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74 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 34 Rezensionen

pippa bolle, schottland, schmuggel, whisky, hochzeit

Tote trinken keinen Whisky

Auerbach & Keller
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.09.2014
ISBN 9783548611174
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Du sollst dich nicht von Äußerlichkeiten täuschen lassen – sei es die Covergestaltung oder der Klappentext!

Meine Erwartungshaltung gegenüber „Tote trinken keinen Whisky“ war durch beides in die Irre geführt worden. So hielt ich Pippa Bolle für eine schrullige, mindestens Mittfünfzigerin vom Schlage einer Miss Marple. Auch sprach der Text auf der Rückseite nicht eindeutig, aber schon tendenziell eher für eine Krimikomödie.

Dass dem nicht so war, stellte sich schon auf den ersten Seiten heraus. So ist Pippa wohl eher eine Spätdreißigerin in Scheidung, die von ihrer roten Lockenpracht abgesehen eher zum Typ Normalo gehört.

Doch zur Geschichte: Pippa reist mit ihrem Bruder Freddy zur Hochzeit ihrer Freunde Duncan und Anita. Das Schottisch-Österreichische Paar erwartet Zwillinge und möchte vorher noch eine traditionelle Schottische Hochzeit feiern. Duncan tritt damit sein Erbe als Chef der Destilliere Wee Dram auf der Halbinsel Kintyre an.

Die Vorbereitungen werden von allerlei negativen Ereignissen gestört. Es ereignet sich eine Explosion in der Destille, bei der der Braumeister schwer verletzt wird. Bei der Überfahrt von Pippa nach Kintyre stirbt eine Frau auf ungeklärte Weise. Außerdem scheinen sich rund um Campbeltown Schmuggler zu verdingen, die es auf das Heiligtum der Schotten abgesehen haben: Den Whisky.

Alles ist sehr mysteriös und so mischen sich die Vorbereitungen der Hochzeit mit Recherchen, um die Zusammenhänge zwischen den Vorkommnissen zu finden.

Ein Stück weit ist dieses Buch eine großartige Werbebroschüre für ein tolles Land und eine besondere, mir bisher nicht besonders bekannte Region. Nebenbei wird eine Geschichte erzählt, die auch Anteile eines Krimis hat.

Die Region Campbeltown hat dabei viel schöne Landschaft, tollen Whisky und sehr interessante Einheimische zu bieten. Dazu kommen noch die Hochzeitsgesellschaft und einige Whisky Touristen.

Und das ist meiner Einschätzung nach ein großer Stolperstein. Zu viele Nebenprotagonisten und ihr, unstrittig wichtiger Anteil am Großen und Ganzen verwirren den Leser, der immer nur Abschnittsweise, aber nicht durchweg liest.

Es sind zu viele Nebenschauplätze, zu viele Erzählstränge. Ich ertappte mich vor allem im ersten Drittel oft dabei, ganz nach vorn zu Blättern, wo ein Personenregister kurz und knapp Aufschluss geben konnte. Diese rätselhaft formulierten Informationen musst man nur noch mit dem bisher gelesenen in Verbindung bringen und hatte meist einen Aha-Effekt.

Ich tue mich offensichtlich recht schwer mit der Bewertung hier. Schon recht schnell war mir klar, dass die Geschichte kaum mehr als 4 Sterne verdienen würde – zu wirr und anstrengend war sie erzählt.

Dazu kommt ein Ende, was in kürzester Art und Weise abgehandelt wird (vieles wird dann erst im Epilog aufgeklärt) und arg konstruiert wirkt.

So schwanke ich und lass am Ende als Whisky Liebhaber Gnade vor Recht ergehen und gebe 3,5 von 5 möglichen Sternen und eine bedingte Leseempfehlung.

Wer Schottland, Whisky und eine Geschichte mit vielen Erzählsträngen mag, kommt hier auf seine Kosten.

Leute mit begrenzter Lesezeit, die einen handfesten Krimi suchen oder eine moderne Miss Marple erwarten, sind anderswo besser bedient.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

Nelkenliebe

Anja Saskia Beyer
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 27.12.2017
ISBN 9781503949348
Genre: Romane

Rezension:

Nelkenliebe erzählt die Geschichte von Katharina und Arne; von ihrem Vater Gerd und dessen erster großen Liebe. Das Buch erzählt die Geschichte einer großen Liebe, die zum Scheitern verurteilt ist und nimmt uns mit nach Portugal.

Lissabon in den Siebziger Jahren – das ist Portugal in den Zeiten des Umbruchs, der sogenannten „Nelkenrevolution“ und in diesem Lissabon ist ein Teil der Geschichte angesiedelt. Beim Lesen des Buches erfährt der aufmerksame und interessierte Leser viel über die Zeit, die Diktator und das Leben der Menschen mit den Repressalien und den Ängsten.

Anja Saskia Beyer hat wieder zwei Dinge mit ihrem Buch „Nelkenliebe“ geschafft. Zum einen hat sie einen Roman geschaffen, dessen Sog unbeschreiblich ist. Einmal angefangen will man gar nicht mehr aufhören zu lesen, will immer tiefer und immer mehr in die Geschichte eintauchen.

Dazu hat sie es geschafft, den Hauptfiguren Charaktere zu erschaffen, die mitreisen und begeistern. Katharina, die alles für ihren geliebten Papa tun würde und nach Portugal reist, um seine erste große Liebe zu finden und ihm so seinen größten Wunsch zu erfüllen. Ihre Stärke und ihr Mut haben mich beeindruckt.

Arndt, ihr „Partner“ war mir von Anfang an unsympathisch und ich habe mich immer wieder gefragt, was sie eigentlich an ihm findet, was sie bei ihm hält. Sie passten meines Erachtens überhaupt nicht zusammen.

Nuno, der Portugiese – er nahm eine ganz besondere Rolle in der Geschichte ein und faszinierte mich auf Grund seiner beschriebenen Ausstrahlung ganz besonders.

Aber auch so viele andere Charaktere, die in dem Buch vorkommen, sind wunderbar gezeichnet. Detailreich und liebevoll, charakterstark und faszinierend – den ein oder andere würde ich gern mal persönlich kennenlernen.

Mein persönliches Highlight im Buch: die im Anhang befindlichen Rezepte. Und das hat mir richtig Lust darauf gemacht, mal dir portugiesische Küche auszuprobieren.

Von mir gibt es 5 von 5 möglichen Sternen für das letzte Buch des Jahres 2017

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53 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

liebe, bretagne, wolkenfischerin, claudia winter, berlin

Die Wolkenfischerin

Claudia Winter
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.12.2017
ISBN 9783442485734
Genre: Liebesromane

Rezension:

Anfang des letzten Jahres – also 2016 – habe ich die Autorin Claudia Winter für mich entdeckt und ihre letzten beiden Bücher „Aprikosenküsse“ und „Glückssterne“ verschlungen. Nun endlich ist ein weiteres Buch von ihr erschienen und dank der liebenswerten Autorin und ihrer netten Betreuerin beim Verlag durfte ich „Die Wolkenfischerin“ schon weit vor dem eigentlichen Erscheinungstermin lesen.

Wie immer bei Autoren, die ich sehr mag, stand die bange Frage im Raum: Top oder Flop? Kann mich die Autorin nach zwei wunderbaren Büchern erneut begeistern? Schafft sie es mit der Wolkenfischerin erneut, mich in Begeisterungsstürme ausbrechen zu lassen?

Die Antwort auf diese beiden Fragen lautet: Ja! Ja, sie schafft es erneut. Und wenn ich ehrlich bin, sie schafft es noch mehr als bei den anderen beiden Büchern.

Warum? Weil ich das Gefühl habe, das sie hier noch mal einen Sprung gemacht hat. Dass sie hier noch einmal „eine Schippe“ draufgelegt hat. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, das sich ihr Schreibstil minimal geändert, weiterentwickelt hat. Und diese Weiterentwicklung hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Diesmal nimmt uns die Autorin mit in die Bretagne und wir erleben Claire, die wir schon aus dem Buch „Aprikosenküsse“ kennen. Sie und ihre Familiengeschichte haben, verdienterweise, ihr eigenes Buch bekommen.

Worum es in dem Buch geht verrät uns der Klappentext:

Charmant und gewitzt hat sich Claire Durant auf der Karriereleiter eines Berliner Gourmet-Magazins ganz nach oben geschummelt. Denn niemand ahnt, dass die Französin weder eine waschechte Pariserin ist noch Kunst studiert hat – bis sie einen Hilferuf aus der Bretagne erhält, wo sie in Wahrheit aufgewachsen ist: Ihre Mutter muss ins Krankenhaus und kann Claires gehörlose Schwester nicht allein lassen. Claire reist in das kleine Dorf am Meer und ahnt noch nicht, dass ihre Gefühlswelt gehörig in Schieflage geraten wird. Denn ihr Freund Nicolas aus gemeinsamen Kindertagen ist längst nicht mehr der schüchterne Junge, der er einmal war, und dann taucht aus heiterem Himmel auch noch ihr Chef auf. Claire muss improvisieren, um ihr Lügengespinst aufrechtzuerhalten – und stiftet ein heilloses Durcheinander in dem sonst so beschaulichen Örtchen Moguériec …

In Rückblicken erleben wir, quasi als Reise in die Vergangenheit, wie aus Gwenaelle aus dem Örtchen Mogueriec Claire aus Paris wurde. Wir erleben ihren Lebensweg mit und begleiten sie nach Berlin. Dort arbeitet sie in ihrem geliebten Beruf bis sie der Hilferuf ereilt und sie sich der Vergangenheit stellen muss.

Claire hat mir in dem Buch ausgesprochen gut gefallen. Ihre missliche Lage, ihre Vergangenheit und ihre Art, diese zu bewältigen hat mich angesprochen und mitgenommen. Ihr Charakter war sehr glaubhaft geschildert, ihre Beweggründe und ihre Reaktionen bzw. Aktionen durchaus nachvollziehbar.

