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119 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

liebe, roma, zigeuner, rabe, vergangenheit

Der Kuss des Raben

Antje Babendererde
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.03.2016
ISBN 9783401600093
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als Gastschülerin kommt das slowakische Mädchen Mila in die kleine Stadt Moorstein in Thüringen. Vieles hier ist ihr fremd, denn sie ist eine Roma und kommt aus einem ganz anderen kulturellen Umfeld. In ihrer Gastmutter und ihrer Mitschülerin Jassi findet sie verlässliche Freunde und auch der geheimnisvolle Tristan, für den Mila schwärmt, scheint großes Interesse an ihr zu haben. Als sie und Tristan endlich ein Paar geworden sind, kommt auf einmal Lucas zurück in sein Heimatdorf. Eine schon lange währende Feindschaft zwischen Tristan und Lucas flammt wieder auf und zieht Mila mit ins Chaos. Doch Mila hat auch noch ihre ganz eigenen Geheimnisse.

Meine Meinung:

Als großer Fan von Antje Babendererde habe ich ihrem neuen Buch lange entgegengefiebert. Ich habe den Kuss des Raben mit hohen Erwartungen gelesen und wurde mehr als nur zufrieden gestellt. Jede Seite habe ich verschlungen und den Roman in kürzester Zeit ausgelesen. Babendererde ist mal wieder ein Meisterwerk gelungen.

Die Geschichte von Mila ist ein bunter Mix aus Spannung, Liebe und Kultur. Wer Thriller mag ist gut versorgt, Romantikliebhaber kommen auf ihre Kosten und alles ist untermalt mit interessantem Hintergrundwissen über die Kultur der Roma und ihre Mythologie. Schauplatz ist das fiktive Örtchen Moorstein in Thüringen, was genau so wirklich existieren könnte, das sage ich als Thüringerin. Wie immer sind Babendererdes Beschreibungen malerisch, detailliert und authentisch. Sie entführt uns an die Orte des Geschehens und lässt uns eintauchen in Mythologie, Liebe und Freundschaft. Doch sie zeigt uns auch die Abgründe der menschlichen Psyche und die Gefahr, die es birgt, Vorurteile und Geheimnisse zu haben.

Am meisten jedoch besticht der Roman mit seinen Charakteren. Von Antje Babendererde nicht andere zu erwarten, sind die Hauptfiguren Mila, Tristan und Lucas authentisch und äußerst komplex. Immer wenn man denkt, alles über einen der drei erfahren zu haben, taucht ein neues Detail auf und taucht das ganze Geschehen in ein neues Licht. Ich war ständig hin- und hergerissen, wem ich glauben und trauen kann, war nie sicher, wie das alles enden könnte. Und natürlich, für mich bei einem Roman immer sehr wichtig, man schließt die Charaktere ins Herz, kann sich mit ihnen identifizieren und fiebert immer mit.

Fazit:

Mit diesem Roman hat Ante Babendererde mal wieder ein Buch geschaffen, das mich komplett vom Hocker gehauen und in seinen Bann gezogen hat. Ich kann den Kuss des Raben nur wärmstens empfehlen, sowohl für Jugendliche, als auch für Erwachsene!

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Tags: jugendbuch, lieb, mythologie, rom, romanti, spannung, thriller, thüringen   (8)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

steam punk, fantas, deutschlan, steampunk, ju honisch

Salzträume 2: origin - Preisgekrönt und aufregend anders

Ju Honisch
E-Buch Text: 608 Seiten
Erschienen bei Feder & Schwert, 14.04.2013
ISBN 9783867621601
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt:

Der zweite Salzträume – Band setzt genau an der Stelle an, an der der erste aufgehört hat. Charlotte von Sandling sitzt mit Arpad in den Höhlen des Gebirges fest. Delacroix und McMullen irren durch die Berge und versuchen ein Wesen abzuschütteln, das sie aufgeweckt zu haben scheinen.  Görenzy ist mit der Zofe auf der Flucht. Von Orven hält seine Stellung als Spion im Team unter dem bösen Magier, der die Fey jagt. Und die 3 Frauen Cerise, Corrissande und Sophie versuchen mit der Hilfe der mächtiger Wesen ihre Liebsten aus den prekären Situationen zu befreien.

Meine Meinung:

Salzträume Band 2 könnte eigentlich genau dieselbe Rezension bekommen wie der erste Band bereits. Besonders gut gefallen haben mir hier wieder die geliebtem Charaktere, mit ihren Schwächen und Stärken und Eigenheiten, die immer authentisch bleiben. Ebenso Ju Honischs Schreibstil und die Art der Dialoggestaltung haben mir auch in diesem Buch wieder sehr gut gefallen.

Die Geschichte blieb unterhaltsam, spannend und lustig. Leider streckenweise, vor allem gen Ende, recht langatmig. Auch dieses Buch, wie “Salzträume 1″ und “Das Obsidianherz” vorher, hätten durch die sich durch das Buch ziehenden Wiederholungen gut und gerne um einiges gekürzt werden können.

Fazit:

Ein gelungener, weiterer Teil in Honischs Reihe, der mit den liebgewordenen Charakteren und dem tollen Schreibstil überzeugt. Von den ersten 3 Bänden leider der langatmigste, aber trotzdem Lesevergnügen!

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Tags: deutschlan, fantas, steam punk   (3)
 

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(43)

75 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

psychologie, schizophrenie, selbstmord, depression, therapeut

Der glücklose Therapeut

Noam Shpancer , Brigitte Heinrich
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Knaus, 23.09.2013
ISBN 9783813505078
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

David Winter ist Psychotherapeut mit der Spezialisierung auf Depressionen. Tagein, tagaus kommen Menschen mit Problemen zu ihm und erhoffen seine Hilfe. Doch auch ein Therapeut kann irgendwann an einen Punkt kommen, an dem nichts mehr funktioniert und er mit seinem Privatleben völlig überfordert ist…

Meine Meinung:

Ich war von diesem Buch leider sehr enttäuscht. Wo er mit Sprachstil und Ideenreichtum glänzt, versagt Shpancer auf voller Linie beim Ausschöpfen der Potenziale. Immer wieder bietet er eine gute Vorlage um eine spannende Geschichte zu entwickeln und kratzt dann nur ganz oberflächlich daran, bis er es wieder fallen lässt. Shpancer geht übetrhaupt nicht in die Tiefe, bringt keine Idee zu Ende und beendet ein Thema jedes Mal dann abrupt, wenn gerade Spannung aufkommen will.

Die Beziehung zwischen David und seiner Frau? Abgesehen von seinen Gedanken an sie wird das kaum beleuchet.

Sein Klient Barry Long? Man ist gespannt wie die ganze Sache nun ausgeht und sieht sich am Ende dann vor genau dem stehen, was man die ganze Zeit über erwartet hat und noch weniger.

Sein Faux-pas in Bezug auf den Verlobten seiner Tochter, der sogar im Klappentext erwähnt wird (!!)? Angekratzt und fallen gelassen.

Man quält sich ewig durch seine sich ständig wiederholenden Gedankengänge, liest sich geduldig durch die Monologe seines Freundes Helprin (der allerdings wenigstens mal ein interessanter Charakter war), schafft es schließlich die ganze Urlaubsgeschichte durchzulesen um am Ende rauszufinden, dass es das schon gewesen ist. Das es kein zufriedenstellendes Ende gibt. Dass man umsonst gespannt war. Dass all die Handlungsstränge, die man beispielsweise während des Urlaubs auf Eis gelegt sah, danach auch kaum wiederfinden konte.

Zu allem Überfluss hat es David Winter auch das ganze Buch über nicht geschafft, mir halbwegs symphatisch zu werden. Schade.

Fazit:

Lustiger Titel und ansprechendes Bild, der Rest hat mich arg enttäuscht. Ich kann das Buch beim besten Willen nicht weiterempfehlen, auch wenn ich das Buch des Sprachstils und der (leider nicht zufriedenstellend aufgelösten) Handlungsstränge tapfer bis zu Ende gelesen habe.

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Tags: psychotherapeu, psychotherapie, selbstmord, shizophreni   (4)
 

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(141)

301 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 66 Rezensionen

leuchtturm, australien, liebe, drama, baby

Das Licht zwischen den Meeren

M. L. Stedman , Karin Dufner
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Limes Verlag , 23.09.2013
ISBN 9783809026198
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Der in sich gekehrte Leuchtturmwärter Tom und die fidele Isabel beginnen ein gemeinsames Leben auf der winzigen Insel Janus Rock, auf der es außer einem Leuchtturm nichts anderes gibt. Das junge Glück scheint perfekt, bis sich herausstellt, dass ihnen der Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Als Isabel schon völlig verzweifelt ist, ereignet sich plötzlich ein Wunder: An den Strand von Janus Rock wird ein Boot mit einer Leiche und einem lebendem, gesunden Baby gespült. In ihrer Verzweiflung bringt Isabel Tom dazu, den Vorfall nicht zu melden und das Baby zu behalten. Während Izzy überglücklich ist, quälen Tom schreckliche Gewissensbisse und schon bald wird das Familienglück erneut getrübt.

