Leserpreis 2018

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93 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

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Der Apfelbaum

Christian Berkel
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 12.10.2018
ISBN 9783550081965
Genre: Romane

Rezension:

Christian Berkel, den ich bislang nur als Schauspieler kannte, hat in diesem Buch seine durchaus verzwickte Familiengeschichte beschrieben. Seine Eltern stammen aus ganz unterschiedlichen Milieus, sein Vater aus einer sehr armen Berliner Prekariats-Familie, in der Hunger, Gewalt und Misshandlungen selbstverständlich waren. Otto muss schon sehr früh lernen, dass er nur mit ebensolcher rohen Gewalt und darüber hinaus auch mit einer guten Portion Schläue überleben kann.

Berkels Mutter Sala hingegen kommt aus einer eher gutgestellten Intellektuellen-Schicht mit einem Hang zum Exzentrischen. Die Mutter, eine Jüdin, hat die kleine Familie und das Land für einen sehr viel jüngeren Mann verlassen, der Vater ist bisexuell und lebt dies auch offen vor seiner Tochter aus. Und dann treffen diese beiden so unterschiedlich sozialisierten jungen Menschen aufeinander und erleben zusammen die erste große Liebe. Und so könnte alles sehr schön sein, wenn das alles sich nicht gerade in der Nazizeit abspielen würde. Sala muss Deutschland und Otto verlassen, der 2. Weltkrieg beginnt und so treffen sich die beiden nur alle jahrelang einmal, verlieben sich in andere Menschen und trennen sich von diesen, finden, verlieren, verletzen und enttäuschen sich immer wieder.

Dazwischen springt der Autor zwischen den Zeiten, schreibt über seine eigene Kindheit, sein Verhältnis zur Mutter in der Kindheit und in der Gegenwart, spürt auch seinen polnisch-jüdischen Urgroßeltern nach und spannt einen ganz großen Bogen.

Trotzdem ich historische Familienromane liebe, hat mich dieses Buch nicht so richtig gepackt, ganz untypisch hatte ich nicht den richtigen Drang, immer weiter und weiter lesen zu wollen. Ich empfand seine Mutter Sala als sehr selbstmitleidig und ständig unzufrieden, sicherlich auch aus ihrer Lebensgeschichte heraus bedingt, aber mir nicht unbedingt sympathisch. Auch der Vater Otto bleibt mir relativ blass, und trotz der ganzen widrigen Umstände und der schwierigen Zeiten, in der die Personen lebten und überlebten, kann ich nicht so richtig Gefühl für diese Geschichte entwickeln, so dass ich bei diesem Buch nur auf 3 Sterne komme.

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Alchimie einer Mordnacht

Benjamin Black , Elke Link
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 04.10.2018
ISBN 9783462049190
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich kenne Prag schon sehr lange und finde die Stadt sehr schön, dazu liebe ich noch historische Romane, so dass dieses Buch perfekt zu meinen Leseinteressen passen sollte. Und in weiten Teilen ist dem auch so. Die Schilderungen der Zustände am Hof des habsburgischen Kaisers Rudolf um 1600 sind sehr farbig und spannend beschrieben, die diversen Ränke und Intrigen, Machtspiele, Lügen und Verwicklungen, denen sich offenbar kein Mensch am Hof entziehen konnte.


Und in diese Welt kommt der junge Christian Stern, gerade ausstudiert in Regensburg, mit vielen ehrgeizigen Ideen und Illusionen, die ihm recht schnell vergehen. Schon am Abend seines Ankunftstages stolpert er über eine Leiche und genauso zufällig wird er in die Welt am Herrscherhof gerissen. Ich habe das Gefühl, das er eigentlich kaum versteht, um was es hier geht, wer mit wem zusammen- und gegeneinander arbeitet und in dieser ganzen verworrenen Welt soll er auf Geheiß des Kaisers den Mörder der toten Frau finden, die nicht ganz überraschend dem Kaiser recht nahe stand.


Und das ist nahezu unmöglich: er kennt weder das Umfeld der Frau, ist fremd in der Stadt und am Hof, hat auch keine Erfahrungen mit Ermittlungen, daher lässt er sich aus meiner Sicht eher passiv treiben, unter anderem auch von einer Frau zu nächsten. Und auch das ist alles andere als ungefährlich für ihn.


Der Krimiteil ist daher für mich eher der schwächste Part des Buches, allerdings liegt für mich darin auch nicht unbedingt das Hauptaugenmerk, der ist eindeutig doch auf die sehr gelungene Beschreibung der Sitten und Zustände des Prager Mittelalters gerichtet und dafür vergebe ich sehr gern 4 Sterne.

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

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Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste

Philipp Schwenke
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.09.2018
ISBN 9783462051070
Genre: Romane

Rezension:

Natürlich sind mir die May’schen Figuren Old Shatterhand, Winnetou und Kara ben Nemsi geläufig und natürlich habe ich die Winnetou-Filme gesehen und dabei auch herzlich geheult.
Über den Autor wusste ich bislang nicht viel mehr, als dass er in Sachsen gelebt und in Radebeul in einer schönen exotisch hergerichteten Villa gewohnt hatte. Und dass er wohl auch ein durchaus begabter Aufschneider war, der seinen Mitmenschen das Blaue vom Himmel sehr überzeugend vorlügen konnte und sich damit nicht unerheblichen Ärger eingehandelt hatte. Aber was das für ein Mensch ist, der so viel Phantasie und Einfallsreichtum für unzählige Romane und ganz unterschiedliche Buch-Gestalten entwickeln konnte, dafür habe ich mich nicht wirklich interessiert.


Der Autor Phillip Schwenke bringt mir nun die Person Karl May sehr nahe, er beginnt mit der absolut ärmlichen Kindheit, der Karl durch ein Lehrerstudium entkommen kann, allerdings schafft Karl es immer wieder, sich durch kurzsichtige Aktionen richtig in tiefste Scheiße zu reiten und alles mühsam Erreichte zunichte zu machen.

Und das zieht sich nun wirklich durch sein gesamtes Leben.
Schwenke springt dabei immer zwischen unterschiedlichen Zeiten, einmal begleitet er Karl auf seiner ersten Reise in den Orient, als dieser auf der Suche nach den Orten, Menschen und der Atmosphäre seiner Romane ist und feststellen muss, dass in Wirklichkeit weder der Orient noch er selbst den Schilderungen seiner Bücher entspricht und zum anderen begleitet er Karls Leben nach seiner Rückkehr nach Deutschland, als sich doch langsam die Erkenntnis verbreitet, dass Karl May weder 800 Sprachen spricht noch 15.000 Apachen befehligt und somit ein großer „Shitstorm“ beginnt.


Was für Karl May nun selbst Wahrheit, Fiktion oder vielleicht doch eine sehr schöpferische Schizophrenie ist, bleibt dabei offen und auch der Meinung des Lesers dabei selbst überlassen.
Auf jeden Fall ein sehr unterhaltsames Buch, das mir neben der Geschichte des Autors Karl May nebenbei auch Einblicke in die Beginne des Orient-Tourismus und die Lebenswelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts gibt, dafür von mir 4 Sterne.

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121 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 80 Rezensionen

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Vier Tage in Kabul

Anna Tell , Ulla Ackermann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.08.2018
ISBN 9783499273841
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die schwedische Ermittlerin Amanda Lund bekommt den Auftrag, nach 2 verschwundenen Angehörigen der schwedischen Botschaft in Kabul zu suchen. Obwohl deren Leben auf dem Spiel steht, hat sie den Eindruck, dass der Botschafter ihr nicht wirklich Unterstützung bei den Ermittlungen gibt und Informationen verschweigt.
Gleichzeitig wird in Stockholm ein toter Mann gefunden, auch er ein ehemaliger Mitarbeiter der schwedischen Botschaft in Kabul. Sollten diese beiden Fälle zusammenhängen?

