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353 Bibliotheken, 23 Leser, 2 Gruppen, 77 Rezensionen

götter, liebe, marah woolf, fantasy, freundschaft

GötterFunke - Hasse mich nicht!

Marah Woolf
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 25.09.2017
ISBN 9783791500416
Genre: Jugendbuch

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367 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

bianca iosivoni, romance-fantasy, romantasy, seelen, licht

Soul Mates - Flüstern des Lichts

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 23.08.2017
ISBN 9783473585144
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Raynes Leben ist eigentlich ganz normal. Nach der Highschool nimmt sie einen Vollzeitjob in ihrer Lieblingsbuchhandlung an, trinkt nach der Arbeit einen Kaffee mit dem Besitzer des Comicladens und ihre Freizeit verbringt sie am liebsten gemeinsam mit ihrer Adoptivmom und –schwester oder hängt mir ihrem besten Freund Gray ab. Ihr beschaulicher Alltag gerät jedoch plötzlich ins Wanken, als sie in eine finstere Gasse und mitten hinein in einen Kampf zwischen Licht- und Dunkelseelen gerät. So lernt sie auch Colt – eine äußerst attraktive Lichtseele und zugleich ihr Seelenpartner, kennen. Plötzlich ist nichts mehr so wie es war. Rayne erfährt, dass auch in ihr Kräfte schlummern und sie sich bald zwischen den Licht- und Dunkelseelen entscheiden muss. Rayne zweifelt nicht, dass sie zu Colt und den anderen Lichtseelen gehört, doch dann lernt sie Lauren, die Anführerin der Dunkelseelen kennen und merkt, dass vielleicht nicht immer alles schwarz und weiß ist. Und zu all diesen Dingen kommt auch noch die unheimliche Anziehungskraft von Colt hinzu. Doch als Seelenpartner sollten sie nicht zu nahe kommen …

„Soul Mates. Flüstern des Lichts“ ist der erste Band eines neuen Mehrteilers aus dem Hause Ravensburger und stammt aus der Feder von Bianca Iosivoni. Und ist man am Ende des ersten Bandes angelangt, so möchte man gerne gleich weiterlesen. Doch das war zumindest bei mir, nicht immer so. Die Handlung nimmt zu Beginn rasch an Fahrt auf, man lernt Rayne und ihre Probleme und ein wenig von ihrer Vergangenheit kennen. Schnell tauchen Colt und mit ihm die ganze Problematik der Licht- und Dunkelseelen auf. Natürlich sind Rayne und Colt wahre Schönheiten, wie sollte es anders sein? Ein wenig genervt war ich allerdings schon, als Colt Rayne zu einem gefährlichen Ausflug mitnimmt und ihre einzige Sorge ist, ob sie sich auch noch nicht abgeschminkt hat und gut aussieht. Mal ganz ehrlich: Wie oberflächlich muss man sein? Solche Momente gab es im Buch zwei, drei Mal und man hätte sie sich wirklich sparen können. Auch fühlte ich mich am Anfang sehr an die Obsidan-Reihe von Jennifer L. Armentrout erinnert. Im Laufe der Handlung allerdings merkt man, dass die Autorin sicherer wird – mit ihrer Geschichte und mit ihren Figuren. Sie bekommen mehr Profil, man kann mitfühlen und das Buch schnell nur noch schwer aus der Hand nehmen. Vom Schreibstil her ist das Buch angenehm zu lesen, am Anfang wurden mir persönlich noch zu viele beschreibende Adjektive eingesetzt. Ansonsten ist es sehr gut auf eine jugendliche / junge erwachsene Zielgruppe zugeschnitten.

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83 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

drogen, liebe, familie, trauer, tod

Lass uns fliegen

Katrin Bongard , Zero Werbeagentur
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 27.05.2016
ISBN 9783841504166
Genre: Jugendbuch

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208 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 99 Rezensionen

harry hole, norwegen, oslo, thriller, krimi

Durst

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 15.09.2017
ISBN 9783550081729
Genre: Krimi und Thriller

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

bayern, tirol, berge, klettersteige, bergsteigen

Klettersteige Bayern – Vorarlberg – Tirol – Salzburg

Paul Werner , Thomas Huttenlocher
Flexibler Einband: 271 Seiten
Erschienen bei Bergverlag Rother, 17.11.2015
ISBN 9783763330942
Genre: Sonstiges

Rezension:

Neben zahlreichen Wanderführern hat der Rother Bergverlag auch Klettersteigführer im Programm, so etwa jenen, der insgesamt 92 Klettersteige in Bayern, Vorarlberg, Tirol und Salzburg dem ambitionierten Sportler präsentiert. Es handelt sich dabei um ein gewachsenes Büchlein, das mittlerweile in der 11. Auflage vorliegt, von Paul Werner 1974 begonnen wurde und seit 2012 von Thomas Huttenlocher fortgeführt wird. Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis macht deutlich: Hier wird etwas geboten! Unterteilt nach Gebieten, was ich positiv hervorheben möchte, sind die jeweiligen (Kletter-)steige aufgeführt. Zu finden sind leichte, mittlere und schwere Touren, wobei es sich bei Ersteren vor allem um gesicherte Steige oder eben sehr einfache Klettersteige handelt, die vor allem für Anfänger geeignet sind. Fortgeschrittene und Versierte kommen ebenso auf ihre Kosten, ganz egal, in welchem der Gebiete, sie unterwegs sind. Natürlich fehlt auch die Übersichtskarte, hier über vier Seiten, nicht. Es wurde sich dabei m.E. für eine etwas weniger detailreiche Karte als sonst üblich entschieden. Absoluter Pluspunkt! So ist die Orientierung deutlich schneller möglich und auch die einzelnen Tourstandorte lassen sich besser finden. Der allgemeine Teil ist sehr kurz, was mich schon etwas verwundert hat. Zuvorderst finden sich einige Ausführungen zur Schwierigkeitsbewertung von Klettersteigen. Es wird dabei nicht auf die sonst allgemeinübliche Bewertung nach Kurt Schall (z. B.: B/C) eingegangen, sondern jene genutzt, die der Autor Paul Werner selbst geschaffen hat. Mir war bis dato diese Schwierigkeitsskala (KS1 – abgesicherter trassierter Steig oder sehr einfacher Klettersteig, bis KS6 – äußerst schwieriger Klettersteig oder extremer Sportklettersteig) vollkommen unbekannt und ich muss sagen, dass ich die Entscheidung, eine eher unbekannte Skala in diesem Klettersteigführer zu verwenden, eher wenig nachvollziehen kann. Um den Vergleich mit der eher bekannteren Schall-Skala zu ermöglichen, findet sich auf der nächsten Seite ein Vergleich der Skalen, wobei noch ein weitere, jene nach Eugen Hüsler (K1 – leicht, bis K6 – extrem schwierig), aufgeführt ist. In den Kurzinfos finden sich immer alle drei Angaben, was ich nun wirklich übertrieben finde, zumindest die Letztere hätte man getrost weglassen können.

Die Skala von Paul Werner wird ergänzt durch eine zweite, die nicht die klettersteigtechnischen Anforderungen im Fokus hat, sondern die alpinen Rahmenbedingungen, in denen sich der Klettersteig wiederfindet. Die Skala reicht von 0 – im Tal oder talnah bis zu E – hochalpine Bergtour mit Klettereien vom I bis III. Grad. Beide Skalen zusammen lassen für den Leser einen guten Rückschluss auf die Charakteristik der angestrebten Tour zu. Natürlich werden diese auch nochmals – sozusagen für den schnellen Überblick – in die bei Rother bekannten Farben – blau, rot und schwarz – eingeordnet.

Schön finde ich, dass man sich für eine Auflistung der zehn Top-Klettersteige, die sich im vorgestellten Gebiet finden, entschieden hat. Es handelt sich dabei vor allem um anspruchsvollere Touren in – geht man nach den Beschreibungen – atemberaubendem Gelände. Sie sind daher für Anfänger, bis auf einen, schlichtweg nicht geeignet. Schade finde ich, dass man in dieser Liste überhaupt keinen Hinweis auf die wirkliche Schwierigkeit (KS1 – KS6) findet.

Es folgen zwei Doppelseiten zum Thema Sicherheit am Klettersteig, wobei kurz auf die Punkte Selbstsicherheit, Wetter, Allgemeine Ausrüstung, spezielle Klettersteigausrüstung und die wichtigsten Sicherheitstipps von Pit Schubert, einem langjährigem Sicherheitsexperten des Deutschen Alpenvereins, der jedoch bereits im Jahr 2000 in den Ruhestand eingetreten ist. Natürlich ist Schubert auf seinem Gebiet sicherlich ein Experte sondergleichen, vielleicht sollte man aber doch auch jüngeres Sicherheitspersonal der entsprechenden Alpenvereinsabteilung zu Wort kommen lassen. Klettersteig-Sets sind seit Jahren genormt (was für mich bis auf einen Halbsatz schwer herauszulesen war) und werden nur noch in einer bestimmten Form verkauft, da es in den vorhergehenden Jahren schwere Unfälle mit den bis dahin üblichen Systemen gegeben hat. Darauf lohnt es sich doch kurz einzugehen.

