Leserpreis 2018

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195 Bücher, 147 Rezensionen

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30 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Der Glanz des blauen Bandes (Liebe)

Ria Hellichten
E-Buch Text: 186 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 01.11.2018
ISBN 9783960873891
Genre: Liebesromane

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16 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Winternacht bei Tiffany: Roman

Nena Siara
E-Buch Text: 218 Seiten
Erschienen bei Edel Elements, 30.11.2018
ISBN 9783962152574
Genre: Liebesromane

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Der Engelsfunke (Young Adult, Romantasy) (Mystery Girls-Reihe 3)

Lucy May
E-Buch Text: 293 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 05.10.2018
ISBN 9783960875901
Genre: Liebesromane

Rezension:

'Mystery Girls - Der Engelsfunke' ist der dritte Teil einer Romantasy-Reihe von Lucy May, wobei er als eigenständiger Roman gelesen werden kann. Ich kenne die beiden Vorgänger nicht (und werde sie auch nicht mehr kennenlernen) und kann bestätigen, dass einem nichts an Hintergrundinfos oder Vorgeschichte fehlt, um in den Roman einzutauchen. 


Amy ist eine schüchterne Schülerin, die, wie alle ihre Mitschülerinnen, für den Sänger Matt M schwärmt. Was sie von ihren Mitschülerinnen unterscheidet ist, dass Amy einen Schutzengel hat, den sie immer wieder sieht und um Rat fragt. Als sie sich heimlich auf einen Ausflug begibt, um ein Autogramm von Matt M zu bekommen und diesem dann tatsächlich Auge in Auge gegenübersteht, kann sie die Situation gar nicht begreifen. Sehr schnell aber begreift sie, dass Matt M nicht der Sympath ist, den seine Songs verkaufen. Doch er bekommt die Chance, sich zu ändern, denn ***Vorsicht, Spoiler*** ein schwerer Autounfall bringt Matt an die Grenze zwischen Leben und Tod und nur Amy kann den Engel Matt mit den schwarzen Flügeln sehen und ihm helfen, seine Dunkelheit zu bekämpfen. 

Romantasy hieß für mich bisher immer, dass die Hauptfigur ihre magische Seite entdeckt und in eine Liebesgeschichte stolpert. Ob es hier nun Amy oder Matt ist, die/der magisch ist, ist vielleicht Ansichtssache, Tatsache ist aber, dass Amy nichts Besonderes an sich hat und jedes andere Mädchen ihre Rolle einnehmen könnte. Dass ausgerechnet sie Matt sehen kann, wird sogar erklärt und unterstreicht, dass sie nur durch Zufall an ihre (Roman)Rolle gekommen ist. Eine schwache Basis für eine 'Heldin'. Und obwohl der Roman 'gefühlslastig' ist und daher als 'romantisch' bezeichnet werden könnte, fehlt die Liebesbeziehung, welche die Genreeinordnung verspricht. Falls da tatsächlich was zwischen Amy und dem 10 Jahre älteren Matt sein soll, ist das so harmlos, dass ich es schlicht überlesen habe. Für Young Adult definitiv zu unschuldig.

Matts 'Aufgabe', seine schwarzen Flügel weiß werden zu lassen, löst er mehr schlecht als recht. So ganz ist mir nicht klar geworden, welche Taten und Sinneswandlungen hier seinen 'rechten Weg' aufzeigen sollen. Für die 'Heilung' eines traumatisierten Kindes kann er nun wirklich am allerwenigsten etwas (dann doch eher Amy und ihre Freundin) und vor allem mit Amy weiß er nicht wirklich etwas anzufangen, sie ist nur dummerweise die einzige, die ihn hören kann. 

Kurzum, inhaltlich kann mich der Roman kaum überzeugen. Logik ist zwar vorhanden, aber ich will sie mal als 'schwach' bezeichnen. Schwach war auch die Auflösung um Amys 'alten' Schutzengel, die meiner Meinung nach nachträglich eingebaut wurde, denn sie widerspricht dem Blickwinkel, den der Roman zu Beginn vermittelt. 

Ich gebe trotzdem 3 Sterne, weil ich glaube, dass ich hier mit zu hohen Erwartungen an das Buch herangegangen bin und einfach (eindeutig) nicht zur Zielgruppe gehöre. Diese ist maximal halb so alt wie ich und darf gerne durch diesen Roman lernen, Idole zu hinterfragen und die eigene Stimme zu finden. Die Kindheitstraumata, die in diesem Roman fast psychoanalytisch aufgelöst werden, vermitteln (wenn man damit noch nichts zu tun hatte) zudem wichtige Erkenntnisse, die dann hier im Rahmen eines leicht zu lesenden, so gut wie fehlerfreien Textes rübergebracht werden. 

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Save Us

Mona Kasten
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei LYX, 31.08.2018
ISBN 9783736306714
Genre: Liebesromane

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14 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Kerls!: Eine Safari durch die männliche Psyche

Angelika Hager
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kremayr & Scheriau, 01.11.2018
ISBN 9783218011266
Genre: Sachbücher

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Willow Willpower

Cannata Sarah , Schädler Eliane
Fester Einband: 24 Seiten
Erschienen bei blOOturtle Publishing, 10.10.2018
ISBN 9783964440037
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Du kannst alles schaffen, wenn du es wirklich willst! 

Das an sich ist natürlich eine immer ziehende Botschaft für ein Kinderbuch. In 'Willow Willpower' wird diese ganz deutlich rübergebracht, bzw. explizit 'vorgebetet'. Das ist vielleicht ein wenig 'mit dem Holzhammer', aber dafür auf jeden Fall für Kinder jedes Alters deutlich und verständlich.

In dem süßen Buch von blOOturtle Publishing geht es um die kleine Willow, die von Flugzeugen fasziniert ist und eines Tages mit ihrer Mutter ein Luftfahrtmuseum besucht. Dort lernt sie, dass auch Frauen Pilotinnen werden können und entdeckt mit ihrer Mutter eine Weltkarte, anhand derer sie all die tollen Länder, die sie als Pilotin besuchen könnte, kennenlernt. Zum Schluss bestärkt ihre Mutter sie in ihren Plänen und Wünschen und versichert Willow, dass sie alles schaffen kann, was sie sich wünscht. 

Ich finde nicht unbedingt, dass der Traum, Pilot oder Pilotin zu sein, gleichzusetzen ist mit dem Wunsch, so viele Länder wie möglich zu bereisen. Vielmehr geht es dabei doch (zumindest oft auch) eher um das Gefühl von Freiheit und eben die Distanz zur Erde. Daher finde ich, dass die Vorstellung der unterschiedlichen Länder, obwohl wunderschön gemacht, im Verhältnis zu Willows Flugzeug-Faszination zu viel Platz im Buch einnimmt. Gleichsam wird dadurch aber natürlich noch eine zweite Botschaft im Buch untergebracht: Weltoffenheit - was auch wertvoll ist. 

