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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Mausmeer

Tamara Bach
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.02.2018
ISBN 9783551583802
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Opas altes Haus. Der Geruch nach der Erinnerung. Annika und Ben beschließen ein Wochenende in die Natur zu fahren, aufs Dorf, in Opas altes Haus. Ein ganz normales Wochenende unter Geschwistern? Weit gefehlt. Eine Eskapade jagt die nächste bis die beiden vor einer für sich ausweglosen Situation zu stehen scheinen. Eine rasante Geschichte zweier Jugendlicher, die sich selbst finden.

MEINE MEINUNG

Ein rasantes Spektakel auf 143 Seiten! Der Schreibstil, ungewöhnlich, aber dennoch interessant. Die Geschichte, spannend und dennoch tiefgründig.

Dies waren meine Erwartungen an Tamara Bachs neues Buch. Jedoch hat man oft sehr hohe Erwartungen an Bücher oder auch Autoren, die sie schwer oder eben garnicht erfüllen können.
In Mausmeer wurde ich recht schnell in die Geschichte hinein geschuckt, sodass ich mich erstmal zurecht finden musste. Wer sind überhaupt die Protagonisten, wo befinde ich mich gerade und wo soll diese Geschichte hingehen. Wir befinden uns in einem kleinen Dorf, Ben und Annika wollen dem Alltag entfliehen. Alles geht schief, eine typische Spätpubertätskrise und die Eltern nerven einfach nur noch.

Tamara Bach schreibt kurz, ohne viele Erklärungen und mit wenig Details. Leider gefällt mir dies persönlich garnicht und beeinflusst meine Meinung schon sehr stark. Dennoch hat mir der Inhalt super gut gefallen und aus diesem Grund bin ich auch so zwiegespalten. Annika und Ben sind tolle Charaktere, jeder für sich einzigartig, voller Mut, vielen Facetten und so garkeine normalen Teenager, wie man sie in den meisten Jugendbüchern findet.

Natürlich findet man in Mausmeer nicht die großen Emotionen, Liebesgeplänkel und detaillierte Passagen, dennoch lernt man die Protagonisten auf ihre eigene, individuelle Art kennen, weshalb ich das Buch nicht schlecht bewerten kann. Denn der Schreibstil ist nur meine eigene Sicht der Dinge, der Inhalt ist jedoch das, was Tamara Bach mit ihrer Art erschaffen hat. Sie hat lebensnahe Charaktere erschaffen und sie in eine Welt verpackt, die für sie genau die richtige ist.

FAZIT

Trotz dem der Schreibstil gar nichts für mich war, möchte ich dennoch die tolle Charakterentwicklung hervorheben, die Tiefe der Gefühlswelt in die man trotz weniger Seiten tauchen konnte und ihre Art den Charakteren auf so eine schöne Art zu begegnen.

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361 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 143 Rezensionen

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Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen

Leigh Bardugo , Anja Galić
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 06.02.2018
ISBN 9783423761970
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Das Mädchen, das in der Metro las: Roman

Christine Féret-Fleury
E-Buch Text: 176 Seiten
Erschienen bei DUMONT Buchverlag, 22.05.2018
ISBN 9783832189945
Genre: Romane

Rezension:

Juliette fährt jeden Tag mit der Bahn zur Arbeit. Wer kennt das nicht?! Jeden Tag das gleiche Spiel, viele Menschen, unterschiedliche Interessen und jeder hat seine ganz eigene Geschichte. So wie in ihren Romanen, die sie auf dem Weg zur Arbeit verschlingt. Doch wer liest was, welche Geschichte passt zu welcher Persönlichkeit, welches Buch zur eigenen Geschichte? Darüber hat sich Juliette nie Gedanken gemacht. Bis sie an einem Gartenzaun vorbeikam, an dem ein Buch im Gartentor steckte.

Juliette hat einen ganz wundervollen, eigenen Charakter und dennoch ist sie eine Protagonistin mit der ich mich gerne identifiziert habe. Sie liebt Geschichten und hat ein sehr gutes Gespür für anderen Menschen. Genau diese Fähigkeit hat der knausrige Buchhändler Soliman bei Juliette sofort entdeckt und sie wird zu seiner Botin. Soliman ist wie man sich einen Antiquar vorstellt. Überall liegen Bücherstapel im Laden, wo man denkt, es kann keine Ordnung geben und dennoch ist sie da. Er ist eigenbrötlerisch, jedoch ist die Kommunikation mit seiner Tochter für ihn das Wichtigste.