Nach diesem sehr kurzen Allgemeinen Teil, in dem es so gar keine Ausführungen zum vorgestellten Gebiet gibt (wahrscheinlich zu groß …), folgt der Tourenteil. Ich habe ein Stückchen gebraucht, um zu merken, was daran eigentlich komisch ist. Es gibt wie gewohnt einen schönen Einleitungsteil, der die Charakteristik der Tour hervorhebt und schon einmal Lust machen soll. In den Kurzinfos finden sich recht viele Daten, u.a. zum Ausgangspunkt (wenn vorhanden mehrere Möglichkeiten), Gehzeiten, Anforderungen, eventuelle Aufstiegshilfen, gemeint sind Lifte, Höhenunterschiede, Stützpunkt und weitere Hinweise. Man kann nach dem Lesen der Hinweise meiner Meinung nach schon recht gut einschätzen, ob die Tour in die nähere Auswahl gelangt, oder man lieber die Finger davon lassen sollte. Ergänzt wird jede Tourenbeschreibung durch einen Kartenausschnitt, auf dem der Klettersteigpart gestrichelt hervorgehoben ist. Die Klettersteige sind somit stets in eine größere Tour eingebunden, was ich sehr ansprechende finde. Das Problem ist nur, dass man so nie (und das ist das, was ich mit komisch gemeint hatte), eine detaillierte Skizze (Topo) des Klettersteiges zur Hand hat, auf dem sich die einzelnen Abschnitte mit der jeweiligen Schwierigkeit und eventuelle Notausstiege finden. Das jedoch würde ich eigentlich von einem Klettersteigführer erwarten! So allerdings kommt man in die Situation, dass man sich stets aus dem Internet o.ä. noch weiteres Material zum Steig heraussuchen und mitführen muss. Die Beschreibungen sind je nach (Kletter-)Steig unterschiedlich aufgebaut. Manchmal finden sich klassisch einige Worte zum Aufstieg und Abstieg, manchmal ganz verschiedene Zustiegs- bzw. Abstiegsvarianten und manchmal eine komplette Tourenbeschreibung, in der der Steig zuzusagen einfließt. Ansonsten ist dem Klettersteig ein einzelner Abschnitt gewidmet, der meiner Meinung nach genug Aufschluss über das zu erwartende gibt und auch Hinweis auf Notausstiege enthält. Zur Vorbereitung also auf jeden Fall sehr dienlich, jedoch nur mit Topo wäre das Ganze perfekt gewesen. Auch konnte mich der Schreibstil der Autoren nicht richtig mitnehmen und so hatte ich allgemein meine Schwierigkeiten mit diesem Klettersteigführer.

Letztlich sehe ich ihn vor allem als guten Pool an Anregungen für Touren mit Klettersteig, für den man jedoch zwingend zusätzliches Informationsmaterial benötigt.

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91 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

türkei, deutschland, roman, berlin, gewalt

Ellbogen

Fatma Aydemir
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.01.2017
ISBN 9783446254411
Genre: Romane

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

England - Nord

Sabine Gilcher
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Bergverlag Rother, 01.07.2014
ISBN 9783763344482
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mittlerweile zwei Reisen führten mich in den Norden Englands – familienbedingt. Die Landschaft dort, die im starken Kontrast zu der unseren steht, wurde für mich schnell zum Sehnsuchtsort. Und schon heute kann ich es kaum erwarten, wieder aufzubrechen und in Gegenden einzutauchen, die so faszinierend und erholsam sind, zugleich aber auch ein gewisses Abenteuerflair versprühen. Mit ins Gepäck gehört dann auf jeden Fall auch der Rother Wanderführer „England Nord“ von Sabine Gilcher.

2014 erschienen lädt er auf 60 Touren ein, den Norden Englands von Liverpool über Middlesbrough bis hin zu Newcastle zu erkunden und die Yorkshire Dales, den North Yoork Moors Nationalpark und in besonders vielen Touren den Lake District auf Wanderungen zu durchstreifen. Die Schwierigkeit, die überwiegt, sind rote (mittlere) Touren. Was wohl vor allem darin begründet liegt, dass man für Wanderungen in England nahezu immer ein größeres Orientierungsvermögen benötigt als wir es hier auf dem europäischen Festland gewohnt sind. Aber es gibt natürlich auch 16 leichte und sechs schwere Touren, womit für jeden Wanderer etwas dabei sein dürfte. Besonders gefällt mir die Bandbreite, die Gilcher in ihrem Wanderführer präsentiert: Berge, Flüsse, weite Ebenen, Strände, Seen, landschafts- und städtebauliche Kultur, mal ist man unterwegs auf wandertouristischen Hauptwegen und mal auf Pfaden, die Abgeschiedenheit und Stille versprechen. Mit den sehr ausdrucksstarken Bildern, die sich zu jeder Tour finden, kann man sich nicht nur einen guten ersten Eindruck verschaffen, sondern wird auch gleich wieder erfasst von der Sehnsucht nach dieser für mich so einzigartigen Landschaft.

Etwas schade finde ich es, dass die Touren im Inhaltsverzeichnis nicht nach Gebieten gegliedert wurden. Sicherlich ist eine genaue Einordnung nicht immer möglich, eine gute Orientierung wäre es aber dennoch gewesen. Mit der größeren Übersichtskarte im Buch kann man sich jedoch ganz gut behelfen. Leider fällt einem an dieser Stelle nur die von Rother stets gewählte sehr detaillierte Karte – vor allem was Straßen und Städte anbelangt – ein wenig auf die Füße. So muss man um die Gegend von Manchester herum schon genau hinschauen, wo sich im Wirrwarr von zahlreichen Städten und unzähligen Straßen Touren befinden. Die Wahl einer reduzierteren Karte (wie sie auf der Rückseite verwendet wird), wäre mehr als empfehlenswert gewesen.

Der allgemeine Teil des vorliegenden Wanderführers ist relativ lang. Positiv hervorzuheben sind vor allem die Ausführungen zu den verschiedenen Wegerechten und Wegen im Allgemeinen sowie der Hinweis, dass im Wandergebiet stets Karte, Kompass und GPS mitgeführt werden sollten. Wer schon einmal selbst in England wandern war, der weiß, wie schnell man ohne diese Hilfsmittel aufgeschmissen ist. Im wieder schön finde ich es, wenn sich eine Auflistung der Top-Touren findet, so auch hier. Bei der Auswahl wurde darauf geachtet, dass verschiedene Schwierigkeiten, Weglängen, Gebiete und Landschaften zum Tragen kommen. Schade, dass nicht gleich die Schwierigkeit mit aufgeführt ist, da sie für mich doch mitunter ein wichtiges Auswahlkriterium darstellt.

Im allgemeinen Teil schließt sich nach den Hinweisen für den Wanderer ein Kapitel zu Natur und Landschaft im Norden Englands an. Das Gelesene ist durchaus interessant, mitunter jedoch durchsetzt von Fachbegriffen, die der Laie kaum auf Anhieb verstehen dürfte. Generell muss man schon ein sehr feines Gespür haben, um die Begeisterung von Sabine Gilcher für England in ihren Worten spüren zu können. Sie ist da – keine Frage – aber mitunter hat man doch ein wenig das Gefühl eines unterkühlten Verhältnisses. Vielleicht klassisches englisches Understatement?

Positiv anzumerken sind im Übrigen die abgedruckten Klimatabellen, die für die Urlaubsplanung nicht unerheblich sein dürften und das sehr ausführliche Kapitel zu den Themen Informationen und Adressen. Hier finden sich einige Hinweise zu verschiedenen Unterkunftsarten und zahlreiche Anregungen für lohende Ziele (abseits der Wanderwege) in den Städten und Kulturlandschaften im Norden Englands.

Nun noch einige kurze Worte zu den Tourenbeschreibungen selbst. Da der Aufbau in jedem Rother Wanderführer immer gleich ist, sollen hier bekannte Dinge nicht noch einmal wiederholt werden. Die Kurzinfos enthalten für mich – vor allem in Verbindung mit den Piktogrammen in der Titelleiste – alle notwendigen Informationen. Auch schreibt die Autorin stets, welche Wanderkarte für die gewählte Tour die richtige ist und macht auf eventuelle Varianten aufmerksam. Die Wegbeschreibungen sind schmucklos, präzise und bedienen sich für die Orientierung häufig der Himmelsrichtung (Kompass!). Ich hatte zumindest beim Lesen das Gefühl, mich mit einer solchen Beschreibung auch auf eine schwarze Tour wagen zu können, bei der an die Orientierung durchaus große Anforderungen gestellt werden und die ich mir nur mit Wanderkarte ausgerüstet nicht zutrauen würde. Somit erfüllen die Wegbeschreibungen absolut ihren Zweck und werden dabei wie immer von kleinen Zeit-Höhenprofilen und Wanderkärtchen (klare Darstellung), in denen spezielle Wegpunkte, die im Text fett hervorgehoben sind, markiert sind.

Mit dem Wanderführer England Nord von Sabine Gilcher steht somit einem entspannten Wanderurlaub in Großbritannien nichts mehr im Wege!