Eine zweite Figur, die es mir sehr angetan hat war Maelys. Maelys, die kleine Schwester von Claire. Die kleine Schwester, die gehörlos ist, auf die Claire aufpassen muss und die doch ganz gut allein klar kommt. Ihr stiller, liebenswerter Charakter, ihre Art und Weise haben mich fasziniert und sie kann der Hauptfigur gut und gerne den Rang ablaufen.

Was mir sehr gut gefallen ist, wie Claudia Winter in dem Buch die „Problematik“ Gehörlosigkeit schildert. Wie behutsam sie darauf eingeht, die Krankheit thematisiert aber nicht zu lässt das sie alles andere verdrängt. Mit viel Fingerspitzengefühl geht sie darauf ein und man merkt, dass ihr dieses Thema sehr am Herzen liegt. Kein Wunder wenn man weiß, dass die Autorin damit aufgewachsen ist.

Noch ein paar Worte zu den männlichen Parts des Buches: Nicolas der Freund aus Jugendzeiten und Sebastian, der Chef. Diese beiden Charaktere stehen hier ebenfalls im Vordergrund und die Autorin schafft es, beide auf ihre Art sehr sympathisch und lebensecht zu zeichnen. Sie haben mir beide sehr gut gefallen und ich finde, sie füllen ihre ihnen zugedachten Rollen perfekt aus.

Ein großes Highlight beim Buch ist für mich zudem zum einen noch das Cover. Das ist sehr gut gewählt, passt zum Thema und – das muss man auch sagen – auch zum Stil der anderen Bücher von Claudia Winter.

Und – mein ganz persönliches Highlight: die im Buch vorkommenden bretonischen Rezepte findet man im Anhang.  Für mich, die gerne etwas Neues ausprobiert, perfekt und so konnte ich natürlich nicht widerstehen. Ich habe ein Rezept bereits ausprobiert, weitere werden bestimmt noch Folgen.

Nun bleibt mir nur noch eines: auf ein neues Buch aus der Feder von Claudia Winter zu warten und ich hoffe, dass es 2019 so weit sein wird. Bis dahin sollte ich wohl endlich mal zu den Büchern greifen, die die Autorin unter ihrem Pseudonym Carolin Wunsch veröffentlich hat – bisher habe ich leider noch keines davon gelesen. Dabei haben die doch auch sehr interessante Klappentexte und passen eigentlich total in mein Beuteschema.

Ich vergebe für dieses Lesevergnügen 5 von 5 möglichen Sternen.

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25 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

astrid lindgren, spielplatz, bullerbü, emanzipation, geliebte eines verheirateten mannes

Astrid Lindgren - Ihr Leben

Jens Andersen , Ulrich Sonnenberg
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Pantheon, 13.03.2017
ISBN 9783570553527
Genre: Biografien

Rezension:

Biographien gehören nicht unbedingt zu meinen bevorzugten Genre‘s, da mir viele immer als viel zu trocken erscheinen. Die weltbekannte schwedische Autorin Astrid Lindgren interessierte mich schon lange Zeit und als mir diese Biographie von Jens Andersen ins Hause flatterte, griff ich gerne zu.

Für mich, die Astrid Lindgren nur von einigen wenigen Büchern her kennt, war es eine sehr interessante Lektüre. Man merkt dem Buch an, das der Autor Jens Andersen viel Zeit für seinen Recherchen zum Buch aufgewendet hat. Man merkt, dass er sich sehr mit dem Thema Astrid Lindgren beschäftigt hat. Denn in meinen Augen geht er sehr respektvoll und keineswegs reißerisch mit dem Menschen, seinen Ängsten und seinen Gefühlen um. Gerade bei dem doch sehr bewegenden Thema, dass sie ihren unehelichen Sohn bei Pflegeeltern gelassen hat – gerade bei den Schuldgefühlen die sie da hat: er verurteilt nicht, er erzählt.

Was mir ausgesprochen gut gefallen hat war das umfangreiche Bildmaterial, welches im Buch zu finden ist. Die vielen Zitate, Briefauszüge und Tagebuchauszüge aus ihrer Feder, die nicht spekulieren liesen sondern Fakten schafften.

Für mich erweckte die 2002 verstorbene Autorin durch dieses Buch wieder zum Leben und ich habe es sehr genossen, ihr Leben durch die Augen von Jens Andersen zu betrachten.

Es ist ein Buch, das man über einen längeren Zeitraum hinweg liest, lesen muss. Nicht weil man sich zwingen muss weiterzulesen oder weil es langweilig ist. Sondern weil es so viele Fakten und Informationen enthält, die man erst einmal verarbeiten muss.

Meine Wertung für diese Biographie: 4 ½ von 5 Sternen.

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14 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

hebamme, kinder, opa, kind, dilogie

Schief gewickelt, Opa!

Angela Ochel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.11.2016
ISBN 9783746632582
Genre: Humor

Rezension:

Das ist mein insgesamt dritter Roman der Autorin Angela Ochel und der zweite aus der Reihe um Baby Finn. Nach dem ich den ersten Band damals verschlungen hatte, lag dieser Band ewig auf meinem SUB, ehe ich ihn mir Anfang des Herbstes alt Pause- und Arbeitsweg-Lektüre schnappte.

Gefreut habe ich mich auf lustige, leichte Unterhaltung – auf Abschalten vom Büro und dem Gequatsche anderer Leute auf dem Weg zur und von Arbeit.

Leider weiß ich nicht, was passiert ist. Hat sich mein Humor verändert? War ich einfach nicht in der Stimmung für das Buch? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass mich das Buch, im Gegensatz zum ersten Teil, überhaupt nicht begeistern konnte. Konnte mich die Erzählweise – alles wird aus der Sicht des Babys bzw. des Kleinkindes erzählt – beim letzten Mal begeistern, war ich diesmal genervt. Jetzt weiß ich nicht ob von Finn, der natürlich erzählt wie er das Verhalten der Erwachsenen – der schwangeren Mama, der überforderten Großväter und der anderen Beteiligten wahrnimmt. Oder ob es die Geschichte an sich war, die kein einziges Klischee in Sachen Schwangerschaft, Geschwisterkind usw. auslässt.

Ich konnte immer nur ein paar Seiten, ein Kapitel lesen. Dann war ich genervt und musste das Buch zur Seite legen. Sicherlich ist die Geschichte irgendwo witzig und die Kommentare von Finn auch. Nur hätte ich es an dieser Stelle begrüßt, wenn ein „Erzähler“ – also eine dritte Person – das erzählen übernommen hätte und man nur hin und wieder in die Gedanken von Finn hätte reinschauen können. So nahm das ganze überhand, es kam zu ständigen Wiederholungen.

Mir hat es gezeigt, dass es nicht immer so sein muss, dass der zweite Band genauso gut ist wie der erste. Dass nicht immer der zweite Band das halten kann, was der erste versprochen hat. Das „neue“ für mich, der neue Reiz, war weg.

Für den ersten Teil „Ein Baby und zwei Opas“ habe ich damals 4 ½ von 5 Sternen vergeben können. Diesmal wird es deutlich weniger, da ich mich teilweise wirklich zwingen musste, weiterzulesen. Ich musste mich zwingen, das Buch wieder in die Hand zu nehmen, noch ein paar Seiten zu lesen. Ich wollte es zu Ende bringen, da auf meinem SUB andere, sehr interessante Titel schummern und auch gelesen werden wollen.

Alles in allem kann ich für das Buch gerade mal 2 ½ von 5 Sternen vergeben.

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

harz, magie, ebook, luchse, illustratorin

Magie und Schokolade

Juli Stern
E-Buch Text: 247 Seiten
Erschienen bei Amazon Media EU, 22.09.2017
ISBN B075VV3THZ
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe dieses Buch mit seinen knapp 250 Seiten regelrecht verschlungen, habe mitgefiebert und mitgelacht. Und dennoch fällt es mir sehr schwer, dieses Buch zu bewerten.

Warum? Das ist leicht erklärt.

Wer mich kennt, wer meinen Blog verfolgt, der weiß, dass ich die Geschichten rund um die Hexe Eli aus der Feder von Kristina Günak liebe und jedes Mal regelrecht verschlinge. Als Kristina nun zu mir sagte „Ich habe das Buch geliebt, ich habe es verschlungen“ wusste ich, ich muss einfach zu greifen.

Und sie hatte Recht: Das Buch übt einen gewissen Sog aus. Ich war sehr schnell in der Geschichte drin, habe in die Geschichte eintauchen können. Die vier Hauptfiguren – Nu, Gretchen, Mika und Anna haben es mir sehr leicht gemacht. Sie waren so liebevoll detailliert gezeichnet, dass man ihre Gedanken und Gefühle, ihre Handlungsweisen und Reaktionen sehr gut nachvollziehen konnte.

Einige Dinge – wie zum Beispiel ob Gretchen nun ein „echter“ Hund ist oder doch ein Gestaltwandler – blieben offen und ich hoffe hier auf eine Fortsetzung. Genauso in Bezug auf die Frage, ob Nu ihre Fähigkeiten in Griff bekommen wird.

Die Geschichte war süß, spannend und witzig zu gleich. Sie war genauso romantisch wie sie sein sollte und die Magie sprühte förmlich.

„Meine“ Eli hatte einen kurzen Gastauftritt, der sich ebenfalls in „Küss mich Kater“ – nur da aus der Sicht von Eli erzählt – wiederfindet.

Und hier ist mein „Problem“: mich hat die Art des Buches, die Schreibweise und auch das Tempo des Buches sehr an die Geschichten von Kristina erinnert. Ich habe sogar zu meinem Mann gesagt „Hätte ich nicht gewusst, dass das eine andere Autorin ist, hätte ich gedacht Kris hat das geschrieben“.

Die Tatsache hat mich zu einem gestört, zum anderen aber auch wieder fasziniert. Denn ich dachte bis dato, das diese Art Schreibstil quasi einzigartig ist.

