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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Anna

Niccolò Ammaniti , Luis Ruby
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Eisele Verlag, 10.08.2018
ISBN 9783961610099
Genre: Romane

Rezension:

Vor vier Jahren sind alle Erwachsenen an einer unheilbaren Krankheit gestorben. Anna und ihr kleiner Bruder Astor leben in Sizilien und haben sich seither im Haus ihrer Mutter abgeschottet. Anna verlässt das Haus nur, um Lebensmittel und Medikamente zu beschaffen; Astor aus Angst vor Monstern, die Anna heraufbeschworen hat, gar nicht. Doch die Nahrung wird zunehmend knapper, Anna kommt dem Erkrankungsalter immer näher und die Gerüchte über eine mögliche Heilung in der Ferne häufen sich. Als eine umherstreifende Bande Astor mitnimmt, verlässt Anna ihre Heimat, um ihren Bruder wiederzufinden.

Bücher über eine Welt, in der alle Erwachsenen gestorben sind, gibt es zuhauf. Ich war deshalb gespannt, wie Niccolò Ammaniti dieses Thema umsetzt und mit welchem Elementen er dem Thema seinen eigenen Stempel aufdrückt. Nach einem kurzen Prolog aus der Zeit kurz nach dem Ausbruch der Krankheit trifft der Leser erstmals auf Anna. Diese muss immer weitere Wege auf sich nehmen, um Lebensmittel zu beschaffen. Vor allem das Übernachten unterwegs ist gefährlich, und auch tagsüber wird sie immer wieder von wilden Hunden verfolgt. Diesmal kann sie einem besonders aggressiven Exemplar nur knapp entkommen.

Nach einem ersten Eindruck davon, was seit der tödlichen Pandemie aus der Welt geworden ist, lernt man Anna und ihren Bruder besser kennen und erfährt einiges über die Hintergründe ihrer aktuellen Situation. Ihr Vater gehörte zu den ersten Toten, doch ihre Mutter hielt lange genug durch, um ein Notizbuch mit vielen Anweisungen zu füllen, wie sich die Geschwister verhalten sollen. Das ist auch vier Jahre später noch die Grundlage für ihr Tun. Dabei hat Anna die Rolle der Beschützerin inne, die ihrem Bruder bewusst unheimliche Geschichten über Monster außerhalb ihres Grundstücks erzählt hat, damit er nicht wegläuft.

Bewegung kommt in die Geschichte, als in Annas Abwesenheit eine Bande ihr Haus plündert und Astor mitnimmt. Nun muss auch sie den sicheren Hafen in Richtung Berge verlassen. Dorthin gehen immer mehr Kinder, denn eine „Kleine Riesin“ soll die Krankheit heilen können, die in ihnen allen schlummert und im Teenageralter ausbricht. Anna begegnet anderen Kindern, die mit ihrem Schicksal auf ganz verschiedene Weise umgehen, erlebt abergläubische Rituale und muss sich entscheiden, wem sie ihr Vertrauen schenkt.

Die Geschichte kommt nur langsam in Schwung und ich vermisste eine länger andauernde Spannung. Anna gerät immer wieder in brenzlige Situationen, die sich schnell auflösen. Ich konnte mich gut in ihre Lage hineindenken und nachvollziehen, warum sie ihren kleinen Bruder übermäßig beschützt und den Gerüchten über mögliche Heilungen mit gemischten Gefühlen lauscht. Der Fokus der Geschichte liegt auf dem Überleben in einer dystopischen Welt und was Kinder in Hoffnung auf eine Heilung für die in ihnen allen schlummernde Krankheit tun. Für mich ist „Anna“ eine schnell gelesene, gute Dystopie, die jedoch nicht genügend überraschende und neuartige Elemente bietet, um aus der Masse von Geschichten mit der gleichen Thematik herauszustechen.

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30 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Beim Ruf der Eule

Emma Claire Sweeney , Ulrike Werner-Richter
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 27.07.2018
ISBN 9783404177134
Genre: Liebesromane

Rezension:

Maeve Maloney ist fast 80 und betreibt nach wie vor mit unerschütterlicher Kraft die kleine Pension Sea View Lodge an der Morecambe Bay in England. Sie hat sich darauf spezialisiert, Menschen mit Entwicklungsstörungen und geistigen Behinderungen eine Unterkunft zu bieten. Als sich ein alter Bekannter einmietet, wird Maeve von Erinnerungen eingeholt. Denn er ist einer der wenigen, die wissen, dass Maeve einst eine behinderte Schwester hatte und wegen ihres Schicksals bis heute von Schuldgefühlen geplagt wird. Gleichzeitig beschließen Steph und Len, die beide das Down-Syndrom haben und Maeve in der Pension helfen, dass sie eine Beziehung führen wollen. Doch das ist auch in der heutigen Zeit nicht ohne weiteres möglich.

Die Buchbeschreibung spricht von einer Begegnung zweier Menschen, die sich seit Jahrzehnten nicht gesehen haben. Ich war neugierig, was dahinter steckt, und musste nicht lang warten. Gleich auf den ersten Seiten steht Vincent vor der Pension von Maeve und will dort eine Woche bleiben, doch diese will am liebsten gar nicht mit ihm reden.

Die Idee hinter Maeves besonderer Pension ist wirklich schön. Hier sollen sich Menschen mit Behinderung wohl fühlen. Vor  allem Steph und Len, die beiden Aushilfen mit Down-Syndrom, wuchsen mir mit ihrer offenherzigen Art schnell ans Herz. Steph wohnt als Maeves Patenkind schon länger in der Pension, denn ihr Vater ist viel unterwegs. Nun soll auch Len einziehen, denn seine Mutter Dot ist schwer krank. Eine Sozialarbeiterin muss dem Umzug zustimmen. Doch die Tatsache, dass die beiden ein Paar sein wollen, weckt Bedenken, ob sie dafür die nötige geistige Reife besitzen.

Vincents Besuch ruft in Maeve viele alte Erinnerungen an ihre Jugend wach. Zu jener Zeit kümmerte sie sich liebevoll um ihre geistig behinderte Zwillingsschwester Edith. Bei der Entwicklung dieses Charakters hat sich die Autorin von ihrer Schwester inspirieren lassen, bei der eine Zerebralparese und Autismus diagnostiziert wurde. Edith äußert sich hauptsächlich in feststehenden Phrasen, hat mit Verzögerung laufen gelernt und singt am liebsten im Kirchenchor, der von Vincents Vater geleitet wird. Maeves Eltern weigern sich, Edie einweisen in eine Anstalt einweisen und zwangssterilisieren zu lassen, was damals das übliche Vorgehen war.

Doch irgendetwas ist geschehen, das Maeve bis heute quält. Gegenwart und Vergangenheit fließen ineinander, die Geschichte macht viele Sprünge in der Zeit und im Erzählstil und mir fiel es vor allem zu Beginn schwer, das Gelesene zu sortieren. Lange spricht Edith nicht aus, was vorgefallen ist, zu schmerzhaft scheinen die Erinnerungen an ihre Schwester zu sein und auch an ihren Verlobten, den sie offenbar nie geheiratet hat. Auch wie Vincent ins Bild passt ist ein Puzzlestück, das an seinen Platz gebracht werden will. Die meisten Antworten werden jedoch erst zum Ende hin gegeben, davor tappt man als Leser lange im Dunkeln.

Das Buch spricht viele emotionale Themen rund um Liebe, Schuld und Verlust an. Ich bewunderte es, wie Maeve immer wieder die Kraft zum Weitermachen gefunden hat. Das Buch hat traurig-schöne Momente, aber auch solche, die einfach nur bedrückend sind und ins Nachdenken über Behinderung, Krankheit und Tod bringen. Den Abschluss fand ich versöhnlich. Doch insgesamt war „Beim Ruf der Eule“ für mich eine schwermütige Geschichte.

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109 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

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Das weibliche Prinzip

Meg Wolitzer , Henning Ahrens
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 24.07.2018
ISBN 9783832198985
Genre: Romane

Rezension:

Greer Kadetsky hat große Ambitionen, bei denen ihre Eltern eher hinderlich sind. Denn wegen eines Fehlers von ihnen kann sie nicht in Yale studieren, sondern nur am Ryland College, während ihr Freund Cory nach Princeton geht. Als das College Besuch von der berühmten Feministin Faith Frank bekommt, geht sie auf Drängen ihrer Freundin Zee zum Vortrag und ist fasziniert von dieser starken Persönlichkeit. Einige Jahre später wird ihr Traum wahr, als sie die Chance erhält, für Faith zu arbeiten. Greer wächst an ihren Aufgaben, gleichzeitig läuft bei weitem nicht alles nach Plan – weder bei ihr, noch bei Cory und Zee.

Der Leser trifft erstmals im Jahr 2006 auf Greer, die er bis ins Jahr 2019 begleiten wird. Sie studiert seit kurzem am Ryland College und trauert noch immer vertanen Chance hinterher, in Yale zu studieren. Aber auch hier bieten sich Chancen: In der politisch aktiven Zee findet sie eine erste Freundin, und animiert von ihr geht sie zum Vortrag von Faith Frank, der ihre Zukunft maßgeblich beeinflussen wird. Denn Faith wird ausgerechnet auf Greer aufmerksam und gibt ihr ihre Visitenkarte.

Greer, Cory und Zee scheinen als zielstrebigen Studenten alle Wege offen zu stehen. Gleichzeitig machen sie die ersten Erfahrungen, dass nicht immer alles nach Plan verläuft und sich nicht jeder an die Spielregeln hält. So erhält beispielsweise ein Student, der mehrere Kommilitoninnen belästigt, trotz großen Aufruhrs eine milde Strafe. Für die sonst eher zurückhaltende Greer ein Anlass, gemeinsam mit er politisch aktiven Zee laut zu werden und auf diese Fehlentscheidung hinzuweisen.

Als Greer sich nach ihrem Studium bei Faith meldet und tatsächlich einen Job erhält, scheint sie den Jackpot geknackt zu haben: Sie darf für ihr großes Vorbild arbeiten. Motiviert startet sie auf der untersten Stufe der Karriereleiter, während auch Cory und Zee ihre ersten Jobs antreten. Die Geschichte wechselt mehrfach die Perspektive und schildert den Weg der drei ins Berufsleben. Man erhält Einblicke, was sie antreibt und begleitet Cory und Zee durch schwierige Zeiten, in denen sie wegweisende Entscheidungen treffen müssen.

