Muriel_Pritchett

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

psychologie, sachbuch

Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt

Susan Cain
E-Buch Text: 465 Seiten
Erschienen bei Riemann Verlag, 30.01.2013
ISBN 9783641106218
Genre: Sachbücher

Rezension:

Susan Cain, selbst introvertiert, hat ein sorgfältig recherchiertes Buch darüber geschrieben, was es heißt, in einer lauten, extravertierten Welt, die sich selbst zum Glücksideal erhebt, introvertiert zu sein. Introvertiert zu sein bedeutet, sich nur allein und zurückgezogen erholen zu können, durch andere Menschen in Geselligkeit Energie zu verlieren, Erfolge kurz zu bemerken und dann froh zu sein, dass man wieder zur Tagesordnung übergehen kann.

Dies passt schlecht in eine Welt, in der laute, hemdsärmelige, burschikose Kumpanei, gnadenloses Kämpfen um die Aufmerksamkeit der anderen und die Überzeugung, dass Glück sich in Aktivität und im Erreichen von Zielen zeigen wird, zum Ideal erhoben wird.

Entsprechend groß sind die Probleme der Introvertierten: Sie gelten als sonderbar, sogar als psychisch gestört, werden wegen ihrer Zurückgezogenheit psychiatrisch behandelt, werden schon als Kind einem Umerziehungsprogramm unterworfen.

All dies führt dazu, dass bereits introvertierte Kinder kein Gefühl mehr dafür haben, wobei sie sich wohlfühlen- sie kennen in Schule und Zeltlager nur das Gefühl, sich nicht wohlzufühlen, und verzichten deshalb darauf, ihre Lebensumstände so zu organisieren, dass sie mit ihren Bedürfnissen übereinstimmen.

Susain Cain deckt diese Zusammenhänge, die in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen nachgewiesen sind, auf und hilft den Introvertierten, ein Leben nach ihren eigenen Gesetzen zu führen.

Ein wirklich Mut machendes, das Leben veränderndes Buch.

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188 Bibliotheken, 3 Leser, 7 Gruppen, 9 Rezensionen

berlin, punks, frank lehmann, bremen, 1980

Der kleine Bruder

Sven Regener
Flexibler Einband: 313 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 06.04.2010
ISBN 9783442470310
Genre: Romane

Rezension:

Ich bin Berlinerin, ich liebe Element of Crime, und natürlich liebe ich Sven Regener, dem wir so wundervolle Liedanfänge wie "Ich nehm´ deine Katze und schüttel´ sie aus" -Weißes Papier- verdanken.

Und dennoch ist "Der kleine Bruder" eine Enttäuschung.

Die Lehmann-Trilogie hat ja eine eigenwillige Entstehungsreihenfolge: Zuerst Teil 3, "Herr Lehmann", dann Teil 1, "Neue Vahr Süd", und zuletzt Teil 2, "Der kleine Bruder". Nach und nach ist bei mir der Eindruck entstanden, dass "Der kleine Bruder" nur nachgeschoben wurde, da "Herr Lehmann" und "Neue Vahr Süd" sich so gut verkauft haben. Inhaltlich hat das Buch wenig zu bieten, es ist ein Road"movie", erst im Auto von Bremen nach Berlin, dann zu Fuß innerhalb Berlins.

Im Wesentlichen wird in diesem Buch geredet, geredet, geredet, inhaltsfrei, niveaulos, besoffen oder verkifft. Der etwas wüste Erzählstil, der in "Herr Lehmann" und "Neue Vahr Süd" noch genutzt wurde, um die Geschichte zu erzählen, verkommt hier zum Selbstzweck eines Autors, der in meinen Augen einfach nichts mehr zu sagen hat. Die Geschichte ist geringfügig und uninteressant, das Zusammenfassen des Buches in einem Satz möglich.

Sehr schade!

