in den anderen Büchern auch mit einem Happy End, doch ein zweiter Teil ist durchaus planbar.

Fazit

Kurzweilige aber sehr humorvolle Interpretation einer Idee – in der man seine Welt neu zeichnet. Spannend, witzig und traumhaft skurril.

Der Titel „Traumprinz“ wirkt als Buch manchmal sehr statisch ruhig. Ein Hörbuch oder Hörspiel transportiert den Humor höchstwahrscheinlich viel besser.

Traumprinz - ist fabelhaft – eine Mischung von Chaos, Liebe und eine ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt. Empfehlenswert.

Michael Sterzik

  (5)
Tags: david safier   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

thriller, thomas vaucher, verfolgung, die akte harlekin, bremen

Die Akte Harlekin

Thomas Vaucher
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Riverfield Verlag, 17.08.2016
ISBN 9783952464007
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Akte Harlekin – Thomas Vaucher

Ein Serienkiller, der seine Opfer sämtlicher Körperflüssigkeiten beraubt, versetzt die Bevölkerung in der Hansestadt Bremen in Angst und Schrecken. Die Angehörigen der Ermordeten begehen wenige Tage nach den Verbrechen Selbstmord, nachdem sie angegeben haben, ihnen seien die Getöteten als Geister erschienen. Die Polizei tappt im Dunkeln und engagiert den ehemaligen Kommissar und Experten für Okkultes, Richard Winter, als externen Ermittler für den Fall. Im Laufe seiner Nachforschungen macht Winter eine grauenvolle Entdeckung, die ihn jedoch bald selbst ins Visier des Killers geraten lässt. (Verlagsinfo)

Kritik

„Die Akte Harlekin“ ist das Thriller-Debüt des Schweizer Autors Thomas Vaucher. Wie zur Zeit, in vielen Thrillern begeht der Täter seine Verbrechen in Serie – doch die inszenierten Morde sind provokativ erzählt und publikumswirksam als Kunstobjekt für die Außenwelt dargestellt. Der Autor bedient sich dabei zwar klassischen Elementen aus diesem Genre, doch ebenfalls lässt er in die Handlung etwas mystisches, okkultes einfließen.

Die Besetzung des Romans konzentriert sich auf eine Handvoll von Hauptfiguren. Nebenfiguren, oder Nebengeschichten kommen faktisch nicht vor. Die Handlung komprimiert sich um den Ermittler Richard Winter und dem Serienmörder und wandelt sich im Laufe Handlung zu einem Duell. Der ehemalige Kriminalbeamte Winter ist schwer traumatisiert und befindet sich in einem selbst auferlegten, sozialen Exil. Zwar ist er als Privatdetektiv tätig, doch alle beruflichen wie auch privaten Brücken wurden von ihm abgerissen. Seine Freunde heißen nun Alkohol und Einsamkeit.

Die Handlung wird zumeist abwechselnd aus den Perspektiven des Mörders und Richard Winter erzählt. Die Morde sind drastisch erzählt und kurzerhand auch aus der endgültigen Sicht des Opfers. Damit wird der Spannungsbogen konstant immer auf ein sehr ausgeglichenes Niveau aufgebaut.

„Die Akte Harlekin“ ist ein origineller Thriller und empfehlenswert. Als Debütroman ein Bravourstück. Doch es gibt auch einige Schwächen, die hinlänglich für die hoffentlich nächsten Bände ausgearbeitet werden müssen. Das traumatische Erlebnis von Richard Winter wird in fast jedem Kapitel immer wieder und wieder erzählt - Anfangs noch in Ordnung, wird es zunehmend nervig, da es mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun hat. Wie anfangs schon gesagt, widmet sich der Autor auch okkulten Elementen, aber diese werden leider sträflich vernachlässigt. Zwar löst der Täter mit seinen Morden etwas sehr Dunkles aus, doch Richard Winter , der um solche okkulten Themen weiß, befasst sich nicht näher mit der Thematik. Sehr schade. Ein Thriller zwischen Leben und Tod, mit parapsychologischen Elementen wie Magie und Jenseitsforschung – wäre mehr wie außerordentlich gut gewesen.

