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185 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

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Ich beobachte dich

Chevy Stevens , Maria Poets
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 25.04.2018
ISBN 9783651025523
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lindseys ständiger Begleiter ist die Angst. In ihrer Vergangenheit durchlebte sie mit ihrem gewalttätigen Ehemann Andrew die Hölle auf Erden. Das einzig Positive: In dieser Ehe entstand ihre wundervolle Tochter Sophie. Diese ist Lindseys Rettungsanker, der ihr ermöglicht, vor ihrem Mann zu fliehen. Glücklicherweise musste Andrew wenig später auch für mehrere Jahre ins Gefängnis. Aber nun ist er frei und Lindsey in ernsthafter Gefahr. Nur leider will ihre Tochter alles daran setzen, ihren Vater endlich kennen zu lernen…

Hinter der Marke „Chevy Stevens“ steht ganz klar die Qualität und das Geschick der geführten Manipulation. Ihr Schreibstil ist berauschend und sorgt dafür, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Ihre Figuren stellt sie so dar, dass man einen klaren Bezug zu ihnen hat und dementsprechend auch besser in die Geschichte eintauchen kann. Man kann eine Beziehung zu ihnen aufbauen und hat auch das Gefühl, sie kritisch beleuchten zu können.

Häusliche Gewalt ist eine sehr harte Thematik, die schnell schwer im Magen liegt. Öfter fiel mir auf, dass ich um das Buch herumschlich und mich damit schwer tat, mich wieder mehr mit der Geschichte auseinanderzusetzen, obwohl die Seiten nur so dahin flogen, wenn ich das dann einmal tat. Vielleicht ein gesunder Abwehrmechanismus. Denn hier wird man wirklich teils mit harter Kost konfrontiert. Man spürt Lindseys Leid förmlich und fragt sich, wie ein Mensch so viel Pech haben kann. Man sympathisiert mit ihr und dementsprechend belastend ist es auch mitzuerleben, wie zermürbend die Zeit für sie wird, als Andrew wieder aus dem Gefängnis entlassen wird.

Ihr Ex-Mann scheint sie nämlich auf einmal wieder zu stalken. Zugleich beteuert dieser aber auch seine Unschuld. Als Leser geht man natürlich voreingenommen an die Geschichte ran. Das Buch ist mit Zeitsprüngen aufgeteilt, sodass man etappenweise erfährt, wie schrecklich Lindseys Leben früher war und wie schön es im Vergleich nun heute ist. Dennoch zweifelt man auch immer wieder an seinen Instinkten: Ist es nicht viel zu offensichtlich, wenn Andrew hinter allem steckt?

Die Geschichte ist aufwühlend und schockiert immer wieder aufs Neue. Es kommt zu Wendungen, mit denen ich niemals gerechnet hätte. Sie zeigt vor allem, wie geschickt man sich doch auch täuschen lassen kann, auch wenn man bereits schon auf der Hut ist. Das ist wahrscheinlich auch das, was mich an dem Ganzen am meisten entsetzt hat.

Insgesamt kann ich diese Geschichte nur jedem ans Herz legen. Sie zeichnet sich nicht durch ausgezeichnete Spannung aus, sondern durch ein kontinuierlich beklemmendes Gefühl in der Magengrube. Es regt zum Nachdenken an und reißt einen zugleich auch vollkommen mit sich. Insgesamt vergebe ich dementsprechend 4,5 Sterne. Ich freue mich definitiv auf weitere Werke von Chevy Stevens!

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478 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 148 Rezensionen

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Cold Princess

Vanessa Sangue
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei LYX, 29.03.2018
ISBN 9783736304369
Genre: Liebesromane

Rezension:

Saphira De Angelis ist kaltblütig, was bei ihrem Job aber auch zur Routine gehört: Sie ist der Nachwuchs und Vorstand eines düsteren Mafia-Clans. Seit dem Tod ihrer Familie hat sie sich selbst jede Form der Gefühle und Schwäche untersagt. Doch plötzlich ist da ihr neuer Leibwächter, Madox Cebero, der ihren Emotionen ganz schön zusetzt. Auf einmal ist sie nicht mehr die kontrollierte, eiserne Lady, sondern ihren Trieben vollständig ausgeliefert...

Allein der Titel machte mir klar: Dieses Buch MUSS ich lesen! Dementsprechend schnell stellte sich aber leider auch die Ernüchterung ein. Das Buch ist vom Schreibstil ganz nett geschrieben, es lässt sich also zügig lesen. Da es sich hier um das Genre der "Dark Romance" handelt, wird mit Sexszenen nicht gespart. Diese mögen am Anfang noch ganz nett sein, werden mit der Zeit dank der gefühlten Wiederholungen sehr ermüdend. Auch die Wortwahl sorgt hier immer wieder für eine gewisse Komik, die unpassend ist.

Am Anfang des Buches steht eine Warnung, damit der Leser sich emotional auf alles vorbereiten kann. Dies schüert natürlich die Erwartungen, die leider nicht erfüllt werden können. Stattdessen plätschert die Geschichte langsam aber sicher vor sich hin. Wirkliche Spannung war für mich nicht greifbar - allgemein wurde ich von der Geschichte nie wirklich mitgerissen.

Die Charaktere sin Stereotypen und zeichnen sich nicht durch Tiefgang aus. Leider kommt es hier auch zu ständigen Wiederholungen, wodurch die Geschichte sehr langatmig wird.

Ganz zum Schluss wird die Geschichte noch ein wenig "spannend" - allerdings nur in Form eines Cliffhangers. Das hat mich nur noch mehr aufgeregt. Hier wäre ein einziger Band echt wünschenswert gewesen, weil dann vielleicht auch ein wenig Spannung aufgekommen wäre!

Da der Schreibstil in Ordnung war, ich immer noch ein Fan von dem Titel bin und mir allgemein die Idee gefiel, vergebe ich gut gemeinte 2,5 Sterne!

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2.493 Bibliotheken, 56 Leser, 5 Gruppen, 362 Rezensionen

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Das Paket

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Droemer, 26.10.2016
ISBN 9783426199206
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine Nacht verändert das Leben der jungen Psychiaterin für immer: Emma wird in einem Hotelzimmer vergewaltigt und kahl geschoren. Als wäre dieses Ereignis nicht schon traumatisch genug, scheint die Polizei an ihrer Geschichte zu zweifeln - ebenso ihr soziales Umfeld. Sie fängt an, sich immer mehr abzuschotten und fühlt sich von niemandem verstanden. Allgemein begegnet sie immer mehr Leuten mit Zweifeln, zieht eine Therapie für sich selbst aber auch nicht in Betracht. Und plötzlich ist da ein Paket. Ein ganz unschuldig aussehendes Paket, welches Emmas Leben aber noch enorm auf den Kopf stellen soll. Sollte sie es doch nur für einen Nachbarn entgegen nehmen, führt dies zu einer Verstrickung schrecklicher Ereignisse...

Ich muss gestehen, dass dieses Buch mein erster Fitzek überhaupt war. Da der Name ja den meisten bekannt ist, bin ich natürlich mit höheren Erwartungen rangegangen als bei unbekannteren Autoren, auch wenn das vielleicht unfair ist. Über das Buch hatte ich gehört, dass es vielen Fans nicht so gefiel wie sonst, weshalb ich auch besorgt war, vielleicht die falsche Wahl getroffen zu haben.

Dem war aber gar nicht so. Der Schreibstil gefiel mir auf Anhieb, was für mich immer sehr entscheidend ist, ob mir eine Geschichte gefällt oder nicht, und so flogen die Seiten letztlich nur so dahin. Auch die psychologischen Bezüge haben mir sehr gut gefallen. Man merkt, dass sich Fitzek mit diesen genauer beschäftigt hat. Als Psychologiestudentin rollen mir bei manchen Büchern die Fußnägel hoch, wenn ich die oberflächlichen (und teils auch inkorrekten) Beschreibungen lese. Dies war hier glücklicherweise gar nicht so und ich war nur noch froher, mich für diesen späteren Beruf entschieden zu haben.

