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band 2, berlin, brutalität, eigeninitiative, entführung, ermittlungen, fortrstzung, hetzjagd, justiz, kinder, menschenhandel, psychopath, selbstjustiz, staatsanwältin, tochter

Die sieben Kreise der Hölle

Uwe Wilhelm
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.05.2018
ISBN 9783734103452
Genre: Krimi und Thriller

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bösewicht, bösewichte, lexikon, literatur, romanhelden, schurke, schurken, verbrechen

Das Buch der Schurken

Martin Thomas Pesl , Kristof Kepler
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2018
ISBN 9783442716036
Genre: Sachbücher

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Mit aller Gewalt

Tom Clancy , Mark Greaney , Michael Bayer , Karlheinz Dürr
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.03.2018
ISBN 9783453439023
Genre: Krimi und Thriller

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amnesie, bodum-morde, coldcase, cold case, erinnerung, eva-maria silber, forgotten girl, mord, spannung, thriller, verstümmlung, zelten

Forgotten Girl (Thriller)

Eva-Maria Silber
E-Buch Text: 222 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 31.03.2018
ISBN 9783960873266
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Autorin Eva-Maria Silber veröffentlichte im Digital Publishers Verlag im März 2018 ihren titel: „Forgotten Girl“ - einen zutiefst schockierenden Thriller.

Die ehemalige Rechtsanwältin und Strafverteidigern, die in 2014 ihr erstes Buch veröffentlicht hat, orientiert sich mit ihrem aktuellen Roman „Forgotten Girl an einem nicht aufgeklärten Mordfall aus Finnland. An dem See „Bodominjärvi“ wurden am 5. Juni 1960 vier Teenager die dort zelteten in der Nacht angegriffen. Ihr Zelt zerfetzt – drei Teenager wurden erstochen und erschlagen. Ein Junge überlebt den Angriff verletzt, konnte sich aber später an den Tathergang und die Ereignisse überhaupt nicht mehr erinnern. Medial wurde diese Tat durch Bücher, Filme und nicht zuletzt der Musik verwendet. Legenden und Schauermärchen entstanden aus dem sogenannten Bodem-Mord.

Die Autorin Eva Maria Silber konzentriert sich in ihrem True-Crime Thriller auf das wesentliche. Es gibt keine Nebenhandlungen, keine Nebencharaktere, somit ist die Handlung übersichtlich und auf den Punkt gebracht. Allerdings schildert die Autorin den Fund der Leichen und den Ablauf der Tat sehr brutal und schockierend. Es könnte auch die nüchterne Beschreibung eines Polizeiberichts sein, die Autorin hält sich mit konkreten Beschreibungen nicht zurück. Das ist auch gut so – den Schrecken, auch die emotionale, psychische Gewalt, die posttraumatisch immer wieder an die Oberfläche kommt – ist authentisch erzählt. Dadurch wird „Forgotten Girl“ zu einem konzentriert-spannenden Psychothriller.

Das Verbrechen holt eine der überlebenden Protagonisten immer wieder ein. Ihre Persönlichkeit verändert sich, physisch und psychisch geht sie durch ihre eigene Hölle. Sozial grenzt sie sich aus und findet in ihrem Beruf einen Anker, der sie überleben lässt – immer an der Grenze des überhaupt erträglichen.

Eva-Maria Silber offenbart und analysiert das „Leben“ und „Sterben“ ihrer Protagonisten. Ebenfalls genau wie in Handlung selbst – dreht es sich um die Überlebende, die sich Jahrzehnte später mit dieser traumatischen Nacht auseinandersetzen muss. Kriminiltechnik und Ermittlungsmethoden haben sich verändert – das Zauberwort „DNA-Analyse“ lässt es nun zu, dass alte Coldcase-Fälle wissenschaftlich neu betrachtet und interpretiert werden können. Für die Opfer bedeutet es nun mehrere Schritte, in die Vergangenheit zu gehen. Die Täter könnten allerdings beunruhigt sein.

Die Gefühlsdimensionen der Teenager finden eine ausführliche und realistische Betrachtung in „Forgotten Girl“. Die Pubertät mit all ihren Nebenwirkungen, Gefahren und Herausforderungen werden thematisiert. Auch diese Erzählkunst beherrscht die Autorin außerordentlich gut.

Die Handlung wird aus zwei Perspektiven erzählt – die dramatische Tat in der Vergangenheit 1984, und die Ermittlungen die zwanzig Jahre später - 2014 erfolgen. Diese gliedert sich dann in zwei Abzweigungen auf – die damalige und jetzige Kriminalbeamtin und der Blickwinkel der Überlebenden Frau.

„Forgotten Girl“ ist ein starker und sehr spannender Psychothriller – kurzweilig und doch sehr empfehlenswert. Der Schrecken der Tat und das spätere Trauma wirken authentisch, packend und schockieren zumal. Sehr löblich allerdings, dass es die Autorin hier nicht übertreibt und der brutale Schrecken, die psychologische Spannung überholt.

Es gibt aber auch wesentliche Chancen, die die Autorin nicht wahrgenommen hat. Ich vermisse durchaus Nebenhandlungen und Figuren, dadurch wirkt die Story bisweilen oberflächlich und ähnlich verhält es sich mit den Charakteren. Der Roman hätte durchaus 200 Seiten stärker sein können. Dadurch hätte man die Jahre zwischen Vergangenheit und Gegenwart erzählerisch attraktiv beleuchten können. Die Charaktertiefe hätte dadurch nur noch mehr gewinnen können.

Weiterhin frage ich mich: Warum hat die Autorin nicht in einem Nachwort Bezug genommen auf diesen historischen Kriminalfall? Auch das erwarte ich, wenn man sich schon im Genre True Crime bewegt.

Fazit

„Forgotten Girl“ ist der erste Roman der Autorin Eva-Maria Silber, den ich gelesen haben. Hohes Tempo – authentische Spannung – düstere Atmosphäre. Absolut empfehlenswert. Ich bin gespannt, auf das nächste Projekt.

Michael Sterzik



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Tags: bodum-morde, coldcase, eva-maria silber, forgotten girl, mord, verstümmlung   (6)
 

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afrika, assad, betrug, carl morck, carl mørck, dänemark, entwicklungshilfe, flucht, kindersoldaten, kopenhagen, korruption, krimi, mord, sonderdezernat q, thriller

Erwartung - Der Marco Effekt

Jussi Adler-Olsen , Hannes Thiess
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.10.2013
ISBN 9783423280204
Genre: Krimi und Thriller

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amsterdam, flugzeug, geisel, gesellschaftsroman, indonesien, internationale konflikte, intrige, intrigen, irak, jussi adler olsen, jussi adler-olsen, karriere, krieg, mord, thriller

TAKEOVER

Jussi Adler-Olsen , ,
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.09.2015
ISBN 9783423280709
Genre: Krimi und Thriller

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amerika, angst, aufruhr, bedrohung, bill clinton, cybarwar, james patterson, krieg, politikthriller, präsident der usa, president, the president is missing, ungewissheit, usa, white house

The President Is Missing

Bill Clinton , James Patterson , Anke Kreutzer , Eberhard Kreutzer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Droemer, 04.06.2018
ISBN 9783426281970
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der frühere US-Präsident Bill Clinton und der Rekordinhaber für die meisten, regelmäßigen Bestseller im New York Times Ranking – James Patterson haben ihren ersten gemeinsamen Thriller geschrieben. Im Münchner Verlag Droemer ist dieser nun mit dem Titel: „The President is Missing“ veröffentlicht worden.

Der Demokrat Bill Clinton regierte von 1993 – 2001 im Weißen Haus und steuerte einen der mächtigsten Staaten der Welt durch die politischen Höhen und Tiefen.
In diesen acht Jahren lernte er die Schattenseiten und Sonnenseiten seines Amtes kennen. Über seine Regierungszeit wollen wir aber nun nicht sprechen – dazu gibt es einige Sachbücher, auch von Clinton selbst. Nichtsdestotrotz war im Zentrum der Macht in Washington. Der ehemalige Präsident kennt also viele Interna, viele geheime Prozesse und Abläufe. Wer kann diesen nicht geringfügigen Hochdruck nicht besser in Worte auf Papier bringen, wie jemand der dieses Amt jahrelang innehatte?!

In „The President is Missing“ werden solche Prozesse und Abläufe sehr stark in die Story eingewoben. Die Bürde und die Verantwortung für 300 Millionen Einwohner der USA auf den Schultern gesetzt, macht das Leben nicht leichter. Sich persönlich dem Kongress, oder einem Untersuchungsausschuss, gar einem Amtsenthebungsverfahren zu stellen, um für seine Entschlüsse einzustehen und sich zu verantworten, kann und wird nicht leicht sein. Es sind zwei politische Haifischbecken der Innen- und Außenpolitik und die Haie sind verdammt hungrig. Gerade diese Atmosphäre spürt man – auf jeder Seite, in jedem Augenblick. Das ungewöhnliche Autorenduo, das sehr eng zusammengearbeitet hat ,um diesen Roman eine inhaltliche Seele zu geben, hat einen hochklassigen, politischen Spannungsroman veröffentlicht.