Die Chance war da – leider nicht ausgespielt – vielleicht werden diese Elemente in den Nachfolgebänden verwendet. Ein Thriller kann und sollte „Bodenständig“ sein und nicht ins Fantastische abdriften, aber ich vermute ganz stark, dass der Autor Thomas Vucher auch diesen Grenzbereich sicher beherrschen kann.
Fazit

„Die Akte Harlekin“ ist ein sehr empfehlenswerter Thriller. Als Debüt fabelhaft gelungen und überzeugend erzählt. Die Spannung, dem roten Faden der Handlung ist leicht zu folgen. Sprache und Stil sind lebendig. Die wenigen Charaktere außer Richard Winter wirken manchmal etwas blass und viel erfährt leider noch nicht.

Thomas Vucher weiß allerdings auch, wovon er schreibt und ich glaube, dass noch viele Geschichten in seinem Geiste spuken.

„Die Akte Harlekin“ ist ein moderner Gruselthriller, der Mörder würde sagen ein blutiges Kunstwerk mit dem Dorian Gray seine wahre Freude hätte. Bravo – mehr davon – aber bitte lassen Sie die „Geister“ teilhaben.

Michael Sterzik

  (3)
Tags: die akte harlekin, okkultismu, thomas vaucher, thriller   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

rechtsmedizin, michael tsokos, irrtümer, selbstmord, suizid

Sind Tote immer leichenblass?

Michael Tsokos , Christoph Kellner
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Droemer, 04.10.2016
ISBN 9783426277003
Genre: Sachbücher

Rezension:

In unserer Medienlandschaft – bzw. gehen wir doch gleich auf die verschiedenen Krimiserien im Fernsehen ein, gibt es diverse Klischees, oder der Einfachheit halber – es gibt viele Irrtümer über rechtsmedizinische Themen. Autopsie, Obduktion, Gerichtsmediziner, Forensik und vieles mehr an Fachbegriffen, deren sich Drehbuchautoren und Regisseure recht frei bedienen.

Wir kennen Sie alle – Quincy, CSI – Den Tätern auf der Spur, Bones – Die Knochenjägerin und nicht zuletzt die etwas verschrobene Tatortfigur des Prof. Dr. Karl-Friedrich Boerne. Alle Figuren sind im Fernsehen garantierte Quotenbringer – doch sind diese wirklich alles Profis in ihrem „Toten“ Geschäftsbereich? Können diese fiktiven Charaktere ein professionelles Spiegelbild der wirklich faktischen Rechtsmediziner sein?

Todsicher – ein kristallklares „Nein“. Der derzeitige Boom in der Kriminalliteratur und ebenfalls in Kino- und Fernsehfilmen ist absolut präsent und scheint noch kein Ende zu haben. Dass sich dabei die Drehbuchautoren und Regisseure sich die künstlerische Freiheit nehmen, den Ablauf eines Arbeitsalltags in der Rechtsmedizin recht frei interpretiert zu zeigen, lässt bestimmt einige professionelle und vor allem reale Rechtsmediziner entweder laut auflachen, oder verzweifelt den Kopf schütteln.

In den letzten beiden Jahrzehnten reihen sich somit zahlreiche Klischees höchst lebendig durch die fiktiven Säle der Rechtsmedizin.

Michael Tsokos, Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner und Professor ist ein anerkannter Experte auf dem Gebiet der Forensik. Seit 2007 leitet er in Berlin – am Charité, das Institut der Rechtsmedizin und das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin. Mit seinem neuesten Titel: „Sind Tote immer leichenblass“ – räumt er unter den bizarrsten und fest verankerten Klischees und Irrtümer über die Rechtsmedizin auf.

