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165 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

cornwall, liebe, bäckerei, neuanfang, brot

Die kleine Bäckerei am Strandweg

Jenny Colgan , Sonja Hagemann
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag Taschenbuch, 01.06.2016
ISBN 9783833310539
Genre: Liebesromane

Rezension:

Polly braucht erst einmal Abstand. Nachdem die Firma von ihr und Chris Konkurs anmelden musste und sie auch noch vor den Scherben ihrer Beziehung steht, fährt Polly nach Mount Polbearne in Cornwall. Eine eher rauhe Gegend. Das Leben hier ist hart. Die Bewohner kämpfen ums Überleben. Polly mietet sich in eine ehemalige alte Bäckerei ein. Die Bäckerei ist mehr Bruchbude als Wohnung, doch für mehr reicht es im Augenblick nicht. Die Bewohner beobachten sie argwöhnisch, ihre Vermieterin ist mürrisch. Einzig ein kleiner verletzter Papageientaucher ist ihr Lichtblick. Sie kümmert sich mit Hingabe um den kleinen Kerl und obwohl der Tierarzt ihr rät, ihm keinen Namen zu geben, weil er doch bald wieder hinaus in die Freiheit muss, nennt sie ihn Neil.


Polly versucht, sich um einen neuen Job zu kümmern, doch auf ihre Bewerbungen erhält sie keine einzige Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Also tut sie, was sie am besten kann. Sie fängt an zu backen. Bald schon zieht der Duft von frischem Brot durch den Ort. Immer mehr Bewohner kommen zu ihr und wollen ihr Brot kaufen, doch dies muss alles heimlich geschehen, weil es sich niemand mit der alten Bäckerin, Mrs. Mansell, verderben möchte, die zugleich Pollys Vermieterin ist. Mürrisch, oft sogar bösartig kommt diese Frau daher, bis etwas passiert, dass das Leben nicht nur dieser beiden Frauen verändern wird. Und dann sind da auch noch der nette bärtige Fischer und der geheimnisvolle Imker...


„Die kleine Bäckerei am Strandweg“ - ein Wohlfühlroman. Ein Roman, der den Leser ins verschlafene Küstenstädtchen Mount Polbearne entführt. Schön zu lesen, wie Polly ihr Leben allein in die Hand nimmt und ihren Weg geht. Es ist ein Buch zum Wegträumen. Einfach lesen und Seite für Seite genießen. Eine bezaubernde Geschichte, ein charmantes Buch. Und wer zum Schluss so richtig Hunger auf frisches Bot bekommen hat, der kann direkt losbacken. Ein paar wunderbare Rezepte sind angefügt.

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10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

erbe, görlitz, jack the ripper, london, testament

Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz

Katrin Lachmann
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 15.12.2016
ISBN 9783958130708
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Fahrradkurier Marco Petzold schlägt sich so durchs Leben. Eines Tages bekommt er von einem Londoner Anwalt einen Brief. Marco hat geerbt. Er ist sogar der Alleinerbe einer gewissen Mrs Abigail Smith. Die Frau ist Marco gänzlich unbekannt. Sein Erbe bekommt er nur, wenn er persönlich in London vorspricht. So macht sich Marco mit der Assistentin seines Görlitzer Anwaltes auf den Weg nach London. Dort fühlen sich die beiden immer wieder beobachtet. Was geht hier vor? Bilden sich die beiden nur ein, dass sie verfolgt werden oder ist da tatsächlich jemand? Marco wird eine seltsame Kiste ausgehändigt, für die ihm zwei Männer viel Geld bieten. Der Inhalt der Kiste scheint mit Jack the Ripper im Zusammenhang zu stehen, doch wie passt Marco in dieses Bild?


„Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz“ - allein der Titel hat mich schon neugierig gemacht. Und ich als eingefleischte Nicht-Krimi-Leserin konnte diesen Roman nicht mehr aus der Hand legen! Katrin Lachmann schafft es, den Leser neugierig zu machen, ihn in den Bann zu ziehen. Als Marco die ausgehändigten Unterlagen liest, driftet nicht nur er in die Vergangenheit ab. Der Leser ist direkt mit dabei. Ob in London oder in Görlitz, man hat das Gefühl, Marco direkt zu begleiten. Es scheint einem alles vertraut zu sein. Katrin Lachmann gelingt der Aufbau eines enormen Spannungsbogens. Die Geschichte ist temporeich, originell und äußerst spannend. Wer Krimis ohne großartiges Gemetzel bevorzugt, ist hier bestens aufgehoben!


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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Spiel mir das Lied vom Leben

Angela Krumpen
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 11.02.2014
ISBN 9783451066870
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die 11-jährige Ausnahmegeigerin Judith liebt die Musik von Itzhak Perlman. Als sie auf YouTube nach Stücken von ihm sucht, findet sie die Titelmelodie zum Stück „Schindlers Liste“. Obwohl noch so jung, interessiert sich Judith für den Holocaust. Sie möchte diese Melodie spielen, kann dies aber nur, wenn sie mehr über die Geschichte, über das Geschehen weiß. Ihre Eltern, selbst Musiker, halten sie für zu jung, doch Judith lässt nicht locker. Schließlich kommt es zu einer Begegnung zwischen Judith und Herrn Emge. Michael Emge, der einst selbst Violine spielte und als Kind ins KZ kam. Michael Emge, dessen sämtliche Familienangehörige, bis auf einen Onkel, von den Nazis vernichtet wurden. Michael Emge, der nur überlebt hat, weil er auf Schindlers Liste stand. Es ist eine Begegnung zweier Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und doch haben sie etwas gemeinsam, die Liebe zur Musik.


„Spiel mir das Lied vom Leben – Judith und der Junge von Schindlers Liste“ - es ist ein verstörendes Buch, das mich berührt, das mich nachdenklich macht. Erschüttert bin ich über das, was Michael Emge erleben musste. Erst zögernd, fängt er langsam und immer intensiver an zu erzählen. Als Leser ist es unvorstellbar, dass man diese Gräueltaten überleben konnte.


Ich bin aber nicht nur erschüttert über das, was er im Ghetto und im KZ über sich ergehen lassen musste. Ich bin sprachlos über das, was dieser Mann nach der Befreiung, nach dem Krieg erleben musste. Keine Hilfe, keine Unterstützung. Er zieht in seine ehemalige polnische Heimat, doch hier muss er mit Anfeindungen leben. Er zieht nach Israel, doch auch hier kann er nicht leben. Immer wieder die Fragen, was er getan hat, um zu überleben, wieviel Menschen er verraten hat, um selbst nicht sterben zu müssen. Michael Emge muss nicht nur mit seinen grauenvollen Erinnerungen zurechtkommen, er muss auch an die Anschuldigungen, die Vorwürfe ertragen.


Michael Emge erscheint nicht unter seinem richtigen Namen. Auch heute noch ist er Anfeindungen ausgesetzt. Er lebt in Deutschland und schließlich trifft er die junge Geigerin Judith.


„Spiel mir das Lied vom Leben“ - eine wahre Geschichte, die einen unendlich traurig zurücklässt und die einem doch so etwas wie Hoffnung gibt, weil es Menschen wie Judith gibt. Ein Buch, das unbedingt gelesen werden sollte!

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ostpreußen, familiensaga, mitgift, familie, mamsell

Das Lied der Störche

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632469
Genre: Historische Romane

Rezension:

Frederike, die von allen liebevoll Freddy genannt wird, ist ein glückliches junges Mädchen, das auf dem Gut ihres Stiefvaters Erik aufwächst. Schon früh muss sie lernen, wie man ein Gut leitet. Nachdem sie auf der Gartenbauschale in Bad Godesberg ihren Abschluss gemacht hat, nimmt sie ihrer Mutter immer mehr Aufgaben ab, die eine Gutsfrau zu erfüllen hat. Doch Freddy macht sich ihre Gedanken. Wie wird ihre Zukunft aussehen? Welcher Mann wird sie zur Frau haben wollen? Freddy ist nicht erbberechtigt. Ihr einstiges Erbe, ihre mögliche Mitgift ist im großen Krieg verloren gegangen. Seit ihrem 11. Lebensjahr fühlt sich Freddy zu dem wesentlich älteren Ax von Stieglitz , hingezogen, doch ist er der Richtige für sie? Ein Geheimnis scheint ihn zu umgeben.


