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238 Bibliotheken, 3 Leser, 9 Gruppen, 49 Rezensionen

entführung, demenz, thriller, psychothriller, internet

Der Professor

John Katzenbach
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 28.10.2010
ISBN 9783426198247
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

John Katzenbachs neuster Psychothriller 'Der Professor' handelt von einem pensionierten Psychologieprofessor, Adrian Thomas, der von seinem Arzt zu Beginn des Romans eine niederschmetternde Diagnose bekommt: Eine besondere Form der Demenz, welche ihn geistig rapide dahinraffend schon in Kürze zu dem machen würde, wovon sich ein gebildeter Akademiker wohl am meisten fürchtet: Seinen Geist, Intellekt und sämtliche gesammelte Fähigkeiten zu verlieren, die nicht nur den Großteil seiner Persönlichkeit konstituieren sondern einen ein Leben lang maßgeblich begleitet und definiert haben.
Auf sein Leben zurückblickend und feststellend, dass alle Personen die ihm in seinem Leben wichtig waren, bereits von ihm gegangen sind, entschließt sich der Professor zum Freitod. Doch gerade dabei sein Leben zu beenden wird er Zeuge einer Entführung: Direkt auf der Straße vor seinem Haus bemerkt er wie ein etwa sechzehnjähriges, dunkelblondes Mädchen niedergeschlagen und in einen Lieferwagen gezerrt wird.
Schon bald stellt sich heraus dass Adrian der einzige ist, der dem verschwundenen Mädchen helfen kann, da die Polizei ihren Vorschriften folgend unfähig ist einzugreifen, zumal die Glaubwürdigkeit des Zeugen stark beeinträchtigt ist.
Somit findet sich Adrian, von Halluzinationen und rapider geistiger Deterioration beeinträchtigt, in einem hoch spannenden Wettlauf gegen die Zeit wieder, in welchem er als einziger in der Lage ist, das verschwundene Mädchen wiederzufinden.
Im Kampf gegen ein skrupelloses und hochintelligentes Entführerpärchen, kann der Professor nur auf seinen Verstand verlassen, der ihm aber immer mehr zu entgleiten droht.

Bei der Lektüre dieses neuen Werkes von John Katzenbach, stellen sich dem aufmerksamen Leser natürlich einige Fragen, die zum Nachdenken anregen.
Zuerst verwundert von der eigenartigen Wahl des Protagonisten, findet man sich schon bald wieder zwischen Faszination und Angst: So leicht es einem fällt sich mit dem gebildeten und intellektuellen Professor zu identifizieren, den der Hauptdarsteller einst darstellte, verängstigt es einen umso mehr mit seiner aktuellen Situation konfrontiert zu werden. So taucht man im Verlauf des Buches immer mehr in die Welt des Dementen ein und muss sich unwillkürlich mit der eigenen Vergänglichkeit des Geistes und dem Sinn eines lebenslangen Lernens auseinandersetzen.
Von der detaillierten Beschreibung der kriminellen Machenschaften der Entführer, der Vermarktung ihrer Misshandlungen auf einer Webseite, bis hin zu episodenhaft dargestellten Einblicken in die Welt ihres Zielpublikums, ausgehend, eröffnet sich dem Leser schon bald ein erschreckend realistisches und gewaltiges Bild der Welt dieser Verbrecher, welche jedwede Distanz zur Entführung aufhebt und einen unmittelbar in die beklemmende und verstörende Realität der entführten Jennifer stößt.

Genau diese eindrucksvolle Fähigkeit knallharte Realität zu vermitteln ist es, die sein Publikum an ihm liebt: In 'Der Professor' demonstriert John Katzenbach eindrucksvoll aufs Neue diese Fähigkeit das Denken und Handeln der Charaktere derart authentisch zu schildern, sodass man tief in die von ihm beschriebene Welt eintaucht.
Einige Schwächen des Romans, wie die etwa im Hauptteil plötzlich wie weggeblasene Verwirrung und Demenz des Professors, welche sonst zu zusätzlicher Dramatik aufgrund des besser informierten Lesers hätte führen können; sowie kleine Ungereimtheiten, wie etwa die Leichtigkeit mit der Adrian den Standort des Verbrecherpaares lokalisieren kann, von der bisher immer gesagt wurde, dass selbst hochspezialisierte Fachkräfte des CIA einige Mühe damit hätten, stören das Lesevergnügen dabei meines Erachtens kaum.
Ist man an knallharter Action und Handgemenge interessiert, sollte man eventuell eher nach einem guten Thriller greifen, da einen die teilweise langen Gespräche und Gedankengänge langweilen könnten; aber genau diese jedoch sind es, welche John Katzenbach erneut einen herausragenden Psychothriller schrieben ließen, in welchem er es aufs Neue schafft seine Leser direkt zu ergreifen und hautnah ins Geschehen eintauchen zu lassen ' oftmals vielleicht sogar näher als es diesen lieb gewesen wäre!