Natürlich sollte es dem Leser des Buches bekannt sein, dass höchstwahrscheinlich die Realität in der Rechtsmedizin evtl. eine andere ist, doch natürlich bedienen sich die Filmemacher gerne theatralischen und dramaturgisch wichtigen Elementen. Michael Tsokos erzählt von den groben Fehlern der fiktiven Doktoren und Professoren, wenn diese eine Leiche öffnen, die Sterbeursache identifizieren , mit Angehörigen und der Polizei sprechen usw. Das Michael Tsokos manchmal etwas schnippisch die Drehbuchautoren und ihren fiktiven Blick auf die Rechtsmedizin kommentiert, sei ihm verziehen. Es ist aber ebenfalls sehr witzig, wenn er mit dem Irrtum Nr. 16 „Rechtsmediziner sind chronisch schlecht gelaunte Zyniker“ aufräumt, dieses Vorurteil kann er allerdings leicht eingeschränkt bestätigen. Aber das einem sehr ironischen Humor – der selbst den Leser laut auflachen lässt. Also so knochentrocken ist das Buch, dann doch nicht. Im Gegenteil – es ist unterhaltsam. Lehrreich und deckt so manches auf, von dem wir alle gedacht haben: Oh, dass stimmt ja doch nicht.

Michael Tsokos nimmt sich die Zeit kurz und prägnant mit 40 Irrtümern aufzuräumen und die Welt der Rechtsmediziner etwas gerade zur rücken. Dass es dabei immer mal wieder ein „Seitenhieb“ auf die Filmindustrie hagelt, soll nur dazu dienen – dem Leser begreiflich zu machen, dass die wirklichen „Aufschneider“ wahre Profis ihres Standes sind. Spannung bietet das Buch allemal, und ebenso kommt der immer wieder in Anekdoten geschilderte offensichtliche Humor des Autors zum Vorschein.

Sehr liebevoll sind die Karikaturen zwischen den Kapiteln gezeichnet, die natürlich stark überzeichnet einzelne Situation und Abläufe darstellen.

Fazit

„Sind Tote immer leichenblass ?“ ist eine spannende und messerscharfe Analyse mit Irrtümern spannend und höchst lebendig aufzuräumen. Sie werden die fiktive Filmwelt der Rechtsmediziner mit etwas anderen Augen sehen, gar nicht schlecht oder!?

Doch hinter jeder Legende, hinter jeder Fabel – steckt auch ein wenig Wirklichkeit – so unterhaltsam, spannend und witzig wie Michael Tsokos es erzählt ist empfehlenswert und nicht zuletzt, bietet er auch für Drehbuchautoren und lebendige Dramaqueens neue Ideen für die filmische Darstellung.

Beste Unterhaltung – Todsicher.

Michael Sterzik

  (4)
Tags: michael tsokos, rechtsmedizi   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(91)

219 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

thriller, horror, die blutschule, schule, gewalt

Die Blutschule

Max Rhode
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.10.2016
ISBN 9783404175024
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(93)

210 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 8 Rezensionen

thriller, gulag, moskau, leo demidow, russland

Kolyma

Tom R. Smith ,
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 09.08.2010
ISBN 9783442472352
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2.048)

2.302 Bibliotheken, 22 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

satire, humor, hitler, timur vermes, berlin

Er ist wieder da

Timur Vermes
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 08.10.2014
ISBN 9783404171781
Genre: Humor

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(57)

111 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

geldwäsche, anwalt, thriller, john grisham, komplott

Das Komplott

John Grisham , Bea Reiter , Imke Walsh-Araya
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.08.2013
ISBN 9783453268173
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

krimi, ostsee, seri, fesselnd, mädchen

Ostseeblut

Eva Almstädt
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.06.2014
ISBN 9783404171750
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(197)