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637 Bibliotheken, 21 Leser, 7 Gruppen, 32 Rezensionen

bundeswehr, bremen, herr lehmann, wehrdienst, humor

Neue Vahr Süd

Sven Regener
Flexibler Einband: 632 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 03.07.2006
ISBN 9783442459919
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe das Buch eben zum zweiten Mal gelesen. Beim ersten Mal fand ich es überwältigend witzig und genoss die bahnbrechend neue Art des Schreibens. Jetzt, beim zweiten Mal, ist das Buch für mich im Wesentlichen ein Buch über Abschiede. Chaotisch, nicht geplant, nicht gewollt, notwendig.
Frank Lehmann, Speditionskaufmann mit Abschluss, muss zur Bundeswehr. Er versucht, den Kriegsdienst zu verweigern, scheitert aber dabei. Seine Eltern setzen ihn wenig subtil vor die Tür. Er zieht in eine sehr chaotische, sehr gruselige Männer-WG ein, mit Leuten, die er aus seiner bewegten Jugend kennt. Er verliebt sich gegen seinen Willen in ein Mädchen, das dann einen anderen vorzieht. Und am Ende sorgt er durch seinen fingierten, aber meines Erachtens schon sehr ernsten Selbstmordversuch für seine Suspendierung von der Bundeswehr. Die WG ist vom Gesundheitsamt geschlossen worden, und Frank Lehmann entschließt sich zu einem Umzug nach Berlin.
Auf 600 Seiten beschreibt Sven Regener die Abschiede, die jeder auf dem Weg zum Erwachsensein erfolgreich absolvieren muss. Nun würde das noch kein bemerkenswertes Buch ausmachen, eher eine Teenie-Entwicklungsgeschichte. Herausragend ist, dass Frank Lehmann sich für nichts in seinem Leben wirklich entscheidet. Er lässt sich von den Erlebnissen überrollen. Das ist liebenswert, das widerspricht dem durchgestylten Zeitgeist- und führt trotzdem dazu, dass die Reise nach Berlin kein Aufbruch zu neuen Ufern ist, sondern eine Flucht, weil unklar ist, wohin die Reise sonst gehen soll.
Wenn man wie ich "Herrn Lehmann" früher gelesen hat, erschließt sich das, was in "Herr Lehmann" passiert, aus den Erlebnissen in "Neue Vahr Süd".

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Burn-out - Wenn die Maske zerbricht

Manfred Nelting
Fester Einband: 414 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag (HC), 04.10.2010
ISBN 9783442391936
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dr.  Nelting, der Autor des Buches, besitzt eine Privatklinik zur Behandlung von Burnout. Hier werden 44 Patienten von 12 Ärzten betreut.

Diese Luxusbehandlung schlägt sich auch in seinem auf jahrzehntelanger Erfahrung basierendem Buch wieder. In der Einleitung beobachtet er die Auswirkung der Globalisierung auf den Arbeitsmarkt. Brillant ist die Beobachtung von Burnout in unterschiedlichen Menschengruppen, z.B. bei Bankern, Managern, Studenten, Rentnern und Arbeitslosen. Er identifiziert sicher und überzeugend die Gefährdungspotenziale in den verschiedenen Lebenssituationen.

Im eigentlichen Behandlungsteil jedoch begibt er sich in Bereiche, die sicher hilfreich sind- aber eben nicht ausreichen. Immer wieder wird auf die Wichtigkeit von Qigong, Achtsamkeit und Reflexion hingewiesen. Wie dies alles jedoch einem Menschen, der nichts gegen die Globalisierung tun kann, an seinem Arbeitsplatz, an den er zurückkehren muss, helfen soll, hat sich mir nicht erschlossen.

Auch die bemerkenswerten Äußerungen zur Pharmalobby, die Ärzte zu Verwaltern chronifizierter Patienten macht, helfen einem Kassenpatienten, der zu genau diesen Ärzten gehen muss, nicht weiter.

Ich hatte mir von diesem Buch viel versprochen. Aufgrund des geringen Praxisbezugs hat es mich sehr enttäuscht.

