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berlin, schule, frau freitag, frl. krise, mord

Der Altmann ist tot. Frl. Krise und Frau Freitag ermitteln

Frl. Krise , Frau Freitag
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Erschienen bei Argon Verlag, 16.01.2014
ISBN B00HVISIOY
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als wäre der normale Schulalltag für die beiden Lehrerinnen nicht schon aufreibend genug, stirbt der Mathelehrer Altmann überraschend. Alles sieht nach einem Unfall aus: ein Sturz auf einer Treppe. Aber dann tauchen Hinweise auf, die ein anderes Bild ergeben. Und überhaupt – kann man bei dieser popeligen Treppe tatsächlich so blöd fallen, dass man stirbt? Wo ist der Schlüssel zu Altmanns Auto? Was hatte Altmann mit der Tätowierung einer türkischen Schülerin zu tun? Wie kam er mit der Tatsache klar, dass seine sehr junge Frau sich so gut mit ihrem Kollegen verstand? Warum postet die Schirmer solche seltsamen Gedichte? Fragen über Fragen! Und während Frl. Krise sich nachmittags um das Baby einer ehemaligen Schülerin kümmert, kommt sie gemeinsam mit Frau Freitag auf die Idee, diesen Fall aufzuklären …

Einfach herrlich, wie hier alles drunter und drüber geht! So richtig schön, wie aus dem echten Leben! Kaffeeklatsch bei Onkel Ali, dem berlinernden Türken, Kauf und Diebstahl von edlen Kinderwagen, Verfolgungen mit Tarnung, Wiedersehen mit ehemaligen Schülern, Bundesjugendspiele, türkische Hochzeit – einfach alles ist dabei. Es wird keine Sekunde langweilig – und ich habe das komplette Hörbuch tatsächlich an zwei Tagen durchgehört!

Einzeln mag ich die beiden Lehrerinnen schon sehr, aber gemeinsam sind sie ein super Krimi-Autoren-Team mit viel Sinn für Selbstironie und der richtigen Dosis Humor, um daraus einen witzigen Krimi und keinen Klamauk zu machen. Alte Bekannte (Schüler) tauchen auf (wenn man die Bücher der beiden kennt), neue Figuren gibt es auch und allesamt muss man – trotz und gerade wegen ihrer Schwächen und Macken – einfach mögen.

Die Schauplätze sind gut genug beschrieben, dass man sie sich vorstellen kann, auch wenn man noch nie in Berlin war, aber nicht so ausführlich, dass es langweilig werden könnte. Verdächtige gibt es genug und die Auflösung ist überraschend, aber nicht an den Haaren herbeigezogen. Einen winzig kleinen Cliffhanger gibt es auch, der die Vorfreude auf weitere Ermittlungen der beiden Hobbydetektivinnen anfeuert.

Gesprochen wird dieses Hörbuch von Joseline Gassen (Frl. Krise) und Carolin Kebekus (Frau Freitag). Diese Kombination ist für mich einfach perfekt. Carolin Kebekus hat die optimale Stimme und Betonung für Frau Freitag, wie ich sie von den ersten drei Bänden (gelesen) mir vorgestellt hatte. Joseline Gassen ist Synchronsprecherin. Ihre Stimme ist sehr angenehm und ganz besonders. Man kennt sie beispielsweise als Abigail von „Dharma und Greg“, aber ganz besonders in Erinnerung ist sie mir als Jennifer Hart („Hart aber herzlich“). Für Frl. Krise ist sie ebenfalls wie geschaffen!

Ich hatte 436 unterhaltsame Hörminuten, die mir die Hausarbeit sehr erleichtert haben – deshalb vergebe ich auch begeisterte fünf Sterne!

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Tags: berlin, frau freitag, frl. krise, lehrerinnen, mord, problemschule, schule, schüler   (8)
 

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berlin, schule, frau freitag, referendariat, schüle

Für mich ist auch die 6. Stunde: Überleben unter Schülern

Frau Freitag
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Erschienen bei HörbucHHamburg HHV GmbH, 14.03.2016
ISBN B01CD4I58E
Genre: Humor

Rezension:

Frau Freitag ist seit Jahren meine Lieblingslehrerin. Ihre Glossen kann man auch auf ihrem Blog lesen, doch da ich kein Fan von Blogs bin, freue ich mich, dass es hin und wieder ein neues Buch gibt.

Dieses Hörbuch wurde sogar von ihr selbst eingelesen. Da hapert es allerdings ein wenig. Tatsächlich hatte ich eine völlig andere Stimme für sie im Kopf und bin erstaunt, wie weit ich daneben liege. Das große Problem ist jedoch, dass sie hin und wieder die Sätze schlicht falsch betont und verbal auseinanderreißt. Das lässt mich stolpern beim Zuhören.

Der Inhalt des Hörbuches ist jedoch wirklich interessant. Diesmal gibt es weniger laute Lacher, dennoch immer ein Grinsen. Grund dafür ist, dass Frau Freitag diesmal vom Lehrersein allgemein erzählt. Wir erfahren, wie ihre Anfangszeiten als Lehrerin so waren und welche Tipps und Ratschläge für alle hat, die ebenfalls unterrichten wollen. Herrlich – sie hat es geschafft, mich in meine Schulzeit zurückzuversetzen und trifft tatsächlich immer mitten ins Schwarze. Ja, so waren wir als Schüler auch, sogar so viele Jahre zurück. Ich bin in etwa im Alter von Frau Freitag und stelle fest: allzu sehr haben sich die Schüler dann doch nicht verändert. Wir hatten damals keine Handys, aber dennoch sind da echt viele Parallelen.

Die kleinen „Lektionen“ sind köstlich erzählt – ich kann mir sehr gut vorstellen, dass angehende Lehrer hier wirklich eine Menge Körnchen der Wahrheit finden, die sehr gut helfen. Aber auch für Schüler ist dieses Hörbuch prima: sehen sie doch mal, dass auch Lehrer Menschen sind und es nicht schön ist, sie ständig hinters Licht führen zu wollen.

Natürlich hatte ich anfangs ein typisches Frau-Freitag-Buch erwartet. In gewisser Weise ist es das ja auch, dennoch unterscheidet es sich auch grundlegend von den Vorgängern. Wer eine direkte Fortsetzung von „Voll streng, Frau Freitag“, „Echt easy, Frau Freitag“ und „Chill mal, Frau Freitag“ erwartet, der wird vermutlich etwas enttäuscht sein. Wer Frau Freitag zugesteht, von der anderen Seite aus an das Thema Schule heranzugehen, weil es sonst langsam langweilig wird, der wird hier genau das finden! Ich hatte mächtig Spaß beim Zuhören, auch wenn die Stimme nicht recht passen mag (ist schon schräg, weil es ja die „richtige“ Stimme ist). Die Bände vorher hatte ich gelesen, werde sie aber auch noch hören. Carolin Kebekus als Sprecherin von Frau Freitag ist, das habe ich bereits „probegehört“, einfach ideal – gefällt mir extrem!

Für „Für mich ist auch die sechste Stunde!“ gibt es von mir dennoch vier Sterne!

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Tags: berlin, frau freitag, referendariat, schule, schüle, tipps   (6)
 

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thriller, psychothriller, schweden, stockholm, krimi

Glücksmädchen

Mikaela Bley , Katrin Frey
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548288444
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kriminalreporterin Ellen Tamm soll über das Verschwinden der 8-jährigen Lycke berichten. Das weckt ein altes Trauma – als Ellen selbst in diesem Alter war, ist ihre Zwillingsschwester tödlich verunglückt. Ellen verbeißt sich regelrecht in den Fall und drängt die Polizei zu intensiverer Arbeit. Bald ist Ellen selbst im Fokus eines gewaltbereiten Menschen …

Der Einstieg in die Story ging flott und einfach. Mich hat der Plot auch gleich gefesselt. Ellens Obsession kann ich gut nachvollziehen – doch ab einem gewissen Punkt hatte sich für mich die Story in sich selbst verheddert und sogar Ellen nervte mich. Das ist natürlich nicht gerade förderlich für einen Reihenstart. Vor allem gibt es inzwischen wohl genug Ermittler jeglicher Art mit irgendwelchen Psychosen.

Die in Schweden übliche Sorgerechtsregelung, dass ein Scheidungs-Kind abwechselnd wochenweise bei Mutter und Vater lebt, ist hier zentraler Punkt. Die Frauen in Lyckes Leben sind ihre leibliche Mutter, ihre Stiefmutter und ihr Kindermädchen. Lycke ist nirgendwo so glücklich, wie bei der Nanny – doch die wird bald in Rente gehen. Die Männer in ihrem Leben sind hauptsächlich ihr Vater und ihr Tennislehrer – der Vater ist sowieso überfordert, der Tennislehrer nicht ihr größter Fan. Freunde hat das Mädchen auch keine, im Gegenteil, sie scheint sogar gemobbt zu werden. Die Lehrer sind überfordert und wollen „später“ nach einer Lösung suchen. So ist sie sehr allein und ihr Verschwinden löst Reaktionen aus, die Ellen sehr wütend machen. Außerdem kommen Ellens eigene Probleme zum Zuge. Der Tod ihrer Schwester, das damit im Zusammenhang stehende Scheitern der Ehe der Eltern, ihre eigenen Beziehungsprobleme. Das alles gibt zu denken, geht unter die Haut. Doch insgesamt fehlt dem Psychothriller doch das gewisse Etwas, das nach weiteren Folgen verlangen lässt. Möglicherweise hat Mikaela Bley auch einfach zu viele Thematiken in einen einzelnen Band verpacken wollen. Bei mir führte das leider im letzten Drittel zu „Abnutzungserscheinungen“.

Das Ende ist teils überraschend, teils führt es aber auch zum Gedanken „Darauf hätte ich doch kommen können!“. Die Lesezeit ist nicht vertan, dennoch kann ich auch nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen. Macht bei mir dann auch entsprechend drei Sterne.