„Das Lied der Störche“ - ein faszinierender Roman, der mich umso mehr begeistert, da es sich, wie schon bei den „Australischen Schwestern“, um eine Familiengeschichte mit wahrem Hintergrund handelt. Ulrike Renk macht Geschichte lebendig. Es ist so wunderbar zu lesen, wie die junge Freddy sich entwickelt und zur jungen Frau heranwächst. Ihre Gedanken, ihre Träume, ihre Sorgen. Bei den Fennhusens handelt es sich um keine überhebliche Gutsherrenfamilie. Hier wird mit angepackt. Schon die kleinesten Familienmitglieder helfen bei der Arbeit. Die Mamsell, die Köchin Schneider, sie sind mir alle sehr ans Herz gewachsen.


Während Freddys Freundinnen in ihrer alten Heimat Berlin und Potsdam die Abende mit Theater und Tanzen erfüllen, geht es auf dem Gut in Ostpreußen eher beschaulich zu, doch auch hier weiß man zu feiern. Freddys Mutter liebt es Gesellschaften zu geben und so kommt es, dass man auch im fernen Ostpreußen in der Scheune Shimmy tanzt und laut bei „Ausgerechnet Bananen“ mitsingt. Das Lied habe ich übrigens immer noch im Ohr!


Ulrike Renk hat mich mit ihrer Geschichte auf dieses ostpreußische Gut entführt. Ich war dabei. Ich konnte hautnah miterleben, wie sich das Leben auf so einem Gutshof abspielt. Wieder einmal schafft die Autorin es hervorragend, die damalige Zeit wiederaufleben zu lassen. Alles war mir vertraut. Liebevolle Details machen die Geschichte authentisch.


„Das Lied der Störche“ - ein ganz wunderbares Buch mit einem mitreißenden Finale!Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung der Geschichte, die im Herbst 2017 erscheinen wird.





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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Etwas bleibt

Inge Barth-Grözinger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.11.2016
ISBN 9783492309905
Genre: Romane

Rezension:

Das Jahr 1933. Schleichend wälzt sich das Gespenst der Ausgrenzung auf die Viehhändler-Familie Levi zu. Erst sind da die Lehrer in Erichs Schule, die in der braunen Uniform erscheinen, dann immer mehr seiner Mitschüler. Seine guten schulischen Leistungen sind egal. Erich wird mit schlechten Noten bestraft. Mit seinem Cousin muss er alleine in der ersten Reihe sitzen. Immer mehr seiner Freunde wenden sich von dem Jungen ab. Nicht nur von dem Jungen, von der ganzen Familie. Deutsche dürfen keinen Kontakt mehr zu ihnen haben, zu den Juden. Die Levis sind verzweifelt. Die Geschäfte laufen immer schlechter. Man wechselt die Straßenseite, man schaut weg. Wer ihnen dennoch wohl gesonnen ist, wird umgehend bedroht. Die Nazis sind an der Macht. Die Nazis haben das Sagen. Die Familie Levi versucht sich gegenseitig aufzumuntern, sich Mut zuzusprechen, doch sie müssen erkennen, dass es immer noch schlimmer werden kann. Schließlich packen sie einen Koffer. Lediglich einen Teller lässt die Mutter in der Heimat. Etwas bleibt.


„Etwas bleibt – Das Schicksal der Familie Levi“ - eine mitreißende Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Es ist die Geschichte einer Familie, die plötzlich die Ausgrenzung erfahren muss und der nichts anderes übrig bleibt, als ihr geliebtes Land zu verlassen. Unverständnis, Hoffnung, Leid, Trauer und Erkenntnis. Man fühlt mit der Familie Levi mit und ganz besonders mit Erich, aus deren Sicht die berührende Geschichte erzählt wird. Man spürt förmlich die wachsende Angst, die um sich greift. Man sieht die Nazis, die in immer größeren Gruppen gröhlend aufmarschieren, sie, die immer mehr Menschen bedrohen, nur, weil sie anders denken und handeln. Da ist die aufkeimende Angst der Menschen, selbst Opfer zu werden.


Mit ihrem Roman setzt die Autorin der Familie Levi ein Denkmal. „Etwas bleibt“ - ein sehr wichtiger Roman, der mich aufgewühlt zurücklässt.


„Etwas bleibt – Das Schicksal der Familie Levi“ von Inge Barth-Grözinger.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern

Katrin Burseg
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548613390
Genre: Romane

Rezension:

Die Kunsthistorikerin Carla hat ihrem viel älteren Ehemann Willem vor der Hochzeit ein Liebesversprechen gegeben. Wenn Willem nicht mehr er selbst sein sollte, muss sie gehen. Willem hat ihr das Verprochen abgenommen, dass sie nicht aus reinem Pflichtgefühl bei ihm sein soll, falls er einmal krank werden sollte. Doch nun ist Willem an Alzheimer erkrankt. Der einstige Geist und Wegbereiter der Moderne lebt in einer anderen Welt, in der Welt eines an Alzheimer erkrankten Menschen. Carla wird immer wieder an das Liebesversprechen erinnert, doch sie will ihren Mann nicht verlassen. Sie liebt ihn noch immer.

Als Carla die große Herbstschau vorbereitet, tritt der Landschaftsgärtner Jasper in ihr Leben – mit einem Bild. Es ist ein Gemälde der jüdischen Künstlerin Alma Reed, die während der NS-Zeit verfolgt wurde und spurlos verschwand. Das Apfelmädchen, das Bild einer Künstlerin, die der Hamburger Sezession angehörte, einer Künstlergruppe, die sich 1933 unter dem Druck des NS-Regimes selbst auflöste. Carla zeigt ihrem Mann das Bild. Seine Reaktion ist heftig. Irgendetwas löst das Bild in ihm aus. Ein Kindheitstrauma? Ein Kriegstrauma? Wer ist das Gespenst, von dem Willem nun immer bruchstückhaft redet?

Carla möchte das Bild unbedingt für ihre Herbstschau haben, doch Jasper zögert. Und dann ist da auch noch das leise Kribbeln, das Carla in seiner Gegenwart verspürt.


„Wenn ich nicht mehr ich selbst bin, musst du gehen“ - Was für ein Vesprechen! Was für ein Roman! Zwei so wichtige und doch so unterschiedliche Themen, Alzheimer und Raubkunst, zwei Themen, auf so spannende Art und Weise miteinander verwoben.


„Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern“ - es ist eine fesselnde und tief bewegende Geschichte. Da ist Carla, die ihren Mann noch immer liebt. Da ist Willem, durch die Krankheit mehr Kind als alter Mann. Man spürt die Liebe, die Carla ihrem Mann noch immer entgegenbringt, aber auch die Verzweiflung. Obwohl sie ihm einst das Versprechen gegeben hat zu gehen, sie kann es einfach nicht. Und dann Jasper, der Baumdoktor, zu dem sie sich irgendwie hingezogen fühlt.


Ein ganz wunderbarer Roman mit Personen, die man am liebsten kennenlernen würde. Ganz nebenbei erfährt man noch jede Menge über die Hamburger Kunstgeschichte, die Sezession, die Raubkunst. Und immer wieder die Frage, was wusste Willem über das Bild? Wieso diese derart heftige Reaktion? Welches Geheimnis hat Willem mit in seine neue Welt genommen?


„Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern“ - ein großartiges Buch, das einen fast unheimlichen Sog entwickelt, warmherzig, gefühlvoll, wunderschön!

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81 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

koma, liebe, leben, freundschaft, familie

Das Traumbuch

Nina George
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur, 17.03.2016
ISBN 9783426653852
Genre: Romane

Rezension:

„Das Traumbuch“ von Nina George, es ist ein so ungewöhnliches Buch.


Da ist der Kriegsreporter Henri, der auf dem Weg zu seinem Sohn bei der Rettung eines kleinen Mädchens selbst verunglückt und ins Koma fällt. Henri, der seinen Sohn bisher nur einmal in seinem Leben sehen durfte.


