Leserpreis 2018

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Schloss aus Glas (Filmausgabe)

Jeannette Walls , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diana, 21.08.2017
ISBN 9783453359680
Genre: Romane

Rezension:

Bereits vor dem Lesen hatte ich mich auf eine traurige Geschichte und gewiss keine leichte Kost vorbereitet, was mich aber dann erwartet hat, hätte ich nicht gedacht.
Jeannette Walls hat mit Schloss aus Glas ihre Kindheit, ihre Familie und eine ganz eigene Lebensform in Worte gefasst, die ich ohne dieses Werk niemals begriffen hätte.
Abgeschottet von gesellschaftlichen Regeln führen ihre Eltern ein Leben, das teilweise einem wilden Abenteuer gleicht, jedoch alles andere als sicher für sie und ihre Geschwister ist.

Es gab so viele Szenen, die mich einfach erschüttert haben, ein Gewicht, das sich auf die Brust legt und einen nicht mehr richtig atmen lässt. Von Kindesgefährdung bis hin zu absoluter Vernachlässigung.
Den berüchtigten Rex wollte ich einfach nur noch schütteln, von der Mutter fange ich lieber gar nicht erst an. Doch dann kamen auch wieder Situationen, die so unglaublich gefühlvoll und voller Liebe waren, dass man jegliche Schrecken kurzzeitig vergessen konnte. Denn wer geht mit seinen Kindern schon auf Dämonenjagd, um die gruseligen Gestalten unter dem Bett zu verjagen? Schenkt ihnen die Sterne und Planeten vom Himmel, um nie in Vergessenheit zu geraten? Oder möchte ihnen gar ein Schloss aus Glas, den ganz eigenen Palast bauen?

Man hätte meinen können, dass sie sich vor lauter Erleichterung darüber, sich nicht gegenseitig umgebracht zu haben, wieder frisch ineinander verliebt haben.

Doch leider überwiegen die negativen Momente und Aspekte des Lebens der Familie Walls. Jeannette und ihre Geschwister müssen viel zu früh Verantwortung für sich selbst übernehmen, leben unter furchtbaren Umständen und scheinen nie irgendwo anzukommen.
Von einer Bruchbude in die nächste, ohne Essen, laufendes Wasser und einer Nachbarschaft, bzw. Mitbewohnern, bei denen jegliche Alarmglocken losgehen – erschaudern ist gar kein Ausdruck.
Doch was passiert, wenn die Eltern ihr eigenes Wohl über das ihrer Kinder stellen? Wenn sie ihre Kinder „fordern“, um ihnen mehr Möglichkeiten im Leben zu bieten? Ab wann ist das alles nur eine reine Ansichtssache, eine Entscheidung der Erziehung und ab wann überschreitet es Grenzen?

Wie diesen vier kleinen Knirpsen das Überleben gelungen ist, stellt sich für mich schon als ein Wunder heraus. Wieviel im Kopf eines kleinen Menschen vor sich gehen kann, was für Entwicklungen durchgemacht werden und zu welchen Erkenntnissen sie kommen ist einfach erstaunlich.
Die mit Abstand interessanteste und bewegendste Biografie, die ich je gelesen habe. Die Autorin hat es geschafft, dass ich das Gefühl hatte, meinen eigenen Empfindungen nicht mehr zu trauen.

FAZIT

Schloss aus Glas bietet eine Geschichte, wie ich sie niemals erwartet hätte. Ein Leben, das wild und ungezähmt ist, mich fasziniert und gleichzeitig erschüttert hat. An manchen Stellen wusste ich nicht recht, ob ich lachen oder weinen sollte. Weiterlesen, um zu erfahren, was aus Jeannette geworden ist, oder das Buch zuschlagen, aus Angst, dass es mir nicht gefallen könnte.
Ein erstaunliches Lebenswerk, das ich jedem nur empfehlen kann.
Eine Geschichte, die einem die Augen öffnet und eine Weitsicht bietet, die einem sonst wohl verwehrt bleibt.

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Die Kinder

Wulf Dorn
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 04.09.2017
ISBN 9783453270947
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auch, wenn ich mir Klappentext meistens nicht allzu genau durchlese, bzw. sie schnell wieder vergesse, so ist mir hier doch im Kopf geblieben, dass mich die Geschichte wage an den Film das Dorf der Verdammten erinnert hat, ein vielleicht etwas trashiger Film von 1995.
Und kaum beginne ich mit den ersten Seiten, merke ich schon, dass ich mit meiner Vermutung vielleicht gar nicht allzu falsch lag. Wulf Dorn schafft es hier eine fantastische Atmosphäre aufzubauen, die einem eine Gänsehaut beschert und bei der man nicht weiß, ob man das Buch einfach verschlingen möchte oder doch lieber zur Seite packen sollte. Ich hatte bereits die Erfahrung gemacht, dass man sich in seinen Geschichten leicht verlieren kann und so an der Nase herumgeführt wird – und trotz des Wissens bin ich schon wieder total in der Geschichte versunken.

Auch wenn natürlich viele Aspekte hier reine Fiktion sind, so gibt es doch auch Zwischensequenzen in diesem Buch, die sich auf einen wahren Hintergrund beruhen.
Und gerade dieser Wechsel, zwischen der aktuellen Story und Einblenden, die sich über die ganze Welt erstrecken hat nicht nur für eine Abwechslung in der Handlung, sondern vor allem für Spannung und Unbehagen gesorgt.
Somit hatte man zwar mehrere Perspektiven, für mich am intensivsten war aber die von Laura Schrader, die von ihren Erlebnissen berichtet. Die männlichen Charaktere hingegen konnte ich schon vom Namen her schwer auseinanderhalten.

Die ganze Idee wirkt im Nachhinein vielleicht ein wenig skurril, doch beim Lesen hat der Autor es geschafft, dass ich alles für möglich gehalten hätte. Ich habe mich gefühlt, als wenn ich überall Mäuschen gespielt und alles miterlebt hätte. So baut sich das Grauen immer mehr auf, und auch, wenn man immer im Hinterkopf behält, dass dies eigentlich unmöglich ist, hat sich selten etwas so realistisch und wahr angefühlt.
Für alle, die jetzt vielleicht überlegen, ob es ihnen doch zu krass sein könnte – es ist keine Horrorgeschichte, sondern einfach die Psyche, die mit einem durchgeht und das Gefühl verleiht, dass hinter jeder Ecke eine Gefahr lauern könnte.

Dazu werden hier viele Aspekte angesprochen, die zum Nachdenken anregen und das Geschehen zwar schrecklich, aber irgendwie nachvollziehbar darstellen. Durch den Spannungsbogen und die wechselnden Perspektiven lässt sich das Buch unglaublich schnell lesen, perfekt für zwischendurch!

FAZIT

Wulf Dorn hat es wieder einmal geschafft, mich absolut um den Finger zu wickeln und das Grauen in meinem Kopf Wirklichkeit werden zu lassen. Man nimmt sofort die angespannte Atmosphäre auf und traut sich nicht mehr das Buch aus der Hand zu legen aus Angst, das entscheidende Etwas zu verpassen.
Wer Die Nacht gehört den Wölfen gemocht hat, wird auf jeden Fall auch an dieser Geschichte gefallen finden!
Ein spannendes und beunruhigendes Leseabenteuer, bei dem man beim Thema Kinder nicht allzu zart besaitet sein sollte.

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214 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

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Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente

Peter Bognanni , Anja Hansen-Schmidt
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 29.01.2018
ISBN 9783446258631
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bereits bevor ich selbst zum Buch greifen konnte sind mir schon einige Rezensionen und Leserstimmen aufgefallen. Ich versuche mich davon natürlich nicht beeinflussen zu lassen, doch interessieren tut es mich auf jeden Fall. Gerade, wenn wir hier, die Meinungen so stark auseinandergehen, was bei schwierigen Themen ja aber häufig der Fall ist, da Empfindungen einfach unterschiedlich sind.

An dieser Stelle muss ich allerdings gleich vorweg nehmen, dass ich eher zu der enttäuschten Fraktion zähle. Schon die ersten Seiten konnten mich nicht ansprechen, was sich leider im Laufe der Geschichte auch nicht mehr groß geändert hat. Tess ist durchaus ein starker und sehr eigensinniger Charakter, dennoch konnte ich keine Beziehung zu ihr aufbauen. Immer, wenn ich gerade das Gefühl hatte, mit ihr mitfühlen zu können, hat sie doch wieder Entscheidungen getroffen, die für mich nicht ganz nachvollziehen konnte oder mir zumindest die Nähe dazu gefehlt hat. Bei den anderen Charakteren lief das nicht anders, einige schienen für mich auch ganz willkürlich in der Geschichte platziert worden zu sein. Da dachte ich, dass diese eine entscheidende Wirkung auf die Story haben und dann….halt doch nicht.

Erstens: Ich konnte über die Gründe nachdenken, warum ausgerechnet mir so etwas passiert war.
Oder zweitens: Ich konnte so tun als wäre nichts.
Den ersten Hochrechnungen zufolge würde Möglichkeit zwei einen erdrutschartigen Sieg einfahren.

Wie schon erwähnt, hat natürlich jeder sein ganz individuelles Empfinden und viele andere werden begeistert sein von der Geschichte – ich habe einige begeisterte Rezensionen gefunden und diese unten auch verlinkt.
Dennoch, so schwer es mir auch fällt, muss ich gestehen, dass ich das Gefühl hatte, dass der Autor über etwas schreibt, von dem er keine Ahnung hat. Das soll sich keinesfalls anmaßend anhören, das war einfach nur mein Eindruck beim Lesen. Ich hatte einfach keinen roten Faden, die Zusammenhänge haben sich für mich nicht ergeben und ich habe mir von so vielen Situationen so viel mehr erhofft, was dann aber doch ausgeblieben ist.

Es gab durchaus Szenen, die unterhaltsam oder auch sehr mitfühlend waren, aber für mich persönlich einfach zu kurz, und schon war der Moment wieder vorbei. Es wurden so viele Dinge angedeutet, von denen ich eine Menge erwartet hatte und dann wurden sie wieder fallengelassen oder sind einfach im Sande verlaufen.
An sich bietet die Story viel Potenzial, und meine kleine Enttäuschung verbuche ich auf jeden Fall unter „Geschmackssache“. Der Schreibstil ist unglaublich angenehm und passt zur Geschichte und die Ideen sind skurril und abwechslungsreich, nur haben sie mich leider nicht erreichen können.

FAZIT

Für mich persönlich muss ich Ein Haufen unvollkommener Momente leider unter little mistake verbuchen, was mich selbst ein wenig traurig macht. Dennoch empfehle ich jeden, der von der Geschichte angesprochen ist, sich selbst ein Bild davon zu machen, da die Meinungen stark auseinandergehen und jeder anders empfindet.
Die Story bietet viel Abwechslung, Unterhaltung und regt zum Nachdenken an, nur hat sich mehr selbst leider kein Zusammenhang, kein roter Faden verdeutlicht, wodurch mir die Geschichte eventuell leichter gefallen wäre.

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194 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

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Fanatisch

Patricia Schröder
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 05.02.2018
ISBN 9783649624547
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eigentlich ist der Einstieg in die Geschichte vom Inhalt genau richtig gewählt, man bekommt schon einen kurzen Auszug, von dem, was einen noch erwartet und dennoch begleicht man Nara durch ihren Alltag davor. Allerdings konnte ich mich hier schon weniger drauf einlassen, da mich der „Jugendslang“ der Protagonistin und ihrer Freundin ein wenig beim Lesen gestört hat. Es ist sicherlich nicht verkehrt, mit der Zeit zu gehen und die Sprache authentisch wirken zu lassen, mir war es in diesem Fall aber einfach zu viel und selbst Naras Gedankengänge haben sich in diesem Stil lesen lassen.
Das ist sicherlich Geschmackssache, ich habe an dieser Stelle aber herausgefunden, dass es eben nicht meins ist.

Dann bin ich gerade in die Geschichte reingekommen und wirklich interessiert, wie sich die weitere Handlung entwickeln wird, dann kommen immer mal wieder kleine Bemerkungen vor, die mich stutzen lassen. Nara ist Muslime und soll gerade dadurch hier im Kontrast stehen. Eigentlich lebt sie ihre Religion aber gar nicht aus und kann sich somit wunderbar von den terroristischen Vorurteilen distanzieren. Genau, erst einmal schlucken. Ich halte keinerlei von Rassismus, Verallgemeinerungen & Co.. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dies hier auch überhaupt nicht so gemeint war, allerdings hat es sich für mich doch schon ein wenig kritisch gelesen, an dieser Stelle hätte ich mir doch ein wenig mehr Aufklärung gewünscht. Es wird zwar mit eingebracht, dass das Christentum natürlich auch nicht nur seine Glanzseiten hat aber mpfh….vielleicht habe ich mich da auch einfach nur zu sehr drauf verbissen.
Naras Familie wird zwar unglaublich herzlich rübergebracht, engagiert sich in der Flüchtlingshilfe und Fremdenhass wird entgegengewirkt – aber wieso konnten all diese Aspekte nicht mehr beleuchtet und aufgeklärt werden?

„Mag sein, dass du denkst, es sei kindisch. Aber das Gegenteil ist der Fall. Weinen hilft der Seele, ihre Wunden zu heilen. Also lass die Tränen einfach laufen , und quäle dich nicht mit Fragen, auf die du vielleicht nie eine Antwort bekommen wirst.