Die Bilder sind schön und voller liebenswerter Kleinigkeiten, aber nicht überladen. Details wie der Stoffpinguin von Willow, der sie die ganze Zeit begleitet und die unterschiedlichen Wahrzeichen und Charakteristika der Länder lassen auch die Kleinsten bei jedem Lesen etwas Neues entdecken. Willow, mit ihrem zwei kleinen Haarschnecken, ist zuckersüß. Trotzdem sie ein Mädchen ist, ist das Buch für kleine Jungen gleichsam geeignet. 
Mir hätten die Bilder noch mehr gefallen, wenn sie - passend zum 'luftigen' Thema - ingesamt etwas heller gewesen wären. Hier weiß ich aber nicht, inwieweit die Farben dem umweltfreundlichen Herstellungsprozess geschuldet sind, den der Verlag als 'trOOblOO' bezeichnet: Verwendung von Recyclingpapier (Blauer Engel), Vegane Druckfarben, Klimaneutrale Produktion. 

Thinking Kids, Thinking Planet ist das Motto von blOOturtle Publishing und man legt mit ausgesuchten Büchern Wert auf wichtige Botschaften für Kids und den Schutz unseres Planeten. Dafür kann man dem sympathischen Verlag nur danken und weiterhin guten Erfolg wünschen! 

Als nächstes lacht mich schon der Ballett-tanzende Affe aus ihrem Programm an! :)


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Willow Willpower

Cannata Sarah , Schädler Eliane
Fester Einband: 24 Seiten
Erschienen bei blOOturtle Publishing, 10.10.2018
ISBN 9783964440020
Genre: Kinderbuch

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Eines Tages in der Provence

Karine Lambert , Pauline Kurbasik , Uta Rupprecht
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diana, 10.09.2018
ISBN 9783453292116
Genre: Romane

Rezension:

Karine Lambert hat mit 'Eines Tages in der Provence' ein Büchlein geschrieben, das man am besten im Sommerurlaub im Schatten einer großen Platane liest, denn es handelt sich dabei um leichte (fast seichte) Unterhaltung, der es an Spannung eigentlich komplett fehlt und die einen romantisch-emotionalen Unterton hat. 


Eine große Platane ist auch die 'Protagonistin' des Buches, aus deren Perspektive - das ist mal was anderes und für mich der große Sympathiepunkt des Buches - von Zeit zu Zeit berichtet wird. Sie beobachtet das Treiben auf dem Dorfplatz um sie herum und kann mit ihrer langen Lebensdauer auf einiges an Menschenkenntnis zurückgreifen, wenn es um die Beurteilung des Verhaltens der Dorfbewohner geht. 

So bleibt es ihr, auch wenn der Leser über dieses Vorhaben früher informiert ist als sie selbst, auch nicht verborgen, dass es ihr an den Kragen gehen soll. Sie soll gefällt werden. Gegen diese Ankündigung des Bürgermeisters macht bald eine bunt zusammengewürfelte Truppe mobil und versucht, das unsinnige Unterfangen zu verhindern. 

In der Beschreibung der 'Aktivisten' und anderen Dorfbewohner finden sich viele 'typische' Charaktere, die hier aber mit besonderem, französischem Charme und einer gewissen Unschuld beschrieben werden. Es gibt den frechen Schüler, die patente Barbesitzerin, die zurückgezogenen, alten Zwillingsschwestern, den phlegmatischen Stadtangestellten, den ignoranten Bürgermeister, den Arzt, der sich selbst behandeln lassen muss und den rauen Streuner (einmal jung, einmal etwas älter). 

Mit seinem bildhaften Charakter und der 'harmlosen' Handlung hat 'Eines Tages in der Provence' irgendwie etwas von einem Kinderbuch. Nicht unbedingt anspruchsvoll, aber mit wertvoller Botschaft (hier 'Achte die Natur und spiele keine dummen Machtspielchen') und schönen Bildern (wenn auch die in diesem Buch mit Worten gemalt werden). 

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Lieben!

Rotraut A. Perner
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Orac, 01.10.2018
ISBN 9783701506026
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dass die Psychoanalyse nach Freud Wegbereiter vieler moderner Erklärungs- und Behandlungsansätze von psychischen Problemen ist, sei ohne Einschränkung anerkannt und dahingestellt. 

Dass sie aber als Grundlage für die Erklärung eines der fundamentalsten Gefühle der Menschheit (wenn nicht DES fundamentalsten Gefühls) dienen kann, hätte ich nicht gedacht und kann und will ich auch nicht glauben. 

Deshalb kam bei mir auch bei der Lektüre des neuen Buches von Rotraut A. Perner (ohne deren Background zu kennen) relativ schnell Skepsis auf, weil ich mich mit den dargestellten Erklärungsansätzen nicht anfreunden konnte. Allzusehr werden hier für meinen Geschmack sämtliche Fehlverhalten im Erwachsenenalter auf Fehlverhalten der Eltern oder Bezugspersonen in früher Kindheit zurückgeführt. Zudem wird diese extrem wichtige und für viele Eltern sicherlich schönste Zeit mit dem eigenen Kind, nahezu ausschließlich durch negative Beispiele dargestellt, die aufzeigen, wie es NICHT zu laufen hat. Zwar mag alles, was die Autorin schreibt, sinnvoll sein (im Sinne von 'Sinn ergeben'), aber ein Buch, das "Lieben!" (mit Ausrufezeichen) heißt, sollte doch auch gerade für die 'richtige' Praxis Inspirationen liefern. 

Hinweise auf diese finden sich lediglich im dritten Teil des Buches 'Lieben für Meister/innen', doch hier so abgedreht (wenn ein Orgasmus nur lange genug dauert, ist man für den Rest seines Lebens 'gesättigt' und wenn wir uns 'richtig' lieben (ohne Sex), springt wortwörtlich der Funke über und wir leuchten im Dunkeln - ahja), dass ich das schon nicht mehr als seriös einstufen kann.