Meine Meinung:

“Das Licht zwischen den Meeren” ist ein unglaublich gefühlvoller Roman. Ich habe noch nie einen Roman gelesen, der so von Gefühlen getragen wird wie dieser. Der aus dem Krieg zurück gekehrte, mit Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen gequälte Tom, der von Izzy langsam wieder zurück ins Leben geholt wird und schließlich durch seine aufkeimende Vaterliebe längst verborgene Emotionen wiederfindet. Die selbstbewusste, aktive Isabel, die nach ihren Fehlgeburten in völliger Verzweiflung versinkt und mit dem Auftauchen der kleinen Lucy wieder völlig aufblüht, nur um später erneut in Depressionen zu verfallen. Die kleine Lucy, die in völliger Isolation aufwächst, nur alle paar Jahre ihre Großeltern auf Landgang sieht und sich so vollkommen auf ihre Eltern fokussiert. Die Liebe zwischen Isabel und Tom, die schwere Prüfungen überstehen muss. Die Freundschaften zwischen Tom und den beiden Seeleuten, die regelmäßig mit dem Versorgungsschiff kommen. Die verzweifelte Mutter Lucys, die ihren Mann und ihr Kind verloren hat. Isabels Eltern, die zwei Söhne im Krieg verloren haben. Der Roman ist so emotionsgeladen, wie kein anderer. Zusammen mit dem relativ einfachen, aber sehr angenehmen Schreibstil ergibt sich eine sehr gute Mischung.

Die Charaktere und deren Entwicklungen haben mich sehr fasziniert. Sie wirkten weder alltäglich, noch weit hergeholt, sie waren in ihren Taten und Gesprächen stets authentisch und alle gewannen auf ihre Weise meine Sympathie und mein Verständnis.

Nachdem der Leser in der ersten Hälfte des Buches mit guter Stimmung und Hoffnung angefüttert wird, ist der zweite Teil sehr düster gehalten und lässt nur wenige Lichtblicke durchblitzen, was allerdings auch sehr realistisch ist.

Einziger richtiger Kritikpunkt ist, dass der Roman hin und wieder Durststrecken aufweist, in denen man ruhig ein bisschen mehr hätte kürzen können. Es wird nie richtig langweilig, aber hin und wieder doch langatmig.

Fazit:

Wer auch ohne viel Action auskommt und Wert auf große Gefühle legt, ist mit diesem Buch gut beraten. Es hat mir viel Spaß bereitet und mich mit seiner Traurigkeit auf bittersüße Weise berührt.

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Tags: baby, einsamkeit, kind, leuchtturm, liebe, lügen   (6)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

deutschland, fantasy, magie, obsidianher, ju honisch

Salzträume 1: origin - Preisgekrönt und aufregend anders

Ju Honisch
E-Buch Text: 574 Seiten
Erschienen bei Feder & Schwert, 28.03.2013
ISBN 9783867621502
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt:

1865. Im österreichischen Landstrich “Ausser Land” entwickeln ein Erfinder, ein bösartiger Magier und eine handvoll Techniker eine bösartige Kriegswaffe. Verborgen im Gebirge stellen sie die Maschine fertig und brauchen nun nur noch das Brennmaterial: die mythischen Wesen, die Fey. Zeitgleich suchen der Ex-Agent Delacroix und sein Magierfreund McMullen nach dessen verschollenem Neffen und verschwinden schon bald selbst von der Bildfläche und die junge Dame Charlotte von Sandling befreit einen Feyon aus der Gefangenschaft einer Jagdgruppe und flieht mit ihm in die Berge.

Meine Meinung:

Salzträume Band 1 ist der erste Teil der Fortsetzung von “Das Obsidianherz”. Auch dieser Teil hat mich mit Honischs spannendem Erzählstil mitgerissen. Nach den ersten Seiten, während denen ich etwas Probleme hatte mich in die Geschichte hineinzufinden, war ich dann auch schon mitten drin. Ich liebe Honischs Mischung aus saloppem Stil und der etwas gehobeneren Sprache und vor allem den, meist dunklem, Humor. die fantastische Welt, die die Autorin sich erschaffen hat, verknüpft mit dem historischen Deutschland und Österreich, war wieder sehr reizvoll und hat mich die Realität vergessen lassen.

Die Charaktere, die ich in “Das Obsidianherz” so geliebt habe, sind alle wieder mit von der Partie. Jeder einzelne war sofort wieder zu erkennen und hat nichts von seinem oder ihrem typischen Charme, nichts von den typischen Verhaltensweisen eingebüßt. Die Dynamik der Dialoge hat mich, genau wie im Vorgängerroman, über die Seiten fliegen und so manches Mal schmunzeln lassen.

Einziger Kritikpunkt ist, dass Honisch sich ganz gerne mal wiederholt. Ihr Schreibstil erzeugt einen unglaublichen Lesefluss, der einen das Buch nur so verschlingen lässt, aber ab und an stolpert man über ein- und denselben Gedankengang der Charaktere und man kommt nicht umhin zu denken, dass das ruhig weggekürzt hätte werden können.

Fazit:

Ein absolut empfehlenswertes Buch, das einem mit viel Spannung und Witz in die fantastische Welt der Autorin entführt und dem Ende (leider muss man dafür Band 2 kaufen) entgegenfiebern lässt.

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Tags: deutschland, fantasy, magie, obsidianher, steam punk   (5)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

ziele, hotel, sehenswürdigkeiten, aktivitäte, malaysia

Stefan Loose Reiseführer Malaysia, Brunei und Singapore

Renate Loose , Stefan Loose , Mischa Loose , Moritz Jacobi
Flexibler Einband: 876 Seiten
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 25.03.2013
ISBN 9783770167173
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt:

Ein Reiseführer für Malaysia, Brunei und Singapore, geeignet für Individualreisende und Backpacker. Zu Beginn erhält man interessante Hintergrundinformationen über Land und Leute, Flora und Fauna, Kultur und Religion, Reisezeit, Klima und ähnliches. Fast jedes Reiseziel im Führer ist mit kurzen Infos zum Ort, den Sehenswürdigkeiten, Reisemöglichkeiten, sowie Unterkünften in verschiedenen Preisklassen und Restaurants angegeben. Am Ende des Reiseführers ist ein kurzer Sprachführer, Kartenmaterial und weitere nützliche Infos, wie zum Beispiel über Reisekrankheiten, angehängt.

Meine Meinung:

Mit dem Reiseführer von Loose war ich in Malaysia sehr gut beraten. Zu jeder Unterkunft und jedem Restaurant und natürlich vor allem zu den Reisezielen habe ich mich stets an ihn gehalten und bin damit immer bestens gefahren. Der Reiseführer ist übersichtlich gestaltet man sucht kaum etwas vergebens. Besondere Sehenswürdigkeiten sind teilweise sehr ausführlich beschrieben, sodass man recht gut abwägen kann, ob man sich wirklich dafür interessiert oder nicht. Auch die Preise sind angegeben, was bei den teils doch recht überteuerten Aktivitäten sehr nützlich war. Besonders hilfreich fand ich die Aufteilung der Unterkünfte in verschiedene Preisklassen und dass auch bei den Restaurants fast immer das Preisniveau angegeben war.

Das Kartenmaterial im Anhang war für mich sehr hilfreich, da wir in einem Mietwagen unterwegs waren. Ich hätte nicht drauf verzichten wollen! Auch die kleineren zweifarbigen Karten im Inneren es Buches (Städte, Wandergebiete) habe ich oft und gerne genutzt.

Meine Kritikpunkte sind nur, dass ich mir mehr Infos über den Nahverkehr gewünscht hätte, bzw. etwas einfacher für Orientierungslose wie mich. Und von mir aus hätten die Wertungen der Sehenswürdigkeiten ruhig etwas subjektiver ausfallen können.

Fazit:

Auf jeden Fall ein empfehlenswerter Reiseführer! Ich hab mich den ganzen Urlaub danach gerichtet und es nie bereut!

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Tags: aktivitäte, backpacker, hotel, low budget, malaysia, reise, reiseführer, sehenswürdigkeiten, wandern, ziele   (10)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

erwachsen werden, englisch, leo, außenseiter, liebe

Stargirl

Jerry Spinelli
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Random House Childrens Books, 01.05.2004
ISBN 0440416779
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Eines Tages kommt eine neue Schülerin an Leos Highschool. Sie ist außergewöhnlich, sie ist anders. Sie macht, was sie will und zieht an, was niemand sonst tragen würde. In ihrer Tasche hat sie immer ihre Ratte bei sich, in der Mittagspause sing sie Geburtstagslieder und spielt Ukulele. Stargirl, wie sie sich selbst nennt, ist etwas ganz besonderes. Anfangs tummelt sich die ganze Schule um sie und jeder hat sie gern, doch schon bald schlägt die Stimmung um und den anderen Schülern gefällt ihre Andersartigkeit nicht mehr. Leo, der sich zu dem seltsamen Mädchen hingezogen fühlt, steht zwischen den Stühlen…

Meine Meinung:

So, wie sich Stargirl von den anderen Schülern abhebt, finde ich auch das Buch an sich sehr außergewöhnlich. So ziemlich alles in diesem Roman ist übertrieben, irgendwie zu dick aufgetragen und dramatisiert, doch gerade das macht den Charme des Buches aus. Genau wie die anderen Schüler an der Schule, kann man auch als Leser einfach nicht verstehen, wieso Stargirl so ist, wie sie ist. Weshalb sie tut, was sie tut. Ein richtiges Band konnte ich zu ihr nicht knüpfen, genauso wenig wie zum Hauptcharakter Leo, aus dessen Sicht die ganze Geschichte erzählt wird. Dieses Buch lebt mehr von der Erzählung, davon außen zu stehen und zuzuhören, als davon, Teil des Ganzen zu sein. Das war für mich eine völlig neue Erfahrung, vor allem, da es mir gefallen hat.

