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104 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

thriller, familie, schuld, psychothriller, enttäuschung

Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit

Gilly Macmillan , Maria Hochsieder
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2017
ISBN 9783426520567
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zoe hat drei Jahre Jugendarrest hinter sich. Sie ist als Mörderin verurteilt, weil alle Insassen des Wagens, den sie gefahren ist, bei einem Unfall gestorben sind. Zoe war zwar betrunken, doch niemand glaubt ihr, dass man ihr den Alkohol untergejubelt hatte. Jetzt versuchen sie und ihre Mutter, ein neues Leben aufzubauen. Deshalb darf ihr Stiefvater nie erfahren, was damals geschehen ist. Doch Zoe ist eine begnadete Pianistin und bei einem sehr wichtigen Auftritt platzt der Vater eines der Opfer in die Vorstellung. Wenige Stunden später ist Zoes Mutter tot …

 

Das Buch  beginnt mit einem Zeitungsbericht über den Unfall. Das ist eine sehr schöne Idee und zieht den Leser automatisch in die Story hinein, macht diese noch realitätsechter. Gilly MacMillan lässt mehrere der Beteiligten die Story kapitelweise aus ihrer Sicht erzählen. So bildet sich ein Gesamtbild für den Leser, das mehr zeigt, als es ein einzelner Erzähler könnte, denn so kommt mehr Wissen zusammen, auch mehr Spannung, denn jeder in diesem Thriller hat sein eigenes Geheimnis.

 

Anfangs kommen noch Zeitsprünge hinzu, damit der Leser von Zoes Vergangenheit erfahren kann, was relevant ist. Auch wenn man von Anfang an weiß, dass Zoe eine verurteilte Mörderin ist und ihre Mutter im Verlauf des Buches den Tod findet, steckt in jeder Seite enorm viel Spannung. Sympathien und Antipathien wechseln sich ab, man kommt gar nicht zur Ruhe. Kaum ein Charakter gerät nicht in Verdacht, immer wieder entwickelt man neue Theorien.

 

Die Ungerechtigkeit Zoe gegenüber hat mich das ganze Buch über gequält. Dass jeder im Leben sein Päckchen zu tragen hat und die Autorin dies in diesem Buch auch immer wieder zeigt, war eines der Hauptthemen und hat mich gleichermaßen belastet und gefesselt. Durch die relativ kurzen Kapitel, die sehr gut dosiert sind, kam nie Langeweile auf. Die einzelnen Personen sind jeweils sehr gut gezeichnet und lassen sich entsprechend gut auseinanderhalten. Es gibt auch nicht zu viele Figuren, sodass man nicht durcheinanderkommt und auch nicht nach einem Personenregister lechzt. In all der Spannung, die nicht plump, sondern sehr subtil und dadurch für mich noch wirkungsvoller ist, bleibt noch immer viel Raum für die Gefühle der Charaktere. Ängste, Sorgen, Wünsche, Probleme – alles wurde sehr stimmig in den Thriller eingebaut, sodass es unglaublich echt wirkt.

 

Ein weiteres Highlight im Buch ist das Drehbuch, das Zoes Stiefbruder Lucas geschrieben hat. Es bildet sowohl eine Art Bindeglied, als auch einen zusätzlichen Spannungsfaktor.

 

Die Wende am Ende kommt unerwartet und war zunächst ein Schock, dann aber habe ich mich damit angefreundet und bin über mich selbst erstaunt.

 

Ein einziger Faktor an der Geschichte stört mich ein wenig. Das liegt aber einzig und allein an meinem Gerechtigkeitssinn. Deshalb kann ich dafür auch keinen Sterneabzug berechnen.  Vor allem aber auch, weil auf andere Art und Weise die Gerechtigkeit alles ausgleicht.

 

Fazit: ich habe dieses Buch komplett von Anfang bis Ende genossen und kann es allen wärmstens empfehlen, die wie ich den subtilen Thrill dem blutigen bevorzugen. Von mir gibt es jedenfalls die vollen fünf Sterne.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

moderator, mach dich ran, mdr, comedy, mario richardt

Und kommen Sie gut in die Betten...

Mario D. Richardt
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Lehmanns, 07.03.2008
ISBN 9783865412607
Genre: Humor

Rezension:

HÖRBUCHREZENSION

Nein, ich kenne die MDR-Sendung „Mach dich ran“ nicht. Das Hörbuch habe ich von einer Freundin geschenkt bekommen. Ja, ich lache sehr gern. Aber ich konnte über die gesamte Länge des Hörbuchs nur lächeln und auch mal zustimmend nicken – oder auch mal verneinend den Kopf schütteln (SO schlimm ist IKEA nun wirklich nicht, da liegt es wohl am Endverbraucher). Die Textchen sind auch gar nicht so übel. Was mir aber richtig zu schaffen gemacht hat, ist die Art und Weise, wie Mario Richardt sie vorträgt. Der Tonfall ist unfassbar nervig. Das soll wohl das Lustige der Geschichten unterstreichen, bei mir löst es aber Abwehrhaltung aus. Mir fallen auf Anhieb mindestens fünf Sprecher ein, die diese Texte so gelesen hätten, dass man vor Lachen unterm Tisch liegen würde.

Das ist echt schade – so viel Potenzial und dann alles durch die Art des Lesens kaputt!

Die 44 Texte sind aus dem Leben gegriffen. Man findet sich immer wieder selbst. Sei es nun die Benachrichtigungskarte von DHL, obwohl man daheim war und aufs Paket gewartet hatte, die Hotline der Telecom oder deutsche Bürokratie – fast alle Texte passen auf nahezu jeden von uns. Auch erfährt man einiges aus dem Leben des Autors allgemein und aus seinem Job – alles in lustigen Episoden. Genau deshalb könnte das Hörbuch auch wirklich urkomisch sein – wäre der Sprecher (und das ist ja nun leider der Autor) nicht so entsetzlich nervig. Ich habe keine Ahnung, ob er in der Sendung auch so spricht, aber ich kann mir das nicht vorstellen.

Resultat: es bleiben von möglichen fünf nur drei Sterne übrig.

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Tags: comedy, episoden aus dem leben, mario richardt   (3)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

grillen, kebab, spieße, saté

Kebab & Saté

Ghillie Basan
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Hädecke Verlag, 17.02.2011
ISBN 9783775005913
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein gutes Kochbuch muss nicht immer groß und dick sein – das beweist dieses tolle Spieße-Buch. Es beinhaltet 51 Rezepte für leckere Spieße, Dips und Beilagen. Dabei werden Geflügel, Rind, Schwein, Lamm, aber auch Fische und Meeresfrüchte, sowie Gemüse verwendet. Es ist also für alle Geschmäcker etwas dabei. Der kleine Tippfehler im Register (Seite 546 gibt es bei einem 64-Seiten-Buch natürlich nicht, gemeint ist Seite 46) ist witzig, er stört mich nicht wirklich.

Die Rezepte sind übersichtlich aufgebaut – eine Zutatenliste für die entsprechende Menge (Portionenangaben sind vorhanden), eine nette Info zum Gericht und eine knappe, aber aussagekräftige Anleitung, wie es zuzubereiten ist. Mehr braucht es auch nicht, denn die Gerichte sind recht einfach gehalten, aber das hat rein gar nichts mit dem Geschmack zu tun. Einfach lecker!

Fans der asiatischen und türkischen Küche haben die meisten der Gewürze und Zutaten vorrätig. Ansonsten sind sie auch recht einfach zu bekommen im gut sortierten Supermarkt, im Asiamarkt oder im türkischen Laden.

Die Rezepte sind gut nachkochbar, bzw. grillbar. Aber auch im Backofen kann man sie machen, wenn man keine Lust auf Grillen hat. Doch mit ein wenig Holzkohle-Rauch sind sie einfach noch mal so gut. Auch ist es einfach toll, die üblichen Grill-Gerichte mal ein wenig aufzupeppen und nicht nur schnöde Würstchen oder Steaks zu grillen. Die Spieße laden dazu ein, gemütlich und auf längere Zeit vor sich hin zu naschen.

Das Format des Buches ist super handlich und praktisch. Die Bilder der Speisen sind gelungen und machen mächtig Appetit. Mir gefällt das Buch sehr gut und die Gerichte noch viel besser. Macht bei mir die vollen fünf Sterne!

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Tags: grillen, kebab, saté, spieße   (4)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

nicholas sansbury smith, festa-verlag, teil 1

The Extinction Cycle - Buch 1: Verpestet

Nicholas Sansbury Smith
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 24.11.2016
ISBN 9783865524942
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich bin ein „Buchschnüffler“ – das heißt, ich muss meine Nase in ein Buch stecken und den Geruch aufnehmen. Bei diesem Buch bin ich zurückgezuckt, denn es hat einen sauren Geruch. Ergebnis: das Buch musste erst mal auslüften, bevor ich es lesen konnte.

Thriller lese ich sehr gerne und warum nicht einmal ein „postapokalyptischer Thriller“? Klingt doch aufregend anders und neu. Ist es auch. Und vielleicht zu neu für mich. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die einzelnen Teile nicht wirklich in sich abgeschlossen sind und man so gezwungen ist, den nächsten Band zu lesen, um das große Ganze zu verstehen. Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich anfangs recht angetan war, dann irgendwann das Interesse verloren habe und mich dann nur noch zum Ende durchgekämpft habe – und keine Lust auf Band 2 habe.

