MichaelSterzik

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38 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

fireman, joe hill, dystopie, horror, fantasy

Fireman

Joe Hill , Ronald Gutberlet
Flexibler Einband: 944 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2017
ISBN 9783453318342
Genre: Fantasy

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149 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 77 Rezensionen

historischer roman, ottonen, otto der große, adelheid von burgund, deutsche geschichte

Die fremde Königin

Rebecca Gablé , Jürgen Speh
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 27.04.2017
ISBN 9783431039771
Genre: Historische Romane

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

mobbing, schule, pubertät, eltern

Frühaussteiger

Erik D. Schulz
Flexibler Einband: 156 Seiten
Erschienen bei Delfy International Publishing, 22.03.2017
ISBN 9783981402230
Genre: Romane

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Frühaussteiger – Erik D. Schulz

Kinder können grausam sein, brutal, konsequent rücksichtlos, immer auf den eigenen Vorteil aus. Kindheit ist eine Entwicklung und insbesondere für sie selbst und ihren Familien gerade auf der Schwelle zum Erwachsenenwerden ein täglicher Kriegsschauplatz. Die Pubertät ist eine Expedition ins Unbekannte – eine Reise in der man neben neuen Freunden, alten Feinden, dem profilieren und abheben gegenüber Mitschülern und Freunden, auch die eigenen Grenzen und Belastungszonen kennenlernt. Oftmals schmerzlich und nicht ohne Opfer. Physisch wie auch psychisch verändert sich der Körper. Eine innere und äußere Rebellion findet statt und fordert eine Menge an Verständnis, Toleranz und vor allem Geduld.

In dieser sehr emotionalen Zeitzone bewegen sich die Kinder auf einem schmalen und gefährlichen Grad. Sie begreifen langsam, dass die Schule evtl doch wichtig ist, dass das Leben oft erbarmungslos und hart zuschlagen kann. Verrat, hormongesteuerte Missverständnisse, innere Kämpfe, dass Gefühl nicht zu wissen, wohin der Weg denn nun letztlich gehen mag, sorgen dafür, dass die Kinder unter enormen Druck Situationen eskalieren lassen. Die Folgen manchmal drastisch, tragisch und nicht reparierbar und mit absoluter Sicherheit prägend.

Im vorliegenden Roman „Frühaussteiger“ geht es um die täglichen Herausforderungen eines Jugendlichen; Notendruck, Stiefvater, Mobbing in der Schule, etc..!

„Frühaussteiger“ ist nicht das erste Buch, dass sich mit der hormonellen Umstrukturierung auf der Grenze des Erwachsenenwerdens beschäftigt. Allerdings ist es dem Autor Erik D. Schulz brillant gelungen, dieser Entwicklung mit all seinen größeren und kleineren Auseinandersetzungen, sehr authentisch zu erzählen.

Es ist kein Ratgeber, kein Erste-Hilfe-Buch, kein informeller Rettungsanker für verzweifelte Eltern, ebenfalls gibt es keine Tipps oder Empfehlungen des Autors. Es werden auch keine Situationen analysiert und interpretiert – trotzdem ist das Buch für Schüler, Lehrer, verzweifelte Eltern und Pädagogen sehr zu empfehlen. Es ist auch eine Überlegung wert, ob man das Buch, dass nicht überaus seitenstark ist, im Unterricht an Schulen lesen zu lassen. Man könnte also quasi seinen Schülern, ein verzerrtes Spiegelbild zeigen, ich bin mir sicher, dass der eine oder andere Schüler sich in einer der Figuren aus dem Roman wiederfindet.

Fazit

Ein sehr aktueller Roman – der die Schwierigkeiten und Herausforderungen zeigt, allerdings nicht bewertet. Ein Buch, dass zu Diskussionen anregen soll, und natürlich auch das Interesse weckt, einmal über das Verhalten seines Kindes nachzudenken.

Michael Sterzik


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Tags: eltern, mobbing, pubertät, schule   (4)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Crystal – Zu den Sternen fliegen

Erik D. Schulz
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Delfy International Publishing, 22.03.2017
ISBN 9783981402261
Genre: Romane

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

berlin, historischer berlinkrimi, 2. weltkrieg, ll weltkrieg, mörderjagd

Odins Söhne

Harald Gilbers
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2015
ISBN 9783426516430
Genre: Krimi und Thriller

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74 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 13 Rezensionen

serienmörder, berlin, nationalsozialismus, historischer krimi, frauen

Germania

Harald Gilbers
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.11.2013
ISBN 9783426513705
Genre: Krimi und Thriller

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

thriller, sean king, secret service, usa, anschlag

Im Bruchteil der Sekunde

David Baldacci
Fester Einband: 508 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.09.2004
ISBN 9783785721513
Genre: Krimi und Thriller

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

thriller, vatikan, jenseits, erscheinungen, catherine bell

Blutpforte

Alex Thomas
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.04.2017
ISBN 9783734100161
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde als unsere Schulweisheit sich erträumen lässt“.

Religion und Wissenschaft – schließen sich diese gegenseitig aus – gerade in der Parapsychologie werden solche Themen wie: Geister, Spuk, Astralebenen, Reinkarnation, Leben nach dem Tod, Nahtoderfahrungen, Botschaften aus dem Jenseits und nicht zuletzt selbst „Gott“ und der „Teufel“ infrage gestellt.

Die katholische Kirche hält sich oftmals mit offiziellen Aussagen, zu derartigen Themen konsequent zurück. Die Wissenschaftler distanzieren sich oftmals deutlich, manchmal skeptisch von diesen Themen, obwohl diese in den letzten Jahrzehnten zunehmend eher neutrale Standpunkte vertreten. Neue Erkenntnisse über den Einfluss und die Existenz anderer Dimensionen, über das Raum-Zeit-Gefüge, die Quantenphysik usw. verändern die wissenschaftlichen Standpunkte und Perspektiven enorm. Die ehemaligen Ketzer sind fast schon rehabilitiert und auch die Kirche öffnet ihre fest zugesperrten Schranken einen großen Spaltbreit.

Der Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion ist so alt wie die Menschheit, nur prägt und verändert sich dieser immer. Und seien wir mal ehrlich: Hätten die holden Burgfräuleins aus ihren Türmen heraus, Flugzeuge oder Hubschrauber am Himmel gesehen, so wäre sprichwörtlich der „Teufel“ los gewesen. Also alles nur eine Frage des Fortschrittes und des Wissens.

Trotzdem gibt es so manche Geheimnisse, die der kleine Kirchenstaat im Herzen Roms vor uns und nicht zuletzt von der Wissenschaft verbirgt. So klein und überschaubar der Vatikan auch ist – desto viel größer ist sein Einfluss, und noch größer sein Wissen um verborgene Einflüsse zwischen dem Himmel und der Erde. Es gibt manche Geheimnisse, die höchstwahrscheinlich nur der amtierende Papst weiß und ein ausgesuchter Kreis von Kirchenfürsten – Kardinälen.

