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322 Bibliotheken, 47 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

das reich der sieben höfe, feyre, fae, fantasy, dtv

Das Reich der Sieben Höfe – Flammen und Finsternis

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 720 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423761826
Genre: Jugendbuch

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93 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

familiensaga, england, jeffrey archer, vorstand, sibirien

Die Wege der Macht

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2017
ISBN 9783453419926
Genre: Historische Romane

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311 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 106 Rezensionen

liebe, prosopagnosie, mobbing, jennifer niven, übergewicht

Stell dir vor, dass ich dich liebe

Jennifer Niven , Maren Illinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.06.2017
ISBN 9783737355100
Genre: Jugendbuch

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517 Bibliotheken, 19 Leser, 0 Gruppen, 174 Rezensionen

magie, spiel, caraval, fantasy, liebe

Caraval

Stephanie Garber , Diana Bürgel
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 20.03.2017
ISBN 9783492704168
Genre: Jugendbuch

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62 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Illuminae

Amie Kaufman , Jay Kristoff , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423761833
Genre: Jugendbuch

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65 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

2017, damaris liest, philosophische freundschaftsbetrachtungen, erste liebe, familienkonzepte

Das Glück hat vier Farben

Lisa Moore , Maren Illinger
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 27.04.2017
ISBN 9783737354806
Genre: Jugendbuch

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

But Then I Came Back

Estelle Laure
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei HMH Books for Young Readers, 04.04.2017
ISBN 9780544531260
Genre: Sonstiges

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Das Rauschen in unseren Köpfen

Svenja Gräfen
E-Buch Text: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 12.05.2017
ISBN 9783843714938
Genre: Sonstiges

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83 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

cavaliersreise, jugendbuch, mackenzi lee, homosexualität, lgbt

Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans

Mackenzi Lee
E-Buch Text: 496 Seiten
Erschienen bei Königskinder, 24.03.2017
ISBN 9783646929591
Genre: Sonstiges

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290 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

magonia, jugendbuch, vögel, fantasy, schiff

Magonia

M. D. Headley , Julia Walther
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 03.04.2017
ISBN 9783453270176
Genre: Jugendbuch

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83 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

roman, asperger, autismus, niah finnik, ullstein fünf

Fuchsteufelsstill

Niah Finnik
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 07.04.2017
ISBN 9783961010035
Genre: Romane

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111 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

fantasy, gesellschaftskritik, scifi, mobbing, umweltkatastrophen

Alle Vögel unter dem Himmel

Charlie Jane Anders , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 23.03.2017
ISBN 9783596036967
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe mich so auf das Buch von Charlie Jane Anders gefreut. Das Cover hat mich schon direkt angesprochen und auch der Klappentext klang außergewöhnlich, auf eine fantastische und doch irgendwie auch realitätsnahe Art und Weise.

Und genau so ist Alle Vögel unter dem Himmel auch. Es ist anders. Kein Buch, was ich mit einem anderen vergleichen könnte, weil sich die Charaktere oder die Geschichte mit irgendetwas, was ich schon vorher gelesen habe, ähnelt. Es war ganz neu und anders und frisch.

Die Autorin hat so viele verschiedene Genre-Elemente in dieses Buch gepackt und mich von Anfang an mit den eigenwilligen, aber auch sehr sympathischen Charakteren eingenommen. Ich würde nicht sagen, dass meine Erwartungen übermenschlich waren, aber so ganz ohne bin ich da auch nicht herangegangen. Dazu klang die Geschichte, ein Technik-Nerd der eine Freundschaft mit einer naturliebenden Hexe eingeht und dann die Endlichkeit der Erde verhindern will zu spannend, zu vielversprechend.

Der Aufbau allein hat schon einiges an Stimmung hervorgerufen. Das Buch beginnt damit, dass man auf die junge Patricia trifft, die sich im Wald verirrt und auf einen mächtigen Sammelplatz der Vögel, einem Baum, trifft. Dieser Sammelplatz und der Baum sind magisch. Diese Begegnung wird Patricia noch lange im Gedächtnis bleiben und hat mich als Leser sehr schnell in eine Art Sog gezogen, in diese besondere Atmosphäre des Buches.

Immer mal wieder passieren Zeitsprünge, in denen wir eben Patricia oder Laurence in verschiedenen Abschnitten ihres Lebens begleiten. Das aber chronologisch in einer Richtung, bis die beiden ungefähr Mitte zwanzig sind. Die erste Begegnung findet mit sehr jungen Jahren statt, bei welcher klar wird, dass beide eher auf der Verliererseite der Gesellschaft stehen. Beide werden von ihrem Umfeld eher ausgegrenzt und klein gehalten. Was mich an dieser Stelle richtig genervt und geärgert hat war, dass die jeweiligen Familien und Eltern der beiden echtes Arschloch-Verhalten an den Tag legen. Und das war es dann schon. Die Eltern haben kein Verständnis für die Leidenschaften und Interessen ihrer Kinder und irgendwer (Geschwister, Lehrer, etc.) können irgendwas komisches sagen und zack – wird ein Verbot ausgesprochen. Das ist sehr eindimensional und platt ausgearbeitet. Aus dem Grund wirken die Familienumstände von Patricia und Laurence nicht nur extrem düster, sondern auch irgendwie zu fiktiv. Warum weshalb so miteinander umgegangen wird, wird gar nicht richtig erklärt.

In Alle Vögel unter dem Himmel hatte ich ebenso ganz oft das Gefühl, das gleichzeitig sehr viel und doch sehr wenig passiert. Die Ereignisse ketten sich sehr schnell hintereinander und man bekommt als Leser immer wieder neuen Input. Es ist kein atemloser Thriller, allerdings weiß die Autorin eben, den Leser auf Trab zu halten. Das fand ich super und hat mich gerade gegen Ende, wo ich das Buch endlich abschließen wollte, auch gut durchgezogen. Wiederum passiert so viel, dass ich manchmal das leichte Gefühl bekam, dass ich etwas Entscheidendes verpasse.

Denn die Autorin bringt zwar durch die Ereignisse sehr viel Leben und Bewegung in die Geschichte, doch fehlt die Prise Ausschmückung, damit man als Leser auch hinterherkommen kann. Zum Beispiel hält sich die Autorin nicht lange mit Umgebungsbeschreibungen auf, oder mit Erklärungen, wie die Welt genau aufgebaut ist, wie Patricia oder Laurence leben, wie es ihnen geht, wie die jeweiligen Netzwerke der beiden später im Erwachsenenleben aussehen. Und das ist entscheidend. Denn Patricia befindet sich einem Hexenzirkel (?) und dort gibt es gewisse Regel und Hierarchien. Das Gleiche gilt für Laurence und seine Wissenschafts-Nerds. Man erfährt das alles ganz grob und das muss eben reichen. Und das tut es eben nicht. So liest man weiter, ohne die  richtigen Schlussfolgerungen gezogen zu haben. Daraus schließend hatte ich immer das Gefühl, irgendwas überlesen oder verpasst zu haben und dieses fantastische Konstrukt bleibt mir als Leser doch irgendwie fremd.

Im Großen und Ganzen mochte ich das Buch trotzdem. Es ist nicht perfekt und bei weitem nicht das, was ich mir erhofft hatte. Die Geschichte ist manchmal wirr und etwas unausgegoren. Die Autorin verwendet so viel Ansätze, die dann komplett zwecklos für die Geschichte im Raum stehen, an anderer Stelle aber wieder sehr viel Sinn ergeben. Es ist enorm schwierig zu begründen, warum es eben an gewissen Stellen richtig gut war (allein manche Sätze, siehe die Zitate, sind der Hammer!). Und die Gedankenansätze, die Message, dass Handlungen Konsequenzen haben, auf kleiner und großer Ebene (Thema Umweltverschmutzung und Nachhaltigkeit) sind großartig! Genau so etwas sollte es häufiger im Jugendbuchbereich geben. Trotzdem hätte da noch mehr kommen können, wenn das Buch mehr in die Tiefe gehen würde. Auf so vielen Ebenen. Es war nicht der Schreibstil, der mich so begeistert hat. Oder die Umsetzung. Aber die Idee, der Genremix, die Interaktion zwischen den Charakteren war gut. Es hat Spaß gemacht in diese reale und doch fantastische Welt einzutauchen.