Die Story: der Ebola-Virus und eine Biowaffe, die für den Vietnamkrieg getestet worden war, vereinigen sich und drohen durch eine Pandemie die Menschheit auszurotten. Die Überlebenden mutieren zu wahren Monstern. Wenige nichtinfizierte Menschen versuchen, die Welt zu retten …

Ach ja … ich hatte mir das irgendwie anders vorgestellt. Aber bekommen habe ich Action, die vermutlich die Mehrzahl der Männer anspricht (verfilmt wohl noch mehr), aber ich als Frau hab es dann doch gern etwas dezenter und weniger eklig. Action wird großgeschrieben, aber auf eine Weise, die mich schlicht und ergreifend nicht anspricht. Ganz so blutig und brutal muss ein Thriller definitiv nicht sein, um zu fesseln. Mir ist das alles zu plump.

Auch der Stil ist rau und derb, es wird geflucht und kriegsfilmmäßig derb gesprochen. Passt zur Story? Kann sein. Aber eben nicht zu mir. Die Charaktere sind blass, farblos, konturlos, alle irgendwie gleich. Es wird gejammert (jammernde Elitesoldaten?), was das Zeug hält, wenn nicht gerade geflucht wird. Vieles wiederholt sich immer und immer wieder. In den Staaten scheint das Buch (bzw. die Serie) ja bestens anzukommen. Leider kann ich den Hype nicht verstehen. Von mir gibt es definitiv nur einen Stern.

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Tags: festa-verlag, nicholas sansbury smith, teil 1   (3)
 

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kalender, variabel, stimmungsanzeiger

sheepworld - Nach Lust & Laune Geschenkbuch


Buch: 31 Seiten
Erschienen bei Heye in Kalenderverlag KVH, 16.09.2013
ISBN 9783840128899
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dies ist kein Kalender, wie man ihn sonst so kennt, denn er zeigt weder Datum noch Wochentag an, aber er zählt die Tage (ganz ohne Monatsangabe) und das Bild, das angezeigt werden soll, kann man immer wieder neu aussuchen und so die Stimmung ausdrücken und aufheitern.

Die linke Seite ist mit Sheepword-Schäfchenbildern zum Umklappen bestückt. Hier wählt man nach Lust und Laune das gewünschte Bild. Auf der rechten Seite klappt man die Zahlenkarten einfach täglich um. So kann der 5. der Glückstag sein, der 12. Seele baumeln lassen, der 28. der Sonnenscheintag. Und für die dunklen Tage, an denen alles schief geht, dreht man alles einfach um auf die Seite mit den Bildern mit schwarzem Hintergrund, bei denen auch „Heute bin ich voll im Eimer“ oder „Will lieber wieder ins Bett“ zu finden sind, aber immer mit einem kleinen Aufmunterer, wie z.B. „Alles wird gut!“. So zeigt man sich und den anderen, wie es einem gerade geht – und wenn sich die Lage ändert, kann auch mehrfach am Tag das Bild am Kalender geändert werden.

Wie ich finde, eine wunderbare und liebe Idee! Ob für sich selbst oder (wie in meinem Falle) als kleines Geschenk, dieser ewige Kalender ist ein Hit! Deshalb bekommt er von mir auch die vollen fünf Sterne.

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Tags: kalender, stimmungsanzeiger, variabel   (3)
 

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serie, pierre emme, österreich, krimi

Tortenkomplott

Pierre Emme , Carsten Wilhelm , Carsten Wilhelm
Audio CD: 7 Seiten
Erschienen bei RADIOROPA Hörbuch, 22.08.2008
ISBN 9783836802321
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Albert Göllner, ein Rentner, der mit einer Schreckschusspistole nachts für Sicherheit in Paliniskis Viertel sorgt, soll tatsächlich scharf geschossen haben – und dabei ein Liebespaar auf offener Straße getötet haben. Fast zeitgleich erfährt Palinski, dass er eine erwachsene, verheiratete Tochter hat – und diese ist spurlos verschwunden. Palinski ahnt, dass beide Fälle irgendwie miteinander verbunden sind und nach und nach dröselt er alles auseinander und deckt Erstaunliches auf.

Der Sprecher hat eine etwas lakonische Art, die aus der Story mehr Humoreske herauszuholen versucht, als darin tatsächlich steckt. Das machte es mir etwas schwer, der Story zu folgen. Die MP3 Disk hat zudem das Problem, dass die einzelnen Tracks am Ende komplett stoppen und dann der nächste Track neu startet. Das hat ein gewisses Ruckeln zur Folge und stoppt den Hörfluss. Zudem sind einige der Tracks abgehackt, es fehlt hier das Ende. Das nervt selbstredend enorm.

Der Fall (bzw. die Fälle) selbst ist gar nicht mal so uninteressant, doch ist so viel Privatleben in diesem Krimi mit eingearbeitet, dass die Ermittlungen und der Fall ziemlich in den Hintergrund treten. Ich stelle für mich also fest, dass es doch nicht so erstrebenswert ist, wenn die Charaktere eines Krimis zu ausführlich ihr eigenes Leben noch leben. Insofern habe ich wenigstens etwas dazugelernt.

Alles zusammen hat dazu geführt, dass ich gleich mehrfach den Faden verloren habe. Besonders gut wirkt sich das natürlich nicht aus. So ist es insgesamt echt schade, aber mehr als zwei Sterne kann ich für „Tortenkomplott“ nicht geben.

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Tags: krimi, österreich, pierre emme, serie   (4)
 

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überfahrt, pubertät, katzentisch, michael ondaatje, schiffsreise

Katzentisch

Michael Ondaatje
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Audiobuch Verlag OHG, 06.02.2014
ISBN B00IA5CTHO
Genre: Romane

Rezension:

Michael, gerade elf Jahre alt, fährt mit dem Schiff von Ceylon nach Großbritannien zu seiner Mutter. Auf der Reise, die drei lange Wochen dauert, lernt er viele Menschen kennen: Gleichaltrige, aber auch Erwachsene. Einige davon spielen auch in seinem späteren Leben, zu dem immer wieder abgeschweift wird, eine Rolle. Die Reise prägt den Jungen für das ganze Leben.

Michael sitzt am „Katzentisch“, dem unattraktivsten Tisch im Speisesaal, denn er ist kein Gast, der viel Geld bringt, sondern schon eher eine kleine Last. Schon erstaunlich, dass in den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts Kinder einfach ohne Begleitung eine solche Strecke allein fahren konnten und durften. Das ist heute unvorstellbar. Die Erlebnisse des Jungen sind nicht alle erfreulich und schön, aber jedes einzelne hat Auswirkungen auf seine weitere Entwicklung und sein späteres Leben. Das weiß er zu dem Zeitpunkt nicht, aber da Michael diese Story aus seiner Erinnerung heraus erzählt, weiß er es inzwischen und lässt es auch immer wieder durchblicken. Die unterschiedlichen Reisebegleiter, allesamt auf ihre Weise besonders, bringen die drei Kinder auf immer neue Ideen, die nicht immer mit den Ge- und Verboten übereinstimmen. So füllen sie die 21 Tage mit Erlebnissen, die andere in einem ganzen Leben nicht sammeln können.

Die vielen Zeitsprünge vor und zurück und die große Zahl an Charakteren machten es mir zwischendurch etwas schwer, der Story zu folgen. Auch kam ich mit einigen Namen nicht so ganz klar. Johannes Steck erzählt (bzw. liest) das Buch sehr passend in einem ruhigen, nachdenklichen Ton. Diese Stimme ist super angenehm – aber sie verleitet auch zum Abdriften mit den Gedanken.

Wirklich spannend ist das Hörbuch nicht, doch lauscht man dem Erzähler dennoch immer weiter. So ähnlich, wie man als Kind gern etwas vorgelesen bekam und sich dabei wohl, sicher und gut aufgehoben fühlte. Der Katzentisch wird zum interessantesten Platz auf dem Schiff. Als Zuhörer mag man von den „besseren“ Leuten gar nicht so viel wissen, da sie schnell verblassen im Vergleich mit der illustren Gesellschaft an diesem abseits stehenden Tisch.

Die Abgeschlossenheit auf diesem Dampfer lässt die Ereignisse ganz anders auf die Personen wirken, besonders auf die Kinder, als es in einer Stadt gewesen wäre. Es gibt keine Möglichkeit, den Geschehnissen aus dem Weg zu gehen. Und auch in drei Wochen Fahrt kann niemand alle Geheimnisse dieser in sich geschlossenen Welt ganz enträtseln. Die Verbindungen, die teils über viele Jahre bestehen bleiben, haben ihren ganz eigenen Zauber und Reiz.

Wer sich auf das Hörbuch einlässt und sich voll und ganz konzentriert, hat viel Freude damit. Insgesamt kann ich vier Sterne dafür geben.

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Tags: katzentisch, michael ondaatje, pubertät, schiffsreise, überfahrt   (5)
 

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158 Bibliotheken, 21 Leser, 1 Gruppe, 63 Rezensionen

mord, erinnerungen, roman, manuskript, wahrheit

Das Buch der Spiegel

E.O. Chirovici , Werner Schmitz , Silvia Morawetz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.02.2017
ISBN 9783442314492
Genre: Romane

Rezension:

Nur durch Zufall liest der Literaturagent Peter Katz das Exposé und die ersten Kapitel des unverlangt eingesandten Manuskripts von Richard Flynn. Angeblich handelt es sich um eine wahre Begebenheit. Der Stil des Textes spricht Katz an und er möchte unbedingt den Rest des Manuskriptes haben. Als Flynn nicht auf Mails reagiert, macht sich Katz auf den Weg zu ihm, um festzustellen, er ist seiner Krankheit erlegen. Trotz intensiver Suche findet seine Lebensgefährtin das Manuskript nicht, weiß auch nichts davon. Katz setzt alle Hebel in Bewegung, um mehr über die Ereignisse rund um den Mord an Professor Wieder zu erfahren.