Im vierten Band des inzwischen in Bremen lebenden Autorenehepaars Alex Thomas, „Blutpforte“ spielen die Charaktere, die junge, medial begabte Catherine Bell und der charismatische Kardinal Marc Giban die Hauptrolle. Ihre Bühne ist diesmal ausschließlich der Vatikan und alle Sphären zwischen dem Diesseits und dem Jenseits, und der Grenzen dieser „Dimensionen“. Für sie beide wird diese Geschichte ein psychischer, wie auch physischer persönlicher Kampf um die Zukunft des Vatikans und der Menschheit. Eine brutale Mordserie in den Kirchen in Europa und den USA beschäftigen den Geheimdienst des Vatikans und warum häufen sich Geistererscheinungen in vielen Orten, deren Präsenz und Botschaften unheilvoll klingen?

„Blutpforte“ ist ein klerikaler Thriller mit inzwischen einigen fantastischen Elementen. Für Leser, die sich mit solchen Grenzwissenschaften nicht beschäftigen und sich in Ihrer Komfortzone der wissenschaftlichen Fakten bewegen möchten, werden manche Passagen durchaus befremdlich wirken. Hingegen für Menschen die wie die Autoren selbst daran glauben, dass Wissenschaft und Religion sich nicht immer widersprechen, ist „Blutpforte“ ein eindrucksvoller Kessel voller Grenzthemen.

Genau diese Themen faszinieren dermaßen, dass es den Autoren motivierend gelingt, einmal über den Tellerrand unserer physischen Welt zu blicken. Fakten und Fiktion vermengen sich zu einer höchst spannenden Story mitsamt vielen kleinen Nebengeschichten und Charakteren, die großartig positioniert wurden.

Was nun dabei der Fantasie der Autoren entspringen mag, oder was über Jahre hinweg Schätze der Recherche sind, bleibt offen.

Die Entwicklung und die daraus resultierenden Beziehungsebenen, zwischen Catherine Bell, Marc Ciban und anderen, werden weiter schlüssig ausgebaut. Zwar geben die Autoren den Lesern immer wieder Ansatzpunkte und inhaltliche Wiederholungen aus den vorigen Teilen wieder, doch um das komplexe Konstrukt der Autoren zu verstehen, ist es sinnvoll die vorigen drei Teile gelesen zu haben.

Wer Rom kennt und vielleicht auch den Vatikan einmal besucht hat, wird es wie ein nach Hause kommen sein. Die Atmosphäre dieser klerikalen Reihe ist einzigartig – keine Verschwörungstheorien werden hier aufgewärmt erzählt, oder Reinkarnationen biblischer Gestalten geben sich ihr Stelldichein - Nein – die Autoren gehen andere Wege – eigene und das sehr zielgerichtet und mutig.

„Blutpforte“ ist die Tür zu offenen Gedanken, Thesen und Theorien – die Autoren spielen mit Elementen der Wissenschaften und der Religionen und überzeugen durch brillante Spannung.

Es gibt nur wenig auszusetzen. Ich hätte mir gewünscht, dass es mehr Nebengeschichten gegeben hätte. Die Story ist voll von Figuren, die dafür prädestiniert sind – allen voran der geheimnisvolle Lazarus. Eine eigene Romanreihe um diese Gestalt wäre phänomenal.

Blutpforte – ein himmlischer Thriller, der höllisch überzeugt.

Michael Sterzik





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Tags: alex thomas, blutpforte, catherine bell, himmel und hölle, jenseits, marc ciban, vatikan   (7)
 

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

britannien, bebbanburg, historischer roman, uthred, band 10

Der Flammenträger

Bernard Cornwell , Karolina Fell
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.04.2017
ISBN 9783499291104
Genre: Historische Romane

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

beziehung, arzt, reinkarnation, philosophie, geschlossene anstalt

Todestrank

A. J. Kazinski , Günther Frauenlob , Nike Karen Müller
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 29.08.2016
ISBN 9783453270701
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die beiden dänischen Autoren Klarund und Weinreich haben unter ihrem Pseudonym „A.J. Kazinski“ schon zwei Wissenschafts-/Mystische-Thriller „Die Auserwählten“ und „Der Schlaf und der Tod“ in Deutschland veröffentlicht.

„Todestrank“ ist nun der dritte Roman um den eigenwilligen Kommissar Niels Bentzon. Der Titel bezieht sich auf das Gift des gefleckten Schierlings – wer den Tod des Sokrates kennt, weiß um dieses pflanzliches Gift, das effektiv aber grausam tötet, da der Vergiftete bei vollem Bewusstsein erstickt.

So weit so gut - im Roman geht es genau um dieses Gift und einen Mord im Hochsicherheitsgefängnis Sikringen. In dieser ausgewählten Haftanstalt, sitzen die berüchtigtsten und gefährlichsten Massenmörder, Psychopathen und Vergewaltiger Dänemarks. Eine Flucht ist kaum möglich und die Inhaftierten werden diese Sicherungsstation kaum lebendig verlassen. Als der Psychiater der Anstalt tot aufgefunden wird, stehen die Behörden vor einem schier unlösbaren Rätsel.

Niels Bentzon lässt sich auf ein gefährliches Spiel ein und soll als „Patient“ dort verdeckte Ermittlungen durchführen. Zwischen etwas irrem Personal und noch gefährlicheren Patienten wird aus dieser Aktion schnell nur noch ein Kampf ums überleben.

Der Schauplatz des Thrillers ist schon außerordentlich interessant gewählt und die Erwartungshaltung einer spannenden Geschichte sehr hoch. Alleine schon die „Gäste“ dieses Hauses bieten mit ihrer zwischenmenschlichen Konflikt- und Gewaltbereitschaft viel Potenzial.

Wo bleibt denn nun die mystische Komponente des Thrillers? Diese offenbart sich relativ schnell in der Handlung. Es geht um Reinkarnation und Rache. Sehr originell und richtig gut in die eigentliche Handlung eingearbeitet. Man mag nun über das Thema kritisch nachdenken: Wiedergeburt, Seelenwanderung, etc., doch wer sich mit der im Roman geschilderten Thesen und Themen beschäftigt, könnte schnell fasziniert werden. Zumindest könnten Menschen, die solche von der Wissenschaft als offiziellen Quatsch titulierten Themen offen gegenüberstehen, mehr davon erfahren wollen. Im christlichen Glauben ist dieses Thema ja nicht so unbedingt gefestigt, im Glauben des Buddhismus gehört die Wiedergeburt zum Kern des Glaubens. Die Schere zwischen dem Osten und Westen ist hier noch arg weit geöffnet. Religion und Wissenschaft sind in westlichen Ländern eben noch stark wenig miteinander verbunden, trotz der Quantenphysik und der offensichtlichen Gestaltung unserer dimensionalen Begrifflichkeiten Raum und Zeit.

