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rezepte aus dem alpenraum, kochbuch, jahreszeiten

Das große Servus Kochbuch Band 2

Uschi Korda , Alexander Rieder
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Servus, 12.10.2017
ISBN 9783710401480
Genre: Sachbücher

Rezension:

Eine meiner großen Leidenschaften sind Kochbücher jeglicher Art. Würde ich jedes Rezept auch nur ein einziges Mal nachkochen wollen, würde dafür mindestens noch ein weiteres Leben erforderlich sein! Dennoch bekomme ich von guten Rezepten nie genug.

Das große SERVUS Kochbuch ist auf Anhieb zu einem meiner Lieblings-Kochbücher geworden. Es ist in die vier Jahreszeiten unterteilt und da jeweils in Suppen & Kleinigkeiten, Hauptspeisen, Süßes. Für alle Nicht-Österreicher gibt es hinten im Buch gleich nach dem Rezepte-Register auch ein „Wörterbuch“. Sehr gut gefällt mir auch, dass man sich Rezepte nach den Zutaten aussuchen kann. Das macht das Zurechtfinden im recht dicken Buch sehr einfach. Die fast 400 Seiten sind randvoll mit abwechslungsreichen, überzeugenden Rezepten, die alle durch aussagekräftige Fotos wunderbar in Szene gesetzt worden sind. Die kleinen Felder mit dem „Servus Tipp“ gefallen mir besonders. Hier sind nicht nur Tipps, sondern auch kleine Anekdoten zu finden.

Die Zutaten – zumeist recht einfach beim normalen Einkauf zu bekommen – sind stets übersichtlich gelistet. Dazu findet man die Angaben zur Menge und den Zeitaufwand. Die einzelnen Schritte sind knapp, aber aussagekräftig und verständlich beschrieben. Die Auswahl der Rezepte ist genial vielfältig. Und wenn es mal einfacher wird, wie beispielsweise „Toast Hawaii“, dann wird der Toast selbst gebacken und selbstverständlich auch das Rezept dazu präsentiert.

Ganz im Sinne des Zeitgeistes gibt es auch vegetarische Gerichte. Für alle, die gern Fleisch mögen, gibt es viele tolle Rezepte. Hat man mal angefangen, die Rezepte herauszusuchen, die dem persönlichen Geschmack entsprechen, stellt man schnell fest, dass da arg viel zusammenkommt. Bei mir jedenfalls gucken ganz viele Pagemarker aus dem Buch raus! Was ich bisher aus diesem Buch gekocht und gebacken habe, wurde jedenfalls genauso, wie ich mir das gewünscht oder vorgestellt hatte. So muss das sein, damit ein Buch fünf Sterne bekommt!

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Tags: jahreszeiten, kochbuch, rezepte aus dem alpenraum   (3)
 

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rückblicke, österreich, harald nachförg, nostalgie

Kannst dich noch erinnern?

Harald Nachförg
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Servus, 21.12.2017
ISBN 9783710401497
Genre: Sachbücher

Rezension:

Harald Nachförg hat hier einige seiner Texte aus der Kolumne „Kannst dich noch erinnern?“ zusammengestellt. Es wird nicht die gute alte Zeit in den Himmel gehoben, sondern einige amüsante Anekdoten aus den 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren zusammengestellt. Ja, einiges war toll damals, aber bei anderen Dingen können wir froh sein, dass es sie nicht mehr gibt. Oder vermisst hier jemand die Dia-Vorführungen von Freunden und Bekannten? Ich nicht. Die Geschichten sind flott und spaßig und drehen sich meist um sehr viel mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Das macht Spaß!

Ein paar mehr Fotos, ein paar größere Fotos und vielleicht weniger spezifische österreichische Ausdrücke (oder ein kleines „Wörterbuch“ am Ende oder vorangestellt) hätten mir sehr gefallen. Ja, das Buch kommt aus Österreich, dennoch ist es für Nicht-Österreicher ein wenig schwierig, diese Wörter zu verstehen (und teils auch die andere Grammatik, beispielsweise „einem Wurlitzer“ oder „im Facebook“ oder „wem aller“). Ansonsten ein sehr amüsantes Buch, das ein paar alte Erinnerungen hochholt, aber auch neue alte Dinge erzählt. Alles kannte ich nicht, was das Lesen aber keinesfalls beeinflusst hat. Harald Nachförg hat eine tolle Art, um ein Stichwort herum etwas zu erzählen. Das liest sich gut, das liest man gern – ich hatte für vier Sterne Spaß!

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Tags: harald nachförg, nostalgie, österreich, rückblicke   (4)
 

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pädagogik, familie, zeitgenössische belletristik, scott o'dell, kinder

Eine Insel zwischen Himmel und Meer (Reihe Hanser)

Lauren Wolk
E-Buch Text: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.02.2018
ISBN 9783423434249
Genre: Sonstiges

Rezension:

In einem lecken Boot wurde ein wenige Stunden altes Baby an den Strand der winzigen Insel gespült, auf der Osh sich zurückgezogen hatte. Er hat sich dem Mädchen angenommen und es Crow genannt, denn ein Muttermal in Form einer kleinen Feder auf seiner Wange und das heißere Weinen ließen ihn an eine Krähe denken. Später stellte sich heraus, dass Crow auch so schlau wie eine Krähe ist. Die beiden leben in einfachsten Verhältnissen und sind zufrieden damit. Auch Miss Maggie, die freundliche Frau mit den Tieren und dem Gemüsegarten auf der Nachbarinsel, gehört zu den beiden. Sie bilden eine Art außergewöhnliche Familie. Doch Crow möchte wissen, wo ihre Wurzel liegen. Die anderen Inselbewohner halten sehr großen Abstand, weil sie glauben, Crow stamme von der Insel Penikese – der Insel der Aussätzigen. Crow will die Wahrheit wissen …

Lauren Wolk hat ein wunderbares Buch geschrieben, das nicht nur für Jugendliche geeignet ist. Es ist in einer sanften Sprache geschrieben, mit wunderschönen Formulierungen. Ton und Vokabular der Geschichte sind sanft und ergreifend gefühlvoll. Crow ist die Ich-Erzählerin und lässt den Leser ganz tief in ihre Welt eintauchen, sodass man schnell das Gefühl hat, selbst Teil dieser bezaubernden Familie zu sein. Die Kargheit ihres Lebens ist im Vergleich zur heutigen Überflussgesellschaft besonders krass, dennoch spürt man in jeder Zeile, in jedem Wort, dass Crow nichts Materielles vermisst und in dieser inneren Zufriedenheit so glücklich ist, wie wir das gar nicht erreichen können. Einzig der Wunsch nach dem Wissen um ihre „echte“ Familie entzündet einen kleinen Funken einer Art von Unzufriedenheit. Doch dies weiß Crow wunderbar zu lösen.

Doch auch die Geschichte von Crows Eltern und ihrem Versuch, ihrer Tochter ein gutes Leben zu geben, auch ohne selbst anwesend zu sein, ihre Zuversicht darin, dass sie finden wird, was sie finden soll – das ist ergreifend und wunderschön zu lesen.

Was Familie wirklich ist, was Familie wirklich heißt und bedeutet, das sagt dieses Buch auf so wunderbare Weise, dass man als Leser kaum weiß, ob man in Tränen ausbrechen oder glücklich strahlen soll. Es lässt reflektieren, ob wir wirklich all die Dinge brauchen, mit denen wir uns ständig umgeben und ob Glück und Zufriedenheit damit tatsächlich auch nur ansatzweise etwas zu tun haben.

Mich hat das Buch ein wenig an „Die Insel der blauen Delphine“ von Scott O’Dell erinnert. Beide Bücher spielen in einer besonderen Zeit und einer besonderen Umgebung. Beide Bücher gingen ganz tief in mein Herz. Und ich bin mir sicher, Lauren Wolks Buch wird mir in vielen Jahren noch genauso im Gedächtnis und Herzen sein, wie Scott O’Dells Buch. Das schaffen nicht sehr viele Bücher – aber wenn, sind sie die vollen fünf Sterne wert!

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Tags: familie, insel, lauren wolk, lepra, reichtum, scott o'dell   (6)
 

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übergewicht, nicole jäger, komplexe, schönheit

Nicht direkt perfekt (MP3-CD)

Nicole Jäger , Nicole Jäger
Schallplatte: 1 Seiten
Erschienen bei Audiobuch, 19.12.2017
ISBN 9783958620391
Genre: Humor

Rezension:

Nicole Jäger wurde den meisten durch „Die Fettlöserin“ bekannt. Sie hat quasi das Gewicht von zwei Menschen abgenommen – und wiegt noch immer so viel, wie zwei Menschen. Dennoch hat sie als Ernährungsberaterin gearbeitet, bis sie durch ihr Buch so bekannt wurde, dass das Schreiben und ihr Talent als Comedian eine Veränderung der ganz unerwarteten Art bewirkten. Aber: das ist gut! Doch, eine stark übergewichtige Frau kann sehr gut Ernährungsberaterin sein – vielleicht sogar eher, als klapperdürre Menschen. Sie kennt ja die Probleme am besten. Und ich muss sagen, sie hat mir (wer will nicht ein wenig abnehmen?) mit ihrem Hörbuch tatsächlich einiges an Motivation mitgegeben. Seither gehe ich absolut konsequent schwimmen, habe sogar mein Pensum stark erhöhen können. Und das nicht, um krampfhaft abzunehmen – sondern um mich besser zu fühlen. Eine Waage gibt es bei mir nicht, aber mein Körper und meine Seele sagen mir, dass mir diese Bewegung sehr gut tut. Aber wir reden hier ja nicht von mir, sondern von Nicole Jäger und ihrem zweiten (Hör-)Buch!