Die Idee ist super und die Manuskriptauszüge wecken auch das Interesse des Lesers. Der Stil ist hier etwas hölzern, doch denkt man so bei sich, dass ein Lektor das noch gut in Form schleifen wird, es ist ja nur ein Manuskript. Aufgeteilt ist das Buch in drei Teile. Man erfährt so die Story von diversen Personen: zunächst eben von Richard Flynn (zumindest in Teilen), dann von Peter Katz (soweit er selbst recherchiert) und im Anschluss von John Keller, einem Drehbuchautor und Reporter, sowie dem Detective im Ruhestand Roy Freeman, der aus persönlichem Interesse an diesem Fall interessiert ist. Auch diese Idee gefällt mir, zeigt sie doch überdeutlich, dass alles aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden kann. Nur leider ist die Ausführung nicht gelungen. Alle Figuren bleiben blass und schemenhaft, obwohl sie von verschiedenen Personen beschrieben werden. Nirgendwo haben Figuren oder Story eine Tiefe, die den Leser fesselt. Alles bleibt oberflächlich, blass, farblos, konturlos und nebulös. Am schlimmsten ist für mich jedoch, dass sogar die Erzähler völlig austauschbar und schablonenhaft sind. Nicht einmal hier ändert sich am Stil etwas. Das ist so protokollmäßig, dass ich mir ohne Notizen noch nicht einmal die Namen der Ich-Erzähler habe merken können. Da kam einfach nichts rüber. Sehr seltsam ist dabei, dass man dennoch recht zügig mit dem Buch durch ist. Das verwundert mich wirklich extrem.

Die unterschiedlichen Sichtweisen der involvierten Personen äußern sich nicht nur in der Story selbst, sondern auch in Bezug auf die Fragen, die die jeweiligen Erzähler ihnen stellen. Schön ist also zu beobachten, wie der Mensch dazu neigt, seinen Sympathien entsprechend auch zu antworten und zu erzählen. Dass bei fünf Augenzeugen sechs unterschiedliche Aussagen gemacht werden, ist längst nichts Neues. Es langweilt nicht unbedingt, dass man immer wieder die selben Ereignisse aus anderen Perspektiven geschildert bekommt, auch nicht, dass sie entsprechend immer ein wenig voneinander abweichen. Es langweilt einfach der Stil, die Konturlosigkeit der Figuren.

Das Ende hat mich dann ein wenig ratlos zurückgelassen: und jetzt? Dieser Cold Case hätte schon sehr viel früher aufgeklärt werden können, so überraschend war das alles im Grunde gar nicht, auch wenn der Schluss arg konstruiert und abrupt kommt. Es gibt eine ganze Reihe Tatverdächtiger und jeder davon hat jeweils ein starkes Motiv für die Tat. Die Auflösung dann macht aus einem logisch aufgebauten Kriminalfall eine Farce. Die Schicksale der Figuren – seien es nun die Erzähler oder aber die am Fall Beteiligten – werden nur grob angerissen und verhindern so, dass man sich mit einem der Charaktere identifiziert oder auch nur Sympathie empfindet.

Nach einem echt guten Anfang verliert das Buch enorm. Es ist interessant, aber ohne jede Spannung. Man will nur ab einem gewissen Punkt endlich wissen, wo das Manuskript ist und wer nun tatsächlich der Mörder ist. Das geht bei mir am Hype um dieses Buch völlig vorbei. Schade, da hätte man sehr viel mehr herausholen können. So bleibt es bei drei Sternen.

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Tags: augenzeugen, blickwinkel, cold case, erinnerunge, krim, schuldzuweisungen, vermutungen   (7)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

rezepte, schokolade, kitchen aid

Kochen & Backen mit der KitchenAid: Schokolade

Georg Bernardini , Sandra Then
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Heel, 30.09.2016
ISBN 9783958433854
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kaum jemand kann Schokolade widerstehen. Da liegt es nahe, ein Buch mit vielen schokoladigen Rezepten in der Sammlung zu haben. Das hier vorliegende bringt aber noch viel mehr mit sich: es informiert auch rund um die Schokolade, von der Herstellung über die Sorten bis hin zur Verarbeitung. Das liest sich sehr gut und macht Appetit!

Nicht nur mit der tollen Kitchen-Aid (ein Traum von Küchenmaschine!) lassen sich die Rezepte nacharbeiten.

Der Aufbau der Rezepte ist sehr übersichtlich: es finden sich die Angaben für die Menge (Portionen), den Zeitaufwand, Backzeit/Ruhezeit und wenn nötig auch Angaben zu benötigtem Material (beispielsweise Muffinformen, Kastenform). Danach folgt die Auflistung der Zutaten. Die Arbeitsschritte sind gut und leicht verständlich erklärt. Zudem gibt es zu jedem Rezept ein Foto und noch ein Kasten mit einer hilfreichen Bemerkung. Auf jeder Rezeptseite ist in einer Art Plakette eingezeichnet, welchen Einsatz für die Küchenmaschine man benötigt.

Die Rezepte selbst sind breit gefächert von den bekannten Schoko-Kuchen über neue Anregungen bis zu ausgefallenen Leckereien. Meine Lieblinge sind die Marc de Champagne Trüffel und die Mousse au Chocolat. Aber auch dezenter schokolastige Rezepte finden sich, wie beispielsweise eine Schwarzwälder Kirschtorte und „Mango Traum“, eine tolle fruchtige Creme. Von ganz einfach bis zum kleinen Kunststück (ich bekomme meine Schokoglasur einfach nicht so traumhaft glatt auf meine Torten) findet sich hier alles. Der Schwierigkeitsgrad ist an sechs kleinen „Blümchen“ ablesbar. Je schwieriger, desto mehr der „Blümchen“ sind hervorgehoben.

Aber Vorsicht: hier nimmt man schon beim Lesen zu! So viel Appetit macht das geniale Buch auf schokoladige Leckereien. Dennoch bin ich begeistert und gebe gern die vollen fünf Sterne.

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Tags: kitchen aid, rezepte, schokolade   (3)
 

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285 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 93 Rezensionen

liebe, schicksal, kate eberlen, krebs, familie

Miss you

Kate Eberlen , Stefanie Fahrner , Babette Schröder
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Diana, 29.08.2016
ISBN 9783453291836
Genre: Liebesromane

Rezension:

Tess macht mit ihrer Freundin Doll eine Reise nach Italien, bevor sie mit ihrem Studium beginnen wird. Sie ist jung und fröhlich, ihr ganzes Leben liegt noch vor ihr. Hier begegnet sie zum ersten Mal Gus. Ganz kurz, eine völlig unbedeutende Begegnung. Gus selbst versucht gerade zusammen mit seinen Eltern über den Tod von Ross, Gus‘ älterem Bruder, hinwegzukommen. Wieder zu Hause, geht für beide das Leben weiter. Bei Tess mit einer Nachricht, die ihre weiteren Pläne völlig verändern, bei Gus mit dem Gefühl von Schuld. Beide Leben nehmen ihren Lauf, mit allen Höhen und Tiefen, die ein Leben eben so mit sich bringt. Und Tess und Gus haben immer das Gefühl, es fehlt etwas …

Die Idee zum Plot ist großartig. Auch sind die beiden Erzählstränge Tess/Gus interessant geschrieben. Beide Leben laufen sehr unterschiedlich. Man erkennt am Stil, wessen Part man gerade liest. Das mag ich sehr. Obwohl alle Ereignisse logisch ineinander greifen und stimmig sind, verliert die Story irgendwann ein wenig. Ich habe mehr und andere kleine Begegnungen erwartet, vor allem mit etwas mehr Erinnerungswert für Tess und Gus.

Erst auf den letzten einhundert Seiten nimmt die Geschichte wieder Fahrt auf und macht mir so viel Spaß, wie auf den ersten hundert Seiten. Gerade Gus‘ Part ist dazwischen ein wenig eintönig und uninteressant, obwohl sein Charakter sehr liebenswert ist.

Die Figuren allgemein sind mit wenigen Strichen sehr aussagekräftig gezeichnet. Sie haben alle genug Tiefe, um nicht blass zu wirken. Sowohl die Netten, als auch die weniger Sympathischen sind lebendig und realitätsnah gestaltet. Der Sprachstil (beide Parts sind in der Ich-Form gehalten) ist schnörkellos und gut zu lesen. Obwohl Gus Arzt ist, wird er nicht als snobistischer Akademiker dargestellt und seine Art zu sprechen ist freundlich und liebevoll, selbst dann, wenn er allen Grund hätte, ausfallend zu werden oder seinen Doktortitel heraushängen zu lassen. Tess steckt voller Potenzial, das sie aber zurückhält. Man spürt instinktiv, dass beiden etwas fehlt und hofft, sie finden zusammen, um gemeinsam ein Ganzes zu bilden.

