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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

apokalypse, depression, endzeit, familie, flucht

Consider - Das Portal

Kristy Acevedo , Michael Koseler
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arena, 02.03.2018
ISBN 9783401604275
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meinung: Bevor ihr dieses Buch lest, solltet ihr euch darüber im Klaren sein, dass es manche von euch in den Grundfesten erschüttern kann. Diese Geschichte ist nicht einfach nur ein Endzeitroman, eine Dystopie mit Science Fiction Elementen. Für solche, die dafür empfänglich sind, wirft die Geschichte Fragen auf. Es geht um die eine, die alles entscheidende und Jahrhunderte alte Frage: Glaube oder Wissenschaft? Ich habe früher oft „Portal“ gespielt - ein PC Spiel, bei dem man sich mit Hilfe einer Kanone eigene Portale erschaffen kann und so Level meistern muss. Aber ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht, wie groß dieser Schritt ins Unbekannte für Menschen sein muss, wenn das mal „Wirklichkeit“ wird. Alexandra Lucas ist ein ganz normales 17 jähriges Mädchen. Sie hat einen festen Freund, Dominick, eine beste Freundin, Rita und nach außen hin eine normale Familie. Und dennoch schwebt, schon vor dem Auftauchen der Portale rund um den Globus, eine dunkle Wolke über der Familie Lucas. Der Vater leidet unter PTBS, die Mutter sagt nur Ja und Amen und ihr Bruder Benji lässt sich nur selten blicken. Unter diesen „innerlich“ zerrütteten Umständen war es für mich nicht sehr überraschend, dass Alex unter Panikattacken und Depressionen leidet. Was mich allerdings überrascht hat ist, dass die Autorin es geschafft hat, diese Krankheit so greifbar und authentisch zu beschreiben, dass ich für kurze Zeit selbst einiges schwarz gemalt und mir Dinge eingebildet habe. An alle, die in meinen Worten jetzt irgendeine Verurteilung lesen wollen - dem ist absolut NICHT so. Ich schildere nur meine Empfindungen beim Lesen. Seit ihrer Diagnose schluckt Alex Medikamente gegen die Ängste. Nichtsdestotrotz beeinflusst das in gewisser Weise auch ihre Umwelt und hier liegt der einzige und größte Knackpunkt der Geschichte: Ich habe mich auf eine Story eingestellt, die sich auf die Portale, die Ungewissheit und die Apokalypse konzentriert. Auf die Plünderungen, die Verzweiflungen und das Schmieden von Plänen. Bekommen habe ich genau das, aber es hält sich in Waage mit Alexandras Sicht auf die Welt. Consider ist aus der Ich-Perspektive erzählt. Und oftmals kam es mir so vor als würde der bevorstehende Weltuntergang, den die Programme ankündigen, dank Alex Sorgen, Zweifeln, Familienproblemen und Ängsten in den Hintergrund rücken. Sie kam mir manchmal vor wie eine Verrückte, die selbst nicht weiß, was sie will. Das bringt der Story zwar den nötigen Adrenalinschub, um die Spannung - neben dem rückwärtslaufenden Countdown bis der Komet die Erde trifft - oben zu halten, war aber teilweise auch echt anstrengend zu lesen, weil mein Kopf in Dauerschleife schrie: „Triff endlich eine KLARE Entscheidung Mädel!“ Versteht mich nicht falsch. Ich mag den leicht chaotisch angehauchten Schreibstil. Ich mag Alexandra. Ich mag die Geschichte. Sie vereint viele Probleme der heutigen Zeit. Die Medienpräsenz in Katastrophenfällen. Die Menschlichkeit im Angesicht des bevorstehenden Todes. Das Zusammenrücken statt Auseinanderreißen. Es ist emotional aufwühlend das zu lesen. So nah, so greifbar. Am schlimmsten ist für mich allerdings der Plottwist. Der Cliffhanger. Wenn die einzelnen Puzzleteilchen sich im Hirn zusammensetzen. BOOM! Fazit: Consider ist für mich eine außergewöhnliche Geschichte. Ein Endzeitroman mit Scifi Elementen, der großen Wert auf die Charakterentwicklung und das Miteinander der Protagonisten legt. Mit dem Ticken des Countdowns im Nacken ist es durchweg spannend und wer auf realistische Zukunftsszenarien steht, der sollte sich das nicht entgehen lassen. Ein Hauch Tiefgründigkeit kann beim Lesen nicht schaden. Oder der Blick für Psychologisches. Wer damit umgehen kann, hat mit Consider den Hauptgewinn gezogen. Aber Achtung: Böser, böser Cliffhanger. Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️ (4/5)

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Tags: apokalypse, depression, endzeit, familie, flucht, komet, menschliche abgründe, portal, weltuntergang, zerstörung   (10)
 

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67 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

der schlafende tod, die grimm chroniken, düster, eltern, abenteuer

Die Grimm-Chroniken (Band 3)

Maya Shepherd
Flexibler Einband: 132 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 06.04.2018
ISBN 9783906829722
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung: Hach, ich liebe diese Reihe einfach! Es ist immer wieder spannend Stück für Stück Teile aus dem Leben von Maggy, Will und Joe zu erfahren, von ihrer Reise, die sie von einem Abenteuer ins nächste führt und doch ein großes Ganzes ist. Und auch Mary van Helsing und Dorian Dracul sind zwei wundervolle Charaktere, deren Lebensweg so gesehen „gerade erst begonnen hat“. Die Autorin wirft in „Der Schlafende Tod“ gleich zwei Mal die Vergangenheit und einmal die Gegenwart in einen Topf. Zum Einen geht die Geschichte von Will, Maggy und Joe weiter, die zurück ins Schloss Drachenburg kehren, um Will’s Schicksal zu erfüllen. Zum Anderen begleitet man als Leser Mary & Dorian auf der Flucht vor Dorians Vater Vlad Dracul. In dieser Episode bekommt auch der Vampirismus zum ersten Mal deutliche Züge. Vor allem in Form von Margery, Schneewittchen, die Will im Traum ihre Vergangenheit zeigt. Es liegen gewaltige Aufgaben vor allen Protagonisten und ich bin jedes Mal gespannter darauf, wie sie sie lösen werden. Der Schreibstil von Fr. Shepherd trägt den Leser gewohnt leichtfüßig und bildreich durch die Geschichte. Allein schon durch die Kürze der einzelnen Kapitel wird ein enormer Spannungsbogen aufgebaut, weil man ein ums andere Mal begierig darauf ist, wie es weitergeht. Und während die Märchenanteile in Band 1&2 sich hauptsächlich um Schneewittchen, Rumpelstilzchen und Hänsel & Gretel drehten, betritt - natürlich zum Ende der Folge, wie sollte es auch anders sein... - noch eine weitere Märchenfigur die Bühne. Wer das ist und welche historischen Begebenheiten die Autorin diesmal recherchiert und eingebaut hat, das erfahrt ihr im Nachwort und ganz wichtig - durchs Lesen! Fazit: Auch mit „Der Schlafende Tod“ hält die Autorin das Niveau der vorherigen Bände. Die Geschichte bleibt fesselnd, animiert zum Weiterlesen und die Charaktere entwickeln sich langsam und stetig weiter. Für mich sind die Grimm-Chroniken schon jetzt ein Highlight in 2018 und eine Reihe mit Suchtgefahr. Für alle Märchenfans, deren Herz nicht vor Veränderung zurückschreckt! Bewertung: 5/5

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Tags: abenteuer, düster, eltern, reise, schlaf, tod, traum, vampir, vergangenheit   (9)
 

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Die Grimm-Chroniken (Band 4)

Maya Shepherd
Flexibler Einband: 142 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 04.05.2018
ISBN 9783906829739
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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mondsklaven, jacqueline f. eckert, basilisk, der fluch der mondsklaven, bermudadreieck

Der Fluch der Mondsklaven

Jacqueline F. Eckert
Flexibler Einband: 322 Seiten
Erschienen bei Lysandra Books Verlag, 08.03.2018
ISBN 9783946376439
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung: Wahnsinn. Was für ein Buch. Ich bin hin und hergerissen wie ich das finden soll, aber folgende Dinge stehen fest: Ich kann den zweiten Band jetzt schon kaum erwarten. Es ist eine Geschichte, wie ich sie noch nie gelesen habe. Wirklich! Einerseits würde ich sagen, dass es ein Highlight für mich war in diese Welt abzutauchen, weil sie sich so unglaublich intensiv angefühlt hat. Andererseits habe ich einfach zu lange gebraucht, um mich in die Geschichte einzufühlen. Mich mit den Charakteren zu verbinden. Zu verstehen wie diese Welt funktioniert, die sich hinter einem Portal auf der Erde verbirgt. Wer schon immer wissen wollte, wohin die Schiffe im Bermuda-Dreieck verschwinden, der findet in diesem Buch seine Antwort. Oder zumindest eine. Denn die Welt hinter dem Portal ist unglaublich. Sie wird bevölkert von Feen, Elfen, Phönixen, Zwergen, Schattenwesen, Burumas und vielem mehr. Aber allem voran von den Kindern des Mondes. Besser gesagt den Mondsklaven. Denn in jedem von ihnen schlummert eine Bestie, die sie unter Kontrolle haben müssen. So gibt es zum Beispiel die Nebelwölfe, die Rauchbären, Kristallspinnen, Skorpixe, Schattenkatzen und Dunkelphönixe. Die meist gefürchtete Art jedoch sind die Basilisken. Sie sind fast ausgerottet. Und Thyra-Fiah ist eine von ihnen. Im Königreich Herón, bestehend aus einer Stadt, dem Dunkelwald Tenerest und dem freien Land Arûn, herrscht seit gefühlten Ewigkeiten die Königsfamilie Aronos. Sie sind Magier, Schattenelfen und leben unendlich lange. Es gibt zwei Regeln, die im Königreich immer befolgt werden müssen: Emotionen im Übermaß sind verboten. Nur wenn die königliche Familie es erlaubt, ist es gestattet Wut, Liebe, Hass und mehr zu zeigen. Außerdem: Jedes Kind des Mondes, gekennzeichnet durch die schwarzen Augen und das Tier, das sie sichtbar an ihrer Schläfe tragen, wird nach der erstmaligen Verwandlung in jungen Jahren in die Dienste der Königsfamilie gestellt. Thyra-Fiahs gesamt Familie arbeitet bereits für sie. Da sie die mächtigsten aller Mondsklaven sind und ihnen kaum jemand etwas anhaben kann, widmen sie sich dem Schutz der Hochadligen. Das Warum, Wieso, Weshalb wird nicht genauer erklärt, sodass man von Anfang an selbst mitdenken muss. Der Schreibstil ist zu Beginn noch etwas, sagen wir, hochgestochener. Man befindet sich ja fast im direkten Umgang mit der Familie Aronos, die Werte und Bräuche schätzen und sich auch dementsprechend verhalten. Aber er ist leicht zu verstehen und zu lesen und flufft im Laufe der Geschichte immer mehr auf. Ein weiteres Merkmal dieser phänomenalen Fantasystory ist unter anderem auch, dass ich noch nie im Leben so viele Fragezeichen beim Lesen im Kopf hatte wie hier. Normalerweise ist das was Schlechtes, denn es würde bedeuten, dass es nicht verständlich rüber gebracht wurde - aber tatsächlich glaube ich, dass es bei den „Mondsklaven“ beabsichtigt ist. Es hat mich mehr als fasziniert wie verwirrt ich doch war und trotzdem konnte ich nicht aufhören zu lesen. Nach und nach habe ich dann die Zusammenhänge entdeckt, sie entwirrt und obwohl ich fertig bin bleiben noch Fragen offen. Lücken in der Geschichte, die mich entzweien, weil ich nicht weiß, ob da wirklich was fehlt oder ob ich einfach nur den Sinn überlesen habe. Aber das hält sich in Grenzen, sodass das Gesamtbild der Story, die mich mit dem Rebellenlager in den Bergen ein wenig an Eragon erinnert, nicht gestört wird. Die Atmosphäre ist düster, unheimlich und zum Zerreißen gespannt. So wie Thyra-Fiah, die von ihrer ersten Verwandlung an versucht, den Basilisken in sich, fernab vom Vollmond, zu kontrollieren. Da kommt es ihr und ihren Selbstzweifeln nicht gerade recht, dass sie dem jüngsten Königssohn, dem schwarzen Prinzen „Prinz Joseph“ als Zofe zugeteilt wird. In seiner Gegenwart wird sie stets nervöser, kann ein Ausbrechen ihrer Schuppen kaum verhindern, verkrampft regelmäßig und doch... die Anziehung kann man aus der Luft schmecken. Wie die schwarze Magie des Prinzen wabert sie dem Leser aus den Seiten entgegen und umnebelt das Gehirn. Ich bin ehrlich, trotz seiner Grausamkeiten und seinem Auftreten, habe ich mein Herz an ihn schon nach wenigen Seiten verloren. Die intensiven Blicke, das Beobachten, die Aufmerksamkeit, die Thyra-Fiah oft falsch deutet. Ich schmelze dahin! Wer jetzt denkt, dass die Geschichte in Richtung Romantasy geht, der täuscht sich. Eine winzige Liebesgeschichte ist vorhanden, aber sie ist fast immer unerwidert. Glaube ich zumindest. So ganz sicher bin ich mir nicht. Der Fokus liegt tatsächlich auf der Unterjochung der Mondsklaven, der Bändigung der Bestien in ihrem Innern, der Vermeidung von Krieg zwischen den Völkern des „Bermuda-Dreiecks“ und alles dreht sich um Thyra-Fiahs bestialisches Ich. Ich weiß auch ehrlich nicht mehr, was ich schreiben soll. Das müsst ihr selbst erleben. Fazit: Ich bin überwältigt von der Vielfalt an Ideen, die hier zusammen kommt. Die Autorin hat es geschafft, dass man förmlich an der Protagonistin klebt, sich mit ihr verbindet, auch wenn es einige Startschwierigkeiten gab. Es ist definitiv ein Buch, das im Gedächtnis bleibt, trotz einiger Ungereimtheiten. Denn „Der Fluch der Mondsklaven“ hat Spannung, prickelnde Mächte, die dir die Haare zu Berge stehen lassen, eine verzwickte, nicht ganz einfach zu durchschauende Geschichte, authentische Charaktere und natürlich eine Gegenspielerseite. Es ist High-Fantasy pur. Die Wirkung der Geschichte lässt sich mit einem schleichenden Gift vergleichen, das durch die Adern fließt während des Lesens. Es hatte mich gebannt und ließ erst nach Beendigung wieder von mir ab. Für all jene, die Abwechslung im Fantasybereich brauchen. Für all jene, die Interesse an zerrissenen Seelen, schwarzer Magie, alten Flüchen und knisternder Atmosphäre haben. Bewertung: 4/5

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Tags: adel, bestien, flucht, magie, mondsklaven, neue welt, phönix, schwarzer prinz   (8)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ein Tess-Carlisle-Roman (Band 1)