Jetzt kommt der schwere Teil:

Wie bewerte ich nun dieses Buch? Vom Grundsatz her würde es bei mir 5 Sterne bekommen, da mich die Geschichte und die Charaktere begeistern konnten. Aber dass ich zu sehr an die Geschichten meiner Lieblingsautorin erinnert wurde, stört mich ein wenig.

Ich weiß, dass die Geschichte bei Juli Stern lange in der Schublade lag und das sie diese irgendwann rausholte und zu Ende schrieb bzw. überarbeitete. Es steckt extrem viel Arbeit und Herzensblut da drin.

Doch bei aller Nähe zu Geschichte und Schreibstil von Kristina Günak hätten mir eine eigene und unverwechselbare Note von Juli noch besser gefallen. Ich hoffe, dass in zukünftigen Projekten mehr von ihr selbst zum Tragen kommt.

Daher von mir 4 von 5 möglichen Sternen.

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75 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

liebe, freundschaft, italien, kochbuch, nudelbar

Der Duft von Pinienkernen

Emily Bold
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.10.2017
ISBN 9783548289083
Genre: Liebesromane

Rezension:

… ist mein – wenn ich die Serie um Mr. Grey ausblende – vierter Roman aus der Feder von Emily Bold und ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut. Aus dem Grund konnte ich es kaum erwarten, es anzufangen zu lesen, als es endlich bei mir war.

Die Geschichte dreht sich um Greta, die gemeinsam mit ihrer besten Freundin eine Nudelbar betreibt und durch einen großen Fehler alles zerstört. Da kommt das Angebot, durch Italien zu reisen und ein Kochbuch zusammenzustellen gerade recht.

Auf diese Reise nimmt Greta uns nun mit – eine Reise die uns von Venedig über Bologna nach Apulien führt.

Soweit zum Inhalt des Buches.

Der Schreibstil von Emily Bold ist einfühlsam und mitreißend. Sie beschreibt die Landschaft Italiens, die Olivenhaine zum Beispiel und die Städte so detailreich und mit warmen Worten, dass man meinen könnte, selbst mit vor Ort zu sein.

Sehr aufgefallen ist mir diese Gabe, Situationen zu beschreiben, als es um die Zubereitung der verschiedenen italienischen Speisen ging,  aufgefallen. Dies war so plastisch beschrieben, dass ich förmlich den Duft in der Nase hatte. Dass ich meinte, den Geschmack der Speisen  auf der Zunge zu spüren.

Auch der Bummel durch den Olivenhain, das Gefühl, die Früchte in der Hand zu halten, bei der Ernte dabei zu sein und die Verarbeitung zu sehen: es war eine wahre Freude diese Szenen zu lesen.

Das waren die positiven Seiten des Buches.

Kommen wir nun zu den Protagonisten und da hat die ganze Sachen einen riesigen Haken.

Ich mochte Greta nicht. Sie schafft es nicht, mich zu berühren und – das war der Hauptkritikpunkt – sie agiert nicht wie eine Frau von 30 sondern teilweise wie ein pubertierender Teenager, eine unreife Göre. Sie ist viel zu unselbstständig dafür, dass sie einen eigenen Laden, ein eigenes Restaurant hatte.

Auch verläuft die Geschichte, die Handlung viel zu glatt. Irgendwie geht immer alles gut, alle Menschen nehmen sie auf ihrer Reise freundlich auf und sie muss sich mit keinem einzigen Problem auseinander setzten. Und mal ehrlich: ich hab bisher noch keine Reise erlebt, bei der immer alles zu 101% glatt und gut ging. Irgendwas, und wenn es auch nur eine Kleinigkeit war, ging daneben.

Ihre beste Freundin Katrin blieb noch viel blasser als Greta. Gut, das Buch dreht sich nun mal nur um Greta, aber trotzdem hätte ich gern ein wenig mehr darüber erfahren, wie Katrin mit der ganzen Sache umgeht. Erst im letzten, winzigen Teil des Buches taucht sie tatsächlich auf: erst total stinkig und dann plötzlich – dem wunderbaren Cousin von Greta sei Dank – versöhnlich. Das ging mir viel zu schnell, war ohne wirklichen Tiefgang und eine Aufarbeitung der Freundschaft war das auch nicht.

Die Nebenfiguren; der Fotograf Chris an allererste Stelle und dann zum Beispiel der Puppenspieler Luca oder der Olivenbauer Daniele – die haben mehr Eindruck bei mir gemacht, mehr Gefühle und Gedanken ausgelöst.

Das Ende war zu „Hoppla hopp“, kam viel zu schnell und viel zu glatt.

Und ich war dann noch ein wenig enttäuscht, dass kein einziges Rezept im Anhang zu finden war – dabei hätte ich so gern wenigstens eines mal nachgekocht.

Alles in allem war der Schreibstil richtig gut und ich habe das Buch gern weggeschmökert, konnte mich aber mit den Hauptprotagonisten nicht anfreunden. Die Beschreibungen von Landschaft und Essen konnten mich berühren, die Geschichte um Freundschaft, Verrat, Vertrauen und Verzeihen jedoch nicht.

Nach reiflicher Überlegung und weil ich bereits Bücher der Autorin gelesen habe, die mich richtig fesseln und begeistern konnten, vergebe ich für dieses Buch gerade einmal 3 von 5 möglichen Sternen.

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91 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

weihnachten, engel, liebe, jo berger, new york

Schneeflockenküsschen

Jo Berger
E-Buch Text: 132 Seiten
Erschienen bei Independently Published, 27.10.2017
ISBN B075PK9P8Q
Genre: Liebesromane

Rezension:

Jo Berger ist eine deutsche Autorin, von der ich bereits mehrere tolle Romane gelesen habe. Nun, passend zur beginnenden Weihnachtszeit kommt „Schneeflockenküsschen“ auf den Markt. Mein Problem: Ich mag keine Romane, die weniger als 250 Seiten haben. Meistens sind mir diese zu „unausgereift“. Weder die Charaktere noch die Geschichte kann sich entwickeln und das hinterlässt bei mir meistens Frust statt Lust.

Doch was soll ich sagen? Ich habe das Buch angefangen und in einem Rutsch durchgelesen. So sehr hat mir die kleine, süße Weihnachtsgeschichte gefallen.

Worum geht es?

Weihnachten ist für Amelie Stone schon lange nicht mehr das Fest der Liebe. Im Gegenteil, sie meidet alles, was damit zu tun hat. Als überzeugter Single und eiskalte Chefin des exklusiven New Yorker Modelabels »Stylish Amy« hat sie vor den Feiertagen jede Menge zu tun, um den Umsatz zu steigern und sich anderweitig bei Laune zu halten. Zumindest bis unvermittelt eine Frau auftaucht, die behauptet, ein Engel zu sein. Zu allem Überfluss steht Amelie plötzlich vor Ryan Malone, Inhaber von Malones Christmas Wonderland, mit dem sie eine etwas komplizierte Vergangenheit verbindet.
Wird es Ryan und dem Engel gelingen, in ihr den Zauber von Weihnachten – und den der Liebe – wieder zu erwecken?

Ich muss bestimmt nicht erwähnen, dass alles gut ausgeht, oder? Etwas anderes hätte ich von einer Weihnachtsgeschichte nicht erwartet und ehrlich gesagt auch von Jo Berger nicht.

Sie hat mit ihrem flotten, witzigen Schreibstil wieder einmal eine wunderbare Geschichte gezaubert. Eine Geschichte, die berührt, ans Herz geht und bei der man so richtig in Weihnachtsstimmung geraten kann. Dazu hat das Buch nicht nur witzige, sondern auch sehr viele berührende und packende Momente.

Bezaubernd ist natürlich Elisa. Ich liebe diesen kleinen Engel einfach. Mit ihren Augen die Weihnachtszeit zu erleben, das Backen, die Dekorationen etc. zeigt mir, wie vielleicht meine Kinder diese Zeit erleben werden. Die Neugierde von Elisa lässt sich sehr gut auf meine Kinder übertragen.

Ich sage an dieser Stelle DANKE für diesen wunderbaren „Kurzroman“, der mich als erstes Buch in der diesjährigen Vor-Weihnachtszeit ein wenig in die richtige Stimmung versetzen konnte.

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71 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

sherlock holmes, sherlock, manga, krimi, carlsen

Sherlock 1

Jay. , Mark Gatiss , Steven Moffat , Gandalf Bartholomäus
Flexibler Einband: 212 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.03.2017
ISBN 9783551728845
Genre: Comics

Rezension:

Ich muss an dieser Stelle zwei Dinge gestehen: ich bin ein großer Fan von Sherlock Holmes und ich kann mit Mangas überhaupt nichts anfangen.

Gerade weil ich ein großer Sherlock-Fan bin, bin ich überrascht gewesen, als ich den Manga entdeckte. Und obwohl ich Mangas überhaupt nicht mag – ich habe lediglich vier bisher „gelesen“ griff ich doch zu. Denn ich musste einfach wissen, wie „Ein Fall in Pink“ – der erste Teil der BBC-Reihe mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle, umgesetzt wurde.

Das Titelbild des Mangas, mit Sherlock natürlich und dem großen silbernen Schriftzug wirkt edel und macht eigentlich Lust darauf, den Manga zu lesen.

Die Zeichnungen im Buch sind typisch für den Manga-Stil, und doch irgendwie nicht. Ich fand hier die Figuren realer gezeichnet, mit mehr Mienenspiel und Gefühlsregungen. Auch die Dialoge sind ausgereifter und länger als bei einem Manga sonst üblich.

Der Fall in Pink beginnt mit Watson, der traumatisiert aus dem Afghanistankrieg heimkehrt und mit Gesprächen und Bloggen sein Leben versucht, wieder auf die Reihe zu bekommen. Zeitgleich gesehen vermeidliche Selbstmorde, er lernt Sherlock kennen und das ganze nimmt seinen Lauf.

Ich hatte Spaß beim „Lesen“ des Mangas und bin auch sehr gut und sehr schnell durch die Geschichte durchgekommen. Auch wenn natürlich bei mir, wie immer bei Mangas, der Wunsch bestand zu Stiften zu greifen und den Figuren mit Farbe noch mehr Leben einzuhauchen.

Dennoch ist und bleibt für mich das Lesen eines Mangas mehr als nur gewöhnungsbedürftig. Ich werde „Sherlock“ zu meiner Sammlung stellen. Ein weiterer Band wird aber sicherlich nicht bei mir landen. Denn 13 Euro für einen Manga – einen japanischen Comic – ist mir dann doch ein wenig zu heftig und ist es mir persönlich auch nicht wert.

Für den Lesespaß, das „Besondere“ in meiner Sherlock-Sammlung und für die Umsetzung der Geschichte in einen Manga vergebe ich 3 von 5 Punkten.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

I'll push you

Patrick Gray , Justin Skeesuck
Fester Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Benevento, 24.08.2017
ISBN 9783710900280
Genre: Sachbücher

Rezension:

I’ll push you erzählt die bewegender Geschichte zweier Männer – zwei sehr guter Freunde. Justin Skeesuck und Patrick Gray kennen sich bereits ihr ganzes Leben lang. Sie sind beste Freunde und haben gemeinsam viel erlebt. Patrick war dabei, als bei Justin seine unheilbare Autoimmunerkrankung ausbrach, die ihm Stück für Stück seine Beweglichkeit nahm.

Der Jakobsweg, zwei beste Freunde und ein Rollstuhl

So erzählt dieses Buch die Geschichte einer unzerstörbaren Freundschaft, eine Freundschaft die so unglaublich stark ist. Dieses Buch erzählt davon, was eine solche Freundschaft erreichen kann: nämlich alles. Man schafft auch das scheinbar unmögliche, wenn man es wirklich will und vorallen Dingen, wenn man zusammen hält.

Als mir dieses Buch als Rezensionsexemplar vom Verlag angeboten wurde, war ich erst skeptisch, aber sofort neugierig. Ich fragte mich, wie dieses Buch wohl geschrieben sein wird. Drückt es sehr auf die Tränendrüse? Etwas, was ich aktuell überhaupt nicht gebrauchen kann. Oder ist es zu gestellt? Zu reißerisch?

Immerhin ist es kein Roman, also keine Fiktion. Sondern das Buch erzählt eine wahre Begebenheit.

Als das Buch dann bei mir ankam, dauerte es nicht lange und die Neugier siegte. Und was soll ich sagen? Ich habe es nicht bereut.

Dieses Buch ist alles andere als reißerisch. Dieses Buch drückt auch nicht auf die Tränendrüse. Dieses Buch berührt ganz einfach.

Es berührt, weil es unglaublich ist. Es ist unglaublich, wozu Freundschaft da ist. Es ist unglaublich, wie viel beide Männer in die Freundschaft investieren, wie selbstverständlich es für Patrick ist, seinem besten Freund den großen Wunsch zu erfüllen.

Die Geschichte wird emotional erzählt, ehrlich und offen, aber ohne zu jammern. Dabei ist das Schicksal zu Justin alles andere als fair. Es ist hart und grausam, trotzdem versucht Justin es mit Humor und Gelassenheit zu nehmen, auch wenn man im Buch merkt, dass er auch oft am Verzweifeln ist.

Gefühlvolle Szenen wechseln sich mit humorvollen Szenen ab; aber auch bedrückende Szenen gibt es und solche, wo man nur noch fragt „Warum?“.

Man erfährt während des Lesens viel über die organisatorischen Aufwand einer solchen Reise – gerade mit einem Menschen mit Handicap ist das ganze ja noch einen Tick schwerer, komplizierter. Man erfährt viel über die Verwunderung der Menschen, dass so ein Unternehmen gewagt wird; aber auch von der Offenheit und der Hilfsbereitschaft.

Mir hat das Lesen des Buches viel Spaß gemacht; mit hat es in vielen Dingen auch die Augen geöffnet.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich eine sehr gute Freundin – eigentlich eine meine besten Freundinnen – habe, die ebenfalls im Rollstuhl sitzt.

Während des Lesens des Buches habe ich mich oft gefragt, ob ich die Kraft und den Mut hätte, so zu handeln? Würde ich – zusammen mit ihr – das Wagnis einer solchen Reise eingehen? Könnte ich als Freundin so viel geben? So viel leisten und investieren?

Und andersherum? Hätte ich als Mensch mit Handicap den Glauben daran, so ein Vorhaben zu schaffen?

Für mich ist dieses Buch eine klare Leseempfehlung – und daher vergebe ich 5 von 5 Sternen.

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77 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

köln, zeitreise, krankenhaus, historischer roman, peter paul rubens

La Vita Seconda

Charlotte Zeiler
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 09.06.2016
ISBN 9783959916202
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch von Charlotte Zeiler ist ein Buch, in dem ich im Buchladen mit Sicherheit vorbei gegangen wäre. Ich hätte es bestimmt nicht in die Hand genommen, wenn ich es entdeckt hätte.

Warum? Weil das Cover dem Leser ein Fantasy-Roman suggiert und wenn man dann noch den Verlag erblickt – Drachenmond – dann denkt man erst recht an Fantasy. Denn der Drachenmond-Verlag steht für Fantasy. Und ich lese nur sehr wenige Romane, die man in den Bereich der Fantasy einordnen kann – eigentlich nur ganz bestimmte Autoren.

Warum ich heute dennoch über das Buch schreibe, eine Rezension dazu verfasse? Weil die Autorin mich in der Thalia-Buchhandlung angesprochen hat. Weil sie mich in einem netten Gespräch neugierig auf das Buch gemacht hat und mir eine Leseprobe in die Hand drückte. Die ich dann gleich beim Warten auf meinen Mann verschlang und dann … musste ich das Buch haben.

Zu Hause war ich dann skeptisch. Konnte das Buch halten, was die Leseprobe verspricht? Oder hätte ich doch die Finger davon lassen sollen?

Nachdem das Buch jetzt beendet neben mir liegt, kann ich als Fazit sagen, dass der Kauf sich gelohnt hat.

Mit „Genuss“ las ich noch einmal den Einstieg in die Geschichte: der Unfall und die Arbeit der Rettungskräfte hatte mich schon in der Leseprobe geflasht und ich war während des Lesens mittendrin. Es hat mich sofort in die Geschichte reingezogen, hat mich festgehalten und neugierig auf das gemacht, was da noch kommen mag.

Erzählt wird die Geschichte auf zwei Ebenen. Einmal in der heutigen Zeit und einmal in der Vergangenheit. Letztere führt uns zurück ins alte Cölln Anfang des 17. Jahrhunderts.

Es gibt also zwei Erzählstränge, die sich Kapitelweise abwechseln und so gut kenntlich gemacht sind. So kam ich nicht durcheinander und konnte mich gut auf die Geschichte konzentrieren.

Der Schreibstil der Autorin – deren Erstlingswerk „La Vita Seconda“ übrigens ist – lässt sich flüssig lesen; die Sprache ist klar und päszise. Ihr gelingt es auch sprachlich die jeweilige Zeit deutlich zu machen und den Leser so zu begeistern.

Die Beschreibungen der Arbeit im Krankenhaus, während  der Intensivmedizinischen Betreuung aber auch darüber hinaus sind so detailliert und genau beschrieben, dass ich mir einbilden konnte, den typischen Krankenhausgeruch wahrzunehmen.

Die Charaktere waren sehr glaubhaft dargestellt. Ganz besonders hervorheben möchte ich Mark – den Notarzt. Er hat mir mit seiner ganzen Art und Weise sofort imponieren können. Seinen Kampf um die junge Frau aus dem Auto, seine Gefühle die er langsam entwickelt, seinen Starrsinn alles zu tun: ein Paradebeispiel für einen vielschichtige und lebensnah gezeichneten Charakter.

Aber auch Mia, die Krankenschwester, hat mir sehr gut gefallen. Ihr Gefühlschaos in Liebesdingen, ihr Zweifel daran ob sie ihrem Job gewachsen ist – ich habe mich bei ihr gut gefühlt und habe mich gefreut, das ich ihren Weg begleiten durfte.

Mit Sicherheit könnte ich hier noch mehr Figuren benennen, die mich begeistern konnten. Aber vielleicht kann ich, in dem ich das nicht tue, Euch ein wenig neugierig auf das Buch machen.

Meine Wertung für dieses Buch: 4 von 5 Sternen. Warum „nur“ 4 Sterne? Weil ich mich sicher bin, dass die Autorin mit ihrem neuen Buch, welches bereits in Arbeit ist und wo man auch bestimmte Charaktere aus diesem Buch wiedertreffen wird (siehe Interview), weiterentwickeln wird. Und so brauche ich bei der Bewertung noch Luft nach oben.

Aber: die 4 Sterne sind gerechtfertigt. Ich wurde richtig gut unterhalten und freue mich schon jetzt auf das zweite Buch.

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

london, krankenhaus, nightingale, danny, band 6

Die Nightingale Schwestern

Donna Douglas , Ulrike Moreno
Flexibler Einband: 510 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.07.2017
ISBN 9783404175871
Genre: Historische Romane

Rezension:

Es ist bereits der 6. Band der Reihe um das Nightingale-Hospital und so langsam aber sicher neigt sich die Serie dem Ende zu.

Dieses Mal sind wir im Jahr 1940 und erleben mit den Figuren der Serie den Blitzkrieg in London. Wie es die Art der Autorin ist, sind die Beschreibungen wieder so detailreich und plastisch, dass man wieder mittendrin ist.

Und das ist – gerade in der Zeit –  nicht immer sehr schön. Der Krieg, der Bombenabwurf. Die Angst und Verzweiflung der Bevölkerung, aber auch deren Mut und Hoffnung – all das bringt die Autorin wieder gekonnt an den Leser.