Diesmal geht es auch ums Köpergewicht, denn das ist bei Nicole Jäger nun mal das erste, das einem ins Auge fällt, da muss man schon ehrlich sein. Aber dieses Thema ist nicht der Schwerpunkt. Auf einen kleinen Nenner gebracht geht es einfach um Komplexe jeder Art, denn wenn man die Worte dick, fett/Fett, Gewicht, Übergewicht streicht und durch die eigenen Komplexe oder (eingebildeten) Problemzonen ersetzt, bleibt die Aussage immer noch die gleiche und vor allem: genauso wahr und richtig!

Niemand ist perfekt und es gibt immer Menschen, die den Finger perfekt und zielgenau in unsere heimlichen Wunden legen und darin herumbohren. Niemand von uns ist davon befreit – und alle tun wir das! Manche absichtlich, andere unbewusst. Es ist einfach so. Deshalb ist dieses (Hör-)Buch nicht nur für Menschen mit mehr oder weniger viel Übergewicht gemacht, sondern für alle, die sich mit Komplexen beladen haben.

Stellenweise geht es hier auch um Sex, denn das ist der Bereich, in dem die meisten ganz konkret mit ihren Komplexen konfrontiert werden. Nicole Jäger nimmt hier kein Blatt vor den Mund und spricht auch mal ganz deutlich ganz derbe Wörter aus. Wer also extrem zart besaitet ist und mit Klartext nichts anfangen kann, wird sich daran stören und sollte vielleicht verzichten – oder mal über diesen Komplex nachdenken.

Die Stimmung im (Hör-)Buch schwankt manchmal von kämpferisch zu traurig, von wütend zu amüsiert, von schwach zu stark. Das mag für den einen oder anderen zu einem kleinen Durchhänger führen, für mich macht es das Gesagte nur noch authentischer. Auch aus diesem Buch habe ich wieder ein paar Motivationen für mich ziehen können. Dennoch habe ich für Frau Jäger eine Nachricht: der Satz mag blöde sein, dennoch ist er nicht ganz unwahr. Übergewicht ist auch im Gesicht zu sehen und es verändert dieses. Mir gefällt mein eigenes Gesicht mit ein paar Pfunden weniger sehr viel besser und auch wenn es weh tut: auf dem Biografie-Foto haben Sie eindeutig weniger gewogen, als auf dem Cover-Foto. Und das steht Ihnen so gut!

Kurz und knapp: man muss nicht mit jedem einzelnen angesprochenen Punkt konform gehen – aus dem Ganzen kann man sich dennoch viel für sich selbst mitnehmen. Nicole Jäger ist eine großartige Motivatorin, die bewusst nicht anderen nach dem Mund redet, sondern zwischendurch auch mal provokativ aufrütteln mag. Und sie erinnert uns daran, dass wir immer an uns arbeiten können und auch müssen – aber nicht für andere, sondern für uns selbst! Wir sind unser Maßstab, nicht andere!

Von mir die vollen fünf Sterne, weil es mir gefällt, wenn Menschen sich verändern und weiterentwickeln. Und das geht das ganze Leben lang, nicht nur „in jungen Jahren“!

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Tags: komplexe, nicole jäger, schönheit, übergewicht   (4)
 

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servus, österreich, rezepte, deutschland, verschiedene regionen

Aus Omas Kochbuch

Elisabeth Ruckser
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Servus, 14.09.2017
ISBN 9783710401404
Genre: Sachbücher

Rezension:

Zu jedem Rezept bzw. der Speise gibt es eine kleine Geschichte. Das ist sehr sympathisch und macht das Buch besonders persönlich. Hier hat man das Gefühl, die Oma persönlich erzählt die Geschichten. Dazu gibt es noch weitere Informationen rund um die Rezepte oder auch Zutaten. Jedes Gericht hat eine eigene Foto-Seite, auf der dann auch die Zutaten und die Arbeitsschritte stehen. Die Zutaten sind kaum außergewöhnlich, haben unsere Großmütter doch auch sehr selten ausgefallene Zutaten verarbeitet – sei es aus Gewohnheit oder Mangel an Gelegenheit. Dennoch haben wir doch alle gern bei der Oma gegessen und erinnern uns noch heute gern an die Mahlzeiten und Kaffeestunden bei ihr.

Zu finden sind Rezepte aus den Bereichen Zur Suppe; Gemüse; Fleisch und Fisch; Strudel & Nudel, Krapfen & Knödel; Süß geht immer und Für die Vorratskammer. Auch wenn die Rezepte meist relativ einfach klingen und aussehen, benötigt man für einige doch ein wenig Übung und Fingerfertigkeit.

Passend zu den „alten“ Rezepten sind die Gerichte auf altem Porzellan angerichtet mit altem Besteck fotografiert und mit alten Dingen dekoriert. Das ergibt wunderschöne Bilder, die das Gefühl geben, man setzt sich an Omas Tisch – so soll es ja sein!

Da die Rezepte aus verschiedenen deutschen und österreichischen Regionen stammen und die Rezepte in der jeweiligen Lokalsprache belassen wurden, könnte es zu ein paar Verständigungsproblemen kommen, doch die werden im „kulinarischen Wörterbuch“ am Ende des Buches gelöst. Das gefällt mir sehr!

Wer die Kochbücher aus dem Servus-Verlag kennt, wird über das eine oder andere Rezept bereits in einem der anderen Bücher gestolpert sein. Das ist natürlich kaum zu vermeiden. Wie alle Bücher des Verlages ist auch dieses sehr sorgfältig gearbeitet. Im Vergleich zu einigen anderen ist es jedoch schlichter und das Papier ist einfacher, nicht glänzend. Insgesamt ist das Buch in sich stimmig aufgebaut und auch die Bilder sind absolut passend. Dennoch kann ich nicht die vollen fünf Sterne geben – es bleiben aber vier glänzende Sterne!

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Tags: deutschland, österreich, rezepte, servus, verschiedene regionen   (5)
 

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england, autismus, englische autorin, asperger-syndrom, anwältin

Lass mich los

Jane Corry , Angelika Naujokat
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.11.2017
ISBN 9783453359383
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lily ist junge Anwältin, Ed Künstler. Obwohl ihre Ehe nicht ganz so läuft, wie sie sich das vorstellte, hält Lily daran fest. Sie kämpft gegen die Dämonen ihrer Vergangenheit. Ihr Klient Joe löst durch seinen Fall eine Wendung in Lilys Karriere aus, aber nicht nur da. In allem Chaos taucht auch noch die Nachbarstochter auf und trotz allem erkennt Lily, dass Carla ihr unbewusst hilft. Während Lily einen Fall nach dem anderen gewinnt, gerät ihr Leben in eine Schräglage, die eng mit ihrem toten Bruder Daniel und Joe verbunden ist …

Jane Corry erzählt diesen Thriller auf ruhige und dennoch beunruhigende Art. Der Leser weiß die ganze Zeit, dass hinter der nächsten Ecke das Monster lauert und kann einfach nicht aufhören zu lesen. Häppchenweise gräbt sie die Wahrheit aus und mit jeder neuen Schicht wird das Entsetzen größer. Wie scheinbar zufällig ein Ereignis nach dem anderen Lily quasi dazu treibt, endlich das große Ganze anzuerkennen und sie noch immer die Augen verschließen möchte, liest sich hervorragend. Nichts ist mit Gewalt zurechtgebogen, alles greift nahtlos ineinander und baut aufeinander auf. Ganz ohne überdeutliche Darstellung von Gewalttaten, mit nur wenigen Federstrichen zeichnet die Autorin ein Bild der Geschehnisse. Genau das geht an die Psyche, denn was man eben nicht wirklich sieht, sondern nur ahnt, wirkt eben intensiver.

Die Figuren sind glaubhaft und sehr real, auch wenn Daniel, Joe und Tom an unterschiedlich starkem Asperger-Syndrom leiden und diese Häufung doch auffällig ist. Auch Carla und Francesca sind auffällige Figuren, dennoch glaubhaft. Lily begegnet also immer wieder Menschen, die nicht dem Durchschnitt entsprechen und ihr Beruf lässt sie dafür mehr oder weniger blind werden. Die Überzeugung, etwas wiedergutmachen zu müssen, lässt sie zudem leichter Fehlentscheidungen treffen, als eine freie Seele es tun würde. Zwischen dem ersten und dem zweiten Teil liegen fünfzehn Jahre, von denen der Leser nicht viel, aber das Nötigste, erfährt. Dadurch hat man in keinem Moment das Gefühl, zu viel oder zu wenig vom Drumherum zu lesen. Sehr gut gemacht!