Zudem behandelt Spinelli in diesem Buch eines der wichtigsten Teenagerprobleme, das Ausgrenzen von Mitschülern, die Intoleranz Andersartigkeit gegenüber. Meiner Meinung nach ist ihm das sehr gut gelungen. Auf seine Weise: sehr übertrieben und dramatisiert, doch gerade deshalb ist es so wirkungsvoll. Es schreit den Leser geradezu an. Fleht um Toleranz.

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und mich gefreut, mal etwas völlig anderes zu lesen und diese andere Erzählweise kennen zu lernen.

Fazit:

Wer etwas völlig anderes lesen möchte, ist mit “Stargirl” gut beraten. Ein unterhaltsamer Roman, der sich intensiv mit Toleranz und dem Mut, anders zu sein, beschäftigt. Empfehlenswert, wenn man offen für Neues ist.

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Tags: außenseiter, liebe, mobbing, mut, probleme, teenager   (6)
 

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140 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

liebe, roadtrip, jugendbuch, flucht, will

Die Geschichte von Zoe und Will

Kristin Halbrook , Beate Brammertz
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 22.07.2013
ISBN 9783453268746
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Zoe und Will brennen gemeinsam durch und lassen ihre verkorksten Leben hinter sich. Zoe, die von ihrem Vater im Suff verprügelt wird und ihm ansonsten herzlich egal ist; Will, der seit seiner Kindheit von einer Familie zur nächsten, von einem Heim zum nächsten gereicht wird. Sobald Will 18 Jahre alt geworden ist, flieht er mit seinem Auto aus der kleinen Stadt in North Dakota. Die 15-jährige Zoe, seine große Liebe, nimmt er samt gefälschtem Ausweis mit. Ein Road Trip voller großer Gefühle, Ängste und unvorhergesehener Ereignisse beginnt. Schon bald stehen Zoe und Will vor der Frage, ob ihre Liebe wirklich genug ist.

Meine Meinung:

Es fiel mir sehr schwer, mir von Kristin Halbrooks Debüt “Die Geschichte von Zoe und Will” eine klare Meinung zu bilden. Ich habe zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt und mich schließlich zu 4 Sternen durchgerungen, weil ich das Buch so schnell durchgelesen habe.

Die Geschichte ist ein typischer Road Trip. Während Zoe und Will mit dem alten Camaro durch die USA fahren erfährt man Stück für Stück mehr über die Vergangenheit der beiden im Einzelnen und auch über ihre gemeinsame Vergangenheit. All die schlimmen Ereignisse ihres Lebens, die Ängste und Träume, die die beiden entwickelt haben und die starken Gefühle, die sie füreinander hegen. Abwechselnd berichten Sie aus ihrer jeweiligen Perspektive und dabei werden Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten gut sichtbar.

Halbrook gelingt es gut, die Gefühle der beiden zu beleuchten. Es wirkt nicht aufgesetzt, wie sie immer wieder Ereignisse in die Handlung einbaut, die die Emotionen hochkochen und ausbrechen lassen. Leider steht jedoch im absoluten Mittelpunkt des Romans die unsterbliche Liebe der beiden Teenager. Sie lieben sich so sehr, dass es nicht nur den beiden, sondern auch dem Leser weh tut. Ich habe wirklich nichts gegen Romantik, ganz im Gegenteil, doch Halbrook übertreibt so sehr, dass ganze Passagen in den absoluten Kitsch abdriften. Wann sagt einem ein 18-jähriger, gewalttätiger Jugendlicher schon mal “Du schmeckst wie ein Regenbogen”? Die beiden versprechen sich so übertrieben oft, sich gegenseitig für immer glücklich zu machen und zum Lächeln zu bringen und sich von ihren Leiden zu heilen, dass es dem Leser zwangsläufig irgendwann zu viel werden muss.

Der Schreibstil von Halbrook überzeugt trotz all des Kitschees mit seinem enormen Lesefluss und auch die Spannung hält sich das ganze Buch über und nimmt zum Ende hin richtig an Fahrt zu.

Fazit:

Eine schnelle Lektüre für Zwischendurch, die zwar emotionale Tiefe, aber leider viel zu viel Kitsch an den Tag legt. Ich würde das Buch nicht weiterempfehlen, aber es hat mich gut unterhalten.

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Tags: flucht, jugendliche, liebe, pflegeheim, probleme, roadtrip, teenager   (7)
 

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

leningrad, tagebuch, 1942, blockade, hunger

Lenas Tagebuch

Lena Muchina , Lena Gorelik , Gero Fedtke
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Graf Verlag, 08.03.2013
ISBN 9783862200368
Genre: Biografien

Rezension:

Inhalt:

Das 16-jährige Mädchen Lena Muchina, lebte während der großen Leningrader Blockade 1941 – 1944 in der besetzten und unterversorgten Stadt und schrieb fast täglich ihren Tagesverlauf, ihre Gedanken, Ängste und Wünsche in ihr Tagebuch.

Meine Meinung:

Erst viele Jahre nachdem Lena Muchina ihr Tagebuch geschrieben hatte, wurde es in einem sowjetischen Archiv wiedergefunden. Nach einigen Recherchen wurde es schließlich an einen Verlag weitergegeben und dank der gleichnamigen Übersetzerin Lena Gorlik können auch wir dieses historische Tagebuch jetz lesen.

Lenas Tagebuch hat mich sehr beeindruckt. Anfangs noch völlig vom Schulalltag, ihrer Freundin und der ersten Liebe eingenommen, verlor Lena nach und nach immer mehr von ihrer naiven, kindlichen Art zu Schreiben. Das Tagebuch wurde ein Kriegstagebuch, in das sie jeden Tag die Fliegeralarme, die Beschüsse, die harte Arbeit und vor allem den Hunger eintrug. Die Besetzung Leningrads zeichnete sich vor allem durch den Hunger und die Kälte ab, die über 800 000 Menschen Leningrads das Leben gekostet hat. In dem informativen Nachwort erfährt man, dass es sogar das ausgemachte Ziel der Deutschen war, die Bevölkerung verhungern zu lassen. Kein Wunder, dass das Beschaffen von Nahrung und der elende, quälende Hunger, sowie die systematische Unterernährung Lenas Hauptthemen waren.

Lena, die ihre jugendliche Art bereits in den ersten Kriegsmonaten fast vollkommen einbüßte, zeichnete sich durch eine recht kühle Art zu Schreiben und ihre konsequente Ehrlichkeit aus. Sie schmiedet Pläne, verwirft sie, hofft und bangt und versinkt manchmal auch in ihrer Trauer und Angst. Mich hat ihr Text zutiefest bewegt und mir ein Stück grauenvolle Geschichte offenbart.

Fazit:

Der Vergleich zu Anne Frank ist, meiner Meinung nach, nicht zu weit hergeholt. Ich kann dieses Buch nur jedem weiterempfehlen.

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Tags: anne frank, belagerung, hunger, krie, leningra, russlan, tagebuch   (7)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

indochina, kambodscha, china, mekong, vietnam

Abenteuer Mekong

Andreas Pröve
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MALIK, 15.01.2013
ISBN 9783890294230
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt:

Andreas Pröve, der seit über 30 Jahren nach einem Motorradunfall querschnittsgelähmt an den Rollstuhl gefesselt ist, war wieder einmal auf Reisen. Allen Widrigkeiten zum Trotz rollte er diesmal durch Indochina, 5700 Kilometer von Vietnam bis ins Hochland von Tibet. Sein Freund Nagender, den er auf einer früheren Reise durch Indien begleitet hat, ist mit von der Partie und gemeinsam versuchen sie die Quelle des Mekong in Tibet zu erreichen.

Meine Meinung:

Wie üblich hat mich Andreas Pröve hellauf begeistert! Mit seiner charismatischen Art, viel Witz und dem angemessen Ernst beschreibt er seine Reise von Vietnam, über Kambodscha, Laos und China in das Tibetische Hochland zur Quelle des Mekong. Auf seiner Reise begegnen ihm interessante Menschen, seltsame Bräuche und Traditionen, atemberaubende Landschaften und immer wieder seine eigenen Grenzen. Seine Erlebnisse zu verfolgen, die mit wissenswerten Hintergrundinformationen gespickt sind, wird niemals langweilig und die Fotos im Mittelteil tun ihr Übriges. Schon nach wenigen Seiten packt einen das Fernweh und lässt einen bis zum Schluss nicht mehr los.