Ich weiß nicht, wie die Autorin für diese Reihe recherchiert hat. Ich weiß nicht, mit wem sie gesprochen hat über den Blitzkrieg. Aber ihre Beschreibungen wirken so echt, so nah an der Wirklichkeit, das ich regelrecht mitgelitten habe. Ich hab mitgelitten, als die Bomben fielen. Ich habe Angst gehabt und mich in Ecken gekauert, als der Wahnsinn losging. Ich habe mit den Schwestern die Verletzten versorgt, den Geruch verbrannter Haut in der Nase und die Schmerzensschreie im Ohr gehabt. Ich hab mit Dora getrauert und ihre Verzweiflung gespürt.

Sprachlich und gefühlsmäßig war es wieder ein wunderbares Buch der Autorin. Sie hat es zum 6. Mal geschafft, mich so zu begeistern, dass ich nun voller Ungeduld auf den 7. und wohl letzten Band der Reihe warte.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Odyssee - Dunkle Vergangenheit: LKA/SEALs

Stefanie Ross
E-Buch Text: 533 Seiten
Erschienen bei www.stefanieross.de, 30.09.2017
ISBN B076377RLQ
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich gebe es gerne zu: Ich gehöre zu den „Fans“ von Stefanie Ross und kann es jedes Mal kaum erwarten, ein neues Buch von ihr zu Lesen. Aber auch wenn ich ein großer Fan von ihr bin, so würde es mir nicht einfallen, „Vorschusslorbeeren“ zu verteilen. Im Gegenteil: Ich lese jedes Buch besonders kritisch und habe jedes Mal Angst, dass das neue Buch nicht so gut ist wie das davor.

Auch dieses Mal war ich ungeheuer neugierig auf „Odyssee“, zumal ich diesmal den Facebook-Countdown nicht verfolgt habe.

Ein paar Tage nach Erscheinen des Buches konnte auch ich mich endlich in „Odyssee“ vertiefen und auch diese Geschichte packte mich von Anfang an.

Die Geschichte dreht sich diesmal um Alexander, der durch einen Angriff alles verloren hat, am Rande des Abgrundes lebte und erst wieder lernen muss was es heißt, Familie und Freunde um sich zu haben. Der erst wieder lernen muss zu vertrauen und das es gut ist, jemanden zu haben, der einen stützt wenn mal fällt.

Alexander spielte bereits in zwei anderen Büchern eine Rolle, war der aber eine Randfigur und ist mir so gar nicht aufgefallen. Hier, in seinem eigenen Buch, packte er mich und ließ mich einfach nicht mehr los, nicht mehr zur Ruhe kommen.

Mit seiner Darstellung, seiner Charakterisierung zog er mich in seinen Bann und schaffte es, mich zu berühren wie kaum ein anderer vorher. Stefanie Ross hat viele tolle Charaktere entwickelt – ich denke da nur an „Luc“, meinen absoluten Liebling. Aber keiner konnte mich bisher so tief berühren wie Alexander. Seine Zerrissenheit, seine Traurigkeit und seine Hoffnung – seine Zweifel und seine Liebe – all diese Gefühle nahm man ihm ohne weiteres ab. Aber auch Ann und Mirko wussten, wie man mich begeistern und berühren kann.

Mit all den bekannten Gesichtern – den Hamburger Jungs und den Seals, mit ihren Freunden und Familien – es war ein nach Hause kommen, ein wohlfühlen. Die Begegnungen waren herbeigesehnt und lösten Freudensprünge aus.

Die Geschichte hat alles, was eine gute Story aus der Feder von Stefanie Ross nun einmal ausmacht: Spannung und Action, Humor, eine Prise Liebe und ganz viel Freundschaft. Mit ihrem unverwechselbaren Schreibstil schickt die Autorin mich als Leser in ein Wechselbad der Gefühle. Mit einigen überraschenden Wendungen kommt beim Leser keine Tristess und Langeweile auf.

Alexander hat sich jedenfalls in mein Herz geschlichen. Er könnte sogar meiner Lieblingsfigur Luc den Rang ablaufen. Ich hoffe, ich lese bald wieder etwas von ihm – wie es ihm auf seinem neuen Posten ergeht und ob die Familie vielleicht noch wächst.

Liebe Stefanie Ross, danke für den Lesegenuss. Du hast die Messlatte einmal mehr sehr weit nach oben gehangen – und ich freue mich sehr auf das Zittern und Bangen, ob dein nächstes Buch da wieder mithalten kann.

Für „Odyssee“ vergebe ich gerne wieder 5 von 5 Sternen – bitte mach weiter so!

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

MAL REGIONAL - Dresden und die Sächsische Schweiz


Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 02.08.2017
ISBN 9783839221747
Genre: Sachbücher

Rezension:

Als ich über die Verlagsvorschau vom Gmeiner Verlag auf das Buch gestoßen bin, habe ich mich gleich dafür begeistern können. Ich mag Ausmalbücher, nutze die Malvorlagen gerne bei Stress um runterzukommen und mich zu entspannen.

Nun sollte es also ein Ausmalbuch mit Motiven meiner Heimat geben  Ich freute mich und schlug natürlich gerne zu, als mir das Buch als Rezensionsexemplar angeboten wurde.

Als es kam und ich es das erste Mal in der Hand hielt, wusste ich nicht so recht, ob ich mich nun freuen sollte oder enttäuscht war.

Das Buch ist quadratisch – etwa 21×21 cm und hat 64 Seiten. 30 „detaillierte Malvorlagen der schönste Orte in Dresden und der Sächsischen Schweiz“ wurden laut Klappentext versprochen und das Motiv auf der Titelseite sah schon mal vielversprechend aus.

Jeweils auf der rechten Seite findet man ein großes Bild einer Sehenswürdigkeit, eines Ortes, welches ausgemalt werden kann. Auf der linken Seite, in der unteren Ecke, findet man ein paar Zeilen, die ein paar Informationen zum jeweiligen Motiv geben. Der Rest der Seite ist leer.

Das habe ich ehrlich gesagt sehr verwundert zur Kenntnis genommen. Denn hier wurde Platz verschenkt – sinnloser weise muss ich dazu sagen.

Wenn man die Gebäude, die Orte hier nicht kennt, hat man keine Vorlage im Kopf, wie das Gebäude etc. tatsächlich ausschaut. Man hat keine Vorstellungen dafür, welche Farben verwendet werden sollten, damit es stimmig wird.

Hier hat der Zeichner zwei Möglichkeiten: er sucht sich im Internet eine etwaige Farbvorlage oder aber er lässt komplett seine Fantasie spielen und malt so aus, wie er es sich in dem Moment vorstellt. Egal, ob es dann stimmig oder passend ist oder eben nicht.

Wäre da nicht die Möglichkeit gewesen, ein Farbfoto des jeweiligen Motives auf die leere Fläche der linken Seite zu bringen? Dann kann der Zeichner selber entscheiden, ob er sich daran hält oder nicht; aber es gäbe wenigstens einen Anhaltspunkt.

Auch die Bezeichnung „schönsten Orte“ kann man auslegen wie man möchte. Das Buch enthält Motive, die mir gut gefallen und solche, die ich mit Sicherheit nicht ausmalen werde, weil sie mir absolut nicht zusagen.

Alles in allem ist „Mal regional“ zwar eine wunderbare Idee, aber von der Ausführung her hätte ein wenig mehr daraus gemacht werden können.

Von mir bekommt das Malbuch 3 von 5 möglichen Sternen.

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111 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

thriller, lorenz stassen, köln, anwalt, mord

Angstmörder

Lorenz Stassen
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 09.10.2017
ISBN 9783453438798
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit dem Thriller „Angstmörder“ liegt das Debüt den Autoren Lorenz Stassen vor und – obwohl ich nur bedingt Thriller lese, fand es den Weg in mein Reich, auf meinen SUB. Da lag es aber nicht lange, war ich doch sehr neugierig und natürlich stolz darauf, dass ich es vor dem offiziellen Erscheinungstermin lesen darf.

In Angstmörder schickt Lorenz Stassen zwei Protagonisten ins Rennen, wie sie eigentlich unterschiedlicher nicht sein können. Und doch verbindet die beiden wesentlich mehr, als man auf dem ersten Blick sieht.

Da ist zum einen der notorisch erfolglose Anwalt Nicholas Meller, der sich mehr schlecht als recht über Wasser hält und auch Mandanten annimmt, denen man im Dunkeln lieber nicht begegnen möchte. Mandanten, die aber dennoch irgendwie „nützlich“ sein können – später einmal. So nach dem Prinzip „eine Hand wäscht die andere“. Nicholas Meller ist alles andere als ein Womenizer, er ist ein Mensch mit allen Facetten und Fehlern, der aber auch das Herz am rechten Fleck hat.

Ihm zur Seite gestellt wird Nina, eine junge und sehr gut aussehende Frau mit viel Herz, noch mehr Verstand und … einem kleinen „Schönheitsfehler“. Dabei ist ihr körperlicher „Makel“, ein zurückgebildeter Arm, für sie kein Grund klein beizugeben. Sie ist eine Frau, die ich bewundert habe. Wie sie ihren Weg geht, wie sie mit den Blicken der anderen umgeht, nötigt mit als Leser immer wieder den größten Respekt ab. Auch ihre Ehrlichkeit, die manchmal auch ein wenig irritierend sein kann. Sie weiß was sie will und geht ihren Weg.

Beide geraten gemeinsam in einen Fall hinein, der ihnen alles abverlangt. Einfühlungsvermögen genauso wie Mut und Tapferkeit. Sie müssen zusammen arbeiten, um den Fall zu lösen und den Täter zu überführen.

Das hier auch menschliche Aspekte, die Gefühle der beiden, eine große Rolle einnehmen, ist logisch aber sehr passend.

Lorenz Stassen ist Drehbuchautor und als ich das Buch anfing, hatte ich irgendwie Angst davor, dass mich das Buch zu sehr an ein Drehbuch erinnern würde. Nicht, das ich bisher eines gelesen hätte. Aber ich stell mir ein Drehbuch so vor, dass es kurz und knapp gehalten ist, man sich vieles einfach nur denken muss und vieles daher nicht erzählt wird.

