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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

andrew bannister, primitive sprache, sci-fi

Die Maschine

Andrew Bannister , Simon Weinert
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492704090
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Eine von gottgleichen Erbauern vor hundert Millionen Jahren geschaffene Galaxie ist das Zentrum eines Krieges, der alles vernichten soll, was von der Opposition übrig ist. Der Oberbefehlshaber will sogar die eigene Tochter töten, doch Fleare gelingt die Flucht. Mit einem Verbündeten will sie ihren Vater stoppen. Dabei spielt eine Maschine eine wichtige Rolle. Diese findet sich auf einem vergessenen Planeten und ist von den Schöpfern …

Okay, ich lese relativ wenig Science Fiction. Aber das Prädikat „Eines der zehn wichtigsten Bücher des Jahres!“ erstaunt mich dann doch. Die Sprache des Autors ist sehr schlicht, oft obszön und immer flapsig. Ein besonderes Merkmal, warum dieses Buch so wichtig sein sollte, kann ich leider nicht entdecken. Es liest sich recht flott, wenn man mit den Rückblenden und Sprüngen zwischen Orten und Zeiten klarkommt. Als Auftakt einer Trilogie ist das Ende natürlich entsprechend offen und unbefriedigend.

Probleme machten mir die vielen erfundenen Begriffe, Namen, Orte, Bezeichnungen usw. Sie werden nicht wirklich erklärt, sondern sollen sich wohl im Laufe der Story von selbst erklären. So echt gelungen ist das meiner Meinung nach nicht. Das muss man mögen – und wirklich eingefleischter und „geübter“ Sci-Fi-Leser sein.

Für meinen Geschmack gibt es zu viele Lücken. Vermutlich sollen die dazu führen, dass man die Folgebände kauft und liest, aber mich nervt das leider nur extrem an.

Ich habe mich weder mit einer der Figuren anfreunden noch identifizieren können. Die Intrigen sind mir dann doch zu sehr an den Haaren herbeigezogen und am Ende des Buches war mir kaum etwas von der Story im Gedächtnis geblieben. Schade, aber das war nix. Auch wenn es daran liegen könnte, dass ich nicht die optimale Zielperson bin, kann ich nur zwei Sterne geben.

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Tags: andrew bannister, primitive sprache, sci-fi   (3)
 

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31 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

katze, dijon, weihnachten, frankreich, katzenroman

Kater Anton und das Weihnachtsglück

Angela Troni
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 14.11.2016
ISBN 9783442314249
Genre: Romane

Rezension:

Ella ist seit August mit Xavier glücklich. Das Problem ist nur, dass Xavier in Frankreich wohnt und beide die Fernbeziehung leid sind. Über die Weihnachtszeit wollen sie testen, ob sie auch im Alltag zusammenpassen und so fährt Ella mit Kater Anton ins schöne Dijon, um den ganzen Dezember mit Xavier zu verbringen. Sie wohnen bei Madame Bernard, die eine Honigkuchenbäckerei hat. Doch plötzlich geschehen seltsame Dinge und Anton muss alles daransetzen, eine Katastrophe zu verhindern und allen zu ihrem Glück zu verhelfen ...

Angela Troni verzaubert mit diesem kleinen Kater den Leser sofort. Man kann gar nicht anders, als ihn zu mögen. Wunderbar schildert sie seine Eigenheiten, die Katzenhaltern nur allzu bekannt vorkommen werden. Der Leser erhält Einblick in Antons Sicht- und Denkweise. Dabei vermenschlicht die Autorin den Kater nicht, legt ihm aber auch keine unsinnigen erfundenen Wörter ins Mäulchen. So liest sich die Geschichte flott hintereinander weg und man ist traurig, wenn man die letzte Seite umblättert.

Die Protagonisten sind klar gezeichnet und alle individuell. Ohne überdeutliche Beschreibungen sieht man sie alle regelrecht vor sich: die kleine Manon, Onkel Michel, Xavier, Oma Josie und ganz besonders Ella. Man möchte am liebsten mit in der Backstube stehen oder mit Ella und Xavier über den Weihnachtsmarkt bummeln – so real hat man die Szenen vor Augen.

Immer wieder gibt es Stellen, die extrem humorvoll sind, doch auch Spannung fehlt nicht. Das alles in der Vorweihnachtszeit und mit einem stimmungsvollen Cover – das ergibt ein herrliches Katzenweihnachtsbuch. In meiner Katzenbuchsammlung rangiert dieses liebenswerte Roman weit oben bei meinen Favoriten. Besonders schön auch, dass es zwischen den Kapiteln immer einen Katzenscherenschnitt gibt. Nicht wichtig, aber ich mag solche Details. Ebenso gefällt es mir, dass die Schrift in einer angenehmen Größe gehalten ist und man das Buch so ganz bequem lesen kann.

Kurz und knapp: meine diesjährige Weihnachtsgeschichte hat mir Angela Troni erzählt und ich habe sie rundum genossen. Macht die vollen fünf Sterne!

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Tags: angela troni, dijon, fernbeziehung, frankreich, honigkuchenbäckerei, intrige, katzenroman, liebesbeziehung, weihachtsroman   (9)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

lonely planet, toiletten, fotoband, wc

Toiletten

Lonely Planet , Susanne Völler , Anne Winterling
Flexibler Einband
Erschienen bei MAIRDUMONT, 12.10.2016
ISBN 9783829726627
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ob nun auf der Toilette zur Unterhaltung der Gäste oder im Regal – dieses Büchlein sollte man unbedingt haben! Es ist nicht lebenswichtig, dennoch höchst amüsant und informativ. Ja, über Toiletten kann man so einiges erfahren, das man nicht wusste.

Besonders schöne Toiletten, Toiletten an besonderen Plätzen – Toiletten auf der ganzen Welt! Vergessene Toiletten, versteckte Toiletten, unfassbare Toiletten – es ist unbeschreiblich, welche Vielfalt da zu finden ist.

Die Fotos sind einfach klasse und man möchte schon fast eine Toilettenreise machen. Vor allem hat man nach diesem Buch einen völlig anderen Blick auf Toiletten.

Das Buch zeigt jeweils das Bild der entsprechenden Toilette, dazu einen kleinen Globus mit Angabe, wo sie sich befindet, einen informativen Text dazu und, was ich besonders witzig finde, sogar die Koordinaten mit Längen- und Breitengrad, wo genau die Toilette zu finden ist. Ganz neue Ziele für Geocaching!

Die Idee für das Buch ist großartig, die Machart ebenfalls. Ich habe mich bei der Lektüre sehr amüsiert. Ich bin gespannt, was dem Verlag als nächstes einfällt. Das könnte eine tolle Serie werden! Von mir jedenfalls die vollen 5 Sterne.

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Tags: fotoband, lonely planet, toiletten, wc   (4)
 

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398 Bibliotheken, 24 Leser, 1 Gruppe, 154 Rezensionen

krimi, taunus, mord, nele neuhaus, fuchs

Im Wald

Nele Neuhaus
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.10.2016
ISBN 9783550080555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Wald bei Ruppertshain brennt ein Wohnwagen. Bodenstein und Sander ermitteln nun wegen Brandstiftung und Mord. Als dann noch eine alte, sterbenskranke Frau ermordet wird, die Bodenstein persönlich kannte, wird er ins Jahr 1972 geführt, das Jahr, in dem sein bester Freund Artur verschwand und auch sein zahmer Fuchs Maxi. Dass nach mehr als 40 Jahren dieses und andere Geheimnisse wieder hochgeholt werden, scheint jemanden im Ort zu stören und es kommt zu immer weiteren Vorfällen, die Bodenstein an den Rand seiner Kräfte führen …

An manchen Stellen zog sich das Buch ein wenig, obwohl – oder gerade weil – sehr viel mehr als nur ein Krimi in diesen vielen Seiten steckt. Die Protagonisten haben sich weiterentwickelt in den acht Fällen und auch der private Bereich wird angesprochen. So ist dies wohl Bodensteins (vorerst?) letzter Fall und es darf gespannt darauf gewartet werden, wie sich Pia schlagen wird.

Im aktuellen Fall jedoch kommt sehr viel Persönliches aus der Kindheit von Bodenstein vor, das mir doch sehr naheging. Die Zeit der 1970er Jahre war im Vergleich zu heute deutlich anders und man kann nur staunen, was eine Dorfgemeinschaft zu verschweigen weiß. Auch wenn dies nur ein Roman ist – er ist gar nicht so weit von der Wahrheit weg. Da ist man froh, dass gewisse Dinge heute zum Glück nicht mehr so geschehen könnten. Dennoch fragt man sich, wieso jeder alles weiß und nur Bodenstein von all den Vorgängen nichts mitbekommen hatte.

Nele Neuhaus hat es geschafft, in großen Bögen Zusammenhänge herzustellen, die so nicht vom Leser geahnt werden können. Dennoch sind sie plausibel und stimmig in sich. Es fällt nicht schwer, sich die Ruppertshainer vorzustellen. Allerdings wird der Leser mit extrem vielen Personen konfrontiert, wodurch man doch leicht den Überblick verlieren kann, trotz des Personenregisters am Anfang des Buches.