Der Leser verfolgt die beiden Ermittlungen über 4 Tage hin und sieht, wie sich immer mehr Verknüpfungen in den beiden Fällen aufzeigen. Die Spannung steigt immer weiter, ob es Amanda gelingt, die beiden Schweden noch lebendig oder überhaupt zu finden. Dazu kommen die üblichen Missstände:
Ein schwedischer Polizist, der die einfachsten Regeln der Ermittlungsarbeit vernachlässigt, weil er keinen Bock auf seine Arbeit hat, Diplomaten, die sich den elementarsten Sicherheitsregeln in schwerkriminellen orientalischen Ländern verweigern (und dafür die Quittung bekommen), aber auch Ermittler, die sich gegen alle Widerstände durchbeißen und darüber ihre privaten Belange vernachlässigen.

Die Beschreibung der Verhältnisse in Kabul und drum herum ist nicht überraschend und bestätigt leider nur meinen Blick auf diese Region: Korruption, Kriminalität, Gewalt und Machtmissbrauch.

Viel widerlicher fand ich allerdings das Handeln der schwedischen Politiker, die gegen alle gesicherten Erkenntnisse und besseres Wissen die Beziehungen zu den kriminellen afghanischen Politikern hochleben lassen, aus Angst, dass der Öffentlichkeit und damit dem Steuerzahler klar wird, dass die vielen Millionen Kronen für die sogenannte „Entwicklungsarbeit“ in Afghanistan völlig sinnlos verpulvert sind und in der Regel wieder in den Taschen irgendwelcher korrupter afghanischer Verbrecher gelandet sind. Um dies zu verschleiern, wird sogar der Tod der eigenen Landsleute in Kauf genommen.

Leider ist die Geschichte an keiner Stelle unrealistisch oder übertrieben, ich denke eher, dass der europäische Politikstil noch viel schlimmer verschweigend und verfälschend ist, um nur ja keinen Zweifel an der praktizierten „Entwicklungspolitik“ aufkommen zu lassen. Parallelen zu den Politikern und Verhältnissen in anderen Ländern kann der Leser dann gern selbst ziehen.

Die Autorin dürfte wissen, wovon sie hier schreibt, da sie selbst als Ermittlerin gearbeitet hat.
Sehr realitätsnah, entlarvend und spannend, dafür 4 Sterne.

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97 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

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Der Schmetterling

Gabriella Ullberg Westin , Stefanie Werner
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.09.2018
ISBN 9783959672054
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Kommissar Johan Rokka tritt seinen neuen Posten in einer Kleinstadt in der schwedischen Provinz an und bevor er überhaupt seinen ersten Umzugskarton leeren kann, wird er zum Schauplatz eines grauenhaften Mordes zitiert. Henna, die Frau des berühmten Fußballstars Mons wird am Weihnachtsabend vor den Augen ihrer beiden Kinder erschossen, während der Vater noch zu letzten Besorgungen unterwegs ist.
Er hat somit ein Alibi, aber ist das stichhaltig? Und der massive Schneefall am Weihnachtsabend deckt buchstäblich alle Spuren zu.

Und nun ist Rokka am Ermitteln, das wird nicht einfacher dadurch, dass er neu im Team ist und seine Mitarbeiter erst kennenlernen muss und es sich andererseits um die Frau eines alten Jugendfreundes handelt. Die Ermittlungen erstrecken sich natürlich auch in dessen Freundeskreis, den Rokka aus alten Jugendzeiten ebenfalls mehr oder weniger gut kennt.
Erstaunlicherweise hat der Ehemann recht wenig Wissen über das Innenleben seiner Frau und es stellt sich heraus, dass sie vor kurzem - nicht von ihm - schwanger gewesen war. Also ist die ganze privilegierte reiche Fußballer-Frauen-Welt nur eine Scheinwelt gewesen?

Wie sich dann ganz langsam doch erste Spuren auftun, Widersprüche entdeckt werden und Nachforschungen bis nach Venedig hin angestellt werden, liest sich sehr spannend und unterhaltsam.
Dazwischen gibt es immer wieder Briefeinträge der ermordeten Frau, die ebenfalls zarte Hinweise geben, aus welcher Richtung das Böse gekommen sein könnte.

Die Verknüpfung mit dem Schmetterling, gleichzeitig ja auch der Titel, hätte für meinen Geschmack nicht sein müssen, eine kleine Pirouette zu viel, aber ansonsten ein durchaus solider 4 Sterne-Schwedenkrimi, den man am besten zur Winterzeit lesen sollte.

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(84)

149 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

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Der Horror der frühen Medizin

Lindsey Fitzharris , Volker Oldenburg
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.07.2018
ISBN 9783518468869
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wenn das Buch als Biographie von Dr. Lister ausgewiesen worden wäre, hätte mir der Name nichts gesagt und ich mich vermutlich nicht dafür interessiert. So bin ich ganz offen an die Leseprobe herangegangen und war ganz schnell begeistert.

Es beginnt mit einem kurzen und sehr deutlichen Abriss der medizinischen Zustände in der Mitte des 19. Jahrhunderts, zu der Zeit, als Joseph Lister geboren wurde und dann zum Medizinstudenten wurde.

In den Krankenhäusern herrschte ein unglaublicher Schmutz und Gestank, hygienische Grundregeln gab es nicht, medizinische Geräte wurden kaum einmal gereinigt geschweige denn desinfiziert. Die meisten Kranken starben nicht an ihren Krankheiten oder Verletzungen bzw. an den Operationen, sondern an den Keimen und Entzündungen, die sie sich im Krankenhaus direkt eingefangen hatten.

Zum Glück hat sich Dr. Lister mit den verheerend niedrigen Überlebensraten seiner Patienten nicht abgefunden, sondern nach genauen Beobachtungen, vielen Versuchen und Einbeziehung neuer Erkenntnisse aus anderen Wissenschaftsbereichen z. B. von Dr. Pasteur ein System zur Desinfektion und von hygienischen Grundregeln eingeführt. Dabei half ihm die Entdeckung, dass verdünnte Karbolsäure ein wunderbares Mittel zur Keimabtötung ist.
Sein weiteres Leben war einerseits ein Kampf gegen seine zahlreichen medizinischen Kollegen und Rivalen, die seiner Methode lange Zeit sehr feindlich gegenüberstanden und andererseits ein Ringen um immer weitere Verbesserungen in der Desinfektionsmethodik. Da er glücklicherweise ein großes Talent und Geschick im Umgang mit seinen Studenten hatte, verbreitete sich durch sie seine Methode immer weiter, nicht nur in England, sondern auch in Europa und schlussendlich auch in den USA.

Das alles wird sehr anschaulich, zum Teil auch recht deftig und deutlich erzählt, dabei mit vielen Anekdoten und durchaus humoristischem Unterton, so dass es für mich ein großes Vergnügen war, das Buch zu lesen. Und gleichzeitig habe ich große Dankbarkeit, in heutigen Zeiten zu leben, wo sowohl Betäubungsmittel, Desinfektion und aseptische Verhältnisse so viel weiterentwickelt sind.

Für alle Medizinstudenten ein absolutes Muss, für alle anderen mit einem Faible für Historie und Medizin eine unbedingte Empfehlung – daher 5 Sterne von mir.