Zum Glück war dem hier nicht so: Lorenz Stassen ist es gelungen, ein Buch zu schreiben, dass in vielen Bereichen fesselt. Sprachlich gesehen ist es extrem ausgereift. Die Sprache ist deutlich und prägnant. Wichtige Schlüsselszenen, Personen und Orte werden so beschrieben, dass man sich alles ohne weiteres bildlich vor Augen fühlen kann. Dabei werden diese Geschehnisse aber auch so beschrieben, dass der Leser dennoch seine eigene Fantasie und Vorstellungskraft benötigt und auch nutzen kann.

Der Spannungsbogen wird kontinuierlich gehalten; es werden geschickt Wendungen eingebaut, mit denen der Leser so ersteinmal nicht rechnet.

Durch die Erzählweise – einmal erzählt Nicholas und einmal „schauen“ wir quasi dem Täter zu – wird es nicht langweilig und wir erhalten Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt des jeweiligen Erzählers. So erfahren wir viel über Beweggründe, Handlungsweisen und Gedankengänge.

Aber nicht nur die drei – der Täter, der Anwalt und die Referendarin – werden detailiert dargestellt. Auch andere Figuren des Buches – egal auf welcher Seite sie stehen – sind so dargestellt das sie sich harmonisch in die Geschichte einfügen, diese bereichern.

Mir hat es viel Spaß bereitet, dieses spannende Buch zu lesen und vielleicht – so hoffe ich – gibt es bald ein Wiedersehen mit Nicholas und Nina. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen.

Für das Buch hier vergebe ich auf jeden Fall 4 1/2 von 5 Sternen, denn ich denke, da kann man getrost noch eine Schippe drauf legen.

Im Anschluss an die Lektüre durfte ich den Autor noch interviewen. Wenn es interessiert, war er zu sagen hat – hier geht es lang 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Young Sherlock Holmes [8]

Andrew Lane , Christian Dreller , Jonas Mues
Audio CD
Erschienen bei Jumbo, 05.05.2017
ISBN 9783833737398
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Im nunmehr achten Band der Young Sherlock Holmes Serie wird der junge Sherlock plötzlich von seinem Bruder nach Hause gerufen. Das hat einen traurigen Grund, denn Sherlocks Mutter ist nach langer Krankheit gestorben. Nach Jahren, in denen er nicht zuhause war, sieht er sich auch mit dem Verehrer seiner Schwester konfrontiert. Diesen nehmen er und sein Bruder Mycroft sich vor näher kennenzulernen.

Ein mysteriöser Einbruch im Anwesen der Familie Holmes lässt ihn Ermittlungen beginnen, die ihn schließlich zu Hintergründen führen, die seine Vorstellungen übertreffen.

Wieso es Sherlock und seinen Freund Matty nach Ägypten verschlägt, wo gerade der Suezkanal gebaut wird, und warum er sich im Kampf einem Freund stellen muss und alte Feinde an seiner Seite auftauchen – das erfahren Leser wie Hörer im wohl letzten Teil der Serie.

Diese Episode ist vor allem als vielseitig zu beschreiben. Spielt sie erst noch vor allem in seinem Geburtshaus, so verlagert sich die Geschichte, bis schließlich ein großer Teil (etwa ein Viertel) auf dem Weg nach und in Ägypten erzählt wird. Zwar hat das Buch in der Mitte (Ermittlungen und Beobachtungen) einige Längen, die die Freude etwas trüben, doch abgesehene davon ist die Geschichte so spannend, dass man immer wissen will, wie es weiter geht.

Die 3CDs sind für Fans der Serie damit auf jeden Fall gut angelegt, inwiefern sie sich von der Buchvorlage unterscheiden, kann ich aber nicht beurteilen.

Die Geschichte endet offen, aber ohne Cliffhanger – wie ich finde ein schöner und würdiger Abschluss einer Serie, die Höhen und Tiefen hatte.

Ich möchte dieses Buch als eines der Besten der Serie mit 4 von 5 Sternen bewerten und erneut ein klare Empfehlung aussprechen.

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55 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

liebe, debbie macomber, rose harbor inn, neuanfang, schuld

Rosenstunden

Debbie Macomber , Nina Bader
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.07.2017
ISBN 9783734104497
Genre: Liebesromane

Rezension:

Mit „Rosenstunden“ legt Debbie Macomber nun den mittlerweile 6. Band der Rose Harbor-Reihe vor und ich war zwiegespalten, als ich den Titel in der Verlagsvorschau von Blanvalet entdeckte.

Schon beim 5. Band – bei dem Roman „Wolkenkusse“ habe ich gesagt, dass hier die Autorin zu viel wollte und die Serie künstlich verlängern wollte. Leider hatte ich hier den gleichen Verdacht und bin daher ziemlich enttäuscht.

Jeder – aber auch jeder der die Serie liest wartet auf ein Happy End. Mark und Jo Marie sollen endlich zusammenkommen, miteinander glücklich werden. Nun ist Mark weit weg, lässt nichts von sich hören. Die Autorin schreibt Jo Marie ein neues Leben ohne Mark auf den Leib, lässt sie Date’s haben und schenkt ihr mit Greg eine neue Liebe. Und dann … dann kommt natürlich Mark wieder.

Ich empfand den Schreibstil der Autorin wieder als sehr emotional, sehr packend und romantisch. Ihr gelingt es wieder, den neuen und alten Bekannten der Reihe Leben einzuhauchen und sie so darzustellen, dass man ihre Beweg- und Handlungsgründe nachvollziehen kann.

Durch die Geschichte mit Greg wurde der Roman künstlich aufgebauscht, künstlich verlängert und hat so seinen Drive, seine Faszination für mich verloren.

In Nachhinein muss ich sagen, wäre es besser gewesen, wenn mit „Herbstleuchte“ die Geschichte geendet hätte. Das wäre zwar ein etwas traurigeres Ende gewesen und nicht das gewünschte Happy End.

Aber es wäre allemal besser gewesen, als die Geschichte künstlich aufzubauschen und zu verlängern.

Von mir bekommt das Buch nur 2 ½ von 5 möglichen Sternen.

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29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

holmes und ic, adaption, jugendbücher, mord, krimis

Holmes und ich – Die Morde von Sherringford

Brittany Cavallaro , Anja Galič
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.06.2017
ISBN 9783423717717
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich bin ein Fan der literarischen Figur „Sherlock Holmes“ und bin immer mal wieder auf der Suche nach Schriftstellern, die diese Figur zum Leben erwecken.

Brittany Cavallaro, selbst – so sagt sie – ein großer Fan dieser Figur – hat sich mit „Die Morde von Sherringford“ an ihrem ersten Jugendbuch versucht. Sie hat aber nicht den berühmten Detektiv Sherlock Holmes und dessen Partner Watson als Figuren auserkoren, sondern deren Urururenkel … Jamie Watson und Charlotte Holmes.

Jamie Watson ist – wie sein berühmter Vorfahre – hier der Erzähler der Geschichte. Er will, wie sein Vorfahre, ein berühmter Schriftsteller werden. Doch er ist zu unsicher, zu schüchtern um dies wirklich zu sein.

Wie sein Vorfahre lässt er sich voll und ganz auf eine Holmes ein: er lässt sich von ihr herumkommandieren, herumschubsen und beeindrucken. Teilweise wirkt er wie ein Hampelmann, der um Aufmerksamkeit buhlt.

Charlotte Holmes ist eine echte Holmes: detektivischer Spürsinn, ausgezeichnete Beobachtungsgaben und sie kann wunderbar Menschen manipulieren. Das stellt sie mehr als nur einmal unter Beweis. Auch ihr exzessiver Drogenkonsum ähnelt dem Sherlock Holmes.

Man merkt, dass die Autorin ein großer Fan ist und sich auch im „Universum“ von Sherlock Holmes sehr gut auskennt. Man entdeckt Parallelen zum Original und die Faszination, die diese literarische Figur auf die Autorin ausübt.

Der Schreibstil der Autorin ist frisch, jung und unverbraucht – für ein Jugendbuch gerade richtig. Allerdings – und das ist ein Manko für mich – sind die Kapitel recht lang. Einfach mal so schnell ein Kapitel lesen, weil man einen Moment ungestört ist, funktioniert hier leider nicht.

Außerdem, und das ist ein weiteres Manko in der Geschichte, erfolgen manche Entwicklungen viel zu hastig. Überhastet und nicht nachvollziehbar. Dieses „nicht nachvollziehbar“ kann man auch auf einige der Handlungen unserer Protagonisten beziehen. Nicht alles ist schlüssig, es bleiben Fragen offen und man hat das Gefühl, etwas verpasst zu haben.

Zum Abschluss muss ich sagen, dass mich das Buch nicht wirklich begeistern konnte.

Ich vergebe 2 ½ von 5 möglichen Sternen für dieses Jugendbuch.

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210 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

schweden, südafrika, roman, atombombe, afrika

Die Analphabetin, die rechnen konnte

Jonas Jonasson , Wibke Kuhn
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Penguin, 01.08.2016
ISBN 9783328100157
Genre: Romane

Rezension:

Nach dem „Hundertjährigen“ ist die „Analphabetin“ das nun zweite Buch von Jonas Jonasson, welches ich (Markus) gelesen habe.

Wieder sind sowohl die Charaktere, als auch ihre Geschichte abstrus und eigenartig, dafür aber mit skandinavisch dunklem Humor erzählt und erst am Ende fügt sich alles wieder zusammen.

Doch von Anfang an. Die Protagonisten, das ist zum einen Nombeko, zum anderen sind es zwei Holgers und ihr Vater. Nombeko Mayeki ist eine junge Südafrikanerin, die in den Slums von Soweto geboren wurde und sich dort schon in jungen Jahren als Assistentin des Chefs des Büros für Latrinentonnenträger verdingt. Sie ist ein schlaues Mädchen, doch sie gehört den sogenannten Analphabeten, der schwarzen Unterschicht im von der Apartheit beherrschten Südafrika.

