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334 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 139 Rezensionen

sklaverei, flucht, amerika, underground railroad, usa

Underground Railroad

Colson Whitehead , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 21.08.2017
ISBN 9783446256552
Genre: Romane

Rezension:

Immer wieder unvorstellbar und grausam, was sich Menschen gegenseitig antun. Colson Whitehead schreibt schonungslos über Grausamkeiten, die so oder zumindest so ähnlich tatsächlich stattgefunden haben.

Das Leben der Sklaven in Georgia ist unerträglich. Viele träumen von der Flucht, doch nur wenige schaffen es. Cora ist Sklavin, genau wie ihre Mutter und ihre Großmutter. Als sie von der „Underground Railroad“, einem geheimen Fluchtnetzwerk, hört, beschließt sie, ihr Glück zu versuchen. Doch der Weg ist weit und die Strafen für entlaufene Sklaven sind drakonisch.

Meine Meinung:

Die Flucht führt Cora quer durch das Land und so ist es möglich, den unterschiedlichen Umgang mit Sklaverei in verschiedenen Staaten der USA zu thematisieren. Leider wirkt dies ein wenig lehrbuchhaft, als sollte die Ignoranz der Weißen und verschiedene Grausamkeiten exemplarisch dargestellt werden. Obwohl schreckliche Gewalt ausgeübt wird, hat mich die Geschichte kaum berührt. Und obwohl die Handlung an sich spannend ist, blieben mir die Personen, allen voran Cora, fremd. Vielleicht liegt es an der Schreibweise, an der Flut von relativ gesichtslosen Nebencharakteren oder an der mangelnden Darstellung von Coras Emotionen? Ich weiß es nicht.

An sich ist die Idee nicht schlecht und das Thema sehr wichtig. Andere Bücher über die Sklaverei, beispielsweise von Toni Morrison, haben mich jedoch mehr berührt. Trifft wohl einfach nicht meinen Geschmack.

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(60)

112 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

liebe, freundschaft, krankheit, kameradschaft, autowerkstatt

Drei Kameraden

Erich Maria Remarque
Flexibler Einband
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch
ISBN 9783462027297
Genre: Klassiker

Rezension:  
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10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

1. weltkrieg, paris, familie, betrug, verweiflung

Wir sehen uns dort oben

Pierre Lemaitre , Antje Peter , Markus Hoffmann
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.11.2014
ISBN 9783862314119
Genre: Sonstiges

Rezension:

Frankreich ist auf der Seite der Gewinner im ersten Weltkrieg, aber die demobilisierten Soldaten werden zum Problem. Wie soll man mit den vielen seelisch und körperlich Verletzten umgehen? Wie gedenkt man der Toten? Und wie macht man dabei möglichst viel Profit und behält trotzdem eine weiße Weste?
Albert und Édouard wurden durch den Krieg zusammengeschweißt und schlagen sich mehr schlecht als recht durch. Immer wieder durchkreuzen sie mehr oder weniger versehentlich die Machenschaften des skrupellosen Hauptmanns Pradell, der fest entschlossen ist, so viel wie möglich vom Krieg zu profitieren.

Meine Meinung:
Der Roman ist sehr ungewöhnlich insofern, als dass sich mit den hässlichen Seiten des Kriegsgewinns beschäftigt wird. Es gibt ein riesiges Geschäft mit der Erinnerung an die vermeintlichen Helden, während die Kriegsrückkehrer, die in unteren Rängen gekämpft haben, bestenfalls mit Abneigung behandelt werden. Der Humor ist morbide. Gnadenlos wird die Bigotterie der französischen Gesellschaft aufgedeckt.
Es ist schwer, überhaupt sympathische Charaktere zu finden. Jeder und jede ist auf seine/ihre Weise selbstbezogen und mitleidlos. Das machte mir die Lektüre doch etwas schwer. Besonders der überängstliche, weinerliche Albert ging mir ausgiebig auf die Nerven. Es geht eher nicht darum mitzufühlen, sondern einen so ausgiebigen Hass besonders gegen Pradell zu entwickeln, dass man bei der Stange bleibt, um zu erfahren, ob am Ende doch noch eine gerechte Strafe kommt.
Die Handlung braucht eine ganze Weile um in Fahrt zu kommen. Die bissige Gesellschaftssatire beruht vor allem auf einer ausführlichen Beschreibung der Personen und teilweise absurden Wendungen. Aber das Durchkämpfen lohnt sich.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Der Gulag

Anne Applebaum , Frank Wolf
Flexibler Einband: 732 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 12.09.2005
ISBN 9783442153503
Genre: Sachbücher

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(21)

38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

2. weltkrieg, london, graphic novel, nationalsozialismus, liebe

Irmina

Barbara Yelin
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Reprodukt, 08.10.2014
ISBN 9783956400063
Genre: Comics

Rezension:

Irmina macht in London eine Ausbildung als Fremdsprachensekretärin. Als Deutsche hat sie es nicht leicht und wird immer wieder mit der Politik der Nationalsozialisten in Verbindung gebracht, die gerade in Deutschland die Macht übernommen haben. Auf einer Party lernt sie Howard kennen, der aus Barbados kommt und der als Student in Oxford auch eine Außenseiterrolle hat. Doch während die ehrgeizige Irmina sich wütend und lautstark wehrt, zieht Howard es vor, sich still anzupassen. Die beiden kommen sich näher bis Irmina nach Deutschland zurückkehren muss und ein strenges Regime vorfindet, dass ein Vorankommen nur durch Anpassung zu erlauben scheint.

 

Meine Meinung:

Die Zeichungen sind eher grob, von zurückhaltender Farbigkeit, wirken teilweise skizzenhaft und gewinnen dadurch eine eigene Dynamik, die so typisch für Barbara Yelins Arbeiten ist.