Von der Spannung her fand ich die Ansätze auf jeden Fall nicht verkehrt, dennoch hätte ich mir einfach mehr gewünscht. Mehr Ausführungen, mehr Erklärungen und vor allem mehr Emotionen. Für solch ein traumatisches Erlebnis konnte ich mich leider nicht gut in die Situation hineinversetzen, rein vom Setting und Schreibstil her. Wobei ich der Autorin auf jeden Fall zugestehen muss, dass ich selbst eine Weile im Dunkeln getappt bin und die Zusammenhänge nicht gleich gefunden habe und fieberhaft miträtseln konnte.
Doch auch, wenn mich das Ende ein wenig überraschen konnte, so hat es sich für mich einfach nicht rund angefühlt. Die Idee hinter dem Ganzen finde ich eigentlich richtig gut, die Handlung sorgt für Spannung, auch wenn in meinen Augen noch Potenzial nach oben war und die Charaktere waren eigentlich abwechslungsreich, nur leider ziemlich oberflächlich gehalten. Inhaltlich wäre es auf jeden Fall auch für ältere Jugendliche zuzuordnen, dafür hat in meinen Augen aber einfach der Tiefgang gefehlt.

Ich habe mich unendlich schwer getan mit dieser Rezension, weil es wirklich eine kleine Herausforderung ist, das Gelesene zu bewerten. Das ich die untenstehende Kategorie ausgewählt habe, soll keinesfalls heißen, dass es sich hierbei um ein schlechtes Buch handeln würde, es hat lediglich einfach nicht meinen Geschmack getroffen. Untenstehend findet ihr aber viele begeisterte Stimmen von anderen Lesern, die euch die Geschichte schmackhaft machen können und von einem anderen Blickwinkel aus berichten.

Uarubama akun kad
ahibbaka kabil an ara alnur.
Vielleicht habe ich dich schon geliebt,
bevor ich das Licht erblickte.

FAZIT

So sehr ich mich auch auf Fanatisch gefreut habe, so war ich auch ein wenig enttäuscht. Die Idee ist eigentlich richtig, richtig gut und auch die Handlung hätte unglaublich viel Spannung, Erschrecken und wache Momente mit sich bringen können – nur leider ist bei mir der Funke nicht übergesprungen.
Wenn euch der Klappentext anspricht, dann greift auf jeden Fall zum Buch und gebt dem ganzen eine Chance, ich bin sicher, dass einige begeistert sein werden.
Für mich persönlich bleibt es aber eine Geschichte, die noch viel Potenzial hat und der ein wenig die Tiefe und Aufklärung fehlt und vor allem der Wow-Moment, der mich innehalten und noch lange zeit über die Geschichte nachdenken lässt.

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1.096 Bibliotheken, 28 Leser, 3 Gruppen, 217 Rezensionen

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Scythe – Die Hüter des Todes

Neal Shusterman , Pauline Kurbasik , Kristian Lutze
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 21.09.2017
ISBN 9783737355063
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Weltenbau

Der Klappentext lässt ja schon erahnen, dass wir uns in einer Zukunftsversion befinden, die die Menschheit mehr oder weniger vorangetrieben hat. Doch all die neuen Aspekte sind einfach so in die Geschichte mit eingeflossen, ohne, dass sie im Mittelpunkt standen aber auch nicht untergegangen sind.
Es ist nicht vollkommen abgedreht, wenn auch noch ein wenig utopisch. Dennoch war ich mehr als nur fasziniert und konnte mich an den ganzen Details gar nicht genug satt lesen.
Menschen sterben in der Regel keinen natürlich Tod mehr, außer er wird von einem Scythe ausgeführt.
Das ganze Leben und die Gesellschaft bekommt eine ganz neue Wendung, was uns auch schon zum nächsten Punkt führt…

Zum Nachdenken

…denn es ist nicht einfach nur so, dass Menschen einfach länger leben. Gerade durch die Tagebucheinträge ehemaliger oder älterer Scythe werden erst wichtige Punkte beleuchtet, auf die ich so schnell gar nicht gekommen wäre. Denn was macht das mit unserer Einstellung zum Leben? Zum Tod?
Religionen? Gibt es quasi nicht mehr. Denn es gibt scheinbar keine höhere Macht über der Menschheit. Doch geht dadurch nicht vielleicht etwas verloren? Und wenn die Menschheit womöglich schon vollkommen ist und die letzte Stufe des Fortschritts erreicht hat, was macht das Leben dann noch lebenswert? Was kann man Neues entdecken?
Hach, ich könnte mich Ewigkeiten in diesen Gedankengängen verlieren und bin einfach überwältigt.

Ein öffentliches Protokoll, dass Zeugnis ablegt, warum wir Menschen die Dinge tun, die wir tun – für jene, die niemals sterben, und jene, die noch geboren werden. Wir sind angehalten, nicht nur unsere Taten, sondern auch unsere Gefühle aufzuschreiben, weil bekannt sein muss, dass wir Gefühle haben. Reue. Trauer, zu groß, um sie zu ertragen. Denn wenn wir diese Gefühle nicht hätten, was für Monster wären wir?

Charaktere

Citra und Rowan entsprechen, zumindest in meinen Augen, so gar nicht den typischen Klischees aus 0815 Jugenbüchern. Auch, wenn sie auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten, so haben sie doch vor allem ihre Menschlichkeit und soziale Ader gemeinsam.
So liest man aus den verschiedenen Perspektiven und ist einfach hin und her gerissen, wen man eher ins Herz schließen und vor allem vertrauen sollte.
Doch auch die Scythe sorgen für ein facettenreiches Auftreten und die Lehrmeister unterscheiden sich nicht nur von ihrem Auftreten, sondern auch in ihrer Lehre selbst. Bei jedem Perspektivwechsel habe ich dem einen kurz hinterhergetrauert, nur um mich dann neu zu verlieren und das Gleiche wieder zu empfinden, als es dann wieder zurückgeswitcht ist.

Einzigartige Atmosphäre

Obwohl wirklich eine Menge passiert und die Welt so unglaublich viel zu bieten hat, geht doch auch eine außergewöhnliche Ruhe von der Geschichte aus, die einen wahrlich einlullen kann – aber im absolut positiven Sinne!
Es war einfach so viel, was sich nach und nach aufgebaut hat und der Autor unauffällig in den Kopf des Lesers gepflanzt hat.

 

Unerwartete Wendungen

Es gab wirklich viele Situationen, die mich sprachlos zurückgelassen und mit denen ich gar nicht gerechnet habe.
Gerade dadurch, dass man, was die Charaktere angeht ein wenig um die Nase geführt wird, kann man niemanden genau einschätzen, hofft zwar das beste, befürchtet aber wiederum das Schlimmste.
So saß ich jedes Mal aufs Neue mit angehaltenem Atem mit dem Buch in der Hand und habe mich einfach nicht getraut weiter zu lesen, aus Angst, dass einfach alles den Bach runtergehen wird.
Und dennoch konnte mich Neal Shusterman immer wieder überraschen und hat für ordentlich Unterhaltung gesorgt.

FAZIT

Obwohl ich Scythe sehnsüchtig erwartet habe, ist es doch erst einmal auf dem SuB gewandert…und würde es nicht auch bedeuten, dass ich dafür jetzt nicht mehr lange auf den zweiten Band warten müsste, könnte ich mich für diese Entscheidung ohrfeigen.
Ich bin überwältigt, begeistert, einfach verliebt. Die Welt und die ganze Idee dahinter ist unbeschreiblich atemberaubend, bietet unsagbar viel und die facettenreichen Charaktere und überraschenden Wendungen sorgen für jede Menge Unterhaltung.
Ich kann das Buch schlichtweg JEDEM nur empfehlen und kann meine Vorfreude auf die Fortsetzung gar nicht in Worte fassen – wahrlich ein Meisterwerk!

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One of Us Is Lying

Karen M. McManus , Anja Galić
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbj, 26.02.2018
ISBN 9783570165126
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich muss gestehen, obwohl ich eigentlich kein Problem mit einer höheren Anzahl von Protagonisten habe, ist mir der Einstieg ein bisschen schwer gefallen. Die Namen waren für mich nicht alle sehr geschlechtertypisch, man ist immer wieder in neuen Situationen aufgewacht, so hat es doch ein wenig gedauert, bis ich mich reinfuchsen konnte.
Vielleicht war das aber auch gar nicht so verkehrt, denn genau dadurch war ich am Anfang selbst völlig überrollt von den Ereignissen, konnte es selbst kaum glauben, als ein Junge gestorben ist und wusste die restlichen Charaktere gar nicht zuzuordnen, geschweige denn, wie ich sie einschätzen kann.

Doch nach jeder weiteren Seite hatte ich das Gefühl ein besseres Gespür für die Situation und die Einschätzungen der vier Jugendlichen zu bekommen.
Auch, wenn Simons Auftritt eher kurz gehalten ist, so spielt seine Persönlichkeit, die nicht unbedingt sehr zu glänzen scheint, eine ziemlich präsente Rolle in der Geschichte.
Die anderen vier könnten unterschiedlicher nicht sein, was das Ganze aber umso unterhaltsamer gestaltet hat und dafür gesorgt hat, dass nie Langeweile aufkommen konnte. Vor allem die Entwicklung der Charaktere, insbesondere, Addy, hat mich absolut überwältigt. Trotz der großen Schritte, die diese jungen Menschen gemacht haben, kam es mir aber keineswegs übertrieben oder unrealistisch vor. Es war authentisch und hart.

So habe ich nach und nach jeden mehr ins Herz geschlossen, gerade dadurch, dass sie nicht fehlerfrei und dafür umso facettenreicher gestaltet waren.
Denn das ist es doch eigentlich, was uns wirklich reizt – zumindest geht es mir so. Natürlich ist es toll auch einfach mal abschalten und sich in einer fiktiven Welt verkrümeln zu können. Doch wenn man auf einmal sieht, dass Fehler menschlich und eben einfach normal sind, dann bringt es mir die ganze Geschichte und vor allem die Protagonisten näher. Ein Hoch auf diese Arbeit!

Verzwickter könnte eine Situation kaum sein und so beginnt ein brisantes Abenteuer, bei dem man nie sicher weiß, wem man trauen kann. Und auch, wenn sich an der einen oder anderen Stelle meine Vermutungen bestätigt haben, so konnten mich die Wendungen im Ganzen doch überraschen.
Klischees werden bei One of us is lying größtenteils raus gehalten und die Autorin zeigt ganz hervorragend, wie man ein einzigartiges und unvergessliches Jugendbuch gestalten kann. Es werden wichtige Themen angesprochen, die einem auf dem Weg zum Erwachsenwerden, aber auch im restlichen Leben noch über den Weg laufen und mit denen man lernen muss umgehen zu können.

Einfühlungsvermögen und Loyalität stehen ganz weit oben und werden wunderbar in die Geschichte mit eingearbeitet. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und sieht vielleicht im ersten Moment nicht, wie es anderen ergehen könnte. Doch, wenn man sich entscheiden muss, sich seinen Ängsten zu stellen, um herauszufinden wer Freund und wer Feind ist, kann einem dieser Schritt eine Weitsicht ermöglichen, die man ansonsten wohl nie erreicht hätte.

FAZIT

In meinen Augen ist der Hype um One of us is lying definitiv gerechtfertigt!
Karen M. McManus zeigt mit ihrem Debütroman wie abwechslungsreich, spannungsgeladen und unterhaltsam ein Jugendbuch sein kann und auch größtenteils ohne bekannte Klischees auskommen kann.
Eine klare Leseempfehlung von mir!

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2.378 Bibliotheken, 95 Leser, 0 Gruppen, 431 Rezensionen

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Save Me

Mona Kasten
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei LYX, 23.02.2018
ISBN 9783736305564
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nachdem ich die ersten beiden Bücher der Again-Reihe von Mona Kasten gelesen und geliebt hatte, war die Freude auf ihr neues Werk Save Me unglaublich groß. Ich liebe den Schreibstil der Autorin und empfinde ihre Werke als Sterne in diesem Genre. Von der Covergestaltung dieses Buches muss ich wohl gar nicht erst anfangen, einfach ein Traum!

Und gleich beim Einstieg habe ich auch hier gemerkt, dass ich nur so durch die Seiten fliegen werde. Allerdings mit einem großen Manko – den Charakteren.
Ruby und James. Mona konnte mich bisher immer mit der Vielfalt und Authentizität ihrer Charaktere überzeugen, hier merkt man relativ schnell, dass man sich in typischen Klischees wiederfindet. Wobei ich gestehen muss, dass ich das nicht einmal all zu schlimm finden würde, wenn sich das nur auf die Struktur, bzw. den Aufbau der Geschichte beziehen würde. Allerdings wurde hier alles ungemein oberflächlich gehalten.
Trotz dessen, dass beide eigentlich einschneidende und klare Charakterzüge haben, werden diese immer wieder aufgehoben. Ein absoluter Badboy, der nichts darauf gibt, wer was von ihm hält? Nur so lange, bis dieses eine unscheinbare Mädchen auftritt, dass natürlich alles verändert.
Ein Mauerblümchen, das unbedingt im Verborgenen bleiben möchte? Nur so lange, bis der heißeste Badboy aller Zeiten auf sie aufmerksam wird.