Fazit:

Wieder einmal hat Andreas Pröve alle meine Erwartungen erfüllt. Ein Muss für alle Fernwehpatienten und Abenteurer.

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Tags: china, fotograf, indochina, kambodscha, laos, mekong, reisen, rollstuhl, tibet, vietnam   (10)
 

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

england, koch, 17. jahrhunder, küche, skoobe

Das Festmahl des John Saturnall

Lawrence Norfolk
E-Buch Text: 448 Seiten
Erschienen bei Albrecht Knaus Verlag, 31.01.2013
ISBN 9783641105907
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:


England im 17. Jahrhundert. Der Junge John Saturnall ist anders als andere Kinder in seinem Alter. Er kann jedes Kraut, jede Zutat eines Gerichts nur an ihrem Geruch erkennen. So kommt es, dass er, als er nach dem Tod seiner Mutter in einem großen Gutshaus landet, schnell vom Küchenjungen zum Koch aufsteigt. Er wird immer erfolgreicher und kocht sogar für den König. Doch dann verliebt sich John in ein höher stehendes Mädchen und der Krieg bricht aus. Und dann ist da noch die mysteriöse Geschichte vom Festmahl eines Koches …


Meine Meinung:


Leider muss ich gleich vorweg nehmen, dass dieses Buch mich sehr enttäuscht hat. Von einem Wälzer mit einer solchen Aufmachung und bei diesem mysteriösen  Titel hatte ich mir wirklich weitaus mehr vorgestellt.


Ich habe “Das Festmahl des John Saturnall” hauptsächlich als langatmig, zeitweise uninteressant und teilweise sehr verworren empfunden. Die ersten 200 Seiten habe ich mich wirklich gequält, dann wurde es dank der aufkeimenden Liebesgeschichte langsam besser. Als dann wenig später der Krieg ausbrach, ich mich als Leser völlig vor den Kopf gestoßen ohne erklärendes Wort dort wiederfand und das Geschehen wieder um einiges uninteressanter wahrnahm, wäre ich fast verzweifelt. Wie froh war ich, dass der so große und bedeutende Krieg im Buch dann doch eher eine kleine Rolle einnimmt und Norfolk relativ schnell wieder zum Hauptinteresse zurückfindet.


Von den Hauptprotagonisten erfährt man meiner Meinung nach zu wenig. Zwar kennt man John Saturnalls komplette Geschichte mit all ihren Mythen, bis es mir dann irgendwann zu verwirrend wurde, aber von seiner Persönlichkeit hätte ich mir mehr gewünscht. Er riecht gut, er kocht gut und er kann schnell zornig werden. Und weiter? Von seiner Angebeteten Lucretia erfährt man noch weniger. Kratzbürstig, doch im Grunde des Wesens weich. Das war es dann auch schon.


Die kurzen Einschübe zwischen den Kapiteln, die Gerichte und Geschehen miteinander verwebt, haben mich persönlich ziemlich genervt. Genauso konnte ich nicht viel mit den ewig andauernden Beschreibungen der Speisen und den Aufzählungen der Zutaten anfangen. Mir war ja klar, dass es um ein Festmahl geht, aber das war dann doch etwas zu viel des Guten.


Überzeugt hat Norfolk mich allein mit seinem Schreibstil und den Hintergrundinformationen, die man über das England des 17. Jahrhunderts und das Leben in einem Gutshaus bekommt. Verglichen mit Auflistungen von Zutaten fallen diese jedoch ziemlich knapp aus. Den 3. Stern gibt es eigentlich nur dafür, dass ich den dicken Schinken bis zum Ende gelesen habe.


Fatit:


Wenig Spannung, dafür viel Palaver über Zutaten und Küchenabläufe. Leider trotz angenehmen Schreibstils und interessanten Infos über das Leben im Gutshaus des 17. Jahrhunderts keine Leseempfehlung.

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Tags: 17. jahrhunder, england, gutshaus, koch, küche   (5)
 

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1.301 Bibliotheken, 22 Leser, 5 Gruppen, 155 Rezensionen

dystopie, sauerstoff, jugendbuch, liebe, kuppel

Breathe - Gefangen unter Glas

Sarah Crossan , Birgit Niehaus
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.03.2013
ISBN 9783423760690
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Nach dem großen Switch leben die Menschen unter einer riesigen Glaskuppel, in die künstlich erzeugter Sauerstoff gepumpt wird. Außerhalb der Kuppel gibt es nur alte, zerfallene Städte aus der Zeit vor dem Switch, Ausgestoßene und die Rebellen. Die Freunde Quinn und Bea machen einen Ausflug in die Ödnis, mit Sauerstoffflaschen ausgerüstet und treffen auf die Rebellin Alina, die ihr Schicksal in völlig andere Bahnen lenkt.

Meine Meinung:

"Breathe - Gefangen unter Glas" basiert auf einer wirklich guten, wenn auch nicht ganz neuen, Grundidee. Nachdem auf dem Planeten alle Pflanzen ausgestorben sind und die Natur keinen Sauerstoff mehr produzieren konnte, kann man nur noch in riesigen Kuppeln leben. Dort wird man von der Firma "Breathe" mit künstlich hergestelltem Sauerstoff versorgt. Das ist dann auch so ziemlich alles, was man über Breathe, die Kuppel und den künstlichen Sauerstoff erfährt. Man tappt als Leser völlig im Dunkeln, es werden so gut wie keine Fragen beantwortet. Besonders traurig ist das, weil sich Crossan in der Danksagung für die Hilfe im wissenschaftlichen Bereich bedankt. Die große Frage ist hier, wobei sie Hilfe in diesem Gebiet brauchte. Wurden die Stellen alle rausgekürzt?

Viel schlimmer sind allerdings die Charaktere. Der Roman wird abwechseln aus der Sicht der drei Hauptcharaktere Quinn, Bea und Alina erzählt.

Quinn ist ein Premium, dem aufgrund seines Status' als privilegierter Bürger und durch seinen Vater, der ein hohes Tier bei Breathe ist, alles zufliegt. Seit Jahren ist er mit Bea befreundet, die als Second keinerlei Vergünstigungen genießen kann. Bea ist unsterblich in Quinn verliebt und nachdem dieser anfangs noch recht cool beschrieben wird, verliert er im Laufe des Buches immer mehr an Attraktivität. Seine Gedanken, sein Handeln und vor allem, was er so von sich gibt, lassen ihn mit jedem weiteren Kapitel beschränkter und unbeholfener erscheinen. Die Dialoge sind teilweise wirklich lächerlich, sobald er involviert ist. So oft habe ich mir an den Kopf gegriffen, wenn seine Gedanken geschildert worden.

Bea, die Second, besteht in ihrem Wesen fast grundsätzlich aus ihrer Liebe zu Quinn, die wie bereits erwähnt, immer schwerer nachvollziehbar wird. Während des ganzen Buches ist sie durchweg gütig und liebenswürdig (die einzigen nicht liebenswürdigen Gedanken beziehen sich auf ihre Eifersucht Alina gegenüber, womit wir wieder bei der Liebe zu Quinn wären) und irgendwann beginnt einem dieser "Engel" wirklich auf die Nerven zu fallen.

Alina, die Rebellin, ist die Figur, die einem am wenigsten nervt, aber auch hier fragt man sich irgendwann, ob sie auch noch über andere Dinge, als die Rebellion nachdenken kann. Jede Figur beschränkt sich nur einen bestimmten Aspekt, keine ist dreidimensional, keine ist greifbar. Über niemanden erfahren wir mehr, als unbedingt nötig und die Schreibstile zwischen den Dreien unterscheiden sich fast gar nicht.

Aber nicht nur die Hauptcharaktere haben mir zu schaffen gemacht. Da wären noch der allzeit sturzbetrunkene Präsident, der sich außer durch seine Alkoholsucht nur noch durch sein Lachen "Ha" auszeichnet. Und die Rebellenführerin Petra, eine herrische Ökotante, die gegenüber ihrer sogenannten "Familie" gerne Gewalt anwendet und eigentlich kontinuierlich schreit. As Sahnehäubchen bleibt dann noch die 9-jährige Jazz, die immer an Petras Seite ist, selbst herumherrscht, wie eine ganz Große und sogar (um Quinn und Bea glaubhaft wie Flüchtlinge aussehen zu lassen) zuschlägt und kratzt und schmerzende Wunden hinterlässt. Was für eine 9-Jährige!

Was die Spannung angeht, hat, meiner Meinung nach, Crossan noch am meisten geleistet. Doch wenn man ein Buch nicht gerne liest, dann rettet auch die Spannung nicht mehr viel. Zumal die meisten Geschehnisse sehr vorhersehbar waren...

Fazit:

"Breathe" ist für mich die bisher schlechteste Dystopie, die ich gelesen habe und keineswegs zu empfehlen. Da bereits in diesem ersten Teil das Potenzial kein bisschen ausgeschöpft wurde, kann ich mir gar nicht vorstellen, wie es im zweiten Teil weitergehen soll. Der Dreieckskonstellation fehlt jede Dynamik, da einem jeder einzelne auf die Nerven geht. Sehr schade!

