Leserpreis 2018

MichaelSterziks Bibliothek

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Blutiges Land

Wolfgang Thon
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.01.2017
ISBN 9783734102400
Genre: Historische Romane

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195 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 22 Rezensionen

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Totensonntag

Andreas Föhr
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.11.2013
ISBN 9783426213612
Genre: Krimi und Thriller

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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Headhunt - Feldzug der Rache

Douglas Preston , Lincoln Child , Michael Benthack
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.12.2018
ISBN 9783426654262
Genre: Krimi und Thriller

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15 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Die Blutchronik

Liliana Le Hingrat
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.12.2018
ISBN 9783426521915
Genre: Historische Romane

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443 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 141 Rezensionen

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HELIX - Sie werden uns ersetzen

Marc Elsberg
Fester Einband: 648 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 31.10.2016
ISBN 9783764505646
Genre: Krimi und Thriller

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Tannenstein

Linus Geschke
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 31.01.2019
ISBN 9783423262187
Genre: Krimi und Thriller

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37 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Der Hexenjäger

Astrid Fritz
Flexibler Einband: 446 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.11.2018
ISBN 9783499274671
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Hexenverfolgung im Spätmittelalter gehört zweifellos zu den unmenschlichsten Verbrechen. In Europa, so schätzen Historiker wurden ca. zwischen 40.000 und 60.000 Menschen als Hexen und Zauberer verbrannt. Der Höhepunkt dieser Hexenverfolgung liegt zwischen 1550 und 1650.

Es war eine dunkle Zeit für die Bevölkerung, die Pest, Kriege usw. und irgendwer musste ja Schuld sein. Die jüdische Bevölkerung sowieso und der Aberglaube der einfachen Menschen wurde von der katholischen Kirche konsequent gesteuert und manipuliert. Die Angst vor der Strafe Gottes, dem Fegefeuer, eines Satans der sich den Seelen bemächtigt, klingt in unserer Zeit äußerst befremdlich. Leider gab es mit Sicherheit auch viele Menschen, die diese kranke Ideologie als unwiderrufliche Wahrheit interpretierten.

Laut Quellenangaben wird die Zahl der getöteten Hexen und Zauberer in Deutschland auf 25.000 Opfer beziffert. Die Motive, die die Ankläger vorbrachten, sind beispiellos verbrecherisch. Hinzu der Aspekt: Jeder konnte jeden anprangern, denunzieren und an die Kirche verraten. Sicherlich konnte man den einen, oder anderen Konkurrenten mit einer solchen Anklage für immer zum Schweigen bringen, und es ist belegt, dass sogar Kirchenfürsten, oder Amtsinhaber gezielt Opfer denunzierten um an deren Besitz, zum Beispiel das Grundstück zu gelangen. 75% bis 80% der Opfer waren Frauen – ein sexueller Aspekt, ein Motiv ist also auch hier unbestritten. Leider ist es anscheinend Fakt, dass man familiäre, finanzielle und geschäftliche Motive als Hauptgründe ansehen kann.

Die Justiz, die „Gerichtsbarkeit“ versagte mancherorts total, aber auch hier konnte man sich absprechen, und den „weltlichen“ Gewinn ggf. aufteilen. Geständnisse und Beweise unter der Folter erwirkt – gehört zu den wahr gewordenen Schauergeschichten dieser Epoche. Prozesse wie wir sie kennen, gab es nicht – es war eine Farce.

Die in Stuttgart lebende Autorin Astrid Fritz hat nun im Verlag Rowohlt, ihren Titel: „Der Hexenjäger“ veröffentlicht. Der Inquisitor und Dominikaner Heinrich Kramer verfasste das im Jahre 1486 veröffentliche Werk: „Der Hexenhammer“. Eine und für spätere Generationen Legitimation der Hexenverfolgung.

„Der Hexenjäger“ ist Heinrich Kramer – dessen Lebensgeschichte wird von der Autorin anhand von vorliegenden Quellen erzählerisch interpretiert. Wer war denn dieser Heinrich Kramer überhaupt? Astrid Fritz stellt den berüchtigten Verfasser in keinem positiven Licht dar. Fakt ist: Er war ein Verbrecher, ein ggf. sexuell frustrierter Mensch mit Minderwertigkeitskomplexen, einer satten Psychose und einen Hass auf Frauen.

Sein Schicksal, bzw. das er eine Frau aus boshaften Neid und aufgrund ihrer Abweisung, denunzierte ist die eigentliche Handlung des Romans. Die junge schöne und unschuldige Susanne, die nicht den passiven und später aktiven Annäherungsversuchen Heinrich Kramers erliegt, wird schlichtweg von der Obrigkeit entführt, angeklagt und befragt. Beweise – frei interpretiert und ausgelegt, wie es der alte Mann möchte. Vernichtung einer Frau um jeden Preis.

Der historische Roman: „Der Hexenjäger“ ist eine sehr oberflächige Erzählung, die sich erst zu spät in die richtige Richtung bewegt. Das Schicksal einer einzelnen „starken“ Frau mit dem Hintergrund, der anfänglichen Hexenverfolgung, zu verbinden, ist nicht sehr spannend gelungen. Hier werden auch alles Klischees einwandfrei bedient. Eine schöne, sensible Frau, unschuldig – die Opfer einer dramatischen Intrige wird. Natürlich in Kombination einer totalen, romantischen Liebesgeschichte in Szene gesetzt. Realistisch – ich habe arge Bedenken.

Worum geht es denn eigentlich: „Hexenverfolgung“ oder die Analyse des Berufsweges eines Priesters der verbrecherisch im vollen Wissen und Überzeugung agiert!? Astrid Fritz schildert gekonnt die persönlichen, psychischen Abgründe eines Heinrich Kramers und stellt ihn als frauenverachtendes Monster dar. Schlichtweg war es auch – und genau diese Schilderungen werden bei den Leser Hass und Abscheu hervorrufen. Anders kann man diese empfundenen Emotionen nicht beschreiben.