Mir hat dieser Psychothriller sehr gut gefallen und ich bin erstaunt, wie gut dieser Erstling geworden ist. Der Kunstkniff, dass abwechselnd Lily selbst erzählt und dann aus Sicht von Carla erzählt wird, gefällt mir sehr. Das macht die ganze Sache besonders lebendig und man erfährt Dinge, die aus nur einer Perspektive nicht möglich gewesen wären. Dass hier nicht zig Fäden aus allen Richtungen erst noch zusammenlaufen müssen, sondern einfach nur am Stück erzählt wird, wobei Ereignisse aus der Vergangenheit nach und nach zutage kommen, gefällt mir ebenfalls sehr gut. Ich bin diese verschwurbelten Bücher inzwischen so leid und freue mich, wenn ein Autor es einfach nicht nötig hat, unsinnig viel Verwirrung zu stiften und am Ende mit einer Auflösung aus der Luft heraus aufwartet. Jane Corry spielt von Anfang an mit offenen Karten und verblüfft umso mehr. Der Leser hat die ganze Zeit die Wahrheit vor Augen, sieht sie dennoch erst am Ende. Genial!

Schade ist nur, dass nicht der Originaltitel verwendet wurde. „Die Frau meines Mannes“ hätte so viel besser gepasst, zumal dieser Satz auch insgesamt acht Mal fällt. Mein Lesejahr beginnt also mit einem starken Buch, an dem sich alle folgenden messen lassen werden müssen. Fünf Sterne für ein Buch, an dem ich nur den deutschen Titel bemängeln muss!

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Tags: anwältin, asperger-syndrom, autismus, england   (4)
 

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tradition, bad ischl, k. u. k. tradition, backen, konditor zauner

Das große k. u. k. Mehlspeisenbuch

Josef Zauner
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Servus, 02.11.2017
ISBN 9783710401466
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nach einer wunderbar geschriebenen Einführung („Eine süße Erfolgsgeschichte“) mit vielen tollen Schwarzweiß- und auch Farbfotos finden sich in den Rubriken Kuchen, Strudel & Gebäck; Schnitten & Rouladen; Torten; Parfaits & Gekühltes; Kleine Desserts; Warme Süßspeisen und Weihnachten Rezepte für jeden Geschmack. Die Schwierigkeitsstufen sind nicht angegeben, aber den Bildern meiner Meinung nach gut zu entnehmen. Die Bilder sind mir immer wichtig bei Rezepten, denn ich sehe gern schon vorher, wie das fertige Produkt aussehen soll. Das spornt an, auch wenn man weiß, dass heute Photoshop und Tricks bei den Food-Fotos eingesetzt werden.

Die Rezepte sind unfassbar lecker – aber so kennt man das ja von den österreichischen Mehlspeisen und das ist ja auch der Grund, warum man sich solch ein Rezeptbuch zulegt! Hier ist sehr schön gemacht, dass gelistet ist, für welche Menge die Zutaten reichen, welche Zutaten man benötigt, welches Grundrezept (mit Seitenangabe) verwendet wird und wie die Mehlspeise zubereitet wird. Die einzelnen Schritte sind knapp, aber verständlich angegeben.

Auch gefällt mir, dass die Rezepte modern und ansprechend sind, aber keinesfalls unpraktikabel. Aktuell sind so viele „Mode-Gerichte“ angesagt, dass diese Klassiker in frischer Aufmachung eine Wohltat sind. Mein Trend geht genau in diese Richtung: weniger Trendfood, mehr bodenständige Rezepte. Genau das bekomme ich hier!

Die Grundrezepte sind ans Ende gestellt. Zutaten, Zeitaufwand und Zubereitung sind sehr gut gelistet und erklärt. Auch Tipps und Ratschläge gibt es hier zusätzlich zu denen bei den Rezepten selbst.

Auch ein alphabetisches Register wurde angehängt.

Ganz bezaubernd finde ich auch die Aufstellung am Ende des Buches „Das sagen die Österreicher/Das sagen die Deutschen“. Mit der Zeit kennt man zwar die landestypischen Ausdrücke, besonders wenn man die österreichische Küche und Backstube liebt, dennoch ist diese „Übersetzung“ sehr sinnvoll und hilfreich.

Nicht nur Österreichs Küche, auch die Backstube bietet Köstlichkeiten, die auf der ganzen Welt beliebt sind. Dieses Buch versammelt kaiserlich und königlich leckere Beispiele der berühmten Mehlspeisen. Eine erstklassige Bindung und hochwertige Aufmachung runden das Buch ab. Hier wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Das belohne ich mit den vollen fünf Sternen, auch wenn der Kampf mit der Waage mit diesen Rezepten nicht gerade leichter wird!

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Tags: backrezepte, josef zauner, k. u. k. tradition, österreichische küche, traditionsbäckerei   (5)
 

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knochenbrecher, tamme hanken, carmen hanken

Gemeinsamer Ausritt

Carmen Hanken , Kai Schmid
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Plaza, 30.09.2017
ISBN 9783958435711
Genre: Biografien

Rezension:

Carmen Hanken hörte über ihre Mutter von Tamme Hanken. Diese hatte ihn bei Johannes B. Kerner im Fernsehen gesehen. Da Carmens Pferd Grand Cru seit einer bösen Fehlbehandlung durch eine Osteopathin arge Probleme hatte und niemand sie in den Griff bekam, wagte Carmen die Reise zum sanften Riesen nach Ostfriesland. Was aus dieser ersten Fahrt wurde, hätte sie sich niemals träumen lassen. Sechzehn Jahre verbrachte Carmen mit Tamme – und erlebte Höhen und Tiefen, viele Wunder und vor allem unbeschreiblich viel Liebe. Von dieser Zeit erzählt sie in diesem Buch.

Gespickt ist das Buch mit unzähligen Fotos aus Carmens Zeit vor Tamme, aus der Zeit mit ihm und auch aus der Zeit nach ihm. Die Fotos alleine erzählen schon sehr viel, vor allem von der engen Verbundenheit dieser beiden außergewöhnlichen Menschen. Carmen jammert nicht, sie erzählt. An manchen Stellen vielleicht sogar zu wenig – man fühlt sich ihr sehr schnell sehr nahestehend und möchte für sie da sein, ihr zuhören, Tamme durch ihre Erzählungen lebendig und anwesend sein lassen.

Nicht nur Pferdeliebhaber oder Pferdebesitzer werden Freude an diesem Buch haben. Es geht ums so viel mehr. Carmen erzählt von einem außergewöhnlichen Menschen, der jeden, mit dem er zu tun hatte, verzaubern konnte. Ihre eigene Liebe zu Tieren, besonders zu Pferden, hat sie zu ihm geführt, aber auch das Danach ist wichtig – und hat nicht nur mit Pferden zu tun.

Das Buch ist ein wenig wie eins dieser Fotobücher, die man sich machen lassen kann – so viel Privates steckt darin. Carmen bringt allen Tamme so nahe wie möglich, versteckt sich nicht, versteckt gar nichts. Das ist sehr mutig und herzlich von ihr.

Man fühlt sich beim Lesen einfach wohl. Und man hofft, dass man bald noch mehr von Carmen lesen wird. Immer wieder blättert man vor und zurück, vertieft sich in die Bilder, liest Abschnitte noch einmal. Ein zauberhaftes, wunderbar und sorgfältig gestaltetes Buch – ich gebe aus ganzem Herzen fünf Sterne!

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Tags: carmen hanken, knochenbrecher, tamme hanken   (3)
 

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restaurant ikarus, menüs, kochkunst, bildband, gastköche

Die Weltköche zu Gast im Ikarus

Martin Klein , Ikarus-Team
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei PANTAURO, 23.11.2017
ISBN 9783710500237
Genre: Sachbücher

Rezension:

Handlich ist dieses Buch auf keinen Fall. Das möchte es ja auch gar nicht sein. Es ist groß und schwer und mächtig – ganz wie sein Inhalt.

Die besten Köche der Welt wollen ihren Monat im Ikarus und die Liste der Köche, die ihren Monat schon haben, ist eindrucksvoll und imposant. Jeder der zwölf Köche dieses vierten Bandes wird hier vorgestellt. Sowohl sein Menü wird von ihm selbst erklärt, als auch sein „Heimatrestaurant“ vorgestellt und sein Werdegang erzählt. Deshalb ist dieses Buch auch ein grandioser Bildband, in dem die Speisen nahezu in Originalgröße zu sehen sind – in jedem kleinsten Detail! Dazu viele Fotos der jeweiligen Küchen und den Menschen darin, die im Hintergrund hart daran arbeiten, dass die Menüs so grandios aussehen, wie sie dann auf dem Teller und beim Gast landen.