Die Handlung zeigt einen Blick auf ein alltägliches Schicksal: eine Frau, die vom Nationalsozialismus nicht überzeugt ist, aber durch ihr Nichtstun das System stützt und vor Entscheidungen, die sie in Konflikte stürzen würden, letztlich immer zurückschreckt.

Irmina will zunächst aufsteigen, dann nur noch überleben. Der Preis dafür ist ihre persönliche Freiheit. Sie verschließt die Augen vor den Geschehnissen um sich herum, um sich selbst weiterzubringen. An sich ist das eine sehr wichtige (auf wahren Fakten beruhend)e Geschichte, aber Irminas Wandel kam mir doch etwas zu unvermittelt nach einem Zeitsprung und wurde zu wenig erklärt. Das konnte ich nicht recht nachvollziehen und nachfühlen.

Ein großer Pluspunkt ist das Nachwort des Historikers Dr. Korb, der Irminas Lebensgeschichte in einen größeren Kontext stellt und auch Anregungen zur weiteren Lektüre gibt.

Auf jeden Fall eine sehr lohnende Geschichte, die der Frage nachgeht wie es möglich ist, dass unvorstellbare Grausamkeiten direkt vor den Augen einer Bevölkerung stattfinden, die sich nicht verantwortlich fühlt. Sie macht verständlich, dass das Streben nach persönlicher Sicherheit und Erfüllung der Plicht, das an sich nicht schlecht ist, doch zu einer Katastrophe führen kann.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

challenge: niveau 2015

Die gute Erde

Pearl S. Buck ,
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.08.2015
ISBN 9783423144377
Genre: Romane

Rezension:


Wang Lung lebt mit seinem Vater in ärmlichen Verhältnissen. Er kauft sich eine ehemalige Sklavin als Frau und arbeitet unermüdlich auf seinem Land, der „guten Erde“. Sein Ziel ist es, so reich zu werden, dass er das Land der ehemaligen Besitzer seiner Frau aufkaufen kann. Doch bis dahin ist es ein weiter und sehr steiniger Weg.


Meine Meinung:
Ich wurde mit den Personen nicht so recht warm. Wang Lung ist kein Held, sondern ein nicht besonders kluger 0815-Typ mit etlichen Fehlern. Das ist ja nicht schlimm, aber es gibt keinerlei psychologische Entwicklung oder emotionales Mitfühlen. Sein Schicksal war mir schlicht und ergreifend ziemlich egal auch wenn die Handlung ganz spannend ist. Besonders hervorstechende Nebenfiguren gibt es auch nicht.
Man kann dem Roman zugute halten, dass das Leben eines chinesischen Bauers ohne den typischen neumodischen Schnickschnack historischer Romane beschrieben wurde. Es gibt keine heißen Sexszenen, keine unglaubwürdig Emanze/streitsüchtige Amazone, keine offene Kritik an den Verhältnissen, keine historischen Großereignisse, die mit Beispielschicksalen gefüllt werden. Leider gibt es auch keinen Humor der einen bei Stange hält.
Eins lernt man aber sehr eindrücklich: eine Frau zu sein, besonders in einer armen Familie, war auch in China ziemlich ätzend. Man rackert sich ab, wird wenn man schön ist, von irgendwelchen Typen vergewaltigt, oder geschlagen wenn man nicht so schön ist. Dann wird man von einem Mann gekauft, verheiratet und darf sich weiter abrackern und ständig Kinder gebären, möglichst Jungen. Ist man dann alt geworden wird man, wenn man gut genug gearbeitet hat um Geld einzubringen, von einer jüngeren Konkubine ersetzt, die man dann auch noch versorgen darf. Das fand ich ziemlich deprimierend dargestellt, ist aber vielleicht auch meine moderne Sichtweise.
Ich wäre wohl nicht so enttäuscht, wenn Pearl S. Buck nicht den Literaturnobelpreis bekommen hätte. Sonst wäre es einfach nur ein historischer Roman mit interessanter Handlung aber schlichter Schreibweise. So fand ich es enttäuschend.

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

krieg, frauen, russland

Der Krieg hat kein weibliches Gesicht

Swetlana Alexijewitsch , Ganna-Maria Braungardt
Flexibler Einband: 359 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 08.08.2015
ISBN 9783518466056
Genre: Sonstiges

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

hongkong, taiwan, schulsress, falun, huaren

Chinakinder

Jörg Endriss , Sonja Maaß
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Conbook Medien, 30.03.2017
ISBN 9783958891371
Genre: Sonstiges

Rezension:


Viele junge ChinesInnen wollen nicht nur nach Wohlstand streben, sondern etwas Sinnvolles tun, Reisen, andere Lebenswege ausprobieren, als die Partei vorgibt. Doch meist geschieht dies im Stillen, denn die Widerstände sind (noch?) sehr groß.
Jörg Endriss und Sonja Maaß haben verschiedene VertreterInnen der jungen Generation in verschiedenen Teilen Chinas interviewt und daraus ein sehr lesenswertes Buch zusammengestellt. Die Interviews sind meistens als Monologe zusammengeschrieben und werden immer von einem erklärenden Einführungstext und Anmerkungen begleitet. 