Im krassen Gegensatz zu den teilweise abenteuerlichen Theorien steht die extrem 'wissenschaftliche' Art der Autorin, zu schreiben. Die 'Fußnoten', die ca. ein Drittel des Buchumfangs ausmachen, gehen weit über Begriffserklärungen hinaus und werden zurecht (in für den Leser frustrierender Weise) als 'Buch im Buch' bezeichnet. So etwas habe ich noch nie gesehen. Leider kein Hinweis darauf, dass die Autorin vermag, gezielt auf den Punkt zu kommen und ihre Informationen zu priorisieren. Wohl aber ist es ihr wichtig, jedes Mal darauf hinzuweisen, wenn sie selbstständig Worte in Kursivschrift hat setzen lassen. (Auch hier: sie sollte mit ihren eigenen Worten deutlich machen, was sie sagen will, nicht durch die Markierungen in Aussagen anderer.) Es wirkt wie eine ambitionierte Hausarbeit eines Studenten, der sicherlich Fleißpunkte verdient hat, aber leider am Thema vorbei schreibt. 

Ein extrem enttäuschendes Buch, sowohl von der Form als auch vom Inhalt her. 

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Die kleine Hummel Bommel und die Zeit

Britta Sabbag , Maite Kelly , Joëlle Tourlonias
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 12.09.2018
ISBN 9783845825359
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Von Britta Sabag, Maite Kelly und Joëlle Tourlonias ist der inzwischen vierte Band der Reihe um die kleine Hummel Bommel erschienen. (Neben Zusatzausgaben zu Weihnachten, Ostern und für Babys.) 


Wo die kleine Hummel Bommel im ersten Band noch sich selbst fand, ging sie in den folgenden Bänden weiter philosophischen Themen wie den Fragen nach dem Glück, der Liebe und nun der Zeit nach. 

Wie immer befragt sie dabei alte und neue Bekannte nach deren Ansichten und jeder hat einen anderen Aspekt zur Thematik beizutragen. 

Im vorliegenden Buch 'Die kleine Hummel Bommel und die Zeit' erfährt die kleine Hummel, dass Zeit relativ ist. Der Unendlichkeitsaspekt wird angeschnitten, das Älterwerden wird thematisiert und Einstein erlebt als Eintagsfliege Emil eine kurze Wiedergeburt. Seine Botschaft: 
Es kommt darauf an, was man aus seiner Zeit macht. 

Die Botschaft ist - wie immer - ein Plädoyer für Familie und Freundschaft. Ob die philosophischen Überlegungen, die auf dem Weg dahin angestellt werden, für Kinder schon zu begreifen sind, ist eine andere Frage, schön ist es allemal. Und für Eltern sicherlich auch immer ein Anlass, im Anschluss an die Lektüre über eigene Gedanken und Erfahrungen mit ihren Kindern zu sprechen. 

Wie in den vorherigen Bänden auch, ist die zentrale Botschaft des Buches in ein Lied von Maite Kelly verpackt, der Liedtext ist im Original (also auch mit Wiederholungen) in den Text der Geschichte integriert. Das finde ich, wie in den bisherigen Bänden auch, etwas künstlich und es stört den Vorlesefluss. Ärgerlich ist dieses mal zudem, dass das Lied, welches zumindest beim 1. und 2. Band (beim 3. weiß ich es nicht) kostenlos für Besitzer des Buches war, nun auch noch kostenpflichtig ist! Sinnig wäre hier ein Barcode, der leicht eingescannt werden kann, so dass das Lied direkt abgespielt werden kann. Kein Code, der irgendwo eingegeben werden muss, und erst recht kein Verweis auf 'irgendwelche' kostenpflichtige Angebote. Schade, mit dieser Aktion verliert die Reihe eindeutig an Sympathie. 

Leider finde ich auch Joëlle Tourlonias in diesem Buch nicht so überzeugend wie sonst. :( Lediglich zwei Doppelseiten können mich dieses Mal wirklich anrühren, ansonsten wirken ihre Zeichnungen etwas schematischer und liebloser als in ihren anderen Büchern. Wo es sonst oft kleine Niedlichkeiten sind, die der aufmerksame Beobachter auf den Seiten finden kann, sind es dieses Mal herumliegende Kaffeebecher (bzw. Honigteebecher) - sprich: Müll??? Schade. Ich kann verstehen, dass die Illustratorin als frischgebackene Mutter weniger Zeit hat, aber die Qualität ihrer Arbeit und vor allem das Herz, das ich sonst in ihren Werken sehe, darf deshalb nicht verloren gehen. 

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92 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

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Schnee in Amsterdam

Bernard MacLaverty , Hans-Christian Oeser
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 09.11.2018
ISBN 9783406727009
Genre: Romane

Rezension:

Gerry und Stella Gilmore sind beide Rentner. Das irische Ehepaar ist nach den Unruhen dort und ihren tragischen Auswirkungen auf sie beide nach Schottland gezogen, der erwachsene Sohn samt Familie wohnt in Amerika. Ein gemeinsamer Urlaub in Amsterdam wird Anlass einer Bestandsaufnahme, denn Stella hat dieses Ziel nicht zufällig ausgewählt.


Neutral und wie ein Protokollant führt uns Bernard MacLaverty durch Stellas und Gerrys Tage in Amsterdam. Schnell fallen dem Leser Gerrys extreme Alkoholsucht und die zickigen Dialoge der beiden auf. Hier stellen sich schon erste Weichen bei der Interpretation, die sicherlich den jeweiligen individuellen Erfahrungen des Lesers zu schulden sind: ist es 'schön', dass die beiden anscheinend eine gemeinsame Humorebene haben und sich gegenseitig so ein wenig hochnehmen können, oder verbergen sich hinter den launigen Kommentaren eine unterschwellige Aggressivität und Missachtung? 

Während der Leser fassungslos Gerrys alkoholbedingten Verfall beobachtet, wird deutlich, dass Stella, unstet wie ein verängstigtes Tier, einen Ausweg aus ihrer Ehe sucht. Sie besucht den in Amsterdam befindlichen Beginenhof und möchte dort ein vor langer Zeit gegebenes Versprechen einlösen, das sie vor ihrem Mann nie erwähnt hat und das sie seit Jahren belastet. Sie macht gegenüber Gerry Andeutungen, die dieser jedoch nicht wahrhaben kann oder will. 

Während die beiden in rituellen Verhaltensweisen, die irgendwann mal liebevolle Gesten gewesen sein können, nebeneinander her leben erfährt der Leser mehr über die Vergangenheit der beiden. Da sind nur noch wenige erwähnenswerte Erinnerungen, etwa das Kennenlernen oder das Drama während der Schwangerschaft. Zumindest Gerry realisiert, als der Aufenthalt des Paares in Amsterdam unfreiwillig verlängert wird und der Schnee die beiden zu einer Pause - einem 'Midwinter Break' (so der Originaltitel) - zwingt, dass er ohne seine Frau wahrscheinlich gar nicht mehr lebensfähig wäre. 

Stella empfindet das gegenüber ihrem Mann nicht, doch stellt sich ihr Alleingang nicht als so einfach dar, wie erhofft. Wird sie aus Bequemlichkeit, Verantwortungsgefühl oder Liebe heraus bei Gerry bleiben? 