Ihr Talent, nämlich rechnen zu können, und ihre unstillbare Neugier bringen sie nicht nur beruflich voran, sondern nach einigen Jahren auch weg aus dieser Gegend. Leider erreicht sie ihr eigentliches Ziel nicht, sondern wird Opfer eines betrunkenen Ingenieurs, eine Begegnung die ihr Leben von da an prägt.

Auf der anderen Seite der Welt, im monarchistischen Schweden ist Holgers Vater ein glühender Verehrer des Königs und hat kein anderes Lebensziel, als selbigem die Hand zu schütteln. Doch, es kommt wie es kommen muss, das geht gründlich in die Hose und so kehrt sich sein komplettes Leben um und er wird zum Feind der Monarchie.

Trotz seines Kampfes für die Republik schafft er es nach Jahren zwei Söhne in die Welt zu setzen – Holger und Holger. So sehr sie sich äußerlich gleichen, so unterschiedlich fällt ihr Geist aus.

Warum diese Holgers, Nombeko, der König und der Ministerpräsident von Schweden dann irgendwann in einem Kartoffellaster mit gestohlenen Kennzeichen auf explosiver Fracht sitzen und was drei Chinesische Mädchen, der Mossad und eine Statue von Lenin damit zu tun haben – das alles steht auf über 400 Seiten in diesem Buch.

Zugegeben, wem der „Hundertjährige“ gefallen hat, der macht auch sicher mit diesem Werk nichts falsch. Zum Teil pechschwarzer und staubtrockener Humor, Geschehnisse zum Kopfschütteln und einmalige Protagonisten sind der Garant für einen fast kurzweiligen Lesespaß.

Fast, weil das Buch auch Längen hat. Phasen in denen alles schief geht, mehr als menschenmöglich ist, in denen Dinge und Vorkommnisse so an den Haaren herbei gezogen sind, dass man fast meint, der Autor hätte die Seitenvorgabe ernster genommen als die Geschichte selbst.

Auch sind die Darsteller dieses Stücks schon unfassbar speziell – man weiß manches Mal nicht, ob man lachen oder das Buch beiseitelegen soll.

Ich habe es weitergelesen, über die Längen hinweg, und bin schließlich mit einem skurrilen und witzigen Schluss belohnt worden.

Und so schwanke ich zwischen 3,5 und 4 von 5 Sternen. Ich denke, es liegt vor allem am individuellen Lesegeschmack, ob man die Analphabetin verschlingt, oder sich durch quält.

Kleine Anmerkung am Rande: Schon nach 10% des Buches trifft der Begriff Analphabetin nicht mehr zu und dass sie rechnen kann wird auch nicht so intensiv thematisiert, wie es der Titel suggeriert.

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152 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 86 Rezensionen

bodensee, vertreibung, brigitte riebe, sudetenland, flüchtlinge

Marlenes Geheimnis

Brigitte Riebe
Fester Einband
Erschienen bei Diana, 11.09.2017
ISBN 9783453292055
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mit Marlenes Geheimnis habe ich – so glaube ich zumindest – das erste Buch von Brigitte Riebe gelesen. Und das, obwohl der Name natürlich ein Begriff ist.

Das neue Buch von ihr reizte mich auf Grund des Themas und so griff ich begeistert zu.

Die Begeisterung hielt – das ganze Buch über. Brigitte Riebe schaffte es, mit mitzunehmen. Ihr gelang es, mich voll in die Geschichte hinein zu katapultieren. Sie schaffte es, dass ich atemlos die Geschichte verfolgte, dass ich dran blieb und jeder Minute entgegenfieberte, die ich zum Lesen Zeit hatte.

Worum geht es in dem Roman?

Grob gesagt ist es ein Familienroman – es geht um drei Frauen aus drei Generationen und die Tatsache, wie ein Ereignis – eine Kette von Ereignissen – das Leben mehrerer Generationen beeinflussen kann.

Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage …

Die Autorin hat es vom ersten Moment an durch ihren Schreibstil geschafft, mich auf die Geschichte von Marlene, ihrer Mutter Eva und Nane, der Nichte von Marlene neugierig zu machen. Der Schreibstil ist packend und fesselnd, dabei so detailreich und bildhaft, dass ich immer mal wieder inne halten musste.

Ganz besonders bei einigen Szenen aus der Vergangenheit, welche durch die Aufzeichnungen von Eva zum Leben erwachen, musste ich immer wieder unterbrechen. Die Grausamkeiten, die Hoffnungen und immer wieder der Kälte der damaligen Zeit – mich haben diese sprachgewaltig geschilderten Szenen auch nachts nicht losgelassen.

Geschickt verwebt Brigitte Riebe Vergangenheit und Gegenwart. Kapitelweise wagt sie diese Sprünge in die unterschiedlichen Zeiten, dabei weiß der Leser aber zu jeder Zeit, wo er ist. Ich bin teilweise solchen Büchern gegenüber, die zwischen zwei Zeiten hin und herspringen, sehr skeptisch, denn ich komme da auch gerne mal durcheinander.

Hier aber kam ich sehr gut mit, wusste immer wo ich mich befand und hatte Spaß an den Perspektivwechseln. Dadurch wurde die Geschichte zwar „aufgelockert“ und man konnte mal „Luft holen“. Aber man kam nicht aus der Erzählung raus, der Spannungsbogen wurde nicht unterbrochen. Die „Ruhephasen“, wenn die Geschichte im Hier und Jetzt spielte, brauchte ich als Leser auch, um nicht zu sehr in der Vergangenheit hängenzubleiben.

Mich hat diese Geschichte sehr aufgewühlt und ich kann mich gut in Nane und ihre Gefühle hineinversetzen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, was sie beim Lesen der Aufzeichnungen ihrer Großmutter empfunden haben muss. Ich kann gut verstehen, wie sie das aufgewühlt hat. Ich kann gut verstehen, dass sie beim Lesen der Aufzeichnungen auch ab und zu mal raus musste.

Nane war für mich ein Charakter, den ich – fast – von Anfang an mochte. Zuerst erschien sie mir ein wenig weinerlich, oberflächlich. Aber ihre Beschäftigung mit der Vergangenheit fokussierte sie in der Gegenwart und machte ihr deutlich, was wirklich wichtig ist. Dazu noch Souki, die ich von Anfang an liebte 

Aber auch Marlene war ein Charakter, wie ich ihn mag. Brummig und dabei doch liebevoll und beschützerhaft den gegenüber, die sie mag.

Eve lernte ich durch die Aufzeichnungen sehr gut kennen. Wusste ich am Anfang nicht so ganz, was ich von ihr halten soll … sie kam mir naiv und sprunghaft vor … nötigt sie mir im Laufe der Geschichte sehr viel Respekt ab.

»Die Vergangenheit verlierst die nie« so lautete einer von Evas Lieblingssätzen.
»Aber wenn du heute nicht lebst, dann wirst du auch die Zukunft verlieren.«

Marlenes Geheimnis ist ein Buch, das begeistert. Ein Buch das fesselt und betroffen macht; ein Buch das mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Ein Buch, das mich dazu bringt, vielleicht doch im Familienkreis mal nachzufragen. Wie war das damals? Wie hast Du die Zeit erlebt. Und zwar nachzufragen, ehe es zu spät ist. Ehe aus dieser Generation keiner mehr eine Antwort geben kann.

Liebe Brigitte Riebe; ich danke Dir für dieses tolle Buch, welches mich gefesselt und mir unruhige Nächte bereitet hat. Ich habe die Geschichte geliebt und gehasst, ich habe mich begeistern lassen.

Für den wunderbaren, bewegten Roman vergebe ich 5 von 5 Sternen

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

reise, reisebericht, kirgisista

Ohne Plan durch Kirgisistan

Markus Huth
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 10.04.2017
ISBN 9783328100478
Genre: Biografien

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

Liebe stand nicht im Vertrag

Martina Gercke
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 15.12.2015
ISBN 9781522713326
Genre: Liebesromane

Rezension:

Der Liebesroman „Liebe stand nicht im Vertrag“ ist der zweite Teil der Portobello-Reihe und nach dem ich mit dem vierten Band gestartet bin und total begeistert war, musste ich natürlich einen weiteren Band der Reihe lesen.

Ich war sehr gespannt auf die Geschichte, konnte mich doch die um die WG-Mitbewohnerin Holly vor einigen Wochen sehr begeistern.

Nun, nach dem ich das Buch relativ schnell durchgeschmökert habe, fällt mein Fazit leider nicht so gut aus.

Der Schreibstil der Autorin ist locker-leicht, humorvoll und sie schafft es, mich nach England zu entführen. Ich konnte mich ohne Vorurteile auf die Geschichte einlassen, konnte eintauchen und hatte auch keine Verständnisschwierigkeiten was das Verhältnis der Mädels untereinander angeht.

Leider muss ich sagen, habe ich bei Taylor sehr oft zwischen Sympathie und Antipathie geschwankt. Auf der einen Seite war sie mir sehr sympathisch. Sie liebt Kinder und Kaffee, hat einen supersüßen Neffen namens Max und drei gute Freundinnen.

Was mir tierisch auf die Nerven ging war ihr Getue mit ihrem Beruf. „Ich bin eine Norland-Nanny …“ das konnte ich irgendwann nicht mehr hören bzw. lesen. Diese ständigen Wiederholungen; das Gewese darum wie gut (und süß und sexy) sie doch ist. Das hat mich genervt und machte sie mir schlagartig wieder unsympathisch.

Matt war mir da viel sympathischer und seine Kinder Stella und Will … nun die habe ich geliebt. Zwei so süße und unschuldige Wesen – die beiden werden auch sehr gut und glaubhaft dargestellt.

Leider muss man sagen, dass es hier in dem Buch einige Rechtschreib- und Grammatikfehler gibt, die nicht sein müssten. Einige Umbruchfehler beim Ebook findet man genauso.

Das empfinde ich aber nicht so schlimm wie den einen gravierenden Logikfehler – zumindest empfinde ich es als Fehler. Ein Hundewelpe, der den Menschen noch nie „gerochen“ hat, nicht kennt – kommt der wirklich gezielt auf einen zu? Ganz bewusst und spielt Liebesbote?