Oberflächlich wird das Thema „Hexenverfolgung“ auch nur angerissen. Ja, die Entstehung seines Titels „Hexenhammer“ findet eine hohe Beachtung, doch insgesamt ist das Schicksal der jungen Frau im Vordergrund der Handlung. Immer mal wieder gibt es Rückblenden, die die Kindheit und Jugend Heinrich Kramers beleuchten und die zielgerichtet erzählen, wie dieser Mann so verbrecherisch und voller Hass zu einem Menschen werden konnte, der nach Macht und Ansehen strebte.

Wirklich spannend, und fragen wir besser nach nicht nach dem Realismus, sind die letzten Kapitel des Romans. Das Nachwort der Autorin fällt viel zu flach aus, dass Glossar ist in Ordnung. Also was bleibt übrig: Mal wieder ein seichter, historischer Roman, der dass Schicksal einer jungen Frau und einer dramatischen Liebe erzählt. Der historische Aspekt der „Hexenverfolgung“ und die Rolle einer Frau, sowie die der Obrigkeit, der Kirche und des Volkes hinken einfachen sang- und klanglos hinterher.

Fazit

„Der Hexenjäger“ ist weder spannend noch authentisch, voller Klischees und reiht sich mühelos in die übrigen historischen Frauenschicksale ein. Für mich das schwächste Buch der Autorin und insgesamt nicht empfehlenswert.

Wer sich erzählerisch über die Hexenverfolgung informieren möchte, dem empfehle ich die Romane von Wolfgang Lohmeyer: „Die Hexe“, „Der Hexenanwalt“ und „Das Kölner Tribunal“. Historisch sehr genial – Unterhaltungswert: Sehr spannend.

Michael Sterzik


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Tags: der hexenjäger, heinrich kramer, hexenverfolgung   (3)
 

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161 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

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Muttertag

Nele Neuhaus
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 19.11.2018
ISBN 9783550081033
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wenn aus Opfern Täter werden – was ist in der Vergangenheit passiert, oder gibt es für das „Böse“ keine plausible Erklärung? Können wir Verbrechen: Morde, Folter, psychische Misshandlungen damit entschuldigen, dass in der Kindheit des Täters irreparable, psychische Traumata stattgefunden haben müssen!?

Profiler der Landes- und Bundeskriminalämter, sowie Psychologen bestätigen, dass hier der Grundstein für spätere Verbrechen gelegt wird, dass Fundament könnte dann eine ganze Reihe von Serienmorden bilden. Leider bestätigt es sich, dass Gewalttäter, die in Serie morden, in ihrer frühen Kindheit und Jugend selbst Opfer gewesen sind. Nicht die Ausnahme – vielmehr leider eine traurig bestätigte Regel. Tierquälerei, Mobbing usw. eine gewisse Aggressivität die latent, vielleicht auch erste Jahre später bei einem gewissen Ereignis ausbricht. Schon in Kindheitstagen werden wir geprägt – durch unsere Eltern, Geschwister, Verwandte, Freunde ...usw. wir können dies nicht abstreiten. Gewisse Rituale und selbst Eigenschaften scheinen in unserem Betriebssystem – unserer DNA fest installiert zu sein. Ganz einfache Erklärung, oder eine Entschuldigung, den Toten ist es egal?! Die Überlebenden, selbst die Angehörigen, oder die Polizeibeamten, die Ärzte und Psychologen berühren diese Schicksale – es gibt keinen psychologischen Panzer der das alles aushalten, kann. Egal ob es sich um einen Haarriss handelt, oder einen Krater in diesem Panzer – das Grauen, dass Böse findet seinen Weg. Nur wir entscheiden dann selbst – ob wir uns helfen lassen.

Der neueste Krimi der erfolgreichen Bestsellerautorin Nele Neuhaus – Muttertag – erschienen im Ullstein Verlag, behandelt diese Thematik. Der neunte Band um die Ermittler Bodenstein/Sander ist vorab gesagt, ein hochklassiger Pageturner.

Das besondere an diesem Titel ist, dass es faktisch keine Nebengeschichten gibt. „Muttertag“ besteht aus einer primären Haupthandlung. Selbst im Ensemble der Figuren, gibt es auch hier keine wirklich gesetzten Nebenfiguren. Die Bühne ist bereit, der Vorhang geht auf – dramatische Musik und schon geht es los mit einer ganzen Reihe von Opfern, die zufällig gefunden werden!?

Nele Neuhaus überlässt hier nichts dem Zufall?! Ja, dass Leben schreibt bekanntlich die besten Geschichten, auch wenn man sie eigentlich gar nicht begreifen kann, oder kopfschüttelnd denkt, dass das nicht wahr sein kann!? Eine Leiche, die aufgefunden wird, ein halbverhungerter, dehydrierter Hund, in einem abgeschlossen Zwinger, und neben ihm menschliche Knochen. Bis dahin – alles gut – aber das Grundstück und die Gebäude waren einst ein Waisenhaus, die Frau des Toten verschwunden, man vermutet Selbstmord und die ehemaligen Kinder dieser Einrichtung – nur mehr oder minder Erfolgreich als Erwachsene, bedürfen einer ganzen Armee von psychologische Behandlungen, Taschentüchern und einer gemütlichen Sitzgelegenheit, ggf. auch mal die Sicherheitsverwahrung. Alles Opfer? Alles Täter? Alle Unschuldig?

Muttertag ist hochklassig spannend – eine Atmosphäre, die einen einschließt und den Schlüssel wegwirft. Stil, Ausdruck und Sprache – Dialoge, Szenen, Charakterisierung vom allerfeinsten. Ach ja – Faktor realistische Handlung – Ein sattes „NEIN“ – Die erfahrenen Kommissare haben Verstärkung erhalten: Kommissar Zufall ist Mitglied dieser Sonderkommission. Und es wird noch besser: Kommissar Zufall ist zufällig mit den ermittelnden Kriminalbeamten verwandt – Erklärung: Nein, nicht eine Person, sondern gleich mehrere sind involviert!? Natürlich ist das alles nur ein Zufall...


Abgesehen von dieser absurden, nicht authentischen Handlung, ist diese absolut spannend. Ein Blockbusterkrimi – einer der besten Werke der Autorin.

Gehen wir mal zurück zum Realismus: Meisterlich erzählt, sind die Ermittlungsfortschritte der Kriminalbeamten und die Perspektive einer Berühmtheit im Fachbereich: Verhaltensweisen eines Serienmörders – die den Beamten das Universum eines psychopathischen Serienmörders nahebringen will, außerordentlich spannend. Das sind dann wieder diese großartigen Momente in „Muttertag“ die überzeugen.