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(73)

85 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 69 Rezensionen

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Die Tote im Wannsee

Lutz Wilhelm Kellerhoff
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 10.08.2018
ISBN 9783550050640
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der junge Polizeikommissar Wolf Heller hat den Mord an einer jungen Frau aufzuklären und sticht dabei offensichtlich in ein Schlangennest. Er hat es dabei nicht nur mit unsympathischen Kollegen, unwilligen Zeugen und dem gewalttätigen Ehemann des Opfers zu tun, auch sein Vorgesetzter scheint an der Aufklärung des Falles wenig Interesse zu haben.
Das geht so weit, dass er feststellen muss, dass Beweisstücke manipuliert und Verdächtige sogar ermordet werden, um eine schnelle Lösung des Falles vorzutäuschen. Und doch kommt Heller langsam immer mehr auf die Spur des wahren Täters, die dann sogar bis nach Ost-Berlin führt.

Auch sein Privatleben ist alles andere als geordnet, er führt eine halbe Beziehung mit seiner Vermieterin, hat große Probleme mit seinem Vater und sucht immer noch verzweifelt nach einer Erklärung für den mysteriösen Tod seiner Mutter.

Dabei begegnet man in dem Buch immer wieder bekannten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte, die geschickt in die Handlung verwoben sind: z. B. den Anwälten Horst Mahler und Otto Schily, dem Polizisten Kurrass und vielen Protagonisten der sich radikalisierenden 68-iger Studentenbewegung. Dazu kommen viele Schilderungen des Berliner Lebens, die mich immer wieder ganz stark an die derzeitigen Zustände in dieser Stadt erinnern: unterbesetzte und schlecht ausgerüstete Polizei, überforderte Politiker und verschiedenste radikale Gruppierungen, die vom Sozialstaat leben, den sie schnellstmöglich aber abschaffen wollen und dabei keine Rücksicht auf die sie finanzierenden Steuerzahler nehmen.

Besonders nett fand ich die Beschreibungen des Lebens innerhalb der Kommune, die sich zwar theoretisch dem Kampf gegen alle Ungerechtigkeiten der Welt verschrieben hat, aber so profane Dinge wie Kochen und Putzen denn doch ganz eindeutig nur den weiblichen Kommunemitgliedern aufdrückt. Deren Selbstverwirklichung sah Mann dann doch viel lieber im freien und möglichst häufigen Wechsel der Bettgefährten.

Leider bleiben am Ende doch einige offene Fäden, die daraufhin deuten, dass Kommissar Heller wohl in weiteren Büchern ermitteln wird.
Trotzdem für alle Geschichts- und Berlin-Liebhaber eine eindeutige Empfehlung – dafür 4 Sterne.


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127 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 82 Rezensionen

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Wenn wir wieder leben

Charlotte Roth
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.07.2018
ISBN 9783426520307
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Buch behandelt 2 Zeitebenen, zum einen spielt es in Danzig und Zoppot an der Ostseeküste, dort lebt die kleine Gundi mit Ihrem Großvater Pop, der ihr trotz widriger Umstände und Familienverhältnissen eine sehr glückliche Kindheit und Jugend ermöglicht. Gundi kann weitgehend in den Tag hinein leben und sich mit ihren Freunden ihrem großen Hobby, der Musik widmen. Und eines Tages gelingt es ihr, für die gemeinsame Band an einen Hit zu kommen. Ab da verändert sich ihr Leben rasant, unter anderem bekommen die 4 auch feste Auftrittsmöglichkeiten auf dem nagelneuen KdF-Schiff „Wilhelm Gustloff“.

Zum anderen spielt das Buch in Berlin in den 60iger Jahren. Auf Anstoß eines Mitkommilitonen beginnt die junge Wanda, Fragen nach ihrer Herkunft und ihrer Familie zu stellen. Und setzt damit eine verhängnisvolle Kette an Ereignissen in den Gang.

Mir haben an dem Buch die Beschreibungen zu den Zeitepochen super gefallen, gerade das Aufkommen des Faschismus in Danzig, in dem bis dahin alle möglichen Nationalitäten weitgehend friedlich miteinander lebten, ist sehr gut beschrieben. Welche Beweggründe die einzelnen Personen hatten, sich entweder ganz aktiv für die Nazis zu engagieren oder aber als kleine Profiteure des neuen Systems über die sich abzeichnenden Verbrechen an z. B. den bisherigen Nachbarn hinwegzusehen und sich mit Bedingungen und Vorgaben der neuen Machthaber zu arrangieren. Auch die Atmosphäre an den Unis in den 60iger Jahren mit all ihren Fragen nach Schuld bzw. Wunsch nach Vergessen ist wirklich toll erfasst.

Dagegen blieb ein Teil der Personen für mich recht blass und ich kann ihr Handeln nicht nachvollziehen. Kann man wirklich so blauäugig wie Gundi durch die Welt gehen? Und braucht es Fragen einer fremden Person, um darauf zu kommen, dass die Geburtsstadt im heutigen Polen liegt? Vor allem, wenn man in einer liebevollen und behüteten Familie aufwächst, kommen da nicht auch ganz automatisch Fragen nach den fehlenden Familienmitgliedern? Und warum tut sich die Mutter von Wanda mit der Wahrheit so schwer?

Diesen Teil des Buchs empfinde ich leider als recht schwach, deshalb nur 4 Sterne, aber für historienbegeisterte Leser trotzdem auf jeden Fall eine Empfehlung.

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(74)

76 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 70 Rezensionen

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Bülent Rambichler und die fliegende Sau

Anja Bogner
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb, 14.05.2018
ISBN 9783442716760
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im beschaulichen fränkischen Strunzheim wird eine nackte weibliche Leiche erst überfahren und dann gefunden. Die Tote ist die Fleischereifachverkäuferin Kerstin, die Geldwurscht-Pflunzn oder auch uncharmant Dorfmatratze genannt wird und besonders bei einem nicht unbeträchtlichen Teil der männlichen Dorf-Bevölkerung bestens bekannt ist.

Nun hat Erkan Rambichler, der liebend gern in den Stadtrat einziehen möchte, praktischerweise einen Sohn, der als Kommissar in Nürnberg wirkt (arbeiten wäre etwas zu hoch gegriffen). Und nun zieht Vater Erkan alle Strippen, um seinem Sohn Bülent diesen Fall zuordnen zu lassen, damit ihn auch wieder mal bei den Eltern zu sehen und nicht zuletzt genug Prestige abzustauben, wenn der Sohn den Fall selbstverständlich bravourös löst.

Ganz so einfach lässt sich allerdings die Aufklärung des Todessturzes nicht an, es tauchen alte, aber leider sehr verdächtige Freunde Bülents auf, seine vegane Assistentin Astrid bringt auch einiges im Dorf in Wallung – nicht zuletzt Bülents Eltern, die sich für Astrid durchaus mehr als nur die Assistentinnenstelle bei Bülent vorstellen können.

Das Ganze wird mit fröhlichem derben Humor beschrieben, der aber jederzeit einen sehr liebevollen Blick auf die Dorfbewohner bewahrt. Deshalb macht es viel Spaß, sich der Entwicklung und natürlich Lösung des Falles immer näher zu lesen – von mir sehr gute 4 Sterne!

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(146)

183 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 136 Rezensionen

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Wahrheit gegen Wahrheit

Karen Cleveland , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 10.04.2018
ISBN 9783442716746
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vivian Miller lebt ein ganz normales Leben als vollzeitarbeitende Mutter mit 4 Kindern, sie führt mit ihrem Mann eine glückliche Ehe und kämpft mit den alltäglichen Problemen wie Kinderkrankheiten, Zeit- und Geldmangel, aber im Großen + Ganzen ist sie glücklich. Nur ihr Arbeitsplatz ist etwas ausgefallener: Analytikerin bei der CIA, Spezialgebiet Russland.