Nicole Schuhmacher
Flexibler Einband: 358 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 23.03.2018
ISBN 9783906829814
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung: Heute erzähle ich euch die Geschichte mit folgendem Titel: Wie ich mein Herz an den Sohn des Teufels verlor und das schon nach wenigen Sätzen! Cryladradanialitek, hach, mein Herz. Vielleicht aber sollte ich diese Rezension auch einfach nach der Situation benennen, wie es gerade in mir aussieht: Warum ich bei Jägerseele am Ende ein paar Tränen lachte, obwohl ich am Anfang gar nicht wusste, was die Autorin, besser das Buch da von mir wollte. Eigentlich würde ich aber auch viel lieber mit diesen Worten anfangen: Was haben der Sohn des Teufels, ein Katzenmädchen, ein Wichtel, ein Minihausschwein und ein Werwolf gemeinsam? Richtig, sie müssen auf verquere Weise die Welt retten. Oder so ähnlich. Ihr seht schon, das Debüt der Autorin strotzt nur so vor Chaos, gestaltwandelnden Menschen, witzige Situationen sind vorprogrammiert und ein Ende ist irgendwie nicht zu erahnen, zumal die Protagonistin scheinbar keinen richtigen Fokus hat. Tess Carlisle ist Kautionsdetektivin und einzig ihre Assistentin Fin weiß, wie sie mit den Launen ihrer nicht so ganz entscheidungsfreudigen Chefin umzugehen vermag. Zusammen betreiben sie eine Agentur, wobei Fin den Papierkram managed und Tess die bösen Buben jagt. Ich muss ehrlich gestehen, dass Tess für mich wirklich nicht ganz richtig im Kopf ist. Irgendwie. Es ist auf jeden Fall äußerst unterhaltsam ihren Gedankengängen zu folgen. Das liegt zum Einen natürlich am Schreibstil der Autorin, der für ein Debüt wirklich sehr sehr gut ist. Locker, witzig, spritzig und obwohl der gewisse Hauch an Ernsthaftigkeit zu fehlen scheint, bin ich doch leicht verliebt. Jägerseele ist nicht der typische Fantasyroman mit sanftem Einstieg, einem großen Schockmoment und dann dem finalen Höhepunkt, nein, das findet man hier zwar auch, aber ich finde, das ist genauso wirr und chaotisch verteilt, wie der Charakter der Protagonistin vermuten lässt. Als Leser begleitet man Tess direkt zu ihrem ersten Fall, mit dem sie die Miete bei ihrem mürrisch, verschlagenen Mitbewohner Puck begleichen will. Nach dem der erste Fall mehr oder weniger gelöst wurde, tauchen direkt die nächsten Schwierigkeiten auf, aber ich hatte nie das Gefühl, dass es wirklich gefährlich wurde. Das ist so mit der einzige Punkt der mich an dieser unterhaltsamen Reise gestört hat. Lasst mich das mal mit sanften Wellen vergleichen, ähnlich denen eines Wellenbads, wo man weiß, dass man definitiv Spaß haben und den Adrenalinkick genießen wird, aber eben auch, dass es ein gutes Ende nimmt. Und die Wellen einen wieder in den verrückten Alltag zurückführen. Vom Gefühl her, konnte ich mich erst ab circa der Hälfte direkt mit Tess verbinden, denn so tiefergehend emotional ist sie nicht. Sie scheint das Leben in New Orleans sehr leicht zu nehmen, stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste, ist aber als Ausgleich dazu, doch gut in ihrem Job. Der Spaß, den sie hatte, ging eindeutig auf mich über und so sehr ich doch mit dem etwas anderen Aufbau der Geschichte haderte, umso mehr konnten mich die Charaktere mit ihrer liebenswürdigen Art überzeugen. Vor allem Cryladradanialitek, dessen Namen ich jetzt gerade ohne nachzugucken aufgeschrieben habe, ha! Fazit: Jägerseele ist für mich ein sehr humorvolles Fantasydebüt, das vor allem durch vielschichtige Charaktere und Settings besticht. Ich bin gefesselt von der etwas anderen, irren Mischwesen-WG, bin fasziniert von der Vielfalt an Gedanken und Fällen und außerdem ein wenig beeindruckt davon, wie Tess das alles händelt. Es ist auf jeden Fall spannend der Kautionsdetektivin dabei zuzusehen, wie sie die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben immer mehr verwischt. Für meinen Geschmack eher belustigend als actionreich, aber ich freue mich auf mehr Geschichten dieser Art. Eine klare Leseempfehlung für alle, die nicht auf Humor, Chaos, eine toughe Protagonistin und fantastische Welten verzichten wollen. Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️💫 (4,5/5)

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

2018, abenteuer, kampf, karinth, liebe

Der rote Tarkar

C. M. Spoerri
Flexibler Einband: 370 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 16.03.2018
ISBN 9783906829852
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung: In einem Buch von Frau Spoerri zu entschwinden ist mittlerweile wie „nach Hause kommen“ für mich. Und so erstaunt es mich immer seltener, wie gut mir Ihr Bücher gefallen. Bitte nicht falsch verstehen - es ist trotzdem jedes Mal wundervoll in eine ihrer Welten abzutauchen. Aber ganz besonders in mein Herz geschlossen habe ich Karinth. Nach einer gefühlten Ewigkeit Karinth Entzug durfte ich endlich wieder das magische, dicht besiedelte Land betreten, das ich durch „Die Legenden von Karinth“ lieben gelernt habe. In „Der rote Takar“ dreht sich alles um die Vorgeschichte des mysteriösen, aber anziehenden Magiers Arkan. Die Geschichte spielt vor „Die Legenden von Karinth“, aber ich habe natürlich die zuerst gelesen. Deshalb kannte ich auch Arkan oder besser gesagt den roten Takar ein wenig und auch die wilde, unbändige Chahur war mir bereits geläufig. Allerdings habe ich sie nicht auf den ersten Blick erkannt, sondern erst später, was der Geschichte selbst jedoch keinen Abbruch tat. Als Leser wird man zu Beginn direkt in Arkans Leben hineingeworfen. Man spürt seine Liebe zu Mila, dem Sklavenmädchen, seinen Hass auf seinen Vater und seine Schwester Cassandria und ebenfalls einen Hauch dessen, was er sich in Zukunft erhofft. Arkan würde alles für Mila tun, obwohl er sich der Konsequenzen, die seine Liebe zu ihr hat, sehr wohl bewusst ist. Als das Schicksal ihm einen Strich durch die Rechnung macht, Mila verkauft und weggebracht wird, beschließt er, ihr zu folgen und besiegelt damit den Verlauf seines restlichen Lebens. Und was für ein Leben das war! Aufregend, wie ein Kampf zwischen zwei ausgeglichenen Menschen. Spannend und fesselnd. Ich habe mit Arkan um sein Leben gekämpft, war entsetzt und wütend. Bin mit ihm über die Weltmeere gerudert und habe seine Magie vermisst. Ich habe sein gütiges Herz bewundert und seine Hingabe an geliebte Menschen ehrfürchtig bestaunt. Ich sah ihn fallen und wieder aufstehen, immer mit dem Gedanken an die Eine, obwohl sein Herz schwärzer und schwärzer wurde. Habe ihn durch seine Transformation geleitet und mit ihm neue Freunde gefunden. Chahur und Tamór waren mir fast auf Anhieb sympathisch. Ganz besonders fasziniert war ich jedoch vom Sklavenhändler Beragor. Was für ein geiler Typ! Witzig, humorvoll, mächtig, ehrlich, der beste Schwertkämpfer Südkarinths und vor allem, trotz beiderseitigem Geschlechterinteresse, ein ganzer Mann! Von ihm würde ich gern mehr erfahren. Aber auch die Welt selbst, Nord- und Südkarinth, sowie die Halbinsel Brun, sind spannend zu entdecken, zumal sie durch die Karten zu Beginn des Buches noch ein wenig greifbarer werden. Und so kommt es, dass die Reise mit Arkan durch Kämpfe mit Drachen, Wildschweinangriffe, ständige Gefangenschaften, Schiffsbrände und vieles mehr, richtiggehend das Blut zum Kochen und Gefrieren bringt. Es ist ein Auf und Ab der Gefühle, eine wahre Achterbahnfahrt, bei der ich am liebsten noch länger sitzen geblieben wäre. Der Schreibstil der Autorin - dazu sage ich nur, dass ich „Der rote Takar“ innerhalb von einer Nacht verschlungen habe. Leicht, packend - ein wahrer Pageturner für mich. Ich war tierisch traurig, dass es so schnell wieder vorbei war - aber da bin ich ja selbst schuld, hätte ich mir mehr Zeit lassen können mit dem Lesen. Fazit: „Der rote Takar“ ist, für mich, ein neues, wundervolles Abenteuer in Karinth. Arkans Verwandlung vom eigentlich mächtigen Magier in ein noch mächtigeres Wesen zu beobachten, da kommt die Sensationsgier in mir durch und es stellte sich schnell heraus, dass der Rest der Geschichte ein Highlight für mich war. Die Geburt des „roten Takar“ entführt den Leser in ein mystisches Land, in dem Nichts unmöglich scheint - das hat die Autorin eindrucksvoll bewiesen. Für all jene, die auf der Suche nach einem Abenteuer sind und dabei nichts gegen einen hübschen, loyalen, unbändigen Magier als Wegbegleiter haben. Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

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Tags: abenteuer, kampf, karinth, liebe, magie, reise, schwarzblut, wüste   (8)
 

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28 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

liebe, galahad, germanisch, geschichte, england

Elayne (Band 1): Rabenkind

Jessica Bernett
Flexibler Einband: 342 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783906829777
Genre: Historische Romane

Rezension:

Meinung: Gleich zu Beginn des Buches wird man als Leser in eine Hochzeit hinein versetzt, die in einem kleinen Dorf nahe der Festung Corbenic stattfindet. Veneva, Elaynes beste Freundin, ging den Bund der Ehe ein. Aus Liebe. Die Atmosphäre ist beschwingt, die Leute feiern ausgiebig und die ganze Welt scheint für einen Moment glücksgeladen. Der erste Band wurde also mit Licht eingeleitet, nur um sich im Laufe der Handlung wieder in Schatten zu stürzen, die sich dann wiederum mit hellen Flecken abwechseln und so weiter. Die Autorin hat einen wunderbaren Geschichtsverlauf erschaffen, der sich rückblickend wie Wellengang beschreiben lässt. Was ich auch direkt am Anfang feststellen durfte: Ich liebe diesen Schreibstil. Er ist so einfach wie Atmen. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen. Elayne, die fünfzehn Sommer jung ist, ist eigentlich eine Prinzessin. Ihr Vater, König Pelles herrscht über die düstere, kaum heimelige Festung von Corbenic, die seit dem Verlust seiner Frau mehr und mehr verkommt. Einzig Brisen, Venevas Mutter, scheint ein bisschen Leben in die Burg zu bringen, denn sie ist quasi Mädchen für alles - vordergründig jedoch Köchin und Heilerin. Nach ungefähr der Hälfte des Buches konnte ich bereits sagen, wie unglaublich sympathisch mir Elayne trotz ihren jungen Jahren war. Sie ist ihrer Zeit - in meinen Augen - bereits ein wenig voraus, nicht nur von der Intelligenz, sondern auch von ihren Ethik- und Moralvorstellungen her. Obwohl sie behütet aufgewachsen ist, legt sie keinerlei Prinzessinnenmanieren an den Tag. Sie geht fischen, kocht, hilft ihrem Großvater (noch so eine wundervolle Person), kümmert sich um die Tiere, sammelt Zutaten und allen voran: Elayne sorgt sich um die Untertanen. Eine so wahnsinnig authentische Protagonistin, die sich der Zeit angemessen verhält, in der sie lebt und gleichzeitig aber ein solcher Freigeist ist, dass sie, trotz ihrer christlichen Erziehung, schon extrem emanzipiert wirkt, ist mir lange nicht untergekommen. Wirklich, ich bin sehr begierig darauf mehr von ihr zu erfahren. Wohin verschlägt sie ihr Weg? Kann sie ihren Vater alleine lassen? Ihre beste Freundin und sich auf den Weg nach Camelot machen? Oder zieht es sie eher zu ihrem Onkel König Urygen und seiner Frau Morgaine? Und was wird aus ihr und dem Barden Galahad, der circa die Hälfte der Geschichte an Elaynes Seite ist? Fragen über Fragen, die ich vermutlich in Band 2 beantwortet bekomme. Elaynes Geschichte selbst ist eher von ruhiger Natur. Ich muss gestehen, dass ich nur in einem Moment wirklich Angst um sie hatte. Natürlich hat ihr Leben, das man als Leser begleitet, auch seine Höhepunkte. Aber für mich kamen sie eher sanft und nicht Schlag auf Schlag, was absolut zum Verlauf des Buches passte. Ich könnte noch ewig auf die einzelnen Protagonisten, den Spannungsbogen, ja sogar die Charakterentwicklung eingehen, denn die Worte der Autorin und die Tatsache, dass es ein historischer Fantasyroman ist, bieten ausreichend Platz dafür. Aber ich will hier keinen eigenen Roman schreiben, deswegen gibt es nur noch eine erwähnenswerte Sache, bevor das Fazit kommt. In den Ohren vieler klingen die Worte „historisch“ und „Geschichte“ oftmals dröge und langweilig. Gründe dafür kann ich euch nicht nennen, aber ich vermute, es liegt an der Assoziation mit Daten und Fakten. Elayne (Rabenkind) ist NICHT langweilig. ABER (ja, das geht) trotzdem wirkt es super recherchiert (Pikten, religiöse Lebenseinstellung, Sachsenkriege, Skoten, der heilige Gral), authentisch und durch Elaynes Augen auch ein kleines bisschen magisch. Und auch wenn der Name Rabenkind, bis auf die schwarzen Haare und die Erbanlagen der Mutter, noch nicht ganz aufgeklärt ist, tut das der belebten, wie ein Fluss vor sich hingleitenden Geschichte so ganz und gar keinen Abbruch. Im Gegenteil. Fazit: Mit Elayne habe ich das vergangene England aus einer anderen Perspektive erleben dürfen. Ihr Herz und ihr Leben sind beflügelnd und beängstigend zugleich. Ein wirklich wundervoller Charakter. Irgendwie habe ich das Gefühl, Band eins war nur die Vorgeschichte zu einem ganz großen Abenteuer, das auf sie und ihre Gefährten wartet. Es war erfrischend von ihren Monaten und Jahren auf Corbenic zu lesen, mit all den Überraschungen, die in den Wäldern und im Umland auf sie gewartet haben. Sowohl die guten als auch die schlechten. Ich kann diese Geschichte jedem empfehlen, der gut recherchierte historische Romane mag, die sich mit englischen Mythen und Legenden vermischen und der auf ausladende Action verzichten kann. Begleitet Elayne auf ihrem Weg vom Mädchen zur Frau mit Taktik und Tatendrang. Lauscht den alten Geschichten, verliert euch zwischen Wahrheit und Lüge und seid bereit für Galahad. Ich vergebe 5 von 5 Sterne. „Sollte das, was in den Liedern besungen wurde, wahr sein, brauchte sich Britannien niemals Sorgen um die Sicherheit der Küsten zu machen. Weder die skotischen Piraten noch die sächsischen Barbaren hätten je eine Chance gegen sie. Elayne lächelte bei diesem Gedanken. Vielleicht waren die Lieder deshalb voller heroischer Taten. Sie schenkten Hoffnung.“ (Pos.: 907 von 3576)

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Tags: england, galahad, geschichte, historie, könig artus, lanzelot, liebe   (7)
 

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85 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

märchen, vampire, die grimm chronik, düster, die grimm chroniken

Die Grimm-Chroniken (Band 2)