Sam, der dreizehnjährige, hochsensible Junge, der seinen Vater zum Vater-und-Sohn-Tag in seine Schule eingeladen hat und nun vergeblich auf ihn wartet.


Edwinna, genannt Eddie, die von Henri in der Patientenverfügung ernannt wurde, sich um seine Belange zu kümmern, sollte ihm etwas passieren. Eddie, die davon nichts wusste, hatten die beiden sich doch längst getrennt.


Und dann ist da noch Maddie, das Mädchen in Sams Alter, das sich ebenfalls im Koma befindet. Sam hat sie durch Zufall „entdeckt“ und fühlt sich wie magisch von ihr angezogen.


„Das Traumbuch“ - es ist die fesselnde und tief bewegende Geschichte von Menschen, die sich im Koma befinden, in einer Zwischenwelt, einer Welt zwischen Leben und Tod, einer Welt, die nicht greifbar ist. Es ist auch die Geschichte von Menschen, die um ihre Lieben kämpfen.


Mit großer erzählerischer Kraft und ganz viel Einfühlungsvermögen zieht Nina George den Leser in die Geschichte hinein. Man fiebert mit, man kämpft mit, man versucht selbst den Personen Mut zuzusprechen. Wie oft habe ich mir gedacht: „Ja, Henri, du schaffst es! Gleich hast du es!“


Die Gedanken, die Gefühle, die Träume. Realität und Träume verwischen. Was ist wahr? Was ist geträumt? Die Träume, immer wieder erscheinen sie, sie wiederholen sich, immer wieder etwas anders.


Nina George fesselt mit präsiser Sprache, teilweise mit so einer Wortgewalt, dass mir der Atem wegblieb. Ein Meisterwerk der Emotionen voll poetischer Kraft! Dennoch ist es eine leise Geschichte, eine Geschichte, die zutiefst berührt.


Beim Lesen der letzten Worte liefen die Tränen. Ich war traurig. Ich war glücklich. Selten habe ich so ein außergewöhnliches Buch gelesen!





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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

low carb, abnehmen, low-carb-, strunz, gesund

Das Strunz-Low-Carb-Kochbuch

Ulrich Strunz
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.12.2016
ISBN 9783453201446
Genre: Sachbücher

Rezension:

Genetisch korrekt essen? Wieder etwas Neues habe ich mir gedacht und zu lesen begonnen. Gesundes Essen, eigentlich weiß man ja, was da hintersteckt. Das vorliegende Kochbuh behandelt das Thema low carb. Dr med. Ulrich Strunz erklärt ausführlich, kurzweilig und interessant, was das bedeutet. Genetisch korrektes Essen, kommen wir darauf zurück. Das bedeutet, den ganzen Müll weglasssen, wie z.B. industrielle Kohlenhydrate. Strunz fordert dazu auf, den Körper nicht länger zu quälen, ihn nicht länger krank zu machen. Doch er warnt auch. Die bisherigen langjährigen Gewohnheiten sollen nicht einfach auf den Kopf gestellt werden. Der Körper muss langsam umgewöhnt werden. Nach bereits nur einer Woche ist der Körper viel leistungsfäher, fitter.


Nach einem informativen Teil folgen die Rezepte, vielfältig, lecker, gar nicht außergewöhnlich. Nur die Zutaten müssen stimmen. Von Antipasti-Gemüse, leckeren Frühstücks-Ideen (wie türkisches Feta-Frühstück oder gefüllte Frischkäse-Avocado und Paprika-Lupinen-Aufstrich) geht es weiter über Suppen (mediterran, Landlust, asiatisch und urban) und leichten Gerichten, auch wieder unterteilt in viele Richtungen.


Wie wäre es mit einem Bergkäse-Gemüse-Teller, einem Forever-Young-Bauernsalat oder doch lieber ein Hähnchen auf Avocadosalat? Rotbarsch al cartoccio, Gemüsenudeln mit bolognese oder Hirschsteaks mit Rosenkohl? Als Nachtisch vielleicht einen Crunch-Quark mit Himbeeren oder lieber Pancakes mit Heidelbeeren und Zimtcreme?


Gesunde Ernährung ist mit diesen leckeren Rezepten, die alle ohne viele Zutaten auskommen, ganz einfach. Ein sehr schönes Kochbuch, reich bebildert. Ein Kochbuch, das Lust macht, die Rezepte umgehend nachzukochen.

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

ulm, krimi, tauchunfall, ulmer weihnachtsmarkt, nervige mutter

Alles schläft, einer wacht!

Katrin Rodeit
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 05.10.2016
ISBN 9783839219188
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Silvia Kohler ist bei einem Tauchunfall im Bodensee zu Tode gekommen. Der verzweifelte Ehemann will seine Frau nun aber in einem Fernsehbericht über den Ulmer Weihnachtsmarkt gesehen haben. Die Detektivin nimmt sich des Falles an, wenn auch nur, um ihm beweisen zu wollen, dass seine Frau tatsächlich tot ist, doch die Frau in dem Film, die Reinigungskraft Verena Retsch, ist spurlos verschwunden. Eine Spur führt Jule nach Wiesensteig. Dort wurde eine Frau grausam ermordert. In dem Fall ermittelt Kommissar Mark Heilig, der bei Jule immer noch ein gewisses Kribbeln auslöst. Und dann sind der noch der Mann, der alles heimlich beobachtet und die Frau in der Gartenlaube. Was haben die Personen miteinander zu tun? Was haben sie zu verheimlichen? Und wird Jule Flemming ihren vierten Fall lösen können?


„Alles schläft, einer wacht!“ - Nehmen Sie sich bitte nichts anderes vor, wenn Sie beginnen, diesen Krimi zu lesen! Sie werden ihn nicht mehr aus der Hand legen können und das sagt jemand, der eigentlich gar keine Krimis liest!


Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Längst ist mir Jule ans Herz gewachsen. Diesmal begleite ich sie unter anderem auf den Ulmer Weihnachtsmarkt. Ich bin von Anfang an gefesselt. Katrin Rodeit gelingt es wieder einmal, einen fast unheimlichen Sog zu entwickeln. Dieser Roman ist atemberaubend spannend.


Schön auch zu lesen, wie Jule endlich wieder zu sich selbst findet, brauchte sie nach ihrem letzten Fall doch eine Auszeit. Wer Band 1 – 3 kennt, wird hier alte Bekannte wiedertreffen. Cosima und Lou und auch den geheimnisvollen Andreas, der es mir ja insgeheim irgendwie angetan hat. Ich mag seine leise Art, seine geheimnisvolle Aura, die ihn ständig zu umgeben scheint. Man kann diesen Roman natürlich auch lesen, ohne Band 1 – 3 zu kennen. Ich behaupte jedoch, man verpasst etwas, wenn man die anderen Teile nicht kennt.


„Alles schläft, einer wacht!“ - so spannend, dasss man es kaum erwarten kann, umzublättern! Leider ist es Jules letzter Fall. Ich werde sie und die anderen vermissen. Tschüss, Jule!








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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

glück, doppelgänger, sammlung, antiquitäten, trostloses leben

Das Bild aus meinem Traum

Antoine Laurain , Sina de Malafosse
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 14.10.2016
ISBN 9783455650457
Genre: Romane

Rezension:

Der erfolgreiche Pariser Anwalt Chaumont ist leidenschaftlicher Sammler. Er sammelt einfach alles, kleine Dinge, große Dinge, Kunstwerke, alles. Oft trifft man ihn bei Auktionen an. Eines Tages entdeckt er dort ein Portrait. Es zeigt das Bild eines Mannes, das ihm absolut ähnlich sieht. Sein Sammelfieber ist geweckt. Er MUSS dieses Bild ersteigern und er hat Glück. Er darf das Bild nach einer aufregenden Auktion sein Eigen nennen. Noch ganz fasziniert davon, dem Mann auf dem Bild so ähnlich zu sehen, zeigt er es seiner Frau, doch diese erkennt keine Ähnlichkeit. Auch Freunde und Bekannte scheinen nichts zu bemerken. Chaumont lässt sich nicht beirren. Er beginnt Nachforschungen anzustellen und findet heraus, dass es sich um das Mitglied eines alten Adelgeschlechtes handelt. Er macht sich auf dem Weg zu dessen Familie und hier, welch eine Überraschung, hier scheint man ihn zu kennen! Chaumont – ein Graf? Was es mit dem Kunstsammler und dem Grafen auf sich hat, das müssen Sie schon selbst lesen!