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Tags: entführtes kind, gescheiterte ehe, mikaela bley, mord, psychothriller, tödlicher unfall   (6)
 

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atomkatastrophe, gudrun pausewang

Die Wolke

Gudrun Pausewang , Wolf Frass , Céline Fontanges
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.02.2012
ISBN 9783862311309
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Rezension zum Hörbuch ISBN 9783867426909, gelesen von Laura Maire

Laufzeit 138 Minuten

In der Schule hört die 14-jährige Janna die Durchsage, dass die Schule geschlossen wird. Der Grund ist der Super-GAU. Alle sollen in ihren Häusern bleiben und sich im Keller einquartieren. Zu Hause wartet Jannas kleiner Bruder Ulli auf sie und möchte mit ihr Reibekuchen machen. Die Eltern sind unterwegs und die beiden allein. Jannas Mutter ruft an und drängt sie, sich mit Ulli sofort auf den Weg nach Norden zu machen. Sie starten per Rad. Doch das ist nur der Anfang einer Reise, die voller Schrecken ist …

Gudrun Pausewang hat dieses Jugendbuch 1987 geschrieben. Sie hat damit die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl verarbeitet. Fukushima 2011 hat ebenfalls einige endlich wachgerüttelt. Dass dieses Thema auch heute noch brandaktuell ist und erneuerbare Energien wichtiger denn je sind, zeigen auch die jüngsten Vorfälle unsicherer AKWs – mitten in Deutschland.

Laura Maires Stimme klingt, wie die eines weiblichen Teenagers. Sie liest „Die Wolke“ in einem Tempo, das zur Story passt. Sie ist die ideale Janna. Wenn sie andere Personen „nachmacht“, erkennt man diese sofort als eigenständige Charaktere. Dabei wird es nie schräg oder unangenehm, wie das oft bei Sprechern ist. Es ist, als könne sie tatsächlich in all die Figuren und Rollen schlüpfen. Das hört sich sehr angenehm an und fesselt den Hörer.

Das Thema ist deprimierend, aber wichtig – zudem hat die Autorin es sehr gut umgesetzt. Wie „Wenn der Wind weht“ ist auch „Die Wolke“ beängstigend und traurig. Dennoch halte ich dieses Buch für eine herausragende Leistung. Sehr schön werden die Lügen und Intrigen dargestellt, die eine solche Katastrophe nach sich zieht. Von Flucht und Verzweiflung, Überlebenskampf und Wegsehen – die ganze Bandbreite – erzählt „Die Wolke“.

Wie eine solche Katastrophe die Menschen aufspaltet und ihre schlimmsten Seiten aufzeigt, beschreibt Gudrun Pausewang sehr eindrucksvoll. Die direkten und indirekten Auswirkungen des Extremfalls, das Verlorensein, die Sehnsucht, das Heimweh und das Elend der Flüchtlinge – alles ist noch heute so aktuell, wie vor dreißig Jahren. Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, wie sehr mich „Die Wolke“ berührt und ergreift. Das Hörbuch ist, obwohl gekürzt, sehr beeindruckend. Bei keinem anderen Hörbuch war es bisher rings um mich herum dermaßen still, wie hier.

Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen das Buch lesen oder das Hörbuch genießen. Es kann und wird die Menschen verändern. Von mir von Herzen die vollen fünf Sterne!

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Tags: atomkatastrophe, gudrun pausewang   (2)
 

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kater, mops, entführung, detektive, urlaub

Kalle und Kasimir - Flitterwochen im Pfötchenhotel

Mirjam Müntefering
E-Buch Text
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 01.02.2017
ISBN 9783732528363
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Endlich haben Linna und Mads „Ja!“ gesagt und somit unserem tierischen Detektiv-Duo die gemeinsamen Ermittlungen wieder leichter gemacht. Und zu einer Hochzeit gehören auch schöne Flitterwochen. Den Karibikurlaub, den Mads‘ Mutter für die beiden gebucht hatte, verwandelten die beiden in Flitterwochen im Pfötchenhotel, um von ihren cleveren Vierbeinern nicht so lang getrennt sein zu müssen. Und so machen sich die vier auf den Weg in den Schnee zum Skifahren und Flittern. Doch das Verbrechen lauert überall. In der Ferienidylle sogar gleich mehrfach: Tiere werden entführt und wertvolle Gegenstände gestohlen. Das ist für Kalle und Kasimir natürlich ein gefundenes Fressen. Wäre ja gelacht, wenn sie die Fälle nicht aufklären würden! Was sie allerdings entdecken, stellt sie vor ein großes moralisches Problem …

Die Kalle & Kasimir Reihe ist locker und flockig geschrieben und liest sich auch ebenso. Tierischen Ernst findet man hier nicht und das ist gut so! Die beiden Tiere sind einfach liebenswert. So arrogant Kasimir erscheint, so einfältig wirkt Kalle – und doch ist es genau diese Mischung, die dafür sorgt, dass die beiden Helden mitten ins Herz treffen.

Auch in ihrem dritten Fall haben die beiden alle Pfoten voll zu tun. Diesmal kommt jedoch die Komponente dazu, dass nicht jedes Verbrechen aus Habgier begangen wird, sondern manchmal auch aus einer Not heraus. Hier ist es dann schwer, die Gerechtigkeit walten zu lassen. Auch die beiden Tierhelden müssen diese Prüfung bestehen.

Dazu kommt eine Prise Liebesgeschichte, die jedoch kein bisschen kitschig, sondern sehr witzig und sogar spannend ist. Während unser Kalle Sehnsucht nach seiner Amanda hat, lernt Kasimir am eigenen Leib, wie verwirrend Liebe sein kann.

Zu Kalles für den Leser witzigen Schwierigkeiten mit Fremdwörtern kommt Eddas Vorliebe für Sprichwörter. Urkomisch, wie passend die Autorin auf Hund und Katz umgedichtete Sprichwörter in die Geschichte eingewebt hat. Und dabei läuft sich dieser Gag kein bisschen müde, sondern macht süchtig nach mehr.

Serien schwächeln mit der Zeit gern, doch Kalle & Kasimir sind auch im dritten Band erfrischend und unterhaltsam, wie zum Start der Reihe. Es ist spürbar, dass die Autorin selbst Spaß beim Schreiben hat und noch viele Ideen in petto hat. Und genau darauf freue ich mich schon jetzt, denn Kalle & Kasimir sind mir sehr ans Herz gewachsen. Der obercoole Kater und der etwas einfältige Mops sind einfach ein unschlagbares Team. Sie haben sich – wie ihre menschlichen Mitstreiter – weiterentwickelt. Stillstand gibt es nicht, sodass bei allem Humor doch auch das wahre Leben widergespiegelt wird.

Die Serie macht einfach Spaß und eignet sich wunderbar, den Ernst des Lebens für ein Weilchen hinter sich zu lassen. Wer Tiere liebt und gerne lacht, wird mir zustimmen: hier kann man nur die vollen fünf Sterne geben!

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Tags: flitterwochen, freundschaft, kater, krimi, liebe, mops, tierisches duo, tierkrimi, tierliebe, urlaub   (10)
 

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hörbuch, wien, andreas gruber, krimi, psychiatrie

Rachesommer

Andreas Gruber , Julian Wollny , Hubertus Gertzen , acoustic media
Audio CD: 6 Seiten
Erschienen bei Audiobuch, 01.09.2012
ISBN 9783899644623
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Wien ertrinkt ein renommierter Kinderarzt in einem offenen Kanalschacht. Die Anwältin Evelyn Meyers will beweisen, dass der Schacht gut abgesichert war. Damit will sie die Firma ihres Onkels vor der Insolvenz schützen. Bei ihren Recherchen stößt sie auf erstaunliche Beweise …

In Leipzig ermittelt Walter Pulaski in einer psychiatrischen Klinik im Fall des vermeintlichen Selbstmord eines jungen Mädchens. Er ist jedoch schnell davon überzeugt, dass es sich um Mord handelt. Als er auf immer mehr ähnliche Fälle stößt, ahnt er, dass er einer großen Sache auf der Spur ist …

Evelyn und Walter treffen in Norddeutschland aufeinander und entdecken, dass beide eine Reihe Puzzleteilchen besitzen, die beim anderen zur Lösung beitragen. So tun sie sich zusammen und ermitteln gemeinsam. Das ist eine gute Idee und ein toller Plot, doch hatte ich sehr große Mühe, den Geschehnissen zu folgen. Die beiden Hauptpersonen sind zwar gut gezeichnet, haben Ecken und Kanten und sind somit interessante Personen, aber die vielen Perspektiv- und Zeitenwechsel haben mich hier sehr gestört.

Leider kann ich auch Hubertus Gertzen als Sprecher hier absolut nicht gut finden. Seine Stimme passt weder zu den Figuren, noch zur Story. Ihn kann ich mir eher bei Fantasy oder humorigen Büchern vorstellen. Das hat mich auf weiten Strecken sehr angestrengt und abgelenkt. Vermutlich wäre meine Bewertung etwas besser ausgefallen, hätte ein anderer Sprecher das Buch eingelesen.

Die eigentlichen Taten sind brutal und auffällig, dennoch ermitteln die beiden Protagonisten privat und ohne Auftrag – und kommen dabei sehr weit. Das ist für mich nicht wirklich logisch oder nachvollziehbar und ich frage mich, wieso die Polizei sich das gefallen lässt und warum sie nicht eingreift und selbst das eine oder andere herausfindet.

Das Ende kommt heftig und mit Knalleffekt, kann das Ruder aber nicht mehr herumreißen. Der Gedanke, wieso wer wann warum wurde, wie er/sie wurde, ist erschreckend. Die Story geht, trotz allem, an die Substanz.

Insgesamt fehlen mir eine klare Struktur und vor allem die passende Stimme. Deshalb kann ich für das Hörbuch leider nur drei Sterne vergeben.