Dabei gab es auch wieder unzählige andere Charaktere, die genug Stoff für Aufschwung und Abwechslung geboten hätten, aber auch hier wurde nur leicht an der Oberfläche gekratzt und der Rest im Raum stehen gelassen.
Ruby hat eine bezaubernde Familie: Eltern, die sie über alles lieben und eine Schwester, die bereits in ihren jungen Jahren ihren Platz in der Welt gefunden hat und stolz darauf ist. Dennoch scheint Ruby sich immer wieder für die drei zu schämen, hinter dem Deckmantel sie eigentlich nur schützen zu wollen. Das ist leider ein Charakterzug, bei dem sich mir die Nackenhaare kräuseln.
James Umfeld ist wesentlich chaotischer gestaltet, Eltern, die man kaum durchschauen kann, eine Schwester, die so viele Probleme hat, das sie ein eigenes Buch füllen könnte und einen Freundeskreis, der sich selbst nicht wirklich vertraut und dies mit Machogehabe und Gehässigkeiten überspielt.

„Das stimmt nicht“, murmle ich kopfschüttelnd. „Ich bin genau wie meine Freunde. Schlimmer sogar.“
Sie schüttelt kaum merklich den Kopf. „Jetzt gerade bist du es nicht.“

Und wieso kommen Menschen auf die Gedanken, sich einen Mensch zu suchen, den man nur lieben kann, wenn er sich ändert? Sollte man sich seinen Partner nicht gerade deswegen aussuchen, weil er genauso ist, wie er eben ist?
James scheint dies sogar annähernd verstanden zu haben, Ruby hingegen möchte ihn am liebsten einmal komplett umdrehen – oder doch nur sein wahres Ich zum Vorschein bringen?

Und noch ein ganz wichtiges Thema, das auf keinen Fall vergessen werden darf: Traumatische Erlebnisse.
Davon gibt es gleich zu genüge, ohne Anlauf und Verstrickungen in der Geschichte. Sie sprießen auf einmal aus dem Boden, als wäre die Blütezeit angebrochen.
Versteht mich nicht falsch, ein großes Geheimnis, das aufgedeckt werden muss, weckt definitiv auch mein Interesse. Aber so war es hier gar nicht aufgebaut, sie waren einfach auf einmal da, und dann auch gleich so viele Punkte, dass man kaum noch hinterhergekommen ist.

Ich merke gerade, dass die ganze Bewertung doch um einiges schlechter ausgefallen ist, als ich es zwischenzeitlich geplant hatte. Und vielleicht gehört dies ja auch alles einfach zu einem phänomenalen Auftakt, der einfach nur den Weg für weitere Bände ebnet. Aber da ich in den anderen Büchern der Autorin schon erfahren durfte, wie viel Leidenschaft sie in ihre Charaktere stecken kann, habe ich mich doch hier wirklich regelmäßig aufgeregt und vor allem zum Schluss konnte ich mich kaum noch einkriegen.
In dem Genre ist es sicherlich immer noch ein gutes Buch, doch in meinen Augen das bisher schlechteste und schwächste der Autorin.

„Es tut mir so leid“, flüstert er, und es hört sich an, als würde seine Stimme jeden Moment brechen.
„Das reicht mir nicht“, gebe ich genauso leise zurück.
Er lehnt sich nach vorne und drückt seine heiße Stirn gegen meine. „Mir auch nicht.“

FAZIT

Save Me war leider eher ein Ärgernis, als ein Lesevergnügen für mich. Ich habe mich auf ein neues fantastisches Buch der Autorin gefreut und war umso enttäuschter als mir ein Klischee nach dem anderen um die Ohren geflogen ist. So hat sich auch meine Verbundenheit gegenüber den Charakteren in Grenzen gehalten.
Vielleicht waren hier auch einfach die Erwartungen zu hoch, aber aktuell weiß ich nicht einmal, ob ich die Folgebände lesen werde.
All dies wirkt sicherlich abschreckender, als ich es ursprünglich geplant hatte – greift gerne zum Buch und macht euch ein eigenes Bild! In dem Genre ist Mona Kasten für mich weiterhin eine meiner Lieblingsautorinnen, nur konnte mich dieser Auftakt leider nicht überzeugen. Der Schreibstil war wie gewohnt einfach herrlich leicht und hat dafür gesorgt, dass man nur so durch die Seiten geflogen ist und ich bin mir sicher, dass viele dieses Werk lieben werden.

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1.269 Bibliotheken, 66 Leser, 1 Gruppe, 125 Rezensionen

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Das Reich der sieben Höfe - Sterne und Schwerter

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.03.2018
ISBN 9783423762069
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schon vor Monaten hatte ich mit diesem Werk auf Englisch begonnen, allerdings bin ich da kläglich gescheitert und nie über die 200 Seiten hinausgekommen. Als jetzt die deutsche Ausgabe erschienen ist und ich diese sowieso für meine Mama kaufen wollte, habe ich natürlich zur leichteren Variante gegriffen und das Buch in einem Schwung verschlungen…

Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich ein großer Fan der Autorin bin und ich große Erwartungen an dieses Buch hatte, was mehr oder weniger einen Abschluss der Reihe darstellt. (Es wird noch mindestens ein weiterer Band erscheinen, dort im Fokus stehen aber andere Charaktere)
Doch schon vorher war mir klar, dass dieser hier den zweiten Band kaum noch übertrumpfen kann. Wohl auch ein wenig geschuldet, dass ich sprachlich wieder geswitcht bin, war das Leseerlebnis daher natürlich trotzdem fantastisch, aber nicht mehr ganz so überwältigend. Einzelne Begriffe haben doch eine sehr eigentümliche Übersetzung erhalten und das „Feeling“ ist auch wieder ein anderes.

Ich liebe wirklich jeden einzelnen Charakter aus der Feder der Autorin, auch wenn sie noch so furchtbar gestaltet sind, ergänzen sie die Geschichten doch jedes Mal. Ob nun also Herzensmensch oder scheinbarer Bösewicht, man kann immer wieder von jedem überrascht werden.
Feyre hat vor allem im Vergleich zum Anfang eine enorme Entwicklung durchgemacht und hat endlich ihren Weg gefunden. Ich weiß, dass es einige gibt, die an den hier beschriebenen Liebespaaren ihre Zweifel haben, für mich ist es allerdings der Inbegriff einer Beziehung wie sie nicht nur sein sollte, sondern auch das Bild, das man gerade auch jüngeren Lesern mit auf den Weg geben sollte. Rhysand ist fürsorglich und würde für sie ebenso durchs Feuer gehen wie umgekehrt, allerdings wird hier auch genug Wertschätzung und Respekt entgegengebracht, so dass jeder seine eigenen Entscheidungen treffen kann.
Allgemein sind die Charaktere sehr facettenreich und mit einigen Fehlern aufgebaut, was dafür gesorgt hat, dass ich sie nur noch mehr ins Herz geschlossen habe und mich bei der Frage nach einem Liebling nur sehr schwer entscheiden könnte.

Dennoch muss ich sagen, dass mich gerade das Ende ein wenig enttäuscht zurückgelassen hat, auch wenn ich weiß, dass es mehr oder weniger weitergehen wird und viele Dinge (hoffentlich) noch geklärt werden.
Natürlich war es schön, dass viele Verknüpfungen wieder zusammengeführt wurden, doch war es mir einfach zu viel. Der gigantische Krieg, in dem einfach ALLES zum Einsatz kam. Einzelne Aspekte hätten hier in meinen Augen einfach mehr ausgeführt werden und andere dafür ganz weggelassen werden können.
Und nicht nur, dass sich die Ereignisse überschlagen haben, auch viele Hintergründe rund um die Nebencharaktere wurden zwar angeschnitten, sind dann aber doch wieder auf der Strecke geblieben.
Dennoch war es ein fantastisches Buch, vielleicht bin ich mittlerweile auch einfach nur von der Throne of Glass Reihe verwöhnt, die in meinen Augen noch so unglaublich viel mehr bietet.

Wenn auch nicht ganz so viele, gab es dennoch den einen oder anderen Überraschungsmoment, gerade, was die Charaktere anging. Hier bin ich immer wieder überrascht, was für starke Wendungen die Frau Maas mit einbauen kann und dennoch alles logisch und nachvollziehbar halten kann.
An der einen oder anderen Stelle wurde natürlich auch eine Träne vergossen, wo verrate ich euch natürlich noch nicht, das muss man einfach selbst durchleben.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist noch einmal einen Abstecher durch das ganze Land machen zu können und auch noch neue Einblicke bei den anderen Höfen gewinnen zu können.
Von den überwältigenden Emotionen brauche ich wohl gar nicht erst anzufangen, zwischen panisch den Atem anhalten, vor Freude laut aufzuschluchzen und in Tränen auszubrechen war einfach alles mit dabei.

„Wir werden alles wiedersehen.“
Und als der nachtumtoste Wind uns davontrug, in eine ungewisse Zukunft, in ungeahnte Gefahren, da betete ich, dass ich mein Versprechen halten konnte.

FAZIT

Mit dem dritten Band hat Sarah J. Maas ein starkes vorläufiges Ende geschaffen, wenn dieser Band auch nicht zu meinen liebsten gehört. Dennoch ist es ein wahres Lesevergnügen, was bei dieser Autorin wohl aber auch keine allzu große Überraschung ist. Ich liebe die Charaktere und das abwechslungsreiche Setting, eine Atmosphäre, die einen Grat zwischen düster und strahlend hell beschreitet und einfach zum Träumen und Mitfiebern einlädt.

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85 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

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Die Stadt der Träumenden Bücher - Die Katakomben

Walter Moers , Florian Biege
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Knaus, 09.01.2018
ISBN 9783813505023
Genre: Comics

Rezension:

Es ist wirklich der Wahnsinn, kaum schlägt man das Buch auf und schon ist man auch gefangen in der prachtvollen Farbenvielfalt der Gestaltung. Stilrichtungen sind natürlich immer Geschmackssache, aber in meinen Augen haben Walter Moers und Florian Biege hier ganz Arbeit geleistet. Den jahrelangen Aufwand findet man hier auf jeden Fall wieder und all die Mühen haben sich gelohnt.
Selbstverständlich ist es gerade beim Lesen so toll, seiner Fantasie freien Lauf lassen zu können, allerdings kann ich mir für mich persönlich nicht vorstellen, dass ich mir die Welt rund um Buchhaim besser hätte ausmalen können.

In Hildegunst von Mythenmetz, der sich von der Lindwurmfeste aus auf den Weg nach Buchhaim gemacht hat, habe ich mich schon im ersten Band verliebt – was für ein unglaublicher Herzenscharakter. Mit seiner neugierigen und von Grund auf liebenswerten Art muss er sich einfach die Herzen der Leser schleichen. Von einer Intrige ins nächste Abenteuer, jede Situation scheint die vorherige noch zu übertrumpfen und man fiebert angespannt mit dem facettenreichen Protagonisten mit.

Doch auch andere Charaktere werden hier wieder mehr beleuchtet und so kann man entdecken, was sich alles noch in den Katakomben Buchhaims verbirgt, nicht zuletzt auch der Schattenkönig hat seinen großen Auftritt.
Und jeder Mitspieler in diesem spannenden Abenteuer ist so unglaublich charakteristisch gestaltet, dass man beim ersten Blick schon das Gefühl hat ihn seit Ewigkeiten zu kennen.

Am Ende diesen Bandes befindet sich noch ein interessantes Making-Off, das einmal näher legt, wie viel Arbeit tatsächlich in diesem Werk steckt – ein Ausmaß, das ich mir nicht hätte ausmalen können.
Doch wie oben schon erwähnt, hat sich die Arbeit mehr als nur gelohnt und ich kann es gar nicht erwarten, weitere Bücher von Walter Moers zu verschlingen, gerade nachdem Florian Biege mir diese unbeschreiblichen Bilder in den Kopf gesetzt hat.

Getürmt aus Buch auf Buch
Verlassen und verflucht
Gesäumt von toten Fenstern
Bewohnt nur von Gespenstern
Befallen von Getier
Aus Leder und Papier
Ein Ort aus Wahn und Schall
Genannt Schloss Schattenhall

FAZIT

Auch der zweite Band von Die Stadt der träumenden Bücher hat es mehr als nur in sich und zeigt mehr von den Katakomben Buchhaims. Ein spannendes Abenteuer, das hiermit endlich weitergeführt wird und dem ersten Band weder von der Story, noch der Gestaltung hinterhängt.
Eine ganz klare Leseempfehlung und ein Liebesgeständnis von mir an die Künstler – Danke!

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51 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

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Demon Road - Finale infernale

Derek Landy , Ursula Höfker
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Loewe, 12.03.2018
ISBN 9783785585108
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Und direkt landet man wieder zwischen Amber und Milo, eine Beziehung, wie sie passender nicht sein könnte. Es ist keine Lovestory, sondern einfach tiefsitzende Loyalität. Gerade auch die Gespräche zwischen den beiden lassen die Geschichte ein wenig aufleben und alles unterhaltsamer werden. Wobei ich leider gestehen muss, dass mir die humorvollen Momente aus den ersten beiden Bänden mehr zugesagt haben.
Ihre Mission ist teils immer noch die gleiche, Ambers Eltern müssen endlich aus dem Weg geschafft werden. Es scheint der Inhalt von Ambers Leben geworden zu sein, ganz neben der Sache mit der Verpflichtung als Stellvertreters des Höllenfürstens zu fungieren.

