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60 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

alkohol, linda winterberg, verlust, einsamkeit, erste liebe

Unsere Tage am Ende des Sees

Linda Winterberg
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 06.11.2017
ISBN 9783746633541
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ganze 25 Jahre ist es her, dass Hanna ihre Mutter zum letzten Mal gesehen hat. Als diese vom Ehemann verlassen wurde, stürzte eine Welt für sie zusammen. Trost suchte sie im Alkohol und wurde schließlich davon abhängig. Die 16-jährige Hanna versuchte alles, um ihrer Mutter zu helfen, doch irgendwann kam auch sie an ihre Grenzen. Sie, das junge Mädchen, das zum ersten Mal verliebt war und sich so oft wie möglich mit ihrem Freund am Ende des Sees getroffen hat - einen Sommer lang. Nach einem Unglücksfall zog Hanna mit Hilfe des Vaters nach Hamburg und hatte von Stund an keinen Kontakt mehr zur Mutter. 

Nun sind 25 Jahre vergangen und Hanna steht wieder vor einem Neuanfang. Den Ehemann bei einem Autounfall verloren, die Tochter im Ausland. Da erhält sie einen Anruf von ihrer Mutter. Hanna fährt zu ihr und langsam nähern sich die beiden Frauen wieder an und schmieden sogar gemeinsame Pläne. Hanna fährt oft an den See. Dort entdeckt sie eine Handvoll Briefe. Briefe, die ihr der damalige Freund geschrieben hat, jedes Jahr einen, so, wie sie es sich damals versprochen hatten...

"Unsere Tage am Ende des Sees" - eine Geschichte, die ein sehr wichtiges Thema aufgreift, die Alkoholabhängigkeit. Sehr authentisch schildert die Autorin den Gewissenskonflikt des jungen Mädchens. Einerseits ist da die erste Verliebtheit, andererseits immer wieder das schlechte Gewissen, wenn sie ihre Mutter nach einem Treffen mit Alex völlig betrunken im Haus vorfindet. Hanna macht sich dann immer wieder Vorwürfe, nicht im richtigen Moment für die Mutter da gewesen zu sein. 

Hanna opfert ihre Liebe, um in einer anderen Stadt ein neues Leben beginnen zu gönnen, doch ihre erste große Liebe, die nur einen Sommer lang gelebt werden konnte, hat sie nie vergessen. 

Ob man sich seiner Mutter nach 25 Jahren des Getrenntseins und ohne jeglichen Kontakt tatsächlich so schnell annähern kann, ob man tatsächlich gleich zusammenzieht, das wage ich zu bezweifeln, nimmt dem Drama aber auf alle Fälle die Schwere. Es ist eine bewegende Geschichte, die auch ganz klar zeigt, dass die Menschen um einen herum viel lieber mit dem Finger auf einen zeigen, als Hilfestellung zu geben. Die Autorin setzt sich sehr einfühlsam mit dem Thema auseinander. 

"Unsere Tage am Ende des Sees" - eine nachdenklich stimmende Geschichte mit kleinen Längen und Unebenheiten und doch absolut lesenswert!

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52 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

prag, liebe, konzentrationslager, theresienstadt, ghetto

Abschied in Prag

Alyson Richman , Norbert Möllemann , Charlotte Breuer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diana, 11.12.2017
ISBN 9783453359598
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die 1930er-Jahre in Prag. Lenka ist Kunststudentin und verliebt sich in Josef, dem Bruder ihrer besten Freundin Veruska. Die beiden werden ein Paar, heiraten. Kurz nach der Hochzeit marschieren die Deutschen in Prag ein. Josef kann Papiere besorgen für die Überfahrt nach Amerika, doch Lenka lässt ihn mit seinen Eltern und seiner Schwester alleine fahren. Sie kann und will ihre Familie nicht zurücklassen. Josef verlässt sie mit dem Versprechen, sie und ihre Familie bald nachzuholen, doch das Schiff  mit seiner Familie an Bord wird torpediert und geht unter.

Lenka erhält die Nachricht von seinem Tod, doch Josef überlebt. Er emigriert nach Amerika, kann sich dort ein neues Leben aufbauen, doch auch er hält seine große Liebe für tot, bekommt er doch die Mitteilung, dass Lenka nach Auschwitz deportiert und dort umgebracht wurde, doch wie durch ein Wunder überlebt die junge Frau das Grauen.

Zusammen mit ihrem Retter geht auch sie in die USA und gründet eine neue Familie. Lenka und Josef, eine Liebe, die einen grauenvollen Krieg und lange 60 Jahre überdauert. Eine Liebe, die nie aufgehört hat. Eines Tages, inzwischen hochbetagt, stehen sie sich gegenüber...

Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich schon wieder Tränen in den Augen. Es ist nicht nur eine Geschichte gegen das Vergessen. Eine tragische, unheimlich bewegende Geschichte, die sehr nahe geht. Am Schluss des Buches erfährt der Leser, dass diese Geschichte angelehnt wurde an eine wahre Begebenheit. Wie müssen sich zwei Menschen, zwei Liebende fühlen, die sich aneinander über Jahrzehnte für tot gehalten haben und sich plötzlich nach dieser langen Zeit gegenüberstehen? 

"Abschied in Prag" - ein stilles, hochemotionales Drama mit unvergesslichen Protagonisten. Die Autorin versetzt den Leser in einen gewaltigen Bilder- und Gefühlsrausch. Die sehr authentischen Beschreibungen über das Leben im Konzentrationslager Theresienstadt und schließlich die Deportation nach Auschwitz. Ich musste das Gelesene oftmals erst sacken lacken. Natürlich sind mir die Verbrechen bekannt, aber wieder darüber zu lesen, macht das Grauen nicht geringer. 

Die Tötungsmaschinerie der Nazi-Herrschaft, immer wieder fragt man sich, wie das möglich war. Auch hervorragend von der Autorin aufgenommen, das Schuldbewusstsein der Holocaust-Überlebenden, die das Erlebte oft tief in sich begraben haben, nicht darüber sprechen konnten. Die jahrzehntelangen Albträume. 

"Abschied in Prag" - eine Geschichte über eine großartige Liebe, unendlich traurig. Wer dieses Buch gelesen hat, wird es nicht mehr vergessen! 

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

paris, bücher, literatur, 2-zimmerwohnung, alter

Frühstück mit Proust

Frédérique Deghelt , Anja Nattefort
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 21.05.2012
ISBN 9783746628219
Genre: Romane

Rezension:

Gleich zu Jahresbeginn habe ich einen kleinen Bücherschatz aus meinem Stapel ungelesener Bücher befreit. Was für eine Entdeckung! Weshalb habe ich diesen wunderbaren Roman nicht längst gelesen? Ich weiß es nicht. 

Die achtzigjährige Mamoune erleidet einen Schwächeanfall. Daraufhin beschließen ihre drei Töchter, dass sie besser in einem Altersheim aufgehoben ist. Mamounes Enkelin Jade erfährt von ihrem Vater davon, der im weit entfernten Polynesien lebt. Spontan beschließt Jade, ihre Großmutter nach Paris zu holen. Eine ungewöhnliche, aber wunderschöne Zweier-WG beginnt. Jade entdeckt, dass ihre geliebte Großmutter, die auf dem Land gelebt, mit einem Bauern verheiratet gewesen war und immer so getan hat, als wäre sie nicht gebildet, heimlich die großen Klassiker liest, ja, sie immer schon gelesen hat. Mamoune bemerkt indes, dass ihre Enkelin, die als Journalistin arbeitet, einen Roman schreibt, mit dem es aber nicht so richtig voranzugehen scheint. Die beiden doch so unterschiedlichen Frauen lernen sich über die gemeinsame Leidenschaft zu Büchern neu kennen und ein ganz enges Band wird geknüpft.

