Morpheus

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Traue niemals einem Vampir

Diana Scott
Flexibler Einband: 295 Seiten
Erschienen bei AAVAA Verlag, 10.12.2010
ISBN 9783862542857
Genre: Fantasy

Rezension:

Nun ja, womit fange ich an?
Ich kann die Begeisterung der beiden schon hier stehenden Rezensentinnen definitiv nicht teilen.
Wie bereits schon geschrieben, im Buch geht es um Kimberly und Angela, welche ein altes Haus an zwei Brüder verkaufen wollen - Nicolas und Vasco.
Die Autorin steigt relativ rasch in die Handlung ein, was ich nicht schlecht finde. Was mich jedoch gestört hat, war von Anfang an der Schreibstil. Es ist nicht so schlimm, dass man das Buch am liebsten weglegen möchte, aber die Einfachheit der Sätze fand ich auf Dauer enervierend. Rein von der Komplexität des Schreibstils her hätte auch ein Grundschüler dieses Buch lesen können.
Aber auch nur rein vom Schreibstil her, denn was den Inhalt betrifft, ist sicherlich das genaue Gegenteil der Fall. Erotikszenen (angedeutet oder explizit) machen einen relativ großen Part des Buches aus. Das stört mich nicht; zu einem guten Vampirroman gehört meiner Meinung nach Erotik. Die Szenen waren, bis auf eine Ausnahme, auch gut geschrieben; nicht anstößig sondern prickelnd.
Die eben erwähnte Ausnahme war es jedoch, die in mir das Bedürfnis geweckt hat, das Buch gegen die nächste Wand zu pfeffern (ja, tut mir leid, war aber so).
Ich will nicht zu viel über den Inhalt an sich verraten, aber für irgendein Ritual-Dings (Kimberly ist nämlich eine Art "Auserwählte" für Nicolas, da dieser selbstverständlich Anführer der Vampire ist) musste der Geschlechtsakt zwischen Nicolas und Kimberly vollzogen werden. Und wie das geschrieben war... Man kann es, aus meiner Sicht heraus, schon als eine Vergewaltigung bezeichnen. Fakt ist, dass Kimberly Nicolas wohl anziehend fand und alles, aber sie wollte keinen Sex mit ihm haben, zumindest nicht so. Er hat ihr weh getan, er hat sich nur für sich interessiert, und Vampirnatur hin oder her, so, wie die Szene geschrieben war (sowieso sehr heikel sowas, aus der Sicht eines Ich-Erzählers), fand ich die Szene zum Kotzen. Ja, nochmals tschuldigung.
An sich hätte ich auch darüber hinwegsehen können - wenn die Autorin denn alles schön reflektiert hätte.
Aber dem war nicht so. Die "Folgen" dieses Akts waren gar nicht bis absolut unrealistisch dargestellt. Einige Zeilen lang war Kimberly am Boden zerstört, aber dann hat sie - selbstverständlich - der Kampfgeist gepackt und sie hat sich nichts mehr anmerken lassen. Wenig später war sie einem anderen Vampir total verfallen und wäre wohl irgendwie am liebsten sofort mit dem ins Bett gehüpft, irgendwann danach fühlte sie sich natürlich doch sehr hingezogen zu Nicolas,...
Es ist mir egal, was für Superfähigkeiten Vampire haben, wie viele Prophezeiungen existieren und wie oft die irgendwie aneinander gebunden sind - wenn jemand in irgendeiner Art und Weise sexuelle Gewalt erlebt, dann kann er nicht einfach darüber hinwegsehen, und dann hat er keine Lust, mit dem nächst besten zu schlafen. Das funktioniert so einfach nicht, selbst wenn es Nicolas danach noch so leid tut, selbst wenn das alles irgendwie geklärt wird, selbst wenn es nicht zu 100% eine Vergewaltigung im klassischen Sinne war - und selbst wenn sie es irgendwo doch "genossen" hat. Sie wollte es so nicht, und das hat Folgen. Sollte es zumindest haben.
Gut, um nicht die ganze Zeit auf diesem einen Punkt rumzureiten... Die Handlung ist keine neue, die Ansätze fand ich aber echt in Ordnung und unterhaltsam. An sich ein schönes Buch für einen verregneten Sonntagnachmittag.
Jedoch blieben für mich die Nebenfiguren wie Angela und Vasco ein wenig blass, und die Handlung wirkte oftmals "gestellt" und überstürzt - natürlich kommen Angela und Vasco auch zusammen, natürlich wird Kimberly schwanger (von dem Mann, der so Sex mit ihr hatte, wie sie es nicht wollte, ich glaube, ich erwähnte es schon), und natürlich verliert sie das Kind... Auch darauf wird meiner Meinung nach nicht genügend eingegangen.
Zudem fehlten mir ein wenig die Hintergrundinformationen für die Vampire/Vampirnatur/Vampirgeschichte.
Alles in allem ein Buch mit guten Ansätzen, welche jedoch durch den zu wenig sensiblen Umgang mit sehr sensiblen Themen und zu viel Handlung auf zu wenig Seiten, womit Themen nur gestreift werden, bei mir nicht punkten konnte.

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