Und obwohl ich mir wünschen würde, dass ich das Buch als Highlight deklarieren könnte, kann ich es eben nicht. So fantastisch ich so einiges von dem Drumherum fand, hat eben auch viel Gefühl, Klarheit und irgendwie das gewisse Etwas gefehlt, um all die tollen Sachen miteinander zu verbinden und zu einem echt geilen Buch zu transformieren. Alle Vögel unter dem Himmel hatte das Potential ein richtig gutes Buch zu werden, mit einer wichtigen und richtigen Botschaft, mit den unterschiedlichsten Elementen und doch hat es diese Erwartung, am Ende, nicht erfüllen können.

FAZIT
Irgendwie ist Alle Vögel unter dem Himmel von Charlie Jane Anders echt eine schwierige Kiste. Ich finde es gut geschrieben, das Buch hat einen so vielschichtigen und bunten Inhalt, der mich auch begeistern konnte. Dennoch ist da diese Stimme in meinem Kopf, die das Ende zum Beispiel ziemlich platt und schnell runtergeschrieben findet, dafür das der Rest so ausführlich war und das der rote Faden so kurz vorm Ende einfach ins Nichts führte. Insgesamt ist es ein netter Genremix, mit einer wichtigen Botschaft und dadurch besonders, aber (leider) kein Highlight.

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

Barney Kettles bewegte Bilder

Kate de Goldi , Ingo Herzke
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551560322
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Barney Kettles bewegte Bilder hat mich schon in der Vorschau wie ein spieltoller Labrador angesprungen. Ich bin verliebt in das Cover und auch unten drunter (huch!) sieht es molto bene aus! Ich muss an der Stelle einfach mal wieder ein dickes Lob an den Verlag und an die Designerin Suse Kopp aussprechen. Das gesamte Zweisamkeit-Programm sieht großartig aus und ich bin noch immer in jedes einzelne Buch schockverliebt.

Und man mag es erstmal nicht so sehen, aber die Aufmachung zu Barney Kettles bewegte Bilder passt wie die Faust aufs Auge. Warum? Die Geschichte ist minimum genauso kreativ, bunt und anders. Und wenn ich eine Sache über alles liebe, dann das, wenn man dieses besondere Gefühl der Kreativität, diesen Moment, wenn einen die Muse küsst, wenn sich alles in deinem Blickwinkel auf diese eine Idee einschießt, einfängt und zu Papier bringt. Kate de Goldi hat hier ein kleines Wunder geschaffen. Denn schon sehr früh in dem Buch, wenn alles noch neu und frisch ist und noch nicht wirklich alles Sinn ergibt, spürt man dieses Feuer. Diese Leidenschaft. In der oft sehr besonderen Wortwahl, im Schreibstil, einzelnen Stilelementen (z. B. das Hervorheben der Orte, das Aneinanderreihen von Begriffen) und in der Geschichte selbst. In den Dialogen, in den Charakteren. In dem ganzen Setting.

Wenn ich mir vor Augen halte wie bunt und lebensfroh dieses Buch ist, muss ich lächeln. Dieses Lächeln hat sich auf den ersten Seiten von Barney Kettles bewegte Bilder eingeschlichen und geht seitdem nicht mehr weg.
Die Charaktere

Da ist Barney, der junge, zwölfjährige, etwas größenwahnsinnige große Bruder, der vom Filmemachen besessen ist. Er stürzt sich von einer Kurzfilmproduktion in die nächste und er verkörpert, für mich, die meiste kreative Energie. Er ist unglaublich zielstrebig, weiß, dass er später mit Spielberg, Allen und Co. mithalten wird können. Er sieht das. Er sieht seine Zukunft auf einem goldenen Weg gepflastert. Und du nimmst dem Kerl das ab. Du spürst als Leser die Leidenschaft, die AufregendeAlchemie, die da in Barney brennt.

Doch hinter jedem erfolgreichen Mann steht bekanntlich ja eine Frau. In diesem Fall ist das zwar Barneys kleine Schwester Ren, die nur ein Jahr jünger ist als er, aber das tut nichts zur Sache. Denn sie ist Schwester/Assistentin/Organisatorin/Kopfmensch/Schrägstrichkönigin. Zwar kann man hier und da denken, dass Barney mal einen Gang rückwärts einlegen dürfte, gerade wenn es um Ren geht, dennoch habe ich schon bald Gefallen an Barneys diktatorischen Zügen gefunden. Denn im Verlauf des Buchs erkennt man, dass Barney in Wirklichkeit ein sehr aufmerksamer, offener und einfach lustiger Typ ist. Er und Ren ergänzen sich im Buch so gut, wie es für ein Geschwisterpaar und Geschäftspartner der Kettle Productions eben nur geht. Und insgeheim ist Ren die gute Seele des Buches, was ein Gleichgewicht schafft.

Doch mal Butter bei die Fische. Worum geht es denn genau in Barney Kettles bewegte Bilder? War’s das schon mit dem Kreativitäts-Filmgedöhns rund um Barney und Ren?

Nope.


Die Geschichte

In dem Buch geht es im Barney und Ren, die in ihrer Straße, der High Street, einen Dokumentarfilm drehen möchten. Nachdem die letzten Kurzfilme eher auf fiktive Geschichten basiert hatten, fällt es den beiden bei einem ihrer Produktionsmeetings wie Schuppen vor die Augen. Jeder Mensch bietet eine eigene Geschichte. Eine ganze Straße bietet Unmengen an Geschichten, die erzählt werden wollen. Kettle Productions macht sich an die Arbeit. Und was anfangs eher gemächlich anfängt und auf den Leser sehr ruhig, ja, vielleicht langweilig wirken kann, kommt die erste Wendung im Buch.

Als Ren und Barney an einem ihrer Drehtage auf einen Umschlag stoßen, mit der Aufschrift „DU“ und einem darin enthaltenden Zine (gesprochen „Zeen“; wie Teen) beginnt eine ganz eigene und wunderbare Schnitzeljagd, die Charme, Witz und Esprit aufweist. Denn hinter diesen Umschlägen mit dem immer enthaltenden Zine steckt ein Abenteuer mit dem Titel „Orange Boy lebt“. Was es genau damit auf sich hat, das sollte jeder Leser selbst herausfinden. Doch eins sei noch gesagt, die heile und sichere Welt von Ren und Barney bekommt einen Knacks. In ihren jungen Jahren werden die beiden mit einer Thematik konfrontiert, die sehr besonders ist und die Autorin auf leichte, aber doch eindringliche Art übermittelt. Das ist übrigens auch der Grund, weswegen es nicht ein einfaches Kinderbuch ist, sondern ein Buch, was zu Recht den Titel eines Königskindes trägt.

Schlussendlich könnte man meinen, das wäre es dann gewesen und es würde sich nur noch um Barney, Ren, Orange Boy und den Dokufilm drehen. Was es nicht tun wird. Es wird noch eine Wendung im Buch geben, die ich selbst beim Lesen nicht vorhergesehen habe. Und die hat mir tatsächlich den Rest gegeben, die hat das Buch auf einen ganz neues Level gehoben. Zwar war das Buch insgesamt eher ein ruhiges, welches unaufgeregt die verschiedensten Charaktere und Lebensstile und den Dorfcharakter einer ganzen Straße einfängt, und somit könnte man auf den einen dicken Knall warten, aber das tut man nicht.

Ich bin gerne in die High Street eingetaucht, bin den unterschiedlichsten Figuren wie z. B. Brown Betty, Suit oder der Unveröffentlichte Dichter begegnet und habe mich einfach wohl gefühlt.

Barney Kettles bewegte Bilder ist ein buntes Potpourri. Eine junge und wunderschöne Geschichte, die Spaß macht und den Leser zum Schmunzeln bringt, aber dabei nicht den Ernst des Lebens vergisst und dazu einige Überraschungen und großartige Szenen bietet. Außerdem ist dieses Buch ein großartiger Beweis dafür, dass junge Bücher definitiv ohne Lovestory auskommen. Das es nicht immer irgendwelche Love Interests geben muss.


FAZIT

„Molto großartig“! Barney Kettles bewegte Bilder ist ein zartes, unglaublich kreatives Wohlfühl-Buch mit ganz viel Subtext und einer unerwarteten, aber heftigen Wendung. Barney Kettles Geschichte mag unscheinbar wirken, entpuppt sich aber als kleiner Wolf im Schafspelz. Wer auf bunte Charaktere und Dialoge steht, wird hier 1 A bedient.

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303 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 88 Rezensionen

roman, freundschaft, gail honeyman, ich eleanor oliphant, liebe

Ich, Eleanor Oliphant

Gail Honeyman , Alexandra Kranefeld
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 24.04.2017
ISBN 9783431039788
Genre: Romane

Rezension:

Oh je. Oh je!

Ich wünschte, ich könnte anders anfangen. Aber das ist eben der Gedanke, der mir bei Ich, Eleanor Oliphant von Gail Honeyman durch den Kopf schießt. Ich weiß, wahrscheinlich bin ich eine der seltenen Ausnahmen, die nahezu durchweg tatsächlich Probleme mit diesem Buch hatten. Und das ist schade und gleichzeitig gut. Denn anscheinend sehen manche Leute diesen Irrsinn zwischen dem ganzen Bedauern und Mitleid nicht.

In Gail Honeymans Roman Ich, Eleanor Oliphant geht es um Eleanor. Eine Frau, mit der ich mich eigentlich allein durch das Alter gut hätte identifizieren können. Und ihre nüchterne, sarkastische Art mochte ich sehr. Sie hat sich manchmal Fragen über die Gesellschaft oder den Alltag und andere Menschen gestellt, die mir auch immer mal wieder durch den Kopf schießen und ich dachte mir: „Yay! Richtig cool!“

Aber das war nur der Einstieg. Der Roman geht über gute 528 Seiten hinweg und ich will es mal kurz und bündig formulieren: Für mich waren insgesamt 150 Seiten interessant und packend und etwas, wo ich ansatzweise Tiefe gespürt habe. Und traurigerweise war der Hauptteil dieser 150 Seiten, in denen ich endlich eine richtige Verbindung zu Eleanor aufbauen konnte gegen Ende des Buches. Der Großteil des Buches plätscherte so dahin und war zäh.

Der Klappentext verrät einem ja schon, dass Eleanor keine Freunde hat und einfach anders ist. Das ist noch nicht mal das große Problem. Ich finde das sogar interessant! Das war meine Motivation, das Buch überhaupt zu lesen.

Es gibt einsame Menschen da draußen und ich habe mir von dem Buch einiges erhofft. Nur die Umsetzung war eher im „Naja, das war nix“-Bereich.

Unweigerlich stellt sich nämlich die Frage bei so einer Geschichte, in der die Protagonistin einsam ist, was da eigentlich passieren soll. Wo die Dynamik herkommen soll, damit der Leser nicht irgendwann auf Durchzug stellt. Gail Honeyman hat das nicht gut gelöst. Denn wie ich schon sagte,  es passiert einfach echt wenig. Auf so vielen Ebenen! Die schleichende Entwicklung von Eleanor mal außen vor gelassen.

Der eine oder andere mag das als authentisch deklarieren, dass Eleanor natürlich ihre Umgebung abscannt und alles auf sie eindringlicher wirkt.  Sie hat einfach Zeit, sich ihre Umgebung beim Gang zur Arbeit oder der Busfahrt dorthin in aller Ausführlichkeit zu Gemüte zu führen, weil sie niemanden zum Reden hat, nicht an andere Menschen denkt. Aber ehrlich? Ich als Leserin fand das ab einem Punkt unnötig darauf rumzureiten. Ich habe es verstanden! Eleanor ist einsam! Ja!

Eleanor wächst aber auch. Äußerlich, oberflächlich. Emotional ist da jedoch kaum Bewegung in der Luft. Da hilft die Figur von Raymond, der Arbeitskollege, der zum besten Freund mutiert nicht sonderlich. Manchmal hatte ich da einfach das Gefühl, dass die Autorin nachhelfen musste, weil sie spürte, das eine Geschichte dieses Formats nicht durch Einsamkeit der Protagonistin und Mitleid und Bedauern des Lesers funktionieren kann.

Statt einfach auf das Buch einzuprügeln, kann ich hier tatsächlich einen Vorschlag vorbringen, was die Autorin besser hätte manchen können. Sorry, wenn ich hier spoilere, aber ich denke, das ist eh ein Ding, was man sich bei Eleanor früher oder später denken kann: Gail Honeyman hätte die Therapiesitzungen von Eleanor, die sehr emotional, tiefgehend und auch spannend waren und die eben sehr gebündelt am Ende der Geschichte auftauchen, im ganzen Verlauf der Geschichte einstreuen können. Als Bruch, als einen Zeitsprung oder als Nebenhandlungsstrang. Das wäre ein ganz wunderbares Element gewesen, hätte dem Leser Futter gegeben und dem Buch eine passende Dynamik eingehaucht.

Der Ansatz davon, dass die Autorin immer wieder durch die Telefonate zwischen Eleanor und ihrer Mutter kleine Brotkrummen fallen lässt, ist auch nicht schlecht. Damit macht sie den Anfang, weckt das Interesse, haucht der Geschichte etwas Spannung und etwas Geheimnisvolles ein. Dennoch reichte mir das auf der langen Strecke bis zur Auflösung nicht. Da hätte mehr kommen müssen.

Die eigentliche Gliederung des Buches in Gute Tage, Schlechte Tage und Bessere Tage war ebenso nicht total verkehrt. Doch der Part der „Guten Tage“ war deutlich größer als die anderen beiden und sorry, einfach schlecht umgesetzt. Es plätscherte so vor sich hin, nahm hier und da kleine Exkurse ein und Eleanor wirkte dabei wie eh und je wie ein Roboter, ohne Emotion. Es hat mir in diesem Part einfach so viel gefehlt, damit Eleanor und ihr Schicksal nahbar wird. Vielmehr kam der innere Voyeur in mir zum Vorschein, der einfach geil auf den Skandal hinter Eleanor war, nicht auf Eleanor, den Menschen. Denn Eleanor als Mensch existierte kaum.

Wenn ich als einsamer Mensch dieses Buch lesen würde, würde ich mich vielleicht hier und da evtl. wiedererkennen. Aber ein großer und meiner Meinung nach, wichtiger Aspekt, die Emotion, besonders die Wut, lässt unglaublich lange auf sich warten und zieht diese Gruppierung „Einsame Menschen“ irgendwie ins Leichtfertige und Bemitleidende. Falls das Buch Inspiration sein oder Mut machen sollte, finde ich das nicht besonders gut umgesetzt. Denn die Autorin packt so viele schwierige Sachen mit in die Geschichte, Alkoholismus, Depression, Suizidgedanken und emotionaler Missbrauch, aber verpasst dabei die Gelegenheit in die Tiefe zu gehen. Als sie schließlich diese Brücke schlagen kann, aufgrund der Ereignisse im Buch, wirkte es auf mich zwar endlich glaubwürdig, aber vielmehr konstruiert. Konstruiert für eine Dramaturgie, um der Geschichte neues Leben einzuhauchen, ihr eine Wendung zu geben.

So sympathisch und menschlich mir Eleanor gegen Ende auch wieder wurde, sie war die meiste Zeit unrealistisch und eine leere Hülle. Die Fiktion hieran klatscht einem permanent ins Gesicht und es ist einfach nur traurig.

Ich erwähnte bereits, dass sie in meinem Alter ist. Und es ist nichts, echt GAR NICHTS, daran authentisch, wenn eine 29-Jährige bzw. 30-Jährige Frau im Jahre 2017, trotz ihrer Isolation und ihrer Vergangenheit noch nie etwas von Spongebob, dem Song YMCA oder Heavy-Metal-Musik gehört hat. Sie saß nicht Jahre im Keller und hatte keinen Zugang zum öffentlichen Leben. Die Frau sitzt zwar wie eine 60-Jährige in den 1940ern abends vorm Radio, liest Tageszeitungen und nutzt die Öffis (mit Werbeplakaten an den Haltestellen wurde sie wahrscheinlich auch noch nie konfrontiert) und fällt dann aus allen Wolken, wenn sie diesen Dingen begegnet oder sie erwähnt werden? Nein. Das ist für mich ein totaler Logikfehler in der Geschichte und hat Eleanor zu einer absolut fiktiven Figur gemacht, die wie ein Roboter agiert.