„Das Bild aus meinem Traum“ - Traum und Wirklichkeit scheinen zu verwischen. Mal mag der Leser geneigt sein, der Ehefrau zu glauben. Ist ihr Mann verrückt geworden? Dann wieder spürt man, dass da mehr sein muss. Wunderbar beschrieben die Auktion mit dem Bild. Das Fieber, das Kribbeln, dass der Anwalt Chaumont verspürt, scheint auf den Leser überzugehen. Ebenso die Enttäuschung, dass ihn niemand auf dem Bild zu erkennen scheint.


„Das Bild aus meinem Traum“ - eine Geschichte zum Verlieben, außergewöhnlich. Eine wunderbare Geschichte aus der Feder von Antoine Laurrain. Eine ganz bezaubernde Geschichte, typisch französisch, leise und mit dem gewissen Witz.

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68 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

paris, liebe, malerei, liebesgeschicht, künstlerszene

Rendezvous im Café de Flore

Caroline Bernard
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.11.2016
ISBN 9783746632711
Genre: Liebesromane

Rezension:

Paris im Jahre 1928. Vianne hat einen Traum. Sie möchte für ihr Leben gern Botanikerin werden – am liebsten in Paris im Jardin des Plantes. Schon immer hat sie Pflanzen gesammelt, sie gepresst, sie gezeichnet, doch ihre Eltern halten das alles f ür Unsinn. Vianne soll heiraten und Kinder bekommen. Heimlich packt sie ihre Sachen und fährt nach Paris. Bevor jedoch ihr Traum in Erfüllung gehen kann, muss sie Geld verdienen. Sie verdingt sich als Wäscherin. Vianne lernt den Maler David kennen und lieben. Sie wird seine Muse. Mit David lernt sie auch das pulsierende Pariser Künstlerleben kennen. Und dann geht ein Traum in Erfüllung. Vianne erhält eine Anstellung im berühmten Jardin des Plantes, doch es ist keine gute Zeit. Die Deutschen besetzen Frankreich.


Viele Jahrzehnte später. Marlene verbringt mit ihrem Mann den Hochzeitstag in Paris, doch die Reise verläuft anders als geplant. Das Ehepaar hat sich auseinander gelebt.

Marlene besucht das Musée d'Orsay. Sie entdeckt ein Bild mit einer Frau, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht. Wer ist diese Frau? Und warum ist sie so seltsam berührt von diesem Bild?


„Rendezvous im Café de Flore“ - Wer Paris liebt, muss diesen Roman lesen! Schon nach den ersten Seiten merkt man, dass sich die Autorin in Paris auskennt. Sie nimmt einen mit auf die Reise in eine aufregende und spannende Stadt, sei es das Paris der Künstler, der französischen Avantgarde oder sei es das heutige Paris, das Paris der Protagonistin Marlene. Egal ob mit Vianne oder Marlene, ich streife mit den beiden Frauen durch Paris. Die Atmosphäre ist zum Greifen nahe. Mitreißend und atmosphärisch lässt das Buch einen die Stunden nur so vergessen.


„Rendezvous im Café de Flore“ - vor dem inneren Auge des Lesers läuft ein Film ab. Wunderschön und bewegend. Unbedingt lesen!



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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

hildegard von bingen, jutta vogt-tegen, achtsamkeit, lingen verlag

Hildegard von Bingen

Jutta Vogt-Tegen
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Lingen Verlag, 23.09.2016
ISBN 9783943390056
Genre: Sachbücher

Rezension:

Hildegard von Bingen, die großartige Frau aus dem 12. Jahrhundert, hat die Menschen schon damals aufgefordert, sorgsam mit sich selbst umzugehen. Der Mensch sollte achtsam sein. Die Äbtissin fordert einen auf, mehr auf die innere Stimme zu hören, sich mehr Zeit für sich selbst zu nehmen. Ihre Gedanken, ihre Anregungen und ihre Schriften sind so modern und aktuell wie nie.


Die Autorin Jutta Vogt-Tegen hat die Thesen der berühmten Äbtissin aufgegriffen. In diesem Buch geht es insbesondere darum, der inneren Stimme zu folgen. Körper und Geist sollen wieder in einen Dialog treten. Gar nicht so einfach in der heutigen Zeit? Eigentlich schon. Es sind gar keine großartigen Veränderungen, die man vollziehen muss, um zum Beispiel wieder zu mehr innerer Ruhe zu kommen. Oft reicht schon eine Atempause. Einfach nach draußen gehen, ganz intensiv die frische Luft atmen, bewusst atmen. Den Regen auf der Haut spüren. Den Wind ins Gesicht wehen lassen. Einfach ein bisschen mehr Zeit für sich selbst nehmen und die Elemente wirken lassen.


Es ist wahr, eigentlich weiß man alles schon, was in dem Buch steht, doch gerade in der heutigen sehr hektischen Zeit, in einer Zeit, in der man meint, immer erreichbar sein zu müssen, tut dieses Buch unheimlich gut. Es frischt die Dinge, die man ja eigentlich weiß, aber auch gerne wieder ganz schnell vergisst, auf sehr schöne Weise wieder auf.


Die Autorin erinnert daran, wieder bewusster zu essen, nicht schnell, schnell. Man achte auch darauf, was man isst, wie man isst. Raus gehen in die Natur – es ist so einfach. Manchmal reicht es auch schon aus, sich ein paar Minuten auf den Balkon zu stellen. Augen zu und tief und bewusst atmen. Die Flamme einer Kerze beobachten. Die Farben und den Duft von Blumen auf sich wirken lassen.


Ja, auch für mich gibt es keine sensationellen neuen Erkenntnisse in dem Buch. Dieses Buch hat mich jedoch ganz sanft daran erinnert, die schlafenden Erkenntnisse zu wecken, sie wieder anzuwenden.


„Hildegard von Bingen – Achtsam der inneren stimme folgen“ - für mich ist es ein sehr schönes Buch, gut lesbar mit vielen wichtigen Tipps und Anregungen.

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

lied, stille nacht, weihnachten, joseph mohr, musik

Stille Nacht

Titus Müller
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei adeo, 31.08.2015
ISBN 9783863340742
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Stille Nacht, heilige Nacht“ - ein Weihnachtslied, das längst Weltruhm erreicht hat, doch wer steckt eigentlich dahinter? Wie ist das Lied überhaupt entstanden? Wer hat den Text geschrieben und wer die Musik an sich?


Joseph Mohr, ein Hilfspriester, tritt eine Stelle in Österreichisch Laufen an. Nicht alle sind dem jungen Priester wohl gesonnen, wurde er doch unehelich geboren. Ein Fürsprecher hat einst ermöglicht, dass er die nötigen Schulen besuchen konnte.


Er lernt seinen Großvater kennen, einen mürischen alten Mann, doch Joseph gibt nicht auf. Er will mehr über den alten Mann und seinen Sohn, Josephs Vater, wissen. Der alte Mann taut auf und beginnt zu erzählen, doch den beiden bleibt nicht mehr viel Zeit füreinander.


Das Leben bei den Flussschiffern ist hart. Die Männer sind oft lange unterwegs, die Frauen müssen die Familie durchbringen. Ein hartes Leben voller Entbehrungen und Armut.


Joseph Mohr kümmert sich um die Menschen. Seine Predigten sind nicht gewöhnlich. Er liebt zudem die Musik. Zusammen mit seinem Freund Franz Gruber lässt er sich auch schon mal von der Musik verführen. So dauert es auch nicht allzu lang, bis ein Kirchenmann sich über den jungen Priester beschwert, doch Joseph lässt sich unterkriegen.


Und eines Tages schreibt er einen Liedtext, das Lied von der „Stillen Nacht“. Franz Gruber schreibt die Musik dazu. Als 1818 am Heiligabend zum ersten Mal das Stück erklingt, sehen die Menschen mit großen Augen zur Krippe. Dieses Lied hat von der Aufführung an die Menschen berührt. Sie kommen zu Joseph und Franz und wollen ihnen die Hände schütteln. Von dort an geht das Lied um die Welt.