Greer hingegen befindet sich auf einem Höhenflug: Ihr Job bietet ihr die Gelegenheit, einen wirklichen Mehrwert für die Gesellschaft zu stiften. Doch etwas verändert sich über die Zeit. Schließlich muss sie feststellen, dass auch leuchtende Vorbilder nicht völlig frei agieren können und Entscheidungen treffen, die man selbst nicht gutheißt. Erneute Perspektivenwechsel geben tiefere Einblicke in die Hintergründe. Doch was leitet man daraus für sich selbst ab? Und wie geht man wiederrum mit eigenen Fehlern um? Welchen Weg können die Charaktere einschlagen, um sich selbst treu zu bleiben?

Das Buch greift durch Greers Erlebnisse als Mitarbeiterin von Faith sowie die alltäglichen Erfahrungen der drei jungen Erwachsenen viele Themen des Feminismus auf. Insgesamt ist die Geschichte für mich aber vor allem ein Buch übers Erwachsenwerden und der Suche nach einem Platz im Leben, der Selbstverwirklichung erlaubt. Greer, Cory und Zee sind drei authentische Stimmen der jungen Generation, deren Erlebnisse auch mir oftmals nicht unbekannt waren. Mich konnte dieses klug erzählte Buch sehr gut unterhalten.

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137 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

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Undying – Das Vermächtnis

Meagan Spooner , Amie Kaufman , Karin Will
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.07.2018
ISBN 9783737356008
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Amelia und Jules könnten nicht unterschiedlicher sein: Sie ist eine Highschool-Abbrecherin, die als Plünderin im halb zerstörten Chicago nach Dingen sucht, die sie zu Geld machen kann. Er ist wohlbehütet in Oxford aufgewachsen und ein wissenschaftliches Genie, das in die Fußstapfen seines Vaters treten will. Auf dem fremden Planeten Gaia treffen sie zufällig aufeinander und gehen eine Kooperation ein, um ihr Ziel zu erreichen. Amelia muss auch hier irgendetwas Wertvolles finden, während Jules ein uraltes Rätsel lösen will. Doch bald kommt alles anders als gedacht.

Die beiden Protagonisten trifft man zum ersten Mal kurze Zeit, nachdem diese auf dem fremden Planeten Gaia gelandet sind. Hier hat einmal eine Spezies gelebt, die sogenannten Unsterblichen, die mysteriöse Tempel und unglaubliche Technologie hinterlassen haben. Nach einem Zwischenfall ist das Geheimnis, wie man durch ein Portal im Nu zum Planeten gelangt, gelüftet. Deshalb rücken nun die ersten Plünderer an, während Wissenschaftler erst einmal mehr über die Hintergründe erfahren wollen und Bedenken haben, wie sicher der Planet ist.

Amelia, genannt Mia, gehört zu der Fraktion der Plünderer. Sie wurde allein abgesetzt und hat nur ein Ziel: Sie muss etwas finden, mit dem sie sich nicht nur den Rückflug, sondern auch die Freiheit ihrer Schwester erkaufen kann. Jules hingegen ist Wissenschaftler durch und durch. Er wird von der Motivation angetrieben, mehr über die Geheimnisse der Unsterblichen zu erfahren, und das nicht nur um des Wissens willen. Die beiden treffen in einer brenzligen Situation gleich zu Beginn aufeinander, in der ihnen wenig anderes überbleibt, als einander zu vertrauen. Zu zweit machen sie sich auf den Weg in die Richtung, von der Jules felsenfest behauptet, sie sei die richtige. Doch wirklich offen sind sie zueinander vorerst nicht, insbesondere Jules verheimlicht etwas Entscheidendes.

Das Buch startet schwungvoll und schon bald haben die beiden ihr erstes Ziel erreicht. Um weiter voranzukommen gilt es dann, Rätsel zu lösen. Hier wird immer grob beschrieben, um welche Art von Rätseln es sich handelt. Schnell wird klar, dass diese Rätsel ziemlich kompliziert sind – Jules kann sie mit seiner Genialität lösen, während Mia sich um die praktischen Fragen des Überlebens kümmert. Doch ein Miträtseln ist nicht mal im Ansatz möglich, weshalb mich die Rätsel-Episoden trotz eines hohen Tempos nicht fesseln konnten.

Mia und Jules müssen viel Zeit miteinander verbringen, in denen sie dem jeweils anderen von ihrem bisherigen Leben erzählen und hier stückweise mehr von sich preisgeben. Erwartungsgemäß kommen sich die beiden dabei näher. Für Romantik ist bei diesem Wettlauf gegen die Zeit allerdings nicht viel Platz und für mich wurde nicht ganz klar, was die beiden aneinander finden abgesehen davon, dass sie ganz allein sind und bald sterben könnten. Der Funke wollte nicht so recht überspringen.

Für Spannung sorgt die Tatsache, dass den beiden gefährliche Menschen auf den Fersen sind. Werden sie schnell genug sein? Und was wollen diese überhaupt? Die Handlung bietet einige dramatische Szenen und sorgt immer wieder für überraschende Erkenntnisse. Es ist nie ganz klar, in welche Richtung sich die Geschichte überhaupt entwickeln wird. Die allergrößte Überraschung haben sich die Autorinnen bis zum Schluss aufbewahrt, der alles in neuem Licht erscheinen lässt und neugierig auf den zweiten Teil dieser Dilogie macht.

In „Undying. Das Vermächtnis“ macht sich das ungleiche Duo Amelia und Jules auf den Weg, die Geheimnisse eines fremden Planeten und der Spezies, die dort gelebt hat, zu ergründen. Zahlreiche Fallen und Rätsel erwarten sie, während das ganze bald zu einem Wettlauf gegen die Zeit wird. Doch mich konnte die Story trotz hohem Tempo nicht so recht packen und auch die Liebesgeschichte bleibt ausbaufähig. So bleibt dieses Abenteuer auf einem fremden Planeten für mich nur guter Durchschnitt.

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(43)

84 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

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Uns gehört die Nacht

Jardine Libaire , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 25.07.2018
ISBN 9783257300727
Genre: Liebesromane

Rezension:

Elise Perez und Jamey Hyde sind Nachbarn in New Haven, stammen jedoch aus zwei ganz unterschiedlichen Welten. Elise hat keinen Highschool-Abschluss und ist mit zwanzig von zu Hause weggegangen, ohne sich zu verabschieden. Jetzt hält sie sich jetzt mit einem Job in einem Fischgeschäft über Wasser. Jamey studiert in Yale, er stammt aus einer wohlhabenden und einflussreichen Familie. An einem Tag im Januar 1986, Elise wohnt schon drei Monate neben der WG von Jamey und Matt, wird sie von den beiden hereingebeten. Von da an treffen sie und Jamey sich regelmäßig. Während Elise sich Hoffnungen auf mehr macht ist Jamey sich sicher, dass sie für ihn nur jemand ist, mit dem er eine Weile Sex haben kann. Doch die beiden kommen nicht mehr voneinander los. Das missfällt bald nicht nur Matt, sondern auch Jameys Familie.

Das Buch beginnt mit einer Szene im Juni 1987. Elise und Jamey befinden sich in einem Motel in Wyoming und sie drückt seit über zwei Stunden ein Gewehr gegen seine Brust. Was sind die Hintergründe dieser Szene? Um diese Frage zu beantworten springt die Geschichte zurück in den Januar 1986 und nimmt den Leser ab dort mit von Monat zu Monat.

Elise lebt in der heruntergekommenen Wohnung des schwulen Robbie, seit der sie schlafend im Auto seines Lovers aufgelesen hat. Sie hat ohne Plan ihre Familie hinter sich gelassen, wollte nur weg. Das weiße Townhouse nebenan hat sie immer im Blick, bis sie beschließt, mit einem kleinen Trick von den beiden Yale-Studenten hineingebeten zu werden. Das erste Aufeinandertreffen ist kurz und hinterlässt trotzdem Eindruck. Elise nimmt kein Blatt vor dem Mund und beleidigt Matt, der ihr das übel nimmt. Robbie kann nicht verstehen, was sie bei den reichen Jungs will. Doch Jamey hat keine Lust mehr, mit dem Strom zu schwimmen und das zu tun, was von ihm verlangt wird. Er ist fasziniert von der unvornehmen Elise, der auch er nicht mehr aus dem Kopf geht.

Die Autorin zeichnet mit ihren Worten Bilder von den dreckigen Seiten der Stadt und des Lebens. In kurzen Szenen werden oft Dinge wie dampfende Taubenkacke beschrieben genauso wie Sex-Einladungen von Fremden im Waschsalon per Griff an den Schwanz. Vor dieser trostlosen Kulisse kommen sich Jamey und Elise näher. Jamey handelt aus einer Mischung von Perspektivlosigkeit und Rebellion heraus, während Elise weiß, dass er nicht in ihrer Liga spielt und sich trotzdem wünscht, dass da mehr ist. Deswegen und vielleicht auch, weil das ihre Vorstellung einer Liebschaft ist, erniedrigt sie sich beim Sex, den die beiden ständig haben und der vor allem zu Beginn auch immer wieder geschildert wird. Mir persönlich waren das zu viele zu vulgäre Szenen, ohne dass die Handlung vorankam.

Die beiden sind nicht gut füreinander, das merkt der Leser und das spiegelt das Umfeld den beiden auch wieder. Doch während vor allem Jamey noch glaubt, dass er das Ganze jederzeit beenden kann ist klar, dass das nicht so einfach funktionieren wird. Dafür ist die emotionale Abhängigkeit zu schnell zu groß geworden. Und warum sollten die beiden auch nicht zusammen sein, wenn das ist, was sie wollen? Sie sperren sich gegen gut gemeinte und zunehmend energische Ratschläge, getrennte Wege zu gehen. Das wiederholt sich in ähnlicher Art und Weise mit zunehmend scharfen Konsequenzen. Zum Schluss hin gibt es eine besonders dramatische Entwicklung, auf die schon die Anfangsszene hindeutete. Auf mich machte das den Eindruck, als hätte die Autorin irgendwie noch etwas Spannung in die sonst dahinplätschernde Handlung bringen wollen.

Unterschicht trifft Oberschicht: In „Uns gehört die Nacht“ finden Elise und Jamey trotz gänzlich verschiedener Hintergründe zueinander und kommen nicht mehr voneinander los trotz aller Konsequenzen, die das hat. Eine Beziehung gegen alle Widerstände wird geschildert, für mich jedoch mit zu viel Sex und zu wenig Tempo.