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Tags: andreas gruber, hörbuch, hubertus gertzen, krimi, leipzig, wien   (6)
 

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hörbuch, audiobuch, krimi, unterwelt von glasgow, englischer thriller oder krimi

Der unvermeidliche Tod des Lewis Winter

Malcom MacKay , Johannes Steck , null , null
Audio CD: 1 Seiten
Erschienen bei Audiobuch, 01.04.2014
ISBN 9783899647785
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Glasgows Unterwelt ist Calum McLean als zuverlässig bekannt. Er hat den Dreh raus, nicht zu viele und nicht zu wenige Aufträge anzunehmen, um stets unter dem Radar zu bleiben. Calum ist ein Auftragskiller. Sein neuester Job: Lewis Winter. Calum interessiert sich nicht für die Gründe, warum dieser kleinkriminelle Drogendealer beseitigt werden soll, sondern beginnt mit seinen Vorbereitungen. Doch der Auftrag stellt sich diesmal als schwieriger heraus, als es aussah …

Die erste Zeit war ich mir nicht sicher, ob ich es mit einem Krimi, Thriller oder doch einer Komödie zu tun habe. Die Widrigkeiten bei Calums Auftrag waren schon echt witzig. Dann wechselt der Plot zu den Ermittlungsarbeiten der Polizei und es sieht wieder anders aus. Leider bin ich bis zum Ende nicht wirklich überzeugt worden, dass es sich lohnt, die beiden nächsten Bände auch noch anzuhören. So hart es klingt, ich habe den Sinn dieses Hörbuchs einfach nicht finden können.

Johannes Steck gibt sein Bestes, den Charakteren Leben einzuhauchen und mit seiner Stimme mitzureißen. Doch zaubern kann er leider nicht – mich hat die Story nicht fesseln, nicht packen, nicht mitreißen können. Das liegt aber nicht am Hörbuch, sondern an der Story selbst.

Die Gedankengänge der Charaktere drehen sich – jeweils aus ihrer Sicht – immer um dieselbe Sache: wer hat Winter warum getötet und wie ist die einzige weibliche Figur darin verwickelt?

Recht schnell hatte ich eine Theorie, die aber weder bestätigt noch verworfen wurde, denn das Ende des Hörbuches ist komplett offen. Klar, man soll ja noch die beiden anderen Teile hören … Aber leider habe ich dazu momentan absolut keine Lust. Vielleicht werde ich im Laufe der Zeit doch noch neugierig, wie das wohl weitergeht, aber bisher sieht es schlecht aus.

Der Sprachstil ist teils recht witzig in seiner Schnoddrigkeit, aber insgesamt reicht das einfach nicht. Es fehlen einfach überraschende Wendungen und vor allem ein Spannungsbogen. Dass es auch einen korrupten Polizisten gibt, der in beiden Welten ein Bein hat und die Unterwelt quasi mit Informationen aus erster Hand versorgt, macht die Sache nicht besser.

Kurz und gut – ich bin leider sehr enttäuscht. Deshalb gerade mal zwei Sterne für dieses Hörbuch.

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Tags: auftakt, englischer thriller oder krimi, erster band, langweilig, trilogie, unterwelt von glasgow   (6)
 

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liebe, tod, krankheit, liebesroman, liebesdrama

Love Story

Erich Segal , Isabella Nadolny , Mark Waschke
Audio CD
Erschienen bei Argon, 23.03.2017
ISBN 9783839815281
Genre: Romane

Rezension:

Oliver Barret IV ist Jura-Student auf der Harvard-Universität. Er lernt die Radcliff-Musik-Studentin Jennifer Cavilleri kennen. Er stammt aus reichem Hause, sie ist die Tochter italienischer Einwanderer. Doch so groß der finanzielle Unterschied zwischen beiden ist, so groß ist auch die Anziehungskraft. Olivers Vater, ein Mann mit Prinzipien und einer Erziehung, die wenig Gefühl zulässt, ist gegen diese Verbindung. Das geht so weit, dass Oliver sich enterben lässt und Jenny erst recht heiratet. Das Glück der beiden scheint trotz aller Widrigkeiten und finanziellen Nöten perfekt zu sein. Doch als sie versuchen, Eltern zu werden, überrollt sie das Schicksal …

Erich Segal hat ein wunderbares Buch geschaffen, das nur knappe 150 Seiten hat und gleich im ersten Satz das Happy End komplett ausschließt. Sowohl das Buch als auch der Film haben mich verzaubert und in ihren Bann geschlagen – und nun hat das Hörbuch, wunderbar eingelesen von Mark Waschke, den Hattrick komplett gemacht.

Oliver erzählt seine und Jennys Geschichte. Dabei ist er ein wenig flapsig und locker, so wie es zu den beiden passt. Die großen Gefühle hört man dennoch zwischen den Zeilen super gut heraus. Da Oliver ebenso erzogen worden ist, wie sein Vater, hat auch er ein Problem damit, Gefühle frei und offen zu zeigen. Außerdem hat dieser Ton noch einen anderen Grund, doch den muss jeder Leser bzw. Hörer selbst herausfinden.

Dem Leser/Hörer bleibt viel Raum, um die groben Lücken mit eigener Phantasie zu füllen. Das klappt zumindest bei mir sehr gut! Beide treffen meine Art von Romantik absolut, auch wenn die meisten wohl eine andere Vorstellung davon haben. Dennoch ist die Tiefe der Gefühle der beiden immer präsent.

Es ist große Kunst, mit so wenigen Worten so viel zu sagen. Das schafft Erich Segal mit einer für den Leser erscheinenden Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht. Seine Sprache ist einfach wunderbar, zärtlich, liebevoll – trotz aller Ironie und allen Wortwitzen. Ganz ohne Schwülstigkeit und Kitsch verzaubert dieses Hör-Buch.

Die wenigen Protagonisten werden ebenso mit wenigen Pinselstrichen gezeichnet, wie alles andere auch. Das passt hervorragend ins Gesamtkonzept. Dennoch hat man sie klar und deutlich vor Augen – die Netten ebenso, wie die Unsympathischen. Hier wird kein Wort zu viel gesagt und alle, denen die große Liebe bereits begegnet ist, werden wie ich hin und weg sein. Von mir ganz klar die vollen fünf Sterne!

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Tags: einwanderer, erich segal, geldadel, krankheit, liebe, liebesdrama, liebesroman, studenten   (8)
 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

highlands, schottland, erbschaft, enttäuschung, hotel

Das Hotel in den Highlands

Caroline Dunford , Sabine Längsfeld , any.way , Barbara Hanke
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.04.2016
ISBN 9783499272318
Genre: Romane

Rezension:

Lucy McIntosh staunt nicht schlecht, als sie erfährt, dass sie in den Highlands einen Onkel hatte, der nun gestorben ist und ihr ein Hotel hinterlassen hat. Sie muss es ein halbes Jahr lang führen, ehe sie es verkaufen darf, sonst verliert sie das Erbe. Lucys Freund muss beruflich nach London und kann sie nicht unterstützen, also fährt sie alleine. In Mormaer warten dann Herausforderungen auf sie, die sie an den Rand ihrer Kräfte bringen und ihr Leben komplett umkrempeln …

Der Roman liest sich super flott weg und macht echt Spaß – und das, obwohl Lucy, genannt Luce, mich fast an den Rand der Verzweiflung gebracht hat. Sie ist dermaßen naiv und blauäugig, dass es mir wirklich zwischendurch schlecht wurde. Das war einfach zu viel. Dennoch konnte ich das Buch einfach nicht weglegen. Die Highlands haben dank Caroline Dunfords Beschreibungen, die nie zu ausufernd wurden, einfach eine extreme Anziehungskraft. Wie Luce habe auch ich mich in die Gegend verliebt.

Die Charaktere sind urig und teils komplett unsympathisch. Dennoch passt alles prima zusammen und ineinander, man hat nie das Gefühl, es werden mit Gewalt irgendwelche Ereignisse zurechtgebogen. Der romantische Part fällt nicht zu sülzig aus, sodass man nicht davon überfahren wird. Ganz viel (Galgen-)Humor würzt das Buch noch zusätzlich und auch eine gute Prise Spannung ist vorhanden. Hätte Luce ein wenig mehr dazugelernt und sich mehr entwickelt, ihre Naivität etwas mehr abgelegt, würde ich sehr gerne die vollen fünf Sterne geben. Aber weil das wirklich etwas zu heftig war, bekommt das Buch einen Stern Abzug und somit vier Sterne.

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Tags: enttäuschung, erbschaft, gegenspieler, highlands, hotel, intrige, liebe, naivität, onkel   (9)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

frau freitag, fahrschule, führerschein, alter, fee ist nicht so begeister

Man lernt nie aus, Frau Freitag!

Frau Freitag , Cathlen Gawlich
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 07.04.2017
ISBN 9783957130693
Genre: Humor

Rezension:

Frau Freitag ist Lehrerin mit Leib und Seele. Jetzt hat sie ein Sabbatjahr eingelegt und möchte in dieser Zeit „mal schnell“ den Führerschein machen. Das kann ja kein Problem sein, denkt sie, und wundert sich, dass ihr alle sagen, dass in ihrem Alter da einiges an Stunden zusammenkommt, wenn sie es denn überhaupt schafft. Frau Freitag findet, mit Ende 40 ist man noch lange nicht alt und stürzt sich in das Abenteuer Führerschein. Dabei lernt sie über sich selbst eine Menge, das sie erstaunt …

Die Bücher von Frau Freitag liebe ich – sie sind so herrlich erfrischend, selbst wenn es um schwierige Situationen geht. Auf unterhaltsame Weise lernt man da immer selbst noch dazu, so ganz nebenbei. Frau Freitag hat auch einen Blog, auf dem all das auch zu finden ist, aber ich mag Blogs nicht und die Bücher haben den Vorteil, dass hier alles „sortiert“ in kompakter Version versammelt ist.

Dies ist mein erstes Hörbuch von Frau Freitag und ich muss sagen: genial! Cathlen Gawlich gibt Frau Freitags Worten genau den Klang und die Betonung, die ich im Kopfkino habe. Es ist klasse, ihr bei der normalen Beschäftigung zuzuhören. Mir ist jetzt sehr danach, die anderen Bücher von Frau Freitag ebenfalls alle noch einmal als Hörbuch zu genießen!

Auch wenn ich selbst meinen Führerschein im Blitztempo mit 17 gemacht habe, war für mich Frau Freitags Erlebnis mit vielen Erinnerungen verbunden. Fahrlehrer können schon ganz schön schräg sein! Die Tücken vom Erste-Hilfe-Kurs bis zu den im Stress missverständlichen Fragen in der theoretischen Prüfung, die Nervosität bei der Prüfung, die Euphorie bei den Fahrstunden – all das kenne auch ich, wenn auch von einer komplett anderen Warte aus. Waren meine Testbögen noch aus Papier, ebenso die Prüfungsbögen, erlebt Frau Freitag all das in moderner Version mit technischer Unterstützung und ausgedruckter Auswertung.