Davon abgesehen liest sich der Stil von Nele Neuhaus sehr gut. Keine zu detaillierten Fachreden, kein extremer Jugendslang, kein überheblicher Erzähler – einfach ein Buch, das dem Leser das Gefühl gibt, am Rande zu stehen und alles selbst mit ansehen zu können.

Man darf gespannt sein, wie die Serie weitergeht. Von mir für „Im Wald“ vier Sterne!

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Tags: frankfurt, nele neuhaus, oliver bodenstein, pia sander, regionalkrimi, taunus   (6)
 

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29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

aliens, der tod, die apokalyptischen reiter, weltuntergang, tod

Das Ende der Welt ist auch nicht mehr das, was es mal war

Sebastian Niedlich
E-Buch Text: 186 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 04.10.2016
ISBN 9783958247970
Genre: Humor

Rezension:

Das Ende der Welt ist immer ein Thema – und man kann es auch mal anders sehen. So, wie Sebastian Niedlich beispielsweise. Er zeigt uns mit seinen drei Gedichten und zwei Kurzgeschichten, dass man das auch alles anders auslegen und ausleben kann. Sehr humorvoll, dennoch feinsinnig und auch recht philosophisch. Eine wunderbare Mischung, die nicht nur unterhält, sondern auch ein wenig unter die Haut geht.

Mir persönlich sind die kleinen Gedichte etwas zu ungeschliffen, aber als „Abstandshalter“ zwischen den Geschichten machen sie sich sehr gut und vor allem sind sie witzige Variationen zum „Ende der Welt“. Die beiden Kurzgeschichten sind einfach bezaubernd. Während die erste ganz eindeutig den Leser zum Nachdenken bringt, ist es bei der zweiten sehr viel subtiler. Dennoch mag ich beide Geschichten gleich gern, denn sie sind treffend und kopieren sich nicht gegenseitig.

Niedlich kann wie kaum ein anderer Wesen Leben einhauchen, die man so nicht real kennt. War es in „Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens“ der Tod, dem er eine erschreckend sympathische Hülle verpasst hat, sind es hier vier Gestalten (ich möchte nicht spoilern, deshalb nenne ich sie nicht beim Namen), denen man nicht so gern begegnen möchte und in der zweiten Geschichte ein Außerirdischer, der sich von den grünen Männchen, die man sonst so in diesen Geschichten serviert bekommt, deutlich und sehr positiv abhebt. Nein, auf diese Ideen kann niemand außer Niedlich kommen, das steht fest. Und dazu noch verleiht er seinen Protagonisten – den Hauptpersonen ebenso, wie den Nebenfiguren – wunderbar skurrile und dennoch lebensnahe Charaktereigenschaften und Wesenszüge. Das muss man einfach gelesen haben! Und wer weiß, vielleicht merkt man dann, wie oft man selbst falsch lag und dass man es doch eigentlich extrem gut hat!

Mir hat dieser kleine Band unheimlich viel Lesefreude bereitet und ich hoffe, dass er doch noch in Printform auf den Markt kommt. Solch Bändchen kann man prima verschenken und den Menschen damit ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Mit einer eBook-Datei geht das nicht so gut!

Aber das nur am Rande – für die tolle Lesezeit mit den Gedanken zum Ende der Welt vergebe ich liebend gern die vollen fünf Sterne!

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Tags: aliens, der tod, die apokalyptischen reiter, glück und pech, sebastian niedlich, weltuntergang   (6)
 

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hörbuch, james wright, einfühlungsvermögen, furcht einflössende pferde, assistent

Der Doktor und das liebe Vieh

James Herriot , ,
Audio CD: 4 Seiten
Erschienen bei Audiobuch, 01.02.2007
ISBN 9783899641875
Genre: Romane

Rezension:

In meiner Kindheit habe ich die Serie um die Tierärzte Siegfried Farnon und James Herriot (eigentlich Wright) sehr gerne gesehen, wenn ich auch die Feinheiten des Humors noch gar nicht wirklich verstehen konnte. Jetzt endlich habe ich die Hörbücher zu den Büchern, auf der die Serie beruht, für mich entdeckt – und ich habe noch viel mehr Freude daran, als an den Sendungen!

Frank Arnold ist ein begnadeter Sprecher. Nachdem ich kurz damit kämpfen musste, dass ich noch immer die Synchronstimmen Herriots (Elmar Wepper/Arnim André) im Kopf hatte, stellte ich fest, dass Arnold viel besser zu Herriot passt und noch dazu die Gefühle und Feinheiten einfach wunderbar rüberbringt. Er schafft es wie kein Zweiter, dass man auch ohne Gesichtszüge zu sehen die Mimik quasi hört.

Da ich sehr gerne beim Schwimmen Hörbücher höre, um mich nicht beim Bahnenziehen zu langweilen (ich schwimme alleine, damit mich niemand zutextet) und mich zu motivieren, noch mehr Bahnen zu ziehen, ist es wichtig, dass mich ein Hörbuch wirklich packt. Das hat es – und ich hatte mehrfach Probleme, nicht lauthals loszulachen, so bildhaft sind die Texte und so trocken und doch anschaulich bringt Arnold sie rüber.

Diese beiden Episoden gehen nahtlos ineinander über. Die erste handelt von der Ankunft des jungen Herriot, der Ende der 1930er Jahre als frischgebackener Tierarzt sein Glück kaum fassen kann, eine Anstellung gefunden zu haben. Doch schon von Anfang an bekommt er die Eigenarten der Bewohner von Darroby kennen. Herriot wundert sich, sieht aber den Charme, der diesen Menschen eigen ist, und lernt schnell, damit umzugehen. Nur Siegfried Farnon ist nicht so einfach einzuschätzen, denn er ist ein launischer Choleriker, der seine Meinung immer wieder komplett ändert und abstreitet, je eine andere Sicht gehabt zu haben. Doch Herriot, der viel Humor und Geduld besitzt, bekommt auch dies in den Griff.

In der zweiten Episode erzählt Herriot von seinen Erlebnissen mit den Tieren und der oft skurrilen Eigenarten deren Besitzer. Meist rufen sie den Tierarzt erst so spät, dass dieser nicht mehr tun als die Tiere erlösen kann. So ist es schwierig, zu beweisen, dass bei frühzeitiger Behandlung den Tieren gut hätte geholfen werden können. Und wenn dann auch noch eine exzentrische reiche Witwe ihren Schoßhund vermenschlicht und halb zu Tode füttert, ist „Onkel Herriots“ ganze Trickkunst gefragt. Herrlich auch, wie er gegen die seltsamen fast schon abergläubischen Hausmittel anzukämpfen hat – vor allem, wenn diese tatsächlich zu wirken scheinen …

Kurz – dieses Hörbuch ist kultverdächtig! Tierfreunden und Freunden des trockenen englischen Humors kommen hier voll auf ihre Kosten. Man verliert sich in den Geschichten, die alle irgendwie ineinandergreifen und aufeinander aufbauen. Ich hatte 234 absolut amüsante Minuten und freue mich auf das Hören der nächsten Episoden! Dafür vergebe ich liebend gerne fünf blankpolierte Sterne!

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Tags: james herriot, james wright, tierarztgeschichten   (3)
 

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

fantasy, karl-heinz witzko, götter, prophezeihung, humorvolle fantasy

Blut der Götter

Karl-Heinz Witzko
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2016
ISBN 9783492703192
Genre: Fantasy

Rezension:

Nach dem Horizont kommt gar nichts mehr. Da sind sich in Arades alle völlig einig. Doch dann landen im Hafen drei unbekannte Schiffe ein. Die Fremden behaupten, sie kämen von einem Land hinter dem Horizont. Da sie Forderungen stellen, die an ihrer Friedfertigkeit zweifeln lassen, lässt der Fürst die Fremden verfolgen und töten. Nur wenige können fliehen. 26 Jahre später fragt sich, welche Folgen diese Tat wirklich hatte, denn die Fremden sind in Überzahl zurückgekommen und es geschehen zudem seltsame Dinge. Von beiden Fronten werden Ermittler mit der Lösung beauftragt und sie offenbaren ein Geheimnis, das besser nicht entdeckt worden wäre …

Karl-Heinz Witzko liebt lange, verschachtelte Sätze. Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, liest sich das gar nicht mal so schlimm, wie sich das zunächst anhören mag. Er schafft es nämlich, einen feinen, bissigen, mitunter ironischen Hauch darin unterzubringen, der echt Laune macht.

Klar, man muss Fantasy mögen und epische Werke nicht scheuen, denn darum handelt es sich hier immerhin ja. Sehr dicht und atmosphärisch ist dieser Roman, sodass man tief darin versinken kann. Allerdings ist hier der Titel Programm und Blut bestimmt das Buch. Allzu empfindliche Leser sollten sich also gut überlegen, ob sie „Blut der Götter“ lesen möchten.

