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(174)

419 Bibliotheken, 6 Leser, 7 Gruppen, 23 Rezensionen

fantasy, london, prag, engel, uralte metropole

Lumen

Christoph Marzi
Flexibler Einband: 804 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 02.10.2006
ISBN 9783453810815
Genre: Fantasy

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(27)

70 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

humor, satire, gesellschaftskritik, technik, zukunft

QualityLand

Marc-Uwe Kling
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550050237
Genre: Romane

Rezension:

Deutschland in nicht allzu ferner Zukunft: im mittlerweile zu „QualityLand“ umbenannten Staat wurden alle Bereiche des täglichen Lebens optimiert. Jeder noch so kleine Gedanke oder Handgriff wird von Maschinen übernommen. Maschinenverschrotter Peter führt ein recht unspektakuläres Leben in QualityCity, bis passiert, was nicht passieren dürfte: eine Drohne liefert ihm ein unerwünschtes Produkt von The Shop, und das, obwohl der beliebteste Versandhändler doch ganz genau weiß, was der Kunde will- besser als dieser selbst!

 Umgeben von lauter Kling-Fans habe ich trotz wärmster Empfehlungen bisher keinen der Känguru-Romane gelesen, doch meine Erwartungshaltung war dadurch natürlich riesig.
Auch, aber nicht nur vor diesem Hintergrund konnte mich der Roman leider nicht packen.

Zunächst bereitete der Schreibstil mir kleinere Probleme. Kurze, abgehackte Sätze im Präsens fand ich für einen Roman eher unpassend; es kam mir streckenweise vor, als hätte Kling hier für seine Hörbuch-Fans und nicht für den Leser geschrieben.

Über den Humor lässt sich wohl streiten. Meiner wurde nicht ganz getroffen. Stellenweise wurde ich wirklich gut unterhalten, manche Stellen hingegen waren für mein Empfinden eher bemüht und ein bisschen platt. Vielleicht wäre weniger mehr gewesen.

Ebenfalls habe ich mich an den häufigen Erklärungen gestört. Natürlich ist Peter ziemlich unbedarft, und so kann man ihm – und, oh, wie praktisch, auch dem Leser! – alles Mögliche erläutern. Meist geschieht das auf eine unterhaltsame Art und Weise, dennoch war ich etwas pikiert, wie wenig Kling seinen Lesern manchmal zutraut. Auch mir war nicht alles bekannt, so habe ich mich gefreut, ein paar Dinge dazuzulernen, doch manche Ausführungen wären in meinen Augen nicht nötig gewesen. Immerhin merkt man, dass der Autor großes Interesse mitbringt und sich ausführlich belesen hat.

Der Autor bringt viele gute Ideen zusammen und steuert auch selbst einige interessante Überlegungen bei, doch für sich genommen erfahren wir hier wenig Neues. Wer ein wenig technik- und internetaffin ist, kennt die grundsätzlichen Probleme um Filterblasen, Echokammern, Datenkraken, gläserne Bürger und ähnliche Schattenseiten des modernen Lebens. Immerhin werden diese Aspekte konsequent weitergedacht und taugen doch für ein paar Lacher. Ebenfalls positiv aufgefallen sind mir die zahlreichen Anspielungen und Details, die der Autor gern einstreut.

Gefallen hat mir die Aufmachung des Romans und die Idee, zwei verschiedene Versionen mit unterschiedlichen Zwischenseiten (Werbung und Alltägliches aus QualityLand) herauszugeben.

Wenn man sich keinen bitterbösen, subtilen, augenöffnenden Roman erhofft, sondern auch mit stellenweise klamaukiger, netter Unterhaltung klarkommt, sicher keine schlechte Wahl.
Ein spärlicherer Gebrauch des  Zeigefingers wäre für meinen Geschmack aber angenehmer gewesen. Ich persönlich habe aus dieser dystopischen Satire daher nicht viel Nachdenkenswertes mitgenommen, aber immerhin war es eine kurzweilige und im Großen und Ganzen witzige Lektüre.  
       

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(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Kristus

Robert Schneider
Flexibler Einband: 605 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.09.2016
ISBN 9783746632858
Genre: Historische Romane

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(36)

67 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

russland, hass, russen, pflegerin, wilhelmine

Magnolienschlaf

Eva Baronsky
Fester Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 28.02.2011
ISBN 9783351033385
Genre: Romane

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(13)

50 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

tiere, natur, naturroman, wildnis

H wie Habicht

Helen Macdonald , Ulrike Kretschmer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.10.2016
ISBN 9783548376721
Genre: Sachbücher

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130 Bibliotheken, 26 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

liebe, essex, london, aberglaube, wissenschaft

Die Schlange von Essex

Sarah Perry , Eva Bonné
Fester Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783847900306
Genre: Romane

Rezension:

Nach dem Tod ihres tyrannischen Ehegatten ist die Londonerin Cora nicht gerade unglücklich über ihr neues Witwendasein. Frei von den Zwängen ihrer Ehe legt sie wenig Wert darauf, wie eine Frau sich in den Augen der viktorianischen Gesellschaft zu kleiden und zu geben hat und beschließt, von großem naturwissenschaftlichen Interesse getrieben, ins ländliche Essex zu reisen um dort den Gerüchten über eine mythische Schlange nachzugehen. Dabei wird sie von ihrem Sohn Francis und ihrer guten Freundin Martha, welche auch Francis‘ Kindermädchen ist, begleitet. Kaum hat sie sich ein wenig eingelebt, erhält sie Einblick in das Leben der Dorfbewohner sowie deren Ängste, Probleme und Eigenarten.

