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Vollendet

Neal Shusterman
Fester Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Bibliographisches Institut, 31.07.2012
ISBN 9783411809929
Genre: Jugendbuch

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Blut und Gold

Snorri Kristjánsson , Jan Möller
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 25.09.2018
ISBN 9783499274305
Genre: Historische Romane

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45 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Macbeth

Jo Nesbø , André Mumot
Fester Einband
Erschienen bei Penguin, 27.08.2018
ISBN 9783328600176
Genre: Krimi und Thriller

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27 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

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Oxen - Gefrorene Flammen

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 31.08.2018
ISBN 9783423261807
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der skandinavische Autor Jens Henrik Jensen schließt mit dem vorliegenden Band um den Ex-Elitesoldaten Niels Oxen seine Trilogie um die dänische Geheimorganisation Danehof ab.

Diese Thriller-Reihe überzeugt durch eine sehr intelligent aufgebaute Storyline und herausragenden Charakteren, die konzipiert wurden. Das alte Lied der Verschwörungen wurde neu orchestriert und entstanden ist eine spannende Sinfonie.

„Gefrorene Flammen“ ist der abschließende Band und der eigentliche Hauptdarsteller Niels Oxen ist nur eine wichtige Nebenfigur in diesem Roman des dänischen Autors. Wir erinnern uns an das Ende des zweiten Teils – Das Imperium schlägt zurück – der Danehof hat sich gerächt und das Leben seiner Kontrahenten systematisch zerstört. Entlassen aus ihren Jobs, oder gezwungen abzudanken sieht die Zukunft eher düster für diese aus. Niels Oxen hat den Mordanschlag allerdings überlebt und wird zum Anlasser einer ausgeklügelten Rache.

Leitend und federführend ist der Charakter des inzwischen kaltgestellten Geheimdienstchef Axel Mossman. Langsam aber stetig sammelt er Informationen, nutzt sein berufliches Netzwerk, analysiert und positioniert seine ehemaligen Kollegen und nun Opfer dieser elitären Geheimgesellschaft, die sich bereitmachen den „Danehof“ zu zerschlagen.

„Gefrorene Flammen“ liest sich spannend, ist aber bei weitem nicht so actionlastig wie die beiden Vorgänger. Das Niels Oxen ist den Hintergrund verdrängt worden ist, mindert nicht die Spannung. Interessant ist es, wie die Machtstrukturen der Geheimgesellschaft verflochten sind mit der Justiz, der Wirtschaft und nicht zuletzt der Politik. Verschwörungen hin oder her – es wird der Zeitpunkt kommen, bei der sich der Leser fragen wird: Wie realistisch ist es, dass eine elitäre, im Schatten agierende Gesellschaft der Staat innerhalb eines souveränen Staates ist?!
Kann die Politik, die Wirtschaft – die legislative, die Judikative und die exekutive Gewalt manipuliert und missbraucht werden, um den Staat in eine gewünschte Richtung zu lenken? Und wenn ja: Warum und wieso? Geht es um demokratische Werte, oder um die simple Motivation sich wirtschaftlich zu bereichern? Es gibt Länder in Europa – z.B. Italien mit einer Loge, die Elemente der Kriminalität schon längst erfolgreich implementiert haben. Die Mafia ist ruhiger geworden, eine neue Generation wächst heran und die Motivation der „Chefs“ verlagert sich allzu deutlich in Richtung der Wirtschaft und der einflussreichen Politik.

Analysiert und bewertet man die Konzipierung der Charaktere, so überlässt der Autor ebenfalls nichts den Zufall. Es gibt allerdings auch keine neuen Erkenntnisse, oder Überraschungen. Fokussiert erzählt der Autor die Story zu Ende. Stil, Ausdruck und Sprache sind aufeinander abgestimmt.

Der Autor Jens Henrik Jensen gibt dazu Antworten, ob diese nun befriedigend sind, oder nicht, überlässt der den Leser selbst. Der Abschluss dieser Reihe ist aber sehr gut inszeniert und lässt kaum offene Fragen zurück.

Wie geht es denn nun weiter, oder geht es überhaupt weiter?! Ja es geht weiter – es geht auch weiter mit Niels Oxen – allerdings nicht mit dem Danehof.




Fazit

„Oxen – Gefrorene Flammen“ von Jens Henrik Jensen ist ein perfekter, sehr intelligenter Thriller. Elementarische Einflüsse aus der Politik, der Wirtschaft, des Geheimdienstes und die gute alte Rache harmonieren hier perfekt. In Summe ein krönender Abschluss.

Michael Sterzik 

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Tags: daneho, dänemar, gefrorene flammen, jens henrik jensen, oxe, verschwörung   (6)
 

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Ein amerikanischer Albtraum

James Ellroy , Stephen Tree
Fester Einband: 846 Seiten
Erschienen bei Ullstein HC
ISBN 9783550083365
Genre: Krimi und Thriller

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Das Syndikat

Fran Ray
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2012
ISBN 9783404166305
Genre: Krimi und Thriller

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Der Spielmann: Die Geschichte des Johann Georg Faustus (Faustus-Serie 1)

Oliver Pötzsch
E-Buch Text: 784 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 21.09.2018
ISBN 9783843718141
Genre: Historische Romane

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Oracle Year. Tödliche Wahrheit

Charles Soule , Michael Krug
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442487202
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wissen ist Macht! Allerdings kann „Wissen“ auch mächtig gefährlich werden. Die Möglichkeit, die scheinbar relative Zukunft mit einer Prophezeiung aus den Angeln zu heben, könnte einer dieser Effekte sein. In unserer Menschheitsgeschichte gibt es unzählige Propheten die uns positive, wie auch negative zukünftige Ereignisse mitteilen. Einige davon bewahrheiten sich, andere verfehlen weit das Ziel. Nehmen wir zum Beispiel die Prophezeiungen des französischen Arztes und Apothekers Nostradamus. Seine kryptischen Prophezeiungen lassen sich in vielen verschiedenen Richtungen interpretieren. Seine prophetischen Vierzeiler sind noch immer rätselhaft und manchmal auch überhaupt erst viel zu spät erkennbar. Manchmal erst dann, wenn dieses Ereignis, in welchen Ausprägungen auch immer stattgefunden hat.

Aber was würde mit unserer Welt – unserer Gesellschaft, unseren Machtzentren, der Kultur, der Religion geschehen, wenn es jemanden wirklich geben würde, dessen Prophezeiungen wenig später wirklich eintreten würden!? So eine immense Macht könnte man missbrauchen, oder sich geschäftstüchtig und wirtschaftlich gesehen auf einen Handel einlassen!? Göttliche Kraft oder teuflischer Fluch?

Der amerikanische Autor Charles Soule übernimmt dieses Thema in dem vorliegenden Titel: „Oracle Year – Tödliche Wahrheit. Ein junger, erfolgsloser Musiker erwacht eines Morgens mit über 100 Prophezeiungen die durch seinen Kopf schwirren. Anfangs noch als Traum interpretiert, ist der Schrecken groß, als er feststellt, dass seine Visionen sich realisieren. Das „Orakel“ wie man ihn später bezeichnet, wird sich seiner Verantwortung bewusst – und wie gefährlich sein Wissen um zukünftige Ereignisse sein werden kann....