Großartig in Szene gesetzt wurden auch gleich die Verdächtigten, die sich dann in einer A- und B-Mannschaft aufteilen, nebst einer alten Liga von Menschen, denen das Schicksal anderer Menschen kalt lässt, und die teilnahmslos danebenstehen, in dem Wissen: Hey, dass geht eigentlich gar nicht – aber die Profilneurose setzt sich dann leider doch durch.

Die Hauptprotagonisten, die wie gewohnt auf dem Siegertreppchen stehen, sind Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Sander. Sehr gefallen und außerordentlich stark ist die Figur der Frau Dr. Nicola Engel – Kriminaldirektion. Eine Figur, deren Präsenz stark und interessant ist und hoffentlich in den nächsten Bänden mehr Raum einnehmen müsste.

Fazit

„Muttertag“ ist einer der persönlichen, literarischen Oscar-Anwärter der Autorin Nele Neuhaus. Brillante Spannung – die einen darüber nachdenken lässt, das anberaumte Familienfest ausfallen zu lassen. Ein Pageturner – der auch nachhaltig ist – Schuld und Unschuld – eine Grauzone die einen Parkstrich gleicht. Regt an, einmal nachzudenken, dass wegschauen, oder das Ignorieren eine Straftat ist. Diese kann auch einen lebenslang begleiten.

Michael Sterzik

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Tags: bodenstein, kriminalroman, muttertag, nele neuhaus, sande, serienmord   (6)
 

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114 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

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DOORS - Der Beginn

Markus Heitz
E-Buch Text: 97 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 20.08.2018
ISBN 9783426454817
Genre: Krimi und Thriller

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94 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

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DOORS ? - Kolonie

Markus Heitz
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2018
ISBN 9783426523889
Genre: Krimi und Thriller

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83 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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DOORS ! - Blutfeld

Markus Heitz
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2018
ISBN 9783426523896
Genre: Krimi und Thriller

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83 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

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Fünf plus drei

Arne Dahl , Ursel Allenstein
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.09.2018
ISBN 9783492058124
Genre: Krimi und Thriller

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Vespasian. Das Tor zur Macht

Robert Fabbri , Michael Windgassen
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.11.2018
ISBN 9783499275135
Genre: Historische Romane

Rezension:

Weltmacht Rom. Ein Imperium der Politik, der Gewalt und der Dekadenz? Ja stimmt, aber Rom war auch vieles mehr. Wie jede Weltmacht gibt es immer zwei Seiten, die man übergeordnet betrachten und bewerten muss. Das Kaiserreich nach Augustus – insgesamt die Metropole Rom, war eine gefährliche Bühne – Brot und Spiele – Politik und Gewalt – Intrigen, Mord, Eifersucht, Hass. Als ein solcher Mittelpunkt in einer sozialen Struktur, lieferte diese Infrastruktur auch viel Dekadenz. Die sieben Todsünden – müssen sich recht wohl am Tiber gefühlt haben.

„Vespasian – Das Tor zur Macht“ von Robert Fabbri ist der zweite Band um die Person des späteren Kaisers Vespasian. Im Jahre 30. n. Chr. regiert noch immer Tiberius das Weltreich Rom. Der junge Tribun Vespasian der mittendrin in der Intrige um den Kommandeur der Prätorianergarde Seianus steckt, betritt mit seinen Freunden das Tor zur Macht - Rom. Es gibt verschiedene Interessengruppen, die die Nachfolge des Kaiserthrons anstreben und immer tiefer wird er in den Strudel einer hasserfüllten Politik, die auch vor Mord nicht zurückschreckt gezogen. Es gibt keinen Ausweg mehr.

Wir alle kennen die großen Namen der berüchtigten und berühmten Kaiser von Rom. Augustus, Tiberius, Caligula, Nero...usw. Mit diesen Namen verbindet man viele nicht immer negativen Assoziationen wie: Mord, Krieg, Inzest, Orgien, sexuelle Ausschweifungen, Folter, Misshandlung und vieles mehr. Leider ist vieles davon faktisch überliefert. Höchstwahrscheinlich war es noch schlimmer, als die Quellen der Historiker es berichten. Legen wir darüber einmal den Mantel der Vergangenheit, nicht des Schweigens.

Im vorliegenden Band präsentiert uns der Autor Robert Fabbri ein verdorbenes Rom mit einem völlig psychopathischen Kaiser und der designierter Nachfolger, ist sein Freund und Schüler. Willkommen in der Familie. Rom mag zweifelsfrei dekadent gewesen sein, voll von völlig durchgeknallten Machtmenschen, die willkürlich mit einer bloßen Geste, einer Laune, einem Lächeln den Tod bringen konnten. Diese Botschaft kommt neben einer brillanten Spannung beim Leser an. Gut gemacht Herr Fabbri. Allerdings ist mir das zu einfach interpretiert und viel zu polarisierend. Rom hatte neben dieser dunklen Aura, auch eine sehr helle Seite – diese erreicht in „Vespasian – Das Tor zur Macht“ kaum die Oberfläche, der insgesamt spannenden Handlung.

Der Unterhaltungswert ist immens groß. Spannend, abwechslungsreich und eine gewisse Konsequenz zeichnen auch diesen zweiten Band aus. Robert Fabbri hat das Talent mit seinem Stil, seinem Ausdruck und seiner zwar einfachen Sprache, einen Blockbuster zu erzählen. Wie auch schon im ersten Band, reihen sich hier die Actionelemente nahtlos ineinander, aber überziehen die Handlung insgesamt nicht.

Neben der Spannung, die der Autor transportiert, reitet auch eine prickelnde Angst mit und etwas abgrundtief. verdorbenes zeigt sich auch, als Tiberius sich seinen persönlichen Spielereiehen widmet und die Protagonisten zitternd vor Todesangst versuchen keinen Fehler machen. Hilflos, fast schon panisch – die Atmosphäre allerdings grauenhaft gut erzählt.

Auch in der Handlung wird mein eine parallel zu dem großartigen Klassiker Ben Hur finden. Schauplatz diesmal nicht der Circus mit einem brutalen Wagenrennen, sondern eine Seeschlacht und natürlich Vespasian mitten drin.