Hatte ich aufgrund der Kurzbeschreibung einen größeren Fokus auf Naturwissenschaften, auf leidenschaftliche Streitgespräche zwischen Darwin-Anhängerin und Geistlichem erhofft, so fand all dies nur am Rande und ohne wirkliche Debatten statt. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungsgeflechte, das Familienleben, die Freundschaften und die (oft unerwiderte) Liebe der Protagonisten. Viel handelt von Alltäglichem, den Leser erwartet keine spannende Jagd auf ein Fabelwesen. Auch, wenn ich diese nicht erwartet hatte- einen Hauch ereignisreicher hätte die Geschichte für mich gern sein können.  

Sarah Perry schildert all dies aber in einer wunderschönen, unaufgeregten Sprache, sodass ich allein aus diesem Grund viel Freude an dem Roman fand. Eingestreute Briefwechsel zwischen den Hauptfiguren sorgen für einen guten Zugang zu diesen.
Zudem scheint die Autorin sich intensiv mit dem Zeitgeist der Epoche und den geschilderten Details auseinandergesetzt zu haben, alles wirkt handfest recherchiert. In vielen kleineren Feinheiten und Anspielungen zeigt sich ihr Wissensschatz; im Nachwort erwähnt sie Literatur zur Vertiefung, von der ich mir einiges notiert habe.

Die Figuren machen einen authentischen Eindruck, große Freude hatte ich an Coras Art, aus der ihr angedachten Rolle zu fallen und an Martha, welche mit glühendem Eifer sozialistische Gedanken vertritt und sich für die Ärmsten der Armen in London einsetzt.

Was die Übersetzung angeht, sind mir wenige krumme Formulierungen aufgefallen (z.B. „Zahlenkolumne“ wo vermutlich eine Spalte gemeint war), aber alles in allem wirkt sie recht gelungen, sofern ich das in Unkenntnis des Originals einschätzen kann.

„Die Schlange von Essex“ hat mich gut unterhalten, ließ mich aber wegen der zuvor geschürten Erwartungshaltung und der nicht immer temporeichen Handlung etwas unbefriedigt zurück.

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Tags: chirurg, dorf, england, fluss, fossilien, legende, london, meer, pfarrer, sozialismus, viktorianisch, wasser, witwe   (13)
 

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(51)

120 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

drachen, fantasy, krieg, das erwachen des feuers, high fantasy

Das Erwachen des Feuers

Anthony Ryan , Birgit Maria Pfaffinger , Sara Riffel
Fester Einband: 832 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 09.09.2017
ISBN 9783608949742
Genre: Fantasy

Rezension:

Schwere Zeiten für den Arradsianischen Kontinent: die Drachen verhalten sich immer rätselhafter. Außerdem kündigt sich ein Konflikt mit dem Corvantinischen Kaiserreich an. Aus dem Blut der Drachen wird ein Elixier hergestellt, welches den wenigen Blutgesegneten übermenschliche Kräfte verleiht. Doch es geht langsam zur Neige…

Zwei dieser Blutgesegneten sind Lizanne Lethridge- eine junge Spionin mit der Mission, eine geheimnisvolle Apparatur zu beschaffen – sowie Claydon Torcreek, ein Dieb aus dem Blinden Viertel, welcher auf eine Expedition ins gefährliche Inland Arradsias geschickt wird. Hilemore hingegen ist kein Blutgesegneter, sondern Leutnant auf einem der modernsten Schiffe seiner Zeit. Alle drei stehen im Auftrag der Eisenboot-Gesellschaft: Arradsia hat sich von den Fesseln des Kaisertums befreit, um sich ganz der Herrschaft der Konzerne, allen voran Eisenboot, zu unterwerfen.

So ist jedes Kapitel im Roman aus der Sicht eines dieser drei Protagonisten geschildert, und natürlich bietet das jede Menge Spielraum für Cliffhanger. War der Spannungsaufbau so schon überzeugend, hat diese Dreiteilung das Ganze noch verstärkt, denn natürlich wollte ich unbedingt erfahren, wie es in den anderen Handlungssträngen weiterging.

Dabei ist alles sehr kunstvoll miteinander verwoben, frühere Passagen ergeben plötzlich noch mehr Sinn, viele Andeutungen werden später erneut aufgegriffen. Zunächst mag es ein wenig dauern, sich in die feinsinnig erdachte Welt mit ihrer Fülle an Details, ihren Bevölkerungsgruppen und Strukturen  hineinzufinden, die ganzen Informationen und Handlungssprünge erfordern Konzentration, aber man wird für die Ausdauer belohnt. Außerdem handelt es sich um den Auftakt der „Draconis Memoria“-Trilogie, welche vor diesem Hintergrund umso vielversprechender wirkt.