Da der Leser die beiden Protagonisten über volle 16 Jahre begleitet, erlebt er deren Erwachsenwerden direkt mit. In dieser Zeit stellen sich vielen Menschen Probleme in den Weg, doch bei Tess und Gus sind es dann doch schon wirkliche Pakete, die sie zu schleppen haben. Vielleicht ist hier zu viel abgeladen worden und zum Teil auch zu oberflächlich abgehandelt worden.

Wie gut oder happy das Ende nun ist, kann man so gar nicht sagen. Mir fehlt hier ein wenig. So ganz zufriedenstellend ist es nicht. Einiges ist noch offen und nach so vielen Seiten hätte ich da etwas anderes erwartet, auch wenn ich nicht der typische Liebesromanleser bin. „Miss You“ ist auch kein typischer Liebesroman, denn Romantik ist hier nicht sehr viel zu finden.

Es ist nicht einfach, dem Buch mit einer Wertung gerecht zu werden. Es hat mich nicht übermäßig angestrengt, aber ich bleibe mit ein wenig Enttäuschung zurück. Die Lesezeit habe ich nicht als vergeudet empfunden und ich musste mich auch nicht durch das Buch quälen. Insgesamt finde ich drei Sterne als faire Lösung.

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Tags: beziehungen, krebs, liebe, schuldgefühle, studium, tod, unfall, verpassen   (8)
 

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lecker, großbritanien, rezepte, küche, kochbuch

Kiss me Cake

Rainer Schillings , Ansgar Pudenz
Flexibler Einband: 100 Seiten
Erschienen bei Heel, 30.09.2016
ISBN 9783958433724
Genre: Sachbücher

Rezension:

Christine Bermayer war als Pâtissière bei Harrods tätig und ist inzwischen längst in Deutschland selbständig. Doch ihre Liebe zu den britischen Cakes und Snacks trägt sie noch immer im Herzen und so kam dieses Buch zustande. Zum Glück – denn so zeigt sich England mal von der leckeren Seite! Auch wenn die Briten doch eher für fantasieloses, für unsere Gaumen weniger ansprechendes Essen bekannt sind, haben sie doch auch einige wirkliche Köstlichkeiten auf Lager. Und um genau diese geht es hier.

Die Unterteilung wirkt kunterbunt: Cake, Picknick, Pudding, 5 O’Clock Tea, Pub, After Dinner. Zwischen den einzelnen Rezepten finden sich immer wieder unterhaltsame kleine Anekdoten und beeindruckende und bunte Bilder rund um England und das Königshaus. Die Rezepte selbst sind übersichtlich aufgebaut und immer mit einem Foto versehen.

Mir hat es besonders die Biskuittorte mit schwarzen Johannisbeeren angetan. Recht schlicht, aber oberlecker. Bei den deftigen Leckereien finde ich die Cheese-Onion-Pie super, auch wenn sie schwer im Magen liegen. Die Sausage Rolls sind hier schnell und einfach zubereitet und schmecken auch Gästen als Fingerfood. Sogar Pfefferminzstangen kann man hier finden!

Auch wer nicht ganz so geschickt ist, kann die Rezepte nacharbeiten. Die meisten verlangen nicht zu viel künstlerisches Geschick. Auch sind die Zutaten nicht zu ausgefallen und leicht zu bekommen. Man benötigt keine außergewöhnlichen Haushaltsgeräte.

Nur bei den Minced Pies denke ich, einen Fehler entdeckt zu haben. „Minced Meat“ ist Hackfleisch. Vermutlich ist „Mincemeat“ gemeint, das ist eine Mischung aus klein gehacktem Trockenobst, Weinbrand und Gewürzen. Dennoch gefällt mir das Buch ausgesprochen gut und ich ziehe dafür auch keinen Stern ab. Das Buch ist jung, lebendig, bunt und fröhlich. Wer Koch-/Backbücher liebt und vielleicht sogar wie ich sammelt, der hat an diesem Buch seine helle Freude, weil es so schön anders ist. Macht also die vollen fünf Sterne.

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Tags: england, großbritanien, kochbuch, küche, lecker, rezepte   (6)
 

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129 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

drogen, baby, schnee, winter, flucht

Sweetgirl

Travis Mulhauser , Sophie Zeitz-Ventura
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.01.2017
ISBN 9783423261265
Genre: Romane

Rezension:

Percy ist 16 und auf der Suche nach ihrer alkohol- und drogensüchtigen Mutter. Sie vermutet sie bei Shelton, einem Drogendealer, der sich selbst der beste Kunde ist und entsprechend wenig im Hirn hat. Carletta findet sie hier nicht, dafür aber ein vernachlässigtes Baby, halb erfroren, hungrig und mit übervollen Windeln. Für Percy ist klar, sie muss Baby Jenna retten. Doch draußen tobt ein Schneesturm und die Flucht ist nicht gefahrlos …

Man kann kaum glauben, dass diese packende, ans Herz gehende Story, die sich kaum einem Genre zuordnen lässt und deshalb unter „Roman“ ebenso gut wie schlecht aufgehoben ist, es immer wieder schafft, dass man selbst in den packendsten und dramatischsten Situationen auch immer wieder lachen muss. Ja, aber genauso ist doch das Leben, oder? Auch im schlimmsten Elend schlägt die Ironie des Schicksals zu und man muss lachen.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und trotz aller Klischees wie aus dem Leben gegriffen. Mulhauser lässt dem Leser keine Chance, man muss Percy einfach sofort ins Herz schließen und mit ihr durch den Schnee stapfen, im Versuch, alles zu einem guten Ende zu bringen. So kann man diesen Pageturner kaum aus den Händen legen, fliegt nur so durch die Seiten und hat am Ende ein Gefühl des Verlassenseins, weil es nicht mehr weiter geht. So sehr sind einem die Figuren ans Herz gewachsen, dass man sie nicht gehen lassen mag.

Percys Kampf um Baby Jenna ist gleichzeitig ihr Kampf um sich selbst. Wenige Tage in ihrem Leben werden hier aufgezeigt, doch die sind ihr persönlicher Wendepunkt und entscheiden, wie es mit ihr weitergeht. Das geht ans Herz, ist witzig und komisch, es fesselt und verändert auch den Leser. Dies ist Mulhausers Erstling. Wie grandios werden dann wohl seine nächsten Werke? Diesen Autor muss man sich merken!

Die Flucht von Percy hinterlässt eine Reihe von Leichen, dennoch ist die Story nicht splatterhaft. Zufälle, Schicksale, Selbsterkenntnis und Erwachsenwerden, all das wird hier wunderbar und stimmig in einer packenden Story integriert, die damit ein Abbild einer Gesellschaft zeigt, die wegzusehen gelernt hat. Aber sie zeigt auch, welche Kraft in einer 16jährigen steckt.

Sehr gut gefällt mir auch, dass die Story mit einer überschaubaren Zahl an Charakteren auskommt. Nur die tatsächlich beteiligten Figuren tauchen auf, „Statisten“ werden keine benötigt.

Wunderbar geschrieben, in einem Stil, der niemals ins Pathetische abgleitet und auch übermäßig moralisch rüberkommt, sondern einfach nur erzählt, wie die Ereignisse aufeinanderfolgen. Dabei werden die Kapitel mal von Percy selbst in der Ich-Perspektive erzählt und mal aus der neutralen Perspektive. Das gibt der Story noch mehr Fahrt. Dramatik, Gefühl und Humor werden gleichermaßen bedient und das in einer Mischung, die einfach grandios ist. Ich bin von diesem Buch mehr als begeistert – es ist für mich das Highlight der letzten Jahre schlechthin. Keine Frage, dass ich das mit den vollen fünf Sternen belohne!

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Tags: drogen, entführung, familie, kindeswohl, liebe, rettung, schneesturm, travis mulhauser, überlebenskampf   (9)
 

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oberpfalz, fränkische alb, handlich, informativ, klein

MARCO POLO Raus & Los! Fränkische Alb, Oberpfalz


Flexibler Einband
Erschienen bei MAIRDUMONT, 06.05.2016
ISBN 9783829741132
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Raus & Los Reihe bietet viele tolle Guides mit Karte, sodass man Deutschland prima kennenlernen kann, denn auch hier gibt es wunderbare Ausflugsziele und Urlaubsorte. Ob Tropfsteinhöhle, Wildpark, Sommerrodelbahn oder Knopfmuseum – hier finden sich immer wieder interessante Tipps.

Die Texte sind kurz und knapp, die Fotos machen Lust auf mehr. So muss das sein – und wer mehr wissen möchte, holt sich die entsprechenden Reiseführer zu einzelnen Zielen. Der Quickfinder macht es leicht, kurzfristig ein Ausflugziel unter den Aspekten Kultur, Natur, Mit Kindern, Bei Regenwetter, Wasser-Erlebnisse, Tier-Erlebnisse, Burgen & Schlösser oder Museen zu wählen.

Der Guide teilt alles Interessante in die Gruppen „Hofläden & Direktvermarkter“, „Biergärten & Ausflugslokale“, „Stadtführungen & Thementouren“ und „Fahrradtouren“ auf. Dazu gibt es 66 tolle Ausflugstipps, die richtig Spaß machen. Auch die Bildung kommt dabei nicht zu kurz, dennoch kommt die Unterhaltung an erster Stelle.

Die Erlebniskarte macht das Finden und Orientieren sehr einfach und bequem. Klar, man kann auch das Navi auf dem Smartphone nutzen. Ich persönlich mag diese Karte mit Buch aber sehr viel lieber. Info und Karte in einem tollen, handlichen Set, das robust ist und im Preis absolut top – ich bin begeistert! Das drücke ich dann auch in den vollen fünf Sternen aus.