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102 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

tod, roman, krankheit, liebe, verlust

In jedem Augenblick unseres Lebens

Tom Malmquist , Gisela Kosubek
Fester Einband: 301 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608983128
Genre: Romane

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794 Bibliotheken, 29 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

goldener käfig, fantasy, die farben des blutes, victoria aveyard, silber

Goldener Käfig

Victoria Aveyard , Birgit Schmitz
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.06.2017
ISBN 9783551583284
Genre: Jugendbuch

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157 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 58 Rezensionen

neapel, freundschaft, italien, freundinnen, klassenkampf

Die Geschichte der getrennten Wege

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 27.08.2017
ISBN 9783518425756
Genre: Romane

Rezension:

Lila und Elena, die zwei Freundinnen aus dem Rione, sind zurück. Während Lila unter entwürdigenden Bedingungen in einer Wurstfabrik arbeitet, sich um ihren kleinen Sohn kümmert und mit Enzo ein bescheidenes Dasein führt, hat nun Elena das scheinbar große Los gezogen. Sie heiratet in die Gelehrtenfamilie der Airotas ein und zieht gemeinsam mit ihrem Mann Pietro, einem Professor an der Universität, nach Florenz. Ganze Welten trennen Lila und Elena, doch immer wieder suchen die beiden den Kontakt der jeweils anderen und während die Gesellschaft sich immer mehr im Wandel befindet, halten die beiden an ihrer Freundschaft über alle Differenzen hinweg fest.

„Die Geschichte der getrennten Wege“ ist der dritte Teil der neapolitanischen Sage von Elena Ferrante. Der Titel ist inhaltsgebend, wie bereits an dem obigen, kurzen Inhaltsabriss deutlich wird. Elena und Lila entfernen sich immer mehr voneinander und bald kommt zur räumlichen Distanz auch die soziale. Elena veröffentlicht ihren kleinen Roman, wird mit einem Schlag berühmt, verdient Geld und fiebert der anstehenden Hochzeit entgegen. Lila hat währenddessen alles verloren. Gemeinsam mit Enzo und ihrem Sohn lebt sie in einer heruntergekommenen Wohnung, schuftet den ganzen Tag in der Fabrik und abends lernt sie die Lektionen eines Fernstudiums. Doch mit der Zeit dreht sich das Verhältnis. Elena kommt nicht dazu, einen weiteren Roman zu schreiben. Sie wird schwanger und versinkt in der Bedeutungslosigkeit ihres neuen Daseins. Massiv gestört hat mich an dieser Entwicklung, dass in Ferrantes Saga anscheinend kein Mann etwas taugt und diese immer verantwortlich gemacht werden für das Scheitern sowie Irren und Wirren der Frau. Pietro unterdrückt Elena in ihrer Intelligenz, er vergräbt sich in seinem Fachbereich, lässt sie allein, redet wenig mit ihr und der Sex ist wenig fantasievoll, lässt Elena unbefriedigt zurück. Gewalt allerdings, wendet er – im Gegensatz zu den Männern aus dem Rione – nicht an. Allein Enzo scheint eine Ausnahme dieser schrecklichen Männergattung zu sein. Er liebt Lila aufrichtig und gemeinsam arbeiten sie sich aus ihrem Elend heraus, kehren schließlich in den Rione zurück und wieder wird, was Lila anfasst, zu Gold. Generell erfährt man nur wenig von Lila, auch wenn sie in Elenas Gedanken oft präsent ist. Zahlreich sind die Telefongespräche, extrem selten die Treffen. Lila wurde mir in diesem Buch extrem unsympathisch. Sie ist sicherlich ein etwas extremer Charakter, doch wie sie mit Elena umgeht und redet, hat nach meiner Ansicht fast nichts mehr mit Freundschaft zu tun und ist eher eine Form der Entwürdigung. Elena aber klammert an Lila, akzeptiert ihre Art und zieht aus dieser Freundschaft eine Energie, die mir völlig unerklärlich ist. Auch in diesem Band taucht wieder Nino auf. Ich war genervt. Nino, der sich scheinbar durch die ganze Universität vögelt und dabei ab und an Kinder hinterlässt. Elena ist noch immer schwer verliebt, noch immer bereit, für ihn alles stehen und liegen zu lassen. Auch das eine Entwürdigung von ihr, eine die sie sich allerdings selbst zufügt, da sie sich nicht aus der emotionalen Abhängigkeit von Nino befreien kann. Durchsetzt ist die Handlung immer wieder von den Unruhen und Turbulenzen der späten 60er und 70er Jahre. Dabei kann es sicherlich nicht schaden, sich das ein oder andere Hintergrundwissen zur Politik Italiens anzulesen, um die in Ferrantes Roman geschilderten Ereignisse besser einordnen zu können. Der Schreibstil natürlich wieder großartig, die Handlung aber lässt mich unzufrieden zurück. Ich kann nicht verhehlen, dass ich mehr erwartet hätte, vor allem in Bezug auf die Vorhersehbarkeit.

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Vizentiner Alpen

Benno F. Zimmermann
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Bergverlag Rother, 04.04.2017
ISBN 9783763345144
Genre: Sonstiges

Rezension:

Beim Bergverlag Rother ist jüngst erst ein Buch zu den Vizentiner Alpen erschienen. Noch nie von dem Gebiet gehört? Macht nichts, ich auch nicht. Im Vorwort steht dazu „Hinter Bozen links. Also nicht rechts, wo alle zum Gardasee abbiegen.“ Es ist wohl ein einsames Gebiet, das den Bergwanderer dort südlich der Dolomiten erwartet. Doch es verspricht ein ganz besonderes Urlaubsglück: Ruhe, Einsamkeit und ganz viel Natur. Mit dem neuen Wanderführer, geschrieben von Benno F. Zimmermann, kann man schon vor der Reise einen gedanklichen Ausflug wagen.

Ich möchte ehrlich sein, ich hatte so meine Probleme mit dem Gebiet dieses Wanderführers. Zu einsam, zu weit weg von allem. Die abgedruckten Bilder in guter Qualität; allein beim ersten groben Durchblättern meint man, stets nur schroffe Gipfel zu sehen. Ein Trugschluss – so viel sei gesagt. Doch der Reihe nach … Mit insgesamt 58 Touren wartet das Buch auf und liegt damit über der durchschnittlichen Tourenanzahl, die einem sonst bei Rother begegnet. Was auffällt ist, dass sehr viele Wanderungen der schwarzen und damit der schwersten Kategorie angehören: 23 schwarze, 23 mittlere und zwölf leichte stehen zur Auswahl in insgesamt sieben verschiedenen Gebieten. Die Gebiete werden im Einführungsteil alle kurz vorgestellt, beim Lesen ist es dabei stets hilfreich die Doppelkarte im vorderen Teil des Buches, auf der die Tourenstandorte markiert sind, im Blick zu behalten.

Warum aber eigentlich so viele schwarze Touren? Das wird schnell deutlich, wenn man sich einmal in aller Ruhe einen Überblick über die einzelnen Wanderungen verschafft. Wer in die Vizentiner Alpen fährt, der macht Bergurlaub in einer touristisch wenig erschlossenen Region. Viele der vorgestellten Wege sind unmarkiert, führen relativ hoch hinaus und bewegen sich auf Bergpfaden. Vorhandene Wegweiser sind mitunter von der Natur oder Übermütigen zerstört (vgl. S. 11). Letztlich sind auch die zeitlichen Mindestangaben nicht zu unterschätzen, die sich im Bereich von knapp über einer Stunde bis hin zu acht Stunden erstrecken, zusätzlich findet sich eine zweitätige Wanderung. Trotzdem betont der Autor, dass die meisten der Touren keine ungewöhnlichen Anforderungen an den Wanderer stellen und nur selten Trittsicherheit und Schwindelfreiheit von Nöten sind. Und so ist man, nachdem einen die vielen schwarzen Touren doch etwas abgeschreckt haben, doch einigermaßen beruhigt, die Wanderungen scheinen auch für den normalen Bergwanderer möglich zu sein. Das wird zusätzlich im Punkt Ausrüstung deutlich, in dem man erfährt, dass es keiner speziellen Bergsteigerausrüstung bedarf. Nur Proviant sollte man stets dabei haben, denn Einkehrmöglichkeiten gibt es unterwegs extrem selten. Was ich vermisst habe, war ein Absatz zum Thema Wetter und Gefahren. Nur eine Klimatabelle findet sich. In einem Gebiet, in dem gute Orientierungsfähigkeiten von Nöten sind, sollten sich doch noch ein paar Hinweise etwa zum Verhalten bei Nebel oder Wetterumschwüngen finden. Zum Thema Karten findet sich ein kurzer Abschnitt, die Angabe der Kartennummern wäre hier wünschenswert gewesen, in den Kurzinfos zu den einzelnen Touren stößt man dann auf die hier gesuchte Angabe.

Ansonsten finden sich zu allen relevanten Themen etwa Autofahren, Diplomatische Vertretungen, Geld, Sprache, Notruf etc. alles Wichtige. Besonders gut hat mir gefallen, dass sogar einige empfehlenswerte Unterkünfte aufgelistet sind. Wirklich lesenswert sind die längeren Ausführungen zum Thema „Geschichte und Sprache“. Immerhin wird man in den Vizentiner Alpen bei verschiedenen Wanderungen auf die Zeugnisse des Ersten Weltkriegs treffen.