Maya Shepherd
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 02.03.2018
ISBN 9783906829715
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung: Wenn ich nach der Lektüre des zweiten Teils der Grimm-Chroniken eins weiß, dann dass sich die Autorin bestens darauf versteht, Leser in der Luft hängen zu lassen. Was für eine Buchserie offengestanden natürlich ein Vorteil ist, denn so animiert sie förmlich dazu weiterzulesen. Ohhhh, dieses Ende. So viele Fragen, die unbeantwortet bleiben. Wann bekomme ich endlich meine Antworten? Die Settings und Erzählweisen wechseln, wie in Band eins auch hier wieder ab. Die Geschichte von Will, Maggy und Joe wird genauso fortgeführt, wie die von Mary aus dem Jahre 1590, wobei in Band 2 Will und Mary in den Fokus rücken, das Gefühl hatte ich zumindest. Und Dreh- und Angelpunkt der ganzen Story ist... Schneewittchen. Sowohl in der Gegenwart, als auch ein wenig in der Vergangenheit - wie das alles zusammenhängt, das müsst ihr selbst herausfinden. Ich, persönlich, finde diese neue Sichtweise auf alte Märchen durchaus sehr sehr spannend und in Ermangelung eines besseren Wortes, geil. Schreibstil und Atmosphäre des zweiten Bandes sind der Kategorie düster und blutig zuzuordnen, wenn auch nicht blutig so à la Horror, sondern eher in Richtung gruselig, berauschend. Man erlebt das ehemalige Schloss von Vlad Dracul, kehrt zurück ins Lebkuchenhaus der Hexe aus Hänsel und Gretel und pflückt mit Prinzessin Mary Äpfel im Garten der Kommende Ramersdorf. Außerdem tauchen in der Gegenwart neue Gegenspieler auf, die meine Gedanken Karussell fahren ließen. Wie steht Will mit Schneewittchen in Verbindung? Wo ist die Grenze zwischen gut und böse? Und die allerwichtigste Frage, auch wenn sie unbedeutend klingt, ich glaube, da steckt mehr dahinter: Warum zur Hölle schmeckt Joe das Lebkuchenhaus nicht, den anderen beiden aber schon? Spannungsmäßig wird wieder einiges geboten, wenn mich auch Band 2 nicht so fesseln konnte wie der Erste. Fazit: Asche, Schnee und Blut ist eine wunderbare Fortsetzung, sowohl im Fantasy Bereich, als auch historisch. Am Ende jedes Teils erklärt die Autorin nämlich die historisch verbauten Fakten und das finde ich rückblickend betrachtet dann noch einen Tick interessanter. Die Bilder, die sie mit der Geschichte in meinen Kopf gemalt hat, machen alles greifbar, die Protagonisten sind geheimnisvoll und authentisch - kurzum, Band 2 ist ebenfalls ein geniales Leseerlebnis. Ich muss dringend wissen, was diese Welt noch so zu bieten hat und vergebe hier ebenfalls wieder 5 von 5 Sterne.

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Tags: düster, märchen, prinzessin, rätsel, schneewittchen, vampire   (6)
 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

familie, freundschaft, hoffnung, jugend, katzen

Streuner: Verflucht liebenswert

Stefanie Scheurich
Flexibler Einband: 442 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 23.02.2018
ISBN 9783906829746
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung: Mein Herz. Mein armes, armes Herz. Dies‘ ist die Geschichte von Greta und Streuner. Oder auch: Mürrisches, pessimistisches, sarkastisches, einsames Mädchen trifft auf schwarzes Fellknäul, das ihr Leben auf den Kopf stellt. Nur, dass das Fellknäul in Wirklichkeit kein Tier ist. Sondern genauso einsam wie sie selbst. Ein Träumer, dem eine glückliche Zukunft verwehrt werden soll. Weil er sonst die Familienehre beschmutzt. Weil normalerweise alle nach der Pfeife seiner Mutter tanzen. Immerhin ist sie eine angesehene Hexe. Hat eine hohe Stellung inne, aber sonst keinerlei Charakter. Hach mein armes Herz. Wenn ich euch beschreiben müsste, wie es mir beim Lesen ging, dann würde ich das mit den Worten der Autorin machen: „So ein unangenehmes Stechen. Wie eine spitze Nadel, die mir jemand immer wieder in den Muskel stach. Sehnsucht.“ (Pos. 1582 von 4278) Ich selbst, als stolze Sklavin von zwei gebieterischen Stubentigern, weiß ganz genau, wie es ist, seine Katzen zu vermissen. Auch, wenn ich folgende Situation... „Es gab niemanden, der mir über die Zehen leckte, um mich aufzuwecken. Dass mich dieser Umstand mal stören könnte, wäre mir nicht einmal im Traum eingefallen.“ (Pos. 1954 von 4278) ...nicht kenne, so verstehe ich doch, was sie mir damit sagen will. Um an dieser Stelle nicht laut aufzuseufzen, lasst mich nochmal ein bisschen was erklären: Boru, der Hexer, würde lieber Sänger werden, steht aber vollkommen unter der Fuchtel seiner Mutter - die er folglich nicht besonders gut leiden kann. Eines Tages flieht er in die Welt der „Normalos“, wird prompt von einem Zauber erfasst, der ihn zum Kater werden lässt und findet Greta. Sie freunden sich ziemlich schnell an, was der Tatsache zu schulden ist, dass Boru in Katzengestalt nicht reden kann - Greta dafür aber umso mehr. Und sowieso - Tiere sind die besseren Menschen. So kommt es, dass eine tiefe, innige Verbindung zwischen den beiden entsteht - eine Freundschaft in einer Welt, in der beide normalerweise keine Freunde haben. Die Autorin hat diese Verbindung einfach direkt in mein Herz geschrieben. Ich konnte jede Streicheleinheit, jedes Maunzen und den Blick aus den großen, glänzenden Kateraugen genau nachvollziehen. Als Greta und Boru dann getrennt wurden hat es mich schier zerrissen, genauso mitgenommen und niedergemacht wie Greta sich gefühlt hat. Natürlich ist diese unglaubliche Liebe nicht das einzige Thema, das in „Streuner“ eine Rolle spielt. Alleine schon die Charakterentwicklung, die Greta vollzieht, ist es wert dieses Buch zu lesen. Auch wenn ich die Anfangs-Greta einfach herrlich schräg finde. Für ein Debüt hat die Autorin wahnsinnig viele Momente und Begebenheiten wunderschön zusammengeworfen. Da gibt es Magie. Eine Insel, auf der ein Orakel versteckt wird. Träume, die es wert sind, verfolgt zu werden. Zwei Schulen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Menschen, die an einen glauben, auch wenn man selbst nicht an sich glaubt. Erinnerungsverlust, freiwillig und unfreiwillig. Mütter, die ein Kontrollproblem haben. Väter, die ein Fluchtproblem haben. Kleine fiese Glücksfresser-Dämonen. Und eine Tante, die sich kleidet wie ein Paradiesvogel. Fazit: „Streuner“ ist Urban Fantasy vom Feinsten. Es ist eine Reise, die viel über das Leben selbst erzählt. Dass es wichtig ist, hinter die Fassade eines Menschen zu blicken. Nie aufzugeben. Hoffnung zu haben. Und zu akzeptieren, dass diese Hoffnung halt auch oft in tierischer Form auftritt. Eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, Magie und wie sehr Tier und Mensch das Leben eines Einzelnen beeinflussen können. Ein Must-Read für alle Katzenfans! Ich vergebe volle 5 von 5 Sterne.

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Tags: familie, freundschaft, hoffnung, jugend, katzen, liebe, magie, schule   (8)
 

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251 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

märchen, maya shepherd, die grimm chroniken, fantasy, schneewittchen

Die Grimm-Chroniken (Band 1)

Maya Shepherd
Flexibler Einband: 146 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 02.02.2018
ISBN 9783906829708
Genre: Fantasy

Rezension:

Oh mein Gott. I mean... OH MEIN GOTT. Zückt eure Geldbeutel meine Lieben. Oder zückt die Rotstifte für eure Wunschlisten. Ich bin extrem glücklich dieses Buch schon 2017 gelesen haben zu dürfen. Mit diesem Serienauftakt ist es wie mit einer Textzeile aus einem Song: „Flash mich nochmal, als wärs das erste Mal!“ Ich kann kaum in Worte fassen, denn was die Autorin hier auf 146 Seiten geschaffen hat, ist für mich ein kleines Meisterwerk. Einfach der Wahnsinn. Unbegreiflich emotional, nahe der Realität und doch so fern. Düster. Mystisch. Atemberaubend. Mit Knalleffekt und so vielen genialen Ideen. Und erst dieser Schreibstil. Es jagt mir Schauer um Schauer über den Rücken. Ich bin ja sowieso ein Fan von Grimms Märchen und weiß, dass die Originalmärchen nicht wirklich kinderfreundlich waren. Dann kommt die Autorin und macht aus einigen dieser Geschichten etwas so Neues, das mich alleine die Idee und die Aussicht auf mehr bereits umhaut. Wer sagt, dass Schneewittchen die Gute war? Wer sagt, dass ihre Mutter nicht das Opfer war? Wer behauptet, dass Rumpelstilzchen nur um Feuer tanzt und Kinder stiehlt? Ich sag’s euch. Jacob Grimm. „Märchen sind wie alle Sagen und Legenden: Es steckt ein Funke Wahrheit in ihnen, verwoben mit viel Fantasie.“ (Pos. 38 von 1748) Im Serienauftakt der Grimm Chroniken begleiten wir Will, Maggy und Joe im Jahr 2012 - sowie Mary, die Apfelprinzessin im Jahr 1590. Ich werde euch hier nicht zu viel verraten, denn die Geschichte müsst ihr einfach selbst erleben. Will, dessen Vater in der Pyschatrie einsitzt und Maggy, das Waisenkind waren mir von Beginn an sympathisch. Vor allem Maggy glaubt noch an das Übernatürliche, liebt Bücher und ist ein offener Mensch. Will hingegen ist ein Skeptiker, ein Realist, auch wenn er oft die Schnauze voll hat von der Realität, die seinen Vater hat verrückt werden lassen. Joe, Maggys Bruder und Wills bester Freund ist hingegen eine Type für sich. Ich weiß noch nicht genau, wo ich ihn hinordnen soll. Man merkt förmlich wie enorm viel Liebe die Autorin in die Entwicklung ihrer Story gesteckt hat. Das Erzähltempo ist angenehm, auch wenn das Buch ein echter Pageturner ist. Hier verschmelzen reale Orte und Historie mit der Fantasie. Diese Symbiose hat sie so phänomenal hinbekommen, ich wollte nie wieder aus den Zeilen auftauchen. Vor allem die Geschichte hinter der Apfelprinzessin, die sich mit der Gegenwart von Will, Maggy und Joe abwechselt, hat mich fasziniert und in den Bann gezogen. Der Schreibstil passt sich hierbei wunderbar der Zeit und den Umständen an. Wird lockerer, aber auch gleichzeitig poetischer - man schwebt förmlich durch die Worte. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was ich sagen soll. Kaufen. Lesen. Selbst erleben!!! <3 Fazit: Dieses Buch ist ein Muss für alle Märchenfans. In Band eins begegnet ihr vorwiegend Schneewittchens Mutter und Rumpelstilzchen. Mit einem Hauch von Hänsel und Gretel. Ich liebe, liebe, liebe diese Idee. Packend, fesselnd, leicht zu lesen. Einfach wow. Umwerfend. Mir fehlen die Worte. Ich finde nicht mal mehr ein passendes Fazit. Außer vielleicht: Bereits jetzt ein Jahreshighlight 2017/18! Ich vergebe 5 von 5 Sterne und 13 Millionen Herzchen.

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Tags: adaption, highlight, liebe, märchen, rätsel, rumpelstilzchen, schneewittchen   (7)
 

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31 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

leon, glück, c.m. spoerri, einsamkeit, cybermobbing

Leon: Glück trägt einen roten Pony

C. M. Spoerri
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 31.01.2018
ISBN 9783906829791
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung: Ich will euch meinen ersten Gedanken beim Beenden des Buches nicht vorenthalten: „Wenn das Glück aufs Schicksals trifft, krachts gewaltig.“ Der zweite Gedanke war: Wie „zur Hölle“ soll ich das rezensieren? Muss ich Abstriche auf meinem Glücksbarometer machen, wenn ich nur vier statt fünf Sterne vergebe? Mir Sorgen machen, dass mich das in einen Strudel aus Negativität reißt? Die Antwort auf beide Fragen lautet Nein. (Auch wenn das schon leicht an den Sarakasmus des Protagonisten grenzt.) Denn Leon ist nicht einfach nur eine Figur in einem Roman. Diese Geschichte ist viel mehr ein Schlag ins Gesicht für alle Hater/Antimenschen da draußen, auch wenn die Autorin das vermutlich nicht damit bezwecken wollte. Dennoch habe ich das im Endeffekt ein bisschen so gesehen. Leon ist das genaue Gegenteil von dem perfekten Schwiegersohn. Er ist laut, er ist knurrig, er hasst alles und jeden und zieht seine Kraft aus dem Zurechtstutzen anderer Leute. Es bereitet ihm kurzweilige Freude, andere runterzuputzen, zu deprimieren und zu verletzen. Über Konsequenzen denkt er nicht nach, wozu auch? Die wenigen richtigen Freunde, die es interessieren würde, kann er an einer Hand abzählen. Bis Feli auftaucht. Feli ist der sinnbildliche Eimer mit Eiswasser, der über ihm ausgekippt wird. Sie ist ein wahrer Sonnenschein, sieht immer das Positive und versucht aus Leon einen besseren Menschen zu machen. Leon macht es ihr allerdings nicht sehr einfach. Ich habe von Fr. Spoerri schon viele Geschichten gelesen. Fantasy, sowohl als auch Romance und diese ist keins von beidem. Für mich ist es das, was es sein soll (laut Schlusswort der Autorin) - ein Roman, der uns den Spiegel vorhalten soll. Ein Roman über das Leben, verpackt in einen hübschen Umschlag. Mit viel Witz, Sarkasmus und der mir bereits bekannten Lockerheit. Das Bedürfnis etwas zum Schreibstil zu sagen habe ich nicht, denn ich finde, dass die Wirkung der Geschichte eine viel größere Rolle spielt. Und so sitze ich hier und stelle mir die Fragen: Bin ich glücklich? Bin ich immer glücklich? Sollte man immer glücklich sein? Ja, nein und nein. Denn die Botschaft des Buches ist bei mir angekommen. Für mich lautet sie: Schätze jeden Moment deines Lebens. Such das Glück, denn es steht nicht hinter der nächsten Ecke und winkt dir zu. Es ist okay auch mal unglücklich zu sein, solange man keine negativen Vibes verbreitet. 🌺 Fazit: 🌺 Mit Leon hat die Autorin nicht nur eine unterhaltsame Geschichte geschaffen, sondern auch gesellschaftskritisch für mich einen Standpunkt bezogen, den ich voll und ganz nachvollziehen kann. Themen wie Cybermobbing, Selbstfindung und Einsamkeit werden hier verarbeitet. Ich kann nicht sagen für welche Art von Lesern dieses Buch geeignet ist, das müsst ihr selbst herausfinden. Wer wissen will, welche Rolle Feli und auch Stella in der Geschichte spielen, der sollte sich auf die Suche nach seinem Glück machen (sprich lesen ;)). Und obwohl Leon auf seine charmante Hals-über-Kopf Art und Weise mein Herz erobert hat, vergebe ich „nur“ 4 von 5 Sterne. Denn diese Geschichte reflektiert das Leben und das Leben ist nun mal nicht perfekt.