Genau dieses Thema „Reinkarnation“ beherrscht den vorliegenden Roman und der tödliche Schierlingsbecher ist sagen wir mal, ein Werkzeug, eine Fahrkarte in ein „neues“ Leben.

Unser Hauptakteur Niels Bentzon muss hinter den Mauern des Hochsicherheitsgefängnisses manches über sich ergehen lassen um den Täterkreis näherzukommen und zu verstehen, um welches Mordmotiv es sich handeln mag. Eine große Hilfe ist dabei seine eigene Frau Hannah Lund, eine geniale Physikerin, die ein Rätsel aus der Vergangenheit lösen kann.
„Todestrank“ von A.J. Kazinski ist eine unterhaltsame und sehr spannende Mixtur aus Wissenschaft-, Thriller und Mystik. Doch der Roman hat auch seine inhaltlichen Längen, so fein und vor allem plausibel das Thema Reinkarnation an die Leser transportiert wird, so schwach dagegen sind die Erlebnisse und Dialoge im Hochsicherheitsgefängnis. Ich hätte mir hier gewünscht, dass die Mithäftlinge des Kommissars eine größere Rolle hätten spielen können.

Trotzdem ist der vorliegende Roman „Todestrank“ sehr zu empfehlen. Gerade für Leser, die sich gerne mit dem Themenbereich zwischen klassischer Wissenschaft und Religion auseinandersetzen, ist dieser Roman großartig geeignet.

Michael Sterzik




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9 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

endzeit, berlin- ende april`45, untergang des dritten reiches, kriegsverbreche, rote armee

Endzeit

Harald Gilbers
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2017
ISBN 9783426516447
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jeder Krieg bringt seine Verbrechen mit. In einer Zeit, in der das Kriegsrecht herrscht, sind staatliche Gesetze faktisch nicht existent. Menschliche Werte der Moral, Ethik, Anstand, Respekt gehen in den Grauen der Kämpfe oft zugrunde. Es gibt Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung, Diebstahl, Raub, Mord, Folter etc...es lässt sich albtraumhaft weiter ausführen, doch unabhängig der Kultur, Rasse oder Staatenzugehörigkeit sind Vergewaltigungen im Krieg, oder in der unmittelbaren Nachkriegszeit durch Armeeangehörige, oder marodierende Truppenteile, immer noch ein Dogma, ein Tabuthema über das wenig bis gar nicht gesprochen wird.

Zu groß ist die Scham der vergewaltigten Frauen, zu viel Schmerz, zu viele seelische Wunden, die nicht völlig verheilen werden, nicht mal, wenn sich das Rad der Zeit schneller dreht. Vorurteile, Beleidigungen, Vorwürfe und Hass begleiten diese Frauen, wenn sie denn die Stärke haben, darüber zu reden, oder gar den Täter erkennen und anklagen.

Unsere Urgroßmütter werden dies im Zweiten Weltkrieg erlebt haben, doch kaum darüber gesprochen haben. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges – Deutschland wurde von den alliierten Siegermächten besetzt wurden gerade in den besetzten Regionen Berlin Frauen durch Soldaten der Roten Armee massenhaft geschändet, vergewaltigt und verstümmelt. Obwohl Stalin Verbrechen gegen die Deutsche Bevölkerung streng untersagt hatte und drakonische Strafen verhängen wollte, oblag es doch den hohen Offizieren diese Befehle auszuführen. Es hielten sich nicht alle an, viele waren durch den Hass auf die Nazis so aggressiv und auf Rache aus, dass Plündern nur noch ein Kavaliersdelikt war und bei Vergewaltigungen schaute man halt weg, man duldete dies.

Harald Gilbers erzählt in seinem neuesten Roman „Endzeit“ viel von diesem Tabuthema, dass bei und nach dem lesen nachhaltig beim Leser hängen bleibt. Wie in den letzten beiden Romanen: „Germania“ und „Odins Söhne“ ermittelt auch hier der jüdische, ehemalige Kriminalkommissar Oppenheimer, der in den letzten Kriegstagen in Berlin zusammen mit seiner Frau Lisa, dass Ende des Krieges herbeisehnt. Die Rote Armee kämpft sich im April 1945 durch Berlin – das Regierungsviertel wird erobert, die deutschen Truppen kapitulieren. Doch der Krieg ist für die Menschen noch lange nicht vorbei. Es ist ein Ausnahmezustand, ohne viele Gesetze – Die Sieger beherrschen die Hauptstadt, sie helfen, sie versorgen die Bevölkerung, aber die begehen auch Verbrechen an der Zivilbevölkerung.

Auch Oppenheimers Frau wird vergewaltigt und der ehemalige Kommissar will Rache und Vergeltung. In den Wirren dieser letzten Tage des Dritten Reiches, wird er von einem hochrangigen Offizier der russischen Armee aufgefordert einen brisanten Koffer aufzufinden...es wird gefährlich zwischen der Armee, russischen Verbrecherbanden und Oppenheimer mittendrin.

Harald Gilbers generiert in seinem Roman „Endzeit“ eine beklemmende Atmosphäre und spiegelt das Bild eines zerstörten Berlins und dem Grauen der Nachkriegstage realistisch wieder. Die eigentliche Geschichte ist umzingelt, eingekesselt durch die Beschreibungen des täglichen Grauens, den Entbehrungen, den Ängsten der Frauen und Kinder, den Verlieren, die den Launen der Besatzer fast schon hilflos ausgeliefert sind.

„Endzeit“ ist eine Kombination aus historischer Geschichte und einem Thriller. Auch wenn das Grauen faktisch in jedem Kapitel greifbar ist, so geht es wenig actionreich zu. Doch dem Leser wird es nicht auffallen, er wird gefesselt sein von den Alltagsleben und Ängsten. Dafür gibt es gut ausgearbeitete Dialoge und eine spannende Handlung, die überzeugt. Die Vergewaltigungen werden nicht haarklein geschildert, vielmehr das Grauen, die Ängste und die Stigmatisierung der betroffenen.

Es ist an dieser Stelle zu sagen, dass bei den vielen Nebengeschichten und den komplexen Charakteren es zu empfehlen ist, die Romane von Harald Gilbers chronologisch zu lesen. Oppenheimers Vergangenheit und seine Beziehung zu seiner Frau und ebenfalls zu einigen anderen Charakteren wird nicht viel Raum gegeben.

Nichtsdestotrotz – „Endzeit“ ist ein Stück deutscher Geschichte, ein Denk- und Mahnmal und man empfindet für die Deutschen Frauen großen Respekt und Mitgefühl. Es ist unbeschreiblich, was die Frauen erleiden mussten, auch das darf nicht in Vergessenheit geraten.

„Endzeit“ ist ein Bravourstück der Vergangenheitsbewältigung und ein atmosphärisch überzeugend. Es sind die leisen Stimmen der Opfer des Krieges, die Tragik und Dramatik historischer Ereignisse uns immer wieder vor Augen gehalten werden.

