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35 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

tod, krebs, sterben, heike vullriede, der tod kann mich nicht mehr überraschen

Der Tod kann mich nicht mehr überraschen

Heike Vullriede
Flexibler Einband: 234 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 01.08.2012
ISBN 9783943408072
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Marvin Abel ist vermeintlich in der besten Zeit seines Lebens - und erfährt, dass er sterben muss. An einem Hirntumor, und das schon bald. Eine Chemotherapie kann das Unvermeidliche nur ein wenig aufschieben, und so zwingt diese Krankheit Marvin dazu, sich mit dem Loslassen und Abschiednehmen auseinanderzusetzen.

In den letzten Jahren gab es auf einmal jede Menge Krebsgeschichten. Vermeintlich hat man also alles schon mal gelesen - doch dieses Buch weiß zu überraschen. Ja, auch hier geht es um einen Sterbenden, einen unheilbar an Krebs erkrankten Menschen. Dennoch ist so vieles anders in dieser Geschichte, dass ich jedem nur empfehlen kann, wenigstens noch diese eine weitere Krebsgeschichte zu lesen.

Der Roman ist komplett aus Marvins Sicht geschrieben. Dadurch erfährt der Leser wirklich nur das, was Marvin weiß, sieht, hört und versteht. Sehr intensiv begleitet man ihn somit auf seiner Reise durch die verschiedenen Phasen seiner Krankheit. Dies bezieht sich sowohl auf die physischen Effekte - ungeschönt und völlig unromantisch wird der Verlust der Körperkontrolle und das einhergehende gezwungene Unterdrücken jeglicher natürlicher Schamgefühle beschrieben - als auch die psychischen Veränderungen. Klar erkennbar sind die klassischen Schritte von Verleugnen über Wut, Angst und später Akzeptanz. Doch all das geschieht auf eine sehr spezielle Weise, denn Marvins Sicht der Dinge ist nicht unbedingt die des glorreichen Helden, der über seiner Krankheit steht. Er kommt teilweise sehr unsympathisch daher und trotzdem fesselt er einen, man will ihn verstehen und den Weg mit ihm gehen.

Allerdings macht Marvin es einem manchmal schwer; sein sehr ironischer Unterton schreckt bestimmt manch einen Leser ab. Mir jedoch hat diese Herangehensweise sehr gut gefallen, denn die meisten Bücher über Krebs und das Leiden sind doch hoffnungslos unrealistisch, verklärt zu einer perfekten Romanze im letzten Atemzug. Wer sich auf eine solche typische Geschichte freut, dürfte hier enttäuscht sein. Wer sich jedoch öffnet für eine andere Art, eine Geschichte, die ist, wie das Leben wirklich ist, unvorhersehbar, mit unerwarteten Wendungen und vor allem mit brutaler Ehrlichkeit, der dürfte dieses Buch kaum aus der Hand legen können.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und prägnant, man wird an der Hand genommen und doch durch die Sprünge in der Handlung bzw. Marvins teils wirre Sicht auf die ihn umgebenden Dinge und Personen immer wieder ins kalte Wasser gestoßen. Keiner der Protagonisten ist, was er am Anfang zu sein scheint, und auch das Ende weiß zu überraschen, wenn man gerade denkt, man weiß jetzt, was passieren wird. Ein Buch, das mit den großen Fragen des Lebens spielt, was wirklich wichtig ist, und ob es eine objektive Sicht auf das eigene Leben geben kann. Ein Buch, das definitiv nachhallt, wenn man bereit ist, sich voll darauf einzulassen. Und eines, das mit Sicherheit nicht einfach ist, etwas sperrig sein will, Gedanken auslöst, die man vielleicht, je nach eigener Situation, nicht denken möchte. Aber dabei trotzdem absolut wert ist gelesen zu werden.

Ich vergebe 4,5 Sterne für ein Buch, das endlich einmal anders mit dem Thema Krebs umgeht, das es sich erlaubt, ironisch und brutal und ehrlich zu sein.