Ich muss gestehen, dass mir in dieser Geschichte niemand sympathisch war. Die Atmosphäre war von Misstrauen und Zweifeln geprägt, was ich als sehr stimmig empfand. Die ganze Zeit fragte man sich, ob Emma nun wirklich spinnt oder jemand nur ein übles Spiel mit ihr spielt. So konnte man ins Geschehen abtauchen, aber zugleich auch eine distanzierte Haltung zu dem Ganzen haben - eine literarische Leistung, die man erst einmal schaffen muss.

Der Aufbau und die Erklärungsansätze waren logisch und nicht verwirrend. Es gibt nicht gefühlt drei Millionen Menschen, die ähnlich heißen, wodurch man immer sehr gut folgen kann. Natürlich rätselt man auch immer wieder, was es mit dem Ganzen auf sich haben könnte. Letztlich wäre ich auf die Lösung aber niemals gekommen. Zugleich war sie aber auch nicht zu abwegig, was mir immer sehr wichtig ist. Die Geschichte hatte also wirklich Realitätsnähe.

Insgesamt hat mir diese Geschichte sehr schöne Lesestunden beschert, in denen ich mitgefiebert und zugleich auch alles wieder in Frage gestellt habe. Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen: Das wird nicht mein letzter Fitzek sein. Ich freue mich auf mehr!

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

bastei lübbe, diven-reihe, lucy holliday, lyx verlag, marilyn & ich

A Girls' Night In - Marilyn & Ich

Lucy Holliday , Marion Herbert
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.01.2018
ISBN 9783736305526
Genre: Liebesromane

Rezension:

In Libbys Leben läuft derzeit alles nicht so recht, wie sie es sich wünscht. Überall scheint sie Probleme zu haben, vor allem aber mit den Männern. Da ist es doch schon fast ein magisches Zeichen, dass niemand anderes als die legendäre Marilyn Monroe eines Tages in ihrer Wohnung auftaucht! Und als wäre das nicht schon Grund genug, an dem eigenen Verstand zu zweifeln, gibt Marilyn, die für ihr Liebesglück nicht bekannt war, Libby Tipps in Sachen Dating. Das Verrückte ist nur: plötzlich ändert sich alles schlagartig für Libby ... nur ist das nicht unbedingt positiv.

Kurz vorweg: Ich lieeeeebe Marilyn Monroe und wusste deswegen schon beim Cover und Titel, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss! Wie ich erst beim Lesen merkte, ist dies der zweite Band um die Libby-Reihe, was allerdings nicht weiter stört. Ich habe gut in das Buch reingefunden und hatte auch nicht wirklich das Gefühl, bezüglich des ersten Bandes gespoilert zu werden! Da auf dem Buch auch keine Anmerkung war, dass es sich hier um den zweiten Band einer Reihe handelt, denke ich, dass diese auch separat voneinander gelesen können.

Der Schreibstil ist erfrischend und lädt ein, immer mehr Seiten zu lesen, wodurch man sich letztlich in einem Leserausch befindet. Die Thematik ist teils schon oberflächlich gehalten, allerdings nicht so oberflächlich, wie ich zunächst vermutet hatte. Es war wirklich entzückend, Marilyns Meinungen immer wieder zu lesen und auch zu sehen, wie sie auf die "neue Welt" (z. B. Reality-Shows) reagiert. Auch wenn mir Libby auch mit der Zeit sympathisch wurde, schlägt mein Herz doch für Marilyn!

Libby hadert in dieser Geschichte zwischen zwei Männern, die ich beide mochte, auch wenn sie sehr unterschiedlich waren. Trotz der teils widersprüchlichen Darstellung gelang es der Autorin dennoch irgendwie, mich von allen Charakteren zu überzeugen. Auch die, die wirklich unsympathisch waren, hatten ihren berechtigten Platz! Dadurch habe ich mich während des ganzen Lesens sehr wohl gefühlt.

Die Geschichte ist nicht nur voller Sonnenschein. Libby muss einige Rückschläge einstecken, die einen auch selbst darüber nachdenken lassen, wie das eigene Verhalten wohl manchmal wirkt, obwohl man das gar nicht beabsichtigt. Hier konnte ich sehr mit ihr mitfiebern!

Alles in allem hat mich das Buch sehr unterhalten. Auch wenn ich an Grace Kelly (die berühmte Person des Folgebands) nicht so interessiert bin, werde ich diesen wohl dennoch lesen, um zu wissen, wie es mit Libby und ihrem "Freund" weitergeht. So hat die Geschichte zwar auch einen guten Abschluss, allerdings interessiere ich mich zu sehr für ihr Liebesleben, um das Ganze jetzt einfach ruhen zu lassen. Auf jeden Fall werde ich aber auch noch den ersten Band rund um Audrey lesen. Auf jeden Fall eine Empfehlung für alle Marilyn-Begeisterte und die, die herzerwärmende Unterhaltung suchen!

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97 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Joyride

Anna Banks , Michaela Link
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 11.07.2016
ISBN 9783570310557
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die schüchterne Carly will alles, bloß keine Aufmerksamkeit und Ärger. Arden hingegen zieht Ärger magisch an und ist wegen seines berühmten Vaters auch in der ganzen Stadt bekannt. Aber bekanntlich ziehen sich Gegensätze ja an: an einem skurrilen Abend lernen die beiden sich kennen. Und Arden stellt überrascht fest, dass sie ganz anders ist, als er erwartet hat. Carly scheint das Problem all seiner Lösungen sein. Doch beide tragen ein dunkles Familiengeheimnis mit sich, das alles zerstören könnte...

Der Schreibstil ist super angenehm und flüssig. Man konnte sich sehr gut in die Welt der beiden träumen. Die Darstellung der Figuren ist auch nicht so klischeehaft, wie es sich auf den ersten Blick vielleicht vermuten ließe.

Im Großen und Ganzen war ich überrascht, dass das Buch doch mehr Tiefgang hatte, als die Beschreibung vielleicht zunächst erwarten lässt. Mir sind die Figuren und ihr Schicksal sogar mit der Zeit wirklich ans Herz gewachsen. Allerdings war mir das Ende dann letztlich doch ein bisschen zu salopp. Es war schon in Ordnung gelöst, dennoch hat mir da ein bisschen was gefehlt.

Alles in allem konnte mich die Geschichte gut für eine Zeit den Alltag vergessen und mich in eine andere Welt flüchten lassen. Es war ein sehr schöner und süßer Zeitvertreib!

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35 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Das Falsche in mir

Christa Bernuth
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 27.05.2016
ISBN 9783423216371
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit 50 Jahren hat Lukas Salfeld eine dunkle Vergangenheit hinter sich, die kurz davor ist, wieder zum Leben erweckt zu werden. Als Jugendlicher schnitt er seiner damaligen Freundin die Kehle durch und fügte ihr post mortem noch tiefe Schnittwunden zu. Dafür ging er mehrere Jahre in den Knast und wurde seitdem auch nicht mehr auffällig. Als er auf der Straße aber einem Mädchen begegnet, dass seiner toten Freundin sehr ähnelt, spürt er, wie er sich verändert und sein ganzes hart aufgebautes Leben ins Wanken gerät…

Die Kurzinformation hat mich extrem neugierig gemacht. Ich hatte keine Erwartungen an dieses Buch, weshalb ich auch nicht enttäuscht wurde, dafür aber positiv überrascht.