„Stille Nacht“ von Titus Müller, dieser Mann kann einfach erzählen! Mit großer erzählerischer Kraft bringt er dem Leser den harten Alltag der armen Flussschiffer nahe. Man spürt regelrecht die Anforderungen an die dort lebenden Menschen und man hört die Musik, die einen verzaubert. Mich rührt dieses Lied immer wieder zu Tränen, nicht, weil es so traurig ist, sondern einfach, weil es so unglaublich schön ist.


„Stille Nacht“ - ein großartiges Lesevergnügen einer kleinen Erzählung. Eine Geschichte, die verzaubert, eine Geschichte, die glücklich macht.





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konzentrationslager, geigen, dachau, orchester, ss offizier

Geigen der Hoffnung

Titus Müller , Christa Roth
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei adeo, 11.10.2016
ISBN 9783863341176
Genre: Historische Romane

Rezension:

Amnon Weinstein restauriert Geigen. Sein Vater war einer der ersten Geigenbauer Israels. Zahlreiche Geigen wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu Moshe Weinstein gebracht. Die einstigen Besitzer der Geigen wollten nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Sie haben zwar den Krieg und den Nazi-Terror überlebt, doch auch ihr Leben nach dem Krieg war eine einstige Qual – zu sehr haben sie gelitten. Zu sehr wurden sie gequält, verachtet, gedemütigt. Das unfassbar Erlebte wurde unterdrückt. Erzählen konnte fast niemand darüber. Man wollte vergessen und konnte es doch nie. Amnons Familie ist selbst betroffen. Fast alle Familienmitglieder und einstigen Freunde der Familie fielen den Nazis zum Opfer. Eines Tages steht Amnon einem Holocaust-Überlebenden gegenüber. Seine stark demolierte Geige möchte er für seinen Enkel restaurieren lassen. Amnon Weinstein entdeckt im Innern der Geige Aschereste. Menschliche Überbleibsel aus den Krematorien? Es dauert noch ein ganzes Jahrzehnt, bis Amnon Weinstein sich der ganzen Geschichte gestellt, der Geschichte der Musik in den Konzentrationslagern.


Marek und sein Bruder Stani werden ins KZ Dachau deportiert, doch Marek gibt die Hoffnung nicht auf. Er will überleben. Er umklammert seinen Geigenkasten – das Einzige, was ihm neben seinem Bruder geblieben ist. Als er seinem Bruder zu Hilfe kommen will, rächt sich Oberscharführer Köcher an ihn. Er zerstört Mareks Geige. Dieser wird zudem zu besonders harten Arbeitsdiensten herangezogen, doch Marek hat Glück. Er hat Fürsprecher und ihm gelingt es, einen Platz im Lager-Orchester zu bekommen, was schließlich seine Rettung ist.


„Die Geigen der Hoffnung“ - ein Buch, das mich nachdenklich und unendlich traurig zurücklässt.

Ein Buch, halb Sachbuch, halb auf wahren Begebenheiten basierende Erzählung.


Christa Roth hat vor Ort bei Amnon Weinstein recherchiert. Hier leben die Geigen wieder auf, die einst in den Lagern gespielt wurden. Hier berichtet jede einzelne Geige in der Werkstatt Amnons Weinsteins von einem Schicksal, von einem Leben. Diese Geigen der Hoffnung gibt es wirklich. Sie werden heute weltweit in berühmten Orchestern gespielt.


Titus Müller erzählt in einfühlsamer Weise die Geschichte von Marek und Stani. Den Häftling mit der Nummer 95101 hat es tatsächlih gegeben. Er hieß in Wahrheit Abram Merczynski. Es ist eine fesselnde und tief bewegende Geschichte. Manches Mal habe ich beim Lesen den Atem angehalten. Zu verstörend der Lageralltag, zu verstörend das für uns unbegreifliche Verbrechen, das dort an den Menschen begangen wurde.


Titus Müller führt den Leser direkt in das Konzentrationslager. Er schildert das Leben der Menschen dort so eindringlich, das man beinahe das Gefühl hat, das Leid dieser Menschen zu fühlen. Ich sage bewusst „beinahe“, denn niemand kann das nachempfinden, was diese Menschen durchmachen mussten. Und doch gab es so ewas wie Hoffnung – die Musik. Die Musik, die auch Marek in Gedanken woanders hinführte, raus aus dem Lager. Mit der Musik konnten seine Gedanken fliegen. Orchestermitglieder bekamen mehr zu essen. Sie mussten fit sein, um am Abend für die SS-Offiziere aufzuspielen. Immer wieder spürt man die Angst. Bloß nicht nachlassen, bloß nicht schwach werden. Kein falsches Wort, kein falscher Blick. Man könnte der nächste sein.


Titus Müller zeigt aber auch, dass es im Lager ein kleines bisschen Menschlichkeit gab. Da ist der Arzt, der die Kranken in Betten im Krankenrevier versteckt hat, damit wenigstens einige überleben konnten. Er erzählt auch, dass junge Leute gezwungen wurden, in die SS einzutreten und in den Lagern ihren Dienst tun mussten.


„Die Geigen der Hoffnung“ - Ein Buch gegen das Vergessen, aufwühlend, tragisch, bewegend. Ein Buch, dessen Geschichte mich immer begleiten wird.



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58 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

jazz, chicago, musik, roaring twenties, liebe

Die Musik der verlorenen Kinder

Mary Morris , Gabriele Weber-Jaric
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 05.12.2016
ISBN 9783746632728
Genre: Historische Romane

Rezension:

Chicago in den Zwanziger Jahren. Benny Lehrman soll wie seine Brüder in das Hutgeschäft seiner Eltern einsteigen, doch Benny liebt die Musik. Er kämpft verzweifelt darum, seinen Traum wahr machen zu können. Er will unbedingt Pianist werden. Immer wieder bittet er seinen Vater darum, die Bestellungen in den Vierteln der Schwarzen ausliefern zu dürfen. Auf diese Weise bietet sich ihm die Chance, der Musik der Menschen dort zu lauschen. Dort lernt Benny auch den Trompeter Napoleon kennen. Er wird sein engster Freund werden und das in einer Zeit der Rassendiskriminierungen.


Im Nachtclub der Familie der jungen Pearl treten die beiden gemeinsam auf. Wenn sie ihre Musik spielen, lassen sie ihren Gefühlen freien Lauf. Bennys und Napoleons Leidenschaft ist der Jazz.. Pearl verliebt sich in Benny, doch der lässt sich von Pearls jüngerer Schwester Opal verführen.


Benny fühlt sich Zeit seines Lebens schuldig. Schuldig daran, dass sein jüngerer Bruder bei einem Schneesturm ums Leben gekommen ist, obwohl alle Brüder mit einem Seil verbunden waren. Nur in der Musik findet er Vergessen. Auch Pearls Familie hat einen großen Verlust zu verarbeiten. Pearl ist als Kind Zeuge geworden, wie drei ihrer Brüder beim Untergang der Eastland ihr Leben lassen mussten.

Musik, und allem voran der Jazz – ganz Chicago scheint nur noch aus Musik zu bestehen. Musik und Gangstern. Al Capone, die Mafia. Dunkle Ecken, verruchte Clubs und doch immer wieder Musik und Tanz. Wegen der Prohibition wird Alkohol nur noch heimlich ausgeschenkt, doch dann beginnt die Weltwirtschaftskrise. Die Menschen verlieren ihre Arbeit. Sie haben kein Geld mehr für Vergnügungen. Es geht ums nackte Überleben. Benny ist gezwungen, wieder bei seinen Eltern zu wohnen. Und so fängt er auch wieder an in der Firma zu arbeiten.


Die Musik. Wo ist die Musik? Eines Tages macht sich Benny auf den Weg zu Pearl. Wird es ihr gelingen, ihn wieder zum Spielen zu bringen?