Nun aber endlich zu den Tourenbeschreibungen. Beim genaueren Blick in das Buch habe ich schnell gemerkt, dass es in den Vizentiner Alpen nicht nur schroffe Berglandschaften zu erleben gibt, sondern eine sehr abwechslungsreiche Bergwelt, mit sanften Wiesen, lieblichen Wäldern und traumhaft anmutenden Seen. Der Ausblick auf den meisten der Wanderungen muss grandios sein und immer wieder bricht auch der Autor in wahre Begeisterungsstürme aus, wenn man sich einer dieser Stellen nähert. Dem Text merkt man an, wie sehr Zimmermann die Vizentiner Alpen als Reisegebiet liebt und schätzt. Die Touren sind mit Umsicht ausgewählt und zeugen von hoher Ortskenntnis. Und so hat man auch bei Wanderungen auf unmarkierten Wegen nie das Gefühl orientierungslos zu sein (Karte, Kompass und GPS sollten meiner Meinung nach aber trotzdem ganz dringend mit in den Rucksack – auch hierzu fehlt leider ein Hinweis im Punkt Ausrüstung). Der Einleitungstext vermittelt einen guten ersten Eindruck von der jeweiligen Wanderung und ist eine sehr gute Werbung. Man möchte schon fast selbst gleich die Wanderschuhe aus dem Schrank holen und den Rucksack schultern. Alle notwendigen Details finden sich auch in diesem Wanderführer in den Kurzinfos, wobei man sich hier beim Thema Einkehr nur auf die Angabe des Hauses beschränkt hat. Das ist ein wenig Schade, da man bezüglich Öffnungszeiten und Kontaktdaten mittlerweile sehr von den anderen Rother Wanderführern verwöhnt ist. Gut fand ich, dass bei Anforderungen immer am Ende noch steht, ob es sich um einen markierten oder unmarkierten Weg handelt.

Die kleinen Wanderkärtchen im Maßstab 1:50.000 und die Höhenprofile sind zweckdienlich, mitunter hätten Letztere aber etwas größer sein können, vor allem wenn so viele Wegepunkte eingezeichnet sind, dass die Zuordnung manchmal etwas kniffliger ist.

Fazit: Wieder ein sehr schöner Wanderführer, mit einigen kleineren Abstrichen, der dazu einlädt, neue Wege zu wagen, um so die Schönheit und Einsamkeit der Vizentiner Alpen hautnah zu erfahren.

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Erlebniswandern mit Kindern Nürnberg - Fränkische Schweiz

Renate Linhard , Roman Linhard
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Bergverlag Rother, 10.05.2017
ISBN 9783763331789
Genre: Sonstiges

Rezension:

Unterwegs sein in der Natur und unseren Kindern vermitteln, dass es eine Welt neben Fernseher, Smartphone und Tablet gibt. Es gibt nicht viele Dinge, die in meinen Augen schöner sind. Der Rother Bergverlag macht es aktiven Eltern, die ihrem Nachwuchs die Freude am Wandern vermitteln wollen, mit den Büchern zum Thema „Erlebniswandern mit Kindern“ denkbar einfach. Nun ist mit Nürnberg Fränkische Schweiz ein weiteres attraktives Gebiet hinzugekommen.

Beim Blättern, Lesen und Stöbern in dem neuen Wanderbuch wird schnell eines klar: die von den beiden Autoren Renate und Roman Linhard getroffene Tourenauswahl ist absolut Top. Abwechslungsreichtum steht bei ihnen an erster Stelle. Auf den verschiedensten Wanderungen kann man Burgen und Ruinen erkunden, in geheimnisvolle Grotten und Höhlen hineinspazieren, bei Wald- und Sinneslehrpfaden sein Wissen spielerisch erweitern, an Bachläufen matschen, Tiere beobachten oder sich auf einem Spielplatz so richtig auspowern. Die reinen Gehzeiten reichen von einer halben Stunde bis zu maximal drei Stunden. Länger wird man für die Touren letztlich natürlich brauchen, denn es gibt viel zu entdecken. Von den Entfernungen her bewegen wir uns im Bereich von einem bis hinzu knappen neun Kilometern – je nach Altersgruppe, die von Zweijährigen bis zu ab Achtjährigen reicht. Sicherlich könnte man mit Letzteren auch größere Entfernungen zurücklegen, aber da kann dann mitunter auch schon die Zeit am Wandertag knapp werden. Wandern ist in diesem Buch nur der Weg zum Ziel, es sollte nicht zur Belastung werden. Und sollte dem Nachwuchs der Weg einmal doch zu lang werden, so finden sich bei manchen Touren Kurzvarianten (auch längere Alternativen werden angeboten). Begeistert hat mich, dass sich auch schon für die Jüngsten Tourenvorschläge finden. So ist sicher, dass das Wanderbuch viele Jahre von der Familie genutzt werden kann. Wer einen schnellen Überblick mag, der ist wie immer mit der hinteren Umschlagsklappe (Karte mit Ortsmarkierung der Touren und Freizeittipps) und der vorderen Umschlagsklappe (gesamte Tourenübersicht, mit Gehzeit, Länge, Altersgruppe und besonderen Merkmalen, wie Laufrad/Kinderwagen geeignet und welche Attraktionen, wie etwa Höhlen, Spielplätze, Schluchten usw., sich im Verlauf der Wanderung finden lassen.)

Als Wanderbegleiter für die Kinder hat man sich bei diesem Buch passenderweise für eine Fledermaus entschieden, da in den Höhlen und Grotten viele dieser Tiere zu finden sind. Etwas schade finde ich, dass diese Begleiter nie Spitznamen bekommen. Die Fledermaus erzählt zu jeder Wanderung etwas mehr oder weniger Wissenswertes, ich fand ihre kindgerechten Hintergrundinformationen aber durchweg sehr lesenswert.

Was mir bei aller Freude an der Tourenauswahl in diesem Wanderbuch nicht so gut gefallen hat, waren vor allem der Schreibstil, die Wegbeschreibungen und mitunter auch weitere Informationen. So ist etwa in den Allgemeinen Hinweisen zu lesen, dass man für einen Gewitterschauer einen kompakten Regenschirm dabei haben sollte. Regenschirme haben m.E. nach im Wanderrucksack nichts verloren, weil man stets Regenkleidung bevorzugen sollte und bei Gewitter kann ein Regenschirm sogar gefährlich werden. Auch ist zu lesen, dass im Rucksack eine Zeckenzange wegen der Gefahr einer Ansteckung mit FSMW nicht fehlen darf. Eine rasche Entdeckung und Entfernung einer Zecke verhindert allenfalls Borreliose nicht aber FSME (falls die Zecke überhaupt Überträger ist).

Wählt man nun eine Tour, so liest man sicherlich zuerst einmal den Einführungsteil, der Lust auf die gewählte Wanderung machen soll. In der eigentlichen Beschreibung wiederholten sich die Autoren mitunter, was gleichzeitig auch bedeutet, dass die Wegbeschreibungen mit zahlreichen Informationen aufgefüllt worden, die dort eigentlich nichts zu suchen haben. Bei der ersten Tour (einem Walderlebnispfad) konnte man zu fast jeder Station nachlesen, was dort zu tun ist. Das nimmt zum einen die Vorfreude, zum anderen macht es das Lesen mühsamer, weil man ja nur wissen möchte, wohin der Weg führt. Die kleinen Wanderkarten übrigens, sind in dem von mir favorisierten klaren Stil zu finden, doch hätte man ihnen mitunter etwas mehr Platz einräumen können; die reiche Bebilderung des Buches (Top!) hätte das keinen Abbruch getan. In den Kurzinfos, die auch hier alles Wichtige enthalten, finden sich unter dem Punkt „Ausrüstung“ Informationen, die ich etwas überzogen fand. Speziell spreche ich von dem Hinweis, Getränke und Proviant einzupacken, da sich bei manchen Touren entweder keine Einkehrmöglichkeiten aber dafür schöne Picknickplätze am Wegesrand finden. Die Mitnahme von Essen und Trinken – speziell, wenn man mit Kindern wandert, sollte eine Selbstverständlichkeit sein, vor allem da sich ein entsprechender Hinweis auch schon in den Allgemeinen Hinweisen findet. Beim Schreibstil möchte ich die langen Sätze bemängeln, die das Lesen mitunter in allen Teilen des Buches erschweren. Bei meinem letzten Buch aus dieser Reihe waren die Tourenbeschreibungen dergestalt, dass sie sich an die Zielgruppe Kind angepasst hatten, das ist hier leider nicht der Fall. Ein gemeinsames Lesen, um den richten Weg zu finden, kann ich mir hier noch sehr schwer vorstellen. Schade!

Man merkt schon, ich bin mit diesem Buch etwas unentschlossen. Die Tourenauswahl (übrigens auch die an den Wanderteil anschließenden Schlechtwettertipps) sind großartig, auch wurde auch eine gute Durchmischung der Schwierigkeitsgrade (einfach – mittel – schwer) geachtet. Die inhaltliche Umsetzung aber ist deutlich hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Ich würde daher der Tourenauswahl klare fünf Sterne geben, der inhaltlichen Umsetzung aber nur drei sehr knappe Sterne. Macht im Durchschnitt vier Sterne.

