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601 Bibliotheken, 27 Leser, 2 Gruppen, 151 Rezensionen

prinz, prinzessin, fantasy, attentäter, flucht

Die Chroniken der Verbliebenen - Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600368
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lia ist zarte 17 und die erste Tochter des Königshauses von Morrighan. Sie soll einen ihr unbekannten Mann heiraten. Mit ihrer Zofe flieht Lia und wird in einem kleinen Dorf in einer Taverne angestellt. Der Prinz und ein Kopfgeldjäger suchen nach ihr.

Mein Problem mit gehypten Büchern ist immer jenes, dass sie mich meist enttäuschen. Deshalb versuche ich, den Hype zu verdrängen und das Buch selbst auf mich wirken zu lassen. „Der Kuss der Lüge“ ist ein Jugendbuch, das mit Romance und Fantasy aufwartet und der Auftakt einer neuen Reihe der Autorin Mary E. Pearson. Mir waren ihre Bücher bisher nicht bekannt – allerdings bin ich auch längst der Zielgruppe entwachsen (lese aber dennoch sehr gerne Jugendbücher, zumindest zwischendurch).

Man darf einfach nicht aus den Augen verlieren, dass es ein Jugendbuch ist. Dann kann man mit einigen Komponenten des Buches auch anders umgehen. Mich stört beispielsweise, dass Lia sich zu beiden, Rafe und Kaden, hingezogen fühlt. Ja, sie ist ein junges Mädchen, aber dennoch – das ist so gar nicht meins. Möglicherweise habe ich Lia auch deshalb nicht so richtig ins Herz geschlossen. Doch auch der Beginn der Geschichte macht mich ein wenig wütend: vielleicht wäre es ganz schlau gewesen, sich den zukünftigen Ehemann erst einmal anzusehen, bevor man flieht? Ja, klar, auch ich hätte mich ungern mit 17 mit einem Unbekannten verheiraten lassen, dennoch wäre ich neugierig genug gewesen, mir den zumindest mal heimlich anzugucken.

Der Schreibstil ist gut lesbar, für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen angenehm und der Kniff, einige Kapitel aus der Sicht von Rafe bzw. Kaden zu erzählen und dann wieder aus der Sicht des Prinzen bzw. des Attentäters machen das Rätsel und Verwirrspiel, welcher von beiden nun der Prinz und welcher der Attentäter ist, sehr spannend. Das gefällt mir wirklich gut. Wie schnell man ahnt oder weiß, wer nun wer ist, tut dem Lesegenuss wenig Abbruch, denn die Wendungen machen auf alle Fälle Spaß.

Die erste Hälfte des Buches hat einige Längen und plätschert teilweise vor sich hin. Das macht die zweite Hälfte jedoch wieder wett. Und wer die vielen Serien und Trilogien der letzten Jahre ein wenig verfolgt hat, wird bemerkt haben, dass diese sehr oft im ersten Band ein wenig schwächeln und dann regelrecht erblühen. Am Ende dieses ersten Bandes freut man sich jedenfalls schon auf die Fortsetzung.

Dennoch würde ich diesen Band mit 3,5 Sternen bewerten. Aufgerundet sind es dann vier.

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Tags: band 1, braut, fantasy, flucht, kopfgeldjäger, mary e. pearson, prinz, reihe, serie, verrat   (10)
 

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(8)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

familie, kenia, liebe, betrug, afrika

Ashford Park

Lauren Willig , Ulrike Hübschmann , Ulla Mothes
Audio CD: 6 Seiten
Erschienen bei Audiobuch, 01.10.2013
ISBN 9783899644975
Genre: Romane

Rezension:

Auf der Feier zum 99. Geburtstag ihrer Granny Addie nennt diese ihre Enkelin Clemmie plötzlich „Bea“. Clemmie wird neugierig und möchte wissen, wer Bea ist. Doch Addie erholt sich nicht mehr von ihrem Schwächeanfall und so muss Clemmie auf eigene Faust recherchieren. Dabei findet sie heraus, dass Addie ihre Eltern als kleines Kind verloren hat und bei ihren Verwandten aufgewachsen ist. Einzig ihre Cousine Bea, die im Grunde das genaue Gegenteil von Addie ist, nahm sie herzlich auf und sie wurden beste Freundinnen. Doch das Leben und der Krieg haben ihre Spuren hinterlassen. Bea betrügt ihren Mann und verlässt mit Frederick das Land und baut in Kenia eine Kaffeeplantage auf. Dort besucht sie irgendwann Addie, deren alte Leidenschaft für Frederick wieder auflebt …

Mir gefallen Romane, die in der Jetztzeit und der Vergangenheit spielen und eine Brücke zwischen den Zeiten bauen, sehr gut. Lauren Willigs „Ashford Park“ ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen (bzw. gehört) habe. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich die Sprecherin Ulrike Hübschmann sehr mag. Hier jedoch hat sie für meinen Geschmack die einzelnen Epochen sprachlich nicht so voneinander getrennt, wie das schön gepasst hätte. Das komplette Hörbuch habe ich ihren Tonfall und die Sprachmelodie als veraltet bzw. für die Vergangenheit passend, aber nicht für die Gegenwart, empfunden. Ich hätte mir gewünscht, dass sie Clemmies Part moderner, flotter, frecher, frischer gelesen hätte. Ihr Stil passt perfekt zu Addie und Beas Part in Ashford Park und Kenia, aber nicht zu Clementine in unserer Gegenwart. Das hat mir das Hören teils etwas erschwert.

Die Aufteilung der Autorin der Episoden in den diversen Zeiten erfordert ein konzentriertes Hören, da man sonst die Zusammenhänge leicht verliert. Es baut sich nach und nach ein Konstrukt auf, aus dem zwangsläufig nicht alle schadlos hervorgehen können. Doch wie groß und weitreichend das alles ist, wird erst gegen Ende so richtig deutlich und überrascht den Leser/Hörer dann umso mehr.

Bei den Charakteren wird mir durchweg ein wenig zu sehr schwarz-weiß gemalt. Es gibt keine Menschen mit Fehlern, sondern nur Gut oder Böse. Viele sind sehr kalt und man wundert sich, woher Clemmie ihre soziale und fürsorgliche Ader haben mag. Insofern mochte ich kaum einen Charakter wirklich gern. Einzig Clemmie war mir sympathisch. Das war aber wieder recht klischeehaft, da Clemmie eigentlich in New York lebt und London einzig für den Geburtstag ihrer Granny Addie besucht.

Sehr gut gefallen haben mir die Abschnitte, die in Kenia spielen und in denen von dem Leben dort, den Nöten der Einheimischen, der Arbeit auf der Plantage erzählt wurde. Diese machen allerdings nur einen kleinen Teil der Story aus.

Auch schön ist, dass es zwar einen gewissen Anteil Lovestory gibt, dieser aber nicht überwiegt und nicht ins Kitschige abdriftet. Alles in allem waren dies 459 Minuten Hörbuchunterhaltung, die mir gut gefallen haben. Deshalb ziehe ich nur einen Stern ab und bewerte deshalb mit 4 Sternen.

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Tags: afrika, betrug, liebe, londo, usa   (5)
 

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(56)

78 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

fliegen, frauenbewegung, pilotinnen, nationalsozialismus, frauen

Unsere Hälfte des Himmels

Clarissa Linden
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 10.01.2017
ISBN 9783426519011
Genre: Romane

Rezension:

Die Story: In den 1930ern kämpfen zwei junge Frauen dafür, ihren Traum vom Fliegen zu verwirklichen. Was heute niemanden mehr überraschen würde, war damals fast unmöglich, doch Johanna und Amelie, die nahezu unzertrennliche Freundinnen sind, erkämpfen sich einen Ausbildungsplatz als Fliegerinnen von Motorfliegern. Amelie verliebt sich in Felix und Johanna kann damit nicht umgehen, denn sie will niemanden zwischen sich und Amelie lassen. Das Drama nimmt seinen Lauf.

1971 reist Amelies Tochter Lieselotte nach Frankfurt. Nach einem Unfall liegt ihre Mutter im Koma. Lieselotte weiß nicht viel über die Vergangenheit ihrer Mutter und noch weniger, wer ihr leiblicher Vater ist. Das Mutter-Tochter-Verhältnis war nicht sehr innig. Lieselotte macht sich mit Amelies Nachbarin auf Spurensuche und entdeckt eine ganz andere Amelie, als die, die sie ihr Leben lang kannte …

Das Buch ist in beiden Zeitebenen sehr interessant, zeigt es doch die Probleme, die beide Frauen (Mutter und Tochter) in ihrer eigenen Zeit haben und hatten. So unterschiedlich sie sind, so ähnlich sind ihre Kämpfe, Träume und Wünsche, ihre Leiden und Sehnsüchte. Doch obwohl sie sich so sehr gleichen, konnten sie nicht miteinander darüber sprechen.

Der Stil von Clarissa Linden liest sich sehr gut und flüssig. Nichts wird überspannt oder überzogen dargestellt. Alle Situationen sind glaubwürdig und schlüssig dargestellt. Das Thema ist natürlich kein leichtes, sodass man hin und wieder doch eine kleine Auszeit braucht, um es zu verarbeiten.

Romane, die auf zwei Zeitebenen spielen, sind momentan sehr angesagt und ich mag sie auch wirklich gern. Die Vergangenheit hat immer Auswirkungen auf unsere Gegenwart und es ist faszinierend, das so klar und fokussiert in einem Roman ebenfalls zu erleben.

Die Zeit des Nationalsozialismus ist immer ein schwieriges Thema. Ich gebe zu, es belastet mich, Schicksale der Menschen damals bewegen mich sehr und ich dosiere solche Bücher für mich sehr sparsam. Ich möchte diese Zeit nicht verdrängen, doch bin ich sehr froh, dass sie Vergangenheit sind. Es ist jedoch wichtig, dass künftige Generationen wissen, wie abgrundtief schlecht viele damals waren und wie leicht sie zu Verrätern wurden. Schon allein deshalb brauchen wir Romane wie diesen.

Wunderschön und sehr informativ finde ich auch das angehängte „Nachwort und Hintergrund“. Es zeigt, dass sich die Autorin intensiv mit den Themen Frauenbewegung, Kommunikation und der Aufarbeitung des Nationalsozialismus beschäftigt hat und sehr gut recherchiert hat. So wird die Story dichter und zeigt ein zwar fiktives, doch aber realitätsnahes Stück Zeitgeschichte. Von mir bekommt „Unsere Hälfte des Himmels“ vier Sterne.