Die Grundidee des Romans ist wahrlich brillant. Die Erwartungshaltung damit unweit hoch. Das Ergebnis ernüchternd negativ. Der Roman soll ein Thriller sein – also expliziert spannend, abwechslungsreich, überraschend, vielleicht auch innovativ – aber in jedem Fall unterhaltsam! Er ist weder das eine, noch das andere. Die Story so viel hochgradiges Potenzial diese auch vermuten mag, spielt es einfach nicht aus. Dialoge die so endlos lange währen – Charakter, deren Motive man zwar folgen kann, aber so wenig an tiefe vermitteln sie. Die Storyline überlebt nur aufgrund der Neugierde – schließlich will man wissen, woher diese Visionen kommen und vor allem von wem?

Die Handlung wirft Fragen auf – allerdings Antworten gibt es kaum welche. Immer mal wieder labyrinthisch der Versuch die Handlung in stringente Bahnen aufs Parkett zu befördern. Leider ohne Erfolg. Und es hilft auch an dieser Stelle kein Perspektivwechsel der Figuren. Die Nebenfiguren sind überschaubar und auch hier leider verpasste Möglichkeiten diese nicht grau im Regen stehen zu lassen.

Philosophisch passiert hier auch nicht viel – die Religion mischt sich zwar ein, aber diese verhält sich provokativ und wenig weltoffen. Der Pastor – als Nebenfigur – das wäre ein allzu ernster Ansatz gewesen. Seine Ehrlichkeit und seine Motivation seilen Willen durchsetzen waren interessante Momentaufnahmen.

Selbst das Ende der Geschichte wirkt einfallslos – eine Armee von Fragezeichen bleibt übrig.




Fazit

„Oralcle Year – Tödliche Wahrheit“ von Charles Soule ist ein einfallsloser, blasser Titel. Keine Wahrheiten – nur Vermutungen und Überlegungen die sich in einem Dickicht von Halbwahrheiten und Lügen verlaufen.

Michael Sterzik 

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Tags: charles soule, oracle year, tödliche wahrheit, visionen   (4)
 

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Der Turm der Ketzerin

Deana Zinßmeister
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.01.2018
ISBN 9783442484102
Genre: Historische Romane

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49 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Land im Sturm

Ulf Schiewe , Jan Reuter
Fester Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 31.08.2018
ISBN 9783785726242
Genre: Historische Romane

Rezension:

Unsere Geschichte – die Geschichte Deutschlands wird in dem vorliegenden Roman „Land im Sturm“ des Münchner Autors Ulf Schiewe thematisiert. Welche beschwerlichen und auch gefährlichen Wege mussten unsere Ahnen gehen? Familiengeschichten sind, taucht man tiefer in die Recherchen ein, immer überraschend und vor allem zeigen diese: „Wer waren wir?“ und die spätere Ableitungen: „Wer sind wir nun“ – welche Spuren haben vergangene Generationen hinterlassen? Die deutsche Geschichte ist nicht so unspektakulär, gar langweilig wie man oftmals vermutet und Ulf Schiewe lädt die Leser ein, eine Familie an die 1000 Jahre literarisch durch die historischen Epochen zu begleiten. Diese Familie ist fiktiv, es gibt also keine historischen und authentischen Hintergründe, oder Quellenangaben. Nicht zu den Personen – aber die Ereignisse und die Situationen, in denen sich die Protagonisten bewegen sind authentisch.

Ulf Schiewe ist bekannt dafür, dass er vorbildlich und exakt für seine historischen Romane recherchiert. In dem Roman „Land im Sturm“ versteht es der Autor hervorragend, die faktischen Ereignisse als Bühne für seine fiktiven Figuren aufzubauen. Aufgeteilt ist der Roman in fünf Abschnitte – Kurzgeschichten einer Familie, die an der Schlacht bei Augsburg gegen die Ungarn und an dem schicksalshaften Kreuzzug gegen die Wenden teilnehmen. Der dritte Part spielt gegen Ende des 30jährigen Krieges und Generationen später beginnt sich Preußen gegen Napoleon und die französische Besatzungsmacht aufzulehnen. Letztlich mündet dann alles in die beginnende Industrialisierung – auf der Schwelle zu unseren Ur-ur-Großeltern. Jeder Part ist ungefähr 200 Seiten stark. Aufgrund dieser kurzen Kapitel ist zwar die Handlung intensiv, nicht aber die Charaktertiefe. Doch in sich sind diese Abschnitte spannend erzählt.

Erzählerischer Stil und Ausdruck sind exzellent umgesetzt. Leider enden diese Kapitel so schnell wie sie angefangen haben und vieles was noch hätte passieren können, bleibt der Fantasie dem Leser überlassen. Rückblickend tauchen die Ahnen auf dieser epochalen Ereignisstrecke wenig auf. Einzig und alleine, die Namen und ein altes ungarisches Schwert wechseln über Generationen die familiären Hände.

Diese historische Reise auf der Überholspur ist kurzweilig, aber das Konzept sieht ggf. vor, dass sich der Leser selbst entscheiden kann, welches Zeitfenster aus der Vergangenheit für ihn interessant sein könnte. Was jeder später für sich geschichtlich entdecken könnte, dass liegt ganz bei dem Leser.

Die einzelnen Kapitel sind erzählerisch durchaus unterschiedlich. Atmosphärisch stellen die ersten drei Geschichten, die letzteren beiden weit in den Schatten. Die letzten beiden, spielen die schriftstellerische Stärke und zu erzeugende Spannung nicht aus. Nicht uninteressant und absolut auch nicht unwichtig für die Entwicklung und Reformierung unseres Landes, doch fallen sie inhaltlich nicht so intensiv aus.

Eine wichtige Botschaft des Buches ist es, aufzuzeigen, dass jeder Sturm, jeder Orkan des Lebens, einer ganzen Generation auch endlich ist. Ja, es müssen Opfer gebracht werden, aber wir lernen hoffentlich daraus. Wir zerstören – bauen es aber umso stabiler wieder auf. Wir leiden, lieben und lernen – das ist das Leben. Umso wichtiger ist es zu begreifen, dass eine literarische Reise uns auch immer wieder die Möglichkeit vor Augen führt, andere Perspektiven und Motive nachvollziehen zu können.

Ulf Schiewe ist inzwischen ein erfahrener Autor. Er hat nicht nur erzählerisches Talent, sondern platziert auch geschickt alltägliche Gegenstände aus den ganz verschiedenen Zeitzonen. Auch gesellschaftliche Normen, Stände und Erwartungshaltungen, soziale Strukturen usw. werden so anschaulich und packend erzählt, dass es zu einem vergnüglichen Geschichtsunterricht wird.