"Frühstück mit Proust" - eine ganz wundervolle, leise Geschichte, eine Geschichte voller Weisheit und Zauber. Ein Buch, das glücklich macht, das einem bei jeder Seite ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Die Geschichte zweier so unterschiedlicher Frauen, zweier Liebesgeschichten, die miteinander verwoben diesen faszinierenden Roman ergeben. Ein modernes Märchen mit einem überraschenden, berührenden Ende, das sehr zum Nachdenken anregt. Unbedingt lesen!

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84 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

familiensaga, ostpreußen, wölfe, venedig, landgut

Die Jahre der Schwalben

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 09.10.2017
ISBN 9783746633510
Genre: Historische Romane

Rezension:

Frederike, liebevoll von allen Freddy genannt, ist frisch verheiratet, musste jedoch noch in ihrer Hochzeitsnacht erfahren, dass ihr Ehemann Ax todkrank ist. Während sich Ax in Davos aufhält und auf Heilung hofft, bewirtschaftet die junge Freddy das Gut Sobotka und die dazu gehörigen Ländereien und kümmert sich auch um die Pferdezucht. Erst scheint sie niemand auf dem Gut ernst zu nehmen, doch mit Hilfe ihres Ziehvaters gelingt es der jungen Frau, die Zügel in die Hand zu nehmen und das Gut erfolgreich weiterzuführen. Ax kommt als geheilt nach Hause. Dann verschlechtert sich sein Zustand jedoch rapide. Er stirbt.

Freddy, nun eine junge Witwe von Anfang 20, die nie eine richtige Ehe geführt hat, versucht weiterhin das Leben zu meistern. Es wird ihr gelingen und eines Tages lernt sie durch ihre Jugendfreundin Thea Gebhard von Mansfeld kennen. Die beiden verlieben sich ineinander, doch hat die Beziehung eine Chance? Hitler hat die Macht ergriffen. Die Welt befindet sich in Aufruhr. Der Zweite Weltkrieg bricht aus und obwohl die Mansfelds auf dem Land wohnen, verschont werden auch sie nicht vom Krieg. 

"Die Jahre der Schwalben" - es ist der bewegende zweite Teil der Familiensaga. Intensiv und sehr berührend geht die Geschichte um die junge Freddy und ihre Familie weiter. Verlief der erste Teil eher ruhig und still, entwickelt Ulrike Renk hier einen mitreißenden Stil, so dass ich es kaum erwarten konnte, die nächsten Seiten zu lesen. 

Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht, spannend und authentisch. Eine Geschichte, die zeigt, wie schwer das Leben auf einem Gutshof sein konnte und dann noch als junge und verwitwete Frau. Freddy, die ihr Leben trotz aller Widrigkeiten zu meistern lernt. Freddy, die aufblüht, wenn sie zu ihrer Freundin Thea nach Berlin fährt, um dort wenigstens für wenige Stunde ein anderes Leben zu genießen, die Nacht zum Tag zu machen - bis die Nazis die Macht ergreifen. 

Plötzlich ist man auch auf dem Land nicht mehr sicher. Wem kann man noch trauen? Ist der Freund von gestern nicht plötzlich der Feind von morgen? Dunkle Wolken ziehen auf. 

"Die Jahre der Schwalben" - ein großartiger Roman! Ein Stoff, der den Leser auch anschließend noch beschäftigt. Beim Lesen habe ich die Liebe der Autorin zu ihren Figuren gespürt. Wer diese Saga liest, wird sie so schnell nicht wieder vergessen könnten. Ich bin schon jetzt gespannt auf den dritten und letzten Teil. 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Wer bin ich - und wie nehme ich ab?

Claudia Hochbrunn
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 15.12.2017
ISBN 9783499633317
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und es hat mich in vielen Dingen bestätigt. Bereits nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, dass die Autorin mich besser kennt als ich mich selbst. 

Die meisten von uns werden es kennen. Da hat man sich wieder ein paar Pfunde angefuttert und möchte diese los werden. Kein Problem. Das dürfte klappen. Diese Menschen benötigen aber dieses Buch nicht. Wer aber mit viel mehr an zu vielen Pfunden zu kämpfen hat, der benötigt auch ein bisschen mehr an Unterstützung. In diesem Buch geht es gar nicht um DAS Abnehmkonzept. Es geht auch nicht um schnelle Diäten. Es geht schlichtweg um die Psychologie des Abnehmens. Jeder Mensch hat eine andere Persönlichkeit und zu jedem Persönlichkeitstyp gehört ein bestimmtes Ess- und Abnehmverhalten. 

Ich persönlich habe ich schnell erkannt, dass ich der "histrionische Persönlichkeitstyp" bin. Ein späterer Test im Buch hat dies bestätigt. Als ich die Beschreibung hierzu las, hatte ich wieder das Gefühl, sie kennt mich. Sie hat ein Buch über mich geschrieben! Dabei kennen wir uns bisher nur über Facebook. 

Der histrionische Persönlichkeitstyp. Er findet schnell Freunde und gibt dem Gegenüber das Gefühl, ihn perfekt zu verstehen, auch, wenn das Gegenteil der Fall ist. Passt. Ja, und auch ich werde gerne gelobt und freue mich, wenn man sieht, dass ich meinem Ziel ein ganzes Stück näher gekommen bin, egal, ob es sich nun ums Abnehmen dreht oder etwas ganz anderes zur Debatte steht. Ich bin der Genießertyp und ich kann auch gerne mal alle Fünfe gerade sein lassen. Und ja, das momentane Gewicht beeinträchtigt mich und bevor es die Gesundheit angreift, werde ich etwas tun. Es ist nicht das erste Mal. Wie so viele ist mir der Jojo-Effekt bestens bekannt und anstatt weiter gemacht zu machen, habe ich mir viele Ausreden einfallen lassen, warum es doch nicht geklappt hat. 

Die Autorin beschreibt natürlich nicht nur den histrionischen Persönlichkeitstyp. Es gibt die verschiedensten Typen und ich bin mir sicher, ein jeder wird sich irgendwo wiederfinden und es sei ein Mix aus verschiedenen Typen, was durchaus möglich ist. Beschrieben werden die einzelnen Typen, aber auch das Abnehmverhalten, die Motivationsgründe und die verschiedenen Diätformen. Ich persönlich habe ich mich für keine Diät entschieden. Als Genussmensch verzichte ich nicht gerne. Ich gehöre zu den Menschen, die eine sogenannte Reduktionsdiät bevorzugen. Ich würde es noch nicht einmal als Diät bezeichnen, sondern als langfristige und richtige Ernährungsumstellung.

Vor wenigen Tagen habe ich mich dazu entschlossen, endlich wieder bewusster zu essen und darauf zu achten, dass mein Essen weniger Fett und Zucker beinhaltet. Und siehe da, es klappt von Tag 1 an. Hinzu kommt mein Reha-Sport, den ich wegen eines Bandscheibenvorfalls verordnet bekommen habe. Der Sport macht Spaß. Ich bin voll motiviert, dass auch meine Waage bald ein anderes Ergebnis anzeigen wird. 

Eine Freundin kocht nicht gerne. Sie kann jedoch ohne Probleme auf Kohlenhydrate verzichten, was ich überhaupt nicht kann. Sie hat auf diese Art und Weise großen Erfolg. Für mich wäre das nichts, aber sie ist glücklich damit. 