Eines Tages entdeckt sie, dass ihr Mann Matt als Spion beim russischen Geheimdienst geführt wird, was er auch auf Anhieb zugibt. Und so bricht auf einen Schlag die gesamte Sicherheit ihres Lebenskonstruktes zusammen.
Liebt er sie wirklich? Seine gesamte Vergangenheit, seine Familie, alles was sie über ihn zu wissen glaubt: Lügen. Im Nachhinein wird ihr dann auch immer deutlicher, wie er sie subtil auf diesen Arbeitsplatz, der für die russische Spionage von großem Interesse ist, hingelotst und manipuliert hat.

Und noch schlimmer: wenn sie ihn offenbart und verrät, ist auch ihre Stelle und damit das Haupt-Familieneinkommen weg, die Krankenversicherungen, das auf Kredit gekaufte Haus wären dann alles verloren. Und so lässt sie sich auf eine Vertuschungsaktion ein, die Russen helfen gerne dabei und damit findet sie sich ganz schnell in einem Netz aus Erpressungen und Bedrohungen wieder.

Gelingt es ihr, mit oder gegen ihren Mann einen Ausweg aus dieser Lage zu finden?
Ich fand es unglaublich spannend, zu sehen, wie sich Vivian größte Mühe gibt, einen Weg zu finden, ihre Familie zu schützen und dabei doch nicht ihr Land zu verraten und zu sehen, wie der Sumpf an Verstrickungen immer tiefer wird. Die Autorin hat eine klare verständliche Sprache und die Handlungen von Vivian sind mir durchaus nachvollziehbar, das ist bei solchen Thrillern ja leider nicht immer so.

Ich habe jedenfalls sehr mitgefiebert und auch das Ende ist nicht ohne Tücke….
Eine ganz klare Empfehlung von mir mit 5 Sternen.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Die Rückkehr der Lebenspflückerin

Regine Kölpin
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei KBV, 05.02.2018
ISBN 9783954414048
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Buch spielt auf der friesischen Halbinsel, hauptsächlich in der kleinen Stadt Jever. Offiziell steht die dortige Landesmutter Maria von Jever fest zum althergebrachten katholischen Glauben, doch insgeheim hegt sie und ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bevölkerung durchaus Sympathien für den neuen protestantischen Glauben.

Da passiert ein Mord, dessen Hintergründe völlig im Dunkeln liegen. Allerdings wird die Magd Anneke, die den Mord beobachtet hat, seitdem immer wieder verfolgt und bedroht. Da sie auch von ihrem Herrn keinen Schutz, sondern nur Missbrauch und brutale Schläge bekommt, wendet sie sich in ihrer Angst an einen alten Freund, den Arzt Jan Valkensteyn und bittet ihn, nach Jever zu kommen. Allerdings weiß sie nicht, dass Jan mittlerweile mit der Hebamme Hiske verheiratet ist, die eine alte Rivalin von Anneke ist.

Jan fühlt sich aus alten Geschichten her verpflichtet, Anneke beizustehen und das beschert ihm Streit und Missmut mit seiner Frau, schlussendlich reisen sie gemeinsam nach Jever, was für Hiske nicht ganz ungefährlich ist. Und dort versuchen sie einerseits, Anneke zu helfen und andererseits die mittlerweile 2 Morde aufzuklären.

Das liest sich ganz unterhaltsam, mir gefallen dabei die friesischen Einsprengsel an Sprache und Gebräuchen und auch die beigefügten Erläuterungen zu den historisch belegbaren Personen und geschichtlichen Abläufen finde ich sehr gelungen. Das Buch war mir auch Anlass, mich überhaupt mal mit diesem nördlichen Landstrich zu befassen.

Die eigentlichen Mordgeschichten wiederum finde ich jetzt nicht so schlüssig und überzeugend, aber das ist sicher Geschmacksache, wie auch die Wahrscheinlichkeit des Handelns bestimmter Personen in der damaligen Zeit. Zum anderen ist es sicher hilfreich, die Vorgänger-Bücher zu kennen, da fehlen mir doch einige Informationen.

Deshalb von mir gute 3 Sterne und eine Empfehlung für alle, die gerne historisierende Krimis und natürlich auch den friesischen Norden mögen.

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(52)

71 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

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Die Kathedrale des Lichts

Ruben Laurin
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.01.2018
ISBN 9783404176366
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der Baumeister Bohnsack hat den Auftrag bekommen, den neuen Dom in Magdeburg zu bauen. Zusammen mit seiner Tochter Helena, einer bildhübschen und gescheiten jungen Frau, macht er sich auf den Weg zu seiner neuen Wirkungsstätte. Dabei treffen die beiden immer neue und ganz unterschiedliche Personen, die sich ihrem Weg anschließen: der junge Ritter Ansgar von Lund mit seinem Knappen, zwar sehr erfolgreich im Turnierkampf, aber abgebrannt und mittellos bis auf die Knochen, den wendischen Sklaven Moritz, stark und als Bildhauer sehr begabt, aber durch traumatische Ereignisse in der Kindheit seelisch schwer angeschlagen, den Schmied Benno mit seiner mutigen und gutherzigen Frau Monica und noch manch andere.

Die Schicksale dieser Personen verweben sich im Laufe des Romans immer weiter miteinander, Helena verliebt sich, Ansgar und Moritz auch, neue undurchsichtige Gestalten tauchen auf und hassen und begehren wiederum andere, Menschen werden übel misshandelt und auch ermordet, es tut sich ein buntes Kaleidoskop an mittelalterlichen Gebräuchen und Sitten auf und nebenbei wächst der Dombau immer weiter fort. Helena verliert ihre erste Liebe und muss auf Geheiß ihres Vaters einen ungeliebten und grausamen Mann heiraten, Moritz kann sich an den Mördern seiner Familie rächen und findet zum Ende hin noch sein großes Glück.

Dazu kommt noch eine ganze Menge an Wissen zu den damaligen Bauweisen und sehr nett ist auch ein Einschub zur Geschichte des heiligen Mauritius, dessen Figur im Magdeburger Dom aufgestellt und verehrt wird.

Das liest sich sehr munter und spannend, man fiebert mit den Liebespaaren mit und trauert um die Toten, zum Teil freut man sich natürlich auch, wenn es die richtigen erwischt. Dem Autor gelingt es wirklich gut, dem Leser die ganz andere Lebenswelt der damaligen Zeit nahe zu bringen und ich bin durchaus sehr froh, heute zu leben und mich nicht den Vorgaben meines Vaters oder Ehemannes fügen zu müssen und trotz aller gegenwärtigen Probleme ist unser Leben glücklicherweise sehr viel friedlicher und weniger gewalttätig geworden.

Eine sehr gute Empfehlung für alle Leser, die gerne historische Roman lesen, die gut recherchiert sind und nicht nur die üblichen Geschichten mit lediglich altertümlichen Mäntelchen herum.

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158 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 92 Rezensionen

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Frau Einstein

Marie Benedict , Marieke Heimburger
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.02.2018
ISBN 9783462049817
Genre: Romane

Rezension:

In dem Buch geht es um die weitgehend unbekannte erste Ehefrau Albert Einsteins, die er während ihres gemeinsamen Studiums in Zürich kennengelernt hatte. Erzählt wird der Roman aus der Sichtweise der Frau, Mileva Maric.