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(137)

384 Bibliotheken, 31 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

freundschaft, missbrauch, ein wenig leben, liebe, roman

Ein wenig Leben

Hanya Yanagihara , Stephan Kleiner
Fester Einband: 958 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 30.01.2017
ISBN 9783446254718
Genre: Romane

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freundschaft, roman, gail honeyman, ich eleanor oliphant, liebe

Ich, Eleanor Oliphant

Gail Honeyman , Alexandra Kranefeld
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 24.04.2017
ISBN 9783431039788
Genre: Romane

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Steine der Erinnerung

Kate O'Riordan , Sabine Hedinger
Flexibler Einband: 410 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 01.10.2010
ISBN 9783832161231
Genre: Romane

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liebe, götter, sklavin, fantasy, raisa

Feuer und Feder

Kathy MacMillan , Julian Haefs , Carolin Liepins
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 03.04.2017
ISBN 9783407747969
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Raisas Leben wurde gestohlen. In jungen Jahren musste sie erleben, wie Plünderer über ihre Heimat herfielen, ihre Eltern ermordeten und sie selbst als Sklavin verschleppten. Seither schuftet sie im Palast des Königs. Ihre einzige Erinnerung an zu Hause ist ihr Herzgedicht – allein sie kann weder lesen noch schreiben. Denn im Königreich ist es beides bei Todesstrafe den Sklaven und dem normalen Volk verboten. Nur Gelehrte dürfen die Niedere Schrift verwenden und der König kennt als Einziger die Hohe Schrift, um mit den Göttern zu kommunizieren. Doch dann wird Raisa als Tutorin auserwählt, die einem späteren Königsnachkommen, die Zeichen der Schrift näher bringen soll. Gemeinsam mit Prinz Mati taucht sie fortan in die Geheimnisse der schriftlichen Sprache ein. Doch Mati und Raisa kommen sich dabei näher als geahnt und die Sklaven des Reiches wollen sich endlich aus ihrer Unterdrückung befreien. Schwierige Entscheidungen liegen vor Raisa. Wird sie es schaffen, Kopf und Herz zu folgen? Oder bei dem Versuch zerrissen werden?

„Feuer und Feder“ ist der erste Jugendroman von Kathy MacMillan. Solche Fantay-Einteiler sind ja bekanntlich recht selten. Das hier zugrunde gelegten Motive sine altbekannt und hätten wohl auch genug Stoff für eine Triologie ergeben, so aber ist die Handlung gedrängter und auf das wirklich wichtige reduziert – was absolut positiv zu werten ist. Der Leser begleitet Raisa über mehrere Jahre, allerdings hatte ich arge Probleme, das Fortschreiten der Zeit konkret zu erfassen. Am Anfang ist Raisa 13 bis 14 Jahre alt, zum Schluss wahrscheinlich Anfang 20. Ich hätte es gerne genauer gewusst. Man merkt jedoch die geistige Entwicklung von ihr. Zuerst klein, ängstlich und sehr Ich bezogen, wächst sie mit ihren Aufgaben, entwickelt ein Gespür für die Bedürfnisse der Gemeinschaft und findet ihren Platz im Gesellschaftsgefüge. Bei Prinz Mati war der Prozess des Erwachsenwerdens nicht so gut nachvollziehbar. Er erschien mir (vielleicht ist auch einfach der Name daran Schuld) sehr kindisch, blauäugig und an den Aufgaben eines zukünftigen Königs wenig interessiert. Erst sehr viel später wird er zu einem Mann von Format, der bereit ist, für seine Ideale einzustehen und Verantwortung zu übernehmen. Die Beziehung zwischen Mati und Raisa zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Das es sich hier um eine äußerst heikle Verbindung handelt, muss bei einem zukünftigen König und einer Sklavin sicherlich nicht erwähnt werden. Der Roman ist in einzelne Kapitel von angenehme Länge eingeteilt. Zu Anfang steht immer ein kurzer Ausschnitt aus der Geschichte der Götter. Wirklich innovativ fand ich, dass sich dieser kurzer Ausschnitt irgendwann mit der Haupthandlung kreuzte, sodass an dieser Stelle zwei Geschichten miteinander verschmolzen. Zudem hat es mir sehr gut gefallen, dass hier als wichtigster gesellschaftsumwälzender Aspekt (um etwas anderes, geht es ja bei solchen Büchern bekanntlich neben der Liebesgesichte nie …) die Bildung stand, die mit der Schrift ja in gewisser Form überhaupt erst möglich wird.

MacMillans Schreibstil ist dazu sehr angenehm und hält die notwendige Balance zwischen Sachlichkeit und Detailreichtum. Die Geschichte an sich wird aus Raisas Ich-Perspektive erfahren. Kurzum: ein schöner Jugendroman mit guter Botschaft!

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27 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

blumen, garten, pflanzen, blumengarten, sachbuch

Mein Blumengarten

Mascha Schacht
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Verlag Eugen Ulmer, 22.06.2017
ISBN 9783800109289
Genre: Sachbücher

Rezension:

Gärtnern erlebt gerade eine wahre Wiedergeburt. Viele – vor allem junge Menschen – wollen plötzlich wieder raus und etwas mit den eigenen Händen schaffen. Doch egal, für welche Art des Gärtners sie sich entscheiden, Blumen dürfen wohl in keinem Konzept fehlen. Und dass hier die Gestaltung auch nach den eigenen Vorstellungen gelingt, hat der Ulmer Verlag ein neues wunderschönes Ratgeberbuch vorgelegt: „Mein Blumengarten wie er mit gefällt“ von Mascha Schacht.

Wer andere Bücher aus dem Verlagsprogramm kennt, der weiß, dass man hier immer einen großen Nutzgewinn erwarten darf. Die inhaltliche und textliche Gestaltung ist stets dem jeweiligen Thema untergeordnet und erfüllt vollkommen ihren Zweck. Mit dem nun vorliegenden Buch will man meiner Meinung nach einen neuen, schöneren Weg wagen. Bereits bei der Papierqualität merkt man, dass man ein besonderes Buch in den Händen hält. Die einzelnen Seiten sind meist cremefarben oder mit einer leichten bis schwereren Leinenstruktur bedruckt. So nähert man sich schon rein gefühlstechnisch dem Gartenthema. Beim Durchblättern muss man dann zwangsläufig an den zahlreichen, erstklassigen großformatigen Blumen- und Blütenbildern hängen bleiben und kommt ins Lesen. Dann diese wunderbare Idee, wie der Leser eigentlich ins Thema einsteigt: mit dem Kapitel „Mein Garten“. Auf jeweils vier Seiten (davon zwei als Deckblatt) werden verschiedene Blumengartenarten vorgestellt: der schnelle aus dem Samentütchen, der jahrelange, der, der die Natur in die Stadt holt, der für Schattenspiele, der extravagante, einer für Balkon und Terrasse und letztlich jener, der die Sinne verführt. Jeder wird sich hier wohl von zumindest einem angesprochen fühlen – vor allem bei dem Schreibstil. Locker, leicht, Informationen stets dabei, auch in gewisser Fülle, dabei drängeln sie sich nie in den Vordergrund, eher entsteht der eigene zukünftige (Wunsch-)garten vor dem inneren Auge. Stets dabei eine Liste mit vier Anregungen, wie der Garten in die Realität geholt werden kann. So gelingt dann auch der Einstieg in die weiteren Kapitel ohne Hürde. Mit dabei sind: zwei Kapitel zu allgemeinen Gartenblumenbasics, die Schneidelehre, zwei Kapitel direkt über Gartenblumen – aufgeteilt in normale und eher spezielle, wie etwa Bodendecker und Kübelpflanzen. Weiterhin ein Gestaltungskapitel, eines zum Pflanzenschutz und etliche Seiten zum Thema Service – hier findet sich etwa eine sehr nützliche To-do-Liste, eine Übersicht über Zwiebel- und Knollenpflanzen und Bezugsquellen. Das Buch erhebt bei all seinen Kapiteln den Anspruch, dem Gärtner nichts vorzuschreiben, sondern allein Vorschläge und Anregungen zu geben. Dies ist der Autorin wirklich hervorragend gelungen. Der schön zu lesende Schreibstil setzt sich auch den in Kapiteln fort und im Fließtext – der jeweils unterteilt ist in kleinere Abschnitte – finden sich zahlreiche Gestaltungs- und Pflanzvorschläge. Immer wieder auch Doppelseiten, auf denen mit wunderschönen Bildern speziellere Blumen vorgestellt werden. Da möchte man nicht selten gleich zur nächsten Gärtnerei eilen und den Einkaufwagen füllen, um sich dann erdedurchwühlend in den Garten zu begeben. Schade ist es allein, dass bei den unzähligen Pflanzvorschlägen nicht jeder Blume mit einem Bild bedacht werden kann. Da hilft dann nur das große Gartenlexikon mit allen Blumen von A bis Z – von Ulmer versteht sich. Zwischendurch gibt es auch kleinere und größere Infokästen, mit wertvollen Tipps und Tricks und manchmal ganz speziellen Blumen. Hier wäre vielleicht die arg kleine Schriftgröße zu bemängeln, aber sie fügt sich doch gut ins Gesamtbild ein und es sind, wie gesagt, nur immer ganz knappe Abschnitte.

Kurzum: ein wunderbares Buch für Garten und Seele! Die kritischen Anmerkungen sind vernachlässigbar. Für Blumengärtner jeder Art und Neigung findet sich hier alles – in wunderschön aufbereiteter Form – was er wissen muss und pflanzen will. Ich würde mir mehr solche Bücher wünschen, denn sie zeigen bereits beim bloßen Betrachten die Liebe des Autors zu seinem Thema.