Claudia Hochbrunn ist das Pseudonym einer Autorin, die ich unter anderem Namen bereits schätzen gelernt habe und deren letzter Roman zu meinen Lesehighlights des Jahres 2017 gehört. Die Autorin verspricht in ihrem "Abnehm-Buch" keine Wundermittel (die gibt es nicht!), aber bei mir war es so, dass ich alle paar Seiten gesagt habe: "Ja, so ist es! Ich erkenne mich wieder!" Meine von mir gewählte Abnehmform wurde durch das Buch bestätigt. Zudem gibt das Buch wertvolle Tipps und Tricks, wie man auch im Kleinen darauf achten kann, das Richtige zu tun, ohne großen Verzicht üben zu müssen. 

"Wer bin ich - und wie nehme ich ab?" - ein wertvolles Buch für alle, die mehr als nur die Weihnachtspfunde los werden wollen. 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

paris, mode, schneiderin, unterwerfung, naivität

Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris

Agnès Martin-Lugand , Doris Heinemann
Flexibler Einband
Erschienen bei Blanvalet, 27.11.2017
ISBN 9783764505653
Genre: Liebesromane

Rezension:

Iris ist eine junge Frau Anfang 30, gefangen in einer langweiligen Ehe und einem ebenso langweiligen Job bei einer Bank. Dabei gilt ihre größte Leidenschaft doch dem Schneidern von Kleidung. Von ihrer Familie wird sie deshalb nur belächelt. Doch dann erhält Iris die Chance ihres Lebens. Sie kündigt ihren Job bei der Bank und fährt für ein halbes Jahr nach Paris, um dort an einem Kurs im Atelier der außergewöhnlichen Marthe teilzunehmen. Die ältere Dame erkennt sofort Iris´ Talent und fördert sie von Stund an. Allerdings will Marthe sie nicht nur zu einer der besten Schneiderinnen ausbilden, sie versucht sie auch zu formen, zu einem Geschöpf, das allein ihr gehört. Doch da ist auch noch Gabriel, der Mann, dem alle Frauenherzen zuzufliegen scheinen. Auch Iris fühlt sich zu ihm hingezogen...

Verwirrend finde ich den Titel der Geschichte, denn bei Iris handelt es keinesfalls um eine Mademoiselle, sondern um eine Madame. Iris ist schließlich eine verheiratete Frau. Wer hier wie ich zu Beginn eine verträumte Geschichte vermutet, die im malerischen Paris angesiedelt ist, wird schnell erkennen müssen, dass diese Geschichte ganz anders ist. Ich habe mir zwar etwas ganz anderes unter Titel und Cover vorgestellt, dennoch hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. 

Natürlich weiß man zu Beginn des Buches, wie die Geschichte ausgehen wird, aber ist das schlimm? Nein. Ich erwarte hier gar keine tiefer greifende Geschichte. Ich erwarte eine Geschichte, die mich verzaubert, die mir einen schönen Nachmittag bei einer wunderbaren Kanne Tee bereitet. 

"Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris" ist unterhaltsam, aber auch geheimnisvoll und spannend, was an der Person der Marthe liegt. Marthe, der die Menschen zu Füßen liegen, die aber auch eine geheimnisvolle Macht auszuüben scheint. Die Geschichte selbst ist wie ein modernes Mädchen mit der Hauptperson Iris, die sich vom Aschenputtel zur schönen Prinzessin mausert. 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

cramer

Die Wolkenfrauen

Doris Cramer
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 11.12.2017
ISBN 9783764506209
Genre: Romane

Rezension:

Das Jahr 1988. Doro entdeckt im Nachlass ihrer Mutter Zeichnungen aus der Marokkanischen Wüste und ein Amulett. Was sind das für Zeichnungen und wie kam ihre Mutter einst daran? Doro beschließt nach Agadir zu fahren, wo sie ihre ehemalige Dozentin trifft. Ingrid leitet dort eine Hilfsorganisation. Hier hofft Doro, mehr über das Leben ihrer verstorbenen Mutter zu erfahren. Ingrid scheint das Amulett sofort zu erkennen, das Doro trägt. Kaum in Marokko angekommen, muss Doro schon eine brutale Verhaftung miterleben, doch wer ist dieser Amir, der ihren Weg immer wieder kreuzen wird? Amir, der Sohn der Sahraouis, eines Berbervolkes, zu dem sie sich schnell hingezogen fühlt und der doch so geheimnisvoll erscheint. 

Der Roman entführt den gespannten Leser aber auch in das Jahr 1942. Die junge Betty wird schwanger, doch bevor sie ihren Liebsten heiraten kann, wird dieser nach Nordafrika versetzt. Betty bringt ihr Kind in Lebensborn zur Welt, wo man es ihr direkt wegnimmt, damit das Kind von ordentlichen Deutschen erzogen werden kann. Betty fährt viele, viele Jahre später nach Marokko, in der Hoffnung, hier ihrem einstigen Geliebten näher zu sein. 

"Die Wolkenfrauen" - ein Roman, der mich gefesselt und begeistert hat! Von der ersten Seite an habe ich die Farben Marokkos vor mir gesehen, habe die unterschiedlichsten Düfte riechen können.

Doris Cramer fesselt mit präziser Sprache. Es ist eine packende Geschichte. Eine Geschichte, die dem Leser den Westsahara-Konflikt näher bringt und die die Geschichte eines fast vergessenen Nomadenvolkes erzählt, die Geschichte der Sahraouis, die in einem Flüchtlingslager leben müssen. Erschütternd dann auch die Erkenntnis, dass es die im Buch beschriebene 2600 km lange Mauer der Schande tatsächlich gibt, von der ich bislang überhaupt keine Kenntnis hatte. Ein Wall aus Mauer, Geröll, Sand und Stacheldraht, eine stark verminte Zone. 

"Die Wolkenfrauen" - eine temporeiche Geschichte, so spannend, dass man nicht mehr aufhören kann zu lesen. Ein ungelöster Konflikt, Krieg und Abenteuer, aber auch die Geschichte zweier Liebender. Ein Lesevergnügen der Extraklasse, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

filme, liebe, kino, popcorn, glück

Glück schmeckt nach Popcorn

Marie Adams
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.11.2017
ISBN 9783734104947
Genre: Liebesromane

Rezension:

Martha ist die Chefin eines kleinen, aber feinen Programmkinos. Da sie persönlich nicht an Happy Ends glaubt, zeigt sie auch genau solche Filme. Einzige Angestellte ist ihre beste Freundin Susanna. Doch als diese schwanger wird und zu ihrem Freund nach Hamburg ziehen will, muss Martha den Tatsachen ins Auge sehen. Sie gibt eine Anzeige auf, auf die sich der Filmstudent Erik bewirbt. Erik, der Gute-Laune-Mann, der Filme mit Happy End liebt und den ganzen Tag puren Optimismus versprüht und somit das genaue Gegenteil von Martha ist. Er verliebt sich in Martha und möchte ihr unbedingt beweisen, dass es sich lohnt, an die Liebe zu glauben, doch da gibt es auch noch Stefan, den Filmkritiker, der sich ebenso zu Martha hingezogen fühlt. 

"Glück schmeckt  nach Popcorn" - eine liebevolle und warmherzige Geschichte um die Besonderheit eines kleinen Programmkinos, um die große Liebe und das Glück. Es ist eines dieser Romane, bei dem ich das Gefühl habe, dass die Autorin diese Geschichte extra für mich geschrieben hat. Das kleine erlesene Programmkino, ich habe es förmlich vor mir gesehen. Wer so ein Kino in seiner Nähe weiß, sollte dort unbedingt mal einen Film ansehen. Programmkinos haben ein ganz besonderes Flair. 