Für meinen Geschmack sind manche Dinge zu ausführlich dargestellt, auch wenn die Protagonisten dadurch wieder sehr gut aufgebaut und schön ausgefeilt sind. Immer wieder werden kleinste Details eingestreut, mit denen man zunächst gar nichts anfangen kann. Viele Seiten später spielen sie dann doch wieder eine Rolle. Das strengt – zumindest mich – ein wenig an.

Alles in allem also ein sehr spezielles Buch, das mich sehr gefordert hat. Aber ich kenne die anderen Bücher des Autors nicht, kann also schlecht vergleichen, wie er sich entwickelt hat. Doch ist dem Buch anzumerken, dass es ein „Profi“ geschrieben hat.

Das Buch mag in Ruhe, ganz ohne Ablenkungen, und möglichst ohne lange Unterbrechungen gelesen werden. Dann ist es auch vier blitzblanke Sterne wert.

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Tags: fantasy, humorvolle fantasy, karl-heinz witzko   (3)
 

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informationen, bildatlas, reiseziele, schwarzwald

DuMont Bildatlas 045 Schwarzwald Süden

Cornelia Tomaschko , Martin Kirchner
Flexibler Einband
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 11.03.2016
ISBN 9783770194353
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dieser Bildatlas ist eine Wucht – Bildband, Informationen, Hintergrundinformationen und Karten, alles in einem. Die Fotos sind besonders gelungen. Manche großformatig, andere etwas kleiner, aber nie winzig. Man bekommt beim Lesen und Ansehen sofort Reisefieber und möchte auf der Stelle in den Schwarzwald.

Auch für Daheimbleiber ist dieser Bildatlas eine tolle Lektüre. Kann man doch über viele schwarzwaldtypische Dinge mehr erfahren, seien es die Trachten oder das bei Biertrinkern beliebte Tannenzäpfle, Hahn und Henne, die Kuckucksuhr oder die Schwarzwälder Kirschtorte – über dies und viel mehr kann man hier Interessantes lesen. Auch über Aktivitäten informiert dieser Bildatlas ausführlich.

Unterteilt ist er in Kinzigtal, Freiburg, Markgräflerland/Kaiserstuhl, Hochschwarzwald, Hotzenwald, Baar. Die Karten zeigen immer einen Überblick über die jeweilige Gegend. Es finden sich kleine Info-Boxen, aber auch ganze Artikel über besondere Themen. So kann man sich richtig beim Schmökern verlieren, immer wieder vor- und zurückblättern und dabei ständig Neues entdecken.

Mir hat das Schmökern darin sehr viel Freude bereitet und immer mal wieder hole ich den Band aus dem Bücherschrank. Erinnerungen auffrischen, Anreize holen, Wissenswertes nachschlagen – all das geht damit perfekt.

Ich bin begeistert von diesem großformatigen Buch und kann es jedem nur empfehlen. Natürlich bekommt es auch die vollen fünf Sterne von mir, denn Martin Kirchner und Cornelia Tomaschko haben spürbar viel Herzblut in die Gestaltung gesteckt und sehr sorgfältig recherchiert.

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Tags: bildatlas, informationen, reiseziele, schwarzwald   (4)
 

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hörbuch, gemälde, geheimnis, audiobuch, mord

Der gestohlene Sommer

Lauren Willig , Ulrike Hübschmann , Ulrike Hübschmann
Audio CD: 6 Seiten
Erschienen bei Audiobuch, 01.04.2015
ISBN 9783899649048
Genre: Romane

Rezension:

Bei der New Yorkerin Julia Conley läuft es gerade nicht so gut, als sie erfährt, dass sie ein Haus in der Nähe Londons geerbt hat. So begibt sie sich also auf die Reise über den Ozean und in eine Vergangenheit, die mehr für sie bereit hält, als sie je geahnt hätte. Der Fund eines versteckten Gemäldes führt sie auf die Spur eines lange gehüteten Geheimnisses …

Zunächst plänkelt die Story so ein wenig dahin und weckt nur mäßiges Interesse. Doch so nach und nach wird man – wie die Protagonistin Julia – doch immer tiefer in die Geschichte hineingezogen. Man möchte die Rätsel der Vergangenheit gern mit Julia lösen und verstehen, wie alles zusammenhängt.

Dabei gerät man automatisch in den Sog der Geschichte und wird dennoch am Ende eiskalt erwischt. Ich jedenfalls hatte Gänsehaut und ein Schauer nach dem anderen kroch über meinen Rücken.

Lauren Wilig hat die Zeit um 1850 wunderbar lebendig werden lassen und Ulrike Hübschmann gelang es wieder einmal, die Geschichte lebendig werden zu lassen. Mit genau dem richtigen Maß gibt sie jeder Figur eine passende Stimme und Aussprache, ohne je zu übertreiben. Das hört man gerne und genießt es.

Die Autorin verleiht ihren Protagonisten sehr individuelle Charaktere, die niemals überspannt sind, auch wenn sie oft sehr besonders sind. Gerade die Überheblichkeit der Männer dieser Zeit Frauen gegenüber wird sehr schön herausgestellt, ohne kitschig zu werden oder plump.

Auch wenn die Lesung gekürzt ist, hat man nicht das Gefühl, es fehle etwas. Die Geschichte ist rund und stimmig und alles passt. Die 482 Minuten gehen sehr flott vorbei und dabei ist der Stil sehr dicht. Dennoch kann ich „nur“ vier Sterne geben, da die Autorin meiner Meinung nach einfach nicht an Kate Morton heranreicht, deren Bücher in gleicher Weise aufgebaut sind und in der Vergangenheit und der Gegenwart gleichermaßen spielen. Wie bei ihr so zeigt auch Lauren Willig, wie sehr die Vergangenheit in der Gegenwart ihre Auswirkungen hat, doch berührt mich Kate Morton mehr und weiß auch besser zu fesseln.

Dennoch habe ich dieses Hörbuch sehr genossen und werde es mit Sicherheit ein weiteres Mal anhören.

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Tags: geheimnis, gemälde, liebe, mord   (4)
 

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zodiac, serienkiller, linus geschke, thriller, köln

Die Akte Zodiac 1

Linus Geschke
E-Buch Text: 68 Seiten
Erschienen bei Edel Elements, 07.10.2016
ISBN 9783955308186
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissarin Eva Lendt und ihr Partner Oliver Lamprecht ermitteln in Köln. Als Marco Brock zum Team stößt und behauptet, dass ein Nachahmungstäter dem Zodiac-Killer, der in den späten 1960er Jahren in den USA mordete, neues Leben einhaucht, stellt diese sich komplett quer. Brock lässt sich jedoch nicht von seiner Überzeugung abbringen.

Der Krimi ist in vier Teile aufgegliedert. Das mag an sich in einem Printbuch interessant sein, aber vier einzelne eBook-Bände daraus zu machen, war nicht die beste Idee. Auch die Rezension dazu fällt mir gerade richtig schwer. Vier einzelne Rezensionen machen wenig sinn, bei einer einzigen Rezension läuft man Gefahr, zu viel zu verraten.

Bleibt also der Versuch, ohne Spoiler genug zu erzählen, ohne die Spannung zu rauben!

Das Ermittlerteam erinnert ein wenig an die Teams der aktuell gängigen Serien, wie Hawaii 50 oder Criminal Intent. Nur eben in Köln statt den Staaten. Aber die Arbeit von Brock ist die eines Profilers, deren Vorgehensweisen in Deutschland nur bedingt eingesetzt werden.

Die Charaktere sind grundverschieden. So selbstbewusst sowohl Eva als auch Marco sind, unterscheiden sich beide doch in der Art, wie sie das zeigen. Brock ist ruhig, Eva aufbrausend. Oliver steht im Schatten der beiden.

Im ersten Teil lernt der Leser die Ermittler kennen und erfährt einiges über den „echten“ Zodiac und die Vorkommnisse in Köln. Am Ende sorgt ein böser Cliffhanger dafür, dass man quasi weiterlesen muss. Gut geschrieben sind auch die drei weiteren Teile. Es tauchen eine Menge Verdächtige auf, der eine oder andere gerät wieder aus dem Fokus, andere dafür wieder in den Fokus, neue Erkenntnisse tauchen auf, ein Plan entsteht und dann kommt der große Showdown.

Ich persönlich fand die Wendungen ganz gut gelungen, doch zum Teil auch etwas zu tricky konstruiert – der Leser kann vieles gar nicht wissen und wird so dem möglichen eigenen „Ermittlungserfolg“ nie nahekommen. Das Ende ist insofern offen, als dass die Protagonisten noch viel Stoff für weitere Bücher liefern. Dann aber hoffentlich „einbändig“ und möglichst in Papierform.

Ich mag den Stil von Linus Geschke sehr und bin von den Büchern „Die Lichtung“ und „Und am Morgen waren sie tot“ absolut begeistert. Auch wenn „Die Akte Zodiac“ ein Herzensprojekt von diesem großartigen Autor ist, hat er mich damit nicht überzeugen können. Ohne die Rückblenden in die 1960er und 1970er Jahre hätte mir auch die Story gar nicht gefallen. Das ist schade und ich weiß, das geht besser. Der Krimi ist für mich diesmal leider nur Mittelklasse und deshalb kann ich auch nur drei Sterne geben.