Ich hoffe, dass Harald Gilbers seine Figur Oppenheimer im Nachkriegsberlin ermitteln lässt – vielleicht nach deutschen Kriegsverbrechern!?

Michael Sterzik


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Tags: 2.weltkrieg, endzeit, harald gilbers, kriegsverbreche, rote armee, vergewaltigung   (6)
 

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

sylt, erpressung, ausbeutung, mord, krimi

Schwarze Brandung

Sabine Weiß
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783404175178
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der vorliegende Krimi ist das Debütwerk von der bekannten in Hamburg lebender Schriftstellerin Sabine Weiss. Durch die historischen Titel „Die Hansetochter“ und „Die Feinde der Hansetochter“ konnte sie ihre Leser überzeugen. Doch nun erweitert sie ihre Leserschaft, indem sie sich einem für sie neuen Genre widmet.

Die Handlung ihres Romans „Schwarze Brandung“ spielt auf der viertgrößten Nordseeinsel Sylt. Die friesische Insel ist als Touristenort vielleicht die bekannteste, nicht zuletzt durch die vielen Prominenten und der High Society, die Immobilien besitzen, oder regelmäßig in den angesagten Clubs feiern. Sylt ist in jedem Fall eine Reise wert, sei es um sich in den attraktiven Wellnessoasen zu erholen, lange Spaziergänge an den Stränden zu genießen, oder die Angebote von Kunst und Kultur wahrzunehmen.

Es ist interessant und sehr gut nachzuvollziehen, dass sich die Autorin bezüglich der Handlung auf die doch sehr überschaubare Insel Sylt konzentriert. Der Tatort ist somit eingeschränkt, die Spuren ebenfalls und selbst der Täterkreis kann logisch nicht allzu groß sein. So schön die Insel auch ist – so abgründig grausam wurde der Mord an der jungen Frau ausgeführt. Insgesamt ist also die Kulisse mitsamt seinen Protagonisten recht überschaubar.

Die Ermittler aus dem Kommissariat Flensburg, werden mit den Ermittlungen beauftragt. Einer der Kommissare ist die junge Liv Lammers. Liv ist die Insel sehr bekannt, aufgewachsen als Tochter eines Immobilienhais, verbinden sie nach ihrer Revolte und dem draus resultierenden Bruch mit ihrer Familie einige sehr unschöne Erinnerungen. Als sie dann noch Kontakt zu ihrem Neffen aufnimmt, der sie kontaktiert, da eine enge Freundin verschwunden ist, wird der Mordfall persönlich. Dadurch setzt sie sich selbst enorm unter Druck und ist emotional befangen. Das bringt für die intensiven Ermittlungen Probleme mit sich.

Sabine Weiss Stil ist absolut authentisch. Die Spannung steigert sich recht langsam und die Autorin hangelt sich erzählend akribisch durch die einzelnen Ermittlungen. Von Kapital zu Kapital entwickelt sich die Spannung sehr positiv und es wird langsam sehr transparent, welche Personen hier ein eventuelles Motiv hätten und wahrscheinlich ziemlich viel Dreck am Stecken haben. Der Mord an der jungen Frau steht im Vordergrund, es gibt aber noch ein paar andere Verbrechen, die sich quasi unaufgefordert anschließen und dies sind keine Kavaliersdelikte.

Die Story ist sehr komplex und gerade diese aktuellen Nebengeschichten hat die Autorin passgenau eingearbeitet. Das sich dabei die romantisierte Vorstellung dieser nordfriesischen Insel ins Dunkle treiben lässt, ist absolut sinnvoll, wenn auch beklemmend und verstörend. Das dabei die Touristikbranche und der Umgang mit billigen Arbeitskräften thematisiert und kritisiert wird, gehört zu den Stärken des vorliegenden Romans. Aber so dürfte es nicht nur auf Sylt zugehen, die anderen ebenfalls hochfrequentierten Inseln dürften die gleichen Herausforderungen und Probleme haben.

Eine der Nebengeschichten ist natürlich die Vergangenheit von Liv Lammers. Die Dämonen der Vergangenheit begleiten sie bei den Ermittlungen auf Schritt und Tritt, dadurch passieren Fehler, aber es öffnen sich auch ein paar Hintertürchen, die Nebenfiguren präsentieren und der Story den letzten und abschließenden Schliff geben.

„Schwarze Brandung“ ist hoffentlich der Auftakt einer neuen Reihe um die selbstbewusste und zugleich manchmal etwas ins Fettnäpfchen tretende Ermittlerin. Ihre Methodik ist manchmal etwas unkonventionell, aber menschlich nachzuvollziehen.

Fazit

„Schwarze Brandung“ von Sabine Weiss ist ein Regionalkrimi, der gerne im kommenden Urlaub im Strandkorb auf Sylt gelesen werden kann. Als Auftakt einer geplanten Reihe sehr gelungen. Die Autorin beschreibt Sylt durch viele Details; Dörfer, Straßen, Ortschaften uns Sehenswürdigkeiten – mehr oder minder bekannt wurden wie in ihren früheren Werken sehr gut eingesetzt. Das fördert die ohnehin schon authentische Atmosphäre und für alle, die die Insel schon kennen wirkt es schnell vertraut.

„Schwarze Brandung“ ist ein regionaler Krimi, der spannend überzeugt und nachhaltig auf eine Fortsetzung hin drängelt. Die Figur der Liv Lammers, die sich emotional auf der Insel Sylt wie eine einsame Insel fühlen mag, ist noch lange nicht zu Ende erzählt. Die Vergangenheit wird sich hoffentlich an die Oberfläche treiben lassen, denn niemand ist wirklich eine Insel.

Michael Sterzik

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Tags: krim, sabine weiss, schwarze brandung, sylt   (4)
 

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324 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

thriller, max bentow, psychothriller, berlin, nils trojan

Die Puppenmacherin

Max Bentow
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.02.2014
ISBN 9783442480036
Genre: Krimi und Thriller

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66 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

thriller, totenhaus, familie, pageturner, bernhard aichner

Totenhaus

Bernhard Aichner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 14.11.2016
ISBN 9783442714421
Genre: Krimi und Thriller

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121 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

krimi, schweden, flüchtlinge, organhandel, tom stilton

Schlaflied

Cilla Börjlind , Rolf Börjlind , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 20.02.2017
ISBN 9783442757169
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das schwedische Drehbuch- und Autorenduo Cilla & Rolf Börjlind haben nun den vierten Band „Schlaflied“ um das Ermittlerteam Olivia Rönning und Tom Stilton veröffentlicht.