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Tags: glück, schicksal, liebe, positive energie, leben, cybermobbing   (2)
 

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63 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

liebe, regina meißner, die schöne und das biest, fluch, biest

Der Fluch der sechs Prinzessinnen (Band 2): Blütenzauber

Regina Meissner
Flexibler Einband: 446 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 26.01.2018
ISBN 9783906829678
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung: Zuerst einmal: Ich liebe die Schöne und das Biest - und mit Blütenzauber ist der Autorin eine wunderschöne Adaption zu dem Märchen gelungen, eine Adaption, die dem Märchen ähnelt und doch so anders ist, seinen eigenen Charme besitzt und sich perfekt in die Reihe der verfluchten Prinzessinnen eingliedert. Ich liebe die Magie, die diese Geschichte ausstrahlt. Die Hoffnung, die in jedem Wort liegt. Die Unnachgiebigkeit, die jede Seite aufleben lässt. Die Gefühle, die aus dem Buch herausfließen. Ich liebe Tatjana und die unsichtbare Dienerschaft. Das zerstörte Schloss hoch über den Wolken, verdunkelt von Selbsthass und Wut. Die Reise, die Tatjana hinter sich bringt und die von Licht und Dunkelheit durchzogen ist. Von Zauberei und Wortgewalt. Blütenzauber ist nicht ganz so bildgewaltig wie sein Vorgänger „Schwanenfeuer“ - aber dafür umso emotionsgewaltiger. Und das liegt an der spür- und lesbaren Veränderung, die beide Protagonisten durchleben. Da ist zum Einen Tatjana, die naturverbundene Freigeist Prinzessin, die sich immer nur vergnügen wollte und das Leben nie so wirklich ernst genommen hat und nicht zu schätzen wusste, was sie hatte. Zum Anderen gibt es natürlich das Biest, von dem man bekanntlich weiß, dass es mürrisch und zurückgezogen und aufbrausend ist. Zu sehen, wie die beiden sich annähern, sich gegenseitig verändern, das hat die Autorin so greifbar beschrieben - ich konnte nicht aufhören zu lesen. Obwohl ich schon früh erkannt habe, in welche Richtung es geht - zumindest was den ein oder anderen Test und Überraschungseffekt angeht - war ich doch ergriffen von dieser Liebesgeschichte, die bei mir keinen Tag lang gehalten hat. Da steckt so viel Liebe und Wärme und Aufregung zwischen den Seiten, dass ich unheimlich gerne noch einmal das Schloss mit Tatjana, der Dienerschaft und dem Biest erkunden würde. Auch die Antagonistin hatte wieder einen kurzen Gastauftritt im Wolkenschloss und ich habe gezittert und gebangt, ob Tatjana das Richtige tut oder eben nicht. Die größte Gemeinsamkeit, die „Blütenzauber“ mit Band eins hat, ist die, dass sich die verbliebenen Schwestern - also diejenigen, die den Fluch noch nicht gebrochen haben - weiterhin im Traum in einer Scheinkuppel treffen, sich dort jedoch nicht über ihre Erfahrungen austauschen können. Das finde ich nach wie vor wirklich wunderbar gelöst, denn man kann anhand der Kleidung und dem Verhalten der anderen Prinzessinnen schon mal rätseln welcher Fluch sie getroffen hat und wo sie ich befinden. Leider muss ich an dieser Stelle dann auch meinen einzigen Kritikpunkt nennen: Das Buch war zu Ende. Und das Ende hat mich nicht begeistert. Warum? Das müsst ihr selbst herausfinden. Ganz dringend! Fazit: Blütenzauber ist die wundervolle Fortsetzung einer Märchenadaptionsreihe, die ich schon jetzt sehr in mein Herz geschlossen habe (liegt ein winziges bisschen an den hammer geilen Covern!). Dennoch bin ich froh, dass man die Bände einzeln lesen kann, obwohl die Autorin natürlich in jedem Buch eine kleine Überschneidung eingebaut hat - ein Detail, das einfach dazu animiert mehr über die Flüche, Welten und Protagonisten erfahren zu wollen. Mit dem zweiten Band zum „Fluch der sechs Prinzessinnen“ hält der Leser eine atemberaubende Märchenadaption zu „Die Schöne und das Biest“ in den Händen - eine Geschichte, die mich seltenerweise ein paar Tränchen verdrücken ließ. Punktlandung. 5 von 5 Sterne.

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Tags: die schöne und das biest, freundschaft, karma, liebe, märchen, schloss, unsichtbarkeit, wolken   (8)
 

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21 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

abenteuer, banshee, druiden, gefahr, inkubi

Banshee Livie (Band 2): Weltrettung für Fortgeschrittene

Miriam Rademacher
Flexibler Einband: 370 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 12.01.2018
ISBN 9783906829692
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Meinung: Was habe ich mich auf mein nächstes Abenteuer mit Livie gefreut! Und ich wurde nicht enttäuscht. Aber erstmal das Allerwichtigste: „Weltrettung für Fortgeschrittene“ ist das zweite Abenteuer der unklischeehaftesten Banshee Englands. Livie hat nur einen Job - die Familie Harrowmore beschützen. Leichter gesagt als getan, denn die Harrowmores ziehen das Unglück regelrecht an. Vor allem der Jüngste, Jonathan, begibt sich regelmäßig in lebensgefährliche Situationen. Und nachdem sich Livie so langsam an das Schlossleben gewöhnt hat, verschwindet ihre beste Freundin Millie - ihres Zeichens wiedergeborene Druidin - auch noch spurlos. Allerdings nicht, ohne ein allumfassendes Chaos und ein Geheimnis zu hinterlassen, dem Walt - Livies Todesbote und ein Freund aus einer anderen Zeit, auf die Schliche kommen müssen. Denn die Welt, wie Livie sie kennt, wird bedroht. Frei nach dem Motto: Was nicht hierher gehört wird verschlungen, das Immunsystem der Zeit macht sich daran alles wieder ins rechte Licht zu rücken, was kolossale Folgen hat. Und da war ich nun. Zurück in den Gemäuern des Schlosses. Der Schreibstil der Autorin ist wie beim ersten Band phänomenal genial, locker, leicht zu lesen und doch gleichzeitig bildhaft. Ich muss zugeben, so richtig packen konnte es mich zu Anfang gar nicht. Livie würde das sicher so beschreiben: Mir war ein wenig langweilig, so tagein, tagaus immer die Harrowmores retten zu müssen und das ohne jegliche Information über die Außenwelt, während sich mein Todesbote todesmutig ins nächste Abenteuer stürzen durfte. Leider kam mir das Buch dadurch viel länger vor, als es eigentlich ist, aber ab ungefähr der Hälfte wurde mein Durchhaltevermögen belohnt, denn hier nimmt die Geschichte so richtig Fahrt auf. Mein Weg kreuzte den von anderen Todesboten, Inkubi, kopflosen Katzen, Hexen, Grauen Wesen, Alchemisten und Poltergeistern. Ich stand in endlosen Gärten, im Hyde Park, in unheimlichen Kellern und anderen Zeiten. Ich kämpfte, lachte, weinte, lebte und litt - mit oder besser gesagt durch Livie. Trotz des etwas holprigen Starts ist Livie einfach wunderbar sympathisch. Man kann sich super in sie hineinversetzen, versteht ihre Neugier und die Welt durch ihre Augen zu erleben macht großen Spaß. Und auch die anderen Protagonisten haben alle ihre wunderbar quirligen, verrückten, komischen Eigenarten, die dem ganzen Buch einen magischen Flair verleihen. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Abenteuer. Es ist wie eine kleine Sucht. Fazit: Mit Banshee Livie hat die Autorin für mich einen „Kult“ geschaffen. Ich hoffe, dass ich noch ganz viel von ihr lesen darf. Obwohl die Spannung in Band 2 den Leser erst ab der Mitte packt und durchschüttelt, kann ich diese Fortsetzung dennoch uneingeschränkt empfehlen. Die Geschichte hat einfach alles, was ein guter Fantasyroman braucht. Das Beste ist jedoch, dass die Lovestory ebenfalls weitergeht - jedoch nicht im Mittelpunkt steht, was sicher einige Leser freuen wird. Wer den ersten Band liebt, der wird den zweiten auch ins Herz schließen. Dennoch ziehe ich für die Länge ein halbes Sternchen ab und gebe dem Fall „Livie gegen die Zeit“ 4,5 von 5 Sterne.

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Tags: abenteuer, banshee, druiden, gefahr, inkubi, liebe, london, todesbote, zeit   (9)
 

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61 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

noah, dystopie, sternensand verlag, liebe, angst

Countdown to Noah (Band 2): Unter Bestien

Fanny Bechert
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 03.11.2017
ISBN 9783906829531
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung: Der zweite Teil der Dystopie rund um Cassidy, Rita, Daniel und Jeff ist wieder ein echter Pageturner. Während man in Band eins von Cassys anfänglicher Verwandlung in eine Noah nur wenig zu lesen bekommt, weil sich dieser nur um Tag 30-16 dreht, so gewinnt die Bestienseite in Band 2 immer öfter die Oberhand. Man liest die Fortsetzung aus Cassys Sicht und wird damit auch komplett in die Gefühlswelt eines „Mutanten“ eingeführt. Und diese Tatsache ist für mich eine der Spannendsten der gesamten Story gewesen. Die Noah in Cassy ist wild, blutrünstig und unberechenbar, aber auch klug, kontrolliert und besitzt für eine Bestie ungewöhnlich viel Menschlichkeit - solange die Verwandlung noch unvollendet ist. Auch in Band 2 beschönigt die Autorin nichts und das, obwohl Dystopie ein neues Genre für sie ist. Es gibt einige blutige, in meinen Augen aber noch harmlose Szenen (ich bin halt Schlimmeres gewöhnt), Kämpfe mit Noahs, Kontrollverlust und Rachepläne. Und obwohl das alles oft sehr schwierig zu umschreiben ist, verliert die Autorin nicht ihren Flow und schafft es den Leser in den Bann zu ziehen. Der Schreibstil ist gewohnt locker, angenehm zu lesen und bietet ausreichend Platz für eigenes Kopfkino. Man begleitet die gleichen Protagonisten aus Band 1 auf dem Rückweg in die Kolonie Paddington. Es gibt neue Schauplätze, reichlich Action und überraschende Enthüllungen. Und auch die Beziehungen zwischen den Charakteren finde ich sehr gut ausgearbeitet, man spürt die Liebe und Zerrissenheit zwischen Daniel und Cassy, da sie sich ja eigentlich nicht berühren dürfen - eine Tatsache, die mich über die ganze Dilogie, hat die Zähne knirschen lassen. Unbefriedigend und Leser quälend ist das! (Im positiven Sinn, denn es passt zur Geschichte und macht sie umso aufregender.) Ein rundum gelungenes Gesamtpaket also. Vor allem für Fans von Zombiefilmen und Büchern, wenn auch die Noahs mir mehr Angst machen, denn die sind nicht ganz so triebgesteuert und hirnlos, wie man meinen könnte. Zwei kleine Kritikpunkte habe ich allerdings. Zum Einen gefällt mir eine Szene im Buch nicht so besonders und zwar alleine deshalb, weil ich mir von einem Alpha mehr Widerstand erwarte und mir das einfach zu schnell abgehakt und vom Tisch gefegt wurde. Zum Anderen wirkt Cassy auf mich am Ende ein wenig zu gefühllos. Die ganze Zeit war sie stark, hat gekämpft und gebissen und und und... Dann plötzlich - Zack, Gefühle weg. Das kam leider nicht sehr authentisch rüber. Dennoch... Fazit: Mit Countdown to Noah 2 ist der Autorin eine teilweise sehr emotionale, packende und mitreißende Geschichte gelungen, über deren Ausgang man unbedingt Bescheid wissen muss, weshalb sich das Buch auch nur schwer aus der Hand legen lässt. Es besticht mit einem düsteren, hoffnungslosen Setting, das nicht besser hätte sein können und trumpft durch Wendungen und Nervenkitzel der seichten Art auf. Wer Dystopien mag, der kommt an den Noahs nicht vorbei, auch wenn es am Ende nicht ganz für fünf, sondern nur für 4,5 von 5 Sterne gereicht hat.

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Tags: bestie, dystopi, flucht, liebe, noah   (5)
 

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22 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

napa valley, liebe, melinda, eifersucht, c. m. spoerri;

Melinda

C.M. Spoerri
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 13.03.2017
ISBN 9783906829395
Genre: Romane

Rezension:

Meinung: Nach dieser äußerst heißen Lektüre, kann ich einfach nicht anders als mich ebenfalls nach einem Armando Pérez zu sehnen. Das Lesen dieser Geschichte war einfach wieder mal einer dieser „Oh mein Gott“-Momente. So viel Sinnlichkeit. So viel Emotion. So viel... so wahnsinnig viel. Allem voran: So viel Veränderung. Wer, wie ich, bereits den „Vorgänger“ Emilia gelesen hat (kann man unabhängig voneinander inhalieren), der kennt bereits den Charme und Ruf von Armando - ein Playboy, der nur auf schnelle Nummern aus ist und nichts Anbrennen lässt. Kein Typ für Beziehungen. Ihm allerdings hier wieder zu begegnen und zuzuschauen wie sein ganzes Leben umgekrempelt wird, das hat mein komplettes Bild, das ich von ihm hatte, einfach mal in Luft aufgelöst. Jetzt will ich nur noch eins: Von ihm schwärmen. Aber nicht nur von ihm. Sondern auch von Melinda, die so ganz anders ist, als ich es bei Lesebeginn erwartet hatte. Aufgrund des Klappentextes hatte ich mir eine - Verzeihung - untervögelte Studentin vorgestellt, obwohl da Männer-Abstinenz steht, die nur danach lechzt, sich wieder mal mit jemandem zu vergnügen. Ein weiblicher Playboy, die eine Wette verloren hat oder so und deswegen so lange auf Sex verzichtet hat. Was die Autorin jedoch aus Melinda gemacht hat, kam für mich extrem überraschend und ist deshalb umso erfrischender gewesen. Melinda ist schüchtern, zurückhaltend und fast ohne Selbstbewusstsein. Sie verkriecht sich lieber hinter Schulbüchern, als Party zu machen und bekommt in Gegenwart von Männern kaum den Mund auf. Und allein ihre Gedankengänge, an denen man teilhaben darf, sind so liebenswert, teilweise chaotisch und auch ein bisschen abgedreht, dass ich gern noch weitere Zeit „in“ ihrem Kopf verbracht hätte. Genauso wie in Armandos Kopf, denn er ist die zweite Person aus dessen Sichtweise man die Geschichte erleben darf. Das macht die beiden Protagonisten greifbar, ich fühlte mich direkt mit ihnen verbunden und musste auch des Öfteren über Armandos Kurzschlussreaktionen schmunzeln. Man merkt, wie er versucht, seine verruchte, dreckige, arschlochmäßige Seite in den Griff zu bekommen. Merkt wie Melinda ihn verändert. Wie er sie verändert. Dieses gegenseitige Aufputschen, Aufbauen und Umkrempeln ging direkt ins Herz. Wenn sich Armando nicht schon durch seine Gedanken extrem viele Sympathiepunkte geholt hätte, dann schlussendlich durch seinen Umgang mit Melinda. Entgegen seines Charakters und seines Rufs, behandelt er Melinda als wäre sie eine zerbrechliche Puppe, die man erst vorsichtig im Feuer härten muss, damit sie nicht unter Berührungen vergeht. Ich habe dieses Buch einfach nur verschlungen. Mein größtes Hilfsmittel dabei: der Schreibstil - die Autorin kann so wunderbar mit Worten umgehen, dass man gar nicht merkt, wie die Seiten dahinfliegen. Einfach, locker, mit der richtigen Dosis Dreck, aber nicht zu viel - mehr Leidenschaft als Erotik. Die Geschichte reicht weit über das Kennenlernen hinaus. Es ist wie Melinda sagt: „Weißt du, ich habe das Gefühl, auf dem Weg zu dir zu mir selbst gefunden zu haben.“ (Seite 355) Traumhaft, romantisch. Einfach so verdammt schön. Fazit: Mit Melinda ist der Autorin ein weiterer New Adult Roman gelungen, der die Geschichte um Emilia nochmal bei weitem übertrifft. Durch die scheinbar unberührten, unschuldige wirkenden Wesenszüge der Protagonistin und den Kontrast, den das männliche Pendant bietet, wird die Emotionalität in meinen Augen nochmal drastisch gesteigert. Die Weinberge/Güter von Napa Valley bieten eine wahnsinnig romantische Umgebung, in der man noch Dutzende von Beziehungen auf und wieder ableben lassen könnte und auch die Spannung wurde perfekt dosiert - wobei nicht das Knistern zwischen Armando und Melinda gemeint ist, denn das springt einem schon förmlich entgegen. Für diesen schmetterlingsbauchverursachenden Roman vergebe ich 5 von 5 Sterne und ein #Monatshighlight.