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(27)

54 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

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Lempi, das heißt Liebe

Minna Rytisalo , Elina Kritzokat , Elina Kritzokat
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 23.07.2018
ISBN 9783446260047
Genre: Romane

Rezension:

Viljami lebt und arbeitet als Bauer in Lappland zur Zeit des 2. Weltkriegs. Als er in der kleinen Stadt Rovaniemi Lempi erblickt, die Tochter eines Ladenbesitzers, verliebt er sich sofort in sie. Kurz darauf heiraten die beiden und Lempi zieht zu Viljami auf den Hof. Als Unterstützung für Lempi holt er die Magd Elli ins Haus. Doch nach nur einem Sommer wird Viljami zum Kriegsdienst eingezogen. Dass Lempi schwanger ist erfährt er erst, als er schon an der Front kämpft. Als der psychisch versehrte Viljami schließlich gen Heimat aufbricht, weiß er aus Briefen, dass Lempi verschwunden ist. Was bleibt ihm ohne sie?

Das Cover zeigt hinter dem Titel eine Frau mit rotem Oberteil und grünem Rock. Sie tritt vor dem weißen Hintergrund deutlich heraus, ist aber nur verschwommen zu erkennen. Das könnte ein Sinnbild für die Abwesenheit Lempis sein, die in diesem Buch die zentrale Rolle spielt, ohne selbst zu Wort zu kommen.

Die ersten Seiten des Romans liefern Bruchstücke, die in Kombination mit späteren Informationen ein Bild ergeben. Der Prolog schildert das Eintreffen einer Frau, drei danach abgedruckte Briefe von Elli an Viljami berichten von Lempis Verschwinden – erst soll sie mit einem Deutschen mitgefahren sein, dann heißt es, sie sei tot. Als Viljami schließlich das Wort ergreift, begegnet der Leser einem von Verlust und Krieg gebrochenen Mann. Er befindet sich auf dem Weg in die Heimat, dabei lässt er sich viel Zeit und flüchtet sich in Erinnerungen aus besseren Tagen, vor die sich immer wieder das schmerzliche Erkennen schiebt, dass all das verloren ist.

Beim Lesen von Viljamis Worten spürte ich seinen Schmerz und wie bittersüß jede einzelne Erinnerung an Lempi für ihn ist in jeder Zeile. Das Buch besitzt eine emotionale Dichte, die mich seine Verzweiflung und innere Leere spüren ließ. Er berichtet von der ersten Begegnung, der Hochzeit und vielen glücklichen Momenten, aber auch von seinem Abschied, den sehnsuchtsvollen Briefen aneinander und der Zeit im Lazarett. Seine Gedanken springen hin und her, wollen schöne Momente festhalten und landen wieder in seinem trostlosen Jetzt.

Nach Viljami kommen zwei Frauen zu Wort, die das Bild von Lempi ergänzen. Die Magd Elli ist mit Lempis zwei Söhnen – der eine leiblich, der andere aufgenommen – schon wieder zurück auf dem Hof. Sie wartet auf die Rückkehr Viljamis, der endlich erkennen soll, dass eigentlich sie die richtige Frau für ihn ist. Ihre brennende Eifersucht auf Lempi ist mehr als offensichtlich. Was weiß sie über ihren Verbleib? Lempis Schwester Sisko erinnert sich insbesondere an die Zeit vor ihrer Hochzeit, als die beiden noch im selben Zimmer schliefen und sich die Zukunft ausmalten. Ihr Schicksal ist exemplarisch für das vieler Frauen aus Lappland, die sich in einen Deutschen verliebten. Trotzdem bleibt ihr Weg eng mit Lempis Geschichte verknüpft.

Jeder der drei Erzählenden hat ein ganz anderes Bild von Lempi und es bleibt dem Leser überlassen, aus den subjektiven Beschreibungen ein möglichst objektives Bild von dieser abwesenden Figur zu extrahieren. Was für ein Mensch ist das, dem so starke Liebe und gleichzeitig so enormer Hass gilt? Die Autorin lässt den Leser tief ins Innenleben der drei Lempi umkreisenden Akteure blicken und gibt ihnen jeweils eine ganz eigene, starke Stimme. Mich überzeugte der Roman vor allem mit seiner emotionalen Wucht, die mich beim Lesen dieser stillen Geschichte traf. Ich gebe eine klare Leseempfehlung.

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23 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

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Die Hochhausspringerin

Julia von Lucadou
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 23.07.2018
ISBN 9783446260399
Genre: Romane

Rezension:

In der Zukunft ist Hochhausspringen eine der beliebtesten Leistungssportarten. Die Massen schauen fasziniert zu, wenn eine Sportlerin auf die Absprungplattform tritt. Welche Kunststücke wird sie im Fallen zeigen, und wird sie rechtzeitig vor dem Boden wieder in die Luft abheben? Riva zählte zu den Erfolgreichsten ihrer Sportart, doch eines Tages will sie nicht mehr Springen, sondern sitzt schweigend in ihrer Wohnung. Hitomi ist Psychologin und wird damit beauftragt, Riva wieder auf Spur zu bringen. Sie beobachtet diese über Kameras und instruiert Rivas Freund Aston in Bezug auf Gesprächstaktiken. Als keine Wirkung eintritt, werden ihre Versuche immer drastischer, und ihr eigenes Leben beginnt, ihr aus der Hand zu gleiten.

Wer kennt sie nicht: Videos von wagemutigen Menschen, die sich in Wingsuits Klippen hinunterstürzen oder damit zwischen Hochhäusern entlanggleiten? Diese gefährlichen Aktionen faszinieren schon heute Millionen Zuschauer. Der Schritt, den die Autorin Julia von Lucadou in der von ihr geschilderten Zukunft macht, ist vor diesem Hintergrund gar kein allzu großer. Hier stürzt man sich im freien Fall ein Hochhaus hinunter und macht dabei Kunststücke, um im möglichst letzten Moment dank des Springanzugs wieder in die Luft abzuheben. Das geht nicht immer gut, und dieser Nervenkitzel reizt die Zuschauer im Buch nur noch mehr, zuzuschauen.

Warum die erfolgreiche Riva plötzlich nicht mehr springen will, versteht keiner. Doch der Druck der Investoren, das zu ändern, ist groß, schließlich steckt hinter ihren Aktivitäten ein riesiges Geschäft. Fast alles wird irgendwie gesponsort und vermarktet, das sieht man auch an den ständigen TM-Kennzeichnungen hinter Shows, Apps, Drinks und sogar Motivationssprüchen. Nun überwacht die Psychologin Hitomi Riva aus der Ferne, so wie alles überwacht wird. Kinder wachsen nicht in ihrer Bio-Familie, sondern in Heimen in den Peripherien auf, trostlosen Vororten. Wer einen guten Job will, muss Castings bestehen und wird fortlaufend in Bezug auf seine Gesundheit und Aktivitäten überwacht.

Die Idee einer Welt, in der alles fast nahtlos kontrolliert wird, ist nicht neu. Doch was passiert, wenn jemand nicht mehr funktionieren will? Und was macht das mit einem Menschen, dessen eigenes Schicksal davon abhängt, genau das wieder zu verändern? Die Autorin greift bekannte Ideen auf, verleiht ihnen ihre eigene Note und platziert dieses interessante Szenario hinein. Mit zunehmender Dringlichkeit setzt Hitomi alles daran, bei Riva den Schalter umzulegen, doch kein Plan will funktionieren.

Riva bleibt das passive Objekt öffentlichen Interesses, während der Leser Hitomis Reaktionen verfolgt. Es gibt in dieser perfekten Welt keinen Platz für jemanden, der nicht mehr funktioniert. Und so entwickelt Hitomi eine wachsende Verzweiflung und mit ihr eine Obsession für Riva, die Frau, die sie nur von den Kamerabildschirmen kennt und die mit ihrer stillen Rebellion Hitomi unwissend mit hinunter zieht. Rückblicke in Hitomis Kindheit zeigen parallel, was schon früh passiert, wenn sich jemand nicht an die Regeln hält. So wird immer klarer, wie strikt das System nicht nur Entwicklung und Aufstieg kontrolliert, sondern auch den Umgang mit allen, die nicht mehr hinein passen. Für mich ist „Die Hochhausspringerin“ ein gelungenes dystopisches Debüt, das auf ein hochaktuelles Thema setzt und ein schleichendes, unausweichlich wirkendes Zerbrechen schildert, das der Leser hautnah miterlebt.

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50 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Wo die Dünen schimmern

Patricia Koelle
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.05.2018
ISBN 9783596297634
Genre: Liebesromane

Rezension:

Jessieanna lebt in Kalifornien, wo sie als Künstlerin Windräder baut und in der Kosmetikfirma ihrer Familie arbeitet. Dort verfolgt sie ein ehrgeiziges Projekt: Sie will eine Lotion herstellen, welche die Seele berührt und neue Zuversicht gibt. Als ihre chronische Bronchitis, die Konsequenz einer besiegten Leukämie in ihrer Kindheit, wieder schlimmer wird, will ihr Vater Pinswin sie zu seiner Familie nach Amrum schicken. Dort soll sie sich auskurieren. Doch für Jessieanna hieße das, ihre Hochzeit mit Ryan zu verschieben. Höchst widerwillig stimmt sie schließlich zu ohne genaue Vorstellung davon, was sie auf der Nordseeinsel erwartet.

„Wo die Dünen schimmern“ ist der zweite Teil der Nordsee-Trilogie, der sich jedoch auch ohne Kenntnisse des Vorgängers lesen lässt. Ich habe „Wenn die Wellen leuchten“ im letzten Sommer gelesen, muss aber zugeben, dass ich diesem zweiten Teil kritisch gegenüber stand. Eine Windräder bauende und Seelenlotionen herstellende Protagonistin namens Jessieanna - ist das vielleicht zu schräg für meinen Geschmack? Gleichzeitig freute ich mich auf das Wiedersehen mit aus Band 1 bekannten Figuren, was mich zur Lektüre bewegen konnte.

Die Geschichte beginnt in Kalifornien, wo der Leser Jessieanna, die Tochter von Pinswin, kennenlernt. Ihr großes Hobby ist das Bauen von Windrädern getreu dem Motto „Solange du etwas bewegst, lebst du.“. Eine ihrer engsten Freundinnen ist Katriona: Diese hat sie im Krankenhaus kennengelernt, als sie in ihrer Kindheit gegen die Leukämie kämpfte. Katriona geht es nun, Jahre später, wieder schlechter, sie gilt als austherapiert. Vor allem für sie will Jessieanna eine ganz besondere Lotion herstellen, die ihr Zuversicht gibt. Trotz der schönen Idee mit den Windrädern liest sich der Anfang eher bedrückend, denn nicht nur Katriona geht es schlecht, auch Jessieanna kämpft mit ihrer chronischen Bronchitis.