Von Titel zu Titel gewinnen die beiden so unterschiedlichen Charaktere von Olivia und Tom zunehmend mehr an Tiefe. In dem Erstlingswerk „Die Strömung“ können wir uns daran erinnern, dass Olivia noch in inmitten der Polizeiausbildung war und Tom Stilton als Obdachloser auf der Straße lebte. Beide Figuren sind sehr zerrissen entworfen. Olivia, die sich und andere ständig infrage stellt und Tom Stilton, ein ehemaliger Kommissar, dem viel zu viele innere Dämonen auf den Fersen folgen. Beide sind Einzelgänger, einsame Wölfe mit wenig sozialen Kontakten und Bindungen, die schwer jemanden vertrauen, dennoch sind sie willensstark, egozentrisch und Vorschriften und Gesetze interpretieren sie gerne mal als auszubauende Richtlinien.

Im vierten Band „Schlaflied“ ist Olivia festes Teammitglied der Mordkommission um ihre Chefin Mette und Tom Stilton lebt auf einem Hausboot, in einer inzwischen festen Partnerschaft und will wieder ins „alte“ Leben zurückkehren und das tun, was er am besten konnte – als Kriminalbeamter ermitteln.

In den vorliegenden Romanen gibt es dann noch ein paar Satellitenfiguren, die für die Lösung der Fälle ebenfalls mehr oder minder behilflich sind, auch diese Nebenfiguren, die Kommissarin Mette Olsäter und der ehemalige kleinkriminelle Abbas, der ein talentierter Messerwerfer entwickeln sich parallel mit. Das, dass Autorenduo den Charakteren dermaßen viel Platz in Ihrer Entwicklung gibt und diese durch wohl platzierte Nebengeschichten ausbaut, ist extrem gut gelungen.

Die Hauptstory in „Schlaflied“ ist hochaktuell und allzu realistisch. Dass Flüchtlinge für kriminelle Gruppierungen und Elemente quasi vogelfrei sind, wirkt nicht überraschend, niemand würde sie eventuell vermissen, am wenigsten die Behörden, die sowieso schon überlastet sind und verzweifelt versuchen diese Menschen systemseitig zu erfassen und dokumentieren. Aber warum und wohin verschwinden diese Menschen, die verängstigt sind, zum Teil minderjährig und sich schwerlich verständlich machen können!?

Tom Stilton und Olivia Röning ermitteln, als Kinderleichen gefunden werden. Offensichtlich wurden diese schwer misshandelt und dann wie Dreck weggeschmissen. Der Ermittlungsgruppe, die schon vieles an Grauen gesehen hat, sind über die Brutalität erschüttert und die ersten Spuren führen Tom und Olivia nach Bukarest in Rumänien.

„Schlaflied“ ist einer der wenigen Thriller, die nicht nur über eine fantastische Spannung verfügen, die spürbar auf jeder Seite platziert ist, sondern katapultieren den Leser in grauenhafte, menschliche Abgründe – die nicht vorstellbar sind – aber höchstwahrscheinlich doch in Europa praktiziert werden. Diese Aktualität vermengt mit großartigen Charakteren und persönlichen Nebengeschichten ist schlicht und einfach großartig in Szene gesetzt.

Die Geschichte geht wahrlich unter die Haut, sie umzingelt den Leser und lässt ihn bis ans Ende der Handlung nicht aus seinen Fängen. „Schlaflied“ führt uns in einen umnebelten Albtraum und am Ende kann es sein, dass der eine oder andere Leser, dass Buch sprachlos auf die Seite legt, tief durchatmen muss und um sich abzulenken zu einer Folge „Sandmännchen“ greift.

„Schlaflied“ ist der vierte Band um Röning & Stilton – und rückblickend für mich der emotionalste und einer der wenigen Thriller, von denen man sagen muss, dass diese nachwirken und man nicht einfach so zum Tagesgeschäft übergehen kann, denn das Grauen und die Traurigkeit hat uns ein wenig ver- und entführt.

Für mich in diesem ersten Quartal des Jahres 2017 – der beste Thriller und sicherlich gehört dieser mit zu den besten die ich je gelesen habe. Prädikat: unheimlich wertvoll.

Michael Sterzik



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70 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

mittelalter, schwert und krone, sabine ebert, staufer, meister der täuschung

Schwert und Krone - Meister der Täuschung

Sabine Ebert
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.03.2017
ISBN 9783426654125
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die erfolgreiche Autorin Sabine Ebert lässt in ihrem neuesten Werk „Schwert und Krone“ – Meister der Täuschung ein Spiel um die Throne Deutschlands im 12. Jahrhundert entstehen. Es ist der Auftakt einer ganzen Romanreihe, wie viele Bände es letztlich sein werden, ist noch nicht absehbar.

In ihren letzten beiden Romanen – 1813 Kriegsfeuer und 1815 Blutfrieden hat die in Leipzig lebende Autorin, die Zeit zwischen der Völkerschlacht bei Leipzig und Waterloo als Thema behandelt. Diese napoleonische Epoche hat Sabine Ebert schon faszinierend spannend und sehr unterhaltsam erzählt. Anders als in den herkömmlichen historischen Romanen, in denen starke Frauen, ihrem Schicksal trotzen und über sich und andere hinauswachsen, befasst sich die Autorin mit historischen Quellen wie Tagebücher, Chroniken, Aufzeichnungen, Urkunden usw. Sicherlich spielen auch Frauen in ihren Romanen Hauptrollen, aber die Handlung konzentriert sich auf die historischen Elemente und wird nicht wie so oft durch klischeereiche Ereignisse getrübt.

Im vorliegenden Roman „Schwert und Krone“ bildet das 12. Jahrhundert die historische Kulisse. Ort der Handlung wieder Deutschland – das Heilige Römische Reich deutscher Nation. Es gab in dieser Epoche vier mächtige Familien – Dynastien, die mit aller brutalen Gewalt, Intrigen, Bestechungen und Erpressungen das Spiel um die Throne kompromisslos beherrschen. Allen voran die Fürstenhäuser der Staufer, Welfen, Askanier und Wettiner. Jedes dieser Fürstenhäuser paktiert mal miteinander, gegeneinander, gehen Bündnisse mit der Kirche ein, brechen diese, verraten einander und nicht wenige Menschen sterben in den daraus resultierenden Kriegen. Ganze Herzogtümer wechseln die Besitzer, ganze Landstriche verwüstet. Hungersnöte bedrohen die ländliche Bevölkerung.

Wer die Fernsehserie „Game of Thrones“ aus Buch und Film kennt, wird unweigerlich beim Lesen des Romans von Sabine Ebert einige Ähnlichkeiten feststellen – nur das diese aus Fakten beruhen und nicht ein Konstrukt der Fantasy sind.