Fazit

„Land im Sturm“ sind großartige Doppelstunden Geschichtsunterricht. Spannend, unterhaltsam, lehrreich. Es gibt keine Nebengeschichten und nur wenig Nebenfiguren – fokussiert auf einer durchdachten Haupthandlung, ist der Roman stark. Kritisieren kann ich bis auf die manchmal langatmigen letzten Kapitel wenig. Ein Glossar, ein Nachwort, eine Zeittafel, vielleicht noch Quellenangaben vermisse ich ein wenig – aber ändert nichts daran, dass „Land im Sturm“ mehr ist wie ein seichtes Lüftchen im historischen Genre.

„Land im Sturm“ ist ein schneller Galopp durch 1000 Jahre deutscher Geschichte. Unterhaltsame Spannung mit hohem Tempo und exzellent erzählt.

Michael Sterzik 

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Tags: land im sturm, ulf schiewe   (2)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Teuflische Saat

Andrew Brown , Mechthild Barth
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 09.07.2018
ISBN 9783442714803
Genre: Krimi und Thriller

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Legenden des Krieges: Das zerrissene Land

David Gilman , Anja Schünemann
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.08.2018
ISBN 9783499291623
Genre: Historische Romane

Rezension:

David Gilmans Protagonist „Thomas Blackstone“ setzt nun seinen Krieg gegen Frankreich im Jahre 1361 weiter. „Legenden des Krieges – das zerrissene Land“ ist der fünfte Band dieser Reihe und erzählt die Kriegserlebnisse des ehemaligen Bogenschützen und inzwischen Ritters weiter. Der 100-jährige Krieg geht munter weiter, doch inzwischen steht Fortuna auf der Seite des englischen Königshauses. Die Armee der Franzosen ist mehr wie nur geschwächt und das englische Heer gewinnt organisatorisch und strategisch mehr Gebiete für sich. Doch wie jeder Krieg hinterlässt dieser nicht nur Spuren bei den Soldaten. Französische Städte und Regionen sind sehr zerstört, Ernten zerstört, die Felder der Dörfer nur noch Asche. Die Wut und Ohnmacht der einfachen Bevölkerung ist verzweifelt. Hinzu kommt noch die Gefahr durch marodierende Söldner und Soldaten, die plündern und mordend eine Schneise des Todes hinterlassen.

Thomas Blackstones Aufgabe ist es die Regionen zu befrieden – Burgen und Landsitze sollen eingenommen, die Söldner verjagt werden. Im Hintergrund lauern weit gefährlicher Gegner, das französische Königshaus möchte den Kriegsherrn Blackstone immer noch Tod sehen. Es wird ein Kopfgeld ausgesetzt – die Jagd beginnt.

David Gilmans Reihe wird nicht weniger spannend, oder interessanter. Stabil hangelt er sich historisch durch viele durch Quellen belegte Ereignisse des 100-jährigen Krieges der beiden Erzfeinde England und Frankreich. Dabei es geht es weniger um Politik, viel mehr behandelt der erfolgreiche Autor die Schlachten zwischen den beiden Kontrahenten. Im vorliegenden Band thematisiert David Gilman, dass Kriegsgräuel und die Verbrechen an der Zivilbevölkerung, dass durch feindliche Heere und marodierende Söldner viel zu erleiden hat. Doch auch der verständliche Hass, dass brutale Ermorden von Gefangenen Gegnern bekommt seine Kapitel.

Das Talent die Schrecken und vielleicht auch die morbide Faszination einer Schlacht zu erzählen, gründet den Erfolg des Autors David Gilman. Konsequent schonungslos erzählt er von töten und getötet werden, von Hass, Angst und Rache. Es gibt nur wenige erzählerische Momente an denen die Menschlichkeit durch einen Spalt der Brutalität, etwas Licht auf die Schatten des Krieges wirft. Auch die Charakterentwicklung hebt und baut sich nicht weiter fort. Zwar gibt es in den Reihen Blackstones Verluste – doch diese verschwindenden Nebenfiguren wird man in weiteren Bänden nicht vermissen. Es gibt auch überhaupt wenig Nebengeschichten, die eine oder andere Perspektive des französischen Königs und seines Sohnes werden erzählt, ansonsten liegt der Fokus ganz klar auf den Erlebnissen der Legende Thomas Blackstone.

Insgesamt interpretiert ist der vorliegende Band „Legendes Krieges – Das zerrissene Land“ von David Gilman ein souverän, starker Kriegsroman. Stabile Spannung und vielleicht der Grundstein für einen stärkeren sechsten Band. Die Weichen, das merkt man in den letzten Kapiteln sind gestellt.

Michael Sterzik 

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Tags: david gilman, legenden des krieges, thomas blackstone   (3)
 

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Ein todsicherer Plan

Christopher Moore , Jörn Ingwersen
Flexibler Einband
Erschienen bei Goldmann, 16.07.2018
ISBN 9783442487653
Genre: Humor

Rezension:

Nach dem ersten Titel: „Ein todsicherer Job“ von Christopher Moore, ist nun der zweite Band: „Ein Todsicherer Plan“ im Goldmann Verlag erschienen. Allerdings hat es satte 10 Jahre benötigt, bis eine Fortsetzung die Buchhändler und damit auch die Leser erreichte.

Der vorliegende Band setzt ein Jahr nach den Ereignissen in „Ein todsicherer Job“ ein. Der Leser sollte sich bitte dringend die Zeit nehmen, den ersten Band zu lesen, ohne Vorkenntnisse könnten Sie weder die Handlung noch die abgefahrenen Personen inhaltlich begreifen. Außerdem – der erste Band ist deutlich besser und lohnt sich sowieso.

Christopher Moores größtes Talent ist, das kreative konzipieren von abstrakten, skurrilen und zumeist witzigen Charakteren. Viele Charaktere finden sich auch in dem vorliegenden Band wieder; die Gullyhexen sind mit von der Partie, die Höllenhunde ebenfalls, und natürlich auch die Hörnchenmenschen, sowie die menschlichen Hauptcharaktere. Der Autor hat viel Wert darauf gelegt, seine Figuren weiterzuentwickeln und dabei hat er es wahrscheinlich unbewusst ermöglicht, dass die Nebenhandlung, die Haupthandlung weit in den Schatten stellt.

Die Hörnchenmenschen, mitsamt Wackelcharlie – später genannt WC, posttraumatische Geister, und Lily als Mitarbeiterin in der Selbstmörderhotline, der Golden Gate Bridge werden den Lesern mehr wie nur amüsieren. Der größte Schwachpunkt des Romans, ist die seichte Hauptstory, deren Roter Faden faktisch nicht vorhanden ist.

Trotzdem ist der Roman sehr gut, allerdings nur, wenn man den ersten Band gelesen hat und die geschaffene kleine, aber intelligente Welt des Autors begreift. Die Dialoge sind aberwitzig, flankiert von einer spitzzüngigen Ironie und selbst Themen der Philosophie und der Religion, haben hier eine Daseinsberechtigung.