Eher widerwillig macht sich Jessieanna schließlich doch auf den Weg nach Amrum und lässt ihren Freund Ryan, über den man leider nicht allzu viel erfährt, in Kalifornien zurück. Auf der Insel lernt sie bald Filine, Rhea, Elvar und Skem kennen, was für mich ein Wiedersehen mit liebgewonnen Charakteren aus dem ersten Band war. Während alle sie freundlich aufnehmen hat der letzte trotz seiner abweisenden Art Jessieannas Neugier geweckt. Welche Geheimnisse hütet er in Bezug auf den Töveree Fisk und seine besonderen Zitronen, deren Duft perfekt in ihre Lotion passen würde?

Die Geschichte springt zwischendurch immer wieder zu Pinswin. Der Leser erfährt, warum er Archäologe geworden und nach Amerika ausgewandert ist, was einige offenen Fragen aus dem ersten Teil beantwortet. In der Gegenwart findet er neue Hinweise auf den Töveree Fisk, sodass die Suche nach der Wahrheit über dieses legendäre Tier auf beiden Seiten des Atlantiks voranschreitet. Denn auch Jessieanna ist nicht untätig und bohrt beharrlich nach.

In den Romanen der Autorin gibt es immer ein mystisches Element. Rund um das Geheimnis des Töveree Fisk ist es diesmal recht stark ausgeprägt und spielt eine zentrale Rolle für die Geschichte, was mir nicht so zusagte. Darüber hinaus passierte für meinen Geschmack in diesem Buch zu wenig. An die wunderbare Ostsee-Trilogie kommt diese Reihe leider nicht heran. Insgesamt ist es eine Feelgood-Geschichte, die sich im Liegestuhl ganz gemütlich lesen lässt mit einigen spannenden Momenten, die rasch aufgelöst werden, und Geheimnissen, die es zu lüften gilt.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Launen der Zeit

Anne Tyler , Michaela Grabinger
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 10.07.2018
ISBN 9783036957753
Genre: Romane

Rezension:

Willa Drake führt von außen betrachtet ein ganz durchschnittliches Leben. Der Leser begleitet sie durch die Jahrzehnte: Im Jahr 1967 ist sie elf und ihre Mutter hat das Haus und die Familie wieder einmal wütend verlassen. 1977 stellt Willa ihren Eltern ihren Freund Derek vor. Auch wenn seine Eltern ihn nicht mögen und sie ihre eigenen Interessen zurückstellen muss, stimmt sie seinen Zukunftsplänen für sie beide zu. Sie nimmt die Rolle ein, die er für sie vorsieht, bis das Jahr 1997 alles verändert. Doch erst im Jahr 2017 trifft sie eine Entscheidung ganz allein deshalb, weil sie es für das richtige hält.

Das Cover zeigt zwei unbeschwert spielende Mädchen, im Hintergrund steht ein alter Wagen. Das könnten Willa und ihre Freundin Sonya in den 60ern sein. Sie wissen noch nicht, was das Leben für sie bereithalten wird. Doch Willas Leben ist schon jetzt nicht frei von Sorge. Ihre Mutter hat immer wieder Wutausbrüche, nach denen sie wütend wegfährt – diesmal sogar über Nacht. Ihr Vater, ihre Schwester und sie versuchen, sich trotzdem ganz normal zu verhalten, bis sie wieder da ist.

Nach kurzer Zeit macht die Geschichte einen ersten großen Zeitsprung. Er nimmt den Leser mit zu zwei wegweisenden Momenten in Willas Leben: Als sie beschließt, Derek zu heiraten, bevor sie mit dem College fertig ist und als er zwanzig Jahre später selbstverschuldet verunglückt. Dabei lernt man Willa als Charakter besser kennen. Sie bringt ihre eigene Meinung schwach hervor, fügt sich dann aber immer dem, was andere sagen und planen. Szene um Szene läuft nach diesem Schema ab. Sie wird regelrecht fremdgesteuert statt zu tun, was sie wirklich will. Für sie wichtige Menschen, die nicht gutheißen, auf wen sie hört, wenden sich von ihr ab. Doch auch hier wird sie nicht aktiv.

Insofern ist ihre persönliche Situation im Jahr 2017 wenig überraschend. Sie ist eine logische Fortsetzung ihres bisherigen Lebens. Ein Anruf setzt schließlich etwas bei ihr in Gang und sie trifft eine Entscheidung, die ihr Umfeld nicht nachvollziehen kann. Auch ich konnte es nicht so recht verstehen: Warum jetzt, warum für diese Person? Ist sie nach all den Jahren gelangweilt von ihrem Leben, in dem sie ihre Interessen immer denen anderer untergeordnet hat? Zum ersten Mal setzt sie ihren Willen durch und macht sich auf den Weg. Sie gerät in eine lebendige Familie und kauzige Nachbarschaft hinein und lernt neue Perspektiven kennen.

Obwohl hier auf rund 300 Seiten ein ganzes Leben mit vielen Zeitsprüngen erzählt wird, plätschert die Geschichte gefühlt vor sich hin. Willas Leben zieht an ihr vorbei, ohne dass sie selbst wirklich eingreift. Immer wieder ärgerte ich mich über Passivität und las Szene um Szene, die nach dem selben Muster abläuft. Selbst wirklich einschneidende Ereignisse können sie nicht wachrütteln.

Warum der Anruf im Jahr 2017 es schließlich kann, blieb für mich unerklärlich. Die zweite Hälfte des Buches beschreibt die Konsequenzen: Sie quartiert sich in einer fremden Stadt und in einer fremden Familie ein. Das Buch wurde hier deutlich lebhafter und positioniert sich irgendwo zwischen tragisch und komisch. Irgendwo ist das Stichwort – für mich wurde nicht klar, was die Geschichte nun wirklich will. Die Handlung konnte mich nicht richtig packen, die Charaktere blieben oberflächlich. Für mich hätte es mehr gebraucht: Mehr Drama, mehr Lebensfreude, mehr Konflikt, mehr Skurrilität – irgendetwas davon. So bleibt es für mich ein durchschnittlicher Roman über ein stilles Aufwachen und Ausbrechen aus einem fremdbestimmten Leben.

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35 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Bretonische Geheimnisse

Jean-Luc Bannalec
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 26.06.2018
ISBN 9783462052015
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Dupin reist in den Forêt de Brocéliande, denn er schuldet seinem Freund und Pariser Kollegen Jean Odinot noch einen Gefallen. Doch er ist nicht allein unterwegs. Die Fahrt wurde von Nolwenn kurzerhand zum Betriebsausflug erklärt, und so fahren die beiden gemeinsam mit den Inspektoren Riwal und Kadeg gen Tréhorenteuc. Dupin muss nur kurz seinen Termin mit Fabien Cadiou wahrnehmen, einem der weltweit führenden Artus-Forscher. Danach können sie gemeinsam die mythischen Orte erkunden, die mit zahlreichen keltisch-bretonischen Legenden und insbesondere der Artussage verknüpft sind. Doch als Dupin bei Cadiou eintrifft, liegt der erschossen in seiner Wohnküche. Im Nu findet sich Dupin als Sonderermittler in einem neuen Fall wieder.

Schon der letzte Fall hat Dupin urlaubsbedingt ein gutes Stück von Concarneau weggeführt. Auch diesmal verlässt er die heimischen Gefilde, allerdings gemeinsam mit seinem Team. Und im Gegensatz zu seinen Nachforschungen an der Côte de Granit Rose muss er sich nach dem Totenfund nicht mit Zuständigkeiten auseinandersetzen. Denn sein Pariser Kollege macht ihn im Handumdrehen und gegen seinen Willen zum Sonderermittler, während der ortsansässige Kommissar sich zufrieden verabschiedet, um den Geburtstag seiner Schwägerin zu feiern.

Dupin hat seine Kollegen praktischerweise schon vor Ort, und so stürzen sie sich gemeinsam in die Ermittlungen. Während er noch die Erkenntnis sacken lässt, dass es einen Mörder zu finden gilt, wird ihm ein zweiter Toter gemeldet: Einer der Forscherkollegen Cadious, die für eine Artus-Konferenz angereist sind, liegt erstochen im Wald. Und eigentlich sollte Dupin Cadiou auf den Zahn fühlen, ob bei dem Tod von dessen im Frühsommer verstorbenen Kollegen, welcher der Bruder des Innenministers war, keine Fremdeinwirkung im Spiel war. Hat er es etwa mit drei Morden zu tun? Was steckt dahinter? Etwa die Suche um den Heiligen Gral? Die fünf ebenfalls zur Konferenz angereisten Wissenschaftler wollen nichts ungewöhnliches bemerkt haben.

Dupins neuer Fall weist schnell eine gewisse Komplexität auf, bei der es den Überblick zu wahren gilt. Unter der Oberfläche brodelt so einiges, doch alle Artus-Forscher erweisen sich als höchst verschlossen. Auch aus der Frau des ersten Opfers und des örtlichen Erzählers, der das zweite Opfer gefunden hat, ist kaum etwas herauszubekommen. Gleichzeitig steht Dupin unter Zeitdruck, denn er will schnellstmöglich nach Hause zurück. Die unfreiwillige Ermittlung bietet auch einige Szenen, die mich zum Schmunzeln bringen konnten, zum Beispiel hat er kein Clairefontaine für seine Notizen dabei und muss mit den freien Stellen in der Bedienungsanleitung seines Citroën vorlieb nehmen.

Die Situation vor Ort spitzt sich immer weiter zu, denn irgendjemand scheint noch immer eine Rechnung offen zu haben. Dupin befragt systematisch die Kollegen und Bekannten der Opfer und lässt sich auch mal von einem Geistesblitz leiten. Immer wieder gibt es neue Hinweise und unerwartete Zwischenfälle, die mich neugierig weiterlesen ließen. Vor der Kulisse der geheimnisvollen Artus-Orte kommt es zu spannenden Szenen und einem spektakulären Showdown. Die Motivation hinter den Taten fand ich jedoch nicht so plausibel. Trotzdem konnte „Bretonische Geheimnisse“ mich mit neuen Abenteuern für die liebgewonnen Charaktere und dramatischen Wendungen sehr gut unterhalten.

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298 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Throne of Glass – Die Sturmbezwingerin

Sarah J. Maas , Michaela Link
Flexibler Einband: 848 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.06.2018
ISBN 9783423717892
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Aelin Galathynius ist zurück in ihrer Heimat Terrasen. Doch kurz nach ihrer Ankunft erhalten sie und ihr Hof Nachrichten, die sie zum zügigen Weiterziehen veranlassen. Die Gruppe teilt sich auf, um Verbündete zu kontaktieren und machtvolle Orte aufzusuchen. Währenddessen erstarkt ihr Gegner in Morath zunehmend, und dieser bleibt nicht die einzige Gefahr. Wird Aelin sich behaupten können?