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Tags: fränkische alb, handlich, informativ, klein, oberpfalz   (5)
 

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mörder, mord, stil, thomas raab, still

Still - Chronik eines Mörders

Thomas Raab , Frank Arnold
Audio CD
Erschienen bei Argon, 14.01.2015
ISBN 9783839813515
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Karl schreit nach seiner Geburt ohne Unterlass. Dass ihm einfach alles zu laut ist, wird seinen Eltern natürlich erst sehr spät klar. Sein Vater baut ihm im Keller einen Ort, an dem Karl vor jeglichen Geräuschen sicher ist. Karl wird immer mehr isoliert, geht auch nicht in die Schule, hat keinerlei Kontakt zu anderen. Als sich seine Mutter dann vor seinen Augen ertränkt, erlebt Karl einen prägenden Moment: er empfindet den Tod als Erlösung. Noch dazu bringt er Stille. Karls Gedankengang nimmt böse Folgen an …

Der Stil ist sehr distanziert. Ob schöne oder grausame Szenen, alles ist „tonlos“ und ohne Emotionen erzählt. Dabei hat Karl sehr wohl Gefühl, er kann auch die Ängste und Sorgen der Menschen nachvollziehen. Nur kann er einfach nicht einsehen und verstehen, dass es nicht seine Entscheidung ist, wem das Leben nicht mehr zusteht, wer den Tod finden soll. Dennoch ist ihm klar, dass er sich nicht erwischen lassen darf. So versteckt er sich jahrelang vor der Polizei und überhaupt den Menschen.

Zunächst beginnt die Story recht harmlos, recht uninteressant. Doch dann beginnt das Grauen und es endet einfach nicht wieder. Ich habe immer wieder gehofft, dass endlich etwas geschieht, das mich mit all dem versöhnt, mir den Brechreiz nimmt und dem Ganzen einen positiven Aspekt gibt. Doch nichts davon ist geschehen. Die von anderen Rezensenten erwähnte Poesie in all dem kann ich nicht finden. Für mich ist die Story einfach widerlich, völlig überzogen und krank – auch wenn die Gräueltaten nicht bis ins Detail ausgeführt, sondern nur angedeutet werden.

Dies ist weder ein Krimi, noch ein Thriller. Es ist übelster Horror und noch dazu fängt er zäh und langweilig an. Die Sätze erinnern an einen Märchenstil, doch der Inhalt ist keineswegs märchenhaft. Das macht die Sache dann noch schlimmer. Zu keinem der Charaktere kann man eine emotionale Bindung aufnehmen. Nichts an Karl ist geeignet, um einen Funken Verständnis oder Mitgefühl für ihn zu entwickeln. Das bewirkt, dass ich mich als Leser nicht fallenlasse, sondern immer mehr zurückziehe.

Nein, ich kann dieses Werk leider nicht im Geringsten loben. Ich war mehr als froh, als ich das Ende des Hörbuchs erreicht hatte. Deshalb gibt es von mir auch nur zwei Sterne.

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Tags: mörder, psychopath, thomas raab, versagen der eltern   (4)
 

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grillen, rudolf jaeger, grillsportverein, heel verlag

Heels großes Grillbuch

Rudolf Jaeger , Rudolf Rudolf Jaeger
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heel, 31.03.2014
ISBN 9783868529067
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dieses Grillbuch ist der Hit überhaupt: mehr als 500 Seiten, sagenhafte 1980 Gramm Gewicht, sensationelle 500 Rezepte für jeden Grill. Noch dazu optisch ein Highlight mit der Ausstanzung in Grillrostform. Was will man mehr? Den erstaunlich günstigen Preis ermöglichen einige Werbeseiten im Buch, doch die stören wenig bis gar nicht.

Eingefleischten Grillfans ist der Grillsportverein und damit Rudolf Jaeger schon längst ein Begriff. Wer sich neu mit der Materie beschäftigt, wird schnell feststellen, dass am GSV kaum ein Weg vorbeiführt. Die Internetseite ist vielbesucht, die Rezepte des Buches alle von hier. Man kann also sicher sein, hier wurde mehrfach von echten Grillfans getestet, bevor die Rezepte im Buch landeten. Deshalb wurde hier auf alles andere verzichtet und gleich nach dem Vorwort mit den Rezepten gestartet.

Aufgeteilt ist das Buch thematisch in die Bereiche Rind, Schwein, Geflügel, Lamm, Wild, Wurst, Fisch & Meeresfrüchte, Beilagen, Dips & Öle, Gebackenes, Soßen und Desserts. Symbole zeigen an, für welche Grillarten (Holzkohlegrill, Gasgrill, Dutch Oven, Smoker, Holzbackofen, Drehspieß) die Rezepte geeignet sind, sodass man es auf den ersten Blick erkennt.

Die Rezepte selbst sind übersichtlich gegliedert. Die Zutatenlisten sind jeweils gekennzeichnet, für wie viele Personen sie gedacht sind. Die Zubereitung ist schlicht und leicht verständlich erklärt. Zudem gibt es zu den meisten Rezepten auch ein Foto. Die Zutaten sind selten außergewöhnlich. Das meiste hat man, wenn man gerne kocht, üblicherweise vorrätig. Wenn nicht, finden sie sich im normalen Lebensmittelhandel.

Es ist für jeden Geschmack etwas dabei und wer mag, kann natürlich auch einige der Rezepte in der Küche vorbereiten, besonders die Dips & Öle, vieles vom Gebackenen und natürlich auch Soßen und Desserts. Je nachdem, wie das Grillen geplant ist, kann man sich das aufteilen. Die Rezepte sind jedenfalls so vielfältig und abwechslungsreich, dass man mit diesem Buch jahrelang Grillfeste machen kann, ohne sich zu wiederholen!

Ein tolles Grillbuch, das jeden Cent wert ist und viel Freude macht. Deshalb bekommt es von mir auch die vollen fünf Sterne.

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Tags: grillen, grillsportverein, heel verlag, rudolf jaeger   (4)
 

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entführung, thriller, dänemark, krimi, rache

Erbarmen

Jussi Adler-Olsen , Wolfram Koch , Ulrike Hübschmann
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 10.11.2009
ISBN 9783898138840
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vizepolizeikommissar Carl Morck hat bei einem missglückten Einsatz miterleben müssen, wie einer seiner Kollegen starb und der andere so schwer verletzt wurde, dass er querschnittsgelähmt ist und seither sterben will, wobei Carl selbst kaum etwas abbekommen hatte. Die Kollegen meiden ihn und schieben ihn in das neu gegründete Sonderdezernat Q ab, das sich um Cold Cases kümmern soll. Allein. Im Keller. Carl erfährt zufällig, wie viel Geld für dieses Sonderdezernat tatsächlich zur Verfügung steht und ertrotzt sich einen Assistenten und ein Einsatzfahrzeug. Tun will er zunächst nichts, bis Assad, der sehr engagiert ist, einen besonderen Fall aus den Akten fischt: es geht um Merete Lynggard, einer Politikerin, die auf einem Schiffsausflug mit ihrem durch einen Unfall behinderten Bruder spurlos verschwunden ist. Das liegt fünf Jahre zurück. Uffe lebt in einer Einrichtung und ist nach wie vor stumm. Assad will unbedingt den Fall lösen und er motiviert nach und nach mit seinen Aktionen Carl, der immer wieder seinen Kollegen im Krankenhaus besucht und ihn um Mithilfe bittet. Alle denken, Merete ist längst tot. Doch stimmt das?

Carl Morck ist nicht unbedingt ein Sympathieträger – ähnlich wie Sebastian Bergmann bei Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt. Dennoch fasziniert die Story. Das Wechselspiel zwischen dem abgewrackten Ermittler und dem motivierten Assad ist faszinierend. Auch der Erzählstrang von Merette, der fünf Jahre zuvor beginnt und sich immer näher an die Gegenwart angleicht, weiß zu packen. Für mich ist Carls Strang eher Krimi, Merettes Strang deutlich Thriller. Eine geniale Mischung also.

Gelesen wird dieses Hörbuch von Wolfram Koch und Ulrike Hübschmann, denen ich immer gerne zuhöre. Sie bringen beide die Stimmung der jeweiligen Charaktere sehr gut rüber. Auch wenn die Story anfangs schwächelt, zieht sie dann doch stark an. Man kann und möchte kaum aufhören weiterzuhören, möchte unbedingt wissen, wie es ausgeht. Ein Teil der Lösung war mir schon recht früh klar, doch überrascht Adler-Olsen doch mit einigen Details und entschädigt damit dafür. Bis zur letzten Sekunde hielt mich das Hörbuch dann gefangen und ich freue mich auf die weiteren Teile dieser Reihe, die ich so lange außer Acht gelassen hatte. Das allein zeigt, dass mir der erste Band der Reihe sehr gut gefallen hat. Es ist auch gar nicht schlecht, wenn man schnell eine Ahnung hat, wohin es wohl führen mag, denn der Weg der Ermittler da hin ist dennoch interessant zu verfolgen. Ein Überraschungstäter, der im ganzen Buch vorher nicht ein einziges Mal aufgetaucht war, ist nicht so mein Fall.