„Ein todsicherer Plan“ verhält sich manchmal etwas planlos, doch ist dieser durchweg interessant. Als spannend kann man die Story nicht bezeichnen, der Humor, und die satirischen Dialoge überzeugen allerdings Vollendens.

Es gibt Szenen, die manchmal die Bodenhaftung völlig verlieren und eine Eigendynamik entwickeln, die anstrengend sind, doch ein, zwei Seiten und schon schmunzelt man wieder. Die Nebenfiguren sind brillant – die Banshee, eine neue Figur kommt leider mit ihren theatralischen Aiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiyyyyyyyyy – selten vor, doch ihr Auftritt ist immer ein Grinsen wert.

Fazit
„Ein todsicherer Plan“ von Christopher Moore ist als zweiter Teil, etwas schwächer, als Gesamtwerk mit dem ersten Band eine grandiose Reihe. Ein humoristisches Meisterwerk – und lachen ist garantiert. Prädikat: einfallsreich, abgefahrene, genial intelligente Komik. Ich hoffe, dass ein dritter Teil kommt, und bitte nicht wieder 10 Jahre warten
.
Michael Sterzik






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Tags: christopher moore, ein todsicherer plan   (2)
 

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Augustus

John Williams , Bernhard Robben
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.12.2017
ISBN 9783423146128
Genre: Romane

Rezension:

Kaiser Augustus – der frühere Octavius, aus dem römischen Geschlecht der adeligen Julier, aus dem auch Julius Cäsar stammt. Octavius erbte nach der Ermordung Cäsers Macht, Finanzen, Titel und einen erheblichen Einfluss.

Der amerikanische Autor John Williams hat seinen Roman schon 1971 verfasst. Jahrzehnte wurde dieses Werkt vergessen und nun von dem dtv Verlag erneut veröffentlicht. Kaiser Augustus gehört mit zu den favorisierten Lichtgestalten der römischen Epoche. Die aktuelle Forschung weiß erstaunlich vieles zu berichten. Wie jeder Herrscher, ist Augustus ein vielschichtiger Charakter. John William erzählt in seinem Roman „Augustus“, der Lebensgeschichte dieses Mannes, der Rom gedient hat, der weise und zugleich skrupellos sein konnte, oder auch sein musste. Ein intelligenter, sensibler Mann, der tiefe Spuren in der Geschichte hinterlassen hat.

John Williams legt mit seinem Buch keine weitere, wissenschaftliche Analyse von Augustus vor. Ebenfalls ist es keine umfassende Biografie, und selbst als historischen Roman betitelt – ist er es nicht. Der Autor verfasst einen Briefroman des Menschen und Kaisers Augustus. Leider sind diese Briefe hauptsächlich als fiktional zu betrachten. Es gibt noch eine große Anzahl von Tagebucheinträgen, Protokollen des Senats, Militärdepeschen und natürlich auch Propagandaschriften. Chronologisch sind diese allerdings nicht aufgestellt. Aus dieser eindrucksvollen Sammlung entwirft der Autor ein „historisches“ Porträt. Interessant sind die ganz verschiedenen Perspektiven der historischen Personen, z.B. Marc Anton, Cicero, usw. An viele Ereignisse wird man sich nicht zuletzt durch die Darstellung im Film erinnern können. Auch diese ist weniger chronologisch dargestellt, wie es eigentlich sein sollte.

Der Schreibstil des Autors ist gemessen an der jetzigen Zeit allzu blumig und ausschweifend. Eine feine Sprache – Stil und Ausdruck ebenfalls – allerdings bleibt der Unterhaltungswert irgendwo in den Startlöchern und selbst die historische Komponente bleibt aufgrund dieses Briefromans allzu fragwürdig. Für geschichtsinteressierte Leser, die sich mit der Person und dem Herrscher Augustus schon befasst haben, ist dieser Roman absolut überflüssig, fast schon ärgerlich. Für die Nicht-Historiker mag der Roman allerdings anspruchsvoll und interessant sein.

Der strukturierte Aufbau ist klassisch eingerahmt zwischen Pro- und Epilog. Natürlich interpretiert der Autor John Williams die Machtkämpfe nach dem Tode Cäsers und dem Aufstieg des Octavian zum Kaiser Augustus. Politische Intrigen, Strategie und taktisches Verhalten verschiedener historischer Persönlichkeiten werden thematisiert. Die historischen Ereignisse stelle ich hier und jetzt nicht dar. John Williams beschreibt in „Augustus“ auch die Privatperson und seine Beziehungen.

Am Ende des Romans gibt es eine Aufstellung der historischen Persönlichkeiten, denen man in diesem Buch begegnet. Natürlich kommt auch der Name „Cleopatra“ vor. In der historischen, römischen Geschichte keinesfalls eine dramatische Fußnote.
Fazit
„Augustus“ von John Williams ist ein überschätztes Werk. Befasst man sich mit der historischen Persönlichkeit des Kaisers, so ist dieser Roman absolut überflüssig. Spannung – ist hier nicht gegeben. Es gibt amüsante Passagen innerhalb der Briefe, wenn diese allzu flapsig dargestellt sind. Der Unterhaltungswert ist faktisch nicht anwesend. Die gesamte Atmosphäre sehr spröde und teilnahmslos.
Absolut nicht zu empfehlen. Weder mit einer Historischen, noch mit einer unterhaltsamen Komponente versehen.

Michael Sterzik

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Tags: augustus, john williams   (2)
 

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Das Labyrinth des Blutes

Alex Thomas
E-Buch Text: 294 Seiten
Erschienen bei Edition M, 17.07.2018
ISBN 9782919801572
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Feind meines Feindes ist mein Freund?! Stimmt diese These? Sind Mörder von Serientätern, von Kinderschändern „kriminell“ ? Vor der Justiz in jedem Fall - Staatsanwalt, Richter und Henker in einer Person zu sein, ist gesetzlich nicht akzeptabel. Allerdings wie verhält es sich mit der Moral in diesem Fall? Ist der Gerechtigkeit damit genüge getan, dass kriminelle Subjekte endgültig von einem Rächer beseitigt werden? Wo fängt die Gerechtigkeit an, wo gerät sie an ihre gesellschaftlichen und ethischen und moralischen Grenzen? Die Begrifflichkeiten der Worte „Gut“ und „Böse“ vermengen sich und wie interpretiert man das entstandene „Delta“?

Schon längst faszinieren uns in der Literatur und im Film, die Bösewichter, die Einzelgänger, die Figuren, die in ihrem persönlichen Gut-Böse-Labyrinth irgendwie den Ausgang verpasst haben?! Sie personifizieren mitunter eine Stärke, nicht nur physisch, sondern auch psychisch, die beeindruckt. Doch so ganz einfach, ist das nun auch wieder nicht. „Gut“ und „Böse“ sind nicht einfach festen Gesetzen zuzuordnen – die Perspektive, die Motive sind mitunter und auch nur ein erklärendes Argument.