MacLaverty lässt den Leser selbst Bilanz ziehen über Stellas und Gerrys Ehe. Er beschreibt, ohne zu werten, eine Situation, wie es sie vermutlich in vielen langjährigen Ehen gibt. Nicht nur lässt der 'Schnee in Amsterdam' Stella und Gerry Bilanz ziehen, auch dem Leser ermöglicht er ruhige Momente zur Einsicht und Abwägung. Unweigerlich bilanziert man für sich selbst, was einen in so einer Ehe halten könnte und welche Entscheidungen man treffen würde. 

Ein Buch, das nachdenklich macht. 

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53 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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PS: Du fehlst mir

Hannah Siebern
E-Buch Text: 429 Seiten
Erschienen bei null, 17.09.2018
ISBN B07HG6XMKM
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Etwas zur Handlung von Hannah Sieberns 'P.S. Du fehlst mir' zu sagen, ohne zu spoilern, ist nahezu unmöglich. Das Buch fährt durchweg mit unvorhersehbaren Wendungen auf, die den Leser (fast) jedes Mal mehr oder weniger verblüfft zurücklassen. 


Noah war mal Sarahs Freund, musste aber das Land quasi zwecks 'Rehabilitationsmaßnahme' verlassen, nachdem ihn sein Kumpel Randy in kriminelle Machenschaften verwickelt hatte. Als er nach zwei Jahren, in denen er nur durch Briefe Kontakt zu Sarah hatte, zurückkehrt, scheint er in einer Parallelwelt zu landen: Sarah und ihre Familie sind weggezogen. Als er sie schließlich wieder sieht, scheint sie einen anderen Freund zu haben. 

Noah muss 'seine' Sarah neu kennenlernen bzw. ihre letzten zwei Jahre, die so ganz anders verlaufen sind, als es ihn die Briefe haben glauben lassen, und seine Wiedereingliederung in die Gesellschaft stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. Auf einem Gnadenhof, auf dem er auch früher schon mit Sarah geholfen hat, findet er zu sich und lernt, mit den veränderten Umständen umzugehen. Und findet vielleicht auch jemanden, der ihn nach vorne blicken lässt. 

Hannah Sieberns Schreibstil gefiel mir sehr gut. Der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Perspektiven der beiden Hauptfiguren und den Briefen beleuchtete alle Aspekte der Geschichte und sorgte für kurze Leseabschnitte. Hannah versteht es, Spannung nicht in die Länge zu ziehen, sondern sie mit einem Satz aufzubauen und zum Glück für den ungeduldigen Leser, im nächsten Kapitel direkt aufzulösen. 

Die Liebesgeschichte, die sie erzählt, ist alles andere als 08-15. Sowohl die Ausgangssituation, die moralisch einiges an Diskussionspotential liefert, als auch, welche Gründe die Figuren für ihr jeweiliges Handeln haben, liefern keine einfache Grundlage für eine Lovestory. Trotzdem schafft es die Autorin, glaubhaft und romantisch eine Liebesgeschichte zu entwickeln, die bewegt und berührt. 

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105 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

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Das Weihnachtscafé in Manhattan

Katherine Garbera , Corinna Wieja
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.10.2018
ISBN 9783956498381
Genre: Liebesromane

Rezension:

Je länger ich dieses Buch sacken lassen, desto mehr ärgere ich mich darüber. Deswegen jetzt mal schnell die Rezi, bevor nur noch ein Stern übrig bleibt. :( 


'Das Weihnachtscafé in Manhattan' spielt leider im gleichnamigen Buch kaum eine Rolle, ist vielmehr nur Arbeitsplatz der weiblichen Hauptfigur und auch vielmehr Delikatessen-Geschäft als Café. Wer also auf Starbucks-Stimmung hofft, wird schon einmal enttäuscht.

Iona betreibt besagtes Café mit ihren zwei besten Freundinnen, deren Kennenlernen nur angedeutet wird (sie waren mit demselben Mann liiert?). Schon hier stutz der Leser das erste Mal, weil er sich fragt, ob er mitten in einer Reihe gelandet ist und die ersten drei Bücher verpasst hat, ob der Masse an Handlung die augenscheinlich vorausgesetzt wird. Hat er nicht, es gibt keine Vorgänger-Bücher, auch wenn es so wirkt. 

Das 'Candied Apple Café' befindet sich in Verhandlungen mit einer großen Hotelkette, die die Schokoladenkreationen des Cafés bei sich anbieten möchte. Chef der Hotelkette ist Witwer Mads, der ob der anstehenden Weihnachtszeit zweifelt, ob er für sich und seine kleine Tochter Sofia, die den Glauben an den Weihnachtsmann verloren hat, die Tage angemessen ausfüllen kann. Auftritt Iona im sexy Weihnachtselfen-Kostüm, spricht rotem Minikleid und klingenden Glöckchen überall. Sie findet schnell Zugang zu dem Mädchen und auch Mads kann sich ihrer Faszination nicht entziehen. 

Es folgt ein gefühlt ewiges Hin und Her zwischen gegenseitiger (erotischer) Anziehungskraft und moralischen Vorbehalten, weil man dem anderen eventuell nicht das geben kann, was dieser braucht und verdient. Nebenerscheinungen sind dabei (damit es sich nicht immer total gleich wiederholt) teilweise Totalausfälle im Verhalten der Protagonisten, die im normalen Leben unverzeihlich wären. Dass Iona obendrein als kitschiger 'Weichnachts-Bunny' dargestellt wird, befriedigt erotische Fantasien, entzieht der Figur aber ihre Glaubwürdigkeit. 

Weihnachtsstimmung in Manhattan wird durchaus umfassend und stimmungsvoll beschrieben - Weihnachtsbäume, -aufführungen, -pullover, -spezialitäten, -feiern und das gegenseitige aufeinander Zugehen lassen den Zauber dieser besonderen Jahreszeit entstehen, den die Protagonisten mit ihrem kitschigen Verhalten aber schnell zu zerstören wissen. 

Sympathischte Figur im Buch ist Mads kleine Tochter Sofia, die mit ihrem anfänglichen Unmut gegenüber Weihnachten und ihrer schrittweisen Begeisterung für das Thema den Weihnachtszauber im Buch trägt und zum Glück nichts mit dem Gebaren der Erwachsenen tun hat.  


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24 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

Luzifer junior - Der Teufel ist los

Jochen Till , Raimund Frey
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.09.2018
ISBN 9783743200777
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Jochen Tills vierter Teil der Luzifer junior Reihe begleitet eben jenen Luzie zusammen mit seinen menschlichen Freunden Gustav und Aaron und der Halbdämonin Lilly, die aber in unserer Welt aufgewachsen ist, auf der Suche nach Luzifer senior, der sich eine Auszeit von der Hölle nimmt. 