„Die Musik der vergessenen Kinder“ - Es ist die Geschichte Chicagos. Es ist die Geschichte des Jazz. Man möchte gar nicht aufhören zu lesen. Die Musik, der Jazz, die Seiten scheinen nur so zu vibrieren. Ich kann die Musik spüren, sie hören. Eine mitreißende Geschichte, bei der die Autorin es schafft, das Flair des alten Chicagos wiederzugeben.t Ich fühlte mich an den Film „The Cotton Club“ erinnert. Dem Leser begegnen interessante und vielschichtige Persönlichkeiten. Eine mitreißende und atmosphärische Geschichte voller Musik. Der Originaltitel „The Jazz Palace“ trifft die Geschichte eigentlich viel besser, doch egal, wie der Titel lautet, dieses Buch sollte man gelesen haben!

















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61 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

schneekristalle, schnee, new york, liebe, erzählung

Der Schneekristallforscher

Titus Müller
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei adeo, 23.09.2013
ISBN 9783942208079
Genre: Romane

Rezension:

Eine Lesung im Literaturhotel Franzosenohl in Iserlohn. Ich hatte mich so sehr au f die Lesung mit Titus Müller gefreut, doch leider war ich krank und konnte nicht den Worten aus seinem neuen Buch „Geigen der Hoffnung: Damit ihr Lied nie verklingt“ lauschen. Meine Freundin Kerstin hat mir jedoch von der Lesung berichtet. Natürlich hat sie mir das Buch mitgebracht. Sie hat mich so neugierig gemacht, dass ich direkt nachgesehen habe, was der Autor noch so geschrieben hat. Und so bin ich auf das folgende Buch gestoßen, von dem ich heute berichten möchte.


Wilson Bentley, in seiner Heimat Jericho gilt er als Sonderling, als Eigenbrötler. Anstatt sich um die Farm und die Tiere zu kümmern wie sein Vater und sein Bruder, studiert er lieber Schneeflocken unter dem Mikroskop. Niemand versteht ihn, nur eine, die Lehrerin Mina aus New York, die den Kindern in Jericho das Lesen und Schreiben beibringt. Mina ist fasziniert von Wilsons Studien, er, der Schneekristalle einfängt, sie studiert und schließlich Fotografien von ihnen anfertigt. Die beiden verlieben sich ineinander, doch dann wird Mina plötzlich zurück nach New York gerufen.


„Der Schneekristallforscher“ - Welch eine wunderschöne, außergewöhnliche kleine Geschichte! Eine kleine Sensation und doch ganz leise. Die Geschichte kommt so leise daher wie eine Schneeflocke. Poetische Worte, berührend, wunderbar. Eine Geschichte mit einem ganz besonderen Zauber. Voller Wärme, voller Gefühl.


Ich fühlte mich sofort an meine Kindheit erinnert. Ich kann mich noch sehr gut an zugefrorene Scheiben erinnern. Eisblumen am Fenster. Wie wunderschön sie doch waren! Sobald der nächste Schnee kommt, werde auch ich mich wieder von den Kristallen verzaubern lassen und an dieses wunderschöne Buch denken.


Ganz nebenbei bemerkt: Wilson Bentley hat tatsächlich gelebt! Er war ein US-amerikanischer Farmer, Fotograf und Schneeforscher. Ihm ist es als ersten Menschen gelungen, Schneekristalle unter dem Mikroskop zu fotografieren.


Erwähnen muss ich diesmal auch den Einband. Wunderschön gestaltet mit Schneekristallen und Samt. Man muss dieses Buch geradezu immer wieder berühren! Dieses Buch gehört einfach unter jeden Weihnachtsbaum!





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episches zeitporträt 1948 - 2001, peter prange, brd-rm, historischer roman, zeigeschichte

Unsere wunderbaren Jahre

Peter Prange
Fester Einband: 976 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 13.10.2016
ISBN 9783651025035
Genre: Historische Romane

Rezension:

Gleich zu Beginn muss ich sagen, ich bin ein Prange-Fan der ersten Stunde! Auf jedes seiner Bücher bin ich gespannt und ganz besonders auf dieses hier, ist die Handlung doch in Altena angesiedelt, einer kleinen alten Industriestadt, die nicht nur wegen ihrer Burg hoch über der Stadt berühmt ist, sondern auch wegen der Drahtziehereien. Altena ist ein Nachbarstädtchen meiner eigenen Stadt. Ich kenne Altena persönlich und so ist es nochmal ein ganz anderes Erlebnis diesen Roman gelesen zu haben.


Peter Prange entführt den Leser diesmal in das Nachkriegs-Deutschland. Die D-Mark wird ausgegeben. Jeder Bürger erhält 40 D-Mark. Was werden die Menschen mit diesem Geld machen? Was werden die Schwestern Ruth, Ulla und Gundel, was werden die Freunde Tommy, Benno und Bernd damit machen? Was für Wünsche haben sie und was für Träume?


Ruth, das schwarze Schaf der Familie und vom Vater verstoßen. Benno, der Schuhverkäufer, der schnell auf Erfolgskurs ist und zum Unternehmer wird. Ulla, die davon träumt, einmal Ärztin zu sein und von ihren 40 D-Mark die Einschreibungsgebühren fürs Studium in Tübingen bezahlt. Und da ist Tommy, der Hallodri, der rüber macht in die DDR, um dort ein neues, ein anderes Leben zu führen. Tommy, der hofft, endlich einen Ort zu finden, an dem er anerkannt wird.


„Unsere wunderbaren Jahre – Ein deutsches Märchen“ - ein Roman, ein Deutschland-Roman, der zeigt, wie lebendig Geschichte sein kann. Eine Geschichte, die fesselt und begeistert. Ein Roman, in dem es um die Hoffnungen und Träume sechs junger Leute geht. Von der Nachkriegszeit über das Wirtschaftswunder bis hin zum Mauerfall. Lebenswege, Schicksale.


Die Geschichte ist fiktiv, jedoch in Anlehnung an wahre Begebenheiten. Einige Personen sind erfunden, einige gibt es tatsächlich. So kommen auch der Autor selbst und sein Vater in kleinen Nebenrollen vor, bei denen ich mir manchesmal ein breites Grinsen nicht verkneifen konnte. Wer den Autor persönlich kennt, weiß, was ich meine.


„Unsere wunderbaren Jahre“ - ein Buch, das jeder lesen sollte. Es ist ein sehr wichtiges Buch über einen Teil der deutsch-deutschen Geschichte. Spannend und authentisch und defintiv eines der stärksten Bücher meines persönlichen Lese-Herbstes 2016. Man muss Altena nicht kennen, um sich dort als Leser zurechtzufinden. Peter Prange schafft es hervorragend, das Flair der kleinen Industriestadt an der Lenne wiederzugeben, die mir heute eher ruhig und verschlafen vorkommt.


Und wer selbst einmal nach Altena kommen sollte, der muss unbedingt mit dem im Buch beschriebenen Erlebsnisaufzug hoch zur Burg fahren!


„Unsere wunderbaren Jahre“ - Unbedingt lesen!



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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der ultimative Wein-Guide

Madeline Puckette , Justin Hammack , Übersetzungsbüro Scriptorium GbR
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.09.2016
ISBN 9783453603998
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wer stand nicht schon mal vor der Frage, welchen Wein zu welchem Essen nehmen? Meistens entscheiden wir Zuhause relativ spontan, doch wenn wir Gäste haben, möchten wir schon, dass es „perfekt“ ist. „Der ultimative Wein-Guide“ hilft hier auf kurze und informative Weise. Keinesfalls trockene Kost, sondern so, dass es wirklich Spaß macht, an all die Informationen rund um den Wein zu gelangen.


Zu Beginn geht es um die Grundlagen. Was ist überhaupt Wein? Was ist in den Flaschen und es geht um Eigenschaften. Flaschengrößen, Etiketten, Süße und Süßegrade, Säure usw. Wie erkenne ich einen Wein? Sehen und Riechen. Welche Welche zu welchem Wein? Wie schenkt man Wein am besten aus? Und wie lagere ich Wein am besten?


Es werden die einzelnen Weinstile vorgestellt und die Herstellungsverfahren. Dann geht es in die Details. Hier erfährt der Leser alles über die einzelnen Sorten, welche Noten der Wein ergibt, wo er angeboten wird und zu welchem Essen der Wein passt.