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Tags: frauen, frauenrecht, freundinnen, mutter und tochter, zeit des nationalsozialismus, zweiter weltkrieg   (6)
 

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(46)

96 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 31 Rezensionen

thriller, daniel cole, serienmörder, spannung, london

Ragdoll - Dein letzter Tag

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783548289199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Detective William Oliver Layton-Fawkes, besser bekannt als Wolf, ist kein durchschnittlicher Ermittler. Im Gegenteil, er polarisiert. Und wenn es sein muss, rastet er auch komplett aus und landet in der Psychiatrischen Klinik. Kein Wunder, dass ihn nicht alle Kollegen in ihrer Nähe haben wollen. Doch als eine entsetzliche Collage an Leichenteilen, die Ragdoll, gefunden wird und diese direkt auf Wolfs Wohnung zeigt, wird er zum Mittelpunkt der Ermittlungen. Besonders, weil Wolfs Exfrau, die Journalistin Andrea Hall eine Liste zugespielt wird. Eine Liste mit den Namen der nächsten Opfer. Und auch Wolf steht darauf …

Wieder einmal hat ein Autor einen Protagonisten mit einem ganz besonders schwierigen Charakter erschaffen. Das ist inzwischen so weit verbreitet, dass es langsam ein wenig langweilig wird. Doch Wolf ist ein Extremfall und ich bin gespannt, wie der nächste Teil dieser neuen Serie sein wird, denn das Ende hier ist im Grunde kein Cliffhanger und deutet auch nicht wirklich auf eine Fortsetzung hin. Also lasse ich mich überraschen!

Der Spannungsbogen ist genial gestaltet. Denkt man anfangs, dass der Mörder sich selbst eine Fall gestellt hat mit der Liste, staunt man doch, wie es sein kann, dass die Ermittler immer zwei Schritte hinterherhinken. Dass Edmunds dann auf den einzig logischen Schluss kommt, ist unvermeidbar. Doch der Showdown setzt dem Ganzen dennoch die Krone auf.

Sämtliche relevanten Figuren sind ausnehmend gut aufgebaut. Die Spannung zwischen Andrea und Emily ist eine ganz besondere, denn noch immer denkt Andrea, Wolf hätte sie in der Ehe mit Emily betrogen. Emily dagegen wünscht sich genau das mehr als alles andere, ohne es erreicht zu haben.

Edmunds versucht sich als Neuer in der Abteilung, während seine Verlobte nicht mit seinem neuen Job umgehen kann, zumal sie schwanger ist. Wolf selbst kämpft mit seiner eigenen Vergangenheit und einem alten Fall, der ihn einfach nicht loslassen will.

Die Story hat viel Tempo und überrascht immer wieder. Die Wendungen sind erstaunlich, aber nicht an den Haaren herbeigezogen. Alles ist sehr gut aufgebaut und stimmig in sich. Man liest das Buch erstaunlich schnell weg. Dennoch verliert die Story im letzten Drittel ein wenig. Es lässt sich schlecht greifen, denn die Spannung ist nach wie vor da. Dennoch war ich stellenweise dann einfach nicht mehr einhundertprozentig bei der Sache und driftete zeitweise gedanklich ab. Hier hätte eventuell ein wenig gekürzt werden sollen, um das Ganze nicht zu überdehnen.

Dass die Story in London spielt, ist erstaunlich. So schwungvoll und rasant sind die Engländer selbst in Thrillern nur äußerst selten. Auch eine Spur des guten alten schwarzen britischen Humors findet sich immer wieder, besonders in den Dialogen zwischen Baxter und Wolf. Das gefällt mir sehr und ist mit ein Grund, warum ich „Ragdoll – Dein letzter Tag“ mit vier Sternen bewerte.

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Tags: daniel cole, ermittlungen, london, psychiatrie, teufel, thriller   (6)
 

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(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

naturführer, bestimmungsbuch, bäume, kosmos

Welcher Baum ist das?

Margot Spohn , Dr. Roland Spohn , ,
Fester Einband
Erschienen bei Kosmos, 02.02.2017
ISBN 9783440151815
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bestimmungsbücher sind immer eine Sache für sich. Man muss sich in den Gedanken der Ersteller einarbeiten, um zielsicher die Bestimmungsmerkmale angehen zu können. Hier wird mit einem Farbcode gearbeitet, der die erste grobe Einteilung ermöglicht. Danach orientiert man sich an der Blattform, um den zu bestimmenden Baum eingrenzen zu können. Die Blüten und Früchte helfen zusätzlich.

Ich finde dieses Buch sehr gelungen. Es bietet eine Masse an Informationen auf kleinstem Raum. Allerdings hat es auch ein hübsches Gewicht und das will bei Wanderungen oder gar Spaziergängen dann auch getragen werden.

Man erfährt die wichtigsten Informationen über die Bäume und ihre Früchte. Wer mehr darüber wissen möchte, benötigt dann ein anderes Nachschlagewerk. Wären mehr Informationen untergebracht, könnte man den Ratgeber nicht mehr mitführen, dann wäre er eindeutig zu schwer.

Aufgrund der Vielzahl der Bäume sind die Fotos etwas kleiner ausgefallen, doch bin ich der Meinung, man kann alles gut genug erkennen, um sich bei Bedarf anschließend anderweitig mehr Wissen aneignen zu können.

Für die gesunde Neugier von Otto Normalverbraucher ist dieses Buch klasse. Schnell kann man auch als kompletter Laie die Bäume bestimmen. Wer wie ich immer wieder vergisst, wie die Arten heißen, hat hier eine tolle Gedächtnisstütze.

Sehr schön auch die kostenlose App mit den Erklärfilmen.

Mir persönlich fehlen allerdings Angaben zu Allergien. Einige Bäume und Büsche lösen bei mir extreme Hautreaktionen aus. Dazu findet sich im Buch leider nichts. Gerade das wäre aber interessant.

Insgesamt gebe ich dem Naturführer vier Sterne.

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Tags: bäume, bestimmungsbuch, kosmos, naturführer   (4)
 

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(203)

560 Bibliotheken, 30 Leser, 3 Gruppen, 103 Rezensionen

fae, fantasy, das reich der sieben höfe, liebe, sarah j. maas

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761635
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Feyre ist eine junge Jägerin. Ihre Familie ist arm. Es ist Winter und die Nahrung mehr als knapp. Deshalb riskiert sie es, einen Wolf zu erlegen. Sie hat es fast geahnt, es ist ein Fae – und das hat weitreichende Folgen für sie. Feyre wird ins Reich der Fae, Prythian, entführt. Das ist der Handel zwischen den Fae und den Menschen: ein genommenes Leben zu ersetzen.

Der Ansatz ist richtig gut, doch gibt es eine Reihe Längen, die die Story leider stark abwerten. Feyre ist mir nicht wirklich sympathisch, da sie wie ein bockiges kleines Kind macht, was sie will und sich nicht an Regeln halten mag. Leider hat sie ansonsten auch wenig zu tun bei Tamlin in Prythian, obwohl ja gerade hier das große Potenzial liegen würde.

Im zweiten Teil des Buches schlägt plötzlich alles um. Es wird actionreich und teils auch brutal. Doch die Liebesgeschichte bleibt weiter blass, was ich sehr schade finde.

Eine Parallele zu „Die Schöne und das Biest“ sehe ich hier nicht wo wirklich. Im Buch sind alle irgendwie viel zu gutaussehend und gerade Tamlin ist mit „dem Biest“ keineswegs vergleichbar. Und Feyre ist mir als Schöne ein wenig zu naiv. Vielleicht wäre es besser gewesen, diese Werbetrommel nicht so laut zu schlagen, denn dadurch bin ich mit einer vorgefassten Stimmung ans Lesen gegangen und wurde mehr enttäuscht, als nötig gewesen wäre.

Die Welt, die die Autorin hat entstehen lassen, ist sehr gut aufgebaut und stimmig in sich. Zwar sind hier einige Längen entstanden, doch kommt insgesamt einiges an Spannung auf. Dass der Leser lange im Dunkeln tappt, wozu die strikte Trennung der Reiche und wieso Tamlin und das Reich so sind, wie sie sind, mag Spannung aufbauen, hat mich streckenweise aber auch ein wenig genervt.

Einerseits passt der Aufbau der Story zur Tatsache, dass dies der Auftakt einer Reihe ist. Andererseits ist die Story in sich aber auch abgeschlossen und wer mag, kann einfach aufhören zu lesen. Dennoch gibt es eine Art Cliffhanger zum zweiten Band.

Die Figuren sind relativ stereotyp, aber gar nicht so schlecht aufgebaut. Das klingt paradox, passt aber ganz genau zu dem, wie dieses Buch bei mir ankommt. Es reißt mich hin und her. Gute Stellen, öde Längen, brutale Szenen, blasse Liebesgeschichte, es ist ein Mix, der es mir schwer macht, das Buch richtig einzustufen. Irgendetwas fehlt mir hier, um den Zeiger in eine Richtung ausschlagen zu lassen. So ist die fairste Lösung für mich, drei Sterne zu vergeben. Möglicherweise steigert sich die Story in den Folgebänden, doch ob ich sie lesen möchte, weiß ich noch immer nicht mit Sicherheit zu sagen.