Natürlich bringt dies auch mit sich, dass kein einziges Menü mit Zutaten zubereitet wird, die man mal eben so zu Hause hat. Es werden extrem ausgefallene Produkte verarbeitet. Das ist kaum verwunderlich, sind es doch auch sehr ausgefallene, ganz spezielle Menüs, die man nicht jeden Tag isst. Ich vermute sogar, dass ganz wenige der Menüs (sogar der einzeln genommenen Gerichte) überhaupt nachgekocht werden vom Leser. Müssen sie auch nicht – dieses Buch ist eine Hommage an die gehobene Küche, an „one in a lifetime“ Erlebnisse, an die Kunst der Edelköche. Entsprechend sind die Anleitungen zu den Zubereitungen recht spartanisch und nicht zu allen Komponenten gibt es ein Rezept. Wie gesagt, ich erwarte das auch weniger, denn in meinen Augen geht es in diesem Buch (bzw. den Büchern, es ist ja schon der vierte Band) ebenso wie in der Fernsehserie mehr um den Hangar (das Restaurant Ikarus) und die Weltköche. Deren Profile stehen im Mittelpunkt. Mir gefällt es!

Kurz und knapp: Dies ist kein Kochbuch der üblichen Art. Es ist ein Album großartiger Köche, ein Bildband, ein schwergewichtiges Juwel. Alle, die vom Kochen fasziniert sind und sich von den Großen inspirieren lassen, werden daran unbändige Freude haben. Wer jedoch ein Kochbuch sucht, das Vielgängemenüs dieser Klasse für jeden ganz einfach erklärt und nachkochbar macht, liegt komplett falsch. Von mir: fünf Sterne! Auch wenn ich viele der Gänge gar nicht essen wollen würde, allein der Anblick ist umwerfend!

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Tags: bildband, chefköche, gastköche, kochkunst, menüs, restaurant ikarus   (6)
 

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mitarbeiterführung, generationen, gesellschaftliche alterung, alt ist, wer sich alt macht, demografische veränderun

Ab 50 ist man alt … genug, um zu wissen, was man will und kann

Helmut Muthers
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Plassen Verlag, 18.09.2017
ISBN 9783864705090
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Menschen leben immer länger und sind, verglichen mit der Generation davor, enorm viel moderner. Wenn ich beispielsweise an meine Großmütter denke, wie die mit 50 waren, dann an meine Eltern und jetzt an mich – das sind drei völlig unterschiedliche Ergebnisse! Ich empfinde da jeweils mindestens 10 Jahre, die man von Generation zu Generation „jünger“ ist im jeweiligen Alter. Witziger Weise hat mir der 50. Geburtstag auch keinerlei Ängste gemacht. Im Gegenteil: Ich habe mich sogar sehr darauf gefreut!

Ich bin sehr gerne 50 – genieße ich doch „die Früchte meiner Arbeit“, hab meinen Platz im Leben und mache vorwiegend nur noch Dinge, die ich machen möchte, nicht muss! Das Leben genießen – das geht mit 50+ super gut, während man mit 20+ noch heftig um seinen Platz im Leben kämpft.

Da passt dieses Buch super: Es beleuchtet eben dieses Phänomen, dass wir heute mit 50 noch so viel jünger sind, als es alle vor uns waren. Es zeigt, wie wichtig unsere Generation ist, auch wenn die Werbung sich auf die Generation mit Mitte 20 eingeschossen hat. Auch als Mitarbeiter gewinnen die Älteren immer mehr Bedeutung, statt als Belastung zu gelten. Es kommt alles auf die Einstellung an – und unsere Einstellung ist eben positiv!

Fakten und Unterhaltung in einem Mix, der sich gut lesen lässt. Und das nicht nur für diejenigen, die genau in diese Generation fallen, sondern auch und vor allem für jene, die jünger sind und sich nicht im Klaren sind, dass jedes Alter seine schönen Seiten und Vorzüge hat – und die 50+ Menschen als alt und unmodern sehen wollen. Denen werden die Augen geöffnet. Die Entwicklung ist nicht aufzuhalten, will aber verstanden werden: von Unternehmen, von Mitmenschen, von allen.

Nach jedem Kapitel ist Platz zum Eintragen für das eigene Fazit. Das gefällt mir! Auch wenn für mich neu ist, in ein Buch zu schreiben – es ist dennoch eine gute, passende Idee und man kann jederzeit auch seine eigenen Gedanken wieder nachlesen. Klasse!

Von mir deshalb auch die vollen fünf Sterne für dieses informative, aufklärende und motivierende Buch. Ich bin 50+, ich darf das!

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Tags: alt ist, wer sich alt macht, generationen, jung und knackig   (3)
 

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katzensprache, miauen, tierlaute

Die geheime Sprache der Katzen

Susanne Schötz
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ecowin, 21.09.2017
ISBN 9783711001214
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ja, klar, jeder Katzenhalter versteht, was ihm seine Katzen sagen möchten. Mehr oder weniger. Meistens. Fast immer. Aber auch für jene, die schon ein Leben lang Katzen um sich haben, findet sich in diesem Buch noch die eine oder andere neue Information. Und die Miezen werden sich freuen, dass der Mensch sich Mühe gibt, ihre Kommunikation mit uns zu verstehen.

Sehr schön sind die Illustrationen – mit viel Liebe zum Detail und gutem Auge beobachtet. Für mich hätten da gern wesentlich mehr davon dabei sein können! Der Aufbau des Buches ist ebenfalls sehr stimmig: zu jeder Art des Miauens gibt es die „Unterkapitel“ Beschreibung des Lauts, Konkrete Beispiele, Dazugehörige Körpersprache und Phonetische Einordnung (Lauttyp, Melodie).

Doch auch andere Arten der Sprache werden behandelt. So kann Übergewicht bei Katzen eben auch eine Art der Kommunikation sein, sowie andere „Eigenarten“ auch. All die diversen Punkte zusammen ergeben eine Möglichkeit der Unterhaltung von Tier zu Mensch und umgekehrt. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto besser klappt es und mit der Zeit ist nichts mehr so kompliziert, wie es auf den ersten Blick scheinen mag.

Tabellen und ein Glossar runden das Ganze dann noch zusätzlich ab, ebenso die Hörbeispiele (zu finden per Link, diese Sammlung wird ständig erweitert).

Susanne Schötz erzählt und erklärt zumeist anhand ihrer eigenen pelzigen Mitbewohner oder Katzen aus dem Freundeskreis. Insofern gibt es also immer eine enge Beziehung zum Tier und damit ist auch das Herz eingebunden, nicht nur der Verstand. Teilweise wiederholen sich einige Aussagen, doch das stört mich nur marginal. Etwas störend für mich waren die Lautschriften, die mir zu sehr in Arbeit ausarteten und mich nicht fesseln konnten, wie der Rest der Ausführungen (selbst wenn diese an manchen Stellen zu erzählend waren und etwas ausbremsten statt aufzulockern).

Insgesamt finde ich das Buch interessant und besonders für Menschen wichtig, die noch nicht sehr lange mit Katzen zu tun hatten. In meiner großen Katzenbuchsammlung ist es eins der spezielleren Fachbücher (die Sammlung besteht aus allen Genres, nicht nur Fach- und Sachbüchern). Es sticht gerade deshalb daraus hervor: die Art, wie eine Katze zu kommunizieren versucht, ist das große und zentrale Thema. Der Autorin ist deutlich anzumerken, wie wichtig ihr das Wohlergehen aller Katzen ist – nicht nur dem der eigenen.

Von mir gibt es vier Sterne und einen ganz besonderen Platz im Bücherregal!

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Tags: katzensprache, miauen, tierlaute   (3)
 

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42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

krimi, knochenfund, ein irischer dorfpolizist, graham norton, roman

Ein irischer Dorfpolizist

Graham Norton , Karolina Fell , Charly Hübner
Audio CD
Erschienen bei Argon, 18.08.2017
ISBN 9783839815830
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Duneen ist nichts los. Eigentlich. Zumindest scheint es so. Doch als bei Bauarbeiten menschliche Knochen gefunden werden, kommen Ereignisse hoch, die die Dorfruhe bis in die Grundfesten erschüttern. Mittendrin ein gemütlicher Dorfpolizist, der plötzlich aus seiner Gemütsruhe herausgerissen und mitten in ein ihm völlig fremdes Leben geworfen wird …

Dieser Krimi brilliert weniger mit Spannung, als mit einem famosen Bild von trügerischer Idylle eines kleinen Dörfchens, in dem man weder Dramen noch große Ereignisse zu finden glaubt. Doch unser tapferer Dorfpolizist PJ Collins, der sich selbst für dümmer hielt, als er in Wirklichkeit ist, deckt mit seinem großen Herzen einen uralten Fall auf – und stellt damit die großen Ermittler ganz leise und sanft in den Schatten. Nach und nach entwickelt sich aus einer scheinbar harmlosen Sache ein wahres Drama, fallen Masken und wenden sich Schicksale. So einigen Bewohnern Duneens wird klar, dass sie große Teile ihres Schicksals selbst bestimmen und auch noch jetzt ändern können, wenn sie denn wollen. Es ist, als wache Duneen aus einer Art Dornröschenschlaf auf – aber nicht aufgrund eines Kusses, sondern aufgrund eines lange zurückliegenden Mordes.

Dies ergibt dann eine Geschichte, die in sich sehr stimmig und super interessant ist, aber die gewohnte Krimispannung missen lässt. Das meine ich gar nicht negativ – es hat sehr viel Spaß gemacht, dem sympathischen PJ, der liebenswerten Brid, den etwas schrägen Ross-Schwestern, der überfürsorglichen Haushälterin Mrs. Meany und all den anderen Figuren dieses Buches zu folgen.

