Leserpreis 2018

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52 Bücher, 24 Rezensionen

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Tropfen der Ewigkeit

Eva-Maria Obermann
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Nova MD, 13.07.2018
ISBN 9783961116423
Genre: Fantasy

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Stille Schwester

Martin Krist
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei epubli, 17.07.2018
ISBN 9783746743653
Genre: Krimi und Thriller

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Kampfsterne

Alexa Hennig von Lange
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 30.10.2018
ISBN 9783832197742
Genre: Romane

Rezension:

Ein unglaublich spannender Blick auf Familienidylle in den 80ern. Auf Menschen und ihre Vorstellungen vom Leben, mit einem packenden Wendepunkt, der die Siedlung und die Menschen in ihr umkrempelt. Mich hat das Buch von Alexa Hennig von Lange sehr begeistert, wenn es auch keine leichte Lektüre ist – inhaltlich als auch stilistisch, denn die Erzählweise sorgt für Irritationen. 

Die Geschichte war sehr einnehmend, die Entwicklung schockierend und die Handlungen der Erwachsenen haben mich fassungslos gemacht. Aber der Schock und die Fassungslosigkeit wurde aufgefangen, ich wurde nicht allein damit zurück gelassen; irgendwie auch eine Art Happy End. 

Äußerst lesenswert und ein tolles Wiederkommen von Alexa Hennig von Lange in die Gegenwartsliteratur. Mehr als gelungen!

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How to Stop Time

Matt Haig
Flexibler Einband
Erschienen bei Canongate Books Ltd, 06.07.2017
ISBN 9781782118626
Genre: Romane

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Drecksspiel

Martin Krist
Flexibler Einband: 348 Seiten
Erschienen bei epubli, 01.03.2018
ISBN 9783746704265
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Drecksspiel, im wahrsten Sinne. Düster, fies und brutal. Ein Thriller von Martin Krist, der seinem Titel alle Ehre macht. Die komplette Rezension gibt's jetzt auf meinem Blog.

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Obsession

Simon Beckett , ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.04.2009
ISBN 9783499248863
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mich hat das Buch leider nicht überzeugt. Längen und der nervende Protagonist waren mir zu anstrengend. Ich ziehe die Hunter-Reihe vor.


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Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

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Wer andern eine Bombe baut

Christopher Brookmyre , Hannes Meyer
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch, 08.03.2018
ISBN 9783869711638
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein wirklich spannender Thriller, auch wenn diese Genrebezeichnung für mich irreführend war. Ich habe etwas komplett anderes erwartet, als das Buch abliefert. Was das Buch auf gar keinen Fall zu einem schlechten Buch macht, aber in meinen Augen ist es eben kein Thriller.

Eher ein Actionroman. Ich denke da an Action a la Bruce-Willis-blutverschmiertes-Unterhemd-Stirb-langsam-Action oder Mel-Gibson-ich-schneide-einfach-mal-diesen-Draht-durch-um-zu-sehen-ob-die-Bombe-dann-entschärft-ist-Lethal-Weapon-Action.
Schießereien, Explosionen, saucoole Charaktere mit noch saucooleren Sprüchen und einem Spritzer Humor, gerne auch schwarz. Hätte also auf dem Deckel gestanden saucooler-Bruce-Willis-Mel-Gibson-Roman-mit-Explosionen, ja, das könnte ich bestätigen. Thriller, nein, nicht für meinen Geschmack.

Die komplette Rezension gibt es auf meinem Blog.

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Rosenbaum-Doktrin

Wolfgang Herrndorf
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.04.2017
ISBN 9783499291296
Genre: Romane

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72 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 52 Rezensionen

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Fliegende Hunde

Wlada Kolosowa
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 09.03.2018
ISBN 9783961010066
Genre: Romane

Rezension:

Eine besondere Geschichte über das sich selbst finden oder das sich nicht trauen und zwangsläufig doch die Rolle einzunehmen, die man doch nie wollte. Ein starkes Debüt von Wlada Kolosowa welches ich absolut empfehlen kann. Ich bin sehr gespannt auf alles was noch von ihr kommt.


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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Hinterhofleben

Maik Siegel
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Divan, 27.11.2017
ISBN 9783863270469
Genre: Romane

Rezension:

Die komplette Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://www.mlle-facettenreich.de/hinterhofleben-maik-siegel/

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berliner mordseri, kalte hau, polizeipsycholloge

Kalte Haut

Martin Krist
E-Buch Text: 530 Seiten
Erschienen bei R&K, 05.02.2018
ISBN B079J6QJ68
Genre: Romane

Rezension:

„In den Augen eines Mörders ergibt die Tat immer einen Sinn, so unsinnig sie für Außenstehende auch scheinen mag.“ S. 302

DER INHALT

Eine grausige Mordserie in Berlin. Der Täter veröffentlicht Videos seiner Opfer, in denen zu sehen ist, wie sie leiden. Ihre Leichen, werden von Journalisten gefunden.
Nach dem ersten Mord deutet alles auf eine politische Tat hin; ein Zeichen gegen die Hetzkampagne des Innensenators gegen Ausländer. Sera Muth, die ermittelnde Kommissarin türkischer Abstammung, hält nicht viel von der Theorie, gerät aber immer mehr in Zweifel.
Der Polizeipsychologe Dr. Babicz hingegen erkennt das Muster der Morde aus einem seiner alten Fälle aus den USA wieder. Der Täter sitzt allerdings längst in Haft. Ist es möglich, dass der „Knochenmann“ geflohen ist? Dr. Babicz bis nach Deutschland verfolgt hat? Oder handelt es sich gar um einen Nachahmungstäter?

MEINE MEINUNG

Mein zweiter Krist (nach „Böses Kind“) und er hat es wieder geschafft mich zu begeistern. Es ist wirklich meisterhaft, wie Martin Krist Spannungsbögen aufbaut, die einzelnen Handlungsstränge der Geschichte miteinander verflechet, so dass man das Buch gar nicht weglegen kann.
Er hat ein ausgesprochenes Talent für Stimmung und Timing, welches nur von seinem Talent für das setzen von Cliffhangern geschlagen wird.
Ein perfektes Beispiel für ein typisches „just one more chapter“-Buch.

Martin Krist lässt sich Zeit. In völliger Ruhe greift er verschiedene Fäden auf, nimmt sich die Zeit diese zusammenzuführen. Gemächlich werden die Protagonisten vorgestellt und langsam in Abhängigkeit gestellt. Erste falsche Fährten werden ausgelegt.
Trotz der sich langsam aufbauenden Ereignisse, ist das Buch kurzweilig und nimmt mit jeder Seite mehr an Tempo auf. Und weiß ich doch mittlerweile, dass ich bei einem Krist-Buch auf jedes noch so kleine Detail achten muss, wenn ich selbst den Mörder aufdecken will, bleibt mir so vieles wiedermal verborgen und wird erst zum Ende hin deutlich.

Auch in „Kalte Haut“ schafft Martin Krist tolle und tiefe Charaktere, die mit all ihren Ecken und Kanten überzeugend sind und realistisch rüberkommen. Und bedarf dabei keinerlei gängiger Ermittler-Klischees.
Sera Muth hat mich wirklich überzeugt, zukünftig auch noch die anderen Bücher, mit ihr als Ermittlerin, zu lesen. Sehr gespannt bin ich auch auf den Kollegen Paul Kalkbrenner, der in „Kalte Haut“ nur einen kleinen Auftritt hatte.