Das Geschehen reißt einen mit. Es ist nicht blutrünstig und sehr spannend geschildert. Man bekommt Einblicke in Lukas‘ Denken und weiß manchmal selbst nicht so recht, was man eigentlich glauben soll. Gerade Lukas‘ Zwiespalt ist hier extrem gut dargestellt und bringt einen immer wieder zum Grübeln, was denn nun dahintersteckt.

Ich muss gestehen, dass mich die Aufklärung der Mordserie, die hier in diesem Buch dann behandelt wird, nicht so sehr interessiert hat wie Lukas‘ Gedankengänge. Schön wäre hier noch tieferer psychologischer Einblick gewesen!

Das Ende konnte mich leider nicht so überzeugen. Es war nicht schlecht, aber jetzt auch nicht so, dass ich dachte: „Wow, dieses Buch wird mir noch lange in Erinnerung bleiben!“
Dennoch habe ich mich während des Lesens nie gelangweilt und würde es deswegen auch weiterempfehlen. Dementsprechend vergebe ich 4 von 5 Sternen :)

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95 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

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Cloud

Claudia Pietschmann
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Arena, 10.08.2017
ISBN 9783401603490
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Emma geht es seit dem Tod ihres Bruders, Ethan, hundeelend. Sie vermisst ihn, hat aber auch niemandem, mit dem sie ihre Trauer so wirklich teilen kann. Doch auf einmal kontaktiert sie ein Mitglied aus einer Facebook-Trauergruppe persönlich. Mit der Kontaktaufnahme von Paul beginnt ein neues Kapitel in Emmas Leben: endlich hat sie jemanden, der sie gänzlich versteht! Und auch sonst scheint sie mit ihm genau auf einer Wellenlänge zu sein. Sie fasst immer mehr Vertrauen zu ihm, doch dies soll noch ein bitteres Nachspiel haben…

Allein wegen des Titels hatte ich schon so eine Vorahnung, um welche Thematik es wohl in diesem Buch gehen könnte – und ich wurde nicht enttäuscht. Dennoch war das Setting ein wenig anders. Einzig und allein der Titel ist ein großer Kritikpunkt für mich, weil er schon so viel verrät.

Die Seiten fliegen nur so vor sich hin und die Geschichte reißt einen dynamisch mit. Identifizieren konnte ich mich mit der Protagonistin nicht, weil sie mir mit ihren 16 Jahren einfach zu naiv war. Manche ihrer Fehler waren wirklich unnötig.

Die Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren sind super geschildert und animieren dazu, darüber nachzudenken. Neben Paul hat sie noch Kontakt zu Matt, den sie auch im realen Leben kennt. Er ist der Traum-Schwiegersohn und wird am Anfang als sehr spießig dargestellt. Seine Darstellung ändert sich aber zum Glück mit der Zeit, sonst hätte ich nicht mit ihm sympathisieren können.

Ich muss gestehen, dass mich das letzte Drittel des Buches schon ein wenig enttäuscht hat. Es war für mich einfach vieeel zu vorhersehbar, weshalb ich auch nicht so wirklich mitfiebern konnte. Das Ende war mir leider auch ein bisschen zu viel des Guten. Darauf möchte ich aber auch nicht genauer eingehen, um niemandem die Lesefreude zu nehmen! 😊

Alles in allem hat mir das Buch aber dennoch gut gefallen, weil es erschreckende Zukunftsvisionen aufzeigt. Es regt zum Nachdenken an, wie man mit seinen Daten umgehen sollte. Dank des Schreibstils ist es auch noch angenehm zu lesen. Insgesamt vergebe ich 4,5 von 5 Sternen!

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567 Bibliotheken, 16 Leser, 2 Gruppen, 104 Rezensionen

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Pandora - Wovon träumst du?

Eva Siegmund
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbt, 11.04.2016
ISBN 9783570310595
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwei Mädchen treffen sich und auf einmal ist alles anders. Sie erfahren, dass sie Schwestern sind und ihre Eltern tot sind. Aber nicht nur das - ihr Vater scheint sogar ihre Mutter ermordet zu haben!

Das Cover ist wunderschön und ein echter Blickfang. Leider ist der Schein hier größer als das Sein. Ich finde es immer noch schade, dass mich das Buch bei so einem schönen Cover nicht überzeugen konnte.

Der Schreibstil ist super angenehm. Zusätzlich wird auch aus mehreren Perspektiven berichtet, was mir immer sehr gefällt. Dennoch konnte ich leider zu keiner Figur eine Bindung aufbauen, weshalb das Interesse hier auch geringer war. Außerdem hat mich gestört, wie die Autorin über manche Dinge - bspw. das Darknet - berichtete. Hier hatte ich immer wieder das Gefühl, dass sie keine wirkliche Ahnung hat.

Die Geschichte spitzt sich zwar mit der Zeit zu, dennoch kommt aber keine wirkliche Spannung auf. Für alle Probleme werden viel zu schnell Lösungen gefunden. So ist es zwar unterhaltsam, aber nicht spannend.

Insgesamt war das Buch zwar nett zu lesen, hat mich aber mit jeder Seite mehr enttäuscht, weil ich mir einfach mehr erhofft hatte. Echt schade, da mir die ursprüngliche Idee echt gut gefallen hat!

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168 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

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Sommernachtsfunkeln

Beatrix Gurian
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.04.2017
ISBN 9783401603223
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach dem Abitur will Kati nur noch weg aus Deutschland und flüchtet nach Amerika. Dort arbeitet sie als Au pair. Dass sie sich gerade die USA ausgesucht hat, hat auch einen tieferen Grund, den sie aber niemandem verraten will. Ihr Leben scheint schon super zu sein: sie hat tolle Kinder, auf die sie aufpassen soll, und fühlt sich auch sonst wohl. Als sie dann Jeff, den Besitzer einer Bar, kennenlernt, ist es wie ein Lottogewinn: er erkennt ihr verstecktes Potenzial und scheint sich auch zusätzlich noch mehr für sie zu interessieren als alle. Kati kann ihr Glück kaum fassen: So jemand will etwas von ihr, dem grauen Mäuschen? Auch wenn sie gedanklich immer noch nicht so wirklich über Luke aus Deutschland hinweg ist, wagt sie den Sprung ins Abenteuer und verändert damit ihr ganzes Leben.

Zunächst muss ich das Cover einfach loben: es ist wunderschön und schon fast Prinzessinnen ähnlich! Ich kann mich daran gar nicht satt sehen!

Von Frau Gurian habe ich schon sehr viele Bücher gelesen und habe auch hier wieder ihren super angenehmen Schreibstil genossen. Man versinkt in ihren Worten und ihrer erschaffenen Welt. Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen, wollte aber zugleich auch nicht, dass das Buch endet.

Das Buch ist bei Arena erschienen, weshalb ich davon ausging, dass es wie üblich ein "Thriller" werden würde. Das ist hier aber nun gar nicht der Fall. Die Geschichte plätschert so vor sich hin und man hat die ganze Zeit keine Ahnung, worauf es hinauslaufen soll. Das hat mich schon etwas gestört, war mir letztlich aber auch egal, weil ich die Schilderungen über das Hollywoodleben so genossen habe! Es muss nicht imemr nur um Verbrechen gehen ;)
Allerdings hat mir dann dennoch dieses gewisse Etwas gefehlt, was ich von dem Buch erwartet habe. Jaja, diese Erwartungen immer. Hätte ich nicht diese Vorstellungen gehabt, hätte mir das Buch wahrscheinlich auch noch besser gefallen. So hat mich aber schon diese Harmonie etwas gestört und auch das Ende konnte mich leider nicht wirklich überzeugen.

Dennoch hatte ich sehr viel Spaß dabei, dieses Buch zu lesen, weshalb ich insgesamt - dankbar für die schönen Lesestunden - vier von fünf Sternen vergebe!