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Tags: dystopie, freund, liebe   (3)
 

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(9.305)

11.274 Bibliotheken, 172 Leser, 6 Gruppen, 840 Rezensionen

liebe, sterbehilfe, behinderung, jojo moyes, unfall

Ein ganzes halbes Jahr

Jojo Moyes , Karolina Fell
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 21.03.2013
ISBN 9783499267031
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Die 26-jährige Louisa Clark liebt ihren Job in dem kleinen Café in de Stadt. Als der Besitzer plötzlich seine Sachen packt und das Café dicht machen muss, weiß Lou nicht, was sie tun soll. Die Gespräche beim Jobcenter sind niederschmetternd, es will sich einfach nichts finden. Doch dann wird sie als Pflegekraft ohne jede Erfahrung oder Qualifikation an den C5/C6 – Tetraplegiker Will Traynor vermittelt, der im Rollstuhl sitzt und nicht einmal die Arme richtig bewegen kann. Dieser neue Job und der bevormundende, sture Will stellen Louisas Leben nach und nach immer mehr auf den Kopf.

Meine Meinung:

Als ich “Ein ganzes halbes Jahr” in die Hand nahm, um es zu lesen, hatte ich keine großen Erwartungen. Umso erstaunter war ich, als ich Kapitel um Kapitel nur so verschlang, sodass es jetzt zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählen kann.

Jojo Moyes erzählt in diesem Roman eine wundervolle Liebesgeschichte. Sie erzählt völlig frei von jedem Kitsch und wunderbar ehrlich und realistisch. Unglaublich gefühlvoll erzählt Moyes von dieser sonderbaren, komplizierten Liebe zwischen Lou und Will.

Doch dieser Roman ist kein reiner Liebesroman. Viel mehr werden die so völlig verschiedenen Leben der beiden Hauptprotagonisten geschildert. Der launenhafte, griesgrämige Will, der nach einem Leben voller Bungee-Jumping, Extremsport und exotischen Reisen mit seinem neuen Leben überhaupt nicht zurecht kommt und niemanden an sich heranlassen will. Und Lou, die unentschlossene junge Frau mit dem extremen Kleidergeschmack, die noch nie aus England herausgekommen ist und sich vor jeglichen Veränderungen verschließt. Moyes beschreibt auf eine so berührende und nachdenklich stimmende Weise, wie sich beide Charaktere, aber vor allem der von Louisa im Laufe des halben Jahres ihrer Anstellung bei den Traynors, verändern.

Sehr gefesselt hat mich während des Lesens auch, dass ich so viel über Tetraplegiker und über Behinderte im Allgemeinen erfahren habe. Moyes vermittelt sehr viel Hintergrund- und Detailwissen über den medizinischen Aspekt mit all den Krankheiten, die bei Tetraplegikern so viel schlimmere Auswirkungen haben, als bei gesunden Menschen. Auch führt sie einen in die Gedanken- und Gefühlswelt und lässt den Leser über Dinge nachdenken, über die man normalerweise eher nicht grübeln würde. Die Beschreibung von Wills Alltag und seinen Gedanken haben mich tief berührt.

Und als ob ich sie noch nicht genug gelobt hätte, habe ich mich furchtbar in den Schreibstil von Jojo Moyes verliebt. Kein bisschen gestelzt, völlig nachvollziehbar, berührend, gefühlvoll, lustig, traurig – Moyes hat mich während des Lesen sowohl zum Lachen, zum Nachdenken und auch zum Weinen gebracht. Ich bin von ihrer Art zu Schreiben völlig begeistert und freue mich schon bald ein weiteres Buch von ihr zu lesen.

Fazit:

Eines der allerbesten Bücher, die ich je lesen durfte. So schlicht und doch so voller Gefühl. So nachvollziehbar und echt. Ich liebe dieses Buch und habe es in kurzer Zeit verschlungen. Jedem wirklich zu Empfehlen.

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Tags: behinderung, lähmung, liebe, rollstuhl   (4)
 

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(544)

953 Bibliotheken, 11 Leser, 5 Gruppen, 140 Rezensionen

schule, freundschaft, wunder, familie, august

Wunder

R.J. Palacio , André Mumot
Fester Einband: 381 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 28.01.2013
ISBN 9783446241756
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Der zehnjährige Junge August Pullmann ist anders. Durch ein sehr seltenes Gen-Defekt ist sein Gesicht seit seiner Geburt entstellt und auch die vielen Operationen, die er im Laufe der Zeit durchleiden musste, konnten daran nicht viel ändern. August, der von seiner Familie Auggie gerufen wird, war immer größtenteils von der Außenwelt isoliert, bis ihn seine Eltern plötzlich damit konfrontieren, in die 5. Klasse einer öffentlichen Schule zu gehen. Dort leidet er sehr unter den Blicken und Bemerkungen anderer Kinder, findet aber auch gute Freunde.

Meine Meinung:

Dieses Buch soll beim Lesen nicht nur Spaß machen, es soll vor allem zum Denken anregen. Dieses Ziel, finde ich, hat Palacio auf jeden Fall erreicht. Er beleuchtet ganz alltägliche Probleme, soziale Probleme, wie sie aktueller nicht sein könnten. Es geht um Äußerlichkeiten, die andere Menschen abschrecken und Dinge tun lassen, die sie unter anderen Umständen nie getan hätten. Es geht um Toleranz und Akzeptanz und darum, wie wichtig die Freundlichkeit ist.

Die Geschichte von dem kleinen, lustigen und so liebenswürdigen Jungen wird nicht nur von Auggie selbst erzählt, sondern auch von seiner liebevollen Schwester Via, von seinen Freunden und anderen wichtigen Charakteren der Geschichte. So ermöglicht uns Palacio eine Rundumsicht auf Auggie und und lässt uns ihn aus verschiedenen Augen betrachten. Dies und die Tatsache, dass Palacio einem wirklich glaubhaft machen kann, dass jeder Teil von einer anderen Person erzählt wird, haben mir an diesem Buch sehr gut gefallen. Anfangs fiel es mir noch etwas schwer mich an die kindliche Erzählweise zu gewöhnen, doch mit der Zeit habe ich es dann nur noch als sehr authentisch und eine willkommene Abwechslung zu anderen Büchern empfunden.

Alle Personen der Geschichte fand ich sehr authentisch und gut umgesetzt, die kindlichen Unterhaltungen und Gedankengänge sehr treffend geschrieben. Nur zwei kleine Kritikpunkte habe ich bei “Wunder” gefunden. Zum einen hätte ich mir zwischendurch ein klein wenig mehr Spannung gewünscht und zum anderen war mir das Ende des Buches etwas zu bombastisch und übertrieben. Dabei hat Palacio dann etwas von seiner Glaubwürdigkeit eingebüßt.

Fazit:

Die bewegende Geschichte eines ganz besonderen Jungen in einem authentischen und abwechslungsreichen Stil geschrieben. Auf jeden Fall empfehlenswert.

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Tags: erbkrankheit, freunde, gendefekt, kinder, schule, toleranz   (6)
 

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(836)

1.362 Bibliotheken, 29 Leser, 4 Gruppen, 100 Rezensionen

freundschaft, liebe, jugendbuch, briefe, leben

Das also ist mein Leben

Stephen Chbosky , Oliver Plaschka
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Heyne, 26.09.2011
ISBN 9783453267510
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Der Fünfzehnjährige Charlie beginnt sein erstes Jahr an der Highschool und hat große Angst davor. Seine ersten Erfahrungen mit Dingen wie Liebe, Rockmusik und Drogen schreibt er jedoch nicht in einem Tagebuch auf, sondern verfasst Briefe an einen dem Leser unbekannten Menschen aus seinem Umfeld. Er schreibt seine Erlebnisse, Gedanken und Gefühle nieder und offenbart sich dem Leser in jeglicher Hinsicht.

Meine Meinung:

“Das also ist mein Leben” behandelt alle Probleme, Sorgen und Ängste, jedes große Gefühl und all die kleinen, wichtigen Geschehnisse im Leben eines Teenagers. Die Hauptfigur, der anfangs 15-jährige, später 16-jährige Charlie ist kein normaler Jugendlicher. Er lebt in sich zurückgezogen, in seiner eigenen Gedankenwelt, wirkt auf Außenstehende seltsam eigenbrötlerisch. Dennoch versucht er, mehr als alles andere, am Leben teilzuhaben. Er will jede Erfahrung mitnehmen, er will ein guter Freund sein, er will alles richtig machen.  Stephen Chbosky schreibt über Charlie, über seine Familie, über seine besten Freunde Sam und Patrick, seine erste Freundin und einen bemerkenswerten Lehrer, der ihm das ganze Jahr über neben dem Unterricht Bücher zu lesen gibt, über die er Aufsätze schreiben soll. Er schreibt über jede Facette des Lebens eines Jugendlichen, lässt sich den Leser darin wiederfinden und sich an seine eigene Jugend erinnern.