Das Autorenduo Alex Thomas thematisiert diese Brisanz in ihrem neuesten Titel: „Das Labyrinth des Blutes“ erschienen im Verlag Edition M. Nach dem ersten Roman: „Die Tränen der Kinder“ bekommt es nun die ISA Agentin Paula Tennant mit dem Serienkiller „Ghost“ zu tun, der als Richter und Henker, Kinderschänder ihrem Schöpfer näherbringt. Eine blutige Spur, die quer durch Europa, nun die Metropole London erreicht hat.

Auch der zweite Teil, dieser neuen Reihe überzeugt. Die Spannungsmomente sind gut bis zum Showdown verteilt, die Figuren verdammt gut positioniert. Timing und Prozesse der Erzählkunst in einer faszinierenden Kombination. Allerdings muss ich sagen; ist die charakterliche Zeichnung des „Ghost“ und die Figur des Robert Bernstein ungemein tiefer, als die von der eigentlichen Hauptfigur, die manchmal etwas in einer Nebenrolle abdriftet. Das ist aber gar nicht schlimm, sondern ausgesprochen genial und fördert ohnehin die vorhandene, spannende Grundstimmung.

Es liegt auf der Hand, dass das Universum in dem sich Paula Tennant bewegt und ermittelt, komplex aufgestellt ist. Einzelne erzählerische Elemente des ersten Bandes und die jüngste, traumatische Vergangenheit der jungen und exzentrischen Agentin finden hier einen festen inhaltlichen Platz.

Der Bezug zur Realität ist auch gegeben. Das Ermittlungsorgan der ISA gibt es nicht, wohl aber übergeordnete, europäische Vereinigungen der Polizeibehörden, die länderübergreifend Daten austauschen und kommunizieren. Wie effektiv das allerdings ist, mag ich nicht zu bewerten. Ebenfalls ist das thematisierte DarkNet keine Fiktion, sondern grausame Realität. Im Darknet werden unsere schlimmsten Ängste und Triebe mit digitalisierter Unterstützung zu reellen Albträumen. Menschen- und Waffenhandel, Drogen, Mordaufträge, Kinderschänder, Okkultismus und vieles mehr. All das wird dort gehandelt, ge- und verkauft. Die Anonymität schützt – und längst vermutet man, dass hochrangige Politiker und Wirtschaftsbosse, ggf. die Kirche hier involviert ist. Eine Loge des „Bösen“, eine Elite des Grauens, mehr Fakt als Fiktion.

Das Autorenduo Alex Thomas, dass sich sowieso gerne mit Mythen, Verschwörungen und was-wäre-wenn-thesen befasst, hat mit dem zweiten Band: „Das Labyrinth des Blutes“ einen hochklassigen Spannungsroman verfasst.

Es gibt aber auch ein paar wenige Kritikpunkte. Es wäre interessant gewesen, wenn der Ghost selbst in der Handlung persönlich zu Wort gekommen wäre. Auch die Symbolik – Alpha und Omega – und die Vereinigung, die zweifelsfrei dahintersteckt, hätte man mehr Einfluss geben können. Der Grundgedanke, das Fundament birgt so viel Potenzial – über alle Grenzen Europas und der Gesellschaftsschichten hinweg interpretiert, eine interessante Spielwiese, die gar nicht so fiktiv sein mag.

Fazit

„Das Labyrinth des Blutes“ von Alex Thomas ist ein hochklassiger, geistreicher Pageturner. Er hätte ruhig noch 200 Seiten stärker ausfallen können. Fakten und Fiktion mit einer verschwörerischen Note in Kombination, versprechen spannende Stunden. Prädikat: exzellent – und bitte mehr.

Michael Sterzik

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Tags: alex thomas, das labyrinth des blutes, paula tennant   (3)
 

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278 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

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Das Teufelsspiel

Jeffery Deaver , Thomas Haufschild
Flexibler Einband: 536 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 09.10.2007
ISBN 9783442368297
Genre: Krimi und Thriller

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Racheopfer

Ethan Cross , Dietmar Schmidt
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.06.2018
ISBN 9783404177394
Genre: Krimi und Thriller

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

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Ostseerache

Eva Almstädt
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.03.2018
ISBN 9783404176663
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Regionale Krimis sind wahrscheinlich einer der neuesten Trends in der Thriller/Krimiliteratur in Deutschland, und das funktioniert ausgesprochen gut. Eigentlich logisch – die Leser kennen ggf. die Region, den Landkreis, die Stadt, oder das Dorf. Vielleicht sind sie die gleichen Straßen wie das Opfer oder der Täter langgelaufen. Ein morbider bis faszinierender Gedanke, der aber verdammt gut funktioniert. Eine Verbundenheit bis in den Tod. Besonders einladend sind die Küstenorte in unserer Republik. An der idyllischen Ost- oder auch Nordseeküste wird anscheinend gerne gemordet. Also Romantik hin oder her – die Spannung ist dort genauso ansässig, wie dunkle, geheimnisvolle Dörfer mit verschrobenen Bewohnern, die munter vor sich hin morden.

Der vorliegende Band: „Ostseerache“ von Eva Almstädt ist der dreizehnte der „Pia Korittki-Reihe. Schauplatz/Tatort der Reihe ist die Ostseeregion mit Mittelpunkt, einer der schönsten norddeutschen Städte – Lübeck – Die Königin der Hanse. Die Handlung spielt an einem kleinen Küstenort, eine junge Frau wird ermordet aufgefunden – vergiftet. Gleichzeitig taucht eine junge Frau in dem Dorf auf, die für einen Unfall mit Todesfolge die Verantwortung trägt. Alte Wunden der Vergangenheit werden aufgerissen und auch Rache und der stille, manchmal laute Schrei nach Vergeltung kommen an die Oberfläche.

Die Autorin Eva Almstädt lässt ihre Ermittlerin Pia Korittki alle beruflichen wie auch privaten Register ziehen. Neben den Ermittlungen spielt auch die persönliche Entwicklung ihrer Person eine große Rolle. Anfang wirkt der Roman wie der Beginn eines schönen Sonnentages, doch dunkle Wolken und ein heftiger Sturm erreichen die junge Kommissarin – unbeständig halt wie die Ostsee. Der Kriminalfall steht allerdings im Fokus und hier bedient sich die Autorin alter, aber traditioneller Klischees. Rache und Vergeltung waren immer schon die besten Motive. Ebenfalls ist das Setting allzu offensichtlich. Ein Dorf voller Menschen, die auf engsten Raum ihre Ängste,
Geheimnisse und Hoffnungen miteinander teilen. Abhängigkeiten, Intrigen, Liebeleien, freundschaftliche und verwandtschaftliche Beziehungen sind ein großartiges Geflecht für einen spannenden Background.

Eva Almstädt fokussiert sich auf die Vergangenheit und die tragische Gegenwart. Ein alter Todesfall, eine traumatisierte Täterin, die sich an vieles nicht erinnern kann und der ein Giftmord. Man muss nicht Sherlock Holmes sein, um schnell zu begreifen, dass es hier eine Verbindung geben muss. Im Grunde nichts Neues, aber die Autorin schafft eine spannende Atmosphäre. Stil, Ausdruck, Sprache und die Dialoge sind perfekt in Szenen verarbeitet. Geschickt spannt Eva Almstädt ein Netz voller möglicher Täter und wahrscheinlicher Motive.