Durchgängig zeichnet der Autor Robert Fabbri ein authentisches Porträt aus dieser Epoche. Im Nachwort erklärt er auch, dass dieser historische Roman sich an den Historikern Suetonius, Tacitus und Cassius Dio orientiert.

Robert Fabbris Bild von Rom ist schlüssig, aber auch sehr eindimensional. Rom ist hier nicht das helle Licht – sondern so wie es der Autor schildert – eine abgrundtiefe, mörderische und böse Weltmacht. Bedingt richtig – aber es wäre auch mal toll gewesen, die Vorzüge dieses Imperiums aufzuzeigen. Auch Tiberius hatte seine Erfolge und war höchstwahrscheinlich nicht immer das Monster, als das er hier gezeigt wird.

Herausragend auch hier die Figurenzeichnung. „Vespasian“ ist nun nicht mehr der unschuldige, einfache „Junge“ vom Land. Er tötet – er wird zunehmend kompromissloser, ehrgeiziger, grausamer – aber ist grundlegend noch immer sympathisch. Der Römische Adler hält ihn mal sanft, mal grausam in seinen Krallen.

Fazit

„Vespasian – Das Tor zur Macht“ von Robert Fabbri ist ein Blockbuster im Genre historischer Roman – Subgenre: Römisches Reich. Sehr actionlastig, mit einer guten Figurenzeichnung überzeugt auch der zweite Band.

Gute Unterhaltung. Um einiges realistischer als andere Romane – aber auch faszinierend böse.

Michael Sterzik




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Tags: das tor zur macht, dekadenz, kaissereich, robert fabbr, rom, tiberius, vespasian   (7)
 

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143 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 93 Rezensionen

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Bluthaus

Romy Fölck
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 28.09.2018
ISBN 9783431041118
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Bluthaus“ ist der zweite Band um die beiden sehr unterschiedlichen Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Die Autorin Romy Fölck setzt ihre Handlung nur wenige Wochen nach den Ereignissen in dem Titel „Totenweg“ fort. Gut gelungen, da die erzählerische spannende Grundstimmung aktiv bestehen bleibt.

Die Handlung spielt regional im norddeutschen Raum und Mittelpunkt der Storyline hat diesmal nichts mehr mit der Vergangenheit der jungen Polizeibeamtin unmittelbar zu tun. Persönlich ist also Frida Paulsen nicht befangen, nicht in erster Instanz. Ihre alte Freund-Feindin Jo(hanna), die in Hamburg als erfolgreiche Privatdetektivin lebt und arbeitet, ist nun auf die Hilfe ihrer Freundin aus Internat Zeiten angewiesen. Eine ehemalige Beamtin des Landeskriminalamts verstirbt, schwerverletzt in ihrem Armen. Kein Unfall – eindeutig brutale Verletzungen, die nur den Schluss zulassen, dass sie ermordet wurde. Jo weicht einer Mitarbeit mit Bjarne Haverkorn aus und verschwindet sang- und klanglos. Frida Paulsen versucht, die nun zur Fahndung ausgesetzte Freundin zu finden um den Mordverdacht aufzuklären...

Atmosphärische Spannung weht mit hohem Tempo durch die Handlung. Da die Vergangenheit einer Firda Paulsen nun nicht mehr im Mittelpunkt steht, ist der Personenkreis von Haupt- und Nebenfiguren etwas eingeschränkter. Sicherlich kommen die Eltern von Frida Paulsen vor, aber das war es auch schon an bekannten Nebenfiguren aus dem ersten Band. Insgesamt hat die Autorin Romy Fölck das Tempo ihrer Story stark erhöht. Es gibt Nebengeschichten, die aber weniger inhaltlichen Raum einnehmen und Bjarne steht mit seinen privaten Herausforderungen an erster Stelle.

Romy Fölck ist eine raffinierte Autorin, sodass sie parallele Wege geht – wir klammern natürlich die Nebengeschichten aus. Die Vergangenheit drängt sich auch diesmal mit einem Mordfall an die Oberfläche und schon kombiniert die Autorin einen komplexen Plot. In dieser „zweiten“ Rahmenhandlung hätte ich mir gewünscht, dass diese mehr Raum einnimmt. „Bluthaus“ ist weniger blutig, dafür ein Stück weit mysteriöser. Ein altes, verlassenes Haus mit einer dunklen, dramatischen Geschichte, inmitten von einer von Wind und Meer geformten Landschaft – perfekt.

Durch das extreme Tempo das die Autorin vorlegt, verringert sich die Spannung nicht, doch der Story und den Personen hätte das mehr an tiefe geben können.
Charakterliche Konzeption ist hochklassig. Spannung perfekt. Tempo...zu schnell.

Für den nächsten Band empfehle ich, eine Handlung ohne kriminalistische Altlasten aus der Vergangenheit zu verwenden. Romy Fölck ist durchaus konzeptionell so flexibel, dass sie nach „Totenweg“ und „Bluthaus“ - einen neuen, originelle Handlung entwickeln kann, zumal mal doch auffällt, dass der Showdown in „Bluthaus“ verwandtschaftliche Ähnlichkeiten zum seinem Vorgänger hat.

Fazit

„Bluthaus“ ein starker Pageturner. Packend, stürmisch, wild und brutal. Minimal schwächer wie der Vorgänger, aber ich bin mir sicher, dass uns der dritte Band mit einer großartiger Spannung überfallen wird.

Danke Romy Fölck. Großartige – Prädikat: Unbedingt sofort nach „Totenweg“ lesen.

Michael Sterzik

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Tags: bluthaus, krimi, romy fölck, bluthaus   (3)
 

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Schwert und Krone - Zeit des Verrats

Sabine Ebert
Fester Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.11.2018
ISBN 9783426654453
Genre: Historische Romane

Rezension:

Auf der Suche nach historischen Romanen, die das deutsche Mittelalter, unsere Vergangenheit unter der Herrschaft von Kaisern, Königen und dem Klerus, thematisieren, wird man auch noch viele Jahre später, die Romanreihe „Schwert und Krone“ von Sabine Ebert finden.