FAZIT

Spannend bis zur letzten Seite! Wer atmosphärische Krimis/Thriller mit starken Charakteren und spannender Story mag, der sollte „Kalte Haut“ unbedingt lesen.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

angst, dystopie, familie, flucht, frankreich, geschenk, gesellschaft, getto, hass, homophobie, homosexualität, intoleranz, jugendbuch, kennzeichnung, kind

Väterland

Christophe Léon , Rosemarie Griebel-Kruip
Buch: 116 Seiten
Erschienen bei mixtvision, 22.03.2017
ISBN 9783958540958
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Seit einem Jahr müssen Personen desselben Geschlechts, die sich in der Öffentlichkeit küssen, mit sechs Monaten Gefängnis und einer Strafe von mehreren Tausend Euro rechnen. Aber die Situation ist eindeutig genug, der Notar begreift sofort, wo er die zwei suspekten Männer einzuordnen hat.
„Ich bin Anwalt und ich habe immer wieder gegen diese Leute prozessiert. Wenn sie anfangen, von Liebe und Freiheit zu faseln, ach was, welch schönes Märchen! Ich antworte mit Recht und Gesetz. Wenn wir ihre Ehen auch noch nicht rechtlich annullieren können, so werden wir uns wenigstens vor ihnen schützen, indem wir sie in gewissen Einrichtungen oder Aufnahmelagern sammeln. Es gibt überhaupt keinen triftigen Grund, das Gesetz nicht anzuwenden. Ihre eigenartigen Verbände, die sie verteidigen, sollen ruhig versuchen, uns einzuschüchtern und Himmel und Hölle in Bewegung setzen. Wir lassen usn davon nicht beeindrucken. Demokratie bedeutet, das Mehrheitsprinzip anzuwenden und die Vernunft. Unsere Mitbürger wollen nichts mit ihnen zu tun haben, das ist gesunder Menschenverstand. Das Recht ist für alle gleich. Mich persönlich widern sie an. […]“ (S. 51)


DER INHALT

Ein dystopischer Jugendroman. Frankreich in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft, in welcher die Stimmung gleichgeschlechtlichen Paaren gegenüber kippt.
In einem schleichenden Prozess werden gleichgeschlechtliche Paare immer mehr eingeschränkt, zu ihrem Schutz, wie es heißt. Es beginnt mit dem erneuten Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen und das gleichgeschlechtliche Paare keine Kinder mehr adoptieren dürfen; führt dazu, dass eben diese Paare eine rosa Raute tragen sollen (angeblich damit im Falle von homophoben Übergriffen seitens der Polizei schneller und besser eingegriffen werden kann) und schon nach einigen Jahren müssen all die Paare in ein Getto umziehen, dürfen Paris nicht mehr ohne Genehmigung besuchen.

Erzählt wird die Geschichte von der fast 13-jährigen Gabrielle; Adoptivtochter des verheirateten Paars Phil und George. Die Geschichte wechselt sich ab zwischen Erinnerungen und Gegenwartserzählungen, die klug miteinander verwoben sind.

MEINE MEINUNG

Papa George schleppte seinerseits nun immer ein Messer in der Tasche mit sich herum, trotz der spöttischen Bemerkungen von Phil, der das melodramatisch fand:
„Was willst du mit deinem Säbel anfangen? Die Dummheit in Scheiben schneiden?“
„Mich wehren.“
„Gegen wen?“
„Spiel nicht den Idioten, du weißt nur zu gut …?“
Dieses Messer beruhigte mich nicht. Es erschien mir wie ein Zeichen von Schwäche. War George nicht stark genug, um sich ohne Waffe zu wehren? Und was bedeutete sich wehren – gegen wen wehren? (S. 64)


Christophe Léon schafft es in sehr kurzer Zeit die bedrückende Stimmung einzufangen und zu vermitteln, was sich innerhalb weniger Jahre verändert hat. Vieles passiert zwischen den Zeilen, also im Kopf des Lesers; Léon lässt Platz zur Interpretation und für eigene Überlegungen. Was ich grundsätzlich gut finde, mich bei einem Jugendbuch aber frage, ob es genügt um zu vermitteln, dass es eben keine Rolle spielt, welches Geschlecht man hat, solange man liebt und respektiert und dass ein Kind ein ebenso erfülltes Leben bei einem gleichgeschlechtlichen Paar, wie bei einem „klassischen“ Paar haben kann.

„Diese Schwachköpfe“, schimpfte George, außer sich vor Zorn. „Was ist das, eine Familie? Ein Mann, der seine Frau schlägt, der sein Kind quält? Nein, ehrlich, das soll ein bewundernswertes Modell sein?“
„Was George sagen will, Gabrielle, ist, dass die Liebe weder ein Geschlecht hat noch eine Hautfarbe“, schaltete Phil sich etwas moralisierend ein. „Die Leute, die durch die Straßen ziehen, haben unrecht. Die Liebe kann man nicht bestimmen, auch nicht die sexuelle Vorliebe. George und ich, wir lieben uns, wir lieben dich und unsere Liebe ist genauso legitim wie die unserer Nachbarn, die unserer Freunde oder die von irgendjemand anderem. Wir müssen uns nicht dafür schämen, dass wir sind wie wir sind – niemals.“ (S.40)


Gabrielles Erzählungen von vergangenen Ereignissen zeigen eindrucksvoll, wie eine intakte Familie auszusehen hat: liebevoll, respektvoll, hilfsbereit.
Dass es keinerlei Rolle spielt, ob die Eltern Mann und Frau sind oder Mann und Mann oder Frau und Frau. Dass es keinerlei Rolle spielt, ob das Kind adoptiert ist oder nicht.
Dass Liebe und Familie rein gar nichts mit dem Geschlecht oder Blut zu tun hat.

Gleichzeitig hat mich die Geschichte schockiert.
Ich bin immer wieder entsetzt darüber, erinnert zu werden, dass die Geschichte sich wiederholen wird, immer wieder, wenn dem niemand etwas entgegensetzt. Ich empfinde Verständnislosigkeit darüber, dass Toleranz nicht selbstverständlich ist und es somit immer wieder zu so viel Hass und Unmenschlichkeit kommt. Der einleitende Auszug am Anfang dieses Artikels, lässt mich immer wieder fassungslos den Kopf schütteln, kaum Worte finden für die Engstirnigkeit mancher Menschen – und das obwohl ich weiß, dass der Notar nur eine fiktive Person ist. Das Wissen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die so denken … es ist mir unbegreiflich.

FAZIT

Die Idee hat viel Potential. Viele Möglichkeiten diese ungerechten und idiotischen Entwicklungen weiterzuspinnen und ins Extrem zu treiben. Leider hat das Buch gerade mal 116 Seiten und konnte so zwar die Idee vertiefen und auch in den wenigen Seiten schon Entsetzen und Verständnislosigkeit in mir auslösen, ich finde aber, es hätte ruhig noch ausführlicher sein dürfen.

Ein Buch dass sich durchaus eignet, um über Homophobie, Sinnhaftigkeiten von Adoptionsverboten oder Ausgrenzung zu sprechen, über Liebe und Respekt, aber auch über Angst vor Unbekanntem und weniger konventionellen Lebensstilen.
Um es als Jugendlicher ohne begleitende Diskussion zu lesen, halte ich es allerdings für etwas zu oberflächlich. Es setzt einiges an Toleranz und Reife voraus, um die Geschichte richtig zu interpretieren.
Als Schullektüre mit unterstützenden und vertiefenden Gesprächen aber wohl durchaus geeignet. So jedenfalls mein Eindruck.

Anders zu sein war aber gar nicht so übel!

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

alltag, belletristik, blockade, gay, gefühl, gemeinschaft, klub der ungeliebten, leben, liebe, roman, schwul, seelenverwandtschaft, stephan

Der Klub der Ungeliebten

Dennis Stephan
Buch: 248 Seiten
Erschienen bei Incubus Verlag, 14.10.2013
ISBN 9783981594843
Genre: Romane

Rezension:

Der Mensch verbringt so viel Zeit damit, über die Liebe nachzudenken, dass er manchmal völlig vergisst, zu lieben. Dann sucht er nach diesem Gefühl, als sei es eine fehlende Socke, und weil er des Suchens müde wird oder Angst davor hat, es nicht zu finden oder gar verletzt zu werden, gibt er sich mit etwas anderem zufrieden.
Die Leute glauben, damals wie heute, die Ehe wäre eine Garantie für Liebe. Aber die Wahrheit ist, dass es keine gibt. Wenn du eine Garantie auf irgendwas möchtest, dann kauf dir eine Waschmaschine, aber erwarte sie nicht im Tausch gegen ein Herz. (S. 81)


DER INHALT

Nie war der Ausdruck „Ein Herz und eine Seele“ treffender, als für Adam und Coralie. Die beiden kennen sich besser, als sie sonst jemand kennt, verstehen den anderen, ohne dass er reden muss, wissen, was der andere denkt und fühlt.
Während Adam Romantiker ist und trotz schmerzlicher Erfahrungen immer noch an die große Liebe glaubt, ist Coralie abgebrüht und hält Liebe für reine Illusion, zweckdienlich nur, um sich fortzupflanzen. Zusammen mit Madame Porzellan, die im Stockwerk über den beiden wohnt, philosophieren sie bei Erdbeerwein über die Liebe und das Leben. Gründen den Klub der Ungeliebten und möchten dabei eigentlich doch nur eins: geliebt werden.