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Tags: ironisch, krebsgeschichte, überraschend   (3)
 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

dreckiger humor, killer, sex, krimi, witz und ironie

One Night Stan's

Greg Sisco
E-Buch Text: 300 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 02.12.2014
ISBN 9783958350199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Koffer voller Geld, ein Nuttenkiller und eine Killernutte, drei Collegejungs, die meinen groß raus zu kommen, zwei FBI Agenten, ein Polizist und eine Tittenbar geführt von Gangstern - das verspricht eine hoch explosive Nacht zu werden!

Dieser Roman ist blutig, dreckig, versaut, explosiv, rasant und rabenschwarz. Es wird weder mit Blut noch mit Schimpfworten gespart und auch Sex kommt nicht zu kurz. Ein unglaublich voran drängender Schreibstil kombiniert mit einer irrwitzigen Geschichte, die so weit hergeholt ist, dass man einfach nicht mehr aufhören kann zu lesen, all das bekommt man hier geboten. Jeder, der auf Filme von Tarantino steht, wird dieses Buch lieben!

Die Charaktere sind völlig übertrieben und wirken genau dadurch perfekt in der Geschichte. Es gibt so viele Verwicklungen, dass man schnell, getrieben von den rasanten Entwicklungen und den diversen mini-Einschüben und Unterbrechungen, kaum noch mitkommt, oder zumindest den Atem anhält. So viele Personen, so viele Tote, wen gibt es eigentlich noch, und an wem ist noch alles dran? Wer zart besaitet ist, was Gewalt und versaute Sprache angeht, sollte dieses Buch sofort wieder weglegen. Wer Spaß an bitter sarkastischen Actionthrillern hat - auf jeden Fall zugreifen!

Diverse Wiederholungen oder Anwandlungen von Gerüchten, einzelnen Sätzen oder ähnlichem machen teilweise den Stil des Romans aus. Das ist unglaublich komisch, artete für meinen Geschmack an der einen oder anderen Stelle doch etwas zu sehr aus (wenn man das bei einem Buch sagen kann, das an sich ausartet). Das ist mein einziger Kritikpunkt, ansonsten, alle Daumen hoch! 4,5 Sterne und mit Sicherheit nicht mein letzter Roman von diesem mir bis dato unbekannten Autor.

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Tags: action, bösartig, dreckiger humor, humor, rasant, satire   (6)
 

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 11 Rezensionen

horror, dystopie, endzeit, zombies, teil eins

Graues Land

Michael Dissieux
Flexibler Einband: 262 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 08.03.2014
ISBN 9781496191434
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Harv ist bereits ein alter Mann, der seine völlig apathische, bettlägerige Frau in ihrem gemeinsamen Haus in den Hügeln außerhalb eines amerikanischen Dorfes pflegt. Er lebt von einem Tag auf den anderen, größtenteils gefangen in Erinnerungen an bessere gemeinsame Tage. Doch plötzlich gibt es einen Terrorangriff auf die USA und nichts ist mehr wie vorher: jegliche Kommunikation und die Stromversorgung sind tot, und nach und nach stellt sich heraus, dass das auch für den Großteil der Bevölkerung gilt. Außerdem wandern nachts auf einmal komische Wesen durch die Straßen...

Der Einstieg in das Buch war wirklich interessant. Der Ansatz ist hier mal ein ganz anderer als bei vielen Horrordystopien, denn der "Held", also unser Protagonist, ist eben kein Held. Er ist ein alter Herr, der weder stark ist noch kämpfen kann. Er will einfach nur seinen Lebensabend und die letzten gemeinsamen Tage mit seiner todkranken Frau genießen. Der Tenor ist sehr melancholisch. Das gibt eine schöne, wenn auch traurige Stimmung. Der Schreibstil ist an sich gar nicht schlecht, teilweise geht er sehr ins Lyrische, was für einen Horroroman doch ziemlich untypisch ist.