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202 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

amore, bruder, familie, geheimnisse, hamburg, italien, jana, jugendbuch, liebe, mafia, mord, rom, studenten, zeugenschutz, zeugenschutzprogramm

Wenn auch nur für einen Tag

Annette Moser
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Loewe, 09.10.2012
ISBN 9783785575611
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Liebesgeschichte von Jana und Lukas ist genauso tragisch wie süß. Sie hat ihren geliebten vor ein paar Monaten durch einen Mord verloren. Lukas spielt bei diesem Mord eine wichtige Rolle. Beide wissen nicht, wie nah sie dem anderen eigentlich stehen. Aber dennoch fühlen sie sich vom ersten Moment zueinander hingezogen…

Ja, wie die Beschreibung schon vermuten lässt, handelt es sich hier um eine romantische Teenie-Geschichte, bei der man keinen sonderlichen Tiefgang erwarten kann. Dafür kann man aber den Alltag für ein paar Stunden vergessen und ins Geschehen abtauchen. Ein echtes Buch, bei dem man die Seele  baumeln lassen kann!
Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich gut lesen.

Sehr gut hat mir gefallen, dass die Geschichte aus beiden Perspektiven erzählt wurde, weil man sich so beiden näher fühlte. Allerdings war ich an Lukas bei Weitem mehr interessiert, er war aber auch einfach der spannendere Charakter!

Die Schilderungen und örtlichen Beschreibungen sind wirklich super. Ich hoffe, dass ich in nächster Zeit noch mehr von der Autorin zu lesen bekomme. Ihr Buch „Mein Leben für dich“, was vom Stil her ähnlich ist, habe ich ähnlich so verschlungen wie dieses.

Wirklich spannend war die ganze Geschichte nicht; es war eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Eine „überraschende Wendung“ war für mich jetzt nicht unerwartet – ich wusste schon recht früh, wer (oder vielleicht auch was? :p) dahinter steckt. Das empfand ich aber nicht weiter als störend.

Dementsprechend vergebe ich vier verzauberte Sternchen, weil mich diese Geschichte packen konnte, auch wenn sie nichts Besonderes ist. Dennoch hat sie mir einige schöne Lesestunden bereitet, die ich nicht missen möchte!

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151 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

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Der gefährlichste Ort der Welt

Lindsey Lee Johnson , Kathrin Razum
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423281331
Genre: Romane

Rezension:

Mill Valley ist einer dieser Orte, an dem niemand leben will: Die Stadt versinkt in alten Gewohnheiten und Spießigkeiten, die Hoffnung und der Lebensmut scheinen hie schon länger keine Definitionen der Gegend zu sein.

Tristan ist ein aufmerksamer, wenn auch etwas sonderbarer, Schüler. Seine Mutter betüddelt ihn, während er von seinen Mitschülern geächtet wird. Eines Tages übertreiben diese es mit den Sticheleien und Tristan zieht die Reißleine – er bringt sich um. Danach ist für die Mitschüler nichts mehr, wie es einmal war … denkt man zumindest.


Das Setting ist sehr gut gewählt. Der Ort strahlt etwas so Deprimierendes aus, dass einen allein die Beschreibungen schon unglücklich machen. Dementsprechend ist der Schreibstil auch eher drückend. Auch wenn das Buch recht dünn ist, gelang es mir nicht, es in einem Rutsch zu lesen. Das wäre bei diesem Exemplar aber auch die falsche Herangehensweise gewesen. Allerdings liegt es nicht nur allein am Schreibstil, dass ich mich für das Buch nicht begeistern konnte. Die Charaktere ließen mich einfach kalt. Sie sind egoistisch, widerlich im charakterlichen Sinne und einfach auch farblos.

Ich muss gestehen, dass ich möglicherweise auch mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen bin. Ich dachte, dass das Thema Suizid hier im Vordergrund stand, was dann aber meist nur nebensächlich der Fall war. Bei einem Charakter gibt es eine detailliertere Auseinandersetzung mit Tristans Suizid, wenn ich aber bedenke, was für eine tragende Rolle sie dabei gespielt hat, dann war es mir einfach zu flach. Mir fehlt hier der Tiefgang. Allgemein war mir das einfach nicht rund und stimmig genug. Natürlich kreist danach nicht alles um den Suizid eines Menschen und in der Regel sind Menschen auch einfach so „egoistisch“ und leben einfach weiter, aber hier erlebten diese Menschen Schicksalsschläge und es wirkte so, als sollte man Mitleid mit ihnen haben. Klar, war alles recht heftig, aber für mich stand das in keinerlei Relation zu dem, was sie Tristan angetan haben. Natürlich kann man Leid nicht vergleichen und kann auch nicht sagen, dass Menschen eine Person zum Suizid „zwingen“, aber Freud beispielsweise war der Ansicht, dass Suizid aus den Todeswünschen gegenüber anderen Personen resultiert, die man wegen der Gesellschaft aber nicht haben sollte, weshalb man die Aggressionen gegen das eigene Selbst richtet und so sich zuletzt umbringt. Immer wieder hatte ich diese Gedankengänge im Kopf und konnte beim Lesen immer wieder Wut empfinden.

„Gespielte Melancholie, Tagebuchpoesie“, singt Casper inseinem Lied Jambalaya. Das trifft auf dieses Buch gut zu. Ich empfand es immer wieder als heuchlerisch und als ermüdend, weil immer wieder gezeigt wurde, wie schlecht es allen doch geht. Zu dem ursprünglichen Thema, Suizid, wurde aber nie richtig Bezug genommen. Ich finde es aber gut, dass es endlich mal ein Buch gibt, dass die Jugend nicht im vollen Maße verherrlicht. Gerade das Thema Mobbing wird hier sehr gut beschrieben.

Insgesamt hat mich das Buch mehr aufgeregt als erfreut. Ich werde es definitiv kein weiteres Mal lesen, weil es mich wirklich enttäuscht hat. Die anderen Charaktere konnten mich gar nicht berühren. Es war ganz nett, die Geschichte mal zu lesen, aber das wars dann auch. Profitiert habe ich davon nicht.


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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Tote Mädchen lügen nicht - Filmausgabe

Jay Asher
E-Buch Text: 289 Seiten
Erschienen bei cbt, 13.03.2017
ISBN 9783641220044
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Clay Jensen könnte keiner Fliege etwas tun. Umso entsetzter ist er, als er ein Paket ohne Absender bekommt. In diesem Paket sind Kassetten. Kassetten mit der Stimme von einer Mitschülerin. Hannah, Hannah Baker. Nur ist diese tot. Sie hat sich umgebracht. Auf den Kassetten erklärt sie die Gründe für ihr Handeln. Als wäre das nicht schon schockierend genug, offenbart sie, dass jeder, der diese zu hören bekommt, mit für ihren Tod verantwortlich ist. Aber wie kann das sein? Clay war doch heimlich verliebt in sie. Nie hätte er sich zu träumen gewagt, dass er einen Teil der Verantwortung trägt. Die Ungewissheit nagt an ihm und so beginnt er, Hannahs letztem Willen, die Kassetten zu hören, zu folgen…

Ich habe mit dem Buch schon früher einmal begonnen, konnte mich dafür aber nicht so begeistern. Nachdem ich jetzt die Serie gesehen habe, habe ich mir das Buch wieder vorgenommen und es recht zügig beendet. Im Gegensatz zu dem Buch ist die Serie viel ausgeschmückter und behandelt auch die Reaktionen der Hörer und nicht nur die von Clay, der hier in der gegenwärtigen Geschichte der Protagonist ist.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Zwischendurch war es manchmal unangenehm auseinander zu halten, welche Worte jetzt Clay und welche Hannah zuzuordnen sind, aber das ist nur ein kleiner Makel.