Zu diesem Buch gibt es eigentlich nicht allzu viel zu sagen. Man sollte es selbst lesen, sollte an der Geschichte teilhaben, versuchen zu verstehen was mit Charlie nicht stimmt und nach und nach dahinter kommen. Der Schreibstil und die Briefform erzeugen einen wunderbaren Lesefluss, der einen das Buch in kurzer Zeit verschlingen lässt. Die Geschichte ist durch und durch authentisch und ehrlich.

Fazit:

Ein bemerkenswertes Buch über die Gedankenwelt eines Jugendlichen, welches nicht nur für Jugendliche selbst, sondern auch für Erwachsene sehr gut geeignet ist. Spannend und nachdenklich, sehr empfehlenswert.

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Tags: highschool, jugendliche, liebe, pubertät, teenager   (5)
 

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(153)

346 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 38 Rezensionen

schiffbruch, tiger, indien, abenteuer, religion

Schiffbruch mit Tiger

Yann Martel , Manfred Allié , Gabriele Kempf-Allié
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Fischer (TB.), Frankfurt, 12.11.2012
ISBN 9783596196982
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Pi Patel ist der Sohn eines Zoobesitzers in Pondicherry, Indien. Er verlebt dort eine interessante Kindheit, in welcher er nicht nur aus eigenem Interesse zum Hindu wird, sondern auch zum Christ und zum Moslem. Als die Geschäfte seines Vaters sich zum Schlechten wenden beschließt die Familie nach Kanada auszuwandern. Die Tiere werden verkauft und einige davon reisen mit der Familie auf dem Schiff Tsimtsum in die neue Zukunft. Doch das Schiff sinkt mittem im Pazifik und für Pi beginnt eine abenteuerliche Reise in einem Rettungsboot. Gemeinsam mit einem Zebra, einer Hyäne, einem Orang-Utan und dem bengalischen Tiger Richard Parker.

Meine Meinung:

Das Buch beginnt damit, dass ein Autor nach Indien reist, um sich intensiv mit seinem neuen Roman beschäftigen zu können. Dort findet er jedoch keine Ideen für die geplante Geschichte, sondern einen freundlichen Inder, der ihm offenbart, wo er eine richtig gute Geschichte finden kann. Er schickt ihn nach Kanada, zu Pi Patel. Und dieser erzählt dem Autor seine unglaubliche Geschichte. Der Einstieg aus der Sicht des Autors und auch die weiteren kurzen Einschübe des Autors haben mir sehr gut gefallen.

Im ersten Teil des Buches beschreibt Pi seine Kindheit und seine Jugend und erzählt auch über das Leben nach der Reise, als er in Kanada studierte. Ich habe in verschiedenen Rezensionen gelesen, dass dieser Teil als sehr langweilig empfunden wurde und als unwesentlich, weil alle auf die eigentliche Geschichte, die Reise, warteten. Ich hingegen habe den ersten Teil als äußerst interessant empfunden. Es schildert wie außergewöhnlich das Leben des Pi bereits vor dem alles verändernden Unglück auf dem Pazifik gewesen ist. Er schildert in diesem Teil, wie er zu den verschiedenen Religionen gekommen ist und sein Verhältnis zu den Tierem im Zoo seines Vaters. Man lernt ihn und seine Sicht auf die Dinge kennen. Meiner Meinung nach ein gelungener Einstieg, den man keinesfalls hätte weglassen sollen.

Schließlich sinkt das Schiff und das unfreiwillige Abenteuer beginnt und nimmt bis fast zum Ende des Buches den größten Teil ein. Und in diesem Teil glänzt Yann Martel nicht nur mit Spannung, sondern vor allem mit schriftstellerischer Brillianz. Ganz zu Recht wird Yann Martels Erzählkunst in den Himmel gelobt. So faszinierend, wie er das Aussehen der Tiere, den Anblick des Meeres, des Himmels beschreibt, bekommt man das Gefühl, man hätte selbst niemals richtig hingeschaut. Mit dem Beschreiben der Gedankengänge von Pi werden einem neue Sichtweisen eröffnet, durch das Geschehen und die Erlebnisse der Horizont erweitert. Selten habe ich so an den Wörtern eines Autors gehangen, wie in diesem Buch.

Eine weitere Kritik, die ich gelesen habe, war die Brutalität, die sich im Buch immer wieder findet. Ich frage mich, was diese Leser erwartet haben, als sie ein Buch begannen, in dem ein Junge mit wildenen Tieren zusammen auf einem Rettungsboot gefangen ist. Es ist kein Kinderbuch und daher doch eher unwahrscheinlich, dass die Tiere irgendwann anfangen zu sprechen und sich alle lieb haben… Für Kinder ist “Life of Pi” tatsächlich gar nicht geeignet. Wenn Martel Brutalität und Schrecken beschreibt, nimmt er kein Blatt vor den Mund, alles andere wäre auch nicht glaubhaft erschienen. Meiner Meinung nach hat er genau den Punkt getroffen, in dem man schockiert und erschüttert ist, ohne es zu übertreiben.

Fazit:

Dieses faszinierende Buch kann ich jedem, der etwas für Sprache und Spannung übrig hat, nur wärmstens empfehlen! Lest es und betrachtet die Welt durch Yann Martels Augen. Nur für Kinder ist es nicht geeignet.

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Tags: indien, reise, religion   (3)
 

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(1.156)

1.770 Bibliotheken, 36 Leser, 7 Gruppen, 278 Rezensionen

krebs, liebe, tod, freundschaft, krankheit

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

John Green , Sophie Zeitz
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.07.2012
ISBN 9783446240094
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Hazel Grace ist 16 und hat Krebs. Ihr Lunge kann nicht mehr selbsständig atmen und so muss sie, wo sie geht und steht, immer ihre Sauerstoffflasche dabei haben, die Schläuche in der Nase. Eine Chance auf Heilung besteht nicht, aber sie kämpft darum ihr Leben zu verkängern. In der Selbsthilfegruppe, in die sie ihrer Mutter zuliebe geht, trifft sie den charmanten Augustus und eine wundervolle Liebesgeschichte beginnt.

Meine Meinung:

Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem der Autor so gekonnt zwischen Humor, Sarkasmus und Traurigkeit wechselt. John Green hat mich zum Lachen und zum Weinen gebracht und mich mit seiner poetischen Sprache absolut begeistert. Noch nie habe ich einen Autor sprachlich so übertreiben sehen, ohne es übertrieben zu finden.

Beide Hauptcharaktere, Hazel und Augustus (Gus), sind unglaublich stark gezeichnete, interessante und dreidimensionale Figuren. Man glaubt schon nach wenigen Kapiteln sie richtig gut zu kennen, kann ihr Denken und Fühlen nachvollziehen und wird hin und wieder doch überrascht. Man leidet und man liebt mit den beiden, als wären sie enge Vertraute.

Die Geschichte hat mich absolut mitgerissen und gefesselt, es wird nicht eine Sekunde langweilig oder uninteressant.

Fazit:

Absolut empfehlenswertes Buch, das einem zum Lachen und zum Weinen bringt. Wundervolle Sprache!

  (2)
Tags: krebs, liebe   (2)
 

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(771)

1.529 Bibliotheken, 17 Leser, 4 Gruppen, 181 Rezensionen

dystopie, liebe, prinz, casting, selection

Selection

Kiera Cass , Sibylle Schmidt
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Sauerländer, 01.02.2013
ISBN 9783411811250
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

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(34)

78 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

frankreich, widerstand, deportation, freiheit, 2. weltkrieg

Kinder der Hoffnung

Marc Levy , Bettina Runge , Eliane Hagedorn
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 24.03.2010
ISBN 9783426500200
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Frankreich in den Vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Der 18jährige Raymond und sein Bruder schließen sich der Wiederstandsgruppe “Résistance” an, die zum größten Teil aus Kindern und jungen Erwachsenen besteht. Gemeinsam sprengen Sie Gebäude, in denen sich Nazis oder die kollaborierende französische Miliz aufhalten, üben Attentate auf deren Anrührer aus uns sabotieren Züge und Waffen. Doch eines Tages wird die Bewegung verraten und die Freunde werden gefangen genommen. Raymond, sein Bruder und einige andere Mitglieder der Wiederstandsbewegung werden nach einem schrecklichen Aufenthalt in einem Gefängnis in einen Zug gesteckt und fahren scheinbar endlos unter entwürdigenden Bedingungen durchs Land.

Meine Meinung:

An dieses Buch, welches in der Ramschecke für 2,99€ zu erwerben war, hatte ich keine allzu hohen Ansprüche. Beim Lesen wurde mir jedoch schnell klar, dass diese unglaubliche Geschichte in der Ramschecke alles andere als gut aufgehoben war.