Nach über anderthalb Jahren des Wartens war meine Vorfreude auf den fünften Teil der Throne of Glass-Reihe groß. Der Abschluss des letzten Bandes brachte so einige Veränderungen mit sich und ich war gespannt, wie diese sich auf die Geschichte auswirken werden. Im Prolog wird der Leser mitgenommen in die Vergangenheit zu dem Moment, in dem Elena kurz davor ist, sich Erawan zu stellen. Ein kleiner Vorgeschmack auf neue Erkenntnisse, die auf den Leser warten. Nach einem kurzen Zwischenstopp bei Elide, die seit Wochen allein unterwegs ist, begegnet der Leser endlich Aelin wieder, die in Terrasen angekommen ist.

Überraschender verlässt Aelin Terrasen nach einer wichtigen Zusammenkunft schon bald wider. Neue Ziele warten auf sie und ihre Verbündeten und die Gruppe teilt sich notgedrungen auf. Im Folgenden springt die Geschichte zwischen den einzelnen Erzählsträngen wie denen rund um Aelin, Rowan, Elide und Manon hin und her und nimmt den Leser mit zu ganz verschiedenen Orten. So einiges geht vor sich und die Geschichte wird zunehmend komplexer. Allerdings interessierten mich einige Stränge mehr als andere, sodass ich mir trotz insgesamt hohem Tempo hier und da eine knackigere Erzählweise gewünscht hätte.

Neben Aelin haben mir in diesem Buch insbesondere Lysandra und Elide sehr gut gefallen. Lysandra konnte ich schon im vierten Band etwas besser kennen lernen und mit ihren Fähigkeiten ist sie für Aelin eine wertvolle Verbündete. Sie wird immer stärker und konnte bei so mancher Gelegenheit zeigen, was in ihr steckt. Elide muss auf ihrem Weg ihren Durchhaltewillen unter Beweis stellen und ich erfuhr, dass man sie trotz ihres Handicaps nicht unterschätzen sollte.

Wie schon bei den Vorgängern greift der Band einige Ereignisse der Prequel E-Books auf. Hier wurden mehr Grundsteine für die weitere Geschichte gelegt, als ich es damals beim Lesen vermutet hätte. Auf der Hälfte des Buches kommt es schließlich zu einem spektakulären Kampf, mit dem ein erstes Spannungshoch erreicht wird. Danach brechen die Charaktere zu neuen Ufern auf. Dabei kommt auch die Liebe nicht zu kurz. Ihr dürft euch auf mehrere neue Paare freuen, die zumindest ich nicht habe kommen sehen.

In gewohnter Manier gibt es zum Ende hin wieder so manche große Überraschung und auf den letzten Seiten warten besonders dramatische Entwicklungen, die weitreichende Konsequenzen haben. Diesmal ist die Wartezeit zum Glück nicht lang: Der sechste und vorletzte Band erscheint schon im September. Auch wenn das Buch für meinen Geschmack einige Kürzungen vertragen hätte macht diese Fantasy-Reihe mir nach wie vor großen Spaß. Eine würdige Fortsetzung, die Lust aufs Weiterlesen macht!

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374 Bibliotheken, 34 Leser, 2 Gruppen, 141 Rezensionen

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Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Tomi Adeyemi , Andrea Fischer
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.06.2018
ISBN 9783841440297
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zélie lebt gemeinsam mit ihrem Bruder Tzain und ihrem Baba in Ilorin. An ihrem weißen Haar ist zu erkennen, dass sie eine Divîné ist – ein Mensch mit dem Potential, Magie zu wirken und damit zur Maji zu werden. Doch alle Majis, zu denen auch ihre Mutter gehörte, wurden in der Blutnacht getötet. Seither ist die Magie verschwunden und die Divînés werden vom König und seinen Soldaten wie Abschaum behandelt. Als Zélie und Tzain nach Lagos aufbrechen, um einen wertvollen Fisch zu verkaufen, kommt es zu einer schicksalshaften Begegnung, nach der nichts mehr ist wie zuvor.

Amari ist eine Prinzessin und hat ihr bisheriges Leben fast ausschließlich im Palast verbracht. Dort folgt sie der langweiligen Palastroutine. Ein Lichtblick ist ihre Freundin Binta, die eine Divîné ist und ihr seit der Kindheit als Dienerin zur Seite steht. Doch dann trifft ihr Vater eine schockierende Entscheidung und Amari setzt alles auf eine Karte.

Das Cover zeigt ein schwarzes Mädchen mit weißen Haaren – das könnte die Divîné Zélie sein. Ihr Blick ist entschlossen und ernst. Zélies bisheriges Leben war nicht einfach. Ihre Mutter wurde wegen ihrer magischen Fähigkeiten getötet, als Zélie ein Kind war und sie spürt die Unterdrückung seither jeden Tag. Es gibt aber auch Lichtblicke wie Mama Agba, die Divînés wie sie offiziell als Näherinnen beschäftigt, sie aber eigentlich das Kämpfen mit dem Stab lehrt.

Nach kurzer Zeit kommt es zu den ersten brenzligen Situationen, durch welche die Geschichte rasch an Spannung gewinnt. Auch auf den ersten Wechsel des Handlungsortes muss man nicht lang warten, denn Zélie und Tzain brechen nach Lagos auf, wo ein Zwischenfall alles für immer verändert. Dem Leser wird ordentlich Action und Tempo geboten, was mich neugierig hat weiterlesen lassen.

Die Geschichte wird nicht nur aus der Sicht von Zélie geschrieben, sondern auch die Prinzessin Amari kommt zu Wort. Ihre Leben könnten unterschiedlicher nicht sein und doch sind sie sich in vielerlei Hinsicht ähnlich: Sie wollen sich nicht unterkriegen lassen und zeigen sich auf ihre Weise kämpferisch, dabei zeigen sie Mut und Mitgefühl. Insbesondere Zélies Handeln war manchmal an der Grenze zum Leichtsinn mit überstürzten und naiven Entscheidungen. Darüber musste ich immer wieder den Kopf schütteln, doch diese Momente waren für die Story entscheidend, sodass ich das Nachsehen hatte.

Einige Kapitel werden auch aus der Sicht von Inan beschrieben. Er ist der Prinz, der seinem Vater auf den Thron nachfolgen soll. Von ihm wird er losgeschickt, um etwas wiederzuholen, dass ihm gestohlen wurde. Er glaubt an Ehre und Pflichterfüllung, wie es ihm sein Vater von jeher eingeschärft hat. Doch rechtfertigt das wirklich alle Befehle und Entscheidungen des Königs?

Das Buch hat ein hohes Tempo und es passiert unglaublich viel, sodass ich geradezu durch die Seiten flog. Ständig gibt es unerwartete Wendungen und Spannungsspitzen durch Kämpfe oder indem Teilziele erreicht werden. Es ist aber auch äußerst brutal, denn immer wieder werden Erwachsene wie Kinder zuhauf getötet, was dem Leser vor Augen führt, wie grausam die Welt ist, in der die Charaktere leben. Die Autorin beschäftigt sich mit westafrikanischer Mythologie und Kultur, und davon wurde auch die Welt in diesem Buch inspiriert. Der Weltentwurf mit seinen zehn verschiedenen Maji-Clans, einem Götterkult, Ritualen und Bräuchen konnte mich faszinieren und ich freue mich auf weitere Einblicke in den nächsten Bänden.

„Children of Blood and Bone“ erzählt die Geschichte zweier mutiger Mädchen, die bereit sind, dafür zu kämpfen, dass ihre Welt zu einem besseren Ort wird. Dabei hat die Autorin eine faszinierende, wenn auch grausame Welt geschaffen, die man an der Seite der Charaktere erkundet. Es ist ein gelungenes Buch rund um den Kampf gegen Unterdrückung. Deshalb gebe ich eine klare Leseempfehlung: Das Buch ist das Fanatsy-Highlight des Sommers!

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100 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

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Hier ist es schön

Annika Scheffel
Fester Einband: 389 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.05.2018
ISBN 9783518427941
Genre: Romane

Rezension:

Irma und Sam nehmen an einem besonderen Wettbewerb teil: Sie wollen dazu auserwählt werden, die Fähre zu besteigen, die sie in eine neue Welt bringen soll. Die Erde ist nicht mehr das, was sie einmal war. Dennoch ist für Irmas Eltern ist unverständlich, warum ihr Tochter alles endgültig hinter sich lassen will und sich dazu in der Arena in große Gefahr begibt. Über Sam hingegen ist so gut wie nichts bekannt. Man erzählt sich, dass er an einem der letzten Sommertage angespült wurde. Außerhalb der Arena ist ihm nichts vertraut. Bis er eines Tages seinem Impuls folgt und beschließt, die Welt zu erkunden, mit Irma an seiner Seite.

Als ich vor einigen Monaten im Radio einen Bericht über das „Mars One“ Projekt und dessen Rekrutierung von Kolonisten hörte, fragte ich mich vor allem, was so viele Menschen dazu bewegt hat, sich für diese Mission ohne Rückfahrtschein zu bewerben. Eine ähnliche Frage hat sich auch die Autorin gestellt. In ihrem Roman will die Organisation „Carpe Diem“ einen Mann und eine Frau auswählen, die sie als Hoffnungsträger in eine weit entfernte Welt schickt.

Die Protagonistin Irma lernt man zu Beginn durch Briefe kennen, die an sie geschickt werden. Aus diesen erfährt man, dass sie sich in einer Arena befindet, in welcher der Auswahlprozess für die Mission stattfindet. Das Ganze wird im Fernsehen ausgestrahlt und fesselt die ganze Nation – nur ihre Familie kann kaum zuschauen, als klar wird, dass tödliche Unfälle mit zum Programm gehören. Die Briefe ihrer Eltern und Freunde klingen verzweifelt und zunehmend resigniert, während die Fanpost immer euphorischer wird. Als ich Irma und Sam schließlich begegnete, hatte ich das Gefühl, sie schon lange zu kennen – so wie der Freund eines Freundes, von dem man schon lange gehört hat. Es sind zehn Jahre vergangen, seit Irma ihre Familie verlassen hat. Der Abflug der Fähre steht kurz bevor, da will Sam plötzlich die Welt sehen. Er öffnet die Tür zur Welt und spaziert einfach hinaus, und Irma folgt ihm.