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Tags: killer, köln, krimi, linus geschke, zodiac   (5)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

liv williams, extremsportarten, interviews

Chasing the Elements

Liv Williams
Fester Einband
Erschienen bei Meyer & Meyer Sport (UK) Ltd., 05.09.2016
ISBN 9781782550914
Genre: Sachbücher

Rezension:

Eine Reihe Extremsportler werden hier in Interviews vorgestellt. Dazu gibt es Fotos ihre Sportarten und ihres Lebens. Großformatige Bilder finden sich hier nicht viele. Dafür beziehen sich die Interviews nicht nur auf den jeweiligen Sport, sondern auf das gesamte Leben der vorgestellten Person.

Es ist kein echter Bildband, eher ein Interviewband mit einer Reihe Fotos aus dem Leben der vorgestellten Menschen. So wirklich kann ich deshalb den Preis von stolzen 52 Euro nicht verstehen.

Wer sich für Extremsportarten interessiert und Fan des einen oder anderen vorgestellten Sportlers ist, wird sicher seine Freude haben. Dennoch bin ich etwas enttäuscht von diesem Buch. Die Sportarten sind sehr begrenzt, sehr viele fehlen ganz einfach.

Alles in allem für mich ein Buch, dessen Aussage ich nicht ganz verstehe. Deshalb drei Sterne.

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Tags: extremsportarten, interviews, liv williams   (3)
 

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alchemie, london, code, jugendbuch, rätsel

Der Blackthorn-Code - Das Vermächtnis des Alchemisten

Kevin Sands , Alexandra Ernst
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423761482
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Christopher Rowe wächst als Waisenjunge auf, bis er mit elf Jahren als Apothekerlehrling zu Meister Benedict kommt. Auch wenn im 17. Jahrhundert das Leben besonders für Lehrlinge und Waisen hart war, hat er es gut getroffen. Sein Meister ist anders und behandelt ihn gut. Christopher liebt seinen Meister, sein Zuhause und seine Arbeit. Doch 1665 ändert sich plötzlich alles: eine Reihe von Morden erschüttert London. Alles weist darauf hin, dass auch Meister Benedict in Gefahr ist. Als sein Meister ihn dann auch noch zum ersten Mal schlägt und das noch völlig grundlos, versteht Christopher die Welt nicht mehr. Nach einem Botengang findet er seinen Meister tot in der Apotheke liegen. Für Christopher beginnt ein Wettlauf mit der Zeit …

Dieses Jugendbuch ist fesselnd und spannend geschrieben, sodass auch Erwachsene schnell in seinen Bann gezogen werden können. Mich jedenfalls hat das Buch komplett abgeholt und ich konnte es kaum aus den Händen legen.

Einige Stellen sind ein wenig heftig, doch denke ich, dass die Kids ab elf damit gut klarkommen. Im Vorabendprogramm laufen schon gern mal schlimmere Szenen. Die Welt dieses Zeitalters ist anschaulich erklärt, ohne zu viel zu beschreiben. Der Phantasie sind alle Wege freigehalten worden, es gibt aber genug Baumaterial für schönstes Kopfkino.

Die Charaktere – die guten, wie die bösen – sind gut angelegt. Man mag Tom, Christophers Freund, auf Anhieb und schließt beide ins Herz. Antihelden gibt es auch genug und auch ein tierischer Protagonist, die Taube Bridget, findet sich ein.

Besonders schön sind die kleinen Rätsel, die im Buch auftauchen. Christopher muss sie lösen, um sein Leben zu retten. Der Leser erhält immer wieder kleine Tipps und Hinweise, um selbst ebenfalls so nach und nach die Lösung finden zu können.

Der Spannungsbogen entsteht ganz sanft aus dem Anfang, der den Leser durch seine lockere, lustige Art in Bann zieht, und zieht danach massiv an, um bis zum Ende kaum noch nachzulassen. Es knallt und zischt und rumst durch das ganze Buch. Langeweile kommt auf keiner Seite auf.

Sehr schön auch, dass immer wieder witzige Situationen entstehen. So gleicht sich eventuelle Angst wieder ein wenig aus. Für mich ist dies ein meisterhaft konzipiertes, mitreißendes, faszinierendes, atemberaubendes, bemerkenswertes und außerordentliches Buch, das eigentlich ein All-Age-Buch ist, denn man versinkt sehr schnell darin, auch wenn man weit von der Zielgruppe „Jugend“ entfernt ist. Zudem macht es auch jenen Spaß, die keine großen Fans historischer Romane sind.

Kevin Sands hat mich restlos überzeugt und ich bin auf den zweiten Band, der folgen soll, sehr gespannt. Von mir bekommt dieser Debütroman die vollen fünf Sterne!

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Tags: 17. jahrhundert, alchemie, all-age, apothekerlehrling, jugendbuch, kevin sands, london, waise   (8)
 

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68 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

brot, backbuch, brot backen, rezepte, backen

Brot backen in Perfektion

Lutz Geißler , Hubertus Schüler
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 21.09.2016
ISBN 9783954531042
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kochen und backen sind zwei Leidenschaften von mir. Auch an Brot habe ich mich schon sehr oft versucht und habe zu dem Thema eine ganze Reihe Bücher gewälzt. Dennoch – Brot ist eine echte Kunst! Da kam mir Lutz Geissler mit dem Plötz-Prinzip echt gelegen.

So ganz kinderleicht ist es auch damit nicht, denn die Brotteige sind doch recht klebrig und das ist eine heikle Sache. Aber das Ergebnis ist toll. Das Geheimnis besteht in der Zeit, die man dem Teig gibt. Er darf bis zu 30 Stunden ganz gemütlich gehen. Möchte man eins der Rezepte mit Vorteig nacharbeiten, kommt noch ein Tag extra dazu. Das heißt dann also auch, dass man ein wenig vorplanen muss und nicht mal eben spontan ein Brot backen kann!

Die Brote werden in Töpfen gebacken. Das Prinzip kannte ich schon und finde die Idee nicht übel, bevorzuge aber den Brotbackstein. Und da liegt auch mein Kritikpunkt an diesem Buch: der Brotbackstein wird erwähnt, ja, aber nur kurz. Es gibt keinerlei Tipps und Ratschläge dafür, das Brot eben so statt im Topf zu backen. Das finde ich mehr als schade.

Also habe ich mutig einfach meine Brote nach Anleitung, aber statt im Topf auf dem Stein gebacken. Das klappt prima, finde ich. Die Rezepte sind durchweg lecker (ich habe noch nicht alle ausprobiert, aber doch eine ganze Reihe davon). Das richtige Mehl bekommt man auch im gut sortierten Supermarkt. Erstaunlich, dass ein Hefewürfel für gute 80 Brote ausreichen würde (so lange hält sich die Hefe aber dann doch nicht frisch)! Man braucht nur 0,1 - 0,5 Gramm pro Brot!

Auch Brötchen und süße Rezepte finden sich im Buch, das mehr als ansprechend aufgebaut worden ist. Viel Info zum theoretischen Teil (aber nicht langweilig und nervig, sondern wirklich interessant und informativ) über Mehle und Zubehör, gute Grundanleitungen für die Teigherstellung und das Formen und klar aufgebaute Rezepte mit Zutaten und Zubereitung. Dazu immer wieder tolle und hilfreiche Tipps in kleinen grau hinterlegten Kästen. Und was ich besonders liebe: zu jedem Rezept ein Foto, wie das Ergebnis aussehen soll!

Das frische Brot schmeckt super gut. Aber noch besser und bekömmlicher ist es tatsächlich am zweiten Tag. Falls am dritten Tag noch etwas da sein sollte: es schmeckt noch immer! Wenn man es einpackt, wird die Kruste weicher – manchen (auch meinem Mann) ist das lieber.

Es ist erstaunlich, wie sich der Geschmack verändert, wenn man nur wenig am Rezept ändert. Beispielsweise der Unterschied vom Weizenbrot zum Weizenbrot mit Dinkel. Nur 90 Gramm werden durch Dinkelmehl ersetzt und der Geschmack ist völlig anders! Insgesamt gibt es 69 Rezepte, die Abwechslung ist also enorm!

Das Buch macht auch Mut, die Rezepte mit der Zeit nach eigenem Geschmack zu variieren. Ob nun mit Brotgewürzen oder verschiedenen Körnern – man kann sich hier super gut ausleben! Und am Ende gibt es noch eine Zutatenliste für alle vorgestellten Rezepte mit veränderten Mengenangaben. Wer also ein größeres oder kleineres Brot backen möchte, muss noch nicht mal selbst umrechnen!

Fazit: perfekt ist das Brotbackbuch nicht, aber es ist eines der besten überhaupt. Deshalb ziehe ich auch trotz meiner Meckerei keinen Stern ab und kröne es mit den vollen fünf Sternen – und setze jetzt gleich wieder einen frischen Teig an!