Marc Levy hat in diesem Buch die Geschichte seines jüdischen Vaters Raymond, seines Onkels Claude und die von vielen anderen Mitgliedern der 35. Brigade aufgeschrieben. Relativ nüchtern und schockierend ehrlich und detailgetreu beschreibt er das Leben der jüdischen und ausländischen Kinder in Frankreich in der NS Zeit. Er schildert die Missionen der Kinder, die gefährlich und tollkühn sind und vergisst dabei auch nicht die zweifelhafte Moral der Taten zu beleuchten. Er schildert die Gedankengänge seines Vaters, während er seinen Teil zur Bekämpfung der Nazis und der Miliz beiträgt – mit Gewalt und Tod. Mädchen und Jungen fühlen sich verpflichtet Offiiziere zu erschießen und ganze Gebäude in die Luft zu jagen.

Besonders beeindruckt hat mich Levys Schreibstil, mit dem er so übergangslos die grausamen Taten der Brigade beschreibt, ganz alltägliche Probleme beschreibt und auf das Miteinander der so unterschiedlichen Menschen eingeht.

Mich hat das Buch sehr gefesselt und berührt und mich an einer Zeit teilhaben lassen, die ich glücklicherweise nicht miterleben musste. Ein paar Seiten weniger hätten es allerdings auch getan, hier und da hätte ich besonders ausführlich beschriebene Missionen gerne etwas gekürzt gesehen.

Fazit:

Eine schockierende und berührende Geschichte über mutige Kinder, die aufeinmal zu schrecklichen Taten in der Lage sind und trotzdem niemals ihre Zusammengehörigkeit und Hilfsbereitschaft vergessen. Sehr zu empfehlen, auch wenn an einigen Stellen ruhig hätte gekürzt werden können.

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Tags: deportation, frankreich, juden, krie, nationalsozialismu, rebellen, widerstand   (7)
 

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(2.142)

2.672 Bibliotheken, 22 Leser, 6 Gruppen, 59 Rezensionen

japan, geisha, liebe, kultur, schicksal

Die Geisha

Arthur Golden ,
Flexibler Einband: 572 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (TB), 05.12.2005
ISBN 9783442735228
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:
Die dreißiger Jahre in Japan. Die neunjährige Chiyo und ihre ältere Schwester leben mit ihrer schwerkranken Mutter und dem Vater in einem kleinen Fischerdorf. Eines Tages verkauft sie der Vater aus seiner Not heraus und die beiden werden nach Kyoto gebracht. Während ihre Schwester in ein Prostituierten-Viertel gebracht wird, kommt Chiyo in eine Okiya und soll nach den ersten Monaten als Dienerin zu einer echten Geisha ausgebildet werden. Auf Ihrem Weg zu diesem Ziel stellen sich Chiyo immer wieder Hindernisse in den Weg, meist durch die Geisha des Hauses, die hinterlistige Hatsumomo. Auf diesem Weg begegnen Chiyo, die späte den Namen Sayuri annimmt, nicht nur viele bedeutende Männer, die sie unterhalten soll, sondern auch der eine, der ihr Herz erobert und den zu erreichen sie sich zum Lebensziel macht.

Meine Meinung:
Mit diesem Roman ist Arthur Golden ein wahres Meisterwerk gelungen.
Beeindruckend gut recherchiert, beschreibt Golden genau das Leben einer Geisha in der Weltwirtschafrskriese, der Kriegszeit und der Zeit danach. Man erfährt sehr viel über die Ausbildung einer Geisha. Detailliert wird beschrieben, was für Pflichten einer Geisha nachzugehen hatte, in welchen Gebieten sie unterrichtet wurde, wie sie sich schminkte, kleidete und lebte. Ohne langweilig informierend zu klingen, beschreibt Golden genau, wie ein unterhaltsamer Abend zwischen Geishas und vornehmen Herren abläuft, welche Zeremonien vorgenommen werden. Auch erlangt man Einblick in das Leben von Geschäftsleuten, insbesondere aus der Wirtschaft. Immer lässt er diese Informationen so in das Geschehen einfließen, dass der Leser nicht herausgerissen oder gelangweilt wird. Man wird eingeführt in die fremde Kultur und die vergangene Zeit und kann alles um sich herum vergessen.
Weiterhin glänzt Golden durch eine beeindruckende Sprache. Sein Schreibstil liest sich sowohl flüssig, als auch anspruchsvoll. Immer wieder glänzt er mit bildhaften Darstellungen, ohne es je übertrieben oder unpassend wirken zu lassen. Ich glaube im ganzen Buch gibt es keinen Satz, der mir nicht gefallen hätte. Jedes Wort scheint auf das andere abgestimmt zu sein und doch klingt Golden niemals gestelzt oder bemüht.
Obschon Arthur Golden ein Mann ist, versteht er es auf einfühlsame Weise sich nicht nur in die Rolle einer Frau hineinzudenken, sondern auch in die eines Mädchens, einer heranwachsenden Jugendlichen und vor allem einer Geisha. Möglicherweise geht ihm das ein oder andere Gefühl oder ein Gedanke abhanden, wie sie einer Frau gekommen wären, doch das fällt einem schlichtweg nicht auf. Er versteht es aus der Ich-Perspektive von Chiyo und Sayuri so überzeugend zu schreiben, dass man schnell vergisst, das Werk eines männlichen Schriftstellers in der Hand zu halten.
Mit einer von Anfang bis zum Ende durchgezogenen Spannung hat es Golden geschafft, mich das Buch kaum aus der Hand legen zu lassen. Obwohl das Buch sehr von Gefühlen und Gedanken der jungen Geisha getragen wird und so viel Wissen vermittelt, wird die Spannung niemals abgeschwächt.

Fazit:
Ein unglaublich tiefsinniges, spannendes Buch in einem der besten Schreibstile, die ich je gelesen habe. Unbedingt weiter zu empfehlen!

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823 Bibliotheken, 7 Leser, 3 Gruppen, 45 Rezensionen

katastrophe, atomkraftwerk, jugendbuch, tod, atomkraft

Die Wolke

Gudrun Pausewang , Jens Schmidt
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.01.2016
ISBN 9783473580149
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Schreckens-Szenario in Deutschland. In dem Atomkraftwerk nahe Fulda gibt es einen Super-GAU und eine atomare Wolke verseucht ein riesiges Gebiet. Die 14-jährige Janna-Berta ist mit ihrem kleinen Bruder allein zuhaus, ihre Eltern und das Baby befinden sich in unmittelbarer Nähe des Werks. Mit den Fahrrädern versuchen die beiden Kinder der Wolke zu entkommen.

Meine Meinung:
Gegen Schullektüre habe ich eigentlich prinzipiell Vorurteile, aber “Die Wolke” zählt zu den Büchern, das man meiner Meinung nach unbedingt in der Schule durchnehmen sollte. Gerade in der heutigen Zeit ist es sehr wichtig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und mit den möglichen Folgen eines Super-Gaus konfrontiert zu werden. Genau das schafft Pausewangs Roman erschreckend gut. Dieser Roman ist so ehrlich, so schockierend und könnte jederzeit Realität werden. Mich hat die Geschichte von Janna-Berta trotz sehr einfach gehaltenem Schreibstil so sehr gefesselt, dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe und ich war so vertieft in das ganze Szenario, dass ich tatsächlich eine ganze Weile danach noch schlechte Laune hatte.

Fazit:
Ohne große Reden zu schwingen: Sehr empfehlenswert und meiner Meinung nach absolut gerechtfertigt Schullektüre!

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

historik, indianer, historischer roman, weiße, pauline francis

A World Away

Pauline Francis , Ian McNee
Fester Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Kosmos, 04.01.2010
ISBN 9783440121450
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
1586. Von einer britischen Expedition in das amerikanische Gebiet Virginia wird das Indianermädchen Nadie nach England gebracht. Dort muss sie sich an das neue Leben und die Verachtung der in der Hafenstadt Plymouth gewöhnen. Doch schon bald lernt sie den jungen Schmied Tom kennen und die beiden verlieben sich. Hin- und hergerissen zwischen ihrer Heimat und Tom entscheidet sich das Paar schließlich mit der nächsten Expedition zurück in die Neue Welt zu segeln. Doch dort kommt alles ganz anders als erwartet.

Meine Meinung:
Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieser Roman konnte mich leider nicht begeistern. Die 2 Kaffeetassen bekommt “A World Away” dafür, dass Pauline Francis laut ihrem eigenen Nachwort sehr auf ihre Recherchen gestützt hat und vieles aus der Zeit 1586-87 übernommen hat. So zum Beispiel indianische Völker, Orte, teilweise sogar Personen. Auch für einige Ideen gibt es von mir etwas Anerkennung.
Der Rest jedoch hat mich schlichtweg enttäuscht. Der Schreibstil liest sich in der ersten Hälfte des Buches irgendwie seltsam distanziert, wogegen er in der zweiten Hälfte sehr übertrieben und dem Leser gegenüber irgendwie aggressiv wirkt. Es wird abwechseln aus Nadies und aus Toms Sicht erzählt, wobei sich die beiden völlig gleich lesen. Manchmal musste ich wirklich überlegen, aus wessen Sicht da gerade geschrieben wird. Die Liebesszenen triefen vor Kitsch und viele Gefühle, Handlungen und Unterhaltungen wirkten für mich sehr unrealistisch und weit hergeholt. Weder mit Nadie, noch mit Tom bin ich während der Geschichte richtig warm geworden und die Nebencharaktere werden recht oberflächlich abgehandelt, weswegen auch dort keine großen Sympathien entstehen konnten.
Am schlimmsten fand ich eigentlich den Schluss. Der war zwar im Gegensatz zum Anfang erfrischenderweise spannend, war aber, meiner Meinung nach, sehr übertrieben dramatisch und ist mit all den Geschehnissen und dem großen Tamtam in die letzten Seiten mit aller Gewalt nur so hineingequetscht worden.