Die Floskeln „Frau Dienstag“ und „der Freund“ machen die engere Umgebung von Frau Freitag recht anonym, wie gewohnt. Nur die Personen im weiteren Umfeld, also beispielsweise die Fahrlehrer und Mit-Fahrschüler, haben Vornamen. Das ist einer der vielen kleinen Punkte, die Frau Freitags Bücher so charmant machen. Es gibt immer wieder Stellen, an denen man einfach extrem breit grinsen oder auch laut herauslachen muss, aber auch eine Menge Stellen, die ein wenig nachdenklich machen. Genau diese Stellen finde ich jedoch besonders schön. Und Frau Freitag schafft es, der ganzen Story auch noch die exakt richtig dosierte Portion Spannung zu geben.

Kurz und gut: Frau Freitag hat mich schon wieder überzeugt! Ich hätte nicht gedacht, dass es möglich ist, über so viele Bände so witzig zu bleiben, ohne sich selbst zu imitieren. Wunderbar! Das hat ganz eindeutig die vollen fünf Sterne verdient!

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Tags: fahrschule, frau freitag, führerschein, hörbuch, sabbatjahr   (5)
 

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47 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

kochbuch, rezepte, histaminfrei, laktosefrei, histaminintoleranz

Happy Healthy Food

Nathalie Gleitman , Klaus Arras , Liya Geldman , Katja Briol
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 17.03.2017
ISBN 9783954531264
Genre: Sachbücher

Rezension:

Natalie Geitman hat aufgrund gesundheitlicher Beschwerden Rezepte entwickelt, mit denen diversen Intoleranzen entgegengewirkt werden kann. Das Buch eignet sich, um per Selbsttest Lebensmittelunverträglichkeiten herauszufinden. Allerdings muss man dabei auf sehr viel Gewohntes verzichten und bereit sein, die Ernährung wirklich radikal und komplett umzustellen.

Die Rezepte sind zumeist unkompliziert, die Zutaten sind es allerdings selten. Hier hat man wohl in den seltensten Fällen die Ingredienzen sowieso im Küchenschrank stehen. Noch dazu sind viele benötigte Lebensmittel nicht gerade günstig und wirklich schwer zu bekommen.

Was mich aber am meisten an diesem Buch stört ist, dass die Autorin selbst am meisten Platz darin einnimmt, nicht ihre Rezepte. Es finden sich jede Menge Fotos von ihr, frisch und fröhlich, gesund und munter und hübsch knapp bekleidet. Alles recht und schön, aber die Leidensgeschichte hätte man kürzer fassen können und die meisten Fotos sich sparen können – das hätte dann Platz für weitere Rezepte gelassen.

So ist das Buch ein schwerer, dicker Wälzer. Mehr als 250 Seiten, dabei 100 Rezepte, ein Lebensmittelregister, ein Rezepteregister und jede Menge Nathalie Gleitman. Selbst bei mehrfacher Suche fand ich ein einziges Rezept, das man als „alltagstauglich“ bezeichnen könnte: Lachs auf Gemüsebett. Alles andere ist für meine Verhältnisse einfach zu schwer umsetzbar, um wirklich eine Woche (die ich für zu kurz gefasst erachte) durchgehend so zu essen, um sich selbst auf Histaminunverträglichkeit, Glutenallergie und Laktoseintoleranz zu testen.

Die Idee an sich finde ich gut, die Umsetzung nicht. Vielleicht wäre es einfacher, die drei Bereiche zu trennen und lieber nacheinander auszuloten. So schön ich die Aufmachung des Buches finde, so wenig tauglich finde ich es. Das ist schade. Deshalb kann ich leider auch nur drei Sterne geben.

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Tags: glutenfreie ernährung, histaminintoleranz, intoleranzen, kochbuch, laktoseintoleranz, rezepte   (6)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

intrigen, abhängigkeit, zwillinge, eigenständigkeit

Zwei Schwestern

Dorothy Baker , Kathrin Razum
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.03.2017
ISBN 9783423145596
Genre: Romane

Rezension:

Judith und Cassandra sind Zwillingsschwestern. Während Judith das Leben lebt und genießt, sich weiterentwickelt und die Liebe findet, will Cassandra sich mit Judith lieber in einer Traumwelt verschließen, nur sie beide, keine anderen Menschen in diesen Kreis eindringen lassen. Als Judith dann heiraten will, plant Cassie die Verhinderung der Hochzeit.

Ich sage immer, dass viele Bücher ihre Zeit haben, in der sie funktionieren. Einige sind danach einfach nur noch schwer verständlich oder langweilig oder sinnentleert oder oder oder … Leider fand ich zu dieser Story einfach keinen Zugang. Sie hat mich nicht abgeholt, auch nicht mit Verspätung. Ich stand einfach da und habe gewartet, dass sich etwas tut, aber nix da.

Judith ist eine relativ normale junge Frau, aber Cassie wurde mir von Seite zu Seite unsympathischer. Total auf sich und ihre Bedürfnisse fixiert überrollt sie alles und jeden, der ihre seltsamen Vorstellungen nicht teilt. Auch kann ich den Erzählstil von Dorothy Baker nicht wirklich loben. Hier kommt zu stark der Stil der 1960er Jahre durch, den ich wohl eindeutig nicht mag, zumindest dieses Jahr. Da ändert auch der „dramatische Höhepunkt“, an dem die Erzählperspektive zu Judith wechselt, nichts. Der letzte Teil wird dann wieder aus Cassies Sicht erzählt.

Sicher ein toller Roman für diejenigen, die auf diesen Stil stehen. Leider mache ich das nicht. Gut geschrieben ist das Buch aber. Die Bewertung fällt mir schwer. Ich schwanke zwischen zwei und drei Sternen, vergebe aber aus sentimentalen Gründen drei Sterne.

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Tags: abhängigkeit, eigenständigkeit, intrigen, zwillinge   (4)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

findelkind, hass, erbe, geschwister, liebe

Sturmhöhe - Wuthering Heights

Emily Brontë , Wolfgang Berger , Beate Rysopp
Audio CD: 12 Seiten
Erschienen bei Audiobuch, 07.03.2017
ISBN 9783958620117
Genre: Klassiker

Rezension:

Das Findelkind Heathcliff findet auf Wuthering Heights ein neues Zuhause. Der Tod des Vaters löst in Cathys Bruder Hindley schlechte Seiten aus und Cathy und Heathcliff leiden sehr unter ihm. Hindley wird nach dem Tod seiner Frau zum Spieler und Trinker und vernachlässigt alles, sogar seinen Sohn Hareton. Um diesem Leben zu entkommen, heiratet Cathy den wohlhabenden Nachbarn Edgar Linton, obwohl zwischen ihr und Heathcliff starke Gefühle gewachsen sind. Diese Faktoren lassen Heathcliff zu einer Art Monster werden und er spielt seine Macht, die er im Laufe der Zeit erlangt, extrem aus.

Die Geschichte wird dem jungen Gentleman Mr. Lockwood, der sich in Thrushcross Grange, das an Heathcliff gefallen ist, eingemietet hat, von der Haushälterin Nelly Dean erzählt.

Die Geschichte um den Roman selbst ist ebenso spannend, wie „Sturmhöhe“ selbst. Wenn man sich vor Augen führt, wie schwer es Frauen zu dieser Zeit hatten, wundert es nicht, dass es ein Skandal war, als herauskam, dass der Roman von einer Frau geschrieben war (er erschien unter einem männlichen Pseudonym). Mich persönlich hat sehr betroffen gemacht, wie sehr alle Frauen in diesem Roman litten und wie wenig sie wertgeschätzt wurden. Gleichzeitig bin ich immer wieder erstaunt, wie großartig Emily Brontë die Geschichte gewebt hat.

Die Erzählweise (zwei Erzähler, eine Frau und ein Mann) ist großartig gewählt und im Hörbuch sehr schön umgesetzt. Mir gefällt Beate Rysopp als Nelly Dean sehr gut und Wolfgang Berger verkörpert mit seiner angenehmen Stimme den wohlhabenden Gentleman sehr gut. Die durchgehend düstere Stimmung mit nur wenigen frohen Momenten für die weiblichen Protagonisten, die extreme Boshaftigkeit der meisten männlichen Charaktere und das sich aufbauende Unheil bewegen sehr. Schön ist das nicht, doch ist es eben der Roman, der das so vorsieht. Die beiden Sprecher haben ihn mit ihren Stimmen und der Sprachmelodie hervorragend lebendig werden lassen.

Insgesamt 890 Minuten fordern vom Hörer viel – eben aufgrund des düsteren Geschehens. Dieser Klassiker ist traurig und schaurig, aber perfekt umgesetzt. Das wird von mir mit den vollen fünf Sternen belohnt.

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Tags: betrug, erbe, findelkind, geschwister, hass, liebe, tod   (7)
 

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150 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 76 Rezensionen

entführung, thriller, baby, lösegeld, psychothriller

The Couple Next Door

Shari Lapena , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783785725856
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anne und Marco sind seit einem halben Jahr stolze Eltern. Die Nachbarn haben sie eingeladen, möchten aber nicht, dass sie Cora mitbringen. Als der Babysitter kurzfristig absagt, möchte Anne nicht zu Cynthia und Graham gehen, aber Marco findet, mit dem Babyphone und wenn sie alle halbe Stunde abwechselnd nach Cora sehen, geht das schon. Es ist ja nur ein Haus weiter. Um Mitternacht ist auch noch alles bestens, aber als die beiden nach Hause gehen, finden sie die Haustür offen vor und von Cora keine Spur. Annes Depressionen machen ihr nun Angst – hat sie ihrer Tochter etwas angetan und erinnert sich nicht mehr daran? Will Marco sie nur vor dem Gefängnis schützen? Gibt es einen echten Entführer? Immerhin hat sie sehr reiche Eltern. Detective Rasbach hat schnell eine ganz eigene Theorie …

Mich hat der Anfang des Thillers unheimlich an den Fall Maddie erinnert. Will ich Anne und Marco verurteilen, weil sie ihr Baby allein gelassen haben? Ich tendiere zu „nein“, denn eine Tür nebenan oder ein anderes Stockwerk kann so viel nicht ausmachen. Aber mein Herz sagt schon, dass ich mein Kind nie hätte allein gelassen, auch wenn das keine Garantie gewesen wäre, dass Cora nicht entführt worden wäre. Das Miträtseln, wer und vor allem warum das Kind entführt hat, war sehr spannend. Alle hätten ein Motiv und vor allem die Möglichkeit gehabt. Nach und nach kommen immer mehr Details dazu, die zu beängstigenden Wendungen führen und die Spannung immer mehr nach oben schrauben. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, wie genial Shari Lapena der Handlung immer wieder neue Richtungen gab, ohne unglaubwürdig zu werden.