Tatsächlich ist das Buch an einigen Stellen wirklich sehr gut geschrieben, hat ein paar sehr emotionale Parts. Aber ich hatte nie einen richtigen Draht zur Geschichte oder gar zu Eleanor selbst. Und was ich richtig schade finde, ist, dass man dieses Buch durch Eleanor als einsame Frau fälschlicherweise wirklich gut finden kann, weil man einfach nur Mitleid mit diesem „Menschen“ hat. Gail Honeyman rührt an der Empathie des Lesers und vertuscht damit Makel an der Geschichte und macht diese „Einsamkeit“ zu etwas, was sich mal eben ändern lässt, wenn man es denn nur  wirklich will. Was im Prinzip nicht falsch, aber im Buch sehr naiv und oberflächlich beschrieben ist. Ein gutes Beispiel ist da u. a., dass ihre Kollegen sich seit Jahren über Eleanor das Maul zerreißen, offensichtlich in ihrer Gegenwart über sie lästern und Eleanor dann einfach nur eine neue Frisur, etwas Bobbi Brown Make Up, trendige Mode braucht und dann plötzlich schmerzlichst vermisst wird, als sie länger krankgeschrieben ist. Und danach ist auch urplötzlich alles okay? Ist das eine Message? Man muss sich als „anderer“ Mensch nur an die Gesellschaft, die Kollegen, anpassen, damit man gemocht wird? Damit alles wieder okay ist und das Leben einfacher? Weiter ist das Ende ziemlich runtergebrochen geschrieben und gerade dann ist es nötig, dass sich das Buch da Zeit und Raum gibt. 

Ich denke, die Autorin wollte ein Bewusstsein für solche Menschen schaffen und hat hier und da vielleicht auch die Absicht gehabt gesellschaftskritische Töne anzuschlagen, durch Eleanors Art und Weise die Dinge zu sehen. Trotzdem ist das Ding in die falsche Richtung abgedriftet, weswegen ich dieses Buch sehr enttäuscht beendet habe, obwohl des eher versöhnlichen Endes.

Fazit

Ich kann verstehen, warum manche Leser diese Geschichte wunderbar und emotional fanden. Aber wenn man sich frei von diesem Mitleid macht und auf den Plot schaut, der vorhersehbar und einfältig ausgearbeitet ist, entdecke ich nicht die erhoffte und gewünschte Qualität, die ich mir bei einer Geschichte mit dieser Idee erhofft habe.

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319 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 81 Rezensionen

fantasy, kendare blake, penhaligon, giftmischer, königin

Der Schwarze Thron - Die Schwestern

Kendare Blake , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 09.05.2017
ISBN 9783764531447
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Bloggeraktion, an der ich beteiligt bin, hat im Vorfeld natürlich sehr viel Werbung für Der schwarze Thron gemacht und da stellt sich natürlich die Frage, ob das alles denn gerechtfertigt ist. Aus dem Grund folgt jetzt auch vorab zum Erscheinungsdatum am 9. Mai 2017 meine Rezension zu diesem jungen Fantasyroman.

Zugegeben, ich musste in das Buch erst einmal reinkommen. Der Anfang hat sich für mich etwas schwierig gestaltet, weil die Kapitel anfangs doch etwas länger waren und die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt wird. Besonders am Anfang, wo Kendare Blake, die Autorin, einen gewissen Erzählzyklus einsetzt, in dem immer in gleicher Abfolge Katharine, Arsinoe und Mirabella im Fokus stehen, braucht man etwas um einen Lesefluss zu entwickeln. Überraschenderweise bricht aber die Autorin ab einem gewissen Punkt in der Geschichte mit diesem Stilelement und danach ist die Geschichte in der Entwicklung und in seinem Erzählstil wesentlich freier und flüssiger.

Die Autorin schafft es aber zu Beginn von Der schwarze Thron eine sehr dichte und konstante Atmosphäre zu erzeugen, die mich immer wieder sofort gefangen genommen hat, sobald ich mich zu Katharine, Arsinoe oder Mirabella gesellt hatte. Das Ganze wird natürlich noch dadurch unterstützt, dass z. B. Katharine, welche die Königin der Giftmischer verkörpert sehr ausgemergelt, getrieben und zum Teil auch gebrochen wirkt. Seit Jahren wird sie mit Giften zugestopft, weil das eben als Giftmischer natürlich ist und sie eigentlich immun gegen Gifte sein sollte. Ihre sogenannte Gabe hat sich aber noch nie gezeigt und deswegen ist auch ihr Stellenwert unter den Giftmischern ein sehr wackeliger.

Das ist nicht besonder großartig, denn die Giftmischer regieren seit Generationen die Insel Fennbirn, auf der die drei Königinnen leben, und die letzten Königinnen waren stets starke Giftmischerinnen. Man merkt, da ist ein gewisser Druck, eine Erwartungshaltung. Aber nicht nur bei Katharine ist der da. Auch bei den anderen zwei Schwestern.

Da es aber neben den Giftmischern noch die Naturbegabten und die Elementwandler gibt, und die seit Jahren immer mehr der Armut verfallen, weil da ein eindeutiges gesellschaftliches Gefälle existiert, sind die Spannungen im Hintergrund immens. Ich finde es wirklich großartig, wie die Autorin durch feine Details, in den Dialogen, in den Handlungen oder Beschreibungen diese Spannungen aufgreift und transportiert.

Man sollte also nicht vorschnell urteilen, wenn es darum geht, dass die Geschichte nicht mehr bietet, als ein bisschen jugendliches und weibliches Anfauchen um den Thron zuliebe. Schnell habe ich selbst gemerkt, dass die drei Königinnen vielmehr Marionetten dieser Tradition, einer Politik sind, die mehr aus Show, als aus wirklicher politischer Diplomatie und Können besteht. Die eigentlichen Fäden werden im Hintergrund, von den regierenden Giftmischern und den Priesterinnen, gezogen. Da diese heilige Wahl und der Aufstieg einer Königin eigentlich etwas Religiöses ist, sind die Priesterinnen involviert, doch so unschuldig, wie man glauben mag, sind sie nicht.

Bei den Ladies geht es nämlich ordentlich zur Sache. Die Autorin hat mir ein ganz neues Bild von Priesterinnen auferlegt, nämlich das die auch ganz schön gewalttätig und grausam werden können, wenn es nicht nach deren „Vorsehung“ zugeht. Generell lässt sich sagen, dass Kendare Blake sich nicht davor scheut auch mal unschöne Szenen darzustellen. Vielleicht nicht in aller Ausführlichkeit und in allen hässlichen Details, aber sie liefert insoweit genug Material, damit der Leser sich den Rest denken kann. Und die eigene Fantasie ist meistens ja eh viel unschöner als man mit Worten beschreiben könnte, oder? Leidenschaft kann auch Leiden schaffen und das kommt in Der schwarze Thron in vielen Facetten, auch abseits der Priesterinnen und ihr Handeln, zum Vorschein.

Der schwarze Thron hat bei mir den Eindruck hinterlassen, dass die Spannung und der Kitzel im Hintergrund abläuft. Ich würde also nicht behaupten, dass man als Leser von einem spannungsgeladenen Moment zu nächsten hechtet. Vielmehr lebt das Buch davon, dass es auf das große Beltanefest, dem Fest an dem das Jahr des Aufstiegs beginnt, zuläuft. Bei dem sich übrigens alle drei Königinnen nach 10 Jahren wiedersehen und das Jahr beginnt, in denen die drei sich nach Lust und Laune abmurksen dürfen. Der Weg und die Vorbereitung sind die Handlung dieses Buches und ich denke, dass dem Leser im zweiten Band, schon einiges mehr erwarten wird.