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242 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

liebe, hochzeit, the one, liebesroman, maria realf

The One

Maria Realf , Sabine Längsfeld
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.06.2017
ISBN 9783499273148
Genre: Liebesromane

Rezension:

Es sind nur noch wenige Wochen, dann wird Lizzie heiraten – ihren Freund Josh, ein äußerst attraktiver Sportlehrer. Doch Josh ist nicht Lizzies erste große Liebe, sondern nur die Nummer zwei. Vor nun schon langer Zeit hatte sie ihr Herz restlos an Alex verloren. Sie waren glücklich, schmiedeten Pläne für die Zukunft. Doch dann verließ Alex sie von einem Tag auf den anderen, war nicht mehr zu erreichen und meldetet sich auch selbst nicht mehr. Lizzie zerbrach, war nicht mehr sie selbst. Es hat lange gedauert, ehe sie wieder jemanden anderen in ihr Herz ließ. Zehn Jahre ist all das nun her. Und während sie mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckt, taucht plötzlich Alex wieder auf und behauptet, dringend mit ihr sprechen zu müssen. Was soll Lizzie tun? Soll sie sich wirklich mit Alex treffen, obwohl er ihr so weh getan hat?

Das Cover von „The One“ ist rosa, genau wie der Inhalt dieses Buches. Normalerweise würde ich einen solchen Roman in der Buchhandlung nicht einmal in der Hand nehmen, bei Buchverlosungen bin ich dann aber doch wagemutiger. Und es hat sich so gelohnt! Dieses Buch ist aller feinste Zuckerwatte für die Seele. Ich meine, seien wir ehrlich, die Erwartungshaltung ist niedrig, das Ende eigentlich schon bekannt (so schön!!!), aber trotzdem versinkt man in den Seiten. Die Handlung ist in zwei Strängen arrangiert. Zum einen bewegen wir uns in Lizzies Gegenwart, erleben vor allen sie bei den Hochzeitsvorbereitungen und bekommen einen Eindruck von ihrem Leben. Sie ist glücklich mit Josh, hat auf Arbeit ein wenig Stress und träumt davon, eines Tages einmal Schriftstellerin zu werden. Zur Seite steht ihr vor allem ihre beste Freundin Megan, die Lizzie damals auch nach dem Verschwinden von Alex wieder zurück ins Leben geführt hat. Dann ist da noch die Handlung in der Vergangenheit, in der der Leser erleben kann, wie sich Alex und Lizzie kennenlernen und wie gut die beiden in ihrer Beziehung harmonieren. Sie sind das typische „Für-einander-geschaffen“-Paar.

Auch Josh wird bedacht, allerdings lernt der Leser ihn nicht zu genau kennen, was die Autorin Maria Realf sehr gut gemacht hat. Man merkt aber schon, dass er ein sehr netter Typ ist, der seinen Beruf und vor allem Lizzie liebt.

Der gesamte Roman ist jetzt nicht mit so viel Tiefgang ausgestattet – was ich aber bei diesem Genre auch keinesfalls erwartet, aber doch durchaus mehr als gedacht und es gibt auch einige Handlungsentwicklungen (vor allem in der Vergangenheit), die doch überraschen. Besonders gut gefallen hat mir, dass hier von den Männern, keiner der „Böse“ war. Alle beiden lieb(t)en Lizzie von ganzen Herzen.

Nun aber genug von der Handlung. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und ihre Sätze mitunter durch einige Details ausgeschmückt – es stört aber noch nicht. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und der Spannungsbogen baut sich logisch auf. Während sich die Vergangenheit immer weiter dem Tag des Verlassens nähert, nähert sich in der Gegenwart der Zeitpunkt der Hochzeit. Sozusagen ein Countdown. Aber lest doch am besten selbst ;)

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278 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 93 Rezensionen

thriller, haus, psychothriller, spannung, the girl before

The Girl Before

JP Delaney , Karin Dufner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 25.04.2017
ISBN 9783328100997
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jane hat ihr Baby verloren. Die Trauer über diesen Verlust ist überwältigend und wirft sie aus der Bahn. Zurück in ihren alten Job – eine gut bezahlte Stelle im Marketing – kann sie nicht, und so nimmt sie eine kleine Stelle in einem Verein für Mütter, die ihre Kinder verloren haben, an. Als das Geld knapp wird, muss sie umziehen. Doch auf dem Wohnungsmarkt in London sieht es mit ihrem Budget nicht gut aus. Da präsentiert ihre Maklerin ihr das Haus in der Folgate Street 1. Entworfen von einem Architekten beeindruckt es Jane vor allem durch seine minimalistische und strenge Ausgestaltung. Die Miete ist gering, doch der Regelkatalog, den der neue Mieter einhalten muss, ist alles andere als gewöhnlich. Jane bewirbt sich um das Haus und wird angenommen. Bald schon erfährt sie, dass eine junge Frau namens Emma zuvor in der Folgate gewohnt hat. Doch Emma ist auch in diesem Haus gestorben. Als sich mit dem Architekten Edward Monkford eine Affäre entwickelt, und sie dahinter kommt, dass Edward auch bereits mit Emma kurze Zeit liiert war, wird die Frage, warum Emma sterben musste, in ihr immer drängender. Zumal sie immer mehr das Gefühl hat, dass sie Emma nicht nur auf erschreckende Weise ähnlich sieht, sondern es auch sonst parallelen in ihrer beider Leben gibt. Schwebt Jane bereits in tödlicher Gefahr?

JP Delaney präsentiert mit „The Girl before“ einen Thriller, der sich langsam entwickelt, den Leser aber nicht mehr wirklich loslässt. Die Handlung wird in zwei Strängen erzählt. Zuerst erfolgt stets die Rückblende zu Emma und dann folgt ein Kapitel über Jane. Die einzelnen Kapitel sind jeweils recht kurz gehalten, was dem Buch eine gewisse Dynamik verleiht. Immer wieder sind am Anfang der Kapitel auch Fragen, aus dem Bewerbungskatalog abgedruckt. Viele drehen sich um Perfektionismus. Den Edward – der Architekt – ist ein besessener Perfektionist, der seine Umgebung stets unter Kontrolle halten muss. Durch den ständigen Wechsel der Handlungsstränge werden die Gemeinsamkeiten im Leben der beiden Frauen deutlich, es tritt aber auch zutage, dass sie sich vom Charakter her kaum ähneln. Jane hat ihr Baby verloren und ein wenig auch den Halt im Leben. Nichtsdestotrotz ist sie eine starke, selbstbewusste Frau, die sich in ihren Nachforschungsdrang nicht aufhalten lässt. Unermüdlich stöbert sie Menschen aus Emmas altem Umfeld auf und kommt so dem Geheimnis um ihren Tod (tragischer Selbstmord oder Mord) immer näher. Zugleich spürt sie, dass auch sie in einer gewissen Gefahr schwebt. Emma dagegen ist eine Frau, die unter enormen Problemen leidet, die im Verlaufe der Handlung im krasser zutage treten. Ihren Charakter kann man durchaus als instabil, aber auch als intrigant bezeichnen. Dabei versteht sie es, sich egal in welcher Situation, stets als Opfer von anderen zu inszenieren.

Es gibt Dinge in diesem Buch, die auf mich – vor allem gegen Ende – gestelzt und unnatürlich wirkten. Auch die plötzliche Erkenntnis Janes zu Emmas Tod leuchtete mir nicht ganz ein. Hier sollte sich aber jeder selbst ein Urteil bilden. Der Schreibstil dagegen ist relativ klar, präzise und verliert sich nicht in unwichtigen Details.

„The Girl before“ – für mich ein Thriller, der solide und okay war, aber keine extreme Spannung verursachte – vor allem was die Gefahr für Jane anging. Es wurde zwar immer mal wieder gesagt, dass sie in Gefahr sei, aber so richtig spüren konnte man es selten. Und ist es nicht das, was eigentlich einen guten Thriller ausmacht?

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99 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

einsamkeit, meer, leuchtturm, einsame insel, verzweiflung

Im Rausch der Stille

Albert Sánchez Piñol , Angelika Maass
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.11.2006
ISBN 9783596165575
Genre: Fantasy

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fantasy, liebe, attentäter, verrat, das herz des verräters

Die Chroniken der Verbliebenen - Das Herz des Verräters

Mary E. Pearson
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 26.05.2017
ISBN 9783846600429
Genre: Jugendbuch

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new york, drogen, restaurant, alkohol, essen

Sweetbitter

Stephanie Danler , Sabine Kray
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 11.04.2017
ISBN 9783351036720
Genre: Romane

Rezension:

Es ist eine Flucht. Das alte Leben, das Studium, die Bücher, den Vater – alles lässt sie hinter sich, als sie die George-Washington-Brücke überquert und eintaucht in die pulsierende Metropole New York. Sie weiß nicht, was sie hier tun wird, hat nur ein kleines Zimmer. Schließlich sucht sie sich einen Übergangsjob – wird durch Glück Kellnerin in einem edlen New Yorker Restaurant. Schnell ist sie gefangen in diesem Mikrokosmos mit seinen ganz eigenen Regeln und Gesetzmäßigkeiten.

