Morningstar7s Bibliothek

1 Buch, 1 Rezension

Zu Morningstar7s Profil
Filtern nach
1 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kinderglaube, gemeindeleben, glaube, gott, gottesbild

Ihr ständiger Begleiter

Claudia Schreiber
Flexibler Einband: 221 Seiten
Erschienen bei Piper, 20.06.2008
ISBN 9783492252058
Genre: Romane

Rezension:


Irgendwie erinnert mich die Vorgehensweise an Dan Brown. Man muss das Ganze nur Roman nennen, dann hat man die Freiheit zu verdrehen oder bis ins Extremste zu übertreiben. Das "Gute" daran: Keiner kann etwas klarstellen oder gar jemand wegen Verleumdung zur Rechenschaft ziehen. "Ich habe nichts gesagt..." so beginnen viele Gerüchte, so ähnlich beginnt auch dieses Buch. Das Tragische daran ist: Die Phantasie der Leser beginnt zu blühen. Jeder denkt sich selbst etwas zusammen, was denn davon wirklich geschehen sein könnte. Und manche nehmen womöglich alles als bare Münze. Zwischen Wahrheit und Erfindung kann so niemand mehr unterscheiden. So sieht für mich keine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema aus. Leider gibt es in unserer Zeit genug Beispiele, wo extreme Darstellungen Hass auf ganze Menschengruppen schüren.

Ja, ich glaube auch, dass es Menschen gibt, die Religion missbrauchen. Menschen neigen dazu alles zu missbrauchen. Manche missbrauchen Alkohol, andere sogar Essen. Höre ich deswegen auf zu Essen und verbreite Hass gegen alle, die es tun? Oder habe ich jetzt fanatische Angst vor Menschen, die Alkohol trinken, weil es Alkoholiker gibt? Für mich besteht die Lösung darin, zu lernen, mit den Dingen richtig umzugehen. Wie etwas nicht funktioniert wissen wir alle. Aber die postitven Antworten habe ich in dem Buch vermisst. Tut mir Leid, aber mir vorzustellen, wie man Gott an seinem Blasenmeridian massiert, wie in diesem Buch beschrieben, war für mich nicht die Lösung. 

Stattdessen würde ich eher folgendes empfehlen: Wenn sie panische Angst, vor einer Bevölkerungsgruppe haben, über die sie schlimme Gerüchte gehört haben, machen sie sich doch einfach mal ganz unabhängig selbst ein Bild. Daran reift man ungemein. Ich selbst bin kein Baptist und zur Zeit auch kein Mitglied irgendeiner Kirche. Als Jugendliche habe ich aber das Jugendcafé der Baptistengemeinde in meiner Stadt besucht, weil ich die lockere und ungezwungene Athmosphäre dort so mochte. Über Bekannte habe ich in dieser Zeit dann auch Baptistengemeinden in anderen Städten kennengelernt. Und ob Sie's glauben oder nicht: Mich hat in dieser Zeit niemand gezwungen Blumenkohl zu essen, ich habe nicht ein einziges Mal erlebt, dass irgendjemand Druck gemacht hätte, ich müsse Gemeindeveranstaltungen besuchen, es ging kein schäppernder Silberteller rum, ich traf dort keine "Hornissen", habe nicht ein einziges Mal erlebt, dass irgendjemand öffentlich irgendeine Sünde bekannt hätte und jeder wurde freundlich begrüßt, egal, was er anhatte (Da gibt es in ja jeder Disco mehr Kleiderzwang). Überhaupt habe ich dort keinen Zwang in irgendeine Richtung erlebt. Das Gottesbild aber, das ich von damals mitgenommen habe, ist ein Gottesbild von einem liebenden, offenherzigen, barmherzigen Gott, den ich als Begleiter in meinem Leben seitdem nicht mehr missen will und wenn Er sich bei mir verabschieden würde wäre ich unendlich traurig, denn Er ist mein bester Freund.
Ich habe allerdings den Verdacht, dass manche Menschen Dinge sehr unterschiedlich wahrnehmen können, je nachdem in welcher Familie sie groß geworden sind. Ich kenne z. B. einen Mann, der mit sehr viel Druck und Zwang groß wurde, weil sein Großvater Alkoholiker war. Wenn man ihm nur ganz lieb einen Rat geben will, empfindet er es so, als habe man ihn zusammengschlagen. Wenn manchmal Menschen schlimmes erlebt haben und sie dann Christen werden, kann es passieren dass sie ihren Kindern den Glauben schräg vermitteln, weil sie ihn ja selbst manchmal erst noch aus der falschen Brille sehen. Dann kann das so wirken, als sei die Bibel schuld, was sie meiner Ansicht nach aber nicht ist. Jesus von Nazareth sagte: "Wer mich sieht, sieht den Vater" und Er war für mich der größte Kämpfer gegen religiösen Fanatismus, den die Welt je gesehen hat.

Wenn die Autorin irgendwo, vielleicht auch mit Christen, negative Sachen erlebt hat, dann tut mir das ehrlich Leid für sie und ich möchte sie nicht verurteilen. Ich persönlich habe aber erlebt, dass niemand mir so helfen konnte, negative Dinge im Leben zu vergeben und positiv zu überwinden, wie Gott. Manche Dinge im Leben sind fies, so dass man öfter vergeben muss, bis man es los ist. Ich für mich persönlich habe den Verdacht, dass es der Autorin besser gelungen wäre, die Dinge realistisch und positiv aufzuarbeiten und loszulassen, wenn Gott nicht gegangen wäre. Allerdings glaube ich ihr, dass Gott sich aus Liebe zu ihr verabschiedet hat, weil Er sich, so wie ich ihn kennen gelernt habe, niemandem aufzwingt.

Ich wünsche der Autorin alles Gute und dass sie inneren Frieden, Liebe und Vergebung erleben darf

  (0)
Tags:  
 
1 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks