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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

band 1

You Are Wanted

Arno Strobel
E-Buch Text
Erschienen bei Edition M, 17.03.2017
ISBN 9781477827291
Genre: Sonstiges

Rezension:

Lukas Franke ist ein junger, erfolgreicher Eventmanager in einem Berliner Hotel. Ein Berlin-weiter Stromausfall ändert sein Leben. Lukas muss nach kurzer Zeit feststellen, dass er gehackt worden ist und ihn jemand aus einem ihm unbekannten Grund diskreditieren will.

Die Polizei verdächtigt ihn einen Anschlag zu planen und auf Drängen des Unbekannten gerät er immer tiefer in etwas, das er nicht mehr kontrollieren kann.

Es ist eine der neuen Grundängste in diesem Jahrhundert – der Verlust der digitalen Identität durch Hacker. Wenn man aber dann auch noch als Verbrecher dargestellt und erpresst wird, ist der Albtraum perfekt.

Parallel zur auf Amazon Prime gezeigten 6-teiligen Serie wurde das Buch vom bekannten deutschen Krimiautor Arno Strobel von Amazon auf den Markt gebracht. Gerade am Anfang gleichen sich beide Umsetzungen. Sind es zunächst nur Kleinigkeiten, werden am Ende immer mehr Unterschiede deutlich.

Das Buch vermittelt meiner Meinung nach einen tieferen Einblick in die Hintergründe, die Gedankenwelt der Protagonisten. Außerdem unterscheiden sich die Motive der Handelnden zum Teil deutlich.

Was mir weniger gefallen hat, war der Szenenhafte Aufbau des Buches, der sehr an die Serie erinnerte. Längere, weniger abgehackte Kapitel wären mir hier lieber gewesen. Obwohl besser als in der Serie, fehlt es auch weiterhin an Tiefe der Figuren – die Geschichte wird in so schneller Abfolge erzählt, dass Atmosphäre und Hintergrund zu kurz kommen – 50 bis 100 Seiten mehr und man hätte mehr reißen können.

Auf der Haben-Seite steht eine spannende und rasant-packende Geschichte, die eines Thrillers würdig ist. Dass der Handlungsort Deutschland ist, gibt eine gute fühlbare Nähe zum Geschehen. Die Bedrohung und daraus resultierende Ohnmacht der Charaktere ist zum Greifen nah.

Was würde ich nun empfehlen, das Buch oder die Serie? Kommt ganz darauf an. Eigentlich kann man mit beidem nicht viel falsch machen. Kurzweilige Unterhaltung mit interessantem Thema trifft auf einige, verschmerzbare Lücken.

Gibt das Buch einige weitere Hintergründe und bietet die besseren Wendungen, so ist die Serie mit ihren Schauspielern und der Bildgewalt, vor allem gegen Ende, ebenso empfehlenswert.

So bleibt mir an dieser Stelle nur zu sagen, dass es wohl Geschmackssache des Konsumenten ist, welche Fassung er bevorzugt. Wie in meinem Fall gelesen und geschaut zu haben, ist auch kein Fehler und gibt wohl das beste Bild.

Das Buch auf  jeden Fall verdient sich, wie die Serie auch, 4/5 Sternen.

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(52)

101 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

freundschaft, new york, armut, drogen, laura schroff

Immer montags beste Freunde

Laura Schroff , Alex Tresniowski
E-Buch Text: 305 Seiten
Erschienen bei Diana Verlag, 05.10.2015
ISBN 9783641166601
Genre: Biografien

Rezension:

Auf das Buch bin ich auf der Leipziger Buchmesse quasi mit der Nase gestoßen wurden. Es lag in der Nähe eines anderen Buches, welches mich reizte.

Kurz nach der Messe landete es in meinem Briefkasten und wurde noch am gleichen Tag angefangen. „Immer montags beste Freunde“ erzählt die Geschichte zweier sehr ungleicher Menschen, die sich zufällig treffen und – entgegen aller Vorzeichen – Freunde werden. Immerhin trennen beide nicht nur viele Jahre, sondern auch der gesellschaftliche Hintergrund. Arm und reich; jung und alt …

Die Geschichte der Freundschaft hätte mit Sicherheit sehr berührend, sehr bewegend sein können. Wenn … ja wenn die Geschichte anders erzählt worden wäre.

Zum einen hat mich gestört, das viel mehr von Laura’s Vergangenheit die Rede war als von dem Verhältnis der beiden. Ich hätte gerne gewusst, warum sie das alles tut. Warum hilft sie einem unbekannten Kind? Was erwartet sie sich davon und was erwartet Maurice?

All das blieb für mich sehr im Hintergrund. Wie erleben eigentlich nur, wie Laura sich selbst „beweihräuchert“. Wie es immer heißt „durch mich hat er das erste Mal ….“ und „ich habe ihm …. gekauft“. Sicher, sie hat all das für ihn getan und wenn sie das nicht erzählen würde, wäre es kein Buch geworden. Aber man hätte – mit Sicherheit – das alles auch anders rüberbringen können, ohne die ständigen Wiederholungen. Aber das ist, so habe ich mir sagen lassen, typisch amerikanisch. Sich selbst in den Himmel heben.

Jede Kindheit hat ihren Garten, einen verzauberten Ort,
an dem die Farben leuchtender sind,
die Luft weicher
und jeder Morgen verheißungsvoller ist als alle zuvor.

(Elizabeth Lawrence) [Seite 132]

Mich hat es extrem gestört, das eigentlich eher Laura im Vordergrund stand und nicht die Freundschaft.

Gestört hat mich auch, das Laura immer von ihrem „Freund“ Maurice erzählt, er aber zum Beispiel bei ihrer Hochzeit nicht erwünscht war, nicht eingeladen wurde. Wenn er wirklich zu ihrem Leben gehört, hätte er auch an diesem Tag zu ihr gehört

Der zweite Knackpunkt für mich ist die Erzählweise. Gerade bei den „Einblendungen“ in das Leben von Maurice, in seinen familiären Hintergrund, wirkten die Worte so kalt, das nichts von der Stimmung und dem harten Schicksal an mich herangekommen ist. Es konnte mich emotional einfach nicht berühren.

Dennoch fand ich die Geschichte sehr schön, zeigt es doch dass man einfach mal hinschauen soll. Das man einfach mal machen soll, anstatt immer zu denken und wegzuschauen.

Die Covergestaltung hat mir sehr gut gefallen, ist sie doch sehr schlicht gehalten. Und im den Innenseiten findet man Abbildungen von Fotos, die Laura und Maurice zeigen.

Von mir bekommt das Buch, auf Grund der Kritikpunkte, gute 3 von 5 Punkten

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Widerspruch zwecklos oder Wie man eine polnische Mutter überlebt

Emmy Abrahamson , Fritzi Haberlandt
Audio CD
Erschienen bei HÖRCOMPANY, 04.03.2013
ISBN 9783942587525
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Alicja ist 15 und lebt zwischen zwei Welten. Sie wohnt mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder in Schweden und führt ein gutes Leben. Ihr Vater ist Schwede, aber ihre Mutter ist Polin und das vereinfacht ihr Leben nicht wirklich. Mit ihrer typischen Art blamiert Beata ihre Tochter ein ums andere Mal, sodass Alicja bereits eine lange Liste mit Dingen hat, die sie akzeptieren muss, eben weil sie eine Polnische Mutter hat.

Die Geschichte erzählt den Alltag, die Erlebnisse und vor allem die Gedankenwelt einer 15-Jährigen die einen Sommer erlebt, der sie durch Höhen und Tiefen im Leben eines Jugendlichen führt. Ein Besuch des Papstes in Schweden, eine Stippvisite in Polen, eine Polnisch-Schwedische Hochzeit, der nicht enden wollende Besuch von Polnischen Verwandten – für einen Sommer ganz schön viel, was man erst einmal verkraften muss, neben der Tatsache, dass man eine Polnische Mutter hat.

Was ich erwartet habe, kann ich im Nachhinein nicht mehr sagen. Was ich aber bekommen habe war eine Komödie, nah am Klamauk, der so ziemlich alle Eigenheiten der Polen auf die Schippe nimmt. Zwar waren die lustigen, skurrilen und teils absurden Erlebnisse von Alicja und ihrer Verwandtschaft recht nett, aber vor allem ging es anscheinend darum, die Polen kräftig durch den Kakao zu ziehen. Glücklicherweise spielt das Buch in Schweden und wurde von einer Schwedin geschrieben – in Deutschland hätte es wohl für mehr als nur Verstimmung gesorgt.

Die Polen: Sie klauen, sie schmuggeln, sind (alle) erzkatholisch, arbeiten bevorzugt schwarz, zerkochen jegliche Speisen bis zur Unkenntlichkeit, schmeißen nie etwas weg (irgendjemand aus der Verwandtschaft könnte es ja gebrauchen), trinken und benehmen sich einfach nur peinlich. So oder so ähnlich lassen sich große Teile der Geschichte zusammenfassen. Wirklich witzig ist das nicht, werden doch nach und nach alle Klischees bedient. Doch neben diesem Punkt steckt auch eine nette Teenager-Geschichte drin, über Familie, Freundschaft und erste Liebeleien.

So richtig hat mich das Hörbuch nicht vom Hocker gerissen. Sicher, die lustigen Anekdoten waren ganz OK, aber weder entwickelt sich eine Tiefe, noch war ich über weite Strecken einem Lachkrampf erlegen – Situationskomik und verbaler Slapstick sind treffende Umschreibungen. Lichtblick war die sehr authentische Vertonung durch Fritzi Haberlandt, die vor allem mit guter Aussprache der Polnischen Namen, Begriffe und Redewendungen glänzte.