Es gilt, in den Weihnachtsferien nach Paris zu reisen und dort die Fährte des Flüchtigen aufzunehmen. Dank höllischer Unterstützung fällt dem Quartett die Planung der Reise und Überlistung der menschlichen Eltern nicht schwer, doch da es für Luzie das erste mal außerhalb der Internatsgrenzen ist, passiert trotzdem das ein oder andere Unvorhergesehene. Für lustige Szenen sorgt zwischendurch vor allem immer wieder Luzies Mini-Dämon Cornibus.

Der kann jede mögliche tierische Gestalt annehmen und tut sich mit der deutschen Sprache etwas schwer, was natürlich genau den Kinderhumor der Zielgruppe, ab etwa 8 Jahre, trifft. Das Dämonen-Handbuch hilft Luzie und seinen Freundin in kniffligen Situationen mit passenden Zaubersprüchen, die insbesondere in der praktischen Ausführung für einen höllischen Humor des Autors sprechen. 

Dass Aarons Sprachfehler und weitere Ticks von seinen Freunden kommentarlos bis liebevoll akzeptiert werden, ist zudem eine Botschaft, die so natürlich kindgerecht eingearbeitet ist, dass ich allein für diese Tatsache das Buch liebe. Akzeptanz und Teamgeist werden hier ganz besonders groß geschrieben (aber nicht extra betont), was ich für ein derartig actionreiches Kinderbuch nicht selbstverständlich finde und was mich daher sehr positiv überrascht hat.

Auch Erwachsene haben ihren Spaß mit Luzie und Co, denn die zwischenzeitlichen Einsichten in die Hölle und deren unterschiedliche Abteilungen kritisieren mit jeweils fetten Seitenhiebe die Sünden unserer Gesellschaft. 

Kurzum: viel, viel Spaß und Action, die trotz der diabolischen Hauptdarsteller moralisch höchst ansprechend eingerahmt werden. 
Nur zu empfehlen!

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132 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

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Neujahr

Juli Zeh
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 10.09.2018
ISBN 9783630875729
Genre: Romane

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1.422 Bibliotheken, 62 Leser, 0 Gruppen, 245 Rezensionen

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Save You

Mona Kasten
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei LYX, 25.05.2018
ISBN 9783736306240
Genre: Liebesromane

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(1.309)

2.384 Bibliotheken, 95 Leser, 0 Gruppen, 431 Rezensionen

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Save Me

Mona Kasten
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei LYX, 23.02.2018
ISBN 9783736305564
Genre: Liebesromane

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(43)

85 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 39 Rezensionen

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Gun Love

Jennifer Clement , Nicolai von Schweder-Schreiner
Fester Einband: 251 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.09.2018
ISBN 9783518428320
Genre: Romane

Rezension:

Jennifer Clement beschreibt in der ersten Hälfte ihres Buches 'Gun Love' Pearls Leben in einem im negativen Sinne typischen amerikanischen Trailerpark. Die kleine Jugendliche lebt dort mit ihrer Mutter Margot in einem stillgelegten Mercury und hat nur eine Freundin, die mit ihren Eltern ebenfalls in diesem Moloch lebt. Nebenan ist die Mülldeponie, deren giftige Dämpfe die Luft verpesten und nachmittags am Fluss üben die Halbstarken das Schießen auf kleine Krokodile und Mutationen und verpesten das Leben und die Luft dort auf ihre Art. Margot ist herzensgut und scheinbar übersinnlich emotional. Pearl kennt nichts anderes als die Liebe ihrer Mutter und ihre winzige Welt. 


Schnell wird deutlich, dass der Trailerpark Dreh- und Angelpunkt des illegalen Waffenhandels ist und dieser bringt den undurchschaubaren Eli auf den Plan. Margot verliebt sich in ihn und schiebt Pearl aufs Abstellgleis. Doch seine Anwesenheit ist es, die schließlich für Margots Tod sorgt. 

Das ist die erste Hälfte des Buches, die durch die Augen der unschuldigen Protagonistin, die nichts anderes kennt, als ihr Leben dort, durch einen gefühlten Widerspruch aus poetischer Sprache und lebensbedrohlicher Wirklichkeit, bedrückend bewegend erzählt wird. Für diesen Teil des Buches würde ich locker 4 Sterne vergeben, denn Jennifer Clement gelingt es, zu vermitteln wie normal das Leben unter ärmsten Umständen und inmitten von ständig präsenten Waffen für die Bewohner solcher Gebiete ist. Durch Pearls Augen lernt der Leser diese 'alternative Wirklichkeit' kennen und dank der durch Margot vermittelte esoterisch-emotionale, liebende Grundstimmung fast schon schätzen - ausversehen, sozusagen.

Der zweite Teil des Buches beschreibt, wie es mit Pearl nach Margots Tod weitergeht. Hier wird dann unter anderem das Thema Foster Care (Pflegefamilien) in Amerika angerissen, dann aber wieder fallen gelassen. Vielmehr holt Pearl der Trailerpark wieder ein und die Waffen, die den Tod ihrer Mutter bedeuteten, verfolgen sie wie ein Fluch. Schließlich geht es nach Mexiko, der Leser muss sich mit der Verehrung der ermordeten amerikanischen Tejano-Sängerin Selena Quintanilla-Pérez auseinandersetzen und darf sich wundern, was wohl aus Pearl werden wird. 

Hier werden für meinen Geschmack zu viele Themen angerissen und dass der Roman den Trailerpark als Schauplatz seiner Handlung verlässt, tut ihm in meinen Augen nicht gut. Warum Selena so wichtig ist, wurde mir als Leser (auch nach zusätzlicher Recherche) nicht wirklich klar und was diese Episode im Buch zu suchen hat, kann ich mir nicht erklären. Vielmehr hat der zweite Teil des Buches einen dramaturgischen Höhepunkt, der viel mehr ausgebaut und als Ende des Romans hätte inszeniert werden können. Damit hätte der Roman auch mehr von einer Botschaft erhalten, die so, aufgrund der ungewissen Zukunftsaussichten für Pearl, die komplett der Vorstellungskraft des Lesers überlassen werden, nicht deutlich herauszulesen ist, bzw. etwas zurückgedrängt wird. 

Mir hätte das Buch besser gefallen und ich hätte es als informativer (und wahrscheinlich auch bedrückender) empfunden, wenn es sich in der Thematik auf die Waffenliebe beschränkt hätte und auch örtlich mehr gebunden gewesen wäre. So ist es mir zu offen und vermittelt (vielleicht ungewollt oder nur für mich nicht erkennbar) eine Fülle von Möglichkeiten, die Kinder in Pearls Situation wahrscheinlich in der Regel nicht haben. 