Im Martha herum ist irgendwie alles dunkel und grau. Sie lebt nur in und für ihr Kino. Als Erik in ihr Leben stolpert, geht plötzlich die Sonne auf und auch, wenn er sie anfangs mit seiner ewig guten Laune nervt, die Farben um Martha herum werden stetig heller, was sich nicht nur auf die Auswahl der Filme bezieht. 

"Glück schmeckt nach Popcorn" - eine romantische Liebesgeschichte zum Träumen, die zudem Lust macht, sich im Kino endlich mal wieder einen schönen Liebesfilm anzusehen. 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ein französischer Sommer

Jessica Brockmole
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Diana Verlag, 08.08.2016
ISBN 9783641185459
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nach dem Tod des Vaters wird die gerade mal 15-jährige Clare zu einer befreundeten Familie nach Frankreich geschickt. Sie sehnt sich so sehr nach ihrer Mutter, doch diese hat die Familie schon vor vielen, vielen Jahren verlassen, um sich ganz der Kunst zu widmen.

In Frankreich ist das Leben so ganz anders als in Schottland. Alles kommt ihr viel bunter und fröhlicher vor und so verabschiedet sich Clare auch schnell von der dunklen Trauerkleidung. Die vielen Farben Frankreichs inspirieren das junge Mädchen. Offenbar hat sie die künstlerische Ader der Mutter geerbt.

Clare findet Halt bei der französischen Familie, bei der Kunst auch eine große Rolle spielt. Clare freut sich immer auf die Wochenenden, denn dann kommt Luc nach Hause, der Sohn ihrer Gasteltern, der in Paris studiert, um später zu unterrichten. Clare und Luc fühlen sich zueinander hingezogen, obwohl das Mädchen noch sehr jung ist. Doch dann steht Clares Großvater eines Tages vor der Tür und holt das Mädchen zu sich.

Wieder wird sie aus einer vertrauten Umgebung gerissen, doch zeitgleich beginnt das größte Abenteuer ihres Lebens, denn ihr Großvater ist Sammler von selten gewordenen Dialekten. Eine ungewöhnliche Reise beginnt und dann bricht der Erste Weltkrieg aus, der das Leben so vieler Menschen und Familien verändern wird. 

Ich habe bereits den Roman "Eine Liebe über dem Meer" geliebt. Wie in diesem Roman spielen auch jetzt wieder Briefe eine große Rolle, Briefe, die über weite Entfernungen geschrieben werden. Briefe, die Sehnsucht, Ängste und Freude ausdrücken. 

"Ein französischer Sommer" ist mitreißend und atmosphärisch. Als Clare in Frankreich eintrifft, bekommt diese Geschichte eine herrliche, farbenfrohe Leichtigkeit. Alles ist hell und freundlich. Als die junge Frau später mit ihrem Großvater durch Nordafrika reist, werden die Farben noch intensiver, bunter. Menschen, Märkte, man kann sie als Leser sehen, ja, sogar riechen!

Auf der anderen Seite Luc, der an die Front muss, der wie so viele andere junge Männer auch, verwundet wird. Alles ist grau, schwarz. Er erlebt den Krieg in all seiner Grausamkeit. Die beiden jungen Menschen schreiben sich und als Leser hofft man so sehr, dass der schlimme Krieg die zarte Beziehung der beiden nicht zerstören mag. 

"Ein französischer Sommer" - eine Geschichte in den Wirren des Ersten Weltkrieges, geschrieben von einer Autorin, die es versteht, mit Farben und Gefühlen zu spielen. Unbedingt lesenswert!

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365 Gärten

Gisela Keil , Jürgen Becker
Fester Einband
Erschienen bei DVA, 30.10.2017
ISBN 9783421040862
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ratgeber und Tagebuch fürs ganze Jahr? Dieses wunderschöne Buch ist viel mehr als das. Es ist ein Bildband, ein immerwährender Kalender, es ist ein komplettes Gartenjahr und ja, es ist auch ein Ratgeber. Mit seinen wunderschönen Fotos ist dies aber vor allen Dingen ein Buch, dessen Bilder man betrachten kann, dessen Bilder man auf sich wirken lassen kann. 

Jedem Tag des Jahres werden zwei Seiten gewidmet. Links bekommt der Leser wertvolle Tipps und Hinweise zum Pflanzen, zur Gestaltung und zur Pflege. Zudem gibt es Platz für eigene Notizen, für Geburtstage, für Tagebucheintragungen. 

Die Fotos zeigen übrigens Gärten aus verschiedenen Ländern immer der Jahreszeit angepasst und perfekt ausgewählt. 

Zum Schluss gibt es noch einmal eine Art Verzeichnis nach Monaten und Tagen. 

Das Buch eignet sich wunderbar als Geschenk für Hobbygärtner und alle, die schöne Fotos lieben! Aber Achtung! Es ist kein Leichtgewicht! Ganze 2 kg wiegt das schöne Buch!

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Straßenlaterne Nr. 8

Wenxuan Cao
Fester Einband: 36 Seiten
Erschienen bei Drachenhaus Verlag, 08.09.2016
ISBN 9783943314304
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Wieder einmal darf ich Euch ein Kinderbuch aus dem Drachenhaus-Verlag vorstellen. Es handelt von einer Straßenlaterne in der Froschgrünen Kachelstraße. Eine Straßenlaterne, die Anlaufpunkt für die unterschiedlichsten Menschen und Tiere zu sein scheint. Zum Beispiel für den verwahrlosten Hund, der immer erst um die Laterne herumläuft, bevor er sein Bein hebt, aber auch für den schmutzigen, alten Mann, der sich jedes Mal kurz an die Laterne lehnt, bevor er weitergeht. Eines Tages begegnen sich beide am Laternenpfahl. Der eine wartet, bis der andere fertig ist. Der alte Mann braucht immer länger, doch der struppige Hund wartet geduldig. Nach dem Winter erscheint der alte Mann nicht mehr, doch dann entdeckt der Hund ein älteres Fräulein mit einem Schirm. Die beiden begegnen sich immer wieder an der alten Laterne, bis auch sie zu alt werden. 

"Straßenlaterne Nr. 8" - ein außergewöhnliches Buch für Kinder mit wunderschönen Zeichnungen von Wen Na. Man muss dieses Buch in Händen halten, es lesen, es betrachten, es genießen. Es ist ein ganz bezauberndes Buch über zufällige Begegnungen, ein Buch über das Leben, über das Loslassen, über Veränderungen. Eine Geschichte, an die sich auch Erwachsene erfreuen und die sie innehalten lässt.

"Straßenlaterne Nr. 8" - ein echtes Juwel unter den Kinderbüchern!

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200 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

alter, liebe, tod, frankreich, liebe im alter

Und jetzt lass uns tanzen

Karine Lambert , Pauline Kurbasik
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Diana, 06.03.2017
ISBN 9783453291911
Genre: Liebesromane

Rezension:

Marcel, 73 Jahre alt, er liebt die Sterne. Er weiß alles über sie. Sein ganzes bisherigen Leben hat er mit seiner großen Liebe aus Kindertagen verbracht, doch Nora ist nun tot. 

Marguerite, 79 Jahre alt, ist seit kurzer Zeit Witwe. Viele, viele Jahre lang war sie mit Henri verheiratet, einem eher unterkühlten Mann, der keine Gefühle an sich heran ließ, der nach strengen Regeln lebte, denen sich auch seine Frau zu fügen hatte. Auch nach seinem Tod lebt sie mit diesen Regeln weiter. Sie ist es nicht anders gewöhnt. Ihr Sohn gleicht dem Vater. Am liebsten würde er die Mutter in einem Seniorenheim sehen. Einziger Lichtblick ist Ludovico, Marguerits Enkel, der sie einmal wöchentlich besucht.