Außenpolitisch gesehen – leben wir in einer sehr unruhigen Zeit. Es ist schon längst 5 vor 12 – Krisenherde gibt es genug und es gibt auch genug Präsidenten verschiedener Länder – nicht nur in Europa, deren Profilneurosen gefährlich sind. Standen wir bei der Kuba-Krise schon auf der Willkommensfußmatte zum 3. Weltkrieg – sind wir nun sicherlich bereits einen kleinen Schritt weitergegangen. Doch welche Art von Krieg könnte uns erwarten – ein Atomarer, ein konventioneller, eine kriegerische Auseinandersetzung mit biologischen, chemischen Waffen?

Nein – Bill Clinton und James Patterson entwerfen ein uneingeschränkt realistisches Bedrohungsszenario. In unserer digitalen Welt sind abhängig geworden. Die Infrastruktur eines Landes ist totalitär darauf ausgerichtet. Globale Vernetzungen – nicht nur der sozialen Medien machen die Weltpolitik zu einem Dorf. Alles wird gesteuert, ist vernetzt und abhängig – Selbst die Wasserversorgung, Stromversorgung, Atomkraftwerke – ohne eine 1 und 0 geht hier gar nichts mehr. Ein „Blackout“ würde die Zivilbevölkerung in Chaos und Anarchie stürzen. Die Folgen – auf Jahre hin militärisch, wirtschaftlich in den Grundfesten des Landes erschüttert.

Ein Cyber-Krieg ist nicht abwegig. „War Games“ ist nicht so weit entfernt. Diese Thematik transportieren die Bill Clinton und James Patterson meisterklassig. Natürlich geht es patriotisch zu. Natürlich gibt es den offenen Bezug zu aktuellen, politischen, wirtschaftlichen und militärscher Themen. Dieses mahnende Fingerpointing allerdings ist der Dreh- und Angelpunkt – Erschreckendes Szenarien über die der Leser auch noch lange nach dem Roman nachhaltig denken wird.

Die fiktive Figur des Präsidenten Duncan ist großartig in Szene gesetzt. Ob nun realistisch gesehen, darüber lässt sich bestimmt streiten. Die Nebenfiguren, selbst die innenpolitischen bösen Buben, die Auftragskiller und befreundet-befeindeten Politiker sind faszinierend. Hier wird niemand in ein Klischee gedrängt.

Die Außenpolitik ist das reale Spiegelbild. Die Bedrohungen allzu reell, aber auch die inneren Probleme werden aufgenommen und gut verarbeitet: Polizeigewalt gegen Afroamerikaner, Worte zur Gesundheitsreform, oder auch der Umgang mit Veteranen, die im Stich gelassen werden, finden hier Gehör.

Schmunzeln musste ich bei zwei fiktiven Namen von den Protagonisten: Der BND-Chef heißt Kohl, der Kanzler Richter ☺

Fazit

Bill Clinton und James Patterson präsentieren mit „The President is Missing“ einen hochklassigen Politthriller. Deutliches Mahnen, eine versteckte Abrechnung mit aktuellen Themen – Spannung auf einem meisterklassigen Niveau.

Brillant – Ein Titel, den man dieses Jahr gelesen haben muss.

Michael Sterzik 

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Tags: bill clinton, cybarwar, james patterson, krieg, politikthriller, präsident der usa, the president is missing   (7)
 

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abgründig, band 3, düster, fortsetzung, krimi, mord, norwegen, oslo, ritual, sekte, serie, spannung, tommy bergmann, verlag list, vilnius

Der einsame Bote

Gard Sveen , Günther Frauenlob
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 08.06.2018
ISBN 9783471351505
Genre: Krimi und Thriller

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anwältin, auftragsmord, band 2 der reihe dr. rachel eisenberg, eifersucht, eisenberg, filmindustrie, fortstzung, gericht, jura, justiz, justizbetrieb, köln, krimi, mord, rachel eisenberg

Eifersucht

Andreas Föhr
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.06.2018
ISBN 9783426654460
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor zwei Jahren – 2016 erschien im Verlag Knaur der Titel: „Eisenberg“ von Andreas Föhr. Es war die Geburtsstunde der taffen Rechtsanwältin Rachel Eisenberg. Ähnlich wie dessen Protagonistin, hat der Autor ebenfalls eine juristische Laufbahn eingeschlagen und in München promoviert.

Natürlich geht es hier nicht um eine versteckte, autobiografische Aufarbeitung des Autors. „Rachel Eisenberg“ ist eine fiktive Person – aber sehr realistisch dargestellt.

„Eifersucht“ ist der zweite Teil einer Thriller-Reihe und überzeugt durch seinen Realismus und seine interessanten Figuren. Die Handlung des Romans ist schon eine ziemlich abgefahrene Räuberpistole, doch je länger man nachdenkt, nicht unbedingt speziell unglaubwürdig. Abwechslungsreich und manchmal überraschende Wendungen geben der Handlung eine solide Geschwindigkeit, in der die Spannung leicht folgen kann.

Als gelernter Jurist gibt Andreas Föhr kurze, aber prägnante Momentaufnahmen aus dem Leben einer Rechtsanwältin. Der Autor konzentriert sich allerdings auch auf den Ausbau seiner Charaktere. Alleine die Angeklagte: Judith Kellermann ist eine Sympathische, wenn auch völlig konfuse Figur. Naiv, freundlich usw. menschelt sie sich durch die Handlung. Als Mensch echt nett – als Angeklagte ein kompliziertes Grusellabyrinth. Rachel Eisenberg muss also alle Register ziehen und sich durch einen Privatdetektiv helfen lassen in einen Dschungel aus Lügen und noch mehr Halbwahrheiten.

„Eifersucht“ nimmt sich wenig Zeit, um auf seinen Vorgänger „Eisenberg“ einzugehen, dass muss er auch nicht. Einige Personen aus dem ersten Teil tauchen auch wieder auf und geben den Nebengeschichten interessante Spannungsmomente. Selbst der Täter aus dem ersten Band; ein alter Freund von Rachel Eisenberg, der nun im Gefängnis sitzt, spielt im Privatleben der selbstbewussten Anwältin, eine nicht unerhebliche Rolle.

Der Autor hat an alles gedacht, und entstanden ist ein spannender Justizroman. Sehr lobenswert sind nicht nur die Actionszenen, sondern vielmehr die Rededuelle mit der Staatsanwaltschaft und dem Richter. Es wird argumentiert, verschwiegen, geschwindelt, geblufft – der nordische Gott Loki hätte seine helle Freude gehabt. Der Humor kommt auch nicht zu kurz, alleine schon die Handlungen und die Erlebnisse der Angeklagten werden den Leser, neben einem unglaubwürdigen Kopfschütteln, schmunzeln lassen.

Ich hoffe sehr, dass der inhaftierte Mörder und Freund von Rachel Eisenberg, auch im nächsten Band einen Auftritt, oder mehr hat. Sehr charismatisch, intelligent und mit verdammt viel Potenzial Rachel Eisenberg das Leben sehr, sehr schwer zu machen. Warten wir also ab.

Fazit

Intelligente und spannende Unterhaltung. Toller und informativer Ausflug in das deutsche Rechtssystem. Sympathische Figuren – Andreas Föhr könnte ein deutscher John Grisham werden. Bitte weitere Romane mit „Eisenberg“.

Michael Sterzik

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Tags: andreas föhr, anwältin, eifersucht, eisenberg, gericht, jura, justiz, rachel eisenberg   (8)
 

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Legenden des Krieges: Der große Sturm

David Gilman , Michael Windgassen
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.01.2018
ISBN 9783499291005
Genre: Historische Romane

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john "ohneland", little john, richard löwenherz, robin hood, sherwood

Das Blut des Löwen

Mac P. Lorne
Flexibler Einband: 688 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783426521465
Genre: Historische Romane

Rezension:

Wer war eigentlich dieser König John Ohneland?
(* 24. Dezember 1167 im Beaumont Palace, Oxford; † 19. Oktober 1216 auf Newark Castle, Newark-on-Trent Quelle: Wikipedia)

Wir kennen König Johann, oder auch im Sprachgebrauch „John“ genannt aus der englischen Sage um Robin Hood. In der Literatur, wie auch in verschiedenen Filmen wird dieser sehr negativ präsentiert. Seinen Beinamen „Ohneland“ erhielt er, weil er viele Besitzungen in der Normandie verlor und seine Rückeroberungsversuche kläglich scheiterten.

Grausam, egozentrisch, böse – doch war der historische König John Ohneland wirklich gnadenlos? Im Schatten seines Bruders Richard Löwenherz stehend, hatte er es als Nachfolger nicht leicht. England war unbefriedigt, ein ständiger Krieg gegen Frankreich, Spannungen in Schottland, Irland und Wales brachten ihn in schwierige Situationen. War und ist sein schlechter Ruf gerechtfertigt?