Nicht zuletzt aufgrund des besonders dramatischen und bewegenden Endes, welches in beinahe verstörendem Maße zum Nachdenken anregt, als es den Leser mit einem beklemmend fasziniertem Gefühl zurücklässt, gebe ich diesem Roman ganze 5 von 5 Punkten, da er geringere Schwächen in hohem Maße zu kompensieren weiß und unbedingt gelesen werden sollte!

zum Weiterlesen:
http://ablogforintelligentpeople.blogspot.com/2010/12/der-professor-john-katzenbach-rezension.html

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99 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 9 Rezensionen

thriller, science fiction, portal, pforte, zeitreise

Die Pforte

Patrick Lee , Ulrike Thiesmeyer , ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.12.2010
ISBN 9783499254789
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Patrick Lees im Original unter dem Namen „The Breach“ im Jahr 2009 erschienener Thriller beschreibt das „bestbehütetste Geheimnis“ unseres Planeten: In einem Forschungszentrum in der Wüste Wyomings geschieht Mitte der siebziger Jahre das undenkbare als ein Teilchenbeschleuniger bei Erstinbetriebnahme ein Tor zu einer anderen Welt öffnet. Von diesem Portal aus geht eine unglaubliche Macht aus, die mit dem Experiment betrauten Wissenschaftler werden verrückt und beginnen sich selbst umzubringen, während aus dem Portal ständig außerirdische Geräte auftauchen.
Das Gefahrenpotential erkennend wird eine streng geheime internationale Organisation gegründet mit dem Ziel die Welt vor gefährlichen Objekten aus diesem Portal zu schützen und die fremden Technologien zum Nutzen der Menschheit anzuwenden. Die Existenz dieser „Pforte“ muss um allen Preis geheim gehalten werden um Missbrauch zu verhindern.
Der Roman beginnt aus der Perspektive des Protagonisten Travis Chase erzählend, als dieser bei einer Expedition in der eisigen Gebirgslandschaft Alaskas auf ein riesiges Flugzeugwrack stößt. Abgeschlossen von der Zivilisation beginnt dieser dies genauer zu untersuchen und findet sich schon bald in einem Alptraum wieder. Alle Besatzungsmitglieder des unbeschrifteten Flugzeuges wurden nach dem Absturz eliminiert, unter ihnen die First Lady der USA, welche kurz vor ihrem Tod schriftliche Instruktionen hinterlassen hat und Travis mit einer beinahe unlösbaren Aufgabe verseht: Der Rettung der gesamten Erde.
Es beginnt ein apokalyptisches Spiel, in welchem Travis in rasantem Tempo in ein actiongeladenes Inferno hineingezogen wird, geprägt von raffinierten neuen Technologien und Waffen, atemloser Spannung und ständig neuen Wendungen.

Schon nach ein paar Seiten schafft es der Autor den Leser in seinen Bann zu ziehen, indem er es durch ein Gemisch aus actiongeladener Spannung, rätselhaften Andeutungen und einer ausgetüftelten Handlung unmöglich macht das Buch zur Seite zu legen, sondern den Detektivsinn seiner Leser anspricht tiefer in die Materie einzutauchen und selbst das Geheimnis der Pforte zu lüften.
Hierbei wird man durch einen herrlich erfrischenden Schreibstil begleitet, der durch ein Ensemble aus passenden Rückblenden, alternativen Erzählmethoden wie etwa Tagebucheinträgen und einem spannendem Wechsel der Perspektiven aufwartet und keine Langeweile aufkommen lässt.
Die frühere Beschäftigung von Patrick Lee als Drehbuchautor wird dabei besonders ersichtlich und man findet sich Abtauchend in die Handlung eines skurril-einnehmenden Filmes wieder.

Tatsächlich nämlich wird die Handlung immer unglaubwürdiger. Was mit einer interessanten Idee beginnt wuchert immer mehr in eine aberwitzige Verschwörungstheorie die sich unaufhaltsam ausbreitet. Es scheint als habe der Autor selbst Probleme seine übermächtig erschaffenen Objekte aus dem Portal unter Kontrolle zu halten und je weiter er den Leser durch Explosionen, wütende Schießereien und plötzliche Wendungen hetzt, desto unaufhaltsamer werden diese. Die Art und Weise wie der Autor schließlich den Roman abschließt erscheint plump und wenig überzeugend – tatsächlich ist es jedoch die einzige Möglichkeit die von ihm geschaffene Unaufhaltsamkeit halbwegs vernünftig anzuschließen.
Was bei einem Film funktionieren mag, gelingt hier nicht: Zu ausartend und übermächtig war die Phantasie des Autors um das Buch vernünftig zu schließen.