Die Beweggründe Hannahs sind verständlich und zugleich auch nicht. Allerdings bin ich eh der Ansicht, dass man sich über diese Umstände kein Urteil erlauben darf. Dennoch sehe ich auch hier das Problem und die Gefahr des Werther-Effekts: Das Buch richtet sich an junge Erwachsene, die mit einigen Problemen zu kämpfen haben, was ja „normal“ ist, wenn man dabei ist, seine Identität zu entwickeln. Hannahs Leben ist nicht weiter auffällig, es ist eher ein Beweis dafür, wie grausam Kinder bzw. Menschen sein können. Und genau hier sehe ich das Problem: das Buch nimmt einen mit, lässt einen nicht los und sorgt auch dafür, dass es einem schlecht geht. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Menschen zum Teil zu etwas verleiten könnte.

Die Thematik, Suizid unter Jugendlichen, ist ein extrem wichtiges. Ich denke, dass es sehr schwer ist, hier einen behutsamen Tonfall zu treffen. Bei solchen Gefahren besteht immer die Gefahr der Nachahmung. Allerdings strahlt Hannah so eine Ausweglosigkeit aus, dass ich mir vorstellen könnte, dass sich viele junge Leute damit identifizieren könnten. Als Schullektüre eignet sich das Buch allerdings optimal, gerade um für das Thema zu sensibilisieren. Und genau das gefällt mir so an diesem Buch: es weist auf die Missstände hin, wie einsam eine Person doch sein kann/sich fühlen kann, obwohl sie so einen glücklichen Eindruck vermittelt.

Gerade bei Clay sieht man ja, dass auch Menschen, die es gut mit einem meinen, sich manchmal vom Schein trügen lassen. Zwischendurch war es aber leider so, dass es zu viele Schuldzuweisungen waren. Ich weiß, dass das anders gemeint war, aber gerade für Leute, die dafür nicht sensibilisiert sind, kann Hannahs Wortwahl falsch rüberkommen.

Alles in allem kann ich das Buch nur jedem empfehlen. Allerdings ist es, obwohl es ein Jugendbuch ist, keine leichte Kost. Man wird sich mit Gedanken plagen und dringend mit jemandem reden wollen. Hannahs Verzweiflung spürt man förmlich. Man sieht auch, was einzelne Dinge bewirken können – Dinge, die eigentlich klar sein sollten, aber nicht sind, wenn man sich nicht damit beschäftigt. Alles in allem ein sehr gutes Buch, das mich sehr bewegt hat und das ich so schnell wohl nicht vergessen werde.

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1.949 Bibliotheken, 72 Leser, 0 Gruppen, 351 Rezensionen

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Berühre mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2017
ISBN 9783736305274
Genre: Liebesromane

Rezension:

Für die Uni hat Sage alles hinter sich gelassen. Es war ein perfekter Anlass, um aus ihrem derzeitigen Leben zu flüchten und endlich selbstständig zu sein. Doch auch wenn die Uni einiges zu bieten hat, jagen die Geister der Vergangenheit sie. Sage ist ihren inneren Dämonen komplett schutzlos ausgeliefert. Da hilft es auch nicht, dass ein attraktiver Luca versucht, für sie da zu sein. Nein, es ist noch nicht einmal hilfreich für sie, sondern verschlimmert alles nur noch mehr. Aber zugleich fühlt sie sich auch so zu ihm hingezogen...

Wie ich in der Leserunde erfahren habe, scheint dieses Buch nicht das erste der Autorin zu sein. Für mich war es das, aber es war definitiv nicht mein letztes! Der Schreibstil ist super und man kann wirklich in das Geschehen abtauchen. So extrem hatte ich das schon lange nicht mehr.

Insgesamt ist es eine sehr süße Geschichte - voller Liebe, Hoffnung und Freundschaft. Zugleich behandelt es aber auch ein sehr ernstes Thema, das Sages Vergangenheit betrifft. Die Protagonistin ist hier Sage, allerdings muss ich gestehen, dass ich viel lieber über etwas Luca gelesen habe. Die Autorin hat sich sehr gut psychologisch mit Sages Problemen auseinander gesetzt, aber mich dennoch teils nicht überzeugt. Manchmal konnte ich da nur den Kopf schütteln. Dafür aber, dass es so ein schwieriges Thema ist, hat sie sich sehr gut geschlagen. Um welches Geheimnis es sich hier handelt, möchte ich nicht näher verraten ;)

Allgemein muss ich gestehen, dass mir die "Nebencharaktere" (in diesem Falle: alle außer Sage) viel sympathischer waren und ich hier auch ein klareres Bild von ihnen vor Augen hatte. Naja. Meine schlechte Meinung von Sage ist vor allem auf dem Ende des Buches begründet.

Das Ende beinhaltet einen fiesen Cliffhanger. Ich bin echt froh, dass der zweite - und vermeintlich auch letzte - Teil hier schon im Januar rauskommt. Dieses Buch lässt einen träumen, aber auch teils mit einem mulmigen Gefühl zurück. Das Ende hat mir leider so gar nicht gefallen. Mir ist schon klar, dass eine Entscheidung hier schwierig war, aber dennoch ... deswegen gibt es auch "nur" 4,5 Sterne für diese zauberhafte Geschichte. Das hat mich dann doch zu sehr gestört. Dennoch freue ich mich auf den zweiten Teil und were definitiv noch mehr von der Autorin lesen!

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700 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 152 Rezensionen

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Elanus

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 22.08.2016
ISBN 9783785582312
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jona ist ein Genie und hat durch seine Gabe ein Stipendium an einer Elite-Universität ergattert. Zusätzlich hat er eine Drohne, mit der er gerne Leute ausspioniert. Ein Unrechtsbewusstsein empfindet er deswegen nicht. Aus Spaß schickt er einer Studentin der gleichen Uni einen Drohbrief. Doch damit setzt er Dinge in Bewegung, die er sich nie zu träumen gewagt hätte...

Zugegeben, ich habe das Buch hauptsächlich gelesen, weil ich die Autorin so gerne mag. Die Geschichte an sich hat mich von Anfang an nicht so überzeugt, aber dennoch wollte ich dem Buch eine Chance geben.

Der Schreibstil ist wie immer super! Da kann man wirklich nichts gegen sagen. Die Charaktere fand ich hier allerdings nicht so gut dargestellt. Da hätte ich mir etwas mehr Liebe in der Darstellung erhofft. Zusätzlich ist der Hauptcharakter auch einfach unsympathisch, wodurch es noch schwieriger wird, eine Beziehung zu dem ganzen Geschehen aufzubauen und darin zu versinken.

Die Geschichte an sich ist ... naja, ganz unterhaltsam. Wirkliche Spannung kommt hier nie auf und die letzten 30 Seiten waren leider auch recht enttäuschend. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass jetzt nur so gehandelt wird, damit halt etwas passiert. Und naja, ehrlich gesagt, ist das kein Gefühl, dass die Lesefreude enorm steigert. Die Grundidee war an sich nicht schlecht, wurde aber leider recht stark in den Sand gesetzt. Hier wurde sehr viel Potenzial verschenkt. Wirklich schade!

Dennoch kann man das Buch gut zwischendurch lesen. Der Schreibstil rettet hier wirklich sehr, sehr viel. Deswegen vergebe ich insgesamt gut gemeinte 3,5 Sterne.