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Tags: brot, lutz geißler, plötz-prinzip, rezepte   (4)
 

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hörbuch, adventskalender, tradition, audiobuch, weihnachten

Weihnachtsgruß

Diverse , Julian Wollny , Doris Wolters
Audio CD: 1 Seiten
Erschienen bei Audiobuch, 05.09.2016
ISBN 9783899649307
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wunderschön gemacht: Vierundzwanzig kurze Texte rund um die Weihnachtszeit und dazu vierundzwanzig Türchen im Cover, die man passend dazu öffnen kann. Gesprochen werden die Geschichten und Gedichte, die zwischen knackig kurzen 24 Sekunden und gemütlichen 16 Minuten 38 Sekunden (für Texte über mehrere Tage/Türchen) gehen, von Doris Wolters. Sie verleiht den Texten einen wahren Glanz, der so gut zu Weihnachten passt.

Die Texte sind allesamt älter und das passt – finde ich – wunderbar zum Christfest. Ich jedenfalls habe die Texte genossen und weiß, dass ich sie noch öfter hören werde. Und im Dezember dann auch brav immer nur einen Text pro Tag ....! Wie mit den Weihnachtsleckereien ist es aber auch mit diesem Hörbuch: Ende September sind die Geschäfte voll davon und man kann sich nicht zurückhalten, auch wenn Weihnachten noch weit weg ist. Die Texte haben aber den Vorteil, dass sie zeitlos sind, nicht ablaufen und nicht dick machen!

Die Mischung der Autoren der Texte gefällt mir sehr. Von Luther über Thoma bis zu Busch sind 14 wunderbare Autoren vertreten. Das Cover mit viel Schnee und gemütlichem Häuschen, sowie auf der Innenseite der Christbaum neben einem brennenden Kamin und einem Schaukelstuhl unterstreicht dieses Thema noch zusätzlich. So ist man auf die 24 Texte, die insgesamt 73 Minuten laufen, schön eingestimmt. Es lässt sich auch schön aufgeklappt aufstellen, damit man täglich sein Türchen öffnen kann.

Dieser Audiobuch-Adventskalender ist eine erfrischende Abwechslung zum üblichen Schokoladen-Kalender und macht Großen große Freude – ob als Geschenk für sich selbst oder andere. Für Kinder sind die Texte wohl weniger geeignet, da sie doch anspruchsvoll sind. Nicht alle Texte haben ein happy End im üblichen Sinne, aber auch das gehört zu Weihnachten. Mein persönlicher Favorit ist „Betti“ von Julius Stinde.

Mir hat der Audiobuch-Adventskalender von den letzten Jahren so gut gefallen, dass ich ihn dieses Jahr einfach auch wieder haben wollte. Eine kleine Tradition ist entstanden. Das allein schon zeigt, wie sehr ich diesen Adventskalender mag. Eindeutig fünf Sterne!

  (5)
Tags: adventskalender, hörbuch, tradition, weihnachten   (4)
 

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kochbuch, kochen, schiffskoch, rezepte, mediterran

Staats‘ Geheimnisse

Stephan Staats , Martin Lagoda , Hubertus Schüler , Justyna Krzyzanowska
Fester Einband
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 21.09.2016
ISBN 9783954531066
Genre: Sachbücher

Rezension:

Stephan Staats wusste schon mit elf Jahren, dass er Koch werden will. Und das wurde er dann auch. Doch das Fernweh trieb ihn rund um die Welt. Naheliegend, dass er dann die Yachten der Superreichen als Arbeitsplatz erobert hat. Doch so schön das alles klingt, es gibt auch die berühmten Schattenseiten: so reich ein Boss sein kann, so hart kann die Arbeit für ihn sein. Auch ist es nicht immer so einfach, einen „Anschlussjob“ zu finden und so kam es, dass Staats auch sehr oft sehr weit unten war. Doch als echtes Aufstehmännchen hat er auch diese Zeiten gemeistert.

All seine Erlebnisse – die guten, wie die schlechten – haben ihn zu dem Mann und Koch gemacht, der er heute ist. In diesem Buch erzählt er von seinem Leben und kredenzt dem Leser dazu eine Reihe der Rezepte, die seine Arbeitgeber am meisten mochten. Das sind nicht immer nur abgehobene Gerichte, sehr oft finden sich superleckerer „Kleinigkeiten“, die den Gaumen kitzeln. Teils benötigt man besondere Zutaten, teils hat man so ziemlich alles griffbereit im Vorratskämmerchen. Natürlich gibt es sehr viele Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten – völlig logisch für einen Schiffskoch. Einer meiner Favourits sind die Albóndigas, die ich ein wenig abwandle, weil ich kein Schweinefleisch esse. Die Cevapcici sind der Hammer! Auch die weltleckerste Sangria findet man unter den Rezepten.

Doch nicht nur Speisen zuzubereiten lehrt uns Staats, er verrät auch Rezepte zu Dips, Balsamicoreduktion, Pesto, Salsa, Brotaufstrichen, Nudeln, Desserts, Eiscreme, Getränke, sogar Löwenzahnblütenwein! Dieses Buch bietet eine wirklich große Palette an ausgefallenen Rezepten zu jeder Gelegenheit und Stimmung. 89 Länder haben eine bunte Mischung an Rezepten ergeben, die man ganz nach Wunsch kombinieren oder einzeln nutzen kann.

Besonders schön ist für mich aber, dass der Teil mit den Geschichten der Reisen mindestens so viel Raum einnimmt, wie der Rezepteteil. Ein Kochbuch zum Lesen – das hatte ich in meiner Sammlung bisher so noch nicht und ich genieße es total. Es ist interessant, Staats‘ Erlebnisse zu lesen und zu sehen, wie sie ihn verändert haben. So sieht man die Rezepte mit ganz anderen Augen.

Die Bilder sind traumhaft schön und passend zu den einzelnen Gerichten, Speisen, Getränken und anderen Köstlichkeiten abgestimmt. Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet, die Anleitungen sehr klar und präzise. Bisher hatte ich noch keine Probleme beim Nacharbeiten, aber natürlich habe ich auch nicht alles nachgekocht.

Alles in allem also ein außergewöhnliches Buch von einem außergewöhnlichem Menschen. In meiner Kochbuchsammlung hat es einen besonderen Ehrenplatz. Das macht auch die vollen fünf Sterne!

  (5)
Tags: erlebnisse, genuss, koch, rezepte, schiffskoch   (5)
 

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11 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

potsdam, krimi, eifersucht, humor, krankenschwester

Gestorben wird immer

Christine Anlauff
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei be.bra, 05.09.2016
ISBN 9783898095433
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ziemlich verwirrt kommt Just Verloren im Krankenhaus zu sich. Seine Schulter schmerzt, aber er kann sich nicht an einen Unfall erinnern. Schwester Renate, eine herzliche, aber auch resolute Krankenschwester, kümmert sich bestens um ihn und jongliert auch die vielen Damenbesuche, die Just bekommt. Anja, seiner Freundin, gefällt all das gar nicht. Dann kommt es gehäuft zu Entführungen und auch Schwester Renate verschwindet. Justs Neugier und Ehrgeiz sind geweckt und mithilfe der unterschiedlichsten Frauen macht er sich daran, den oder die Entführer zu finden …

Der erste Band mit Just Verloren hatte mir so sehr gefallen, dass ich den nächsten Fall kaum abwarten konnte. So war es auch wie ein Nachhausekommen, als ich die ersten Sätze las. Doch auch wer „Der Fall Garnisonskirche“ nicht gelesen hat, kann diesen Krimi genießen, denn er ist komplett in sich abgeschlossen und bezieht sich nur ganz am Rande auf den Vorgänger. Für das Verständnis ist der erste Fall nicht wichtig.

Dieser Krimi hat eine gehörige Portion Situationskomik in sich, ohne lächerlich zu werden. Die Spannung leidet auch nicht darunter – im Gegenteil, gerade die witzigen Momente steigern noch den Nervenkitzel, denn Just versteht es wie kein anderer, sich im Unwichtigen zu verlieren, um dann völlig überraschend (zumindest für ihn) in Schlamassel zu geraten. Dabei zieht er noch andere mit hinein und wundert sich, wenn seine Fans davonlaufen.

Justs Art muss man einfach mögen, obwohl er komplett danebenliegt in seiner Selbsteinschätzung. Sobald er nicht im Mittelpunkt steht, schmollt er – und lässt sich wieder etwas Dummes einfallen. Dennoch umkreist er auf seine Art den Fall und kommt in kleinen Spiralen der Lösung immer näher.

Auch die anderen Charaktere, besonders Schwester Renate, sind genial angelegt. Alle haben gewisse einzigartige Charakterzüge, die dem Leser ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Die eine oder andere Macke erkennt man an sich selbst ebenfalls, oder an Menschen, die man gut kennt und gerade deshalb so mag. Das macht das Buch so realitätsnah, dass man schnell in ihm versinken kann und die reale Welt für Stunden vergisst. Aktuelle Themen tauchen auch auf, werden aber nicht so vertieft, als dass sie die Story bestimmen würden. Das gefällt mir sehr gut.

Auch wer Potsdam nicht kennt, hat Gefallen an der Beschreibung der Stadt und kann sich die Straßen und Gegenden leicht vorstellen. Man merkt der Autorin die Liebe zu ihrer Stadt deutlich an.