Da die jungen Königinnen in der Blüte ihrer Jugend stehen und jede Königin auch einen Gemahl braucht für die kommende Drillingsgeneration, ist die Liebe in diesem Roman auch ein Thema. Ein mal mehr, mal weniger präsentes Thema. Aber auf jeden Fall auch eins mit ein paar sehr schrägen Momenten. Das ist tatsächlich der Punkt, der mir insgesamt, egal bei welcher Königin oder Nebenfigur, am wenigsten gefallen hat. In diesem Buch wird es tatsächlich auch eine Dreiecksgeschichte geben, die mir wirklich nicht so gut gefallen hat. Da war die Umsetzung irgendwie nix. Erstens, brauchte ich nicht noch ein Love-Triangle, zweitens, war das so nach dem Motto „What the fuck?!“ und drittens, hatte ich das Gefühl, dass gewisse „Liebesszenen“ einfach nicht die Stärke der Autorin sind. Die wirkten immer irgendwie holperig und schräg. Einfach nicht atmosphärisch und situationsbedingt passend. Ich bin neugierig, wie die Autorin das im Folgeband weiter ausarbeitet, hoffe aber auf eine Besserung.

Abschließend kann ich nur noch sagen, dass Der schwarze Thron den Leser durchaus überraschen kann. Man wähnt sich lange auf der sicheren Seite, und vereinzelt ist eine gewisse Vorhersehbarkeit nicht zu leugnen, aber im großen und ganzen wird man immer wieder aus dem Dunkeln heraus von der Autorin überrascht. Das macht Spaß und genau das darf Kendare Blake im zweiten Band so weiterführen.


Fazit

Der schwarze Thron von Kendare Blake mag derzeit die Gemüter spalten, aber unabhängig davon ist es ein gutes Fantasybuch. Ein paar Schwächen gestehe ich dem Auftakt zu, doch die eine oder andere Überraschung und eine gewisse Konstante in der Geschichte hat mich überzeugt und macht definitiv Lust auf mehr. Ich für meinen Teil bin sehr gespannt und freue mich schon auf den September, wenn der zweite Band erscheint.

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63 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

freundschaft, jugendbuch, der koffer, missbrauch, familie

Der Koffer

Robin Roe , Sonja Finck
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551560292
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vorneweg muss gesagt werden, dass die Themen in Der Koffer für den einen oder anderen Leser auch Trigger darstellen könnten, da manche Szenen gewisse Emotionen sehr bildlich und intensiv an den Leser herantragen. Das Buch ist nicht ohne. Es behandelt so einige Themen, die nicht unproblematisch und nicht weniger traumatisch sein könnten. Nicht umsonst ist es erst ab 16 Jahren empfohlen. Bei jemand jüngeren würde ich auch nicht wollen, dass man es „einfach so“ liest.

Und verdammt ja, das macht das Buch zu dem, was es ist. Nämlich eines der besten und bewegendsten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. Allein wenn ich an das Buch und einzelne Szenen denke, kommen mir die Tränen oder ich bekomme einen dicken Kloß im Hals. Der Koffer ist ein Buch, was dich als Leser nicht loslässt. Das fängt mit dem Lesen an. Selten lese ich ein Buch mit etwas mehr als 400 Seiten an einem Wochenende durch. Aber hier fiel es mir so leicht. Weil es wirklich gut war. Und ich permanent meine Finger nach dem Buch ausgestreckt habe und es kaum erwarten konnte endlich weiterzulesen.

Klar, das kann man ganz nüchtern und objektiv betrachtet dem sehr flüssigen, wortgewandten und doch klaren Schreibstil der Autorin verdanken. Dass sie es schafft, Worte zu Bildern umzuwandeln, jedem Charakter eine eigene Stimme, eine unverwechselbare Aura zu geben. Dass durch die Perspektivwechsel zwischen Julian und Adam eine dynamische Tiefe in der Geschichte erzielt wird. Man kann auch den Lektoren und den Übersetzern ein Dankeschön zukommen lassen, die diese Geschichte im Feintuning abgerundet haben.

Aber dann ist da noch der nackte Plot. Und der ist jetzt nicht auf Nervenkitzel gepolt oder überraschend. Denn nach den ersten Seiten, nach dem ersten Auftauchen aller Figuren im Buch, weiß man, wo das wohl alles endet. Dass da ein dicker Knall kommt. Und der kommt. Und der pustet deine Emotionen ordentlich durch. Es geht vielmehr darum, dass dieser Plot, diese Geschichte eine bedeutende Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die tiefschürfend ist, die grausam ist, die aber auch Hoffnung in den hintersten Winkel deiner Vorstellungskraft aufkeimen lässt.

Der Koffer macht dich fertig. Die Emotionen wechseln zwischen Bedrückung, Trauer, Hoffnung, Witz und Glück und unzähmbare Wut. Oh, diese Wut.

Es ist ganz grausam diese Geschichte zu lesen und nichts tun zu können. Den Figuren dabei zuzusehen, wie sie kleine und große Entscheidungen treffen, die Konsequenzen haben, die ich gar nicht erwähnen mag. Und das absurde ist, dass dich diese Geschichte eben auch so glücklich macht. Mir kullerten nicht selten dicke Tränen das Gesicht runter, während ich stumm lächelte. Es ist eine Achterbahn der Gefühle. So fürchterlich klischeehaft das auch klingt. Das Buch ist es nicht.

 
Die Charaktere

Julian ist vierzehn und von Seite eins an merkt man ihm einfach an, dass er es nicht leicht hat. Es wäre gemein zu sagen, dass ich ihn bedauere, allerdings war es eben so. Ich konnte mich in ihn zu 100 % hineinversetzen. Julian ist in sich gekehrt, wird von seinen Mitschülern gemobbt und hat eigentlich keinen Platz an dem er sich wirklich zuhause fühlt. Er ist allein. Er ist einsam. Und als wäre das nicht schon genug, hat er eine richtig dicke Niete gezogen, was seinen Vormund angeht. Onkel Russell ist nämlich nach außen hin der erfolgreiche, sehr disziplinierte Kerl, der es ja nur gut mit Julian meint. Ehm. Nein. Dem ist nicht so.

Doch der Zufall, das Schicksal, was auch immer da mitgespielt hat, meint es nach langer Zeit auch endlich mal gut mit Julian. Er begegnet seinem ehemaligen Pflegebruder Adam. Adam ist ein mega Kerl. Und das meine ich zu 1000 %. Er ist all das was Julian braucht. Was jeder in so einer Situation, in der Julian ist, braucht. Adam ist der Balsam, die Seele dieses Buches, die Stimme des Lesers. Er ist für seine 17 Jahre unglaublich gelassen. Wenn ich in seinem Alter so in mir geruht hätte, hätte ich heute wohl die Gelassenheit einer 50-jährigen. Adam lockert die ganze Geschichte mit seinem Wesen auf.

Besonders die Begegnungen zwischen Adam und Julian sind kleine Sonnenscheininseln im Buch. In diesen Situationen erfährt Julian Akzeptanz und Respekt, die er nicht oft erfährt. Adam mag man einfach. Jeder tut das. Alle im Buch. Trotz seiner Hummeln im Popo (er leidet an ADHS). Und im späteren Verlauf spürt man als Leser wie gut Adam die Rolle des großen Bruders steht. Und obwohl die beiden nicht blutsverwandt sind, würde Adam wirklich alles für Julian tun, damit es ihm besser geht (ich bekomme gerade wieder Tränen – es ist irre).

Wie ich schon erwähnt habe, ist Der Koffer eher ruhig. Aber das ist absolut nicht negativ. Denn diese Ruhe ist wohl willkommen. Denn dazwischen liegen ganz viele düstere und bedrückende Szenen und gegen Ende zieht Robin Roe auch spannungstechnisch nochmal an. Was ich persönlich nicht gebraucht hätte. Denn die vielen sehr nahegehenden Szenen sind aufreibend genug für den Leser. Allein das Echo des Buches. Ich hab es jetzt vor fast zwei Wochen ausgelesen und es ist noch alles da. Jede Gefühlsregung.

Ohne groß künftigen Lesern alles vorweg zu nehmen, lässt sich die Geschichte insoweit zusammenfassen, dass es eben um Julian und Adam geht. Beide unterschiedlich in ihren Persönlichkeiten wie Tag und Nacht. Es geht um die unterschiedlichen Facetten ihres Lebens und eine sehr schöne und rührende Verbindung, dieser beiden Leben. Und eben sehr viel Dunkelheit. Entschuldigt, wenn dieser Abschnitt sehr kurz ist, aber jeder sollte seine eigene Erfahrung mit der Geschichte und der Autorin machen. Und ich hoffe, wir bekommen als Leser die Gelegenheit mehr Bücher von der Autorin zu lesen. Denn auch wenn das hier starker Tobak ist, ist das eben die Art von Buch, die mich bis ins Mark erschüttert und die eine unvergleichliche Leseerfahrung mit sich zieht.