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112 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

cool, dexter, freundschaft, jung, liebe, mädchen, musik, remy, sarah dessen. jugendbuch, schriftstellerin, studium, usa, verliebt, vertraue, vertrauen

Zu cool für dich

Sarah Dessen , Gabriele Kosack
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2012
ISBN 9783423782630
Genre: Jugendbuch

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214 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Der Schneeleopard

Tess Gerritsen , Andreas Jäger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.09.2016
ISBN 9783734100475
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Alles beginnt mit dem Mord des Jägers und Tierpräparators Leon Godt in Boston, welcher ausgeweidet und aufgehängt wurde. Allerdings scheint dieser Mord nicht der einzige zu sein, sondern mit anderen in Beziehung zu stehen, nämlich auch mit Fällen in Afrika. Die Spuren scheinen zunächst auf nichts hinzudeuten, aber mit der Zeit ergibt sich ein immer klareres Muster. Nur weiß man leider nie, wem man trauen kann und wem nicht…

Ich bekam dieses Buch geschenkt, da die Schenkerin so überzeugt von dem Buch war. Mir war bewusst, dass es sich hier um eine Reihe handelt, die ich aber nicht gelesen hatte. Der Fall klang soweit ganz nett, aber es wäre definitiv kein Buch, das ich mir selbst gekauft hätte.

Mit dem Lesen überzeugte mich das Buch aber immer mehr. Der Schreibstil ist wirklich fesselnd. Selten konnte ich mich so an einer Geschichte festlesen. Die Geschichte wird aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Welche das sind, will ich hier nicht verraten. Dadurch bekommt man einen noch besseren Einblick in das Geschehen und lernt die Charaktere auch viel besser kennen, was bei einer eindimensionalen Erzählweise ja häufig nicht gegeben ist!

Es gibt auch viele Schilderungen über Afrika, die mich sehr fasziniert haben. Dieser Kontinent reizt mich schon lange, auch wenn mir die Gefahren des Landes natürlich deutlich bewusst sind. Die Autorin versteht es, hier geschickt ein stimmiges Bild zu vermitteln, allgemein ist dieses Buch glücklicherweise nicht durch Schwarzweiß-Zeichnungen gekennzeichnet.

Die Spannung war für mich jetzt nicht so greifbar, auch wenn es sehr unterhaltsam war. Wirklich mitgefiebert habe ich auch nie. Die Personen sind mir auch nicht nähergegangen, aber ich denke, dass das vor allem daran liegt, dass ich noch nicht so viel mit dem Ermittlerduo erlebt habe, da ich die anderen Teile nicht gelesen habe.

Alles in allem kann ich das Buch empfehlen, auch wenn der Klappentext an sich nicht so verheißungsvoll klingt. Es hat mich dennoch überzeugt und konnte mir einige schöne Lesestunden bereiten. Die Autorin werde ich auf jeden Fall im Auge behalten!

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173 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Stop saying Goodbye

Sarah Dessen , Gabriele Kosack
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2012
ISBN 9783423782616
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Seit der Trennung ihrer Eltern hat sich für Mclean alles verändert: Sie führt nun mit ihrem Vater, welcher ein Restauranttester und -retter ist, ein Nomadenleben. Feste Verbindungen kann sie da nicht gebrauchen. Die immer neuen Orte nutzt sie aber zugleich auch, um sich selbst mehr zu finden, jedenfalls scheint es so: an jedem neuen Ort schlüpft sie in eine neue Rolle und ändert sogar ihren Namen. Sie scheint nirgendswo wirklich Zuhause zu sein und hat auch den Halt zu ihrer alten Heimat verloren. Letztlich hat sie sich selbst verloren. Stets behält sie die Kontrolle, damit andere Menschen bloß nicht zu ihr vordringen können. Doch auf einmal ist alles: von Anfang an scheinen die Leute sich wirklich zu interessieren und es scheint beinahe unmöglich, die Fassade des falschen Selbsts aufrechtzuerhalten…

Ich liebe Sarah Dessen! Ihre Bücher habe ich schon mehrfach verschlungen und kann von ihnen einfach nicht genug bekommen. Ihr Schreibstil lässt sich angenehm und flüssig lesen, zugleich ist er aber auch sehr psychologisch geprägt. Auch wenn sie ihre Charaktere nicht zu detailliert beschreibt, hat man dennoch ein klares Bild von ihnen vor Augen und kann so voll und ganz ins Geschehen abtauchen.

Man begleitet Mclean auf ihrer Reise und ihrer Selbstfindung. Die Nebenrollen können aber dennoch das Herz des Lesers erobern. Alle Schicksale gehen einem nah und man interessiert sich auch für diese. Gerade die Tatsache, dass nicht alles nur komplett auf den Hauptcharakter fokussiert ist, hat mir wieder einmal sehr gut gefallen. Man kann auch die Perspektiven der anderen nachvollziehen, auch wenn dies verständlicherweise nicht so gut möglich ist wie bei Mclean selbst, aus deren Sicht das Buch auch geschrieben ist. Obwohl man die Geschichte nur von ihrer Seite hört, verfügt man über eine Fremdeinschätzung, also in diesem Sinne die eigene Einschätzung des Ganzen, was aber nicht zuletzt daran liegt, dass sie sehr reflektiert ist.

Die Handlung schildert hauptsächlich von dem Wandlungs- und Findungsprozess. Vom Erwachsenwerden, Vergeben, Entscheidungen treffen und zuletzt auch zu sich selbst zu finden. Wirkliche Spannung ist hier im Vergleich zu anderen Büchern natürlich nicht zu finden, dafür ist es aber sehr inspirierend und erhellend.

Alles in allem kann ich dieses Buch nach wiederholtem Male nur jedem empfehlen, der sich für die Bildung der Identität interessiert!

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138 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 48 Rezensionen

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Sieben Nächte in Tokio

Cecilia Vinesse , Stephanie Singh
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 26.08.2016
ISBN 9783423761499
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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94 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

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Ghetto Bitch

Gernot Gricksch
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Dressler, 09.05.2016
ISBN 9783791500065
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nele führt ein traumhaftes Leben: tolle Freunde, keine Geldsorgen, ein perfekter Freund und zugleich auch noch eine recht harmonische Familie. Das alles ändert sich aber schlagartig, als sie durch den Tod des Vaters auf einmal komplett bankrott sind. Und so kommt es, dass sie aus dem noblen Viertel ins Ghetto ziehen müssen. Ein absoluter Horror für Nele. Auf solche Menschen hat sie bisher immer nur angewidert herabgesehen. Und auch die vermeintlichen "Assis" sind nicht sonderlich angetan von der Zugezogenen. Doch mit der Zeit muss Nele erkennen, dass Geld eben doch nicht alles ist und es auch noch andere Faktoren zum Glück gibt. Sind die Menschen hier vielleicht glücklicher als die Reichen?

Hachja, Selbstfindungsprozesse finde ich immer ein super Thema für ein Buch. Auch wenn die Idee nicht sonderlich revolutionär ist, war ich dennoch gespannt, was der Autor daraus machen würde und war begeistert.

Der Schreibstil ist angemessen und nicht zu hochgestochen. Die Charaktere waren mir zum Großteil echt sympathisch und sind auch authentisch gezeichnet. Nele verhält sich manchmal sehr kindlich und kindisch, was aber in dem Alter normal ist. Gerade das fand ich sehr gut: hier gab es einfach kein komplettes Schwarz-Weiß-Denken, wodurch man selbst halt auch viel eher über vermeintliche Vorurteile nachdachte, wodurch es neben dem Spaß auch schon beinahe inspirierend war.

Die Seiten flogen nur so dahin und ich konnte mich kaum von der Geschichte lösen. Ich tauchte förmlich in diese Welt ab und wollte einfach wissen, wie es weitergeht. Die ganze Zeit wusste ich nicht, was mich für ein Ende erwarten würde. Wie ich zu dem Ende stehen soll, weiß ich persönlich übrigens nicht. Ich fand es sehr rührend, frage ich aber, ob es realistisch ist. Das ist aber auch der einzige Makel, den ich bei diesem Buch finden konnte, obwohl man dies auch nicht wirklich als Makel bezeichnen würde.