Im Verlauf der Geschichte lernt man sowohl die handelnden Figuren auf den knapp 176 Seiten kennen, sondern lernt sehr viel über die Menschen, ihre Schicksale und wie Bücher eine Macht ausstrahlen können, die man manchmal selbst noch nicht ganz bemerkt hat. In unglaublich tiefgründiger und schöner Art und Weise erzählt Christine Féret-Fleury eine Geschichte, die so viele Emotionen beinhaltet, das man sich nach dem Lesen nicht direkt an das nächste Buch setzen kann. Das Mädchen, das in der Metro las hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, den ich nicht missen möchte. Zudem möchte ich die wundervolle Gestaltung hervorheben. Der Dumont Verlag hat ein tolles Buch herausgebracht mit dem absolut passenden Cover und dem richtigen Gespür für gute Literatur.

Dieses Buch ist mein Lesehighlight 2018! Es hat einfach alles, was man sich als Literaturliebhaber wünschen kann! Es ist toll geschrieben, mit einer starken, tiefgründigen und dennoch ruhigen Handlung. Wer Literatur liebt, legt dieses Buch nicht mehr aus der Hand.


*Rezensionsexemplar

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Tags: bücherüberbüche, dumontverla, literatur, roman   (4)
 

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65 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

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Café Morelli

G. R. Gemin , Gabriele Haefs
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560438
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Manchmal braucht es nur die richtigen Zutaten“!
Das Café Morelli läuft längst nicht mehr so gut wie in alten Zeiten. Joe´s Großvater hat das Café vor vielen Jahren eröffnet und seit dem ist es in Familienbesitz. Im Morelli stecken viele wertvolle Erinnerungen, auf die Joe keinesfalls verzichten kann. Jedoch hilft nur noch ein Wunder, um das alte Café zu retten. Und dann kommt seine Cousine Mimi zu Besuch und hilft Joe bei seine, Plan. Nicht nur gutes Essen, sondern auch Familienzusammenhalt können einiges bewirken!

MEINE MEINUNG

Mit Kaffeeflecken beschmutze Kapitelseiten, eine Kaffeekanne auf dem Cover und man fühlt sich als säße man im Café Morelli mit italienischer Pasta und einen leckeren Espresso für danach. Diese Stimmung empfand ich beim Lesen jedes Mal und direkt war ich wieder in der Geschichte gefangen.
Aber nicht nur die Atmosphäre des Cafés, sonder auch Joe hat mir das Gefühl gegeben dabei zu sein.
Giancarlo Gemin hat ihr eine tolle Welt geschaffen, in die sich der Leser komplett fallen lassen kann.

Im Verlauf des Buches passieren immer wieder Rückschläge mit denen Joe umgehen muss. Seine Mutter versteht ihn nicht und er muss sich auch noch mit der Schule und seinem besten Freund auseinander setzen, der lieber gegenüber im Fastfood Restaurant Essen geht, als sich im Café niederzulassen. Den Stammkunden droht ihr Lieblingsort zu entweichen, denn sie warten dort jeden Tag auf dem Bus. Während des Lesens sind mir ständig Ideen gekommen, wie ich Joe helfen könnte und daran merkt man, wie vertieft und berührt ich von dieser Familiengeschichte war und immernoch bin. Viele unabhängige Händler und Gastronomen sind davon betroffen, auch heute noch und daraus schließe ich einen realen Bezug zur heutigen Gesellschaft. Weshalb mich die Geschichte noch intensiver berühren konnte.

Die Charaktere sind total klasse! Joe ist ein junger Mann, der mutig und loyal zu seiner Familie steht und alles riskiert, um seine Ziele zu verwirklichen. Dafür spinnt er Ideen, verhandelt klug und setzt dabei mehr in Gang, als er je gedacht hatte. Mimi ist einfach nur zuckersüß! Ich kann ihren italienischen Akzent förmlich hören und ihr zuschauen, wie sie in der Küche italienische Köstlichkeiten zubereitet. Aber auch alle Nebencharaktere haben ihren Charme, obwohl man sie nicht so häufig antrifft. Jedoch sind auch diese detailliert ausgearbeitet worden, welches ich hier positiv anmerken möchte.

Café Morelli aus dem Königskinder Verlag ist ein Buch über Existenzängste, Verlust, Zusammenhalt und wie stark das Band einer Familie sein kann. Eine Empfehlung für jeden, der italienische Küche mag und spüren will, wie wichtig wahrer Familienbund ist.