375 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

thriller, korruption, verrat, viel blut, pflegeeltern

Der Todeskünstler

Cody McFadyen , Axel Merz
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 19.04.2013
ISBN 9783404169375
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

wellington, bernard cornwell, waterloo, europ, krieg

Waterloo

Bernard Cornwell , Karolina Fell , Leonard Thamm , ZERO Werbeagentur
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.08.2016
ISBN 9783499629402
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bernard Cornwell kennt man als meisterhaften Erzähler, doch nichts beherrscht er so glänzend wie Schlachtenbeschreibungen. Nun hat er unter Verwendung zahlreicher historischer Quellen – Tagebücher, Briefe, Depeschen, Erinnerungen – über die wohl berühmteste Schlacht der Neuzeit geschrieben: ein Sachbuch – so spannend wie seine Romane. Napoleon schlägt seine letzte Schlacht: gegen eine Allianz aus Briten, Preußen, Niederländern. Die mächtigsten Kombattanten aber heißen Regen, Schlamm, Hunger. Die Gegner des Korsen begegnen einander mit Misstrauen. Dummheit und Hochmut führen auf beiden Seiten zu fatalen Entscheidungen, doch am Ende ragen aus den Meeren von Blut und Dreck, aus den Geschichten über Versagen und Verrat auch solche von Genie und Heldentum hervor. Und der Leser weiß, wie furchtbar auch vor dem Zeitalter der industriellen Kriegsführung das Töten und Sterben an dem Ort war, den man das Feld der Ehre nennt. (Quelle: Verlagswebsite)

Die Geschichte wird von Siegern erzählt und dokumentiert – Ist das wirklich so? Im Falle des vorliegenden Sachbuches von Bernard Cornwell, der selbst Brite ist – Jain.
Die Quelllage dieser finalen Auseinandersetzung mit Napoleon Bonaparte, dem Korsen, dem Eroberer, den Tyrannen usw. ist außerordentlich gut. Zeugnisse hierfür geben persönliche Tagebücher, Briefe und Memorialen der Veteranen wieder.
Gleich weder Nationalität können Militärhistoriker und Forscher sich über den Verlauf der Schlacht ein komplexes Bild fertigen.

„Waterloo“ – besungen, beschrieben, erzählt und verfilmt – ein Epos das Europa befreite und formte?! Es war das Ende des Kaisers Napoleon – und der Anfang Europa mitsamt seinen Flächen und Nationen neu zu formieren.

Bernard Cornwell – Autor zahlreicher historischer Romane ist bekannt dafür, die Schlachtfelder auf Buchseiten und in vielen Kapiteln fast schon minutiös erzählen zu können. Er ist in seiner Berufung als Autor – oftmals ein historischer Kriegsberichterstatter und katapultiert den Leser mit Schwung aufs Schlachtfeld. Ein Stück weit Militärhistoriker erzählt er von persönlichen Heldentaten, von Egoismus, Selbst- und Fehleinschätzungen usw. aber was beim Leser wirklich als Botschaft hängenbleibt ist: Eine Schlacht – ein Krieg ist eine Bestie voll rücksichtsloser Gewalt und Brutalität. Bernard Cornwell lässt aber nicht nur die hochrangigen Militärs zu Wort kommen, sondern erzählt oftmals den Verlauf einer Schlacht aus der Perspektive eines einfachen Soldaten.

Das vorliegende Buch „Waterloo“ ist kein belletristischer, halbfiktiver, historischer Roman – es ist ein Sachbuch das sich ausschließlich auf die Schlacht konzentriert. Es wird wenig Raum dafür verwendet die Lebensgeschichte Napoleons zu erzählen, diese wird immer wieder rückblickend thematisiert, aber das sind nur kleinere Momentaufnahmen. Das hier natürlich die bedeutenden Schlachtenlenker wie der Duke of Wellington, Blücher, Ney, Napoleon usw. mehr oder wenig kritisch beleuchtet werden ist offensichtlich. Der Autor erzählt allerdings die Perspektiven der Kriegsherren oftmals kritisch, denn auch ein Wellington oder ein Napoleon passierten desaströse Fehler in ihren strategischen und taktischen Plänen.