Der rote Faden der Story ist zwar ganz klar erkennbar, dennoch war dieser Band für mich wohl der schwächste – was allerdings nicht bedeuten soll, dass er mir nicht gefallen hat!
Aber auch, wenn die Szenen immer noch blutig und brutal waren, so haben mir doch die Horrorelemente aus dem ersten Band und die spannenden und emotionalen Szenen aus dem zweiten Band gefehlt. Jedoch musste ich auch hier, zum krönenden Abschluss die eine oder andere Träne vergießen und war oftmals geschockt, wie gnadenlos Derek Landy auf der Demon Road aufräumen kann.

„Es ist Natur, junge Frau. Der ewige Kreislauf des Lebens.“
„Wenn es der ewige Kreislauf des Lebens wäre, würde es mir ständig passieren. Aber das hier? Das wäre das erste Mal, dass ein kleines, pelziges Monster seine Eier auf mir ablegt. Es ist also kein ewiger Kreislauf des Lebens, sondern einfach nur eklig.“

Das alles hört sich nach mehr Kritik an, als es vielleicht eigentlich gemeint ist, ich muss an dieser Stelle aber auch sagen, dass meine Erwartungen an die Werke des Autors unglaublich hoch sind. Es gibt hier auch keine Enttäuschungen, einfach nur schwächere und stärkere Werke.
Die Story an sich ist einfach grandios und bringt Schwung in die Reihen der Jugendbücher, ob es nun um facettenreiche Gestaltungen der Charaktere, einen harten aber unglaublichen Humor oder um Spannung und Horror geht.
Bücher, die ich einfach immer nur empfehlen kann, zumindest, wenn man auf die oben genannten Punkte steht und vor allem auch Geschichten, die geschlechtsunabhängig begeistern können. Natürlich sollte man nie daran festlegen, allerdings kann ich es schon nachvollziehen, dass man lieber Bücher mit einem Charakter liest, mit dem man sich identifizieren kann. Die Charaktere hier haben alle ihre Macken und Fehler, sind aber unglaublich cool und offen.

Das Ende habe ich so an sich wirklich nicht erwartet, fand es aber auf jeden Fall gelungen. Es ist ein Abschied, der nicht von Dauer sein muss. Ganz vielleicht, treffen wir Amber ja irgendwann wieder und machen eine Spritztour über die Demon Road…

FAZIT

Mit Finale infernale hat Derek Landy einen gewieften dritten Band der Reihe Demon Road geliefert, der, so anders er auch ist, einen passenden Abschluss bildet. Und ganz vielleicht wird es irgendwann auch ein Wiedersehen geben, auf das ich mich jetzt schon freue.
Bis dahin, passt auf euch auf und haltet euch von der Demon Road fern!

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Farbenblind

Trevor Noah , Heike Schlatterer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Blessing, 06.03.2017
ISBN 9783896675903
Genre: Biografien

Rezension:

Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht so genau, worauf ich mich mit diesem Buch einlassen würde, doch schon die ersten Seiten haben mir gezeigt, dass es alles andere als ein Fehlgriff war!
Trevor Noah war mir vorher nicht bekannt, mit seinem humorvollen Schreibstil und der authentischen Art konnte er mich aber gleich für sich gewinnen.
Wie man eine so schwere Thematik und viele grausame Momente mit soviel Hoffnung und einem Lächeln verpacken kann, ist mir wirklich ein Rätsel, aber nicht weniger bewundernswert. Ich bin geradezu durch die Seiten geflogen und wusste nie so recht, ob ich lachen oder weinen soll – Spoiler: meistens habe ich mich fürs Lachen entschieden.

Natürlich war mir die Apartheid vorher schon ein Begriff, aber dieses Ausmaß keinesfalls. Ich war absolut schockiert, wie es bis vor wenigen Jahren noch in Südafrika gehandhabt wurde. Zeitgleich habe ich aber unglaublich viele Details und Informationen aufgenommen, die mir endlich Klarheit und vor allem einen ganz neuen Blick auf die Dinge verschafft haben. Gerade, wenn man sich mal näher mit der Thematik beschäftigen möchte, aber nicht unbedingt zu einem Sachbuch greifen mag, kann ich Farbenblind einfach nur empfehlen.

Apartheid war ein Polizeistaat, ein Überwachsungssystem und ein Gesetzeswerk. Das alles wurde zur Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung geschaffen. Die komplette Sammlung dieser Gesetzestexte umfasste über dreitausend Seiten und wog ungefähr fünf Kilo, doch die allgemeine Stoßrichtung erklärt sich ganz einfach am Beispiel Amerika. In Amerika gab es die Zwangsvertreibung der Indianer in Reservate und die Sklaverei, gefolgt von der Rassentrennung. Nun stelle man sich vor, dass das alles denselben Menschen zur gleichen Zeit widerfährt. Das ist Apartheid.

Ich weiß gar nicht, ob ich die Kindheit von Trevor Noah als unsagbar tragisch und grausam oder als Glücksfall bezeichnen kann, vielleicht ein wenig von beidem.
Denn als Sohn einer Schwarzen Frau und eines weißen Mannes ist schon seine Geburt ein verbrechen und legt ihm und seinen Eltern Steine in den Weg, die ein normales Familienleben unmöglich machen. Mit einer Frau an der Seite, wie seine Mutter es ist, war er allerdings mehr als nur gesegnet. Jede Szene aufs Neue hat mich bewundernd an diese Frau denken lassen. Fortschrittlich und stark. Eigenschaften, die ihr nicht immer unbedingt zugute gekommen sind, ihren Sohn aber in seinem Leben und seinen Einstellungen gefestigt hat.

Doch was passiert, wenn du deinen Platz nicht findest? Denn durch seinen Hautton hat sich Trevor ganz klar von der schwarzen Bevölkerung unterschieden, selbst seine Familie hatte ihre Probleme damit. Als farbig konnte er sich auch schlecht bezeichnen, weil er sich dem einfach nicht zugehörig gefühlt hat. Doch was würde passieren, wenn man auf einmal als „weiß“ eingestuft wird?
(Es kommt mir ehrlich gesagt unglaublich absurd vor, hier in Hautfarben zu differenzieren, aber so lief es nun einmal einfach unter der Apartheid und leider auch immer noch in genügend Gesellschaftsformen.)
Nachdem ich das Buch beendet hatte war mir klar, dass ich vorher einfach keine Ahnung hatte. Überhaupt keine.

Was Kurzgeschichten angeht, bin ich eigentlich eher abgeneigt, allerdings fühlt es sich bei Farbenblind keinesfalls danach an. Lediglich die Zeitsprünge könnten dazu beitragen, dass man sich nicht unbedingt in einem „normalen“ Roman befindet. Aber auch diese erklären sich zum Glück immer recht schnell und man bekommt ein Gefühl für den Ablauf in Trevor Noahs Leben.
Von der humorvollen Art des Autors war ich manchmal so abgelenkt, dass ich mich wirklich wieder zusammenreißen musste, um nicht den ernst der Situation aus den Augen zu verlieren.

FAZIT

Mit Farbenblind hat Trevor Noah ein fantastisches Werk geschaffen, das mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen wird.
Aufklärend, humorvoll, grausam, fesselnd – eine Kombination, die ich bisher noch nicht so erlebt habe und jedem nur ans Herz legen kann. Die Apartheid gehört mit zu den größten Verbrechen, die wir auf der Welt geschaffen haben und keinesfalls in Vergessenheit geraten sollte, geschweige den Unwissenheit.
Greift zu dem Buch – ich bin mir sicher, dass ihr es nicht bereuen werdet!

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136 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

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The Shape of Water

Guillermo del Toro , Daniel Kraus , Kerstin Fricke
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2018
ISBN 9783426523070
Genre: Fantasy

Rezension:

Außergewöhnliche Lovestory

Wer schon über den Klappentext oder den Trailer zu dieser Geschichte gestoßen ist, wird schon erkannt haben, dass es sich hierbei um eine eher außergewöhnliche Lovestory handelt.
Eine stumme Frau und ein Amphibien-Mann. Doch wer hier denkt, dass das alles nur abgedreht sein kann, irrt sich. Natürlich ist das Geschmackssache, aber die Autoren haben hier einfach eine ganz außergewöhnliche Bindung geschaffen, wie sie mir vorher noch nicht über den Weg gelaufen ist. Entgegen aller Erwartungen, wird diese aber gar nicht ganz so sehr thematisiert, was dafür sorgt, dass der eigenen Fantasie keine Grenzen gesetzt sind.

Gesellschaftskritisch

Da sich die Geschichte nicht nur auf einzelne Aspekte bezieht, sondern doch recht weit gefächert ist, werden einige Themen angesprochen, die immer wieder für Diskriminierung sorgen.
Gerade die Zeit, in der die Geschichte spielt, ist nicht wenig bekannt dafür. Sexismus, Rassismus und Homophobie werden hier immer mal wieder thematisiert und mit in der Geschichte eingeflochten.
Und das auf eine sehr subtile, aber aussagekräftige Art und Weise, die ich mir in mehr Büchern wünschen würde.

Diversity / Facettenreiche Charaktere

Das außergewöhnliche Liebespaar spielt natürlich eine große Rolle, doch die anderen Darsteller in dieser Geschichte kommen auch nicht zu kurz und sorgen für ein umfangreiches Auftreten.
Elisa scheint mit ihrer zwar aufgeschlossenen aber unverstanden Art nur beim Amphibien-Mann auf wahres Verständnis zu stoßen und entwickelt eine Verbindung, die inniger ist, als dass alle Umstehenden sie verstehen könnten. Der forsche und cholerische Strickland sorgt zwar für Angst und Schrecken, durch seine eigenen Abschnitte erfährt man aber mehr über seine Vergangenheit und wie er zum werden konnte, der er heute ist. Professor Hoffstetler scheint der Inbegriff von „Stille Wasser sind tief“ zu sein, doch zwei andere Charaktere haben am ehesten mein Herz erobert: Zum einen Zelda, die Arbeitskollegin und Freundin von Elisa, die durch ihre Hautfarbe oft auf Konfrontationen trifft, aber durch ihre Wortgewandtheit und ihren Mut überzeugen kann. Ebenso Elisas Nachbar Giles, der nicht nur ein loyaler Freund ist, sondern wohl am meisten Verständnis für sie aufbringen kann. Durch seine Homosexualität und der Verachtung der Gesellschaft darüber, hat er das Gefühl eine nicht verstandene Liebe nachempfinden zu können.

Einzigartige Atmosphäre

Guillermo del Toro ist mit seinen Werken nicht unbedingt für einen 0815 Stil bekannt.
Ich hatte mich damals schon an Die Saat versucht, hatte den Auftakt dann aber doch erst einmal wieder zur Seite gepackt. Fast dasselbe Gefühl hat mich dann auch bei diesem Buch wieder überkommen, mit ein wenig Durchhaltevermögen konnte ich dann aber zum Glück doch noch warm werden. Es ist alles andere als schlecht, lediglich sehr gewöhnungsbedürftig und sehr einzigartig. Empfehlenswert wäre sicherlich ein Blick in die Leseprobe zu werfen, aber wenn man sich darauf einlassen kann, ist es wahrlich ein Meisterwerk.

Aufmachung / Illustrationen

Auch, wenn es natürlich um den Inhalt geht, so erfreut sich das Auge doch auch an einer schönen Gestaltung.
Zuerst einmal das Cover – ich bin immer noch sprachlos und kann mich gar nicht daran sattsehen. Den Stil finde ich mehr als nur ansprechend und freue mich sehr, dass hier das Originalcover beibehalten wurde.
Und, auch wenn es insgesamt nur 5 Stück sind, so sind die enthaltenden Illustrationen wirklich bezaubernd und unterstützen die Aussage für ein „unheimliches wie anrührendes Märchen für Erwachsene“.
So bekommt man nicht nur ein besseres Bild von den Charakteren, sondern auch für die ganze Atmosphäre.

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27 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Wenn Prinzen fallen

Robert Goolrick , Judith Schwaab
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb, 11.12.2017
ISBN 9783442715671
Genre: Romane

Rezension:

Der Einstieg hat mir wirklich gut gefallen, Robert Goolrick hat die perfekte Kombination aus Stil und Sprache für dieses Buch gefunden, sodass ich mich gleich hineinversetzt gefühlt habe. Es geht ehrlich und hart zu, aber auch allzu oft unter der Gürtellinie. Rooney besitzt scheinbar alles, was man sich als Mensch und scheinbar vor allem als Mann nur wünschen kann und prahlt damit allzu gern, obwohl es eigentlich genau das ist, was er nie werden wollte.
Und auch, wenn Rooneys Art manchmal anstößig wirken kann, so ist sie doch auf jeden Fall authentisch.

Nachdem mich aber der Anfang so begeistern konnte, hat dieses Gefühl leider wieder relativ schnell nachgelassen. Der Fokus war einfach anders gelegt, als ich es mir vorgestellt hatte. So geht es weniger um die Arbeit an der Wall Street, als viel mehr um das Leben, das einem diese Arbeit bringt.
So berichtet der Protagonist aus seinem Leben, Höhen und Tiefen, Liebschaften und Freundschaften. Man erfährt einiges über die Personen in seinem Umfeld und vor allem auch über ihn selbst. Sp offenbart sich schnell, dass der äußere Schein sehr trügen kann und sich unter einer harten Schale ein doch sehr weicher und empfindlicher Kern befindet.