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Tags: die schöne und das biest, fantasy, reihenauftakt, sarah j. maas   (4)
 

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(65)

117 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

marmelade, trauer, familiengeheimnis, familie, einkochen

Das Brombeerzimmer

Anne Töpfer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548613178
Genre: Romane

Rezension:

Noras Mann ist seit genau einem Jahr tot. Sie trauert noch immer um ihn und macht, was sie am liebsten tut: Marmelade! Als ihre Freundin Katharina das Ausmaß dieser Leidenschaft entdeckt, fragt sie Nora, ob sie nicht genau damit Geld verdienen möchte. Für Nora ist das unvorstellbar. Doch sie sieht ein, dass etwas geschehen muss. Also beginnt sie, im Arbeitszimmer von Julian aufzuräumen und entdeckt einen Brief von einer ihr unbekannten Großtante ihres verstorbenen Mannes. Es geht darum um ein altes Familienrezept für Brombeermarmelade. Als Julians Vater sehr seltsam reagiert, beschließt Nora, kurzfristig Urlaub zu nehmen und Klara in der Vorpommerschen Boddenlandschaft zu besuchen. Dort begegnen ihr außergewöhnliche Menschen und uralte Geheimnisse …

Nora ist eine sehr sympathische Protagonistin. Man fühlt mit ihr, kann ihren Schmerz verstehen und findet ihre Art der Trauerbewältigung unweigerlich sehr ansprechend. Auch die anderen Charaktere sind wie aus dem Leben gegriffen und Randpersonen sind auch deutlich blasser gezeichnet, als die wichtigen Figuren. So muss man sich als Leser nicht allzu viele Namen merken und findet sich sehr leicht zurecht. Überhaupt liest man lockerflockig Seite um Seite weg und wundert sich, wie schnell man am Ende angelangt ist. Auch wenn der Lesestoff nicht hochgeistig ist, er unterhält und tut einfach gut – und genau das wünsche ich persönlich mir von einem guten Buch.

Auch wenn die Liebe im Buch eine gewisse Rolle spielt, möchte ich das Buch dennoch nicht als Liebesroman bezeichnen. Er handelt von Gefühlen allgemein – angefangen von der Trauer über vergangene und mögliche künftige Liebe bis hin zu dem Gefühl für die eigene Familie. Auch zeigt es, wie sich die Zeiten inzwischen verändert haben und wie wir heute vieles mit ganz anderen Augen als in den 1940er Jahren sehen. Mit 29 bereits Witwe zu sein, ist ein harter Schlag. Da wieder Fuß zu fassen erscheint schnell zu schwierig. Insofern ist „Das Brombeerzimmer“ auch ein Buch, das Mut macht – und dabei sehr ergreifend ist, ohne ins Kitschige abzurutschen.

Besonders schön finde ich die eingestreuten Rezepte (für die es am Ende des Buches auch noch ein kleines Register gibt), die Lust aufs Nachkochen machen. Das hätten gern doppelt so viele sein dürfen! Zudem kommt Julian ab und an gewissermaßen auch zu Wort – und das auf eine sehr gelungene Weise.

Das relativ abrupte Ende passt dennoch zur Geschichte und vor allem lässt es Raum für Spekulation: gibt es eine Fortsetzung? Zu wünschen wäre es, denn die „Frauenpower“ ist einfach herzergreifend und die frisch geknüpften neuen Freundschaftsbande hätten ein eigenes Buch verdient. Da die Figuren sich stimmig entwickelt haben, würde ich sehr gerne wissen, wie sie an diesen Ereignissen weiter wachsen und was sie daraus machen.

Wie unschwer zu erkennen ist, gefällt mir „Das Brombeerzimmer“ ausnehmend gut, obwohl ich ansonsten eher in den Genre Thriller oder Krimi zu Hause bin. Mit Rezepten kann man mich immer locken – und hier ist auch das Drumrum wunderbar gelungen. Deshalb vergebe ich die vollen fünf Sterne und empfehle das Buch sehr gerne weiter.

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Tags: anne töpfer, familie, familiengeheimnis, junge witwe, liebe, witwe mit 29   (6)
 

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

basteln, diy, frühling, ideen, anleitungen

Made at Home Vol. 2 - Frühjahr & Sommer

Tina Defaux , Laura Kirschbacher , Anna Schneider
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Neuer Umschau Buchverlag, 28.02.2017
ISBN 9783865288387
Genre: Sachbücher

Rezension:

Tina Devaux und Laura Kirschbacher haben hier eine Reihe witziger, schöner, praktischer und hilfreicher, teils aber auch zu sehr auf die Vorlagen bezogene Basteltipps zusammengestellt, die von Anna Schneider genial in Bildern festgehalten worden sind.

Das Buch hat eine stabile Ringbindung. So kann man es aufgeschlagen vor sich liegen haben, ohne dass der Buchrücken dabei Schaden nimmt. Außerdem erleichtert das das Kopieren der Vorlagen enorm.

Einige der Tipps sind komplett einfach, andere doch schwieriger. Manche davon regen wieder zu neuen, eigenen Ideen an – die gefallen mir am besten. Die einzelnen Seiten sind aus stabilem Papier, das auch mal eine kleine Attacke verträgt (beim Basteln geht es ja auch gern mal drunter und drüber). Die benötigten Bastelmaterialien sind meist sehr einfach zu bekommen und teils sogar „Abfallprodukte“ aus dem täglichen Leben. Hin und wieder geht der Materialbedarf aber auch etwas ins Geld (ich denke da besonders an das Riesen-Eis-am-Stil als Dekoobjekt).

Die Ideen sind mit kleinen Weckern gekennzeichnet, die angeben, wie lange man für das jeweilige Projekt benötigt. Dabei bezeichnen die „15-Minuten-Abschnitte“ nicht exakt die Zeit, sondern von „sehr schnell“ bis „nachmittagfüllend“ den Zeitaufwand.

Die Ideen sind alle auf Frühjahr und Sommer ausgelegt. Besonders viel findet sich für Gartenpartys – zumindest, wenn man sich die Zeit dafür nehmen möchte, all die wirklich hübschen „Kleinigkeiten“ dafür zu basteln. Ein wenig bin ich enttäuscht, denn ich dachte, es finden sich Projekte, die mehr freies Basteln ermöglichen. Hier sind sehr viele Ideen, für die man die Vorlagen (die teils auf der Verlagsseite auch zum Download bereitstehen – wozu man dann online sein muss und einen guten Drucker braucht) verwenden soll/muss. Mir nimmt dann das Wissen, dass hunderte andere eben genau dies auch gebastelt haben, die Freude daran. Das ist dann eher ein „Bastelsatz“ und nichts für mich. Im Grunde sind viele der vorgestellten Ideen gar nicht näher erklärt. Man guck sich ab, was man sieht, und arbeitet es nach.

Ob aber Rezepte in ein Workbook dieser Art gehören, weiß ich nicht so genau. Für mich hat das mit Basteln wenig bis gar nichts zu tun. Ein Eis am Stiel haben wir schon als Kinder gemacht, ganz ohne solch eine Anleitung.

Insgesamt ist das Buch nett gemacht, aber nicht ganz das, was ich erwartet habe. Dennoch sind gute Ansätze dabei. Deshalb gebe ich drei Sterne und werde mir das „Made at Home für die dunkle Jahreszeit“ leider nicht zulegen. Ich möchte das Buch nicht zerschnippeln und auch nichts darin eintragen. Schön wäre gewesen, wenn man die Seiten entnehmen könnte, wie bei einem Ordner. Für den Preis der Bücher müsste da sehr viel mehr drin stecken, das mich richtig und komplett anspricht.

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Tags: anleitungen, basteln, inspirationen   (3)
 

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125 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

thriller, janet clark, london, gedächtnisverlust, entführung

Black Memory

Janet Clark
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.12.2016
ISBN 9783453418332
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Clare wird von indonesischen Fischern aus dem Meer gefischt. Sie hat absolut keine Erinnerung – weder an ihren Namen, noch wie sie in diese Lage kam. Sie landet im Gefängnis und erfährt, sie soll ihr eigenes Kind entführt haben. Doch wo ist Bonnie und was ist mit ihr geschehen? Wieso sollte Clare ihr etwas angetan haben? Als ihr Mann sie mithilfe eines einflussreichen Freundes zurück nach London holt, macht sich Clare auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei stellen sich ihr ungeahnte Schwierigkeiten in den Weg. Wem kann sie vertrauen? Wer belügt sie? Clare entdeckt immer erstaunlichere Details …

Dieser Thriller hat das Thema Amnesie als Schwerpunkt. Ja, es gibt eine ganze Reihe Bücher, deren Plot genau dies behandelt. Aber mir gefallen sie noch immer und sie unterscheiden sich bisher auch sehr voneinander. Janet Clark hat mich mit BLACK MEMORY von der ersten Seite an auf eine Reise mitgenommen, die rasant, spannend, informativ und wahrlich erschreckend war. Lesegenuss pur! Hier fliegen die Seiten nur so dahin und es kommt keinerlei Langeweile auf.

Wie Clare selbst dachte ich immer wieder, zwischen Freund und Feind unterscheiden zu können. Lagen doch Fakten vor, die es eindeutig machten, wer ein falsches Spiel mit ihr treibt. Doch immer wieder neue Fakten machten das Bild immer wieder anders und mit jedem Kapitel geriet selbst mir als Leser alles außer Kontrolle. Hier gibt es Wendungen, die einer wildgewordenen Achterbahnfahrt gleichen – Loopings und Talschussfahrten ohne Ende.

Die Charaktere sind allesamt glaubwürdig und lebensnah gelungen. Von Angela über Paul bis zu Raphael – ich hatte sie alle ganz klar vor Augen, konnte mir sogar ihre Stimmen vorstellen. Das war Kopfkino par excellence! Die Auffälligkeiten in der Wohnung von Paul und Clare, die unfassbaren Entdeckungen, fehlende Dinge – einerseits unfassbar und unglaublich, am Ende aber genial erklärt und ein absolut gelungener Kniff der Autorin. Selten gefallen mir Auflösungen so gut, wie hier.

Bonnies besondere Fähigkeit macht sie zu einer ganz besonderen Romanfigur. Man fragt sich unwillkürlich, ob das im realen Leben tatsächlich so möglich wäre. Und ich bin mir noch immer nicht schlüssig, ob sie mich fasziniert oder erschreckt!

Dass Clare ihre Geschichte in der Ich-Form erzählt, gefällt mir persönlich besonders gut. So werde ich persönlich noch tiefer hineingezogen und fühle mich involviert. Entsprechend stark ist dann auch die Spannung. Erstaunlich, dass es Janet Clark geschafft hat, ganz ohne Einsacker die Spannung von Anfang bis Ende immer weiter ansteigen zu lassen. Genau so muss ein Thriller sein für mich! Das Buch ist in sich schlüssig, temporeich, actionreich (ohne allzu viel Blutvergießen), beängstigend und behandelt in einem Punkt auch ein brandaktuelles Thema, das in den nächsten Jahren sicher noch mehr in den Fokus geraten wird.