Die Figuren sind wunderbar aufgebaut. Einzig Graham bleibt ein bisschen blass. Sehr viel arbeitet die Autorin mit Andeutungen, die im Leser dann anwachsen und ein Bild ergeben. Das ist wunderbar gelungen und wirkt erstaunlich gut. Der Stil ist der Handlung angepasst, sodass man das Buch kaum aus den Händen legen kann und jede Seite ein echter Lesegenuss ist. Alles ist logisch und in sich stimmig aufgebaut. Die Ängste und Gedanken von Anne und Marco sind für mich absolut nachvollziehbar und ihre Handlungen entsprechend ebenfalls. Ihre Geheimnisse voreinander und vor anderen ziehen erschreckende Folgen nach sich und genau dies ist für mich der besondere Thrill der Story. Das regt definitiv zum Nachdenken an.

Mir gefällt auch, dass hier nicht wieder einmal endlos viele Erzählstränge miteinander verwoben werden. Die Geschichte ist ziemlich geradlinig und überrascht mit einigen, meiner Meinung nach genialen, Wendungen. Auch ist hier nicht die Ermittlungsarbeit der Polizei im Fokus, sondern die Suche der Familie nach Cora. Mir persönlich hat das sehr gut gefallen.

Ich habe den Thriller sehr genossen. So macht Lesen Spaß. Eine klare Sprache, keine verbalen Verrenkungen und eine Geschichte, die unter die Haut geht. Ich gebe aus Überzeugung die vollen fünf Sterne!

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Tags: affäre, black out, depressionen, entführung, erpressung, familie, geheimnisse, geld, shari lapena, thriller   (10)
 

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112 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

liebe, garten, gegen liebe ist kein kraut gewachsen, trauer, gärtnern

Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen

Abbi Waxman , Katharina Naumann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.03.2017
ISBN 9783499272769
Genre: Liebesromane

Rezension:

Lilian hat vor vier Jahren ihren Mann bei einem tragischen Unfall verloren. Er war die Liebe ihres Lebens und sein Tod hat sie komplett aus der Bahn geworfen. Ihre Schwester Rachel war die größte Hilfe in dieser schweren Zeit. Die Kinder Claire und Annabel gehen auf ihre eigene Weise mit dem Schmerz um. Beruflich wird Lilian dann dazu verdonnert, an einem Garten-Workshop teilzunehmen. Was der so neben Pflanzenwissen noch so alles für sie zu bieten hat, überrascht sie komplett und verändert ihr komplettes Leben und die Sicht auf die Dinge.

Trauer ist eine absolut individuelle Sache. Es gibt keinen echten Rat, keinen „Fahrplan“. Man muss für sich selbst herausfinden, wie man damit umgeht. Doch manchmal merkt man gar nicht, dass man vergisst, dass auch andere trauern. So wundert es nicht, wenn es hier und da mal zu erstaunlichen Auseinandersetzungen kommt.

Lilian ist eine grundsympathische Frau Mitte dreißig und überspielt mit viel Humor, wie verletzlich und zerbrechlich sie ist. Sie möchte ihre beiden Töchter nicht mit ihrer Trauer belasten und kämpft sich, so gut es geht, allein von Tag zu Tag. Der Workshop in freier Natur verläuft dann ganz anders, als sie sich das vorgestellt hatte. Sie lernt völlig unterschiedliche Menschen kennen, bildet sich eine Meinung über sie und erkennt, dass man sich sehr stark irren kann. Dabei ist sie nie überheblich, sondern bleibt eine Frau, die man gern zur Freundin hätte. Auch die beiden Töchter könnte ich glatt adoptieren! Eine Traumfamilie! Klingt nach total kitschigem Roman? Ist es aber nicht! Es ist kaum zu beschreiben, wie frisch und witzig, spritzig und unterhaltsam dieser Roman trotz der Thematik und dem gesamten Verlauf ist.

Abbi Waxman hat mir tolle Lesestunden geschenkt und obwohl ich mehr im Genre Krimi und Thriller zu Hause bin, habe ich mich mit dem Buch super wohl gefühlt und wurde bestens unterhalten. Man überlegt beim Lesen schon, wie eingefahren man selbst in seinem Denken und Handeln ist und nimmt sich vor, ein wenig mehr darauf zu achten. Doch auch wenn das jetzt so nach erhobenem Zeigefinger klingt – dem ist nicht so. Das Buch ist leichte Kost, die dennoch tief unter die Haut geht. Dass es kaum unsympathische Figuren gibt, mag ungewöhnlich sein, dennoch ist das Buch in sich rund und stimmig. Konflikte gibt es genug, da darf ein Buch auch mal etwas positiver sein.

Zwischen den Kapiteln finden sich Gartentipps. Diese sind nett, aber meiner Meinung nach nicht so wirklich brauchbar oder hilfreich. Aber die Idee ist schön – ich mag auch gerne Rezepte in Romanen und Krimis. Einfach ein wenig Mehr.

Für die Lesefreude und die gelungene Story rund um das Thema Trauerbewältigung und Liebe gebe ich sehr gerne die vollen fünf Sterne.

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Tags: alleinerziehende mutter, familie, junge witwe, liebe, neuanfang, tod, trauerbewältigung, unfall   (8)
 

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29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

tochter, geheimnis, familie, entführung, as

Good as Gone

Amy Gentry , Astrid Arz , Anna Thalbach , Nellie Thalbach
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 27.02.2017
ISBN 9783844525403
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jane muss mit ansehen, wie ihre 13-jährige Schwester Julie entführt wird. Alle Bemühungen der Polizei bleiben erfolglos, auch die verzweifelten Aktionen der Eltern fruchten nicht. Doch dann, völlig unerwartet, taucht Julie auf: nach acht Jahren! Die Familie ist überglücklich, doch dann verstrickt sich Julie in immer mehr Widersprüche und ihre Mutter Anna macht sich mithilfe eines ehemaligen Polizisten auf die Suche nach der Wahrheit ...

Die Story ist sehr schlüssig und spannend aufgebaut. Die Familie Whitaker ist grundsympathisch und ihr Schicksal geht mir sofort unter die Haut. Besonders Mutter Anne ist eine starke Frau und ihre Versuche, die Familie und das Leben, das sie kannte, aufrechtzuerhalten, sind beeindruckend. Gleichzeitig sind ihre Angst und ihr Schmerz immer spürbar. Während Anna nach und nach kleine Puzzleteilchen zusammenfügt, lernt der Leser quasi rückwärts alle Personen, in die sich Julie verwandelt hat, kennen. Dabei wird man stets hin- und hergerissen zwischen Entsetzen und unfassbarem Mitleid, bis zum Showdown, der eine überraschende, aber stimmige und überzeugende Auflösung mitbringt.

Mir haben die Figuren sehr gut gefallen – und zwar durchweg alle, auch die unsympathischen. Sie sind logisch und stimmig aufgebaut, wodurch eine große Authentizität entsteht. Amy Gentry füttert den Leser mit gerade eben so viel Information, wie dieser braucht, um interessiert zu bleiben. Die Spannung war für mich von Anfang an da, sodass ich das Hörbuch tatsächlich an einem Stück gehört habe, die ganzen 7,5 Stunden – das habe ich bisher noch bei keinem Hörbuch getan. Mir fallen Schlagworte wie mitreißend, faszinierend, unwiderstehlich und vielschichtig ein, wenn ich das Buch beschreiben soll. Es hat mir definitiv extrem gut gefallen.

Religion wird im Laufe der Handlung zu einem wichtigen Thema. Zunächst hat mich das befremdet und auch gestört, doch dann erklärte sich dieser Punkt sehr schlüssig und logisch und mir wurde ganz anders – doch warum, kann ich leider nicht darlegen, da ich nicht spoilern möchte.

Gelesen wird das Hörbuch von Anna und Nellie Thalbach. Während Anna Thalbach betont emotional liest, die Wut und Angst von Anna Whitaker damit auf den Punkt bringt, liest Nellie Thalbach sehr sanft und leise. Das hat mich anfangs, nein, eigentlich bis fast zum Ende, sehr gestört, doch nach dem letzten Satz habe ich es verstanden und muss gestehen: genau so war es richtig gelesen!

Fazit: ich bin restlos begeistert von der Story und den beiden Sprecherinnen. Die Stellen, an denen ich stutzig wurde, haben sich alle am Ende erklärt, ohne dass ich das Gefühl hatte, die Autorin habe mit Gewalt eine Lösung konstruiert. Alles passt ineinander. Ganz großes Kino – und ich hoffe, diese Autorin schafft noch weitere solche Werke! Von mir ganz klar die vollen fünf Sterne.

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Tags: angst, ehemaliger polizist, entführung, familie, flucht, geheimnis, mutter, religiöser enthusiasmus, religiöser fanatismus, religiöser wahn, rückkehr, serientäter, tochter   (13)
 

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101 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

tod, trauer, verlust, roman, 70er jahre

Ein fauler Gott

Stephan Lohse
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 06.03.2017
ISBN 9783518425879
Genre: Romane

Rezension:

Bens kleiner Bruder Jonas ist nach einem Schwimmbadbesuch ins Krankenhaus gekommen und dort gestorben. Seine geschiedene Mutter und er sind vollkommen hilflos und mit der Trauer geradezu überfordert. Noch dazu ist der Vater weit weg in Frankfurt und hat dort mit der neuen Frau ein neues Leben angefangen. Ben und seine Mutter durchleben jeder für sich eine harte Zeit. Doch nur gemeinsam können sie mit der Trauer und dem Verlust weiterleben.