„Verliebt heißt, dass du merkst, irgendetwas läuft verkehrt. Darum heißt es ja verliebt. So wie wenn man sich verschreibt oder verläuft. Verliebt ist, wenn du plötzlich nicht mehr weißt, wer du bist oder was in deinem Körper vor sich geht“, folgert Coralie. (S. 145)

MEINE MEINUNG

Was erstmal wie ein schnöder Liebesroman klingen mag, ist nichts davon. Liebe ist Thema, aber von Kitsch keine Spur. Die beiden durchleiden alle nur möglichen Stadien, die man erlebt, wenn man sich auf die Liebe einlässt. Von dem Hochgefühl des Verliebtseins, über die Verzweiflung des Abgewiesenwerdens, bis hin zur Tragik der Eifersucht. Nichts wird ausgelassen. Und dazwischen noch der übliche Alltag, gespickt von dem unüblichen Wahnsinn.

„Die Welt der Erwachsenen ist ein großer Haufen Scheiße. Ich mag das Nimmerland, Peter, und ich weiß nicht, ob ich wirklich auf die langen Nächte mit dem Klub der Ungeliebten verzichten möchte.“ (S. 108)

Abwechselnd erzählen Coralie und Adam die Geschichte, immer wieder durchflochten mit Erinnerungen, die erläutern, warum beide sind, wie sie sind: endloser Romantiker, unerbittliche Realistin.
Zwei Leben, so stark miteinander verwoben, dass sie nichts auseinander bringen kann. Weder die Vergangenheit, noch die tragischen Ereignisse in der Gegenwart.
Und vielleicht ist letztlich das die Liebe, nach der beide suchen, ohne es zu wissen.

Wenn auch die Fragen nach dem Sinn des Lebens, dem Sinn der Liebe und der Suche danach, alte Fragen sind, auf die schon viele eine Antwort gaben, so ist dieses Buch keineswegs vorhersehbar. Es überrascht, und das nicht nur mit unerwarteten Wendungen, sondern auch mit einer so poetischen Sprache, dass es mit der einen Zeile das Herz beflügelt, mit der nächsten das Herz wieder schwer werden lässt. Ein Gefühlschaos, wie es auch die Protagonisten durchmachen.

Wenn sich das Laub der Bäume im Herbst färbt und welk wird, dann eigentlich nur, weil es sich nach der Sonne sehnt. Was uns wunderschön und farbenprächtig anmutet, ist in Wahrheit nichts weiter als die stumme Trauer des Verlassenseins. (S. 192)

FAZIT

Mit seinem Debüt liefert Dennis Stephan eine wirklich einfallsreiche Geschichte über die Liebe und die Liebenden. Sein Stil ist poetisch, metaphorisch – das muss man mögen, dafür muss man offen sein, aber wenn man das ist, dann erwartet einen tolle Literatur.

Während ich die nächtlichen Straßen überquere, lausche ich dem Knistern der elektrisierten Atmosphäre, dem Knobeln der Taxifahrer über Kreuzworträtseln, dem Plätschern der Kanalisation und den klackernden Geräuchen meiner eigenen Schritte. Ich lasse mich vom Metrum der Nacht mitreißen, bilde einen Vers im Gedicht der schlafenden Stadt. (S. 68)

Vielen Dank, lieber Dennis, für das Rezensionsexemplar. Es war mir wirklich eine Freude!

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Fast genial

Benedict Wells
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.04.2013
ISBN 9783257241983
Genre: Romane

Rezension:

Er war nur ein Spritzer Sperma eines fremden Genies, das seitdem keinen einzigen Gedanken an ihn verschwendet hatte. Und womöglich lebte sein Vater mit zwei wohlgeratenen Kindern und seiner sympathischen Frau in einem riesigen Haus, und das Letzte, was er wollte, war Besuch von seinem Sperma, das an seiner Tür klingelte und „Hallo, Papa“ sagte. (S. 107)

DER INHALT

Francis führt ein Scheißleben. Zusammen mit seiner Mutter wohnt er in einem Trailerpark, sein Stiefvater ist mitsamt seines Halbbruders abgehauen, von seinem leiblichen Vater weiß er sowieso nichts und nun ist seine depressive Mutter mal wieder in der Klinik. Hier lernt er Anne-May kennen. Anne-May scheint auch ihre Probleme zu haben, kommt Francis in der Klinik aber mehr als normal vor.

Als Francis Mutter einen Selbstmordversuch unternimmt, nimmt die Geschichte Fahrt auf, denn sie hat Francis einen Abschiedsbrief hinterlassen, in dem sie nach all den Jahren endlich über seinen leiblichen Vater schreibt. Francis ist ein Samenbankkind. Aber nicht irgendeines, sondern eines aus der sogenannten Samenbank der Genies. Kurzehand entschließt Francis sich zu einem Roadtrip von der Ostküste an die Westküste, um mehr über seinen Vater und somit auch über sich selbst herauszufinden. Mit den Genen eines Genies in sich, muss das Leben doch mehr für ihn bereithalten, als das was es aktuell bietet. Er ist sich sicher, dass er seinen Vater nur kennenlernen muss, damit sich etwas tut und sein Leben einen anderen Weg nimmt, also macht er sich mit seinem besten Freund Grover und Anne-May auf die Reise, die sein Leben verändern soll.


MEINE MEINUNG (DIE NICHT OHNE SPOILER AUSKOMMT)

Francis scheint zu glauben, dass man auf gar nichts im Leben Einfluss hat, dass beim Zusammenschluss von Ei und Sperma, die Würfel gefallen sind; die Karten gegeben. Stimmen die Gene und die Umstände, hat man ein gutes Leben, stimmen sie nicht, dann eben nicht. Eine einfache These, die in meinen Augen falsch ist, die sich in seinem Kopf aber beharrlich hält.

Francis macht sein Glück und seinen Erfolg immer wieder zu sehr von Dingen abhängig, auf die er keinerlei Einfluss hat. Zuerst reist er der wahnwitzigen Vorstellung nach, dass wenn er seinen Vater kennenlernt, der ein intelligenter, erfolgreicher Mann ist, er seinen Platz im Leben findet – vielleicht sogar einen liebenden Vater – und dann wird sich schließlich auch Francis eigene Intelligenz, sein Erfolg, endlich offenbaren. Dann wird sein Leben endlich besser.

Dabei hat er das beste Gegenbeispiel bei sich, seinen besten Freund Grover. Der zwar wohlhabend und behütet aufwächst, aber dennoch Spott und Hohn in der Schule ertragen muss. Der trotzallem aber nicht wütend auf das Leben ist, sondern schlicht das beste daraus macht.

„Weil das Leben scheiße ist, deshalb.“
„Wieso ist das Leben scheiße?“
Francis schüttelte den Kopf. Man hätte diesen denkwürdigen Moment einfrieren sollen. Grover Chedwick hatte tatsächlich gefragt, wieso das Leben scheiße war. Der wandelnde Beweis für diese Theorie hatte quasi sich selbst in Frage gestellt. Er dachte an bleierne Schultage voller Demütigungen von Typen wie Brad Jennings, an die ewige Bevormundung durch seine Mutter. An die Ignoranz der Mädchen, die sich nie für seine liebenswürdigen Schrullen interessiert hatten, und an den Tisch in der Ecke der Cafeteria, abseits von allem. Konnte es sein, dass Grover dieses Leben trotzdem irgendwie mochte? (S. 106)


DIE ENTTÄUSCHENDE WAHRHEIT

Natürlich erkennt Francis als er seinen Vater trifft, dass dieser ein Versager ist. Ein Hochstapler, ein Betrüger, ja ein Krimineller. Was auch Francis zu einem Versager macht – jedenfalls nach seiner Theorie. Immerhin erklärt das, warum sein Leben so läuft, wie es läuft. Liegt es doch an den Genen und nicht an ihm selbst.

Dabei hat Francis auf seiner Reise wenigstens einmal die Möglichleit, sein Leben besser zu machen. In Las Vegas spielt er Roulette und hat tatsächlich auch Erfolg. Fast 40.000 Dollar hat er aus seinem Startkapitel gemacht. Verpasst aber den Moment auszusteigen, sein Leben mit dem profanen Mittel Geld besser zu machen (was durchaus möglich wäre, wenn man bedenkt, dass er bis dahin in einem Trailerpark lebt und die Rechnungen der Klinik in der seine Mutter ist an der Backe hat) und verzockt das ganze Geld wieder. Alles zurück auf Anfang.

Francis kommt also leider nicht hinter die Weisheit, dass er selbst sein Leben in der Hand hat und seinen Erfolg, nicht von Genen oder Glücksspiel abhängig machen darf. Machen kann.
Die Reise war eine einzige Enttäuschung, auch wenn immerhin die Erinnerung an einen verrückten Sommer mit seinem Freund Grover und dem Mädchen Anne-May bleibt. Das ist aber auch alles. Wiedermal hat das Leben Francis enttäuscht.