Nicht nur finden – sondern man sollten sie auch lesen. Die zurzeit in Leipzig lebende Autorin, die bald ihren Wohnsitz nach Dresden verlagert, hat (noch) keinen Lehrstuhl an einer Deutschen Universität, oder Hochschule für das Thema „Mittelalter – Deutsche Geschichte. Mit ihrer Reihe um die familiären Dynastien der Staufer, Welfen, Wettiner u.a. Königshäuser, die das Römisch-Deutsches Kaiserreich regierten hebt sich Sabine Ebert von der breiten Masse des gemütlichen Genre „Historischer Roman“ ab. Kann man diese Reihe noch im Bereich der Belletristik zuordnen, oder transportiert man diese Titel doch besser ein paar Räume weiter in der Ecke mit den nüchternen, vielleicht wenig unterhaltsamen Sachbüchern?

Die Autorin Sabine Ebert ist eine großartige Erzählerin. Ihr Stil, ihre Erzählkunst optimiert und entwickelt sich von Titel zu Titel weiter. Wenn man den eigenen Ansatz hat, eine Reihe so realistisch und authentisch wie möglich schreiben zu wollen, dann ist es unabänderlich, dass man sich plötzlich als recherchierender Detektiv zwischen Hochschulen, verstaubten Bibliotheken und beschädigten Buchdeckeln wiederfindet. Immer auf der Suche aufkommende Fragen aus irgendeiner Quelle abschließend beantwortet zu bekommen. Genauso geht die Autorin Sabine Ebert vor.

Im vorliegenden Band: „Zeit des Verrates“ beschreibt dieser dritte Romane aus der Reihe „Schwert und Krone“, die ersten Jahre des Königs und späteren Kaisers Friedrich Barbarossa. Der Staufer, der seine familiären Wurzeln auch im Adelsgeschlecht der Welfen hat und nun als gekröntes Oberhaupt über allen steht, hat es in den ersten Jahren schwer, seinen Volk Frieden zu bringen. Die Königs- und Kaiserwürde lastet schwer auf seinen breiten Schultern, aber er ist auch eine Persönlichkeit, die anfangs noch von Freund und Feind unterschätzt wird.

Die Autorin beschreibt die Anfangsjahre seiner Herrschaft geschichtlich absolut authentisch. Sabine Ebert fokussiert sich auf die charakterliche Persönlichkeit des Herrschers. Auch losgelöst von dem Titel Kaiser zeigt sie Friedrich als „Menschen“. Die Interpretation seiner Person ist genau wie die Storyline spannend und tiefgründig. Die Perspektiven der erzählenden Figuren lenken den Leser dazu, die Geschichte vollumfänglich und nachhaltig betrachten zu können. Die Abhängigkeiten, die sozialen und herrschaftlichen Strukturen der Adelshäuser zu beschreiben, war bestimmt die größte Herausforderung, da diese nicht nur über eine Ecke verästelt waren.

Friedrich Barbarossa – war als Herrscher sehr ehrgeizig, er wirkte polarisierend, stark. Er wurde von seinen Freunden gefeiert und von Feinden gefürchtet, aber auch als Kaiser ist man abhängig von der Freundlichkeit und Gunst seiner Herzöge und Grafen, und ja auch der Papst möchte auf der politischen Bühne keine undankbare Nebenrolle spielen. Das führt natürlich dazu, dass manche Person des Adels aus seiner Komfortzone katapultiert wird und wer gibt schon gerne familiäre Herrschaftsgebiete auf!? Zeit heilt bekanntlich die meisten Wunden, doch Macht und Einfluss verlagert sich und drängelt die Opposition an die Oberfläche. Es kommt eine Zeit des Verrats – eine Zeit der heimlichen Besprechungen, der Funke innerer Rebellion....

Der Roman „Zeit des Verrats“ befasst sich mit dem „Verrat“ auf politischer Ebene, doch der Begriff Verrat beinhaltet noch mehr. Neben Kaisern und Königen, die dem Verrat ausgesetzt sind, handelt der Roman auch von „verratenen“ Frauen, die sich in jener Zeit entweder durchsetzen mussten, oder dramatisch untergegangen sind. Als Ehefrau hatte man ggf. einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf dem Adelsgatten, aber man konnte auch schnell an Macht, Würde und Einfluss verlieren und sich im Exil hinter Klostermauern wiederfinden, oder darauf hoffen, dass man der Milde und Wohltätigkeit eines Gönners hatte und irgendwie, irgendwo überlebte.

„Zeit des Verrats“ von Sabine Ebert ist ein sehr politisch geprägter Roman. Staats-und Ländergrenzen verschieben sich. Titel verändern sich wenn man in Ungnade fällt und der Kampf um die dänische Königskrone wird nicht unblutig ausgefochten.

Der Handlungsspielraum bewegt sich innerhalb eines Zeitkreises von fünf Jahren. Das römisch-deutsche Kaiserreich war nicht klein – und somit erweitert die Autorin die Handlung auch um den Einfluss Heinrich des Löwen, der ehrgeizig wie sein kaiserlicher Vetter die Augen auf das Herzogtum Bayern ausrichtet.

Das Volk der Slawen, der Kampf um die Krone der Dänen, der Polenfeldzug und auch die Reise nach Italien zur Krönung in Rom finden hier ihren Auftritt.
Insgesamt ist der Roman: „Zeit des Verrats“ politischer wie seine Vorgänger, aber verliert zu keinem Zeitpunkt seine spannende Atmosphäre. Sabine Ebert interpretiert die starke Rolle einer Frau im Mittelalter authentisch und geht damit den realistischen Weg. Damit hebt sie sich selbstbewusst von der üblichen, romantisierten Form ihrer Kollegen ab. Ja, es gibt Herz-Schmerz-Passagen, aber die künstliche Theatralik gibt es in dem Drehbuch einer Sabine Ebert zum Glück nicht. Das Schicksal ist die Summe unserer Handlungen – trifft nicht unbedingt auf die Rolle einer Frau im Mittelalter zu. Emanzipation? Na ja...absolut in der Minderheit, doch die Autorin ermöglicht es ihren Leser einen tiefen Einblick in die sozialen und familiären Beziehung eines Adelsgeschlecht zu werfen, auch um diese realistisch zu verstehen. Es gibt da durchaus Abgründe.