Da endet für mich leider auch schon das Positive an diesem ersten Teil der Trilogie Graues Land. Es passiert einfach die ganze Zeit nichts. Durch die Erzählperspektive (1. Person) bekommen wir zwar viele Einblicke in das Seelenleben unseres Protagonisten, allerdings sind es wirklich sehr viele. Die Handlung stagniert den Großteil des Buches, ein Spannungsbogen kommt erst auf den letzten 10% langsam auf. Die meiste Zeit spielt der Roman im Haus von Harv, und dort wiederum größtenteils in dessen Erinnerungen. Wir erfahren eigentlich nichts über die Katastrophe, die über das Land gekommen ist, und erst recht nichts über die genauen Ursachen. Was an sich okay wäre, wenn denn sonst eine Handlung vorhanden wäre. Viele der wenigen Ereignisse sind dann auch noch sehr unrealistisch. Die letzten Seiten haben mich insgesamt dann wenigstens wieder ein bisschen positiv gestimmt, da hier erkennbar etwas passiert. Sonst hätte es noch weniger Punkte gegeben.

Zusätzlich zu der quasi nicht vorhandenen Handlung hat mich auf die Dauer der Schreibstil extrem genervt. Der lyrische Ansatz gefiel mir, wie bereits oben erwähnt, jedoch ufert er in der Hälfte des Romans etwa doch sehr aus. Außerdem gibt es schier endlose Wiederholungen gleicher Redewendungen, z.B. "Haare wie Spinnweben" oder "Augen wie in die Höhlen gedrückte Kohlen". Dazu immer wieder die ständig beschriebene stille Stille und grauen Schatten / graue Welt sowie der (mich anfangs sehr begeisternde!) Hinweis auf Stephen Kings Dunklen Turm. All das hat mich so gestört, dass ich von etwa 50 bis 75% der Geschichte fast nur noch quergelesen habe. Ich konnte die immer gleichen Beschreibungen nicht mehr ertragen.

Insgesamt habe ich eine Weile überlegt wegen der Wertung und mich einigermaßen schwer getan. Während des Lesens rutschten die anfänglichen 4 Punkte vom Leseeindruck her schnell auf zwei herunter, in meiner genervtesten Phase (auf etwa der Hälfte) sogar darunter bzw. Tendenz zum Abbruch. Das Ende hat mich wie gesagt etwas versöhnt. Für eine Leseempfehlung reicht es jedoch nicht, außer man weiß klar, dass man weder wirklich Horror noch Action in irgendeiner Form zu erwarten hat und sich dafür auf sehr lange Beschreibungen von Stimmungen einlassen möchte. Einen sehr ruhigen, melancholischen Horrorthriller sozusagen, in dem nicht viel passiert. Band 2 und 3 der Trilogie werde ich definitiv nicht lesen, obwohl wohl der zweite Band mehr Action bieten soll.

Zuletzt komme ich auf 2,5 Punkte. Zwei für die Idee und den anderen Ansatz der Story sowie das Ende, das etwas Spannung bot. Einen halben für die an sich interessante lyrische Sprache, wenn nur die ganzen Wiederholungen nicht wären.

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Tags: langatmig, lyrisch, teil eins, wenig handlung   (4)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

tiere, natur, horror, mystery, wesen

Trapped - Gefangen

Michael Hodges , Andreas Schiffmann
Flexibler Einband: 348 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 08.01.2016
ISBN 9783958351127
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Matt ist ein sehr naturverbundener junger Mann. Nach den kurz aufeinanderfolgenden Toden seines Vaters, seines Hundes und seiner Freundin zieht er sich deshalb in die Blockhütte eines Freundes der Familie auf der Upper Peninsula von Michigan zurück, mit der er viele glückliche Kindheitserinnerungen verbindet. Hier hofft er ein paar Tage in völliger Ruhe und Abgeschiedenheit zu verbringen und neue Kraft zu tanken. Doch es kommt ganz anders. Ein unsichtbares Wesen taucht plötzlich auf und hält Matt auf dem Gelände gefangen. Kann er entkommen?