Er schaute zu Alistair, aber der rauchte gerade Bong und sagte vor sich hin: „Objektiv gesehen ist der Tod das Beste, was den Menschen passieren konnte. Er zwingt sie, sich dem Leben zu stellen, jede Sekunde davon zu genießen und sich zu verwirklichen. Er ist das einzig richtige Ende, notwendig und ein starker Antrieb.“ Er machte eine Pause. „Subjektiv gesehen ist der Tod natürlich scheiße.“ (S. 186)


ABER …

Bis einige Zeit nach dem Trip Anne-May anruft und ihm erzählt, dass sie schwanger ist – von ihm, Francis. Eine erste Regung in die richtige Richtung, denn hat Francis zwar nicht begriffen, dass er derjenige ist der etwas aus sich machen muss, wenn er jemand sein will, so möchte er aber immerhin dafür sorgen, dass sein Sohn ein besseres Leben hat als er und nicht irgendwann so enttäuscht von ihm ist, wie er von seinem eigenen Vater enttäuscht ist. Also nimmt er seine Situation endlich hin, hofft nicht mehr auf das große Wunder, das alles verändern wird, geht arbeiten, spart jeden Cent, kümmert sich so gut um seinen Sohn, wie man ihn lässt.

Ich war von seiner fleißigen Tugendhaftigkeit positiv überrascht. Manchmal braucht es eben erst einen eigenen Sohn, um zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Aber leider kann Francis es nicht darauf belassen; kann seinem Traum nicht aufgeben.
Er nimmt das gesparte Geld erneut mit nach Vegas, in dem Versuch es in einem Schlag zu vervielfachen.
Und diesmal kommt er weiter, als bei seinem ersten Versuch vor einigen Jahren. Hat eine Glückssträhne und darf sogar an dem Tisch spielen, an dem bloß die großen Einsätze gemacht werden. Alles auf Schwarz! 500.000 Dollar. Wenn er gewinnt, ist er Millionär.

„Das Wichtigste ist, dass du deine ganzen beschissenen Träume und Hoffnungen packst und sie nie mehr loslässt“, hatte er gesagt. „Du kannst schreien, du kannst verzweifeln, du kannst winseln. Doch selbst wenn du schon kaum mehr an dich glaubst, du darfst sie nicht loslassen. Denn wenn du’s tust, dann ist’s aus, Kleiner. Ab dem Zeitpunkt ist dein Leben vorbei. Dann kannst du zwar noch jahrelang durch die Welt wandeln, aber innerlich bist du längst tot … so wie die meisten hier.“ (S. 210)

Wie es endet, überlässt Benedict Wells dem Leser. Für seinen Sohn und seinen Seelenfrieden wünsche ich ihm, dass er gewonnen hat … aber realistisch gesehen funktioniert das Leben so nunmal einfach nicht.
Und genau deshalb glaube ich, dass er das Geld in Vegas wohl nicht gewinnt, denn dann würde Francis eventuell endlich begreifen, dass es dumm ist, sein Glück oder das Glück anderer durch Zufall entscheiden zu lassen. Dass er seinen Sohn ebenso gut unterstützen kann, ohne in Vegas zu gewinnen. Dass es Fleiß und Disziplin braucht, aber dass das manchmal der einzige Weg ist, den wir haben.

MEIN FAZIT

Benedict Wells schildert eindrucksvoll die Zufälligkeiten des Lebens. Angefangen damit, welche Eizelle und welches Spermium sich zusammenschließen, aus dem dann das eigene Selbst entsteht. Eine Situation auf die man in seinem Leben den wenigsten Einfluss hat. Bis hin zu der Zufälligkeit eines Rouletterads und einer kleinen Kugel, welche darüber entscheiden können, ob man arm oder reich nach Hause geht – egal wie arm oder reich man kam. Bekanntschaften, Freundschaften, Familie … alles zufällige Gegebenheiten.
Und auch wenn Francis Geschichte nicht zu einer meiner liebsten geworden ist, da ich Francis Blick auf die Welt nicht nachvollziehen kann, ist es eine kurzweilige und unterhaltsame Geschichte, die absolut lesenswert ist.

Die Musik breitete sich im Saal aus. Im Orchester war etwas Unsichtbares, Namenloses entstanden, es flog von der Violine zu den Oboen und Trompeten, es streifte die Hörner, Klarinetten und die Pauken und wehte dann nach oben zu der Decke aus Holzbögen. Schließlich flog es zu den Zuschauern, es traf sie nicht unerwartet und dennoch stark, es berührte jeden auf andere Weise. (S. 221)

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Dienstags bei Morrie

Mitch Albom
Flexibler Einband: 217 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 01.01.2004
ISBN B002P7BINE
Genre: Romane

Rezension:

"Die Liebe gewinnt. Die Liebe gewinnt immer."

DER INHALT
Mitch Albom ist Sportjournalist. Einer der Sorte, der hauptsächlich für seinen Job lebt. Durch Zufall erfährt er, dass sein früherer Professor und Mentor Morrie Schwartz im Sterben liegt und beschließt ihn zu besuchen. Daraus werden regelmäßige Treffen, die immer an einem Dienstag stattfinden und während derer Morrie Mitch erklärt, wie in seinen Augen der Sinn des Lebens aussieht.

MEINE MEINUNG
Der Stil ist für meinen Geschmack wenig erzählerisch, irgendwie hart und kantig; direkt und kaum bildlich. Für mich kein Text wegen dem ich mir weitere Bücher des Autors genauer ansehen würde. Aber die Geschichte!Die Geschichte ist alles und der Stil spielt letztlich keine Rolle mehr. Und wenn man das nachträglichen Worte des Autors von 2007 zum 10. Jubiläum des Buches liest, dann wird ganz deutlich, dass es nicht die Absicht des Autors war ein besonderes, bisher nie da gewesenes, literarisches Werk zu schaffen, das inhaltlich als auch stilistisch überrascht und besonders ist. Ganz im Gegenteil, das Buch erzählt schlicht und einfach die Geschichte seines früheren Professors Morrie Schwartz.Das Mitch Albom das Buch veröffentlichen wollte lag vor allem auch daran, dass damit Morries Arztrechnungen bezahlt werden sollten. Das Ziel des Buches war, Morrie und seine Lebensansichten in Erinnerungen zu behalten. Und das schafft das Buch. Wenn man sich anschaut, wie oft das Buch mittlerweile verkauft und gelesen wurde, in wie viele Sprachen übersetzt und sogar verfilmt. Somit unvergessen.

Er seufzte. „Lerne wie man stirbt und du wirst lernen, wie man lebt.“ S. 100

Und auch wenn mich der Schreibstil nicht begeistert hat, weil er nichts besonderes war, das Buch ist absolut lesenswert. Denn die Geschichte von Morrie, seine Aphorismen und Lebenseinstellung sind einfach gewaltig. Subtil, aber doch voller Tiefgang. Ein Buch so voller Weisheit, ohne dass es belehrend ist – und das, wo sich doch ein Professor mit seinem alten Schüler unterhält – und mit so vielen Anregungen, mit denen man sich sein eigenes Leben vielleicht etwas schöner, ja sogar lebenswerter machen kann.

Der einzige „Ratgeber“ den man über die Themen glücklich sein und Lebenssinn kennen muss. Denn Morrie erzählt alles, was nötig ist, um zufrieden zu sein. Selbst noch auf dem Sterbebett.

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In Plüschgewittern

Wolfgang Herrndorf , Anzinger und Rasp, München
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.03.2012
ISBN 9783499258831
Genre: Romane

Rezension:


Ich habe mal gehört, dass die Haut sich mindestens alle achtundvierzig Stunden erneuert. Also, wenn man jemandem nach ein paar Tagen die Hand schüttelt, hat man schon nicht mehr dieselbe Person zu fassen, und man selbst ist auch nicht mehr dieselbe Person. Nur die Narben bleiben. Kein Charakterzug, keine Erinnerung ist so stabil. S. 126

DER INHALT

Der namenlose Erzähler ist um die dreißig und hat sich gerade von seiner langjährigen Freundin getrennt. An einer Autobahnraststätte. Relativ teilnahmslos hat er diesen Akt der Beziehung hinter sich gebracht und ist dann weiter gezogen, um seinen Freund Desmond in Berlin zu besuchen. Auf dem Weg dahin hält er sich kurz bei seinem Bruder und seiner Frau auf. Ein Besuch der ihm mehr lästig als recht ist und irgendwie auch nur Mittel zum Zweck, damit er auf der Durchreise eine Unterkunft hat. In Berlin angekommen, lässt die nächste Frau nicht lange auf sich warten, aber auch mit 30 Jahren ist die Liebe und das Leben noch immer nicht einfacher geworden. Oder vielleicht doch? Vielleicht ist das alles ganz einfach, aber nur für die anderen?