Anfang der 1970er Jahre ist das, was an sich auch heute noch traumatisch ist, noch viel belastender. Waren doch viele Dinge noch viel komplizierter und schwerer als heute. Schon allein das Leben als alleinerziehende, geschiedene Mutter bedeutete eine extreme Belastung. Noch dazu ist Ruth, Bens Mutter, durch den Krieg und die Flucht geprägt. Schon von Kindheit an hatte sie es schwer, musste immer wieder zurückstecken und Verluste und Trennungen verkraften. Ihr Halt im Leben waren Jonas und Ben. Der Tod von Jonas kommt ihr vor, als hätte sie persönlich versagt.

Ben dagegen will sich nicht komplett in diesem tiefen schwarzen Loch der Trauer verlieren. Es fällt ihm schwer, über Jonas‘ Tod zu sprechen, doch findet er Wege, dennoch an Antworten zu kommen. Mitten auf dem Weg in die Pubertät verändert sich so vieles um ihn herum und in ihm selbst, dass er sich in seine eigene Welt flüchtet. Dort finden ihn aber immer wieder Zeitgenossen, die auf ihre spezielle Art und Weise Antworten für Ben haben und ihm helfen, den Verlust zu tragen.

Ben weiß, dass seine Mutter ihre Trauer vor ihm verstecken möchte, aber wenn sie sich in ihr Schlafzimmer zurückzieht und in ihre Heizdecke wickelt, dann weint sie. Also stellt Ben nicht ihr seine Fragen, sondern versucht, ihre Trauer mitzutragen, sie abzulenken und aufzumuntern. Dabei findet er ganz besondere Antworten. Mit seiner kindlichen Art und dem Ergebnis seiner eigenen Trauerbewältigung entdeckt er, wie er seiner Mutter die Schuldgefühle nehmen und mit ihr gemeinsam weitermachen kann.

Die Sprache, die Stephan Lohse nutzt, ist außergewöhnlich. Sie ist teils kindlich und sehr bildhaft, dennoch (oder gerade deshalb) beschreibt sie wunderbar ausdrucksstark die Situationen von Ben und Ruth. Dabei wird sie niemals kitschig oder triefend vor Selbstmitleid. Das ist bewundernswert und ganz große Leistung.

Besonders bemerkenswert ist, dass all die vielen wundervollen, einzigartigen, großartigen Sätze in diesem Buch zeitlos sind und auch heute, 45 Jahre später, dieselbe Gültigkeit haben. Trauer ist zeitlos, Trauer vergeht nicht, Trauer verändert sich nur ganz langsam und begleitet uns ewig. Dennoch ist das nicht deprimierend, denn Trauer kann auch bereichern.

Ein Buch, das man nicht vergisst und das trotz des Themas die Welt ein wenig schöner macht. Auch für alle, die selbst trauern, ist dieses Buch eine Hilfe. Für mich das bewegendste Buch der letzten Jahre – eindeutig eine Leseempfehlung und die vollen fünf Sterne!

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Tags: 1970er jahre, alleinerziehende mutter, krankheit, nachkriegsgeneration, tod, trauer, trauerbewältigung, verwaiste eltern   (8)
 

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(314)

747 Bibliotheken, 38 Leser, 2 Gruppen, 198 Rezensionen

prinzessin, prinz, fantasy, attentäter, der kuss der lüge

Die Chroniken der Verbliebenen - Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson ,
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600368
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lia ist zarte 17 und die erste Tochter des Königshauses von Morrighan. Sie soll einen ihr unbekannten Mann heiraten. Mit ihrer Zofe flieht Lia und wird in einem kleinen Dorf in einer Taverne angestellt. Der Prinz und ein Kopfgeldjäger suchen nach ihr.

Mein Problem mit gehypten Büchern ist immer jenes, dass sie mich meist enttäuschen. Deshalb versuche ich, den Hype zu verdrängen und das Buch selbst auf mich wirken zu lassen. „Der Kuss der Lüge“ ist ein Jugendbuch, das mit Romance und Fantasy aufwartet und der Auftakt einer neuen Reihe der Autorin Mary E. Pearson. Mir waren ihre Bücher bisher nicht bekannt – allerdings bin ich auch längst der Zielgruppe entwachsen (lese aber dennoch sehr gerne Jugendbücher, zumindest zwischendurch).

Man darf einfach nicht aus den Augen verlieren, dass es ein Jugendbuch ist. Dann kann man mit einigen Komponenten des Buches auch anders umgehen. Mich stört beispielsweise, dass Lia sich zu beiden, Rafe und Kaden, hingezogen fühlt. Ja, sie ist ein junges Mädchen, aber dennoch – das ist so gar nicht meins. Möglicherweise habe ich Lia auch deshalb nicht so richtig ins Herz geschlossen. Doch auch der Beginn der Geschichte macht mich ein wenig wütend: vielleicht wäre es ganz schlau gewesen, sich den zukünftigen Ehemann erst einmal anzusehen, bevor man flieht? Ja, klar, auch ich hätte mich ungern mit 17 mit einem Unbekannten verheiraten lassen, dennoch wäre ich neugierig genug gewesen, mir den zumindest mal heimlich anzugucken.

Der Schreibstil ist gut lesbar, für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen angenehm und der Kniff, einige Kapitel aus der Sicht von Rafe bzw. Kaden zu erzählen und dann wieder aus der Sicht des Prinzen bzw. des Attentäters machen das Rätsel und Verwirrspiel, welcher von beiden nun der Prinz und welcher der Attentäter ist, sehr spannend. Das gefällt mir wirklich gut. Wie schnell man ahnt oder weiß, wer nun wer ist, tut dem Lesegenuss wenig Abbruch, denn die Wendungen machen auf alle Fälle Spaß.

Die erste Hälfte des Buches hat einige Längen und plätschert teilweise vor sich hin. Das macht die zweite Hälfte jedoch wieder wett. Und wer die vielen Serien und Trilogien der letzten Jahre ein wenig verfolgt hat, wird bemerkt haben, dass diese sehr oft im ersten Band ein wenig schwächeln und dann regelrecht erblühen. Am Ende dieses ersten Bandes freut man sich jedenfalls schon auf die Fortsetzung.

Dennoch würde ich diesen Band mit 3,5 Sternen bewerten. Aufgerundet sind es dann vier.

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Tags: band 1, braut, fantasy, flucht, kopfgeldjäger, mary e. pearson, prinz, reihe, serie, verrat   (10)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

familie, kenia, liebe, betrug, afrika

Ashford Park

Lauren Willig , Ulrike Hübschmann , Ulla Mothes
Audio CD: 6 Seiten
Erschienen bei Audiobuch, 01.10.2013
ISBN 9783899644975
Genre: Romane

Rezension:

Auf der Feier zum 99. Geburtstag ihrer Granny Addie nennt diese ihre Enkelin Clemmie plötzlich „Bea“. Clemmie wird neugierig und möchte wissen, wer Bea ist. Doch Addie erholt sich nicht mehr von ihrem Schwächeanfall und so muss Clemmie auf eigene Faust recherchieren. Dabei findet sie heraus, dass Addie ihre Eltern als kleines Kind verloren hat und bei ihren Verwandten aufgewachsen ist. Einzig ihre Cousine Bea, die im Grunde das genaue Gegenteil von Addie ist, nahm sie herzlich auf und sie wurden beste Freundinnen. Doch das Leben und der Krieg haben ihre Spuren hinterlassen. Bea betrügt ihren Mann und verlässt mit Frederick das Land und baut in Kenia eine Kaffeeplantage auf. Dort besucht sie irgendwann Addie, deren alte Leidenschaft für Frederick wieder auflebt …

Mir gefallen Romane, die in der Jetztzeit und der Vergangenheit spielen und eine Brücke zwischen den Zeiten bauen, sehr gut. Lauren Willigs „Ashford Park“ ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen (bzw. gehört) habe. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich die Sprecherin Ulrike Hübschmann sehr mag. Hier jedoch hat sie für meinen Geschmack die einzelnen Epochen sprachlich nicht so voneinander getrennt, wie das schön gepasst hätte. Das komplette Hörbuch habe ich ihren Tonfall und die Sprachmelodie als veraltet bzw. für die Vergangenheit passend, aber nicht für die Gegenwart, empfunden. Ich hätte mir gewünscht, dass sie Clemmies Part moderner, flotter, frecher, frischer gelesen hätte. Ihr Stil passt perfekt zu Addie und Beas Part in Ashford Park und Kenia, aber nicht zu Clementine in unserer Gegenwart. Das hat mir das Hören teils etwas erschwert.

Die Aufteilung der Autorin der Episoden in den diversen Zeiten erfordert ein konzentriertes Hören, da man sonst die Zusammenhänge leicht verliert. Es baut sich nach und nach ein Konstrukt auf, aus dem zwangsläufig nicht alle schadlos hervorgehen können. Doch wie groß und weitreichend das alles ist, wird erst gegen Ende so richtig deutlich und überrascht den Leser/Hörer dann umso mehr.

Bei den Charakteren wird mir durchweg ein wenig zu sehr schwarz-weiß gemalt. Es gibt keine Menschen mit Fehlern, sondern nur Gut oder Böse. Viele sind sehr kalt und man wundert sich, woher Clemmie ihre soziale und fürsorgliche Ader haben mag. Insofern mochte ich kaum einen Charakter wirklich gern. Einzig Clemmie war mir sympathisch. Das war aber wieder recht klischeehaft, da Clemmie eigentlich in New York lebt und London einzig für den Geburtstag ihrer Granny Addie besucht.

Sehr gut gefallen haben mir die Abschnitte, die in Kenia spielen und in denen von dem Leben dort, den Nöten der Einheimischen, der Arbeit auf der Plantage erzählt wurde. Diese machen allerdings nur einen kleinen Teil der Story aus.

Auch schön ist, dass es zwar einen gewissen Anteil Lovestory gibt, dieser aber nicht überwiegt und nicht ins Kitschige abdriftet. Alles in allem waren dies 459 Minuten Hörbuchunterhaltung, die mir gut gefallen haben. Deshalb ziehe ich nur einen Stern ab und bewerte deshalb mit 4 Sternen.