Anfangs ist man einfach neugierig; mit der Zeit stellt man dann fest, dass man wie gebannt weiterliest – die Spannung ist klammheimlich angestiegen und fesselt den Leser. Der Stil – Just erzählt die Story – liest sich eingängig. Man kann sich sehr leicht vorstellen, Just sitzt am Tisch gegenüber und erzählt einem persönlich, was geschehen ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: der Krimi hat das gewisse Etwas. Er lenkt vom Alltag ab und entführt den Leser auf ein Abenteuer in Potsdam. Große Klasse und damit fünf Sterne!

  (5)
Tags: christine anlauff, eifersucht, entführungsserie, just verloren, krankenschwester, krimi, potsdam   (7)
 

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149 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

wiedergeburt, reinkarnation, sharon guskin, familie, noah

Noah will nach Hause

Sharon Guskin , Carina Tessari
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Allegria, 22.09.2016
ISBN 9783793423065
Genre: Romane

Rezension:

Janie Zimmerman verbringt ihren 39. Geburtstag im Urlaub auf Trinidad. Dort lässt sie sich auf einen One-Night-Stand ein und wird schwanger. Im Grunde hatte sie es darauf angelegt, denn sie ist zwar beruflich erfolgreich, ihr Privatleben blieb bislang dabei aber auf der Strecke. Doch Noah, ihr Sohn, ist anders als alle Kinder, die Janie kennt. Er hat panische Angst vor Wasser, was dazu führt, dass er entsprechend müffelt. Schlimmer aber ist, dass er immer wieder sagt, er will zu seiner richtigen Mama und von schlimmen Dingen erzählt, die ihm widerfahren sind. Janie gerät in Verdacht, ihren Sohn zu misshandeln. Auch der Psychologe, zu dem Janie seit Monaten mit Noah geht, kann nicht herausfinden, was mit Noah los ist. Da stößt Janie zufällig auf einen Bericht über Reinkarnation. Es klingt alles total verrückt in ihren Ohren, aber in ihrer Verzweiflung wendet sie sich an Professor Jerome Anderson, eine Koryphäe in diesem Bereich. Trotz (oder auch gerade wegen) seiner Diagnose Aphasie macht er sich mit Janie auf die Suche nach der Lösung und damit Noahs früherem Leben …

Es ist unmöglich, dieses Buch in ein Genre zu press en. Es hat zu viele Bestandteile diverser Genres. Auf alle Fälle ist es einzigartig in seiner Art und absolut lesenswert.

Sharon Guskin nimmt den Leser mit auf eine unglaubliche Reise. Ihre Sprache, ihr Stil, sind schlicht, zurückgenommen und doch so aussagekräftig, dass es einen regelrecht umhaut. Die Geschichte entwickelt einen extrem starken Sog, eine Spannung, die ich niemals erwartet hätte. Trotz allem bleiben die diversen Arten von Liebe nicht im Hintergrund. Gerade Mutterliebe ist eins der zentralen Themen, das von verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Auch Krankheit und Tod sind mit eingeflochten. Das alles, ohne das Buch zu überladen, denn Sharon Guskin schafft es, ein sehr reales Abbild einer kleinen Familie mit einem ganz besonderen Kind zu zeichnen.

Anfangs sind die Erzählstränge Janie/Jerome getrennt. Mit der Zeit verflechten sie sich zu einem einzigen Strang und am Ende trennt dieser sich wieder. Auch Denises Strang macht diese Metamorphose mit. So wird sehr klar gezeigt, wie sich Menschen im Laufe eines Lebens treffen und auch wieder auseinanderleben.

Das Thema Reinkarnation an sich wird sehr einfühlsam behandelt. Verfechter wie Zweifler kommen zu Wort, sogar reale Fallbeispiele wurden eingestreut. Sehr schnell entsteht eine Spannung, mit der ich nicht gerechnet hätte. Ein wenig Krimi-Feeling kommt ab einem gewissen Punkt ebenfalls auf. Und dann die großen Themen „Vergessen“ und „Verzeihen“ und „Loslassen“ in all ihren Varianten.

Das Lesen dieses Buches hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es aus der Hand zu legen, war jedes Mal schwer. Es dann endlich wieder aufschlagen und weiterlesen zu können, war wie nach Hause kommen. Janie als Protagonistin hat mich sehr berührt. Die Probleme, die Noahs Art heraufbeschworen haben, bedrückten mich sehr. Auch Noah selbst tat mir unendlich leid. Aber wie er mit allem umzugehen verstand, zeigte mir sehr deutlich, dass Kinder oft die besseren Wege finden und mit seltsamen Ereignissen besser umzugehen wissen. Anderson mochte ich auf Anhieb und auch Denise und Charly fanden den direkten Weg in mein Herz. So unterschiedlich sie alle sind, so perfekt sind sie auch.

Dieses Buch wird noch sehr lange in mir nachhallen. Und wer weiß, vielleicht begegnen mir irgendwann doch noch die, die ich gehen lassen musste, in neuen Leben. Es wäre wünschenswert!

Von mir bekommt „Noah will nach Hause“ die vollen fünf Sterne. Ich habe sie auch sorgfältig blankpoliert.

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Tags: geburtsmale, leben nach dem tod, leben vor dem leben, reinkarnation, sharon guskin, wiedergeburt   (6)
 

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dmax, friedfisch, raubfisch, köder, gregor bradler

Angel-Guide für echte Kerle

Gregor Bradler
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Müller Rüschlikon, 28.04.2016
ISBN 9783275020621
Genre: Sachbücher

Rezension:

Auch eingefleischte Angler können aus diesem Buch noch genug Tipps und Tricks für sich ziehen, denn hier hat es das geballte Anglerwissen zusammengefasst in einem Buch. Vom Angelzubehör (es ist an einfach jede Kleinigkeit gedacht worden) über die einzelnen Fischarten (Friedfische, Raubfische), bis zum Angeln auf dem Meer und der Zubereitung der Fische – das Buch weiß für alles Rat!

Die Texte sind anschaulich und informativ, aber auch sehr interessant. Dazu gibt es unzählige Fotos, die toll zeigen, was zuvor beschrieben worden ist. Auch kann man sich Anregungen für selbstgemachte Köder holen und lernt, wie man die beste Ausrüstung für sich selbst zusammenstellen kann.

Über 250 Seiten, gebunden in einen Umschlag, der auch mal etwas gröberen Umgang wegsteckt und so dazu geeignet ist, beim Angeln griffbereit dabei zu sein (man hat ja auch mal ruhige Momente und kann da prima lesen), bieten dem Einsteiger, aber auch dem Profi ein geniales Nachschlagewerk. Da hat DMAX wirklich einen Volltreffer gelandet.

Von mir von daher die vollen fünf Sterne.

  (8)
Tags: angeln, dmax, friedfisch, gregor bradler, köder, raubfisch   (6)
 

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

hannover, krimi, kater socke, katzen, mord

Schlüsselreiz

Heike Wolpert
Flexibler Einband: 245 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 06.07.2016
ISBN 9783839219546
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kater Socke will die Heimtiermesse Hannover dazu nutzen, seine Wurzeln zu finden. Doch statt Verwandtschaft findet er eine Leiche. Hauptkommissar Peter Flott, Sockes Mensch, ist jedoch etwas begriffsstutzig und muss von seinen Kollegen auf den Fall angesetzt werden. So ermitteln ein menschliches und ein tierisches Team und suchen eine Mörder und einen Tiernapper, denn zwei Koi und eine Rassekatze sind seit dem Mord ebenfalls verschwunden. Zufall oder Zusammenhang?

Der Einstieg in die Story ist ein klein wenig anstrengend, da es sehr viele menschliche und tierische Protagonisten und entsprechend Namen gibt. Das zieht sich dann so durch das ganze Buch, doch mit der Zeit kann man alle sehr gut auseinanderhalten.

Die einzelnen Protagonisten sind gut angelegt. Sie unterscheiden sich alle, haben alle einen eigenen kleinen Kosmos, der sich mit dem des Wachmanns überschneidet. So ist es nicht leicht, den Täter frühzeitig zu entlarven.

Die Lösung des Falles ist schlüssig und rund, da fühlt sich nichts zusammengeschustert an und es bedarf auch keiner aberwitziger Wendungen.

Sehr schön ist, dass die Tiere untereinander reden und sprechen, aber mit dem Menschen nicht verbal kommunizieren können. Sie versuchen auf ihre artspezifische Weise, den Menschen zu sagen, was sie mitteilen wollen. Witzig, wie begriffsstutzig dabei die Menschen doch sind.

Auch zwischenmenschliche Entwicklungen und auch Verwicklungen finden sich. Nicht alle verlaufen so, wie ich es gern gehabt hätte. Besonders eine Konstellation regelt sich auf eine Weise, die ich nicht wirklich gelungen finde, doch das ist mein rein persönliches Empfinden.