MEINE MEINUNG

Es liest sich leicht, aber mit jedem Satz fühlt man die Last auf der Seele des Erzählers. Typisch für Herrndorf so viel Tiefsinn in schlichte, einfache Sätze zu verpacken. Der Erzähler beschreibt ganz Alltägliches – das Ende einer Beziehung, den Besuch beim Bruder und dessen Frau, den Besuch bei einem alten Freund, ein paar Partys, Spaziergänge, Verliebtheit – und doch ist der Protagonist von einer Melancholie erfüllt, die er selbst kaum begreifen kann. Immer wieder fallen seine Gedanken in Vergangenes zurück, immer auf der Suche nach dem Grund und den Ursachen für die Entwicklung seines Lebens, immer hoffend auf die Antwort darauf, warum er sich nicht einfügen kann, warum ihn die Normalität wahnsinnig macht und ihm so banal vorkommt, dass es kaum auszuhalten ist.

Das habe ich schon lange nicht mehr gehört, das Geräusch der Terrassentür, und ich glaube, das hätte ich gerne auf Kassette: Geräusche aus dem Haus, wo ich meine Jugend ließ, zweimal fünfundvierzig Minuten. S. 20

Dabei hat man als außenstehender Leser durchaus das Gefühl, dass er sich ganz gut einfügen könnte, wenn er denn wollte, aber eben genau das scheint ihm das Problem zu sein. Er hält es nicht aus, dass er ist wie alle anderen, kann sich nicht zufrieden geben damit, dass es das schon gewesen sein soll. Leicht narzisstisch und immer von oben herabblickend auf alle anderen die um ihn herum sind, verliert er sich in seiner Welt und seinen Gedanken. Was für andere vielleicht als Überforderung mit dem Leben wahrgenommen wird, ist für ihn schlichtweg die Rebellion gegen das für alle andere funktionierende System des sich bindens, heiratens, erwachsen werdens.

Ich bleibe aber noch sitzen und starre auf das Blut, das ein Semikolon unter ihrer Nase macht, was mich ein bisschen beunruhigt. Semikola sind ja bekanntlich noch viel trauriger als jeder Gedankenstrich oder Punkt. S. 87

Es gibt kurze Momente, in denen man als Leser glaubt, dass er das alles auch gerne hätte, diese Einfachheit, diesen simplen Verstand der anderen, dass er es sich aber nicht eingestehen kann oder will, denn dann würde er das System bestätigen.
Trotzdem sehnt er sich letztendlich doch irgendwie in die alte, gerade erst beendete Beziehung zurück. Ein Zurück gibt es aber nicht und daran scheitert er letztendlich komplett.

So interpretiere ich es jedenfalls, denn zum Ende werden die Gedanken und Eindrücke des Erzählers ein wenig wirr und das abschließende Kapitel, aus der Sicht des Bruders, gibt nur vage Hinweise. Viel Platz für Interpretation also.

ZUSAMMENGEFASST

Nach „Tschick“, „Arbeit und Struktur“ und „Bilder meiner großen Liebe“ das nun vierte Buch von Wolfgang Herrndorf, das ich gelesen habe. Und auch wenn es irgendwie düsterer ist als „Tschick“ und „Bilder meiner großen Liebe“, ist es eben Hernndorf und Herrndorf ist einfach großartig – das kann ich auch nach „In Plüschgewittern“ weiterhin behaupten. Sein Stil, seine Sprache, seine Gedanken – da fühle ich mich zu Hause und wohl.

„In Plüschgewittern“ lässt sich nicht so recht vergleichen mit den Büchern, die ich bisher von Wolfgang Herrndorf gelesen habe, und das möchte ich auch gar nicht, aber er hat einen wunderbaren Blick auf die Welt und versteht es einfach, die Gedanken über das Ist und das Sein und alles was war und vielleicht kommt, die Gedanken die uns allen immer mal wieder im Kopf rumspuken – dem einen mehr, dem anderen weniger – zu verschriftlichen und das so, dass man sich selbst genauso verloren in dieser Welt fühlt, wie der Erzähler im Buch.
Mir ging es beim Lesen jedenfalls so. Denn schneller als man denkt, kann es passieren, dass man sich selbst verliert, wenn man zu sehr vergleicht und zurückschaut und versucht für alles einen tieferen Sinn zu finden. Man gerät in eine Blase, genau, wie der Protagonist, nur dass der es nie wirklich herausschafft. Man muss seine Rettungsringe finden und kennen und um sich haben, um in all diesem Wahnsinn des Menschseins nicht unterzugehen.

Ich habe eine sensationelle Angst vor dem Tod, falls ich das noch nicht gesagt habe. Ich kenne niemanden, außer meinem Vater vielleicht, der so viel Angst vor dem Tod hat wie ich. Ich habe schon mit hunderttausend Leuten geredet und bin jedes Mal erstaunt, wie wenig beunruhigt die meisten sind. Und ich meine nicht die, die von Weiterleben oder Wiedergeburt faseln, die sich vorstellen, dass ihr Geist oder ihre Seele oder was auch immer später irgendwo rumfliegt, und der entscheidende Satz ist dann immer: Ich bin ja auch irgendwie ein bisschen neugierig. Mit so Geisteskranken rede ich gar nicht. Aber auch alle anderen Leute, die ich kenne, haben sich diese Theorien zurechtgelegt. Sogar Desmond. Dass der Tod ein natürlicher Bestandteil des Lebens ist. Wer den Tod nicht akzeptiert, akzeptiert auch irgendwie das Leben nicht. Buddhisten-Unfug, Goethe, bla. Und schließlich sind da ja noch die Moleküle, es verschwindet ja nichts aus dieser Welt. S. 48

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134 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

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Mord im Orientexpress

Agatha Christie , Otto Bayer
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 05.10.2017
ISBN 9783455001914
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

DER INHALT
Der Detektiv Hercule Poirot wird zu einem Fall nach England gerufen und reist spontan mit dem Orientexpress. Ungewöhnlich für die Jahreszeit, ist es kaum möglich noch ein Abteil für ihn zu bekommen, aber durch gute Kontakte, klappt es letztlich doch. Poirot bereitet sich also auf den anstehenden Fall vor, als der Zug im Schnee stecken bleibt. Und dann wird auch noch einer der Mitreisenden tot in seinem Abteil aufgefunden. Ein neuer Auftrag für Poirot, denn er wird gebeten, den Fall zu klären, während sie alle im Schnee feststecken.

MEINE MEINUNG
Mein erstes Buch von Agatha Christie, mein erster Fall mit Hercule Poirot. Natürlich war mir der Name Christie bekannt, aber da ich mich mit Krimis ohnehin etwas schwer tue, hatte ich bisher nie den Drang, mir ihre Bücher mal genauer anzusehen. Nun kam die Neuauflage mit unter anderem Kenneth Branagh und Johnny Depp ins Kino und irgendwie mochte ich den Trailer und hatte Lust auf diese Geschichte. Übrigens der einzige Titel, den ich von Christies Büchern kenne, schon immer, seit ich mich erinnern kann. Ich weiß nicht mal warum, aber der Titel war immer schon da, obwohl ich nie das Buch gelesen habe.

Wie so oft bei Verfilmungen die Frage: Erst das Buch oder doch schon den Film?
Ich hab mich für das Buch entschieden und wurde nicht enttäuscht. Es gefiel mir wirklich unheimlich gut. Ich hab mich sogar ein bisschen gefühlt, als läge es allein an mir das Rätsel um den Mord im Orientexpress zu lösen, denn der Fall wird sehr strukturiert angegangen. Nacheinander werden alle Reisenden im Zug vernommen. Ich war oft geneigt mir Notizen zu machen, um zu sehen, ob ich den Fall ebenfalls lösen könnte. Absolut ungewohnt für mich im Vergleich zu den Fällen von David Hunter.

Die Besonderheit: das Setting ist, aufgrund des eingeschneiten Zugs, sehr klein. Hauptsächlich befindet man sich im Speisewagen zusammen mit Poirot und seinen Kollegen. Keine Einbledungen aus anderer Sicht eines Geheimnisvollen, kein Verpassen von Hinweisen, da sich niemand entfernen kann und man selbst bzw. Poirot nicht von anderen Dingen abgelenkt werden kann. Und trotzdem habe ich es keineswegs als langweilig empfunden, ich fand es sogar ganz erfrischend, dass sich mein Gehirn komplett auf den Fall konzentrieren konnte, wo es sonst selten eine Chance hat, wegen ständiger Schauplatzwechsel. Aber ich hatte auch diesmal keine Chance.