Sabine Ebert lässt ihre Figuren leben und reanimiert damit das Genre historischer Roman. Weiterhin versteht sie sich literarisch als die neutrale Schweiz, und verurteilt ihre Charaktere mit ihren nicht immer tollen Entscheidungen nicht. Sie ist eine neutrale Krisenberichterstatterin – weniger Fotos, dafür aber mit einer Sensibilität und einem Gesamtblick auf das wesentliche. Die Unterhaltung kommt garantiert nicht zu kurz.

Es gibt aber durchaus auch etwas zu bemängeln: Persönlich fehlen mir hier kurze Momentaufnahmen, die sich auf die Bürger des Kaiserreiches beziehen. Bei all diesen Streitereien um Macht und Einfluss, muss sich das ja unmittelbar auf die Bevölkerung auswirken. Kaufmänner, Handwerk, Landwirtschaft, Bürger, usw. all das wird leider kaum thematisiert. Fiktive Personen, die dass Spiel um die Throne aus der einfachen Perspektive betrachten, wäre außerordentlich interessant.

Zu guter Letzt und vor dem Fazit: Die Autorin fügt ihrem Werk einen umfassenden Anhang hinzu: Die Stammtafeln der Adelshäuser, die Quellenangaben für weitere Fachliteratur, eine komprimierte Zeittafel und natürlich ihr persönliches Nachwort und Dank runden das Bild ab. Sabine Ebert ist Autorin, aber ich denke, sie könnte sich dazu auch bequemen irgendwann vor Studenten zu referieren. Damit ist sie einer der wenigen nationalen Autoren, die es schaffen den Spagat zwischen Belletristik und Fachliteratur perfekt auszuüben.


Fazit

„Schwert und Krone – Zeit des Verrats“ von Sabine Ebert ist ein brillantes Werk, dass nachhaltig die deutsche Geschichte Vorurteils- und wertfrei und verdammt spannend erzählt.

Brillanter Geschichtsunterricht und man hat wirklich Lust auf ein ganz langes Nachsitzen. Danke Sabine Ebert – Sie sind eine Historikerin geworden, die uns brillant gefangen nimmt. Danke für die tolle Unterhaltung.


Michael Sterzik



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Tags: adel, deutsche geschichte, friedrich barbarossa, mittelalte, ritter, sabine ebert, schwert und krone, zeit des verrats   (8)
 

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Die Eishexe

Camilla Läckberg , Katrin Frey
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 02.01.2018
ISBN 9783471351079
Genre: Krimi und Thriller

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Die Stadt des Zaren

Martina Sahler
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783471351543
Genre: Historische Romane

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Gangsterblues

Joe Bausch
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein extra, 12.10.2018
ISBN 9783864930560
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Leben schreibt doch die besten, die spannendsten Geschichten. Doch was passiert, wenn das Leben hinter vergitterten Türen und verschlossenen Leben seinen Lauf nimmt?! Die Strafanstalten sind kleine Mikrometropole, in der Verbrecher ihre Strafe absitzen. Sie sollen resozialisiert werden, Buße tun für ihre manchmal gewalttätigen Verbrechen. Es gibt (Spiel)Regeln, nicht nur für die inhaftierten, auch für die Angestellten der Justiz und überhaupt für jeden, der durch die letzte Schleuse, die kleine in sich geschlossene Welt betreten. Doch nicht nur die reglementierten Menschenrechte und Gesetze finden hier ihre praktische Anwendung. Wie in jeder sozialen Struktur, gibt es auch Richtlinien, ungeschriebene Gesetze, eine Hierarchie an der man sich auf Teufel komm raus, besser orientieren sollte.

Doch wer ist der Mensch, deren Welt nun auf Jahre hin drastisch eingeschränkt ist? Sind das alles rücksichtslose, brutale Menschen, deren sozialer Kompass versagt hat!? Sollen das alle Monster, oder Bestien sein? Hinter jedem Häftling steckt auch ein persönliches Schicksal. Und fast jeder Mensch benötigt einen kommunikativen Austausch, ein vertrauensvoll geführtes, persönliches Gespräch um seine Seele, vielleicht auch sein schlechtes Gewissen zu entlasten.

Der bekannte Schauspieler und praktizierender Arzt Joe Bausch gibt als leitender Regierungmedizinaldirektor einen realistischen Einblick in die hellen und dunklen Seelen seiner inhaftierten Patienten. Seit 1986 ist Joe Bausch hauptberuflich als Arzt in der Haftanstalt Werl tätig. In seinem neuesten Buch „Gangster Blues“ erschienen im Ullstein Verlag erzählt der Mediziner von 12 individuellen Schicksalen die nachhaltig berühren. Der Untertitel „Harte Geschichten“ bewahrheitet sich.

Selbstverständlich hat der Autor diese außergewöhnlichen Geschichten anonymisiert. Diese erzählen eine manchmal laute oder leise Melodie, einen rhythmischen Blues von Gewalt und Entsetzen. Das Wort Schuld, oder auch unschuldig fällt. Doch vielmehr präsentiert sich die Einsamkeit, die sich auf wenige Quadratmeter uferlos ausbreiten kann, von Reue die man empfindet. Die Geschichten erzählen vom Sterben hinter Gittern. Es gibt gefährliche Begegnungen mit Gefangenen, von Seelen die von sich aus nach einer Sicherheitsverwahrung schreien. Jede Seite, jede Taste der Wut und Enttäuschung wird hier angeschlagen.

Es sind interessante Momentaufnahmen, die uns Joe Bausch präsentiert. Sie zeigen den „Menschen“ hinter dem Gefangenen und diese gehen unter die Haut. Das Echo dieser individuellen Geschichten, klingt noch lange nach. Das Schicksal ist mit Sicherheit ein verdammt mieser Verräter. Joe Bausch prangert und verurteilt seine inhaftierten Gesprächspartner, die sich vertrauensvoll an ihn gewendet haben, nicht-Ohne auf den Seiten sentimental zu werden, spürt man doch, dass die Geschichten auch dem Autor nahegegangen ist.