Auch die Entwicklung der einzelnen Figuren ist interessant. Wie Assad den Instinkt von Morck wieder aktiviert und das alte Feuer in ihm entfacht, ist einfach toll mitzuerleben. Aus dem kleinen „Mädchen für alles“ wird nach und nach eine ernstzunehmende Figur. Der Showdown am Ende ist grandios und unsagbar spannend. Der Wechsel zwischen den einzelnen Erzählsträngen ist gut gemacht, denn er reißt den Leser nicht am spannendsten Punkt aus dem Lesefluss. Dennoch ist das Spannungslevel hoch. Das gefällt mir und dafür vergebe ich auch fünf Sterne!

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Tags: cold case, entführung, freundschaft, integration, kellerbüro, kollegen, mobbing, thriller   (8)
 

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53 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

sterbebegleitung, sterben, roman, hospiz, leben

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

Susann Pásztor
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462048704
Genre: Romane

Rezension:

Fred ist ein in sich gekehrter alleinerziehender Vater. Er hat sich zum Sterbebegleiter ausbilden lassen und hat bei Karla nun seinen ersten Einsatz. Sein Sohn Phil soll für Karla ihre Negative digitalisieren. Beide schließen Karla, die sehr speziell ist, schnell in ihr Herz. In seinem Übereifer schießt Fred übers Ziel hinaus und Karla lässt nur noch Phil zu sich. Ausgerechnet Hausmeister Klaffki schafft es, Fred eine neue Chance zu ermöglichen.

Dieses Buch handelt vom Sterben – von den letzten Wochen und Monaten einer an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten außergewöhnlichen Frau. Aber es handelt auch vom Erwachsenwerden. Denn Phil und auch sein Vater wachsen in der Zeit mit Karla über sich hinaus und verändern sich. Ebenso verändert sich die Beziehung der beiden zueinander und auch zu Sabine, Freds Exfrau und Phils Mutter.

Mich hat die Story sehr berührt. Das liegt zum Teil natürlich mit daran, dass ich vieles, das hier erzählt wird, selbst erlebt habe. Doch es hat nicht alte Wunden aufgerissen, sondern tatsächlich Narben balsamiert. Ja, es hat eine heilende Wirkung – auch wenn ich natürlich am Ende geheult habe, wie ein kleines Kind. Dennoch – ich liebe dieses Buch!

Die Erzählerperspektive ist etwas außergewöhnlich gewählt, denn sie fokussiert die Charaktere, um die es in dem Augenblick gerade geht, so, als würde man direkt deren Gedanken lesen. Es ist also keine Distanz über alles, sondern wechselt immer wieder die Personen. Entsprechend sind die Kapitel dann auch benannt (nach dem Namen der jeweiligen Person). Karlas Kapitel sind immer nur Listen von Gedanken. Dennoch liest es sich sehr gut. Man ist erstaunt, wie viel man am Stück gelesen hat. Mit der entsprechenden Zeit und Ruhe ist es kein Problem, das Buch komplett am Stück zu lesen. Viele der Gedanken sind wunderbar komisch, trotz all der Melancholie, die natürlich über allem liegt.

Wirkliche Spannung kommt keine auf. Im Gegenteil – wünscht man sich doch das große Wunder, dass Karla gegen jede Vernunft geheilt wird. Aber alles greift so schön ineinander, zeigt ein so schönes Abbild der Wirklichkeit (trotz aller Traurigkeit), dass man nicht zu lesen aufhören kann und mag.

Sich mit dem Tod, dem Sterben und dem Umgang damit auseinanderzusetzen ist nicht sehr einfach. Aber dieses Buch zeigt, dass man es sich oft viel zu schwer macht – und damit auch dem Sterbenden. Mich bewegt das Buch sehr, es geht tief unter die Haut und klingt anhaltend nach. Es ist definitiv schon jetzt eins meiner Highlights 2017 – und dafür gibt es die vollen fünf Sterne.

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Tags: erwachsenwerden, krebs im endstadium, sterbebegleitung, susann pásztor   (4)
 

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bildatlas, deutschland, reiseführer, dumont, sachbuch reise & abenteuer

DuMont BILDATLAS Pfalz

Uwe Lehmann , Manuela Blisse , Thomas Haltner
Flexibler Einband
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 11.03.2016
ISBN 9783770194315
Genre: Sonstiges

Rezension:

Auch dieser Bildatlas ist wieder eine Wucht – Bildband, Informationen, Hintergrundinformationen und Karten, alles in einem. Die Fotos sind wieder besonders gelungen. Manche großformatig, andere etwas kleiner, aber nie winzig. Man bekommt beim Lesen und Ansehen sofort Reisefieber und möchte auf der Stelle in die Pfalz erkunden.

Unterteilt ist er in die Gebiete Rheinebene, Weinstraße (Norden und Süden), Nordpfalz, Kaiserslautern und Pfälzerwald. Die Karten im Maßstab 1:200 000 zeigen immer einen Überblick über die jeweilige Gegend. Es finden sich kleine Info-Boxen, aber auch ganze Artikel über besondere Themen. So kann man sich richtig beim Schmökern verlieren, immer wieder vor- und zurückblättern und dabei ständig Neues entdecken.

Mir hat das Schmökern darin sehr viel Freude bereitet und immer mal wieder hole ich den Band aus dem Bücherschrank. Erinnerungen auffrischen, Anreize holen, Wissenswertes nachschlagen – all das geht damit perfekt. Das Brezelfest, den Speyerer Dom, den Holiday-Park, Sealife, das Technikmuseum, und vieles mehr kennen fast alle, aber hier finden sich auch kleine Überraschungen, die sehens- und besuchenswert sind. Unter „Service“ finden sich dann wichtige Informationen kurz zusammengefasst, damit die Planung noch einfacher wird.

Ich bin begeistert von diesem großformatigen Buch und kann es jedem nur empfehlen. Natürlich bekommt es auch die vollen fünf Sterne von mir, denn Manuela Blisse und Uwe Lehmann haben spürbar viel Herzblut in die Gestaltung gesteckt und sehr sorgfältig recherchiert. Die Fotos von Thomas Haltner sind ein extra Lob wert.

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Tags: bildatlas, deutschland, dumont, pfalz, reiseführer   (5)
 

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kochen, englische küche, diana henry, kochbuch, diverse gerichte

Simple

Diana Henry , Margot Fischer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 13.01.2017
ISBN 9783869137599
Genre: Sachbücher

Rezension:

Unterteilt ist dieses unfassbar schöne Kochbuch in die Kapitel Eier, Salate, Toast, Hülsenfrüchte, Pasta & Getreide, Fisch, Ofengerichte, Koteletts & Würste, Hähnchen, Gemüse, Fruchtige Desserts und Andere Süßspeisen. Für die ausgefallenen Zutaten, die teils in den Rezepten verwendet werden, hat Diana Henry teils Ersatzprodukte vorgeschlagen. Einen Link zu einem Onlinehändler findet sich am Ende des Buches unter „Einkaufsleitfaden“ ebenfalls. Da die Autorin Engländerin ist, wird hier typisch britisch gekocht und gewürzt. Das Register für die Rezepte ist meiner Meinung nach in einer extrem kleinen Schrift gehalten. Das macht das Finden nicht gerade leicht.

Die Fotos zu den Gerichten sind in ihrer Schlichtheit umwerfend schön. Auch wird nicht übermäßig viel Wert auf verspieltes Anrichten gelegt. Schlicht und einfach und dennoch optisch ansprechend – so wie man das wohl zu Hause meist auch macht. Nur wenige Gerichte sind ohne Abbildung, dennoch finde ich es schade, dass hier auf die Fotos verzichtet wurde.

Zu jedem Gericht gibt es immer noch ein paar erklärende Zeilen, bevor die Zutatenliste und die Zubereitungsanleitung folgen. Die Auswahl an Rezepten ist enorm. Hier kann man stundenlang Anregungen finden und wirklich für jeden Anlass das passende Gericht finden. Durch die Aufteilung (siehe oben) lässt sich gezielt suchen – vorausgesetzt man hat eine grobe Ahnung davon, was man verarbeiten möchte.

Auf den ersten Blick sind alle Gerichte fremdartig und komplex, doch stellt man schnell fest, dass sie im Grunde wirklich einfach zuzubereiten sind. Durch die eine oder andere Zutat oder auch Kombination bekommen sie diesen exotischen, außergewöhnlichen Touch. Doch kompliziert sind sie tatsächlich nicht. Dafür aber wirklich außergewöhnlich und überraschend. Sie sind meist für 4 oder 6 Personen gemacht, sodass man leicht hoch- beziehungsweise herunterrechnen kann.

Vermutlich wird es niemand schaffen, alle diese Rezepte ins eigene Repertoire aufzunehmen, doch finden sich bestimmt neue Lieblingsrezepte und solche, die immer mal wieder für besondere Anlässe nachgekocht werden.

Mich erinnern die Rezepte von Diana Henry an eine Mischung aus denen von Jamie Oliver und Nigella Lawson. Sie gefallen mir sehr gut. Die Schrift dürfte auch bei den Rezepten ein wenig größer sein, um sie gut lesen zu können. Insgesamt ist SIMPLE für mich ein außergewöhnliches Kochbuch in meiner Sammlung, dem ich vier Sterne geben möchte.