In der deutschen Geschichte weisen sich Lücken auf, die den Autoren eine gewisse schriftstellerische Freiheit geben, diese zu interpretieren. Sabine Ebert ist bekannt dafür, dass sie eine detektivische Recherche für ihre Romane durchführt. Genau diese Lücken werden von ihr argumentativ logisch gefüllt. Ob diese nun der Wahrheit entsprechen, ist natürlich nicht belegbar, doch selbst Historiker streiten sie noch mehrere Hundert Jahre später darüber, was ggf. wie und wo abgelaufen ist. Sabine Ebert schlägt eine großartige Epoche auf, eine Zeit, die Deutschland bis heute geprägt hat und deren Spuren und Wirkung wir noch immer spüren. Die Autorin lässt überwiegend historische Figuren auf ihrer historischen Bühne spielen, nur wenige Protagonisten entspringen der Fantasie.

Es gibt nach Tod des Kaisers Lothars (1137) einen erbitterten Kampf um die Thronfolge zwischen den Geschlechtern der Welfen und Staufer. Andere Fürstentümer schätzen ihren Chancen ein, ihre Töchter und Söhne sinnvoll mit anderen Häusern zu verheiraten, um noch mehr an Einfluss und Macht zu gewinnen. Das Schicksal ihrer eigenen Kinder wird gerne vernachlässigt. Die Rolle der Frau, ob nun adelig, oder nicht war in einer von Männern dominierten Welt nicht unbedingt als gleichwertig anzusehen. Doch gab es auch Frauen, die durchaus ihren Mann standen und geschickt manipulativ ihre Kräfte einsetzten. Sie agierten manchmal im Schatten ihrer Männer, oder Kinder – aber durchaus die Hosen an. Nichtsdestotrotz ist das Schicksal einiger junger Frauen Inhalt der Handlung.

Eine Liebegeschichte darf natürlich nicht fehlen, aber diese ist zum Glück nicht der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Handlung. Interessanter dagegen sind die daraus entstehenden Szenen, in den mächtige Männer der Kirche ihre Intrigen spinnen und so mancher König im Netz hängen bleibt, oder ein einfacher Spielmann als Spion zwischen den Fürstentümern nachrichtendienstliche Aufgaben erledigt.

Sabine Ebert konzentriert sich in diesem Roman nicht auf das Leiden der Bevölkerung, die unter diesem tödlichen Spiel um die Throne bluten, sondern widmet sich der Motivation und den Argumenten der Herrscher. Das mag sich ggf. noch in den nächsten Bänden ändern, insbesondere dann, wenn schon die Rede eines Kreuzzuges gegen die slawische Bevölkerung ist. Der Feind meines Feindes kann sehr schnell zum Freund werden – auch das findet man in dieser Handlung wieder.

Qualitativ ist der Roman „Schwert und Krone“ ein Meisterwerk. Sabine Ebert ist eine Meisterin, wenn es darum geht historische Puzzlestücke in ein großartiges und sehr komplexes Gebilde einzubauen. Die Spannung entwickelt sich nicht – sie ist immer da – zu jedem Zeitpunkt der Handlung verfolgt der Leser die Perspektiven aus der Sicht der verschiedenen Könige, Herzöge und Grafen ohne das die Story langweilt.

Fazit

„Schwert und Krone“ – Meister der Täuschung ist schon jetzt eins der wichtigsten Werke, wenn man sich unterhaltsam der deutschen Geschichte widmen möchte. Sabine Ebert beweist wieder einmal, dass sie eine großartige Erzählerin ist, die Fußspuren deutscher Geschichte nachhaltig spannend und unterhaltsam wiedergibt.

Rebecca Gable für die Königin der englischen Geschichte im Genre „Historischer Roman“. Sabine Ebert ist die Majestät der deutschen Geschichte.

Ich freue mich auf die nächsten Romane dieser Reihe – das Spiel um die Throne geht weiter. Band 2 wird voraussichtlich auch in diesem Jahr erscheinen.

Michael Sterzik



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Tags: sabine ebert, schwert und krone   (2)
 

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

Zero Day

David Baldacci , Uwe Anton
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.08.2015
ISBN 9783453438118
Genre: Krimi und Thriller

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

künstliche intelligenz (ki), mord, edv programm, wissenschaft, cia

Dark Zero

Douglas Preston , Michael Benthack
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2015
ISBN 9783426500491
Genre: Krimi und Thriller

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thriller, j. t. ellison, bösen, symbole, krimi

Symbole des Bösen

J. T. Ellison , Ivonne Senn
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.05.2013
ISBN 9783862787227
Genre: Krimi und Thriller

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241 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

amisch, kate burkholder, thriller, mord, amish

Mörderische Angst

Linda Castillo , Helga Augustin
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.07.2015
ISBN 9783596032402
Genre: Krimi und Thriller

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101 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

markus heitz, kartenspiel, fantasy, thriller, urban fantasy

Des Teufels Gebetbuch

Markus Heitz
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.03.2017
ISBN 9783426654194
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Markus Heitz neueste Romanidee lässt den Teufel spielerisch sein Unwesen treiben. Ein einfaches, aber dämonisches Kartenspiel – durchdrungen von Hass und Aggressivität soll jeden Spieler und sein persönliches Umfeld quälen, schmerzen zufügen und letztlich vernichten – es ist das Gebetsbuch des Teufels.

Das solch ein sündhaftes Spiel natürlich allerlei dunkle Kräfte anspricht, liegt auf der Hand. Die Karten sind über viele Staaten und Länder verteilt und jede verführt und manipuliert seinen Besitzer, ohne dass dieser es ahnen kann führt ihn dies ins unvermeidbare Verderben.

In Laufe der Handlung nimmt das Schicksal halt seine Arbeit auf. Tadeus Boch, ein Ex-Profispieler und nun tätig in seiner Beratungsposition eines bekannten Casinos in Baden-Baden wird mit der Macht und dem Einfluss nur einer dieser Karten konfrontiert. Tadeus wird Zeuge, wie der Einfluss Karte nach einem Spiel, die Menschen vernichtet. Zusammen mit einer mental begabten, jungen Ärztin, die den Tod ihres Freundes rächen möchte, forschen diese nach weiteren Karten des Teufels.

Die Schauplätze dieses Romans sind vielfältig und die beiden Charaktere bereisen so manchen Ort – immer auf der Suche nach Antworten und den verschiedenen Karten. Dabei hinterlässt das Duo, dass sich ständig seiner Haut erwehren muss, eindrucksvoll viele Leichen. Für waghalsige Actionelemente ist also ebenfalls gut gesorgt und diese werden nicht zimperlich erzählt.

Doch der Fluch der Karten beeinflusst ebenfalls Tadeus Bosch und als ehemals süchtiger Spieler treibt ihn der Teufel immer wieder in Versuchung.

Die Charaktere in dem Rom „Des Teufels Gebetsbuch“ sind allesamt gut konzipiert und überschaubar eingesetzt. Tadeus Boch und seine Partnerin haben viele versteckte Talente, die nach und nach offenbart und eingesetzt werden. Allerdings bleibt eine detailreiche Vergangenheit der beiden im dunklen. Es gibt noch eine überschaubare Anzahl von Interessenten, die ebenfalls alles dransetzen in den Besitz zumindest einer Karte zu kommen. So manch ein Sammler zahlt dafür später einen hohen Preis – der Einsatz ist das Leben, die Seele uninteressant.