Gelegentlich blitzen Steampunk-Elemente auf, teilweise bleibt der technische Stand Arradsias hinter unserer Welt zurück, dafür gibt es viele liebevoll erdachte mechanische Gerätschaften. Ein großer Teil der Handlung findet auf Schiffen statt, man sollte nautischen Themen also nicht abgeneigt sein und sich von ein paar Seefahrtsbegriffen nicht abschrecken lassen.  Auch gibt es etliche Gefechte und Schlachten, wovon ich sonst kein allzu großer Fan bin, aber hier lasen sich auch diese Szenen recht gut. Freunde von Agenten- und Spionageromanen kommen in Ms. Lethridges Kapiteln auf ihre Kosten. Positiv fiel mir ebenfalls auf, dass kleinere Liebeleien authentisch und unaufdringlich am Rande stattfinden, ohne ins Kitschige abzudriften.
Überhaupt hat Ryan überzeugende facettenreiche Figuren geschaffen, die auf den 720 Seiten jede für sich eine beachtliche Entwicklung durchleben und nicht den gängigen Klischees entsprechen. Insbesondere die zahlreichen starken Frauenfiguren haben mich positiv überrascht.

Auch sprachlich haben mich Ryan und die Übersetzung in ihren Bann gezogen.

Ein stimmiger, spannender Roman; ich freue mich auf die Nachfolger!
       

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Tags: agenten, agentin, drache, drachen, expedition, krieg, meer, schiff, schifffahrt, schlacht, see, seefahrt, spionage, spionin, steampunk   (15)
 

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(133)

262 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

sklaverei, flucht, amerika, underground railroad, usa

Underground Railroad

Colson Whitehead , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 21.08.2017
ISBN 9783446256552
Genre: Romane

Rezension:

Cora, sie schätzt sich selbst auf 16 oder 17 Jahre, lebt als Sklavin auf einer Baumwollplantage, so wie ihre Mutter und ihre Großmutter vor ihr.
Als Ausgegrenzte, nicht nur vom Leben der freien Menschen, sondern auch von der Gemeinschaft ihrer Mitgefangenen, bietet sich ihr die Möglichkeit zur Flucht.
Um der Plantage vollständig zu entkommen, ist allerdings viel mehr vonnöten als das Weglaufen an sich. Sklavenjäger, der allgegenwärtige Rassismus und die psychischen Nachwirkungen der Sklaverei sind nur einige der Übel, die den Entlaufenen ein Leben in Freiheit erschweren.
Auch, wer als Weißer das System der Sklaverei ablehnt und abzuschaffen versucht, tut dies oft unter Einsatz seines Lebens.
In diesem feindlichen, menschenverachtenden Klima versucht Cora, ihren Platz für ein unbehelligtes Leben zu finden.

Gefallen hat mir, dass das Leseexemplar eine historische Einordnung sowie ein Interview mit dem Autor beinhaltet. Allerdings wurde dort für meinen Geschmack etwas zu viel vorweggenommen, ich hätte es lieber später gelesen. Auch eine Karte wäre eine nette Zugabe gewesen, da ich nicht alle US-Bundesstaaten aus dem Gedächtnis verorten konnte, aber es ist ja kein Problem, das Ganze nachzuschlagen.

Der Roman wirkt auf mich sehr gut recherchiert, die offenkundigen absichtlichen Abweichungen natürlich ausgenommen. Das erfundene Element der Underground Railroad im wörtlichen Sinne- und ihre Möglichkeit zu operieren, ohne dass das Netz als Gesamtes auffliegt- hinzunehmen, fiel mir anfangs etwas schwer.
Stilistisch konnte Whitehead mich überzeugen, der Lesefluss war angenehm und auch die Übersetzung empfand ich als recht gelungen, aber manchmal hätte ich mir etwas weniger Betonung des Offensichtlichen gewünscht. Die ungeschönte Geschichte spricht für sich. Die handelnden Personen hingegen sind durchweg glaubwürdig und oft auch vielschichtig angelegt und in Cora sehe ich eine sympathische, enorm willensstarke Hauptfigur.
Sich komplett in die Gefühlswelt der Protagonisten hineinzuversetzen ist natürlich schier unmöglich, aber Whitehead schafft es bestens, dem Leser eine Ahnung davon zu verschaffen.
Ebenfalls anschaulich beschrieben waren die von Staat zu Staat enorm unterschiedlichen Arten des Umgangs mit Sklaverei und schwarzen Mitmenschen, auch die Gräueltaten an der indigenen Bevölkerung werden nicht ausgelassen. Auf wessen Rücken der Staat aufgebaut wurde, wird nicht vergessen; Widersprüche zwischen der Verfassung, dem Freiheitsstreben sowie den religiösen Überzeugungen eines Großteils der damaligen Bevölkerung einerseits und den traurigen Tatsachen andererseits werden evident.

Ein bewegender Roman, der hoffentlich noch etliche Leser erreichen kann.

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Tags: flucht, gleichberechtigung, plantage, rassismus, sklaverei, unterdrückung, untergrund, usa   (8)
 

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(62)

83 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

adel, graf, wahrsagerin, schloss, belgien

Töte mich

Amélie Nothomb , Brigitte Große
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257069891
Genre: Romane

Rezension:

Der 68-jährige Graf Henri Neville ist bankrott. Das Familienschloss in den belgischen Ardennen, Le Pluvier, kann er nicht mehr länger halten; aber bevor seine Familie es endgültig verlassen muss, möchte er noch ein letztes seiner legendären Feste abhalten.
Kurz vor dieser Garden Party aber wird seine Tochter Sérieuse von einer Wahrsagerin im Wald aufgegriffen. Bei dieser Gelegenheit wird im prophezeit, er werde auf der Feier einen seiner Gäste töten – wirklich unerhört.