Mein Fazit: Gutes Hörbuch, aber zum Totlachen? Nein. Vielleicht bin ich ja humorbefreit, aber mehr als mäßige 3 von 5 Sternen sind hier an den Haaren herbei gezogen. Zum nebenher hören und abschalten sehr gut geeignet, wer zu viel erwartet wird aber enttäuscht.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

zwei wege, hamburg, schottland, leicht zu lesen, manuela inus

Auch donnerstags geschehen Wunder

Manuela Inusa
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.03.2017
ISBN 9783734103513
Genre: Liebesromane

Rezension:

Mit ihrem Buch „Jane Austen bleibt zum Frühstück“ hat Manuela Inusa mich im vergangenen Jahr quasi um den Finger gewickelt und mir schöne und angenehme Lesestunden bereiten können. Daher habe ich mich sehr auf ihr neues Buch „Auch Donnerstags geschehen Wunder“ gefreut, zumal es ja auch in Schottland spielt. Schottland ist für mich ein absolutes Wunsch-Reiseziel und daher können mich Bücher, die dort spielen, leichter faszinieren.

Nun muss ich aber auch sagen, dass es mir sehr schwer fällt, diese Rezension zu schreiben. Denn ich mag die Autorin auch menschlich sehr.

Dennoch muss ich ehrlich gestehen, ich bin mit dem Buch nicht warm geworden und habe mich irgendwann nur noch zwingen müssen zum lesen bzw. hab teilweise dann auch nur noch quer gelesen.

Der Anfang war sehr vielversprechend: die Protagonisten waren sympathisch und auf Grund ihrer Macken auch authentisch. Der Schreibstil der Autorin gewohnt flüssig, humorvoll und leicht zu lesen. Bis zu einem gewissen Punkt.

Bis ich auf einmal darüber stolperte, das zwei Kapitel gleich waren und doch irgendwie auch nicht. Ich war irritiert, aus dem Lesefluss gebracht und kam ab dem Moment überhaupt nicht mehr mit der Geschichte klar.

Ab hier spaltet sich nämlich das ganze – die Geschichte nimmt zwei unterschiedliche Wege – so nach dem Motto „was wäre wenn“. Und genau das hat, in meinen Augen und meiner Meinung nach, die Geschichte kaputt gemacht.

Wahrscheinlich liegt es an mir, das mir der ständige Wechsel und die „Was wäre wenn“-Option im Buch nicht gefallen hat. Bisher hatte ich so etwas noch nicht und bin daher total durcheinander gekommen. Daran haben auch die unterschiedlichen Kapitelüberschriften nichts ändern können.

Ansonsten kann ich sagen, der Ansatz der Geschichte nicht schlecht war und es wahrscheinlich sogar viel Spaß gemacht hätte, zu erleben, wie Marianne den passenden Deckel zu ihrem Topf findet. Mir hätte die Geschichte mit einem Erzählstrang viel besser gefallen.

So kann ich dem Buch leider nur 3 von 5 Sternen geben.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

das neue geheime tagebuch des hendrik groen, hendrik groen, roman, tanztee, amsterdam

Tanztee

Hendrik Groen , Wibke Kuhn
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Piper, 20.03.2017
ISBN 9783492058278
Genre: Romane

Rezension:

Endlich ist er da, der zweite Teil des Tagebuches aus der Feder des rüstigen Senioren Hendrik Groen und wie bereits „Eierlikörtage“ konnte mich auch „Tanztee“ von der ersten bis zur letzten Seite begeistern.

»Man bereut in erster Linie Dinge, die man nicht getan hat.« (Seite 11)

Nach einem Jahr Pause nimmt uns Hendrik Groen wieder mit in das Altenheim in Amsterdam, wo er lebt und mit seinen Freunden aus dem Club „Alt aber nicht tot“ (kurz Alanito) dort ganz schön für Furore sorgt.

Das Tagebuch lässt sich, auch wenn es tägliche Einträge und kein „Fließtext“ sind, herrlich flüssig lesen. Das liegt auch an dem Schreibstil des Autoren. Mit sehr viel Eigenironie, Sarkasmus, aber dennoch mit viel Fingerspitzengefühl lässt uns Hendrik Groen teilhaben an seinem Leben im Altenheim, an den großen und kleinen Problemen von ihm und den Bewohnern. Wir werfen einen Blick auf die Zustände die in so einem Heim herrschen; auf die Bewohner aber auch auf die Heimleitung und die Betreuer. Wir erfahren, mit welchen Hindernissen alte Menschen zu kämpfen haben.

»Studien haben gezeigt, dass ein Mensch mit achzig glücklicher ist als mit vierzig. Mit vierzig ist man an seinem Glückstiefstpunkt. Da macht man sich sowohl Sorgen um seine Eltern als auch um seine Kinder, und der Job sorgt für zusätzlichen Stress.«

(Seite 19)

Wir erleben einen Stromausfall mit; sind dabei als der Fahrstuhl stecken bleibt; erleben das Weihnachtsessen.

Aber nicht nur diese Themen kommen in dem Buch vor. Der Autor wirft auch einen kritisch-sarkastischen Blick auf das Weltgeschehen, kommentiert wichtige Ereignisse in seiner ganz eigenen Art.

Das Tagebuch hat viele Facetten, die das Buch so lesenswert machen: es ist berührend und traurig, lustig und lebensbejahend, sehr interessant geschrieben.

»Im Allgemeinen komme ich schon ganz anständig durchs Leben, aber gestern hatte ich wirklich einen schlechten Tag. Ich war müde und kurzatmig, es ging mir elend. „Alt werden ist wie Schiffbruch erleiden“, sagte Präsident de Gaulle, und der ist ja bloß achtzig geworden. „Man hängt doch ein bißchen in den Seilen des Lebens“. sagte Graeme neulich mit einem breiten Grinsen. Ich hatte die Vision von zwei steinalten Boxern mit zu großen Handschuhen, die zu müde waren, um überhaupt noch mal aus ihrer Ecke zu kommen.« (Seite 95)

Der Autor nimmt sich selber nicht so richtig ernst – seine Mitbewohner erst recht nicht. Es sind viele bekannte Gesichter aus dem ersten Teil dabei, neue kommen hinzu und es gibt auch Figuren, die uns im Laufe des Buches verlassen.

Der Club Alanito macht weiter – auch alte Menschen am Ende ihres Lebensweges wollen noch etwas erleben – und so beschließen sie, regelmäßig essen zu gehen. Neue Restaurants, neue Geschmacksrichtungen zu entdecken. Diese Ausflüge haben mir besonders gut gefallen, zeigen sie doch, dass man nicht immer in ausgetretenen Pfaden bleiben muss, sondern auch im Alter ein Recht (und die Lust) auf neues, auf Neuentdeckungen hat.

»…. Es war einer von diesen Tagen, an denen man das Leben
wie einen Sandsack hinter sich herschleifen muss.« (Seite 293)

Ein ernstes Thema im Buch ist natürlich der Tod – der ist im Altenheim immer präsent. Hendrik macht sich Gedanken über das selbstbestimmte Sterben. Diese Möglichkeit wird in kleineren Nebenabschnitten immer mal wieder aufgegriffen und hab mich sehr zum Nachdenken gebracht.

In dem Buch soll das Altsein nicht glorifiziert werden. Das Buch soll das Altsein bzw. Altwerden mit all seinen Facetten zeigen. Und es soll zeigen, dass sich das Leben lohnt. Das man dem Leben auch im hohen Alter noch schöne Stunden abgewinnen kann.

»Der Sinn des Lebens ist die Lust aufs Leben.« (Seite 424)

Auch wenn mittlerweile klar ist, das Hendrik Groen ein Pseudonym ist und er kein 83-jähriger Senior aus einem Heim ist, so hat mir das Buch wieder schöne und berührende Lesestunden bereitet.

Von mir bekommt das Buch 5 von 5 Sternen.

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Heart Bay - Bedrohliche Vergangenheit

Stefanie Ross
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 16.03.2017
ISBN 9783736300774
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es ist einmal mehr geschehen: Da wartet man monatelang auf ein neues Buch seiner Lieblingsautorin. Wartet voller Ungeduld auf die Fortsetzung einer Reihe. Und dann? Dann kommt das Buch endlich „angeflattert“, man schlägt es auf und … gefühlt …. sofort wieder zu. Fertig. Ausgelesen. Und nun?

So in etwa ging es mir auch diesmal. Ich habe lange auf die Fortsetzung der Reihe gewartet, habe auf den Showdown hingefiebert, mich auf den Lesegenuss gefreut. Im Hinterkopf natürlich wie immer die Frage, ob es Stefanie Ross wieder schaffen kann.

Die Story war gewohnt rasant, spannend, romantisch und humorvoll. Die Charaktere waren gut durchgedacht, menschlich und lebensnah beschrieben.

Für mich war das Lesen des Buches wie ein nach Hause kommen. Zurück zu lieben Freunden. Ich habe mich gefreut, wieder dabei zu sein.

Ein Highlight war dabei für mich das Auftauchen von Luc, meinem absoluten Lieblingsakteur der Ross-Bücher. Wo er auftaucht, fliegen die Fetzen (und die Kugeln), es ist Action pur angesagt und man hat das Gefühl, einen lang vermissten Freund endlich einmal wiederzusehen.

Im 3. Teil wird ein drittes Problem gelöst. Hier schafft es Stefanie Ross wieder, das man von Anfang an mitleidet und mitfiebert. Ich konnte Ella so gut verstehen. Ich wäre auch stinksauer auf meinen Bruder gewesen, wenn er so einen Mist verzapft hätte. Aber ich hätte auch genauso für ihn versucht zu kämpfen. Ella war sehr authentisch, gerade mit ihrer Wut und Hilflosigkeit. Und Rick als Autor … er gab uns einen Blick in die Gedankenwelt seines Berufes, wenn um die Unsicherheiten geht. Gefällt das Buch? Passt es? Er gibt uns einen kleinen Einblick wie es ist, wenn der Abgabetermin immer näher rückt und das Buch einfach nicht wachsen will.

Auch er hat mir sehr gut gefallen.