Meine Meinung:
Ein sehr großer Verdienst des Buches ist der Abbau von Vorurteilen und die Bereitstellung von fundierten Informationen. Auch als jemand, der sich noch nicht ausführlich mit China beschäftigt hat, kann man den Interviews gut folgen. Dafür sorgen die ausführlichen Einführungstexte und ein Glossar. Hier ein großes Lob, denn dieses ist sehr leserfreundlich gestaltet. Die erklärten Wörter sind immer dort, wo sie vorkommen, unterstrichen (und nicht, wie in manchen anderen Werken nur beim ersten Vorkommen). Man kann selbst entscheiden, ob man nachschlägt und kann die Interviews auch in beliebiger Reihenfolge lesen ohne Verständnisschwierigkeiten zu haben. Es wurde sich bemüht, die Besonderheiten der Sprechweise in die Übersetzung zu übernehmen, das Ergebnis ist sehr gut lesbar. Fotos und eine Landkarte ergänzen den Text.
Sicherlich ist die Auswahl der Interviewpartner nicht absolut repräsentativ, aber mir gefällt, dass auf Ausgewogenheit geachtet wurde, um ein breites Bild zu ermöglichen. So kommen beispielsweise neben einem Punk, Bauarbeitern, einem „Hippiemädchen“ und Biobauern auch ein Parteimitglied und eine Tochter aus reichem Hause zu Wort. Dadurch ergeben sich oft auch Widersprüche und unterschiedliche Sichtweisen, was sehr interessant ist. Taiwan und Hongkong werden in Extrakapiteln besprochen. 
Mich hat das Buch immer wieder überrascht und zum Nachdenken gebracht. Ich hatte Spaß beim Lesen und habe trotzdem viel gelernt. Mehr Lob geht kaum. ☺ 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Eine nautische Fabel

Marine Blandin , Ulrich Pröfrock
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 27.05.2014
ISBN 9783551757531
Genre: Comics

Rezension:

Nautiland ist ein ganz normales Schwimmbad, dass leider auf einem Tierfriedhof gebaut wurde. Endloses Badevergnügen im wahrsten Sinne des Wortes. Störend ist nur diese ältere Dame, die ständig Möhren für ihren verstorbenen Hasen in die Schwimmbecken wirft und vielleicht auch die menschenfressenden Pflanzen, die seltsamen Geisterwesen, die die Ertrinkenden sehen und ist das wirklich ein Wal, der ab und an auftaucht? Moment mal…

Meine Meinung:

Die Autorin erklärt so gut wie nichts. Es gibt kaum Text, man muss die Bilder auf sich wirken lassen. Das macht es auch zu so einem Lese- bzw. Betrachtungsvergnügen. Man weiß nie so recht, was einen auf der nächsten Seite erwartet, es wird immer abstruser. Die Zeichnungen sind nicht besonders "schön", entfalten aber ihren ganz eigenen Zauber. Man vergisst ein paar Stunden alles um sich herum und dann ist der kurze Ausflug nach Nautiland auch wieder vorbei. Ich weiß gar nicht, was ich sonst noch sagen soll, lest es einfach selbst. ;)


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120 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 58 Rezensionen

flucht, überleben, kindheit, einsamkeit, fremd

Das Mädchen mit dem Fingerhut

Michael Köhlmeier
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 01.02.2016
ISBN 9783446250550
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Ein Mädchen ist allein, irgendwo in einer westeuropäischen Stadt. Ein "Onkel" hat ihr gesagt, dass sie bei Bogdan Essen bekommen wird und das sie schreien soll, sobald jemand das Wort "Polizei" sagt. Der Plan geht auf, doch dann ist der Onkel verschwunden und das Mädchen muss sich fortan allein durchschlagen. Im Kinderheim lernt es zwei Jungen kennen mit denen es fortan durch die Gegend zieht.

 

Meine Meinung:

Es ist sehr schwer, die Handlung zusammenzufassen. Die kurze Erzählung von weniger als 150 Seiten lebt von der knappen, kindlichen Beschreibung der Geschehnisse. Das ist recht poetisch, aber auch manchmal anstrengend. Vieles bleibt unklar und oft musste ich bei den Dialogen der Kinder mehrmals nachlesen, um herauszufinden, wer jetzt spricht. Mit dem Verlauf der Geschehnisse wird es eher unklarer als dass Dinge geklärt werden. Man weiß weder, wo die Geschichte spielt, noch wie die meisten Personen (wirklich) heißen. Die meisten Personen können auch nicht miteinander sprechen, da sie nicht dieselbe Sprache sprechen (es wird nicht definiert welche). Durch diesen Kunstgriff gewinnt die Geschichte automatisch eine universelle Bedeutung, wäre auf viele verschiedene Länder übertragbar. Allerdings kommen auch wenige Emotionen auf. Alles ist sehr nüchtern beschrieben, die Ereignisse reihen sich einfach so aneinander, egal ob von Stehlen, Überleben in der Kälte oder Mord die Rede ist.

Die Erzählweise ist einfach und "kindlich" und gerade dadurch, dass am Ende viele Fragen offen bleiben, bringt es zum Nachdenken. Insgesamt nicht schlecht, die Geschichte hat mich aber auch nicht tiefer berührt.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

japan, trauer, frauenpower, gewalt, manga

Tokyo Inferno 01

Usamaru Furuya
Flexibler Einband: 488 Seiten
Erschienen bei TOKYOPOP, 15.04.2010
ISBN 9783867199100
Genre: Comics

Rezension:

Inhalt:

Jin ist gerade auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch bei einem TV-Sender in Odaiba. Da er viel zu früh dran ist, schlendert er noch durch die Umgebung. Zufällig trifft er seine alte Schulkameradin Nanako, die inzwischen fanatische Anhängerin einer Gothik-Band ist.

Plötzlich bebt die Erde. Tokio wird von einem starken Erdbeben heimgesucht. Da das Epizentrum direkt unter der Millionenmetropole liegt, sind die Schäden verheerend. Chaos bricht aus. Um ihre Familien zu finden, müssen sich Nanako und Jin wohl oder übel gemeinsam einen Weg durch die Verwüstung bahnen.