Viel mehr Details möchte ich nicht nennen, denn das nur 110 Seiten starke Büchlein (großzügig bedruckt) soll noch ein paar Überraschungen offenhalten.
Leider finde ich, dass der Klappentext schon viel zu viel verrät, denn natürlich lässt sich auf so begrenztem Platz nicht wesentlich mehr erzählen – ich fühlte mich sehr an Kurzgeschichten erinnert.

Gut gefallen hat mir hingegen Nothombs Art zu schreiben – nicht anspruchslos, wozu die ein oder andere Anspielung beitragen mag, aber nichtsdestotrotz sehr angenehm und flüssig zu lesen - und der leise, trockene Humor, der gelegentlich trotz des ernsten Problems, mit dem sich Graf Neville herumplagte, durchklang.

Leider war der Fokus etwas anders gesetzt als ich es erwartet hatte: sehr viel Raum wird darauf verwendet, Graf Nevilles Leidenschaft für das Gastgeben, die Fesseln seines Standes und seine Bemühungen, den Schein zu wahren, zu beschreiben.
Wegen des Titels, des Covers und der Inhaltsbeschreibung ging ich davon aus, wesentlicher Bestandteil des Romans wäre Sérieuses Empfindungslosigkeit und ihr Wunsch, getötet zu werden. Allerdings wurden diese Punkte nur am Rande thematisiert, wodurch ihr Handeln eher bizarr und unnachvollziehbar wirkte. Einen wirklichen Einblick in ihre Gedanken- und (Nicht-)Empfindungswelt erhält man nicht.
Auch mit dem Grafen konnte ich nicht so recht warm werden, was aber sicher so beabsichtigt ist – immerhin ist er auch der Einzige, der konsequent beim Nachnamen genannt wird.

Durch diese Erwartungshaltung wurde mein Lesevergnügen leider etwas geschmälert. Wer sich von dem Roman aber nicht erhofft, allzu viel über Sérieuse zu erfahren, wird mit dem kauzigen, in seiner Rolle des Adligen gefangenen Grafen sicher gute Unterhaltung finden.

       

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Tags: adel, belgien, familie, feier, fest, gastgeber, graf, party, prophezeiung, schloss, tod, tötung   (12)
 

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(61)

183 Bibliotheken, 32 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

zamonien, fantasy, walter moers, gehirn, märchen

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Walter Moers , Lydia Rode
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaus, 28.08.2017
ISBN 9783813507850
Genre: Fantasy

Rezension:  
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(73)

106 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

marx, darwin, london, charles darwin, karl marx

Und Marx stand still in Darwins Garten

Ilona Jerger
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 11.08.2017
ISBN 9783550081897
Genre: Romane

Rezension:

Der schon zu Lebzeiten sehr geschätzte Charles Darwin lebt 1881 ein beschauliches, ruhiges Leben auf seinem geräumigen Anwesen - nicht unweit von Karl Marx, der weniger berühmt und auf finanzielle Zuwendungen seines Freundes Engels angewiesen im rußigen London ein vorläufiges Exil gefunden hat.

Dennoch haben die beiden mehr Gemeinsamkeiten, als es auf den ersten Blick scheint. Beiden stand eine religiöse Laufbahn bevor, bis sie mit ihren bahnbrechenden Erkenntnissen an den Grundfesten des bisherigen Glaubens rüttelten und sich mit diesem nicht mehr identifizieren konnten. Die zwei Koryphäen sind trotz ihres Alters nicht willens, ihre wissenschaftliche Arbeit an den Nagel zu hängen und sich zur Ruhe zu setzen.
Außerdem sind beide gesundheitlich angeschlagen und daher bei dem fortschrittlichen jungen Dr. Beckett in Behandlung.
Was wäre also gewesen, hätten sich Darwin und Marx bei einem Dinner getroffen?

Ilona Jerger zeichnet ein sehr liebevolles Portrait der beiden Protagonisten und legt dabei großen Wert auf Details. Dabei liegt der Fokus auf alltäglichen Situationen, der Roman ist sehr ruhig und kommt ohne spektakuläre Wendungen aus. Auch das Aufeinandertreffen von Marx und Darwin nimmt verhältnismäßig wenig Raum ein, wer also auf einen ausufernden Schlagabtausch hofft, wird enttäuscht werden.
Alles wirkt authentisch und historisch korrekt. Auch andere bekannte Zeitgenossen finden am Rande eine kleine Erwähnung.

Anzumerken ist auch, dass Darwin facettenreicher und umfangreicher dargestellt wird als Marx, der vielleicht ein klein wenig zu kurz gekommen ist. Man merkt, dass die Autorin einen klaren Liebling hat, wie sie auch im dem Rezensionsexemplar beiliegenden Interview erwähnt.
Die medizinische Leidensgeschichte der beiden ist für meinen Geschmack etwas zu ausufernd geraten und hätte gern etwas mehr in den Hintergrund geraten können.