Auch die Charaktere sind klassisch in Szene gesetzt – mal abgesehen von dem privaten Nebenschauplatz von Pia Korittki gibt es auch hier keine neuen Ideen. Eine Nebenhandlung – die Bedrohung eines inhaftierten Täters, der psychologisch Druck auf Pia ausübt, kommt leider viel zu kurz.

„Ostseerache“ ist durchweg ein Klassiker, aber spannend inszeniert, wenn auch ohne Höhepunkte versehen.

Eva Almstädt erzählerischer Stil ist allerdings großartig. Prägnant, auf den Punkt gebracht, die Spannung per Tempomat immer online, die Charaktere fein ausgearbeitet.
Die Ermittlerin Pia Korittki ist reif für den nächsten Entwicklungsschritt. Eine Mordserie über mehrere Bücher hinweg wäre vorteilhaft.

Fazit

„Ostseerache“ ist klassischer Kriminalroman. Überzeugt allerdings durch seine Figuren. Spannend allemal – und ich hoffe, dass der 14. Ausflug an die Ostseeküste für Pia Korittki persönlicher wird. Die Weichen sind ja gestellt. Ein perfekter Roman für herbstliche Besuche an der Küste. Empfehlenswerte Ostseemorde.

Michael Sterzik

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Tags: eva almstädt, lübeck, ostsee, ostseerache   (4)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Der Tag X

Titus Müller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.06.2018
ISBN 9783453439306
Genre: Romane

Rezension:

Titus Müller beschreibt den „Tag X“ – der 17. Juni 1953 außerordentlich bewegt und nachhaltig. Jetzt 65 Jahre später, kann die jetzige Generation es nur beschwerlich begreifen, dass Deutschland geteilt war, dass acht Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg unsere Republik aufgeteilt war, und uns die Besatzungsmächte Amerika, Frankreich, England und Russland kontrollierten. Ebenfalls schützen und unterstützen sie uns im Wiederaufbau. Auch das sollte man keinesfalls vergessen. Es war auch eine Zeit der charismatischen Politiker: Adenauer, Churchill, Beria und Chruschtschow. Letztere kämpften um das Erbe von Stalin, bzw. versuchten die Trümmer seiner Herrschaft aufzuräumen.

Die DDR entstand 1949. Berlin war aufgeteilt in Besatzungszonen – der Osten wurde praktisch durch den Kreml regiert. Die westliche Region stand unter dem Schutz der drei übrigen Alliierten. Der Kalte Krieg stand bevor.

Der Tag X gehört zur jüngeren deutschen Geschichte. Titus Müller nimmt den Leser mit in eine Vergangenheit, die wir kaum für möglich halten. Surreal, unglaubwürdig, erschreckend – so könnte man das Leben und Sterben in der damaligen DDR bezeichnen. Ein Regime des organisierten, staatlichen Terrors, aufgezwungene Lebensbedingungen und dann der Versuch am 17. Juni 1953 gemeinsam aufzustehen und es gewaltsam zu ändern.

Der Autor Titus Müller beschreibt in seinem Titel: „Der Tag X“ – die politischen und gesellschaftlichen Strukturen, die dann zu Unruhen führten. Brillant lässt der Autor dieses schmale Zeitfenster aus der Perspektive von unterschiedlichen Figuren spielen. Nelly Findeisen, ihr Vater, ein Wissenschaftler – verschleppt um für Russland zu forschen und zu entwickeln, hat es schwer im Alltag. Aufgrund ihrer Mitgliedschaft in einer kirchlich orientierten Jugendorganisation, wird sie kurz vor dem Abitur, der Schule verwiesen. Das Regime der DDR kennt keine Gnade, hat kein Verständnis und regiert durch Einschüchterung, Verfolgung, Folter und später auch Mord.

Titus Müller nimmt sich ebenfalls viel Zeit für die große und internationale Politik. Das Erbe Stalins und die späteren Machtkämpfe thematisierte er eindrucksvoll. Er spiegelt den Einfluss der damaligen UDSSR auf die ostdeutsche Regierung wieder. Er lädt uns ein, die Gedankenwelt in Momentaufnahmen von Konrad Adenauer zu begleiten. Absolut spannend ist zu lesen, wie der russische Geheimdienst operierte. Faszinierend wie einfallsreich und teilweise Morbide diese ihre technischen Möglichkeiten einsetze und auch die Liquidation von „verbrecherischen“ Elementen , als eine Selbstverständlichkeit ausübte.

Die größtmögliche Intensität ist das vom Autor das beschriebene Alltagsleben der Bürger der DDR. Erschreckend dabei auch, die Propaganda, die instrumentalisiert eine ganz andere Wahrheit zeigen soll. Schwer zu glauben, dass Menschen wirklich so etwas als tatsächliche Realität empfunden haben. Wenige Hunderte von Metern entfernt in westlichen Bereichen gab es eine andere Welt, die sich krass anders darstellte. Für viele Bewohner das Paradies, für die Bewohner der DDR eine kapitalistische Hölle und das personifizierte Böse. Dieser fanatische Idealismus ist erschreckend. Das Regime der UDSSR , der die DDR mit harter Hand steuert, um die Anzahl der in den Westen Flüchtender Personen gegenhalten möchte. Die manipulative Aggressivität der Stasi um die Einwohner linientreu einzuschwören, ist stark erzählt.

Titus Müller gibt keine Bewertung ab, seine Figuren sind auch nicht einfach in einem schwarz/weiß Raster einzuordnen. Motive, Ideale, Überzeugungen – in Kombination mit einer verletzbaren Menschlichkeit erzählt der Autor des Titels: „Der Tag X“ vorbildlich und äußerst trefflich.

Fazit

„Der Tag X“ ist ein großartiger Roman, der wie ein helles und nachhaltiges Echo, die jüngste Vergangenheit reanimiert. Nicht nur unheimlich spannend und mitreißend, sondern auch eine sinnbildliche Prägung darüber nachzudenken, was am Tag des 17. Juni 1953 stattgefunden hat. Ein Denkmal für die mutigen Menschen – ein Mahnmal und eine Mahnung für die Freiheit einzustehen.

Michael Sterzik

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Tags: ddr, der tag x, stasi, titus müller   (4)
 

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99 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

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Vier Tage in Kabul

Anna Tell , Ulla Ackermann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.08.2018
ISBN 9783499273841
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die schwedische Autorin Anna Tell hat mit ihren Erstlingsroman „ Vier Tage in Kabul“ einen brisanten, und auch aktuellen Politthriller veröffentlicht. Die Autorin weiß, wovon sie schreibt. Sie ist Politologin und Kriminalkommissarin und verfügt über zwanzig Jahre an Polizei- und Militärerfahrung. Das in dem vorliegenden Roman: „Vier Tage in Kabul“ ggf. auch autobiografische Elemente einfließen ist logisch. Höchstwahrscheinlich hatte die Autorin es unter anderem bei ihren Einsätzen im Ausland auch sensible Berührungspunkte mit dem eigenen, sowie fremden Nachrichtendiensten.