Der Manga basiert auf einem Roman namens Kanojo o Mamoru 51 no Hôhô ("51 Wege sie zu retten") von Minoru Watanabe. Anscheinend handelt es sich um einen als Belletristik verpackten Ratgeber für ein Katastrophenszenario. Im Manga sind auch Sachtexte des Buchautors eingeschoben, die Phänomene erläutern und Tipps geben, wie man sich selbst und seine Freundin retten kann.


Meine Meinung:

Insgesamt durchaus eine interessante Idee und flüssig zu lesen.

Ein Minus sind die typischen Mangainhalte. Die weiblichen Hauptcharaktere laufen natürlich alle voll aufgebrezelt und in kurzen Röckchen rum. Und die Personenkonstellation... naja hm. Also ein Mädchen, was früher unter hartem Mobbing litt und deswegen zimperlich bis weinerlich ist, trifft einen alten Schulkameraden, der mutig und aufopferungsvoll ist. Um sich seiner würdig zu erweisen, reißt sie sich zusammen und wird ein besserer Mensch. Da kommt eine aufgebrezelte Frau vorbei und gräbt den Typen an, das Mädchen versinkt in Selbstzweifeln... Ach ja, nebenher geht die Welt unter.

Das ist gelinde gesagt banane. Wenn man das ignoriert, ist der Manga schon interessant zu lesen und enthält sicher einige gute Tipps zur Vermeidung von Massenpanik, erster Hilfe etc. Obwohl die Informationsseiten auch nicht immer wirklich informativ sind. Ob es hilft, im Ernstfall zu wissen wie das Phänomen heißt, das mich gerade umbringt... Naja. Andererseits kann man gegen Naturkatastrophen natürlich wenig tun.

Trotz des ernsten Themas ist der Manga nicht total deprimierend, sondern manchmal sogar etwas kitschig. In den Zeichnungen wird zu arge Gewalt (wie schlimme Wunden) nicht detailliert gezeigt, sondern eher ausgeblendet. Im ersten Band dominiert noch (?) die Hoffnung, dass alles wieder ins Lot kommt. Interessant ist auch eine Auflistung einiger Charaktere am Anfang mit ihren jeweils größten Wünschen für die Zukunft. Die Geschichte macht nachdenklich, ohne Panik zu schüren.

Als Idee, um die Leser dazu zu bringen Anweisungen für den Notfall tatsächlich zu lesen und zu verinnerlichen sicherlich nicht schlecht. Die unnötige Selbstfindung durch Liebe/Bewunderung (Frau) bzw. Selbstfindung durch Erfüllung der Aufgabe als Retter (Mann) - Geschichte stört mich natürlich trotzdem. Deswegen auch nur 3 Punkte.

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87 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

diogenes verlag, olga, arktis, deutschland, liebe

Olga

Bernhard Schlink
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070156
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:
Olga und Herbert sind sehr unterschiedlich. Sie lebt in ärmlichen Verhältnissen bei der Großmutter, er ist der Erbe einer wohlhabenden Familie. Er träumt von großen Taten, sie versucht die Welt im Kleinen zu verbessern. Trotzdem verbindet die beiden eine tiefe Liebe gegen alle gesellschaftlichen Schranken und die Intrigen von Herberts Familie. Doch Herberts Unruhe trennen die beiden. Er sehnt sich nach Weltruhm für das Deutsche Reich mit der Kolonialisierung Afrikas und Expeditionen in der Arktis. Und eines Tages kehrt er von seinen Reisen nicht mehr zurück.

Meine Meinung:
Bernhard Schlink beschreibt diese Liebes- und Lebensgeschichte sehr pragmatisch ohne Kitsch und Pathos. Olgas Leben umfasst beinahe ein Jahrzehnt und an ihm wird ein großes Stück deutscher Geschichte abgehandelt. Darunter leidet etwas die Emotionalität. Die historischen Ereignisse fand ich gut eingebettet, aber die Figuren blieben mir fern. Die Handlung ist gut aufgebaut und durchdacht und erst ganz am Ende bekommt Olga eine Stimme und klärt einige Rätsel auf. Das tröstet über den schwachen Mittelteil hinweg, in dem der Erzähler von seinen (für den Leser nicht sonderlich spannenden) Nachforschungen über Olgas Leben erzählt.

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143 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

pinguin, humor, känguru, hörbuch, marc-uwe kling

Die Känguru-Offenbarung

Marc-Uwe Kling ,
Audio CD: 4 Seiten
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 10.03.2014
ISBN 9783869091358
Genre: Humor

Rezension:

Inhalt:
Das Känguru ist zurück! Aus dem Untergrund verfolgt es die Aktivitäten seines Antagonisten des Pinguins und macht sich daran, dessen Weltverschlechterungsplan zu vereiteln.


Meine Meinung:
Der Anfang hat mich mal wieder sehr begeistert. Leider sind die anschließenden Reisen nicht halb so lustig wie das Leben von Marc-Uwe und dem vorlauten Beuteltier in Berlin. Langsam hat sich die Idee etwas abgenutzt und vieles wirkt bemüht. Alles in allem ein etwas schwächerer Abschluss einer großartigen Kultreihe.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

zamonien, walter moers, märchen, hörbuch, fantasie

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Walter Moers , Lydia Rode , Andreas Fröhlich
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 28.08.2017
ISBN 9783844528091
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt:


Prinzessin Dylia hat eine seltene, unheilbare Krankheit, die ihr den Schlaf raubt. Nacht für Nacht wandert sie durch das elterliche Schloss und lenkt sich mit Wortspielen ab. Eines Nachts trifft sie den Nachtmahr Havarius Opal, der sie zu einer abenteuerlichen Reise mitnimmt. 