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Tags: eifersucht, leidenschaft, liebe, napa valley, romantik, studentin, weinberge   (7)
 

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74 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

zeilengold verlag, eonvár - zwischen den welten, debüt, fantasy, magie

Eonvár – Zwischen den Welten

Rupin Kat
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Zeilengold Verlag, 31.10.2017
ISBN 9783946955047
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung: Angezogen von dem endgeilen Cover, dem wahnsinnig gut klingenden Klappentext und dem Wörtchen „Debüt“, habe ich mich so schnell es ging in die Welt von „Eonvár“ gestürzt. Der Schreibstil der Autorin ist auch recht angenehm zu lesen, sodass ich rasch voran kam. Für ihr Debüt hat sie eine gute Balance zwischen Liebe zum Detail bei der Umgebung und eigenem Kopfkino geschaffen, was für mich ja immer ungemein wichtig ist. Zu Beginn lernt man direkt Elisa kennen, ein lebensfrohes, ehrgeiziges, eigenständiges Mädel, das seit 13 Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist. Eine Tatsache, die sie erfolgreich ignoriert und ihr Leben lebt, als gäbe es kein Morgen mehr. Sie studiert Psychologie, albert oft mit ihrer besten Freundin Lucy herum und jobbt nebenbei als Telefonbetreuerin bei irgendeiner Firma. Ihr Leben verläuft in festen Bahnen, bis sie eines Tages ihrem, seit eben 13 Jahren, verschollenen Freund Gabriel über den Weg rollt. Nach anfänglichem Jugendgeplänkel kommen bei Elisa Emotionen zum Vorschein, die ich ihr so leider gar nicht abgenommen habe. Eines Nachts folgt sie Gabriel auf seinem Weg nach Hause und landet prompt in der Parallelwelt Eonvár, in der die üblichen Regeln nicht gelten und in der jeder Magie beherrscht. Und sobald sie das Splittertor zur anderen Welt durchschritten hatte, ging es sowohl mit meiner Sympathie für sie, als auch für Gabriel rapide bergab. Die Welt an sich, wie sie beschrieben wurde, finde ich großartig. Das erinnert mich ein wenig an den Koffer aus „Phantastische Tierwesen & wo sie zu finden sind“ - nur halt mit ein bisschen mehr Zivilisation und breiterem Tierspektrum. Es gibt Chikars und Sciaden, Wertiere und Glühteufel, lebende Bäume und alles, was die Fantasie begehrt. Auch von der Gestaltenvielfalt war ich sehr angetan. Zwischen Weltenwandlern, Bewegungslenkern, Gedankenspähern und Chamäleons, sowie den Aôrie, dem Ursprung der Magie, habe ich mich sehr wohl gefühlt. Die Geschichte selbst ist ebenfalls... naja fast neu... aber gut durchdacht. Anfänglich zieht es sich ein wenig, aber sobald Elisa mit Gabe Eonvár erkundet, nimmt die Story an Fahrt auf. Es gibt zwei Höhepunkte mit Ausbaupotenzial, alles andere wirkte relativ unspektakulär. Das ist aber bereits alles, was ich an Positivem zu berichten habe. Denn leider gingen mir die zwei Charaktere mit denen man am meisten zu tun hat, ein wenig auf die Nerven. Sie lösten in mir eine regelrechte Abwehrhaltung aus, denn sobald Elisa Eonvár betrat kam die Skeptikerin in ihr zum Vorschein und damit auch das bockige, kleine „Ich will nicht, ich kann das alleine, ich mach alles kaputt, lass mich in Ruhe“ Kind. Mal ganz davon abgesehen, dass sie in der Parallelwelt auf einmal wieder laufen kann, diese Tatsache aber gefühlt nur mit einem Nicken abtut. Auch wenn ich privat irgendwie keine Rollstuhlfahrer kenne, so habe ich doch oft genug in Dokumentationen gesehen, dass DIESE Reaktion die mit Abstand unwahrscheinlichste auf plötzliche Beinregeneration wäre. Absolut nicht authentisch. Wer mir genauso missfallen hat, ist Gabriel und seine Beziehung zu Elisa. Es tut mir wirklich leid, aber je mehr ich von ihm gelesen habe, umso mehr dachte ich „Wo ist dein Kampfgeist...“ - null Durchsetzungsvermögen, keine Leidenschaft - außer vielleicht, was seinen Zimmergenossen Matt angeht. Die Emotionen, die man theoretisch hätte zum Leser transportieren können, blieben aus. Selbst bei der einen erotischen Szene, die das Buch enthält, spürte ich nichts von der magischen Atmosphäre, die um die Protagonisten herum herrschte, fühlte keine Leidenschaft, es kam nichts an, weshalb es mir auch völlig unverständlich bleibt, wie die Beziehung zwischen den beiden entstehen konnte. Freunde? Ja. Ein Paar? Never ever. Und obwohl bei Gabriel und Elisa sehr sehr viel schief gelaufen ist, in meinen Augen, so gab es wenigstens zwei Charaktere, die mir viel besser gefallen haben. Zum Einen der rebellische Matt mit seinen schwarzen Haaren und den zwei Piercings in der Lippe, der im Gegensatz zu Gabe wenigstens noch Feuer und Temperament besitzt. Und zum Anderen Elisas beste Freundin Lucy, sowie ihre Frau Ruwa, die mir beide so herzensgut, selbstlos und leidenschaftlich erscheinen, wie Elisa es hätte sein sollen. Zu guter Letzt kam mir das Ende auch wieder viel zu... abrupt und unwirklich vor. Es passte in den Verlauf der Geschichte, aber auch hier fehlten mir Emotionen, mehr Widerstand. Fazit: Ein Fantasydebüt, das mich leider nicht so ganz überzeugen konnte. Versteht mich bitte nicht falsch, die Geschichte selbst ist großartig. Eonvár bietet eine phantastische Welt mit schier endlosen Möglichkeiten an, es gibt Magie, Unterricht und viele unentdeckte Winkel. Leider wurde gerade mal die Hälfte davon genutzt und auch mit den Protagonisten wurde ich nicht richtig warm. Mit dieser Idee wurde, für mich persönlich, viel Potenzial verschenkt, ich würde jedoch eine Empfehlung für all diejenigen aussprechen, die immer noch ganz stark an Wunder und andere Welten glauben und hoffen, dass sie sich von Elisa & Gabriel begeistern lassen. Vor allem der jüngeren Generation (U18) dürfte diese Story gefallen. Ich vergebe für die Idee und Welterschaffung 3 von 5 ⭐️ Meinung: Angezogen von dem endgeilen Cover, dem wahnsinnig gut klingenden Klappentext und dem Wörtchen „Debüt“, habe ich mich so schnell es ging in die Welt von „Eonvár“ gestürzt. Der Schreibstil der Autorin ist auch recht angenehm zu lesen, sodass ich rasch voran kam. Für ihr Debüt hat sie eine gute Balance zwischen Liebe zum Detail bei der Umgebung und eigenem Kopfkino geschaffen, was für mich ja immer ungemein wichtig ist. Zu Beginn lernt man direkt Elisa kennen, ein lebensfrohes, ehrgeiziges, eigenständiges Mädel, das seit 13 Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist. Eine Tatsache, die sie erfolgreich ignoriert und ihr Leben lebt, als gäbe es kein Morgen mehr. Sie studiert Psychologie, albert oft mit ihrer besten Freundin Lucy herum und jobbt nebenbei als Telefonbetreuerin bei irgendeiner Firma. Ihr Leben verläuft in festen Bahnen, bis sie eines Tages ihrem, seit eben 13 Jahren, verschollenen Freund Gabriel über den Weg rollt. Nach anfänglichem Jugendgeplänkel kommen bei Elisa Emotionen zum Vorschein, die ich ihr so leider gar nicht abgenommen habe. Eines Nachts folgt sie Gabriel auf seinem Weg nach Hause und landet prompt in der Parallelwelt Eonvár, in der die üblichen Regeln nicht gelten und in der jeder Magie beherrscht. Und sobald sie das Splittertor zur anderen Welt durchschritten hatte, ging es sowohl mit meiner Sympathie für sie, als auch für Gabriel rapide bergab. Die Welt an sich, wie sie beschrieben wurde, finde ich großartig. Das erinnert mich ein wenig an den Koffer aus „Phantastische Tierwesen & wo sie zu finden sind“ - nur halt mit ein bisschen mehr Zivilisation und breiterem Tierspektrum. Es gibt Chikars und Sciaden, Wertiere und Glühteufel, lebende Bäume und alles, was die Fantasie begehrt. Auch von der Gestaltenvielfalt war ich sehr angetan. Zwischen Weltenwandlern, Bewegungslenkern, Gedankenspähern und Chamäleons, sowie den Aôrie, dem Ursprung der Magie, habe ich mich sehr wohl gefühlt. Die Geschichte selbst ist ebenfalls... naja fast neu... aber gut durchdacht. Anfänglich zieht es sich ein wenig, aber sobald Elisa mit Gabe Eonvár erkundet, nimmt die Story an Fahrt auf. Es gibt zwei Höhepunkte mit Ausbaupotenzial, alles andere wirkte relativ unspektakulär. Das ist aber bereits alles, was ich an Positivem zu berichten habe. Denn leider gingen mir die zwei Charaktere mit denen man am meisten zu tun hat, ein wenig auf die Nerven. Sie lösten in mir eine regelrechte Abwehrhaltung aus, denn sobald Elisa Eonvár betrat kam die Skeptikerin in ihr zum Vorschein und damit auch das bockige, kleine „Ich will nicht, ich kann das alleine, ich mach alles kaputt, lass mich in Ruhe“ Kind. Mal ganz davon abgesehen, dass sie in der Parallelwelt auf einmal wieder laufen kann, diese Tatsache aber gefühlt nur mit einem Nicken abtut. Auch wenn ich privat irgendwie keine Rollstuhlfahrer kenne, so habe ich doch oft genug in Dokumentationen gesehen, dass DIESE Reaktion die mit Abstand unwahrscheinlichste auf plötzliche Beinregeneration wäre. Absolut nicht authentisch. Wer mir genauso missfallen hat, ist Gabriel und seine Beziehung zu Elisa. Es tut mir wirklich leid, aber je mehr ich von ihm gelesen habe, umso mehr dachte ich „Wo ist dein Kampfgeist...“ - null Durchsetzungsvermögen, keine Leidenschaft - außer vielleicht, was seinen Zimmergenossen Matt angeht. Die Emotionen, die man theoretisch hätte zum Leser transportieren können, blieben aus. Selbst bei der einen erotischen Szene, die das Buch enthält, spürte ich nichts von der magischen Atmosphäre, die um die Protagonisten herum herrschte, fühlte keine Leidenschaft, es kam nichts an, weshalb es mir auch völlig unverständlich bleibt, wie die Beziehung zwischen den beiden entstehen konnte. Freunde? Ja. Ein Paar? Never ever. Und obwohl bei Gabriel und Elisa sehr sehr viel schief gelaufen ist, in meinen Augen, so gab es wenigstens zwei Charaktere, die mir viel besser gefallen haben. Zum Einen der rebellische Matt mit seinen schwarzen Haaren und den zwei Piercings in der Lippe, der im Gegensatz zu Gabe wenigstens noch Feuer und Temperament besitzt. Und zum Anderen Elisas beste Freundin Lucy, sowie ihre Frau Ruwa, die mir beide so herzensgut, selbstlos und leidenschaftlich erscheinen, wie Elisa es hätte sein sollen. Zu guter Letzt kam mir das Ende auch wieder viel zu... abrupt und unwirklich vor. Es passte in den Verlauf der Geschichte, aber auch hier fehlten mir Emotionen, mehr Widerstand. Fazit: Ein Fantasydebüt, das mich leider nicht so ganz überzeugen konnte. Versteht mich bitte nicht falsch, die Geschichte selbst ist großartig. Eonvár bietet eine phantastische Welt mit schier endlosen Möglichkeiten an, es gibt Magie, Unterricht und viele unentdeckte Winkel. Leider wurde gerade mal die Hälfte davon genutzt und auch mit den Protagonisten wurde ich nicht richtig warm. Mit dieser Idee wurde, für mich persönlich, viel Potenzial verschenkt, ich würde jedoch eine Empfehlung für all diejenigen aussprechen, die immer noch ganz stark an Wunder und andere Welten glauben und hoffen, dass sie sich von Elisa & Gabriel begeistern lassen. Vor allem der jüngeren Generation (U18) dürfte diese Story gefallen. Ich vergebe für die Idee und Welterschaffung 3 von 5 Sterne.