Meine Lieblinge: Scott und Shadow. Wenn ich diese Szenen gelesen habe, wo sie am Stand toben, dann war ich live dabei. Dann habe ich das fröhliche Bellen gehört und habe ihnen direkt zugesehen. Das spricht für die Sprachgewaltigkeit der Autorin. Für ihre Art, Dinge so zu beschreiben, das man sie förmlich miterlebt.

Die Geschichte von Ash, Paul und Rick ist damit zu Ende, aber ich glaube, es ist noch nicht alles zu Ende erzählt. Vielleicht sehen wir die drei mit ihren Mädels einmal wieder. Vielleicht erfahren wir, wie es ihnen ergangen und ist vielleicht hat auch Charles mal wieder in einem der neuen Bücher einen Auftritt.

Das ist – in meinen Augen – nämlich das Schöne an den Büchern von Stefanie Ross. Liebgewonnene Personen tauchen immer mal wieder in anderen Büchern, in anderen Reihen von ihr auf.

Mir bleibt zum Abschluss nur noch zu sagen: Danke liebe Stefanie Ross für den Lesegenuss und ich vergebe dem Buch 5 von 5 Sternen.

Reihenfolge

Band 1: Letzte Hoffnung
Band 2: Mörderische Geschäfte
Band 3: Bedrohliche Vergangenheit

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

hexe, kristina günak, elionore brevent, humor

Küss mich, Kater!

Kristina Günak
E-Buch Text
Erschienen bei null, 30.03.2017
ISBN B06XYMQF5T
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das erste Buch, das ich im April gelesen habe … das war ratzfatz ausgelesen. Wie immer bei den tollen Büchern von Kristina Günak. Die sind etwas fürs Herz, mit einer kleine Prise Fantasy (weil Hexen etc. eine Rolle spielen) und viel Humor :-)

Küss mich Kater ist der mittlerweile 6. Teil der Hexen-Serie von Kristina Günak und ich sehne jeden Besuch im Hegewald, bei Elionore Brevent (Eli) und ihren Freunden regelrecht herbei.

Diesmal muss Eli nicht sich retten – diesmal muss sie ihrem „Kater“ Vincent helfen und Pax, ihrem Vater.

Das heißt aber nicht, das dieses „ruhigere“ Buch, dieser „ruhigere Geschichte“ das Buch langweilig macht. Ganz im Gegenteil. Jetzt, wo ich das Buch gelesen habe, würde ich sagen: es ist das beste Buch der Reihe.

Warum? Es ist emotional einfach der Hammer. Man wird auf eine Achterbahn der Gefühle geschickt. Man hat Momente, die so zauberhaft schön sind, dass man einfach nur aufseufzen kann und verzückt in die Weltgeschichte blickt. Und dann gibt es Momente, wo die Tränen nur so kullern, das man schniefend nach einem Taschenbuch greift.

Kein Problem, wenn man gemütlich auf der Couch sitzt. Aber nicht, wenn man unterwegs ist und mitleidig angeschaut wird.

Faszinierend für mich ist die Kunst, Figuren lebendig zu machen. Eine Figur so zu erschaffen, dass man nicht müde wird, immer wieder Geschichten zu lesen. Das man nicht müde wird, immer wieder etwas Neues zu erhoffen. Solche Figuren hat Kristina Günak erschaffen können. Sie schüttelt diese Kunst, an denen andere Autoren mühelos scheitern,  scheinbar ebenso mühelos aus dem Ärmel.

Zum Schreibstil der Autorin muss ich gar nichts groß schreiben:

Er ist flüssig, witzig, humorvoll und schräg. Er vereint romantische Momente mit den gefühlvoll-traurigen. Er ist temporeich – schließlich steht Eli unter ihrer „Lieblingsdroge“ Kaffee und ist dabei so manches Mal „hibbelig wie ein Eichhörnchen“.

Für  mich ist jede Geschichte aus dem Hegewald ein heim kommen zu lieben Freunden, ein Besuch auf den ich mich immer wieder aufs Neue sehr freue.

So freue ich mich natürlich das es mit der Reihe weitergehen wird. Bis dann Band 7 kommt, lese ich wohl alle Bücher noch einmal von vorne.

Für Band 6 kann und werde ich 5 von 5 Sternen vergeben. Danke liebe Kristina Günak, für den Lesespaß.

Reihenfolge der Serie:
Band 1: Eine Hexe zum Verlieben
Band 2: Engel liebe gefährlich
Band 3: Jaguare küsst man nicht
Band 4: Verliebt, verlobt … verhext
Band 5: Ein Drache kommt selten allein
Band 6: Küss mich Kater

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

lustig, freunde, psychiater, trennung, liebeskummer

Liebe mich, wer kann!

Julia Bähr
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.12.2016
ISBN 9783734104015
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das rosafarbene Buch mit den zwei süßen Pinguinen auf dem Cover ist das zweite Buch der Autorin, welches ich gelesen habe.

Das Cover war auch das, was mich als erstes bei dem Buch angesprochen hat. Danach kam der Klappentext und da ich den locker-leichten Schreibstil von Julia Bähr durch das Buch „Sei mein Frosch“ noch gut in Erinnerung hatte, griff ich gerne zu.

Leider konnte mich dieses Buch nicht so gut überzeugen wie ihr Erstlingswerk. Irgendwie wimmelt der Markt derzeit von Büchern nach dem Schema „Frau wird verlassen und muss sich neu orientieren“, so dass es hier keinerlei Überraschungen gab und auch nicht geben konnte. Auch wenn ich das irgendwie gehofft hatte.

Das Buch lässt sich auf Grund des ansprechenden Schreibstils der Autorin gut, flüssig und schnell lesen; man fliegt durch die Seiten und wird gut unterhalten. Es ist ein nettes Buch zwischendurch.

Die Hauptfigur Greta war nett gezeichnet, man kann sie gut in ihren Handlungsweisen verstehen, auch wenn sie mir manchmal irgendwie auf die Nerven gegangen ist.

Ihr Ehemann … na zu dem sag ich mal nix. Der ist in meinen Augen ein Ekelpaket und ich hätte vielleicht noch ganz andere E-Mails an ihn geschrieben. Er wurde wie der „typische“ Politiker dargestellt und kann daher gar kein Sympathieträger sein.

Am herrlichsten war Katka. So eine Freundin an Deiner Seite und das ganze Geschehene ist nur halb so schlimm. Sie hat eine so herzerfrischende Art, ich konnte bei ihren Szenen sehr oft einfach nur lachen.

Besonders gut gefallen hat mir, das sie sich – im Gegensatz zu Greta – selbst nicht so ernst nimmt.

Nicht wirklich überzeugen konnte mich das überstürzte Ende. Das Problem habe ich in der letzten Zeit öfters festgestellt. Während sich die Geschichte manchmal zieht, an einigen Stellen ausufert und zu sehr ausgedehnt wird, kommt das Ende immer viel zu schnell und wirkt stellenweise überhastet und damit unausgereift.

Etwas, was ich sehr schade finde und was so manches Mal einfach den Leseeindruck nachhaltig stört.

Ich vergebe für dieses Buch 3 von 5 möglichen Sternen.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

dritter und letzter teil

Daughters of Darkness: Lara

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Romance Edition, 03.02.2017
ISBN 9783903130241
Genre: Romane

Rezension:

Es ist mal wieder soweit … mein Kaffee wird kalt und die Straßenbahn kann gar nicht weit genug fahren. Doch diesmal war ich schlauer. Oder auch nicht? Ich hab das Buch Großteils auf der Couch liegend gelesen – da konnte nix passieren. Den letzten Rest wollte ich in der Wanne lesen — und ich kann euch sagen, kaltes Wasser ist dann doch nicht mehr so toll. Buch ausgelesen, Wasser kalt und das Abendessen stand auf dem Tisch 

Fragt man sich am Anfang des Buches bange, ob es der Autorin gelingt, wieder Spannung zu erzeugen, wieder zu fesseln, so ist man am Ende des Buches geflasht und sagt nur: JA. Sie kann es. Sie hat es wieder geschafft. Sie hat mich in die Geschichte hineingezogen, mitgerissen und begeistern können. Sie hat es geschafft eine Geschichte zu entwickeln, die zwar stark mit den Hunters verwoben ist, aber auch eigenständig zu lesen ist. Ihr packender Schreibstil ist wie immer eine wahre Freude.

Ein großes Plus von Bianca Iosivoni sind die Charaktere, die sie in ihren Büchern zum Leben erweckt. Sie sind gut gezeichnet, charakterstark und lebensecht. Es sind Menschen wie du und ich – mit Stärken und Schwächen, mit Vergangenheit und Sehnsüchten. Es sind Menschen mit Tiefgang.

Die Story war spannend, gut durchdacht und mit einigen Wendungen. Auch wenn ich von Anfang an den richtigen Riecher hatte, wer der Böse ist in dem Spiel, war es schön mit anzunehmen wie sich die Geschichte entwickelt und wie weit die einzelnen Protagonisten gehen, um zu erreichen was sie wollen.

Man vergisst beim Lesen die Zeit, wird durch den Schreibstil so gepackt und gefesselt, das man immer weiter lesen will. Man taucht immer tiefer ein, leidet mit. Man lacht mit den Protagonisten, schnaubt unwillig, zieht die Augenbrauen und staunt einfach nur.

Es werden interessante Charaktere eingeführt, wo ich kaum glauben kann, dass die Geschichte nicht weitergeht. Schließlich hätten auch sie ihre eigene Geschichte verdient. Aber wie sagt man so schön: man soll aufhören wenn es am schönsten ist.

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40 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

heyne verlag, hund, bailey, reise, leben

Bailey - Ein Freund fürs Leben

W. Bruce Cameron , Edith Beleites
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2017
ISBN 9783453504011
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch ist ein süßes, herzerwärmendes und zum dahinschmelzen geeignetes Buch. Das liegt nicht an irgendwelchen sexy Protagonisten, die schießend die Welt retten und dabei noch eine Frau davon überzeugen, der Richtige für sie zu sein.

Es liegt nicht an Settings, die außergewöhnlich sind oder etwas mit Schokolade oder ähnlichem zu tun haben. Es liegt nicht an Handlungen, die erotisch oder spannend sind.