Poirot warf ihm einen tadelnden Blick zu.
„Ich? Ich verdächtige alle und jeden bis zur letzten Minute“, sagte er. S.58


Wie immer hatte ich schnell einen Verdächtigen, aber die Auflösung übertraf alles, was ich mir vorgestellt und zusammen gereimt hatte. Beim genaueren hinsehen vielleicht etwas verrückt, aber das fand ich überhaupt nicht schlimm, weil es einfach so besonders war.

Ich fand auch den Stil sehr angenehm. Sehr strukturiert und obwohl das Buch schon von 1934 ist, hatte ich nicht eine Sekunde das Gefühl, dass das Buch wirklich schon so alt ist.

Auch waren die Charaktere und insbesondere Hercule Poirot großartig. So viele Charaktere auf so engem Raum, aber alle so grundverschieden und alle mit mehr oder weniger großen Geheimnissen. Poirot selbst ist ein cleverer Detektiv, findig wie Sherlock, mit dem Blick auf die Details ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren, aber wesentlich umgägnlicher und weniger narzisstisch.

„Das Unmögliche kann nicht geschehen sein, folglich muss das Unmöglich, allem Anschein zum Trotz, eben doch möglich sein.“ S. 156

Sehr empfehlenswert und ich werde mir beim nächsten Besuch in der Buchhandlung auf jeden Fall auch mal ein paar andere Fälle von Poirot anschauen.

„Sie sind der größte Rätselrater aller Zeiten.“ Mr Hardman lehnte sich zurück und sah Poirot bewundernd an. S. 238

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The Girl on the Train

Paula Hawkins
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Doubleday, 29.01.2015
ISBN 9780857522313
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

DER INHALT
Rachel pendelt jeden Tag mit dem Zug in die Stadt – zur Arbeit und wieder zurück. Dabei hält der Zug oft vor dem Haus von Jess und Jason. Die nicht wirklich Jess und Jason heißen, denn Rachel kennt sie nur durch das Zugfenster aus der Ferne. Sie hat ihnen Namen gegeben und in ihrer Phantasie überlegt, welchen Jobs die beiden nachgehen, was für Hobbies sie haben, was für ein tolles Ehepaar sie sind. Rachel bewundert Jess und beneidet das Paar. Ist ihre einst so großartige Beziehung doch zerbrochen und hat sie selbst als Häuflein Elend zurück gelassen.
Als Jess‘ Foto eines Tages in der Zeitung abgedruckt ist, zusammen mit der Überschrift, dass sie vermisst wird, entwickelt sich Rachels Obsession um das Paar und darum Jess‘ Verschwinden aufzuklären, zu einem gefährlichen Unterfangen.
Schnell wird klar, dass nichts ist wie es scheint und dass das in Rachels Augen perfekte Paar, doch nicht so perfekt war. Aber auch Rachel hat einiges zu offenbaren.

MEINE MEINUNG
Ein wirklich spannender Plot, der mich bis zuletzt immer wieder überrascht hat und jeden verdächtig wirken lässt; dazu dunkle Geheimnisse aller Protagonisten die tief in dunkle Seelen blicken lassen.
Außerdem eine unglaublich interessante Erzählweise: Nur aus der Sicht der drei Hauptprotagonistinnen wird der ganze Fall um die vermisste „Jess“ erzählt und aufgeklärt.
Angefangen mit Rachel, über Auszüge aus „Jess'“ Vergangenheit bis hin zu Anna, der neuen Frau von Rachels Ex-Mann, dessen Haus sich in derselben Straße befindet, wie das Haus von „Jess“ und ihrem Mann.
Abwechselnd bekommt man so einen Einblick in die Leben der drei Frauen, die so unterschiedlich scheinen, aber doch etwas gemeinsam haben, ohne es zu ahnen. So werden die Geschehnisse aus Sicht der Frauen, mit ihren unterschiedlichen Auffassungen und Wahrnehmungen wiedergegeben. Stück für Stück erfährt man warum Rachel, „Jess“ und Anna sind, wie sie sind und erhält gleichzeitig die Puzzlestücke, die es braucht das Rätsel um „Jess'“ Verschwinden zu lösen.

Was für mich persönlich beim Lesen etwas anstrengend war, war dass mir alle drei Frauen nicht so recht sympathisch werden wollten. Die Rollen und dadurch resultierenden Handlungen der Frauen waren wichtig für den Plot und seine Entwicklung und durchaus logisch und trotzdem wollte ich mit keiner so richtig warm werden. Keine der drei wäre eine Frau gewesen, mit der ich gerne mal einen Kaffee trinken gehen würde.
Die Geschichte war zum Glück packend genug, dass ich trotzdem unbedingt zu Ende lesen wollte.

DAS BUCH
Das Genre „Roman“ trifft es meiner Meinung nach aber nicht richtig. Ich würde das Buch eher in die Kategorie „Spannungsroman“ einsortieren – für einen Roman hatte es meiner Meinung nach doch zu viel Thrill-Elemente, für einen Thriller war es aber dann doch zu seicht. Ist aber sicherlich auch Geschmackssache.

Das Buch hat mich gut unterhalten und ich fand die Auflösung überraschend und spannend, allerdings war das Buch keins dieser Juwele, die man jedem weiterempfiehlt und weitere Bücher der Autorin sind erstmal nicht auf meiner Leseliste gelandet.

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169 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 126 Rezensionen

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Böses Kind

Martin Krist
Flexibler Einband: 324 Seiten
Erschienen bei epubli, 26.10.2017
ISBN 9783745035292
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr, wie ich auf Martin Krist gestoßen bin. Ich kann mich einfach nicht erinnern. Jedenfalls bin ich irgendwann über seinen Instagram-Account gestolpert und bei ihm hängen geblieben. Und dann tauchte immer öfter sein neues Buch „Böses Kind“ auf. Glücklicherweise konnte man bei vorablesen in das Buch reinlesen und da konnte ich einfach nicht widerstehen.
Mein Leseeindruck war folgender:


Martin Krist hat einen packenden Stil. Es liest sich wie sich ein Tatort schaut und das meine ich absolut als Kompliment und will nicht sagen, dass alles abgedroschen und altbekannt wirkt. Das Buch könnte leicht eines dieser „Nur noch ein Kapitel“-Bücher werden, die man dann doch in einer Nacht durchliest. Hinzu kommen bisher überzeugende Charaktere, dessen Vergangenheit, noch einiges zu offenbaren weiß (so kommt es mir bei der Leseprobe jedenfalls vor).Wunderbar auch, wie die Geschichten bereits miteinander verwoben werden, ohne dass sich die Charaktere bisher kennen.Ich mag den Stil, ich mag das Tempo, ich mag die Stimmung, die wirklich wunderbar eingefangen wird. Auch wenn ich an dem Cover vorbei gegangen wäre, bin ich froh, dass ich mir die Leseprobe angeschaut habe und werde das Buch auf jeden Fall auf meine Leseliste setzen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.


Und was soll ich sagen? Was die Leseprobe versprochen hat, wurde mehr als erfüllt.

DER INHALT
Der Fall um die vermisste Jaquie landet auf dem Tisch von Henry Frei und seinen Kollegen.Dann der Fund einer gekreuzigten Leiche, bei der der Rucksack der Jugendlichen gefunden wird. Die Hinweise sind spärlich, die überforderte Mutter kaum eine Hilfe und die Zeit rast.


MEINE MEINUNG
Herr Krist hat es wunderbar geschafft meinen ersten Verdacht zu zerschlagen und ins Nichts aufzulösen, ja, sogar dafür gesorgt, dass ich Unschuldige verdächtige. Kurz hatte ich die Sorge, dass sich die Geschichte lahm auflöst, aber nix da! Dann ging es erst richtig los.Wie schon bei der Leseprobe erwartet, war das Buch ein absoluter Pageturner. Bei der zweiten Hälfte hatte ich nicht mal mehr Zeit für Toilettenpausen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht.

Und dann dieser absolut geniale Plottwist bei dem mir immer noch die Ohren schlackern.Der einfach so grandios gemacht ist – ich bin begeistert! Und wie so oft bei Krimis und Thrillern bin ich überrascht, wie leicht ich auf eine falsche Fährte zu führen bin.Und dann auch noch dieser fiese Cliffhanger. Und die offenen Fäden der wirklich tollen Charaktere.