Marcel und Marguerite begegnen sich in einem Sanatorium. Er, der die Nacht liebt. Sie, die den Tag lieber mag. Die beiden spüren, dass sie zueinander gehören, doch ist eine zweite Liebe in dem Alter wirklich noch möglich? 

"Und jetzt lass uns tanzen" - was für ein wunderwunderschöner Roman! Eine leise Geschichte um die Liebe im Alter, ein sehr lebensbejahender Roman. Gefühlvoll. Großartig. 

Was für ein schönes Gefühl beim Lesen, als Marguerite die Regeln ihres Ehemannes über Bord wirft und im Alter anfängt, endlich zu leben! Wie sie zum Friseur geht, sich den altmodischen Dutt abschneiden lässt und sich eine Kurzhaarfrisur schneiden lässt! Diese und viele andere wunderbare Momente sorgen dafür, dass nicht nur Marguerite endlich das Glück findet, sondern auch der Leser. 

"Und jetzt lass uns tanzen" - eine bezaubernde Geschichte aus der Kategorie "Glücklich-mach-Buch"!

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

vergewaltigung, nationalsozialismus, masuren, zweiter weltkrieg

Der Himmel ist ein Fluss

Anna Kaleri
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 04.01.2014
ISBN 9783548611921
Genre: Romane

Rezension:

Heute stelle ich Euch mal wieder einen Schatz aus meinem Regal der bisher ungelesenen Bücher vor.

Es ist die Geschichte der Großmutter der Autorin. Eine Geschichte, wie sie vielleicht so passiert ist. Von der Großmutter existieren keine Fotos, keine Dokumente, nichts, als hätte es sie nie gegeben. Man weiß nur, dass sie 1945 erschossen wurde.

Minna ist Landarbeiterin in Masuren, doch sie möchte mehr. Sie kann mit dem Leben auf dem Land nichts anfangen. Eines Tages begegnet ihr im Wald Gwidon, ein Vogelkundler. Wie magisch fühlt sich Minna von dem verheirateten Mann angezogen. Um ihm näher zu sein, nimmt sie eine Stelle als Haushaltshilfe in der nahe gelegenen Stadt Allenstein an. 

Die Beziehung der beiden zueinander darf nicht sein. Gwidon ist Pole. Minna wird wegen Rassenschande angeklagt und kommt für mehrere Jahre ins Gefängnis. Dort bringt sie Gwidons Kind zur Welt, doch das Kind wird ihr weggenommen. Sie hofft, dass es zu ihrer Mutter gebracht wird. Als Minna endlich frei kommt und ihr Zuhause aufsucht, passiert das Unbegreifliche. 

"Der Himmel ist ein Fluss" - ein sehr verstörendes Buch und doch so wunderschön geschrieben! Ich musste das Gelesene erst einmal sacken lassen. Wie kann jemand dieses Thema anpacken und doch so wunderbare Töne treffen? Der Autorin ist es mit Bravour gelungen! Ich glaube, man muss dieses Buch lesen, um zu verstehen, was ich meine. 

Diese zarte Liebe zwischen Minna und Gwidon, so zart wie ein Schmetterling und auf der anderen Seite die hässliche Fratze des Zweiten Weltkrieges, die Nazi-Herrschaft mit ihren Begriffen wie Rassenschande und Volksschädlingsverordnung. Mit wenigen Worten gelingt es der Autorin, den Leser in einen Strudel der Gefühle zu katapultieren. 

"Der Himmel ist ein Fluss" - eine bewegende, sehr nachdenklich stimmende Geschichte. Unbedingt lesenswert!

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

italien, zen, japan, origami, falten

Herr Origami

Jean-Marc Ceci , Claudia Kalscheuer
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 12.09.2017
ISBN 9783455001518
Genre: Romane

Rezension:

Als junger Mann verlässt Meister Kurogiko seine Heimat Japan, um einer jungen Frau nachzureisen, in die er sich Hals über Kopf verliebt hat. Er landet in der Toskana, doch die Frau findet er nicht. Meister Kurogiko bleibt. Er zieht in ein verfallenes Haus und widmet sich ganz der Meditation und dem Herstellen von Washi, dem traditionellen japanischen Papier, aus dem Origami gefaltet werden. Im Dorf kennt man ihn nur als Herrn Origami. 

Eines Tages kommt der junge Casparo ins Dorf. Er sucht eine Unterkunft und wird zu Herrn Origami geschickt. Casparo ist Uhrmacher. In aller Ruhe und Abgeschiedenheit möchte er die Idee zu einer außergewöhnlichen Uhr finden, eine Uhr, die alles messen kann. 

Die beiden eigentlich so unterschiedlichen Männer verbindet doch so viel. Die Begegnung wird beider Leben verändern.

"Herr Origami" - was für ein kleines Juwel! Eine poetische, kleine Geschichte voller Weisheit, die einem beim Lesen innehalten lässt. Eine Wohltat in unserer ach so hektischen Zeit. Eine Geschichte, die man immer wieder lesen kann, die einen ganz ruhig werden lässt. Ein Buch, das man unbedingt in Papierform lesen sollte!

Es passiert nicht viel in diesem Buch. Das muss es auch gar nicht. Auf manchen Seiten befinden sich nur wenige Zeilen. Zeilen, so wunderschön geschrieben. Ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen und lesen kann. Ein zauberhaftes Meisterwerk!

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

theater, wien, prag, berlin, 2. weltkrieg

Die Frau im hellblauen Kleid

Beate Maxian
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.11.2017
ISBN 9783453422124
Genre: Romane

Rezension:

Vera ist mit der Schauspielerei  nicht so erfolgreich wie ihre Mutter, ihre Großmutter und sogar ihre Tochter. Vielleicht liegt ihr Talent ja eher beim Schreiben und Drehen von Filmen? Sie hat den Wunsch, einen Film über ihre berühmte Mutter Marianne zu drehen, doch diese ist schockiert, könnten doch Ereignisse aus der Vergangenheit ans Tageslicht kommen, die jahrzehntelang erfolgreich geheim gehalten wurden. Marianne lässt sich dann aber doch auf das Projekt ein mit der Bedingung, dass die Geschichte mit ihrer Mutter Käthe beginnt und es eine Dokumentation wird. 

So wird der Leser zurück ins Jahr 1927 entführt, das Jahr, in dem die junge Käthe von einer Karriere als Bühnenschauspielerin träumt. Heimlich schleicht sie sich in einem geliehenen hellblauen Kleid zum Vorsprechen ins Theater, wo ihre einmalige und berauschende Karriere beginnen wird. Käthe verliebt sich in Jakob, der kurze Zeit später ein Bühnenstück für sie schreiben wird. Käthe wird zum Star, doch die Welt ist aufgebracht. Die Nazis kommen an die Herrschaft. Ihre Liebe zu Jakob gilt als Rassenschande, denn Jakob ist Jude. Als Käthe nach Berlin geht, lernt sie Hans Bleck kennen, einen erfolgreichen Produzenten der Ufa. Käthe steht nun erfolgreich vor der Kamera, doch der Produzent hat sie in der Hand, denn er weiß um Käthes Geheimnis. 

"Die Frau im hellblauen Kleid" - eine Geschichte, bei der bei mir von der ersten Seite an das Kopfkino mitlief. Es ist die Geschichte der Altmann-Frauen, vier Frauen, die sich der Schauspielerei verschrieben haben, mal mehr, mal weniger erfolgreich. 