Meine Meinung:


Ich bin kein eingefleischter Moersfan und insofern nicht so zu Tode enttäuscht, wie einige andere RenzensentInnen. Trotzdem konnte mich die Geschichte nicht recht mitreißen. Es passiert sehr wenig, es wird sehr viel geredet, erklärt, erfundene Wörter aufgezählt etc. Das Hörbuch hat leider den Nachteil, dass man langweilige Abschweifungen nicht überblättern kann, das macht es nochmal anstrengender. Im Vergleich zu "Rumo" oder der "Stadt der träumenden Bücher" ist dieses Werk wirklich etwas schwach. Gerade die vielen liebenswerten Personen und die abstrusen Abenteuerreisen haben mich dort begeistert. Hier ist vieles etwas "verkopft".


Die Idee auf eine real existierende Krankheit aufmerksam zu machen ist löblich und auch, einer Betroffenen eine Stimme zu geben. Allerdings hätte eine Kurzgeschichte gereicht. Das Auswalzen der kaum vorhandenen Handlung strapaziert die Geduld. 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

geisel, graphic novel, gefangenschaft, entführung, russland

Geisel

Guy Delisle , Heike Drescher
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Reprodukt, 01.03.2017
ISBN 9783956401176
Genre: Comics

Rezension:


Inhalt:
Christophe André arbeitet 1997 bei Ärzte ohne Grenzen in Inguschetien. Gleich an seinem dritten Tag wird er nachts überfallen und nach Tschetschenien entführt. Ohne die geringste Ahnung wer seine Entführer sind und was sie wollen, muss Christophe an eine Heizung gekettet ausharren. Er hofft auf eine schnelle Befreiung, doch aus Tagen werden Wochen und Monate. Nur in seinen Gedanken kann er der Situation entkommen.


Meine Meinung:
Bisher schrieb und zeichnete Delisle hauptsächlich seine eigenen Erfahrungen auf, jetzt wagt er sich an die Geschichte eines andren, die jedoch auch auf den Erzählungen des realen Christophe beruhen. Und dies gelingt ihm hervorragend. Zunächst war ich skeptisch, ob eine Geschichte über einen Mann, der Monate in Gefangenschaft verbringt, spannend und unterhaltsam sein kann und ob man eine solche Thematik überhaupt in Comicform umsetzen kann.  Delisle kann es! Naturgemäß sind die Zeichnungen sehr gleichförmig und blau-grau-schwarz gehalten. Man muss sich durch über 400 Seiten blättern, jeder einzelne Tag wird zeichnerisch festgehalten, so wird das Verrinnen der Zeit tatsächlich gut erfahrbar. Obwohl so gut wie nicht passiert und die Tageshöhepunkte daraus bestehen einen Fleck auf dem Boden zu finden, unverhofft ein Omlett zu bekommen oder in Gedanken große Schlachten der Weltgeschichte durchzugehen, war ich absolut gefesselt. Delisle macht die quälende Gefangenschaft mit ihrer Unsicherheit und Ausweglosigkeit erfahrbar. Die Hauptperson ist sehr rational und nicht wehleidig, auch ein wenig Humor blitzt ab und an auf. 
Auch das Ende fand ich sehr schön. Trotz der eigentlich sehr ernsten Thematik beendet man die Lektüre optimistisch gestimmt. Und auf jeden Fall habe ich riesigen Respekt vor Christophe, der eine so schlimme Situation überstanden hat ohne dabei zu verbittern. 

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

hörbuch, bienen, roman, imkerei

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein , Bibiana Beglau , Markus Fennert
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 20.03.2017
ISBN 9783844524963
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

1852 findet der englische Samenhändler William aus seiner Depression, als er beginnt, Bienen zu erforschen.

2007 verzweifelt der amerikanische Imker George daran, dass sein Sohn sich lieber mit Literatur beschäftigt, als den Imkerbetrieb zu übernehmen.

2098 arbeitet Tao in China als Bestäuberin. Die Bienen sind ausgestorben und Menschen müssen mühsam von Hand ihre Arbeit übernehmen.

Am Ende verbinden sich die Handlungsstränge.


Meine Meinung:

Auf dieses Hörbuch war ich sehr gespannt. Das Thema klingt interessant und die Kritiken ziemlich gut. Mit der Zeit habe ich mir jedoch schwer damit getan, an der Geschichte dranzubleiben. Durch das ständige Wechseln der Perspektive nehmen die einzelnen Geschichten nur sehr langsam Fahrt auf und werden immer wieder ausgebremst. Zudem waren mir die Hauptpersonen durchweg nicht sehr sympathisch. George streitet endlos mit seinem Sohn und hat absolut kein Einfühlungsvermögen. William benimmt sich wie ein Kleinkind und ist verrückt nach seinem Sohn und seinem Mentor, während er seine Töchter/Frau ignoriert und die Familie in den Ruin treibt. Einzig bei Tao kann man es ein wenig nachvollziehen, dass sie derart auf ihren Sohn fixiert ist. Leider nehmen die Generationenkonflikte sehr viel Zeit ein. Gerne hätte ich noch mehr über die Bienen erfahren. Im Grunde genommen müsste das Buch „Die Geschichte der streitenden Menschen“ statt „Die Geschichte der Bienen“ heißen.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

geschichte, graphic novel, bremen, giftmord, kriminalgeschichte

Gift

Peer Meter , Barbara Yelin
Buch: 200 Seiten
Erschienen bei Süddeutsche Zeitung, 12.03.2011
ISBN 9783866158702
Genre: Comics

Rezension:

„Von Anfang an war es nicht mein Wille, dass er sterben sollte, drum gab ich ihm zum Sterben nicht genug. Ich wusste aber wohl, dass er sterben müsste, wenn er zu viel von dem Gift bekommt. Gewöhnlich gab ich eine Messerspitze. Aber an mehr als einer Messerspitze stirbt man. Mir war gar nicht schlimm dabei zumute. Ich konnte die Mäusebutter ohne die mindesten Gewissensbisse und mit völliger Seelenruhe geben. Es war mir als wenn eine innere Stimme mir sagt, ich müsse es tun.“


Inhalt:

Im Jahre 1831 wird in Bremen unter großem internationalem Aufsehen die letzte Frau hingerichtet. Gesche Gottfried hat gestanden 15 Menschen, darunter ihre Ehemänner, Kinder und Freundinnen, vergiftet zu haben. Die Stadt ist erschüttert, niemand kann sich die Beweggründe der Mörderin erklären, die ihre Opfer jahrelang selbstlos gepflegt hat. Auch eine junge Schriftstellerin, die eigentlich eine Reisebeschreibung über Bremen schreiben sollte, kann sich der Mischung aus Schrecken und Sensationslust nicht entziehen und findet sich in einer zutiefst beengten Gesellschaft wieder.


Meine Meinung:

Der Autor Peer Meter hat auch Sachbücher über den wahren Fall Gesche Gottfrieds verfasst, was man dem Text anmerkt. Die Zitate der Angeklagten sind aus den echten Prozessakten übernommen und es gibt auch am Ende eine weiterführende Erklärung des Falles, der bis heute Rätsel aufgibt. Barbara Yelin illustriert die Geschichte mit düsteren, skizzenhaft wirkenden Bildern.

Es wird nicht versucht, den Fall aufzuklären. Gesche Gottfried bleibt ein Rätsel. Was die Autoren allerdings eindrücklich zeigen, ist die beengte patriarchalische Gesellschaft mit ihren vielfältigen Zwängen. An der Frage, ob Gesche Gottfried eine geldgierige, kaltblütige Mörderin oder eine psychisch Kranke ist, erhitzen sich die oftmals bigotten moralischen Gemüter. Geheime Prozessakten werden gewinnbringend verkauft, Gottfrieds Anwalt handelt zutiefst widersprüchlich, Ärzte gaben falsche Todesursachen an und es wird immer klarer, dass die Behörden bei der Aufklärung der Morde komplett versagt haben.

Es geht nicht wie in vielen Kriminalgeschichten darum, den Täter oder die Täterin zu finden, sondern um die Hilflosigkeit im Umgang mit einer Verbrecherin, die scheinbar ohne erkennbares Motiv handelt. Und gerade das macht die Besonderheit des Werkes aus.

Eine sehr lesenswerte Graphik Novel, die ein eindrückliches Bild der gesellschaftlichen Situation der Zeit zeichnet.

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

weihnachten, dichtern, hörspiel, weihnacht, karten

Meine Zauberweihnacht

Joseph Eichendorff , Joachim Ringelnatz , Wilhelm Busch , Herman Bang
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 09.10.2017
ISBN 9783844527209
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

"Meine Zauberweihnacht" enthält viele verschiedene Kurzgeschichten und Gedichte zum Thema Weihnachtszeit von verschiedenen AutorInnen und zehn Ausmalvorlagen.


Meine Meinung:
Etwas überrascht war ich vom Format, ich hatte eine Art kleines Malbuch erwartet. Die Idee, Postkarten zu machen fand ich ganz gut, allerdings weiß ich nicht, wie praktisch sich das Verschicken gestalten würde. Das Papier kommt mir ein wenig dünn vor... Vielleicht ist das aber kleinlich.
Die Idee ist auf jeden Fall schön und auch die Geschichten sind passend gewählt; alle eher altmodisch und schön verstaubt romantisch. Obwohl die AutorInnen teilweise sehr berühmt sind, sind die Geschichten doch nicht so bekannt (mir zumindest nicht). Es hat mir gefallen noch Neues zu entdecken. Wie immer bei solchen Sachen ist die Auswahl Geschmacksache. Sowohl von den Geschichten als auch den Malvorlagen gefallen einem manche gut und andere nicht so. Auf jeden Fall ist das Malen und Hören eine gute Beschäftigung für einen ruhigen besinnlichen Adventsnachmittag.

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(13)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

pfau, chefin, kommunikation, teambuilding, highlands

Der Pfau

Isabel Bogdan , Christoph Maria Herbst
Audio CD
Erschienen bei Argon, 24.05.2017
ISBN 9783839893319
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:
Lord und Lady McIntosh besitzen einen abgelegenen Landsitz in den schottischen Highlands. Eines Tages kommt eine Gruppe Investmentbanker, ihre Chefin, eine Köchin und eine Psychologin zu Besuch, um ein Teambuildingseminar abzuhalten. Ein Schneesturm und die altmodische Unterbringung bringen die Stadtmenschen an den Rand ihrer Geduld.
Und dann spielt auch noch ein Pfau verrückt.

Meine Meinung:

Der Klappentext klang wirklich gut, aber leider ist die Umsetzung etwas brav. Da wäre viel Potential für bitterbösen Humor gewesen, aber vieles wird entweder so lange erklärt, dass man sich als Leser nicht ernstgenommen fühlt oder löst sich schnell in Wohlgefallen auf. Selbst die heillosesten Verstrickungen sorgen nicht für Spannung in der gemächlich dahinplätschernden Handlung.

Das Buch hätte ich wahrscheinlich abgebrochen, aber dem Hörbuchsprecher Christoph-Maria Herbst höre ich einfach gerne zu. Nicht schlecht, aber meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt.