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428 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 129 Rezensionen

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Fangirl

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.07.2017
ISBN 9783446257009
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Cath liebt Bücher, sie liebt aber vor allem die Bücher über ihren Lieblingsfandom Simon Snow. Simon Snow ist wie Harry Potter nur selbstverliebter, gemeiner und egoistischer. Aber das ist genau das, was Cath so anziehend findet. Sie schreibt Geschichten, sogenannte Fanfiction über Simon Snow und hat bereits zahlreiche Leser hinter sich. Doch ist das Leben Online und hinter den Buchdeckeln das einzig wahre Leben?

Cath. Cath ist wie ich. Wie ich mit 14 Jahren. Sie liebt Bücher, kommt nicht aus dem Zimmer heraus und schreibt den ganzen Tag Geschichten. So wie ich. Jedoch ist dieses Leben bei mir längst eine andere Geschichte und ich habe mich heraus getraut. Ins echte Leben. Cath fällt dieser Schritt ziemlich schwer und in manchen Momenten konnte ich dies sehr gut verstehen. Wenn du keinen oder wenig Kontakt zu deinen Mitmenschen hast, dann tun sie dir auch nicht weh. Cath erlebt über die Seiten hinweg eine tolle Entwicklung. Ich hatte das Gefühl, dass sie immer mutiger wird. Ich mag die Protagonistin sehr und konnte mich auch gut in sie hineinversetzen. Dies machte es mir leicht, der Geschichte zu folgen.

Die handelnden Nebencharaktere wie Caths Zwillingsschwester Wren, dem Schreibverrückten Nick oder dem geheimnisvollen Levi waren auch gut ausgearbeitet, jedoch konnte ich zu diesen Personen keine richtige Beziehung aufbauen. Der Schreibstil der Autorin war wie immer klasse, obwohl ich zu Beginn des Buches mehr Tempo erwartet hatte. Bis fast zur Mitte des Buches hat es sich schon etwas gezogen, jedoch waren diese Szenen wiederum wichtig für die zweite Hälfte. Alles in allem hat es für mich also dennoch gut gepasst und ich kam gut voran. Der Handlungsverlauf war für mich durchaus schlüssig und logisch aufgeteilt. Der Plot war perfekt strukturiert, sodass die einzelnen Handlungen der Charaktere aufeinander aufgebaut haben.

Besonders toll war die Einbindung der Textstellen aus dem Simon Snow Fandom, was der Geschichte eine einzigartige Würze verlieh. Es war sehr spannend, wie Cath sich in diese Welt ihres Fandoms hineinbegibt, darin wächst und ihre eigene Fantasie komplett ausspielen kann. Jedoch hat sie ihre Liebe des Schreibens durchaus mehr, als auf Simon Snow begrenzt und durch ihren Schreibkurs immer mehr dazugelernt. Es ist schön zu sehen, wie eine Protagonistin auf eine Reise der eigenen Kreativität gibt und sich stetig weiterentwickelt.

Eine ingesamt sehr runde Geschichte, die das Leben eines echten Fangirls perfekt widerspiegelt. Ich bin sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben und bin immer noch ganz in Caths Welt des Schreibens gefangen. Eine sehr schöne Geschichte, die ich euch weiterempfehlen kann.

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120 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 64 Rezensionen

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Drei Tage und ein Leben

Pierre Lemaitre , Tobias Scheffel
Fester Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 20.12.2017
ISBN 9783608981063
Genre: Romane

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

frankreich, hörbuch, roman, schuld, totschlag

Drei Tage und ein Leben

Pierre Lemaitre , Tobias Scheffel , Torben Kessler
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783742401878
Genre: Romane

Rezension:  
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552 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

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Rache und Rosenblüte

Renée Ahdieh , Martina M. Oepping
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ONE, 16.03.2017
ISBN 9783846600405
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Shahrzad ist geflohen.. sie musste, um den Mann zu schützen, der sie töten wollte, den sie liebte.
Ein grausamer Fluch liegt über Chaled, dem Kalifen von Chorasan, doch wie kann Shahrzad ihren Ehemann rettet. Würde sie sich selbst dafür opfern? Und der immer näher kommende Krieg voller Macht und Zerstörung. Kann Chorasan gerettet werden...

Zu Beginn möchte ich sagen, dass ich mich sehr auf diesen Reihenabschluss gefreut habe. Da mir Zorn und Morgenröte bereits so gut gefallen hat, hatte ich dementsprechend hohe Erwartungen an den Abschlussband der Dilogie von Renée Ahdieh. Ich kam auch direkt wieder in der Geschichte an, obwohl längere Zeit des Lesens zwischen dem ersten und dem zweiten Band lag. Der Schreibstil der Autorin kam mir direkt wieder vertraut vor. Der flüssige, mitreißende Stil lässt den Leser eintauchen in die Welt aus 1001 Nacht, es fühlt sich an, als hätte man die Welt nie hinter sich gelassen. Der zweite Band knüpft demnach direkt am Ende des ersten an.