Janet Clark hat es geschafft, sich selbst zu übertreffen. Ich bin gespannt, ob sie sich weiter dermaßen steigern wird. Wobei ich schon vollkommen zufrieden wäre, wenn sie dieses hohe Level einfach nur halten würde. Fakt ist, ich freue mich schon jetzt auf weiteren Lesestoff von dieser Autorin.

Kurz und gut: BLACK MEMORY gehört definitiv zu meinen Lesehighlights 2017. Dafür gibt es die vollen fünf Sterne!

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Tags: amnesie, experimente, genmanipulation, inselbegabung, janet clark, menschenversuche   (6)
 

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(3)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

schule, kinder, leistungsdruck, rektor, erziehung

Wie man seine voll verkorksten Eltern erzieht

Pete Johnson , Alexander von Knorre
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 17.06.2016
ISBN 9783845814254
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Luis ist mit seinen Eltern umgezogen und landet auf einer Schule, die völlig anders ist, als seine alte. Dann verändern sich seine Eltern plötzlich und verlangen von ihm Bestnoten und Sonderaktivitäten. Luis möchte aber Comedy-Star werden und geht heimlich zum Casting …

So wirklich lustig fand ich das Buch nicht und ich bin auch nicht wirklich davon überzeugt, ob man 10-12 Jährigen sagen soll, wie man seine Eltern blockiert, heimlich zu Castings geht und es als lustig und witzig hinstellt, keinerlei Interesse für die Schule zu haben. Luis ist ein sehr eigensinniger Junge, der mir wenig sympathisch ist und der keinerlei Argumenten zugänglich ist. Auch am Ende des Buches ist nicht wirklich klargestellt, wozu Lernen gut ist und wie man ein gutes Verhältnis zu Lehrern und Eltern bekommen kann. Das gefällt mir ganz und gar nicht.

Es gibt sehr viel lustigere Bücher für diese Zielgruppe, die Verständnis für die Kids aufbringen und diesen helfen, mit ihrem Schulalltag, den Eltern, der einsetzenden Pubertät und allem Chaos klarzukommen – auf positive Weise. Hier ist die Aussage für mich eigentlich nur: es gibt nur zu lasche oder zu strenge Eltern, bei Schulproblemen wechselt man einfach die Schule und als Junge ist man am besten so rotzig wie möglich zu allen Erwachsenen. Keine gute Idee.

Deshalb kann ich dem Buch auch nur drei Sterne geben, mit Tendenz zu zwei …!

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Tags: noten, rektor, schule, schulnoten, schulwechsel   (5)
 

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44 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

alter, liebe, tod, frankreich, witwe

Und jetzt lass uns tanzen

Karine Lambert , Pauline Kurbasik
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Diana, 06.03.2017
ISBN 9783453291911
Genre: Liebesromane

Rezension:

Marguerite ist 78 und Witwe. Sie wurde ihr Leben lang fremdbestimmt – erst von ihren Eltern, dann von ihrem Mann, der wenig von wahrer Liebe und gar nichts von Fröhlichkeit und Spaß verstanden hat. Marguerite fügte sich still und wacht erst langsam auf, als sie merkt, dass nun ihr Sohn über sie verfügen und bestimmen will. Als sie auf Marcel trifft, beginnt sich in ihr Hoffnung zu regen – Hoffnung darauf, dass es noch nicht zu spät ist, alles nachzuholen. Marcel ist das Gegenteil von Henri, Marguerites verstorbenem Mann. Er hat seine Frau Nora schon als Junge kennengelernt und beide waren glücklich und verliebt, bis Nora überraschend an einem Herzinfarkt verstorben ist. Die Trauer überwältigt Marcel fast, bis er auf einer Kur weit weg von zu Hause Marguerite begegnet, die nur ein paar Straßen weiter von ihm die ganze Zeit gelebt hat. Darf und kann man zweimal lieben?

Dieses Buch ist so erstaunlich leise, geht aber extrem tief unter die Haut und ins Herz. Mich hat Marguerites Schicksal sehr berührt und ich war entsetzt, wie Henri und Frédéric diese zarte, kleine Frau, die so voller Liebe steckt, behandelt haben. Gerade von ihrem Sohn hätte ich mehr erwartet. Dagegen das Leben von Marcel und Nora und ihrer Tochter Manou – das ist es, was man sich selbst und Marguerite von Herzen wünscht. Das Leben ist zu kurz, um auf wahre Liebe zu verzichten und zu lang, um ohne Humor und Fröhlichkeit, ohne Liebe zu sein.

Der Stil dieser wundervollen Geschichte ist schlicht, einfach, gerade und sehr leise. Abwechselnd wird aus Marguerites und Marcels Position aus erzählt. Kurz vor dem Ende wechseln diese Kapitel in eines in der Ich-Form und beide kommen direkt zur Rede. Danach folgen zwei Kapitel, in denen der Erzähler über allem schwebt und keine Position einnimmt. Das kannte ich so noch nicht, aber es hat eine enorme Wirkung.

Karine Lambert verwendet eine einfache, aber dennoch bildhafte Sprache. Ihr unaufgeregter Erzählton macht die Unterschiede der beiden Leben umso deutlicher. Die Geschichte entwickelt eine enorme Tiefe. Ohne viele Worte zieht die Autorin den Leser so tief in die Geschichte, als wäre er selbst daran beteiligt – und das wäre ich auch so gerne gewesen, denn diese beiden alten Leutchen habe ich ganz tief ins Herz geschlossen.

Wer einen Elternteil verloren hat, wird wie ich dieses Buch noch mal mit anderen Augen sehen und sich überlegen, wie er selbst handelt und was für beide – den lebenden und den verstorbenen Elternteil – wichtig war und wichtig ist. „Und jetzt lass uns tanzen“ ist ein kluges, tröstendes und Mut machendes Buch. Von mir bekommt es die vollen fünf Sterne!

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Tags: alter, beziehung, festhalte, hoffnung, liebe, loslassen, selbstbetimmtes leben, spätes glück, tod   (9)
 

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

pasta, italienische küche, kochen, pizza, italien

Simply Pasta, Pizza & Co.

Julian Kutos
E-Buch Text: 184 Seiten
Erschienen bei Löwenzahn Verlag, 23.01.2017
ISBN 9783706628549
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kochbücher sind eine Leidenschaft von mir. Es ist unbeschreiblich, welche Unterschiede es da in der Qualität der Bücher (sowohl von der Verarbeitung, dem Material als auch der Rezepte) gibt. Julian Kutos hat mit dem Löwenzahn-Verlag ein tolles Vorzeigeexemplar geschaffen.

Hier finden sich vorab Tipps und Tricks und reichlich Infos rund um das Kochen, die italienische Küche, die Grundausstattung (an Utensilien und Zutaten), Geschmack und Gewürzen, Schnitttechnik und zum Essen passenden Getränken. Danach kommen Grundrezepte, Aperitivo, Pasta und Pizza & Co. Am Ende findet der Leser eine Auflistung der wichtigsten Kochbegriffe inklusive der „Übersetzung“ österreichischer Ausdrücke, Glossar, Bezugsquellen, Menüvorschläge (besonders interessant für Unentschlossene, unterteilt in diverse Kategorien), ein alphabetisches Rezeptregister und weitere Infos zu Julian Kutos.

Die Rezepte selbst sind sehr schön aufgebaut, wenn auch die Schriftgröße etwas klein ausgefallen ist. Die Zutatenlisten stehen links von der Zubereitungsanleitung. Auch Zeitangaben finden sich ganz oben über den Rezepten. Immer wieder finden sich zusätzliche Tipps, die in roter Schrift hervorgehoben sind. Zu jedem Gericht gibt es mindestens ein aussagekräftiges Foto, sehr oft auch Schritt-für-Schritt-Bilder – ich liebe es! Auch Fotos von Julian Kutos gibt es immer wieder mal. Oft können solche Bilder einen Eindruck von Arroganz erzeugen, doch dieser Koch ist super sympathisch und strahlt das auf den Fotos auch aus. Da fühlt man sich doch gleich in guten Händen!

Manche Zutaten sind etwas spezieller, doch im Allgemeinen kommen die Rezepte mit leicht erhältlichen und im normalen, gut sortierten Supermarkt zu findenden Zutaten aus. Allerdings ist Julian Kutos ein Fan des Fleur de Sel, das recht hochpreisig ist und über das sich bekannte Köche und Küchenchefs doch gern mal streiten. Macht aber nichts, alle Gerichte lassen sich auch mit normalem Salz (da hat ja jeder seinen eigenen Favoriten) zubereiten.

Wichtig ist: Die Rezepte sind für 4 Portionen ausgelegt, allerdings muss man dabei beachten, dass dabei bedacht ist, dass die Italiener im Allgemeinen mehrere Gänge zu sich nehmen und deshalb die Portionen etwas kleiner ausfallen. Hier ist es dann ratsam, die Mengen entsprechend anzupassen, wenn man einzelne Gerichte als alleinige Hauptspeise plant. Angaben zu den Kalorien finden sich keine – und das ist, wenn man die Zutaten betrachtet, auch besser so! Hier soll man genießen und nicht rechnen!

Das Lesebändchen wird viele erfreuen – mich ebenfalls. Dennoch markiere ich meine Lieblingsrezepte immer auch mit Pagemarkern, um sie schnell wieder zu finden. Das zuletzt zubereitete Gericht bekommt die zusätzliche Markierung mit dem Lesebändchen.

Die Bandbreite der Rezepte ist gut gewählt. Es findet sich für alle etwas – auch Vegetarier und Veganer kommen zum Zuge. Auch wenn man nicht alle Rezepte mag, liefert der Autor hier sehr viele gute Tipps und Tricks und hilft bei der Planung eines „italienischen Abends“ oder einfach für ein wenig Abwechslung auf dem Tisch. Alles, was ich ausprobiert habe, hat geklappt und geschmeckt. Besonders glücklich bin ich über den Pizzateig, der wunderbar geschmeidig ist und – vor allem im Backofen mit Pizzabackstein gebacken – so manche Pizzeria blass aussehen lässt. „Simply“ ist hier Programm: alles ist einfach und komplikationslos machbar.

Ich bin begeistert und gebe diesem Kochbuch einen Ehrenplatz in meiner Sammlung – und natürlich auch die vollen fünf Sterne!