Deshalb gefiel mir die zweite Hälfte des Buche leider weniger als die erste. Insgesamt war es aber eine bewegende Lektüre.


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(30)

35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

Selfie mit Zuckerguss

Emma Simon
E-Buch Text: 240 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 03.09.2018
ISBN 9783960874317
Genre: Liebesromane

Rezension:

Magersüchtige wird ‚Moppelchen‘ wird Fitness-Junkie. Wer das generell noch nicht in Frage stellt, kann vielleicht die angebliche Motivation der Protagonistin nachvollziehen: ein Typ, der zwar in ihrem Haus lebt, den sie aber noch nie gesehen hat, und der sie in der Nacht, bevor er ein halbes Jahr lang auf Weltreise geht, ‚verführt‘ – ein Traumtyp, oder? Da kann man nachvollziehen, dass Louisa alles tun will, um ihn bei seiner Rückkehr umzuhauen. Und da wir ja alle wissen (und vor allem gerne lesen), dass nur innere Werte zählen, fällt Louisa dazu nur ein Weg ein: abzunehmen. Genau.

Eine Handlung, die hahnebüchend unlogisch und frauenverachtend ist. Anfangs wird das noch durch einen aggressiven Humor und eine generelle ‚Tough-heit‘ der Protagonistin aufgefangen, doch spätestens als sich die Autorin in sterbenslangweiligen, ellenlangen Ausführungen zu Ernährungs- und Trainingsplänen ergeht und das ganze durch eine abstoßende Schilderung eines sogenannten ‚Cheat Days‘ krönt, muss man als Leser(in) innerlich abschalten.

Ich kann zugunsten der Autorin nur vermuten, dass sie in diesem Buch eigene, traumatische und schwierige Krankheitsjahre verarbeitet und mit ihrer überzeichneten Geschichte versucht, andere vor ähnlichen Ambitionen zu warnen. Allerdings ist der einzig wahre Anhaltspunkt, den ich dafür habe, ein einziger Satz im letzten Kapitel. Der abrupte und extrem kurze Schluss steigern die Frustration über die Story noch mehr und lassen den Leser vor allem über den letztlichen Gemütszustand der Protagonistin im Unklaren. Hat sie nun wirklich erkannt, was sie sich angetan hat, oder hat sie nur erkannt, dass es der Typ nicht wert war? We’ll never know.

Das einzige, was ich positiv anmerken kann: Für ein eBook enthält ‚Selfie mit Zuckerguss‘ überraschend wenig Fehler. Ansonsten verkauft der Verlag mit dem ‚süßen‘ Cover und der neckischen Inhaltsangabe etwas komplett anderes, als was der Käufer erhält. Kein instagram- sondern ein Fitnessjunkie, keine Kuschelpantoffeln, sondern Turnschuhe, kein Traumtyp, sondern ein A.., keine Stunden voller guter Unterhaltung, sondern Langeweile und Frustration.

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(36)

61 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

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Sommerfrauen, Winterfrauen

Chris Kraus
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070408
Genre: Romane

Rezension:

... als man denkt. Das gilt sowohl für den Leser dieses Romans, als auch für dessen Hauptfigur Jonas. Der soll, als vielversprechender Filmstudent, im Auftrag seines Professors Dreharbeiten für einen 'hemmungslosen' Sexfilm in New York vorbereiten. Der Leser rechnet mit drastischen, freizügigen Schilderungen und einem furchtlosen Protagonisten. 


Aber die Aufgabe liegt dem eher zurückhaltendem Jonas so gar nicht. Sein Unterschlupf bei einem schlampigen Kollegen seines Professors verlangt ihm schon vieles ab, seine eifersüchtige Freundin in Berlin macht es ihm auch nicht gerade einfach und dann ist da ja noch Tante Paula - Holocaust-Überlebende dank der Gnade seines Großvaters mit Nazivergangenheit, bei der er nur widerwillig mehr über seine Familienvergangenheit in Erfahrungen bringen soll/will. Als Thema für den Sexfilm entscheidet sich Jonas schließlich enttäuschender- und bezeichnenderweise für Ohren. 

Die ersten Zeilen des Buches (bzw. der Tagebücher von Jonas aus seiner Zeit in New York) 
"Ich drehe keinen Nazischeiß." (10 x)
zeigen dem Leser direkt, dass es nicht um Sex gehen wird. Stattdessen nimmt die Geschichte von Tante Paula viel Raum ein. Dennoch - und diese Widersprüchlichkeit findet sich hinsichtlich vieler Themen im Buch - handelt es sich bei 'Sommerfrauen, Winterfrauen' auch nicht um ein typisches Holocaust-Buch. 

Jonas soll einen Sexfilm drehen, ist selbst aber extrem verkrampft und verwehrt sich seiner Aufgabe, trotzdem geht es in dem Buch indirekt immer wieder um Sex und Liebe.
Jonas will nichts mit dem Nazischeiß zu tun haben, spielt aber einen SS-Offizier in einer Nebenrolle und erfährt dank Tante Paula viel über seinen Großvater und die Verbrechen der damaligen Zeit, doch letztlich löst Tante Paula auf, dass es in ihrer Geschichte doch eher um Liebe als Hass ging. 
Jonas will treu sein, kann sich den Reizen der Praktikantin des Goethe-Institutes, Nele, aber nicht komplett entziehen, und stellt seine Freundin trotzdem (wahrscheinlich?) an die erste Stelle. 
Aufgrund eines Unfalls lebt Jonas mit einer schweren Kopfverletzung in ständiger Lebensgefahr und stolpert dennoch von einer Extremsituation in die andere.

Dem Buch ein Grundthema zuzuordnen fällt daher schwer, doch könnte man aufgrund des Titels dazu tendieren, Jonas als Opfer bzw. Spielball der Launen und Emotionen der Frauen zu interpretieren, denen er sich verbunden fühlt. 

Der Roman lebt von lebendiger Sprache, auch einige Passagen in Englisch werden eingestreut, von Wortwitz und Ironie. Gerade die Unvorhersehbarkeit der Ereignisse und Reaktionen der Figuren macht ihn realistisch und leicht. Der ironisch, unaufgeregte Tonfall des Protagonisten ist ein wirkungsvoller Gegenpol zur den teilweise extremen Situationen, in denen er sich wiederfindet. 