Alles in allem kann ich die Geschichte nur jedem empfehlen, der sich für die Identitätsfindung interessiert und mal seichte Unterhaltung genießen will. Meiner Meinung nach ist es auch für alle Altersgruppen geeignet.

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503 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 49 Rezensionen

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Wenn du mich siehst

Nicholas Sparks , Astrid Finke
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.03.2016
ISBN 9783453268760
Genre: Liebesromane

Rezension:

Was für jeden eine schreckliche Nacht gewesen wäre, wendete sich für Maria noch zum Guten: bei einer Autopanne mitten in der Nacht im Nirgendwo bekommt sie unverhoffte Hilfe von Colin, der so rein optisch gar nicht zu ihr passt. Die beiden trennen Welten, aber dennoch sind sie ihren Gefühlen machtlos. Wenn da nur nicht die Vergangenheit wäre, die beide am liebsten vergessen würden...

Ja, eine typische Liebesgeschichte. Was erwartet man auch anderes von Nicholas Sparks?
Aber genau so ist es dann doch nicht! Klar, natürlich werden hier eine Beziehung und auch Gefühle thematisiert, aber hauptsächlich geht es um die Probleme der beiden im Einzelnen. So blieb die Romantik hier teils auf der Strecke. Das empfand ich persönlich aber nicht als schlimm, sondern als angenehm, weil es mal eine nette Abwechslung war. Es ist halt doch kein typischer Sparks.

Die Geschichte wird aus den Perspektiven von Maria und Colin geschildert, was ich sehr gut fand, weil  man so zwar dennoch eine subjektive Darstellung vermittelt bekam, aber sich dennoch eine eigene Meinung bilden konnte, was ich immer sehr schätze.
Colin ist zwar eine Marke für sich, hat sich aber dennoch sofort einen Platz in meinem Herzen gesichert, was ich von Maria leider nicht behaupten konnte. Allgemein konnte ich zu ihr nie so die Beziehung aufbauen, was manchmal ein wenig hinderlich war.

Teils war die Geschichte ein wenig schleppend, weil ich das Gefühl hatte, dass sich alles im Kreis dreht. Die Erzählung war nicht so ganz, wie ich es mir erhofft hatte, wodurch ich teils auch ein wenig enttäuscht wurde. Sparks hat mich zwar wieder überzeugt, aber nicht gefesselt. Auch wenn es immer wieder Drama gab, fehlte mir einfach das gewisse Etwas. Sparks' Leser werden wissen, was ich meine, wenn sie dieses Buch gelesen haben.

Man kann dieses Buch lesen, muss man aber nicht. Für mich ist es auf gar keinen Fall mit "Mit dir an meiner Seite" zu vergleichen, weil dieses einfach um Längen besser ist. Dennoch sollte man sich diesen "anderen" Sparks nicht entgehen lassen!

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362 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 136 Rezensionen

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Dark Memories - Nichts ist je vergessen

Wendy Walker , Verena Kilchling
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 23.06.2016
ISBN 9783651025424
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jenny Kramer ist vergewaltigt worden. Das ist eine Tatsache. Alle wissen es. Nur sie nicht. Dank einer neuen Methode sind sämtliche Erinnerungen an die grausame Nacht gelöscht worden. Was zunächst als Segen erscheint, entpuppt sich wenig später als wahre Hölle: denn auch wenn sie sich selbst nicht mehr erinnert, erinnert sich sehr wohl ihr Körper an die Tat. Dieser Zustand zerreißt sie immer mehr, weshalb sie mithilfe einer Therapie anfangen soll, sich zu erinnern, nicht zuletzt damit ihr Vater endlich ruhen kann, da er seit Monaten den Täter jagt. Doch wem kann man noch trauen, wenn Jennys Erinnerungen anderen Menschen wirklich schaden könnte?

Ich beginne bald mein Psychologiestudium und wusste deswegen sofort: dieses Buch muss ich lesen! Ich habe viel erwartet und bin auch nicht enttäuscht worden. Das Buch spielt hauptsächlich aus der Sicht ihres Therapeuten, weshalb man sich sehr gut in die Geschichte einfinden kann und Unstimmigkeiten im Entwicklungsprozess auch gut auffallen. Demnach würde ich auch nicht sagen, dass ich mich mit irgendeinem Charakter wirklich identifiziert habe. Allgemein muss ich sagen, dass mich keine Figur wirklich beruht hat. Es gab zwar schon "ganz nette", aber niemanden, bei dem ich gesagt hätte: boah, der ist sympathisch, den mag ich!

Allgemein sollte man sich hier bewusst sein, dass es wirklich um die Therapie als Schwerpunkt hier geht. Wer eine gefährliche, mitreißende Geschichte sucht, bei der es einem den Atem verschlägt, der ist hier definitiv falsch aufgehoben. Das hätte auch nicht wirklich zu der Thematik gepasst.
Alles in allem finde ich das Buch nicht sonderlich reißerisch, habe aber von Freunden schon anderes gehört. Ich denke, das ist letztlich Geschmackssache.

Die ganze Zeit über weiß man nicht so wirklich, wie es ausgeht und kann sich auch nicht wirklich auf eine Theorie einigen. Dementsprechend wurde die Geschichte auch nie wirklich langweilig. Es war natürlich auch nicht schlecht, dass der Schreibstil angenehm und flüssig zu lesen war.

Das Ende hat mich nicht wirklich überzeugt. Für mich war es gerade in Bezug auf Jenny nicht stimmig. Allgemein muss ich auch sagen, dass es mir manchmal ein paar zu viele Schauplätze waren. Nie so, dass es nervig war, aber ich hätte den Fokus lieber auf Jenny allein und nicht auch auf ihrer Mutter gehabt. Es hat zwar zur Geschichte gepasst, aber mich nicht gänzlich überzeugt.
Nach Beenden des Buches war ich allerdings leider etwas unbefriedigt, weil für mich einfach etwas gefehlt hat. Alles in allem würde ich die Geschichte jedem empfehlen, der sich für die Psyche des Menschen interessiert. Einen Fehler macht man damit sicher nicht!

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65 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

2016, familie, fros, gefahr, geist, geister, grusel, jugendbuch, liebe, mystery, nahtod, nova weetman, rezensionsexemplar, teenager, umzug

Lily Frost

Nova Weetman , Friederike Levin
Fester Einband: 235 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 29.02.2016
ISBN 9783407746542
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lily Frost muss mit ihrer Familie aus Melbourne in ein kleines Kaff namens Gideon ziehen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, scheint es in diesem Haus noch zu spuken und das vom Feinsten: immer wieder geht das Licht aus und auf ihrem Zimmerboden ist ihr Name eingeritzt worden. Irgendwer oder eher irgendwas scheint mit ihr kommunizieren zu wollen. Dummerweise glaubt ihr aus ihrer Familie aber niemand. Und dann findet Lily auch noch heraus, dass sie der Tochter der ehemaligen Hausbesitzerin zum Verwechseln sieht. Die Tochter, die spurlos verschwunden ist...

Die Beschreibung hat mich schon sehr gereizt, weil ich mir etwas Mystisches erhofft habe. Leider muss ich gestehen, dass ich hier ziemlich enttäuscht wurde. Das Buch wird als Jugendbuch deklariert, aber für mich richtet es sich definitiv nur an jüngere Leser. Für mich, mit meinen 19 Jahren, war die Geschichte leider überhaupt nicht fesselnd und Spannung kam bei mir nie auf. Ich las das alles eher nur so nebenbei und konnte mich davon nie mitreißen lassen. Ich habe das Geschehen leider selbst überhaupt gar nicht gelebt, wodurch für mich alles nur so dahin plätscherte.