Die Geschichte ist definitiv kein klassischer Thriller. Der Spannungsbogen beginnt sehr zaghaft und steigt zwar kontinuierlich, aber sehr langsam an. So wird der Leser anfangs nur durch die Natur verzaubert: Eine Sichtweise, die uns Matt nahebringt. Jedes Detail, ob Strauch oder Fisch, wird beschrieben und zieht uns in seinen Bann. Für weniger Naturbegeisterte und jene, die Spannung ab der ersten Seite erwarten, kann dies schnell langatmig werden. Mir jedoch hat es gut gefallen; ich fühlte mich wie Matt: total entspannt und irgendwie sicher, auf vertrautem Boden.
Doch nach und nach passieren merkwürdige Dinge. Diese wirken teils schon sehr abgedreht, werden aber in flüssigem Schreibstil nahtlos in die Geschichte integriert. Nach dem ersten Drittel geht es dann richtig los. Matt ist ein sehr sympathischer Charakter und so kann man seine Emotionen gut nachvollziehen, ebenso seine Zweifel und (etwas lahmen...) Erklärungsversuche.
Während die Geschichte noch Fahrt aufnimmt, springt die Perspektive immer mal wieder. Ein Teil wird so aus Sicht einer Kojotin geschildert, was zunächst verwirrend, aber doch sehr spannend ist. Ein anderer, größerer, Teil handelt in der Vergangenheit, wobei die einzelnen Passagen nicht immer klar einer Jahreszahl zuzuordnen sind.
Diese Perspektivwechsel sind in sich gut gemacht, nur leider werden gegen Ende nicht alle Fäden zusammengeführt. Extrem deutlich wird die Kritik an den die Natur zerstörenden Handlungen des Menschen und hinterlassen eine gewisse Melancholie.

Über weite Passagen des Buches hinweg gefielen mir die Idee dahinter und die Beschreibungen der Natur. Über kleine Stolpersteine, die ich als etwas zu gewollt empfand, hätte ich gut hinweg sehen können und gerne 4 Sterne vergeben. Mit dem Ende jedoch hat mich der Autor völlig abgehängt und leider auch sehr enttäuscht. Die Geschichte hätte viel Potential gehabt, sich in diverse Richtungen zu entwickeln, oder auch einfach komplett offen zu bleiben. Doch diese Lösung ist nicht nur abrupt und nicht zu Ende gedacht, sondern auch einfach platt. Als hätte der Autor die Geschichte jetzt schnell fertig schreiben müssen oder hätte bis zum Schluss selbst nicht gewusst, wie er es auflösen soll. Sehr schade.

Zunächst war ich darüber so enttäuscht, dass ich nur noch zwei Sterne vergeben wollte. Nach langem Abwägen und aufgrund der ersten dreiviertel des Buches, die mir wirklich gefallen haben, vergebe ich aber noch (knappe!) drei Sterne.

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Tags: mystery, natur, unsichtbares wesen   (3)
 

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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

psychose, horror, krank, dunkelheit, wesen

Finstere Nacht

Greg F. Gifune , Kalle Max Hofmann
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 31.01.2016
ISBN 9783958350878
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Über den Inhalt dieses Buches lässt sich nur sehr wenig sagen, um nicht zu viel zu verraten. Vier Männer verbringen ein Wochenende gemeinsam im Wald, um zu trinken und Karten zu spielen. Kurz bevor der angekündigte Schneesturm aufzieht, platzt auf einmal eine junge Frau in die Szene: blutverschmiert und eindeutig sehr verängstigt. Doch was ab dann geschieht, verändert die vier Männer für immer. Sie verdrängen alle Geschehnisse erfolgreich, doch holen diese sie nach einem Jahr wieder ein...