Es liegt an Bailey. Einem Hund, der den Sinn seines (Hunde)Lebens sucht. Ein Hund, der immer wiedergeboren wird.

Dieses Buch schafft es, den Leser, wenn er sich darauf einlässt, durch viele Gefühle zu jagen. Man lacht, ist glücklich und freut sich mit Bailey. Man ist traurig, leidet und weint mit ihm. Man begleitet den Hund auf der Suche nach dem Sinn, durch viele verschiedene Hundeleben und durch viele verschiedene Familien.

Darauf einlassen muss man sich als Leser auf jeden Fall auf das Buch. Mir ist es zum Anfang schwer gefallen, in die Geschichte hineinzukommen. Das lag meines Erachtens an zwei wesentlichen Punkten, an einem bin ich dann auch noch selber schuld.

Punkt 1: die Erzählweise. Hier wird aus der Sicht des Hundes erzählt, was für mich als Leser ein wenig gewöhnungsbedürftig war. Aber nach dem ich nach einigen Kapiteln daran gewöhnt hatte, ging es sogar ausgesprochen gut. Über ein paar kleinere logische Fehler konnte ich gut hinweg sehen.

Punkt 2 war mein Fehler. Ich habe das Buch gelesen, nach dem ich den Film im Kino gesehen habe. Leider habe ich nur sehr wenige direkte Parallelen zum Film gefunden. Die Geschichte stimmt zwar im Rahmen, aber Szenen aus dem Film habe ich hier umsonst gesucht.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt war für mich das Ende. Man wartet immer darauf, das sich Bailey und Ethan wiederfinden. Während aber die anderen Geschichten im Buch sehr viel Raum einnehmen, wird dieses Wiedersehen dann auf wenigen Seiten „abgehandelt“. Hier wurde meines Erachtens das Buch viel zu schnell und viel zu abrupt zu Ende gebracht.

Die Charaktere des Buches sind durchweg sehr stimmig gezeichnet, man kann sich gut in sie hineinversetzen. Aber das Highlight ist natürlich Bailey – und durch den Film vorher hatte ich ihn auch immer geistig vor mir gesehen.

Alles in allem ist es ein Buch, das für Hundeliebhaber und Tierfreunde insgesamt gut geeignet ist. Es lässt sich doch recht flüssig lesen und so manches Mal denkt man sich: Ich will auch einen Hund.

Von mir bekommt das Buch auf Grund der Kritikpunkte 3 ½ von 5 Punkten.

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45 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

motorrad, reisebericht, christopher many, weltreise, overlander

Hinter dem Horizont rechts

Christopher Many
Flexibler Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Delius Klasing, 12.09.2016
ISBN 9783667105639
Genre: Sonstiges

Rezension:

Eigentlich war dieses Buch eine Art Spontankauf meiner Frau. Sie dachte, naja vielleicht gefällt es mir ja. Es geht um einen Motorradfahrer und um Reisen – das könnte passen.
Was soll ich sagen: Es passte wunderbar! Die über 500 Seiten des „Reiseberichts“ waren mir eine Freude zu lesen.

Warum betone ich das Wort „Reisebericht“ so? Weil es das nicht wirklich beschreibt. Klar, es geht um die Reise von A – Deutschland nach B – Australien. Aber das ist nicht das Wesentliche. Es geht auch um eine Lebensauffassung, eine Einstellung. Es geht um den Menschen Christopher Many und wie er als Overlander Menschen, Landschaften und Lebenseinstellungen begegnet.

Man erfährt nicht, in welche Bar man in welcher Stadt unbedingt gehen muss, sondern welchen Reiz welche Landschaft auf IHN hatte.

Wenn ich es beschreiben müsste, dann wäre es wohl ein Reisetagebuch mit Informationen gespickt, immer kritisch von beiden Seiten betrachtet und Lust machend, die Welt kennenzulernen.

Mit jeder Menge Hintergrundwissen gespickt beschreibt der Autor das langsame Reisen als Form des modernen Nomadenlebens. Und dabei räumt er mit vielen Vorurteilen auf. Vorurteile über bestimmte Länder, Menschen und Landschaften, aber auch über ihn als Langzeitreisenden.

Ich habe mir nur wenige Anmerkungen zwischendurch gemacht – zu sehr fesselte mich das Buch. Aber eine Passage muss ich hier zitieren. S. 380/1 (Kambodscha)

„Eigenartigerweise gibt es ein Gerücht um meine Person und um Reisende mit einem ähnlichen Lebensstil, das ähnlich zählebig ist wie das andere, ich sei ein glühender Umweltschützer. Viele Leute glauben nämlich, dass jeder, der zu einer Fernreise über Land aufbricht, ein überzeugter Kapitalismusgegner ist, der materialistische Ideologien hasst. […] Hätte ich gern mehr Geld? Aber sicher! […] Ich LIEBE Geld – denn wie kann etwas schlecht sein, von dem man sich Schokolade und Motorradersatzteile kaufen kann? Meine persönliche Freiheit liebe ich allerdings noch mehr.“

Das spiegelt seine Lebenseinstellung in verhältnismäßig wenig Wort wieder und zeigt sowohl seinen Humor als auch die kritische Betrachtungsweise gewisser Vorurteile.

Eben diese herzerfrischende Schreibweise, der klare Blick auf die Welt und das Bestreben, ein Stück näher dran zu sein, es zu erleben statt es zu betrachten, machen seine Reise und damit dieses Buch so außergewöhnlich.

In Sachen Unterhaltungswert, Wissenszugewinn und Weltoffenheit, ist dieses Buch eine absolute Empfehlung. Wem 500 Seiten zu viel erscheinen, wer lieber konkrete Tipps zu bestimmten Orten möchte, der ist mit einem Reiseführer besser bedient.

Insbesondere mit den Intermezzi im Buch, zu Themen wie Wirtschaft, Kommunikation etc. und dem ausführlichen „Epiludio“ (Epilog) zum Thema „selbst reisen“ ist dieses Buch mehr!

Für Weltenbummler, Gern-Reisende, Abenteuerlustige und alle die es werden wollen – dieses Buch ist eine 5/5 Sternen Empfehlung!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Hummeln im Herzen

Petra Hülsmann , Nana Spier
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 23.09.2016
ISBN 9783785755075
Genre: Romane

Rezension:

Lena Klein freut sich auf ihre Hochzeit, sie ist 29, in einer glücklichen Beziehung mit Simon, einem Anwalt und wohnt in einem schönen Haus.

Doch ihr Traum zerplatzt, als ihr zukünftiger eine Affäre offenbart, die Hochzeit absagt und sie aus seinem Haus schmeißt. Emotional angeschlagen leistet sie sich auf Arbeit einen folgenschweren Fehler und verliert nun auch noch ihren Job.

Ihr bleibt nichts anderes übrig, als zu ihrer besten Freundin, ihrem Bruder Michel und dessen besten Freund Ben in die WG zu ziehen. Sie erlebt einen totalen Absturz und steht vor den Scherben ihres bisherigen Lebens – und das als auch noch droht 30 zu werden.

Eine turbulente, humorvolle und irgendwie recht liebevolle Geschichte um eine Frau, die nochmal von vorn und zugleich ganz unten anfangen muss.

Das Hörbuch wurde von Nana Spier gesprochen und war recht unterhaltsam. Ich muss jedoch sagen, dass ich mich teilweise zwingen musste weiterzuhören. Ich mag Petra Hülsmann als Mensch, aber ihre Protagonistin Lena war – vor allem zu Anfang – ein klares K.O. Kriterium für den Lese- bzw. Hörgenuss. Diese Person nervte so – die Marotten, das Selbstmitleid und die völlige Weltfremdheit waren nicht niedlich und liebenswert, sondern einfach furchtbar.

Auch sonst sind die Charaktere, das Setting und die Geschichte furchtbar überzeichnet und nehmen jedes Klischee mit, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Kostprobe gefällig? (Achtung Spoiler)

Ben, erfolgreicher Arzt und Frauenheld – serviert seine dummen, aber hübschen Betthäschen nach 3 Monaten ab, damit sie ihn nicht verlassen, wie damals seine große Liebe.

Jan, junger Barkeeper und Möchtegern-Schriftsteller – ist der Typ ewiger Student, kifft, hat zu allem eine Meinung, vor allem ist er gern anders, gegen Kommerz und und und.

Otto, alter Buchladenbesitzer – totaler Misanthrop, der aber reich ist und natürlich sein gutes Herz wiederentdeckt.

Alles in allem könnte dieses Buch auch eine Parodie auf die typischen Frauenromane sein, nimmt sich dafür aber selbst zu ernst. Natürlich gibt es ein Happy End, natürlich wird Lena glücklich mit neuem Job, neuer Liebe und dem ersehnten Glück. Trotz aller ernsten Töne, die in diesem Buch anklingen, kann ich es nicht wirklich als herausragend bezeichnen.

Die Geschichte ist nett, aber vorhersehbar, die Figuren zeigen eine Entwicklung, sind aber gerade zu Anfang sehr schlicht und im Fall von Lena völlig nerv-tötend und stereotyp gezeichnet.

Als Sprecherin hat Nana Spier genau diese Grundstimmung rüber gebracht und den Figuren mit ihren Macken eine große Authentizität verliehen – insofern muss man das Hörbuch als solches gelungen nennen. Der Unterhaltungswert war also da.

Es fällt mir ernstlich schwer, hier ein abschließendes Urteil zu fällen. Durch die Protagonistin, die Vorhersehbarkeit und fehlende Differenzierung innerhalb dieses Typus von Büchern wäre das Urteil eigentlich nicht sonderlich gut. Doch die Umsetzung des Hörbuches, die stetige Verbesserung im Verlauf der Geschichte und die Botschaft des Buches erreicht Hummeln im Herzen 3 von 5 Sternen.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

low carb, abnehmen, low-carb-, strunz, gesund

Das Strunz-Low-Carb-Kochbuch

Ulrich Strunz
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.12.2016
ISBN 9783453201446
Genre: Sachbücher

Rezension:

Auf dem WordPress Meetup hier in Dresden habe ich das erste Mal von einer Ketogenen Ernährung gehört und mich in der Folge dann darüber informiert. So bin ich auf das neue Kochbuch von Dr. med. Ulrich Strunz gestoßen und bin neugierig geworden.

