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72 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

rassismus, harper lee, go set a watchman, alabama, südstaaten

Go Set a Watchman

Harper Lee
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Random House UK, 14.07.2015
ISBN 9781785150289
Genre: Romane

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14 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

englische literatur, erstklassige helden, glanzvoller auftakt, romane, spannung durch und durch

To Kill A Mockingbird

Harper Lee
E-Buch Text: 385 Seiten
Erschienen bei Cornerstone Digital, 08.07.2014
ISBN 9781473517714
Genre: Romane

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78 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

flucht, gewinn, größenwahn, hardcover, dystopie

Hier ist es schön

Annika Scheffel
Fester Einband: 389 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.05.2018
ISBN 9783518427941
Genre: Romane

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

The Lost Words

Robert Macfarlane , Jackie Morris
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Hamish Hamilton, 05.10.2017
ISBN 9780241253588
Genre: Sonstiges

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

The Hating Game

Sally Thorne
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Piatkus, 09.08.2016
ISBN 9780349414249
Genre: Sonstiges

Rezension:

This is a book for girls who like to play 'games' when it comes to love. 


Lucy has a lot of games going on with Joshua - her colleague and rival at work - the Staring Game, the Mirror Game, ... in the end she only wants him to crack up, but sssh! - she doesn't know that yet, or at least chooses not to. Josh and Lucy are both assistants to their CEOs and forced to share a room since their companies merged. Lucy HATES Joshua, for no other reason than him being so seemingly unfriendly, whereas Lucy doesn't even manage to say no to anyone. Not even to Joshua, as we soon get to know, and it is not a great spoiler when I say that Lucy, OF COURSE, doesn't hate Joshua. And Josh, surprise surprise!, also has romantic feelings for Lucy. This is really obvious from page 1 and therefore the whole book felt like one really long foreplay. Everyone knows where Josh and Lucy's passionate feelings will lead them. And OF COURSE a wedding has to be attended together, where emotions and lust will reach their climaxes. 

There is a bit of background story - poor Josh has some unresolved family issues and Lucy and Josh are both up for a big promotion at work, but only one of them can get it. But these are dealt with very quickly and easily. 

To compare Sally Thorne to Sophie Kinsella (as I've read somewhere) is really not fair to the genius of Kinsella! Her books always live from surprising twists and revelations and hilarious humor. Neither you find in 'The Hating Game'. There are no surprises whatsoever and I rather laughed because of the predictability of it all than of humorous writing. 

This is a book for those who love dreaming about Prince Charming, the one who's tough on the outside but oh so soft on the inside. The one who is the perfect gentleman and patiently waits for you to realize what a great guy he is. It is for girly girls who dream about big weddings and boyfriends who have just the right amount of jealousy when they see their girl talking to some other guy. I would say it is for romantic women in their 20s. Me, I'm a mother and wife - I've got no time for this. ;) If you love someone, don't waist one day - tell them. Your Happily Ever After will last even longer! 

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53 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

sizilien, urlaub, familie, italien, alltag

Die Lichter unter uns

Verena Carl
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 25.04.2018
ISBN 9783103973631
Genre: Romane

Rezension:

Ein Wahnsinns-Buch! Und das von mir, die normalerweise immer sehr enttäuscht ist, wenn der Klappentext mehr verspricht, als der Inhalt dann wirklich liefert. Das ist auch bei 'Die Lichter unter uns' von Verena Carl so, aber die Sprache und die Stimmung des Buches haben mich so begeistert, dass das dieses Mal für mich keine Rolle spielt. 


Anna und Jo verbringen mit ihren beiden Kindern einen Familienurlaub auf Sizilien, dem Ort ihren Flitterwochen. Es ist kein Luxusurlaub wie damals und die Stimmung ist ebenfalls nicht mehr so romantisch - die Gewöhnung aneinander, Geldsorgen und Stress im Job und mit den Kindern haben dafür gesorgt. 
Ebenfalls auf Sizilien sind Alexander und sein erwachsener Sohn Florian, sowie Alexanders schwangere Lebensgefährtin. 

Es sind die letzten Tage der Urlaubssaison (Ende Oktober) und der Leser darf bei allen erwachsenen Urlaubern, insbesondere bei Anna und Alexander, einen kleinen Blick in ihre Gedankenwelt werfen. Eine Handlung gibt es in diesem Buch nicht wirklich - hier könnte der Klappentext falsche Erwartungen schüren. Wir erfahren vielmehr, wie jeder der Beteiligten an den Punkt gekommen ist, an dem er sich nun befindet. Sind die Personen glücklich, hatten sie eigentlich andere Pläne für sich und ihr Leben? Und wie geht es nach dem Urlaub weiter? 

Der Roman erzählt unaufgeregt und ohne Effekthascherei von verschiedenen Persönlichkeiten. Er schafft dabei eine besondere Stimmung, die von tiefer Melancholie durchzogen ist. Für mich war dieser Roman, trotz der teilweise (scheinbar) deprimierenden Einsichten, friedlich und entspannend. Als Kind waren für mich die Sommerferien ein Ort bar jeder Verpflichtungen und Sorgen. Fernab der Heimat wurden neue Freundschaften geknüpft, neue Schwärme gefunden, unwahrscheinliche, kühne Pläne für das Leben nach den Ferien geschmiedet und jeder Tag wurde verträumt. 'Die Lichter unter uns' hebt das alles auf ein etwas höheres, erwachseneres Niveau, doch essentiell bleibt es das Gleiche: Erwachsene spielen, hauptsächlich im Kopf, 'Was-wäre-wenn', naturgemäß mit etwas mehr Risiko als im Kindesalter. Welche Pläne sind wirklich so wichtig, dass man sie in die Realität und über den Urlaub hinaus verwirklichen will, welche Verpflichtungen holen uns zu Hause wieder ein? 

Sprachlich schreibt Verena Carl auf höchstem Level. Wie sie zwischenmenschliche Entwicklungen durch Naturphänomene oder alltägliche Geräusche spiegelt, ist genial. Die Metaphern, die sie findet sind neu, unglaublich zutreffend und gehen direkt ins Herz, so beschreibt sie z.B. 'abgelegte' Ehefrauen und Mütter als "Puzzelteile mit wunden Rändern" - großartig!

Ein Roman, der bewegt, zum Träumen einlädt und einen fühlen lässt - auch wenn die Charaktere durch die Bank nicht sympathisch sind. Das muss man auch erst einmal hinbekommen! 

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118 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

liebe, affäre, alles begehren, begehren, ruth jones

Alles Begehren

Ruth Jones , Julia Walther
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.05.2018
ISBN 9783959672023
Genre: Romane

Rezension:

Callum ist glücklich verheirateter Familienvater. Trotzdem beginnt er eine Affäre mit der um einiges jüngeren Kate. Als die Affäre auffliegt, gehen die beiden getrennte Wege und Callum kann seine Frau überzeugen, ihn zurückzunehmen.


16 Jahre später begegnen sich Callum und die inzwischen ebenfalls verheiratete Kate wieder und das Ganze beginnt von vorn.

Hauptthema des Buches: Ehebruch. Nur aufgrund sexueller Lust - wahrscheinlich. Keine Ahnung. Das wird nicht wirklich erläutert. Was die Hauptpersonen aneinander finden und somit ein großer Aspekt ihrer Charakterisierung, bleibt komplett im Dunkeln. Mein großer Kritikpunkt an diesem Buch und der Grund, warum ich es als ziemlich 'platt' einstufen möchte. Die Nebenfiguren, z.B. Kates Ehemann und dessen beste Freundin werden etwas besser ausformuliert, aber auch diese bleiben relativ blass, trotz der heftigen Gefühle, die sie durchleben. 

'Alles' Begehren wird also bei Weitem nicht dargestellt, höchstens 'körperliches' Begehren, aber auch hier - wenn es hauptsächlich darum geht, dass es die beiden Hauptcharaktere, wann immer sich ihnen die Gelegenheit eröffnet, miteinander treiben, warum dann nicht ein bisschen anschaulicher? Dann hätte man es wenigstens noch als erotischen Roman lesen können.

So aber ist es, wie andere Leser treffend schrieben, 'wie bei einem Autounfall' (obwohl die es vielleicht etwas anders meinten): man kann gar nicht anders als weiterzulesen, obwohl man eigentlich keinen Spaß daran hat. Man möchte schlicht wissen, wie genau die beiden es schließlich verbocken und was sie dabei alles zerstören, auch wenn einen weder das wie noch das was wirklich überrascht. 

Aufgrund der oberflächlichen Darstellung hatte ich anfangs beim Lesen fast den Eindruck, 'Alles Begehren' wäre eher für jugendliche Leser gedacht (no offense!). 

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141 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 91 Rezensionen

kopenhagen, mord, thriller, krimi, manuskript

Krokodilwächter

Katrine Engberg , Ulrich Sonnenberg
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.03.2018
ISBN 9783257070286
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

... seit ich "Krokodilwächter" zum ersten Mal in einer Instagram-Story sah, war ich verliebt. Diesen Umschlag finde ich schlicht atemberaubend und er hat dazu geführt, dass ich das Buch einfach nur haben wollte, egal, ob mir der Inhalt gefällt. Gut, da es ja aus dem Hause Diogenes kommt, konnte es wohl nicht allzu schlimm werden, aber das war für mich zweitrangig. Das Buch dann in den Händen zu halten, war ein zauberhafter Moment. Das edle, samtige Weiß, die schönen, silbrig-glänzenden Buchstaben und das Kontrast gebende, dunkle Rot - allein die Farbzusammenstellung ist schlicht schön. Doch die Schlitze im Umschlag, die den roten Leineneinband wie blutiges Fleisch durchblitzen lassen, sind einfach der Hammer. Tolle Idee! Doch genug zu den rein äußerlichen Merkmalen.


Krokodilwächter ist das Krimi-Debüt der dänischen Tänzerin, Choreografin und Regisseurin Katrine Engberg. Sie vermag es, wohl dank ihrer Erfahrung im Fach des 'Inszenierens', in ''Krokodilwächter" eine spannende Story zu erzählen, in der sie den Leser nur Stück für Stück Informationen preisgibt, die dazu führen, dass dieser einerseits in die Irre geleitet und andererseits nur schrittweise dem wirklichen Täter auf die Spur kommt. Als Leser dieses Krimis (auch wenn beides nicht mein Genre ist, für einen Thriller scheint der Roman mir doch zu harmlos, leise und unspektakulär) darf man somit quasi ab der ersten Seite spekulieren und Theorien entwerfen. Das zieht einen natürlich beim Lesen und führte auch zu einer sehr lebhaften Leserunde. Allerdings hat es die Autorin leider abschließend nicht geschafft, alle offenen Fragen zu klären und eine geschlossene Theorie des Gewesenen abzuliefern, was den mitfiebernden Leser unbefriedigt mit seinen Theorien in der Luft hängend zurücklässt. 

Im Mittelpunkt des Krimis steht ein brutaler Mord an einer jungen Studentin. Wie kommt es, dass ihre im gleichen Haus lebende Vermieterin nur wenige Tage vor der grausamen Tat in einem Romanentwurf genau diese beschreibt? Noch dazu, wo die Studentin auch das Vorbild für die ermordete Romanfigur war! Das Ermittlerduo Jeppe Kørner (emotional, frisch verlassen und hinsichtlich seines männlichen Stolzes schwer verletzt) und Anette Werner (augenscheinlich glücklich liiert, doch ruppig) nimmt die Ermittlungen auf und sieht sich bald in einem Wollknäuel aus familiären und anderen Beziehungen verheddert, deren Anfänge teilweise schon eine Generation zurückliegen. Diese nach und nach zu entwirren ist nicht so einfach, da die Befragten unkooperativ Informationen zurückhalten und irgendwer ganz genau zu wissen scheint, was die Polizei vor hat. Kørner und Werner ermitteln als Duo in feinster Tatort-Manier und man kann sich gut vorstellen, den beiden in einem nächsten Teil der Reihe noch einmal zu begegnen. Vor allem auch deshalb, weil man nur Jeppe in "Krokodilwächter" wirklich näher kennengelernt hat, Anette blieb noch recht fremd. 

Das Buch ist lesenswert und ich würde es jedem empfehlen, der etwas Spannung liebt, allerdings glaube ich, dass es die Autorin hier etwas zu gut gemeint hat. Die Auflösung zum Schluss ist dann doch (wie nach den ganzen Wendungen und Informationen zu erwarten war) extrem konstruiert und nicht ganz glaubhaft, vor allem das Motiv des 'Krokodils' (ich möchte hier nicht spoilern und orientiere mich an dem titelgebenden Vergleich) bleibt im Dunkeln. 

Mein liebstes Zitat, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Autorin Regisseurin ist, ist wie der Ermittler auf S. 270 von 504 fragt "Sag mal, befinden wir uns mitten in einem beschissenen Kriminalroman?" Nein, muss man sagen - 'beschissen' bei weitem nicht! Aber auch nicht nicht perfekt. Solide, ausbaufähig, unterhaltsam. Und - habe ich erwähnt, dass die Umschlaggestaltung genial ist? ;)

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Das Erwachen des letzten Menschen

Leveret Pale , Leveret Pale
Flexibler Einband: 56 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 07.11.2016
ISBN 9783741298455
Genre: Romane

Rezension:

Nikodem Skrobisz (Leveret Pale - das weiße Kaninchen) zeichnet in 'Das Erwachen des letzten Menschen' ein Zukunftsbild der Menschheit, das gar nicht mal so abwegig erscheint: Ruhig gestellt durch Brot (Einheitsmatsch) und Spiele (virtuelle Realitäten und Sex-Roboter) wird die 'einfache' Menschheit, Bürger der Klasse B, im Jahre 2137 gnädig am Leben erhalten. Schulbildung ist dank kompletter Vernetzung überflüssig, Fortpflanzung verboten. So lebt jeder für sich und soziale Interaktion im RL (real life) ist de facto ausgestorben. Genetisch modifizierte Bürger der Klasse A leben in einer Parallelwelt 'über' der normalen Welt, zwischen beiden Welten findet kein Austausch statt. Beide Welten werden von einer künstlichen Intelligenz 'regiert'.


Edgar ist Bürger der Klasse B und entscheidet sich eines Tages aus einer Laune heraus (oder einem tiefen, inneren Bedürfnis?), die Ruhigstellung durch das System auszusetzen, er verweigert die Standardmedikation, sagt seine virtuellen Verabredungen ab und will auch keinen Sex mit seinem Gynoiden. Er verlässt tatsächlich seine Wohnung und durchläuft in den nächsten Tage verschiedene Stufen der Sinnfindung - Kreativität, Ehrgeiz, Zerstörungswut, Gleichgültigkeit. In einem Tagebuch hält er seine Gedanken während dieser Zeit fest und der Leser kann mit ihm darüber sinnieren, was ein Leben ausfüllen kann. 

Die Novelle liefert auf diese Frage natürlich keine eindeutige Antwort. Zumal der Autor sie im zarten Alter von 17 Jahren geschrieben hat. Was er da aber trotz seiner Jugend an Reflektionen aufs Papier gebracht hat, zeugt von einer Weisheit weit jenseits seiner Jahre. Dass er, wie man Interviews entnehmen kann, selbst einen ähnlichen Sinnfindungsprozess wie Edgar durchlaufen hat, verleiht dem Roman trotz seiner allgemeinen Überlegungen einen persönlichen Touch, der noch den ein oder anderen Sympathiepunkt einbringt. 