FAZIT

Der Koffer von Robin Roe hat mich tief berührt, auf eine ganz besondere Art mitgenommen und wird mir noch lange im Kopf bleiben. Definitiv ein Jahreshighlight. Und so grausam und wunderschön zugleich das Buch auch ist, ich kann es nur jedem empfehlen. Lest es, fühlt es, liebt es.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Barney Kettles bewegte Bilder

Kate de Goldi
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Königskinder, 24.03.2017
ISBN 9783646929614
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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348 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 143 Rezensionen

liebe, abschiebung, new york, schicksal, familie

The Sun is also a Star.

Nicola Yoon , Susanne Klein , Dominique Falla
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.03.2017
ISBN 9783791500324
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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1.045 Bibliotheken, 41 Leser, 3 Gruppen, 187 Rezensionen

fae, fantasy, das reich der sieben höfe, liebe, sarah j. maas

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761635
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Reich der sieben Höfe – Rosen und Dornen hat mir gefallen. Sogar sehr. Deswegen freue ich mich umso mehr auf den zweiten Band. Nachdem die letzten Seiten aus dem Buch nämlich gelesen waren, konnte ich es schon kaum aushalten, dass nun knapp fünf Monate vergehen sollten, bis ich zurück zum Frühlingshof, Feyre und den Fae dürfte. Ich mag gar nicht dran denken.

Diese Geschichte hat es schon in sich. Ich würde nicht behaupten, dass sie perfekt ist. Und ich brauchte so meine Zeit, mich etwas einzugrooven. Der Anfang verlief nämlich sehr lange, sehr unspektakulär. Die ganze Geschichte schien mehr oder weniger vor sich hinzuplätschern, nachdem Feyre von Tamlin zu sich in den Frühlingshof geholt wird, weil sie einen Fae bei der Jagd getötet hat. Man weiß ja zu Beginn, dass zwischen Feyre und Tamlin eine große Liebe entfacht wird, aber bis die auf den Spielplan tritt, vergeht Zeit. Für den Leser, aber auch im Buch. Das wiederum fand ich gut. Auch wenn es gleichbedeutend ist mit einigen Längen im Buch, die man hier und da sicher kürzer und knapper hätte halten können.

Aber im Nachhinein würde ich es anders gar nicht wollen. Denn durch diese kleinen Passagen, in denen eher wenig bis gar nichts passiert und Feyre am Hof einfach nur vor sich hinlebt, entsteht eine Ruhe, die das Reich, in dem sich Feyre befindet, unfassbar gut einfängt und an den Leser transportiert.

Denn was ich besonders ausschlaggebend für meine Begeisterung empfinde, ist, dass dieses Buch im Gesamteindruck etwas unglaublich leichtes, beschwingtes, was ganz zartes und romantisches hat. Und ich meine nicht auf kitschiges Art und Weise. Ich meine die Art Leichtigkeit, die sich wirklich anfühlt wie ein lauer Sommerabend, in denen man mit sich und der Welt einfach im Reinen ist. Eine besondere Magie eines Augenblicks, die in diesem Buch in gewissen Szenen festgehalten und wiedergegeben wurde. Das Märchenhafte in dieser Geschichte ist kaum zu übersehen und ich verstehe nun tatsächlich die Anlehnung an „Die Schöne und das Biest“.

Es gab ein paar Stellen im Buch, die mich unglaublich fasziniert haben. Sarah J. Maas hat mich mit Das Reich der sieben Höfe – Rosen und Dornen aus dem Alltag, aus meiner Menschenwelt, herausgeholt und nach Prythian, der Fae-Welt, entführt. Und es hat sich gut angefühlt. Das lag aber auch an der Fähigkeit der Autorin die Worte klar platziert an den richtigen Stellen zu setzen, um eine ganz eigene und doch wundervolle Atmosphäre zu schaffen. Ich bin davon immer noch geplättet und begeistert. Und auch die Charaktere von Feyre, Tamlin, Lucien oder mitunter einer der bekanntesten ever – Rhysand – sind ganz eigen, aber auch in sich wieder komplett passend für jeden Part in der Geschichte. Jeder dieser Figuren hat ihre ganz eigene Stimme, ihre ganz eigene Aura, die sich instant bildet, sobald sie im Buch auftauchen.

Aber jede Medaille hat seine zwei Seiten. Und so schön und zauberhaft die Welt der Fae unter anderem auch sein mag, es gibt auch die gefährliche Welt, die düstere und brutale Seite der Fae. Und das rundet die Geschichte, die ganze Welt, ab. Macht sie für mich zu etwas Besonderem. Denn wenn es nur eitel Sonnenschein in diesem Buch gäbe, wäre es wohl kaum bei den Lesern so beliebt.

So schön und leicht ich die ersten zwei Drittel des Buches auch fand, das letzte Drittel konnte eine ordentliche Steigerung in fast allen Bereichen verzeichnen. Charakterentwicklung, Emotion, Plotentwicklung etc. Wer bis dahin Spannung und Action vermisst hat, der findet nun Befriedigung. Ich habe mit Feyre gelitten. Und gekämpft. Es war echt haaresträubend und meinen Respekt an die Autorin. Diese Intelligenz und die Entwicklung der Charaktere – einfach nur wow! Wow!

Ein bisschen Kritik muss ich dann aber doch noch loswerden. So gern ich Feyre auch mag, ich hab das Mädel echt ins Herz geschlossen, denn sie ist eine Kämpferin. Die schluckt Scheiße und Morast und geht über Grenzen und darüber weit hinaus, um für ihre Familie oder später auch für Tamlin zu kämpfen. Ich liebe sie. ABER: Sie hatte auch zu Beginn einen Hang dazu sich ein bisschen im Kreis zu bewegen, was ihre Gedanken anging. Und auch ihre Unbelehrbarkeit (ich sage nur Frühlingszeremonie) in x-facher Ausführung, hat mich manchmal kurz an ihrem gesunden Menschenverstand zweifeln lassen. Aber Feyre trägt ihr Herz auf der Zunge und das zielt nach vorne. Immer.

Das Reich der sieben Höfe – Rosen und Dornen von Sarah J. Maas hat mich überzeugt. Es bietet einen sehr guten Auftakt, der definitiv Lust auf mehr und vor allem Band 2 macht. Das Buch bietet einen großartigen Erzählstil, eine permanent stimmige Atmosphäre, fantastische Bilder und eine Sogwirkung, die nicht loslässt. Auf gewisse Längen hätte ich verzichten können, aber insgesamt ist es einfach top!

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486 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 118 Rezensionen

liebe, liebesbriefe, briefe, jenny han, familie

To all the boys I’ve loved before

Jenny Han , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.07.2016
ISBN 9783446250819
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wie oft bin ich über dieses Buch bei Instagram und anderen Blogs gestolpert. Und immer wieder waren die Meinungen doch recht positiv. Das erste Mal bin ich vor Monaten auf das Buch gestoßen über eine Leseprobe und fand den Schreibstil da ganz süß und leicht und ich war neugierig, wie sich diese Geschichte mit den Liebesbriefen auf Lara-Jean auswirken wird, was da mit dem Nachbarsjungen und Exfreund ihrer Schwester Margot passieren mag.

Und tatsächlich blieb der Schreibstil in To all the boys I’ve loved before sehr süß und leicht. Jedes Mal, wenn ich das Buch aufschlug, war ich wieder direkt in Lara-Jeans süßer, kleiner Teenie-Welt inkl. derer Probleme. Lara-Jean war von Anfang an ein sehr sympathisches Mädchen, auch wenn sie ein wenig das Graue Mäuschen verkörperte. Sie ist unsicher, zwar sehr kreativ und liebenswürdig, aber fühlte sich viel zu lange im Kokon des Schattens ihrer großen Schwester viel zu sicher.

Als nämlich Margot durch den Antritt ihres Studiums in England wegzieht und nun Lara-Jean deren Platz im Haushalt einnimmt (denn die Familie besteht nur aus den drei Schwestern und dem Vater, die Mutter ist vor einigen Jahren verstorben), wird sie mit ihrer eigenen Unsicherheit stark konfrontiert. Als dann zusätzlich das Problem mit den verschickten Liebesbriefen auftritt, spürt man schon schnell, wie arg sie überfordert mit der Situation ist. Und das ist eben das große Thema in dem Buch. Es ist ein einziges Gefühlschaos und man ist als Leser mittendrin.