Und auch die anderen Charaktere konnten mich ganz auf ihre Weise in den Bann schlagen. Ob es nun um skurrile Exfrauen, unterhaltsame Trinkgenossen oder wahre Freundschaften, die man niemals vergessen wird geht.
Jeder hat hier seinen Platz gefunden und vervollständigt das Bild. Und genauso haben diejenigen, die ihren Platz dort verloren haben, einen Eindruck hinterlassen, der von niemand anderem gefüllt werden kann.
So wurden zwar iele Apsekte, die mich interessiert hätten nicht so sehr beleuchtet, dafür aber die Konsequenzen, die dieses Leben mit sich bringt umso mehr in den Vordergrund gerückt. Denn was macht solch ein Aufstieg mit einem Menschen? Was macht es aus den eigenen Vorstellungen? Zu was ist man alles bereit, um den Druck standhalten und mit den anderen mitziehen zu können?

Was mich beim Lesen immer wieder durcheinander gebracht hat, waren die Zeitsprünge. In meinen Augen wurde hier willkürlich nach vorne und hinten der Geschichte gesprungen, ohne, dass sich mir erklärt hat, wieso. Dadurch habe ich immer wieder erst eine Weile gebraucht, um das Geschehene zeitlich zuordnen  und einen roten Faden erkennen zu können.
Die Story an sich war sicherlich nicht uninteressant, nur leider, wie oben schon erwähnt, einfach anders belichtet, als ich es mir erhofft hätte. Wer also ein Interesse an der Geschichte/dem Leben an der Wall Street oder dem Börsencrash in den 80’ern hat, wird mit diesem Buch eventuell nicht ganz beholfen sein.
Rein zur Unterhaltung aber auf jeden Fall empfehlenswert, gerade, wenn einem ein brisanter Lebenstil und Höhen und Tiefen im Leben zusagen.

 

FAZIT

Robert Goolrick hat mir mit seiner Geschichte Wenn Prinzen fallen etwas ganz anderes geliefert, als ich erwartet und mir erhofft hatte. Dennoch konnte mich diese Geschichte unterhalten und wird mit Sicherheit auf großen Anklang stoßen. Wer, ebenso wie ich, große Ansprüche an das Thema rund um die Wall Street und eher Vorstellung in Richtung des Filmes The Wolf of Wall Street hat, wird in dieser Hinsicht vielleicht ein wenig enttäuscht.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Ein neues Land

Shaun Tan
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 22.07.2008
ISBN 9783551734310
Genre: Romane

Rezension:

Thematik

Schon immer aktuell, aber in der jetzigen Zeit unglaublich wichtig.
Man hört es in den Medien, in der Schule, auf der Arbeit, in der U-Bahn und wo sonst nicht überall. Meistens sind die Gespräche jedoch nicht sehr objektiv gehalten, geschweige denn menschlich.
Denn bei dem Thema „Flucht“ geht es eben für die einzelnen Menschen nicht darum, eine andere Weltanschauung zu unterwandern, sondern lediglich ums Überleben.
Stellt euch also vor, ihr müsst alles zurücklassen. Nicht nur eure Habseligkeiten. Sondern eure Liebsten – Familie, Freunde, Bekannte. Euren Job, euren Alltag, alles, was euch bis dahin scheinbar ausgemacht habt.
Und als wenn das nicht genug wäre, begebt ihr euch auf eine Reise, dessen Ziel ihr nicht kennt.
Ihr kennt die Gepflogenheiten nicht, ebenso wenig wie die Sprache.

Zum Nachdenken

Die Einführung in die Thematik sorgt natürlich für Denkanstöße.
Und so kommt man ins Grübeln. Ich setze mich regelmäßig mit dem Thema auseinander, habe aber wohl selten solche Momentaufnahmen aufnehmen und verarbeiten können.
Man sieht sein Umfeld auf einmal mit neuen Augen und bekommt die Chance sein eigenes Verhalten zu reflektieren.

Mitgefühl & Verständnis

Ihr habt euch zwar mit dem Thema auseinandergesetzt, konntet es aber bisher nicht annähernd nachempfinden?
Shaun Tan gibt seinen Lesern hiermit die Möglichkeit.
Bereits nach den ersten Bildern hatte ich eine Gänsehaut und Tränen in den Augen.
Dass mir dieses Buch noch einmal so sehr die Augen öffnen würde? Nein, damit habe ich tatsächlich nicht gerechnet.
Der Künstler verarbeitet in diesem Buch nicht nur einen Teil seiner eigenen Familiengeschichte, sondern die aller Menschen, die diesen steinigen und furchtbaren Weg vor sich hatten.

Illustrationen

Zwischen verwischten Grau- und Sepiastufen verliert man sich in die Bilder, die so viel mehr als tausend Worte sagen.
Gierig habe ich jedes noch so kleine Detail aufgenommen und konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Man könnte annehmen, dass sich ein Buch komplett ohne Worte schnell „dahinlesen“ lassen würde.
Die kunstvollen Illustrationen laden aber zum Bleiben ein und geben die Chance sich in ihnen zu verlieren.

Ein Funken Fantasie

Ich habe mich auf eine sehr realistische, sachliche, wenn auch traurige Herangehensweise eingeschossen.
Als sich dann aber verschiedene Elemente (schaut auf das Cover *hust*) abgebildet haben, ist mir klar geworden, dass es hier um die eigenen Gedanken und Empfindungen geht. Dass dieses Thema nicht einfach sachlich abgehandelt werden kann, sondern es hierbei um so unglaublich viel mehr geht.
Denn Ängste und Hoffnungen lassen sich schwer in Worten beschreiben und finden sich nicht auf einem Blatt Papier wieder. Sie leben in uns, prägen uns und gestalten unser Leben.
Und genau dies passiert in diesem Buch, wenn man sich dem öffnen kann.

FAZIT

Schaun Tan hat mit Ein neues Land ein unglaubliches Werk geschaffen, das mich einfach überrollt hat.
Kaum aufgeschlagen sind mir endlos viele Emotionen entgegengeschlagen und haben mich vollkommen eingenommen, sodass ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Mit Bildern, die einem die Chance geben, nicht nur Mitgefühl, sondern vor allem auch Verständnis zu entwickeln und das Thema ein Stück weit zu begreifen.
Dieses Werk gehört zu jenen, das ich ausnahmslos jedem empfehlen kann und am liebsten jedem, der mir über den Weg läuft in die Hand drücken möchte.

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602 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 137 Rezensionen

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Izara - Das ewige Feuer

Julia Dippel
Flexibler Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 25.10.2017
ISBN 9783522506038
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Puh, dieser Anfang. ich muss gestehen, dass ich mich hiermit wirklich schwer getan habe. Natürlich ist ein wenig Geheimniskrämerei mal ganz nett, aber auf den ersten Seiten hat sich mir einfach überhaupt kein roter Faden gezeigt. Es passiert viel, dennoch konnte ich die verschiedenen Ereignisse nicht entsprechend zuordnen und die Charaktere auch noch nicht einschätzen. Als die Protagonistin dann nach knapp 50 Seiten einfach das dritte Mal in Ohnmacht gefallen ist, war ich kurz davor das Buch zur Seite zu legen.
Doch die Autorin hat dies alles mit einem kleinen Schmunzeln abgearbeitet und es auch selbst offen angesprochen, weshalb ich dem Ganzen dann doch noch eine Chance gegeben habe.

Was für ein Glück! Denn es dauerte nicht mehr lange und auf einmal ist jedes Puzzleteil an seinen Platz gewandert, wodurch ich mich endlich auch die Story und die Charaktere einlassen konnte. Zwar keinesfalls ein Abklatsch, dennoch hat mich die Atmosphäre und der Aufbau ein wenig an Shadowhunters erinnert, was gleich für zusätzliche Sympathiepunkte gesorgt hat.

Für Ari öffnet sich eine neue Welt und so musste ich ihr zugute halten, dass sie trotz der überwältigenden Ereignisse und der actiongeladenen Wendungen doch einen verhältnismäßig ruhigen Kopf behält. natürlich kommen erst einmal Skepsis und Misstrauen auf, dennoch findet sie ihren Weg sich mit der neuen Situation zu arrangieren und ihre Bedenken und Sorgen halten sich in einem nachvollziehbaren Rahmen.
Somit sorgt die Beziehung zu Lucian natürlich auch für Drama, aber definitiv in einem Ausmaß, bei dem das Lesen noch wirklich Spaß macht. Denn ganz im Ernst, Lucian würde wohl jedem von uns ein wenig den Kopf verdrehen. Selbstbewusst, überheblich und natürlich unendlich gutaussehend. (Alles andere ist glaube ich auch ein offizielles Ausschlusskriterium für Protagonisten.)

Doch nicht nur die beiden schaffen es die Geschichte auf Trab zu halten, auch andere Charaktere sorgen für ordentlich Stimmung, ob nun Aris beste Freundin, Lucians ganz spezieller Bekannter oder generell die neue „Gang“. Die Charaktere waren facettenreich beschrieben, sodass man sich wirklich ein gutes Bild der Mitspieler machen konnte. Dazu kam, dass mich viele der Wendungen wirklich überraschen und somit auch richtig gut unterhalten konnten – zum Ende hin wollte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
So gibt es natürlich das ein oder andere Klischee, was hier abgehakt wird, dennoch kann sich Julia Dippel mit Einfallsreichtum und unglaublich viel Spannung beweisen.

FAZIT

Julia Dippel hat es mit Izara geschafft, meine Erwartungen bereits vor dem Lesen unglaublich hoch anzusetzen, mich mit dem Anfang zu verunsichern, nur um mich dann für sich zu gewinnen. Ein toller Auftakt, der mich nach kleinen Startschwierigkeiten auf jeden Fall überzeugen konnte und Lust auf mehr ausgelöst hat.
Für Fans von Spannung, Liebe und Intrigen – und einem kleinen Shadowhunter-Fanherz.

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862 Bibliotheken, 19 Leser, 1 Gruppe, 133 Rezensionen

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Die Stille meiner Worte

Ava Reed , Alexander Kopainski
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783764170790
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich glaube, im Großen und Ganzen gibt es zwei Arten von Geschichten – die einen, in denen die Charaktere innerhalb der Geschichte etwas bestimmtes erleben und man mitfiebert und die, in denen dieser Teil schon stattgefunden hat und man die Charaktere nun auf ihrem Weg begleitet, das Geschehene zu verarbeiten.
Die Stille meiner Worte bezieht sich auf Letzteres. Hannah musste einen schlimmen Schicksalsschlag verkraften und hat ihre Zwillingsschwester verloren, doch was genau dahinter steckt und wie es dazu gekommen ist, erfährt man nach und nach, so, als würde Hannah es selbst erst im Laufe der Geschichte ganz realisieren können.
So sehr ich beim Lesen auch Angst hatte, die ganze Wahrheit zu erfahren, so hat es einen doch auch gleichzeitig in Spannung versetzt. Der ganze Weg gestaltet sich unglaublich schmerzhaft, emotional, aber auch erlösend.

Ich weine leise, aber deshalb tut es nicht weniger weh.

Bei Levi verhält es sich nicht sonderlich anders, auch wenn die Geschichte hier mehr in den Hintergrund gerückt ist – hier hätte ich wahnsinnig gern noch mehr erfahren. Eigentlich hat er das Schlimmste schon hinter sich – so denkt er zumindest – doch scheint ihn nun die Vergangenheit einzuholen. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein und ergänzen sich dadurch ganz wunderbar.
Natürlich gibt es eine Lovestory, wie sollte es anders sein? Doch auch hier zeichnet sich diese durch Besonderheiten aus. Denn auch, wenn beide etwas unglaublich Tolles und auch Neues für sich entdecken, so ist es doch vor allem der Halt und neuentdecktes Vertrauen, was die beiden zueinander hinzieht.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es bisher mein Lieblingswerk der Autorin ist. Der Schreibstil ist zwar klar wieder zuerkennen, doch er scheint einfach noch an Tiefe gewonnen zu haben. Ava geht mit einer Härte und zeitgleich unglaublich viel Feingefühl an das Thema und lässt die Geschichte zu einem bewegenden Jugendbuch werden, das sich gerade für die entsprechende Altersgruppe perfekt anbietet.

„Ich hatte Angst.“ Levi schluckte schwer. „Ich habe immer noch Angst. Um dich, Hannah.“
Um mich. Nicht vor mir.

Die vielen kleinen Botschaften zwischen den Zeilen runden die Geschichte ab und haben dafür gesorgt, dass man geradezu durch die Seiten fliegt, aber ab und zu auch mal innehalten muss, um das Gelesene zu verarbeiten.
Hannahs pelziger Begleiter Mo kann wohl jedes Leserherz erwärmen (selbst von Hundemenschen), lockert die Geschichte auf und zeigt, was Tiere doch auch an Empfindungen aufnehmen können und dem Menschen zur Seite stehen.
Es ist vielleicht keine Geschichte, die für Ewigkeiten im Kopf hängen bleibt, dafür aber eine, die durch ihre Kurzlebigkeit überzeugen und mitreißen kann. Lediglich die Rolle von Hannahs Eltern fand ich ein wenig merkwürdig und das Ende hatte sich für mich ein klein wenig holprig gestaltet.
Vielleicht haben hier aber auch einfach noch ein paar Seiten gefehlt, die es ermöglicht hätten, die Geschichte noch ein wenig auszuschmücken.