Glaubt man den Quellen und Chronisten, so war John schon zu Lebzeiten nicht beliebt. Auch sie schildern seine Persönlichkeit als grausam, böse und wollüstig. Letzteres bestätigt sich durch seine legitimen, wie auch seine unehelichen Kinder.

Sein Nachruf wird auch wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit sehr negativ sein. Wahrscheinlich ermordete er seinen Neffen und eigentlichen Thronfolger Arthur, die Barone rebellierten (Anerkennung der Magna Carta) , sein Kronschatz verlor er und seine endlosen Fehden gegen Frankreich, machten ihn schon zu Lebzeiten äußert unbeliebt. Beschäftigt man sich allerdings mit seiner historischen Person und seinen Taten, so verschwimmt das negative Bild ein wenig. Er hatte auch durch seinen Bruder und seiner Mutter eine gewisse Regierungserfahrung und hatte anscheinend ein Talent für die Organisation und der Verwaltung. Auch als Stratege im Krieg konnte er sich behaupten – seine Feldzüge gegen Irland, Wales und Schottland festigten seine Regentschaft. Allerdings und damit kommen wir wieder zur Basis seiner Persönlichkeit – er war grausam – gerade gegenüber seinen Feinden. Sein schlechter Ruf kommt also nicht von ungefähr.

Nach den beiden erfolgreichen Romanen um Robin Hood und König Richard Löwenherz lässt der Autor Mac P. Lorne nun seinen „König der Diebe“ in „Das Blut des Löwen“ kämpfen. Die beiden Kontrahenten Robin Hood und König Johann Ohnland bekämpfen sich auch aus persönlichen Gründen und natürlich um England nach endlosen Jahren des Krieges Ruhe und Frieden geben zu können.
Der dritte Roman um den legendären Langbogenschützen Robin und seinen Freunden aus dem Sherwood Forest ist auch der bisher persönlichste. Von Königin Eleonore ins liebvolle Exil in die Gascogne geschickt leben Robin und seine Frau Marian zusammen mit dem illegitimen Sohn Richards mehrere Jahre relativ ruhig. Doch William Marshal findet Robin und bittet diesen ihn zu für England zu unterstützen.

Historisch gesehen: König Richard hatte aus seinen beiden Ehen keine Nachkommen. Es gab einen illegitimen Sohn: Philipp von Cognac. (franz.: Philippe de Cognac, engl.: Philip of Cognac; * wohl um 1180; † nach 1201) Doch dieser scheint keine wirklich aktive, historische Rolle eingenommen zu haben.

Mac P. Lorne lässt also demnach seiner schriftstellerischen Freiheit etwas Raum. Aber keine Sorge – das ist absolut in Ordnung da der Nachkommen des Löwenherz in dem Roman „ Das Erbe des Löwen“ nur eine untergeordnete Position einnimmt.
Der Erbe Richards ist John Ohneland und eben dieser bietet enorm viel geschichtliches Potenzial, um es in einem komplexen Roman zu verwenden.

Wie schon in den beiden ersten Bänden ist auch Teil 3 der Robin Hood Saga außerordentlich gut gelungen. Mac P. Lorne schildert nun das Leben und Sterben der historischen Figur König Johns und seiner Herrschaft über England.

Die Figur Robin Hoods ist nun älter geworden, nicht unbedingt weiser und allzu oft verwandelt sich sein alter Freund Little John in einen moralisch-intelligenten Kompass. Diese Dialoge laden zum Schmunzeln ein. Auch die Beziehung zu seiner respektvollen und eigensinnigen Frau Lady Marian wird thematisiert und so manches Mal steht der Haussegen sehr schief. Es geht sehr persönlich zu, denn auch Robin kämpft nicht nur für England, sondern auch ein Stück weit für sich und seine Frau.

Mac P. Lorne orientiert sich stringent an die historischen Ereignisse. Sehr spannend beschreibt er die Auseinandersetzungen auf englischen Boden, die schließlich in einen Bürgerkrieg münden. Der dritte Band ist inhaltlich spannender und stärker als der vorhergehende, aber insgesamt gesehen belebt der Autor eine Legende und lädt die Leser auf eine historische Reise ins mittelalterliche England ein. Ein spannender Reiseführer durch eine gewaltvolle Epoche und das hochklassig erzählt.

In dem Roman fehlen natürlich auch nicht die klassischen Figuren wie Will Scarlett, Little John, Much oder Bruder Tuck. Leider und ist das ist sehr auffällig konzentriert sich der Autor auf seinen Roten Faden und seine Hauptfiguren, sodass die Nebenfiguren äußerst blässlich dahinleben. Ein wenig Schade – den viele hatten und haben noch immer ein großes Reservoir für spannende Nebengeschichten.

Betrachtet man die Zeichnung der Figuren, so ist König John Ohneland sehr eindimensional geschildert – grausam und böse. Robin Hood dagegen ein Bilderbuchfreiheitskämpfer – allerdings mit deutlich mehr Ecken und Kanten versehen.

Was mir fehlt sind Nebenfiguren, die die Handlungen mittragen. Aber auch hier nehme ich den Autor in Schutz. Die Romane sind eine Neuauflage, es waren die ersten aus seiner Feder und schließlich entwickelt man sich immer mal etwas weiter.

Fazit

„Das Blut des Löwen“ ist eine sagenhafte, historische und spannende Reise in ein umkämpftes England. Brillante Spannung, viel Action und viele Beziehungskisten lassen auch diesen Roman großartig werden.

Bitte weiter so – und bitte mit einigen Nebengeschichten und Figuren.

Michael Sterzik


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agenten, flüchtligne, geheimdienste, islamismus, terrorismus, verrat

Verrat

Leif GW Persson , Susanne Dahmann
Flexibler Einband: 540 Seiten
Erschienen bei btb, 12.02.2018
ISBN 9783442799541
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In den letzten Jahren ist die Flüchtlingspolitik ein brisantes und noch immer aktuelles Thema geworden. Ist die islamistische Terrorgefahr dadurch stark vergrößert worden? Schon längst ein heikles, politisches Thema, dass viele Länder in ganz Europa betrifft. Die Rechtspopulisten wittern die Chance sich zu profilieren – Angst zu schüren und die inzwischen, doch entspannte Situation zu verschärfen und zu dramatisieren. Fakt ist leider allerdings auch, dass die Terrorgefahr allgegenwärtig hoch ist, allerdings gibt es dabei auch Einzeltäter, Amokläufer die nicht dem Islam angehören und auf ihrer ganz eigenen Frequenz leben und sterben wollen.

Spätestens seit 9/11 – ist Welt der Geheimdienste in und außerhalb Europas zu einem digitalen Dorf geworfen. Gemeinsame Datenbanken, die Verdächtige Personen identifizieren und jeden Ihrer Schritte dokumentieren und überwachen. Kameras in Großstädten, nicht nur auf öffentlichen Plätzen, die den Alltag der Menschen im Auge haben, von der üblichen digitalen Überwachung der Messangerdienste, Email usw. einmal ganz zu schweigen.

Auch wenn wir es nicht gerne zugeben wollen – wir Normalbürger in ganz Europa wissen wenig, ein medialer Bruchteil eines Konstrukts, dass wir dimensional auch überhaupt nicht bewerten können. Das ist auch gut so – alles andere würde alle Kritiker, Angstmacher und Wutbürger – nur noch mehr außer Kontrolle bringen.

Der schwedische Erfolgsautor Leif GW Persson thematisiert in seinem neuesten Thriller „Verrat“, die Bedrohung eines anstehenden Terrorangriffs und die akribischen Ermittlungs- und Überwachungstätigkeiten des Geheimdienstes. Der Autor ist ein Typ – der weiß wovon er schreibt – schließlich war er lange Zeit als Profiler im Polizeidienst tätig und ist Professor der Kriminologie. Ein perfekter Insider- der den Leser also kleinere Momentaufnahmen präsentieren kann.

In seinem neuesten Werk „Verrat“, befasst sich der Autor mit einer Vielzahl von politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen – allerdings in Kombination mit einem geplanten Terrorangriff. Diese brisanten Themen sind komplex und nicht einfach in einem Thriller zu implementieren. Leif GW Perssons Versuch diese aktuellen Themen unterhaltsam und auch informativ, dem Leser beizubringen gelingt nur Phasenweise.

Unterhaltsam? Na ja – wer sich sowieso schon mit dem Arbeitsumfeld der Nachrichten- und Geheimdienste beschäftigt hat, für den wird dieser Roman wenig unterhaltsam sein. Auch wenn das Thema interessant ist – der Autor verrennt sich in seiner Beschreibung und Schilderung der prozessualen Ermittlungs- und Überwachungsmethodik der Geheimdienste. Eine atmosphärische Spannung vermisst man. Obwohl die Bedrohung durch einen Anschlag allgegenwärtig zu sein scheint, verliert sich diese und ordnet sich faktisch einer akribischen Dokumentation unter. Wenigstens weiß der Leser am Ende des Romans, mehr über die gewissenhafte und anstrengende Tätigkeit der Außenagenten und sieht so manches politische Thema mit anderen Augen.