Beim ersten Mal hineinschauen haben mich die Bilder angesprochen. Sie sind sehr ansprechend fotografiert. Allerdings gibt es nicht zu jedem Rezept ein Bild – wobei ich noch nicht weiß, ob es mich sehr stört oder nicht.

Sehr gut gefallen hat mir, das es viele Erklärungen rund um die „Ernährungsidee“ Low Carb, gerade für mich bzw. uns als „Anfänger“ sehr wichtig und interessant. Im Anhang gibt es dann noch wichtige Listen – die „Was ist erlaubt“-Liste.

Bei jedem Rezept findet der Leser und Hobbykoch Hinweise, wieviel Eiweiß und Kohlenhydrate im Gericht versteckt sind, Angaben zum Fettinhalt fehlen jedoch.

Die Rezepte sind sehr übersichtlich aufgebaut und größtenteils für 2 Personen berechnet.

Gegliedert sind die Rezepte in 6 Kategorien, vor jeder Kategorie gibt es noch einmal die wichtigsten Regeln.

Es gibt also Rezepte zum Thema:

Basics
Frühstück
Suppen
Leichte Gerichte
Hauptgerichte
Nach- und Süßspeisen

Die Auswahl der Rezepte ist sehr vielseitig und ich bin überzeugt, dass jeder hier etwas findet, was er nachkochen und ausprobieren möchte. Bei mir waren es überwiegend Suppen und Hauptgerichte.

Im Großen und Ganzen finde ich, ist es ein sehr schönes, informatives und interessantes Kochbuch.

Aber es gibt auch ein ganz großes ABER in meinen Augen: Ich will meine Ernährung nicht komplett umstellen. sondern hin und wieder mal einen LowCarb-Tag einlegen. Nun sehe ich schon, wie die „Anhänger“ der Ernährungsform die Hände über den Kopf zusammenschlagen – aber es ist das was wir gerne wollen.

Für mich als Einsteiger bzw. ein nur „hin und wieder“-Nutzer werden hier sehr viele Zutaten verwendet, die ich einfach nicht zu Hause habe. Teilweise habe ich von diesen Zutaten auch noch gar nichts gehört. Diese gibt es dann meist auch nur in bestimmten Läden und in größeren Mengen. Also lohnt es sich teilweise gar nicht, die zu kaufen, weil für ein Rezept meist nur minimale Mengen gebraucht werden. Ich muss mir also mühsam raussuchen, durch was ich die bestimmte Zutat ersetzen kann.

Für das Kochbuch vergebe ich – auch auf Grund des oberen Kritikpunktes 3 ½ von 5 Sternen

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25 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

berlin, ddr, spionage, juniaufstände, geschichte

Der Tag X

Titus Müller
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blessing, 27.02.2017
ISBN 9783896675040
Genre: Romane

Rezension:

Bisher, das gebe ich gern zu, habe ich noch keinen Roman von Titus Mülle gelesen. Als mir dieses Buch ans Herz gelegt wurde, habe ich mir natürlich den Klappentext zu allererst durchgelesen. Und dann die Biographie des Autors. Hmm … er ist jünger als ich – kann also die Zeit nicht miterlebt haben von der er hier schreibt. Wie liest sich dann gerade dieser Roman?

 Meine Neugierde war also geweckt und ich habe dieses Buch gelesen. Eines ist mir sofort aufgefallen, als ich in die Geschichte eingestiegen bin: Es ist keine Story, die man einfach so wegliest. Es ist keine Geschichte, durch die man gedankenlos hindurch fliegt.

Es ist ein hochinteressanter, ein packender Roman, der den Aufstand von 1953 beleuchtet. Es ist ein Roman, der beeindruckt. Vor allen Dingen wenn ich mir vorstelle, wie sehr man für dieses Thema recherchieren muss, wenn man einen halbwegs stimmigen und historisch genauen Roman schreiben möchte.

Ich musste während des Lesens immer wieder Pausen mache. Pausen, um das gelesene zu verdauen, sacken zu lassen. Pausen, um mir zu verinnerlichen, was der Autor so sprachgewaltig hier dem Leser anbietet.

Gleich zum Anfang gibt es eine Szene, die mich lange nicht losgelassen hat. Der Moment, als Nelly und ihre Eltern aus der Wohnung geholt, der Moment als der Vater nach Russland verschleppt wurde. Der Moment, als sich die Mutter entschied, dass er alleine gehen muss.

Der Massenaufstand ist so authentisch beschrieben, dass ich beim Lesen Gänsehaut bekommen habe. Ich habe mich gefühlt, als ob ich direkt dabei bin, mittendrin.

Das Thema ist so komplex, das mit Sicherheit nicht alle Faktoren und Facetten des Aufstandes, der damaligen Zeit und der Gegebenheiten berücksichtig werden können. Ich habe damals noch nicht gelebt und kann das erst recht nicht beurteilen. Aber Titus Müller schafft es, bei mir Interesse an der Zeit zu wecken. Er schafft es, das ich mich frage, was wäre wenn … Was wäre gewesen, wenn nach Stalin ein anderer die Macht ergriffen hätten – also Beria statt Chrustschow zum Beispiel? Was hätte bei den Massendemostrationen noch alles passieren können?

Die pointierten Charakterisierungen der politischen Riege in der Sowjetunion hat mich am Anfang des Buches begeistert. Die (fiktive) Darstellung der Ereignisse rund im Stalins Tod. Ein Satz in dem Buch, den Beria angeblich sagt, hat mich irgendwie berührt

»Bisher ist unsere Zensur derart idiotisch, dass im politischen Bereich nur kriecherische, dumme Bücher veröffentlicht werden. Die sind so unlesbar, dass man ihr Papier besser gleich dazu verwendet hätte, auf dem Markt Fisch darin einzuwickeln.«

Ein anderer Satz zeigt, wie die Funktionäre der DDR und ihre „Handlanger“ tickten.

»Für das „Abzeichen für gutes Wissen in Silber“ habe ich einen Vortrag über Theodor Fontane gehalten. Der FDJ-Sekretär hat mich mit dem Hinweis unterbrochen, ich solle den Autor gefälligst „Tane“ nennen, der Adel wäre abgeschafft. Du hättest die Blicke der anderen Prüfer sehen sollen. Die wären vor Scham am liebsten in den Boden versunken.«

Das schlimme daran ist, das das keine Fiktion ist. Solche Sachen kamen teilweise tatsächlich vor.

Auch die Gedanken der Protagonisten, die waren über sehr weite Strecken so real, das man mitunter das Gefühl hat, das der Autor in den eigenen Kopf geschaut hat, auch wenn das Buch weitaus vorher spielt. Aber in so einem – ich nenne es mal „Hamsterrad“ – steckt der ein oder andere durchaus heute auch. Auch wenn einige Dinge heute ganz anders sind, anderes ist jedoch durchaus gleich.

Für mich war dieses Buch im noch so jungen Lesejahr 2017 etwas ganz besonderes und so fällt es mir leicht, hier die volle Punktzahl – 5 von 5 möglichen Sternen – zu vergeben.

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

fünfter teil

Letzte Runde

Moritz Matthies , Christoph Maria Herbst
Audio CD
Erschienen bei Argon, 27.04.2016
ISBN 9783839814512
Genre: Romane

Rezension:

Nach vier erfolgreichen Fällen hat sich für den tierischen Detektiv, Erdmann Ray, und dessen menschlichen Partner einiges verändert.

Spätestens seit Phil nun von seiner Tochter weiß und mit deren Mutter in ein kleines Häuschen gezogen ist, will er es ruhiger angehen lassen. Rays Bruder Rufus, der ebenso zu Nachwuchs gekommen ist, entschließt sich seinerseits, seine Prioritäten neu zu setzen und seine Zeit hautsächlich seinem ähnlich intelligenten „Patensohn“ Archimedes zu widmen.

Ray, tief in der Midlifecrisis, lenkt sich mit Natalie, seiner jüngeren Schwester ab. Die Melancholie kann aber auch sie ihm nicht nehmen. Gerade als er denkt, dass er bereits seinen letzten Fall hinter sich hat, geschehen merkwürdige Dinge. Immer nachts treiben Unbekannte ihr Unwesen im Zoo. Mal wird dem Löwen Kunze die Mähne rasiert, mal dem Elefantenbullen die Stoßzähne abgesägt. Dann verschwinden auch einzelne Tiere und beim Versuch die Täter aufzuhalten, stirbt Nachtwächter Opa Reinhard. Höchste Zeit für Ray in dieser Sache zu ermitteln!

Der diesmal für die Zootiere sehr persönliche Fall gestaltet sich derart schwierig, da die Kriminellen äußerst professionell vorgehen und selbst der zur Unterstützung geeilte Phil mehrfach ins Land der Träume geschickt wird.

Der letzte Fall, so zeichnet es sich ab, wird der schwerste, der krasseste, der ultimative Fall für das ungleiche Duo werden.

Leider, es steht fest, ist dies wirklich der letzte Fall von Moritz Mathies‘ Erdmännchen Detektiv Ray. Das Hörbuch wird zum 5.Mal vom genialen Christoph Maria Herbst gelesen und dadurch zum Leben erweckt.

Der Spannungsbogen wird besonders lange gespannt, das Ende zum furiosen Finale der Serie. Es wird nochmal alles in den Ring geworfen, viele Themen aufgegriffen und so bekommt die Serie ein würdiges Ende.

Auch wenn im Laufe der Geschichte einige Logiklücken zu finden waren, Dinge die auffallen, aber den Fluss dann doch nicht zu sehr störten, war das zu wenig um eine deutliche Abwertung zu begründen.