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Tags: diana henry, einfach und lecker, englische küche, rezepte   (4)
 

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grillen, francis mallmann, gauchos, argentinie

Grillen Argentinisch

Francis Mallmann , Francis Francis Mallmann
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Heel, 31.01.2013
ISBN 9783868526806
Genre: Sachbücher

Rezension:

Grillen ist überall gleich? Nein, ganz und gar nicht! Andere Länder, andere Sitten – und auch andere Speisen, sowie deren Zubereitung, auch beim Grillen. Argentinisches Rindfleisch ist schon sehr lange meine erste Wahl, gerade bei Steaks. Und nach diesem Buch wird bei uns auch immer wieder argentinisch gegrillt.

Francis Mallmann ist gelernter Koch, war lange in der Haute Cuisine tätig. Doch dann ist er zu seinen Wurzeln zurückgekehrt: dem Kochen über offenem Feuer. Der Erfolg gibt ihm Recht, denn seine drei Restaurants gehören zu den besten Küchen der Welt.

Man erfährt zunächst einiges über Francis Mallmann selbst und Argentinien. Das ist informativ und interessant, aber noch mehr bringt es das Lebensgefühl der Argentinier nahe, wodurch man ein vollkommen anderes Verhältnis zu den Rezepten bekommt. Jedenfalls geht es mir so. Dann werden die sieben argentinischen Arten, Fleisch auf offenem Feuer zuzubereiten, vorgestellt. Diese sind Parilla, Chapa, Infiernillo, Horno de Barro, Rescolodo, Asador und Caldero. Bei jeder dieser Grillvarianten liefert Mallmann gleich eine „Alternative für Innen“. So kann man alles auch zu Hause in der Küche kochen (bis auf die besonderen Ausnahmen). Wunderbar! Danach folgen die Rezepte für Vorspeisen, Rindfleisch, Lamm, Schweinefleisch & Huhn, Fisch & Meeresfrüchte, Gemüse, Leichte Mahlzeiten & Salat, Desserts und Brote. Im Abschnitt „Grundlagen“ finden sich dann Rezepte für Aufstriche, Dressings und besondere „Kleinigkeiten“.

Die Vielfalt der Rezepte ist atemberaubend. Sie sind wunderbar bebildert – man bekommt sofort Appetit und eine sehr genaue Vorstellung davon, wie die fertigen Speisen schmecken. Natürlich sind einige der Rezepte auch weniger alltagstauglich, dennoch bin ich froh, sie in der Sammlung zu finden. Für größere Feste eignen sich einige davon hervorragend, andere wieder eher besser für die kleine Runde. Zu jedem Gericht gibt es ein paar Zeilen vom Autor. Hier erzählt er von sich selbst und der Geschichte der Speisen. Mir gefällt das sehr gut. Die Anweisungen, wie die Gerichte zubereitet werden müssen, sind klar verständlich und leicht nachvollziehbar. Die benötigten Zutaten erfordern keine lange Suche, sie sind durchweg im normalen Lebensmitteleinzelhandel zu bekommen.

So ist das Buch rundum gelungen und bietet nicht nur Grillfans eine große Palette neuer Ideen für den Speiseplan. Unterhaltsam zu lesen ist es ebenfalls. Ein schönes Geschenk für alle, die gerne essen, aber auch in der eigenen Büchersammlung ein absolutes Highlight. Dafür gibt es von mir auch die vollen fünf Sterne.

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Tags: argentinie, francis mallmann, gauchos, grillen   (4)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

musik, adele, sängerin, biographie, künstlerin

Adele

Sarah-Louise James
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Heel, 13.05.2016
ISBN 9783958433243
Genre: Biografien

Rezension:

Adele ist zweifelslos eine außergewöhnliche, große Künstlerin. Ihre Stimme ist unverwechselbar, die Liebe zur Musik hört man aus jedem ihrer Songs heraus. In unserer Zeit, in der der Magerwahn regiert, steht Adele zu ihren tollen Rundungen, ist sich selbst noch immer treu geblieben, trotz des phänomenalen Erfolges.

In diesem Buch sind zahlreiche Fotos zu finden, die widerspiegeln, wie sich die Queen of Soul entwickelt hat, ohne sich selbst zu verlieren. Sie hat es geschafft, sich selbst treu zu bleiben, aber nicht zu stagnieren. Das ist großartig!

Die Texte dazu sind wunderbar. Man liest sich sofort fest, begleitet diese tolle Frau durch die Jahre von ihrer Kindheit und Jugend bis heute. Ja, es ist ein modernes, zeitgemäßes Märchen – auch wenn Adele nichts in den Schoß gefallen ist, sie für alles hart und intensiv gearbeitet hat. Doch der Erfolg ist auch bei Adele mit einer Schattenseite verbunden. Nur ist Adele rechtzeitig aus der Tretmühle ausgestiegen, hat ein ganz normales Leben gelebt und darin die Kraft gesammelt, wieder weiterzumachen. Sie lässt sich nicht ausbrennen, bewahrt sich ihr privates Leben, ist mit vollem Herzen nicht nur Musikerin, sondern auch Mutter und Partnerin.

Hochachtung vor dieser Frau! Dieses Buch zu lesen, ist eine wahre Freude. Es erdet ungemein und verleiht doch die Flügel, sein Leben neu und so zu gestalten, wie man es wirklich möchte. Man muss sich selbst treu sein, um andere begeistern zu können – das gilt für Künstler, aber auch für „Normalsterbliche“.

Adeles Songs sind schon immer ganz mein Geschmack gewesen, doch nach diesem Buch höre ich sie tatsächlich ein wenig anders. Ich kenne die Geschichte um Adele und kann noch besser empfinden, was sie in die Songs alles hineingesteckt hat. Ihr Sohn Angelo hilft Adele, so natürlich und unverbraucht zu bleiben, wie sie immer war.

Ein tolles Buch, das viel mehr als eine Biografie ist. Texte und Bilder sind traumhaft, ergänzen sich ideal. Von mir begeisterte fünf Sterne!

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Tags: adele, biographie, künstlerin, musik, sängerin   (5)
 

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90 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

passagier 23, kreuzfahrt, sebastian fitzek, simon jäger, kreuzfahrtschiff

Passagier 23

Sebastian Fitzek , null , Simon Jäger
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 30.10.2014
ISBN 9783785750476
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Seit seine Frau und sein Sohn auf einem Kreuzfahrtschiff spurlos verschwunden sind, ist Martin Schwartz durchgeknallter verdeckter Ermittler. Seine psychologische Ausbildung in Kombination mit seinem Trauma lässt ihn die Dinge anders angehen. Als die Thrillerautorin Gerlinde Dobkowitz, die sich dauerhaft auf dem Schiff eingemietet hat, ihn an Bord der Sultan of the Seas ruft, weil sie angeblich Beweise dafür hat, was mit seiner Familie geschehen ist, glaubt er nicht so recht daran, aber etwas treibt ihn hin. Und tatsächlich: ein Mädchen ist nach Wochen tatsächlich wieder aufgetaucht – ein zurückgekehrter Passagier 23. Doch sie spricht kein einziges Wort, allerdings hat sie den Teddy von Martins Sohn fest umklammert. Martin bleibt auf dem Schiff und gräbt immer tiefer in den Abgründen der menschlichen Psyche …

Es ist schon seltsam – ich habe einige Bücher dieses Autors gelesen und bin noch immer nicht sicher, ob er nun schreiben kann oder nicht. Mal finde ich ein Buch total gelungen, überzeugend und packen, dann enttäuscht er mich wieder komplett. Dieses Buch hier gehört zu denen, die eigentlich einen tollen Plot haben. Aber leider hat Fitzek hier die besten Möglichkeiten einfach ausgelassen. Statt mit einer echt guten Idee zufrieden zu sein und diese gut auszubauen, schießt er immer wieder übers Ziel hinaus, indem er noch eins draufsetzt und noch eins – und damit dann absolut unglaubwürdig wird. Beim Hörbuch fehlt (leider?) unter anderem der Epilog. Der ist noch mal ein Schlag obendrauf, der nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Allerdings ist er wohl der Grund dafür, warum so viele Leser behaupten, man möge nach diesem Buch keine Kreuzfahrt mehr machen. Nun, ich habe noch immer keine Angst davor – zumal ich diese Behauptung nicht verstehen kann. Gerade wenn man das Buch gelesen hat, sollte man keine Angst mehr haben. Nun denn.

Martin Schwartz ist ein Protagonist, für den man noch Verständnis aufbringen kann. Dennoch ist er ein wenig zu sehr James Bond und McGyver in Personalunion. Anouk ist eine Figur, die sehr schnell an Glaubwürdigkeit verloren hat. Auch die anderen Protagonisten sind viel zu überzeichnet. Ganz schlimm war für mich beim Hörbuch, dass der Sprecher Simon Jäger, den ich an sich sehr gerne höre, den österreichischen Slang nur grauenhaft hinbekam.

Die Wendungen im Laufe der Story kamen teils recht gut, dann aber eben zu aufgesetzt an. Weniger wäre sehr viel mehr gewesen. Schade! Man hätte aus dem überflüssigen Material locker einen zweiten Plot basteln können. Ein wenig ausgebaut, ohne Übertreibungen und schon wäre ein weiterer Fitzek gebastelt gewesen. Gut wäre auch gewesen, wenn nicht wirklich alle Personen in dieser Story komplett negativ motiviert gewesen wären. Nicht eine Figur ist positiv, freundlich, nett, liebevoll. Das ist mir zu einseitig.