Mileva stammt aus Serbien und fiel schon als Kind durch ihre außerordentliche naturwissenschaftliche Begabung auf, die ihr Vater sehr förderte. Nicht zuletzt auch wegen einer angeborenen körperlichen Behinderung, auf Grund derer er es für unwahrscheinlich hielt, dass Mileva irgendwann einen guten Ehemann finden würde. Diese Tatsachen aber machten das Kind auch zur Außenseiterin unter den Schulkameradinnen, worunter Milena sehr litt. Daher war es für sie sehr wichtig, Anerkennung an der Hochschule und unter den Mitstudenten zu bekommen.

Gleichzeitig war sie aber leider dadurch auch sehr empfänglich für das Interesse, was Albert Einstein an ihr als Frau entwickelte. Und als sie unverheiratet von ihm schwanger wird, beginnt das Unglück. Stück für Stück lässt sie sich von ihm immer weiter in die Rolle als ihn versorgende und umkümmernde Ehefrau zurückdrängen. Viel zu lang muss sie sich demütigen und missachten lassen, die Angst, mittellos und gesellschaftlich geächtet dazustehen ist zu groß. Ihr Anteil an den gemeinsamen Forschungen und Theorien wird verschwiegen und getilgt und die Ehe scheitert dann doch auch an seinen zahlreichen Affairen und außerehelichen Liebschaften.

Das wird alles sehr nachvollziehbar und verständlich dargelegt. Glücklicherweise würde heutzutage keine Frau mit einer guten Ausbildung und Intelligenz sich in solche materielle Abhängigkeit begeben müssen und auch das Leben als geschiedene Frau wäre völlig normal und kein Grund für eine gesellschaftliche Ächtung. Damals jedoch war es unmöglich, als gescheiterte Ehefrau eine Anstellung als Wissenschaftlerin zu bekommen, zumal Mileva Maric auch keinen Hochschulabschluss erreicht hatte.

Am liebsten würde man beim Lesen Mileva immer wieder warnen und von bestimmten Schritten in Richtung einer unterdrückten und gering geachteten Ehefrau und Haushälterin abhalten. Albert Einstein wiederum kommt natürlich in dem Buch nicht besonders gut weg, auch die 2. Ehe, die in diesem Buch nicht behandelt wird, war wohl immer wieder durch seine Liebschaften stark belastet. Wobei hier seine 2. Frau Elsa auch hätte gewarnt sein müssen, das sie ja auch ein Grund fürs Scheitern der Ehe mit Mileva Maric gewesen ist.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen und zeigt wieder, wie glücklich wir Frauen heute sein können, dass diese gesellschaftlichen Zustände zumindest hier in Mitteleuropa weitgehend überwunden sind und wie kostbar unsere nahezu gleichberechtigten Möglichkeiten zur beruflichen Entfaltung uns sein sollten.

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Der Bornholm-Code

Thorsten Oliver Rehm
Fester Einband: 518 Seiten
Erschienen bei Ruhland, 08.12.2017
ISBN 9783920793306
Genre: Romane

Rezension:

Diesem Buch merkt man sehr deutlich an, dass der Autor für viele interessante Hobbys brennt, zum Beispiel:
- das Tauchen im warmen Mittelmeer, aber auch der kühlen, geheimnisvollen Ostsee
- das Suchen und Finden von mehr oder weniger historischen Artefakten unter Wasser
- die germanische Geschichte zu Zeiten der Kämpfe gegen die römischen Besetzungen am Rhein unter dem Cherusker-Fürsten Arminius
- die deutsche und nordische Sagenwelt z. B. um die Nibelungen und Burgunden und ihre möglichen wahren historischen Kerne
- die Verstrickungen und Abhängigkeiten öffentlicher Forschungs-Einrichtungen und Institute mit der Industrie, Sponsoren und privaten Geldgebern.

Und er schafft es wirklich, aus diesen vielen ganz unterschiedlichen Einzelteilen einen durchaus interessanten und spannenden Roman zu weben.

Der ehemalige Altertumsforscher Dr. Frank Stebe hat sich nach einem traumatischen Ereignis aus der Wissenschaftswelt zurückgezogen, arbeitet als Tauchlehrer und ist damit vordergründig zufrieden, als er die Einladung zu einem Forschungsprojekt an einem Schiffswrack vor Bornholm erhält, der er nicht widerstehen kann. Und dort vor Ort findet er mit seinem alten Freund Lars wahrhaftig einige Artefakte, die seine Theorie zu bestimmten Teilen der Geschichte, deren Verbindung mit der Nibelungensage und dem Burgundenvolk zu stützen und bekräftigen scheinen. Leider ist er nicht der Einzige, der sich für diese kostbaren Stücke interessiert, ein machtbesessener Mann mit sehr vielen Kontakten, Verbindungen und Einfluss will diese Teile um jeden Preis in seine Gewalt bekommen und schreckt dabei weder vor Erpressung, Entführung und Mord zurück.

Und nun beginnt ein spannender Kampf zwischen Gut und Böse, bei denen die Kräfteverhältnisse sehr ungleich verteilt sind und Frank und seine Freunde ebenfalls nur mit List und Tücke und viel Glück bestehen können.

Nebenbei erfährt man sehr viel über die deutsche Sagenwelt und deren mögliche Verknüpfung zur realen Geschichte, das hat mir viel Spaß beim Lesen bereitet und einige neue Erkenntnisse zu Wanderungsbewegungen der einzelnen Germanenstämme und ihrer Eroberungszüge beschert. Auch die Theorie zur Verknüpfung der Siegfried-Sage mit der historischen Figur Arminius ist für mich neu und nicht unwitzig, auch wenn ich sie für eher unwahrscheinlich halte.

Insgesamt liest sich das Buch sehr spannend, zeitweise sogar richtig Action-geladen und wer ein wenig Faible für Geschichte, die nordische Mythenwelt und Spaß am Spinnen von Ideen und Theorien hat, ist hier bestens bedient.

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Die letzte Borgia

Sarah Dunant , Peter Knecht
Flexibler Einband: 522 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 15.01.2018
ISBN 9783458363194
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Buch beginnt mit Lukrezia Borgias Reise zur Hochzeit mit ihrem zukünftigen 3. Mann Alfonso d’Este. Hinter sich lässt sie Rom und dort einen geliebten Ehemann, der im Auftrag ihres eigenen Bruders Cesare getötet wurde.

Und so lässt sich mit wenigen Worten die gesamte, noch lebende Familie Borgia darstellen. Der Papstvater Alexander, seinen Kindern sehr zugetan, aber gleichzeitig diese auch immer wieder zum eigenen Machterhalt ausnutzend, Bruder Cesare, der seine Schwester überaus liebt und trotzdem auf ihre Gefühle keinerlei Rücksicht nimmt und Lukrezia selbst, die unter den Handlungen und Ränkespielen von Bruder und Vater leidet, sich aber dennoch nicht von ihnen lösen kann.

Schon auf der Reise lernt man dann auch Lukrezias Charakter kennen, durchaus verspielt und allen schönen Dingen zugetan, trotzdem aber auch klug und gerissen und absolut in der Lage, mit viel Charme und Härte ihren Willen durchzusetzen. Und diese Fähigkeiten wird sie am Hof in Ferrara in ihrer zukünftigen Schwiegerfamilie auch sehr brauchen und schlussendlich wird es ihr gelingen, sich einen eigenen Wirkungskreis dort aufzubauen.

Gleichzeitig werden auch der weitere Werdegang und Schicksal von Papst Alexander und von Cesare Borgia beschrieben und das ist gleichzeitig faszinierend und abstoßend.