Zum Schluss erfährt der Leser auch noch, welche Länder welche Weine anbauen.


„Der ultimative Wein-Guide“ - kompaktes Wissen, kurz und knapp erklärt. Dazu 333 Grafiken, die das ganze Wissen anschaulich machen. Ein Buch für alle Weinkenner und die, die es werden wollen. Ein Buch, das sich auch wunderbar zum Verschenken eignet.


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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

freundschaft, comic, roboter, familie, schule

Hilo 01

Judd Winick
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei POPCOM, 13.10.2016
ISBN 9783842030817
Genre: Comics

Rezension:

Aaaaaaaaah! Da ist es schon passiert. D.J., der Junge, der meint, nichts Besonderes zu können, trifft auf Hilo, der buchstäblich aus dem Himmel auf die Erde krachte. Doch wer ist Hilo? Ist er wirklich aus dem Himmel gefallen? Stammt er von einem anderen Planeten? Nur bekleidet mit einer silbernen Unterhose, will er auf einmal Gras essen. Auch sonst verhält sich Hilo ziemlich merkwürdig und D.J. hat einiges zu tun, dem Jungen zu erklären, wie es so abgeht auf der Erde.

"Hilo - Der Junge, der auf die Erde krachte" - eine 200 Seiten starke Geschichte in Comic-Form, unterteilt in einzelne Kapitel. Schön gezeichnet, schön bunt mit kurzen Sätzen und Bemerkungen. Es ist aber nicht nur einfach ein bunter Comic. In diesem Buch geht es auch um das Anderssein und um Freundschaft. Und auch, wenn das Buch für Kinder gemacht wurde, kann ich Erwachsenen empfehlen, auf alle Fälle mal einen Blick hineinzuwerfen. Es lohnt sich wirklich.

Im Buch selbst findet der junge Leser noch ein cooles Hilo-Poster und ein paar Sticker. Weitere Bände dürften folgen!

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weihnachten, hund, liebe, liebesroman, christkind

Vier Pfoten retten Weihnachten

Petra Schier
Fester Einband: 382 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 20.10.2016
ISBN 9783959731577
Genre: Liebesromane

Rezension:

Elena, gerade frisch geschieden, möchte mit Männern erst einmal nichts mehr zu tun haben. Sie ist froh, die schmutzige Scheidung endlich hinter sich zu haben. Elena ist eine bekannte Designerin, doch sie beschließt, eine Auszeit zu nehmen. Sie möchte etwas Gutes tun. So bewirbt sie sich um eine Stelle, in der sie in der Vorweihnachtszeit einer Familie zur Hand gehen soll. Elena landet bei dem Witwer Steffen und seinen Kindern Sabrina und Jan. Mit den Kindern versteht sie sich sofort bestens und immer wenn ihr Steffen über den Weg läuft, ist da so ein gewisses Kribbeln im Bauch. Alles nur Zufall oder hat Sabrinas Brief eventuell etwas damit zu tun, den sie gleich an den Weihnachtsmann und an das Christkind geschrieben hat? Sabrina wünscht sich nämlich eine neue Frau für ihren Papa, damit er endlich wieder einmal so lacht wie früher. Vielleicht kann ja die Hundedame Lulu ein bisschen Schicksal spielen?

 

„Vier Pfoten retten Weihnachten“ - Als ich die letzte Seite dieses wunderschönen Romans gelesen habe, musste ich die Autorin einfach fragen, ob sie mein Seufzen gehört hat. Ein Seufzen, weil die Geschichte einfach so schön ist. Eine Geschichte mit liebenswerten Figuren, die mir sofort ans Herz gewachsen sind. Petra Schier hat es geschafft, eine ganz besondere Weihnachtsatmosphäre zu schaffen. Der Zauber der Weihnacht, in diesem Roman ist er zu spüren.


Santa und seine Elfen haben mal wieder ziemlich viel zu tun. Da das Christkind und er den selben Brief von Sabrina bekommen haben, arbeiten sie Hand in Hand, um den Wunsch des Mädchens zu erfüllen. Zu schön, wie Lulu, die einige Leser aus einem anderen Weihnachtsroman kennen dürften, auch hier wieder Hilfestellung leistet.


„Vier Pfoten für Weihnachten“ - Diese Geschichte hat alles, was ein Weihnachtsroman benötigt. Eine bezaubernde Geschichte, die glücklich macht und dabei auch noch rettungslos romantisch ist. Für alle Weihnachtsroman-Fans ein absolutes Muss!




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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Leises Schlängeln

A.L. Kennedy , Ingo Herzke
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Karl Rauch Verlag GmbH & Co. KG, 07.10.2016
ISBN 9783792002490
Genre: Romane

Rezension:

Mary, ein kleines Mädchen, irgendwo auf diesem Erdball, mochte Honig und Pfeifen, die Farbe Blau und Sachen herausfinden. Sie wohnte in einer Stadt mit vielen Menschen, doch die Menschen, die diese Stadt regierten, mochten die Menschen, die in ihr lebten, nicht. Eine Stadt ohne Parks und Wiesen zum Spielen, ohne Bäume und Blumen. Eines Tages entdeckte Mary einen goldenen Reif. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich der Reif als goldene Schlange, die sich leise an Mary hochschlängelt. Es ist Lanmo, die goldene Schlange, die längst nicht von allen Menschen gesehen werden kann. Lanmo lebt bereits seit Ewigkeiten und normalerweise kommt die Schlange nur zu den Menschen, die sterben werden, doch bei Mary ist es anders.

„Leises Schlängeln“ - was für eine außergewöhnliche kleine Erzählung! Ein Buch mit ganz großer Anziehungskraft. Voller poetischer Kraft erzählt die Autorin die Geschichte von Kind und Schlange. Alles scheint so leicht, so schön zu sein. Dabei ist in Wirklichkeit das Leben um Mary herum arm und grau. Die Wohnverhältnisse beengt, nie genug zu essen, doch Lanmo hilft dem kleinen Mädchen und wird sie immer wieder suchen, finden und sie einen Teil ihres Weges begleiten.

Es ist eine wunderschöne und bewegende Geschichte, über ein kleines Mädchen, das zur Frau wird und die ihren Weg geht, den die Schlange Lanmo ihr gezeigt hat. Eine Geschichte voller Liebe und Zauber.

„Leises Schlängeln“ - wunderbare 112 Seiten mit zauberhaften Zeichnungen der Schlange Lanmo! Unbedingt lesen!

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der erste Tag vom Rest meines Lebens

Lorenzo Marone , Esther Hansen
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492310192
Genre: Romane

Rezension:

Cesare Annunziata ist 77 Jahre alt, als er beschließt, das Leben endlich in vollen Zügen genießen zu wollen. Er ist Witwer und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Die Tochter ist unglücklich verheiratet, der Sohn ein Künstler, der einen Mann liebt. In der Familie wird nicht darüber geredet; dabei weiß Cesare es längst. Das Verhältnis zu den Kindern ist angespannt. Dann eines Tages zieht die junge Emma mit ihren Mann ins selbe Haus. Irgendetwas stimmt mit Emma nicht. Ganz ungewöhnlich für Cesare – er kann es selbst kaum glauben – berührt in die junge Frau und ihr Schicksal. Cesare fängt an sich zu kümmern. Der Beginn seines neuen, anderen Lebens.


„Der erste Tag vom Rest meines Lebens“ - ein Roman, aus der Sicht eines alten Mannes geschrieben – einfach wunderbar! Ich habe jede Zeile genossen. Der alte Nörgler, der Miesepeter, launisch, sarkastisch zu Beginn, macht eine Erfahrung und wird zum Kümmerer. Eine Geschichte, die mich begeistert hat. Cesare, ich habe mir den alten Mann bildlich vorstellen können. Es war, als wäre er mein Nachbar, der immer wieder von seiner Tochter kritisiert wird, weil er heimlich eine Zigarette raucht oder ein Glas Wein trinkt, was ihm eigentlich nicht erlaubt ist. Cesare pfeift drauf. Er sagt sich, er hat sein Leben gehabt. Die letzten Tage will er in vollen Zügen genießen. Und dann ist da Emma, die junge und unglückliche Nachbarin, die sich nicht helfen lassen will.