„Verrat“ ist kein Highlight der Spannungsliteratur – vielleicht ein punktuelles Glühwürmchen. Es ist vielmehr ein Buch voller Fakten, dass kann ja auch gut sein, aber wenn die Ausarbeitung der Charaktere nur oberflächlich ist, die Spannung auf der Fahndungsliste auftaucht und es eigentlich doch nur ein Sachbuch ist – sieht eine spannende Unterhaltung anders aus.

Der Autor schreibt dennoch gut. Stil, Ausdruck und Sprache sehr angenehm.
„Verrat“ von Leif GW Persson ist mehr ein Sachbuch, wie ein Roman. Für seine Studenten der Kriminologie sicherlich ein Pflichtwerk, als Spannungsroman allerdings ein klassischer Versager.

Selbst die Zeichnung der Charaktere sind nicht mehr als Oberflächlich. Die Ermittlerin so verspricht es das Cover: „hart im Nehmen, entschlossen, klug – und höllisch cool – wer das geschrieben hat, könnte eine Verwandtschaft mit Pinocchio dadurch erklären, dass seine Nase nun ein ganzes Stück länger ist.

Sorry – Als Sachbuch absolut TOP, als Politthriller, oder auch Kriminalroman gesehen ist „Verrat“ nicht zu empfehlen.

Michael Sterzik


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Tags: agenten, flüchtligne, geheimdienste, islamismus, terrorismus, verrat   (6)
 

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freundinnen, geheimnisse, vergangenheit

Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit

Claire Douglas , Ivana Marinovic
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 11.06.2018
ISBN 9783328101697
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es ist in Deutschland das Debüt der britischen Autorin Claire Douglas. Ihr erster erschienener Titel: „Missing – Niemand sagt die ganze Wahrheit“ erscheint nun im Juni 2018 im Penguin Verlag. Es ist nicht der erste Roman, den die junge, ehemalige Journalistin veröffentlicht. Der o.g. Titel allerdings der Erste, der im deutschen Buchhandel erhältlich ist.

Der Titel richtet sich eindeutig auf die weiblichen Leser aus. Es geht um Freundschaft, Verrat und Lügen. Aber auch um Schuld und alte Geheimnisse, die in einer kleinen verschlafenen Küstenstadt sehr unbequem sein können. Vor Jahren verschwand Sophie in einer Nacht fast spurlos. An dem längst schon maroden, baufälligen Pier fand man einen Turnschuh. War es ein bedauerlicher Unfall, ein Selbstmord, oder wurde die junge Frau Opfer eines Mordes?

Achtzehn Jahre später erfährt die ehemalige, beste Freundin, die nun in London lebt und erfolgreich eine Hotelkette aufbaut, dass in ihrer Heimatstadt eine Leiche angespült wurde. Francesca und Sophie waren die engsten Freundinnen, zusammen mit ihren Freunden verbrachten sie viel Zeit am Strand, tanzten mit Alkohol im Blut zu den Rhythmen alter Popsongs und dachten, ihnen gehöre die Welt. Falsch gedacht.

Beunruhigt, aber entschlossen die Vergangenheit aufzuarbeiten und abschließen zu können, fährt Francesca zurück in ein altes Leben, mit alten Wunden versehen und dem Wunsch zur Ruhe zu kommen..

Die Autorin Claire Douglas muss sich unzählige Notizen gemacht haben, um das Beziehungsgeflecht ihrer Figuren, dass enorm komplex aufgebaut ist, noch logisch nachzuvollziehen zu können. Auch wenn es sich um einen recht überschaubaren Kreis der Charaktere handelt, so wirkt es manchmal allzu verwirrend. Wiederum geschickt konstruiert die britische Autorin ein abstraktes Modell von Lügen, Halbwahrheiten, Fakten und Vermutungen. Es gibt einige Verzweigungen, einige Überraschungen, die dann doch dazu führen, dass der Leser schnell begreift, was auf den nächsten Seiten, in den nächsten Kapiteln passieren wird. Die Spannung allerdings bleibt merkwürdigerweise bestehen, und das sehr stabil.

Aufgebaut ist die Handlung auf zwei zeitlichen Ebenen. Einmal aus der aktuellen Perspektive von Francesca, zu anderen lässt die Autorin die tote Sophie plaudern, die die Vergangenheit auf ihrer ganz eigenen Sicht definiert. Das funktioniert wirklich gut und lässt erahnen, wie es weitergehen könnte. Bei so vielen Andeutungen gibt es einige, ganz verschiedenen Ereignisse, die passieren könnten. Dreh- und Angelpunkt dieser ganzen Spannung ist das Verhältnis unter Freuden, nicht nur das freundschaftliche Verhältnis von Francesca und Sophie, sondern auch das mit ihren ersten, festen Freunden und ihren Eltern.

Die Szenen beschreibt Claire Douglas sehr authentisch, sehr sensibel und voller Emotionen, im negativen wie auch positiven Sinne. Es gibt nicht viel auszusetzen – einzig und alleine, dass die Überreste einer Leiche nach Achtzehn Jahren auftauchen, lädt ein wenig zum Schmunzeln ein und die Erklärung dazu, ist etwas hanebüchen.

Fazit

„Missing – Niemand sagt die ganze Wahrheit“ von Claire Douglas ist ein Roman, der das Interesse durchaus weckt, mehr von dieser Autorin lesen zu wollen.

Die Grundidee des Romans ist nicht neu, verrennt sich aber auch nicht in den klassischen Klischees, die man ggf. erwartet.

Absolut zu empfehlen – kurzweilig, interessant, spannend und nachhaltig.
Könnte ein prima Roman für Strandkorbtage sein.

Michael Sterzik 

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afrika, bristol, drogen, england, flea marley, hände, jack caffery, krimi, mo hayder, muti, ritual, ritualmord, spannung, tauchen, thriller

Ritualmord

Mo Hayder
Fester Einband: 413 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag (HC), 15.09.2008
ISBN 9783442311293
Genre: Romane

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band 5, fortstzung, historisch, reihe, serie

Der Sohn des Löwen

Mac P. Lorne
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2019
ISBN 9783426521496
Genre: Historische Romane

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kreuzzug, richard löwenherz, robin hood

Das Herz des Löwen

Mac P. Lorne
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.07.2018
ISBN 9783426521458
Genre: Historische Romane

Rezension:


Wer war eigentlich dieser Richard Löwenherz? In jedem Fall keine Legende wie ggf. Robin Hood es ist – obwohl legendär ist Richards Königsmythos. Die beiden Charaktere Robin Hood und Richard Löwenherz sind miteinander verwoben. Den Beinamen „Löwenherz“, erhielt „Richard Plantagenet“ aufgrund seines Löwenmutes, den er wahrscheinlich wirklich verdiente. Seine historische Authentizität ist oftmals etwas sehr positiv gesehen, verklärt. Richard Plantagenet ist immer noch eine herausputzende Person. Wie seine Mutter Eleonore von Aquitanien muss er eine beeindruckende Person gewesen sein – körperlich sehr groß, ein beispielloses Charisma und sicherlich auch ein entschlossener und konsequenter Entscheider. Als er König wurde deeskalierter er den Konflikt zwischen den Angelsachsen und den Eroberern aus der Normandie, mit den Hintergedanken die Kräfte seiner militärischen Pläne zu bündeln.

Ja, er war ein Stratege und hatte taktisches Talent als Heerführer und scheute sich nicht davor in der Schlacht selbst zu kämpfen, dass brachte ihm viele Sympathien bei seiner Gefolgschaft, aber ebenfalls auch bei seinen Gegnern. Mitunter und auch das ist historisch bewiesen, hatte er den Ruf impulsive Grausamkeiten zu begehen.

Richard war ein unbequemer Monarch und hatte in Europa unter Königen und Adel massive Auseinandersetzungen und Intrigen, die ihm sogar kurzfristig die Gefangenschaft bringen sollte. Mit seinem Bruder Johann Ohneland hatte er einen internen Feind, der die Gefangenschaft nutzte, um sich in England zu positionieren und die Lösegeldzahlung verweigerte, bzw. dagegen integrierte.

Mac P. Lorne – der in „Die Pranken des Löwen“ schon der Sagengestalt Robin Hood ein historisches und glaubhaftes Gesicht gegeben hat, lässt nun in seinem zweiten Band: „Das Herz des Löwen“ den berüchtigten Räuber seinem König auf den dritten Kreuzzug folgen. Diesmal steht der grüngewandte, ehemals vogelfreier Bogenschütze aus dem Sherwood Forest und seine getreuen Freunde nicht unbedingt im Mittelpunkt.