Das alles wird sehr lebendig und eindringlich geschildert und auch die damals offensichtlich übliche alltägliche Grausamkeit im Umgang der Menschen wird sehr anschaulich beschrieben, gerade die Handlungen Cesare Borgias und die seiner Kämpfer kann man sich aus heutiger Sicht kaum vorstellen.

Wer satte historische Schmöker liebt, ist hier bestens beraten.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Im Schatten der Rose

Patricia E. James
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Feelings, 26.10.2016
ISBN 9783426216200
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im 8. Jahrhundert kämpfen auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands die bereits christianisierten Franken gegen die noch ihren alten Göttern anhängenden Sachsen (heute eher das Gebiet Niedersachsens). Und natürlich geht es hier wie fast immer nicht in 1. Linie um den wahren Glauben, sondern um Macht, Einfluss und Reichtum.

Und da liegt der Vorteil bei den Franken, die es sich leisten können, Krieger zu unterhalten, die „nur“ kämpfen und unterdrücken können müssen. Während der normale Sachse Bauer, Zimmermann und Kämpfer in einer Person sein muss und demzufolge weitaus weniger geübt im schlagen und morden ist. Dazu kommt ein nicht unerheblicher Drang zum Met bei den Sachsen, der bei Entscheidungsfindungen nicht unbedingt hilfreich ist.

Aber auch bei den Sachsen gibt es Männer wie das Dorfoberhaupt Theodard (Frauen sind in dieser Zeit nahezu unwichtig), die klar denken können und voraussehen, wie sich die Machtverhältnisse entwickeln werden. Und auch diese können sich nur falsch entscheiden, denn wenn sie ebenfalls zu Christen werden, verlieren sie die Unterstützung und Freundschaft mit ihren Nachbarn, während sie von den Franken trotzdem beargwöhnt und mit Misstrauen betrachtet werden. Also die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Und in diesen ganzen verworrenen unfriedlichen Zeiten verlieben sich der Sachse Alfgard und die Neu-Christin Liutgard ineinander und können wie die Königskinder nicht zueinanderkommen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Franke Merowech in das hübsche junge Mädchen verliebt und es nahezu unmöglich ist, ihn abzuweisen. Das würde immensen Ärger für sie selbst, ihre Familie und das gesamte Dorf bedeuten. Aber Liutgard kann nun mal ihrem Herzen nicht befehlen, den einen zu lassen und dafür den anderen zu lieben …

Das Ganze liest sich sehr locker und flüssig, zum Teil auch recht deftig und man erfährt dabei viele Details zum Leben in der damaligen Zeit, die Sachsenkriege sind ja eine Epoche unserer Geschichte, die eher wenig beachtet wird, obwohl auch diese eine sehr blutige Zeit war. Grundsätzlich gilt ein Menschenleben nur wenig und der Umgang miteinander ist sehr rau und hart.

Gut gefallen haben mir auch die Vor- und Nachwörter, die noch ein paar Fakten mehr zur damaligen Zeit erklären. Für Fans der germanischen Geschichte auf jeden Fall eine Empfehlung.

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14 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Zona Rossa

Sara More
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Fact-Fiction-Verlag, 19.10.2017
ISBN 9783945194102
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Autorin verwebt in diesem Buch eine fiktive Familiengeschichte nach dem Erdbeben im italienischen Aquila im Jahr 2009 mit belegbaren Fakten aus Studien, Zeitschriften und anderen Akten. Teilweise mag man gar nicht glauben, wie viel Korruption, Egoismus und Mafia-Geschäfte sich tagtäglich nicht nur in dieser Gegend zutragen.

Zum Inhalt: das Erdbeben ist vorbei und die Bewohner der Region, die sehr hart davon betroffen sind, sammeln sich und versuchen, mit den menschlichen und materiellen Verlusten und Schäden klarzukommen. Die Hauptperson Viola hat ihren Mann und ihre Tochter verloren, ihr einzig verbliebenes Kind liegt mit schweren Verletzungen im Krankenhaus und es ist nicht absehbar, ob und wie es überleben wird. Ihr zur Seite stehen Freunde und Familie, aber wirklich helfen können sie ihr nicht. Die Lager, in denen die Überlebenden untergebracht sind, sind menschenunwürdig und auch die nachfolgend gebauten neuen Häuser strotzen nur so von Baumängeln und Pfusch. Traumatherapien und psychologische Betreuung scheinen Fremdworte zu sein.

Unterdessen sammeln sich schon wieder potentielle Profiteure der Katastrophe und organisieren sich, um sich neue Bauaufträge zu zuschachern.
Gleichzeitig versuchen andere Betroffene und die deutsche Journalistin Karina, Verantwortliche für den unglaublichen Baupfusch, der für viele der Opfer verantwortlich ist, zu finden und zu stellen. Dabei geraten sie selbst ins Visier der Mafia und ihrer Helfer, nur wenige Personen sind überhaupt daran interessiert, die Vorgänge aufzudecken. Auch die Medien und die Öffentlichkeit haben sehr schnell genug von diesen Negativmeldungen und kehren zur alltäglichen seichten Unterhaltung zurück. Befördert wird dies natürlich auch durch die Politik, nicht zuletzt durch Italiens damaligen Ministerpräsidenten Berlusconi, der selbst in Mafia-Machenschaften verstrickt ist.

Mich haben diese Fakten unglaublich entsetzt, man mag gar nicht glauben, was in einem entwickelten Industriestaat in Europa alles möglich ist. Und ich bin sicher, dass den Bewohnern des Landes diese unglaublichen Schlampereien, Vorteilsnahmen und kriminellen Machenschaften durchaus bewusst sind, aber diese Strukturen felsenfest im ganzen Land verankert sind. Die Mafia besteht ja u. U. auch aus den eigenen Verwandten, Freunden und Nachbarn und ist keine Seuche, die von irgendwoher eingeschleppt wurde. Immerhin wurde ja auch Berlusconi allen öffentlichen Vorwürfen zum Trotz immer wieder gewählt, obwohl er aus deutscher Sicht oft absolut lächerlich wirkt(e).

Die erfundenen Geschichten, um die sich die Fakten sammeln, überzeugen mich zwar nicht immer, vielleicht fehlen mir hier auch Kenntnisse aus dem Vorläufer-Buch (warum z. B. Karina über Jahre ihrem Bekannten Luca hinterher schmachtet, kann ich nicht nachvollziehen), aber insgesamt liest sich das Buch sehr flüssig und bringt mich immer wieder zum Staunen und Entsetzen. Natürlich ist mir auch bewusst, dass die italienische Mafia längst auch in Deutschland sitzt und agiert, aber ich hoffe doch, dass wir hier noch in Teilbereichen anders leben und miteinander umgehen. Und mit diesem Hintergrundwissen ist ein Programm für „Vereinigte Staaten von Europa“ für mich eine absolute Horrorvision.

Ich finde es bewundernswert, wie sich die Autorin immer wieder in diese wirklich existierenden Abgründe vertieft hat, mich würde das unglaublich deprimieren, zumal wenn ich dort reale Bekannte und Freunde hätte, die da im Dreck sitzen.