„Sweetbitter“ – so der Titel des Debütromans von Stephanie Danler. Kurz bevor ich das Buch zur Hand genommen hatte, hatte ich mir ein paar Rezensionen angeschaut: Drogensumpf, Vergleiche zu Fithy Shads of Grey, verlorene Lesezeit … Ich war entsetzt und überlegte, ob ich das Buch nicht gleich in die Papiertonne verfrachten sollte. Letztlich habe ich es dann doch gelesen und wurde positiv überrascht. Stephanie Danlers Roman kann leicht verkannt werden, dabei ist er große und gute Literatur. Die Protagonistin wird leider im Klappentext benannt, im Buch erfährt man ihren Namen erst nach gut der Hälfte. Und das macht durchaus Sinn, denn sie verliert sich in der Anonymität der Großstadt, ist nur eine von vielen und nimmt sich selbst nicht mehr als wirkliches Individuum war. Der Großteil der Handlung spielt im Restaurant und in der Park Bar, in der sich die Belegschaft der Hilfskellner nach Schichtende einfindet. Dort wird getrunken und gekokst. Keine harten Drogen, und es geht der Autorin auch sicherlich nicht darum zu sagen, dass die Protagonistin völlig abgleitet in ein düsteres, nicht-lebenswertes Leben oder dies irgendwie zu verharmlosen. Es ist New York, die Menschen ersticken ihr Leben, weil zu viel Leben da ist, zu viel Empfindsamkeit, zu viel Sex – aber zu wenig Liebe, zu wenig Nähe, zu wenig Freundschaft. Da ist keine Ehrlichkeit und wenn die Kellnerin Simone, die heimliche Herrscherin des Restaurants, die Protagonistin unter ihre Fittiche nimmt, so geschieht auch das nicht aus Nächstenliebe. Die Hauptperson entwickelt sich in zwei völlig verschiedene Richtungen, zum einen entdeckt sie die Liebe zu ihrem Beruf, geht völlig auf in der Kellnertätigkeit und sammelt Wissen rund um das große Thema Wein. Zum anderen stürzt sie nach Feierabend ab, noch eine Line, noch ein bisschen mehr Alkohol. Ohne Sinn und Verstand, so wie auch das Leben eigentlich nicht wirklich Sinn hat. Ihre Gefühlswelt wird von dem Bar-Mann Jack dominiert, sie begehrt ihn und ja, sie wird ihn bekommen. Hier dann auch der Hinweis auf Fithy Shads of Grey, weil das wenige, was vom Sex beschrieben wird, nicht blümchenmäßig ist. Der Grund aber liegt darin, dass unsere Protagonistin Sex mit Liebe verwechselt, Begehren mit Zuneigung. Sie braucht Jack, aber Jack hängt mit Simone, die so viel älter ist als er, zusammen. Es ist eine Geschichte, die von Macht und Abhängigkeit erzählt, von der Einsamkeit, die man empfindet, auch wenn man einer von Tausenden ist. Es ist eine Geschichte, die davon erzählt, wie sehr man sich verlieren kann. Stephanie Danler wertet in ihrem Roman nicht, die Abgründe der Menschen werden nach und nach offen gelegt, aber ohne moralischen Zeigefinger, es wird nicht klar, was schwarz und was weiß ist, weil nur die Zwischentöne existieren. Auch ich hatte mich zeitweilig gefragt, welche Handlung, dem Roman eigentlich zugrunde liegt. Die Antwort ist das Leben, zäh und unerbittlich, ohne Rücksicht auf den Einzelnen. Sweetbitter ist keiner dieser gewöhnlichen „Essensromane“, man bekommt hier keine Lust, sich gleich in das nächste Restaurant zu begeben und endlich mal wieder gut essen zu gehen, und doch ist er in seiner Intensität schwer zu übertreffen.

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Erlebniswandern mit Kindern Südtirol

Gerhard Hirtlreiter , Eduard Soeffker
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Bergverlag Rother, 02.03.2017
ISBN 9783763331529
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Sommer naht und viele sind nun auf der Suche nach dem ein oder anderem Reiseziel. Wer indes Kinder hat, ist bemüht, eine Destination zu finden, die nicht nur den Eltern Erholung, sondern auch Abenteuer und Kurzweil für den Nachwuchs verspricht. Wer es sich nicht ganz so schwer machen will, der schaut in das Programm der Wanderbuchreihe „Erlebniswandern mit Kindern“ vom Rother Bergverlag. Hier werden perfekte Familienurlaubsgebiete vorgestellt und auch die Tagesplanung ist dann gar nicht mehr so schwer. Ganz druckfrisch hinzugekommen ist nun Südtirol.

Einige Autostunden von Deutschland entfernt locken dort faszinierende Bergwelten, Gastfreundlichkeit und wunderschöne Natur. Zu entdecken auf insgesamt 36 Wanderungen, die von Gerhard Hirtlreiter und Eduard Soeffker sorgsam zusammengestellt wurden. Die Kinder werden durch das Buch von Rothi, dem Murmeltier begleitet. Die Maskottchen der „Erlebniswandern mit Kindern“-Reihe sind von Buch zu Buch verschieden, mal sind sie mehr mal weniger gelungen. Rothi war mir gleich sympathisch. Seine Sprache ist dem empfohlenen Alter der jeweiligen Tour angepasst, und auch Jugendsprache findet sich hier und da, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Warum allerdings die zulässige, aber m.E. deutlich veraltete und heute kaum noch gebräuchliche Form der Großschreibung bei der Anrede der Kinder mit „Ihr“ und „Euch“ gewählt wurde, ist mir nicht ganz klar. Rothi vermittelt den jüngen Wanderern interessante Zusatzinformationen, die wohl auch den Erwachsenen den ein oder anderen Aha-Effekt bescheren. Oder wer hat etwa gewusst, dass der Bestatter damals dem Ötzi den Arm gebrochen hat, in dem Versuch, ihn in den Sarg zu bekommen?

Insgesamt wartet das Buch mit 15 leichten, vier schweren und 17 mittleren Touren auf. Die Charakteristik der Tour, ihr Länge, Gehzeit und das empfohlene Ab-Wanderalter kann man auf einen Blick in der vorderen Umschlagseite erfassen. Mit Charakteristik sind hier Besonderheiten gemeint, die wohl vor allem in den Augen der Kinder wichtig sind. So etwa ob sich am Weg – oder einer Tourenvariante – ein Spielplatz, Weidetiere, ein Lehrpfad oder eine Burgruine finden lassen. Manche der Wanderungen kann oder muss man mit einer Hüttenübernachtung kombinieren. Sicherlich für jedes Kind – egal welchen Alters, ein großartiges Abenteuer! Ich finde es sehr schade, dass diese Mehrtagestouren nicht extra im Inhaltsverzeichnis hervorgehoben sind. Auch kann ich es noch immer nicht nachvollziehen, warum bei allen Rother Wanderbüchern (nicht den Wanderführern!) darauf verzichtet wird, die Gehzeit gleich in der Überschriftenleiste einer jeden Tour und im Inhaltsverzeichnis anzugeben. Diese Angabe ist für mich ein sehr wichtiges Auswahlkriterium und es ist störend, wenn man diese erst immer unter den Kurzinfos heraussuchen muss.

Ansonsten besticht das Buch durch seine sorgsame Tourenauswahl und man merkt, dass sich die Autoren Gedanken gemacht haben. So wird etwa empfohlen einen Erlebnispfad entgegen der eigentlichen Richtung zu laufen, um erst am Ende an eine Burg zu kommen, denn so bleibt ist die Motivation wahrscheinlich deutlich besser erhalten, als wenn das eigentliche Highlight der Tour gleich zu Beginn auf einen wartet. Uns Erwachsenen geht es da normalerweise nicht anders. Im Einführungsteil, der alle wichtigen Informationen enthält, außer, welche Karten man empfehlenswerterweise man noch zusätzlich – vor allem bei den längeren Touren im Gepäck haben sollte, plädieren die beiden Autoren auch immer wieder für viel Zeit. Die unmittelbare Erfahrung der Natur, unsere Umwelt ganz ohne Hektik und Stress ist äußerst eminent für die Entwicklung unserer Kinder.

Die Tourenbeschreibungen sind solide und auch die Karten klar und deutlich. Bei zwei weiteren Gehvarianten neben der Hauptroute kann man aber schon einmal etwas durcheinander kommen. Einige der Wanderungen kann man übrigens bereits mit Kindern von vier Jahren machen, zahlreiche sind aber auch erst ab acht bis neun Jahren empfohlen. Dies lässt auch Rückschlüsse auf das breite Spektrum der hier angebotenen Wanderungen zu. Bei jeder Tour sind in einem Informationskasten die Highlights zusammengefasst und natürlich fehlen auch die Kurzinfos in ihrer bewährten Form nicht. Und mithilfe der zahlreichen Bilder, wenn sie auch nicht an die Brillanz derer im letzten von mir rezensierten Wanderbuch heranreichen, kann man sich bereits einen guten Eindruck von der ausgewählten Tour machen.

Ist das Wetter einmal zu schlecht zum Wandern, sind die Beine schwer oder hat die Familie einfach Lust, auch man etwas anderes zu erleben, so braucht man nur in den hinteren Teil des Wanderbuches zu schauen. Dort finden sich zahlreiche Ausflugs- und Schlechtwettertipps zu den verschiedensten Themen, etwa Badessen, Naturparks, sehenswerte Orte, Ruinen und vieles mehr.

Kurzum: Das rundum sorglos Paket für die ganze Familie. Nur die Unterkunft, die muss man schon noch selber buchen.