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Tags: einfache rezepte, italienische küche, julian kutos, pasta, pizza   (5)
 

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

scheidung, liebe, schwangerschaft, 2017, franka bloom

Anfang 40 - Ende offen

Franka Bloom
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 17.02.2017
ISBN 9783499272929
Genre: Liebesromane

Rezension:

Vera freut sich darauf, an ihrem 46. Geburtstag (also gar nicht so Anfang 40) endlich geschieden zu werden. Sven, ihr Noch-Mann, hat sie mit einer Jüngeren betrogen und will mit dieser Frau neu anfangen. Greta, ihre Tochter, macht gerade Abi und wird flügge. Also der ideale Zeitpunkt, komplett neu anzufangen, zumal ihre Agentur gerade richtig gut läuft und da ein schnuckeliger Typ ist, auf den Vera steht und der sie ordentlich anbaggert. Aber dann läuft es komplett anders – angefangen damit, dass Sven gar nicht erst zum Scheidungstermin kommt und auch eindeutig nicht vorhat, sich scheiden zu lassen …

Vera durchlebt eine ordentliche Midlife-Crisis, mit all den typischen Effekten: Hitzewallungen, Schlafstörungen, hektische Aktivitäten, Stimmungsschwankungen, Überdrehtheit und jeder Menge irrer Ideen. Das wäre noch okay, da Greta ihren eigenen Weg zu gehen weiß und Sven nichts mehr zu melden hat, aber Vera zieht immer wieder ihre Freundinnen und Pavel, den schwulen Wirt von „Müllers Büro“ in ihr Chaos mit hinein. Eine Katastrophe jagt die nächste und beim Lesen wird man ganz atemlos, weil Vera einem keine Sekunde zum Ausschnaufen gibt.

Dennoch mag ich Vera. Sie nervt, sie stresst – aber sie ist okay. Ihre Freundinnen mag ich aber ganz besonders, auch Greta. Ein Mädchen, wie man es sich zur Tochter wünschen würde (auch wenn sie dann im Laufe des Buches sozusagen einen Vera-Fehler macht). Pavel ist mein persönliches Äquivalent zu einem Café-Besitzer früherer Zeiten und so mag ich ihn ganz besonders gern. Und Paul, tja, der ist im Grunde mein Mann! Nur dass ich nicht ganz so anstrengend wie Vera bin.

Es gibt zwischen Vera und mir eine Parallele, die mir bei der Lektüre des Buches besonders Spaß gemacht hat: Paul ist 14 Jahre jünger als Vera. Ja, das verwirrt Frau und das muss sie erst einmal einsortieren und verarbeiten, das ist völlig normal. Dass Vera sich immer wieder im Kreis dreht, nervt gewaltig, ist aber verständlich, wie ich meine.

Leider ist das Buch am Anfang extrem witzig und wird dann etwas ruhiger in dieser Hinsicht, aber amüsant ist es durchweg. Sogar Sven, der in Sachen Nerven Vera in nichts nachsteht, hat seine guten und witzigen Seiten.

Insgesamt liest sich das Buch flott weg. Die Charaktere gefallen mir sehr, denn sie sind alle einzigartig und mit wenigen Strichen gut gezeichnet. An vielen Stellen kann ich Veras Launen tatsächlich nachvollziehen (auch wenn sie nerven) und deshalb denke ich, dass dieses Buch allen Mittvierzigern Mut macht, sich so jung zu fühlen, wie sie sind und nicht in eine Art Schockstarre zu verfallen. Zu schnulzig ist der Roman auch nicht und deshalb kann ich gerne vier Sterne geben.

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Tags: jüngerer partner, liebe, midlife crisis, neuanfang, scheidung, selbständigkeit, späte schwangerschaft   (7)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

scheidung, vater, trennung, tochter, teilung

Schroders Schweigen

Amity Gaige , Monika Schmalz , Hans-Werner Meyer
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 12.08.2013
ISBN 9783837122718
Genre: Romane

Rezension:

Eric darf seine Tochter nur selten sehen und so gut wie nie alleine. So kommt es, dass ein Ausflug von Eric und Meadow ungeplant zu einer Entführung wird. Die Reise der beiden ist für Vater und Tochter die schönste Zeit ihres Lebens, doch dann hat Meadow einen Asthmaanfall, aber keinen Inhalator mehr …

Die Geschichte erzählt Eric Kennedy – es ist eine Art Brief und Erklärung an das Gericht und seine Exfrau. Amity Gaige hat es geschafft, dass die absurdesten Aktionen einen Sinn bekommen und Fehlentscheidungen die volle Einverständnis des Zuhörers bekommen, obwohl man weiß, dass man Eric nicht unterstützen sollte. Dennoch ist in Erics Leben so viel schief gelaufen, dass er die Hilfe seiner Exfrau dringend benötigt hätte, ihr Verständnis und die Erlaubnis, die über alles geliebte Tochter viel öfter sehen zu dürfen. Die Entwicklung verschuldet somit auch Meadows Mutter zu weiten Teilen.

In allem, was Eric macht, steckt sehr viel Liebe. Auch wenn er selbst weiß, dass er falsch handelt und in seiner Kindheit und Jugend der Ausgangspunkt seiner jetzigen Situation liegt, versucht er verzweifelt, dem Gericht und seiner Frau – und somit dann auch seiner Tochter, wenn sie erwachsen ist – zu erklären, wieso er so und nicht anders handeln musste und konnte. Sein Anwalt hofft, dass er so die Strafe mildern kann. Eric Kennedy schreibt (spricht) und erklärt, warum Erik Schroder als Kind mit seinem Vater aus der DDR in die USA geflohen ist, seinen Nachnamen geändert hat, um es leichter zu haben, sich deshalb auch eine neue Identität erfunden hat und so lange geschwiegen hat.

Das Buch besticht durch eine Spannung, die ganz ohne Blut und Kriminalität (wenn man von dem ausufernden Ausflug mal absieht) auskommt. Zumindest in Bezug auf Kapitalverbrechen. Man kann kaum aufhören, will mehr und mehr erfahren und staunt, wie schnell man ans Ende kommt. Und dann … möchte man Eric und Meadow zurück, möchte weiter mit den beiden durch Amerika reisen und endlos Ferien machen. Ich jedenfalls kann mich sehr gut in Eric versetzen und ihn verstehen.

Es ist schade, dass dieses (Hör-)Buch in Deutschland so wenig beachtet wird, keine Werbetrommel gerührt wird und man als Leser/Hörer es zufällig entdecken muss. Trennungen – egal ob nun durch Mauern oder Scheidungen – haben immer Folgen. Und die sollte man niemals vergessen.

Hans-Werner Meyer hat dieses wunderbare Buch einfach perfekt eingelesen. Er hat niemals Frauenstimmen übertrieben dargestellt und auch Meadows Sätzen nicht zu viel Kindlichkeit gegeben, sondern einfach erzählt, was in seinen Augen zu all dem geführt hat. Dabei hat er sehr viel Wärme in der Stimme und lässt dem Zuhörer keinen Zweifel, wie sehr der Vater die Tochter liebt, wie sehr er sie glücklich wissen möchte. Perfekter hätte man den Sprecher gar nicht wählen können.

Für mich ein wunderbares Buch, das tief unter die Haut geht und sehr lange nachhallt. Gerne gebe ich die vollen fünf Sterne.

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Tags: entführung, grenzen, scheidung, sorgerecht, teilung, tochter, trennung, vater   (8)
 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

band 4 der reihe erwin düsedieker, bürgermeisterwahlen, äwwin, erwin düsedieker, serie

Erwin, Enten, Präsidenten

Thomas Krüger
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.02.2017
ISBN 9783453419810
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Alle fünf Jahre wird in Versloh der Bürgermeister gewählt. Und immer wird Fritzwalter Kleinebregenträger wiedergewählt. Nicht, dass er so beliebt wäre, aber es gab schlicht nie einen Gegenkandidaten. Doch kurz vor der Wahl liegt Kleinebregenträger tot am Wegesrand, mit dem Kopf im Bach. Lina, Erwins große Liebe (natürlich neben den Enten) lässt sich aufstellen und kommt damit einigen Leuten in die Quere. Als dann auch noch Erwin von den Enten an immer mehr Stellen geführt wird, die mit dem Vorfall zusammenhängen, gerät dieser in die Schusslinie und Lina muss notgedrungen von der Wahl zurücktreten. Doch Erwin wächst über sich hinaus und zeigt ganz Bramschebeck und Pogge, wozu ein vermeintlicher Dorftrottel mit Gummistiefeln in der Lage ist …

Es ist nun der vierte Band mit Erwin und den Enten und es ist sehr schön, wie sich die Charaktere entwickelt haben. Kein Stillstand, der zu Langeweile führt, sondern eine stete und nicht zu abrupte Weiterentwicklung – so macht das Spaß.

Der Stil ist hier, wie in den Bänden zuvor, wunderbar humorvoll, mit einer Spur Ironie, Sarkasmus, Zynismus und ganz viel Satire. So lustig das ist, steckt doch ein wahrer Kern in allem. Wir vorverurteilen Menschen gern nach ihrem Äußeren, halten gern andere für dümmer als uns selbst. Dass dies ein großer Fehler ist, erkennt man in jedem der Erwin-Bücher, aber ganz besonders in diesem.

Dabei verliert Thomas Krüger aber den Krimi-Teil nicht aus den Augen. Er hat eine tolle Story konstruiert, die mit einigen erfrischenden Wendungen daherkommt. Noch dazu ist die Geschichte gar nicht so abwegig und durchaus genauso möglich – mit allen Komponenten. Besonders die Sache mit „Zahloma“ ist gut gemacht und steckt den Finger tief in eine Wunde (ich bin ja mal gespannt, ob das irgendwelche Folgen haben wird). Super gut gemacht! Ich werde „Zahloma“ auch tatsächlich in meinen Wortschatz übernehmen! So gut!

Nicht nur Erwin, auch alle anderen Charaktere sind super gut aufgebaut und echte Originale. Mit wenigen Worten zeichnet Thomas Krüger die kompletten Lebensgeschichten dieser Figuren, die der Leser dann ausfüllen kann. Wohl jeder Leser kann eine ganze Reihe der Figuren in seinem Umfeld finden. Wunderbar, wie der Autor beobachtet und das dann in seinen Büchern ausspielt.