In dem vorliegenden Titel erzählt der Autor vom Leben und Sterben des berühmten Königs. Robin Hood ist zwar keine Nebenfigur, doch der Fokus richtet sich eindeutig auf die historische Figur des Richard Löwenherz. Mac P. Lorne verbindet Fiktion und Fakten meisterhaft. Auf dieser historischen Kulisse agieren die Figuren gemäß der historischen Ereignisse an der Seite Löwenherz. Die Handlung spielt anfänglich noch in England, dann lässt der Autor seine Figuren im Kreuzzug kämpfen und schließlich geht es heim – in ein unbefriedigtes England, das nahe an einem Bürgerkrieg steht.

Ein historischer Roman lädt den Autor immer ein, fiktive Figuren mit künstlerischer Freiheit zu positionieren. Das ist auch gut so – ein historischer Roman ist und bleibt kein Sachbuch, kann aber wenn der Autor mit historischen Quellen, Überlieferungen, Tagebücher usw. gut recherchiert neben einer lehrreichen Geschichte auch verdammt gute Spannung erzeugen.

„Das Herz des Löwen“ von Mac P. Lorne kombiniert Historie mit Abenteuer. Die oben genannten Fakten werden in der Handlung eingebaut und bilden damit den roten Faden. Eine atmosphärische Spannung belebt die Story und damit ist die Unterhaltung hochklassig. Die Interpretation der historischen Charaktere ist sehr positiv eingebaut. Mac P. Lorne räumt ein wenig mit dem Mythos des legendären Richard Löwenherz auf und schildert ihn gemäß den historischen Quellen als eine sehr authentische Figur, die manchmal wenig Ritterlichkeit zeigt.

Etwas allerdings übertreibt es der Autor mit der Figur seines Robin Hoods. Seine Abenteuer und auch seine persönliche Entwicklung sind manchmal etwas arg überzeichnet. Damit gehen leider einige, vielversprechende Nebencharaktere leer aus.

„Das Herz des Löwen“ ist der erste Roman des Autors Mac P. Lorne. Stellenweise merkt man es, wenn sich der Autor quantitativ zu viel vornimmt und die Geschichte ausufert. Allerdings ist der sprachliche Stil, der Ausdruck und nicht zuletzt die Spannung und das Lesevergnügen hochklassig.

Fazit

„Das Herz des Löwen“ von Mac P. Lorne ist geschichtliche Unterhaltung der oberen Klasse. Mit viel Löwenmut gibt der Autor der historischen Figur eines Richard Löwenherz auch Herz, Verstand und allerhand Grausamkeiten mit auf dem Weg.

Auch der zweite Band der Robin Hood Saga überzeugt. Pfeilschnelles Tempo, dass ins Schwarze trifft.

Michael Sterzik

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Tags: kreuzzug, richard löwenherz, robin hood   (3)
 

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Die Pranken des Löwen

Mac P. Lorne
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2018
ISBN 9783426521472
Genre: Historische Romane

Rezension:

Wer war eigentlich dieser Robin Hood? Gab es diesen englischen gesetzlosen Verbrecher wirklich in den Wäldern im Sherwood Forest, nahe der Grafschaft Nottingham? Historiker streiten noch immer um diese berühmte Figur, die sich zwischen Fakten und Fiktion in der Literatur und Film bewegt und welchem historischen Hintergrund, dieser hatte.

Unbestritten gab es im Sherwood Forest räuberische, diebische Banden, deren Mitglieder von der Gesellschaft ausgeschlossen wurden. Als Verbrecher geächtet, blieb ihnen wahrscheinlich nur die Flucht in den dichten Wald, der aber ein „Überleben“ garantierte. Wasser und Wild gab es im Überfluss, in Höhlen, oder selbst gebauten Hütten konnte man überleben. Die Banden waren mit Sicherheit keine edlen Freiheitskämpfer, die gegen die Normannen auf offenem Feld vorgingen. Es waren keine Rebellen oder edelmütige Schutzherren der Machtlosen, sie wurden zu Überlebenskünstlern und begannen aus der Not heraus Verbrechen.

Die Figur und insgesamt die Taten eines mythischen Robin Hoods werden gerne übertrieben romantisiert. Betrachtet man allerdings die Epoche, in der dieser grün
gewandete Geächtete mit seinen Freunden gelebt haben soll, so zeigt sich ein England, dass durch Bürgerkriege und überhaupt Kriege gezeichnet wurde. Die Not der einfachen, meist bäuerlichen Einwohner musste tragisch und elendig gewesen sein, aber auch Adelsfamilien mussten durch die Teilnahme an diesen Kriegen, einen hohen Blutzoll entrichten. Es muss eine Zeit der Willkür in den Grafschaften gewesen sein und sicherlich bereicherten sich die verantwortlichen Grafen und ihre Sheriffs in einigen Regionen mit hohen, individuellen Steuern und Gesetzen. Das Volk wurde ausgepresst.

Lassen wir nun die Diskussion um die Historizität eines Robin Hood. Hinter jeder Legende, jeder Sage gibt es auch Wahrheiten und Tatsachen. Es gibt unzählige Theorien, über den berühmt-berüchtigten Räuber, doch über seine Vergangenheit kann man nur mutmaßen. Historische Quellen geben hier keine Informationen preis.

Mac P. Lorne gibt in seinem erstem Band der Robin Hood Reihe, dem Freiheitskämpfer und Geächteten eine Vergangenheit. Der Autor erzählt in seinem historischen Roman: „Die Pranken des Löwen“ weitgehendstes von seinen Eltern. Sein Vater, ein Mitglied der persönlichen Leibwache, der Tochter des englischen Königs und späteren deutschen Kaiserin. Sein Enkel, der Bogenschütze Robin Hood kommt erst im letzten Drittel des vorliegenden Romans zum Vorschein.

„Die Pranken des Löwen“ ist ein historischer Roman – und sein Autor Mac P. Lorne transportiert historische Ereignisse und Personen großartig. Hinter dieser authentischen Kulisse, sind dann seine halbfiktiven Figuren brillant gesetzte Nebenfiguren. Aber keine Sorge – Historische Fakten und fiktive Charaktere werden perfekt kombiniert und harmonieren. Die Handlung befasst sich fast ausschließlich mit historischen Themen und spielt noch ausschließlich in Europa – England, Deutschland, Italien. Die englische Geschichte als Nebenprodukt gewinnt allerdings immer mehr an Gewichtung und mündet dann in Geschichten um den Bürgerkrieg, um den Kampf um Englands Krone.

Mac P. Lorne hat makellos recherchiert und diese Ergebnisse sehr lebendig auf die epochemachende Bühne befördert. Authentische Spannung, Figuren, denen man sich nicht entziehen kann und natürlich die brachiale, historische Geschichte in „Die Pranken des Löwen“ kreieren diese Interpretation des englischen Volkshelden in seinem Ursprung gesehen, brillant. Es gibt eine Menge an historisch belegten Figuren, der man folgen wird. Das Tempo der Story ist gut eingesteuert, die Spannung allgegenwärtig und verliert sich nicht in untragbare Nebengeschichten und Handlungen. Mac P. Lorne erzählt bildgewaltig und verdammt lebhaft, mit vielen lauten und leisen Emotionen und lässt nicht zuletzt auch gerne mal das Schwert aufblitzen und den englischen Langbogen singen.

Natürlich gibt es auch Figuren, die ebenfalls Teil der Legende Robin Hoods sind, Little John, Will Scarlet, Much, Bruder Tuck und natürlich Marion sind präsent. Der Langbogen und auch die klassischen Kapitel der Sage, z.B. der Stockkampf mit Little John finden Beachtung.

So muss Geschichte erzählt und nahegebracht werden – historisch belegte Figuren und Ereignisse in großartiger Kombination mit fiktiven Charakteren, die aber nicht minder authentisch wirken.

Beachtlich und sehr positiv überrascht bin ich vom Stil des Autors. „Die Pranken des Löwen“ und die Folgebände wurden schon 2014 im Verlag Dorfmeister veröffentlicht. Jetzt 2018 vom Münchner Verlag Knaur wieder veröffentlicht wird man seine Robin Hood Reihe mit seinen Werken: „Der Pirat“ und „Der Herr der Bogenschützen“ vergleichen. Mein ganz persönlicher Eindruck ist, dass in „Die Pranken des Löwen“ und auch der zweite Band, in Stil, Ausdruck, Sprache und nicht zuletzt auch der Atmosphäre besser ist, als in den neueren Romanen des Autors.

Vielleich liegt es daran, dass eine Handlung auf vier Bände gesplittet, dem Autor mehr Raum gibt um seine Figuren und die Handlung zu entwickeln. Ein komprimierter Einzelband beschränkt natürlich. Mac P. Lorne sollte ruhig mal versuchen, in Zukunft über eine historische Reihe nachzudenken. Manchmal ist ein Schritt zurück, zwei Schritte vor.