Man entwickelt rasch Sympathien für alle Dorfbewohner. Sogar für diejenigen, die nicht wirklich liebenswürdig sind auf den ersten Blick. Auch Fehler machen einen Menschen aus und Norton schafft es, die Menschlichkeit der Fehler herauszustellen. Dadurch ist das Tempo zwar nicht gerade rasant, aber dennoch ist das gesamte Buch ohne Längen. Ton und Vokabular des Buches sind sanft und bezaubernd, lassen den Leser auch am Ende mit einer gewissen Melancholie im Herzen zurück.

Der Protagonist der Geschichte, Sergeant PJ Collins, ist der einzige, der nicht Zeit seines Lebens in Duneen lebte. Somit scheint er auch der einzige zu sein, der die Zusammenhänge nicht schon kennt und erst herausfinden muss. Und obwohl das ganze Dorf bescheid zu wissen scheint, müssen auch den Bewohnern so mache Augen geöffnet werden. PJ ist für Duneen und seine Bewohner/innen wichtiger, als er selbst je angenommen hätte.

Dass der Autor Großbritanniens bekanntester Talkmaster ist und mit „Ein irischer Dorfpolizist“ sein Debüt vorlegt, ist kaum zu glauben! Dieser Krimi ist so völlig anders. Gerade deshalb hat er mich begeistert und bewegt. Norton legt den Finger in die Wunde, zeigt auf, dass das Äußere nicht mit dem Inneren übereinstimmen muss und hält dem Leser die gängigsten Vorurteile unter die Nase. Sehr gelungen, sehr humorvoll, sehr britisch und absolut lesens- bzw. hörenswert. Fünf Sterne!

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Tags: dorf, eifersucht, intrigen, liebe, skelett   (5)
 

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pilze, pilz rezepte, bestimmungsbuch, pilze selbst suchen, pilzbestimmung

Das große kleine Buch: Schwammerlzeit!

Klaus Kamolz
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Servus, 13.07.2017
ISBN 9783710401572
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bevor die besten Speisepilze genau beschrieben werden, gibt es erst mal super Info rund um Pilze allgemein, über Pilze im Wald, in der Küche, über ihre Biologie, Gesetze, die Ausrüstung von Pilzsammlern, das Haltbarmachen, Pilze in der Ernährung und allgemein Merkmale von Pilzen. Das finde ich sehr informativ und wichtig.

Zwar möchte ich dennoch nicht allein im Wald Pilze suchen, aber mit diesem Büchlein fühlt man sich dann doch ein wenig sicherer und unterstützt. Die Erklärungen zu den einzelnen Sorten und mit welchen giftigen Pilzen sie verwechselt werden können, sind kurz und knapp, aber das Wichtigste ist gesagt. Super! Ich mag im Wald ja nicht bei jedem einzelnen Pilz stundenlang erst mal lesen!

Zu jedem aufgeführten Pilz gibt es dann Infos rund um Merkmale, Fundorte, Namenskunde, Doppelgänger und die Verwendung in der Küche. Am Ende finden sich noch drei Rezepte und Tipps mit weiterführender Literatur. Zudem ist auf der letzten Seite Platz für Einträge (Pilzart, Fundort, Datum). Rundum also ein tolles, handliches Minibuch für unterwegs!

Diese Serie der „Kleinen großen Bücher“ begeistert mich total. Eine tolle Idee, um sich selbst und anderen immer mal wieder eine kleine Freude zu machen!

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Tags: bestimmungsbuch, pilzbestimmung, pilze, pilze selbst suchen, schwammerl, waldpilze   (6)
 

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einkochen, liköre, marmeladen, haltbar machen, österreich

Das große kleine Buch: Einfach gut einkochen

Ruckser Elisabeth
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Servus, 13.07.2017
ISBN 9783710401589
Genre: Sachbücher

Rezension:

In diesem kleinen Büchlein finden sich auf nur 70 Seiten eine ganze Menge Informationen rund ums Einkochen. Vom Zucker über die Gläser bis zu den fünf goldenen Einkochregeln ist alles Wichtige zu lesen, bevor es mit wunderbaren und ausgefallenen Rezepten losgeht.

 

Für viele Nicht-Österreicher gibt es ein paar fremde Ausdrücke, aber gerade die machen für mich so viel vom Charme dieses Büchleins aus. Es bereichert meine Kochbuchsammlung mit typisch österreichischen Rezepten und meine Vorratskammer mit unbeschreiblich leckeren selbstgemachten „Konserven“.  Auch Likörchen finden sich in der Rezeptsammlung und der Kirschlikör ist besonders lecker bzw. trifft meinen Geschmack einfach perfekt. Den Lavendelblütenzucker werde ich im Sommer auch ausprobieren und ich bin schon jetzt sehr gespannt!

 

Die Rezepte sind übersichtlich gegliedert und so beschrieben, dass man sie sofort nacharbeiten kann.  Die Kriecherl hab ich hierzulande leider noch nicht finden können, aber das Rezept klingt mehr als verlockend. Der Veilchensirup muss in meiner Küche auch unbedingt hergestellt werden – wenn ich es im Frühling schaffe, 300 Gramm Veilchenblätter zu sammeln!

 

Die Vielfalt der Rezepte ist enorm, keins ist langweilig, alle sprechen mich an. So klein das Büchlein ist, so großartig ist es! Es macht Spaß, darin zu blättern und zu lesen und man möchte am liebsten alles sofort nacharbeiten! Das Büchlein ist für einen selbst, aber auch als Mitbringsel für Einkochfans bestens geeignet. In seiner Geschenkbuch-Größe ist es besonders praktisch und passt bestens ins Küchenregal.

 

Für so viel Freude am Buch muss ich die vollen fünf Sterne vergeben!

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Tags: einkochen, haltbar machen, liköre, marmeladen, rezepte   (5)
 

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adventskalender, geschichten, gedichte, weihnachten

Das große kleine Buch: 24 Tage bis Weihnachten


Fester Einband
Erschienen bei Servus, 06.11.2015
ISBN 9783710400995
Genre: Romane

Rezension:

Hier finden sich 24 Geschichten und Gedichte von Menschen, die ich nicht kenne. Möglich, dass man sie kennen könnte, sollte oder müsste – mir sind sie jedenfalls unbekannt. Das tut aber wenig zur Sache, denn die Geschichten selbst sind es, die wichtig sind – nicht, wer sie geschrieben hat.

Die meisten der Geschichten enden ein wenig abrupt, aber dennoch sind sie in sich „rund“ und stimmig. Sie sind kurz genug, dass man damit die 24 Tage vor Weihnachten ausklingen lassen kann, sie vorlesen oder vorgelesen bekommen kann und man somit einen literarischen Weihnachtskalender hat. Leider sind sie nicht nummeriert, man muss also selbst mitzählen.

Ganz besonders gefallen hat mir „Liebes Christkind“ von Sandra Zechner. Diese Geschichte mache ich mir zu einer neuen Tradition in meinen Weihnachts-Traditionen. Sie ist wunderschön und trifft so wunderbar ins Schwarze, dass man sich schämt, vergessen zu haben, wie gut es einem geht. Eine ganz bezaubernde Geschichte!

Die Serie „Das große kleine Buch“ gefällt mir sehr gut. So viele unterschiedliche Themen so schön kompakt zusammengefasst und mit den wichtigsten Informationen oder, wie in diesem Fall, einfach schöne Geschichten. Da sammelt man automatisch!

Für „24 Tage bis Weihnachten“ vergebe ich vier Sterne!

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Tags: adventskalender, gedichte, geschichten, weihnachten   (4)
 

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kalender, österreich, rezepte, süßspeisen

Süße Rezepte für jeden Monat 2018: Servus Kalender


Kalender: 14 Seiten
Erschienen bei Servus, 24.08.2017
ISBN 9783710401619
Genre: Sonstiges

Rezension:

Kalender für die Küche hatte ich schon viele und es gibt wirklich schöne Exemplare. Aber dieser hier – hach, der ist einfach genial! Jeden Monat ein Foto einer leckeren, appetitanregenden Süßspeise aus Österreich mit ausführlicher Beschreibung des Rezeptes. Seitlich ist ein Kalendarium, das Platz für kurze Einträge neben jedem Tag bietet und Wochen- und Feiertage anzeigt. Da dies ein Kalender aus Österreich ist, müssen deutsche und schweizer Bürger auf der Rückseite nachsehen, ob der Feiertag auch für sie gilt, aber das ist okay für mich. Hier finden sich auch die Ferien für diese drei Länder.

Auch finde ich es absolut charmant, dass in den Rezepten österreichische Ausdrücke (beispielsweise Germ für Hefe) benutzt werden. Das ist authentisch und gefällt mir. Schön wäre ein kleiner Glossar auf der Rückseite gewesen, aber das ist für mich kein Grund für einen Sterneabzug. Die Spiralbindung ist hochwertig und sorgt dafür, dass man das ganze Jahr über „nachblättern“ kann, um die Rezepte immer wieder zu backen (aus außerhalb des ihnen zugedachten Monats), ohne dass der Kalender selbst darunter leiden würde.