Jetzt heißt es also warten bis zur Fortsetzung …

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328 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Der Trafikant

Robert Seethaler
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 04.11.2013
ISBN 9783036959092
Genre: Romane

Rezension:

Das möge zwar sein, sagte Franz, aber was für den einen bedeutsam sei, das sei für den anderen vielleicht eher uninteressant bis nutzlos. (S. 177)


Erwachsen werden ist nicht leicht, die Liebe schon gar nicht. Das merkt der junge Franz Huchel schnell, als er aus der beschaulichen Heimat im Salzkammergut in die imposante Stadt Wien ziehen muss. Dort lernt er nicht nur, was es heißt ein guter Trafikant zu sein, sondern auch wie schmerzlich die Liebe sein kann und dass nicht jeder, der erwachsen wird gleichzeitig auch gescheiter wird.


DER INHALT

In der kleinen Trafik trifft der junge Franz das erste Mal auf Professor Freud. Beeindruckt von dem Gerede um den „Deppendoktor“ erhofft er sich Hilfe von ihm bei der Frage, was es mit dem Leben auf sich hat.

Freud reagiert etwas unwirsch, ob er nichts besseres zu tun hat, sich nicht vielleicht besser ein Mädchen suchen sollte. Und das tut Franz dann auch ohne langes Zögern. Dass man sich auch unglücklich verlieben kann und dass die Liebe nicht so einfach ist, wie man vielleicht meinen sollte, das hätte der Professor Franz aber auch vorher sagen können.

So kommt es, dass der unglücklich verliebte Franz und Freud sich unregelmäßig treffen und über die Liebe und das Leben sprechen.


Er raucht. Ich nicht. Ich frage ihn dies und das. Und er fragt mich dieses und jenes. Zwar wissen wir beide oft keine Antworten, aber das ist egal. Unter Freunden darf man auch einmal nichts wissen.“ (S. 163)


„Wie kann ein derartig langer Satz eine so kurze Bedeutung haben?“

„So ist das oft mit Sätzen. Wer viel redet, hat meist wenig zu sagen“, antwortete Freud ein wenig verdrießlich. (S. 74)


MEINE MEINUNG

Robert Seethaler hat eine herausragende Sprache. Gefühlvoll, ausmalend und phantastisch.

Großartig erzählt, mit einer einnehmenden Bildsprache. So wie man das weltliche Chaos zwischen Erwachsen sein und Kind sein nunmal erlebt.

Allein für den schönen Schreibstil lohnt sich dieses Buch also.


Sein Blick wanderte langsam über die Verkaufstheke, glitt über deren Rand auf den Boden hinunter, kroch in kleinen Bögen über die Dielen und blieb schließlich irgendwo knapp vor Franz‘ Schuhspitzen hängen. (S. 68)


Aber auch die Geschichte ist eine schöne. Eine tiefsinnige. Franz Erinnerungen an seine einfache Kindheit, die ihm doch so viel Glück gebracht hat und nun das Erwachsen werden mit all den großen und kleinen Problemen, die die Liebe, die Politik und andere Menschen so mit sich bringen. In all dem Gefühlschaos doch seinen Platz zu finden und zu lernen, was richtig und was falsch ist, wo so viele andere doch offensichtlich weder mit Herz noch Verstand denken, wenn sie denn überhaupt denken.


Franz schloss die Augen. Wie viele Abschiede kann ein Mensch eigentlich aushalten, dachte er. Vielleicht mehr, als man denkt. Vielleicht keinen einzigen. Nichts, als Abschiede, wo man auch bleibt, wohin man auch geht, das hätte einem jemand sagen sollen. (S. 235)

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Ich und die Menschen

Matt Haig ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.08.2015
ISBN 9783423216043
Genre: Romane

Rezension:


„Ich liebe dich“, sagte sie.
Und in diesem Augenblick verstand ich den Sinn der Liebe.
Der Sinn der Liebe war: Sie half dir beim Überleben. S. 266


Eine außerirdische Lebensform kommt als Mensch getarnt auf die Erde, um Wissen zu eliminieren, für das die zu Gewalt und Hass neigende Menschheit noch nicht bereit ist.Kann der Mensch doch eins am besten: sich selbst und den Planeten Erde kaputt machen.Auf arrogante und idiotische Weise. Problematisch wird es nur, wenn man plötzlich erkennt, dass nicht alles schlecht ist, was die Menschen tun …

DER INHALT
Andrew Martin, Professor am Camebridge College hat das Geheimnis um die Primzahlen gelüftet. Aber die Menschheit ist noch nicht bereit für dieses Wissen, darum stirbt Andrew Martin und sein Platz wird eingenommen von einem Außerirdischen. Dieser hat den Auftrag herauszufinden, wer noch alles um das Primzahlen-Geheimnis weiß, damit er diese Menschen ebenfalls umbringen und das komplette Wissen darum auf der Erde vernichten kann.
Was als simple Aufgabe beginnt, gerät ins Wanken, als der neue Andrew lernt, dass die Menschen so viel mehr sind, als eine dumme, zu Gewalt neigende Spezies.Es gibt nämlich durchaus Menschen, die erhaltenswert sind. Einige von ihnen jedenfalls.

MEINE MEINUNG
Was dieses Buch so besonders macht ist, dass man alles, was der neue Andrew Martin über die Menschen und das Leben auf der Erde lernt, eigentlich schon weiß.Dass die Menschen nicht nur schlecht sind, sondern auch zu Empathie fähig, Mitgefühl haben für andere Menschen, andere Lebewesen. Man hat viele solcher Menschen um sich und kann die meiste Zeit ignorieren, dass es eben auch anders zugehen kann. Der Luxus in einer Blase zu leben.

Er erinnerte mich daran, dass die Erde ein Ort des Todes war. Hier zerfielen Dinge, lösten sich auf, starben. Das Leben eines Menschen war auf allen Seiten von Dunkelheit umgeben. Wie um alles in der Welt ertrugen sie das?
Idiotie, verursacht vom langsamen Lesen. Das war die einzige Erklärung.


Gleichzeitig fragt sich Andrew aber auch immer wieder, wie die Menschen es mit all dieser Vergänglichkeit überhaupt aushalten ohne wahnsinnig zu werden. Und genau diese Überlegung hat mich in heftige Grübeleien gestürzt. Natürlich war mir das alles klar, dass wir Menschen sterben, dass Menschen und Haustiere sterben, die man liebt, dass man niemals alles schaffen kann, in diesem kurzen Leben.

Nicht nur sterblich zu sein, sondern auch noch gezwungen, einen Teil der wertvollen begrenzten Zeit auf Erden mit lesen zu verbringen. Kein Wunder, dass die Menschen eine primitive Spezies waren. Kaum hatten sie annähernd genug Bücher gelesen, um mit dem erworbenen Wissen irgendetwas anfangen zu können, waren sie schon tot.

Auf die Erde gekommen, mit dem Wissen, dass die Menschen gewalttätig sind, arrogant und geldgierig, entdeckt Andrew, dass das Leben als sterblicher Mensch beängstigend ist, aber durchaus erstrebenswert, wenn man bedenkt, dass die Menschen neben all der Gewalt, Arroganz und Einfältigkeit eben auch Lieben, Musik und Gedichte schreiben und die Erde an sich, trotz ihres Regens durchaus seinen Charme hat.

Blumen waren, nach der Liebe, die beste Werbung für die Erde, die man sich vorstellen konnte. S. 223

Mich persönlich hat das Buch zuerst mehr als schwermütig gemacht. Andrew hat schon recht. Wofür das alles, am Ende stirbt man eh. Warum also so viel Energie aufwenden, warum sich überhaupt die Mühe machen? Ich war erschüttert und musste mich sogar fragen, ob das Buch gut für mich ist, wenn es mich zu solchen düsteren Gedanken bewegt.Ich habe trotzdem weitergelesen und glücklicherweise treibt einen dieses hinterfragende Buch nicht einfach bloß in eine kleine Depression und lässt einen dort dann alleine zurück. Es holt einen auch wieder raus aus den dunklen Grübeleien und macht einem mehr als deutlich, dass es sich lohnt Mensch zu sein und zu leben und zu lieben, mit all den Schmerzen, die es auch bringen mag und auch mit dem Wissen, dass all das endlich ist.

Zudem macht Matt Haigs wunderbare Sprache, der Satzbau, die Details dieses innere Leiden wirklich mehr als wieder gut. (Wobei ich sagen muss, dass ich die deutsche Übersetzung gelesen habe, die scheint aber wirklich ordentlich zu sein. Das nächste Buch von Matt Haig liegt aber schon bereit – diesmal auf englisch, um meine Meinung zu seiner Sprache zu bekräftigen.)