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thriller, stephenie meyer, unauffälligkeit, hörbuch, sicherheit

The Chemist – Die Spezialistin

Stephenie Meyer , Andrea Fischer , Marieke Heimburger , Luise Helm
Audio CD
Erschienen bei Argon, 08.11.2016
ISBN 9783839815410
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:



Inhalt:



Dr. Julianna Fortis ist ständig auf der Flucht und ändert
immer wieder Namen und Aussehen. Aus guten Grund, denn als meisterhafte
Verhörspezialistin weiß sie viel zu viel über die Operationen einer geheimen
Spezialeinheit der USA und hat bereits zahlreiche Mordanschläge überlebt. Eines
Tages erhält sie das Angebot zu einem Auftrag, der ihr wieder ein normales Leben
ermöglichen könnte. Damit steckt sie in der Zwickmühle. Wagt sie sich nicht aus
ihrem Versteck, werden ihr langsam aber sicher die Ressourcen ausgehen,
nimmt sie aber den Auftrag an, riskiert sie, in eine Falle gelockt zu werden.
Juliana lässt es auf einen Versuch ankommen und sieht sich mit ungeahnten
Komplikationen konfrontiert.



 



Meine Meinung:



Löblich, dass Stephenie Meyer sich an neuen Genres außerhalb
des Romatisch-Fantastischen versucht und auch an der Aufgabe, eine starke
weibliche Heldin in einem an Frauen armen Genre zu schaffen. Leider nimmt sie
dieselben Klischees, die es üblicherweise so gibt und dreht nur manchmal die
Geschlechterrollen um. Also statt naiv-doofer aber irgendwie total
liebenswerten, gutherzigen Frau und unkaputtbarem Actionheld mit weichem Kern,
dasselbe mit unfassbar naiven, absurd gutem Mann und harter aber im Herzen
weicher Actionheldin. Dazu noch ein paar unglaubwürdige Wendungen, die
teilweise schon so durchgenudelt sind, dass man es schon einige Zeit vor den
Protagonisten errät. Die Liebesgeschichte und endlose Beschreibungen bremsen
die Geschichte etwas aus. Die Küchenpsychologie ist teilweise haarstäubend.
Aber ist halt ein Thriller, was will man erwarten? Insgesamt solide
Unterhaltung, manchmal zäh, aber größtenteils kurzweilig.



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australien, südafrika, diät, autobiographisch

Heißhunger (DAISY Edition)

Joanne Fedler , Katharina Volk , Vera Teltz , Vera Teltz
Audio CD
Erschienen bei Argon, 12.04.2011
ISBN 9783839850817
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Joanne Fedler sitzt bei einer Ernährungsberaterin. Sie ist entschlossen, endlich abzunehmen. Während ihrer Diät wird ihr klar, dass die Gründe für ihr Übergewicht tief liegen, nämlich in der Vergangenheit ihrer durch Flucht und Angst geprägten Familiengeschichte.

 

Inhalt:

Das Cover ist sehr irreführend. Wer einen Diätratgeber erwartet, wird enttäuscht sein. Stattdessen erzählt Joanne Fedler eine sehr persönliche Geschichte von Entwurzlung und wie sie verlernte achtsam zu sein und auf ihren Körper zu hören. Sehr interessant fand ich die Beschreibung der körperlichen Auswirkungen des enormen Drucks eines Lebens in einem von Gewalt geprägten Umfeld. Ihre Beschreibungen des gerade gegenüber Frauen sehr gewalttätigen Lebens in Südafrika sind definitiv harter Tobak. Die unvermittelten Zeitsprünge zwischen jetzt, naher Vergangenheit, ferner Vergangenheit und dem, was dazwischen passiert, sind (zumindest im Hörbuch) oft irritierend. Manchmal fällt es schwer, die Ereignisse chronologisch zu ordnen. Erkenntnisse über Religion, Achtsamkeit, Selbstliebe etc. sind eingebettet in die Geschichte, was ich persönlich sehr gelungen fand. Sicherlich nicht jedermanns Sache, aber ich war positiv überrascht.

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känguru, pinguin, berlin, humor, kleinkünstler

Das Känguru-Manifest

Marc-Uwe Kling , Marc-Uwe Kling
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 12.08.2011
ISBN 9783869090757
Genre: Humor

Rezension:

Inhalt:

Das Känguru und Marc-Uwe erleben weitere Abenteuer. Besonders der Einzug seines Antagonisten, eines arbeitsamen Vertreters für Tiefkühlkost erbost das Känguru. Dabei hat es doch schon genug zu tun: der Boxclub, das unveröffentlichte Hauptwerk und ein asoziales Netzwerk... Das Leben als Sozialrevolutionär ist prall gefüllt!

 

Meine Meinung:

Wiedermal zündet Marc-Uwe Kling ein Feuerwerk des intelligenten Humors. Die unzusammenhängenden, eher experimentellen Geschichten des ersten Teils sind zu einer fortfolgenden Geschichte geworden. Es tauchen jede Menge schräge Charaktere auf und der Fokus geht von philosophischen zu gesellschaftlichen Fragen. Geschenkt, dass sich Kling gerne an Texten bedient, die er schon vorher veröffentlicht hatte. Wie der erste Teil unbedingt als vom Autor gelesenes Hörbuch zu empfehlen!

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känguru, humor, hörbuch, marc-uwe kling, berlin

Die Känguru-Chroniken

Marc-Uwe Kling , Marc-Uwe Kling
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 13.07.2012
ISBN 9783869091082
Genre: Humor

Rezension:

Inhalt:

Eines Tages klopft es an Marc-Uwes Tür; davor steht ein Känguru. Es ist Kommunist, Nirvanafan, liebt Schnapspralinen und zieht kurzerhand ein. Gemeinsam erleben der Kleinkünstler mit Migränehintergrund und das vorlaute Beuteltier zahlreiche Abenteuer.