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Tags: fantasie, fremde welten, leben, liebe, magie, phantastische wesen, rollstuhl, selbstständigkeit   (8)
 

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nala layden, sex, bekannthei, erotik, reichtum

Pull me Closer (Better-Reihe 1)

Nala Layden
E-Buch Text
Erschienen bei null, 25.10.2017
ISBN B076J97XXS
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung: Hachja, mein erster Ausflug ins Gay-Romance-Erotik Genre. Und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, deswegen nehm ich mal das Einfachste: Von Nala Layoc/Layden kennt man ja bisher nur Fantasy, Romantasy und Jugendliteratur - die Geschichte um Ryan und Trevor ist also auch ihr Debüt in diesem Bereich. Begrüßt wurde ich von ihrem gewohnt lockeren, schnellen Schreibstil, einer temporeichen Handlung und anfänglich noch zu wenig Tiefgang im Gefühl, was sich dann jedoch schnell wieder gelegt hat. Man begleitet Ryan bei seinem Kampf ums Überleben in New York, einer Stadt, die vor Bewegung, Partys und Reichtum nur so strotzt. Er ist ein Callboy bei einem Escortservice. Er arbeitet in einer Bar hinterm Tresen. Sein Stipendium hängt am seidenen Faden. Seine Freizeit besteht aus Essen, Lernen, Jobs und dem ewigen Druck seine kleine Einzimmerwohnung bezahlen zu müssen. Eigentlich müsste er also nach jedem Strohhalm greifen, den er zu fassen bekommt. Wie zum Beispiel ein Nachtzuschlag. Doch auch ein Callboy hat seine Prinzipien und das Wort klingt nun mal dreckiger als es ist. Das Leben könnte für Ryan so einfach sein, wenn da nicht Trevor Holdings wäre. Der milliardenschwere Erbe der Holdings Hotelkettenfirma. Denn er verdreht Ryan nicht nur den Kopf, sondern krempelt auch sein komplettes Leben einmal um. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Natürlich ist es schwierig, sich als Frau in das Denken eines Mannes hineinzuversetzen, aber der Autorin ist das hier erstaunlich gut gelungen. Bis auf die fast nahezu unheimliche Sexbesessenheit der Protagonisten, die ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr die Finger voneinander lassen können, wirkte das Ganze sehr authentisch. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass irgendwas konträr verlief oder nicht in den Rahmen passte. Die Protagonisten selbst kann man eigentlich nur lieb haben. (Das beziehe ich jetzt nicht allgemein auf Schwule, auf gar keinen Fall!) Ryan mit seiner ehrgeizigen, loyalen und auch ein klein wenig naiven Ader gefiel mir jedoch besser als Trevor. Denn Ryan hat von Beginn an lernen müssen, was es heißt, zu kämpfen. Trevor ist alles in den Schoß gefallen, weshalb er auch, außer in den heißen Szenen & dort, wo er Chef sein muss, ein wenig verschüchtert und in die Ecke gedrängt auf mich wirkt. Theoretisch eine gute Balance, trotzdem hätte ich von einem CEO ein bisschen mehr Widerstand in manchen Dingen erwartet. Das tut der Story jedoch keinen Abbruch. Die Autorin lässt immer wieder diverse spannende Komponenten, unausstehliche Charaktere und witzige Konversation in die Geschichte einfließen, sodass es nie wirklich langweilig wird. Und die knapp 330 Seiten sind wie im Flug an mir vorbeigerauscht... Was eventuell auch an den vielen einheitzenden Szenen liegen könnte. Eventuell. 🌺 Fazit: 🌺 Pull me Closer ist für mich mehr Gayerotik als Gayromance und hat mich im ersten Moment an Fifty Shades of Grey mit männlichen Hauptdarstellern erinnert. Aber keine Sorge, das ist nur die Grundstory, denn die Umsetzung fand ich schlichtweg fantastisch, auch wenn Ryan und Trevor vielleicht ab und an Keuschheitsgürtel gebraucht hätten. Eine Empfehlung geht also an all jene, die sich gern im erotischen Genre bewegen (nein, kein Wortspiel), kein Problem mit der Mann-Mann Konstellation haben und zwar kurz angeschnittene, aber doch toll ausgearbeitete Nebencharaktere mögen. Ryan und Trevors Geschichte war für mich nichts „Neues“, aber wirklich wunderbar umgesetzt, sodass unerwartete Wendungen ebenfalls schocken konnten. Ich vergebe 4,5 von 5 Sterne.

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Tags: bekannthei, drohung, erotik, firmen, homosexualität, liebe, reichtum, sex   (8)
 

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52 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

conversion, dystopie, forschung, götter, c.m. spoerri

Conversion (Band 2): Zwischen Göttern und Monstern

C. M. Spoerri , Jasmin Romana Welsch
Flexibler Einband: 438 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 20.10.2017
ISBN 9783906829654
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung: Lang, lang ist’s her, das ich den ersten Teil der Dystopie rund um Skya und Zero gelesen habe. Vor Buchstart hatte ich, ehrlich gesagt, ein wenig Angst, dass mir so einiges abhanden gekommen sein könnte. Und es ist ja eigentlich nicht üblich, dass man arg auf die vorherigen Bände eingeht, sofern man die Teile nicht unabhängig voneinander lesen kann. Aber schon nach den ersten Kapiteln wurden meine Bedenken zerstreut, denn die beiden Autorinnen haben das mit den Einflechten der Informationen zum vorgehenden Band wundervoll gelöst. Skya gehört zu den Diés, Zero zu den Nox. Zwei ursprünglich verfeindete Gruppen, die sich eine Insel teilen. Die Nox erwachen mit dem Mond, die Diés mit der Sonne, weil sie sich zu den Tageszeiten am Wohlsten fühlen. Der letzte Stand der Dinge war, dass Skya und Zero zusammen von der Insel geflohen sind und von ihnen fremden Menschen gerettet wurden. Man steigt auch direkt wieder turbulent in die Geschichte aus Zeros Sicht ein... Wie der Klappentext schon sagt, brennt ein Feuer in ihm und das erlebt und spürt man förmlich. Einzig Skya scheint sein Anker zu sein... Gelandet sind sie in einer „neuen“, ihnen unbekannten Welt, die von Menschen geleitet und erforscht wird und die auch unglaubliche Gefahren birgt. Gleich zu Beginn wird die Bedrohung mit Hilfe von, ich nenne es jetzt mal Zeichnungen, phantasievoll beschrieben. Die Monster, mit denen sie es zu tun bekommen, wurden von den Menschen gezüchtet. Und davon gibt es nicht nur eine Art - zumindest laut den Aussagen der Wissenschaftler. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Zero, Skya, Tess und Edean und dieser Perspektivenwechsel birgt Aufregendes, erschafft Spannung und weckt die Neugier, immer wissen zu wollen, was die Anderen jetzt gerade erleben. Auch der Schreibstil der beiden Autorinnen ist kaum zu unterscheiden. Frisch, leicht zu lesen, mit einem Hauch Humor und gekonnt eingesetzten Beschreibungen der düsteren, zerstörten Umgebung, erschaffen die beiden eine Welt, in der man nicht leben, die man aber unbedingt erleben möchte. Sie führen den Leser in menschliche Abgründe und zeigen eine Zukunft auf, die gar nicht mal so unwahrscheinlich ist. Und mitten in den Wirbelsturm platzieren sie zwei Liebende, die sich nur gegenseitig retten und der Gefahr trotzen können. Der finale Band der Dystopie ist insofern sehr gelungen, da ich zu kaum einer Zeit das Gefühl hatte, zu wissen, was passiert und das ist ganz selten. Ich war durchweg begeistert von der Idee der Deimos und Alba - von ihrer Entstehungsgeschichte bis hin zu ihrem Verhalten - denn das ist so eine Sache, die ich niemals in Band 2 erwartet hätte. Einzig das Ende habe ich geahnt, das war für mich relativ offensichtlich, wenn es auch in eine andere Richtung hätte gehen können. Die Gefühlslage der Protagonisten, ihre Ansichten und Reaktionen sowie ihre Beziehungen untereinander sind wundervoll ausbalanciert - und das bei gleich zwei Autoren so hinzubekommen, grenzt schon fast an Kunst, in meinen Augen. Habe ich Zero und Skya in Band eins schon vergöttert, so bekommen sie im zweiten Teil ernsthafte Konkurrenz. Und zwar von der rebellischen Tess und dem vorwitzigen Nuke, dessen Geschichte mich sehr berührt hat. Wenn ihr also wissen wollt, warum Nukes einziges wertvolles Besitztum eine braune, lederne Handfessel ist, solltet ihr dringend Band 2 lesen. Band eins setze ich hier einfach mal voraus. Fazit: Conversion 2 ist ein Finale, das dem Titel „Zwischen Göttern und Monstern“ alle Ehre macht. Beherrscht von einer dunklen, hoffnungslosen Atmosphäre, die nur hin und wieder Lichtblicke zulässt, findet man sich hier in einer Dystopie wieder, die neue Ideen und alte Ansichten vereint. Die Geschichte trumpft mit Spannung, unerwarteten Wendungen und Protagonisten auf, bei denen man gar nicht anders kann als sie ins Herz zu schließen. Mit Skya in der Rolle der Hoffnung und Zero, dem Unberechenbaren, kann ja eigentlich nichts schief gehen. Für diesen Pageturner vergebe ich 5 von 5 Sterne.

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Tags: dystopie, forschung, götter, krieg, liebe, monster, neue welt, veränderung, wissenschaft   (9)
 

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46 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

Banshee Livie (Band 1): Dämonenjagd für Anfänger

Miriam Rademacher
Flexibler Einband: 370 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 13.10.2017
ISBN 9783906829555
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung: Endlich mal wieder ein Buch, in das man direkt abtauchen kann und bei dem man einfach mitfiebern muss. Humorvoll, spannend, sarkastisch und mit ganz vielen "Aaawwww"-Momenten. Neue Spielfiguren, tolle Schauplätze... hach... Aber von vorne. Livie, zu ihren Lebzeiten äußerlich eine Version der Comicfigur Betty Boop, wird von ihrer Tante Ethel in den Tod geführt. Und zwar wortwörtlich. Denn besagte Tante ist besessen von magischen Schauplätzen und missachtet dafür sogar alte Volksweisheiten, die bei Gewitter nun mal Leben retten. Und so kommt es, dass Livie nach ihrem frühzeitigen Tod, den Platz der Banshee der Familie Harrowmore einnehmen muss. Damit beginnt für die mürrisch wirkende, aber trotzdem angenehme Protagonistin ein neuer "Lebensabschnitt", denn die Harrowmores sind anstrengende Zeitgenossen. Es vergeht kein Tag, ohne dass Livie in ihrem neuen Job nicht gefordert ist. Immer gehetzt/begleitet von ihrem Todesboten aka. Walt, der seine Kapuze aus Sicherheitsgründen nicht abnehmen will, fängt Livie an, sich an die Arbeit als Banshee zu gewöhnen. Bis eines Tages ein Familienmitglied nicht mehr durch sie hindurchsehen kann. Sie wird gehört und gesehen. Und das ist wirklich außergewöhnlich. Der Schreibstil der Autorin ist - Achtung, hier kommt mein Lieblingswort - schlichtweg fluffig (soll heißen genau richtig, nicht zu viel, nicht zu wenig, eine fantastische Mischung). Bildhaft, jugendlich, leicht, gut zu lesen - Banshee Livie nimmt einen gefangen und lässt dann nicht mehr los. Das Buch lässt sich sehr gut unterteilen und es gibt auch, wie bei fast jedem Buch, im Mittelteil ein paar kleine Längen, die aber durch einen Puffer (so nenne ich es jetzt mal) wieder wett gemacht werden. Man steigt sehr humorvoll in die Geschichte ein, es gibt einiges an Situationskomik... "»Banshees beklagen die Toten«, begann er. »Sie weinen und klagen, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Manchmal stehen sie aber auch nur stumm als Mahnung am Wegesrand.« Mein Gesicht musste wie ein einziges Fragezeichen aussehen. »Ich bin so eine Art Klageweib? Eine bezahlte Jammerliese? Ein gebuchter Trauerkloß?«" (Pos. 367 von 4087) ...aber das flaut schnell ab, sobald der Alltag auf Schloss Harrowmore einkehrt. Livie war mir durch ihre positiv negative Art direkt sympathisch, sie ist der Typ Mensch bzw. Banshee, der auch im Winter über die Sonne meckern kann, weil sie zu hell scheint, aber immer mit einem lachenden Auge. Und auch Walt, ihren Todesboten und Mentor habe ich direkt ins Herz geschlossen, vor allem, weil er der ganzen Szenerie den nötigen düsteren Touch gibt und die Dinge etwas ernster angeht. Den Rest Dunkelheit und Mittelalterfeeling bringt das Schloss mit sich, das einige Ecken und versteckte Winkel besitzt und eben besagte staubige Dachkammer, in der Livie wohnt. Neben der großartigen Fantasystory, die den Hauptbestandteil des Buches ausmacht, darf natürlich auch eine kleine Lovestory nicht fehlen. Und das ist der einzige Punkt, der mich ein wenig gestört hat. Die Liebesgeschichte ist da und wird auch immer mal wieder in den Dialogen erwähnt und mit eingebunden, dennoch hat man das Gefühl nicht voranzukommen. Warum das so ist, kann ich nicht verraten, das müsst ihr selbst herausfinden. Es hat seinen Grund, dieser lässt mich aber ein wenig zähneknirschend zurück. Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt - dem heimlichen Star (an dieser Stelle ein Dankeschön an Vero von Lila Bücherwelten für den Wortlaut, der mir partout nicht einfallen wollte 😅😘) des Buches: Dem Mummel. ❤️ Ein was bitte? Ein Mummel. Hier beweist die Autorin eine große Fantasie und erschafft ein bis dato mir unbekanntes Tierchen: "Da saß ich nun. Mutterseelenallein auf dem Dachboden eines englischen Herrenhauses mit einem hässlichen Mummel auf dem Schoß, von wo er mir fröhlich zuwinkte. Er sah aus wie eine Mischung aus schuppiger Karotte und Frettchen, kaum größer als mein Daumen, und ich konnte ihn streicheln." (Pos. 880 von 4087) Mummel gibt es in unzähligen Varianten und Ausführungen, mit mal mehr, mal weniger Intelligenz, aber es war dieser Knirps, der die ganz vielen "Awwwww" Momente ins Buch bringt und so manch eine Szene auflockerte - und auch wenn euch der Rest nicht interessiert, einfach um des Mummels willen solltet ihr dieses Buch lesen! Wer jedoch auch am Rest interessiert ist, den kann ich mit gutem Gewissen beruhigen: Spannung und Action sind reichlich vorhanden, man kann seine Dämonenjägerfähigkeiten aufpolieren und zu den Protagonisten ein Band der Freundschaft knüpfen. 🌺 Fazit: 🌺 Banshee Livie ist ein kein überzogen witziger Roman ohne Hintergrund, ganz im Gegenteil - man findet Humor in gut dosierter Dosis, richtig eingesetzten Sarkasmus, und manch eine naive Ehrlichkeit trifft ebenfalls meinen Geschmack. Es ist - für mich - ein neuartiger Fantasyroman, der von Geistern und Dämonen erzählt, mit dessen Protagonisten man mitfiebern, rätseln und lachen kann und deren Geheimnisse man ergründen möchte. Neben angenehmen, sich stets entwickelnden Charakteren, bietet die Geschichte auch viel Platz zum Selbstdenken an und das macht sie für mich so packend und einnehmend. Ich vergebe 5 von 5 Sterne.