Die dramatische Szenerie hält den Leser in Atem, lässt einen die Welt voller Gier, Macht und Krieg spüren, aber dennoch verliert man nicht die romantische Seite der Liebenden in diesem Abenteuer.
Die Charaktere erleben im zweiten Band nochmal eine rasende Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Vor allem Chalid lernt man deutlich besser kennen und auch Shahrzad gewinnt immer mehr Eigenschaften dazu, die ich bisher nicht entdecken konnte. Ihre weiche Seite entweicht immer häufiger ihrem harten Kern und dennoch ist sie weiterhin sehr mutig und kämpft für ihre Ideale.

Die Handlungsstränge der Nebencharaktere, wie die Irsas, der kleinen Schwester Shahrzads, aber auch die des Tarik waren sehr angenehm und der Leser erhält ein rundes Bild über die handelnden Personen in der Geschichte. Zudem ist der Autorin die Darstellung der Szenerie, sowie den Handlungsorten sehr gut gelungen. Weshalb ich es an dieser Stelle betonen muss. Sie schafft es dem Leser eine große Welt mit vielen Details näher zu bringen, so zu beschreiben, als fühlte man sich am gleichen Ort wie Shahrzad und Chalid wieder. Eine großartige Gabe und meiner Meinung nach das Alleinstellungsmerkmal ihrer Geschichten.

Was ich jedoch etwas schade fand war der Handlungsverlauf. Das Leben findet doch sehr lange in dem Kriegslager statt, in dem Shahrzad wie eine Gefangene mit ihrer Familie lebt. Von Chalid bekommt man leider kaum etwas mit. Immer wieder kleine Passagen lassen darauf schließen, was er gerade macht. In diesem Punkt hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht. Da der Roman aber dennoch kaum an Tempo verliert und die Dramatik am Ende ihren Höhepunkt findet, ist dies nicht weiter störend.

Der Abschlussband der Dilogie von Renée Ahdieh hat mir sehr gut gefallen. Die schöne Szenerie und die Entwicklung der Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet, weshalb ich diese Reihe nur empfehlen kann. Wer in 1001 Nacht entführt werden möchte, liegt mit dieser Geschichte genau richtig.

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198 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

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Was wir dachten, was wir taten

Lea-Lina Oppermann
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 24.07.2018
ISBN 9783407822987
Genre: Jugendbuch

Rezension:

»Es ist ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem aufgetreten. Bitte bewahren Sie Ruhe.«
Nach dieser Durchsage ist nichts mehr, wie es vorher war. Ein Amoklauf an unserer Schule? Das hätte wohl keiner für möglich gehalten. Türen schließen, Gedanken ausschalten, Ruhe bewahren. Doch was ist wenn es plötzlich an der Tür klopft. Ein Leben retten oder das aller?

Als ich am Samstag die Lesung zu diesem Buch hörte, war ich mehr als überrascht. Dank Anka und der Wittwer Buchhandlung in Stuttgart, durften wir Lea-Lina Oppermann persönlich treffen und ihrer Lesung lauschen. Sie studiert Sprechkunst in Stuttgart und das hat man auch gemerkt. Ich habe mich gefühlt, wie auf einem Poetry Slam. Sie hat ganz toll und lebendig gelesen! In dieser Stimmung möchte ich nun mit euch in meine Rezension einsteigen.

In Lea-Lina Oppermann Roman werden einige Geheimnisse aufgedeckt. Und dies alles während einer Matheklausur in 4 Wänden. Der Handlungsort ein Klassenraum, aus dem keiner entfliehen kann. Als ein maskierter Mann mit entsicherter Pistole durch die Gänge läuft, verliert der ein oder andere seine wahre Gestalt und offenbart wer er wirklich ist. Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven von der Streberin Fiona, dem Klassenchaot Mark und dem Lehrer Herr Filler.
Die unterschiedlichen Perspektiven lassen den Leser in verschiedenste Gefühlswelten eintauchen und man erlebt die Geschehnisse aus der Sicht von Schülern und die des Lehrers.