Letztlich bleibt es jedem Leser selbst überlassen, Edgars Taten und Gedanken zu interpretieren und zu bewerten. Auch das Ende der Novelle ist offen und bietet verschiedene Deutungsmöglichkeiten. Empfindet man die geschilderte Welt als positiv oder negativ? An welchem Punkt kann man Edgar zustimmen und eine Sinnfindung für sich selbst ableiten? Oder wird man zum Nihilisten? 

Ein lesenswertes Stück, das das Zeug zum Klassiker hat. Aufgrund des übersichtlichen Umfangs meiner Meinung nach perfekt als Schullektüre.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

State of Sorrow

Melinda Salisbury
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Scholastic, 01.03.2018
ISBN 9781407180274
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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66 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

fliegen, legasthenie, pilotin, freundschaft, lebensgeschichte

Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

Andreas Izquierdo
Flexibler Einband: 524 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 15.01.2018
ISBN 9783458363095
Genre: Romane

Rezension:

'Fräulein Hedy träumt vom Fliegen' fängt super an. Eine spitzzüngige, junggebliebene, intelligente Frau älteren Semesters steht zu ihren Stimmungen und Meinungen und lässt sich von niemandem beirren. 


Als die angesehene Vorsitzende einer Stiftung, Hedy von Pyritz, im - naja - piefigen Münsterland per Inserat in der Tageszeitung einen Chauffeur für einen Ausflug zum Nacktbadestrand sucht, ist der Skandal perfekt. Den perfekten Kandidaten findet sie letztlich selbst - den zurückhaltenden Physiotherapeuten Jan, der eine Lese-Rechtschreib-Schwäche hat, aber dafür wahnsinnig gut Papierflieger falten kann. Während Jan unter Hedys Anleitung Lesen und Schreiben lernt, erzählt diese ihm von ihrer Vergangenheit - und das Buch im Buch beginnt.

Vollkommen unvorbereitet findet sich der Leser in dramatischen und emotionalen Schilderungen aus der Zeit des zweiten Weltkrieges wieder. Der Ton dieser Schilderungen ist ein komplett anderer und ich habe sofort die Gegenwarts-Schilderungen vermisst. Da die Erzählungen von Hedy aber mehr und mehr Platz im Buch einnehmen, 'gewöhnte' ich mich mit der Zeit daran und ja, fand diesen Erzählstrang ebenfalls spannend. 

Leider wurde darüber das Potential der Hauptstory verschenkt. Der Austausch von Hedy und Jan hätte so dynamisch und beiderseitig bereichernd werden können, aber das geht leider total unter. 

Andreas Izquierdo kann wunderbar schreiben und hat tolle Ideen. Er kann lustig und ernsthaft und hintergründig und bewegend. Aber bitte nicht alles auf einmal. 'Fräulein Hedy träumt vom Fliegen' hätte gut und gerne zwei Bücher werden dürfen. Eines über die Geschichte von Hedy und eines über Hedy und Jan und ihr wechselseitiges Wachsen an- und miteinander. So können beide Erzählstränge ihr Potential nicht voll entfalten und noch dazu hat man, insbesondere in der Gegenwart, den Eindruck, dass viel zu viele Probleme angesprochen werden, die (aufgrund dessen, dass es sich jeweils nicht um ein eigenständiges Buch handelt) nur angerissen werden und daher wie auf einer Liste abgehakt wirken. 

Wenn man darauf gefasst ist, dass das Buch seinen leichten Ton sehr schnell verliert und es bald mehr um die Vergangenheit als die Gegenwart geht, ein durchaus spannender Read, wenn auch mit sehr viel Luft nach oben, die der Autor meiner Meinung nach hätte ausschöpfen können, wenn er gewollt hätte.

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54 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 27 Rezensionen

brasilien, gesellschaftskritik, beruflich erfolgreich, brasilen, 90er

So enden wir

Daniel Galera , Nicolai von Schweder-Schreiner
Fester Einband: 231 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.03.2018
ISBN 9783518428016
Genre: Romane

Rezension:

Daniel Galera beschreibt in seinem Roman drei, so kann man wahrscheinlich wohl sagen, typische Vertreter der Generation Y: Ende der 90er, zu Beginn des Internets bildeten die 'Erzähler' des Romans, Aurora, Antero und Emiliano, zusammen mit anderen eine literarische Vereinigung um den genialen Schriftsteller Duke. Damals blickten alle optimistisch in die Zukunft, in der ihnen dank der neuen technischen Errungenschaften die ganze Welt zu Füßen liegen sollte und ließen ihre Kreativität auf unterschiedlichen Kanälen in die Winkel des WWWs fließen.


2014 sind die Menschen der ständigen Befriedigung der meisten Gelüste durch das Internet überdrüssig geworden, gegen Hitze und Kriminalität hat man noch keine Lösung gefunden, die soziale Ungerechtigkeit wächst, Frauen werden immer noch nicht als vollwertige Fachkolleginnen anerkannt und Duke wird auf offener Straße ermordet. Zu seiner Beerdigung treffen Aurora, Antero und Emiliano wieder zusammen und wir erfahren aus wechselnden Perspektiven davon, wie ihr Leben aktuell aussieht. 

Da ist vor allem erst einmal Ernüchterung. Wirklich glücklich ist keiner der drei. Alle haben sich von ihren revolutionären Schriftergüssen der 90er emanzipiert, leben teilweise das, was sie damals noch verurteilt haben und verraten ihre Ideale, um ihr Leben zu finanzieren. Liebe findet sich in den Leben der drei Hauptfiguren nur noch rudimentär wieder, allenfalls ihre beruflichen Projekte lassen einen Anflug von Leidenschaft erkennen. 

Es ist ein trauriges Fazit, dass Galera über die dargestellte Gesellschaft und meine Generation fällt. Die abgestumpfte Darstellung sexueller Interaktion und Befriedigung lässt einen ebenfalls extrem ernüchtert zurück und wäre für mich (vor allem in dem Ausmaß) gar nicht nötig gewesen, um die Charakterisierung abzurunden. Zwar ist das mit ein Aspekt, der prägend ist - der Verlust der Möglichkeit zur Befriedigung durch liebevolle Interaktion aufgrund der individuellen Befriedigung alleine und dem Konsum von ständig verfügbaren sexuellen Stimulationen durch Pornovideos und Co, doch scheint dies fast ein Hauptanliegen des Romans zu sein. Die Gewichtung ist für mich einfach falsch. Der fast mystische, symbolische Hoffnungsmoment am Ende des Romans kommt daher auch unnatürlich daher und passt nicht zum Rest des Buches.

Das angebliche 'Geheimnis', dass Duke in seinen Werken laut Klappentext hinterlassen hat, kommt übrigens gar nicht zur Sprache  - ein Fehler des Verlages, der bei den Lesern komplett falsche Erwartungen schürt. Hier wird keine (!) Geschichte erzählt, hier wird lediglich eine Generation und eine Zeit extrem nüchtern, wenn auch realistisch charakterisiert. 

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102 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

coco chanel, paris, parfüm, chanel nº 5, duft

Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe

Michelle Marly
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 16.02.2018
ISBN 9783746633497
Genre: Liebesromane

Rezension:

Michelle Marly schreibt in "Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe" über die Suche Coco Chanels nach 'ihrem' Duft, den sie ursprünglich nur wenigen Kundinnen als exklusives Weihnachtsgeschenk überreichen wollte und das es dann zum wohl berühmtesten Duft der Welt gebracht hat. 