Die Macken und Vorlieben von Erwin sind einfach entzückend. Sicher ist es verständlich, dass Außenstehende das auffällig finden, doch man muss nur ein klein wenig näher hinsehen, um das Seltsame als etwas Wunderbares zu erkennen. Und die Welt wäre mit ein paar mehr Erwins wirklich schöner und besser!

Die einzelnen Bände lassen sich auch sehr gut unabhängig voneinander lesen. Es gibt hin und wieder Anspielungen auf die anderen Bände, doch kann man alles gut verstehen, ohne sie zuvor gelesen zu haben. Allerdings verpasst man dann die Entwicklung, die die Dörfer und die Bewohner, besonders aber Erwin und die Enten, durchleben.

Dieser Band sticht aus der Reihe deutlich hervor und ich bin gespannt, ob und wie es nun weiterdgeht. Fest steht jedenfalls, dass sich der Spaß noch nicht abgenutzt hat und ich mich auf weitere Kriminalfälle mit Erwin sehr freue! Für den Lesespaß, den ich auch diesmal wieder hatte, gebe ich natürlich die vollen fünf Sterne.

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Tags: amazon, äwwin, band vier, bürgermeisterwahlen, erwin düsedieker, klüngelei, thomas krüger   (7)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

pasta, kochen, nudeln, pastagerichte, vegetarisch kochen

Mia liebt Pasta

Mirja Hoechst
Fester Einband
Erschienen bei Jan Thorbecke Verlag, 09.01.2017
ISBN 9783799510752
Genre: Sachbücher

Rezension:

In diesem Buch findet man keine klassischen Rezepte wie Spaghetti à la Carbonara, Spaghetti Bolognese oder Cannelloni oder Lasagne mit Hackfleisch. Das liegt mit daran, dass man sie im Allgemeinen schon kennt oder in anderen Büchern findet, aber auch daran, dass die Autorin Vegetarierin ist. Dafür stellt uns Mia interessante, neue fleischlose Nudelgerichte vor. Ihre Version von Bolognese, Cannelloni und Lasagne sind überraschend, aber absolut lecker. Dennoch sollte eventuell doch auch am Titel gleich erkennbar sein, dass alle Rezepte fleischlos sind.

Für einige der Rezepte benötigt man Zutaten, die man vermutlich nicht unbedingt zu Hause hat. Je nachdem, wie oft man diese Gerichte kochen möchte (oder die Zutaten für andere Gerichte brauchen könnte), lohnt sich der Kauf von Safranfäden, speziellen Ölen (Sesamöl, Erdnussöl, Kokosöl), Chipotle-Sauce, gelber Currypaste, Tamarindenpaste, Harissa-Gewürz und anderen Zutaten. Ansonsten macht man eben eins der Gerichte, die ohne diese Produkte auskommen.

Nach den kurzen Kapiteln Ich liebe Pasta, Das Handwerkszeug und Pastaformen geht es mit den Rezepten weiter. Diese sind unterteilt in: Grundrezepte, Gekocht, Gefüllt, Gebacken, Gekühlt und Gesüßt. Nach der Danksagung kommt noch ein Register, das ein schnelles Finden der Rezepte ermöglicht. Die Schriftgröße ist ganz okay. Wäre die Überschrift nicht bei jedem Rezept so wuchtig groß, hätte die restliche Schrift ein, zwei Punkte größer ausfallen können. Nach der Überschrift gibt es ein paar Zeilen von Mia, die ein wenig von ihr und dem Gericht erzählen. Dann folgt die Zutatenliste mit Angabe für die Portionenanzahl und daneben eine gut verständliche und einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung. Manche der Rezepte haben noch einen in roter Schrift gehaltenen und unter die Anleitung gestellten Tipp. Zu allen Gerichten gibt es ein ganzseitiges Foto, das unverfälscht die Ergebnisse zeigt. Das mag ich sehr: echte Lebensmittel, kein „Foto-Food“!

Ob nun mit selbstgemachten Nudeln oder fertiger Pasta, die Rezepte sind abwechslungsreich und lecker. Je nach Zeit und Lust – und Können – macht man die Pasta auch mal selbst, ansonsten verwendet man eben die fertigen Nudeln der Lieblingsmarke. Aber ein Erlebnis sind frische, selbstgemachte Nudeln auf alle Fälle! Zudem hat Mia auch ein Rezept für glutenfreie Nudeln entwickelt, sodass auch Allergiker die Rezepte umsetzen können.

Unser Liebling ist die Pasta-Torte geworden. Sie sieht toll aus und schmeckt lecker – sogar mein Mann hat da kein Fleisch vermisst. Nach diesen Rezepten zu kochen macht echt Spaß, denn sie gelingen genauso, wie sie abgebildet sind. Natürlich habe ich längst noch nicht alles nachgekocht, aber das wird vermutlich auch nie passieren. Dennoch sind hier einige neue Gerichte für unser Repertoire enthalten. Das gibt ganz klar die vollen fünf Sterne!

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Tags: lecker, nudeln selbst machen, pasta, vegetarisch kochen   (4)
 

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

tod, trauer, liebe, hörbuch, tagebuch

In Liebe, Brooklyn

Lisa Schroeder , Anna Carlsson , Andreas Fröhlich
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.03.2012
ISBN 9783862311415
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Brooklyn trauert seit einem Jahr um ihren Freund Lucca. Dieser ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Sie schreibt ihm täglich Briefe, doch ihre Albträume werden nicht weniger. Luccas Bruder Nico bekämpft seinen Schmerz durch Lauftraining. Als sich Gabe, Luccas bester Freund und der Schuldige am Unfall, mit einer Überdosis das Leben nimmt, wird alles noch schlimmer für beide. Und plötzlich empfängt Nico Nachrichten von Lucca – er soll Brooklyn retten. Nico ist verwirrt, doch irgendwann nimmt er Brooklyn mit zum Laufen. Die beiden spüren, dass sie die gemeinsame Trauer verbindet und sie sich gegenseitig helfen können, doch so ganz mit der Wahrheit herausrücken kann keiner von beiden …

Anna Carlsson und Andreas Fröhlich lesen dieses Hörbuch sehr emotional und einfühlsam. So wird sehr schön transportiert, wie schwer ein solcher Verlust für die Betroffenen ist und wie unterschiedlich damit umgegangen werden kann. Auch, wie schmerzhaft es sein kann, wenn die Trauer sich verändert und dem Leben wieder mehr Raum gibt.

Die beiden Erzählstränge von Brooklyn und Nico werden immer abwechselnd gelesen. So hat man den direkten Vergleich der Gedanken und Gefühle von der Freundin und dem Bruder, der weiblichen Sichtweise und der männlichen. Sehr schön lässt sich erkennen, wie unterschiedlich Menschen allgemein und die Geschlechter im Vergleich sind. Noch dazu in einer Lebensphase, in der man mit dem Tod nicht rechnet. Dazu der zweite Tod, ein Suizid. Das macht die Situation noch spezieller.

Die Kapitel sind kurz und dennoch regen sie zum Nachdenken an und machen betroffen. Es braucht eben nicht immer viele Worte, um zu beschreiben, wie man sich fühlt. Lisa Schroeder hat ihre Figuren mit ganz wenigen Worten sehr stark gezeichnet und die Sprecher füllen diese Figuren sehr treffend aus.

Die Hinweise und Nachrichten, die Nico von Lucca empfängt, wirken zunächst komplett mystisch und unwirklich, doch mit der Zeit fragt man sich, welche unbewussten Handlungen sie in Wahrheit ausgelöst haben, welche Zufälle zusammenspielen und ob das alles nicht logisch erklärbar ist. Doch auch dann: die Story ist wunderschön, wenn auch sehr traurig. Und sie zeigt, dass alles im Leben seine Zeit hat und braucht und dass auch Trauer zum Leben gehört. Doch auch, wenn sie nie ganz vergeht, verändert sie sich stark.

Dieses Jugendbuch hat mich zunächst ein klein wenig erschrocken. Habe ich mich doch gefragt, ob es bei labilen Jugendlichen nicht die falschen Reaktionen auslösen könnte. Doch insgesamt komme ich zu dem Schluss, dass es ein großer Trost ist und sehr schön erklären kann, wozu Eltern und Freunde oft nicht in der Lage sind, denn noch immer ist der Tod ein Tabuthema. Alles in allem möchte ich diesem Hörbuch deshalb vier Sterne geben.

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Tags: erste liebe, hinterbliebene, liebe, selbstmord, teenager, tod, trauer   (7)
 

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173 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 74 Rezensionen

thriller, psychothriller, perfect girl, vergangenheit, familie

Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit

Gilly Macmillan , Maria Hochsieder
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2017
ISBN 9783426520567
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zoe hat drei Jahre Jugendarrest hinter sich. Sie ist als Mörderin verurteilt, weil alle Insassen des Wagens, den sie gefahren ist, bei einem Unfall gestorben sind. Zoe war zwar betrunken, doch niemand glaubt ihr, dass man ihr den Alkohol untergejubelt hatte. Jetzt versuchen sie und ihre Mutter, ein neues Leben aufzubauen. Deshalb darf ihr Stiefvater nie erfahren, was damals geschehen ist. Doch Zoe ist eine begnadete Pianistin und bei einem sehr wichtigen Auftritt platzt der Vater eines der Opfer in die Vorstellung. Wenige Stunden später ist Zoes Mutter tot …

 

Das Buch  beginnt mit einem Zeitungsbericht über den Unfall. Das ist eine sehr schöne Idee und zieht den Leser automatisch in die Story hinein, macht diese noch realitätsechter. Gilly MacMillan lässt mehrere der Beteiligten die Story kapitelweise aus ihrer Sicht erzählen. So bildet sich ein Gesamtbild für den Leser, das mehr zeigt, als es ein einzelner Erzähler könnte, denn so kommt mehr Wissen zusammen, auch mehr Spannung, denn jeder in diesem Thriller hat sein eigenes Geheimnis.

 

Anfangs kommen noch Zeitsprünge hinzu, damit der Leser von Zoes Vergangenheit erfahren kann, was relevant ist. Auch wenn man von Anfang an weiß, dass Zoe eine verurteilte Mörderin ist und ihre Mutter im Verlauf des Buches den Tod findet, steckt in jeder Seite enorm viel Spannung. Sympathien und Antipathien wechseln sich ab, man kommt gar nicht zur Ruhe. Kaum ein Charakter gerät nicht in Verdacht, immer wieder entwickelt man neue Theorien.