Erschreckend ist, was dieser Ausnahmezustand mit den Gefühlen der handelnden Personen anrichtet. Man stellt sich des öfteren die Frage, wie man selbst reagieren würde. Würde man auf die Psychospielchen des Amokläufers reagieren? Würde man versuchen ihn zu überwältigen? oder würde man einfach nichts tun und alles machen, um sich und die anderen zu retten?
Eine sehr verzwickte Situation, die ganze 143 Minuten andauern wird. Hat man überhaupt ein Zeitgefühl oder kommt es einem vor, als würde man mehrere Tage festsitzen. All diese Situationen habe ich während dem Lesen durchgespielt und mich dadurch intensiver mit der Geschichte auseinandergesetzt, als ich es gedacht hätte.

Den Roman aus der Hand zu legen war kaum möglich! Man gelangt in einen richtigen Lesefluss, aus dem man nicht entfliehen kann. Man fühlt sich gefangen, wie die Schüler im Klassenzimmer. Die Autorin lässt einen nicht mehr los und erzählt bildhaft und lebendig, sodass man sich fühlt, als wäre man dabei. Durch das sehr wichtige Thema und den mehr als ernsten Hintergrund, muss dieses Buch Gehör finden und wer so schreibt wie Lea-Lina wird dies auch finden. Dieser Roman bietet sehr viel Diskussionspotenzial und hat es verdient gelesen zu werden.


"Kann sein, dass es dich verändert.
Kann sein, es lässt dich kalt.
Kann sein, dass du schon davon gehört hast, im Fernsehen oder in den Schlagzeilen.
So viele Reporter, die darüber berichtet haben, Fotos geknipst und mit dem Rektor gesprochen ...
Wenn ja, vergiss es, nichts davon ist wahr.
Wir werden dir erzählen, was wirklich passiert ist.
Wir waren dabei."

Quelle: Rückseite des Buches

Ein Roman, so garnicht normal, bildhaft, erschreckend und genial zugleich. Lea-Lina Oppermann ist eine Künstlerin der Worte und ich bin froh diese Geschichte gelesen zu haben. Sie schreibt sehr lebendig und ohne Scham, einfach genial. Eine literarische Glanzleistung!


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46 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Pusteblumentage

Rebecca Westcott , Barbara Lehnerer
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761659
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In Pusteblumentage geht es um eine Familie, wie sie im Bilderbuch steht. Trotz des autistischen Sohns Isaac spielt das Leben, wie es sein soll. Liv geht in die High School, erlebt den ganz normalen Alltagswahnsinn einer 12-Jährigen und ist glücklich. Doch dann wird ihre Mutter plötzlich schwer krank und ihr schönes Leben scheint zu zerbrechen. Gibt es noch Hoffnung oder ist der Krebs schon zu weit fortgeschritten?

Die Handlung spielt aus der Sicht von Liv. Einem ganz süßen jungen Mädchen, das sich für Fotografie und die schönen Dinge des Lebens. Sie erlebt die normalen Zickereien im Unterricht, aber hat immer ihre beste Freundin Alice an ihrer Seite. Sie hat ein wunderbares Verhältnis zu ihrer Mutter, die ihr ihre alten Tagebücher anvertraut, damit sie ihre Teenager Probleme in Griff bekommt. Eine sehr schöne Geste und zeigt wie gut sich Liv mit ihrer Mum versteht. Ihr Vater ist Fotograf und besitzt ein eigenes Studio. Daher auch die Leidenschaft für Fotografie bei Liv, die ihre Kamera überall hin mitnimmt. Isaac ist Livs großer Bruder und leidet am Asperger Syndrom. Klare Regeln und Strukturen sind wichtig für ihn und von Fremden möchte er sich nicht anfassen lassen.

Im Laufe der Geschichte lernt man Liv auf unterschiedliche Weise kennen. Sie hat eine sehr starke, erwachsene Haltung ist aber dennoch sehr verletzlich. Als ihre Mum an Krebs erkrankt, spürt man deutlich Livs Gefühlschaos und ich persönlich konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren. Diese Leere und Kraftlosigkeit in ihrem inneren, ist genau so wie ist es in Realität ist. Rebecca Westcott
hat sich offensichtlich sehr detailliert mit dem Thema auseinandergesetzt und der Leser spürt die Empathie dahinter. Sie schreibt sehr berührend und hoch emotional.

Auf den 200 Seiten erlebt man die glücklichsten Momente einer tollen Familie, sowie den Schmerz, die Hoffnung und das Leid in einem. Man erlebt Liv in allen Stadien der Trauer. Von Wut, zur Verleumdung bis hin zur Akzeptanz. Eine tolle Art, ein Jugendbuch
mit so viel Wahrheit und Realität zu fühlen. Ich habe auch an der ein oder anderen Stelle geweint, weil die Autorin mit so viel Herz, die Szenerie in meine Seele transportiert hat.

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