Joe Bausch ist ein Mensch mit Profil, ein harter Hund, aber im inneren auch ein hartgekochtes Weichei und das ist nicht despektierlich gemeint. Viele Schicksale, die er täglich hört, kann man nicht hinter Gittern in eine Zelle einschließen und den Schlüssel wegwerfen. Diesen Geschichten gelingt die Flucht in die Welt außerhalb der Haftanstalten. Sie entfalten sich in ruhigen Momenten und wie ein harter Blues, erreichen die Töne die Seele. Die Klangfarben? Hell und Dunkel – alle Schattierungen vertreten.

„Gangster Blues“ von Joe Bausch ist auch keine offene Anklage an unser Justizsystem. Keine Feinjustierung – aber es gibt auch kritische Laute, die aber nicht vorrangig das Buch formen. Nein – der Mediziner und Autor schreibt nicht ohne Gefühl, aber er überlässt es auch dem Leser, welche Melodie diesen berührt. Mitleid und Mitgefühl empfindet man, auch bei einzelnen Passagen kann man schmunzeln, wie gesagt – das Leben schreibt die besten (eingesperrten) Geschichten.

Weiterhin erlangt man beim Lesen des Titels unweigerlich einen Einblick in die reglementierte eingeschränkte Welt eines Gefängnisses, die man besser persönlich nicht kennenlernen möchte.

Fazit

„Gangster Blues“ von Joe Bausch ist anders, eine Sinfonie, die uns einsperren kann. Spannung ist nicht das richtig angewandte Wort, vielmehr und das ist gut so, zeigt es individuelle, abgefahrene Einzelschicksale, und den Menschen, der dafür nun einstehen muss. Die Einsamkeit und die Angst vor einer Freiheit, die man vielleicht gar nicht mehr kennt – sind die größten Dämonen, die heftigste Bestrafung und ein zweites Mal einsperren? Sorry – Antrag abgelehnt.

„Gangster Blues“ von Joe Bausch ist schlichtweg verdammt gut. Eingesperrt in ein morbides Lesevergnügen....und der Blues klingt lange nach. Danke Joe Bausch.

Michael Sterzik




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Tags: gangster blues, gefängnis, gewisse, haftanstalt, joe bausch, reue, strafe, verurteilt   (8)
 

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Die Toten von Vindobona: Ein Kriminalroman aus dem römischen Wien

Alex Wagner
Flexibler Einband: 283 Seiten
Erschienen bei Independently published, 08.10.2018
ISBN 9781724104823
Genre: Historische Romane

Rezension:  
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49 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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The Hunger - Die letzte Reise

Alma Katsu , Michael Pfingstl
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.08.2018
ISBN 9783453319271
Genre: Fantasy

Rezension:

Es gibt viele Expeditionen, die voller Enthusiasmus gestartet sind, und schließlich mit einer hohen Anzahl von Leichen tragisch endete. Es entstanden Legenden um diese Frauen und Männer, die allen Herausforderungen zum trotz, mitsamt ein paar gut gemeinten Warnungen, in eine für sie unbekannte Region reisen wollten. Im vorliegenden Band: „The Hunger“ von Alma Katsu beschreibt die Autorin den Mythos „Donner Party – eine Gruppe von 87 Siedlern, die im Jahre 1846 nach Kalifornien aufbrachen um dort im Land von fließenden Milch und Honig ansässig zu werden. Die Eroberung des Wilden Westen scheiterte katastrophal für den Treck, dem natürlich auch Frauen und Kinder angehörten.

Die Familien George Donner und James Reed wählten eine angebliche, geheime Abkürzung, von der niemand wusste, ob diese überhaupt mit den vielen Wagen passierbar war. Überrascht vom frühen Wintereinbruch in der Sierra Nevada, saßen die Siedler in der Falle und begannen langsam zu verhungern. Die Hälfte von ihnen starb und jeder Überlebende konnte den Tod nur entgehen, weil er zum Kannibalen wurden.

Aus den Quellen von Tagebüchern, der dann doch Geretteten wurden dramatische Situationen geschildert. Die Menschen aßen als erstes ihre Zugtiere, dann Haustiere – Katzen und Hunde. Verzweifelt genug landeten später Tierfelle, Knochen- und Lederstücke in dem Topf. Am Ende – es ging nur noch ums Überleben verspeisten diese ihre eigenen Toten. Ein Schock für das damalige Amerika, dass tief religiös war. Ist Kannibalismus unter solch extremen Bedingungen gerechtfertigt?!

„The Hunger“ ist ein Parallelroman zu dem Titel: „Terror“ von Dan Simmons – nur halt nicht im ewigen Eis, sondern in der Prärie und den Bergen Amerikas. Der erzählerische Stil von Alma Katsu ist zwar authentisch, aber die Grundstimmung hat einen grundsätzlichen depressiven Charakter. Ähnlich wie bei ihrem Kollegen Dan Simmons kommt das „Grauen“ langsam, aber konsequent auf die Siedler zu. Die Ängste, die Kälte, die Verzweiflung werden gut erzählt, erreichen aber bei weitem nicht die Intensität wie bei dem Titel: „Terror“. Es gibt die eine, oder andere schockierende Szene, doch historisch gesehen erreicht mich diese Handlung nicht.

Alleine die theoretischen Erklärungen über die grausamen Vorfälle sind total unrealistisch geschildert. Die Protagonisten überzeugen insgesamt auch nicht, dass beschwerliche Leben, die Erwartungshaltung werden nicht durch die Autorin transportiert. Ein Horrorroman in einer historischen Kulisse – mehr ist der Roman nicht – und auch nicht weniger. Eine historische authentizität wird auch nur leicht angekratzt. Tolle Ausgangssituation und etwas copy und paste und wir knüpfen an dem Roman: Terror an!? Weit gefehlt – meilenweit entfernt.

Thriller, oder historischer Roman? Von beiden etwas – von beiden viel zu wenig. Für die Überlebenden, auch wenn sie denn schon lange gestorben sind, nicht gerade ein Denkmal. Eine historische Aufarbeitung ist „The Hunger“ letztlich auch nicht. Spannung – zäh wie gekochtes Leder.

Fazit

„The Hunger“ ist der Versuch am Erfolg von: „Terror“ – Dan Simmons anzuknüpfen. Versagt aber und lässt alle fragend im Regen und Schnee stehen. Ein Mythos der sich selbst überholt hat – eine Handlung, die absolut unrealistisch ist. Stil, Ausdruck und Sprache nicht mehr wie durchschnittlich. Nicht empfehlenswert.