Ihr Debütroman handelt von einer taffen, schwedischen Kriminalkommissarin – Amanda Lund, die für ein Jahr im weit entfernten Afghanistan lokale Sicherheitskräfte ausbildet. Die Ausbildung verläuft recht praxisnahe und schildert schon im ersten Kapitel ein wildes Feuergefecht, bei dem sie gezwungen ist, einen Angreifer zu töten. Wenig später erhält sie einen offiziell sehr heiklen Auftrag. In Kabul wurde ein schwedisches Diplomatenpaar anscheinend entführt. Die Botschaft setzt die 35 jährige Beamtin als Unterhändlerin ein. Zur etwa gleichen Zeit wird im heimischen Schweden ein Regierungsbeamter ermordet. Im Laufe der Ermittlungen stellt sich heraus, dass beide Fälle trotz der Entfernung anscheinend zusammenhängen. Als sich der Geheimdienst und auch politische Kreise einschalten, wird es lebensgefährlich – nicht nur für das entführte Diplomatenpaar.

„Vier Tage in Kabul“ ist ein authentischer, sehr reeller Politthriller mit einigen satten Actioneinlagen. Dabei ist es kein lauter Roman, die Spannung baut sich stufenweise, in langsamen Schritten auf. Detailtreu schildert die erfahrene Beamtin und Autorin, die angespannte, politische Lage in einem Krisengebiet wie Afghanistan. Ebenfalls gibt Anna Tell einen Einblick in Strategie und Taktik bei Geiselnahmen, selbst Waffen und Ausrüstungsgegenstände werden anschaulich erklärt. Ein Blick fürs Detail also – aber beeinflusst die Handlung nicht unmittelbar, wirkt aber auch nicht störend.

Spannend ist der Roman allemal – hätte aber deutlich stärker ausfallen können. Kernthemen des Romans sind neben den beiden Kriminalfällen, die Bühne der Diplomatie, die Interessen der Politik und der Justiz – das gilt für beide Länder : Schweden und Afghanistan. Die Dialoge sind zahlreich und inhaltlich wirklich gut strukturiert – der Perspektivwechsel ist angenehmen und die Grundstimmung ist souverän spannend.

Als Debütwerk ist „Vier Tage in Kabul“ absolut gelungen. Inhaltlich muss das Tempo aber angezogen werden und vielleicht die Handlungsbühne bei einem Standort im Fokus stehen!? Die Charakterisierung der Protagonisten, allen voran Amanda Lund ist sehr gut gelungen. Die Autorin zeigt das Privatleben in einer Nebenhandlung und lässt die taffe und selbstbewusste Kriminalbeamtin auch psychisch an ihre Grenzen kommen. Besonders gut interpretiert die Autorin, die politischen Interessen und dazu die Personen, die offensichtlich ihren Einfluss und ihre Position für private Zwecke missbrauchen.

Fazit

Bitte das Tempo anziehen und konzentrierter, vielleicht auch ein wenig Actionlastiger die Fortsetzung aufbauen. Als Debütwerk ist „Vier Tage in Kabul“ absolut überzeugend. Eine realistische Handlung mit den jeder Politologe und Nachrichtendienstler gut leben kann. Prädikat: Gelungen und überzeugend.
Michael Sterzik

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Tags: anna lund, vier tage in kabul   (2)
 

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159 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 39 Rezensionen

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Trümmerkind

Mechtild Borrmann
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Droemer, 02.11.2016
ISBN 9783426281376
Genre: Krimi und Thriller

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Drei Killer für ein Halleluja

Anonymus , Thomas Schichtel
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.05.2018
ISBN 9783404176854
Genre: Krimi und Thriller

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Die Macht des Präsidenten

Tom Clancy , Mark Greaney , Karlheinz Dürr , Reiner Pfleiderer
Fester Einband
Erschienen bei Heyne, 29.05.2018
ISBN 9783453271142
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Kalten Krieg gab es das immer mal wieder gefährdete und instabile „Gleichgewicht“ der Supermächte USA und UDSSR . Es gab Stellvertreterkriege, und die Lieferung damaliger hochmoderner Waffen an verschiedene Staaten, war ein lukratives Geschäft. Die Händler des Todes wurden reich – und nicht wenige profitierten wirtschaftlich und sowie politisch von den Kriegen auf ganz anderen Kontinenten.

Gehen wir ein paar Schritte in der Zeitrechnung weiter. Die Weltpolitik und der Frieden stehen aktuell auf Messers Schneide. Politische Auseinandersetzungen könnten durchaus zu Kriegen führen. Gibt es ein Gleichgewicht zwischen den Supermächten der Vereinigten Staaten und Russland? Wie würde sich die Nato verhalten, sollte Russland sein Einflussgebiet mit militärischer Gewalt versuchen zu vergrößern? Über den Osten – über Litauen vielleicht, oder über den Balkan würde sich der russische Militärapparat aggressiv bewegen?

Die Romane des verstorbenen Autors Tom Clancy waren fast schon prophetisch. Der Autor hat politische und militärische Szenarien beschrieben, die manchmal von der Realität eingeholt worden sind. Nach seinem Tod – geht die Reihe um die berühmteste Figur von Clancy – Jack Ryan weiter. Das schriftstellerische Erbe liegt nur bei dem amerikanischen Autor Mark Greaney, ebenfalls ein militärischer und politischer Experte.

„Die Macht des Präsidenten“ von Mark Greaney ist der zwanzigste Roman aus dem Jack Ryan Universum. Wie schon bei Tom Clancy lässt der Autor auch in dem vorliegenden Band, die aktuelle Weltpolitik auf einer ganz realistischen Bühne spielen.

Es ist leider aber auch nicht verwunderlich, dass der Autor sich eines klassischen Klischees bedient. Die guten Vereinigten Staaten von Amerika gegen den bösen, östlichen Widersacher Russland. Okay, die Grenzen sind damit klar gesteckt.

Die Handlung ist relativ fix erklärt. Der amtierende, russische Präsident ist im Zugzwang – das Vermögen seine Gönner und Förderer ist durch westliche Sanktionen quasi eingefroren. Das regimetreue Volk ist unruhig, also müssen Erfolge her – wirtschaftliche und militärische am besten und die russische Welt erstrahlt im neuen selbstbewussten Licht. Ganz so einfach ist das nicht. Es gibt da noch die Schattenwelt der Geheimdienste, dann noch dubiose finanzpolitische Situationen, bevor alles in einen kriegerischen Schlagabtausch endet.

„Die Macht des Präsidenten“ ist ein Actionthriller, mit satter Unterstützung von intriganten, politischen Machtspielchen. Ein direktes Duell der Präsidenten auch auf dem medialen Schlachtfeld. Im Krieg ist eben alles erlaubt – und hier werden alle Karten ausgespielt, ein Poker anmutendes Schachspiel.