Das Buch setzt dort an, wo der Film mit Audrey Tautou in etwa aufhört: Cocos langjähriger Geliebter Boy, mit dem sie die Idee für einen Duft hatte, kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Nachdem Coco sich von ihrer tiefen Trauer erholt, entscheidet sie sich dazu, in seinem Gedenken das Projekt zu verwirklichen. Eine zufällige Begegnung mit einem vertriebenen Erben des Zarenthrons wird dabei zu einer folgenschweren Begegnung. Nicht nur bringt er Coco in der Suche nach ihrem Duft der Liebe auf die entscheidende Spur, auch lässt er die Modeschöpferin selbst wieder spüren, wie Liebe sich anfühlt. 

Der Titel des Buches ist wunderbar gewählt. Der 'Duft' bzw. 'Hauch' der Liebe schwebt durch die Seiten des Romans und ist permanent präsent. Cocos Trauer um Boy vergeht nie ganz, insbesondere das Duftprojekt wird immer wieder mit Bezug zu ihm erwähnt. Aber auch die Suche der geheimnisvollen Modeikone nach einer neuen, erfüllenden Liebe für sich selbst wird gefühlvoll vermittelt. Dass die bedeutendste Modeschöpferin der Welt dabei nicht ganz sympathisch rüberkommt und durchaus auch Fehltritte begeht - eine neue Facette einer großen Frau, die sich in einer von Standesdünkel und Etikette geprägten Gesellschaft trotz ihres großen Erfolges und Reichtums nie ganz akzeptiert fühlen durfte und konnte. 

So ist "Mademoiselle Coco" nicht nur eine biografische Erzählung, sondern auch Gesellschaftsportrait und Geschichtsstunde. Diese drei Aspekte sind es dann auch, die dazu führen, dass es dem Roman an einer Sache etwas fehlt: Spannung. Die Story an sich plätschert etwas dahin und die Suche nach dem Duft war für mich persönlich nur halb so verschlungen und 'kompliziert', wie ich gedacht hatte. Ich bin froh, dass ich den Roman gelesen habe, denn er rundet das Bild einer faszinierenden Frau ab, deren Vermächtnis ich auch persönlich sehr schätze. Aber zu puren Unterhaltungszwecken würde ich ihn nicht empfehlen. 

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116 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

kunst, liebe, berlin, roman, künstler

Leinsee

Anne Reinecke
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.02.2018
ISBN 9783257070149
Genre: Romane

Rezension:

Selten habe ich ein Buch gelesen, das so unterschiedliche Meinungen und Interpretationsansätze liefert, wie 'Leinsee' von Anne Reinecke. Allein das Ende des Buches wurde in einer Leserunde wohl auf ca. 5 unterschiedliche Weisen gedeutet, wobei mir meine Interpretation eigentlich total unzweifelhaft als geschlossenes Ende erschien. :D Andere haben ganz eindeutig ein offenes Ende gelesen und wieder andere auch ein geschlossenes, aber ganz anders ausgelegtes.

Das zeigt, dass eine Rezension dieses Romans nur EINE von vielen subjektiven Meinungen ist, nicht wirklich klar gesagt werden kann, was die Autorin zum Ausdruck bringen will und jede Auseinandersetzung mit einem weiteren Leser wird neue Ansätze und Assoziationen hervorrufen. 

'Leinsee' handelt von Karl Stiegenhauer, dem Sohn eines gefeierten Künstlerehepaares, der selbst Künstler ist und nach dem Selbstmord seines Vaters in sein Elternhaus zurückkehrt. Sein Leben verlief in den Jahren zuvor ohne nennenswerten Kontakt zu seinen Eltern und einen Bezug zu seinem alten Zuhause zu finden, fällt Karl schwer. Ein wichtiger Bezugspunkt wird für ihn bald ein kleines Mädchen, das sich in seinen Garten stielt und in einem Baum sitzt und Karl beobachtet. Bald machen die beiden zusammen Kunst und werden Freunde. Diese besondere Verbindung zieht sich durch die Jahre und ist der rote Faden des Romans. 

Für mich ließ sich an der besonderen Verbundenheit, die Karl und Tanja (das Mädchen) verbindet, ablesen, dass Freundschaft bzw. Liebe keine Frage des Alters ist und 'Erwachsensein' bzw. sich erwachsen zu verhalten nicht nur alten Menschen vorenthalten ist, genauso wie 'Große' sich oft 'kindisch' benehmen. Alter ist nur eine Zahl und die wichtigsten Beziehungen führen wir mit Menschen, die uns ungeachtet dieser kalendarischen Unterschiede zuhören und die wir ernst nehmen. 

Der Titel meiner Rezension ist daher auch eine Assoziation zu eben diesem Thema, denn Tanja kommt mir in der Welt von Karl vor wie Alice im Wunderland. Klar gehört sie da 'eigentlich' nicht hin, doch sie bringt einen ganz besonderen Zauber in diese Welt und bereichert die Leben der Erwachsenen, die sie trifft und von denen sie willkommen geheißen wird. Aber natürlich gibt es auch eine böse Herz-Königin. Letztlich ist Tanja irgendwie 'Retterin' dieses Wunderlandes und seines wichtigsten Bewohners. Die Assoziation kommt nicht von ungefähr, eine der Schlüsselszenen des Romans ist eine verquere Teeparty im Stiegenhauerschen Anwesen, bei der Tanja Ehrengast ist und sogar gekleidet ist wie Alice aus dem Disney-Zeichentrickfilm. 

Und wie das mit guten alten Märchen so ist, sind auch die Guten nicht wirklich durch und durch gut und es gibt an den Charakteren in Leinsee auch so einiges auszusetzen. Gerade Tanja ist von Anfang an auch ein wenig undurchschaubar und agiert nach ihrer ganz eigenen Agenda. 

So ist Leinsee schlussendlich kein Roman, der mir aufgrund seiner Geschichte oder der Charaktere ans Herz wächst. Ich bin mir abschließend nicht sicher, was ich von diesem Roman mitnehme und wie ich das finde. Ich KANN für mich passende positive Botschaften hineininterpretieren, bin mir aber bewusst, dass das keineswegs von der Autorin so gedacht sein muss. Was mich aber beeindruckt, ist die Form des Romans und die Schreibkunst von Frau Reinecke. Diese sich durch das Buch ziehende unterschwellige Parallelität zum Carroll'schen Wunderland finde ich genial gemacht und sie eröffnet einen ganzen Pool an möglichen Interpretationen. Die Sprache ist unaufgeregt und trotzdem dynamisch, obwohl kein Nervenkitzel entsteht, zieht sie einen zügig durch den Roman. Da es sich um ein Debüt handelt, kann man vielleicht verzeihen, dass sich die Geschichte in der zweiten Hälfte des Buches zu verselbständigen scheint und die in der ersten Hälfte thematisierten Konflikte kaum noch zum Tragen kommen. Hier wäre ein wenig mehr Geschlossenheit stimmiger gewesen. Alles in allem eine vielversprechende Autorin und sicherlich goldrichtig bei Diogenes!

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437 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 101 Rezensionen

wie die stille unter wasser, brittainy c. cherry, liebe, stumm, trauma

Wie die Stille unter Wasser

Brittainy C. Cherry , Katja Bendels
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.01.2018
ISBN 9783736305502
Genre: Romane

Rezension:

Mit ihrer 'Romance Elements' Reihe, vor allem mit der Idee dahinter, Liebesgeschichten mit Bezug zu den vier Elementen Luft, Feuer, Wasser und Erde zu schreiben, hat mich Brittainy C. Cherry total geflasht. Was für eine geniale, zutiefst romantische Idee. Wenn man sie umsetzen kann. 

Was der Autorin im ersten Teil der Reihe 'Wie die Luft zum Atmen' virtuos gelang und im zweiten Teil 'Wie das Feuer zwischen uns' total unterging, ist nun im dritten Teil wieder besser gelöst. Das Element Wasser spielt an verschiedenen Stellen der Geschichte eine wichtige Rolle und ist durch das Symbol des Ankers durchweg präsent, auch wenn es trocken ist. 