 

Die Ungerechtigkeit Zoe gegenüber hat mich das ganze Buch über gequält. Dass jeder im Leben sein Päckchen zu tragen hat und die Autorin dies in diesem Buch auch immer wieder zeigt, war eines der Hauptthemen und hat mich gleichermaßen belastet und gefesselt. Durch die relativ kurzen Kapitel, die sehr gut dosiert sind, kam nie Langeweile auf. Die einzelnen Personen sind jeweils sehr gut gezeichnet und lassen sich entsprechend gut auseinanderhalten. Es gibt auch nicht zu viele Figuren, sodass man nicht durcheinanderkommt und auch nicht nach einem Personenregister lechzt. In all der Spannung, die nicht plump, sondern sehr subtil und dadurch für mich noch wirkungsvoller ist, bleibt noch immer viel Raum für die Gefühle der Charaktere. Ängste, Sorgen, Wünsche, Probleme – alles wurde sehr stimmig in den Thriller eingebaut, sodass es unglaublich echt wirkt.

 

Ein weiteres Highlight im Buch ist das Drehbuch, das Zoes Stiefbruder Lucas geschrieben hat. Es bildet sowohl eine Art Bindeglied, als auch einen zusätzlichen Spannungsfaktor.

 

Die Wende am Ende kommt unerwartet und war zunächst ein Schock, dann aber habe ich mich damit angefreundet und bin über mich selbst erstaunt.

 

Ein einziger Faktor an der Geschichte stört mich ein wenig. Das liegt aber einzig und allein an meinem Gerechtigkeitssinn. Deshalb kann ich dafür auch keinen Sterneabzug berechnen.  Vor allem aber auch, weil auf andere Art und Weise die Gerechtigkeit alles ausgleicht.

 

Fazit: ich habe dieses Buch komplett von Anfang bis Ende genossen und kann es allen wärmstens empfehlen, die wie ich den subtilen Thrill dem blutigen bevorzugen. Von mir gibt es jedenfalls die vollen fünf Sterne.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

moderator, mach dich ran, mdr, comedy, mario richardt

Und kommen Sie gut in die Betten...

Mario D. Richardt
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Lehmanns, 07.03.2008
ISBN 9783865412607
Genre: Humor

Rezension:

HÖRBUCHREZENSION

Nein, ich kenne die MDR-Sendung „Mach dich ran“ nicht. Das Hörbuch habe ich von einer Freundin geschenkt bekommen. Ja, ich lache sehr gern. Aber ich konnte über die gesamte Länge des Hörbuchs nur lächeln und auch mal zustimmend nicken – oder auch mal verneinend den Kopf schütteln (SO schlimm ist IKEA nun wirklich nicht, da liegt es wohl am Endverbraucher). Die Textchen sind auch gar nicht so übel. Was mir aber richtig zu schaffen gemacht hat, ist die Art und Weise, wie Mario Richardt sie vorträgt. Der Tonfall ist unfassbar nervig. Das soll wohl das Lustige der Geschichten unterstreichen, bei mir löst es aber Abwehrhaltung aus. Mir fallen auf Anhieb mindestens fünf Sprecher ein, die diese Texte so gelesen hätten, dass man vor Lachen unterm Tisch liegen würde.

Das ist echt schade – so viel Potenzial und dann alles durch die Art des Lesens kaputt!

Die 44 Texte sind aus dem Leben gegriffen. Man findet sich immer wieder selbst. Sei es nun die Benachrichtigungskarte von DHL, obwohl man daheim war und aufs Paket gewartet hatte, die Hotline der Telecom oder deutsche Bürokratie – fast alle Texte passen auf nahezu jeden von uns. Auch erfährt man einiges aus dem Leben des Autors allgemein und aus seinem Job – alles in lustigen Episoden. Genau deshalb könnte das Hörbuch auch wirklich urkomisch sein – wäre der Sprecher (und das ist ja nun leider der Autor) nicht so entsetzlich nervig. Ich habe keine Ahnung, ob er in der Sendung auch so spricht, aber ich kann mir das nicht vorstellen.

Resultat: es bleiben von möglichen fünf nur drei Sterne übrig.

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Tags: comedy, episoden aus dem leben, mario richardt   (3)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

grillen, kebab, spieße, saté

Kebab & Saté

Ghillie Basan
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Hädecke Verlag, 17.02.2011
ISBN 9783775005913
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein gutes Kochbuch muss nicht immer groß und dick sein – das beweist dieses tolle Spieße-Buch. Es beinhaltet 51 Rezepte für leckere Spieße, Dips und Beilagen. Dabei werden Geflügel, Rind, Schwein, Lamm, aber auch Fische und Meeresfrüchte, sowie Gemüse verwendet. Es ist also für alle Geschmäcker etwas dabei. Der kleine Tippfehler im Register (Seite 546 gibt es bei einem 64-Seiten-Buch natürlich nicht, gemeint ist Seite 46) ist witzig, er stört mich nicht wirklich.

Die Rezepte sind übersichtlich aufgebaut – eine Zutatenliste für die entsprechende Menge (Portionenangaben sind vorhanden), eine nette Info zum Gericht und eine knappe, aber aussagekräftige Anleitung, wie es zuzubereiten ist. Mehr braucht es auch nicht, denn die Gerichte sind recht einfach gehalten, aber das hat rein gar nichts mit dem Geschmack zu tun. Einfach lecker!

Fans der asiatischen und türkischen Küche haben die meisten der Gewürze und Zutaten vorrätig. Ansonsten sind sie auch recht einfach zu bekommen im gut sortierten Supermarkt, im Asiamarkt oder im türkischen Laden.

Die Rezepte sind gut nachkochbar, bzw. grillbar. Aber auch im Backofen kann man sie machen, wenn man keine Lust auf Grillen hat. Doch mit ein wenig Holzkohle-Rauch sind sie einfach noch mal so gut. Auch ist es einfach toll, die üblichen Grill-Gerichte mal ein wenig aufzupeppen und nicht nur schnöde Würstchen oder Steaks zu grillen. Die Spieße laden dazu ein, gemütlich und auf längere Zeit vor sich hin zu naschen.

Das Format des Buches ist super handlich und praktisch. Die Bilder der Speisen sind gelungen und machen mächtig Appetit. Mir gefällt das Buch sehr gut und die Gerichte noch viel besser. Macht bei mir die vollen fünf Sterne!

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Tags: grillen, kebab, saté, spieße   (4)
 

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nicholas sansbury smith, festa-verlag, teil 1

The Extinction Cycle - Buch 1: Verpestet

Nicholas Sansbury Smith
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 24.11.2016
ISBN 9783865524942
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich bin ein „Buchschnüffler“ – das heißt, ich muss meine Nase in ein Buch stecken und den Geruch aufnehmen. Bei diesem Buch bin ich zurückgezuckt, denn es hat einen sauren Geruch. Ergebnis: das Buch musste erst mal auslüften, bevor ich es lesen konnte.

Thriller lese ich sehr gerne und warum nicht einmal ein „postapokalyptischer Thriller“? Klingt doch aufregend anders und neu. Ist es auch. Und vielleicht zu neu für mich. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die einzelnen Teile nicht wirklich in sich abgeschlossen sind und man so gezwungen ist, den nächsten Band zu lesen, um das große Ganze zu verstehen. Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich anfangs recht angetan war, dann irgendwann das Interesse verloren habe und mich dann nur noch zum Ende durchgekämpft habe – und keine Lust auf Band 2 habe.

Die Story: der Ebola-Virus und eine Biowaffe, die für den Vietnamkrieg getestet worden war, vereinigen sich und drohen durch eine Pandemie die Menschheit auszurotten. Die Überlebenden mutieren zu wahren Monstern. Wenige nichtinfizierte Menschen versuchen, die Welt zu retten …

Ach ja … ich hatte mir das irgendwie anders vorgestellt. Aber bekommen habe ich Action, die vermutlich die Mehrzahl der Männer anspricht (verfilmt wohl noch mehr), aber ich als Frau hab es dann doch gern etwas dezenter und weniger eklig. Action wird großgeschrieben, aber auf eine Weise, die mich schlicht und ergreifend nicht anspricht. Ganz so blutig und brutal muss ein Thriller definitiv nicht sein, um zu fesseln. Mir ist das alles zu plump.

Auch der Stil ist rau und derb, es wird geflucht und kriegsfilmmäßig derb gesprochen. Passt zur Story? Kann sein. Aber eben nicht zu mir. Die Charaktere sind blass, farblos, konturlos, alle irgendwie gleich. Es wird gejammert (jammernde Elitesoldaten?), was das Zeug hält, wenn nicht gerade geflucht wird. Vieles wiederholt sich immer und immer wieder. In den Staaten scheint das Buch (bzw. die Serie) ja bestens anzukommen. Leider kann ich den Hype nicht verstehen. Von mir gibt es definitiv nur einen Stern.

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kalender, variabel, stimmungsanzeiger

sheepworld - Nach Lust & Laune Geschenkbuch


Buch: 31 Seiten
Erschienen bei Heye in Kalenderverlag KVH, 16.09.2013
ISBN 9783840128899
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dies ist kein Kalender, wie man ihn sonst so kennt, denn er zeigt weder Datum noch Wochentag an, aber er zählt die Tage (ganz ohne Monatsangabe) und das Bild, das angezeigt werden soll, kann man immer wieder neu aussuchen und so die Stimmung ausdrücken und aufheitern.

Die linke Seite ist mit Sheepword-Schäfchenbildern zum Umklappen bestückt. Hier wählt man nach Lust und Laune das gewünschte Bild. Auf der rechten Seite klappt man die Zahlenkarten einfach täglich um. So kann der 5. der Glückstag sein, der 12. Seele baumeln lassen, der 28. der Sonnenscheintag. Und für die dunklen Tage, an denen alles schief geht, dreht man alles einfach um auf die Seite mit den Bildern mit schwarzem Hintergrund, bei denen auch „Heute bin ich voll im Eimer“ oder „Will lieber wieder ins Bett“ zu finden sind, aber immer mit einem kleinen Aufmunterer, wie z.B. „Alles wird gut!“. So zeigt man sich und den anderen, wie es einem gerade geht – und wenn sich die Lage ändert, kann auch mehrfach am Tag das Bild am Kalender geändert werden.