Zurückgelassen wird der Leser somit außer Atem vom rasanten Tempo des Thrillers jedoch mit Fragen und Ungereimtheiten die im Nachhinein klar das Fundament und die Konsistenz der Glaubwürdigkeit des Thrillers, die noch von Lee Child gepriesen wurde, ins Wanken bringen.
Die erzeugten Gegenstände außerirdischer Technologie beispielsweise entbehren aufgrund ihrer Beschaffenheit jedweder Logik, zumal ihr Auftreten allein nicht in Verbindung mit vom Autor postulierten Theorie der Pforte gebracht werden kann.
Das Problem des Zeitreisens, insbesondere des Großvater-Paradoxons versucht der Autor elegant zu umgehen indem er es von einem allwissenden Objekt als gegeben beschreiben lässt, strauchelt allerdings dann selbst daran, da das Eintreffen des von Paige verfassten Briefes einen Widerspruch dazu darstellt. (Sobald sie diesen losgeschickt hätte, wäre die Zukunft derart verändert worden sodass Travis keine Gelegenheit mehr gehabt hätte den Blackbird ebenfalls loszuschicken. Somit bleibt nur noch die Möglichkeit, dass er diesen vor ihr losschickte um sie präventiv aufzuhalten, dies allerdings käme einer paradoxen Endlosschleife gleich, aus der es kein Entrinnen gäbe.)
Obwohl man die Existenz einer solchen Pforte und ihrer Verbindung zu einer anderen Welt noch akzeptieren kann, stößt man bei ihren Auswirkungen auf derarte Ungereimtheiten die er Autor nie zu lösen vermag.

Es bleibt bei einem zugegeben sehr spannenden Film, der bei genauerer Betrachtung allerdings zunehmend aus den Fugen zu geraten scheint. Offensichtlich hat der Autor nach zu großem gestrebt, was ihm allerdings lediglich bedingt gelungen ist.

zum Weiterlesen:
http://ablogforintelligentpeople.blogspot.com/2011/01/die-pforte-patrick-lee.html

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76 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

serienkiller, sean, killer, night creeper, mord

Instinkt

Simon Kernick , Gunter Blank , Marcus Jensen
Flexibler Einband: 445 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.01.2011
ISBN 9783453435445
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Simon Kernicks neuster Thriller „Instinkt“ handelt von Sean Egan, welcher seit 10 Jahren als Undercover Cop arbeitet und versucht den Mörder seines Bruders ausfindig zu machen. Um sich in dessen Gang einzuschleusen und deren Vertrauen zu gewinnen, muss er jedoch einen Serienkiller aus der Londoner Polizeiverwahrung befreien. Dieser, als „Night Creeper“ bekannte Psychopath hat in London fünf Frauen brutal ermordet und verstümmelt.
Die mit der Ermittlung in diesem Fall beauftragte Polizistin Tina Boyd gerät in eine altptraumhafte Odyssee als der „Night Creeper“ es schafft ein wasserdichtes Alibi für einen der Morde zu präsentieren und schließlich tatsächlich verschwindet.
Schon bald taumeln Egan und Boyd durch Schießereien und atemraubende Action von einer Wendung zur nächsten, bis sie schließlich einer großen Verschwörung auf den Grund kommen.

Kernick gelingt es aufs Neue seine Leser bereits schon nach ein paar wenigen Seiten in seinen Bann zu ziehen, indem er immer wieder neue Wendungen, spannende Rätsel und knallharte, actionreiche Gefahren für die Protagonisten aufbringt. Die dazu passenden Perspektivenwechsel und Ausblicke tragen zur Spannung bei und sorgen dafür, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen will.
Die finale Auflösung des Thrillers ist passend und gut gelungen, wenn auch ein wenig vorhersehbar. Das hierbei verwendete retardierende Moment mag in einem Film die gewünschte Wirkung erzielen, in Buchform fiel es allerdings viel zu flach und oberflächlich aus, sodass der Leser von den beinahe dilettantisch wirkenenden Versuchen der Spannungsverzögerung eher genervt wird.
Hierbei ist anzumerken, dass der Autor das Buch durchaus tiefgründiger hätte schreiben können. Nicht nur wirkt die gesamte Story ein wenig flach und aufs „Äußerliche“ beschränkt, sodass beispielsweise kaum Empathie für die Protagonisten erzeugt wird und das Buch keinen besonders bleibenden Eindruck hinterlässt. Vielmehr sogar sind bestimmte Beschreibungen und Darstellungen des Autors einfach inkorrekt, wie etwa seine Ausführung bezüglich Körpersprache und Lügen oder der laienhaften Verwendung von „Karateschlägen“.
Es erscheint der Autor hätte hierbei kaum Recherche betrieben und wollte das Buch auf Kosten der Tiefe und Konsistenz schnell auf den Markt bringen.
Das ist schade, denn tatsächlich hat „Instinkt“ einige hervorragende Ideen und eine spannende Handlung die vom Autor gekonnt geschildert wird. Wer sich an einigen Unstimmigkeiten und fehlender Tiefe nicht stört und nur auf der Suche nach einem leichten, aber dennoch spannenden Unterhaltungsthriller ist, für den ist Kernicks neuer Roman auf jeden Fall sehr empfehlenswert.

zum weiterlesen:
http://ablogforintelligentpeople.blogspot.com/2011/01/instinkt-simon-kernick.html

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