Bei den Rezepten werden keine exotischen, schwer zu bekommenden Zutaten verwendet. Zumindest bei mir ist so ziemlich alles an Zutaten, die benötigt werden, sowieso im Standardrepertoire vertreten. Es wurde darauf geachtet, die Rezepte so zu wählen, dass sie perfekt zum Monat und der Jahreszeit passen. Mein Lieblingsrezept ist das Titelbild: Zitronenfladen mit Beeren! Sieht sehr viel komplizierter aus, als es tatsächlich ist – aber der Genuss ist unbeschreiblich! Ganz ohne die langweiligen Dinge wie Salzburger Nockeln und Kaiserschmarrn bietet dieser Kalender allen, die gern backen, ein Jahr voller toller Ideen und Rezepte.

Von mir von daher die vollen fünf Sterne!

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rassismus, prozess

Kleine große Schritte

Jodi Picoult , Beate Rysopp , Frank Stieren , Svenja Pages
Audio CD: 6 Seiten
Erschienen bei Audiobuch, 02.10.2017
ISBN 9783958620346
Genre: Romane

Rezension:

Ruth Jefferson ist mit Leib und Seele Säuglingsschwester. Die alleinerziehende Mutter eines Teenagers steht deshalb vor einem großen Problem, als Tuck Bauer ihr verbieten lässt, sich um seinen Sohn zu kümmern. Der Grund ist eindeutig und schrecklich: Ruth ist eine Farbige. Die Folgen sind noch schrecklicher: Bauers Sohn stirbt nach einem Routineeingriff und Bauer macht Ruth dafür verantwortlich. Ruth wird suspendiert und kämpft sich in einem Job bei McDonalds durch, bis sie aus heiterem Himmel als Mörderin verhaftet wird. Die Anwältin Kennedy McQuarrie übernimmt Ruths Verteidigung. Ein Kampf gegen Rassismus und Vorurteile beginnt …

Der Originaltitel „Small Great Things“ passt meiner Meinung nach sehr viel besser, auch wenn nur ein Wort anders ist. Dennoch geht es hier nicht wirklich um Schritte in meinen Augen. So oder so, das (Hör-)Buch hat mich sehr bewegt und auch mitgenommen. Zwischendurch vergaß ich immer wieder, dass die Geschehnisse in der Gegenwart angesiedelt sind. Mein Herz und Hirn wollten einfach nicht wahrhaben, dass noch immer diese Barrieren in den Köpfen und Herzen existieren und schob die Story immer wieder ungefragt in die 50er/60er Jahre. Der Plot selbst ist packend und geht unter die Haut. Durch den Stil von Jodie Picoult wird dieser Effekt noch verstärkt. Sie schafft es meisterlich, die Protagonisten geradezu lebendig werden zu lassen und die drei Sprecher (Beate Rysopp, Svenja Pages, Frank Stieren) machen einen großartigen Job. Man hört heraus, dass sie alle nicht einfach nur lesen, sondern ebenso in der Story gefangen sind, wie ich beim Hören.

Dennoch habe ich immer wieder größere Pausen einlegen müssen. Mich hat die Story unbeschreiblich bewegt und berührt, betroffen gemacht und aufgewühlt. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht, aber gleichzeitig war vieles einfach zu heftig für mich. Auch das ist neu für mich: dieser Widerspruch, dass ich mehr erfahren möchte, mich aber auch alles zu sehr mitnimmt. Aber am Ende bleibt zu sagen, dass ich sehr beeindruckt bin und dieses (Hör-)Buch jedem ans Herz legen möchte.

Das Thema Rassismus ist aktuell wie eh und je und sollte es gar nicht sein müssen. Es ist so unfassbar traurig, dass die Hautfarbe in der heutigen Zeit noch ein Gewicht hat. Wie die Autorin das Thema anpackt und verarbeitet, ist großartig. Sie lässt die drei Hauptfiguren jeweils ihre Sicht der Dinge erzählen. So hat der Leser die Chance, aus diesen drei Strängen seine eigene Wahrheit und Erkenntnis zu ziehen. Die Diversität dieser drei Darstellungen ist erstaunlich und der Wandel, der nach und nach einsetzt, nicht herbeigezwungen, sondern eine logische Entwicklung. Auch wenn das Ende vielleicht sehr Hollywood ist, ist es doch passend. Ebenso die klischeehaften Stellen. Sie sind vorhanden, aber sie überwiegen nicht – und sie machen das Ganze noch realistischer.

Das Hörbuch ist eine gekürzte Lesung, doch hatte ich an keiner Stelle das Gefühl, etwas verpasst zu haben oder dass etwas fehlt. Insofern ist die Kürzung hier eindeutig gelungen. Obwohl ich vor dieser Rezension die Geschichte erst mal habe eine Woche sacken lassen müssen, bin ich noch immer tief bewegt. Sie hallt eindeutig sehr lange sehr intensiv nach. Deshalb gebe ich sehr gern die vollen fünf Sterne. Ich wünsche mir, dass dieses Buch es schafft, die Menschen toleranter werden zu lassen.

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Tags: prozess, rassismus   (2)
 

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harald glööckler, kult-promi, lebenshilfe, tv-liebling, erfolg

Fuck you, Brain!

Harald Glööckler
Fester Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Plassen Verlag, 11.10.2017
ISBN 9783864704932
Genre: Biografien

Rezension:

Man kommt irgendwie nicht an Harald Glööckler vorbei. Und genau das hat er ja auch erreichen wollen. Ja, er ist ein Paradiesvogel, ein Kunstobjekt, ein wenig verrückt, aber in genau dieser Kombination auch einfach faszinierend und so drüber, dass er schon wieder unfassbar sympathisch ist. Und genau so ist sein Buch!

Ich persönlich fand den „echten“ Glööckler, also vor all den – in meinen Augen fürchterlichen – Operationen ja sehr viel schöner und faszinierender, aber er hat eben für sich entschieden, dass hier und da und dort mit dem Skalpell nachgeholfen werden soll. Nach der Lektüre dieses Buches versteht man das sogar etwas besser und vor allem ist es konsequent. Er lebt tatsächlich, was er da schreibt. Nicht alles mag und kann für jeden Leser zutreffen, doch der Grundgedanke gefällt mir und ist auch gar nicht so verkehrt. Vor allem stelle ich beim Lesen erstaunt fest, wie sich tatsächlich „traditionelle Blockaden“ und tief verwurzelte Vorurteile immer mehr verabschieden.

Auch ist die Aufteilung sehr gelungen. Glööckler erzählt aus seinem Leben und von seinen Einstellungen und anschließend gibt es immer „Außergewööhnliche Sentenzen“ als Zusammenfassung. Zudem gibt es immer eine ganze Seite mit einer Art Motivations-Zitat Glööcklers. In den Fotos, Bildern und Grafiken kann ich regelrecht versinken, auch wenn längst nicht alle meinem eigenen Geschmack entsprechen. Dennoch haben sie eine erstaunliche Wirkung!

Wie man seine Ziele konsequent anstrebt, verfolgt und erreicht, ohne ein Egomane zu sein, aber dennoch erfolgreich; wie man auch aus Rückschlägen und Tiefschlägen etwas Positives herausholt; wie man die richtige Perspektive bekommt – für alles hat Glööckler erstaunlich simple Methoden, die auch noch funktionieren!

Ja, Glööckler hat hier ein tolles Motivationsbuch geschaffen, das ich so nicht erwartet hätte. Umso glücklicher bin ich darüber, dass ich meine Zweifel beiseite geschoben habe und es geradezu verschlungen habe. Auch wenn sich manche Punkte wiederholen (das gehört zur Motivation mit dazu), es ist an keiner Stelle langweilig. Ich habe mehr Motivation, aber auch Bestätigung, aus diesem Buch gezogen, als ich je geglaubt hätte. Dafür meinen Respekt und die vollen fünf Sterne!

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Tags: erfolg, harald glööckler   (2)
 

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krimi, fickel, serie, thüringer;, hans-henner hess

Grillwetter

Hans-Henner Hess
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 22.08.2017
ISBN 9783832163761
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die lückenlose Produktion der Thüringer Rostbratwurst ist in Gefahr: Krautwurst droht die Insolvenz, wenn er nicht an seinen bayerischen Konkurrenten verschachert und sein Schlachter Menschner steht im Verdacht, den Insolvenzverwalter erschlagen zu haben. Anwalt Fickel versucht sein Bestes, um beruflich und privat zu glänzen, doch die geballte Kraft der Fleischverarbeitung steht gegen ihn …

Okay, man mag sagen, würde ich die Vorgänger kennen, würde ich das anders sehen. Aber irgendwie glaube ich nicht daran. Anwalt Fickel ist so ein Oberschussel, naiv bis zum Anschlag, dass das nur ein Drittel des Buches lustig ist. Da frag ich mich allen Ernstes, wie das über mehrere Bücher eine bleibende, wirkende Komik haben kann. Fickel stolpert von einem Elend ins andere, lässt sich manipulieren und ausnutzen. Seine „Fernbeziehung“ läuft auch irgendwie seltsam (70 Kilometer sind nur am WE zu überbrücken? Im Ernst jetzt? Und man braucht dazu drei geschlagene Stunden?). Die Angebetete wird immer wieder vertröstet, da die Ereignisse sich immer wieder überschlagen und immer wieder wartet die Gute, die in meinen Augen doch recht unterkühlt ist. Welche Frau setzt sich da nicht ins Auto oder meinetwegen den Zug, um zum Liebsten zu fahren? Überhaupt – mir sind die Figuren allesamt zu skurril. Da ist so gar nichts Normales im Buch und die Spannung ist nicht hoch genug, um mich durch die 348 Seiten zu bringen, ohne dass ich immer wieder längere Pausen machen muss.