Wieder dabei waren hingegen die humorvolle Erzählweise, der Wortwitz und der unnachahmliche Sarkasmus, den Leser wie Hörer dieser Serie lieben gelernt haben. Vollkommen rund läuft es zwar trotzdem nicht, doch vor allem aufgrund des Endes werden es sehr gute, aber nicht herausragende 4,5/5 Sternen.

Schade, dass diese Serie endet! Auf der anderen Seite musste z.B. Teil 4 auch Kritik einstecken und wie heißt es so schön – man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Und ja, Ray, Rufus, Phil, Kong und wie ihr alle heißt – es war schön mit euch. Danke!

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Dickes Fell

Moritz Matthies , Christoph Maria Herbst
Audio CD
Erschienen bei Argon, 26.03.2015
ISBN 9783839813706
Genre: Romane

Rezension:

Das Leben könnte so schön sein. Es ist Ostern, die Sonne scheint und als Erdmännchen kann man sein Leben im Gehege des Berline Zoos so richtig genießen.

Ray, Privatermittler unter den Erdmännchen, hat trotzdem Sorgen. Sein Clan Chef Rocky und dessen Frau Roxane haben Eheprobleme. Probleme, die Rays Bruder Rufus als selbsternannter Paartherapeut lösen will. Ray, in der Midlifecrisis angekommen, will davon am liebsten nichts wissen und freut sich stattdessen, als sein menschlicher Detektivpartner Phil am Gehege auftaucht.

Dieser sieht nicht nur gar nicht gut aus, sondern bricht auch an Ort und Stelle zusammen. Eine Kugel hat ihn erwischt und den sonst so taffen Ermittler ins Koma befördert.

Ray muss herausfinden, wer das seinem Partner angetan hat, ist aber zuerst auf sich allein gestellt. Wohl oder übel muss daher sein schlauer, aber völlig weltfremder Bruder Rufus nicht nur seinen Komfortbereich verlassen. Beim Versuch, dem Mordanschlag auf Phils leben aufzuklären, stoßen die Brüder auf Teile von dessen Vergangenheit, von denen er bis vor kurzem selber nichts ahnte.

Weitere Unterstützung kommt hier von dem Zoo-Paten, Gorilla Kong, und so manchem weiteren skurrilen Zoobewohner. Was ein kleines Mädchen, ein englischer Gepard und vor allem Anna Karenina damit zu tun haben – das findet man in dem Hörbuch heraus. Zum vierten Mal genial gelesen, nein gelebt, von Christoph Maria Herbst, ist dieses äußerst witzige und mit Sarkasmus vollgestopfte Werk ein toller Zeitvertreib.

Leider, im Gegensatz zu den Vorläuferbänden, wird hier meiner Meinung in einigen Punkten ziemlich dick aufgetragen. Gerade am Ende, als sehr viele Tiere eine Rolle spielen, wirkt es über die Maßen inszeniert und auch beim besten Willen übertrieben. Diesmal hat das solch großen Einfluss, dass ich hier eine deutliche Abwertung vornehmen muss. Die Geschichte ist toll, die Charaktere, der Witz – alles klasse. Aber am Ende wird es doch zu viel des Guten.

Daher gibt es leider nur 3 von 5 Sternen – bis zum Schlussteil wären es locker noch 4/5 gewesen. Schade.

Trotzdem geht es weiter – die erste CD von Teil fünf, dem leider letzten Teil mit dem bezeichnenden Titel „Letzte Runde“ liegt schon im CD Player.

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

audiobook, berlin, hörbuch, erdmännchen, erdmännchen ray

Dumm gelaufen

Moritz Matthies , Christoph Maria Herbst
Audio CD
Erschienen bei Argon, 19.02.2015
ISBN 9783839892503
Genre: Romane

Rezension:

Der nunmehr dritte Teil um den tierischen Detektiv Ray führt den Erdmann mit seinem menschlichen Partner Phil in den Hoppegarten.

Auf der Pferderennbahn wollen die beiden eigentlich ausspannen und sollen nebenbei auf Störtebecker, das Pferd des schrulligen Gestütsbesitzers Piet Hansen, aufpassen. Der hochnäsige Gaul schafft es nur dadurch nicht als letzter ins Ziel zu kommen, weil der Vorletzte im Rennen, das alte Rennpferd Stardust stürzt und anschließend eingeschläfert werden muss.

Der Sturz sah nach einem hässlichen Unfall aus, doch die Geliebte des Pferdes, die Stute Angel Eyes, glaubt es war Mord. So bekommen Ray und Phil ihren ersten Auftrag von einem Tier – denn sie beauftragt die beiden, den Mörder ihres Geliebten zu finden. Zusammen mit Rays überaus schlauen, aber furchtbar feigen Bruder Rufus, nehmen sie die Ermittlungen auf.

Diese führen die Berliner auch zu den im gleichen ländlichen Kaff liegenden Gestüten von Störtebecker und Stardust. Hier ist das Revier des urkomischen und zugleich völlig unfähigen Dorf-Sheriff Cliff Hänger.

Was nun ein geklautes Fahrrad, Rays verschwundene Flamme – die Chinchilla-Dame Elsa – und eine Schlange mit posttraumatischer Belastungsstörung mit dem Fall zu tun haben, erfährt man auf 4 CDs des erneut von Christoph Maria Herbst gelesenen Hörbuchs.

Rays sarkastische Kommentare, die Beschreibungen und die urig komischen Protagonisten machen dieses Hörbuch zu einem Hochgenuss. Zwischendurch wird es zwar etwas langatmig, der Erzählfaden schlängelt sich auf absurden Wegen und so mancher kleine Logikfehler lässt den Zuhörer verdattert zurück, aber daran hat man sich bei dieser Serie ja gewöhnt.

Diesmal vergebe ich 4/5 Punkten und kann das Hörbuch damit wieder empfehlen!

Ich gebe es zu, kaum war die letzte CD von Teil drei aus dem CD Player genommen, schob ich die erste CD des vierten Teils in selbigen. „Dickes Fell“ wird die nächste Hörbuchrezension werden …

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

london, krankenschwester, liebe, nightingale, jess

Die Nightingale Schwestern: Der Traum vom Glück

Donna Douglas , Ulrike Moreno
Flexibler Einband: 510 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.01.2017
ISBN 9783404174430
Genre: Romane

Rezension:

Vier Teile der Nightingale-Reihe gibt es bereits und alle vier habe ich regelrecht verschlungen. Für mich ist es eine sehr gute Serie die vorallen Dingen eines biete: beste Unterhaltung.

Auch hier im vierten Teil konnten meine Erwartungen erfüllt werden. Donna Douglas gelingt es wieder, verschiedene Handlungsstränge gekonnt zu verweben, so dass wir viele Geschichten, viele Emotionen miterleben konnten.

Ich finde es toll, wie die Autorin es packt, eine so gefühlvolle und spannende Geschichte zu schreiben ohne kitschig zu werden, zu sehr ins kitschige abzudriften. Dazu packt sie noch historische Begebenheiten, authentische Charaktere und gewährt uns einen Blick in die Zeit der 1930er Jahre.

Gerade die Stimmung in den ärmeren Vierteln Londons, die Lebensweise und auch die Denkweise der Armen – sie wird gekonnt eingefangen ohne zu pathetisch zu werden.

Was mir sehr gut gefällt ist, dass die Autorin auch aufzeigt, warum einige Charaktere so sind wie sie sind. Aber: man sieht auch die Entwicklung, die diese Protagonisten in all den Jahren – in all den Büchern – durchmachen.

Gerade im jetzigen Band zeigt es sich bei Lucy Lane. Sie hat Dora immer das Leben zur Hölle gemacht, gegen sie geschossen, und auch zu anderen war sie nicht wirklich nett. Jetzt ändert sich ihr Leben komplett und wir als Leser sind hautnah dabei.

Neue Charaktere werden eingeführt und ich bin gespannt wie es mit den Krankenschwestern weitergeht. Werden wir die „alten“ Charaktere, die nun ausgelernt haben, weiter begleiten können? Wie werden die neuen Charaktere sich entwickeln? Was werden sie erleben, erleiden müssen? Ich bin gespannt und freue mich schon jetzt auf den 5. Teil der Serie, der bald erscheinen wird.

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221 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 85 Rezensionen

liebe, kochen, taste of love, restaurant, poppy j. anderson

Taste of Love - Geheimzutat Liebe

Poppy J. Anderson
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.01.2017
ISBN 9783404174683
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich hab es mal wieder getan: ich habe wieder zu einem Buch von Poppy J. Anderson gegriffen. Und das, obwohl ich ihre Bücher rund um die Titans zwar ganz nett finde, sie mich aber nicht zu 100% begeistern konnten.

Anfang des Jahres kam mit „Geheimzutat Liebe“ der erste Band ihrer neuen Reihe rund um Köche und die Küche heraus; der erste von bisher 3 geplanten Bänden. Der Verlag Bastei Lübbe hat sich zum Start der Reihe etwas richtig Tolles einfallen lassen, eine Promotiontour vom Feinsten. Teilweise mit Signierstunden und den tollen „Kapseln“, welche mit Gewinnen gefüllt waren. Ich habe mir am Erscheinungstag mein Buch signieren lassen – wenn Poppy schon mal in Dresden ist muss ich das nutzen – und ich habe mir eine Kapsel geschnappt. Gewonnen habe ich nichts – aber das Rezept was drin war werde ich bestimmt mal ausprobieren.

Soviel erst mal zum „Vorspann“, nun kommt meine Meinung zum Buch:

Die Geschichte an sich finde ich sehr schön, gut durchdachter Plot und ein Setting wie es mir gefällt. Ich bin selbst eine leidenschaftliche Hobbyköchin, so ist das Buch natürlich auf den ersten Blick das richtige für mich.