Dass Jerger keine Biologin ist, hindert sie nicht daran, Darwins Arbeit sehr genau zu beschreiben, was dem weniger am Fachlichen interessierten Leser vielleicht etwas zu langatmig werden könnte, mir aber gut gefiel. Jedoch unterläuft auch ihr der häufige Schnitzer, von den „fittesten“ Hirschen und Pfauen zu sprechen (S. 62), womit sie sicher auf den Terminus „survival of the fittest“ Bezug nimmt, der allerdings die am besten angepassten Individuen und nicht die körperlich leistungsfähigsten meint.
Sprachlich konnte mich „Und Marx stand still in Darwins Garten“ ansonsten überzeugen, die Lektüre hat mir viel Spaß gemacht.

Positiv hervorzuheben ist ebenfalls, dass die Autorin sich im Nachwort dazu äußert, inwiefern der Roman auf Fakten basiert und wie viel ihrer künstlerischen Freiheit zuzuschreiben ist.

Das Buch hat mich dazu angeregt, mich demnächst ein wenig intensiver mit Darwin und Marx zu befassen, also allein dafür eine klare Empfehlung meinerseits.

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Tags: darwin, england, evolution, london, marx, naturwissenschaft, wissenschaft   (7)
 

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12 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

bill bryson, geschichte, geschenk, thorsten, at home

At Home

Bill Bryson
Fester Einband: 536 Seiten
Erschienen bei Transworld Publishers Ltd, 17.05.2010
ISBN 9780385608275
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Diner des Grauens

A. Lee Martinez
E-Buch Text: 356 Seiten
Erschienen bei Piper ebooks, 14.05.2013
ISBN 9783492964159
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags: gespenster, humor, schwarze magie, usa, vampir, werwolf, zombies   (7)
 

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(216)

484 Bibliotheken, 4 Leser, 7 Gruppen, 22 Rezensionen

fantasy, london, paris, vampire, emily laing

Lilith

Christoph Marzi
Flexibler Einband: 692 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 07.11.2005
ISBN 9783453521353
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags: ägypten, elfen, hölle, metropole, paris, ratten, untergrund, vampire   (8)
 

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(156)

226 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 141 Rezensionen

paris, brief, hamburg, realität, briefe

Der Brief

Carolin Hagebölling
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.06.2017
ISBN 9783423261463
Genre: Romane

Rezension:

Marie führt mit ihrer Freundin Johanna ein ganz normales, glückliches Leben als Journalistin in Hamburg. Ihr Alltag wird jedoch durcheinandergewirbelt, als sie einen Brief von ihrer alten Schulfreundin erhält, der an eine andere Version ihrer selbst gerichtet zu sein scheint. Diese Marie leitet gemeinsam mit ihrem Mann Victor eine Galerie in Paris.
Was anfangs noch wie ein Missverständnis wirkt, wird zunehmend mysteriöser, und so beginnt Marie, nachzuforschen.

Die Grundthematik des Romans, so wird auch die Autorin im Klappentext zitiert, dreht sich um die Frage „Was wäre wenn…?“. Wo stünde man, hätte man sich an bestimmten Punkten seines Lebens für einen anderen Abzweig entschieden? Diese häufig aufgegriffene Überlegung behandelt Carolin Hagebölling auf eine recht erfrischende Art und Weise.
Durch den sehr flüssigen, unkomplizierten Schreibstil (in den Dialogen manchmal für meinen Geschmack etwas zu holprig-umgangssprachlich) war das Büchlein schnell gelesen.

Die Figuren wirkten im Großen und Ganzen glaubhaft und sympathisch, auch wenn sie ab und zu knapp am Klischee vorbeischrammten und auf 220 Seiten natürlich wenig Raum bleibt, sich ihnen sonderlich verbunden zu fühlen.

So gut ich den Ausgangspunkt fand, so vorhersehbar wurde es leider; nach dem ersten Anstoß verlief die Geschichte exakt so wie gedacht.
Lediglich das Ende konnte mich überraschen, doch auf eher unbefriedigende Art. Während der Lektüre fragte ich mich immer wieder, wie die Autorin DAS denn nun am Ende erklären würde – die Antwort lautete schlicht und ergreifend: gar nicht. Sicher ist die Botschaft auch ohne eine „große“ rationale Auflösung klar verständlich, darauf gehofft hatte ich dennoch. Die Fragen, die ich mir nach der Leseprobe stellte und die mich so neugierig auf das Buch machten, blieben unbeantwortet.

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Tags: brief, mysteriös, parallelwelt, paris   (4)
 

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

sherlock holmes, rätsel, detektiv, krimi, comic

Spiele-Comic Krimi: Sherlock Holmes 01(Hardcover)


Fester Einband
Erschienen bei Pegasus Spiele Gmbh, 15.03.2017
ISBN 9783957891006
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Sherlock Holmes - Die vier Fälle" ist ein gelungener Spiele-Comic aus dem Hause Pegasus.
In vier Episoden versucht man - je nach gewünschtem Schwierigkeitsgrad in der Rolles des Sherlock Holmes oder Dr. Watson - den Tathergang zu rekonstruieren und gegebenenfalls den Täter zu ermitteln.
Dabei beeinflussen die getroffenen Entscheidungen den weiteren Verlauf der Geschichte, denn je nach Ergebnis springt man zu einem anderen Panel.