Zwischendurch war mir ob der Vorstellung, was da gerade passiert sein sollte, auch wirklich übel. Das war nicht mehr lustig und auch nicht komisch, das war eklig. Die Spannung ist deshalb aber leider auch nicht gestiegen.

Der Sprachstil erinnert mich irgendwie an das „Königlich Bayerische Amtsgericht“. Aber auf die negative Art und Weise. Mir ist hier zu viel „von oben herab“, denn der arme Fickel wird vom „allmächtigen Erzähler“ doch arg niedergemacht. Gut, er ist, wie gesagt, arg einfältig, dennoch … es ist alles etwas zu arg und zu drüber. Die insgesamt sage und schreibe 70 Fußnoten finden meinen Gefallen leider auch nicht.

Ab der Mitte zieht es sich. Gegen Ende dann ein paar heftige Wendungen in einer Art Showdown, die aber leider nicht mehr herausreißen konnten, was schon nach unten gezogen hat. Im Gegenteil – die waren dann so extrem übertrieben, dass sich mir die Zehennägel aufgerollt haben. Eine Form von Happy End serviert uns Hans-Henner Hess dann auch noch, das für mich dem Klamauk dann die Krone aufsetzt.

Satirisch kann ganz amüsant sein, hier aber ist die Dosis dermaßen hoch, dass nur ganz schwarze Seelen bis zum Ende lachen können. Meins ist das nicht. Die ersten 50 Seiten waren super witzig, aber das hat sich im Eiltempo totgelaufen. Wie gesagt, es tut mir leid – aber für mich war das Lesen keine Freude und so bleiben nur magere zwei Sterne übrig.

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Tags: bayern und thüringen, bratwurst, fickel, naiver anwalt, ost und west, serie   (6)
 

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taxi, weltreise, abenteuer, reise, freundschaft

Drei Freunde, ein Taxi, kein Plan ...

Paul Archer , Johno Ellison , Anja Fülle
Flexibler Einband
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 12.09.2017
ISBN 9783770182824
Genre: Sonstiges

Rezension:

DUMONT hat hier einen Reiseführer der ganz besonderen Art vorgelegt. Kein Buch, wie sonst üblich, mit Hotel- und Gaststättentipps, Ausflugszielen und Reiserouten, sondern ein Buch über den irrsten und doch genialsten Trip der Welt!

Nur Engländer können auf so eine Idee kommen! Paul Archer fährt stark angetrunken mit dem Taxi von einer Party zu seiner Studentenbude. Da die Fahrt irgendwie extrem lange dauert, machen sich Pauls Gedanken selbständig und die Idee nimmt erste Formen an: Die Kombination aus einem „einmal-um-die-Welt-Flugticket“, wie Pauls Kumpel Leigh es nennt, bei dem man „gerade mal an 6 Orten zwischenlandet“ und der längsten Taxifahrt der Welt wäre doch ein toller Guiness-Rekord.

Dieser erste Grundgedanke nimmt mehr und mehr Form an und am Ende sind Paul, Leigh und Johno tatsächlich mit dem Taxi unterwegs auf Weltreise. Dass die drei keine gemütliche Kaffeefahrt von Stadt zu Stadt und von Land zu Land machen, muss man sicher kaum erwähnen. Ihnen passieren die erstaunlichsten Dinge, sie bestehen unglaubliche Abenteuer und trotzen Wind, Wetter und Gefahr.

So ist das Buch von Anfang bis Ende spannend, unterhaltsam, urkomisch und immer wieder auch dramatisch. Man macht alle möglichen Gefühlsregungen durch und kann nicht fassen, was alles möglich ist. So irre es oft ist, die drei bestehen darauf, es sei die reine Wahrheit. Gut, kann man glauben oder nicht – aber wer nicht nur einmal im Guiness-Buch-der-Rekorde mit seiner Reise landet, darf auch ein wenig flunkern und die Wahrheit ausschmücken. Der wahre Kern ist auf alle Fälle vorhanden, daran zweifle ich nicht.

Wer großartige Beschreibungen der einzelnen Reiseziele erwartet, liegt hier falsch. Dieses Buch ist kein Reiseführer im herkömmlichen Sinne. Die drei Jungs haben ein Abenteuer auf die Beine gestellt, das es so bisher noch nicht gab. Darum geht es. Klar, dazu gehören viele Orte, die so oder so eine Reise wert sind. Doch dieses Buch möchte diese Orte nicht „bewerben“, sondern den Mut, eine „verrückte“ Reise zu realisieren, hervorheben. Es steht ja jedem frei, sich die entsprechenden Reiseführer zusätzlich zu besorgen.

Erzählt werden die Episoden abwechselnd von Paul und Johno. Was der eine nicht sagen kann oder möchte, spricht der andere aus und sie „verraten“ sich gegenseitig hin und wieder. Ein freundschaftliches Foppen, das gut passt und mir gefallen hat. Doch Achtung – man muss jung sein oder jung geblieben sein, um die eine oder andere Eskapade der Drei verstehen zu können. Wer sich nicht mehr an seine eigene wilde Zeit erinnern kann oder mag, wird vermutlich wenig Freude an diesem Buch haben. Auch sollte man den Jungs verzeihen, dass sie anfangs etwas über Gebühr dem Alkohol zusprechen. Mich haben die Jungs jedenfalls mit auf eine Reise genommen, die mich ein klein wenig neidisch gemacht hat.

Ein Buch, das sich leicht lesen lässt und mich oft zum Lachen gebracht hat. Dafür gebe ich fünf Sterne!

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Tags: freundschaft, studenten, taxi, weltreise   (4)
 

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schwarzwald, reiseführer, dumont

DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Schwarzwald

Heiner Hiltermann
Flexibler Einband
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 16.02.2016
ISBN 9783770173433
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wer die eigene Heimat besser kennenlernen möchte, kommt am Schwarzwald nicht vorbei. Ich weiß noch sehr genau, wie ich als kleines Kind die Bollenhüte bewundert und bestaunt habe! Trachten sind nicht so ganz mein Ding, aber das liegt ganz sicher auch daran, dass hier in meiner Gegend keine Trachten getragen werden. Im Schwarzwald freue ich mich aber immer riesig über Trachtenträger/innen und die gute alte Schwarzwalduhr! Traditionen sind eben auch dann faszinierend, wenn man sie selbst nicht hat, sondern nur bei anderen sehen und erleben kann.

Doch dieser Reiseführer von Dumont bietet so viel mehr! Alle Gegenden des Schwarzwaldes sind in einzelne Kapitel unterteilt, die wiederum dann alle Städte und Dörfer auflisten, die man besuchen sollte, um den Schwarzwald wirklich kennenzulernen. Klar, alle wird man kaum schaffen, aber die eine oder andere Stadt hätte man vielleicht gar nicht so auf dem Plan.

An alle Interessengebiete ist gedacht. Schon beim Durchblättern wird man neugierig und „wandert“ von Ort zu Ort und wieder retour. So ist dieser Reiseführer auch dann ein Erlebnis, wenn man daheim auf der Couch nur mal so darin liest. Der Wunsch, den Schwarzwald zu bereisen, entsteht dann ganz von selbst. Wer beim Lesen nicht auf den Geschmack kommt, der ist spätestens bei den vielen, wunderschönen und einladenden Bildern verloren!

Zum Zurechtfinden vor Ort bietet der Reiseführer zudem eine große herausnehmbare Karte sowie viele kleine Karten im Buch (Citypläne und Tourenkarten/Detailpläne). Das Buch ist handlich und trotz der fast 300 Seiten nicht zu schwer, um es auf der Schwarzwaldtour in der Tasche zu haben. Hier bekommt man umfassendes Wissen super interessant gebündelt. Von mir: fünf Sterne!

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Tags: dumont, reiseführer, schwarzwald   (3)
 

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detox, rezepte, gesundheit, innere reinigung

Das kleine Buch: Hausmittel zur inneren Reinigung

Nina Kienreich
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Servus, 11.01.2018
ISBN 9783710401565
Genre: Sachbücher

Rezension:

Mich faszinieren immer mehr die Hausmittel, um der Gesundheit ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Manche Tipps und Tricks sind nichts für mich, andere finden einen festen Platz in meinem Repertoire. Dieses kleine Büchlein bietet eine Reihe Rezepte und Ideen für das Entgiften des Körpers. Vom Heilfasten bis zur Teekur ist alles angeschnitten. So entdeckt man gute Rezepte für den Einstieg in dieses Thema. Ganz klar – für Fortgeschrittene ist dieses Büchlein zu klein, doch für den Anfänger eine tolle Sache.