Die Erde ist in einem schlechten Zustand, das ist nach wenigen Schritten klar, die Sam und Irma in der „echten“ Welt tun. Warum, erfährt man nicht, wie so vieles in diesem Roman. Doch es fahren kaum Autos mehr, die Lebensmittel sind knapp, der Himmel fast durchgängig grau. Trotzdem hatte Irma Eltern, sie sie lieben, tolle Freunde und Tom, der offensichtlich für sie schwärmt. Was reicht ihr daran nicht? Diese Frage stellt sich ihr Umfeld und auch der Leser, der in den eingestreuten Rückblicken erfährt, wie Irma erstmals von Carpe Diem gehört und sich schließlich beworben hat.

Sam hingegen ist ein Rätsel. Er will unbedingt zur letzten Insel, die Irma nur für einen Mythos hält. Unbeholfen ist er unterwegs, weiß über die Welt fast nichts. Trotzdem zieht dieses ungleiche Duo weiter. Die Geschichte hat einen bruchstückhaften Charakter, setzt einzelne Szenen aneinander mit rauen Übergängen. Es kommt zu Begegnungen mit Menschen, die Irma einst Briefe schrieben. Während Irma in einer Blase gelebt hat, hat das Leben bei ihnen Spuren hinterlassen. Sie haben Wege gefunden, um mit ihrem Verlust klarzukommen, denn Irma lebt schon seit ihrer Abreise in die Arena gefühlt in einer anderen Welt. Auch über Sams Vergangenheit erfährt man schließlich ein wenig mehr und erfährt Dinge, die das Geschehen in neuem Licht erscheinen lassen.

In der Geschichte schwingt viel Gesellschaftskritik mit – an Reality-Shows und deren überspitzter Inszenierung, der Sensationslust der gaffenden Menge und dem Streben nach mehr, egal, was es kostet. Gleichzeitig wirft das Geschehen immer wieder neue Fragen auf und überlässt vieles der eigenen Interpretation, explizite Botschaften sucht man vergeblich. Ein Buch zwischen Verzweiflung und Hoffnung, Pioniergeist und Größenwahn, Loslassen und Festhalten.

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551 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

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Die Schattenschwester

Lucinda Riley , Sonja Hauser
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 14.11.2016
ISBN 9783442313969
Genre: Romane

Rezension:

In „Die Schattenschwester“ lernt der Leser endlich Star besser kennen und verstehen. Was steckt hinter ihrer merkwürdigen Beziehung zu ihrer Schwester CeCe? Ich fand es gut, dass es zu Beginn nicht so viele redundante Szenen gab wie in Band Zwei. Überhaupt hat mir die Lesepause von zweieinhalb Jahren für die Reihe gut getan. Ich war absolut neugierig, mehr über Star und ihre Herkunft zu erfahren. Dabei lernt man mit den Brüdern Orlando und Maus zwei Charaktere mit so einigen Macken kennen, die man trotzdem bald ins Herz schließen muss. Auch die Ausflüge in die Vergangenheit haben mir Spaß gemacht. Diesmal ist der Schauplatz weniger exotisch – es geht ins England zu Beginn des 20. Jahrhunderts – dafür aber nicht weniger interessant und voller Geheimnisse. Nach einem durchwachsenen zweiten Band konnte mich dieser dritte Teil wieder sehr begeistern!

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Der gestohlene Sommer

Lauren Willig , Mechtild Sandberg-Ciletti , any.way , Barbara Hanke
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.07.2016
ISBN 9783499269639
Genre: Romane

Rezension:

In „Der gestohlene Sommer“ erbt Julia das Haus ihrer Großtante in der Nähe von London. Als kleines Kind ist sie nach dem tragischen Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater von England nach New York gezogen. Jetzt kehrt sie in ihre Heimat zurück, um Herne Hille für einen Verkauf vorzubereiten. Dabei stößt sie auf ein Geheimnis. Parallel dazu wird die Geschichte von Imogen erzählt, die 1839 als Sechzehnjährige den deutlich älteren Arthur heiratet und zu ihm nach Herne Hill zieht. Doch das Eheleben verläuft anders als erhofft. Die Geschichte springt regelmäßig zwischen den beiden Zeitebenen hin und her, allerdings hätte ich mir mehr Tempo und Überraschungen gewünscht. Was Julia erlebt ist ziemlich vorhersehbar, und auch Imogens tragische Geschichte lässt sich schnell erahnen. Interessant fand ich den Einblick in das Leben als Künstler in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein Buch rund um Geheimnisse und die große Liebe, das von mehr Wendungen im Handlungsverlauf profitiert hätte.

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97 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

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Mit Hanna nach Havanna

Theresia Graw
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.02.2018
ISBN 9783734104404
Genre: Liebesromane

Rezension:

In „Mit Hanna nach Havanna“ wird Katrin ihre bisherige Sendung bei Hello-TV weggenommen. Stattdessen soll sie nun die Seniorensendung moderieren! Wie soll sie so den „Goldenen Griffel“ gewinnen, den renommierten Journalistenpreis, nach dem sie sich sehnt? Als eine alte Dame sie bittet, mit ihr nach Kuba zu reisen, um dort nach ihrer Jugendliebe zu suchen, wittert sie ihre Chance. Das Buch erzählt gelungen einen witzig-chaotischen Roadtrip mit einem ungleichen Duo. Die steife Katrin und die lebenslustige Hanna erleben bei ihrer Suche in Kuba so manches Abenteuer. Dabei sind viele Erfahrungen eingeflossen, die die Autorin selbst gemacht hat, und die auch so manche Erinnerungen an meine eigene Kubareise im letzten Jahr wachgerufen haben. Genau der richtige Roman also, wenn ihr gerade Fernweh habt!

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27 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Die Mütter

Brit Bennett , Robin Detje
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 24.04.2018
ISBN 9783498006839
Genre: Romane

Rezension:

„Die Mütter“ - das ist im gleichnamigen Roman von Brit Bennett eine Gruppe älterer Frauen, die sich täglich in ihrer Kirche treffen, um für andere zu beten. In ihrer Stadt Oceanside geht so einiges vor sich. Ich tauchte ein in die Geschichte von Nadia: Ihre Mutter hat sich ein halbes Jahr zuvor umgebracht und ihr Vater ist mit der neuen Situation überfordert. Bald kann sie endlich die Stadt verlassen studieren gehen - wäre sie nicht von Luke schwanger, dem Sohn des Pastors. Sie entschließt sich zur Abtreibung und wird von Luke allein gelassen, was sie nie wird vergessen können. Die Autorin thematisiert gelungen das Thema Abtreibung und dessen emotionale Konsequenzen für alle Beteiligten. Es geht um Schuld, Liebe, Traumata, Neuanfänge und Gedanken an das, was hätte sein können. Die jungen Erwachsenen suchen nach einem Platz im Leben, still beobachtet und beurteilt von den „Müttern“. Es entsteht ein vertracktes Beziehungsgeflecht, bei dem Versuche, das eigene Leid vorübergehend zu lindern, nur neuen Schmerz auslösen. Ein nachdenklicher und bedrückender Roman, der mich fesseln konnte und den ich gerne weiterempfehle.

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160 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Euphoria

Lily King ,
Fester Einband: 264 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 18.12.2015
ISBN 9783406682032
Genre: Romane

Rezension:

„Euphoria“ von Lily King nimmt den Leser mit ins Neuguinea zu Beginn der 1930er Jahre, wo das Ethnologen-Ehepaar Nell und Fen gerade einen Stamm vorzeitig verlassen hat und die Rückreise nach Australien vorbereitet. Als sie auf ihren britischen Kollegen Andrew Bankson treffen, bewegt dieser sie zum bleiben mit dem Vorschlag, einen interessanten Stamm unweit seines eigenen zu studieren. Ich fand es spannend, in dieses exotische Setting einzutauchen und die drei bei ihrer Forschung zu begleiten. Während Nell und Fen sich immer wieder bezüglich ihrer Forschungsmethoden uneins sind, fühlt sich Bankson zu Nell hingezogen und will enger mit den beiden zusammenarbeiten. Ein Roman rund um Neugier und Entdeckerfreude, disziplinierter Forschung und wilden Ritualen sowie Eifersucht und Leidenschaft, der mich faszinieren konnte. Ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung an alle literarischen Abenteurer!

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124 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

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Leinsee

Anne Reinecke
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.02.2018
ISBN 9783257070149
Genre: Romane

Rezension:

 In „Leinsee“ von Anne Reinecke begleitet der Leser den Protagonisten Karl von Berlin zurück in die titelgebende Heimat, wo die Mutter schwer krank ist und der Vater sich das Leben genommen hat. Im Leben seiner berühmten Künstler-Eltern war nie wirklich Platz für ihn. Jetzt wird er im leeren Elternhaus von Erinnerungen eingeholt und muss sich entscheiden, wie er weitermachen will. So recht will er noch nicht zurück nach Berlin zu Mara und der städtischen Kunstszene, die ihn für seine Vakuumkunst bewundert. In Leinsee entsteht eine besondere Freundschaft zu einem Mädchen aus der Nachbarschaft, das sich immer wieder in seinen Garten schleicht und dem er bald kleine Geschenke hinterlässt. Besonders gut gefallen hat mir die bildhafte Sprache der Autorin sowie die kreativen Überschriften, die Karls Gefühlsleben farblich wiederspiegeln. Ein absolut gelungener Roman über Entwicklung und Erinnerungen, Erwachsenwerden und Wieder Kind sein wollen sowie der Suche nach einem eigenen Platz in der Welt.

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267 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 119 Rezensionen

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Wenn's einfach wär, würd's jeder machen

Petra Hülsmann
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.05.2018
ISBN 9783404176908
Genre: Liebesromane

Rezension:

Kurz vor den Sommerferien erfährt Annika, die Lehrerin für Musik und Geographie am renommierten Werther-Gymnasium in Hamburg ist, dass sie die Schule wechseln muss. Ausgerechnet sie soll gleich nach den Ferien an die unterbesetzte Astrid-Lindgren-Schule ausgeliehen werden, die weithin als Brennpunkt-Schule bekannt ist! Um schnell zurückgeholt zu werden gründet sie dort eine Musical-AG, mit der sie einen Preis gewinnen will. Doch vieles läuft anders als geplant: Als Unterstützung muss sie ausgerechnet ihre Jugendliebe Tristan anheuern, ihr neuer Nachbar Sebastian ist sympathischer als gedacht und will das Bühnenbild bauen, und die Kids sind vielleicht doch gar nicht alle so schlimm…

Auch dieser Sommer bringt ein neues Buch von Petra Hülsmann mit sich, auf das ich mich sehr gefreut habe. Wie die anderen Bücher spielt es in Hamburg, und diesmal taucht man an der Seite von Annika in den Lehrerberuf ein. Gleich auf den ersten Seiten erfährt sie ausgerechnet an ihren siebenundzwanzigsten Geburtstag, dass sie nach den Sommerferien erst einmal nicht an ihr geliebtes Gymnasium zurückkehren wird, sondern an eine Brennpunkt-Schule ausgeliehen wird.