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159 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

märchen, sternensand verlag, regina meißner, schwanenfeuer, reginameissner;

Der Fluch der sechs Prinzessinnen - Schwanenfeuer

Regina Meißner
Flexibler Einband: 354 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 01.10.2017
ISBN 9783906829456
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung: Schwanenfeuer ist der erste von fünf Bänden einer Märchenadaptionen-Buchreihe. Hätte mich das Cover nicht schon so in den Bann gezogen, spätestens beim Klappentext wäre es um mich geschehen gewesen. Und dabei kenne ich noch nicht mal das originale Märchen - was ehrlich gesagt auch keine Rolle spielt, denn die Geschichte ist auch so verständlich und ansprechend gestaltet. Für mich war es das zweite Buch der Autorin und ich konnte auch hier wieder feststellen, dass ich dem Schreibstil verfallen bin. Locker, leicht, kein bisschen abgehoben - vor allem die Bilder, die die Autorin umschreibt haben mich stark beeindruckt, ein richtiges kleines Kopfkino gezaubert. Der blutende Himmel, Sternschnuppenschauer, die gläserne Kuppel als Treffpunkt der Schwestern, unterirdische Höhlen mit Prunk, Pracht und Käfigen... ...um nur ein paar Dinge zu nennen. Zur Geschichte möchte ich nicht viel sagen, denn das müsst ihr selbst erleben. Nur so viel: Die Reise, die Prinzessin Estelle und der Jäger Ayden antreten ist nicht ungefährlich, aber jetzt auch nicht so düster beschrieben, dass man Angst haben müsste. Man trifft auf viele magische Kreaturen, fiebert mit, ob denn Estelles Kräfte ausreichen und welchen Hindernissen sie auf ihrem Weg zur Erlösung noch begegnen könnten. Und über die gesamte Reise hinweg, kann man als Leser die Entwicklung Estelles beobachten. War sie zu Beginn am Schwanensee noch allein, in sich gekehrt und hatte alle Hoffnung verloren, merkt man, wie sie - unter anderem auch durch Aydens Unbekümmertheit - nach und nach auftaut und auch mal ihre Meinung vertritt. Dennoch blieb sie für mich trotzdem "Daddys little princess" und musste beschützt werden. Und das ist auch gut so. Eine starke, unabhängige Protagonistin hätte für mich nicht in die Geschichte gepasst, denn es ist ja immer noch eine Märchenadaption. Doch man erfährt ja nicht nur etwas über Estelles Leben mit ihren sechs Schwestern und ihren Fluch, den sie zu lösen versucht, nein, auch Ayden kommt hier nicht zu kurz, denn die Geschichte wird aus der Sicht von beiden erzählt. Ich muss gestehen, dass ich mich ihm gegenüber zeitweise mehr verbunden gefühlt habe, als ihr. Für mich wirkte sein Handeln ein wenig authentischer, vermutlich deshalb, weil kaum einer von uns mit den Gepflogenheiten von Prinzessinnen vertraut ist und Ayden "unserer Realität" näher steht. Auch der böse Gegenpart "Rania" ist der Autorin super gelungen. Sie hat zwar nicht viel Weitsichtvermögen, dafür schreckt sie aber vor nichts zurück. Eine Szene hat mich dabei wirklich überrascht und das ist sehr schwer! Fazit: Ich kann jetzt nicht sagen, ob Schwanenfeuer in Hinsicht auf die "Adaption" gelungen ist, aber ich finde die Idee alleine schon sehr klasse. Dieses Buch ist was für jedes Fantasyherz, die Bilder, Wunder und Ereignisse, die die Autorin hier eingebaut hat sind zum Staunen und sich "dorthin träumen". Eine ausgewogene Geschichte im Kampf zwischen Gut und Böse, Licht und Schatten, Adel und Bauernschaft. Hier ist für jeden etwas dabei: Spannung, Liebe, Bösartigkeiten und Magie. Und obwohl jeder Band in sich abgeschlossen ist, freue ich mich jetzt schon tierisch auf Band zwei, der sich um Estelles Schwester Tatjana drehen wird - wie genau ihr "Fluch" aussieht, was sie damit macht und wie alles ausgeht. Ich vergebe 5 von 5 Sterne.

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Tags: adaption, bildgewalt, fluch, hexe, jäge, märchen, prinzessinnen, rätsel, wunder   (9)
 

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117 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

dystopie, countdown to noah, dilogie, bestien, cassidy

Countdown to Noah - Gegen Bestien

Fanny Bechert
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 17.09.2017
ISBN 9783906829517
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: In einer Welt, in der Menschen zu wilden Bestien - sogenannten Noahs - mutieren, zählt für die siebzehnjährige Cassidy nur, ihre kranke Schwester zu beschützen. Als sie dabei von einem Noah gebissen wird, bleiben ihr noch genau dreißig Tage, eh sie selbst zu einem Monster wird. Nur mit der Hilfe des Rebellen Daniel hat sie eine Chance, rechtzeitig Medizin zu beschaffen. Aber wer hilft schon einer tickenden Zeitbombe, deren kleinste Berührung zur eigenen Ansteckung führen kann? ~~~~~~~~ Meinung: Frei nach dem Motto "Nicht viel erwartet, weil ich es nicht einordnen konnte & doch so viel bekommen" möchte ich erstmal DANKE sagen. Danke Fanny, dass du diesen Schritt von Fantasy zu Dystopie gewagt hast. Countdown to Noah ist für mich "The Walking Dead" in Buchform. Zwar weitaus weniger brutal als die Serie, aber doch genauso bildhaft und ansprechend gestaltet. Wer mich kennt, der weiß, ich bin sowieso Fannyfan, auch wenn ich an jedes Buch mit "professioneller" Distanz heran gehe, denn nur weil jemand zu den Lieblingsautoren gehört, muss mir nicht jede Geschichte, die aus deren Feder fließt, zusagen. Aber in 92% der Fälle ist es halt doch, in Ermangelung eines besseren Wortes, ziemlich geil. So auch bei Countdown to Noah. Erzählt wird das Ganze aus Sicht von Cassidy Dawson, einer Überlebenden der Noah-Seuche, die mit ihrer kleinen Schwester in der dysoptisch düsterem und zerstörten Welt auf der Suche nach einer sicheren Bleibe ist. Wie der Klappentext schon sagt wird Claire krank und Cassidy gebissen. Ab da beginnt das eigentliche Drama. Denn wie einige es aus The Walking Dead und anderen Dystopien vielleicht kennen, ist nichts umsonst in Zeiten des nackten Überlebens. Und so lässt Cassidy schweren Herzens ihre Schwester zurück, um für sie Medizin zu besorgen. Begleitet wird sie von Daniel, seiner Freundin Rita und ihrem Bruder Jeff, denn alles andere wäre trotz ihres Zustandes, ein Selbstmordkommando. Cassidy habe ich eigentlich direkt ins Herz geschlossen, denn ich mag starke Charaktere, die immer zuerst ans Wohl der anderen denken, bevor sie sich um sich selbst kümmern. Außerdem sind ihre Gedanken manchmal auch ganz witzig, was ein paar Situationen ungemein auflockert. Daniel mochte ich zu Beginn nicht so richtig, das hat sich im Laufe der Geschichte jedoch um 180 Grad gewendet, denn mit der Auflösung seiner Gedanken, kann man seine Handlungen zum Ende hin auch sehr gut nachvollziehen. Alles in allem sind der Autorin hier vier wunderbare Protagonisten gelungen, die sich hassen, lieben, streiten, versöhnen, zusammen kämpfen - aber vor allem eins: Gemeinsam überleben. Was das Setting angeht, so hatte ich während meiner gesamten Lesezeit die Welt und Umgebung von Serien wie "The Walking Dead" und "Z Nation" im Kopf. Doch auch ohne diese zu kennen wäre es der Autorin gelungen diese Bilder in mein Gedächtnis zu bannen. »Herzlich willkommen in Noah-City«, zitiert er einen imaginären Reiseführer. »Genießen Sie die frische Luft bei ausgedehnten Spaziergängen oder besteigen Sie einen unserer Aussichtskräne und erhalten Sie einen wunderbaren Überblick über unser sauberes Städtchen. Wir empfehlen auch einen Besuch unserer Fitnesskurse ›Flucht als Fettkiller‹ oder der Dinnershow ›Kochen mit Noah –Wie sie selbst zur perfekten Hauptspeise werden‹.« Pos. 2412 von 3268 Fazit: Mit Countdown to Noah hält man eine komplett andere Welt in den Händen. Freunde von Dystopien, Liebhaber von The Walking Dead und Leute, die auch gern mal in die Köpfe der "Bestien" schauen, werden ihre helle Freude an diesem Buch haben. Für mich eine wunderbare Mischung aus Freundschaft, Action, Spannung und Geheimnissen - und der sich immer wieder aufdrängelnden Frage: Wird Cassidy den Kampf gegen ihre "Noah" Seite gewinnen? CtN ist meiner Ansicht nach ein Pageturner und ich vergebe 5 von 5 Sterne.

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Tags: bestien, dystopie, flucht, freundschaft, mission, seuche, überleben, zerstörung   (8)
 

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59 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

homosexualität, liebe, freundschaft, hoffnung, erotik

SAMe Love (Band 1): Nur mit dir

Nadine Roth
Flexibler Einband: 470 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 01.09.2017
ISBN 9783906829418
Genre: Jugendbuch

Rezension:

SAMe Love (Nur mit dir) - Nadine Roth Sternensand Verlag 470 Seiten Band 1 Erscheint am 01. September 2017. Inhalt: "LOVE IS LOVE" Die siebzehnjährige Sam will nur eins in ihrem Leben: glücklich sein. Doch wenn sie in den Armen ihres Freundes Robin liegt, ist sie ganz und gar nicht glücklich. Es fühlt sich falsch an. Unvollständig. Erst als die neue Schülerin Romy wie ein Wirbelwind nicht nur ins Klassenzimmer, sondern auch in Sams Leben platzt, sind da mit einem Mal die Gefühle, die sie sich bei Robin so sehnlich gewünscht hat. Die sich richtig anfühlen und vor denen Sam sich dennoch fürchtet. Es kann doch nicht sein, dass sie sich ausgerechnet in eine Frau verliebt! Oder doch? Und selbst wenn - hat diese Liebe überhaupt eine Chance in einer Welt voller Intoleranz, Vorurteilen und Tabus? Eine Geschichte über ein Coming-out und die ganz große Liebe. ~~~~~~~~~~ Meinung: Ich hatte mir von dieser Geschichte vieles erwartet. Ich hatte laute und leise Töne erwartet, hatte mir Emotionen erhofft, hatte mich gefreut, dass jemand mal wieder ein Tabu bricht, hatte ein rundes Ende erhofft, hatte sogar mit etwas Langatmigkeit gerechnet, aber nicht so etwas. Ein Buch, dessen 470 Seiten sich erst langsam und dann immer schneller einen Weg in mein Herz geschlagen haben. Ein Buch, das mich mal wieder wach gehalten hat, weil ich das Knistern und die Aufregung zwischen Romy und Sam nicht missen wollte. Ein Buch, bei dem ich mir tatsächlich einmal die Playlist angehört habe, die beim Schreibprozess geholfen hat, weil sie durchweg meinen Geschmack trifft. Ein Buch, dessen zweiten Teil ich jetzt schon herbeisehnen, ohne, dass Teil Eins gerade mal veröffentlicht wurde. Mit Protagonistinnen die überzeugen und auf ganzer Linie authentisch sind. Nach SAMe Love weiß ich jetzt, wie es sich anfühlt eine Frau zu lieben. (Nicht, dass ich nicht voll auf beiden Seiten des Regenbogens stehe, aber es ist schwer zu beschreiben.) ...wie es sich anfühlt zu leben. Miss Brittainy C. Cherry, ich sage es nur ungern, aber sie haben soeben deutsche Konkurrenz in der Kategorie "Mitreißendes, packendes, chaotisches, herzschlagaussetzendes Schreiben" bekommen. Und ihr Name ist: Nadine Roth. (Eigentlich hätte ich an dieser Stelle schon einen Punkt setzen können, denn damit ist alles gesagt, aber ich leiste lieber noch ein wenig Überzeugungsarbeit.) "So war das Leben. Es teilte nicht jedes Mal die besten Karten aus. Es war auch nicht immer fair. Nein, es konnte ein richtig mieser Hund sein und Steine in den Weg legen, von denen man glaubte, dass man sie niemals würde überwinden können. Aber wenn man es wirklich wollte und wirklich versuchte, schaffte man es in den meisten Fällen, eine Lösung zu finden." (Pos. 2744 von 5786) Romy und Sam. Sam und Romy. Die Geschichte ist aus Sam's Sicht erzählt und ihre Gefühle sind so greifbar hautnah und so real beschrieben, das ich immer mal wieder dachte, ich selbst würde das Ganze erleben (was an manchen Stellen gar nicht mal schlecht war - es enthält nämlich explizite erotische Szenen, für die ich die Autorin sehr bewundere, denn nicht viele "Nicht-Erotik-Autoren" schaffen es, das Gefühl eines Orgasmus in dieser Dimension so gut zu beschreiben und ja, tatsächlich auch auf den Punkt zu bringen! Chapeau!) Sam führt ein Vorzeigeleben. Mit reichen Eltern (rücksichtslose, kaltherzige Mutter/liebender Vater), "normalen" Freunden und einem Freund, der sie unglücklich macht, eine Tatsache, die sie NIE zugeben würde... bis Romy sie quasi mit der Nase darauf stößt. Danach entwickelt sich die Geschichte, nimmt langsam an Fahrt auf und wird zum Ende hin nochmal richtig rasant und das alles mit einer Intensität, das müsst ihr selbst erleben! Vor allem das unschöne, unweigerlich folgende Mobbing, die Ausgrenzung und Häme - nichts wird ausgelassen. Alles untermalt mit Anspielungen zu Musik, Büchern und diversen anderen Dingen, die ihr WIRKLICH selbst lesen solltet. Fazit: SAMe Love ist mal wieder ein Buch, das unter die Haut geht. Noch jetzt kribbelt mein ganzer Körper vor der Intensität dieses Buches. Ein Buch für alle, die wissen wollen, wie sich wahre Liebe anfühlt. Ein Muss für alle Liebesromanleser, die die Augen nicht vor Intoleranz verschließen und nicht an dieser Krankheit namens "Homophobie" leiden. Es steckt so viel Liebe zwischen diesen Seiten und am liebsten würde ich Romy mit ihrer frechen, selbstbewussten Art, direkt vom Fleck wegheiraten. Zwei starke Frauen. Schwarz und weiß. Yin und Yang. Romy laut, Sam leise. Und wenn sie lachen, dann steht die Welt still. Ich vergebe 5 von 5 Sternen und ein weiteres #Monatshighlight.