Es gibt nicht viel zu bemängeln. Dass der Autor in der Handlung einen Blick auf kommende Ereignisse wirft, zum Beispiel: Er sollte es bereuen; es sollte das letzte Mal sein usw. wirken störend und absolut überflüssig. Schmunzeln musste ich, wenn der Autor seine Figur Robin Hood von seinen wackeren Merry Man sprechen lässt. Das wird deplatziert und mitunter absolut lächerlich und lässt den Ernst ein wenig abdriften. Es fällt aber wahrscheinlich kaum auf.

Fazit

„Die Pranken des Löwen“ ist eine Auferstehung, die perfekte Reanimation einer Legende. Pfeilschnelle Interpretation eines Volkshelden, die literarisch ins schwarze Zentrum trifft. „Robin Hood“ lebt – danke Mac. P. Lorne.

Michael Sterzik

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Kate Burkholder ermittelt / Grausame Nacht

Linda Castillo , Helga Augustin
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 28.07.2016
ISBN 9783596032631
Genre: Krimi und Thriller

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avram kuyper, emilia ness, ermittlungen, filme, folter, interpol, mark roderick, mord, post mortem, profikiller, rache, spannung, thriller, untergrund, zeit der asche

Post Mortem / Post Mortem - Zeit der Asche

Mark Roderick
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.04.2016
ISBN 9783596031436
Genre: Krimi und Thriller

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entführung, goldmann-verlag, krimi, leichen, mord, schottische autoren, stuart macbride, thriller

Der Totenmacher

Stuart MacBride , Andreas Jäger
Flexibler Einband: 848 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.02.2018
ISBN 9783442485673
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es gibt Thriller, die sind fürchterlich gut geschrieben, sie sind spannend, atemberaubend einfallsreich, mit vielen Wendungen und Überraschungen. Es gibt Thriller, die dramatisch, fast tragisch sind und uns nachhaltig noch immer lange bewegen. Aber es gibt auch Thriller – die wie ein directors cut wirken, und die es nicht schaffen sich auf den eigentlichen Handlungsstrang zu konzentrieren.

Der vorliegende Titel: „Der Totenmacher“ von dem britischen Autor Stuart MacBride – ist streng genommen weniger ein Thriller, sondern ein versuchter Spannungsroman mit hoch dosierter Komik. Ja, die Grundidee klingt ja vielversprechend – eine Mumie, die auf einer Mülldeponie im schottischen Oldcastle gefunden wird und nach Röntgenaufnahmen klar wird, dass diese Mumie vor Kurzem noch gelebt haben muss...

Man kann ja über vieles diskutieren, und bestimmt vortrefflich über den manchmal sarkastischem und schwarzem Humor, der Briten, aber ein Autor sollte sich auf ein Genre fokussieren. „Der Totenmacher“ von Stuart MacBride ist überfrachtet von Humor und lässt die Spannung immer hinterherhinken. Wirklich spannend ist der „Thriller“ zu keinem Zeitpunkt. Der Humor verschlingt nicht nur die Spannung, sondern lässt auch die Charakterisierung der Figuren, deren Aufbau und Entwicklung einfach so im Regen stehen. Leider kann man über diese humoristischen Einlagen, nicht mal milde lächeln, so deplatziert wirken diese.

Weiterhin ist der Thriller mit seinen 800 Seiten einfach zu voluminös. Nach 300 Seiten hätte schon Schluss sein können. Langatmig, sich verlierend, überfrachtet mit Dialogen und Szenen, die einfach ins Leere laufen. Betrachtet man die Entwicklung der Figuren mitsamt ihren Nebengeschichten und Schauplätzen passt diese unwiderruflich ins gleiche Schema. Längen, wenig Tempo, zu dramatisch und unwirklich.

Fazit

„Der Totenmacher“ von Stuart MacBride ist ein überflüssiger Thriller. Überhaupt nicht empfehlen und eine satte Zeitverschwendung. Atmosphärisch ohne Wirkung und so langweilig, dass das Lesevergnügen nicht vorhanden ist.

Das geht besser – viel besser, wäre es ein Erstlingswerk – selbst dann könnte man es nicht verstehen und entschuldigen.

Michael Sterzik

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Tags: der totenmacher, stuart macbride   (2)
 

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dystopie, fantasy, fantasy - dystopie, fortsetzung, jugendbuch, nachlese, nachlesen, neal shusterman, reihe, scythe, spannung, thunderhead, tod, trilogie, zukunft

Scythe - Der Zorn der Gerechten

Neal Shusterman , Kristian Lutze , Pauline Kurbasik
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 14.03.2018
ISBN 9783737355070
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auch der zweite Teil der Jugendbuchreihe „Scythe – Der Zorn der Gerechten überzeugt. Der Autor Neal Shusterman hat eine Welt entworfen, ja eine Dystopie, die gar nicht so abwegig erscheinen mag, und die schon jetzt fingerzeigend auf unsere sehr aktuellen Bedrohungen, aber auch Chancen eingehen. Wie würde eine Welt aussehen, in der die Menschen faktisch unsterblich sind, es ein Grundeinkommen gibt, keine Armut, die großen Krankheiten ein für allemal besiegt?! Wohlstand und Frieden – ewige Jugend, wenn man sich möchte, unendliches Wissen und alles Leben gesteuert durch eine von Menschen geschaffene, künstliche Intelligenz. Natürlich gibt es Konflikte, andersartige Denkweisen – diese abstrakt und ggf. revolutionär erscheinen.

Und dann gibt es die Scythe – die auf allen Kontinenten entscheiden, wer nachgelesen wird – wer wirklich über den Fluss Styx gehen muss und nicht wiederkommt. Ein endgültiger Tod – eine endgültige Auslöschung....
Den Sycthe bleibt es nicht nur überlassen, wen sie töten, sondern auch mit welchen Mitteln der Tod herbeigeführt wird. Da die Hüter des Todes, auch nichts anders sind wie gewöhnliche Menschen, gibt es hier Individuen denn es Spaß macht zu töten, und andere wiederum, die ihre Aufgabe mit einer gewissen Ernsthaftigkeit, und ja Menschlichkeit ausüben.

Nach dem ersten Band „Hüter des Todes“ gehen jetzt die beiden ehemaligen Lehrlinge des Todes getrennte Wege. Citra ist zu Scythe ernannt worden und trägt jetzt den Namen „Anastasia“. Ihr Freund und Ihre Liebe, Rowan dagegen ist ausgestoßen. Man nennt Rowan inzwischen Scythe Luzifer. Er richtet diejenigen Scythe, deren Tötungen grausam, willkürlich, oder für ihren eigenen Vorteil sind. Damit stehen die beiden auf gänzlich unterschiedlichen Seiten....

Der zweite Band schließt unmittelbar an den Ersten an, es sind nur wenige Monate vergangen. Anastasia, die noch immer bei ihrer Mentorin und inzwischen Freundin Marie Curie – der Granddame des Todes lebt, nimmt ihre neuen Aufgaben außerordentlich ernst. Rown auch, nur sieht er seine Aufgabe darin, gewisse Scythe nachzulesen.

Das Sycthetum hat sich inzwischen in zwei Lager gespalten. Der traditionale Zweig sieht seine Aufgaben zum Wohle der Menschheit und hält sich an den Kodex und ihren eigenen Gesetzen. Die „Neue Ordnung“ dagegen, sehen sich als machvolle, instrumentalisierte, überlegene Hüter an, die gerne auch ihre eigenen Vorteile nutzen wollen und die überwiegend Spaß am töten haben.

Die Spannungselemente sind also gesetzt und bieten dem Leser neben einer grandiosen Unterhaltung, noch viele Denkanstöße. Gerade in Bezug auf ethische, moralische Werte, wie auch Respekt, Liebe, Treue usw. legt der Autor viel Wert.

Der vorliegende Band teilt sich allerdings diesmal in drei Handlungsstränge auf. Die Perspektiven von Anastasia und Rowan bilden den Grundstein, doch diesmal kommt auch der „Thunderhead“, die machtvolle künstliche Intelligenz hinzu. Zwar darf diese die Scythe nicht lenken, oder beeinflussen, aber trotz alledem hat er seine Meinung, und ggf. andere Mittel um einzulenken....

„Scythe – Der Zorn der Gerechten“ ist nicht so actionreich, wie der erste Band, allerdings gibt es viele Wendungen und Entwicklungen, die man nicht erwartet hat. Die Story wird demnach komplexer, da es ohnehin viele Interessengruppen und Konflikte gibt. Eine Charakterliche Entwicklung der beiden Hauptfiguren ist so weit einer der Themen, die wie schon im ersten Band weiter ausgebaut wird.

Spannend ist er allemal, aber deutlich anders – teilweise ruhiger, aber es zeichnet sich bald ab, dass hier nur der Wind gesät wird – der Sturm, ein Orkan wird den Leser höchstwahrscheinlich in Band drei präsentiert werden.