Leider muss ich sagen, dass ich mir ein wenig mehr „Küchenduft“ gewünscht hätte. Ich hätte es schön gefunden, wenn das Thema Kochen anhand von einigen Rezepten noch mehr in den Vordergrund getreten wäre. Zum Beispiel anhand einer Szene in der Küche, in der zusammen gekocht wird und man sich gegenseitig Anweisungen gibt wie „schneid die Zwiebelstückchen noch feiner“ oder „gibt mir mal bitte ein paar Blätter Minze“ oder oder oder. Da gibt es viele Möglichkeiten. Das hat mir ehrlich gesagt gefehlt.

Dafür war das „Gezicke“ von Brooke viel zu präsent. Ja, sie ist die Hauptfigur und da ist es klar, dass sie im Vordergrund steht. Aber so zickig wie sie sich gerade am Anfang gibt, war sie mir nicht sympathisch, sondern ging mir eher total auf die Nerven. Auch Andrew hatte bei mir am Anfang ein wenig mehr Pluspunkte, wurde dann aber ein wenig zu arrogant, aber es fing sich im Laufe der Geschichte dann wieder.

Wie immer ist der Schreibstil der Autorin sehr leicht, flüssig und lässt sich richtig gut wegschmökern. Mit seinen romantischen, humorvollen und aber auch skurrilen Szenen war das Buch sehr abwechslungsreich geschrieben und das Lesen ging flott J Ein wenig hat sich die Geschichte in die Länge gezogen, ein wenig kürzer wäre der Geschichte gut bekommen.

Was mir im Buch gefehlt hat war der Überraschungsmoment. Das spektakuläre, das Unvorhergesehene. Aber hier muss man sagen, dass es von Anfang an klar ist, worauf es hinausläuft und wie es ausgehen wird. Ich denke, hier wäre mehr drin gewesen.

Ein großer Pluspunkt war für mich die Covergestaltung. Die ist echt der Hammer, hier hat sich der Verlag etwas tolles einfallen lassen. Auch die beiden Rezepte im Innenteil des Buchumschlages sind ein Highlight für mich.

Ich mag die Autorin menschlich sehr, sie ist sehr sympathisch und immer eine gute Gesprächspartnerin. Aber all das schützt nicht vor einer ehrlichen Meinung zu den jeweiligen Büchern.

Für das Buch vergebe ich 3 1/2 von 5 möglichen Punkten.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

klassiker

Der Gang vor die Hunde

Erich Kästner
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Atrium Zürich, 10.02.2017
ISBN 9783038820017
Genre: Romane

Rezension:

Als Dresdner ist einem Erich Kästner ein Begriff – seine Jugendbücher kennt jeder und ich hatte auch schon gehört, dass seine Werke der Bücherverbrennung der Nazis zum Opfer fielen.

Ein „Erwachsenenbuch“ von ihm zu lesen, war ein besonderer Reiz für mich. Als ich in einer Berliner Buchhandlung den Klappentext von „Der Gang vor die Hunde“ gelesen hatte, wusste ich, dass ich dieses Buch lesen wollte. Zum Glück habe ich es dann von Karin (ebenso Rezensentin bei Katjas Bücher und Rezepte) geschenkt bekommen.

Nach einigen Seiten fing ich auf einmal an, mir Notizen zu machen, sehr viele Notizen. Inhalt, Sprache und Form haben mich fasziniert und so ist diesmal nicht nur eine Rezension, sondern irgendwie eine Buchanalyse entstanden.

Die Kurzfassung vorab, da die Analyse zahlreiche Spoiler enthalten wird:

Die gelungene Darstellung einer Epoche und der Protagonisten die in einer Zeit von Unsicherheit, Wandel, Verzweiflung und moralischem Verfall ihren Weg suchen, ist schlicht fesselnd. Dr. Jacob Fabian („Fabian“ war der Titel des ursprünglich erschienenen, zensierten Buches) wohnt in Berlin, arbeitet als Propagandist – heute würde man irgendwas Werbetexter sagen – hat interessante Freunde, trifft absurde Leute und kreist am Randes eines Molochs. Das Berlin der späten 20er Jahre ist ein modernes Sodom und Gomorrha, vom den Entbehrungen seit Ende des (ersten) Weltkrieges gezeichnet, bildeten sich Elend, Kriminalität und Perversionen heraus, die Kästner mit den gleichmütigen Augen Fabians sehen lässt.

Mit einer Mischung aus Faszination und Gleichgültigkeit nimmt Fabian dies alles hin und behält immer eine gewisse Distanz. Durch sie taucht er nie wirklich ein, kann überlegen die Dinge mit Abstand, vor allem aber mit Ironie beobachten.

Doch die Geschichte beginnt zu Wanken und dieses Wanken lässt dem Moralisten keine Wahl – er muss in dieses Leben eintauchen. Man erlebt die Wandlung vom gleichgültigen Pessimisten zum verletzbaren Optimisten.

Die brillante Schreibweise von Kästner sagt in wenigen Worten mehr, als viele es in dutzenden Seiten ausdrücken können. Gekonnt fängt er dein Zeitgeist ein, die Gesellschaftlichen Nöte, Zwänge und Probleme. Er beschreibt das Vakuum, welches einige Jahre vor Machtergreifung der Nazis herrschte, ebenso wie den Verfall der Sitten in einer Gesellschaft, die die Moral dem Geld unterordnet, weil Arbeitslosigkeit und Machtmissbrauch sie zerreißen. Er ahnte mit diesem Werk den Aufstieg einer radikalen Macht voraus, benannte sie und musste doch stummer Zuschauer bleiben. Man kann sagen, dass er dem Buch teils autobiografischen Charakter gab.

Kurz gesagt handelt dieses Buch vom gesellschaftlichen Nährboden dessen, was das Dritte Reich zur Folge hatte.

Die Fülle an Symbolen, an Beschreibungen und Fakten packt Kästner in weniger als 250 Seiten. Anhänge, wie z.B. das originale Nachwort, vervollständigen ein Werk, dessen Tiefe mich begeistert und doch erschrocken hat. Wenn man Kästners Blick auf die Gesellschaft 1931 kennt, dann weiß man wie unausweichlich der folgende Untergang der Weimarer Republik war. Wohl gemerkt aber, weil die Vernünftigen nicht eingegriffen haben.

Ich kann diesem Buch nicht weniger als volle 5 Punkte geben. Alles andere wäre diesem Meisterwerk nicht gerecht.

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50 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

london, hochzeit, helen, dora, liebe

Die Nightingale-Schwestern: Sturm der Gefühle

Donna Douglas , Ulrike Moreno
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 12.08.2016
ISBN 9783404174188
Genre: Romane

Rezension:

Das war er also … der dritte Teil der Serie rund um die Schwestern im Nightingale-Krankenhaus in London und ich freue mich nach dem Beenden des Buches schon darauf, den 4. Teil in Angriff nehmen zu können.

Von der ersten Seite an war ich wieder voll drin in der Geschichte, war mittendrin im Geschehen und es war, als ob ich nie „weggewesen“ bin. Dabei lagen zwischen dem zweiten und dem dritten Teil für mich über 6 Monate.

Was mir bei dieser Serie besonders gut gefällt ist, das sich die Charaktere stetig weiter entwickeln. Sie bleiben nicht auf einem Level stehen, sondern entwickeln sich entsprechend den Ansprüchen, die an sie gestellt werden und entsprechend dem, was um sie herum passiert, weiter. Sie lernen dazu, wachsen an Herausforderungen und meistern Situationen. Dabei geschieht dies aber alles so glaubhaft, das man nicht ins straucheln kommt während des Lesens.

Als Leser ist man, durch den flüssigen Schreibstil und der detailreichen Beschreibungen immer an der Seite der Protagonisten. Man lacht und weint mit ihnen; man freut sich und man trauert. Man ist entsetzt über die Verhältnisse in London ihm Jahr 1934 und man freut sich über den Zusammenhalt der Freundinnen.

Ich war begeistert von der Art der Autorin, diesen hochemotionalen Band, der es wirklich in sich hatte, zu schreiben. Sie schafft es, die Situationen so zu beschreiben, das man sie als Leser tatsächlich miterlebt. Wow.

Zentrales Thema diesmal waren unter anderem die Schwarzhemden, zu denen auch leider der Bruder von Dora zählt. Ich muss gestehen, dass ich mich während des Lesens über diese Zeit in London informiert war. Und ich war begeistert, wie authentisch die Autorin dieses dunkle Kapitel in ihren Roman „untergebracht“ hat, ohne den Zeigefinger zu erheben, schulmeisterlich zu wirken.

Die Recherchearbeit, die in diesem Roman steckt, ist sehr hoch gewesen und die Autorin hat sich an die Fakten gehalten. Das ist auf jeden Fall ein Kompliment wert.

Es war ein wunderbares Leseerlebnis und ich freue mich schon jetzt auf die weiteren Bände dieser Reihe. Auch wenn ich tief in mir die Angst habe, das die Autorin das Thema überreizt und irgendwann die Geschichte nur noch dahin plätschert und nicht mehr so packen kann, so fesseln kann wie bisher.

Auf jeden Fall bekommt dieses Roman 5 von 5 Sternen.

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(47)

66 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

mallorca, familiengeheimnis, vergangenheit, liebe, geheimnis

Mandelblütenliebe

Anja Saskia Beyer
E-Buch Text: 324 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 13.09.2016
ISBN 9781503993754
Genre: Liebesromane

Rezension:

Mandelblütenliebe ist ein Buch, auf das ich eher durch Zufall – oder eben durch Facebook – aufmerksam wurde. Ich habe dort in einer Gruppe das erste Mal das Cover des Buches gesehen, das erste Mal etwas von der Autorin gehört. Es hat dann noch eine ganze Weile gedauert, bis ich mich getraut habe, das Buch anzugehen.

Das türkisfarbene Cover mit den abgebildeten Mandelblüten und dem Mandelkuchen hat mir sehr gut gefallen und auch der Klappentext war sehr ansprechend.