Als Kind war ich recht angetan von der Gänsehaut-Abenteuerbuch-Serie, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionierte. Deren Nachteil bestand nur darin, dass die Bücher schnell ausgelesen waren, denn man las nur einen Bruchteil der Geschichte und die x-te leichte Variation derselben war nicht mehr wirklich spannend.
Dementsprechend war ich voller Vorfreude auf den Spiele-Comic, hatte aber auch kleinere Bedenken.

Diese waren allerdings komplett unbegründet, denn auch wenn das Büchlein auf den ersten Blick ein wenig dünn wirkt, konnte es mich etliche Stunden gut beschäftigen.
Um die Fälle lösen zu können, ist es notwendig, auf die zahlreichen Details der Geschichte und der Zeichnungen zu achten.
Dementsprechend viel Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit sollte man mitbringen, als U-Bahn-Lektüre ist das Buch nicht geeignet.
Es ist empfehlenswert, die Fälle jeweils in einem Rutsch zu bearbeiten, sodass noch alle Hinweise präsent sind.
Darin zeigt sich, dass der Spielecharakter deutlich überwiegt, es ist kein Comic, den man am Stück lesen könnte.
Auch brauchte ich persönlich immer etwas Abstand zwischen den einzelnen Fällen.

Dadurch, dass man ständig zwischen den Panels springt, ist das Buch nichts für Blätterfaule. Teilweise war ich etwas verwirrt von den ganzen als Lesezeichen zweckentfremdeten Zetteln, Stiften und Fingern (keine Angst, alle noch dran).

Der Spiele-Comic ist sehr liebevoll und detailreich gezeichnet, es macht viel Spaß, auf die zahlreichen Kleinigkeiten zu achten.
Kleinere, für die Lösung der "Hauptquest" nicht relevante Aufgaben bieten zusätzlichen Rätselspaß.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nur wenige von Doyles Romanen und Kurzgeschichten gelesen habe, die BBC-Serie ist mir aber bekannt. Das war kein Problem denn ein entsprechendes Vorwissen wird von diesem Buch nicht vorausgesetzt.

Einen halben Punkt würde ich für wenige Kleinigkeiten abziehen - so habe ich mich an ein paar Unstimmigkeiten bei der Übersetzung gestört, zudem fand ich nicht alles zwingend logisch, sondern etwas konstruiert (mein übliches Sherlock-Problem), und am Layout hat mich etwas sehr genervt, worauf ich nicht genauer eingehen kann, ohne zu viel zu verraten. ;)

Sicher wäre es interessant zu erfahren, wie die Geschichte auf den nicht gewählten Pfaden verlaufen wäre, weshalb sich das Buch zum mehrmaligen Lesen anbietet. Nur sollte man dafür reichlich Zeit einplanen, bis man die Lösung der Fälle wieder vergessen hat.

Bestimmt nicht mein letzter Spiele-Comic!

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Tags: detektiv, england, london, sherlock, spiel, watson   (6)
 

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(26)

58 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

fantasy, london, neverwhere, neil gaiman, urban fantasy

Neverwhere

Neil Gaiman
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Harpercollins, 29.08.2011
ISBN 0060557818
Genre: Fantasy

Rezension:  
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(1.356)

2.664 Bibliotheken, 59 Leser, 13 Gruppen, 165 Rezensionen

fantasy, zamonien, bücher, buchlinge, hildegunst von mythenmetz

Die Stadt der träumenden Bücher

Walter Moers
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.04.2006
ISBN 9783492246880
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags:  
 

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(352)

741 Bibliotheken, 16 Leser, 11 Gruppen, 53 Rezensionen

london, fantasy, engel, ratten, uralte metropole

Lycidas

Christoph Marzi
Flexibler Einband: 861 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 01.12.2004
ISBN 9783453530065
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags: düster, elfen, engel, himmel, hölle, london, mythologie, ratten, untergrund, waise, werwölfe   (11)
 

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(25)

41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

monster, familie, jacob, fantas, cairnholm island

Miss Peregrine home for peculiar children. Die Insel der besonderen Kinder, englische Ausgabe

Ransom Riggs
Buch
Erschienen bei Random House US, 01.05.2012
ISBN 9781594746062
Genre: Fantasy

Rezension:  
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(8)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

flüchtlinge, westliche welt, krief, love, mohsin hamid

Exit West

Mohsin Hamid
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Hamish Hamilton, 02.03.2017
ISBN 9780241290095
Genre: Romane

Rezension:

Nadia und Saeed lernen sich in ihrer nicht näher bezeichneten Heimatstadt kennen, in der der Krieg immer mehr zur realen Bedrohung wird. Gerüchte über geheimnisvolle Türen gehen um, diese sollen Passagen zu anderen Städten und Ländern sein.

„Exit West“ erzählt von Krieg, von Flucht und der Suche nach einer Heimat sowie von einer Beziehung, die diesen Umständen trotzen muss – letzteres nicht nur am Rande, der potenzielle Leser sollte Liebesgeschichten also nicht grundsätzlich abgeneigt sein, wenngleich es nie ins Kitschige abdriftet.
Auch, wer sich von „Exit West“ einen phantastischen Roman erhofft, sollte besser weitersuchen. Mit den Türen ist zwar ein gewisses übernatürliches Element enthalten, aber sie bleiben ein (wenn auch wichtiges) Mittel zum Zweck.