Es geht um Maggie, die seit ihrer Kindheit in Brooks verliebt ist. Nachdem sie eine traumatische Erfahrung macht, an der sich Brooks schuldig fühlt, entsteht zwischen den beiden eine besondere Beziehung. Maggie hört auf zu sprechen und verlässt das Haus nicht mehr. Brooks ist ihr Rettungsanker und ihr Freund, der sie besucht und ihre Welt teilt. Doch gerade als Brooks und Maggie auch als Paar zueinander gefunden haben, eröffnet sich für Brooks Band eine Chance, die sie sich nicht entgehen lassen dürfen. Doch dafür müssen sie fort. Maggie bleibt zurück und will Brooks die Chance geben, sein Leben selbst zu gestalten und seine Träume wahr werden zu lassen. Als aber schließlich Brooks auf Maggies Hilfe angewiesen ist, muss sich zeigen, wie stark ihre Liebe ist. 

Die Story ist... ich will mal sagen okay. Nicht komplett vorhersehbar, aber auch nicht überraschend. Das Problem ist, dass Brittainy C. Cherry im ersten Teil überragend vorgeführt hat, wie viel besser sie es eigentlich kann. Auch da war einem Nicholas Sparks Leser schnell klar, welche Offenbarungen noch folgen würden, doch die rissen einen dann in ihrer emotionalen Schilderung trotzdem total mit. Und es flossen bereits auf Seite 2 die Tränen. In diesem Buch, obwohl ich durchaus aufgeschlossen dafür gewesen wäre ;), gar nicht. Der Konflikt und seine Auflösung, bzw. die daran Beteiligten, standen der Hauptfigur einfach nicht nahe genug, um wirklich ans Herz zu gehen. 

Der körperliche Aspekt, den die Autorin im ersten Teil durchaus nicht vernachlässigt hat, schrumpft hier auf unschuldiges High-School-Geplänkel zusammen, das nicht der Rede wert ist. Auch das ein Verlust, gerade bei so einer Art Buch. Oder liegt es an der Ziel-Leserschaft? Hatte ich beim ersten Teil den Eindruck, dass er durchaus für erwachsene Frauen geschrieben wurde (auch aufgrund der Lebensituationen und dem Alter der Charaktere), sind Teil 2 und 3 offensichtlich für eine jüngere Leserschaft gedacht. Dass deswegen aber auch die extrem flapsigen und frechen Einschübe (im ersten Teil vertreten durch eine äußerst offene Freundin) wegfallen müssen, leuchtet mir nicht ein. Zumindest diesen einzigartigen, frischen Aspekt hätte die Autorin zum Kennzeichen ihres Stils werden lassen können und hätte damit ein gewisses Alleinstellungsmerkmal herausarbeiten können. Jetzt ist, bis auf die Idee mit den Elementen, nichts Besonderes mehr an der Romance Elements Reihe übrig geblieben und die Bücher lesen sich wie die meisten anderen aus diesem Genre und diesem Verlag auch. Schade, eigentlich.

Einen halben Pluspunkt bekommt die Autorin aber dann doch noch dafür, dass das Trauma, das sie beschreibt, zum Teil autobiografisch ist. Das Buch ist daher für sie sicher ein ganz persönliches, bei mir als Leserin hat es leider nicht gefunkt. Ich setzte jetzt alle meine Hoffnungen in Teil 4. 

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60 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

physik, quantenphysik, j.r. dos santos, einstein, wissenschaft

Der Schlüssel des Salomon

J.R. Dos Santos
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei luzar publishing, 15.03.2018
ISBN 9783946621027
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Wissenschaft ja, Belletristik ist nicht Dos Santos Stärke. Lesenswert auf jeden Fall, aber kein guter 'Roman'." - So endete vor fast einem Jahr meine Rezension zu 'Das Einstein Enigma', dem ersten Buch aus der Feder J. R. Dos Santos und der Vorgänger von 'Der Schlüssel des Salomon'. Und der Satz trifft, sogar noch mehr, auch auf sein zweites Buch zu.

Wieder wird Kryptanalyst und Geschichtsprofessor Tomás Noronha in eine Geschichte mit der CIA verwickelt. Diesmal wird er (ähnlich Robert Langdon in Sakrileg) für den Mörder eines hohen Tieres bei der CIA gehalten, weil die gefundene Leiche einen Zettel mit seinem Namen in der Hand hält. Aus welchen erfundenen Rachegründen auch immer - die CIA will Tomás daraufhin umgehend unschädlich machen, merkt aber auf halben Weg, dass er ja vielleicht auch etwas über das geheimnisumwobene 'Quantenauge' des Verstorbenen wissen könnte. Tomás flüchtet vor der CIA und versucht gleichzeitig, zu ergründen, was der Verstorbene ihm wohl mitteilen wollte. Das Psi, ein Zeichen für die Wellenfunktion der Quantenphysik ist dabei das erste Anhaltszeichen. Da Tomás einige Jahre zuvor bereits von der CIA in einen Fall verwickelt wurde, in dem es ebenfalls um Quantentheorie und die Theorie von Allem ging, ist er inzwischen ziemlich bewandert auf dem Feld. Zum Glück hat er mit der Leiterin des Seniorenheims seiner Mutter eine immer geduldige Zuhörerin bei sich.

Die Stärke des ersten Teils ist auch die Stärke des zweiten - die Wissenschaft. Dos Santos ist offenkundig selbst fasziniert von den geschilderten Theorien und legt Wert darauf, klarzustellen, dass die in den Büchern geschilderte Theorien genau so von namhaften Wissenschaftlern vertreten werden und dass die in den Büchern zu lösenden Mysterien echte Rätsel sind. Hier ist es z.B. die Kryptos-Skulptur auf dem Langley-Gelände, die zum Teil der Geschichte wird. Dadurch wird der Leser zu eigenen Recherchen inspiriert und erhält Einblicke in aktuellste Theorien, die sonst nur einem kleinen, gebildeten Kosmos vorenthalten zu sein scheinen.
Im Vergleich zu 'Das Einstein Enigma' scheint 'Der Schlüssel des Salomon' jedoch nur ein Spin-Off zu sein. War Quantentheorie dort nur eine von vielen Theorien, die alle miteinander verwoben wurden, geht es hier eigentlich nur um das Thema. Dadurch, dass außerdem nur noch Tomás zu Wort kommt und keine anderen Wissenschaftler mitreden dürfen, wird die Eindimensionalität der wissenschaftlichen Seite des Romans noch hervorgehoben. Lediglich zu Beginn geht es mit Nahtoderfahrungen auch um einen anderen Aspekt (und jemand anderes als Tomás kommt zu Wort), die Verbindung zu den später beschriebenen Theorien wird aber nicht gut herausgearbeitet. Ob es glaubhaft ist, dass ein Kyptanalayst auf einmal Koryphäe auf dem Gebiet der Quantenphysik ist, sei (bei aller persönlichen Leidenschaft und Interesse) mal dahingestellt.

Und wo der erste Teil schwächelte, macht es der zweite auch nicht besser. Die Story an sich (also der Agenten-Kram) ist wie im ersten Teil unlogisch bis hahnebüchen. Durch die Diskussion in der Leserunde kam bei mir zwischenzeitlich sogar der Gedanke auf, ob der Autor das wohl absichtlich so gemacht hat und das lustig sein soll. Falls ja, war es schlicht nicht lustig und überzeichnet genug. Wo Tomás im ersten Teil passiv durch die Geschichte stolperte und Glück hatte, hat man jetzt  den Eindruck, er redet sich permanent mit ellenlangen Monologen zur Quantentheorie raus, bis seine Gegenüber vergessen haben, was sie eigentlich von ihm wollten.