Wie ich finde, eine wunderbare und liebe Idee! Ob für sich selbst oder (wie in meinem Falle) als kleines Geschenk, dieser ewige Kalender ist ein Hit! Deshalb bekommt er von mir auch die vollen fünf Sterne.

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Tags: kalender, stimmungsanzeiger, variabel   (3)
 

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serie, pierre emme, österreich, krimi

Tortenkomplott

Pierre Emme , Carsten Wilhelm , Carsten Wilhelm
Audio CD: 7 Seiten
Erschienen bei RADIOROPA Hörbuch, 22.08.2008
ISBN 9783836802321
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Albert Göllner, ein Rentner, der mit einer Schreckschusspistole nachts für Sicherheit in Paliniskis Viertel sorgt, soll tatsächlich scharf geschossen haben – und dabei ein Liebespaar auf offener Straße getötet haben. Fast zeitgleich erfährt Palinski, dass er eine erwachsene, verheiratete Tochter hat – und diese ist spurlos verschwunden. Palinski ahnt, dass beide Fälle irgendwie miteinander verbunden sind und nach und nach dröselt er alles auseinander und deckt Erstaunliches auf.

Der Sprecher hat eine etwas lakonische Art, die aus der Story mehr Humoreske herauszuholen versucht, als darin tatsächlich steckt. Das machte es mir etwas schwer, der Story zu folgen. Die MP3 Disk hat zudem das Problem, dass die einzelnen Tracks am Ende komplett stoppen und dann der nächste Track neu startet. Das hat ein gewisses Ruckeln zur Folge und stoppt den Hörfluss. Zudem sind einige der Tracks abgehackt, es fehlt hier das Ende. Das nervt selbstredend enorm.

Der Fall (bzw. die Fälle) selbst ist gar nicht mal so uninteressant, doch ist so viel Privatleben in diesem Krimi mit eingearbeitet, dass die Ermittlungen und der Fall ziemlich in den Hintergrund treten. Ich stelle für mich also fest, dass es doch nicht so erstrebenswert ist, wenn die Charaktere eines Krimis zu ausführlich ihr eigenes Leben noch leben. Insofern habe ich wenigstens etwas dazugelernt.

Alles zusammen hat dazu geführt, dass ich gleich mehrfach den Faden verloren habe. Besonders gut wirkt sich das natürlich nicht aus. So ist es insgesamt echt schade, aber mehr als zwei Sterne kann ich für „Tortenkomplott“ nicht geben.

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Tags: krimi, österreich, pierre emme, serie   (4)
 

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überfahrt, pubertät, katzentisch, michael ondaatje, schiffsreise

Katzentisch

Michael Ondaatje
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Audiobuch Verlag OHG, 06.02.2014
ISBN B00IA5CTHO
Genre: Romane

Rezension:

Michael, gerade elf Jahre alt, fährt mit dem Schiff von Ceylon nach Großbritannien zu seiner Mutter. Auf der Reise, die drei lange Wochen dauert, lernt er viele Menschen kennen: Gleichaltrige, aber auch Erwachsene. Einige davon spielen auch in seinem späteren Leben, zu dem immer wieder abgeschweift wird, eine Rolle. Die Reise prägt den Jungen für das ganze Leben.

Michael sitzt am „Katzentisch“, dem unattraktivsten Tisch im Speisesaal, denn er ist kein Gast, der viel Geld bringt, sondern schon eher eine kleine Last. Schon erstaunlich, dass in den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts Kinder einfach ohne Begleitung eine solche Strecke allein fahren konnten und durften. Das ist heute unvorstellbar. Die Erlebnisse des Jungen sind nicht alle erfreulich und schön, aber jedes einzelne hat Auswirkungen auf seine weitere Entwicklung und sein späteres Leben. Das weiß er zu dem Zeitpunkt nicht, aber da Michael diese Story aus seiner Erinnerung heraus erzählt, weiß er es inzwischen und lässt es auch immer wieder durchblicken. Die unterschiedlichen Reisebegleiter, allesamt auf ihre Weise besonders, bringen die drei Kinder auf immer neue Ideen, die nicht immer mit den Ge- und Verboten übereinstimmen. So füllen sie die 21 Tage mit Erlebnissen, die andere in einem ganzen Leben nicht sammeln können.

Die vielen Zeitsprünge vor und zurück und die große Zahl an Charakteren machten es mir zwischendurch etwas schwer, der Story zu folgen. Auch kam ich mit einigen Namen nicht so ganz klar. Johannes Steck erzählt (bzw. liest) das Buch sehr passend in einem ruhigen, nachdenklichen Ton. Diese Stimme ist super angenehm – aber sie verleitet auch zum Abdriften mit den Gedanken.

Wirklich spannend ist das Hörbuch nicht, doch lauscht man dem Erzähler dennoch immer weiter. So ähnlich, wie man als Kind gern etwas vorgelesen bekam und sich dabei wohl, sicher und gut aufgehoben fühlte. Der Katzentisch wird zum interessantesten Platz auf dem Schiff. Als Zuhörer mag man von den „besseren“ Leuten gar nicht so viel wissen, da sie schnell verblassen im Vergleich mit der illustren Gesellschaft an diesem abseits stehenden Tisch.

Die Abgeschlossenheit auf diesem Dampfer lässt die Ereignisse ganz anders auf die Personen wirken, besonders auf die Kinder, als es in einer Stadt gewesen wäre. Es gibt keine Möglichkeit, den Geschehnissen aus dem Weg zu gehen. Und auch in drei Wochen Fahrt kann niemand alle Geheimnisse dieser in sich geschlossenen Welt ganz enträtseln. Die Verbindungen, die teils über viele Jahre bestehen bleiben, haben ihren ganz eigenen Zauber und Reiz.

Wer sich auf das Hörbuch einlässt und sich voll und ganz konzentriert, hat viel Freude damit. Insgesamt kann ich vier Sterne dafür geben.

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mord, psychologie, krimi, roman, erinnerungen

Das Buch der Spiegel

E.O. Chirovici , Werner Schmitz , Silvia Morawetz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.02.2017
ISBN 9783442314492
Genre: Romane

Rezension:

Nur durch Zufall liest der Literaturagent Peter Katz das Exposé und die ersten Kapitel des unverlangt eingesandten Manuskripts von Richard Flynn. Angeblich handelt es sich um eine wahre Begebenheit. Der Stil des Textes spricht Katz an und er möchte unbedingt den Rest des Manuskriptes haben. Als Flynn nicht auf Mails reagiert, macht sich Katz auf den Weg zu ihm, um festzustellen, er ist seiner Krankheit erlegen. Trotz intensiver Suche findet seine Lebensgefährtin das Manuskript nicht, weiß auch nichts davon. Katz setzt alle Hebel in Bewegung, um mehr über die Ereignisse rund um den Mord an Professor Wieder zu erfahren.

Die Idee ist super und die Manuskriptauszüge wecken auch das Interesse des Lesers. Der Stil ist hier etwas hölzern, doch denkt man so bei sich, dass ein Lektor das noch gut in Form schleifen wird, es ist ja nur ein Manuskript. Aufgeteilt ist das Buch in drei Teile. Man erfährt so die Story von diversen Personen: zunächst eben von Richard Flynn (zumindest in Teilen), dann von Peter Katz (soweit er selbst recherchiert) und im Anschluss von John Keller, einem Drehbuchautor und Reporter, sowie dem Detective im Ruhestand Roy Freeman, der aus persönlichem Interesse an diesem Fall interessiert ist. Auch diese Idee gefällt mir, zeigt sie doch überdeutlich, dass alles aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden kann. Nur leider ist die Ausführung nicht gelungen. Alle Figuren bleiben blass und schemenhaft, obwohl sie von verschiedenen Personen beschrieben werden. Nirgendwo haben Figuren oder Story eine Tiefe, die den Leser fesselt. Alles bleibt oberflächlich, blass, farblos, konturlos und nebulös. Am schlimmsten ist für mich jedoch, dass sogar die Erzähler völlig austauschbar und schablonenhaft sind. Nicht einmal hier ändert sich am Stil etwas. Das ist so protokollmäßig, dass ich mir ohne Notizen noch nicht einmal die Namen der Ich-Erzähler habe merken können. Da kam einfach nichts rüber. Sehr seltsam ist dabei, dass man dennoch recht zügig mit dem Buch durch ist. Das verwundert mich wirklich extrem.

Die unterschiedlichen Sichtweisen der involvierten Personen äußern sich nicht nur in der Story selbst, sondern auch in Bezug auf die Fragen, die die jeweiligen Erzähler ihnen stellen. Schön ist also zu beobachten, wie der Mensch dazu neigt, seinen Sympathien entsprechend auch zu antworten und zu erzählen. Dass bei fünf Augenzeugen sechs unterschiedliche Aussagen gemacht werden, ist längst nichts Neues. Es langweilt nicht unbedingt, dass man immer wieder die selben Ereignisse aus anderen Perspektiven geschildert bekommt, auch nicht, dass sie entsprechend immer ein wenig voneinander abweichen. Es langweilt einfach der Stil, die Konturlosigkeit der Figuren.

Das Ende hat mich dann ein wenig ratlos zurückgelassen: und jetzt? Dieser Cold Case hätte schon sehr viel früher aufgeklärt werden können, so überraschend war das alles im Grunde gar nicht, auch wenn der Schluss arg konstruiert und abrupt kommt. Es gibt eine ganze Reihe Tatverdächtiger und jeder davon hat jeweils ein starkes Motiv für die Tat. Die Auflösung dann macht aus einem logisch aufgebauten Kriminalfall eine Farce. Die Schicksale der Figuren – seien es nun die Erzähler oder aber die am Fall Beteiligten – werden nur grob angerissen und verhindern so, dass man sich mit einem der Charaktere identifiziert oder auch nur Sympathie empfindet.

Nach einem echt guten Anfang verliert das Buch enorm. Es ist interessant, aber ohne jede Spannung. Man will nur ab einem gewissen Punkt endlich wissen, wo das Manuskript ist und wer nun tatsächlich der Mörder ist. Das geht bei mir am Hype um dieses Buch völlig vorbei. Schade, da hätte man sehr viel mehr herausholen können. So bleibt es bei drei Sternen.

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Tags: augenzeugen, blickwinkel, cold case, erinnerunge, krim, schuldzuweisungen, vermutungen   (7)
 
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