Weniger Action, dafür mehr Intrigen, mehr Politik und mehr über Themen, über die der Leser nachhaltig nachdenken wird.

Neal Shusterman schriftstellerischer Blick in die Zukunft ist neben dem Paradies, dass er beschreibt, auch eine Hölle für seine Figuren. Wünschen wir uns nicht alle eine gewisse Sorgenlosigkeit, keine materiellen, oder finanziellen Nöte und kein welkender Körper, der ggf. durch Krankheiten oder Unfälle endlich ist?! Soziale Strukturen, eine künstliche Intelligenz ähnlich wie bei „Terminator“ nur nicht so böse....großartige Themen.

Auf Risiken und Nebenwirkungen in dieser dystopischen Welt geht der Autor nur am Rande rein – so und das ist höchstwahrscheinlich gewollt, soll sich der jugendliche Leser mit den o.g. Themen beschäftigen. Er wird es – keine Sorge.

„Sycthe – Der Zorn der Gerechten“ ist ein kleiner, leiser Sturm, deren Ausläufer und spannungsvoll schon jetzt darauf vorbereiten, welcher Orkan im dritten Band erreicht wird. Hochklassiger Roman, düster, hoffnungsvoll, und wie ich den Neuigkeiten entnehmen kann, soll dieser auch verfilmt werden. Schon jetzt ein hoffnungsvoller Garant. Wenn Ihre Kinder den Band lesen sollten, greifen Sie zu und gehen erziehungsberichtigt so vor, dass diesen annektieren. Die Reihe wird Sie so oder so überzeugen. Prädikat: Wertvoll.

Michael Sterzik 

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Tags: citra, dystopie, hüter des todes, neal shusterman, rowan, schnitte, scythe, tod, zorn der gerechten   (9)
 

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ESCAPE - Wenn die Angst dich einholt

Nina Laurin , Alice Jakubeit
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.04.2018
ISBN 9783426654101
Genre: Krimi und Thriller

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70iger jahre, brennende gischt, jet set, krimi, kriminalroman, liv lammers, lokalkolorit, missbrauch, mord, mundart, pädophilie, sabine weiß, spannung, sylt, verlag bastei lübbe

Brennende Gischt

Sabine Weiß
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.03.2018
ISBN 9783404176670
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die in Hamburg lebende Autorin Sabine Weiss sich sonst literarisch im Genre „Historischer Roman“ bewegt, hat nun im Verlag Bastei Lübbe, ihren zweiten Kriminalroman „Brennende Gischt“ veröffentlicht.

Ihr erster Roman „Schwarze Brandung“ begeisterte Kritiker und Leser. Auch der zweite Band um die Ermittlerin Liv Lammers, der Kommissarin aus Flensburg, spielt auf Sylt. Mit dieser touristisch hochfrequentierten Insel verbindet die junge Polizistin ihre Kindheits- und Jugenderinnerungen, und diese waren wegen ihren tyrannischen Vater alles andere als wünschenswert. Materiell hat es ihrer Familie an nichts gefehlt, allerdings bekam Liv als schwarzes Schaf der Familie wenig Liebe und Zuneigung zu spüren. Diese alten Erinnerungen und Empfindungen werden sie auch im zweiten Band einholen, wenn sie den Mordfall auf der Insel aufklären will.

Wir können es vorab schon sagen: „Brennende Gischt“ ist ein hochspannender und atmosphärisch hochklassiger Krimi. Als eine Leiche in einem verlassenen Haus gefunden wird und dieser Todesfall sich als Mord herausstellt, ist es vorbei mit der Ruhe auf der Insel. Der Täterkreis ist sowieso durch die Größe von Sylt eingeschränkt, und als ein zweiter Mord geschieht, tuen sich menschliche Abgründe auf, die lange in der Vergangenheit liegen. Bei den Ermittlungen stößt Liv Lammers nicht nur auf alte Schulfreunde und Bekannte, sondern auch auf einen internen Feind, einen Kollegen, der die Ermittlungen manipulieren möchte.

Sabine Weiss spielt geschickt mit ihren Figuren und baut die Handlung immer weiter aus. Stufe für Stufe arbeitet sich die Story vorwärts auf und im Laufe der Ermittlungen kommt es zu vielen Verzweigungen und Ausfahrten die Überraschungen bereithalten und wie schon oben erwähnt ehemalige Freundschaften und Beziehungen in einem ganz anderen Licht stehen lassen.
Morde sind meistens Beziehungstaten – auch in „Brennende Gischt“ sind Beziehungen der Protagonisten der Schlüssel. Dadurch entstehen nicht nur spannende Szenen, sondern auch ebenfalls spannende Dialoge. Betrachtet man die Story von einer realistischen Perspektive aus, so ist diese zweifelsfrei gegeben. Ob sich die Autorin von den Drehbüchern der Tatort-Filme inspiriert hat, kann man nicht sagen – aber „Brennende Gischt“ ist ähnlich aufgebaut – nur besser. Das sich die Autorin mit den kriminalistischen Methoden der Ermittlungen befasst hat, merkt man schnell. Kommissar Zufall ist kein Kollege, der Liv Lammers bei ihren Nachforschungen behilflich ist – es ist die Hartnäckigkeit und überhaupt ihren Charakter, die den Erfolg bringt und ggf. vielleicht auch das Wissen um die Einwohner dieser beschaulichen Insel, die früher ihre Heimat war.

Apropos Heimat – „Brennende Gischt“ beschäftigt sich auch mit der Vergangenheit und der Gegenwart Liv Lammers. Auf der Insel Sylt lebt ihr Vater, ihre Schwester und ihr Neffe und die Beziehungsebene gilt nach wie vor als gestört. Um der Hauptprotagonisten mehr „Leben“ zu verleihen, lässt die Autorin ihre Hauptfigur auch privat leben. Keine Ermittlungsarbeit – sondern Vergangenheits- und Gegenwartsverarbeitung und diese ist ebenfalls nicht minder spannend wie die Morde.

„Brennende Gischt“ der spannende Roman für die kommenden Sommerferien und sollte man sich auf Sylt bewegen, so kann man auch auf den Spuren der Ermittler wandeln, denn Orts- und Straßennamen werden von der Autorin auch genannt und beschrieben. Kein kriminalistischer Reiseführer – aber die beiden Romane wecken schon die Reiselust, um Sylt vielleicht für einen Tagesauflug zu besuchen.

Fazit

„Brennende Gischt“ ist so spannend und abwechslungsreich wie die Gezeiten auf der Insel Sylt. Spannende Atmosphäre, interessante Charaktere, inhaltlich spannende Nebengeschichten. Sylt wird zu einem gefährlichen Pflaster, dass man allerdings super gerne besuchen möchte. Ich freue mich schon auf die nächsten Bände.

Michael Sterzik


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147 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

2018, ackermann, ethan cross, francis ackerman, francis ackerman jr, serienkiller, spannend, ich liebe diese reihe, ich bin, buecherseele79, gladiator, mord und totschla, francis ackerman junior, ich bin der hass, serienkiller, serienmörder, shepard-reihe

Ich bin der Hass

Ethan Cross
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 23.02.2018
ISBN 9783404176304
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es ist der fünfte Band der Reihe um den Serienmörder „Francis Ackerman jr.“ und seinem kleinen Bruder Marcus Williams, der als Agent einer Sonderbehörde, die andere Seite der Medaille ist. Waren sie anfangs noch erbitterte Gegner, hat sich das Blatt nun förmlich gedreht und diesen Wechsel hat der Schöpfer dieses ungleichen Bruderpaars Ethan Cross unerhört gut vollzogen.

Im Genre „Thriller“ tummeln sich unglaublich viele Serienmörder, Killer und sonstige Monster. Jeder Autor dieses blutigen Genres möchte an der Beschreibung von möglichst vielen bestialischen Morden in Folge seine Leser schocken. Manchmal allzu offensichtlich, manchmal viel zu platt konzentriert sich der Schöpfer dieser Storys auf blutige Brutalität, Verstümmlungen und Ekelfaktoren. Die Story gerät aus dem Fokus und verliert sich in einer Ansammlung von überzeichnetem Horror.

Die vorliegende Reihe lebt von einer recht ungewöhnlichen Beziehungskiste zwischen den beiden Brüder. Zwar unterscheiden sie sich in ihrer Berufung, aber in ihrem innersten Selbst, tragen sie eine ähnliche Bürde und haben in den Reihen ihrer ganz persönlichen Dämonen bestimme Affinitäten.

Die Entwicklung dieser beiden Figuren ist das Kernstück dieser spannenden Reihe. Physische und psychische Gewalt waren mit der Götterfunke, der ihren inneren Antrieb, das „Böse“ zu vernichten, den Antrieb gegeben hat. Marcus Williams kann seine Aggressivität kanalisieren und bändigen, sein Bruder dagegen war wie ein blanker, bloß gelegter Nerv. Francis Ackermanns Polarstern richtete sich aus, nach der Suche nach Tod, Gewalt und Schmerz.