Fitzek nutzt eine ganze Palette von Stilelementen – auch hier leider überreichlich. Die Erzählstränge mit Naomi reißen nicht gerade komplett aus dem Lesefluss, sind aber auch nicht überzeugend. Sie versorgen die Story mit Cliffhangern. Zwar machen sie rückblickend einen Sinn, doch empfinde ich sie als too much.

Wieso Sebastian Fitzek so unterschiedliche Qualität liefert, die Verlage nicht eingreifen und Masse wichtiger als Klasse zu sein scheint, erschließt sich mir nicht so ganz. Dennoch werde ich einen weiteren Fitzek-Versuch wagen – allerdings hat meine Geduld und Experimentierfreudigkeit dann irgendwann auch mal ein Ende. Für dieses (Hör-)Buch kann ich aufgrund der wirklich guten Ansätze (die sogar meinen Mann gefesselt hatten) drei Sterne geben. Im letzten Drittel ist einfach zu viel Abgehobenes und Unwahrscheinliches eingefügt worden, das dem Ganzen den Sinn und echten Thrill raubte.

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Tags: kreuzfahrtschiff, passagier 23, rache, sebastian fitzek, selbstjustiz, verschwundene menschen   (6)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

ken hagan, historischer roman, wikinger, papego, piper verlag

Der Verrat des Wikingers

Ken Hagan , Karlheinz Dürr
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.12.2016
ISBN 9783492310017
Genre: Historische Romane

Rezension:

Historische Romane sind nicht meine Lieblingslektüre, dennoch genieße ich sie hin und wieder. Deshalb habe ich nach „Der Verrat des Wikingers“ gegriffen. Hier geht es um Kregin, dessen Familie Norwegen verlassen möchte. Sie leiden unter dem König. Island soll ein Neuanfang werden. Kregin erhält eine Warnung, dass eine Intrige geplant ist und kein Familienmitglied Island lebend erreichen soll, doch er glaubt den Worten nicht. Eine folgenschwere Entscheidung …

Der Schreibstil ist arg gewöhnungsbedürftig. Ziemlich ausführlich, besonders bei Dingen, die mich gerade gar nicht so genau interessieren, wodurch sich die Story echt zieht. Dann aber auch durchweg recht emotionslos, nüchtern und sachlich, auch wenn das bei vielen Stellen absolut unpassend ist. Ich habe dann versteckten Humor gesucht, aber den auch nicht wirklich finden können. So war es nicht leicht, ins Buch reinzukommen und bis zum Ende durchzuhalten. Dass die Story im Präsens gehalten ist, stört mich weniger, die Ichform mag ich sogar sehr gern. Dennoch war das insgesamt nicht „mein“ Buch.

Das liegt zum großen Teil auch mit daran, dass ich zu keinem Protagonisten einen Bezug aufbauen konnte. Dafür sind sie zu flach und einseitig, bekommen einfach keine Tiefe. Dies wiederum ist der sachlichen Schilderung der Story aus Sicht von Kregin geschuldet. Spannung kommt immer wieder nur sehr kurz auf, flacht dann aber schnell wieder komplett ab. Das führt bei mir schnell dazu, dass ich das Interesse verliere.

Schön ist, dass es ein papego-Buch ist und man es unterwegs auf dem Smartphone weiterlesen kann, wenn man mag.

Alles in allem für mich ein drei-Sterne-Buch.

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Tags: historischer roman, ken hagan, papego, wikinger   (4)
 

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thriller, sam o'connor, highland, london, guilliotine

Spielzeit

Tanja Pleva
Flexibler Einband: 372 Seiten
Erschienen bei AV-Verlag, 25.11.2016
ISBN 9783945607046
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein weiterer Fall für Sam O’Connor – in London wird eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden. Die einzige Spur ist ein im Matsch gefundenes Foto, das von diesem Mann gemacht worden scheint. Darauf ist eine geköpfte Frau zu sehen. Sam soll mit Clair Moyer den Fall lösen, da wird er von Europol abberufen. In einem Theater in Bad Hersfeld in Deutschland stirbt die Schauspielerin Maribel in ihrer Rolle als Julia – am Gift in der Phiole. In beiden Fällen tun sich Abgründe auf und Sam ahnt nicht, wie entsetzlich die Wahrheit ist …

Tanja Pleva hat hier ein Thema aufgegriffen, das ein wirklich heißes Eisen ist und über das viele Gerüchte existieren. Solange diese nicht offiziell bestätigt werden, möchte ich persönlich nicht darüber spekulieren. Aber auch als reine Phantasie ist die Vorstellung schlimm genug.

Die Protagonisten haben anfangs scheinbar so gar nichts miteinander zu tun. Wer wie und warum mit was genau zusammenhängt, entwickelt sich mit der Zeit. Dabei steigert sich die Spannung unmerklich immer mehr. Somit ist kein Kapitel langweilig – im Gegenteil, die Cliffhanger sind extrem und immer wieder gibt es noch eins drauf. Jeder einzelne Strang steckt voller Spannung.

Die Beschreibung der Umgebung ist an allen Schauplätzen sehr gut gelungen. Wer die Vorgängerbände kennt, freut sich auf Juri. Der kommt relativ spät in der Story an. Auch wer die Bände Gottesopfer, Totenpech, Orchideenstaub und Puppenspiele nicht gelesen hat, findet gut in die Story und wird auch nicht vor Rätsel gestellt. Die Fälle sind immer in sich abgeschlossen.

Es fließt sehr viel Blut in diesem Band und die Art der Tötungen ist mehr als grausam. Das ist nichts für zartbesaitete Leser! Dabei ändert man immer mal wieder seine Meinung über die Protagonisten, weiß sie nicht genau einzusortieren und möchte immer mal wieder eingreifen. Die Ereignisse entwickeln sich sehr schlüssig und in sich stimmig, was den Thrill noch mal erhöht. Trotz der recht großen Anzahl an Figuren kann man sie gut auseinanderhalten und den einzelnen Strängen zuordnen.

Der Schluss ist eine absolute Überraschung und hat mich kalt erwischt. Super gut gemacht! Ich liebe diese Art Überraschungen!

Auch dieser Band mit Sam O’Connor hat mich wieder gefesselt. Mir gefällt, dass hier die Hauptfigur menschlich bleibt und keine Superkräfte entwickelt, sondern auch mal etwas abbekommt. Das macht das Buch noch realitätsnäher und geht entsprechend unter die Haut. Die ausgeklügelten Details faszinieren mich immens.

Wieder einmal hat mir Tanja Pleva mit einem Sam-O’Connor-Thriller wunderbare Lesezeit bereitet. Das belohne ich gerne mit den vollen fünf Sternen!

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The Great Outdoors

Markus Sämmer , Steffen Schulte Lippern , Peter Greppmayr
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Neuer Umschau Buchverlag, 05.01.2017
ISBN 9783865288332
Genre: Sachbücher

Rezension:

Für echte Camper und Outdoorfans ist dieses Buch einfach genial. Es finden sich nützliche Ratschläge für die Must-Haves, Rezepte für Vorbereitungen, (Check-)Listen, Informationen und Rezepte für Draußen – alles mit herrlichen Fotos (auch von Landschaften, nicht nur vom Essen!).

Immer wieder sind Kapitel eingefügt, in denen Markus Sämmer von seinen Reisen erzählt. Das macht natürlich umso mehr Lust auf eigene Expeditionen. Informationen über Outdoor-Sportarten finden sich auch.

Je besser man ausgerüstet ist, desto leckerer kann man sich unterwegs versorgen: viele der Rezepte basieren auf der Annahme, dass man mit einem gut ausgerüsteten Wohnmobil/Campingbus unterwegs ist, in dem man die erforderlichen Zutaten gut unterbringen kann. Für die Rucksacktour sind ebenfalls Rezepte vorhanden, doch deutlich weniger.

Sogar einen Zwiebelschneid-Kurs findet man im Buch! Das fand ich besonders lustig, denn meiner Meinung nach braucht man für die Rezepte schon wenigstens Grundkenntnisse des Kochens als Voraussetzung, zumal auch einige weniger alltägliche Zutaten verwendet werden. Ähnlich ist es mit den Tipps fürs Feuermachen. Ich denke, Profis kommen sich hier veralbert vor, totale Anfänger finden zu viele Infos für Fortgeschrittene.

Die meisten der Rezepte eignen sich auch für zu Hause, für urige Gartenfeste, zum Grillen dazu, als kulinarische Erinnerung an die letzte Tour usw. Erklärt und beschrieben sind die Rezepte gut und übersichtlich, die Schrift könnte oft allerdings etwas größer sein. Es werden viele Anglizismen verwendet, wie schon der Titel anzeigt. Daran darf man sich also nicht stören.

Besonders witzig und nützlich ist das herausnehmbare kleine Rezeptbüchlein auf der Rückseite des Buches. Schade ist nur, dass man es dann schlecht wieder hineinheften kann. Hier wäre ein Gummiband oder eine Kunststofftasche hilfreich gewesen. So hat man die wichtigsten Rezepte unterwegs dabei, ohne den dicken Wälzer mitschleppen zu müssen.

Das Buch ist insgesamt ein dicker Wälzer, in den man sich tief hineinlesen kann, da es nicht „nur“ Rezepte gibt. Leider wurde zu sehr versucht, es für alle – Anfänger wie Profis – recht zu machen. Das klappt so leider nicht ganz, wie bereits erwähnt. Dennoch macht das Buch Spaß. Von mir gibt es deshalb vier Sterne.

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