Erwartet habe ich einen „leichten und seichten“ Liebesroman zum runterschmökern und schnellen weglesen, ohne dass ich viel über das gelesene nachdenken muss. In der Hinsicht wurde ich von der Autorin „enttäuscht“. Denn auch wenn es ein Liebesroman war, es war viel mehr als das.

Es war en Einblick in die besondere Geschichte Mallorcas, von der ich bis dato ehrlich gesagt noch nie etwas gehört habe. Ich habe nicht gewusst, dass es auf Mallorca sogenannte Xueatas gibt. Sie sind eine soziale Gruppe auf der spanischen Insel Mallorca. Sie sind Nachfahren der zum Christentum übergetretenen mallorquinischen Juden.

»Egal, mit welchem Glauben die Menschen leben,
etwas haben sie gemeinsam:
Sie denken immer, dass das, was sie glauben, genau das richtige ist.«

Wechselweise, unterteilt in Kapiteln, erzählt die Autorin die Geschichte dreier Frauen. Milla und ihrer Mutter auf der einen Seite, in der heutigen Zeit und auf der anderen Seite die Großmutter Abbi. Ihr Leben wird ebenfalls in Kapiteln erzählt und gerade diese Kapitel, so muss ich sagen, haben mir am besten gefallen.

Anja Saskia Beyer gelingt es wunderbar, die Vergangenheit auferstehen zu lassen und den Leser einen Einblick in die Geschichte des Landes zu geben. Ich muss sagen, ich war teilweise sehr geschockt, überrascht und den Tränen nah. Abbi ist mir, auch wenn ihre Einblicke im Vergleich zur restlichen Geschichte vielleicht nur 1/3 des Buches eingenommen haben, sehr ans Herz gewachsen. Sie war eine Frau, die ich zu gerne einmal kennengelernt hätte.

Im Vergleich dazu waren Milla und Sarah zwar irgendwie sympathisch, aber sie konnten mich gefühlsmäßig nicht so erreichen, wie es Abbi konnte.

Die Beschreibungen von Mallorca haben in mir den Wunsch geweckt, die Mandelblüte dort einmal selbst zu erleben, denn bisher war ich noch nie auf dieser Insel.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft, detailreich und behutsam. Dazu ist er so flüssig, das man den Roman tatsächlich schnell und flott „weglesen“ kann.

Störende „Stolpersteine“ im Lesefluss des Buches gab es für mich nicht, es enthielt sogar ein kleines Highlight – nämlich zwei Rezepte.  Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut, schließlich backe ich sehr gern und werde mit Sicherheit eines dieser Mandelrezepte ausprobieren.

Was mich aber gestört hat ist die Auflösung des Buches, die Auflösung der Liebesgeschichte von Milla.

Achtung Spoiler:
Ich kann nicht nachvollziehen, dass sie Paul einfach so stehen lässt. Ich kann verstehen, dass man sich auch kurz vor der Hochzeit für einen anderen entscheidet. Aber dann redet man mit ihm und lässt ihn nicht so „verhungern“. Das Milla das tut, hat sich für mich auf den letzten Seiten noch richtig unsympathisch gemacht. Es war in der Geschichte sehr vorhersehbar wie es ausgeht, aber das hätte man glaube ich anders lösen können.

Aus diesem Grund gibt es für das ansonsten wunderbare Buch 4 von 5 Sternen

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london, tagebuch, bridget jones, helen fielding, roman

Bridget Jones' Baby

Helen Fielding , Karin Diemerling , Heike Reissig , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.11.2016
ISBN 9783442486656
Genre: Liebesromane

Rezension:

In der letzten Zeit fragte ich mich immer wieder: Muss man einen Bridget-Jones-Film gesehen haben, um mitreden zu können? Muss man die Bücher gelesen haben? Sind sie wirklich ein Muss. Denn irgendwie hatte ich das Gefühl, in meinem Umfeld die einzige zu sein, die weder ein Buch noch ein Film mit „Bridget Jones“ konsumiert zu haben.

Nach der Lektüre von „Bridget Jones Baby“ ist es für mich ein klares NEIN.

Ich weiß nicht warum.
Vielleicht, weil ich den Hype nicht verstehe?
Vielleicht, weil ich mit dem Humor der Bücher nichts anfangen kann?

Das Thema – wer ist der Vater meines Kindes – ist sicherlich für den ein oder anderen ein aktuelles Thema. Zumindest in es ein Thema, das viel Potential birgt und das mit Sicherheit, gut verarbeitet, auch sehr erfolgsversprechend ist.

Viele Leserinnen schwärmen von dem Humor der Autorin, vom packenden Schreibstil, den witzigen Dialogen. Sie schwärmen von den Charakteren der Bücher, von der Echtheit der Figuren.

Aber wo ist das? Wo ist all das, von dem die Leserinnen schwärmen? Ich muss, für meinen Teil, sagen: mir gefällt die Umsetzung überhaupt nicht. Gewollt komisch, ohne komisch zu sein; Tiefgang und Realitätsnähe sucht man größtenteils vergebens. Die Charaktere des Buches: für mich so sehr an den Haaren herbei gezogen, das es schon fast wieder wahr sein muss. Ich war sowohl von Bridget als auch von deren Mutter sofort angenervt und auch die anderen Figuren konnten nicht überzeugen.

Für mich war dieses Buch zwar nette Unterhaltung, aber dennoch ist dies ein Buch, das mit nicht im Gedächtnis bleiben wird. Ich werde mit Sicherheit die anderen Bände der Reihe – der Baby-Teil ist wohl der 3. Band – nicht lesen und auch die Autorin wird so schnell keine Chance mehr bekommen.

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gurkensalat, allie, weihnachtsmann, new york, fine

Manhattan Millionär - Luxus oder Liebe: Eine romantisch moderne New York Weihnachtsgeschichte mit viel Liebe und Humor

Andrea Bielfeldt , Jo Berger
E-Buch Text: 180 Seiten
Erschienen bei null, 27.11.2016
ISBN B01MSSNMY2
Genre: Sonstiges

Rezension:

Manhattan Millionär ist ein Gemeinschaftsprojekt der Autorinnen Andrea Bielfeldt und Jo Berger. Letztere mag ich durch ihren Roman „Ein Engel für Jule“ bereits sehr und war natürlich sehr neugierig auf dieses Buch.

Zwei Frauen – erst Feindinnen, dann Freundinnen – zwei nervige und egoistische Männer und ein Trip ins weihnachtliche Manhattan: das ist der Grundstock der Geschichte.

„Kann man mit einer Feuerzangenbowle im Blut noch Autor fahren?
Was meinst Du Allie?“ „Auf jeden Fall. Die schwimmt in Erbsensuppe und
wird von den Würstchen in Schach gehalten.“

Eine wunderbare humorvolle Geschichte, die einen zum Abtauchen und genießen einlädt. Ich konnte wunderbar abschalten im weihnachtlichen Stress, konnte mir hin und wieder ein Grinsen nicht verkneifen.

Die Geschichte ist zwar im Grunde genommen sehr vorhersehbar, hat aber auch einen sehr überraschenden Moment, den ich so nicht vorhersehen konnte. Und damit hatten mich dann die Autorinnen doch gepackt.

Weihnachten ohne Dich
ist wie Sauerbraten ohne Knödel.

Bei einigen Stellen habe ich gedacht, dass ist zu viel des Guten. Sämtliche Klischees wurden angepackt und verarbeitet. Gerade in dem Zusammenhang, wie sich die Mädels „benommen“ haben: Shoppen ohne Ende, Sekt und Champagner bis zum Abwinken, Quarkmaske im Gesicht … die Jagd nach den Millionären und die „Gewissensbisse“.

Was mir sehr gut gefallen hat: man hat nicht unbedingt gemerkt, dass zwei Autorinnen an diesem Buch geschrieben haben. Es gab keine „Brüche“, alles wirkte wie aus einem „Guss“ – das heißt die Schreibstile der Autorinnen passen hervorragend zusammen.

Mir hat die Geschichte  gut gefallen, ich konnte gut abtauchen. Dennoch habe ich das Besondere vermisst – daher kann ich leider nur 3 1/2 von 5 möglichen Sternen vergeben.

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Weihnachtsglück und Hundezauber

Petra Schier
E-Buch Text: 100 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 15.12.2016
ISBN 9783955766979
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mit dieser süßen Kurzgeschichte hat Petra Schier eine weitere Weihnachtsgeschichte 2016 herausgebracht, die ich natürlich sehr gern gelesen habe.

Diese Kurzgeschichte ist die Fortsetzung von „Kleines Hundeherz sucht grosses Glück“, in der Mischlingshund Amor eine tragende Rolle spielt. Das Glück seiner „Familie“ ist in Gefahr und ruft sogar Santa Claus und seine Elfen auf den Plan.

Wie auch in den anderen weihnachtlichen Liebesgeschichten schafft es die Autorin auch hier wieder, den Leser abzuholen und mitzunehmen. Sie erzählt die Geschichte von Lidia und Noah weiter, die sich im ersten Teil gefunden hatten und erfüllt damit zahlreichen Leserinnen einen großen Wunsch. Auch ich frage mich bei solchen Geschichten öfters, wie denn die Geschichte weitergeht. Was nach dem Happy End geschiet. Hier erzählt Petra Schier die Geschichte weiter, geht noch einmal auf die schwere Kindheit und damit die großen Ängste von Noah ein. Und sie lässt Lidia ein Wunder erleben 

Das auch diesmal alles gut ausgeht, dass auch diesmal die Liebe siegt und es ein Happy End gibt, ja fast geben muss, ist sicherlich allen klar.

Mit gefällt, wie die Geschichte erzählt wird, das Zusammentreffen mit anderen lieben Charakteren und natürlich Santa Claus.

Es ist eine beinahe himmlische Geschichte, die ich gerade in der stressigen Weihnachtszeit sehr gerne gelesen habe und die mir eine entspannte Zeit geschenkt hat.

Auf Grund der Kürze und weil man mit Sicherheit noch ein wenig mehr hätte aus dem Thema herausholen können, gibt es von mir 4 von 5 möglichen Sternen.

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