Fazit:
“A World Away” ist für mich leider absolut kein empfehlenswertes Buch, kann aber durchaus neugierig auf die damalige Zeit und die indianische Kultur machen.

http://keeweekatbooks.wordpress.com/

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463 Bibliotheken, 5 Leser, 13 Gruppen, 103 Rezensionen

tod, krebs, monster, trauer, krankheit

Sieben Minuten nach Mitternacht

Patrick Ness , Siobhan Dowd , Bettina Abarbanell , Jim Kay
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei cbj, 29.08.2011
ISBN 9783570153741
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Der dreizehnjährige Conor lebt allein mit seiner Mutter in einem Haus, von dem aus man auf einen Friedhof mit einer großen, alten Eibe sehen kann. Als Conors Mutter an Krebs erkrankt und ständig ins Krankenhaus muss, erwacht diese Eibe zum Leben und sucht den Jungen jede Nacht sieben Minuten nach Mitternacht heim. Doch es ist nicht die Eibe, vor der Conor sich fürchtet, sondern der Albtraum, aus dem er jede Nacht schweißgebadet aufwacht.

Meine Meinung:
“Sieben Minuten nach Mitternacht” ist ein außergewöhnliches Buch. Der Protagonist ist ein Dreizehnjähriger, dennoch käme ich nicht auf die Idee zu behaupten, dass es sich dabei um ein Kinder- oder Jugendbuch handelt.
Die Aufmachung des Romans ist sehr gelungen. Die Illustrationen von Jim Kay sind gespenstisch, stimmungsvoll und einfach nur passend. Sie führen den Leser in die Welt der Albträume und Monster. Auch der Umschlag und die Gestaltung des Buchdeckels sind einfach fantastisch.
Conors Geschichte, die Patrick Ness nach der Idee der verstorbenen Siobhan Dowd geschrieben hat, ist unglaublich emotionsgeladen und berührend. Sie beschreibt die Gefühle, die Ängste eines Jungen, dessen Mutter todkrank ist und auch seine Art, damit umzugehen. Jede Nacht hat er einen schrecklichen Albtraum, den er niemandem anvertraut. Doch die Eibe, die ihn immer nach diesem Traum besucht, möchte diese Geschichte hören. Und so erzählt sie selbst ihm 3 Geschichten, die für Conor schrecklich unfair und verwirrend sind, um ihn auf seine eigene vorzubereiten. Das hat mir sehr gut gefallen.
Auch das Leben Conors in der Schule wird beleuchtet, wo er aufgrund der Krankheit seiner Mutter von allen gemieden wird. Außer von 3 Jungs, die ihn jede Pause schikanieren. Doch es scheint so, als würde Conor das gar nicht anders haben wollen. Auch hier kommt wieder die Eibe ins Spiel und offenbart ihm seine wahren Gefühle.
In einem interessanten Schreibstil und so berührend, dass ich während des Lesens weinen musste, führt Ness durch die Gefühlswelt, die Tage und vor allem die Nächte von Conor. Die Geschichte begegnet einem durchgehend spannend und ehrlich und strotzt vor Kraft.

Fazit:
Mich hat das Buch schlichtweg umgehauen, zumal ich anfangs der Meinung war, ein Kinderbuch in Händen zu halten. Ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen, als einen Roman, der zum Nachdenken anregt.

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rollstuhl, indien, reisen, hinduismus, religion

Erleuchtung gibt's im nächsten Leben

Andreas Pröve , Andreas Altmann
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 18.06.2012
ISBN 9783492404488
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt:

Wieder einmal ist es Indien, das Andreas Pröve wie magisch anzieht. Immer wieder bereist er dieses verrückte, chaotische und wunderschöne Land. Immer wieder begegnen dem Rollstuhlfahrer neue Abenteuer. Diesmal ist er, teils allein, teils mit seinem indischen Freund Nagender, auf den Spuren der Spiritualität unterwegs. Er besucht Tempel, begegnet Pilgern und versucht Indien aufs Neue besser zu verstehen.

Meine Meinung:

Lange habe ich diesem Buch entgegen gefiebert, bis ich es endlich lesen konnte. Die beiden Vorgänger habe ich bereits genießerisch verschlungen und auch dieses Mal bin ich wieder ganz in der indischen Welt versunken.

Andreas Pröve schreibt mit einem wunderbar erfrischendem, humorvollen und oft auch zum Nachdenken anregenden Schreibstil. Mit den Anekdoten seiner Reise schafft er ein Gleichgewicht aus den witzigen Begegnungen, dem erschreckenden Alltag mit all der Ungerechtigkeit, der Korruption, den armen Verhältnissen in den Slums; und den religiösen und gesellschaftlichen Hintergründen seines Lieblingslandes. Er schafft es immer wieder, mich völlig in der indischen Kultur versinken zu lassen. Jedes Mal aufs Neue fühle ich mich, als wäre ich selbst dabei gewesen. Und genau wie in dem Vorwort von “Erleuchtung gibt’s im nächsten Leben” bereits angekündigt wird, schafft Pröve es auch in diesem Buch wieder die Sehnsucht nach der Welt im Leser wach zu rufen. Beim Lesen packt mich jedes Mal das Fernweh und die Reiselust.

Wie in jedem seiner Berichte fügt sich auch in diesen stimmungsvoll der Fototeil in der Mitte des Buches, in dem Pröve sein fotografisches Talent unter Beweis stellt. Atemberaubende Farbaufnahmen von Begegnungen, Landschaften und dem verrückten Alltag Indiens steigern die Lust auf das Land – jedenfalls bei mir!

Etwas, was mir bei diesem Buch zum ersten Mal aufgefallen ist, ist jedoch, dass ihm das Unbeschwerte im Schreiben etwas abhanden gekommen ist. Irgendwie habe ich so manches Mal den Druck herauslesen können, den er vielleicht verspürt hat. Deswegen die halbe Tasse Abzug.

Ein wenig gestört haben mich auch die Einschübe, in denen es um seinen Unfall und seinen Weg in den Rollstuhl ging. Einfach, weil ich es ja bereits kannte. Da es für Quereinsteiger aber wirklich gut ist, gibt es dafür auch keinen Abzug von mir.

Fazit:

Wieder ein sehr gelungenes Buch von Adreas Pröve, dem ich wunderbar in eins der schönsten Länder dieser Welt folgen und mich darin verlieren konnte. Ich kann es nur wärmstens jedem weiterempfehlen! Pröve-Fans können die Rückblicke zum Unfall ja einfach überspringen.

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ddr, berlin, liebe, freundschaft, jugend

Am kürzeren Ende der Sonnenallee

Thomas Brussig
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.06.2001
ISBN 9783596148479
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:
Micha Kuppisch wohnt in Berlin, in dem kürzeren Ende der Sonnenallee und das bedeutet, er lebt in der DDR und direkt an der Mauer. Er ist in die schöne Miriam aus seiner Schule verliebt und buhlt, gemeinsam mit der ganzen Schule und auch einigen Westdeutschen, um ihre Gunst. Mit seinen Freunden Mario, Brille und Wuschel lebt er den normalen Wahnsinn des Alltags.

Meine Meinung:
Dieses Buch und der dazugehörige Film sind unglaublich bekannt und werden gerne auch mal im Deutschunterricht behandelt. Deshalb war ich schrecklich enttäuscht, dass ich mit dem Roman so gar nicht warm wurde.
Sicher sind die ganzen Details über das Leben an der Mauer in der DDR sehr interessant, doch die Erzählweise, die ganze Geschichte war für mich einfach nur langweilig. Die ganze Zeit über, bis zu den letzten Seiten vor dem Schluss, hatte ich das Gefühl als Unbeteiligte neben dem Geschehen zu stehen. Das ist etwas, was bei einem Buch für mich gar nicht geht. Der einzige rote Faden der Geschichte besteht darin, wie Micha sich um Miriam bemüht, fast alle anderen Ereignisse hätten genauso gut in einer anderen Reihenfolge angeordnet sein können und niemand hätte es bemerkt. Der Autor springt von einem Erlebnis zum anderen und dabei bleibt der Lesefluss und das Interesse auf der Strecke, zumal einiges auch schlichtweg uninteressant und belanglos erscheint.
Der Schreibstil hat mir an manchen Stellen ganz gut gefallen, aber grundsätzlich tut er sich für mich nicht sonderlich hervor.

Fazit:
Für eingefleischte DDR-Geschichten-Fans vielleicht ganz nett. Ich jedoch habe mich selten bei einem so kurzen Buch so gelangweilt. Leider nicht empfehlenswert.

http://keeweekatbooks.wordpress.com/

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