Ansonsten ist die gesamte Geschichte natürlich vorhersehbar – man weiß beim Beginn des Buches wie es endet und es wirkt teilweise alles zu konstruiert, zu perfekt.

Aber im Großen und Ganzen lässt es sich sehr schnell weg lesen, ist das richtige für heiße Tage am Strand oder entspannende Stunden am Kamin.

Wer keine tiefgreifende und tiefschürfende Geschichte erwartet, kann hier ohne Bedenken zugreifen.

Ich für mich kann sagen: wenn es das erste Buch der Reihe gewesen wäre, das ich lese – ich weiß nicht ob ich weiterlesen würde. Da mich aber der vierte Band so begeistern konnte, werde ich auch den anderen beiden Bänden auf jeden Fall lesen.

Von mir bekommt das Buch 3 von 5 Sternen.

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570 Bibliotheken, 18 Leser, 3 Gruppen, 88 Rezensionen

schule, lehrer, schüler, humor, lehrerin

Chill mal, Frau Freitag

Frau Freitag
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.03.2011
ISBN 9783548373997
Genre: Humor

Rezension:

Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin lautet der Untertitel des Buches, das Markus über Wochen hinweg gelesen hat.

Witzige Bücher mit Anekdoten aus dem Berufsleben gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Wer da in der ersten Liga mitspielen will, muss einen besonderen Beruf haben. Lehrer zum Beispiel. Wie „Frau Freitag“, das Pseudonym einer Lehrerin an einer Gesamtschule einer deutschen Großstadt.

Im ersten von mindestens 4 Bänden beschreibt diese Frau den Alltag an einer solchen Schule – in einem Problembezirk. Und so stellen sich ihre Schüler auch dar: Hoher Anteil an Kindern bzw. Jugendlichen mit Migrationshintergrund in erster, zweiter, dritter Generation, hoher Arbeitslosenanteil der Eltern (die dann auch teils gar kein Deutsch können), kaum Perspektive und immer wieder das unausweichlich scheinende Versagen. Nach über 300 Seiten ist das frustrierend zu lesen.

Ja, hier gibt es viele kleine, lustige Anekdoten. Frau Freitag nimmt Schüler, Eltern, aber auch und besonders Lehrer aufs Korn. Viel Gesellschaftskritik kommt vor, Kritik am Schulsystem und an – ich wiederhole mich – Schülern, Eltern und Lehrern.

Klar, es wird Wissen vermittelt, es werden die Hintergründe und Schicksale auf lustige Art und Weise vermittelt – aber reicht das um ein tolles Leseerlebnis zu sein? Anfangs schon. Auf den ersten vielleicht 150 Seiten kommt man gut durch das Buch, Schreibstil und Inhalt sprechen an. Es geht eine Runde durch das Schuljahr und leider wiederholt sich daher vieles im zweiten Teil – dem zweiten Halbjahr.

Ja, Frau Freitag liebt und hasst „ihre“ Schüler. Ja, die sind alles was Besonderes. Aber das traurige ist wohl: Kaum einer hat eine richtige Chance. Zu schlecht in der Schule, Noten knapp über Totalausfall, Anstand, Erziehung, Durchblick – Fehlanzeige. Kann man witzig finden, ist aber bitterer Ernst. Das eine oder andere mal bleibt einem bei genauerer Betrachtung das seltene Lachen im Halse stecken.

Besonders gestört hat mich der künstliche jugendliche Schreibstil. Vokabeln wie „Abó“, „Schüch“, „vallah“ und vieles weiteres, was wohl Schüler sagen. Nett zu haben, aber bei der 100. Wiederholung einfach nur noch nervig.

Für eine Empfehlung reicht es daher nicht. 3 von 5 Sternen sind vielleicht sogar noch ein mildes Urteil.

Die Folgebände zu lesen kommt für mich nicht infrage. Zu eintönig und vor allem frustrierend war der erste Band. Will man dieses „Leid“ sehen, das die Lehrer unseres Landes jeden Tag sehen? Einmal vielleicht, aber nicht öfter.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

SOLD SOUL J. J. und Kelly: Der Fire Devils MC (5)

Susan B. Hunt
E-Buch Text: 308 Seiten
Erschienen bei Independently Published, 30.08.2017
ISBN B0758FDLLX
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Das nunmehr 5. Buch um den Fire Devils MC aus Dreamtown California dreht sich um deren Member J.J., welcher von seinem alten Freund Tom um Hilfe gebeten wird.

Dessen Schwester Kelly sei verschwunden. So reist J.J. nach Washington D.C., wo er aufgewachsen ist. Dort angekommen, beginnt er Kellys Spuren zu verfolgen. Diese hat jedoch einen gefährlichen Weg eingeschlagen und arbeitet für die D.C. Company, eine Gruppe gefährlicher Männer.

Da sich Iron, der Präsident des MC, große Sorgen macht, schickt er drei weitere Member zu J.J. nach Washington. Doch die Sache spitzt sich zu und sie müssen mit Kelly fliehen. Einen übermächtigen Feind herausgefordert, führen die Devils die Gefahr vor die eigene Haustür.

Die Geschichte um den MC geht in die nächste Runde, ein weiteres Mitglied muss schwere Entscheidungen treffen und riskiert alles, um im Spannungsfeld von Liebe, Freundschaft und Treue seinem Club gegenüber zu bestehen.

J.J., eine vielseitige und sympathische Figur, bekommt hier die sture und innerlich zerrissene Kelly gegenübergestellt. Alles dreht sich um die eigenen Entscheidungen und deren Konsequenzen. Loyalität trifft Furcht, Faszination trifft Liebe. Die spannende Geschichte führt nicht nur quer durch die USA, sondern auch durch Höhen und Tiefen menschlicher Beziehungen.

Mir hat das Buch doch recht gut gefallen, die Autorin versteht es, eine Geschichte aus mehreren Erzählperspektiven zu einem spannenden Gesamtbild zusammenzufügen.

Allerdings fielen mir vor allem gegen Ende einige Ungereimtheiten auf. Abgebrühte, professionell ausgebildete Männer lassen sich fast spielend überrumpeln. Hier war wohl der Wunsch Vater des Plots. Einige weitere Fehler und Logik und Zeitablauf fallen aber nur beim genaueren lesen auf, denn eines kann die Geschichte: Den Leser fesseln und gut unterhalten.

Obwohl dieser Band nicht ganz das Niveau der 4. Bandes erreicht, vergebe ich hier stolze 4 von 5 Sternen und sage: Weiter so Susan!

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65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

dänemark, judenverfolgung, malerei, 2. weltkrieg, fünen

Die Fliederinsel

Sylvia Lott
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.05.2017
ISBN 9783734103353
Genre: Romane

Rezension:

Mit ihrem neuen, aktuellen Buch hat es die Autorin einmal mehr geschafft. Sie hat es geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Sie hat es geschafft, dass ich das Buch liebe und – für die Stärke des Buches – es relativ schnell ausgelesen hatte.

Mit Ruth und Jakob sowie Celia und Inger schafft Sylvia Lott Figuren, die authentisch und glaubhaft sind. Die menschlich und so lebensnah sind, dass man sich von ihnen gern mit in die Vergangenheit und die Gegenwart entführen lässt.

Sylvia Lott gelingt es, eine Geschichte zu weben, die alles miteinander verbindet. Eine großartige Liebesgeschichte mit tiefer Freundschaft, Verzweiflung und Hoffnung, Vertrauen und Verluste.

Sie lässt ihren Roman in der heutigen Zeit spielen, in der Celia ein Bild findet, mit Inger darüber spricht und damit tiefe Emotionen und lang verschwiegene Erinnerungen weckt. Erinnerungen an Ruth und Jakob, das jüdische Ehepaar, das vor der Nazi-Verfolgung nach Dänemark flüchtet, sich hier ein neues Leben aufbaut und dann doch alles wieder zurücklassen muss.

Wir erleben den Schrecken der Naziherrschaft, wir erleben die Vertreibung und die Angst; die Hoffnungslosigkeit und dann wieder den Glauben und die Hoffnung an das Gute; das alles wieder gut wird und man in Frieden leben kann.

Sylvia Lott verwebt viele historische Fakten, gerade was das Leben der Juden in Dänemark angeht, mit einer wunderbaren Geschichte und dabei gelingt ihr etwas meisterliches: ihr gelingt dies nämlich ohne den sprichwörtlichen „erhobenen Zeigefinger“. Sie schafft es, allein durch ihre Sprachgewaltigkeit und ihren Schreibstil, Betroffenheit zu wecken und den Leser mitfiebern zu lassen.

Ich mochte Ruth und Jakob – ich mochte wie Ruth ihren Liebsten lenkt und leitet und ich mochte seine Kraft, sie immer wieder aufzubauen. Beide haben sich verdient; beide gehörten bis zu einem gewissen Punkt zusammen. Ein Zitat gleich am Anfang des Buches, hat mir besonders gut gefallen:

»Eine gute Ehefrau hat natürlich das zu tun, was ihr Mann für richtig hält«, sagte sie.
»Aber eine kluge Ehefrau lässt sich etwas einfallen.«

 Ich konnte die Verzweiflung von Ruth verstehen, als sie gezwungen war eine Entscheidung zu treffen und ich habe mich oft gefragt, wie ich mich entschieden hätte. Hätte ich die Kraft dazu gehabt?

Was mir ebenfalls richtig gut gefallen hat, was ich aber auch aus den anderen Büchern der Autorin bereits kannte waren die detailhaften Beschreibungen. Dadurch ist man mit der Autorin direkt in Gedanken an den Ort gereist und konnte sich alles sehr bildlich vorstellen. Die Orte, die Gebäude, die Fliederblüte … all das erwachte vor dem inneren Auge allein durch den Schreibstil der Autorin.

Für mich war das Buch wieder eine Leseempfehlung. Daher vergebe ich für dieses Buch 5 von 5 möglichen Sternen und sage Danke für die schönen Lesestunden.

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