„Des Teufels Gebetbuch“ von Markus Heitz ist hochspannend. Mystik, Magie, Legenden und etwas Wissenschaft, dazu noch Action, Dramatik und fertig ist die Geschichte. Auffällig ist dabei, dass der Humor hier grundlegend auf der Strecke bleibt – muss auch nicht – als fantastischer Thriller überzeugt er auf voll und ganz. Die Handlung wird aus einigen Perspektiven erzählt – und springt manchmal von der Vergangenheit in die Gegenwart. Die Vergangenheit erzählt von der Erschaffung des teuflischen Kartenspiels und Goethe wird einige persönliche Erlebnisse für seinen unsterblichen Klassiker „Faust“ verwenden können.

Die Vergangenheit der Karten, die ausführlich erzählt wird, ist ganz stark und ist atmosphärisch wirklich teuflisch gut. Schade, dass diese in dem Roman leider zu wenig Raum einnimmt. Die Charaktere der Vergangenheit sind intensiver, vielfältiger und diabolischer als in der Gegenwart. Hexerei, Zauberei, Fluch, dämonisches Handwerk – ich hätte gerne mehr aus dieser Richtung gelesen.
Fazit

„Das Gebetbuch des Teufels“ gehört mit zu den besten Romanen des Autors. Diabolisch verspielte Atmosphäre, Charaktertiefe Figuren, temporeiche Handlung und eine Menge Action vervollständigen eine brillante Story.

Der Gedanke, die Idee einen Roman zu schreiben, der den schmalen Grad zwischen Historischen, Fantastischen und Thriller Genre wirklich lebendig wirken lässt, ist verflucht genial gelungen.

Bestens gemacht Herr Heitz – hatte der Teufel die Finger im Spiel?

Michael Sterzik

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Tags: dämonen, das gebetbuch des teufels, hexerei, kartenspiel, markus heitz, teufel   (6)
 

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

thriller, schweiz, geld, action, finanzen

Söldner des Geldes

Peter Beck
Buch: 480 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 26.09.2013
ISBN 9783954511341
Genre: Krimi und Thriller

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52 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

fantasy, piraten, biomanten, kriegerin, abenteuer

Empire of Storms - Pakt der Diebe

Jon Skovron , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 688 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.02.2017
ISBN 9783453317857
Genre: Fantasy

Rezension:

Um es schon einmal vorab zu sagen – es ist ein harter, blutiger Roman aus dem Genre Fantasy. Brutale Szenen, eine vulgäre Sprache, und kompromisslose Szenen zeichnen den vorliegenden Roman aus. Wohin die Reise geht und mit wortwörtlicher sprachlicher Gewalt und Ausdruck hier gearbeitet wurde, wird dem Leser schon nach den ersten Kapiteln klar.

Die Charaktere sind wie so oft in diesem Genre und dem Hintergrund, den der Titel schon verrät, sehr klassisch konzipiert. Ein Waisenmädchen, das später eine professionelle Kampfausbildung von Kriegermönchen erhält und einzig und alleine auf Rache sinnt. Ihre Eltern wurden von Magiern des Imperiums, den sogenannten Biomanten, grausam getötet, dass ganze Dorf fiel dem katastrophalen Versuchs eines Experiment zum Opfer.

Ein junger Dieb, der nicht weiß, woher er stammt und aufgewachsen in der Gosse einer Stadt danach strebt, ein und überhaupt der Meisterdieb zu werden. Seine Werkzeuge sind seine Hände, und diese sind flink und verstehen es meisterhaft zu töten, wenn er in die Enge getrieben wird.

In „Pakt der Diebe“, der der erste Roman einer geplanten Reihe sein soll, geht es düster und brutal zu. Ein Menschenleben ist nichts wert – egal ob man nun aufseiten der Gesetzlosen, dem sozialen Bodensatz der Gesellschaft steht, oder als Soldat, Magier des Imperiums seinen Dienst versieht. Die beiden Protagonisten sind ebenfalls keinen Deut besser – skrupellos, ohne viel Moral und Ehre, mit ein wenig Verantwortung metzeln diese sich quer durch die Handlung. Der sympathische Faktor hält sich damit zumindest anfangs sehr in Grenzen, allerdings relativiert es sich mit dem Fortschritt der Geschichte. Die beiden Charaktere sind das Produkt ihres sozialen Umfelds, und das sind zumeist Mörder, Räuber, Diebe und anderes Schattengesindel – demnach lassen die beiden doch so manchen über die sprichwörtliche Klinge springen – und das so beiläufig, als würde man sich die Nase putzen.

Die Atmosphäre des vorliegenden Romans ist durchweg von brutaler Gewalt und Aktionismus durchsetzt was bei der inhaltlichen, gewollten Tiefe der Story nicht wirklich authentisch wirkt.

„Pakt der Diebe“ spielt in einer Welt zwischen Steampunk und dem Spätmittelalter. Verwendung finden alle möglichen traditionellen Waffen, Kleidung usw. entspricht wohl dem des Steampunks und als fantastisches Element gibt es dann die Biomanten – die als „Magier“ ganz eigene Motive besitzen, aber diese zumeist zum Wohl des Imperium einsetzen. Dieses Imperium scheint sich entweder auf einen kommenden Angriffskrieg, oder einer Verteidigung einzustellen. Leider gewährt uns der Autor von dieser interessanten Gruppierung wenig an Informationen.

Fazit

„Pakt der Diebe“ ist Fantasy für Erwachsene. Wenig Dialoge und wenn sind diese durchsetzt von einer vulgären Sprache, Gewalt ist das Credo um das es hier primär geht. Als Auftakt gar nicht schlecht – doch hoffe ich doch, dass der zweite Teil sich innerhalb der Handlung weniger mit Kämpfen beschäftigt und mehr Überraschungen und Wendungen präsentieren kann.

Bedingt empfehlenswert – und muss sich noch positiver entwickeln, um letztlich überzeugend zu sein.

Michael Sterzik

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

thriller, auftragskiller, killer, verschwörung, der killer

Der Killer

David Baldacci
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.09.2016
ISBN 9783404173839
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Genre Thriller tummeln sich doch einige Killer und Auftragsmörder. Die meisten dieser Antihelden stehen mehr oder minder mit einem Bein auf der guten Seite, doch diese ist realistisch interpretiert immer eine gewisse Grauzone. Zumeist sind diese Killer, Psychopathen, Serien Mörder und manchmal um Buße zu tun, wechseln sie auf die Seite der „Guten“. Na ja, für diese fiktiven Auftragsmörder existieren eine ganze Reihe von Klischees, die mittlerweile in den Medien – Literatur und Film fest verwurzelt sind. Meist werden diese Protagonisten als schweigsame und recht eigenwillige Charaktere geschildert. Eine tragische Vergangenheit wird ihnen ebenfalls gerne auf dem Leib geschrieben, und genau an dieser Stelle ergibt sich für Autoren und Regisseure ein prächtiges, weites Feld einer charakterlichen Entwicklung.