Dass der Protagonist von einem (für manche sympathischen) Trottel zu einem Besserwisser mutiert ist, tut der Story keinen Gefallen. Er weiß mehr über den verstorbenen CIA-Mann als dessen eigener Sohn und weil er seinen Verfolgern ständig alles erklären muss, wirkt die CIA als Ganzes ziemlich dumm, was dem Roman zusätzlich Glaubwürdigkeit entzieht.

Schade. Der letzte Roman lebte für  mich durch die unterschiedlichen Wissenschaftler und ihre Theorien. Jetzt ist nur noch Tomás übrig, dessen Wandlung zum Alleswisser für mich aber unglaubwürdig ist. Er erklärt nicht nur die Quantenphysik, sondern auch, was der Verstorbene dachte und wer er war. Too much.

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Tags: albert einstein, bohr, einstein, niels bohr, quantenphysik, quantentheorie, theorie von allem   (7)
 

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67 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

rätsel, bücher, jugendbuch, edgar allan poe, bücherjagd

Mr Griswolds Bücherjagd - Das Spiel beginnt

Jennifer Chambliss Bertman , Elisa Martins
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei mixtvision, 10.02.2018
ISBN 9783958540651
Genre: Kinderbuch

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

streetart, kunst, freundschaft, graffiti, jugendkultur

17 Erkenntnisse über Leander Blum

Irmgard Kramer
Fester Einband
Erschienen bei Loewe, 12.02.2018
ISBN 9783785589113
Genre: Jugendbuch

Rezension:

So muss ein Jugenroman sein: unverblümte, frische Sprache, eine unvorhersehbare Handlung, tiefe Gefühle, die erste Liebe, die beste Freundschaft, eine Thematik, die durch Illegalität reizt, ohne zu gefährden, Konflikte mit den Eltern und ein Schluss, der Mut macht, zur eigenen Persönlichkeit zu stehen.

Leander und Jonas sind beste Freunde seit der Kindheit. Fast schon symbiotisch leben die beiden, schreiben die Klassenarbeiten des anderen und sind zusammen auf der Suche nach der perfekten Wand für ihr  Masterpiece. Denn zusammen sind sie BLUX, das coolste Sprayerteam Wiens, doch ihre wahren Identitäten kennt niemand. Wie eine Person mit vier Händen erschaffen die beiden 3D-Illusionen und Kunstwerke, doch im wahren Leben müssen sie ihre nächtlichen Aktivitäten vor Eltern und Lehrern verheimlichen.
Das ist der eine Erzählstrang.
Der andere berichtet von einem Mädchen, das sich in Leander verliebt, der so still und allein neu in ihrer Klasse sitzt. Immer wieder begegenet sie dem eigenbrödlerischen Jungen und fühlt sich zu ihm hingezogen. Irgendetwas ist da bei ihm auch, aber es fällt schwer, Leanders tonnenschwere Deckung zu durchdringen und den verschlossenen Jungen wirklich kennenzulernen.

Die Unterschiede zwischen Leander im einen und Leander im anderen Erzählstrang lassen viele Fragen aufkommen: Wo ist Jonas? Was ist aus BLUX' Masterpiece geworden? Wer ist das Mädchen, das sich in Leander verliebt und was wurde aus Rapunzel, Leanders Schwarm, für den er zum ersten Mal von Jonas getrennte Wege ging? Was ist außerdem dran an der Geschichte um die magischen chinesischen Pinsel, die Jonas so faszinierte?

Als Leander schließlich verschwindet, klären sich alle Fragen in einem fulminanten Finale und beide Erzählstränge kommen zusammen.

'17 Erkenntnisse über Leander Blum' lässt einen noch einmal nachempfinden, dass diese kurze Zeitspanne zum Ende der Schulzeit, wenn man noch nicht genau weiß, wie es weiter geht und man sich noch komplett im System gefangen fühlt, eigentlich die Zeit der größten Freiheit ist: nie wieder ist Liebe so aufrichtig, tief und bedeutsam, wie sie es in diesen Monaten ist, nie ist man selbst wieder so ungebunden und frei, nie stehen einem sämtliche Türen wieder so offen wie zu dieser Zeit. Dafür, dass das Buch mich daran erinnert hat, bin ich Irmgard Kramer zu tiefem Dank verpflichtet. Gerne hätte ich mich an der ein oder anderen Stelle noch mehr berühren lassen, doch ich glaube, dass das Buch dann für die Zielgruppe vielleicht zu emotional geworden wäre.

Der Kniff mit den zwei auf den ersten Blick schwer miteinander zu vereinbarenden Erzählsträngen lässt den Leser direkt eigene Erklärungen suchen und die Geschichte in eigenen Gedanken fortspinnen. Das schafft, ungeachtet der Sympathie, die man für die Hauptfiguren entwickeln könnte, eine Verbindung zum Buch, die es einem auf besondere Art und Weise ans Herz wachsen lässt.

Ein bewegendes Buch vor ganz besonders farbenfroher Kulisse. Ein Einblick in einen Aspekt Jugendkultur und die Verbeugung vor wahrem Talent.


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Tags: erste liebe, freundschaft, jugendkultur, sprayer, sprayerszene, wien   (6)
 

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71 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

schlesien, gerhart hauptmann, wiesenstein, nachkriegszeit, vertreibung

Wiesenstein

Hans Pleschinski
Fester Einband: 552 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 19.03.2018
ISBN 9783406700613
Genre: Romane

Rezension:

Selten habe ich mich von einem Buch in solchem Ausmaße 'gebildet' gefühlt, wie von 'Wiesenstein'. Hans Pleschinski bringt mir den zweiten Weltkrieg in einer Intensität nahe, wie es andere Werke bisher nicht geschafft haben. Da werden Nebensätze zu treffsicheren Pfeilen in Herz und Hirn. Die Geschehnisse nach der Zerbombung Dresdens bis zum Kriegsende und darüber hinaus werden beispielhaft an der Familie Hauptmann und ihrer Umgebung in Niederschlesien erzählt.

Doch ist die Schilderung der historischen Ereignisse gar nicht Hauptanliegen dieses Romans, wenn sie ihn gleichwohl mit einer Eindringlichkeit ausstatten, die ihresgleichen sucht.

Im Zentrum von Pleschinskis Roman stehen vielmehr Gerhart Hauptmann selbst und sein Werk bzw. die Welt, die er geschaffen hat und in der er bis zum letzten Atemzug leben wollte - Wiesenstein. Der Leser erhält ein vielseitiges Portrait eines der 'großen' Männer der deutschen Literatur und seiner Frau. Bis zuletzt, während der letzten Kriegstage und darüber hinaus, lebten Hauptmanns auf ihrem Anwesen mit Zofe, Gärtner, Köchin, Sekretärin, Diener und Privat-Pfleger. Der Kontrast zwischen den Geschehnissen 'vor der Tür' und dem, was in Wiesenstein passiert, könnte größer nicht sein. Entsprechend verwirrt sind auch gelegentliche 'Besucher' und auch der Leser schüttelt zunehmend fassungslos den Kopf. Nein, auch wenn Pleschinski durch eine tiefgreifende Verwebung von Gerhart Hauptmanns Werk in den Text von 'Wiesenstein' eine gewisse Verbeugung vor dem 'Meister' andeutet - sympathisch hat er den Nobelpreisträger und seine Frau nicht dargestellt. Warum Hauptmann handelte, wie er es tat und wieso er sich in einem solchen Ausmaße instrumentalisieren ließ, wird auf die ein oder andere Weise immer wieder im Roman gefragt. Antwort gibt es keine zufriedenstellende, auch wenn Hauptmann zuletzt sogar mit sich selbst ins Zwiegespräch geht.