FAZIT

Die Stille meiner Worte hat mir einen wundervollen Leseabend beschert, mich tief berührt und zum Lachen gebracht. Hannah und Levi auf ihrem Weg zu begleiten, auch wenn nur kurz, war eine Erfahrung, an die ich sicherlich noch das ein oder andere mal denken werde. Eine Geschichte, die unglaublich wichtig ist und nicht nur für die angedachte Zielgruppe für Unterhaltung sorgt – aber Achtung: nicht die Taschentücher vergessen!

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

Midnight, Texas

Charlaine Harris , Sonja Rebernik-Heidegger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.02.2018
ISBN 9783453319103
Genre: Fantasy

Rezension:

Der Einstieg war um ehrlich zu sein ein wenig merkwürdig. Die Vorstellung der Kulisse, um sich einen ersten Eindruck von Midnight zu verschaffen, war natürlich  nicht verkehrt, jedoch waren die Sätze ziemlich verschachtelt und trotzten nur so vor Details, die es zu verarbeiten galt.
Zuerst war ich dadurch ein wenig abgeschreckt, weil mich der Stil ein wenig an Willkommen in Night Vale, wenn auch nicht annähernd so verworren, hat.
Als ich dann aber am nächsten Tag erneut zum Buch gegriffen habe, konnte ich mich immer mehr mit der Geschichte und dem Schreibstil anfreunden.
Und ja, so habe ich das Buch dann auch doch in einem Zuge beendet!

Manfred, was für ein Name übrigens!, ist neu in der Stadt und ermöglicht einem dadurch auch ein entspanntes Ankommen, dass sich allerdings sehr ruhig und schleichend gestaltet. Keinesfalls langweilig, sondern eher durch sein ruhiges Gemüt, das ihn auszeichnet. Egal, über welche Entdeckung er stößt oder welches Geheimnis sich ihm offenbart, wirklich geschockt scheint er nie zu sein. Was eventuell auch daran liegen könnte, dass er selbst nicht ganz so normal ist, wie man annehmen könnte und sich so hervorragend in die Midnight-Kulisse einfügt.

Manfred hatte am nächsten Tag kein Problem damit, Fiji gegenüber zuzugeben, dass er in diesem Moment schrie wie ein Teenagermädchen in einem Horrorfilm.

Auch die anderen Charaktere schaffen es, auf einmal einfach da zu sein und mit einer Präsenz zu glänzen, als wären sie niemals nicht da gewesen. So fühlt man sich schnell wie in einer festen Gemeinschaft, die eben nur gemeinsam richtig läuft. Am nähesten verfolgt man ansonsten die Geschichte aber aus der Sicht von Fiji, die wie im Klappentext schon erwähnt, ein wenig verschroben wirkt. Als „Hippie-Hexe“ lebt sie allein mit ihrem Kater (Katzenfreunde, ihr werdet auf eure Kosten kommen!) und obwohl sie eigentlich immer mit dabei ist, scheinen die wirklich interessanten Dinge doch an ihr vorbeizugehen.

Trotz einem gewissen Spannungsfaktors gestaltet sich die Geschichte doch eher ruhig, was aber auch an dem Erzähstil liegen mag. Trotz anfänglicher Startschwierigkeiten, bin ich doch noch recht gut in die Geschichte reingekommen und bin nun auch gespannt, wie es mit der Reihe wohl weitergehen mag.
Vielleicht schaue ich aber auch erst einmal in die Serie rein, kennt die schon jemand von euch?

FAZIT

Charlaine Harris konnte mich mit ihrem neuen Auftakt Midnight Texas zwar nicht gänzlich überzeugen, aber durchaus neugierig stimmen.
Die Geschichte hat eine heimelige und eher ruhige Stimmung, die einen des Öfteren zum Schmunzeln bringt. Dadurch gibt es zwar nicht unglaublich viel Action, dennoch konnte mich das Buch letztendlich gut unterhalten!

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162 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 70 Rezensionen

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From Scratch - Alles neu mit dir

Stacey Kade , Henriette Zeltner
Flexibler Einband: 517 Seiten
Erschienen bei LYX, 29.03.2018
ISBN 9783736305922
Genre: Liebesromane

Rezension:

Dass die Protagonisten eine traumatische Vergangenheit haben, kommt in der Art von Geschichten sehr häufig vor, doch meistens soll es sie dadurch nur noch besonderer und einzigartiger wirken lassen. So, als wenn das alles wäre, was einen Menschen ausmacht. Sie dadurch zerbrechlich und noch schöner machen.
Stacey Kade hat mich mit ihrer Ehrlichkeit und Brutalität sehr überrascht. Es gibt zwar nur kleine Ausschnitte aus Amandas Gefangenschaft, doch diese sind mehr als nur unverblümt.
Die Autorin geht hier mit einer Härte an das Thema, die einfach der Wahrheit entspricht und lässt ihre Protagonistin auch dementsprechend die Auswirkungen haben. Das klingt jetzt wahrscheinlich alles ein wenig makaber, soll es aber überhaupt nicht. Ich denke nur, dass es wichtig ist zu vermitteln, dass ein tragisches Ereignis keinen Menschen ausmachen sollte, natürlich formt es einen, aber jeder sollte die Möglichkeit haben, der zu sein, der er sein möchte und nicht auf ein einziges Detail reduziert werden.

Natürlich merkt man die Auswirkungen bei Amanda, aber sie ist ein absolut faszinierender Charakter, den ich sofort ins Herz schließen musste. Zu den eigenen „Schwächen“ zu stehen, diese aber mit so viel Mut und Stärke anzugehen zeugt einfach von einem unglaublichen Charakter. Sie ist offen, gutherzig und macht kein großes Theater um ihre Gefühlswelt. In Chase hat sie einen Menschen gefunden, vor dem sie sich nicht groß verbergen muss und sein kann, wer sie nun einmal ist. Natürlich gibt es hier dennoch Ängste und Zweifel die überwunden werden müssen, aber mit einer Klarheit, die das Lesen wirklich vereinfacht.

Er macht das gut. Sehr gut sogar.
Er gibt ihr etwas von sich. Und mir.
Das bringt mich auf die Frage, ob ihm dann noch etwas von sich für sich selbst bleibt.

Und auch Chase ist zum Glück kein Abklatsch eines Badboys. Trotz einiger Tiefs, die er in seinem Leben durchstehen musste, hat er das Herz am rechten Fleck und versucht sich gegen Vorurteile durchzukämpfen. Trotzdem zeigt er Fehler, die einfach menschlich sind und das Zusammenspiel der beiden nur umso authentischer wirken lassen.

Ich mochte den Schreibstil von Stacey Kade unglaublich gern, die Emotionen aber auch die Spannung haben dafür gesorgt, dass ich mich gar nicht mehr von der Geschichte trennen wollte.
An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir gern eine andere Wortwahl gewünscht, weil es einfach den Moment zerstört hat. Beispiel? Amanda hat natürlich Probleme mit Berührungen, zumindest mit bestimmten – eine vollkommen verständliche Tatsache, die man sicherlich auch perfekt in Worte hätte fassen können. Oder, oder aber man versaut gewisse Momente der Erkenntnis und voller Emotionen mit nur einem Wort. Wie hier:

Liebe. Ich liebe ihn.
All meine Ängste vor Penissen wirken vergleichsweise klein.

Und auch die Zeitspanne hat mich zwischendurch immer mal wieder irritiert. Denn was hier detailreich aufgebaut wird und sich beim Lesen auch gar nicht ganz so klar verdeutlicht ist, dass es sich eigentlich nur um wenige Tage handelt. Wenn man sich das noch einmal vor Augen führt, war das einfach viel zu wenig, für diesen großen Wandel den vor allem Amanda durchlaufen ist. Was ich der Autorin allerdings zugute halten muss ist, dass es sich beim Lesen selbst eigentlich nicht bemerkbar gemacht hat. Wenn man auf diesen Punkt nicht zu sehr rumreitet und ihn außer Acht lassen kann, ergibt der Verlauf auf jeden Fall mehr Sinn.

Trotz des einen oder anderen Kritikpunktes muss ich sagen, dass mich From Scratch wirklich überwältigt hat. Stacey Kade hat mich mit ihrer ehrlichen und authentischen Art begeistern können und eine Geschichte geschaffen, die mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen wird.
Wirklich schade, dass es hier nicht für eine Printausgabe gereicht hat – denn ich denke, dass die Geschichte dann einfach noch mehr Leser erreichen könnte.

„Geh einfach behutsam mit ihm um, okay? Es gibt nicht viele Menschen in seinem Leben.“
Ich warte darauf, dass sie den Satz fortsetzt. Es gibt nicht viele Menschen in seinem Leben, die auf ihn aufpassen, Menschen, denen etwas an ihm liegt, die ihn lieben.
Doch das tut sie nicht.
Es gibt nicht viele Menschen in seinem Leben.

FAZIT

Stacey Kade hat mir mit From Scratch einen Grund geliefert, wieso es sich lohnt, doch immer mal wieder zu Geschichten aus dem Genre zu greifen. Amanda und Chase habe ich beide ins Herz geschlossen und jeden Moment mitgefiebert. Dennoch möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass dieses Buch sicherlich zu jenen gehört, die eine Triggerwarnung gebrauchen könnte und nichts für Leser ist, die starke Probleme mit sexueller Gewalt haben.
Trotzdem möchte ich das Buch jedem nur ans Herz legen!

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149 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

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Das dunkle Herz

Lukas Hainer
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2018
ISBN 9783492704724
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auf den ersten Seiten lernt man Anna kennen, die sich mit ihrer Familie noch immer in der Trauerphase befindet. Vor bereits über 10 Jahren ist ihr Bruder Ben spurlos verschwunden, ein furchtbarer Schicksalsschlag, der die Familie nicht loslassen mag.
Kaum in dieser Kulisse angekommen, verlässt man diese aber auch schon wieder, den es zieht die junge Protagonistin in eine fremdartige Wüste. Wie? Das erklärt sich ihr selbst noch nicht, doch das gilt es herauszufinden…

So stößt sie nun auch auf Nick, doch die beiden sind nicht allein.
Zusammen ergeben beide aber ein sehr ausgeglichenes Gespann, wenn sich die Vertrautheit der beiden zueinander doch für mein EMpfinden ein bisschen zu schnell aufgebaut hat. Genau über diesen Punkt bin ich immer wieder gestolpert. Viele Charaktere haben sich unglaublich schnell an die neue Situation gewöhnt, obwohl erst wenige Tage vergangen sind. Geheimnisse und ganze Plots haben sich im Handumdrehen aufklären lassen, obwohl ich mir an der einen oder anderen Stelle einfach mehr erhofft hätte.
Es ist allerdings nicht so, dass es sich schlecht lesen würde oder zu einfach gestrickt wäre. Für mich hat es sich in diesen Momenten lediglich eher wie ein Kinder- als ein Jugendbuch gelesen.

Bei anderen Rätseln hat man dafür länger im Dunklen tappen müssen und wurde zum Schluss hin ziemlich schnell abgespeist. Viele Aspekte haben sich noch geklärt, bei wieder anderen hat man sich einfach noch mehr gewünscht. An dieser Stelle muss aber gesagt sein, dass es sich hierbei um einen Auftakt handelt und in den weiteren Bänden sicherlich mehr zu erfahren sein wird.

Die Idee an sich fand ich wirklich grandios und hat genau meinen Geschmack getroffen! Das Setting ist spannend gestaltet und bietet viele unvorhersehbare Momente, wenn auch ein wenig seichter ausgeführt, was aber sicherlich Geschmackssache ist und dem einen oder anderen bestimmt zu gute kommt.
Die Fantasyelemente hier waren eher rar gesät, dafür konnte mich aber die neue „Gesellschaft“ in ihren Bann ziehen. Was Menschen in solchen Situationen für Wandlungen und Entwicklungen durchmachen können, beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue!

 

Das  dunkel Herz konnte mich auf jeden Fall unterhalten und hat sich unglaublich schnell weggelesen, für meinen Geschmack hätte die Geschichte aber auf jeden Fall noch etwas brutaler und härter sein können, was aber einfach lediglich meinem Geschmack entspricht.
Die Protagonisten haben mich leider nicht ganz so sehr fesseln können, wie es vielleicht ein paar der anderen Charaktere an deren Stelle geschafft hätten, haben aber insgesamt der Geschichte ordentlich Aufschwung verliehen haben. Ich bin gespannt, wie sich die Geschichte im nächsten Band weiterentwickeln wird.

FAZIT

Lukas Hainer hat mit seinem Auftakt Das dunkle Herz einen tollen Ansatz geboten – die Geschichte konnte mich unterhalten und das interessante Setting hat mich neugierig gemacht. Vom Spannungsaufbau und -verlauf hat es mich an der einen oder anderen Stelle eher an ein Kinder- als an ein Jugendbuch erinnert, was aber nicht unbedingt schlecht sein muss, nur sollte man sich vor dem Lesen darauf einstellen.
Wer eher ein sanfteres Gemüt hat, aber dennoch auf Spannung und Abenteuer nicht verzichten möchte, sollte sich dieses Buch auf jeden Fall einmal genauer ansehen!