Insgesamt ein sehr launiges Leservergnügen, bei dem ich mir nur letztlich nicht sicher bin, was der Autor mir damit vermitteln bin. Da Chris Kraus aber auch ein erfolgreicher Drehbuchautor ist, bin ich mir fast sicher, dass es ihm hier in erster Linie um die Darstellung einer extrem intensiven Momentaufnahme eines Lebens geht. 
Typisch Diogenes - wundervoll speziell und anspruchsvoll. 

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30 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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XX

Angela Chadwick , Andrea Fischer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Atrium Verlag AG, 21.09.2018
ISBN 9783855350315
Genre: Romane

Rezension:

Angela Chadwick wagt in ihrem Buch 'XX' (Was wäre wenn) eine mutige These: Was wäre, wenn es gelänge, aus der DNA zweier Frauen einen Embryo zu zeugen - wenn es also möglich wäre, dass zwei Frauen miteinander ein leibliches Kind bekommen könnten?


Laut Inhaltsangabe stehen die beiden Frauen, die an dieser umstrittenen Studie teilnehmen, plötzlich im Zentrum einer weltweiten Diskussion um die Zukunft der Menschheit, denn bei dieser neuen Methode der künstlichen Befruchtung können nur Mädchen gezeugt werden.

Wie so oft, ist hier die Inhaltsangabe mutiger als der Roman. Von einer 'weltweiten' Diskussion kann keine Rede sein. Eher geht es um eine provinzielle Auseinandersetzung zwischen Jules, dem ersten 'weiblichen Vater', und der verbohrten Männerwelt ihrer Heimatstadt. Dort muss sie sich einerseits auf ihrer Arbeitsstelle bei einer Tageszeitung gegen ihren ignoranten und frauenfeindlichen Chef durchsetzen und andererseits gegen den traditionsbewussten Lokalpolitiker, der die Kritik an der Studie zum Inhalt seines Wahlkampfes macht. 

Jules beweist sich im Buch leider zunehmend als 'stereotype' Homosexuelle, die ihrer 'männlichen' Rolle in der Beziehung zu ihrer Partnerin Rosie von Tag zu Tag gerechter wird. Sei es durch distanzierte Emotionen gegenüber dem ungeborenen Kind, körperliche Auseinandersetzungen oder als konsequente Tonangeberin, was den Auftritt der beiden Frauen in der Öffentlichkeit angeht. 

Vor allem der letzte Punkt rief bei vielen Lesern Unverständnis hervor, denn trotzdem Jules selbst Journalistin ist, sorgt ihre strikte Verweigerung von Kommentaren nur für eine schließlich Eskalation der Situation und ihr Verhalten scheint überzogen und ganz und gar nicht souverän. 

Aspekte wie die Glaubhaftigkeit der Studie und ernstzunehmende wissenschaftliche Diagnosen werden im Buch vernachlässigt, offensichtlich geht es nur um die Reaktion der Medien und der Politik und den passenden Umgang damit. Das ist zwar etwas enttäuschend, aber nicht allzu verwunderlich, wenn man erfährt, dass die Autorin selbst als Journalistin gearbeitet hat und inzwischen die Presse- und Medienabteilung einer Universität für kreative Künste leitet. Den ihr bekannten Aspekt beleuchtet sie vielseitig und diskutiert ihn kontrovers. Die Botschaft des Buches 'Liebe liegt nicht in den Genen, sondern in unseren Entscheidungen' ist angemessen, wenn auch etwas aufgesetzt rübergebracht. 

Ich, die ich selbst aus der wissenschaftlichen Ecke komme, habe hier den realistischen, qualifizierten Blick über den Tellerrand und tatsächliche globale Aspekte vermisst (z.B. auch in den sozialen Medien).


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46 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

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Ghost

Jason Reynolds , Anja Hansen-Schmidt
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 31.08.2018
ISBN 9783423640411
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jason Reynolds kann ganz gut schreiben, ja. Sein locker-moderner, sehr jugendliche Tonfall dürfte dafür sorgen, dass das Lesen von ‚Ghost‘ gerade Jugendlichen sehr leicht fällt. Es handelt sich dabei um den ersten Teil einer vierteiligen Reihe, in der pro Buch das Schicksal eines der vier neuen Mitglieder einer Laufmannschaft von Jugendlichen vorgestellt wird.

Ghost lebt seit einer traumatischen Nacht gefühlt immer mit einem Fuß auf der Flucht. So lange er sich nicht angegriffen fühlt, lebt er eher im Hintergrund und ist vor allem eins: schnell. Eines Tages will er das auch anderen zeigen und besteht das Probetraining des besten Laufteams der Stadt. Von heute auf morgen hat er mit seinen Teamkollegen nicht nur Trainingspartner, sondern Freunde, und einen Trainer, der selbstverständlich Verantwortung für seinen Schützling übernimmt und bereitwillig die Vaterfigur abgibt.

Kleine Startschwierigkeiten, als Ghost von heute auf morgen seinen Lebenswandel vollführt, sind sympathisch, aufgrund der kurzen Schilderung und ihrer letztlichen Harmlosigkeit wirken sie jedoch wie ‚Kinderkram‘. So wie das Buch generell für ‚junge‘ Jugendliche gedacht zu sein scheint. Die kann und sollte man heutzutage meiner Meinung nach ruhig mit drastischeren Problemen als Schuleschwänzen und Ladendiebstahl konfrontieren. Gerade zwischenmenschliche Dynamiken gehören sehr viel eingehender untersucht und eindringlicher geschildert.

Die Lösung ‚Lass Kinder Teil einer sportlichen Mannschaft sein, dann haben sie ein Ventil für ihre Emotionen und lernen Teamgeist und Selbstbewusstsein‘ ist nun wirklich nicht neu und seit gefühlt 100 Jahren Werbebotschaft eines jeglichen Sportvereins. Daher finde ich persönlich Reynolds Ansatz bei weitem nicht so innovativ, wie es uns die Werbung verkaufen will.

Die Erzählung aus der Perspektive des Jungen und mit seinem lockeren Mundwerk macht Spaß, inhaltlich hat Reynolds das Rad aber nun wirklich nicht neu erfunden und hält ‚Ghost‘ auch vom Umfang her recht überschaulich. Da noch drei weitere Bände nach dem gleichen Schema folgen: gutes Marketing!