Eine bewegende, eine gefühlvolle, eine großartige Geschichte, so spannend geschrieben, dass man als Leser nicht mehr aufhören kann zu lesen. Ein sehr intensiver, sehr berührender Roman aus der Welt der Schauspielerei. Unbedingt lesen!

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113 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

koma, lily oliver, krankenhaus, hoffnung, träume die ich uns stehle

Träume, die ich uns stehle

Lily Oliver
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2017
ISBN 9783426518977
Genre: Liebesromane

Rezension:

Lara, eine junge Frau, leidet nach einem Unfall an Amnesie. In der Psychiatrie versucht sie mit Hilfe des Therapeuten Martin ihre Gedächtnislücken zu schließen. Lara muss immerzu reden. Die Worte sprudeln nur so aus ihr heraus. Sie kann nicht mehr aufhören, wird lauter dabei. Bis auf den Therapeuten hört ihr längst niemand mehr zu.

Durch Zufall begegnet ihr in der Klinik ein junger Mann. Thomas. Stundenlang sitzt Lara an seinem Bett. Thomas hört ihr zu. Thomas ist Koma-Patient und in einer anderen Welt gefangen. Obwohl er nur liegt und sich nicht regen kann, wird er für Lara zu einer großen Hilfe. Für ihn denkt sich die junge Frau eine Geschichte aus. Eine wunderschöne Liebesgeschichte, in der sie beide die Hauptrolle spielen. Erst sitzt Lara heimlich an seinem Bett, doch Thomas scheint auf ihre Stimme zu reagieren. Das bleibt auch der behandelnden Ärztin nicht verborgen und Lara darf bleiben. 

Laras Geschichte ist eine Mischung aus Traum und Wirklichkeit und plötzlich erinnert sie sich wieder. Wie ein Puzzle, Teilchen für Teilchen setzen sich die Erinnerungen zusammen, doch welche Rolle spielt Thomas in den Erinnerungen? Was ist Traum? Was ist Wirklichkeit? 

"Träume, die ich uns stehle"  - ein Liebesroman, aber ein ganz besonderer! Eine Geschichte, spannender wie ein Krimi! Eine stille und faszinierende Geschichte um die Liebe und das Leben. 

Die junge Lara, einfach wunderbar beschrieben. Ich habe sie vor mir gesehen, wie sie immerzu am reden ist. Eine junge Frau, getrieben von ihren eigenen Worten. Und dann Thomas, der an ihren Worten festhält, der mit ihren Worten versucht, die dunkle Welt zu durchbrechen, der leben will. 

Wunderbar auch Laras Entwicklung, von der verängstigten jungen Frau zu einer Frau, die sich den Erinnerungen stellt. 

"Träume, die ich uns stehle" - ein Buch der ganz großen Emotionen. Absolut bewegend, tragisch  und außergewöhnlich! Unbedingt lesen!

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

autismus, erwachsen werden, familie, nachbarschaft, selbständigkeit

Wie Ellie Carr zu leben lernt

Frances Maynard , Marie-Luise Bezzenberger
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Wunderraum, 16.10.2017
ISBN 9783336547906
Genre: Romane

Rezension:

Ellie Carr ist 27, lebt bei ihrer Mutter und weiß alles über Kekse. Nur mit anderen Menschen kommt sie nicht zurecht. Ellie ist Autistin. Als Ellies Mutter einen Schlaganfall erleidet, ins Krankenhaus und schließlich in ein Pflegeheim muss, ist die junge Frau plötzlich ganz auf sich allein gestellt, doch ihre Mutter hat vorgesorgt und alle wichtigen Dinge für sie vorab geregelt. Um in der Welt da draußen zurecht zu kommen, erstellt Ellie sich eine Liste. Eine Liste mit sieben Regeln für den Umgang mit Menschen. Ellie beginnt ihr eigenes Leben zu führen und entdeckt dabei auch so manches Geheimnis in ihrer Familie. 

"Wie Ellie Carr zu leben lernt" - es ist eine stille, emotionale Geschichte mit einer unvergleichlichen Protagonistin. Die Geschichte um die Autistin Elli ist sehr intensiv, sehr berührend. Der Autorin gelingt es hervorragend, dem Leser vor Augen zu führen, wie sich die junge Frau fühlen muss. Eine Autistin, die alles so wahrnimmt, wie man es ihr sagt, die nicht zwischen den Zeilen lesen kann. 

Ellie muss man einfach mögen, ganz besonders, wenn ihr wieder mal ein Missgeschick passiert, weil sie etwas anders wahr genommen und falsch verstanden hat. Man möchte sie umarmen, sie an die Hand nehmen, doch Ellie schafft ihren Weg ins Leben auch allein. 

"Wie Ellie Carr zu leben lernt" - eine bezaubernde Geschichte mit klitzekleinen Längen, aber absolut lesenswert. Für alle, die leise Geschichten lieben.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Eine Reise um die Welt in 365 Bildern: Das Magnum Archiv

Diverse
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei Prestel Verlag, 02.10.2017
ISBN 9783791383248
Genre: Sachbücher

Rezension:

Magnum, die wohl berühmteste Fotoagentur der Welt feiert den 70. Geburtstag und präsentiert dieses außergewöhnliche Buch.
Als ich das Titelbild dieses Buches entdeckt habe, wurde ich neugierig. Als ich es dann vor mir liegen hatte,fing ich sofort an und blättern und so geht es mir nun schon seit Tagen. Es ist kein Buch, das man sich an einem Tag ansieht. Es ist ein Buch, in dem man hier und da ein Foto ansieht, es betrachtet, es sich auf sich wirken lässt. Es gibt jeden Tag etwas anderes zu entdecken.
Zudem ist dieses Buch nicht einfach nur ein Buch. Es ist ein immerwährender Kalender. Man kann es aufgedeckt auf dem Tisch liegenlassen mit dem aktuellen Tagesdatum.
Intensive, zum Teil sehr berührende Fotos aus mehrerenTeilen der Welt. Äußerst sehenswert. Man betrachtet, man taucht in die Bilder ein. Oft frage ich mich beim Betrachten, welche Geschichte wohl hinter dem Bild steckt. Wer sind die abgebildeten Menschen? Was machen sie gerade? 
Momentaufnahmen. Momentaufnahmen voller Liebe, voller Gefühl, voller Leben. 
Außergewöhnliche Bilder von fernen und von nahen Orten, von Menschen. Absolut empfehlenswert!

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172 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

tee, liebe, teeladen, valerie lane, oxford

Der kleine Teeladen zum Glück

Manuela Inusa
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.10.2017
ISBN 9783734105005
Genre: Romane

Rezension:

Laurie ist glücklich mit ihrem kleinen Teeladen in der Valerie Lane, einer kleinen Straße in Oxford, in der es noch sehr persönlich zugeht. Hier hat sie auch ihre Freundinnen gefunden, die dort alle einen Laden führen. Die eine verkauft Schokolade, die andere Wolle, eine weitere Geschenke und die Vierte führt ein Geschäft für Antikes. Immer mittwochs treffen sich die Freundinnen auf einem Plausch bei Laurie im Tea Corner. Auch zufällige Besucher sind jederzeit herzlich Willkommen. Als heraus kommt, dass Laurie schon lange in den Tee-Lieferanten Barry verliebt ist, aber nicht weiß, wie sie ihm näherkommen soll, wollen die Freundinnen der schüchternen Laurie helfen. 