Mit Lily bin ich auch nie so wirklich warm geworden. Sie ist ein typisch zickiger Teenager, aber zugleich stellt sie sich auch unnötig an. Manchmal wirkte das auf mich so, als würde die Autorin versuchen, so die Seiten zu füllen. Allgemein war der Schreibstil zwar nett und unterhaltsam, wirkte aber in Bezug au die Protagonistin immer wieder sehr spöttisch. Da sie selbst durch den Erzählstil eigentlich immer als Witzfigur dargestellt wurde, die man nicht ernst nehmen kann, habe ich die ganze Entwicklung eher belächelt.

Auch die schaurigen Elemente lassen zu wünschen übrig. Es sind so typische 08/15-Elemente, die man aus jedem schlechten Film kennt. Nichts Innovatives und dementsprechend langweilig. Da ist es wohl wirklich gut, wenn man sich mit so etwas noch nicht beschäftigt hat.

Da das Buch auch recht dünn ist, werden alle Themen und auch die Charaktere nur oberflächlich beschrieben, wodurch einfach eine gewisse Tiefe fehlt, um in das Geschehen abtauchen zu können, was ich sehr vermisst habe. So lässt sich das Buch zwar zügig lesen, braucht aber dennoch seine Zeit, weil man einfach keine Motivation hat, da einen das Geschehen so kalt lässt

Immer wieder habe ich gehofft, dass das Ende vielleicht noch etwas rausreißen könnte, aber dem war leider nicht so. Stattdessen ist genau das eingetreten, was ich erwartet habe. Allgemein war die Geschichte leider sehr vorhersehbar, wie ich persönlich finde. Ich wurde in meinen Enttäuschungen immer wieder bestätigt, wodurch ich auch mit der Zeit immer frustrierter wurde.

Dieses Buch muss man dementsprechend wirklich nicht gelesen haben. Ich selbst würde es niemandem in meinem Alter empfehlen, wohl aber jüngeren Lesern, die anfangen, "unheimliche" Themen zu lesen. Für die wäre das Buch wahrscheinlich ganz nett und auch fesselnd, aber für meine Altersklasse ist es leider gar nichts. Da dies das Debüt der Autorin ist und ich halt wahrscheinlich auch zu alt für das Buch ist, vergebe ich nett gemeinte 2,5 Sterne von 5.

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Die 100

Kass Morgan ,
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 27.07.2015
ISBN 9783453269491
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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303 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

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Almost

Anne Eliot , Birgit Niehaus
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 18.03.2016
ISBN 9783423716710
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eine Nacht in Jess' Leben veränderte alles auf dramatische Weise. Jetzt versucht sie sich durch Normalität wieder ins Leben zu kämpfen. Und dafür hat sie einen genauen Plan: sie braucht ein Sommerpraktikum, ein soziales Leben und vor allem einen Freund! Denn ihr größter Wunsch ist es, endlich aufs College gehen zu können, wofür ihre Eltern sie allerdings labil halten. Doch die Bewerbung um ihren Praktikumsplatz erweist sich als Glückstreffer: ihr Mitkonkurrent, Gray, ist ein Mitschüler, mit dem sie einen Deal eingehen will: sie bezahlt ihn, damit er sich als ihr Freund ausgibt. So gesehen also eine Win-Win-Situation - oder etwa nicht?

Hachja, wunderschön vorhersehbar und oberflächlich wird man jetzt wahrscheinlich denken, aber Pustekuchen! In dem Buch gab es immer wieder überraschende Wendungen, auch wenn sie jetzt nie so schockierend waren wie beispielsweise in einem Thriller. Einzig und allein das Ende war sehr vorhersehbar und hat mich dementsprechend auch in gewisser Weise enttäuscht.
Zu der Oberflächlichkeit: das Buch befasst sich schon mit einer ernsteren Thematik, allerdings wird auf diese nicht ganz tiefgründig eingegangen, was aber okay ist. Für diese Geschichte war das völlig ausreichend. Da ich mich aber allgemein sehr dafür interessiere, fand ich es sehr schade, dass da nur eher an der Oberflächlichkeit gekratzt wurde.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, da er fesselnd und mitreißend ist. Die Geschichte wird aus beiden Perspektiven geschildert, wodurch man sich mit beiden identifizieren kann. Ich persönlich muss aber gestehen, dass ich zu Jess nie so einen guten Draht bekommen habe wie zu Gray. Über den konnte ich Stunden etwas lesen, über Jess eher nicht. Ihr Verhalten war zwar normal für ihre Vergangenheit, aber hin und wieder war es auch so undurchschaubar. Manchmal waren mir ihre Stimmungsschwankungen einfach zu viel.

Natürlich liegt der Fokus hier auch auf den Gefühlen und ich muss ehrlich gestehen, dass anfangs viel zu viel darüber geredet wird. Jede Seite ist mit emotionalen Beschreibungen gefühlt, wodurch es echt erst unauthentisch wirkte. Ich selbst muss gestehen, dass mich das wirklich nervte. Davon sollte man sich aber auf keinen Fall abschrecken lassen, denn das wird immer besser!
Allgemein merkt man, dass die Autorin im Buch immer mehr zu sich und ihrem Stil findet.

Alles in allem hat mir diese Geschichte sehr schöne Lesestunden beschert. Es ist definitiv ein Buch, das ich gerne irgendwann noch einmal lesen werde! Manchmal fehlte es mir ein wenig an Tiefe, aber das hat der Schreibstil super wett gemacht. Hier schwebt man manchmal wirklich auf Wolke 7 und träumt sich förmlich in die Geschichte. Eine absolute Leseempfehlung!

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Auserkoren

Carol Lynch Williams , Petra Koob-Pawis
Flexibler Einband: 219 Seiten
Erschienen bei cbt, 05.01.2012
ISBN 9783570307793
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kyra ist ein Mitglied einer Sekte, die die Polygamie als etwas Selbstverständliches sieht. Sie selbst kennt nichts anderes und hat erst kein Problem damit. Doch auf einmal soll sie an ihren alten Onkel  verheiratet werden, dabei liebt sie doch Joshua. Wenn sie einen heiraten will, dann ihn. Doch damit dieser Traum Realität wird, muss sie hart kämpfen. Und eins ist klar: nichts wird danach jemals wieder so sein wie zuvor...

Mich faszinieren Sekten ziemlich, weshalb ich dieses Buch einfach lesen musste. Auf dem Klappentext steht, dass sie in einer Mormonen-Familie lebt, was mir schwer fiel zu glauben. Klar, es gibt da hin und wieder Polygamie, aber ich selbst habe einen Monat bei einer solchen Familie gelebt und habe da nicht solche Zustände erlebt und auch die Gemeinde war nicht so wahnhaft. Hier sollte man also auf keinen Fall ein falsches Bild von Mormonen bekommen!

Der Schreibstil lässt sich gut lesen, aber ist jetzt auch nicht überragend gut. Mir wird er definitiv nicht lange im Gedächtnis bleiben. Er zeichnet sich durch keine besonderen Merkmale aus, was aber auch nicht weiter schlimm ist.

Dennoch wurde die Welt sehr eindrucksvoll beschrieben und ließ einen immer wieder den Kopf schütteln. Es ist schrecklich, dass manche Menschen anscheinend so leben können! Immer wieder habe ich tiefstes Mitleid mit Kyra und ihren Geschwistern empfunden.

Leider ist das Buch recht dünn, weshalb viele Themen auch nur oberflächlich angeschnitten werden und mehr auch nicht. Das finde ich echt schade, weil dadurch auch einfach eine gewisse Tiefe fehlt. Da die Geschichte aber eher für jüngere Leser*innen ist, ist das für diese also vollkommen okay.

Insgesamt eine nette Geschichte, die einem zeigt, wie schön unser Lebenskonzept doch ist. Man muss das Buch nicht gelesen haben, aber es ist nett zum Abschalten und in gewisser Weise auch um mal wieder vor Augen geführt zu bekommen, wie schön unsere Freiheit doch ist!

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