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93 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 44 Rezensionen

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Der Platz an der Sonne

Christian Torkler
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 02.09.2018
ISBN 9783608962901
Genre: Romane

Rezension:

Christian Torkler hat einen Roman geschrieben, der eine etwas alternative Geschichte Europas entwirft: Nach dem zweiten Weltkrieg gab es noch einen dritten, der zur Folge hatte, dass das, was wir heute als Bundesrepublik Deutschland kennen, in vier Staaten unterteilt wurde. Protagonist Josua erlebt im Berlin der Neuen Preußischen Republik Unterdrückung, Armut, gefälschte Wahlen, Amtswillkür, Erpressung und schwere Schicksalsschläge. Den Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union hingegen geht es gut, sie sind reich und richten ihr Gutmenschentun (gesponsorte Kirchen, Wahlbeobachter, etc.) gen Europa. Josua glaubt trotz allem, sich ein kleines, glückliches Leben aufbauen zu können, er heiratet, wird Vater und dank einer glücklichen Fügung des Schicksals gelingt es ihm tatsächlich, eine Bar zu eröffnen. Doch er verliert alles und in einer schier ausweglosen Situation sieht er nur noch eine Möglichkeit: Die Flucht gen Süden – auf der Suche nach einem Platz an der Sonne. Und so beginnt Josuas Flucht.

Auseinandersetzungen mit Bürokraten, Schleppern, Soldaten, Mafiosi, Sklavenhändlern und generell den hässlichsten Seiten der Menschlichkeit, lassen den Leser ein gewisses Gefühl für die Strapazen und Unsicherheiten einer tatsächlichen Flucht quer über Landesgrenzen entwickeln. Man hat den Eindruck, Torkler wollte hier bewusst eine konträre Geschichte zur aktuellen politischen Lage entwerfen, um dem Leser vor Augen zu führen, wie gut es das Schicksal mit uns gemeint hat. Generell gelingt es ihm, vor allem durch die Ausgestaltung des Romanendes, gut, die Dramatik der Flucht einzufangen, doch fehlt es dem Roman an inneren Einsichten der Romanfigur. Dadurch hätte der Autor Verzweiflung und Rückschläge sehr viel besser transportieren können und seinen Roman nachfühlbarer gemacht. Vor allem im ersten Teil des Buches, bei der emotionalen Vorbereitung des Protagonisten auf die Flucht, ist das ein großes Defizit, denn der Leser kann nicht mit Josua mitfühlen und so erscheint seine Flucht unmotiviert, obwohl sie es gar nicht ist.

Torklers Weltenentwurf ist durchdacht, wird dem Leser aber nicht früh genug und dann auch ‚mit dem Holzhammer‘ vermittelt – nicht gerade elegant. Seine männlichen Charaktere sind interessant und sympathisch, da Torkler es aber komplett verweigert, mehr als oberflächliche Gedanken aus ihrem Innenleben preiszugeben, kann man sie nie wirklich kennenlernen und keine tiefe Sympathie für sie entwickeln, was der Story einen sehr nüchternen Unterton verleiht. Weibliche Charaktere sind leider nur als Stereotypen vorhanden, austauschbar und für die Story unbedeutend.

Torkler hat ein gutes Händchen für’s Timing (nicht im Buch, sondern mit der Veröffentlichung) und seine Geschichte ist individuell genug, um nicht als 1:1-Umkehrung der tatsächlichen Verhältnisse angesehen zu werden, dennoch ist sie in meinen Augen trotzdem eher als ‚Trend‘ einzustufen. Es ist gut und wichtig, dass sich der europäische Leser von Zeit zu Zeit mit einem ‚Waswärewenn‘ auseinandersetzt, und das tut er mit Torklers Werk auch, doch vermögen das an die tatsächliche Geschichte angelehnte Berichte aus den Kriegs- und Nachkriegsjahren teilweise sehr viel eindringlicher.

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(70)

149 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

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Selkie

Antonia Neumayer
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2017
ISBN 9783453317994
Genre: Fantasy

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(307)

571 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

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Eleanor & Park

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423626392
Genre: Jugendbuch

Rezension:

'Eleanor und Park' von Rainbow Rowell ist eine relativ unschuldige Geschichte über die erste Liebe, gepaart mit der Problematik einer kaputten Familie.


Eleanor hat ein Jahr lang bei Verwandten gelebt, weil ihr Stiefvater sie rausgeworfen hatte. Als sie am ersten Schultag nach den Ferien den Schulbus betritt, werden sie und Park zusammengetrieben, wie Außenseiter nun mal zusammengetrieben werden. Fortan sitzen sie jede Fahrt nebeneinander und finden immer näher zueinander - wie sich das für die 90er gehört, mit Musikkasetten und Comics. 

Die Annäherung der beiden ist herzallerliebst beschrieben und gefällt dem Leser über 30 wahrscheinlich vor allem aus Nostalgiegründen - man fühlt sich in dieses gewisse Jahrzehnt und seine Jugend zurückversetzt. Sympathiepunkte erhält der Roman außerdem dafür, dass seine Protagonisten auch äußerlich alles andere sind als Mainstream. Park, der seine asiatischen Augen bald mit Eyeliner betont und gut im Kampfsport ist (Karatekid lässt grüßen) und Eleanor mit ihrer betont unweiblichen Kleidung und wilden Bändern im Haar bringen leise Anklänge von 'Gruftie' in den Roman - auch typisch 90er, möchte ich meinen. 

Spannung und Dramatik erhält der Roman durch Eleanors Wohn- und Familiensituation, denn ihr Stiefvater misshandelt die Mutter und Eleanor und ihre drei kleineren Geschwister leben in ständiger Angst, wobei die Kleineren - weil sie es nicht besser wissen - trotz allem eine Bindung zu Richie aufbauen. Eleanor kann nicht für fünf kämpfen und versucht, zu Hause so gut es geht, unsichtbar zu sein. Ihre Beziehung zu Park ist ihr Lichtblick, aber die Angst, dass Richie ihr dieses Glück zerstört, überschattet alles. 

In der Story geht überraschend wenig 'wirklich' schief. Die Mitschüler mobben weniger, als man es erwarten würde (90er halt, und nicht das neue Jahrtausend) und auch in Hinblick auf Richie kommt Eleanor relativ unbeschadet davon. Den Roman würde ich daher eher als Zeitstudie, denn als spannende Story charakterisieren. Man fühlt sich an diverse TV-Ereignisse aus den 90ern erinnert und so spinnt man viele angedeuteten Situationen im Kopf weiter, ohne dass sie im Buch beschrieben würden. Ein bisschen ist es auch 'Coming of Age', weil vor allem Park durch die Beziehung zu Eleanor reift und Stärke entwickelt. 

Es ist ein leises, unaufgeregtes Buch, das, auch durch die kurzen Kapitel und Abschnitte, zügig und episodenartig durch jugendliche Gefühlslagen führt. Parks fürsorgende Eltern auf der einen Seite und Eleanors kaputte Familie auf der anderen bilden einen Rahmen, der auch die Bandbreite der 'Elternmöglichkeiten' abbildet. 

Ein 'jugendliches' Buch für Erwachsene, da es vor allem durch Zeitkolorit besticht, ihm letztlich aber die Dramatik fehlt.

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