Die Autorin hat einen Schreibstil, der sich flüssig und zügig lesen lässt. Keine entsetzlich verschwurbelten Sätze, kein hochgestochenes Gerede, kein übertriebenes Fachchinesisch – das mag ich gern, denn ich möchte mich von Büchern fesseln, aber auch ablenken lassen.

Die Hauptfiguren haben mir gut genug gefallen, dass ich gerne weitere Fälle mit Socke und Hauptkommissar Flott löse. Insgesamt bekommt „Schlüsselreiz“ von mir vier Sterne.

  (7)
Tags: band zwei, hannover, heike wolpert, kater socke, krimi   (5)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

regisseure, filme, schule geschmissen, autobiografisch, david gilmour

Unser allerbestes Jahr

David Gilmour , Reiner Schöne
Audio CD
Erschienen bei steinbach sprechende bücher, 01.07.2010
ISBN 9783869740355
Genre: Romane

Rezension:

Diese Story dreht sich tatsächlich um den Autor und seinen Sohn. David Gilmour, geschieden und mehr Gelegenheits-Autor, -Filmkritiker und –Journalist, steht vor dem Problem, dass sein 16jähriger Sohn die Schule schmeißen will. Was in Deutschland undenkbar ist, ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kein Problem. Er spricht sich mit seiner Exfrau ab und genehmigt Jessie die Auszeit – unter der Voraussetzung, sie sehen jede Woche drei Filme und sprechen darüber. Das Ergebnis verblüfft wohl alle – Jessie, David und auch den Leser.

Es werden hier eine Unzahl Filme erwähnt, darüber gesprochen und sie bewertet – aber auf eine Art, die man mögen muss. Ich persönlich genieße Filme, ich muss sie nicht unbedingt interpretieren und die Kniffe und Drehs der Regisseure besprechen. Klar, interessant war das zwischendurch schon, aber in der Masse dann doch eher fad, zumal ich sehr viele der Filme gar nicht kannte. Davids Idee war, Jessie mit den ausgewählten Filmen gewisse Lektionen zu geben, ohne dass dieser sich belehrt vorkam. Auf gewisse Weise hat das auch bestens funktioniert, wenn auch nicht ganz so, wie es geplant war. Auch gab es natürlich immer wieder typische Teenager-Eskapaden, die man als Erwachsener gern vermieden hätte.

Interessant dagegen war, wie sich Jessie ohne Schule – vielleicht sogar genau deshalb – entwickelt hat und wie sehr auch sein Vater David davon profitiert hat. Nicht nur der Sohn, auch die Eltern haben sich in dieser Zeit verändert. Jessie hat den ersten und zweiten Liebeskummer erlebt, David hat sich an seine Jugendlieben erinnert, man erkennt die Verbindungen und die Unterschiede – die nicht zuletzt darin begründet liegen, dass sich die Welt in den Jahren zwischen der Jugend des Vaters und der Jugend des Sohnes doch um einiges weitergedreht hat.

Reiner Schöne verleiht dem Hörbuch eine ganz besondere Note durch seine einzigartige Stimme. Er versteht es, die Story zu beleben und Davids Gefühle und Gedanken perfekt zu intonieren.

Das Hörbuch ist nicht wirklich schlecht, doch wenn man nur wenige der Filme kennt und Filme auf andere Weise genießt, als es David in seiner Eigenschaft als Filmkritiker macht, dann hört man einfach nur zu und ist am Ende nicht wesentlich klüger als zuvor. Bei mir hat Davids Lektion jedenfalls nichts hinterlassen. Schade eigentlich. Deshalb gibt es von mir auch nur drei Sterne.

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Tags: autobiografisch, david gilmour, filme, jugend, regisseure, schule geschmissen, teenager   (7)
 

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

münchen, katze, krimi, humor, mord

Saukatz

Kaspar Panizza
Flexibler Einband: 246 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 06.07.2016
ISBN 9783839219362
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Oberkommissar Steinböck, frisch vom Starnberger See nach München wegbefördert, um gewissen hochdotierten Politikern nicht weiter auf die Zehen treten zu können, sucht nach einer bezahlbaren Wohnung und gerät dabei an seinen ersten Fall. Noch ist sein neuer Partner auf Kur, also schnappt er sich Ilona Hasleitner, die mollige Auszubildende, und beginnt zu ermitteln. Zu Steinböcks Team gehören auch bald noch die Katze, die bei dem Toten lebte, und Emil Mayer(quasi ein Vollblut-Außenseiter-Minderheiten-Quoten-Typ) . Die vier kommen nach und nach der Wahrheit auf die Spur, jedoch nicht ohne eine ordentliche Portion unkonventioneller Maßnahmen …

Kaspar Panizza liefert hier einen humorvollen, urbayerischen Krimi ab, der dennoch voller Spannung und herrlicher Verwicklungen ist. Das Lesen ist eine wahre Freude und immer wieder muss man laut auflachen oder zumindest breit grinsen. Dabei kommt die Ermittlung aber nicht zu kurz, sie ist nur völlig anders, als man es von bierernsten Krimis kennt. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, Steinböck und seine Crew zu begleiten und die Sprüche von Frau Merkel (der Katze, nicht der Kanzlerin) waren immer das Tüpfelchen auf dem i.

Trotz allen Humors bietet der Plot einen ernsten Hintergrund: es geht um illegale Medikamententests, bei denen (nicht nur) Obdachlose als Versuchskaninchen missbraucht werden. Panizza nimmt sich des Themas mit einer Reihe skurriler Protagonisten an, die auf unkonventionelle Weise Probleme aus der Welt schaffen. Und ganz tief in meinem Herzen bin ich der Überzeugung, dass die furchtlosen Vier damit goldrichtig liegen. So nebenbei werden auch andere Themen, wie Drogen, Missbrauch, Gewalt und Mobbing angeschnitten. Steinböck greift auch hier in unnachahmlicher Weise korrigierend ein.

Die Story bietet urkomische Unterhaltung, wobei die Spannung nicht zu kurz kommt. Dennoch sollte man dieses Buch nicht auswählen, wenn man politisch korrekte Krimis liebt. Hier hat der Autor seinen Protagonisten sehr viel Freiheit gelassen – mir gefällt das sehr, es ist nur (leider) nicht so ganz realitätsnah. Das Buch kann man am Stück weglesen, so viel Spaß macht es. Immer vorausgesetzt, man hat keine falschen Erwartungen daran.

Eine „sprechende“ Katze ist nicht jedermanns Sache, zugegeben. Aber ich finde die Lösung, dass sich „Frau Merkel“ mit einigen der Protagonisten mental unterhalten kann, sehr gelungen. Natürlich führt genau dieser Umstand auch immer wieder zu Verwicklungen.

Der Autor hat die Protagonisten hin und wieder ins Bayerische verfallen lassen, aber stets so, dass auch Nichtbayern alles verstehen können. Das gefällt mir sehr. Der Stil ist sehr angenehm zu lesen. Es ist, als stecke man mittendrin und wäre Teil des Ganzen.

Auch ohne Kriminalfall wären die Protagonisten ganze Reihen von Büchern wert. So ein bisschen Schimansky auf Bayerisch und von Heute – ich mag es einfach! Deshalb werfe ich auch mit allen Sternen um mich: fünf Sterne für dieses Buch!

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Tags: drogen, humor, kaspar panizza, katzen-krimi, krimi, medikamententests, mobbing, münchen, obdachlose, tiefgründig, unterhaltung   (11)
 

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

zwangsprostitution, mord, silke nowak, menschenhandel, karpaten

Die Tigerin

Silke Nowak
E-Buch Text: 223 Seiten
Erschienen bei Viktoria Publishing, 07.09.2016
ISBN B01LWCQZCW
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Seit Jahren beschäftigt sich die Kommissarin Anna Gaspar mit der „Tigerin“, über die sie vor Jahren einen Dokumentarfilm gedreht hat. Der Film handelt von Zwangsprostitution und ihre Hauptfigur ist verschwunden, offenbar ermordet. Nun steckt sie im Mordfall Bela Titus – den tatsächlich „Die Tigerin“ getötet haben soll. Das Ganze wird noch verwirrender, als Anna in ein Hotel in den Karpaten kommen soll, um ihren Dokumentarfilm zu zeigen. Als ihr Exfreund und jetziger Chef Richard Parker verspricht, sie zu begleiten, stimmt sie zu. Doch dann geschehen unerklärliche Dinge und die acht Anwesenden müssen um ihre Leben bangen. Jemand ist auf blutige Rache aus …

Der Stil von Silke Nowak ist einzigartig: sie bringt den Leser gleichzeitig zum Lachen und führt ihn in die tiefsten Abgründe menschlicher Seelen. Psychische Erkrankungen werden nicht einfach zusammengebastelt, sondern schleichend offenbart, sodass es einem eiskalt erwischt. Die Charaktere erhalten durch ihre authentische Art sehr viel Tiefe. Man glaubt, jeder einzelnen Person im Alltag begegnen zu können. Keine Figur ist unwirklich oder so „drüber“, dass es einfach nur eine Figur ist. Das geht tief unter die Haut und man fragt sich unwillkürlich, was hinter der Fassade der Menschen steckt, die man täglich trifft.