Annika versinkt im Selbstmitleid, doch es ist unvermeidbar, dass sie ihren Dienst an der Astrid-Lindgren-Schule antritt. Die Schüler dort sind genauso unmotiviert, wie sie es befürchtet hat. Sie meckert und leidet und ist taub für die Einwände ihres neuen Nachbarn Sebastian, der selbst früher an der ALS war und es auch wieder nicht so schlimm fand. Erst ihre alten Kollegen öffnen ihr die Augen, warum es überhaupt sie getroffen hat: Als einzige Lehrerin mit der gesuchten Fächerkombination hat sie zwar guten Unterricht gemacht, sich darüber hinaus aber nirgends engagiert. Vielleicht darf sie zurück, wenn sich das ändert? So kommt es, dass Annika an der ALS die Musical-AG gründet.

Die Protagonistin ist mit ihrer selbstbezogenen Art erst mal nicht wirklich eine Sympathieträgerin. Das wird ihr aber auch durch ihre Umwelt zurückgespiegelt, sodass sie ins Nachdenken kommt, wie sie sich verhält und was das für Reaktionen hervorruft. Mir hat es großen Spaß gemacht, die Vorbereitungen auf das Musical mitzuerleben. Was die Schüler angeht überspitzt die Autorin mit einem Augenzwinkern so manchen Typ, das Resultat erinnert ein bisschen an Fack ju Göhte. Damit endet aber auch die Ähnlichkeit, denn Petra Hülsmann lässt die AG ihr ganz eigenes Abenteuer erleben.

Auch Freundschaft und Liebe dürfen in diesem Buch nicht fehlen. So wird bald Annikas Jugendliebe Tristan, der als Regisseur gerade auf einen neuen Job wartet, in die Vorbereitungen eingespannt. Damals hat er Annika eine Abfuhr erteilt, trotzdem vergleicht sie immer noch jeden Mann mit ihm. Hat sie nach all den Jahren vielleicht endlich eine Chance bei ihm? Auch Annikas WG-Leben konnte mich unterhalten. Sie wohnt mit einer Freundin zusammen und hat ständig Besuch von der Männer-WG nebenan. Kai und Sebastian lassen sich gern bekochen und kümmern sich dafür um die technischen Dinge. Dabei kommt es zu vielen unterhaltsamen Szenen, die das Buch zu einer kurzweiligen Lektüre machen.

In „Wenn’s einfach wär, würd’s jeder machen“ versucht Annika, mit Schülern einer Hamburger Brennpunkt-Schule ein Musical auf die Beine zu stellen. Die Höhen und Tiefen, die die AG dabei erlebt, werden humorvoll erzählt. Auch eine Liebesgeschichte darf nicht fehlen. Für mich ist es wieder ein rundum gelungener Roman von Petra Hülsmann, den ich sehr gern weiterempfehle.

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71 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Geister auf der Metropolitan Line

Ben Aaronovitch , Christine Blum
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 31.05.2018
ISBN 9783423217330
Genre: Fantasy

Rezension:

Spukt es in der U-Bahn? Peter Grant, Polizist und Zauberlehrling, soll mehr über die merkwürdigen Vorfälle in der Metropolitan Line herausfinden. Mehrere Fahrgäste haben gemeldet, betatscht oder beschimpft worden zu sein und konnten sich schon kurz darauf überhaupt nicht mehr daran erinnern. Mit Unterstützung von Sergeant Jaget Kumar, seiner Cousine Abigail und Nightingale überlegt sich Peter eine Strategie, um den Störenfried zu finden. Dabei trifft er schon bald eine ganze Menge Geister, und diese geben ihm ein Rätsel auf. Hat er es vielleicht mit einem handfesten Verbrechen zu tun?

Eins vorweg: Es handelt sich bei diesem Buch nicht um den nächsten Teil der Reihe rund um Peter Grant. „Geister auf der Metropolitan Line“ ist eine Novelle, die zeitlich zwischen dem fünften und sechsten Teil angesiedelt ist. Dementsprechend sollte man als Leser kein Voranschreiten der Hauptstory erwarten. Das Buch ist so geschrieben, dass man es nicht gelesen haben muss, um die Reihe weiter verfolgen zu können. Für mich war es trotzdem ein Must Read, um die Wartezeit auf Band 7 zu überbrücken.

Das Spukproblem, mit dem sich Peter in dieser Geschichte konfrontiert sieht, ist schnell erklärt. Komische Begegnungen, bei dem sich das Opfer kurz darauf an nichts mehr erinnern kann? Das klingt nach einem Fall für das Folly. Dementsprechend sitzt er im Handumdrehen gemeinsam mit Jaget Kumar von der British Transport Police in der Metropolitan Line und wartet darauf, dass etwas vor seinen Augen geschieht.

Mit seiner Unterstützung durchsucht Peter die Züge und tut allerhand, um Geister aufzutreiben und sie zu befragen. Gespräche mit ihnen zu führen gestaltet sich aber als durchaus schwierig. Schließlich gibt es Hinweise für ein wirkliches Verbrechen, denen Peter nachgeht. Parallel dazu gibt es zwei kleine Nebenstorys in Form eines Flussgotts und der Frage, ob Abigail Zaubern lernen sollte. Die Aufklärung des Falls fand ich ein wenig enttäuschend – zu viele Fragen blieben für mich ungeklärt.

 „Die Geister auf der Metropolitan Line“ ist eine kurzweilige und unterhaltsame Novelle, die ein Wiedersehen mit den bekannten Charakteren bietet und die Wartezeit auf den nächsten Band vertreibt. Ein Fall erwartet Peter, von dessen Auflösung ich mehr erwartet hätte. Geht mit den richtigen Erwartungen an die Geschichte heran und seid euch bewusst, dass sie komplett unabhängig von der Hauptstory ist. Dann findet ihr als Fans der Reihe mit diesem Buch eine schöne Ergänzung für die Welt von Peter Grant.

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59 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

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Vielleicht passiert ein Wunder

Sara Barnard , Ilse Layer
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.05.2018
ISBN 9783737355605
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es ist Steffis erster Schultag in der Oberstufe und gleichzeitig ihr erster Schultag ohne Tem, die ans College gewechselt ist. Ihre beste Freundin hat bislang immer für sie gesprochen, wenn sie es nicht konnte. Denn Steffi hat eine Krankheit, die schwierig zu erklären ist und vor allem darin resultiert, dass sie in der Öffentlichkeit fast kein Wort herausbringt. Doch dann stellt ihr Lehrer ihr den neuen Schüler Rhys vor. Er ist taub, und Steffi hat vor einigen Jahren ein bisschen Gebärdensprache gelernt. Gebärden zu nutzen ist für Steffi nicht so ein Problem wie sprechen, und so lernen sich die beiden schnell besser kennen. Ob Rhys Steffi genauso mag wie sie ihn? Und wird Steffi endlich beweisen können, dass sie auch an der Uni zurechtkommen wird?

Die Geschichte beginnt mit Steffis erstem Schultag an der Oberstufe. Sie wird dort von fast allen Schülern wie Luft behandelt. Diese kennen sie seit Jahren und wissen, dass sie in der Schule fast gar nicht spricht. Seit sie fünf Jahre alt ist leidet sie an selektivem Mutismus und einer Angststörung. Zu Hause spricht sie mit ihren Eltern und ihrer besten Freundin, doch in der Öffentlichkeit kann sie kaum ein Wort herausbringen, egal wie dringlich es ist. Über die Jahre ist es nur wenig besser geworden. Steffi hat sich mit der Situation arrangiert, auch wenn sie sich selbst wünscht, dass es anders wäre. Deshalb ist sie auch fest entschlossen, nach ihrem Abschluss trotzdem an der Uni zu studieren.

Ihr erster Schultag ohne Tem ist eine echte Herausforderung für sie. Die beiden kennen sich von klein auf und Tem hat es bislang übernommen, für sie zu sprechen. Doch gleich an diesem ersten Tag lernt sie Rhys kennen, der für sie ein Lichtblick ist. Er ist neugierig und verstrickt Steffi mühelos in Unterhaltungen mittels Gebärdensprache und Zettelchen. Da sonst kaum jemand an der Schule Gebärden kann und Steffi diese Kommunikationsform viel leichter fällt als Sprechen verbringen die beiden ihre Pausen zusammen und beginnen, außerhalb der Schule miteinander zu chatten. Als Leserin freute ich mich richtig, dass die beiden so schnell jemanden gefunden haben, mit dem sie sich austauschen können.

Nach der Schule trifft sich Steffi nach wie vor mit Tem, die natürlich alles über Rhys wissen will und sofort eine Lovestory wittert. Doch ist Steffi wirklich mutig genug, um ihre Gefühle mitzuteilen? Und ist Rhys überhaupt Single? Tem ist mit ihrer lebensfrohen Art für Steffi nach wie vor eine wichtige emotionale Stütze. Doch auch bei ihr läuft nicht alles nach Plan. Steffis Freundschaft zu Rhys bringt immer wieder ungeahnte Herausforderungen mit sich, zum Beispiel besucht sie ihn zu Hause, wo sie von seiner Familie zum Abendessen eingeladen wird, und trifft seine Freunde von seiner alten Schule.

Steffis und Rhys Freundschaft vertieft sich langsam. Das ruhige Tempo passt gut zu der vorsichtigen Steffi, die nichts überstürzen würde. Die beiden haben mir zusammen wirklich gut gefallen. Es gibt viele richtig schöne Szenen und mache, die ins Nachdenken bringen. Zwischendurch plätscherte mir die Handlung dann aber zu sehr vor sich hin, ohne wirklich voranzukommen. Wer aufgrund des Titels und Klappentextes ein spektakuläres Wunder erwartet wird enttäuscht, denn auch dieses kommt leise daher. Zum Ende hin kommt schließlich ein wenig Spannung auf und für mich passt der Abschluss sehr gut zur Geschichte.

„Vielleicht passiert ein Wunder“ erzählt von Steffi und Rhys, die sich mittels Gebärdensprache, Zettelchen und Chats schnell anfreunden. Die beiden erleben viele schöne Momente zusammen, müssen sich aber auch für sie neuen Herausforderungen stellen. Auch wenn die kleinen Entwicklungsschritte gut zu den Charakteren passen hätte ich mir noch mehr Schwung gewünscht. Eine herzerwärmende Feelgood-Geschichte, die gleichzeitig ins Nachdenken über den Umgang mit Handicaps und das Streben nach Selbstständigkeit bringt.