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kochbuch, kochen, einfach, gemüse, fleisch

Smart Cooking

Björn Freitag , Hubertus Schüler
Fester Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 21.04.2017
ISBN 9783954531288
Genre: Sachbücher

Rezension:

„Einfacher geht`s nicht“ – mit diesem Slogan wirbt Björn Freitags neuestes Kochbuch „Smart Cooking“. Der Anspruch des Sternekochs: entspanntes Kochen mit einigen wenigen guten Zutaten ganz ohne Stress beim Einkaufen und nachfolgendem Küchenchaos. Das kann funktionieren und auch noch schmecken? Ja, es kann und das auch noch sehr gut! Im Kochbuch finden sich Rezepte zu den Themen Fleisch, Geflügel, Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte sowie Suppen und Salate. Es ist hier also für jeden Alltagstyp etwas dabei, nur wenn man etwas Süßes auf den Tisch soll, so sucht man hier vergeblich. Man muss aber ehrlicherweise sagen, dass ein Nachspeisenkapitel nicht wirklich zum Konzept des Buches gepasst hätte. Es werden Speisen präsentiert, die man auch noch kochen mag, wenn man einen anstrengenden Tag hinter sich hat und nicht auf ein gutes Abendessen verzichten mag.

Besonders gut gefällt mir die Basic-Liste, die alle Lebensmittel enthält, die man nach Meinung von Björn Freitag stets im Haus haben sollte. Bis auf einige wenige Ausnahmen, wie beispielsweise Wacholderbeeren und Ingwerpulver, kann ich dieser Liste nur zustimmen. In den einzelnen Rezepten finden sich dann noch ein paar wenige Zutaten, die man frisch dazu kaufen muss. Hervorzuheben ist, dass man diese wirklich gleich beim Supermarkt an der nächsten Ecke bekommt und nicht erst lange nach einem Laden suchen muss, der das Gewünschte im Angebot hat. Jedem Rezept werden zwei Seiten eingeräumt, wobei eine davon das fertige Gericht in schönster – aber bodenständiger – Optik präsentiert. Die Rezepte selbst sind kurz und prägnant. Die Schrift ist relativ groß und die Zutaten jeweils fett markiert. Angaben zu den Portionen sowie zur Arbeits- und Kochzeit finden sich ebenfalls.

Ansprechend finde ich, dass die benötigten Arbeitsmittel (wie Topf, Pfanne oder Blech), grafisch hervorgehoben werden. Meist benötigt man tatsächlich nur eine Pfanne oder einen Topf für ein ganzes Gericht. Zum Teil ist jedoch ein wenig Trickserei dabei. So kann man sich benötigte Nudeln etwa direkt aus dem Kühlregal holen oder komplett selbst machen (Zubereitung wird im Kapitel Grundrezepte erläutert). Das einfache Kochen von Nudeln ist entsprechend nicht vorgesehen, würde es doch bedeuten, dass man zur Pfanne auch noch einen Topf bräuchte. Die Gerichte selbst sind für meinen Geschmack bodenständig mit dem ein oder anderen Pfiff. Es gibt nichts, was wirklich außergewöhnlich oder gar exotisch anmutet, was ich absolut positiv finde. Trotzdem sind die meisten Rezepte für mich neu, da verschieden bekannten neu miteinander kombiniert wird – etwa eine Pizza, die mit Tomaten, Trüffeln und Lachs besticht. Schade finde ich, dass die Rezepte keinen wirklichen Namen haben, sondern sich immer nur in folgender Form präsentieren: Lauch / Joghurt/ Curry / Beefsteak. Natürlich kann man so die Hauptzutaten auf einen Blick erfassen und die Aufmachung unterstreicht den jungen und hippen Charakter des Buches, aber mit der Zeit ist es doch ziemlich nervig. Das ist aber auch das Einzige, was es an diesem Kochbuch mit zahlreichen richtig leckeren Rezepten zu bemängeln gibt.

Mit „Smart Cooking“ gibt es nun auch nach einem anstrengenden Tag keine Ausrede mehr, warum nicht etwas Leckeres auf den Tisch sollte. Schließlich kann Kochen und Essen eine Wohltat für die Seele sein.

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Botanische Wanderungen Kanarische Inseln

Rolf Goetz
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Bergverlag Rother, 02.02.2017
ISBN 9783763331666
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich habe in den vergangenen Monaten zahlreiche Rother Wanderbücher und Wanderführer unter die Lupe genommen. Es gibt darunter gute, sehr gute und auch das ein oder andere nicht wirklich gelungene Exemplar. Manchmal war das Lesen mühsam, meistens sehr interessant und stets stand vor allem die Funktionalität im Vordergrund. Das Wanderbuch „Kanarische Inseln. Botanische Wanderungen“ von Ralf Goetz sticht für mich aus der Masse der Bücher ganz klar heraus. Mit Zögern hatte ich es bestellt und aus dem Schrank genommen, den von Goetz gleichfalls geschriebenen Naturführer „Flora der Kanarischen Inseln“ abgelehnt – ein böser, böser Fehler!

Bereits beim ersten Durchblättern wird klar, dass das Wanderbuch, das mit insgesamt 35 Touren auf den Kanaren aufwartet, anders ist. Natürlich gibt es in jedem Rother-Buch Bilder, aber hier wird der Leser direkt von den erstklassigen Fotografien begrüßt und ins Buch geholt. Oftmals sind ganze Seiten mit Bildern versehen und zusätzlich locken großformatige Aufnahmen von ortstypischen Pflanzen. Immer wieder finden sich umfangreichere Infokästen zu den Leitpflanzen der Kanarenflora und vom Autor empfohlenen Kurzwanderungen, zudem werden bei jeder Tour die zu findenden endemischen Arten aufgelistet. Was das Wanderbuch daneben so einzigartig macht, ist der wunderbare Schreibstil von Goetz. Man merkt den Zeilen seine Hingabe für die kanarische Pflanzenwelt an! Hier ist jemand wirklich begeistert und möchte sein Wissen, seine Liebe für die Landschaft und vor allem ihre pflanzlichen Bewohner teilen. So kann man beim Lesen schon einmal vergessen, dass es sich einfach nur um ein Tourenbuch handelt und der recht große Einführungsteil versetzt einen prompt in Urlaubsstimmung.

In den Allgemeinen Hinweisen geht Goetz sehr auf die Themen Wind und Wetter sowie beste Jahreszeit in Bezug auf die Pflanzenwelt ein. So sagt er klar, dass sich die Reisezeit danach richtet, was man sehen möchte und gibt etliche Hinweise, wann sich eine Reise besonders lohnt. Klimatabellen von Lanzarote und Teneriffa ergänzen die Ratschläge. Weiterhin finden sich natürlich auch die von jedem Rother Wanderbuch bekannten Themen, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll. Der folgende Abschnitt Touristische Informationen gibt nicht nur Aufschluss über die Erreichbarkeit der Wanderausgangspunkte mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern auch, wie man auf die benachbarten Inseln mithilfe von Flugzeug und Schiff gelangt. Eine kleine Karte veranschaulicht die Möglichkeiten. Danach folgen Kurzporträts der sieben Kanarischen Inseln: Teneriffa, La Palma, La Gomera, El Hierro, Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. Der Schwerpunkt in diesen Porträts liegt natürlich stets auf der Flora, die entscheidend durch Gebirgszüge und – damit zusammenhängend – dem Wetter geprägt ist. Goetz vermittelt zusätzlich in seinen Zeilen stets, welche Eilande touristische Hotspots sind, wo man entspannen kann und an welchen Orten man noch ganz für sich ist. Die kurz zusammengefassten Inseldaten mit Fläche, Küstenlänge, Höchstem Gipfel, Einwohnerzahl, Bevölkerungsdichte und der Hauptstadt sind eine sinnvolle Ergänzung. Goetz – man merkt es beim Lesen – ist nun schon fast ganz in seinem Element angekommen und läuft nun zur dem Leser begeisternden Höchstform auf, wenn in den folgenden Kapiteln die Kanarenflora, die Vegetation der Inseln und die subtropische Zierflora im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen. Schön ist vor allem, dass die im Text genannten Pflanzen häufig mit Bild auf der Seite vertreten bzw. mit Angabe der Seitenzahl an anderer Stelle im Buch zu finden sind. Bei den Tourenvorschlägen findet man indes logischerweise nicht immer Bilder zu allen genannten Pflanzen. Da nun würde man den Pflanzenführer benötigen, den ich nicht selten gerne griffbereit gehabt hätte.

Die Tourenbeschreibungen sind sehr gut geschrieben, zusätzliche Informationen sind so in den Text eingefügt, dass sie sich mühelos in den Lesefluss einfügen und man nicht das Gefühl hat, dass hier etwas künstlich aufgebläht werden sollte. Die von Rother gewohnten Kurzinfos sind um die zusätzlichen Themen Tourencharakter und Beste Zeit erweitert. Ebenso gibt es eine Sternchenbewertung (1 bis 3) für ganz besonders lohnenswerte Touren. Das Höhenzeitprofil und ein Kartenausschnitt ergänzen den Text sinnvoll, wobei mir die Karten etwas zu klein geraten sind. Es empfiehlt sich sicherlich oftmals noch die Mitnahme einer Wanderkarte. Übrigens sind auch bei diesem Buch die GPS-Tourdaten abrufbar.

In der vorderen Umschlagseite findet sich eine Übersicht über alle Wanderungen, wobei die überwiegende Anzahl leichte Touren sind, insgesamt zwölf ordnen sich der Kategorie mittel zu, schwere gibt es nicht. Auch hier lässt sich die beste Zeit ablesen, zusätzlich die botanischen Highlights, und ob sich spezielle Vegetationsformen finden lassen – wie bspw. Dünenvegetation, Lorbeerwald und subalpine Gebirgsflora.

Kurzum: Ein rundum gelungenes Wanderbuch, das mit viel Liebe zum Detail aufwartet.

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