Für Menschen, die an Italien nicht nur z. B. die wunderschönen Landschaften der Toskana und die beeindruckende Südtiroler Bergwelt sehen mögen, auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

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76 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

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Das Jesus-Experiment

Bernd Roßbach
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FeuerWerke Verlag, 16.01.2018
ISBN 9783945362334
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Wissenschaftler Tom Jennings hat eine Methode gefunden, Erinnerungen und Erlebnisse aus der Vergangenheit nicht nur der untersuchten Person selbst, sondern auch die seiner Vorfahren als Live-Bilder bzw.-filme sichtbar zu machen. Natürlich finden sich sogleich Konkurrenten, die ihm diese Erfindung strittig machen wollen als auch potentielle Vermarkter, die erkennen, wie man aus dieser Methode maximalen Gewinn schlagen kann und ggf. damit auch noch andere Entwicklungen vorantreiben kann, wie z. B. eine Art Handy, das Gedanken und Wünsche erkennt und sofort in den Konsum umsetzt. Ich will stark hoffen, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis das auf den Markt kommt, ich bin sicher, dass diese Forschung auch in Wirklichkeit mit Hochdruck betrieben wird.

Jennings stößt nun auf eine Nachfahrin von Pontius Pilatus, in deren Erinnerung somit auch das Bild von Jesus gespeichert sein müsste und sticht damit in ein Wespennest, denn die Kirche ist an der Aufklärung und Verbreitung der wahren Ereignisse rings um Jesus` Tod alles andere als interessiert. Und nicht nur nicht interessiert, sondern auch entschlossen, mit allen möglichen Mitteln derartige Veröffentlichungen zu verhindern.
Und damit beginnt eine Hatz durch halb Europa, die stark an die Romane von Dan Brown erinnert.

Das Buch liest sich durchaus flüssig, allerdings ist mir eigentlich keine der Figuren des Buches wirklich nahe oder sympathisch, viele Handlungen sind mir nicht schlüssig oder logisch und die Auflösung am Ende ist auch etwas gewollt.

Nichtdestotrotz gibt das Buch Denkanstöße, was heutzutage in der Wissenschaft so betrieben wird und ob das wirklich für die Menschen sinnvoll und nötig ist. Das „Ansehen“ von Erinnerungen meiner Vorfahren halte ich eher für unwahrscheinlich, zumal man bei der Fülle der vererbten Bilder mit Sicherheit niemals einzelne Personen wiedererkennen oder identifizieren könnte, aber die Entwicklung von Sprachcomputern wie Alexa etc. geht ja schon eindeutig in die Richtung des iBiD.

Für Leser mit Interesse an Science Fiction gepaart mit einem bisschen Kirchenkritik ist das Buch eine gute Empfehlung.


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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Im Licht des Imperiums

Christine Ambrosius
E-Buch Text: 348 Seiten
Erschienen bei null, 14.11.2016
ISBN B01MYMQUH4
Genre: Sonstiges

Rezension:


Die junge Laura verdingt sich als Dienerin bei ihrem reichem Onkel Palladius Maximus, um die drückenden Schulden, die auf dem Gut ihrer Familie leiben, etwas zu mindern.


Daher muss sie mit diesem in seinen Haushalt in Rom ziehen und ist überwältigt von der Vielfalt und den Möglichkeiten, die diese Stadt schon zu der damaligen Zeit bietet. Laura begreift schnell und ist interessiert an den Vorgängen im Haushalt, leider hat ihr Onkel sie nicht ohne Hintergedanken zu sich ins Haus geholt und vergreift sich brutal an ihr. Doch es gelingt ihr, mit Ihrer Cousine Marcelina nach ihrer Hochzeit mit in deren Haus zu ziehen und lernt dort wiederum viel an kaufmännischen Gepflogenheiten und Sitten, allerdings fallen ihr auch Unregelmäßigkeiten nun schnell auf und sie macht sich dadurch nicht nur Freunde. Besonders ist ihr ein Freund des Hauses, Marius, ein großes Rätsel. Einerseits beschützt er sie und fördert sie bei kleinen Geschäften, andererseits gibt er sich schroff und unfreundlich.


Als sie ihrem Onkel eines Tages bei seinen Geschäften zu sehr in die Quere kommt, wird sie entführt. Wird es ihr gelingen, zu entkommen und vielleicht auch Marius wiederzusehen?
Das alles wird sehr lebendig beschrieben, man meint fast, das mehr oder weniger stinkende Garum zu riechen und die Geräusche in der lärmenden Innenstadt und den Insulae wahrzunehmen. Und es ist unglaublich, welch ausgefeiltes System an Verwaltung und in den Geschäftsbeziehungen es schon damals gab, wie strikt die Vorschriften waren, die das Zusammenleben regelten und durchaus sehr hochentwickelt. Ich fürchte, dass es in vielen Ländern der Erde heutzutage noch kein ähnliches System gibt bzw. sich nicht durchsetzen lässt.


Mir hat das Lesen viel Spaß gemacht, das Buch gibt sehr unterhaltsame und interessante Einblicke in das Leben ganz unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen und ist für Liebhaber historischer Geschichten auf jeden Fall eine Empfehlung.

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

pharao

Der Kuss des Anubis

Brigitte Riebe
E-Buch Text: 414 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 01.08.2017
ISBN 9783958249523
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die 16-jährige Miu lebt mit ihrem Vater und ihrer Großmutter in Kemet am Nil, als sie zufällig mitbekommt, wie ein paar Männer einen Mordanschlag auf den Pharao planen. Glücklicherweise hat ihre Großmutter noch Kontakte an den Hof des Pharaos, so dass sie ihm eine Warnung zutragen können. Leider finden sich bei dieser Audienz der junge Pharao und Miu mehr als sympathisch und damit beginnen die Probleme.

Zudem ist Miu alles andere als gehorsam und sehr neugierig, so dass sie auch noch versucht, auf eigene Faust weiter zu ermitteln. Und so entspinnen sich um Miu, ihre Familie und Freunde eine ganze Menge an Verrätereien, alten und neuen Geheimnissen und auch einige Stückchen Liebe und Zuneigung.

Das liest sich alles flott und lebendig, allerdings nicht ganz in dem Stil, den ich von Brigitte Riebes anderen Büchern gewohnt war, da dies ein Buch eher für jugendliche Leser ist. Und deren Geschmack dürfte das Buch sicherlich voll und ganz treffen.

Sehr interessant sind natürlich immer wieder die Bräuche und Sitten im alten Ägypten, den ausschweifenden Totenkult, der einerseits betrieben wird und andererseits aber auch schon damals Grabräuber und Verbrecher anzieht, dazu die wechselnden Götterverehrungen, die jedesmal zu großen Verwirrungen und Umstürzen im ägyptischen Reich geführt haben.

Für Liebhaber historischer Bücher, besonders für sehr jugendliche, auf jeden Fall eine gute Empfehlung.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Katzenwut: Kater Serrano ermittelt

Christine Anlauff
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 02.11.2017
ISBN 9783961480579
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich bin bei Katzenbüchern immer eher skeptisch, entweder sind sie mir zu verkitscht und lieblich und das entspricht meinen Erfahrungen nach nicht dem Charakter der kleinen Raubtiere, oder sie sind so verkopft, dass ich auch hier die Katzen-Welt darin nicht wiedererkenne.


Aber in diesem Buch stimmt für mich alles, ich bin völlig begeistert von dem ironischen, manchmal leicht bitteren, witzigen, manchmal auch distanzierten Schreibstil, dass ich vermutlich auch ein Kochbuch von Christine Anlauff mit Spaß lesen würde.

Zur Handlung: Mitten im verschneiten Potsdamer Winter wird die Leiche eines in einen Schneemann eingebauten Obdachlosen gefunden. Und nun ermittelt nicht nur die Mordkommission mit ihrem Chef Liebermann, sondern auch eine 4-er Katzengang, die sich in ihrer Ruhe durch den Geist des Toten erheblich beeinträchtigt sieht. Um den begriffsstutzigen Menschen auf die Spur zu helfen, müssen die Katzen mit ihnen in Interaktion treten und das ist nicht einfach. Wie kommuniziert man mit beschränkten Wesen, die weder Töne, noch Schwanzbewegungen noch sonstige Körpersprache begreifen?