Was Pleschinski mit Wiesenstein meisterhaft unter Beweis stellt, ist sein Wissen über das Werk Hauptmanns. Literarische Auszüge, Interpretationen, historische Einordnung, das alles findet immer wieder Einzug in den Roman, denn Hauptmann(s) leben und atmen ihren (seinen) Ruhm und seine Werke. Wer Hauptmanns Texte genauer kennt, dem dürfte sogar der ein odere andere Dialog bekannt vorkommen, wer erst durch Wiesenstein einen (doch recht vielseitigen) Einblick in dessen Werk erhält, der merkt davon allerdings nichts, so natürlich wirken die Unterhaltungen in der Wiesensteiner Welt.

Wenn das Sujet eines Romans selbst zum Bestandteil und zum Stilmittel desselbigen wird, wenn Literaturzitate mit biografischen Elementen verschmelzen und der Leser das Gefühl hat, in drei Schulfächern parallel einem Referat zu lauschen, dann muss man schlicht anerkennen, dass der Autor hier Großes vollbracht hat. Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, wie geradezu 'magisch' ich das empfinde, was Pleschinski vollbracht hat. Er hat eine Symbiose geschaffen aus geschichtlichen und biographischen Fakten und dem kompletten Werk des porträtierten Schriftstellers.

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Tags: gerhardt hauptmann, schlesien, wiesenstein, zweiter weltkieg   (4)
 

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24 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

vater, mareike nieberding, familie, biografie, deutschland

Ach, Papa

Mareike Nieberding
Flexibler Einband: 187 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 15.01.2018
ISBN 9783518468128
Genre: Biografien

Rezension:

Dieses Buch ist leider ein Paradebeispiel dafür, wie durch mangelnde Selbstreflektion und plakative Titelgebung das Cover mehr verspricht, als der Inhalt halten kann.

"Wie mein Vater und ich wieder zueinander fanden" verspricht einen tiefsitzenden Konflikt zwischen Vater und Tochter, der durch gewisse Anstrengungen überwunden wird. Die Teilnehmer der Leserunde waren sich aber zu einem Großteil einig: kein Konflikt weit und breit. Und auch die 'Anstrengungen' hielten sich in Grenzen. Ja - die Autorin und ihr Vater hatten sich eine Zeitlang nicht viel zu sagen und mussten sich beide an die voneinander getrennten Lebenswelten gewöhnen, aber wenn der Vater jedes Telefonat durchweg mit 'Ich liebe dich' beendet, kann von einer distanzierten Beziehung oder gar einem Konflikt in meinen Augen keine Rede sein. Und wenn ein gemeinsamer Ausflug übers Wochenende ohne jegliches offenes Gespräch über die Distanzierung schon reicht um alles wieder ins Lot zu bringen, sagt das auch etwas darüber aus, wie 'schlimm' die Lage denn war.

Was Mareike Nieberding in ihrem Buch berichtet ist nichtsdestotrotz hochinteressant und zutiefst persönlich. Durchzogen von Interviewblöcken mit ihrem Vater arbeitet sie sich durch ihre Familiengeschichte. Sie analysiert die Beziehung ihrer Eltern zu deren Eltern, das Verhältnis ihrer Eltern und Geschwister zueinander und interpretiert, erklärt, revidiert, wo und wie sie in diesem Geflecht ihren Platz fand und neu finden musste.
Als Familienbiographie ist 'Ach, Papa' grandios. Offen, ehrlich und mit einer großen Portion Selbstreflektion und -kritik. Das Buch ist eine Liebeserklärung an ihre Familie und eine Verbeugung vor deren Herausforderungen und den Herausforderungen einer Familie generell.

Die Frage ist nur, was der Leser von Mareikes persönlichem Bericht mitnehmen kann. Ich hatte mir Anregungen für das komplizierte Verhältnis zu meinem eigenen Vater gewünscht, musste aber feststellen, dass unser Konflikt in einer ganz anderen Liga spielt, als das, was die Autorin als problematisch empfindet. Insofern verursachte die Schilderung einer idyllischen, privilegierten Kindheit und einem freien, jedoch geerdeten Erwachsenenleben bei mir unverständiges Kopfschütteln und gleichsam wollte ich die Autorin schütteln, damit sie erkennt, was für ein Riesenglück sie hat.

Hätte die Autorin, die sich im Buch eigentlich durchweg überzeugend, selbstkritisch und intelligent selbst einzuschätzen vermochte, den Blick nur noch ein bisschen weiter schweifen lassen, hätte sie feststellen müssen, dass ihre 'Sprachlosigkeit' zwar für sie selbst belastend und ihre Überwindung ein großer Erfolg war, dass sie damit aber nur einen kleinen Zeh in das randvolle Becken von Vater-Tochter-Konflikten gesteckt hat und andere kaum etwas davon gewinnen, ihren Bericht zu lesen. Eine Bewerbung als Familienportrait hätte ich daher passender gefunden. Dann würden keine unerfüllbaren Erwartungen geschürt und der Leser könnte sich an und mit der Autorin über ihre sympathische Familie freuen.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Team Phison

Chace Verity
E-Buch Text: 112 Seiten
Erschienen bei null, 15.08.2017
ISBN B073WHQ5BY
Genre: Sonstiges

Rezension:

Team Phison ist ein kleines, feines eBook aus der Feder von Chase Verity, die hauptsächlich Fantasy schreibt, aber auch 'queere' Romantik mag.

Dieses Buch war meine erste MM-Romanze und hat mich angefixt. Ich werde sowohl weitere MM-Liebeleien lesen als auch weiteres von der Autorin.

In ihrer Geschichte lernen sich ein 55jähriger, etwas verbitterter Restaurantbesitzer (Phil) und ein 28jähriger Kellner (Tyson) über ein Online-Rollenspiel kennen. Erst wird nur zusammen gezockt, dann machen die beiden noch andere Sachen. :D

Wie sich die Story der beiden entwickelt ist glaubhaft beschrieben, das Ende ist, wie es sich für einen Liebesroman gehört.
Dazwischen ist ganz viel Humor, launige Dialoge und sympathisches Geschmachte. Ich komme nicht umhin, mich erinnert Phil, vor allem sein selbstironisch-selbstmitleidiger Humor, an Nick Hornbys Rob aus High Fidelity. Und da High Fidelity ein 5*-Read für mich war, konnte für Team Phison nicht viel weniger rausspringen. Die Charaktere sind perfekt unperfekt und stehen dazu. Sie sind sich ihrer Schwächen wohl bewusst und gerade das ist ihre Stärke. Damit der Vergleich auch sprachlich hinhaut sollte man natürlich beides auf englisch lesen.

Mal ein etwas anderer Liebesroman, der aber dank der Online-Thematik sicherlich hohes Identifikationspotential für computeraffine Leser bietet. Ich glaube, die Entwicklung der Beziehung zwischen Rob und Tyson ist vielleicht nicht gaaaanz realistisch und läuft etwas zu glatt, aber in einem Liebesroman verzeihe ich das gerne mal. ;)

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190 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 122 Rezensionen

colorado, roman, kent haruf, kleinstadt, amerikanische kleinstadt

Lied der Weite

Kent Haruf , Rudolf Hermstein
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070170
Genre: Romane

Rezension:

Kent Haruf hat mit 'Lied der Weite', im englischen Original 'Plainsong', ein perfektes Portrait der ländlichen Bevölkerung Amerikas im Ausklang des 20. Jahrhunderts geschrieben.

Wie ein gestochen scharfes Portrait eines Menschen in schwarz weiß, das jede Falte, jede Pore und jede Wimper zeigt, ist auch dieser Roman kaum als 'schön' oder 'unschön' zu charakterisieren. Er ist wahr. Und diese Wahrheit ist erbarmungslos traurig und unglaublich fröhlich zugleich, ist lustig und todernst, hat schöne und hässliche Aspekte. Diese werden aber (um beim Bild des schwarzweiß Portraits zu bleiben) nicht farbig in Szene gesetzt, sondern ganz unaufgeregt erzählt, mehr nüchtern berichtet.