Obwohl wie gesagt kein Roman, kann der Leser dem Verlauf der Schlacht schnell folgen. Die wechselseitige Perspektive aus der Sicht der Franzosen und der Alliierten, bildet ein exzellentes Konstrukt. Bernard Cornwell befasst sich wenig mit historischen Kennzahlen, sondern lädt den Leser ein, inmitten der Soldaten auf dem Schlachtfeld an dieser epochalen Schlacht teilzunehmen. Diese oftmals dramatischen Erzählungen machen das Buch „Waterloo“ so empfehlenswert.

Untermalt wird diese Erzählung durch eine ganze Reihe von Bildern, von Darstellungen und Porträts, die die Schlacht und ihre Befehlshaber zeigen. Diese können den empfundenen Schrecken der Soldaten auf dem Schlachtfeld gut verstärken.

„Waterloo“ befasst sich ebenfalls fast überhaupt nicht mit einem „Danach“ und seinen Auswirkungen. Wer an dieser Stelle mehr lesen möchte über die napoleonische Zeit, empfehle ich die beiden Romane von Sabine Ebert – 1813 und 1815.

Fazit

„Waterloo“ ist Geschichte – aber eine die stellvertretend für den Erhalt und eine Auferstehung Europas steht. Es gibt sicherlich nicht viel Neues, aber der Autor schafft es obwohl kein Roman – diese Schlacht sehr nachhaltig zu erzählen.

Bernard Cornwell steht im Nachwort noch Rede und Antwort für sein Buch. Ebenfalls runden ein Sach- und Personenregister, sowie unterstützende und ergänzende Quellenangaben ab.

Michael Sterzik


  (7)
Tags: blücher, europ, krieg, napoleo, schlacht, soldaten, waterloo, wellington   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(503)

990 Bibliotheken, 71 Leser, 1 Gruppe, 120 Rezensionen

harry potter, fantasy, hogwarts, zauberei, theaterstück

Harry Potter und das verwunschene Kind

Joanne K. Rowling , John Tiffany , Jack Thorne
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.09.2016
ISBN 9783551559159
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

weiße rose rote rose, york, historischer roman, reihe, lancaster

Die Rosenkriege - Drei Könige

Conn Iggulden , Christine Naegele
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.08.2016
ISBN 9783453418622
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags: lancaster, weiße rose rote rose, york   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

krimi, die dritte stimme, tom stilto, cilla & rolf börjlind, roman

Die dritte Stimme

Cilla Börjlind , Rolf Börjlind , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei btb, 12.09.2016
ISBN 9783442714094
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das schwedische Ehepaar Cilla und Rolf Börjlind sie Profis in einem „mörderischen“ Geschäft. Die beiden Drehbuchautoren garantieren schon längst, perfekt inszenierte und spannende Geschichten. Zu ihren Erfolgen zählten TV Adaptionen von Henning Mankells Wallander- Romanen, sowie die Thriller von Arne Dahl.

Doch Filme und Bücher sind verschiedene Medien, sie haben eine ganz andere Wirkung auf die Menschen, und Drehbücher sind fokussiert, auf Bilder die transportiert werden. Die Expedition in das Genre Buch – war abzusehen, doch schon mit dem ersten Titel: „Die Springflut“ überzeugten sie ihre Kritiker mit einer komplexen und sehr durchdachten Story. Nach diesem erfolgreichen Auftakt „Die Springflut“ mitsamt den interessanten und geheimnisvollen Figuren, aus der Feder des Autorenehepaars war es klar, dass hier noch weitere Teile folgen sollten.