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Tags: afrika, betrug, liebe, londo, usa   (5)
 

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80 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

fliegen, pilotinnen, frauenbewegung, nationalsozialismus, frauen

Unsere Hälfte des Himmels

Clarissa Linden
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 10.01.2017
ISBN 9783426519011
Genre: Romane

Rezension:

Die Story: In den 1930ern kämpfen zwei junge Frauen dafür, ihren Traum vom Fliegen zu verwirklichen. Was heute niemanden mehr überraschen würde, war damals fast unmöglich, doch Johanna und Amelie, die nahezu unzertrennliche Freundinnen sind, erkämpfen sich einen Ausbildungsplatz als Fliegerinnen von Motorfliegern. Amelie verliebt sich in Felix und Johanna kann damit nicht umgehen, denn sie will niemanden zwischen sich und Amelie lassen. Das Drama nimmt seinen Lauf.

1971 reist Amelies Tochter Lieselotte nach Frankfurt. Nach einem Unfall liegt ihre Mutter im Koma. Lieselotte weiß nicht viel über die Vergangenheit ihrer Mutter und noch weniger, wer ihr leiblicher Vater ist. Das Mutter-Tochter-Verhältnis war nicht sehr innig. Lieselotte macht sich mit Amelies Nachbarin auf Spurensuche und entdeckt eine ganz andere Amelie, als die, die sie ihr Leben lang kannte …

Das Buch ist in beiden Zeitebenen sehr interessant, zeigt es doch die Probleme, die beide Frauen (Mutter und Tochter) in ihrer eigenen Zeit haben und hatten. So unterschiedlich sie sind, so ähnlich sind ihre Kämpfe, Träume und Wünsche, ihre Leiden und Sehnsüchte. Doch obwohl sie sich so sehr gleichen, konnten sie nicht miteinander darüber sprechen.

Der Stil von Clarissa Linden liest sich sehr gut und flüssig. Nichts wird überspannt oder überzogen dargestellt. Alle Situationen sind glaubwürdig und schlüssig dargestellt. Das Thema ist natürlich kein leichtes, sodass man hin und wieder doch eine kleine Auszeit braucht, um es zu verarbeiten.

Romane, die auf zwei Zeitebenen spielen, sind momentan sehr angesagt und ich mag sie auch wirklich gern. Die Vergangenheit hat immer Auswirkungen auf unsere Gegenwart und es ist faszinierend, das so klar und fokussiert in einem Roman ebenfalls zu erleben.

Die Zeit des Nationalsozialismus ist immer ein schwieriges Thema. Ich gebe zu, es belastet mich, Schicksale der Menschen damals bewegen mich sehr und ich dosiere solche Bücher für mich sehr sparsam. Ich möchte diese Zeit nicht verdrängen, doch bin ich sehr froh, dass sie Vergangenheit sind. Es ist jedoch wichtig, dass künftige Generationen wissen, wie abgrundtief schlecht viele damals waren und wie leicht sie zu Verrätern wurden. Schon allein deshalb brauchen wir Romane wie diesen.

Wunderschön und sehr informativ finde ich auch das angehängte „Nachwort und Hintergrund“. Es zeigt, dass sich die Autorin intensiv mit den Themen Frauenbewegung, Kommunikation und der Aufarbeitung des Nationalsozialismus beschäftigt hat und sehr gut recherchiert hat. So wird die Story dichter und zeigt ein zwar fiktives, doch aber realitätsnahes Stück Zeitgeschichte. Von mir bekommt „Unsere Hälfte des Himmels“ vier Sterne.

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Tags: frauen, frauenrecht, freundinnen, mutter und tochter, zeit des nationalsozialismus, zweiter weltkrieg   (6)
 

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314 Bibliotheken, 29 Leser, 2 Gruppen, 138 Rezensionen

thriller, serienmörder, london, ragdoll, daniel cole

Ragdoll - Dein letzter Tag

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783548289199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Detective William Oliver Layton-Fawkes, besser bekannt als Wolf, ist kein durchschnittlicher Ermittler. Im Gegenteil, er polarisiert. Und wenn es sein muss, rastet er auch komplett aus und landet in der Psychiatrischen Klinik. Kein Wunder, dass ihn nicht alle Kollegen in ihrer Nähe haben wollen. Doch als eine entsetzliche Collage an Leichenteilen, die Ragdoll, gefunden wird und diese direkt auf Wolfs Wohnung zeigt, wird er zum Mittelpunkt der Ermittlungen. Besonders, weil Wolfs Exfrau, die Journalistin Andrea Hall eine Liste zugespielt wird. Eine Liste mit den Namen der nächsten Opfer. Und auch Wolf steht darauf …

Wieder einmal hat ein Autor einen Protagonisten mit einem ganz besonders schwierigen Charakter erschaffen. Das ist inzwischen so weit verbreitet, dass es langsam ein wenig langweilig wird. Doch Wolf ist ein Extremfall und ich bin gespannt, wie der nächste Teil dieser neuen Serie sein wird, denn das Ende hier ist im Grunde kein Cliffhanger und deutet auch nicht wirklich auf eine Fortsetzung hin. Also lasse ich mich überraschen!

Der Spannungsbogen ist genial gestaltet. Denkt man anfangs, dass der Mörder sich selbst eine Fall gestellt hat mit der Liste, staunt man doch, wie es sein kann, dass die Ermittler immer zwei Schritte hinterherhinken. Dass Edmunds dann auf den einzig logischen Schluss kommt, ist unvermeidbar. Doch der Showdown setzt dem Ganzen dennoch die Krone auf.

Sämtliche relevanten Figuren sind ausnehmend gut aufgebaut. Die Spannung zwischen Andrea und Emily ist eine ganz besondere, denn noch immer denkt Andrea, Wolf hätte sie in der Ehe mit Emily betrogen. Emily dagegen wünscht sich genau das mehr als alles andere, ohne es erreicht zu haben.

Edmunds versucht sich als Neuer in der Abteilung, während seine Verlobte nicht mit seinem neuen Job umgehen kann, zumal sie schwanger ist. Wolf selbst kämpft mit seiner eigenen Vergangenheit und einem alten Fall, der ihn einfach nicht loslassen will.

Die Story hat viel Tempo und überrascht immer wieder. Die Wendungen sind erstaunlich, aber nicht an den Haaren herbeigezogen. Alles ist sehr gut aufgebaut und stimmig in sich. Man liest das Buch erstaunlich schnell weg. Dennoch verliert die Story im letzten Drittel ein wenig. Es lässt sich schlecht greifen, denn die Spannung ist nach wie vor da. Dennoch war ich stellenweise dann einfach nicht mehr einhundertprozentig bei der Sache und driftete zeitweise gedanklich ab. Hier hätte eventuell ein wenig gekürzt werden sollen, um das Ganze nicht zu überdehnen.

Dass die Story in London spielt, ist erstaunlich. So schwungvoll und rasant sind die Engländer selbst in Thrillern nur äußerst selten. Auch eine Spur des guten alten schwarzen britischen Humors findet sich immer wieder, besonders in den Dialogen zwischen Baxter und Wolf. Das gefällt mir sehr und ist mit ein Grund, warum ich „Ragdoll – Dein letzter Tag“ mit vier Sternen bewerte.

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Tags: daniel cole, ermittlungen, london, psychiatrie, teufel, thriller   (6)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

naturführer, bestimmungsbuch, bäume, kosmos

Welcher Baum ist das?

Margot Spohn , Dr. Roland Spohn , ,
Flexibler Einband
Erschienen bei Kosmos, 02.02.2017
ISBN 9783440151815
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bestimmungsbücher sind immer eine Sache für sich. Man muss sich in den Gedanken der Ersteller einarbeiten, um zielsicher die Bestimmungsmerkmale angehen zu können. Hier wird mit einem Farbcode gearbeitet, der die erste grobe Einteilung ermöglicht. Danach orientiert man sich an der Blattform, um den zu bestimmenden Baum eingrenzen zu können. Die Blüten und Früchte helfen zusätzlich.

Ich finde dieses Buch sehr gelungen. Es bietet eine Masse an Informationen auf kleinstem Raum. Allerdings hat es auch ein hübsches Gewicht und das will bei Wanderungen oder gar Spaziergängen dann auch getragen werden.

Man erfährt die wichtigsten Informationen über die Bäume und ihre Früchte. Wer mehr darüber wissen möchte, benötigt dann ein anderes Nachschlagewerk. Wären mehr Informationen untergebracht, könnte man den Ratgeber nicht mehr mitführen, dann wäre er eindeutig zu schwer.

Aufgrund der Vielzahl der Bäume sind die Fotos etwas kleiner ausgefallen, doch bin ich der Meinung, man kann alles gut genug erkennen, um sich bei Bedarf anschließend anderweitig mehr Wissen aneignen zu können.

Für die gesunde Neugier von Otto Normalverbraucher ist dieses Buch klasse. Schnell kann man auch als kompletter Laie die Bäume bestimmen. Wer wie ich immer wieder vergisst, wie die Arten heißen, hat hier eine tolle Gedächtnisstütze.

Sehr schön auch die kostenlose App mit den Erklärfilmen.

Mir persönlich fehlen allerdings Angaben zu Allergien. Einige Bäume und Büsche lösen bei mir extreme Hautreaktionen aus. Dazu findet sich im Buch leider nichts. Gerade das wäre aber interessant.

Insgesamt gebe ich dem Naturführer vier Sterne.

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Tags: bäume, bestimmungsbuch, kosmos, naturführer   (4)
 

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fae, fantasy, das reich der sieben höfe, liebe, sarah j. maas

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761635
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Feyre ist eine junge Jägerin. Ihre Familie ist arm. Es ist Winter und die Nahrung mehr als knapp. Deshalb riskiert sie es, einen Wolf zu erlegen. Sie hat es fast geahnt, es ist ein Fae – und das hat weitreichende Folgen für sie. Feyre wird ins Reich der Fae, Prythian, entführt. Das ist der Handel zwischen den Fae und den Menschen: ein genommenes Leben zu ersetzen.