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390 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

thriller, psycho, vermisst, ehe, täuschun

Gone Girl - Das perfekte Opfer, Film Tie-In

Gillian Flynn , Christine Strüh
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 02.09.2014
ISBN 9783596032198
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mal ehrlich- bei all den sich überschlagenden Rezensionen auf dem Buchrücken -"Read it and stay single!"; "...eines der besten und furchterregendsten Bücher, die ich jemals gelesen habe..."- fiel es mir schwer, dem Buch eine Chance auf 5 Sterne zu geben, insbesondere, da ich es auf den ersten hundert Seiten als außerordentlich uninteressant erlebte. So hat es dann auch fünf Anläufe gebraucht, um über diese hundert Seiten hinauszukommen.

Dann allerdings hat mich das Buch gepackt. Es ist furchterregend, sich selbst dabei zu beobachten, wie sich die eigene Einschätzung der Figuren verändert, je nachdem, welche Informationen man bekommt. Es ist nicht möglich, irgend eine Figur in diesem Buch wirklich zu mögen; selbst die Katze ist zu blöd, um die Treppe herunter zu gehen. Dabei sind alle Charaktere sehr genau ausgearbeitet, mit Gerüchen, die von ihnen ausgehen, Aussehen, Kleidung, Charakter.

Spannend ist dieses Buch meiner Ansicht nach in keiner Zeile. Aber es ist eine in ihren Sog hineinziehende Geschichte über einen Amour fou, eine nicht wirklich nachzuvollziehende, zwanghafte, destruktive Liebe. Ja, oder ist es keine Liebe? Ich bleibe nachdenklich, angefixt und ein bisschen unzufrieden zurück. Aber ich weiß, dass ich die Geschichte von Amy und Nick von heute an in den Beziehungen um mich herum wiederfinden werde.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Essstörungen

Anke Nolte
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Stiftung Warentest, 29.01.2013
ISBN 9783868511376
Genre: Sachbücher

Rezension:

Von der Stiftung Warentest gibt es ein bemerkenswertes, empfehlenswertes Buch, nämlich "Depressionen überwinden". Deshalb habe ich das Buch "Essstörungen" gelesen und wurde kläglich enttäuscht.

Zunächst einmal -und im Titel nicht erkennbar- liegt der Schwerpunkt dieses Buches bei Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Das bedeutet, das Buch richtet sich hauptsächlich an die Eltern, die über Zwangsernährung, Zwangseinweisung und die Gewichtszunahme von 1000g pro Woche -!!!- in der Klinik informiert werden.

Da ich ein Buch über Essstörungen bei Erwachsenen gesucht hatte, war das schon mal nicht mehr mein Thema.

Was aber wirklich verwerflich an dem Buch ist, ist die Behandlung des Themas, insbesondere der Magersucht. Magersucht wird betrachtet wie eine Blinddarmentzündung, ein gebrochener Zeh, eine Stoffwechselstörung. Wir geben dem Patienten hier eine Medizin -in Form von Therapie und Verträgen-, sorgen -"meist" mit seiner Einwilligung- für Sondenernährung, die die Patienten dankbar annehmen -???-, und als Ergebnis unserer erfolgreichen Therapie nimmt der dankbare Patient 1000 g pro Woche zu. Und dann entlassen wir ihn.

Nun. Wenn Sie eineN einzigen MagersüchtigeN kennen, werden Sie wissen, dass das so nicht läuft.

Magersucht ist eine komplexe, lebensgefährliche psychische Erkrankung, deren Behandlung erst einmal darin besteht, den Patienten zur Kooperation zu kriegen. Die Magersüchtigen, die ich kenne, lassen sich nicht freiwillig einweisen, stimmen der Sondenernährung nicht zu, und vor allen Dingen versuchen sie ALLES, um die Gewichtszunahme zu verhindern. Dieser Widerstand gegen die Behandlung, genauso wie das Todesrisiko, wird in diesem Buch komplett unerwähnt gelassen.

Ein gefährliches Buch, das Eltern, die feststellen, dass die Behandlung so nicht läuft, in Verzweiflung stürzen kann.