Ohne langweilige oder langatmige Beschreibungen wird das Bild der Kulisse gezeichnet. Dem Leser bleibt genug Spielraum für das eigene Kopfkino. So entsteht ein Gefühl beim Leser, als gehöre er zu den Protagonisten dazu. Das steigert die Spannung enorm. Ist man anfangs noch der Überzeugung, dass Anna Gaspar das Leben ziemlich locker nimmt, ändert sich das schleichend. Wie bei Agatha Christie ist nichts sicher und jeder verdächtig.

Das Finale ist fulminant – und ebenso überraschend, wie logisch!

Silke Nowak versteht es meisterlich, den Leser in Sicherheit zu wiegen und ihn dann auf eine wilde Achterbahnfahrt zu schicken. Immer wieder ändern sich die Fakten – und das schlüssig dargelegt und völlig ohne haarsträubende Erklärungen. Nicht nur eine Wendung, es gibt hier eine ganze Serie! Das lässt am eigenen Verstand zweifeln und staunen: wie kann das sein? Wo hat man nicht aufgepasst? Wieso hat eine Sache plötzlich mehr als zwei Seiten? Es ist erstaunlich! Doch genau das macht den Spaßfaktor bei den Büchern dieser Autorin aus und man wird süchtig. „Die Tigerin“ treibt es auf die Spitze. Es ist nahezu ein Strudel, in den Silke Nowak den Leser reißt. Genial!

Kurz: „Die Tigerin“ ist eine fesselnde Reise in die Karpaten, auf der der Leser ein paar Blessuren abbekommt. Man weiß schon früh, wer der Täter ist? Ja, glaub das nur …! Am Ende ist nichts so, wie es vorher war. Ein großartiges Buch, das von mir die vollen fünf Sterne bekommt.

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Tags: agatha christie, hotel, karpaten, krimi, mord, rache, silke nowak, zwangsprostitution   (8)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

migranten, radikalisierung, islamisierung, klara waldéen, joakim zander

Der Bruder

Joakim Zander , Dirk Petrick , Ulrike Hübschmann
Audio CD: 6 Seiten
Erschienen bei Audiobuch, 04.07.2016
ISBN 9783899649321
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Yasmine Ajam hat sich von ihrem alten Leben gelöst, doch dann holt sie die Vergangenheit doch ein: ihr Bruder gilt als tot und das kann sie einfach nicht glauben. Sie macht sich auf die Suche und begegnet in Stockholm Klara Waldéen, die für eine Menschenrechtsorganisation forscht und deren Laptop auf seltsame Weise gestohlen wird und wieder auftaucht. Beide wollen gemeinsam den Rätseln auf den Grund gehen und geraten in große Gefahr.

Nachdem mir „Der Schwimmer“ sehr zugesagt hatte, wollte ich natürlich auch den Nachfolger und damit Klara Waldéens zweiten Fall kennenlernen. Doch leider sind die Abschnitte mit Klara rar gesät und dann meist zäh und wenig fesselnd.

Die Stimme von Dirk Petrick ist sehr angenehm, passt für meinen Geschmack aber weniger zu Fadis Part und den Geschehnissen in diesen Abschnitten. Ulrike Hübschmann höre ich sehr gern, dennoch tat ich mich hier in der Story mit ihr schwer.

Der Plot ist brandheiß: Radikalisierung, Anschläge, Migration, Geheimdienste, Korruption. Das Leben von Migranten wird anschaulich dargestellt, wie sie versuchen, eine neue Heimat zu finden und wirklich dazuzugehören, und wie sie dabei scheitern. Welche Folgen das haben kann und wo die Probleme liegen, führt Zander deutlich vor Augen, dennoch bin ich der Meinung, dass er einige Dinge zu einfach abstempelt, Klischees verstärkt und zu schnell Schuld zuweist. Ganz so einfach ist es in meinen Augen nicht.

Das Problem beim Hören ist, dass die drei einzelnen Stränge zeitlich auf verschiedenen Ebenen angesiedelt sind und erst am Ende zusammenkommen. Das strengt beim Hören sehr an, man muss gedanklich immer wieder hin und her springen.

Alles in allem macht am Ende alles zwar Sinn, aber der Weg dahin ist sehr beschwerlich. Für mich ist dies deshalb leider nur ein drei-Sterne-Hörbuch.

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Tags: islamisierung, joakim zander, klara waldéen, migranten, radikalisierung, stockholm   (6)
 

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erzählungen, kurzgeschichten, marie-sabine roger

Die Küche ist zum Tanzen da

Marie-Sabine Roger , Claudia Kalscheuer
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 16.04.2016
ISBN 9783455600285
Genre: Romane

Rezension:

Diese kleine Anthropologie beinhaltet vierzehn Kurzgeschichten, die sich mit dem Lauf des Lebens, dem Alter, dem Älterwerden, der Einsamkeit, der Zweisamkeit, den Veränderungen und dem Glück befassen. Doch nicht immer sind sie fröhlich und leicht, sondern sehr oft auch melancholisch und schwer. Dennoch berühren sie eine Saite im Herzen, die dann sehr lange nachklingt.

Marie-Sabine Roger legt den Finger in die Wunde und zeigt, wie es ist. Und das ist nun mal nicht immer schön – gerade dann, wenn es um Abschied jedweder Art geht. Doch das Buch schenkt trotzdem Glücksmomente und es regt zum Denken an.

Meine Lieblingsgeschichten sind Éliette und Léonarde, Wie macht sie das nur und Die Klammer.

Wie bei jeder Kurzgeschichtensammlung finden sich auch hier Geschichten, die man weniger mag. Doch alle lassen sich sehr gut und flüssig lesen und machen neugierig auf das Ende. Man kommt auch immer schnell in die einzelne Story hinein, ganz ohne Anlaufschwierigkeiten. Das kann nicht jeder so gut, wie Marie-Sabine Roger.

Für die kurzen Lesemomente genau das Richtige – dafür vergebe ich vier Sterne.

  (6)
Tags: erzählungen, kurzgeschichten, marie-sabine roger   (3)
 

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85 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

liebe, familiengeheimnis, blumen, geheimnis, der duft von eisblumen

Der Duft von Eisblumen

Veronika May
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diana, 08.08.2016
ISBN 9783453358812
Genre: Liebesromane

Rezension:

Rebekka ist eine Karrierefrau. In der Agentur hat sie einen tollen Posten und wird gebraucht. Denkt sie. Doch dann taucht ihr Ex auf und sie erkennt, dass sie nur die Quotenfrau ist und man ihr nicht wirklich etwas zutraut, sie dafür aber umso lieber als Sündenbock benutzt. Voller Frust lässt sie sich zu einer sinnlosen, dummen Tat hinreißen und landet vor dem Richter. Der brummt ihr Sozialstunden auf. So landet sie bei Dorothea von Katten – und wird gezwungen, ganz anders zu leben, als bisher …

Dies ist eine typische Liebesgeschichte, die quasi zwei Erzählstränge aufzeigt. Die unglückliche, dramatische Liebe von Dorothea von Katten zu ihm Iggy und der verschlungene Weg zum Liebesglück von Rebekka Winter. Beide grundverschieden und doch so ähnlich. Leider auch sehr vorhersehbar …!

Während ich die Art von Frau von Katten noch halbwegs nachvollziehen kann, ist mir Rebekka zutiefst unsympathisch und bleibt das auch bis zum Ende. Sie verändert sich zwar, doch für meinen Geschmack einfach zu spät und zu langsam. Für sie gibt es außer ihrer Sicht der Dinge keine Wahrheiten und sie kennt auch keine Rücksicht oder Geduld. Das mag für Teenager noch angehen, aber bei einer Mittdreißigerin ist das dann doch etwas ungut. Taye bringt ein wenig von der Lebensart seiner Heimat in die Stimmung, aber das ist schon wieder zu einseitig für mich. Es fehlen ihm Ecken und Kanten, er ist einfach zu glatt. Die Charaktere aus der Agentur fallen ebenfalls ein wenig zu stereotyp aus. Einzig Moneypenny ist witzig, aber auch zu oft in dieser Art schon gesehen.

Die Story selbst – sie ist vorhersehbar, aber eine Geschichte, die man zum Abschalten und Runterkommen prima lesen kann. Mir fällt allerdings auf, dass der Stil sehr arg an die typischen Groschenromane der 1980er Jahre angelehnt ist. Etwas schwülstig, etwas übertrieben, etwas hochgestochen. Mir fehlen die Leichtigkeit der Blumenbeete und das duftige der Blumen.

Sehr nett ist, dass alle Kapitel mit einer Blume betitelt sind. Die Bedeutung dieser Blumen findet sich im Anhang und sie bezeichnen sehr treffend die Grundstimmung der Kapitel.

Kurz: ich mochte das Buch, aber es verflüchtigt sich schon kurz nach dem Lesen, wie sich Eisblumen verflüchtigen, wenn Sonnenstrahlen die Fensterscheibe erwärmen. Macht bei mir: drei Sterne.

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Tags: karrierefrau, liebesroman, quotenfrau, sozialstunden, veronika may   (5)
 
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