Bei dem Schreiben eines Roman haben die Autoren fast uneingeschränkte Handlungsfreiheit und müssen sich nicht an verschiedene Interessen der Regisseure, Produzenten, Filmgesellschaften und Schauspieler orientieren. In einem Roman stehen nicht nur die Dialoge im Vordergrund, sondern müssen viele Szenen, Handlungsorte und nicht zuletzt die verdammten Emotionen direkt in die Synapsen des Gehirns der Leser transportiert werden. Ja, es ist nicht einfach, doch das Duo ist überzeugend und der Erfolg gibt Ihnen Recht.

In „Die Springflut“ waren die Morde nur Schnellstraße der eigentlichen Handlung. Mit einem sehr ungewöhnlichen und konträren Ermittlungsduo wurde schnell das Interesse geweckt. Umhüllte diesen Ermittlern, doch ein flächendeckender Nebel von kleineren und größeren Geheimnissen, die nur darauf warten entdeckt zu werden. Tom Stilton – ein tief abgestürzter Ex-Hauptkommissar, der nun seit ca. fünf Jahren obdachlos auf der Straße lebt und Zeitungen an einem Einkaufszentrum verkauft. Olivia Rönning – eine junge Polizeianwärterin, die noch tief in ihrer Ausbildung steckt. Diese beiden Figuren sind erstklassig innovativ eingesetzt – doch flankiert werden diese von einem geschickten Messerwerfer Abbas, einem zwielichtigen Informanten – den Nerz und einer stark übergewichtigen, Workaholic-Kommissarin Mette Olsäter.

Im vorliegenden Roman „Die dritte Stimme“ geht es nahtlos weiter. Es sind nur wenige Monate vergangen. Olivia Rönning ist sich nicht sicher, ob sie weiterhin Polizeibeamtin werden möchte – diese Identitätskrise ist die Summe aus den Geschehnissen von „Die Springflut“. Tom Stilton dagegen wankt und kämpft sich in ein Leben außerhalb der Straße vor – getrieben von Rache an diejenigen, die ihn in den sozialen Abgrund mobbten.

Als Olivia sich zufällig an einem Tatort Selbstmordes wiederfindet, ist sie auch schon mittendrin und Tom, der seinem Freund Abbas zur Seite stehen muss, geht für einen Rachefeldzug nach Marseile, ohne den Freund groß nach dem Grund zu fragen.

Die beiden Autoren verstehen es wunderbar, den Leser scheinbar aufs Glatteis zu führen. Stück für Stück offenbaren sich einzelne Fragmente aus dem geheimnisvollen Leben der Haupt- und Nebenfiguren und richten sich immer in Gegenwart der eigentlichen Handlung aus.

Das Tempo ist nicht übermäßig hoch, das muss sie auch nicht, denn die Handlungsstränge überzeugen durch eine Atmosphäre, die kontinuierlich bestehen bleibt. Derartig komplex zu erzählen ist meisterlich – feine Details, die in ihrer Gesamtheit eine formschöne Geschichte darstellen. Kommen wir zurück zum Tempo: im zweiten Teil des Romans „Die dritte Stimme“ nimmt diese Fahrt auf, und führen den Leser in ein Spannungslabyrinth, aus dem er erst am Ende mit einem wundervollen „Aha“ tritt.

„Die dritte Stimme“ ist gut – besser wie der erste Teil – aber die Geschichte muss weitergehen. Zwar werden viele Geheimnisse aus der Vergangenheit der Charaktere gelüftet, doch bleiben noch genug übrig, für eine ganze Reihe von Geschichten die erzählt werden können.

Die große Stärke sind genau diese „Geheimnisse“ die nur darauf warten gelüftet zu werden – und dieses Versteckspiel führen die Autoren perfekt aus.

„Die dritte Stimme“ ist ein lauter Roman – mit einem Klang der absolut überzeugt und den Leser hypnotisieren vermag und diese Stimme sagt: Lies weiter – sonst wirst Du nicht einschlafen können.