Alles ist kurz und knapp, aber verständlich erklärt. Die Rezepte sind recht einfach, sodass man das ohne großen Aufwand hinbekommen kann. Nur selten braucht man Zutaten, die man nicht im Supermarkt oder auf der Wiese findet. Neben einer Zutatenliste gibt es die Anleitung zur Zubereitung, eine Erklärung über die Wirkung und Angaben zur Anwendung. Die wohl allen bekannte Krautsuppe (Kohlsuppe) findet sich ebenso, wie Suppengewürze im Glas und sogar einem Leberwickel. Ganz besonders gefällt mir der Löwenzahnhonig und ich werde ihn im Sommer zubereiten und anwenden. Da werde ich wohl zum ersten Mal große Freude am Löwenzahn im Garten haben!

Mich hat dieses kleine Büchlein sehr inspiriert und ich arbeite daran, nach und nach die einzelnen Rezepte und Methoden für mich auszutesten. Dafür bekommt es die vollen fünf Sterne, denn das schaffen nur wenige Bücher, mich so zu motivieren.

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kalender 2018, tierkalender, postkartenkalender mit sprüchen

Tierisch gut drauf Postkartenkalender - Kalender 2018

Monika Wegler
Kalender: 14 Seiten
Erschienen bei Heye in Kalenderverlag KVH, 18.04.2017
ISBN 9783840151248
Genre: Sonstiges

Rezension:

Gibt es etwas witzigeres, als ausgelassene Tiere in untypischen Situationen? Für mich nicht! Tiere sind einfach toll, Tiere gehören zu meinem Leben und Alltag und Tiere tun der Seele gut. Ganz besonders, wenn sie in einem so unterhaltsamen kleinen Kalender darauf warten, einem das Jahr zu verschönern. Zwölf zauberhafte Fotografien von der genialen Fotografin Monika Wegler wurden hier mit passenden humorvollen Sprüchen versehen. Der untere Teil ist dem Kalendarium gewidmet, in dem die Werktage grau, die Sonn- und bundesweit einheitlichen Feiertage farbig (jeden Monat anders) gehalten sind. Feiertage, die vom Bundesland abhängig sind, und Tage wie Frühlingsanfang, Fasching und Sommerzeitanfang/-ende sind ganz am unteren Rande aufgeführt.

Die Spiralbindung ist stabil und hilft, die einzelnen Blätter gut umschlagen zu können. Ob am Bügel aufgehängt oder mit dem „eingebauten“ Papp-Fuß aufgestellt, der Kalender sieht immer toll aus und informiert über das Datum. Und am Ende des Jahres hat man zwölf zauberhafte Postkarten, mit denen man den Empfängern ebenfalls ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Da ich gerne Postkärtchen verschicke und eine Freundin von mir jede Woche eins bekommt, steht schon jetzt fest, bei wem diese putzigen Tiere im Laufe der nächsten 12 Monate landen werden!

Für mich ein ebenso schöner wie nützlicher Kalender – dafür gebe ich gern die vollen fünf Sterne.

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Tags: kalender 2018, postkartenkalender mit sprüchen, tierkalender   (3)
 

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kalender 2018, katzen

Katzen - Ein literarischer Spaziergang - Kalender 2018

Monika Wegler
Kalender: 26 Seiten
Erschienen bei Heye in Kalenderverlag KVH, 18.04.2017
ISBN 9783840149542
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wer eine Katzenbuchsammlung hat, der kommt auch nicht ohne eine Reihe Katzenkalender aus, ganz klar. Und so viele Katzenbücher es gibt, so viele Katzenkalender gibt es auch. Bei beidem ist noch etwas gleich: nicht alle sind traumhaft schön. Aber dieser Kalender ist es! Unbeschreiblich schön ist er sogar! Aber mal der Reihe nach!

Bildbände von Katzen finden sich neben allen anderen Genre auch in meiner Katzenbuchsammlung. Die Bilder, die mir am besten gefallen, sind in schwarz-weiß. Da wundert es sicher nicht, dass ich von diesem literarischen Katzenkalender total begeistert bin. Monika Wegler hat es geschafft, genau die Momente einzufangen, die ich an Katzen so liebe: selbstvergessen, entspannt, konzentriert, verspielt – frei! Allesamt Katzen ohne edlen Stammbaum, halbwilde, wilde und welche, die ein Zuhause gefunden haben. Getigerte, gefleckte, einfarbige, bunte Katzen – einfach alle sind sie vertreten, völlig „ungestyled“ und ohne Studiomaterial, mitten aus ihrem Leben. Das sind einfach bezaubernde Bilder, die den echten und wahren Charme und Zauber der Katzen wunderbar vermitteln.

Dazu gibt es zu jedem Foto ein Zitat oder Sprichwort, das durch eine Monatshälfte führt. Für jeden Monat bekommt man nämlich gleich zwei solcher herrlichen Bilder! Das Kalendarium ist klein und schlicht, sodass das Auge nicht abgelenkt wird von den schönsten Tieren, die es – in meinen Augen – gibt. Die Wochentage sind weiß eingetragen, Sonn- und (bundesweite) Feiertage schwarz. Zudem sind am unteren Rand die Feiertage bzw. besondere Tage (wie Frühlingsanfang, die Faschingstage und die Adventssonntage) benannt.

In jedem Raum bei uns im Haus hängt mindestens ein Kalender. Die meisten davon sind Katzenkalender. Der „Literarische Spaziergang“ begleitet mich in meiner Wohnküche durch das nächste Jahr, denn hier bin ich die meiste Zeit des Tages und kann die Fotografien am intensivsten genießen. Sicher ist die Sternezahl, die ich ihm gebe, keine Frage mehr: die vollen fünf!

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sherlock holmes, krimi, hörbuch, spannung, deutsch

Die große Sherlock-Holmes-Edition

Arthur Conan Doyle , Gisbert Haefs , Nikolaus Stingl , Oliver Kalkofe
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 22.05.2017
ISBN 9783844525632
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Box enthält alle 23 Geschichten aus Conan Doyles Abenteuern und den Memoiren. Das darf man nicht mit „alle Sherlock Holmes Geschichten“ verwechseln. Es gibt noch mehr – aber 22 Stunden sind schon eine Menge! Zusätzlich bekommt der Hörer noch einen Bonus: Arthur Conan Doyle spricht über Sherlock Holmes und Spiritismus. Alles in allem also eine Box, die Fans des besten Detektives aller Zeiten viel zu tun gibt!

Obwohl ich Oliver Kalkofe als Schauspieler nicht wirklich mag, liebe ich ihn als Sprecher bei Hörbüchern. Es ist erstaunlich, wie genial er jedes Hörbuch einliest. Und zu den Detektivgeschichten rund um den Meisterdetektiv passt er ganz besonders gut. Die Stories aus der Sicht bzw. Erzählweise von Dr. Watson hören zu lassen und dennoch die einzelnen Figuren schon an der Stimme und ihren Worten erkennbar zu machen, transportiert Kalkofe meisterlich. Hier ist er nur insofern Komiker, als dass er Sherlock Holmes‘ feinen Sinn für (britischen) Humor sehr schön intoniert. Genau diesen feinen Humor mag ich an den Geschichten so gern, ob gelesen oder gehört. Verlag und Sprecher haben das in Perfektion umgesetzt.

Alle Sherlock-Homes-Geschichten kannte ich noch nicht, aber meine Lieblingsgeschichte („Das gefleckte Band“, hier „Das gesprenkelte Band“) ist mit dabei und auf diese war ich besonders gespannt. Und ich wurde nicht enttäuscht: genau so hatte ich sie beim Lesen für mich selbst „im Kopf“. Aber auch die anderen Stories haben echt Laune gemacht. Arthur Conan Doyle verstand es wie kein zweiter, spannende Kriminalfälle ohne allzu brutale, blutige Beschreibungen zu schreiben. Seine Wendungen sind logisch und dennoch überraschend, seine Auflösungen immer sehr stimmig und zeigen oft einfach gerissene Verbrecher – aber Holmes ist noch gerissener.

Die Freundschaft zwischen den beiden Männern zeigt diese Sammlung auch sehr schön auf. Wie Watson immer wieder begeistert von Holms‘ Fähigkeiten ist, kommt wunderbar zur Geltung. Ganz besonders erstaunlich ist, dass Doyle seinen und seinem Meisterdetektiven auch mal Ganoven entwischen lässt. Verständnis für die eine oder andere Tat ist in Büchern recht selten, zumal zu Zeiten Doyles.

Als Krönung findet man im beiliegenden Booklet noch weitere Informationen. Zunächst ein Auszug aus „Die Wahrheit über Sherlock Holmes“, dann ein Interview mit Oliver Kalkofe und schlussendlich noch Anmerkungen des Übersetzers. Diese insgesamt 47 Seiten sind ein Genuss für sich!

Ich bin davon überzeugt, dass es kein Wunder ist, dass ich diesem Hörbuch die vollen fünf Sterne gebe. Meine Begeisterung und meine Freude mit den Geschichten liest man hoffentlich aus jeder Zeile heraus!

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Tags: arthur conan doyle, detektivgeschichten, hörbuch, meisterdetektiv, oliver kalkofe   (5)
 
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