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13 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Feminist Fight Club

Jessica Bennett , Saskia Wariner
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.03.2018
ISBN 9783404609758
Genre: Sachbücher

Rezension:

In „Feminist Fight Club“ ruft Jessica Bennett zum Kampf gegen das Patriachat auf. Sie beschreibt Bürosituationen, in es zu meist subtilem Sexismus kommt und nennt Kampftaktiken, mit denen man darauf reagieren kann. Außerdem erzählt sie davon, wie sie vor einigen Jahren mit Freundinnen einen Feminist Fight Club gegründet hat, um sich gegenseitig zu beraten und unterstützen, und gibt Tipps, wie man seinen eigenen Club gründen kann.

Ich beschäftige mich beruflich unter anderem mit dem Thema Frauenförderung und in dem Rahmen wurde mir das Buch schon vor einiger Zeit auf Englisch empfohlen. Dass nun die Übersetzung vorliegt habe ich zum Anlass genommen, es nun endlich zu lesen. Zu Beginn erklärt die Autorin die Grundidee des „Feminist Fight Club“ und erzählt von ihrer eigenen Erfahrung in der Gründung eines solchen Clubs.

Den Großteil des Buches machen anschließend drei Teile aus, in denen verschiedene Situationen, Verhaltensweisen und Sprüche geschildert werden und Tipps gegeben werden, wie man darauf reagiert. Es geht um „Gegenspieler“, die „Saboteurin“, also wie man sich selbst im Weg steht und „Fallen“, meist klischeehafte Aussagen, die man schon mal gehört hat oder hören könnte. Außerdem gibt sie Rätschläge für die nächste Gehaltsverhandlung und beschreibt unter dem Schlagwort „WWJD = What would Josh do?“ typische Verhaltensweisen eines männlichen Kollegen und was man sich davon abschauen kann.

Die Autorin führt viele wichtige Punkte und Beobachtungen rund um Sexismus am Arbeitsplatz an und nennt meist auch Studien, die das belegen. Viele der geschilderten Situationen sind alltäglich und jede Leserin wird davon schon welche erlebt und beobachtet haben. Die Tipps sind nicht sehr überraschend, sondern eher ein Appell, so etwas nicht auf sich sitzen zu lassen, sondern eine bewusste Reaktion folgen zu lassen. Es bringt ins reflektieren, welche dieser Situationen man selbst kennt und wie man bislang reagiert hat.

Das Buch bleibt eher an der Oberfläche und legt den Fokus klar auf Situationen im Büro, wobei nicht alles davon unbedingt auf andere berufliche Situationen übertragbar ist. Man merkt dem Buch auch seinen amerikanischen Ursprung an, denn als Beispiele werden vor allem bekannte amerikanische Politiker und Firmen genannt. Die Übersetzerin Viola Krauß hat an einigen Stellen gute Ergänzungen vorgenommen zum Beispiel mit Hinweisen auf Merkel und den deutschen Regelungen zur Elternzeit.

Die Sprache der Autorin ist humorvoll und oft sarkastisch. Mein Humor wurde dabei nicht immer getroffen, für mich hätten die ständigen Verweise auf weibliche und männliche Genitalien zum Beispiel nicht sein müssen. Doch hinter allem steckt ein durchaus ernstes Thema, und der Autorin gelingt es, diesen Ernst trotz aller Witze aufzuzeigen und es nicht ins Lächerliche zu ziehen.

Zu Beginn des Buches wird gesagt, dass man es entweder am Stück lesen oder hin und her blättern kann. Ich habe mich zu Erstem entschlossen und sah mich vielen Wiederholungen der gleichen Appelle in leichten Variationen gegenüber. Es scheint mir doch eher zum gezielten Blättern geeignet. Mich konnte das Buch unterhalten und zum Reflektieren bringen, auch wenn der Humor nicht immer meiner war und mir mehr Tiefe gewünscht hätte. Ihr arbeitet im Büro mit mehr als fünf Mitarbeitern, wollt euch mehr Gehör verschaffen und eins eurer großen Rollenvorbilder ist Beyoncé? Dann solltet ihr Euch dieses Buch näher anschauen!

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277 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 170 Rezensionen

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Der Kreidemann

C.J. Tudor , Werner Schmitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 29.05.2018
ISBN 9783442314645
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Jahr 1986 sind Eddie Munster, Fat Gav, Hoppo, Metal Mickey und Nicky eine Gang, die zusammen durch dick und dünn geht. Im Jahr 2006 rekapituliert Eddie die Monate, in denen sich alles ändern sollte. Erst kommt ein neues Lehrer an die Schule: Mr. Halloran ist ein Albino und deshalb ganz blass, und er bringt die Gang auf die Idee, sich mit Kreide Botschaften zu hinterlassen. Dann kommt es zu einem Unfall, einem Überfall, schweren Beschuldigungen und schließlich einem grausigen Fund… und irgendjemand scheint die Kreidezeichen der Gang für seine Zwecke zu missbrauchen. Auch im Jahr 2006 scheinen die Ereignisse noch nicht ganz abgeschlossen.

Schon im Prolog dieses Thrillers kommt es zu einer schauderhaften Entdeckung: Jemand findet Teile einer Mädchenleiche im Wald und nimmt den Kopf mit, den die Polizei nie findet. Wer hat den Kopf mitgenommen? Ist es die gleiche Person, die den Mord begangen hat? Warum findet die Polizei die Leiche erst einige Stunden später?

Meine erste Vermutung nach diesem Prolog war, dass die Geschichte im selben Tempo weitergeht und nun alle paar Seiten eine Leiche gefunden wird, doch dem ist nicht so. Wer eine rasante, blutrünstige Story erwartet, ist hier falsch. Stattdessen wird die Geschichte in ruhigem Tempo abwechselnd auf zwei Zeitebenen erzählt. Im Jahr 2006 wohnt Eddie, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt ist, noch immer in seinem Elternhaus und ist inzwischen Lehrer. Er hat nur noch zu zwei Freunden aus der alten Gang Kontakt. Doch erhält er einen Brief mit einem Strichmännchen am Galgen und einem Stück Malkreide. Warum spielt ausgerechnet jetzt jemand auf die Ereignisse von damals an und warum? Eddie blickt ins Jahr 1986 zurück und erzählt dem Leser, was damals vorgefallen ist beginnend mit dem Tag, an dem sein zwölfjähriges Ich Mr. Halloran kennenlernte und gemeinsam mit ihm ein Leben rettete.

Die Geschichte nimmt sich viel Zeit, um dem Leser das Beziehungsgeflecht begreiflich zu machen. Es erklärt, wie die Mitglieder der Gang 1986 zueinander stehen und was sich während der fatalen Ereignisse und in den Jahren danach verändert hat. Darüber hinaus blickt es auf die anderen Charaktere der Kleinstadt, mit denen die Freunde Kontakt haben wie ihre Eltern und Lehrer. Alles nur, um vom Täter abzulenken? Nein! Im Laufe der Lektüre begreift man, wie geschickt die Autorin verschiedene Handlungselemente miteinander verknüpft hat und wie gut man die einzelnen Charaktere kennen muss, um nachvollziehen zu können, was geschehen ist. Als Leser kann man viel spekulieren und liegt vielleicht sogar mal richtig, doch die Geschichte besitzt eine gewisse Komplexität, durch die man unmöglich alles durchschauen kann.

„Der Kreidemann“ wird in ruhigem Tempo erzählt und setzt bietet dem Leser psychologische Spannung mit unerwarteten Vorfällen und überraschenden, aber plausiblen Antworten. Vieles ist nicht so, wie es zunächst den Anschein hat. Damit hat mich das Buch bis zu seinem verblüffenden und doch einleuchtendem Ende unterhalten können. Ein wirklich gelungenes Debüt!

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142 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

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Die Legenden der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel , Andrew Davidson
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.04.2018
ISBN 9783426226568
Genre: Fantasy

Rezension:

„Die Legenden der besonderen Kinder“ nimmt den Leser mit in die Welt der Besonderen. Millard Nullings hat einige der Legenden aufgeschrieben, welche die Besonderen von Generation zu Generation weitergeben. Da geht es zum Beispiel um eine Prinzessin mit einer gespaltenen Zunge, die ihre Gabe geheim halten muss. Oder einen Jungen, der Strömungen kontrollieren kann. Auch die historisch belegte Geschichte der ersten Ymbryne findet man in dieser Sammlung.

Nachdem mich die Trilogie rund um die besonderen Kinder sehr begeistern konnte, habe ich mich über die Nachricht gefreut, dass es mit den Legenden einen Ergänzungsband geben wird. In diesem lässt Ransom Riggs den Lesern der Trilogie bereits bekannten Millard Nullings zu Wort kommen. Dieser hat zehn verschiedene Legenden aus seiner Welt zusammengetragen. Nach einem unterhaltsamen Vorwort, in dem darauf hingewiesen wird, dass der Inhalt wirklich nur für die Augen von Besonderen bestimmt ist, geht es mit der ersten Legende los.

Den Legenden vorangestellt ist jeweils eine Illustration von Andrew Davidson. Diese greifen immer ein Detail aus der Geschichte auf – meist zeigen sie den oder die Besonderen, um die es in der Geschichte geht. Die gelungenen Illustrationen sowie die hochwertige Aufmachung des Buches machen dieses zu einem kleinen Schmuckstück.

Die Legenden haben Märchencharakter: In vielen Fällen müssen die Charaktere lange mit Rückschlägen und Ablehnung kämpfen, dabei gibt es immer eine Moral und fast immer ein Happy End. Dabei sind die einzelnen Legenden sind abwechslungsreich und geben ganz verschiedene Einblicke in die Welt der besonderen. In der Trilogie hat man einen Teil dieser Welt schon kennengelernt. In den Legenden trifft man deshalb einige bekannte Wesen wieder wie Ymbrynen oder die sprechende Emu-Raffe. Man lernt aber auch Besondere mit bislang unbekannten Fähigkeiten kennen und erfährt, was sie mit diesen Gutes und Böses vollbringen können.

Das Buch kann man theoretisch ganz ohne Vorkenntnisse lesen. Mehr Spaß macht es aber auf jeden Fall, wenn man wenigstens „Die Insel der besonderen Kinder“ gelesen oder als Film gesehen hat – dann kennt man den „Autor“ Millard und die Welt der Besonderen, in der die Geschichten angesiedelt sind. Wen die Welt der Besonderen begeistern kann, für den ist dieses Buch die perfekte Ergänzung!

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