Die Story splittet sich in mehrere Ebenen auf, dass erhöht die Spannung ungemein. Der Leser wird sowieso das Gefühl haben, dass er auf einem Pulverfass platzgenommen hat – die Atmosphäre ist drastisch spannend. Die bekannten Charaktere sind sowieso mit an Bord – hier gibt es keine Überraschungen. Die Person des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika: Jach Ryan – ist diesmal in Höchstform. Ich hoffe, dass dieser Charakter in den kommenden Romanen viel mehr an Gewichtung erreicht. Diese ständigen geheimdienstlichen Abenteuer seines Sohnes sind oft ermüdend und sind immer nach dem gleichen Schema gestrickt. Hier muss und sollte bald mal etwas Abwechslung stattfinden.
Okay – die Handlung ist allzu realistisch, dass wissen wir ja bereits, doch auch die Protagonisten des Romans haben aktuell noch lebende Vorbilder. Der Russische Präsident hat eine sehr, sehr ähnliche Vita, wie sein tatsächlicher Akteur – Wladimir Putin. Frech, frech Herr Greaney – aber verdammt gut gelungen. Überhaupt spiegelt die Handlung, dass jetzige Russland auf politischer Ebene gut wieder.

Das ist mit Sicherheit auch so gewollt – ein überzeichnetes Spiegelbild, leicht verzerrt, aber deutlich erkennbar.

„Fazit“

„Die Macht des Präsidenten – Tom Clancy“ von Mark Greaney ist nicht der beste seiner Reihe, aber überzeugt voll und ganz. Es ist an der Zeit – die Action ein wenig einzudämmen und diese erzählerischen Elemente in einer politisch geprägten Handlung auszubauen.

Jack Ryan zeigt sich in diesem Roman – als konsequenter, laut und direkt agierender Präsident. Hochintelligent – etwas impulsiv und einige Amerikaner werden sich beim lesen diesem Titels ein Wechsel der realen Präsidentschaft wünschen. ☺

„Die Macht des Präsidenten“ ist einer der spannungsreichsten Thriller in diesem Jahr. Ein Thriller den man gelesen haben muss.

Michael Sterzik



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Tags: geheimdienst, jack ryan, politik, tom clancy   (4)
 

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

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Die sieben Kreise der Hölle

Uwe Wilhelm
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.05.2018
ISBN 9783734103452
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Menschenhandel – Prostitution – Versklavung – Folter – immer noch aktuelle, grausame Themen in manchen Regionen unserer Welt, die eigentlich zivilisierter sein sollte. Jedenfalls behauptet man das immer mal wieder. Es sind die kriminellen Parallelwelten, die immer Mal wieder die gesellschaftliche Oberfläche erreichen. Es gibt sie und mitunter verbergen sich Charaktere aus der Politik, der Wirtschaft und der Religion. Getrieben von urbanen, brutalen Ideen, ein Bedürfnis seine Ängste, die Wut zu kanalisieren, sind solchen Menschen alle Mittel Recht.

Uwe Wilhelm greift diese Thematik in seinem neuesten Buch: „Die 7 Kreise der Hölle“ auf. Nach dem ersten Teil: „Die 7 Farben des Blutes“ geht es nun mit der Protagonistin – die Figur der Staatsanwältin Helene Faber weiter.

Der Autor lässt Helene Faber und ihren Ex-Mann Robert in abgrundtiefe, grausame Höllen hinabsteigen. Ja es wird persönlich und Frau Faber sieht Rot – und lässt die Göttin des Rechts - Justitia hilflos stehen. Selbstjustiz – und das getrennte Ehepaar jagen gemeinsam, die Entführer ihrer Töchter. Ankläger – Richter – Henker – das Ehepaar ist rücksichtslos und verfolgt die Rettung ihrer Kinder konsequent und mit allen Mitteln. Das sie dabei ebenfalls zu Mördern werden, dass sie sich der Folter bedienen, lässt sie dabei nicht unbedingt sympathisch erscheinen.

Auch psychologisch gesehen, verlangt „Die 7 Kreise der Hölle“ den Leser einiges. Thematisch sowieso am Rande des Erträglichen, gibt es radikale Gewaltexzesse und die erzählerische Perspektive des Martyriums der entführten Töchter, ist psychologisch gesehen, nachhaltig effektiv. Die Grundidee einer verschworenen Gemeinschaft, mit Personen des öffentlichen Lebens aus vielen sozialen und beruflichen Schichten unseres Sozialsystems, ist nichts Neues. „Der Club der Humanisten“ wie dieser hier genannt ist, bleibt in einer Schattenwelt verborgen. Schade, denn über eine Organisation und über die Motive der Mitglieder wäre dies ein spannendes Thema gewesen. Hauptsächlich handelt es sich bei der Story um eine actionreiche Schnitzeljagd, eine Blut- und Leichenspur. „Die durch die Hölle“ gehen wird zu einem Mantra für Helena und Robert Faber. Aber nicht nur Leichen pflastern ihren Weg – auf der Strecke bleiben auch die Vernunft, die Moral, die Ethik und das Vertrauen und realistischer wird die Story dadurch auch nicht. Eine respektable Realität, eine authentisch-glaubhafte Story beinhaltet „Die 7 Kreis der Hölle“ nicht. Plakative Gewalt in Kombination mit psychologischem Terror und Simsalabim fertig ist der Bestseller?

Die Spannung verliert sich in einem Irrgarten der Gewalt – schade. Vielleicht etwas mehr Handlung, weniger ungeschickte aggressive Verhandlungen mit Schusswaffen wären hier vonnöten gewesen. Es gab auch wenige Charaktere, die tiefsinnig konzipiert wurden – einzig und alleine die Figur von Rashid Gibran, leider nur ein blasser Nebencharakter hatte die Möglichkeit hier wirklich zu faszinieren. Doch dieser blieb jenseits aller Chancen.
„Die 7 Kreise der Hölle“ endet allerdings höllisch logisch. Allerdings sind die Kreise noch nicht gänzlich geschlossen. Dieser Part ist erstaunlicherweise überraschend gut gelungen – und „Good“ und „Evil“ zeigen sich mit vielen Schattenseiten. Atmosphärisch absolut stark beschrieben und das der Autor Uwe Wilhelm eine nicht erwartete Ausfahrt nimmt, kommt einen geplanten dritten Teil sehr gelegen.

Fazit

„Die 7 Kreise der Hölle“ von Uwe Wilhelm ist der Eingang zu einer höllischen Odyssee. Zwar nicht 10 Jahre – aber mindestens 10 Stunden spannender Unterhaltung, die durchaus noch hätte besser sein können. Wir hoffen mal auf mehr Handlung, etwas weniger Blut und einen wirklich intelligenten Widersacher.

Michael Sterzik

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Tags: die 7 kreise der hölle, helene faber, uwe wilhelm   (3)
 

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Das Buch der Schurken

Martin Thomas Pesl , Kristof Kepler
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2018
ISBN 9783442716036
Genre: Sachbücher

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