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Tags: freundschaft, homosexualität, liebe, mobbing, musik, schmerz, toleranz   (7)
 

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flüchtling, liebe, flucht, kosovo, ritzen

Über alle Grenzen

Maya Shepherd
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 25.08.2017
ISBN 9783906829470
Genre: Jugendbuch

Rezension:

RESPECT. LOVE. TOLERANCE. Über alle Grenzen ~ Maya Sheperd Sternensand Verlag 544 Seiten ET: 25. August 2017 Inhalt: Eine Liebe, die sich über jedes Hindernis hinwegsetzt. Eine Liebe, die unter die Haut geht. Eine Liebe, die keine Grenzen kennt. Wörter, Zahlen und Sätze zieren Annas Körper. Dort, wo niemand sie sieht. Unauslöschbar sind sie in ihre Haut geritzt. Sie bleiben für immer und verschwinden nicht einfach wie ihr Vater, der ihre Mutter für eine Jüngere verlassen hat. Yasin kommt aus dem Kosovo. Wie viele Flüchtlinge sucht er in Deutschland Schutz, in der Hoffnung auf ein neues, sicheres Leben. Er spricht fließend Deutsch und trotzdem hört ihm niemand zu. Niemand sieht ihn. Bis er Anna begegnet. Das traurige und verschlossene Mädchen ist der erste Mensch, der ihn als Person und nicht nur als Flüchtling sieht. ~~~~~~~~~~ Meinung: Ich weiß ehrlich nicht gesagt, wo ich anfangen soll. Die Autorin hat sich mit diesem Buch an ein - auch für mich - schwieriges Thema herangewagt, weshalb ich mir für diese Rezension auch jedes einzelne Wort gut überlegen muss. Die Geschichte ist ein Spiegel einer möglichen Realität, der Realität zweier Menschen, die sich finden und verlieben. Und deswegen umso schwerer zu beurteilen. Die Autorin selbst sagt im Nachwort, dass sie dieses Buch nicht geschrieben hat, um sich auf irgendeine Seite zu stellen, sondern um zum Nachdenken anzuregen. Und das hat sie auf jeden Fall geschafft. Erzählt wird die Story meist aus Annas Sicht. Die Trennung ihrer Eltern hat sie schwer mitgenommen, aber sie ist aus Solidarität mit ihrer Mutter nach Köln gezogen. Hier steht sie nun nach dem ersten Extrem - Luxus, Geld, keine Sorgen - dem zweiten Extrem - Armut, kleine Wohnung, viele Sorgen - gegenüber. Anna wirkte im ersten Drittel des Buches sehr düster und dunkel auf mich. Die Emotionen werden gut transportiert, denn auch ich fühlte mich sofort down, wurde sozusagen eingenommen von der Protagonistin. Und so erlebte ich das anfängliche Tief aus Annas Sicht - neue Schule, neue Freunde, stressiges Verhältnis zu den Eltern - nur um dann immer wieder in Yasins Geschichte, in seine Flucht geworfen zu werden. Die ist nicht deprimierend, sondern einfach nur sehr sehr traurig und herzzerreißend. Die zweite Sicht, die in etwa bis zur Hälfte des Buches erzählt wird, handelt von Yasin, seiner Familie und der Flucht aus dem Kosovo. Und jeder, wirklich jeder, kann sich das eigentlich nur zu gut vorstellen, denn die Bilder, die hier beschrieben werden kennt man - aus dem Fernsehen. Einpferchung, Warten, Hoffen & Bangen. Viel zu kleine Boote, Instabilität, Körpergeruch. Das offene Meer zwischen zwei Küsten. Hunger, Durst und Leid. Bis zur Ankunft in Italien haben die Medien oft berichtet. Doch was danach geschieht war mir neu - und zeugt auch von guter Recherchearbeit, denn das, was die Autorin geschrieben hat, wirkt auf mich absolut authentisch. Und furchteinflößend zugleich, denn ich musste mir immer wieder vor Augen führen - DAS IST REAL. Ist es einfach. Keine Fiktion, nein. Das passiert und passierte ständig. "Hoffnungslosigkeit lag in ihrem Blick. »In einem Land ohne Perspektiven gibt es auch keine Zukunft.«" (Pos. 933 von 6520) Der Schreibstil besticht durch Klar- und Einfachheit. Da gibt es keine Schnörkel, keine Ausschweifungen und auch nichts zu beschönigen. Anna und Yasin lernen sich im Laufe des Buches kennen und lieben. Das ist kein Spoiler, sondern ein logischer Schluss des Klappentextes. Beide haben ihre Päckchen zu tragen, beide tragen Narben, ob gewollt oder ungewollt. Sie werden vor Probleme gestellt, die es zu lösen gilt. Meist gelingt es, aber nicht immer. Und obwohl dieses Thema heikel ist und das Buch unter die Kategorie "Reale Liebesromane" fällt und ich dadurch eigentlich kein Recht darauf habe Spannung zu erwarten - denn die gibt es im realen Leben oft auch nicht - ist es doch leider genau das, was mir ein wenig gefehlt hat. Liebe, Gefühle, Angst und auch Wende/Höhepunkte sind reichlich vorhanden. Doch an Spannung mangelte es mir. Ich habe das Buch dennoch nicht weglegen können, denn die Geschichte ist einfach... unbeschreiblich schön und traurig. Fazit: "Über alle Grenzen" ist für mich vielmehr ein Hoffnungsbericht. Hoffnung darauf, dass man aus jedem Stein, der einem in den Weg gelegt wird, etwas Schönes bauen kann (Ähnliches Zitat Goethe). "Jeder Mensch trug sowohl gute als auch schlechte Seiten in sich. Niemand wurde schlecht geboren. In keinem Land der Welt." (Pos. 5686 von 6520) Dieses Buch ist empfehlenswert für alle, die gerne außergewöhnliche Liebesgeschichten lesen. Für all jene, die Grund zum Nachdenken brauchen. Sie ist einfach für alle, weil es im Idealfall keine Grenzen gibt. Ich vergebe 4,5 von 5 Sterne.

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Tags: flucht, freundschaft, grenze, kosovo, liebe, narbe, schmerzen   (7)
 

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action, amazonen, elfen, hochwal, 2017

Die Legenden von Karinth (Band 2)

C.M. Spoerri
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 13.08.2017
ISBN 9783906829623
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: Die Suche nach der Elfenprinzessin hat Maryo Vadorís nach Karinth gebracht. In ein Land, das voller Geheimnisse und Mythen ist und dessen Kultur sich stark von Maryos Heimat unterscheidet. Eigentlich will der selbstbewusste Elf nur seine Aufgabe erfüllen und so rasch wie möglich die Rückreise antreten. Aber die Prinzessin ist schwer zu finden, da sie in die Hände eines legendären Sklavenhändlers gefallen ist. Außerdem stößt Maryo auf eine uralte Prophezeiung, die sein Schicksal besiegeln könnte. Und dann lassen die Götter seinen Weg auch noch ausgerechnet mit einem Volk kreuzen, das Elfen abgrundtief hasst: den Amazonen von Karinth. ~~~~~~~~~~~~~~ Meinung: Bevor ich hier gleich loslege und die Protagonisten und Ähnliches näher unter die Lupe nehme, muss ich vorneweg loswerden: Band 1 war ja schon bombastisch, aber mit dem zweiten Teil hat sich die Autorin nochmal regelrecht um den Verstand geschrieben. Absolut mega genial!!! Okay, gut *räusper*. Ich weiß grad gar nicht, wie ich anfangen soll - so sehr bin ich noch geflashed von dem Ende, von den Personen, von der Handlung und allem drumherum. War ich von Maryo Vadorís in Band 1 noch extrem angetan, so wird er in Band 2 leider von zwei Protagonisten in den Schatten gestellt. Was nicht heißt, dass ich ihn und seine Geschichte nicht immernoch faszinierend finde, im Gegenteil. Nur hat sich da ein gewisser "roter Takar" penetrant in den Vordergrund gedrängelt. Ebenso wie sein heißblütiges, elfenhassendes, kampferfahrenes charakteristisches Gegenstück - die Amazonenkriegerin Thesalis. Beide habe ich aufgrund ihrer sehr konträren Art ins Herz geschlossen. Und ich würde sie am liebsten sofort wieder begleiten. Und mit sofort meine ich jetzt. Direkt. Bitte? Aber ich sehe ja ein, dass gute Geschichten Zeit brauchen. Die Legenden von Karinth ist so eine Geschichte. Der Schreibstil der Autorin hatte mich von der ersten Seite an direkt gefangen, warf mich hinein in das bunte Treiben von Karinth, dem Hochwald und den Amazonensiedlungen. Alles wird so einfach beschrieben und gleichzeitig so bildhaft, dass ich vor dieser Vereinigung den imaginären Hut ziehen muss. Erzählt wird die Story aus verschiedenen Perspektiven, wenn auch alle aus Sicht des Er/Sie/Es Erzählers (allwissend wollte ich hier nicht verwenden, denn ich habe nach dem Ende immer noch tausend Fragezeichen über dem Kopf). Man begleitet auf der einen Seite Maryo, Thesalis und die Menschenkapitänin Edana und auf der anderen die Elfenprinzessin Amyéna und den Roten Takar. Beide (oder besser alle fünf) Handlungsstränge sind extrem spannend, strukturiert aufgebaut und haben einige interessante Wendungen inne. Ich habe gelacht, Tränen hinunter geschluckt und ganz besonders oft habe ich mir ans Herz gegriffen und gedacht: Oh Gott! Warum? Wie kann sie das nur tun? Nur, um mir gleich darauf die Frage selbst zu beantworten: Weil sie Talent hat. Weil die Autorin zaubern kann. Mit Worten. Band 2 fühlt sich nach "Zuhause" an. Das Setting Land und Wald lag mir viel eher und hat mir gleich die Düfte, Gerüche und Gefühle intensiver vermittelt. Wer bei Natur und Freiheit direkt an den Amazonas und Umgebung denkt, der wird sich auch in Karinth sehr wohl fühlen, denn genau so stelle ich es mir vor. Es gibt sogar ein paar wunderschöne Illustrationen in dem Buch, die es dem Leser noch einmal einfacher machen, sich die Umgebung vorzustellen. Aber bei dem Kopfkino, das ich eh schon hatte... Fazit: Ein fantastischer zweiter Teil, der Band eins für mich an Setting, Action, Spannung und Wendungen nochmal übertrifft. Die Legenden von Karinth machen neugierig, die Elfen, Zwerge, Menschen, Magier und Amazonen sind ein Garant für Phänomenales. Ich liebe diese Reihe bereits jetzt und kann sie jedem ans Herz legen, der sich gern in High-Fantasy Welten mit verschiedenen Völkern und vielen Geheimnissen aufhält und der auch ein wenig Blut, Schmerz und Leid ertragen kann. Ich vergebe 5 von 5 Sterne und habe mein zweites #Monatshighlight gefunden.

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Tags: action, amazonen, elfen, hochwal, liebe, macht, magie, menschen, natur, prinzessinnen, spannung   (11)
 

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elfen, liebe, magie, fantasy, krieg

Elfenwächter (Band 2): Weg des Krieges

Carolin Emrich
Flexibler Einband: 402 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 30.07.2017
ISBN 9783906829494
Genre: Fantasy

Rezension:

Elfenwächter (Weg des Krieges) ~ Carolin Emrich Sternensand Verlag 402 Seiten Band 2, High Fantasy Erscheint am 30.07.2017 Inhalt: "Die Armee des Königs steht vor den Toren des Elfenreiches. Ihr Ziel ist es, die Magie des Waldes zu zerstören, damit das Gebiet endlich eingenommen werden kann. Die ganze Hoffnung des Elfenvolkes liegt nun auf Avathandal. Er soll, unterstützt von Tris, den rechtmäßigen Thronfolger bei den Zwergen suchen, den König stürzen und das alles, ehe die schützende Magie des Elfenwaldes erschöpft ist. Neue, aber auch alte Gefährten begleiten sie auf diesem Weg, der für das Land nur eines bedeuten kann: Krieg." ~~~~~~~~~~ Meinung: Es fällt mir unheimlich schwer hier einen Anfang zu finden. Aber ich versuchs mal... "Weg des Krieges" ist der zweite Teil der Elfenwächter Trilogie. Von Teil Eins war ich sehr beeindruckt, da es das Debüt der Autorin war, dementsprechend hoch waren meine Erwartungen bei diese Fortsetzung. Leider kann ich vorab schon sagen, dass Teil Zwei, für mich, nicht an den Erfolg des ersten Bandes anschließen konnte. Der Einstieg fiel mir etwas schwer, doch schon nach gut zwanzig Seiten war ich wieder voll in der Welt von Tris und Avanthandal gefangen. Die beiden sind, zusammen mit Avanthandals Schwester und Tris Bruder, unterwegs auf einer Mission. Sie sollen den rechtmäßigen Erben des Menschenkönigs finden und ihm auf den Thron verhelfen. Leichter gesagt als getan, denn auf ihrer Reise erwarten sie einige Gefahren. Trolle, böswillige Menschen und Magier, Widerstandskämpfer, diverse Vorurteile und einige private Konflikte. Der Schreibstil der Autorin knüpft nahtlos an den ersten Band an, er ist leicht, gut verständlich und animiert oft zum Weiterlesen. Aber... ...nicht oft genug. Denn zwischenzeitlich hatte ich sehr lange Durststrecken. Und das liegt an der fehlenden Magie des Waldes, denke ich. Von den Schauplätzen in "Weg des Ordens" war ich begeistert. Sie sind magisch, ausgeschmückt und man fühlt die Anziehung förmlich durch die Adern kriechen. In diesem Buch jedoch ist der Wald weniger präsent, man begleitet die Gruppe um Tris auf ihrer Suche nach dem Erben hauptsächlich durch unwegsames Gelände und ein großer Teil spielt sich unterirdisch ab, denn da liegen die Städte der Zwerge. Auf mich wirkte das alles, trotz großzügiger Beschreibung, sehr beklemmend und trist. So viel zum Thema Umgebung, doch auch die Beziehungen erscheinen mir hier ausbaufähiger. Die Autorin hat viele Plänkeleien und Zankereien eingebaut, wie man das in Familien halt so macht und ein großes Augenmerk darauf gelegt, dass die Liebe zwischen Tris und Avanthandal präsenter wirkt. Dabei blieb es aber auch, sie wirkte präsenter, kam bei mir aber nicht richtig an. Ich weiß nicht, woran das liegt, es geht vermutlich auch nur mir so, aber ich muss ehrlich bleiben. Bevor ich zu den tollen, genialen und guten Punkten dieses zweiten Teils übergehe, möchte ich aber noch eine Sache erwähnen: Es heißt "Weg des Krieges" - aber für mich gab es, so makaber das klingen mag - viel zu wenig "Krieg". Man ist immer nur auf dem "Weg" dahin, schleicht darum herum, es gibt Strategien und Pläne, aber so richtig krachen tut es nicht. Gut, vielleicht habe ich den Titel auch einfach falsch gedeutet. Sei's drum. Trotz all dieser Kritik hat mir das Buch doch ganz gut gefallen. Es ist keine bombastische Fortsetzung, aber ich möchte dennoch dringend Teil drei lesen, denn die Themen, die die Autorin in Band zwei angeschnitten hat, interessieren mich brennend. Was hat es mit der dunklen Magie auf sich? Was geschieht nun mit dem Land? Wie entwickelt sich die Sache mit Lilly, Tris bester Freundin? Wie geht es mit Avanthandal weiter? Ist ******* WIRKLICH tot? So richtig und ganz? Welche Geschöpfe erwarten mich noch in Band 3? (Ich kenne schon Trolle, Elfen, Menschen und Zwerge.) Noch ein paar Worte zu den Hauptpersonen... Tris wirkt nach wie vor authentisch in dem, was sie tut und auch die beiden anderen Protagonistinnen im Bunde, Lilly und Lanaya, habe ich sehr ins Herz geschlossen. Die Geschlechterrollen sind super verteilt, mir gefällt die Willensstärke, mit der das Trio auftritt. Avanthandal, Tian und der dritte Mann der Runde, spielen nicht etwa die Beschützer (auch wenn sie es gern wollen), sondern sind den Frauen gleichgestellt in dieser Hinsicht. Fazit: Elfenwächter "Weg des Krieges" ist eine durchaus gute Fortsetzung geworden. Es gibt weniger "magische" Momente, in Bezug auf die Faszination vom Elfenwald, sondern mehr praktische -, sowie Kriegsmagie. Während man in Teil Eins nur einen kleinen Einblick in die Welt Eyess bekommt, so bereist man in Teil Zwei bereits größere Flächen, mal unter- und mal überirdisch. Einige Stellen und oben genannte Kritik machen das Buch für mich ausbaufähig, aber dennoch lesenswert. An Spannung wurde nicht gespart und auch die bildhafte Erzählweise der Autorin machen es zu einem recht angenehmen Leseerlebnis. Wer wissen will, wie es mit Tris und Avanthandal weiter geht, sollte sich diese Fortsetzung nicht entgehen lassen! Ich vergebe 3,5- 4 Sterne, weil ich auch hier mal wieder ein wenig hin und her gerissen bin.

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Tags: elfen, freundschaft, krieg, liebe, magie, strategie, taktik, zwerg   (8)
 
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