Vor hundert Jahren standen Achtzehnjährige auf dem Schlachtfeld, kämpften mit dem Bajonett und hielten das Leben von Menschen in der Hand. Bis jemand in unserem Alter war, hatte er schon eine Menge erlebt. Wir dagegen, was wissen wir denn schon vom Leben und von der Liebe? ─ S. 191

Das bedeutet aber nicht, dass Lara-Jean wie ein Häufchen Elend in sich zusammenfällt. Stattdessen erleben wir als Leser wie sie von einer unglückseligen Situation in die nächste schlittert. Und das oftmals noch auf eine sehr schrullig-liebevolle Art. Ganz oft kam mir hier der Begriff „naiv“ in den Kopf. Unter Berücksichtigung ihres Alters, sie ist noch in der Highschool, ist das kein Wunder bzw. noch nachvollziehbar.

Eben dieses naive und damit auch sehr altersauthentische Verhalten hat Jenny Han gut wiedergegeben. Vielleicht finden es deswegen bei Goodreads und Co. ganz viele junge Leser sehr glaubwürdig, während etwas ältere Leser hier und da eher etwas aufseufzen. Meine Reaktion war so ein Mittelding dazwischen. Ich mag solch junge Literatur sehr gerne, aber etwas Abstand zur Lara-Jeans Alters- und Zielgruppe habe ich dann doch. Und eigentlich will ich nicht altklug schmunzeln und „Hach, die Jugend von heute“ denken, aber irgendwie kann ich es mir auch nicht verkneifen. Lara-Jean schafft sich als Protagonistin Fallen und Stolpersteine, die, wenn sie jemanden mal um Rat fragen würde (was sie ja nicht tut, auch wenn sie immer kurz davor ist) das eine oder andere Fettnäpfchen umschiffen könnte. Es gibt hier konrekte Beispiele, die ich anführen könnte, aber das wären auch Spoiler und deswegen spar ich mir das hier.

Allerdings konnte ich eine Gefühlslage sehr gut nachvollziehen, nämlich dass sich nach dem Weggang ihrer Schwester eine gewisse Distanz aufbaut. Dazu muss man wissen, dass Margot und sie eine sehr innige Schwesternbeziehung haben und die beiden sich alles anvertrauen. Im Verlauf des Buches merkt man einfach immer deutlicher, dass sich diese Schwesternbeziehung durch das „Erwachsenwerden“ von Margot enorm verändert. Die Beziehung, auch in dem Dreiergespann mit der kleinen Schwester Kitty (sehr niedliches, beizeiten aber auch nerviges Ding), bekommt eine neue Dynamik, eine Distanz und ja, auch schattige Gräben, in denen allen klar wird, dass man auch Geheimnisse voreinander hat.

Schlussendlich wird dem Leser früher oder später klar, dass To all the boys I’ve loved before nicht nur eine klassische Liebesgeschichte beinhaltet (und hier gibt es ein paar Wendungen, die ich auch nicht erwartet hätte – aber wieder auf komische Art und Weise gut finde), sondern auch diese Liebe innerhalb der Familie, und zwischen Schwestern ganz besonders, eine ganz eigene ist. Das hat die Autorin wunderbar eingefangen und dafür ein großes Lob. Ähnlich gut fand ich das Setting und die Diversität des Buches, die mit den koreanischen Wurzeln der Song-Schwestern ganz natürlich umgeht und damit wiederum eine Wohlfühl-Atmosphäre schafft.

Kleiner Kritikpunkt ist allerdings, dass Lara-Jean sich ziemlich schnell damit abgefunden hat, dass ihre Briefe da von jemand Anonymen durch die Welt verschickt wurde und sie wohl überhaupt keine Intention hat, herauszufinden, wer das denn war. Dabei war für mich von Sekunde 1 klar, wer das war. Also besonders schwer war das nicht, die entsprechenden Schlüsse zu ziehen. Da hätte ich mir ein wenig mehr Ausarbeitung gewünscht, besonders weil der Klappentext ja ein bisschen mit dieser Briefgeschichte lockt.


Fazit

To all the boys I’ve loved before von Jenny Han hat mich am Ende doch sehr neugierig auf den zweiten Band gemacht, den ich schon zuhause liegen habe und bald nachschieben werde. Das Buch ist eine klasse und junge Unterhaltungslektüre, die aber eben auch mit feinen und glaubwürdigen Beziehungskonstrukten aufwartet, süß aber nicht kitschig ist und mich dahingehend überzeugen konnte.

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679 Bibliotheken, 16 Leser, 2 Gruppen, 127 Rezensionen

veronica roth, rat der neun, jugendbuch, fantasy, science fiction

Rat der Neun - Gezeichnet

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis , Michaela Link
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei cbt, 17.01.2017
ISBN 9783570164983
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Was erwartet uns als Leser? Muss man Die Bestimmung gelesen haben?

Nein. Muss man nicht. Rat der Neun von Veronica Roth ist ein eigenständiges Buch, bzw. der Auftakt einer Dilogie, die überhaupt nichts mit Die Bestimmung am Hut. Unverkennbar sind dennoch ein paar Stilmittel und der Aufbau, die das Buch als eins von Veronica Roth auszeichnen. Da wäre zum Beispiel Cyra, eine Shotet, die Protagonistin des Buches. Sie ist stark, nicht auf den Kopf gefallen und hat einen unglaublichen Gerechtigkeitssinn und eine enorme Bindung an Traditionen. Und dabei ist sie noch sehr zäh. Ihre Lebensgabe bindet sie an permanenten und unerträglichen Schmerz, der erst durch starke Tränke oder noch später von Akos gelindert werden kann. Doch nicht nur sie leidet unter den Schmerzen, denn sie kann diese Schatten unter der Haut, die der Ursprung des Schmerzes sind, auf andere übertragen. Das macht sie zu einer sehr gefährlichen Gegnerin. Doch verlässt sie sich nicht auf die Gabe, sondern hat es auch im Nahkampf einfach drauf.

Zum anderen ist da noch Akos. Aus Thuve. Das Volk welches mit den Shotet seit Generationen verfeindet ist. Er ist ein umsichtiger und sehr reifer Charakter, der mir von allen Figuren noch am liebsten war. Denn die Geschichte wird aus den Perspektiven beider, Cyra und Akos, erzählt. Abwechselnd, in mehr oder weniger kurzen Kapiteln bekommt man als Leser einen Einblick und eine Bindung zu Cyra oder Akos. Was ich wirklich gut finde. Ich kann es nicht oft genug erwähnen, eine Geschichte bekommt dadurch eine bessere Dynamik. Wie auch hier geschehen. Und die braucht man auch.

Denn das Universum, welches die Autorin dem Leser vor die Füße legt ist ungemein groß, fantastisch, aber auch komplex. Und da ist nichts dran verkehrt. Denn das erste Mal seit gefühlt Ewigkeiten konnte ich mich wirklich in einer Fantasy-Welt hineinversetzen. Sarah J. Maas und ihre Throne of Glass-Reihe schafft da ähnliches. Aber hier hat man ganze Planeten von denen man hin und her springt. Da hat sich für mich eine wunderbar eigene Atmosphäre und auch Sogwirkung entwickelt, weswegen ich immer gespannt war, wie es mit Cyra und Akos weitergeht und was diese Welt bietet, wie die Gesellschaften aufgebaut sind etc.

Ich kann aber dieses Buch nicht rezensieren, ohne zu erwähnen, dass dieses Buch auch unglaubliche Längen mit sich zieht. So interessant und vielseitig ich die Welten und Charaktere (großer Diversitäts-Faktor z. B. durch Homosexualität) auch finde, es gab ebenfalls manche Beschreibungen, die ich unnötig fand und manchmal Szenen, die sehr plötzlich aus dem Lesefluss heraus passierten.