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793 Bibliotheken, 13 Leser, 2 Gruppen, 204 Rezensionen

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Fire & Frost - Vom Eis berührt

Elly Blake , Yvonne Hergane
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 14.02.2018
ISBN 9783473401574
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ohne große Umschweife landet man direkt im Geschehen und findet wich an Rubys Seite wieder. Mit ihrer Unerschrockenheit und festen Willen hat sie mich relativ schnell für sich gewonnen. Sie ist ehrlich und bringt ihre Meinung auf den Punkt, was ich immer wieder sehr erfrischend finde. Allerdings hat sie sich oft in ihren Gedanken widersprochen. So meint sie in einem Moment, dass eine gewisse Handlung für sie unmöglich ist und sie diesen Menschen nicht wertschätzen könnte, doch ein kleines Lächeln genügt und ihre Bedenken sind über Bord geworfen. Wie ein kleiner Goldfisch, der seine Konzentration nicht halten kann. Das hat sie leider ein wenig naiv wirken lassen und mich ab und zu auch ein wenig genervt, dem großen Ganzen aber keinen Abbruch gegeben.

Arcus hingegen scheint das genaue Gegenteil zu verkörpern, bleibt an seiner eisernen Fassade hängen und beweist sich durch klare Entschlossenheit. Vielleicht bieten die beiden dadurch auch einen so guten Kontrast. Und was mir besonders gut gefallen hat, dass es hier mal ein wenig mehr Annäherungsversuche von der weiblichen Seite her gab.
Doch auch Nebencharaktere haben sich durch bezeichnende Eigenschaften hervorstechen können, nicht zuletzt der verhasste Frostkönig selbst, den ich von der Gestaltung unglaublich interessant fand.

„Und wenn ich dafür nicht stark genug bin?“
„Das musst du sein.“

Auch, wenn sich hier mal wieder eine Menge Klischees wiederfinden, so konnte mich der Ablauf der Story doch vor allem ab der zweiten Hälfte absolut begeistern, hatte einen immensen Spannungsaufbau und ein actiongeladenes Ende, bei dem ich alles für möglich gehalten hätte.
Und auch das Setting konnte mich begeistern. Das ganze Worldbuildung hat etwas mythisches und dunkles märchenhaftes – so konnte ich mich selbst in den alten Legenden verlieren und habe spekuliert, was davon wohl war sein könnte oder doch einfach nur eine Geschichte.

Die Magie an sich war hier auch besonders interessant gestaltet. Ich denke, wir kennen alle schon die typischen Szenarien, in denen der Protagonist seine ihm bisher unbekannte Magie erlernen muss. An sich gestaltet es sich hier zwar nicht sonderlich anders, dennoch hatte ich das Gefühl, alles anschaulicher beschrieben zu bekommen und es dadurch mehr zu verstehen. Denn beide Gaben, ob nun die der Fire- oder die der Frostbloods sind wirklich faszinierend!

Die Aufteilung der Bevölkerung, die Unterdrückung und der ewig währende Kampf zwischen Frostbloods und Firebloods zieht doch auch einige Parallelen zur realen Welt und bringt immer mal wieder Denkanstöße mit ein. Die Idee hinter der Geschichte und den Aufbau kann ich demnach wirklich nur loben und auch die Entwicklung der Handlungen und einzelnen Charaktere.
Wie oben erwähnt, ist natürlich auch eine Lovestory vorhanden, kommt zwar auch nicht zu kurz, zwängt sich meiner Meinung nach aber auch nicht in den Mittelpunkt und lässt genug Freiraum für eine neue Welt und eine wirklich spannende Geschichte.
Ich bin wahnsinnig gespannt, was der zweite Band, der im September erscheinen soll, bringen wird!

 

„Du hast keine Ahnung, welche Wirkung deine Worte auf mich haben, Feuermädchen. Es hat mich Jahre gekostet, eine Mauer aus Eis um mich aufzubauen. Wenn du sie zum Schmelzen bringst, bin ich ein gebrochener Mann.“

FAZIT

Der Ravensburger Verlag hat mit Fire & Frost von Elly Blake einen Auftakt übersetzt, der nicht nur von außen ein wahrer Hingucker ist, sondern es auch wirklich in sich hat. Die Geschichte trotzt zwar nicht unbedingt mit innovativen Handlungssträngen, bietet aber ein atemberaubendes Setting, und jede Menge Spannung & Unterhaltung.
Von mir also eine klarer Lesetipp, wenn für manche vielleicht auch eher für zwischendurch.

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506 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

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Vertrauen und Verrat

Erin Beaty , Birgit Schmitz
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2018
ISBN 9783551583833
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wahrscheinlich gerade wegen der hohen Erwartungen war der Anfang doch eher ernüchternd für mich. Der Schreibstil und die Einführung in die Story haben mir wirklich gut gefallen, aber der Spannungsfaktor ist ausgeblieben. Demora bietet ein historisches und einladendes Setting, das vor allem in der Hinsicht der Stellung der Frau sehr interessant ist.
Sage bietet einen herrlichen Kontrast mit ihrer mutigen und selbstsicheren Art und hat mich des Öfteren zum Schmunzeln gebracht. Liebhaber von Judy aus Lieber Daddy Long Legs werden hier sicher auf ihre Kosten kommen. Nur leider hat mir einfach das gewisse etwas gefehlt. Ich muss aber auch generell gestehen, dass ich aktuell eher meinen Hang zu Fantasy-Geschichten auslebe.

Sage ist wirklich eine Protagonist, wie ich sie mir nur wünschen kann. Im Verlauf der Geschichte schafft sie es sogar noch über sich selbst hinauszuwachsen und mein Herz im Sturm zu erobern. So bietet sie nicht nur in ihrer Position, an der Seite der berüchtigten Kupplerin, einen abwechslungsreichen Kontrast, sondern schafft es auch jeden Tag aufs Neue die Soldaten dazu zu bringen, ihr Frauenbild zu überdenken.
Doch der Titel ist hier definitiv zu Recht gewählt, denn es geht nicht nur darum, zu lernen Vertrauen aufzubauen, sondern eben auch, an welcher Stelle man sich selbst schützen muss. Sage hat es zwar eine bemerkenswerte Beobachtungsgabe, doch wie weit reicht diese, wenn es jemand darauf anlegt, sie zu täuschen?

„Was sagt sie denn sonst noch so?“
Clare zog die Füße unter ihr Nachthemd. „Sie sagt, dass ich mich erniedrige, wenn ich mich mit dir abgebe.“
Sage grinste. „Und? Wie gefällt es dir hier unten im Dreck bei dem einfachen Volk?“
Ihre Freundin erwiderte ihr Lächeln. „Sehr gut.“

So hat sich Sage eigentlich dafür entschieden lediglich für die anderen jungen Frauen einen Zukünftigen zu finden, für sich selbst stellt sie sich aber ein unabhängigeres Leben vor.
Doch wie der Zufall es will, trifft man genau dann den einen Menschen, wenn man es am wenigsten erwartet und vielleicht auch will. Zu erkennen, dass sie jemand genauso zu schätzen weiß, wie sie wirklich ist, eröffnet ihr neue Möglichkeiten und bietet ihr die Chance sich vollkommen zu entfalten und ihr Leben noch mehr als zu vor schon selbst in die Hand zu nehmen.

„Warum haben sie nie geheiratet, Darnessa?“
„Mir geht’s wie dir“, antwortete Darnessa mit einem verschwörerischen Augenzwinkern. „Meine Ansprüche sind zu hoch.“

Und auch die Gruppe der Soldaten hat es mir angetan, die verschiedenen Charaktere könnten unterschiedlicher nicht gestaltet sein. Aus dem anfänglichen Unwillen dieser Arbeit gegenüber, entwickelt sich doch immer mehr eine sich ausbreitende Spannung, da Demora mehr in Gefahr zu sein scheint, als ursprünglich erwartet.
So spitzt sich die gesamte Stimmung der Geschichte zu, und auch, wenn ich relativ schnell gemerkt habe, dass es etwas faul zu sein scheint, so bin ich einfach nicht dahinter gekommen. Hinter jedem vermutet man eine Bedrohung und kann sich selbst kaum noch trauen und wartet geradezu auf die Gefahr, die hinter jeder Ecke lauern könnte.
Der intelligente und ausgeglichene Schreibstil hat genau meinen Geschmack getroffen und spiegelt perfekt den Charakter der Protagonistin wider.

So konnte mich die Geschichte zwar vorher schon gut unterhalten, ab dem zweiten Drittel dann aber ca auch komplett fesseln, so dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ich habe mit Sage gelitten und mitgefiebert, die verschiedenen Fronten beobachtet und jedes mal gehofft, dass sich das Ende nicht ganz so furchtbar gestalten wird wie befürchtet.
Es ist einfach ein grandioser Aufbau, der ein wenig Zeit benötigt, um sich in all seinen Facetten entfalten zu können und um Wirkung zu zeigen.
Nicht nur die präsenteren Charaktere konnten mich begeistern, sondern auch viele Nebenspieler, die die Geschichte noch umso mehr abgerundet haben. Es ist eine Geschichte, bei der man ein Auge für das Detail haben muss.
Der Spannungsaufbau ist vielleicht nicht für jeden etwas, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass Fans von der Reihe Die Chroniken der Verbliebenden hier auf ihre Kosten kommen werde.

FAZIT

Trotz dessen, dass mir der Einstieg von Vertrauen und Verrat doch ein wenig ernüchternd erschien, so hat sich die Geschichte doch immer mehr aufgebaut und konnte mich zum Schluss hin wirklich überwältigen. Mit einem intelligenten und unterhaltsamen Schreibstil, wie auch einer Protagonistin, die zu derselben Beschreibung passt hat Erin Beaty genau meinen Geschmack getroffen. Ein Auftakt, den ich auf jeden Fall nur empfehlen kann.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

comic, graphic novel, ökomärchen, reisende, science fiction, splitter-verlag

Grün 1

Frauke Berger , Frauke Berger
Fester Einband: 56 Seiten
Erschienen bei Splitter-Verlag, 22.02.2018
ISBN 9783962190316
Genre: Comics

Rezension:

Farbenpracht

Natürlich können schwarz-weiß-Illustrationen ebenfalls eine tolle Wirkung erzielen, aber die meisten sind sich sicher einig, dass ein farbenreicher Kontrast einfach ein Hingucker ist. Frauke Berger ist hier nicht nur Autorin, sondern eben auch Illustratorin und hat mich von den ersten Seiten an mit ihrem Stil gefangen genommen. Die Farben und die Zeichenart harmonieren in meinen Augen wirklich gut miteinander und erschaffen ein Bild, das perfekt aufeinander abgestimmt ist und auch für die richtige Atmosphäre sorgt.

Außergwöhnliches Setting

Ich muss gestehen, dass mich der Anfang doch erst einmal verwirrt hat, definitiv auch neugierig gestimmt, aber in erster Linie konnte ich die Puzzleteile nicht wirklich zusammenfügen. Man befindet sich in einer anderen, neuen Zeit, die viele unbekannte Umstände und Ereignisse für einen bereithält, im ersten Moment wurde man aber mehr oder weniger ins kalte Wasser geworfen.
Dies legt sich aber zum Glück schnell, wenn für mich persönlich auch nie ganz, und ein roter Faden war erkennbar.
So kann man nun erste Eindrücke vom sogenannten grünen Planeten und seine unterschiedlichsten Einwohner gewinnen.

Ideenvielfalt

Ja, dieser Punkt spiegelt sich natürlich auch schon im Setting wieder. Allerdings finde ich es fast noch erstaunlicher unterschiedliche Lebensformen zu erschaffen. Und genau damit hat Frauke Berger meinen Geschmack getroffen. Denn nicht nur Lis sorgt für einen facettenreichen und geheimnisvollen Charakter, sondern auch jene, denen sie auf ihrem Weg begegnet. und nicht zuletzt die Seuche selbst!

Denkanstöße

Immer wieder ein beliebter Aspekt von mir. Aber ich finde es eben einfach fantastisch, nicht nur unterhalten, sondern auch angeregt zu werden, mich mit gewissen Thematiken und Umständen näher auseinanderzusetzen.
Denn das Schicksal des grünen Planeten wirkt im ersten Moment eventuell ein wenig überholt, klingt in meinen Ohren aber alles andere als unrealistisch.
Was passiert dann mit der Menschheit? Was tun wir unserer Umwelt damit an?
Aber auch zwischenmenschliche Beziehungen werden hier nicht außer Acht gelassen und spielen einen wichtigen Faktor.

Die Neugier ist geweckt!

Aus den anderen Punkten konnte man sicherlich schon herauslesen, dass die Autorin mit „Grün“ einfach meinen Geschmack getroffen hat.
Aber hier kommen einige Aspekte zusammen, die in meinen Augen ein raffiniertes Werk ergeben. Denn auch, wenn mir der Anfang ein wenig verworren vorkam, zeigt es nur umso mehr, was für eine vielfältige und neue Welt hier auf die Leser wartet, was für facettenreiche und interessante Charaktere man begleiten kann und was für eine unbekannte Welt sich hier eröffnet!
So sehr ich mich auch schon auf den zweiten band freue, bin ich doch auch ein wenig traurig, dass diese Geschichte so schnell wieder ein Ende finden wird, denn nach diesem Auftakt, könnte die Reihe gar nicht lang genug für mich sein!