Der Leser lernt in 'Lied der Weite' verschiedene Personen kennen, die 17jährige, schwangere Victoria, die von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt wird, die junge Lehrerin, die sich Victorias annimmt, ihr Kollege Guthrie, dessen Frau ihn und seine Söhne verlässt, und die Gebrüder McPheron, bei denen Guthrie und seine Söhne von Zeit zu Zeit aushelfen und die Victoria bei sich aufnehmen werden. Wie diese Personen, alle für sich, die täglichen Herausforderungen ihres Lebens auf dem Lande meistern, schildert der Roman wie in einem Choral ('Plainsong' - danke für die Neuübersetzung 'LIED der Weite', doch sehr viel passender als 'Flüchtiges Glück' (2001)). Jeder Akteur hat eine eigene Stimme, zusammen ergeben sie zum großen Finale ein stimmiges Ganzes.

Entgegen meiner (vom Klappentext geschürten) Erwartung erfahren wir eigentlich nichts über das Leben von Victorias Kind bei den McPherons. Der Roman endet ziemlich genau nach der Geburt. Er umfasst somit in etwa den Zeitraum der Schwangerschaft Victorias. Aber Victorias Rolle im Roman ist nicht so prägnant, wie man aufgrund der zeitlichen Orientierung an ihren Umständen denken mag. Alle anderen, oben erwähnten Personen werden gleichsam begleitet und alle haben, wie Victoria, Hindernisse und Probleme in ihrem Leben, die es zu überwinden bzw. durchzustehen gilt. Dadurch hat der Roman einen sehr ernsten Anspruch, die Probleme sind keine Kleinigkeiten und können sicher leicht auf 'heutige Zeiten' (die 80/90 sind ja nun auch gar nicht soooo lange her...) übertragen werden. Für den lustigen Unterton sorgen die (Single-)Brüder McPheron, die, trotz ihrer relativ kleinen Welt auf ihrer Farm, durch die Betreuung ihrer (Mütter-)Kühe einen Fundus an Lebensweisheiten (gerade auch über Frauen und Mutterschaft) angesammelt haben, den sie mühelos auf die menschliche Art übertragen. Sarkastisch sind sie auch und der Autor lässt manche ihrer besorgten Aktionen ironisch ins Leere laufen. Herrlich! Doch beherrscht sich Haruf sehr, diesen Witz (bzw. die Brüder) nicht übermäßig einzusetzen, so dass der Roman nicht zum Schenkelklopfer werden kann, die Brüder den melancholischen Unterton lediglich etwas aufheitern und einen herzlichen ländlichen Menschenschlag vorstellen.

'Lied der Weite' erzählt keine große Geschichte, sondern ist die Entstehung einer 'Wahlfamilie', deren Leben nach dem Roman eigentlich erst los geht. Durch seine präzise Vorstellung der Charaktere (ich schreibe bewusst nicht 'Beschreibung', denn eine solche ist es gerade nicht! Haruf macht 'show, don't tell' in Perfektion) ist der Leser aber nach der Lektüre ausreichend vertraut mit den Figuren, um sich genau vorstellen zu können, wie deren Leben in den nächsten Jahren weiterverlaufen wird. Eine ganz neue Erfahrung für mich, einen solchen Roman zu lesen, der schlicht eine Komposition aus verschiedenen Charakteren ist und diese zu einem Gesamtbild verwebt, das Grundlage für weitere Geschehnisse ist, und kein Roman ist, der eine 'Story' erzählt. Daher weiß ich auch nicht, ob ich weitere Romane von Haruf, die ebenfalls in der Kleinstadt Holt spielen, lesen soll. Aufgrund der Begeisterung für seinen Stil und den feinen Humor gefielen mir diese sicher auch, doch bin ich gerade von der Art und Weise der Komposition begeistert, die eigentlich nichts weniger braucht als eine Fortsetzung.

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114 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

abschied, college, liebe, trennung, der erste kuss der letzte blick und alles dazwischen

Der erste Blick, der letzte Kuss und alles dazwischen

Jennifer E. Smith
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 05.02.2018
ISBN 9783959671682
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Clare und Aidan waren die letzten Jahre auf der Highschool ein Paar. Nach dem Abschluss verschlägt es sie an Colleges, die weiter nicht auseinanderliegen könnten: eines an der West- eines an der Ostküste Amerikas. Sollen sie es wagen und ihre Beziehung über die Entfernung weiter führen, ist ihre Liebe dazu stark genug? Oder sollten sie sich besser jetzt trennen, damit jeder frei in sein neues Leben starten kann? In ihrer letzten gemeinsamen Nacht zu Hause wollen die beiden alle Stationen ihrer Beziehung noch einmal abfahren und danach eine Entscheidung treffen.

Doch so ganz nach Plan verläuft diese Tour nicht. Auseinandersetzungen mit anderen Freunden, Prügeleien, enthüllte Geheimnisse und viele aufgestaute Emotionen lassen die Nacht zu einem Gefühlsmarathon werden, nicht nur für Clare und Aidan, auch für ihre besten Freunde und Familien.

Der YA-Roman von Jennifer E. Smith liest sich locker weg und spricht dem Zielpublikum sicher zutiefst aus der Seele. Woher weiß man, ob die erste Liebe auch die einzige bleibt? Sie wird immer etwas besonderes sein, aber ist sie besonders genug, um sich dafür vielen Erfahrungen, die das Erwachsenwerden ausmachen, zu verschließen? Und auch der Konflikt, in den einen die räumliche und emotionale Trennung von einem besten Freund/einer besten Freundin wirft, wird in dem Buch auf den Punkt gebracht. Das bietet jungen Erwachsenen in der gleichen Lage viel Identifikationspotential und Chancen zur Selbstreflektion.

Allerdings verschenkt die Autorin gerade in diesem Punkt auch ziemlich das Potential ihres Romans, denn ihre Hauptfigur, Clare, hat in meinen Augen ziemlich unlogische Ansichten und benimmt sich so unreif, wie es nur geht.  Seit Monaten macht sie Aidan schon mit ihren ach so realistischen Ansichten mürbe, nur um im letzten Moment dann doch noch fast ihre Meinung zu ändern. Dass sie ihn in meinen Augen seit Jahren ohne jeden Respekt behandelt und hingehalten hat, kann sie auch nicht mit der Scheidung ihrer Eltern entschuldigen. Für mich ist sie unterm Strich nur ein unreifes Mädchen, dass sich nicht festlegen will und sich nicht traut, zu ihren Gefühlen zu stehen. Von Liebe hat sie daher in meinen Augen schlicht keine Ahnung. Das an sich könnte ich verzeihen, wenn die Autorin in ihre Geschichte irgendwie eine Wertung von Clares Verhalten einfließen lassen würde und durch die Reaktionen anderer zeigen würde, dass Clares Einstellung Aidan gegenüber nicht fair ist. Doch das passiert nicht und so muss ich fürchten, dass die Autorin selbst Clares Einstellungen teilt.

Wo der Roman Jugendlichen in einer Umorientierungsphase ihres Lebens Anregungen und Inspiration hätte liefern können, kann ich nun nur hoffen, dass junge Mädchen sich Clare bitte nicht als Vorbild nehmen. 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

berlin, leben, london, lotte, lotte in london

Lotte / Lotte in London

Victoria Benner
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei epubli, 15.10.2017
ISBN 9783745030891
Genre: Romane

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73 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

sprichwörter, fantasy, murphy, drachenmondverlag, humor

Murphy

Nicole Gozdek
Flexibler Einband: 308 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 14.10.2017
ISBN 9783959914550
Genre: Fantasy

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