"Der kleine Teeladen zum Glück" - es ist eine dieser Wohlfühl-Geschichten, zu der man am besten eine Kanne seines Lieblingstees trinkt. Beim Lesen kam in mir direkt der Wunsch auf, auch so eine kleine Straße mit persönlich geführten Läden in der Stadt zu haben, doch leider gibt es diese heute viel zu wenig. 

Laurie und ihre Freundinnen, fünf Frauen mit ganz unterschiedlichen Leben und Interessen und doch so viel Gemeinsamkeiten. "Der kleine Teeladen zum Glück" ist der erste Band, der den Leser in die Valerie Lane entführt. Vielleicht erfahren wir in weiteren Geschichten noch ein bisschen mehr über die Freundinnen? 

"Der kleine Teeladen zum Glück" - eine ganz bezaubernde Geschichte, die man einfach lieben muss!

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

weihnachten, familie, weihnachtsmarkt, schwestern, liebe

Das Leben ist kein Punschkonzert

Heike Wanner
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.10.2017
ISBN 9783548289687
Genre: Romane

Rezension:

Adventszeit, Weihnachtsmarktzeit und drei ganz unterschiedliche Schwestern. Carolin, die Karrierefrau, aber alleine. Melanie, die dreifache Mutter, die sich ihr altes Leben zurückwünscht und das Nesthäkchen Julia, die noch nicht so recht weiß, wo das Leben sie hinführen soll und den Kartoffelpufferstand der Familie weiter betreibt. Dann rutscht Julchen auf dem Eis aus und bricht sich die Hand. Ausgerechnet jetzt, wo doch der Weihnachtsmarkt ihre Haupteinnahmequelle ist! Doch die Schwestern, so unterschiedlich sie auch sein mögen, sie halten zusammen und gemeinsam versuchen sie, das Geschäft zu retten, was nicht so einfach ist, da jede der Frauen so ihre eigenen Probleme hat. 

Das Nesthäkchen Julia, liebevoll Julchen genannt, wird wohl jeder Leser gleich in sein Herz schließen. Man muss sie einfach lieb haben, oft zurückhaltend, schüchtern, weil sie sich nicht traut zu sprechen, da sie doch, wenn sie aufgeregt ist, immer wieder anfängt zu stottern. Julchen, die immer für andere da ist, sich aber leider nicht so um das Geschäftliche zu kümmern scheint und dann ist da plötzlich dieser Taxifahrer Torga, den sie unheimlich nett findet.

Doch auch bei Caro und Melly ist nicht alles Gold, was glänzt. Caro hat Karriere gemacht, doch insgeheim wünscht sie sich doch eine Schulter zum Anlehnen und da begegnet ihr der Karussellbetreiber Jan, der interessanterweise so viel über Finanzdinge weiß. Und dann ist da Melly, die Dreifachmutter, die ihre Kinder über alles liebt, aber sich irgendwie doch ihr altes Leben zurückwünscht, weil sie auch mal wieder sie selbst sein möchte. 

"Das Leben ist kein Punschkonzert" - eine wunderschöne Geschichte zur Weihnachtszeit über drei ganz unterschiedliche Schwestern, die sich streiten, die sich zanken und die zusammen halten, wenn es darauf ankommt. Eine Geschichte aus dem Leben. 

Sollte ich jemals Wiesbaden zur Weihnachtszeit besuchen, werde ich wahrscheinlich auf dem Weihnachtsmarkt das alte Holzkarussell suchen und beim Geruch von Kartoffelpuffern an Julchens Stand denken! Heike Wanner zeichnet ihre Protagonisten so hervorragend, dass sie mir vorkommen, als würde ich sie schon Ewigkeiten kennen. Ich sehe die ganze Weihnachtsmarkt-Szenerie vor mir, kann die Düfte wahrnehmen und wünsche mir, ich wäre dabei. 

"Das Leben ist kein Punschkonzert" - eine liebevolle, warmherzige Geschichte, zu der ich ein Stückchen meines Punschkuchens empfehle! Das Rezept befindet sich hinten im Buch!

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177 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 94 Rezensionen

glasengel, weihnachten, winter, reise, queen victoria

Winterengel

Corina Bomann
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 13.10.2017
ISBN 9783471351611
Genre: Romane

Rezension:

Ende des 19. Jahrhunderts. Aus Annas Traum, irgendwann einmal die Glasbläserei des Vaters zu übernehmen, ist nichts geworden. Der Vater ist gestorben, die Mutter schwer krank. Die Glasbläserei musste versteigert werden. So arbeitet Anna bei einem Glasbläser im Nachbarort. Um das dürftige Einkommen etwas aufzubessern, fertigt sie kleine Engel aus Glas an, die sie jede Woche auf dem Markt verkauft. Eines Tages erscheint ein englischer Gesandter und lädt sie an den Hof von Queen Victoria ein. Die Queen, die deutsche Traditionen liebt, möchte ihren Weihnachtsbaum mit Annas Engeln schmücken. Die junge Frau macht sich mit dem Gesandten auf den weiten Weg nach England, doch unterwegs werden ihr die Engel gestohlen! Wird den beiden es gelingen, den Dieb samt der Engel zu finden?

"Winterengel" - eine wunderschöne Weihnachts- und Wintergeschichte  mit ganz viel Wärme! Eine schöne, leise Geschichte mit einer gelungenen Prise Weihnachtszauber. Voller Wärme erzählt Corina Bomann die bezaubernde Geschichte um die junge Glasbläserin Anna Härtel, die von der großen, weiten Welt träumt und auf einmal vor dem Abenteuer ihres Lebens steht. Anna und ihre Winterengel, diese wunderschönen kleinen Engel, die ihr Leben komplett verändern werden.

"Winterengel" - ein Weihnachtsroman vom Allerfeinsten!

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46 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

liebe, kochen, atlantik verlag, meisterkoch, orient

Der Meisterkoch

Saygin Ersin , Johannes Neuner
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 05.10.2017
ISBN 9783455001488
Genre: Romane

Rezension:

Saygin Ersin entführt den Leser nach Istanbul Anfang des 17. Jahrhunderts. Von Anfang an liest sich der Roman wie ein Märchen aus 1001 Nacht.

Der Sultan lässt alle männlichen Verwandten ermorden. Nur einer überlebt, ein kleiner Junge, ein Prinz mit einer außergewöhnlichen Gabe. Der Küchenchef versteckt und rettet ihn. Der Junge ist ein sogenannter Geschmacksbeherrscher, wie es sie nur äußerst selten gibt. Er wird zum Küchenmeister ausgebildet und verliebt sich in Kamer, doch diese ist Tänzerin im Harem des Sultans und somit unerreichbar für ihn.

Um seine Gabe zu vervollkommnen, wird der junge Mann auf eine weite Reise geschickt. In Bagdad geht er bei einem Zwillingspaar in die Lehre, lernt dort die Sternen- und Naturheilkunde. Bei der Herrin der Aromen wird ihm die Gewürzkunde zuteil und in Alexandria bei einem alten Bibliothekar bekommt er den letzten Schliff. Schließlich kehrt der Geschmacksbeherrscher zurück in den Topkapi-Palast und tritt eine Stelle als Koch an. Wird er hier seine große Liebe Kamer wiedersehen?

"Der Meisterkoch" - schon der Buchumschlag in Rot und Gold besticht mit seiner Einzigartigkeit. Der Autor versteht es mit seiner poetischen Sprache meisterhaft, die Figuren aus 1001 zum Leben zu erwecken. Es ist ein sehr gefühlvoller, einfach ein großartiger Roman, mitreißend und sehr atmosphärisch.