Meine Meinung:

In Studentenkreisen ist das (Hör-)Buch längst Kult. Man kommt kaum ohne Känguruzitate durch eine WG-Party. Marc-Uwe Kling spielt gekonnt mit Textsorten und mischt philosophische Diskurse mit popkulturellen Zitaten. So gelingt es ihm, auf intelligente Art und Weise lustig zu sein. Die absurden Geschichten hängen nur lose zusammen und sind von wechselnder Qualität, aber so sympathisch, dass ich dafür keinen Punkt abziehe. Als Buchform ist es schwer erträglich, wie ich beim Reinlesen festgestellt habe, aber die vom Autor vorgetragene Livelesung, die auf meiner CD ist, bietet schon durch die Vortragsart sehr viele Lacher.

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konrad adenauer, hörbuch, wiedergutmachung, nachkriegszeit, holocaust

Bühlerhöhe

Brigitte Glaser , Anne Moll
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 12.08.2016
ISBN 9783957130471
Genre: Romane

Rezension:

1952. Die Diskussion über das Wiedergutmachungsgesetz ist in vollem Gange. Sowohl von deutscher als auch von israelischer/jüdischer Seite wird Adenauer kritisiert. Rosa und Ari sollen im Auftrag des israelischen Geheimdienstes nach Deutschland reisen, um den deutschen Kanzler bei seinem Aufenthalt in einem Nobelhotel auf der Bühlerhöhe vor einem Attentat zu schützen. Doch als Rosa ankommt, fehlt von Ari jede Spur. So sieht sich Rosa, die eigentlich nur als Helferin des Profis Ari auftreten sollte, allein ihren Erinnerungen und vor allem dem Misstrauen der Hausdame Sophie Reisacher ausgesetzt.


Meine Meinung:

Mir hat der geschichtliche Rahmen gut gefallen. Es geht um ein Kapitel der deutschen und israelischen Geschichte, das mir persönlich nicht gut bekannt war. Neben vielen Geschichten über den Holocaust, den kalten Krieg und die deutsche Teilung ist die Nachkriegsgeschichte vor allem in der Schulzeit für mich immer ein recht weißer Fleck gewesen. Wenn man nach dem Booklet urteilt hat die Autorin auch sehr gründlich recherchiert. Dieser Pluspunkt stört aber leider eine spannende Handlungsentwicklung.

Die Geschichte gerät durch eine große Anzahl von Rückblenden und erklärenden Abschnitten gerade am Anfang etwas gemächlich. Es wird ständig zwischen verschiedenen Personen, die alle ihr Päckchen zu tragen haben, hin- und hergewechselt. Manchmal scheint es, als hätte die Autorin etwas zu sehr auf Diversität geachtet und dabei alle unterbringen müssen, ob Kollaborateur, Zionist, Altnazi, Kriegsvergewaltigungsopfer, guter Bürger, Elsässer, Jude mit Gewissensbissen oder Mossad-Agent.

In Schwung kommt die Handlung dann erst im letzten Drittel. Rachel und auch Agnes haben mich mit der Zeit mit ihrer Unsicherheit etwas genervt. Die Autorin lässt sich viel Zeit ein kompliziertes Netz aus Verstrickungen und Intrigen zu spinnen. Es wird sehr logisch und mit vielen falschen Fährten gearbeitet, sodass man auch Freude am Mitraten hat.

Insgesamt ist es aber eher eine geschichtliche Aufarbeitung als Intrigenspiel oder Agententhriller. Mit diesem Vorwissen unterhält die Geschichte sehr gut.

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sterbehilfe, progressive supranukleäre blickparese, freundschaft, kurt vonnegut, psp

Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat

Gavin Extence , Alexandra Ernst , Florian Lukas
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 03.03.2014
ISBN 9783837125092
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Alex Leben ist ungewöhnlich. Seine Mutter ist Hellseherin, die Katze das einzige Familienmitglied mit einem erfüllten Sexualleben und seit Alex im Alter von 10 Jahren ein Meteorit auf den Kopf fiel, leidet er unter Epilepsie. Und da in der Schule Menschenrechte zwar nicht gelten, aber das schlimmste Verbrechen ist, irgendwie „anders“ zu sein, hat Alex keinen leichten Stand. Doch dann lernt er Mr. Petersen kennen und die Dinge ändern sich.

 

Meine Meinung:

Ich mochte das Hörbuch sehr. Besonders den Witz bei der Beschreibung von Alex Lebensumständen am Anfang. Als etwas verschrobener Außenseiter beschreibt Alex seine Umgebung herrlich lakonisch. Florian Lukas liest gut vor und sorgt dafür, dass man sich schnell in die Hauptperson hereinversetzen kann. Am Anfang hatte ich eine Art Road-Movie erwartet, dann geht es aber doch um Alex Erfahrungen als Außenseiter und am Ende geht es plötzlich viel um moralische Fragen, Tod und Sterbehilfe. Das hat mich auch als Einziges gestört, der fehlende Zusammenhang zwischen den Themen. Es gibt keinen roten Faden. Es wirkt ein bisschen, als hätte der Autor die Geschichte erst beim Schreiben entwickelt und den Prolog als verbindendes Element hingeschrieben.

Auch werden viele Themen unnötig langwierig diskutiert, während man als Leser eigentlich schon recht genau weiß, worauf es hinausläuft. Ich will es mal darauf schieben, dass es sich zumindest meinem Eindruck nach eher um ein Buch für Jugendliche zu handeln scheint.

Insgesamt ein gut umgesetzes Hörbuch mit einer sympathisch-verschrobenen Hauptfigur und zum Ende hin überraschend ernster Todesthematik.

 

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