Michael Sterzik 

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Tags: donner party, siedler, the hunger, wilder westen   (4)
 

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Vollendet - Der Aufstand

Neal Shusterman , Ute Mihr , Anne Emmert
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 24.10.2018
ISBN 9783733500344
Genre: Jugendbuch

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7 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Die Zähmung der Tiere

Ada Dorian
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 12.10.2018
ISBN 9783961010196
Genre: Romane

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Der Angstmann

Frank Goldammer
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.09.2016
ISBN 9783423261203
Genre: Krimi und Thriller

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202 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 80 Rezensionen

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NSA - Nationales Sicherheits-Amt

Andreas Eschbach
Fester Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 28.09.2018
ISBN 9783785726259
Genre: Science-Fiction

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Totenweg

Romy Fölck
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 23.02.2018
ISBN 9783785726228
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wann, oder wo endet ein Lebensweg? Welche Wege geht ein „junger“ Mensch, wenn er sich denn entscheidet eine bestimmte Abzweigung zu gehen? Kann man die Konsequenzen absehen, oder betritt man mit jedem Schritt Neuland? Denken wir anders: Manche Wege werden uns auf gezwängt, manche Wege des Lebens muss man beschreiten, eine Fluchtmöglichkeit – eine Ausfahrt zu bequemen Alternativen führen vielleicht noch zu steinigeren Wegen!?

In Ihrem Debütroman; „Totenweg“ von Romy Fölck gibt es viele Wege, den ihre Protagonisten gehen müssen. Allesamt sind sie allerdings spannend, voller Abzweigungen, manche führen zu dunklen Geheimnissen, manche enden zufriedenstellend, und wiederum sind andere nur Zwischenstopps auf den persönlichen Wegen des Lebens.

„Totenweg“ ist der erste Band einer Reihe um die junge angehende Kriminalbeamtin Frida Paulsen und dem viel älteren Hauptkommissar Bjarne Haverkorn, dem ein alter ungelöster Mordfall nicht loslässt.

Die Autorin nutzt diesen alten Kriminalfall als Grundstein für ein vielschichtiges Spannungsgerüst, dass sich als äußerst strapazierfähig herausstellt. Der Mord an Fridas Freundin Marit wurde nie aufgeklärt, aber die junge Beamtin weiß mehr als sie vor dem damals ermittelnden, ehrgeizigen Kommissar Haverkorn zugegeben hat. Ihre Eltern schoben die junge Frida damals in ein süddeutsches Internat ab, weit entfernt von einem Mädchenmörder, weit weg von einer potenziellen Gefahr. Die nun ältere Frida Paulsen trägt das ihren Eltern auch nach knappen 20 Jahren noch nach. Bjarne Haverkorn ahnt, dass die junge Kollegin mehr weiß und helfen könnte diesen Fall endgültig abzuschließen. Als Fridas Vater niedergeschlagen und schwerverletzt im Krankenhaus um seinen Leben kämpft, kehrt die junge Polizistin zurück. Ihr Weg führt sie über den Totenweg in das Dorf ihrer Kindheit. Zurück in die Vergangenheit und ein kleines Stück zurück in die Zukunft. Die Geister, die sie nicht gerufen hat, werden sie tyrannisieren, sie auffordern abzuschließen. Der Weg dahin allerdings ist blutig, steinig und zwischen den Apfelbäumen lauern dunkle Geheimnisse, und eine Schuld die nicht zu gleichen Teilen verteilt wurde...

Romy Fölcks „Totenweg“ ist ein präzises und komplexes, kriminalistisches Meisterstück. Ein Kriminalroman mit einer starken atmosphärischen Präsenz. Geschickt kombiniert die Autorin – die alte, schicksalshafte Vergangenheit, mit einer aktuellen Gefahr. Perfekt gelungen ist Romy Fölck die Konzeption der Nebengeschichten und Figuren. Dieses Netzwerk von Storyline und Nebenhandlungen und seinen Charakteren ist beeindruckend. Keine Logiklücken, reaktive und aktive Beziehungen ergänzen sich dynamisch und erschaffen eine so spannende Atmosphäre, die einen voll und ganz auf den „Totenweg“ begleitet.

Betrachtet man die Charaktere in dem Roman, so sind diese absolut realistisch dargestellt. Gerade die Beziehungen und Abhängigkeiten in einem kleinen Dorf, dass von der Landwirtschaft lebt, von Menschen die seit Generationen dort wohnen, kann man davon ausgehen, dass viele Geheimnisse gibt, viele Freund- und Feindschaften. Eine individuelle Persönlichkeit kann auch ruhig ein ganzes Dorf sein.

„Totenweg“ ist durchtränkt von einer präsenten Spannung. Das liegt auch daran, dass Romy Fölck es ermöglicht all ihren Figuren und Nebenhandlungen eine Bühne zu bauen, in dem jeder eine wichtige Rolle spielt. Selten habe ich das so beobachtet wie bei diesem vorliegenden Band. Selbst die privaten Herausforderungen von Bjarne Haverkorn sind passgenau eingearbeitet und unterhaltsam.
Frida Paulsen dagegen ist exemplarisch mit einer Hands-on-Mentalität dargestellt. Eine schroffe, sensible und selbstbewusste Frau, allerdings mit einer gewissen sozialen Inkompetenz und einer inneren Unsicherheit sich selbst gegenüber.

Zurück zu den Wurzeln, die sie stolpern ließen, geht sie ihren Weg konsequent weiter. Über den „Totenweg“ erreicht sie im zweiten Band das „Totenhaus“. Es wird also nicht sterbenslangweilig und todmüde scheint Romy Fölck auch nicht zu sein.

Fazit

„Totenweg“ ist brillant. Einer der stärksten Kriminalromane in diesem Jahr. Der Spannungsaufbau verhält sich wie ein Schweizer Uhrwerk. Passgenau – Detailreich – tolle Charaktere. Sympathische menschliche Abgründe.
Prädikat: Ein Thriller, den man lesen muss und eine Autorin, die Spannung garantiert.

Michael Sterzik

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