Trotz alledem sind Thriller von Ethan Cross keine Gute-Nacht-Geschichten. Grausamkeiten gibt es natürlich, aber nicht inflationär und wenn dann gut dosiert und nicht überzeichnet. Auf der gemeinsamen Suche nach Serienmördern – Ackermann ist nun etwas geläutert, kommt auch der Humor nicht zu kurz. Besonders dann, wenn Ackermann seine „menschliche“ Seite anerkennen muss und stolzer Besitzer eines kleinen, vorwitzigen Hundes wird. Auf den Hund gekommen, ist Ackermann allerdings noch immer ein Wolf im Schafspelz und es gibt Szenen, wo sich dieser zurückhalten muss um nicht gänzlich mit Gewalt eine endgültige Lösung zu finden.

In „Ich bin der Hass“ stellte der Leser auch fest, dass Marcus Williams, sonst ein Fels in der Brandung, sehr dünnhäutig wirkt und wird. Seine berufliche Professionalität manifestiert sich immer wieder in kleinere Gewaltausbrüche.
Ackermanns Wandlung zu „hellen“ Seite wird allzu offensichtlich, auch wenn er noch immer keine Angst verspürt und hochgebildet wie er auch ist, Freund und Feind immer ein paar Schritte voraus.

Der vorliegende Band ist höchst spannend gehalten. Sicherlich ist die Story absehbar und ohne viele Wendungen oder Überraschungen, aber an Spannung verliert er zu keinem Zeitpunkt an Boden. Nicht unbedingt originell – aber alleine durch Ackermann jr, seine Überheblichkeit, seine naive Art jedermann zu nerven, und sein steinernes Selbstbewusstsein geben ihm verdammt viele Sympathiepunkte.

„Ich bin der Hass“ von Ethan Cross ist temporeich, spannend ungewohnt witzig und verfügt bestimmt noch über viel Potenzial. Eine ganz starke Reihe, die durch eine intelligente Spannung verfügt, ohne abzuschrecken. Ackermann entwickelt sich dazu, zu einem sehr sympathischen Serienmörder, der seinesgleichen in Serie umbringen wird. Die Serie ist also Programm. Weiter geht es.

Michael Sterzik 

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ärztin, historisch, historischer roman, klosterleben, kräuterkunde, lübeck, lüneburg, medizin, norddeutschland, paris, ritter, sabine weiß, starke frauenfigur, süpplingenburg, venedig

Die Arznei der Könige

Sabine Weiß
Flexibler Einband: 637 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.03.2018
ISBN 9783404176465
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Lebenserwartung im Mittelalter war gemessen an der unseren, sehr niedrig. Hatte man die 40 hinter sich, galt man als „alt“. Aber das ist relativ gesehen und natürlich davon abhängig, wie man sein Leben führte. Bauern, Gesinde, Handwerker und auch Soldaten waren alleine schon durch ihre körperlichen Arbeiten dem Grab etwas näher, wie Kaufleute, Mönche oder Menschen von Adel. Letztere hatten mehr Möglichkeiten, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen – auch damals konnte Medizin teuer sein und nicht jeder konnte sich einen Medicus, oder einen kundigen Bader leisten, geschweige denn ggf. irgendwohin reisen, um sich medizinisch versorgen zu lassen.

Medizin im Mittelalter – in Europa hinkten wir zu der Zeit den byzantinischen und arabischen Regionen weit hinterher. Hygiene, Chirurgie, Anatomie spielten schon eine wesentliche Rolle und nur sehr wenige europäische Ärzte wurden dort ausgebildet, oder befassten sich mit derartigen Schriften und sonstigen Dokumenten.

Krebs-/Herzerkrankungen, selbst Allergien konnten wenig, bis gar nicht diagnostiziert und behandelt werden. Eine Entzündung des Blinddarms, ggf. ein vereiterter Zahn konnte das Todesurteil bedeuten. Es gab einige Berufsgruppen, die sich mit der Medizin auseinandersetzen mussten. Natürlich der Medicus einer Stadt, oder eines Landkreises, ein fahrender oder auch ortsansässiger Bader besaßen rudimentäres, teils gutes Wissen. Hinter Klostermauern verbargen wahre Schätze der Naturmedizin, oder der Homöopathie in Kräutergärten. Nonnen und Mönche, mit viel angesammeltem Wissen waren als Heilkundige anzusehen. Und auch der unehrliche Henker mit seinen anatomischen Kenntnissen, war oft nebenberuflich Apotheker, oder machte vielerorts den Medicus, oder dem Bader das Leben als Konkurrent sehr schwer.

Die bekannte, in Hamburg lebende Autorin Sabine Weiß widmet sich in ihrem neuesten, historischen Roman: „Die Arznei der Könige“ – dem Thema Medizin. Sabine Weiß, die schon in ihren Romanen: „Die Hansetochter“ und „Die Feinde der Hansetochter“ bewiesen hat, übergreifend fantastisch gut und sauber zu recherchieren, gelingt es auch in ihrem aktuellen Roman, nicht nur spannend, sondern auch lehrreich zu erzählen.

Wie so oft geht es im historischen Genre um ein dramatisches Frauenschicksal. Ort und Zeit der Handlung ist Lüneburg, später dann Paris im 14 Jahrhundert. Die junge Adelige Jakoba, die nach dem Tod ihres ersten Mannes, in einem Kloster ihre Berufung als heilkundige Krankenpflegerin gefunden hat, wird von ihrem Bruder aus wirtschaftlichen Gründen zwangsverheiratet. Die selbstbewusste Frau flüchtet nach einem Unfall ihres Mannes und schließt sich dem fahrenden Krämer Arnold und seiner Frau Mona an. Im Laufe der Zeit vertieft sich ihr Wissen rund um die Medizin, die Theriak genannt wird. Schließlich gelangt sie auf Umwegen nach Frankreich, am Hofe des kranken Königs....

„Die Arznei der Könige“ von Sabine Weiß ist ein guter, spannender Roman der sich allerdings nicht auf das Basisthema „Medizin“ konzentriert, sondern sich eher mit den Behandlungsmethoden um das Medikament „Therarik“ befasst. Grundtenor ist wieder einmal, eine Frau, die ihrem Mann steht und über sich und andere hinauswächst. Die Atmosphäre des Buches ist rundweg spannend, allerdings ohne viel Höhen und Tiefen. Stabil halt. Der Grundgedanke – der rote Faden der Story entwickelt sich sehr langsam und rückt erst im letzten Drittel in den Fokus. Natürlich gibt es einige Nebengeschichten, natürlich darf auch das Element Liebe nicht fehlen, aber Sabine Weiß verliert sich nicht dabei in wohlbekannte, weitere Klischees. Als sehr schade, empfand ich es, dass die „Medizin“ als umfassendes und sehr interessantes Thema faktisch die zweite Rolle spielte. Etwas intensiver und vor allem breiter gestaltet wäre es auch für die Story an sich besser gewesen. Die Medizingeschichte, Behandlungsmöglichkeiten, Chirurgie, andere Berufsgruppen usw. – wo finde ich diese in dem vorliegenden Roman?

Ein großer Kritikpunkt ist, dass die Nebenfiguren der Hauptfigur die gesamte Show stehlen. Arnold der „fahrende“ Krämer ist vielschichtig und mit vielen Talenten und einer Vergangenheit ausgestattet, die Jakoba in die zweite Reihe schicken. Ebenfalls die Rolle von Arnolds Frau Mona, ist interessanter.

Oftmals sind die Nebenfiguren, auch der Bruder von Jakoba manchmal zu schlicht gezeichnet und viele Fragen die entstehen, werden nicht beantwortet, oder es wird nicht näher darauf eingegangen. Sehr ärgerlich ist die Verbindung, bzw. der Hintergrund von Arnold, die sich dann quasi als Haupthandlung rausstellt, ein Querverweis, den ich weder erwartet habe, den ich wenig nachvollziehen kann und mir etwas zu deplatziert wirkt.

„Die Arznei der Könige“ ist ein empfehlenswerter, kurzweiliger Roman, der nicht an die Atmosphäre der schon genannten Romane: „Die Hansetochter“ und der zweite Band herankommt. Etwas zu verfahren, einige Chancen nicht ausgespielt, die Nebenfiguren stärker als die Hauptfigur, oberflächige Betrachtung der Medizin.

Fazit

Sabine Weiß ist eine großartige Autorin und ich werde die nächsten historischen Romane sicherlich auch lesen. Es wäre einmal schön, wenn man sich von dramatischen Frauenschicksalen lösen könnte. „Die Arznei der Könige“ ist solide Unterhaltung – keine literarische Schatztruhe, eher ein schönes Bronzestück, dass die Chancen hatte mit einigen Juwelen später glänzen zu können.

Michael Sterzik

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Tags: die arznei der könige, historischer roman, lüneburg, medizin, sabine weiß   (5)
 
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