FAZIT

Frauke Berger hat mich mit ihrem Debütcomic Grün wahrlich überrannt. Der Einstieg ist mir zwar ein wenig schwer gefallen, hat aber einfach den Hintergrund, dass hier eine komplexe Welt aufgebaut wurde, von der man gar nicht genug erfahren kann!
An Lis Seite hat man die Chance erste Einblicke in die neue Gesellschaft und das Leben auf dem grünen Planeten zu erlangen und kann erahnen, was einem in der Fortsetzung noch bevorstehen wird – ich freue mich jetzt schon!

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Der Geist des Ozeans

Kurt de Swaaf
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Benevento, 23.03.2017
ISBN 9783710900198
Genre: Sachbücher

Rezension:

Obwohl ich gestehen muss, dass ich wirklich nicht mit viel Wissen über Meeresbewohner punkten kann, ist die Faszination unglaublich groß. Als ich vor einigen Jahren in Kanada war, hatte ich mich auch auf eine Whale-Watching Tour begeben, allerdings erfolglos. Das war’s dann mit meinem Traum von Free Willy und mir.
Als ich aber die ersten Zeilen von Der Geist des Ozeans gelesen habe, kamen diese Erinnerungen gleich wieder hoch und die Neugier war geweckt.
Kurt De Swaaf erzählt hier aus zwei Perspektiven, die unterschiedlicher nicht sein könnten, dadurch dem Leser aber einen größeren Einblick ermöglichen.
Zum einen wird hier aus einer wissenschaftlichen, aber durchaus umgangssprachlichen Perspektive berichtet, das wechselt sich mit der Sicht des jungen Pottwals Physty. Natürlich kann man hier nur vermuten, wie sich die Gedankengänge und das Verhalten genau abspielen, es wirkt allerdings keinesfalls überzogen und sorgt einfach für Abwechslung im Lesefluss.

Phystys Sicht ist jetzt nicht unbedingt hoch emotional aufgebaut, sorgt aber für neugierige Momente, in denen man die Möglichkeit hat, die erforschten Fakten aus der Theorie mit der Praxis zu vergleichen und das Verhalten der Wale näher kennenzulernen. Und was einem in dieser Hinsicht geboten wird, ist einfach unglaublich faszinierend!
Ich konnte nicht nur einiges über die Pottwale erfahren, die eine wirklich interessante und bemerkenswerte Lebensweise haben, sondern auch über andere Meeresbewohner, die sich genauso bemerkenswert und überraschend verhalten.

Er ist demnach nicht nur sozialkompetent, die Art zeigt auch Ansätze kultureller Entwicklung. Ihre akustische Kommunikation weist regionale und gruppeneigene Unterschiede auf. Mit anderen Worten: Sie sprechen Dialekte.

Pottwale unterhalten sich durch sogenannte Klickgeräusche und kommunizieren dadurch auch ganz offensichtlich miteinander. Ganz durchschaut hat die Wissenschaft die Sprache natürlich noch nicht, aber wusstet ihr, dass die Wale in den verschiedenen Gebieten auch unterschiedliche Dialekte sprechen? Da musste ich wirklich schmunzeln.
Als natürliche Feinde haben sie, abgesehen natürlich von uns Menschen, eigentlich nur die „Weißaugen“, die Orcas. Diese sind bekannt als überaus intelligente und durchtriebene Jäger. Wer in diesen Gefechten die Oberhand hat, ist schwer zu sagen und kommt auf die Anzahl der jeweiligen Wale an.
Hier wurde ich aber über ein durchaus bemerkenswertes Phänomen aufgeklärt, das mich wahrlich zu Tränen gerührt hat. Buckelwale, die in der Regel durch ihre Größe nichts zu befürchten haben, außer sie haben vielleicht gerade Junge bei sich, setzen sich durchaus des Öfteren für andere Meereslebewesen ein und schützen diese. Ganz ohne Hintergedanken.
Sie reagieren einfach empathisch und sehen, dass gewisse Lebewesen unterlegen sind.

Was ich allerdings ein wenig schade fand, waren die Fußnoten. Immer mal wieder, in Sachliteratur nicht ungewöhnlich, gibt es Markierungen für Fußnoten, diese befinden sich allerdings leider nicht untenstehend auf der jeweiligen Seite, sondern gesammelt am Ende. Um nicht jedes Mal aus dem Lesefluss katapultiert zu werden, habe ich diese dann einfach nicht nachgeschlagen. Das hat mir vom Verständnis her zwar keinen Abbruch getan, allerdings wären sicherlich interessante Zusatzinformationen dabei gewesen. Das ist vielleicht aber auch einfach Geschmacks- oder Gewohnheitssache.

Ansonsten konnte mich Der Geist des Ozeans aber auf jeden Fall überzeugen, ich habe Sachen erfahren, auf die ich ansonsten wohl niemals gestoßen wäre und so schnell sicherlich auch nicht mehr vergessen werde. Faszinierend und träumerisch zugleich, wenn auch rein von der Geschichte her kein Highlight.

FAZIT

Kurt De Swaaf konnte mich mit seinem Werk Der Geist des Ozeans wirklich überraschen. Obwohl sich der Aufbau anders gestaltet hatte, als erwartet, habe ich doch genau das geboten bekommen, was ich mich erhofft hatte. Zwischen leicht verständlichen Fakten wird eine Geschichte mit eingesponnen, die die ganze Thematik veranschaulicht und zum Lesen einlädt.
Für all jene, die immer schon mehr über die Bewohner des Meeres erfahren wollten, oder dieses Bedürfnis, wie ich, auch kürzlich erst bei sich entdeckt haben.

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394 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

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Never Never

Colleen Hoover , Tarryn Fisher , Kattrin Stier
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.03.2018
ISBN 9783423740340
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich habe vorher schon viele Kritiken zu dem Buch gelesen und gerade CoHo Fans schienen schwer enttäuscht zu sein, wobei hier die „Schuld“ der Co-Autorin Tarryn Fisher zugeschoben wurde.
Meine Erwartungen waren demnach nicht allzu hoch, dennoch habe ich mich schon sehr auf die Geschichte gefreut und wollte mich einfach überraschen lassen.
Und dann? Kaum die ersten Seiten…und ich war schlagartig verliebt.
Zugegebener Maßen war der Einstieg auch leicht verwirrend, denn es beginnt alles mit dem Gedächtnisverlust selbst. So schlüpft man abwechselnd zwischen den Perspektiven von Charlie und Silas hin und her und muss sich selbst erst mal einen Überblick der aktuellen Version verschaffen.

Doch für mich war es von Anfang an emotional, unterhaltsam und abwechslungsreich. Wie muss das wohl sein, wenn du nichts mehr aus deinem alten Leben kennst, nicht einmal dich selbst? Wie will man das jemandem erklären?
So haben die beiden immerhin sich, mehr oder weniger.
Es kam zu einem Handlungsverlauf, den ich anders erwartet hätte, so wäre alles wahrscheinlich auch noch emotionaler verlaufen, aber auch die überraschende Wendung konnte mich nach dem ersten kleinen Schock überzeugen. Die Verbindung zwischen den beiden ist einfach wirklich etwas besonderes.

Ich warte auf einen bissigen Kommentar. Auf ein Lachen.
Ich warte darauf, dass sie meine Hand von ihrem Nacken schiebt.
Aber ich bekomme keine Reaktion von ihr. Nichts. Was bedeutet, dass ich alles bekomme.

Charlie ist taff, frech und vorlaut. Doch am schlimmsten trifft sie die Erkenntnis, was sie eigentlich für ein Mensch war, oder sogar ist? Wenn das Leben um einen herum zusammenbricht und man mitten drinsteckt ohne sich daran erinnern zu können. So sehr ich solche Menschen auf den ersten Blick auch unsympathisch finden würde, hat es etwas entwaffnendes an sich, das einen einfach einnimmt.
Und genau das wird auch der Grund sein, wieso Silas einfach nicht von ihr los kommt, der doch so unglaublich anders als sie zu sein scheint.
Die beiden auf ihrem Weg und durch ihre Vergangenheit begleiten zu dürfen, war für mich persönlich wirklich schön und herzzerreißend. Da der Fokus auch auf viele andere, für die Geschichte an sich teilweise unnötigen Details hängengeblieben ist, konnten die beiden zwar nicht ganz die Tiefe bekommen, was alles noch abgerundet hätte, mich aber dennoch zweifellos überzeugen.

Die Story scheint zwischenzeitlich ein klein wenig abgedreht, gewinnt aber zum Glück immer wieder an Bodenhaftung. Auch die Nebencharaktere wie die Geschwister von Charlie und Silas waren unglaublich interessant, weshalb ich mir auch da eigentlich noch ein paar mehr Auftritte gewünscht hätte.
Neben einigen Handlungssträngen, die scheinbar im Nichts verlaufen sind, gab es hier jede Menge Emotionen, die mich tief berührt haben. Die beiden haben in ihrer Liebe eine Vollkommenheit erreicht, die mich die eine oder andere Träne gekostet haben und sie um einiges reifer haben wirken lassen, als ich es den beiden in ihrem Alter zugeschrieben hätte.

Ich ziehe es vor, dich zu lieben, wenn du ganz unten angekommen bist, anstatt dich an der Spitze zu verachten.

FAZIT

Mit Never Never haben sich Colleen Hoover und Tarry Fisher an ein spannendes Projekt gewagt, das mir trotz kleiner Kritikpunkte wirklich gut gefallen hat und mich bestens unterhalten konnte.
Aufkochende Emotionen, Spannung und jede Menge Herzschmerz haben für ein wirklich interessantes Leseerlebnis gesorgt. Von meiner Seite aus eine klare Leseempfehlung, auch wenn man sich darauf einlassen können muss, um sich von verlaufenden Handlungssträngen nicht ablenken zu lassen und die unbeschreibliche Liebesgeschichte kennenzulernen.

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Die Maske

Fuminori Nakamura , Thomas Eggenberg
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.02.2018
ISBN 9783257070217
Genre: Romane

Rezension:

Allein die ersten Seiten haben schon einen Einblick ermöglicht, was uns hier erwarten wird.
Eine skurrile Geschichte, die einen abstößt und doch zugleich eine unglaublich faszinierende Wirkung auf einen hat.
Ein Gedankengut, von dem man sich nicht vorstellen kann, dass es wirklich weiter getragen wird, weil es einfach zu abschreckend ist.

Fumihiro ist der jüngste Sprössling der Kuki-Familie und trägt dadurch eine gewaltige Last auf seinen Schultern.
Seine Geschwister sind weit älter und ihm völlig unbekannt, fast genauso wie seine Mutter. Scheinbar einzig sein Vater ist ihm geblieben, der jedoch weit mehr als nur exzentrisch zu bezeichnen ist.
Selbst in seinen jungen Jahren durchschaut er schon wesentlich mehr, als ihm zu getraut wird und hat Zeichen davon auf seiner Seele getragen. Doch dann kommt das Waisenmädchen Kaori ins Spiel und scheint seinem Leben einen neuen Sinn zu geben.
Bei jeder Handlung, Wendung und Erklärung habe ich an den Seiten gehangen und war gefangen zwischen Unbehagen und ungefesselter Neugier. Diese beiden jungen Menschen, denen die Welt eigentlich noch offen liegen sollte, scheinen ein Schicksal vorherbestimmt zu haben, das man niemandem wünschen würde.

Der Autor schafft hier eine einzigartige Atmosphäre, die Spannung und Literatur zu einem Höhepunkt zusammenbringt, die ich kaum in Worte fassen kann. Es werden nicht nur alltägliche Aspekte in die Geschichte eingebunden, sondern vor allem Kuriositäten, die ich vorher nie für möglich gehalten hätte, hier aber blind geglaubt habe. Ich habe die Geschichte mit durchlebt und mich gefangen gefühlt in einem Netz, das scheinbar nicht zu durchbrechen ist.
Der Schreibstil lässt es quasi gar nicht zu, dieses Buch aus der Hand zu legen, weil man keinesfalls ein Detail verpassen möchte, das dem ganzen zu einem glimpflichen Ende verhelfen könnte.

Obwohl man der Geschichte aus der Sicht von Fumihiro folgt, scheint er dennoch unnahbar und seine Absichten stellen sich als wesentlich verzwickter heraus, als ich sie anfänglich eingeschätzt hätte.
Allgemein hat diese Geschichte so viel bereitgehalten, auf das ich einfach nicht vorbereitet war. Der Klappentext lässt zwar schon auf eine einzigartige Geschichte vermuten, und dennoch trifft es einen einfach unvorbereitet.
Der Abgrund der Menschheit muss nicht nur einen bösen Willen als Motiv haben, es reicht auch einen Menschen bis zum letzten Rest zu zerstören und damit leben zu lassen.

„Was ich dir zu sagen habe, wird für dein Leben von großer Bedeutung sein…“

FAZIT

Mit Die Maske hat Fuminori Nakamura wahrlich ein Meisterwerk geschaffen, das einen die menschlichen Abgründe zeigt, ein Hauch von dem, was uns alle erwarten könnte und zeitgleich den Weg, um dies niemals zuzulassen.
Eine Geschichte, die mich einfach nicht mehr losgelassen hat und mir noch sehr lange Zeit in Erinnerung bleiben wird.
Man liest dieses Buch nicht einfach nur, man lebt es. Und wenn es endet, versucht man den Schock zu überwinden und wieder an die Oberfläche zu gelangen.

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