Und dann gibt es noch einen weiteren Toten!

Meine erklärte Lieblingsfigur ist in diesem Buch die Pathologin Dr. Genrich, die die Menschheit in ihrer männlichen Form am liebsten schweigend vor sich auf den Tisch liegen sieht. Ich vermute, dass sich manche Leser mit dieser Art von Humor schwer tun können, aber ich bin absolut begeistert und vergebe maximale 5 Sterne!

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

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Ljuba und der Reiter der Steppe

Julia Lalena Stöcken
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 24.11.2017
ISBN 9783960872368
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Menschenclans in der der großen Grassteppe leben weitgehend friedlich nebeneinander her, nur der schwarze Clan aus den Bergen überfällt immer wieder die Clans der Bauern und Fischer. Bei einem ihrer Rachefeldzüge geraten die beiden Töchter des Graslandclan-Häuptlings zusammen mit anderen Frauen in die Gefangenschaft des schwarzen Clans. Das Dorf wird niedergebrannt und viele Bewohner ermordet und verletzt.

Im Dorf des schwarzen Clans wiederum müssen die beiden Mädchen um ihr Überleben kämpfen. Um ihre jüngere Schwester vor dem schwarzen Häuptling zu retten, gibt sich Ljuba dem Häuptling hin. Unerwartet bekommt sie Unterstützung vom Kriegs-Hauptmann des Clans, der sie in sein Haus aufnimmt und ganz zart entwickeln sich auf beiden Seiten Gefühle …

Die Überlebenden des Graslandclans wiederum planen Rache und verbünden sich mit anderen Clans, um die ewigen Kämpfe mit dem schwarzen Clan zu beenden, dabei gibt es immer neue Ent- und Verwicklungen, böse Schlächter entpuppen sich als gute Spione, der böse Bruder wird vom guten Bruder verraten und entmachtet und immer wieder siegt auch doch die Liebe.

Das liest sich wirklich flüssig und locker, am Anfang sind die Unzahl an Personen und Namen etwas verwirrend, aber dann packte mich die Geschichte durchaus.

Das Hauptaugenmerk liegt allerdings eindeutig auf den zwischenmenschlichen Geschichten. So viele Details und Erkenntnisse zum allgemeinen Leben wie es z. B. die überragende Steinzeit-Buchreihe von J. M. Auel bietet, gibt es hier nicht, diese Tiefe wird bei weitem nicht erreicht, aber das wird m. E. nach den meisten Lesern eher entgegenkommen.

Für Liebhaber von Liebesgeschichten in historisierendem Umfeld ist das Buch eine gute Empfehlung.

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Munditia

Melanie Vogltanz
Flexibler Einband: 412 Seiten
Erschienen bei Papierverzierer Verlag, 10.03.2016
ISBN 9783959623223
Genre: Fantasy

Rezension:

Eigentlich wollte ich das Buch lesen, weil mich die Klassifizierung als historischer Roman angesprochen hat, diese Bücher liebe ich, mit Vampir-Fantasy habe ich eigentlich nichts am Hut.

Und dann stellte sich heraus, dass es doch ein Vampir-Roman mit maximal leicht historisch angehauchtem Setting ist und ich musste trotzdem auf jeden Fall bis zum Ende lesen, so spannend fand ich es dann.

Die Unsterbliche Elyssandra lebt seit einiger Zeit im mittelalterlichen Florenz, trifft dort auf alte Bekannte und lernt neue Unsterbliche kennen. Alle zusammen müssen sich einem übermächtigen Feind, der Genuinitá, stellen, die sämtliche Unsterbliche, also Vampire und Wölfe, in Florenz ausrotten will.
Dabei müssen sie immer neue Gegner besiegen, kriegen sich selbst immer wieder in die Haare, Eifersucht kommt auf, da Elyssandra sich zu einem der Wölfe hingezogen fühlt und mit diesem eine Liebesbeziehung beginnt, die ihrem alten Partner verständlicherweise überhaupt nicht passt. Und es stellt sich heraus, dass auch Unsterbliche sterblich sein können …

Obwohl es 2 Vorgängerromane gibt, die ich nicht kenne, war das Lesen trotzdem kein Problem, alle wichtigen Informationen sind auch in diesem Band kurz erläutert, man wird also nicht wie so oft genötigt, unbedingt auch die Vorgänger zu kaufen, das fand ich sehr angenehm.

Insgesamt hatte ich viel Spaß am Lesen, ich fand das Buch sehr spannend, wollte wissen, ob die kleine Gruppe ihr Leben retten oder sinnvoll aufgeben kann und deshalb von mir für alle fantasy-Begeisterten eine klare Lese-Empfehlung.

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 24 Rezensionen

bedingungsloses grundeinkommen, geld, macht, million dollar boy, prostituierte, roman, roulette, spielbank, taoismus, tierliebe, utopie, verliebt in eine prostituierte, weltreise, will hofmann, wirtschaftsordnung

Million Dollar Boy

Will Hofmann
Flexibler Einband: 284 Seiten
Erschienen bei Wiebers Verlag, 15.11.2017
ISBN 9783942606301
Genre: Science-Fiction

Rezension:



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H.E.A.T.H.E.R

Moa Graven
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei cri-ki-Verlag, 01.07.2017
ISBN 9783946868231
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Coverbild ist sehr gut gelungen, das augenlose Gesicht sieht sehr schaurig aus und der Titel knallt dann richtig auf dem Cover.

Die Geschichte beginnt mit einem illegalen Autorennen in Aurich, bei der Bergung der verunfallten Karossen und Insassen stellt sich heraus, dass eine der gefundenen Leichen einerseits schon deutlich länger tot sein muss und zum anderen keine Augen mehr hat.

Das Ermittlerteam Jan und Lisa, die zwar kein Paar sind, aber doch zusammen leben (hier fehlen mir vermutlich ein paar Vorkenntnisse aus vorherigen Büchern der Autorin?) finden heraus, dass es in der Vergangenheit noch einige ermordete Mädchen gab, bei denen Körperteile fehlten. So schält sich ein Täterbild heraus, der offensichtlich einerseits Zugang zu Leichen und Leichenentsorgung hat und andererseits nur bestimmte Körperteile entwendet.

Das liest sich alles flott und flüssig, das Ermittlerteam macht einen sympathischen Eindruck und die für mich deutlichen logischen Schwächen fallen nicht so sehr ins Gewicht. Denn zum einen finde ich es sehr weit hergeholt, aus lediglich 3 Buchstaben der Vornamen der toten Mädchen auf den hierzulande eher nicht gebräuchlichen Mädchen-Vornamen „Heather“ zu schließen, „Hertha“ wäre in Deutschland näherliegend, macht sich aber natürlich nicht so knallig gut als Titel. Und das der Täter seine Opfer nach den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen auswählt, ist mir auch eher etwas weit hergeholt, zumal er ja auch noch jeweils ganz spezielle Körperteile braucht. Mal abgesehen von der Kühlraumlogistik für die diversen Leichen sprichwörtlich im Keller.

In einer kleinen Nebenstory werden auch private Verwicklungen des Kommissars Jan Krömer aufgebaut, die dann in den Nachfolgeromanen dieser Reihe sicher noch weitergeführt werden.

Für Krimi-Leser, die Lokalkolorit mögen und jetzt nicht unbedingt auf strenge Logik Wert legen, ist das Buch auf jeden Fall eine spannende Empfehlung, deshalb von mir gute 3 Sterne.

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