Insgesamt empfand ich Rat der Neun als eher ruhig. Das bedeutet nicht, dass es nicht auch actionlastige Szenen gab, aber die Erklärungen, der Aufbau dieser ganzen Welt vor dem Leser bedarf Zeit. Die nimmt sich Veronica Roth und ich hoffe, dass es sich im zweiten Band auszahlt. Besonders gegen Ende von Rat der Neun hatte ich das Gefühl, dass die ganzen Geschehnisse sich endlich in eine Richtung entwickeln, die den Leser wirklich bei der Stange halten kann und die Lust auf mehr macht. Und in ordentlicher Veronica Roth-Manier scheut sich die Autorin nicht harte Konsequenzen für ihre Charaktere am Ende auszudenken. Und ja, die sind mitunter brutal. Und dazu noch sehr bildlich beschrieben.

Und dann ist da, unter anderem, auch noch die Liebesgeschichte zwischen Cyra, eine Shotet, und Akos aus Thuve, eigentlich verfeindete Völker, die sich im Verlauf der Geschichte entwickelt. Ohne, dass man den Klappentext hätte lesen müssen, wird einem bei der ersten Begegnung der beiden schnell klar, dass da irgendwann was laufen wird. Das fand ich jetzt nicht sonderlich subtil. Aber als dann die ersten Szenen kamen, die diese Entwicklung deutlicher abzeichneten, fand ich es schon überraschend. Weil sich weder Akos oder Cyra in ihren Kapiteln mit dem jeweils anderen auf solch eine Art beschäftigen. Ich hatte da beim ersten Mal einfach das Gefühl einen großen Schritt, einen Aha-Moment verpasst zu haben. Dafür, dass man als Leser doch sehr nah an den beiden Leben dran ist, ist das schon eher lasch. Und obwohl ich beide Protagonisten echt nicht scheiße fand (und ich Kickass-Weiber in Büchern mag) hatte ich nie die Nähe zu beiden. Ihre Gefühle füreinander oder im einzeln wirkten bei mir nicht. Erst gegen Ende, wo sich gewisse Ereignisse überschlagen, bekommt das Buch auch in diesem Part einen Aufschwung. Für manch einen Leser mag das aber zu spät sein.


Fazit

Rat der Neun von Veronica Roth ist ein Buch, welches die schriftstellerische Entwicklung einer Autorin klar markiert. Es hat mich überzeugt, da es eigenwillige, aber auch bunte Charaktere aufweist und dazu Fantasy und Science-Fiction in einem sehr komplex und dabei doch struktruierten Setting vereint. Dennoch denke ich, dass Veronica Roth noch ordentlich Luft nach oben bleibt und bin gespannt, wie sie die Geschichte fortsetzen wird.

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369 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 102 Rezensionen

liebe, anne freytag, jugendbuch, homosexualität, den mund voll ungesagter dinge

Den Mund voll ungesagter Dinge

Anne Freytag
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.03.2017
ISBN 9783453271036
Genre: Jugendbuch

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325 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 102 Rezensionen

briefe, liebe, tumblr, nie verschickte briefe, verlust

Ich wollte nur, dass du noch weißt ...

Emily Trunko , Nadine Mannchen , Lisa Congdon , typealive
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.02.2017
ISBN 9783785586082
Genre: Jugendbuch

Rezension:


So viele Briefe. Und jeder erzählt eine eigene Geschichte. Jeder erzählt ein eigenes Schicksal. 


Emily Trunko hat es mit ihrem Tumblr-Blog geschafft, dass Menschen ihre Herzen öffnen, ihre geheimen Gedanken und Gefühle mit der Welt teilen. Ich wollte nur, dass du noch weißt… ist ein einzigartiges Buch, welches nicht so kurzweilig ist, wie es sein schmales Äußeres vermuten lässt.


Ich wollte nur, dass du noch weißt… von Emily Trunko ist so ein besonderes Buch. Ich musste das alles ein bisschen sacken lassen, weil mir auf Anhieb nicht die richtigen Worte dafür einfallen wollten. Und ich bezweifle, dass ich das jetzt schon kann. Aber es muss raus. 


Ich folge dem Leitgedanken dieses Buches: Nämlich Inperfektion. Nur das Ich wollte nur, dass du noch weißt… das in Perfektion macht.


Wer hier auf eine junge fiktive Geschichte gehofft hat, der liegt falsch. Aber das ist hoffentlich schon allgemein bekannt. Stattdessen findet der Leser ein kleines Sammelsurium an Briefen wieder, die alle mal auf Emily Trunkos Tumblr-Blog erschienen sind. Einzigartig und bewegend. 


Eigentlich könnte ich nach den letzten beiden Adjektiven die Rezension beenden, denn diese zwei Worte beschreiben jeden Brief, jede Seite dieses Buches.


Doch ein paar Dinge gibt es doch noch zu sagen.


Wie bereits erwähnt beinhaltet das Buch eine große Ansammlung von Briefen. Die sind mal nur wenige Sätze lang, mal gehen sie über zwei Seiten. Aber jeder Brief an sich ist sehr schnell gelesen, weswegen diese ca. 190 Seiten des Buches (das Buch hat übrigens keine Seitenanzahl, dafür aber ein Lesebändchen, was das Wiederfinden erleichtert) kaum ins Gewicht fallen und man schneller durch ist, als einem lieb ist.


Denn man mag in diesem Buch verweilen. Man verliert sich ein wenig darin. Jedenfalls hab ich es so empfunden. Ich hab schon von gewissen anderen Stimmen gehört, die dieses Buch an einem Tag durch hatten. Was absolut okay ist. Dagegen hab ich jeden Abend vor dem Schlafengehen ein paar Seiten oder einen ganzen Abschnitt, wie z. B. den zu dem Oberbegriff „Verlust“, „Liebe“ oder „Verrat“  gelesen. Und habe jede Seite genossen. Mich hier und da wiedergefunden; ich musste seufzen, mitleiden und mich freuen.


Die Aufmachung, die wir Lisa Condgon zu verdanken haben ist nämlich wunderschön. Irgendwie kindlich, sehr jung, aber auch sehr künstlerisch und wie ich finde, passend zu jedem einzelnen Brief. Jede einzelne Seite ist ein kleines Kunstwerk und macht das Buch und das Leseerlebnis zu etwas ganz besonderen. Und aus diesem Grund war für mich schon nach wenigen Seiten klar, dass dies das perfekte Buch zum Verschenken ist. Denn jeder Beschenkte wird sich irgendwo zwischen diesen Seiten wiederfinden. Jeder.


Doch warum ist man so begeistert, nachdem man das Buch gelesen hat? Wieso sollte man nicht einfach auf den Blog von Emily Trunko gehen und dort all diese Briefe lesen? Denn das kann man. Jeden Tag finden anonyme Briefeschreiber dort ihre Plattform, um ihre geheimen, unausgesprochenen Gefühle und Gedanken zu offenbaren. Gerade aber die Aufmachung und die Form des Buches, machen die Briefe und das Lesen dieser, zu einer ganz intimen und wohligen Sache. Und ehrlich? Ich wäre ohne das Buch niemals auf diesen Blog gestoßen. Oder nicht so schnell. 


Und die bereits erwähnte Intimität ist so schön. Da sind nur du und das Buch und jede einzelne Geschichte, jedes einzelne Schicksal, welches sich hinter jedem Brief verbirgt. Mit dem Bewusstsein, dass jeder Brief einen realen Hintergrund hat, dass dies keine Fiktion ist, sind Tränen, Gänsehaut und Begeisterung vorprogrammiert.


Fazit
Ich wollte nur, dass du noch weißt… von Emily Trunko ist auf besondere Weise eins meiner Highlights für 2017 geworden. Besonders im Abschnitt Verlust, brauchte ich mehr als einmal ein Taschentuch um die Tränen zu trocknen. Aber auch jeder andere Abschnitt ist einfach nur wunderschön und die viel zu wenigen Lesestunden wert.

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630 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 63 Rezensionen

paris, liebe, new york, roman, krimi

Nachricht von dir

Guillaume Musso , Eliane Hagedorn , Bettina Runge
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Piper, 11.06.2013
ISBN 9783492302944
Genre: Romane

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503 Bibliotheken, 12 Leser, 3 Gruppen, 44 Rezensionen

magersucht, prostitution, vergewaltigung, lilly lindner, autobiographie

Splitterfasernackt

Lilly Lindner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.07.2013
ISBN 9783426784884
Genre: Biografien

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