Wer sich mit diesen Voraussetzungen einverstanden zeigt, trifft auf zwei glaubwürdige Protagonisten. Nadia ist eine unabhängige lebenshungrige Frau (erfrischend klischeefrei), Saeed eher ruhig, religiös und weniger flexibel.

Der Erzähler berichtet ohne erhobenen Zeigefinger in langen Sätzen und distanziertem, unaufgeregtem Stil. Der Leser wird daher trotz der gewichtigen Themen emotional wenig involviert, selbst schlimmste Erlebnisse werden trocken geschildert.
Das mag nicht jedermanns Sache sein, mir persönlich hat es gut gefallen.

Alles in allem eine kurze (228  Seiten bei recht großer Schrift), dadurch aber nicht weniger empfehlenswerte Lektüre.
4/5 Punkte deshalb, weil der Fokus für meinen Geschmack ein wenig zu sehr auf die Beziehung gerichtet wurde.

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Tags: flucht, flüchtlinge, krieg   (3)
 

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historischer roman, otto der große, rebecca gablé, ottonen, mittelalter

Die fremde Königin

Rebecca Gablé , Jürgen Speh
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 27.04.2017
ISBN 9783431039771
Genre: Historische Romane

Rezension:

Während Rebecca Gablé im ersten Band der Reihe, „Das Haupt der Welt“, die Geschichte Ottos I. von 929-941 beschrieb, umspannt „Die fremde Königin“ die Jahre 951-962.

Adelheid von Burgund, Königin von Italien, befindet sich in der Gefangenschaft Berengars, der die Macht über ihr Herrschaftsgebiet an sich reißen möchte. Mit ihrer Rettung wird der junge Panzerreiter Gaidemar beauftragt. Er steht im Dienst König Ottos, an dessen Hof Adelheid eskortiert werden soll und den sie kurz nach ihrer erfolgreichen Flucht ehelicht. Im Laufe ihrer Regentschaft wird die Macht des Königspaares einige Male auf die Probe gestellt, oft auch aus den Reihen der eigenen Familie. Treuer Begleiter der Königsfamilie bleibt Gaidemar, dessen Aufstieg der Leser begleitet.
Bei ihm handelt es sich übrigens um eine fiktive Figur, wie gewohnt verknüpft Rebecca Gablé das Schicksal historisch verbürgter Persönlichkeiten mit dem ihrer Feder entsprungenen Helden. Eine entsprechende Kennzeichnung befindet sich im Personenregister.

Die Autorin schafft es, den Leser sicher durch die Ränkespiele zu führen, ohne dass dieser zwischen den häufig wechselnden Bündnissen und Intrigen den Überblick verliert.

Mit Adelheid hat das Buch eine starke, intelligente Protagonistin, die sich auch in politische Belange einmischt und dabei die Balance zwischen ihren persönlichen Befindlichkeiten und ihrer Stellung als Königin finden muss.
Auch wenn der Titel nahelegt, dass Adelheid die Hauptrolle gebührt, so stand für mich eher Gaidemar im Mittelpunkt des Romans. Dieser ist seiner Zeit vielleicht etwas voraus und trotz kleinerer Makel der strahlende Held der Geschichte, für meinen Geschmack hätte er gern ein paar Kanten mehr haben dürfen.
Besonders die Charakterisierung der Bösewichte war mir leider etwas zu einseitig, an ihnen wurde meist nicht ein gutes Haar gelassen.
Die große Romanze des Buches, die wohl eher zum Mitschmachten angelegt war, hatte für mich einen merkwürdigen Beigeschmack und wäre aus meiner Sicht nicht nötig gewesen – auch das etwas gekünstelte vorhersehbare Happy End erzeugte bei mir eher Stirnrunzeln.
Im Großen und Ganzen wirkten aber die meisten Figuren glaubwürdig und luden dazu ein, mit ihnen mitzufiebern.

Da ich bereits „Das Haupt der Welt“ gelesen hatte, habe ich mich gefreut, auf einige bekannte Gesichter zu stoßen. Aber auch ohne dieses Vorwissen sollte „Die fremde Königin“ gut verständlich sein.
Der flüssige Schreibstil machte die Lektüre sehr angenehm und kurzweilig, sodass ich sie auch Lesern, die sich schnell von der Seitenzahl abschrecken lassen, empfehlen kann.
Auch die Schlachtszenen – für mich in historischen Romanen oft eher ein notwendiges Übel – wurden wenig langatmig und dennoch glaubwürdig abgehandelt.

Als Laie kann ich nicht viel zur historischen Korrektheit der Handlung sagen, mir sind jedenfalls keine groben Schnitzer aufgefallen. Hatte ich mich bisher außerhalb des Geschichtsunterrichts noch nicht mit jener Zeit beschäftigt, so hat mich das Buch doch angeregt, ein paar Dinge nachzuschlagen.
Auch wer sich schon näher damit beschäftigt hat dürfte auf seine Kosten kommen, denn die Rahmenhandlung um die tatsächlichen Begebenheiten wurde gut ausstaffiert.

„Die fremde Königin“ ist zwar nicht mein Lieblingswerk der Autorin geworden, hat mir aber schöne Lesestunden beschert und keinesfalls enttäuscht. Sollte es eine Fortsetzung geben, werde ich auf jeden Fall weiterlesen.