Als Leser befindet man sich als Beobachter, als stiller Betrachter in der Palastküche und schaut dem Geschmacksbeherrscher bei seiner Arbeit zu. Man hört das Klappern von Geschirr, man riecht den Duft der orientalischen Gewürze. 

"Der Meisterkoch" - ein Genussbuch, das man so schnell nicht vergessen wird. Ein Meisterwerk für uns Leser!

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

familie, vater, spanien, hund, portugal

Die Eroberung des Himmels

Beate Rygiert
Flexibler Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 10.11.2010
ISBN 9783426501191
Genre: Romane

Rezension:

Caroline hat sich gerade selbständig gemacht. Sie hat eine Gärtnerei speziell für Farne eröffnet, doch ihr erster großer Auftrag endet in einem Desaster. Alle zur Verfügung gestellten Farne sind vertrocknet. Sie ist wütend und sie legt sich mit dem Werbefachmann Gregor an. Dann zerstört ein Unwetter ihr neues Gewächshaus. Dabei steht sie schon so vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens. Nach 26 Jahren schreibt ihre Mutter eine Postkarte, die Mutter, die sie für tot geglaubt hat und deren vermeintliches Grab sie regelmäßig besucht. Ihr Vater ein Lügner. Caroline will unbedingt ihre Mutter finden und kennenlernen. So tritt sie ihre Reise ins Unbekannte an. 

Auch Gregor erhält Post. Sein verstorbener Patenonkel vermacht ihm seine Urne mit der Bitte, die Asche an drei ihm wichtigen Orten dem Meer zu übergeben. Gregor zögert, doch dann schmeißt er alles hin und macht sich auf den Weg. 

Caroline und Gregor, zwei Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und doch kreuzen sich ihre Wege immer wieder. Zwei Menschen, unabhängig, selbständig und eigentlich mit sich selbst zufrieden auf dem jeweiligen Weg zu sich selbst. Vielleicht ist es ja ein Weg in die Zweisamkeit?

Wer schon einmal einen Roman von Beate Rygiert gelesen hat, der weiß, dass ihm auch hier eine ganz besondere Geschichte erzählt wird. Die Autorin weiß einfach, wie man den Leser packt. Sie schreibt mit einer gewissen Leichtigkeit und doch ganz außergewöhnlich. Die hervorragende Charakterzeichnung von Caroline und Gregor machen es möglich, sich die Personen genauestens vorzustellen. Man spürt ihre innere Zerrissenheit, aber auch die Sehnsucht nach Beständigkeit und Liebe.

"Die Eroberung des Himmels" - ein Lesevergnügen der Extraklasse!

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

weihnachten, komponist, hohlfeld, berlin, wünsche

Bevor die Stadt erwacht

Kerstin Hohlfeld
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.10.2017
ISBN 9783548288536
Genre: Romane

Rezension:

Amelie Rothemund, alleinerziehende Mutter des kleinen Elias, hat es nicht leicht. Um nicht von Ämtern abhängig zu sein, hat sie zwei Jobs angenommen. Sie arbeitet nachts, damit sie tagsüber für ihren Sohn genügend Zeit haben kann. Elias größter Wunsch ist es, dass seine Mama nicht immer so müde ist und so kommt es, dass er einen Brief an den Weihnachtsmann schreibt. Der Brief landet allerdings nicht beim Weihnachtsmann, sondern durch ein Missgeschick bei dem granteligen Komponisten Ephraim Sasse. Dieser hat mit Weihnachten so gar nichts am Hut und doch muss er sich sputen, damit seine Weihnachtsphantasie fertig wird und aufgeführt werden kann. Ihm will in diesem Jahr aber so gar nichts einfallen. Der laute Weihnachtsmarkt direkt vor seiner Villa ist ihm da auch keine Hilfe. Und dann fällt auch noch seine Haushaltshilfe Marga aus. Sie hat sich ein Bein gebrochen und schickt ihre Freundin Agnes als Ersatz und die wirbelt das Leben des immer grummeligen Komponisten ganz schön durcheinander, doch auch für Amelie hält das Leben noch einiges bereit. 

"Bis die Stadt erwacht" - eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte voller Hoffnung, Weisheit und Zauber. Ein bisschen erinnert mich der Roman an "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens mit dem Geizkragen Ebenezer Scrooge, nur, dass diese Geschichte hier im modernen Berlin spielt. 

Amelie und den kleinen Elias muss man einfach sofort mögen. Sie dekoriert die Schaufenster in einer Filiale des Feinkosthändlers Walthers und ist bei Kunden und Mitarbeitern sehr beliebt, doch Amelie hat ein Geheimnis, mit dem sie plötzlich konfrontiert wird, das sie aber auch als Chance sieht. 

Ephraim Sasse macht einen eher missgelaunten Eindruck, doch wenn man ihn näher kennengelernt, kommt ein ganz anderer Mensch zu Tage, woran die muntere und stets gut gelaunte Agnes schon für sorgen wird. Und auf einmal fragt sich der Komponist, der sich immer selbst genug war, was eigentlich die Menschen machen, bevor die Stadt erwacht...

Wer Weihnachtsromane so sehr liebt wie ich, der MUSS diese Geschichte einfach lesen. Eine Geschichte, die den Leser verzaubert und vielleicht auch mal nachdenken lässt über die Menschen, die mitten in der Nacht die Straßen säubern oder die Zeitungen austragen. Ein liebevolles und warmherziges Buch, das ich gerne weiterempfehle.

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56 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

venedig, paris, nicolas barreau, liebe, liebesgeschichten

Das Café der kleinen Wunder

Nicolas Barreau , Sophie Scherrer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2017
ISBN 9783492310536
Genre: Romane

Rezension:

Eleonore, die sich lieber Nelly nennt, ist unglücklich verliebt in ihren Philosophie-Professor Beauchamps. Sie ist seine Assistentin und Lieblingsstudentin, doch von ihren Gefühlen hat er keine Ahnung. Als er sich ganz plötzlich verlobt, zieht sich Nelly trauernd zurück in ihr Pariser Appartement. Die junge Frau liebt alte Bücher, Schallplatten von Frank Sinatra und die Langsamkeit. Als sie in einem Buch ihrer Großmutter den Satz AMOR VINCIT OMNIA (Die Liebe besiegt alles) entdeckt, werden Nellys Lebensgeister plötzlich geweckt. Derselbe Spruch ist in einen Ring eingraviert, den ihr ihre Oma einst zum Geburtstag geschenkt hat. Nelly kauft sich eine sündhaft teure rote Handtasche, mit der sie schon lang geliebäugelt hat, die sie sich aber nie zu leisten gewagt hätte, löst ein Ticket für die Bahn und fährt nach Venedig, wo sie für 4 Wochen eine Wohnung gemietet hat. Hier versucht sie, das Geheimnis der Inschriften zu lösen, entdeckt dabei ein wunderbares kleines Café und lernt die große Liebe kennen.

"Das Café der kleinen Wunder" - eine gefühlvolle, großartige Geschichte mit ganz viel Liebe! Eine eher leise Geschichte, wie ich sie liebe, aber auch eine wunderbare Reise, die in Paris beginnt und im winterlichen Venedig endet. So wunderschön und verführerisch geschrieben, dass man am liebsten direkt nach Venedig reisen möchte, in ein Venedig, dass die Touristen im Januar noch nicht überrannt haben, eine Stadt, in der man immer noch stille Ecke und kleine Cafés entdecken kann. 

"Das Café der kleinen Wunder" - ist eines dieser Glücklich-mach-Bücher aus der Kategorie Lieblingsbuch!

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