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103 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

thriller, hamburg, koch, mord, deutsch

Der Mädchenmacher

Michael Koglin
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.09.2014
ISBN 9783442480425
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Man nehme folgende Themen:

- Tierschutzaktivisten,
- industrielle Massentierhaltung,
- die Mädchen-wird-in-einem-Keller-gefangen-gehalten-Geschichte,
- Serientäter,
- Ritualmorde,
-Kannibalismus.

Aus all diesen Zutaten mische man ein Menü, das nicht zusammen passt, in dem nie entschieden wird, welcher Handlungsstrang nun wirklich der spannende ist, und verbinde das mit einer Ermittlerin, die absolut existentielle Informationen für die Ermittlungen für sich behält,..

Heraus kommt eine Geschichte, die alle auf dem Literaturmarkt zur Zeit in seienden Themen werbewirksam unterbringt und die nicht ein einziges Thema wirklich behandelt.

Ich weiß nicht, warum viele Autoren, ob nun Drehbuch- oder Buchautoren, zur Zeit meinen, ein Thema pro Buch würde nicht ausreichen; ein buntes Potpourri reißerischer Themen sei der Schlüssen zum Erfolg. Das Ergebnis ist ein Buch wie eine google-Recherche: Die Suche beginnt mit einem Thema, dann kommt man auf ein anderes, auch ein drittes Thema ist interessant...Und am Ende ist man so schlau wie vorher.

Schade um die Themen, aus denen man mindestens sechs atemberaubende, wichtige Bücher machen könnte.

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210 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 20 Rezensionen

thriller, psychothriller, klinik, hypnose, amnesie

Der Seelenbrecher

Sebastian Fitzek ,
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.10.2008
ISBN 9783785737002
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Mensch erwacht ohne Erinnerung an seine Persönlichkeit in einer privaten psychiatrischen Klinik. Es ist Winter, und die Klinik ist witterungsbedingt von der Außenwelt abgeschnitten. Auch das Telefon funktioniert nicht mehr, Handyempfang gibt es ohnehin nicht.
Und dann nimmt das Grauen seinen Lauf. Die in dem Haus eingeschlossenen Menschen werden durch unklare Mechanismen in eine totenähnliche Starre versetzt. Der Amnesiepatient, aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist, sucht einen Verbrecher, aber es bleibt unklar, wer nun eigentlich der Verbrecher ist. Schreckliche Dinge geschehen.

Aber obwohl das Buch unheimlich und bedrohlich und beängstigend ist, passierte bei seiner Lektüre das, was auch bei Stephen-King-Büchern bei mir passiert:

Mitten in dem entsetzlichen Elend, der genüsslich ausgeschlachteten Grausamkeit, der Angst - lässt mich das Ganze plötzlich völlig kalt. Es ist einfach zu viel, zu unrealistisch; ein Mensch, der unter massiven Psychopharmaka steht, kann -ja, er muss hart kämpfen, aber dennoch- intellektuell das Rätsel lösen, das keiner sonst lösen konnte; und auch körperlich, obwohl schwerst verwundet und unter Drogen stehend, ist er in der Lage, wahre Heldentaten zu begehen.

Etwas weniger, etwas langsamer, etwas glaubwürdiger, etwas weniger irrwitzige Wendungen, und der Roman hätte herausragend sein können. Aber so ist das Thema einfach verschenkt.

Ich weiß nicht, wer´s hier noch kennt: In dem Kinderlied "Zehn kleine Negerlein" verschwindet aus einer Gruppe von 10 Menschen einer nach dem anderen. Das hat viele Krimis inspiriert, ob von Agatha Christie oder in "Hotel". Die Idee ist klaustrophobisch: Eingesperrt mit einem Mörder, der nach und nach die Gruppe dezimiert, und man weiß nur sicher, dass man selbst nicht der Mörder ist- wobei, weiß man das wirklich? Das ist das Konzept des Buches "Der Seelenbrecher". Es könnte großartig sein, es ist tatsächlich in seiner übertriebenen Grausamkeit nur noch langweilig.

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