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The Road Beneath My Feet

Frank Turner
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Overlook Press, 02.02.2016
ISBN 9781468312676
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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usa, faschismus, 20. jahrhundert, sinclair lewis, penguin classics

It Can't Happen Here

Sinclair Lewis
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin Classics, 20.01.2017
ISBN 9780241310663
Genre: Klassiker

Rezension:

Wir schreiben das Jahr 1936, in den gebeutelten USA tobt der Wahlkampf. Alle sind sich einig, dass Berzelius „Buzz“ Windrip - ein fremden- und überhaupt minderheitenhassender, populistischer Senator- keine Chance haben wird, sich gegen seine Konkurrenten, darunter Roosevelt, durchzusetzen. Natürlich kommt es anders.  

Dass Windrip ein totalitaristisches Regime errichtet, kann auch an der Presse nicht spurlos vorüberziehen, und so ist Doremus Jessup, Verleger des „Informer“ und Protagonist des Romans, gezwungen sich zu positionieren. 
 
Der Verlauf des Buches hält für Leser, die dem Geschichtsunterricht nicht allzu oft ferngeblieben sind, keine überraschenden Wendungen bereit, die anschaulichen Beschreibungen entfalten dennoch ihren Sog und sind vor dem Hintergrund ihres Erscheinungsjahres umso beeindruckender. 
An Relevanz hat „It can’t happen here“ über die Jahre jedenfalls leider nicht eingebüßt.

Ich empfand die Lektüre als eher schwergängig, was ich nicht einmal auf sprachliche Verständnisschwierigkeiten zurückführen würde. Viele zur Entstehungszeit sicher nachvollziehbare Anspielungen waren mir leider nicht geläufig und auch der für heutige Verhältnisse etwas sperrige Schreibstil hat dazu beigetragen, dass sich der Roman für mich nicht unbedingt als erfrischender Zeitvertreib sondern streckenweise etwas anstrengend herausstellte. Von einem satirischen Roman hatte ich mir trotz der ernsten Thematik mehr Unterhaltung und weniger nüchterne Beschreibungen erhofft. 

Mit vielen der Figuren konnte ich nicht richtig warm werden, wenige handelten mir nachvollziehbar; wenn sie nicht satirisch überzogen dargestellt wurden, blieben sie etwas farblos. 

Alles in allem nicht ganz, was ich erwartet hatte, kein schlechtes Buch, aber nicht ganz mein Fall.

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kimchi, fermentieren, pickles, kochbuch, einlegen

Saures

Freddie Janssen , Melina Bucholz , Helen Cathcart
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei AT Verlag AZ Fachverlage, 13.02.2017
ISBN 9783038009474
Genre: Sachbücher

Rezension:

 "Saures" führt den Leser nach einer kurzen Einleitung und kleinen Tipps zu je einem größeren Kapitel über eingelegte und fermentierte Speisen sowie einem kleineren mit Saucenrezepten, um dann einen Abschnitt den Rezepten zu widmen, die sich unter Verwendung der zuvor hergestellten Lebensmittel zubereiten lassen. Abschließend finden sich Anleitungen für ausgefallene saure Getränke.

Das Buch ist sehr ansprechend bebildert, so wird fast jedes Rezept von einer entsprechenden Fotografie begleitet.
Alle Anleitungen lesen sich so, als wären sie für Hobbyköche mit durchschnittlichen Fähigkeiten gut zu bewerkstelligen, auch wenn mir (z.B. beim Ausprobieren des F.A.T-Sesam-Kimchi) kleinere Ungereimtheiten aufgefallen sind.
Häufiger werden Zutaten benötigt, die man auch in größeren Supermärkten nicht ohne weiteres finden dürfte (für vieles empfiehlt sich der Besuch eines asiatischen Lebensmittelgeschäfts).
Dementsprechend kann man für die Zubereitung mancher Gerichte etwas tiefer in die Tasche greifen.
Freddie Janssen stellt sowohl Klassiker als auch ausgefallene Eigenkreationen vor -  neben Sriracha und verschiedenen Kimchi-Variationen erklärt sie die Zubereitung in Kaffee eingelegter Shiitake-Pilze und Roter Bete in Lakritzlake.
So wird etwas frischer Wind in die Küche gebracht, "Saures" hebt sich in der Auswahl deutlich von dem ab, was man sonst von Kochbüchern gewohnt ist.

Die Grundrezepte sind gegebenenfalls mit kleinen Abwandlungen gut für Vegetarier geeignet, im hinteren Teil mit den komplexeren Rezepten wird es dann sehr fleischlastig. Da aber die eingelegten und fermentierten Bestandteile der eigentliche "Star" dieser Gerichte sind, kann man sie dennoch gut als Basis für fleischfreie Experimente nutzen.

Zwar sind die Zubereitungszeiten meist sehr gering, jedoch muss man bei fermentierten und eingelegten Speisen natürlich eine gewisse Zeit zum Ziehen einplanen, oft 1-2 Wochen, nur weniges ist zum sofortigen Verzehr gedacht.

Meine ersten Versuche stehen jedenfalls schon im Kühlschrank und ich warte ungeduldig darauf, sie bald probieren zu können.
       

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