Tee schien alles besser zu machen. Er war ein aus Blättern gewonnenes Getränk, das heiß genossen wurde und in Krisenzeiten dazu diente, die Normalität wiederherzustellen. S. 216


„Oh“, sagte ich, obwohl ich wusste, dass es nicht in den Kontext passte. Aber etwas anderes fiel mir nicht ein. „Oh“ war immer das Wort, auf das ich zurückgriff, um Pausen zu füllen. „Oh“ war wie verbaler Tee. S. 217

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Der Junge auf dem Berg

John Boyne , Ilse Layer
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 24.08.2017
ISBN 9783737340625
Genre: Romane

Rezension:

„Wenn man den Führer nicht aufhält, wird er das ganze Land zugrunde richten. Ganz Europa. Er sagt, er bringt Licht in die Köpfe der Deutschen – dabei ist er die Finsternis im Herzen der Welt.“

Natürlich bin ich mit absolut hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Denn das Buch „Der Junge im gestreiften Pyjama“ war einfach so unglaublich gut, dass ich hier einen weiteren Geniestreich erwartet habe. Leider wurde ich ein wenig enttäuscht.

DER INHALT

Wir verfolgen in drei Teilen das Leben von Pierrot, der als Waise zu seiner Tante nach Deutschland kommt. Das Deutschland das gerade dabei ist Nazi-Deutschland zu werden. Und er kommt nicht irgendwohin, denn seine Tante arbeitet auf dem Berghof, der Sommerresidenz des Führers selbst. Und so kommt es, wie es kommen muss, der kleine Pierrot, der schon so früh in seinem Leben so viele Ungerechtigkeiten erleben musste, gerät unter die Fittiche von Adolf Hitler und findet sich perfekt ein in dieser nach Macht gierenden Nazigesellschaft. War er selbst doch immer so machtlos und verloren, glaubt er nun endlich Halt zu finden.

Eine vielversprechende Geschichte und vor allem der zweite Teil hat mich so viele verschiedene Dinge fühlen lassen. Wut, Fassungslosigkeit, Verachtung, Mitleid. Es war kaum zu ertragen. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal einen Hauptprotagonisten so verachtet habe.

MEINE MEINUNG

Aber dann kam Teil drei des Buches und ich bekam stark das Gefühl, dass der Autor unbedingt noch eine Moral unterbringen wollte. Keine die unterschwellig zwischen den Zeilen versteckt ist und die man sich selbst erschließen muss, nein, er musste sie quasi auf einem Silbertablett servieren. Und das war mir persönlich in diesem Buch, für diese Geschichte – die es ja immerhin geschafft hatte, mich so viele verschiedenen Dinge zu fühlen lassen – einfach viel zu plump. Leider.

„Aber ich war ein Kind“, flehte Peter. „Ich wusste nichts. Ich habe nichts begriffen.“
Herta schüttelte den Kopf und nahm sein Gesicht zwischen die Hände. „Sieh mich an, Peter“, sagte sie. „Sieh mich an.“ Er hob den Blick, Tränen in den Augen.
„Behaupte nie, du hättest nicht gewusst, was hier vor sich ging. Du hast Augen und Ohren. Und du hast viele Male im Arbeitszimmer gesessen und Notizen gemacht. Du hast alles gehört. Du hast alles gesehen. Du hast alles gewusst. Und du weißt auch, für welche Dinge du verantwortlich bist.“ Sie stockte, doch es musste ausgesprochen werden. „Welche Toten du auf dem Gewissen hast. Aber du bist noch jung, du bist erst sechzehn; du hast noch viele Jahre vor dir, um zu verarbeiten, dass du bei all dem mitgemacht hast. Aber red dir nie ein, du hättest von nichts gewusst.“ Damit ließ sie ihn los. „Das wäre das schlimmste Verbrechen überhaupt.“

Sieht man darüber aber hinweg und über ein, zwei Kleinigkeiten, die ich den Protagonisten nicht wirklich abnehmen konnte, ist „Der Junge auf dem Berg“ durchaus eine erschütternde Geschichte, die eindrucksvoll beleuchtet, was durch äußere Impulse aus Menschen werden kann. Durchaus lesenwert, auch wenn dies kein Buch wird, das in meinem Bücherregal verbleiben darf. Dafür war der große Bruder „Der Junge im gestreiften Pyjama“ einfach zu gut und genial.


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Keine Leiche, kein Problem

Per Sander
E-Buch Text: 259 Seiten
Erschienen bei null, 02.07.2016
ISBN B01HWY16M2
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nur ein paar Zentimeter vor ihm blieb Schnörres stehen und musterte seinen Kollegen.

„Wat willste denn mit nem Lötkolben, du Hohlbirne?“

Bäckchen zuckte mit den Achseln. „Lag da grad.“

„Willste ihn zu Tode löten?“ Schnörres lachte herb.

„Meine Fresse! Ich hab halt dat Erstbeste gegriffen!“ Bäckchen wirkte ernsthaft beleidigt.

„Dat is dat Erstbeste? Wat war’n deine zweite Wahl? Ne Bastelschere?“


KLAPPENTEXT

Dass das Leben nur selten so will wie er, hat Patrick schon vor einiger Zeit akzeptiert – aber nach Hause zu kommen und seine Teenager-Töchter über der Leiche des Mathe-Nachhilfelehrers zu finden, ist selbst nach seinen Maßstäben ungünstig.


Dass ein Büro direkt über einem Bordell in Duisburgs Rotlichtviertel nicht unbedingt der beste Standort für ihre Privatdetektei ist, ignoriert Nergiz gern – doch dann bricht sich einer ihrer wenigen Klienten nach einem Streit um die entsprechende Bezahlung auf der steilen Treppe das Genick. Natürlich, ohne sie bezahlt zu haben.


Wie der Zufall so will, haben beide dieselbe Idee, wo und wie man eine Leiche am besten loswird. Und damit fangen die Probleme an …


MEINE MEINUNG

Auf dem Buch steht kein Genre. Und ich verstehe warum, denn es lässt sich nicht ganz so einfach einordnen. Am ehesten wohl als eine Art Krimikomödie. Wobei bei Krimis immer ein Mörder gesucht wird, und wer die Mörder sind, ist in "Keine Leiche, kein Problem" immer relativ schnell klar.


Aber Krimi beschreibt am ehesten die doch relativ blutigen Situationen, gespickt mit zwielichtigen, aber durchaus sympathischen Figuren – Detektive, Polizisten und Kriminelle. Also Krimi. Irgendwie. Und Komödie, weil dieses Buch einen unglaublich guten Humor hat. Gekonnte Situationskomik, triefend schwarzer Humor, charmanter Wortwitz.


„Na ja, jetzt bleibt uns halt nichts anderes übrig, irgendwann müssen wir’s ja hinter uns bringen. Willst du hinten an die Leichencannelloni und ich übernehme vorn?“

„Hast ausgerechnet du gerade Leichencannelloni gesagt?“, fragte Nergiz.

„Ist ein Teppich mit Leichenfüllung.“ Patrick zuckte mit den Schultern.


Man muss natürlich etwas für schwarzen Humor übrig haben, aber wenn man das hat, dann wird man wirklich gut unterhalten.


Interessant ist auch der Erzählstil. Rückblenden und dann wieder Teile in der Gegenwart, immer aus anderen Perspektiven. Und alle Charaktere so clever miteinander verwoben, ohne dass die Charaktere es selbst merken.

Ich war ganz begeistert von Episoe 8 und 9, in der diese Wegkreuzungen der Charaktere so wunderbar grandios stattfindet, dass es mich schlichtweg begeistert umgehauen hat.


Und auch das ist eben eine Besonderheit. In diesem Buch gibt es keine Kapitel, sondern Episoden. Der erste Band selbst ist nicht etwa mit Band 1 betitelt, sondern mit Staffel 1. Es funktioniert perfekt als Buch, könnte aber genauso gut auch die Niederschrift einer Fernsehserie sein. Lockere Unterhaltung, keine Frage, aber großartig in seiner Ausführung.

Wunderbar auch, wie Per Sander mit Stereotypen spielt. Diese einsetzt, um sie dann bewusst aus ihrem gewohnten Klischee herauszureißen.


Und mit den beiden Hauptprotagonisten Patrick und Nergiz zwei Charaktere, die so wunderbar miteinander funktionieren, dass man nur hoffen kann, dass die nächste Leiche nicht lange auf sich warten lässt. Starker Frauencharakter mit zynischem Kerl ist für mich einfach eine Kombination, die ich immer wieder unterhaltsam finde.


Ein absolut gelungener Auftakt, dessen Nachfolger zu meinem Glück schon abgeschlossen sind. Es kann also so bald wie möglich weiter gehen.


Wer Bock auf lustigen Lesestoff hat und keine Angst vor den blutigen Machenschaften in Duisburg, der kann hier getrost zugreifen und wird sicher nicht enttäuscht.

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Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück

François Lelord ,
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.11.2006
ISBN 9783492248280
Genre: Liebesromane

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