Der Ansatz ist richtig gut, doch gibt es eine Reihe Längen, die die Story leider stark abwerten. Feyre ist mir nicht wirklich sympathisch, da sie wie ein bockiges kleines Kind macht, was sie will und sich nicht an Regeln halten mag. Leider hat sie ansonsten auch wenig zu tun bei Tamlin in Prythian, obwohl ja gerade hier das große Potenzial liegen würde.

Im zweiten Teil des Buches schlägt plötzlich alles um. Es wird actionreich und teils auch brutal. Doch die Liebesgeschichte bleibt weiter blass, was ich sehr schade finde.

Eine Parallele zu „Die Schöne und das Biest“ sehe ich hier nicht wo wirklich. Im Buch sind alle irgendwie viel zu gutaussehend und gerade Tamlin ist mit „dem Biest“ keineswegs vergleichbar. Und Feyre ist mir als Schöne ein wenig zu naiv. Vielleicht wäre es besser gewesen, diese Werbetrommel nicht so laut zu schlagen, denn dadurch bin ich mit einer vorgefassten Stimmung ans Lesen gegangen und wurde mehr enttäuscht, als nötig gewesen wäre.

Die Welt, die die Autorin hat entstehen lassen, ist sehr gut aufgebaut und stimmig in sich. Zwar sind hier einige Längen entstanden, doch kommt insgesamt einiges an Spannung auf. Dass der Leser lange im Dunkeln tappt, wozu die strikte Trennung der Reiche und wieso Tamlin und das Reich so sind, wie sie sind, mag Spannung aufbauen, hat mich streckenweise aber auch ein wenig genervt.

Einerseits passt der Aufbau der Story zur Tatsache, dass dies der Auftakt einer Reihe ist. Andererseits ist die Story in sich aber auch abgeschlossen und wer mag, kann einfach aufhören zu lesen. Dennoch gibt es eine Art Cliffhanger zum zweiten Band.

Die Figuren sind relativ stereotyp, aber gar nicht so schlecht aufgebaut. Das klingt paradox, passt aber ganz genau zu dem, wie dieses Buch bei mir ankommt. Es reißt mich hin und her. Gute Stellen, öde Längen, brutale Szenen, blasse Liebesgeschichte, es ist ein Mix, der es mir schwer macht, das Buch richtig einzustufen. Irgendetwas fehlt mir hier, um den Zeiger in eine Richtung ausschlagen zu lassen. So ist die fairste Lösung für mich, drei Sterne zu vergeben. Möglicherweise steigert sich die Story in den Folgebänden, doch ob ich sie lesen möchte, weiß ich noch immer nicht mit Sicherheit zu sagen.

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Tags: die schöne und das biest, fantasy, reihenauftakt, sarah j. maas   (4)
 

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(99)

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marmelade, trauer, familiengeheimnis, boddenlandschaft, freundschaft

Das Brombeerzimmer

Anne Töpfer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548613178
Genre: Romane

Rezension:

Noras Mann ist seit genau einem Jahr tot. Sie trauert noch immer um ihn und macht, was sie am liebsten tut: Marmelade! Als ihre Freundin Katharina das Ausmaß dieser Leidenschaft entdeckt, fragt sie Nora, ob sie nicht genau damit Geld verdienen möchte. Für Nora ist das unvorstellbar. Doch sie sieht ein, dass etwas geschehen muss. Also beginnt sie, im Arbeitszimmer von Julian aufzuräumen und entdeckt einen Brief von einer ihr unbekannten Großtante ihres verstorbenen Mannes. Es geht darum um ein altes Familienrezept für Brombeermarmelade. Als Julians Vater sehr seltsam reagiert, beschließt Nora, kurzfristig Urlaub zu nehmen und Klara in der Vorpommerschen Boddenlandschaft zu besuchen. Dort begegnen ihr außergewöhnliche Menschen und uralte Geheimnisse …

Nora ist eine sehr sympathische Protagonistin. Man fühlt mit ihr, kann ihren Schmerz verstehen und findet ihre Art der Trauerbewältigung unweigerlich sehr ansprechend. Auch die anderen Charaktere sind wie aus dem Leben gegriffen und Randpersonen sind auch deutlich blasser gezeichnet, als die wichtigen Figuren. So muss man sich als Leser nicht allzu viele Namen merken und findet sich sehr leicht zurecht. Überhaupt liest man lockerflockig Seite um Seite weg und wundert sich, wie schnell man am Ende angelangt ist. Auch wenn der Lesestoff nicht hochgeistig ist, er unterhält und tut einfach gut – und genau das wünsche ich persönlich mir von einem guten Buch.

Auch wenn die Liebe im Buch eine gewisse Rolle spielt, möchte ich das Buch dennoch nicht als Liebesroman bezeichnen. Er handelt von Gefühlen allgemein – angefangen von der Trauer über vergangene und mögliche künftige Liebe bis hin zu dem Gefühl für die eigene Familie. Auch zeigt es, wie sich die Zeiten inzwischen verändert haben und wie wir heute vieles mit ganz anderen Augen als in den 1940er Jahren sehen. Mit 29 bereits Witwe zu sein, ist ein harter Schlag. Da wieder Fuß zu fassen erscheint schnell zu schwierig. Insofern ist „Das Brombeerzimmer“ auch ein Buch, das Mut macht – und dabei sehr ergreifend ist, ohne ins Kitschige abzurutschen.

Besonders schön finde ich die eingestreuten Rezepte (für die es am Ende des Buches auch noch ein kleines Register gibt), die Lust aufs Nachkochen machen. Das hätten gern doppelt so viele sein dürfen! Zudem kommt Julian ab und an gewissermaßen auch zu Wort – und das auf eine sehr gelungene Weise.

Das relativ abrupte Ende passt dennoch zur Geschichte und vor allem lässt es Raum für Spekulation: gibt es eine Fortsetzung? Zu wünschen wäre es, denn die „Frauenpower“ ist einfach herzergreifend und die frisch geknüpften neuen Freundschaftsbande hätten ein eigenes Buch verdient. Da die Figuren sich stimmig entwickelt haben, würde ich sehr gerne wissen, wie sie an diesen Ereignissen weiter wachsen und was sie daraus machen.

Wie unschwer zu erkennen ist, gefällt mir „Das Brombeerzimmer“ ausnehmend gut, obwohl ich ansonsten eher in den Genre Thriller oder Krimi zu Hause bin. Mit Rezepten kann man mich immer locken – und hier ist auch das Drumrum wunderbar gelungen. Deshalb vergebe ich die vollen fünf Sterne und empfehle das Buch sehr gerne weiter.

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Tags: anne töpfer, familie, familiengeheimnis, junge witwe, liebe, witwe mit 29   (6)
 

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diy, basteln, frühling, kreativ, sommer

Made at Home Vol. 2 - Frühjahr & Sommer

Tina Defaux , Laura Kirschbacher , Anna Schneider
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Neuer Umschau Buchverlag, 28.02.2017
ISBN 9783865288387
Genre: Sachbücher

Rezension:

Tina Devaux und Laura Kirschbacher haben hier eine Reihe witziger, schöner, praktischer und hilfreicher, teils aber auch zu sehr auf die Vorlagen bezogene Basteltipps zusammengestellt, die von Anna Schneider genial in Bildern festgehalten worden sind.

Das Buch hat eine stabile Ringbindung. So kann man es aufgeschlagen vor sich liegen haben, ohne dass der Buchrücken dabei Schaden nimmt. Außerdem erleichtert das das Kopieren der Vorlagen enorm.

Einige der Tipps sind komplett einfach, andere doch schwieriger. Manche davon regen wieder zu neuen, eigenen Ideen an – die gefallen mir am besten. Die einzelnen Seiten sind aus stabilem Papier, das auch mal eine kleine Attacke verträgt (beim Basteln geht es ja auch gern mal drunter und drüber). Die benötigten Bastelmaterialien sind meist sehr einfach zu bekommen und teils sogar „Abfallprodukte“ aus dem täglichen Leben. Hin und wieder geht der Materialbedarf aber auch etwas ins Geld (ich denke da besonders an das Riesen-Eis-am-Stil als Dekoobjekt).

Die Ideen sind mit kleinen Weckern gekennzeichnet, die angeben, wie lange man für das jeweilige Projekt benötigt. Dabei bezeichnen die „15-Minuten-Abschnitte“ nicht exakt die Zeit, sondern von „sehr schnell“ bis „nachmittagfüllend“ den Zeitaufwand.

Die Ideen sind alle auf Frühjahr und Sommer ausgelegt. Besonders viel findet sich für Gartenpartys – zumindest, wenn man sich die Zeit dafür nehmen möchte, all die wirklich hübschen „Kleinigkeiten“ dafür zu basteln. Ein wenig bin ich enttäuscht, denn ich dachte, es finden sich Projekte, die mehr freies Basteln ermöglichen. Hier sind sehr viele Ideen, für die man die Vorlagen (die teils auf der Verlagsseite auch zum Download bereitstehen – wozu man dann online sein muss und einen guten Drucker braucht) verwenden soll/muss. Mir nimmt dann das Wissen, dass hunderte andere eben genau dies auch gebastelt haben, die Freude daran. Das ist dann eher ein „Bastelsatz“ und nichts für mich. Im Grunde sind viele der vorgestellten Ideen gar nicht näher erklärt. Man guck sich ab, was man sieht, und arbeitet es nach.

Ob aber Rezepte in ein Workbook dieser Art gehören, weiß ich nicht so genau. Für mich hat das mit Basteln wenig bis gar nichts zu tun. Ein Eis am Stiel haben wir schon als Kinder gemacht, ganz ohne solch eine Anleitung.

Insgesamt ist das Buch nett gemacht, aber nicht ganz das, was ich erwartet habe. Dennoch sind gute Ansätze dabei. Deshalb gebe ich drei Sterne und werde mir das „Made at Home für die dunkle Jahreszeit“ leider nicht zulegen. Ich möchte das Buch nicht zerschnippeln und auch nichts darin eintragen. Schön wäre gewesen, wenn man die Seiten entnehmen könnte, wie bei einem Ordner. Für den Preis der Bücher müsste da sehr viel mehr drin stecken, das mich richtig und komplett anspricht.

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Tags: anleitungen, basteln, inspirationen   (3)
 
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