Perfekter Kriminalroman mit ganz, ganz starken Charakteren und einer dichten Atmosphäre. Mit einer der stärksten Kriminalreihen auf dem derzeitigen Buchmarkt.

Michael Sterzik


  (8)
Tags: börjlind, die dritte stimme, tom stilto   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(81)

152 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

thriller, wissenschaft, new mexico, forschungslabor, preston/child

Mount Dragon

Lincoln Child , Douglas Preston , Thomas A. Merk (Übers.)
Flexibler Einband: 596 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.07.1998
ISBN 9783426608654
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(68)

93 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

schweden, krimi, rassismus, tom stilton, rassenhass

Die Strömung

Cilla Börjlind , Rolf Börjlind , Christel Hildebrandt
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei btb, 08.03.2016
ISBN 9783442753956
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach den ersten beiden Teilen: „Die Springflut“ und die dritte Stimme, wurde nun der dritte Titel aus der Reihe des Ermittlerduos: Rönning/Stilton

Der aktuelle Titel setzt die persönliche Entwicklung der beiden so konträren Charaktere fort. Olivia Rönning ist nun Polizeibeamtin im Streifendienst und Tom Stilton, hat Anteile eines Erbes verkauft fasst wieder Fuß in ein relativ geordnetes Leben. So geordnet das Leben der beiden nun auch aussehen mag – es ist es nicht. Auch in „Die Strömung“ gibt es immer wieder viele Nebenschauplätze, die den aktuellen Fall einer Reihe von Kindermorden nicht primär betreffen. Diese bereichern nicht nur die Handlung in diesem Roman – sie retten ihn sogar.

Alles in allem ist der drittel Teil „Die Strömung“ sehr schwerfällig, zäh mit vielen inhaltlichen Längen, die es dem Leser schwer machen, der Story ohnehin zu folgen.
Kindermorde – und die Täter sind im Umfeld von rechtsradikalen Nazis zu suchen – ist an sich schon ein schweres Kaliber. Dabei ist es lobend zu erwähnen, dass dieses gesellschaftliche Problem so ausführlich von den beiden Autoren behandelt wird. Schließlich ist dies doch in Europa sowieso ein brisantes Thema. Das die Autoren ganz nebenbei, damit auch ein wenig „Aufklärung“ leisten ist fantastisch – doch der Leser ist manchmal inhaltlich ein wenig überfordert. Zu schnell wechseln einzelne Themen, involvierte Personen und Schauplätze.

Mag die Story noch so verworren sein, sind es doch die Charaktere mit ihren ganz persönlichen und alltäglichen Problemen, auch zwischenmenschlich kriselt es an mancher Stelle und selbst die Entscheidungen der lieb gewonnenen Figuren mag man manchmal in Frage stellen.

Mit den inhaltlichen erzählerischen Längen im Roman, bleibt auch bis zum Ende die Spannung kaum spürbar erhalten. Am Ende der Handlung hin überschlagen sich die Ereignisse mit einem Tempo, dem schwer zu folgen ist und nun ja, die Auflösung ist übertrieben unrealistisch.

Fazit

„Die Strömung“ ist der dritte und hoffentlich nicht der letzte Band der Reihe. Die beiden Autoreneheleute sind nun auch mit der kommenden Verfilmung der Reihe, die man bald im ZDF sehen kann, sehr erfolgreich. Zu Recht – auch wenn dieser Band eine Enttäuschung gewesen ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass der vierte Teil „Schlaflied“ wieder die gewohnte Spannung verspricht.

Michael Sterzik



  (9)
Tags: die strömung, olivia rönning, tom stilton   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(91)

151 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 10 Rezensionen

thriller, lindsay boxer, james patterson, krimi, san francisco

Die 2. Chance

James Patterson , Edda Petri (Übers.)
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 11.06.2007
ISBN 9783442369201
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 
603 Ergebnisse