Wunderschön zu lesen und mitzuerleben, wie aus dem alten kauzigen Mann ein Jemand wird, den man gerne zum Opa haben würde. Ein großartiges Buch, das aber auch zum Nachdenken anregt, zum Hinschauen.


„Der erste Tag vom Rest meines Lebens“ - Lesegenuss vom Feinsten!






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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Sturm in den Himmel

Asta Scheib
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 17.09.2016
ISBN 9783455405873
Genre: Romane

Rezension:

Der junge Martin Luther auf dem Weg zu seiner wahren Berufung


Martin Luther. Seine Eltern gaben den Weg vor. Martin Luther sollte einst Jurist werden. Er sollte in den höchsten Kreisen verkehren. Schon mit lediglich 4 Jahren schickten seine Eltern ihn auf eine Latainschule. Doch der junge Martin musste nicht nur lernen. Er musste vor allen Dingen eines: Prügel einstecken, immer wieder. Von seinen Eltern, von seinen Lehrern. Für kleinste Vergehen wird er körperlich bestraft. Immer begleitet ihn die Angst, wieder etwas falsch gemacht zu haben. Ein weiterer ständiger Begleiter ist der Teufel. Überall wird dieser beschworen. Eine unruhige Zeit, eine dunkle Zeit. Martin flüchtet sich zu seinem Lieblingsbaum. Nur dieser scheint ihn zu verstehen. Diesem kann er alles anvertrauen. Der Baum gibt ihm Trost und Zuversicht. Und dann auf einmal sieht er dort ein Mädchen. Martin verliebt sich in Madlen und lernt mit ihr die Liebe kennen.


„Sturm in den Himmel – Die Liebe des jungen Luther“ von Asta Scheib, ein Roman, der aus der Masse heraussticht, ein Roman der mich fasziniert hat. Passend zum beginnenden Luther-Jahr hat mich dieser Roman erreicht. In diesem Roman geht es nicht um den Mönch und Kirchenreformer Luther; es geht um den jungen Luther, seine Kindheit, seine Jugend- und Studentenjahre. Ich lerne einen Luther kennen, der mir so bisher nicht bekannt war. Es ist die packende Geschichte eines jungen Mannes auf dem Weg zu sich selbst und seiner eigentlichen Berufung.


Asta Scheib entführt den Leser in eine dunkle Zeit voller Aber- und Irrglauben. Die Kirchenmänner drohen mit Tod, Teufel und Verdammnis. Der Ablasshandel blüht. Der junge Luther macht sich immer häufiger Gedanken darüber, ob das alles so richtig ist. Asta Scheib haucht dem jungen Luther Leben ein. Der Leser darf ihn auf einem Stück seines jungen Lebens begleiten. Wunderbare 384 Seiten! Sehr spannend, sehr authentisch!



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glück, weihnachten, london, kinder, irland

Das Weihnachtswunder von Old Nichol

Raymond A. Scofield
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 19.09.2016
ISBN 9783352008894
Genre: Romane

Rezension:

Grau, alles ist grau. Die Straßen, die Menschen, das Wetter, das Leben an sich. Die Geschwister Anna und Benjamin, völlig allein auf sich gestellt, sind von Irland aus nach London geflüchtet. Sie sind gekommen mit dem Traum von einem besseren Leben. Sie träumen davon, endlich nicht mehr hungern zu müssen. Es ist das Zeitalter von Oliver Twists „Der kleine Lord“. Anna und Benjamin leben im Keller des gemeinen Apothekers Fox, der nur eines im Sinne hat, nämlich die beiden armen Kinder noch weiter auszubeuten und trotzdem bietet ihnen der feuchte Keller eine Zuflucht, eine Art Zuhause. Benjamin kauft sich für viel Geld eine Schuhputzkiste. Sein Traum ist es, damit den Menschen die Schuhe zu putzen und so Geld zu verdienen. Niemand hat ihm gesagt, dass er zu diesem Zweck erst in eine Gilde eintreten muss. Eine Mitgliedschaft ist für ihn als Iren jedoch unerreichbar. Der Anführer zertrümmert seine Kiste und Benjamin steht wieder einmal vor dem Nichts. Anna arbeitet bei einer alten Frau und hilft ihr in ihrem Spielzeugladen. Doch auch ihr wird übel mitgespielt. Anna landet in einer Erziehungsanstalt. Anna und Benjamin werden jedoch beobachtet. Es gibt da jemanden, der den Geschwistern helfen möchte, doch die Sache ist gar nicht so einfach, denn dieser Jemand ist sehr klein.

„Das Weihnachtswunder von Old Nichol“ von Raymond A. Scofield ist eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte. Eine Geschichte zum Verlieben. Während des Lesens lief ein Film vor meinen Augen ab, ein richtig schöner Weihnachtsfilm mit allem, was dazu gehört. Es ist eine so warmherzig geschriebene Geschichte. Man wünscht den Kindern so sehr, dass sie endlich einmal Glück haben. Wie so oft in solchen Geschichten aus dieser Zeit, gibt es auf der einen Seite die Bösewichte und auf der anderen Seite die Guten. Da der dicke böse Apotheker und die griesgrämige Spielwarenverkäuferin, dort die Hunger leidenden Kinder und jemand der versucht, die Geschicke in die richtigen Bahnen zu lenken.

„Das Weihnachtswunder von Old Nichol“ - eine Geschichte mit der richtigen wunderbaren Portion Weihnachtszauber. Unbedingt lesen!

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

marion vogel, selbstfindung, reisebericht, reisen, vogelfrei um die welt - vom suchen und finden

Vogelfrei um die Welt - Vom Suchen und Finden

Marion Vogel , Martina Unterfrauner
Flexibler Einband: 388 Seiten
Erschienen bei Kastner, 02.11.2015
ISBN 9783945296226
Genre: Romane

Rezension:

Marion Vogel ist 23 Jahre alt, hat eine kleine nette Wohnung in München, arbeitet als Versicherungskauffrau und hat einen Freund. Dann macht sie Urlaub in Ägypten. Dieser Urlaub wird ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellen. Auf einmal möchte sie etwas ganz anderes. Auf einmal lebt sie ihre Träume. Sie kündigt ihren Job und trennt sich von ihrem Freund. In Ägypten wagt sie einen Neustart als Tauch-Guide, doch Ägypten wird nicht ihr einziges Ziel bleiben. Viele weitere Stationen werden folgen: Australien, Südostasien, die USA, Afrika, Indien, Kap Verde, Spanien und immer wieder München. Ein großes Abenteuer beginnt. Fremde Länder, fremde Kulturen. Marion Vogel lernt viele Länder und viele Menschen kennen. Sie reist jahrelang um die Welt, hat immer wieder Sehnsucht nach neuen Zielen. Nur auf Reisen scheint sie sich frei und glücklich zu fühlen. Sie ist rast- und ruhelos und doch auf der Suche zu sich selbst. Nach vielen Jahren zurück in München, arbeitet sie ihre Vergangenheit auf, fasst alles in Worte, schreibt dieses Buch und weiß endlich, wo sie hingehört.


„Vogelfrei um die Welt – Vom Suchen und Finden“ - es ist eine gelungene Mischung aus Reise- und Erfahrungsbericht. Der Leser lernt unheimlich viel über ferne Ziele kennen, über Land und Leute. Der Leser bekommt aber auch einen sehr privaten Einblick in das Leben der Autorin und ihrer Suche nach dem eigenen, dem wahren Ich. Beim Lesen spürt man regelrecht ihre Unruhe, ihre Rastlosigkeit. Manches Mal habe ich gedacht, Mädchen, komm doch endlich mal zur Ruhe, mach mal Pause! Doch Marion Vogel ist halt so, wie sie ist. Wäre sie nicht so, würde es wahrscheinlich auch dieses Buch nicht geben. Da die Autorin Fotografin ist, darf der Leser sich auch an wunderbaren Fotos erfreuen.


„Vogelfrei um die Welt – Vom Suchen und Finden“ - macht Lust darauf, Neues zu entdecken. Nicht nur ein Reisebericht, sondern auch ein Mutmacher für alle, die schon längst etwas Neues beginnen wollten. Absolut lesenswert!





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