Im ihrer Berufung ranken sich vielen Legenden, Geschichten und noch mehr Vorurteile, und weil sie so sind wie sie sind – sind diese in der Literatur stark vertreten.

Der amerikanische Autor David Baldacci lässt in seinem Thriller „Der Killer“ seine Figur Will Robbie im Dienste der Regierung der Vereinigten Staaten töten. Schnell, konsequent, rücksichtslos, ohne Gnade – hochprofessionell, eben ein Job wie kaum ein anderer.

Das diese Charakterzeichnung sich in den vorstellbaren, klassischen Grenzen bewegt, ist nicht mal langweilig. Er ist und bewegt sich wie in Geist und auf menschlicher Ebene muss der Einzelgänger noch viel lernen.
Im Laufe der Handlung wird Robie zunehmend sympathischer und offenbart sogar Verantwortungsbewusstsein und Mitgefühl. Als ein „Job“ eskaliert und er den Befehl nicht ausführt, eskaliert die Situation und er wird zeitweise zum gejagten. Auf der Flucht vor seinen früheren Kollegen freundet er sich gezwungener Maßen mit der jugendlichen Julie an, die ebenfalls auf der Flucht ist, das sie die Ermordung ihrer Eltern beobachtete. Julie wird zum erweiterten guten Gewissen für Robie und beide müssen sich zusammenraufen, um zu überleben. Julie ist selbstbewusst genug, um den Killer auch einmal in die Schranken zu weisen und ihm zu helfen eine Verschwörung aufzudecken.

„Der Killer“ von David Baldacci ist logisch und verdammt spannend aufgebaut. Realismus hin oder her – die Story hat den Leser fest umklammert und überzeugt durch einen bunten Mix klassischer Einklänge. Abwechslungsreich führt uns der Autor in die legalen/illegalen Handlungsmethoden der Geheimdienste ein. Was davon evtl. der Wahrheit entsprechen mag, ist nicht abzuschätzen.

Als Auftakt einer Reihe um den sympathischen Killer ist der Roman absolut packend geschrieben. Der Stil des Autors ist bekanntermaßen prägnant. Kurze Sätze, Dialoge sich auf das Wesentliche beschränken, und in der temporeichen Handlung wird nix weiter beschönigt.

Die Konzipierung der Charaktere ist wohl gelungen, aber bei Weitem noch ausbaufähig, da der Leser nicht viel von Will Robies Vergangenheit erfahren wird. Die könnte natürlich in den Fortsetzungen verwendet werden, ich vermute allerdings , um dieser Figur die sprichwörtliche Entwicklung nicht zu nehmen, wird das in den weiteren Bänden nur Stück für Stück aufgelöst werden.

Fazit

„Der Killer“ überzeugt – schlicht und einfach verspricht und garantiert dieser Spannung von der ersten bis letzten Seite.

Michael Sterzik



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107 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

true crime, michael tsokos, rechtsmedizin, zerbrochen, whodunit

Zerbrochen

Michael Tsokos , Andreas Gößling
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2017
ISBN 9783426519707
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Erfahrungen des national und international renommiertesten deutschen Rechtsmediziners Michael Tsokos wurden unter tatkräftiger Unterstützung von Andreas Gößling schon in den beiden True Crimie Thriller „Zerschunden“ und „Zersetzt“ großartig in Szene gesetzt.

Mit der fiktiven Figur des Dr. Fred Abels der als Rechtsmediziner, in der BKA Einheit Extremdelikte ermittelt, kombinierten sie authentische Ermittlungsmethoden mit den Erfahrungen eines Mediziners. Als Ergebnis gesehen, konnten hochklassige, spannende Romane veröffentlicht werden, die realistisch, aber auch schonungslos brutale Geschichten erzählen.

Im dritten soeben erschienen Band „Zerbrochen“ der ca. 1 Jahr nach den Ereignissen in dem Roman „Zerschunden“ spielt. Ein Mordanschlag kostete den Rechtsmediziner fast das Leben. Nach mehreren Operationen und Reha-Maßnahmen tritt Dr. Fred Abel seinen Dienst beim BKA wieder an. Die Hauptstadt Berlin ängstigt sich vor dem sogenannten „Darkroom-Killer“ und unter Hochdruck recherchieren und ermitteln die Beamten um der Mordserie Einhalt zu gebieten.

Als die beiden Kinder Dr. Abels entführt werden, überschlagen sich die Ereignisse – es gibt mit Sicherheit einen größeren Kreis von Feinden, die Dr. Abel gerne auf einer anderen Seite des Seziertisches sehen möchten.

Kritik

Der dritte und vielleicht auch letzte Roman aus dieser Reihe überzeugt durch eine spannende Story mit aktuellen Themen der Flüchtlingspolitik und schleudert Dr. Abel in einem persönlichen Albtraum. Doch in diesem Roman wird die Handlung aus mindestens drei Perspektiven dargestellt. Die entführten Kinder, sowie der frühere Kollege aus Bundeswehrzeiten Lars Moewig erhalten einen nicht unerheblichen Anteil der komplexen Handlung. In den beiden Vorgängerromanen konzentrierte sich die Geschichte aus der Sichtweise Dr. Abels. Das sich nun der Fokus etwas ändert, mindert nicht die Spannung, aber die Atmosphäre empfindet man dadurch etwas weniger intensiv.

„Zerbrochen“ spielt nicht nur mit anderen Perspektiven, sondern vermengt diese ebenfalls mit unterschiedlichen Handlungsorten und auch der Kreis der Protagonisten erhöht sich erheblich.

Das wahre Verbrechen übt eine ungemeine Faszination aus. Mit dieser manchmal bösartigen Dunkelheit können viele Autoren wunderbar spielen, aber Michael Tsokos und Andreas Gößling spielen die Klaviatur des Todes außerordentlich brillant. Das manchmal ein Schaudern über den Rücken der Leser laufen kann, garantieren die beiden Autoren – gerade in Hinblick auf die Tatsache: „Verdammt, dass basiert auf authentischen Ereignissen. Also willkommen in der dunkelsten Schattierung der Realität.

„Zerbrochen“ ist schnell, intensiv und abwechslungsreich. Durch den Perspektivwechsel anders wie die beiden Vorgänger, aber nicht schlechter. Fred Abels Geschichte könnte auf dem geduldigen Papier ein Ende gefunden haben, doch würde ich es sehr begrüßen, diesen in anderen Romanen wiederzusehen. Ebenfalls dient sich der Reihe den Drehbuchautoren quasi an – allerdings wäre hier unter FSK 18 nichts zu machen.

Michael Sterzik


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