Nachdem ich das Buch beendet hatte, brauchte ich einige Tage, um mir über meine Meinung dazu klar zu werden. Es fiel mir sehr schwer, alles als Ganzes zu sehen und zu bewerten, da ich während des Lesens der teils (bewusst) sehr verworrenen Geschichte immer wieder alle Gedanken, die ich mir bereits gemacht hatte, wieder über den Haufen werfen musste.

Fangen wir bei den positiven Aspekten an: Die Story ist super geschrieben. Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend; die Spannung reißt nur an wenigen Stellen ab. Die meiste Zeit über möchte man unbedingt wissen, wie es weitergeht. Dazu kommen viele Sprünge in der Zeit und auch Wechsel zwischen Träumen / Visionen und der Realität, die den Leser weiter verwirren und Dramatik mit sich bringen. Die Idee hinter dem Roman gefällt mir sehr gut; ohne zu viel verraten zu wollen, der Leser bleibt bis zum Ende im Unklaren über die eigentlichen Ereignisse und auch danach gibt es Spielraum für Interpretationen.

Hier komme ich aber auch schon zu den Punkten, die mich gestört haben. Ich finde es toll, wenn man ein Buch auf unterschiedliche Weise verstehen kann und das ist hier definitiv der Fall. Es lohnt sich das Buch in einer Gruppe gemeinsam zu lesen; ihr werdet sehen, wie verschieden man auf eine Handlung reagieren kann. Aber für mich war eine der beiden Hauptinterpretationsweisen nicht komplett logisch durchdacht, es blieben zu viele Ungereimtheiten. Die andere hingegen wirkte zu gewollt auf mich. Hinzu kamen einige Szenen, die entweder gar nicht zum Rest passten oder mir persönlich zu viele Klischees bedienten. Auch die (Haupt-) Charaktere waren erst ab der Mitte circa wirklich greifbar, ein paar Nebencharaktere wurden eingeführt und kamen erst viel später noch mal kurz vor, dann aber mit wichtigen Aktionen. Da wusste ich bereits nicht mehr, wer sie waren.

Dieser Roman ist mein erster von Gifune, und ich werde mit Sicherheit noch einmal einen weiteren lesen, da mir der Schreibstil und die grundlegende Idee eben so gut gefallen haben. Auch der Wechsel zwischen Realität und Traum hat mich tiefer in die Geschichte sinken lassen, wenn sie mich auch gelegentlich stark verwirrt haben. Allerdings, ohne weitere seiner Romane zu kennen und nur abgeleitet von ein paar Kommentaren von Gifune-Kennern in unserer Runde, ist diese Geschichte vielleicht nicht der beste Einstieg. Von daher eine eingeschränkte Empfehlung für dieses Buch. Wer verworrene Stories mit Horror- und Mysteryaspekten mag, ist bestimmt gut bedient. Wer eine "richtige" Horrorgeschichte erwartet, könnte enttäuscht sein.

Ich vergebe 3,5 Punkte für einen Roman, der Highlights in Schreibstil und Idee hat, aber leider Luft nach oben lässt in der Umsetzung.

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55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

thriller, mord, emotionen, psychothriller, voyeurismus

Emotion Caching

Heike Vullriede
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 31.07.2015
ISBN 9783958350625
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vier Jugendliche aus schwierigen familiären Verhältnissen versinken in Perspektivlosigkeit. Aus Ermangelung an sinnvollen Beschäftigungen fangen sie an, Leute bei Pannen des Alltags zu filmen und die Videos im Internet hochzuladen. Doch schon bald reicht ihnen es nicht mehr, zufällig auf solche Momente zu stoßen, und beschließen, dem Unglück der anderen nachzuhelfen. Was als vermeintlich harmloses Spiel beginnt, entwickelt sich rasant zu einer nicht mehr zu bremsenden Lawine von Ereignissen - die Steigerung der Suche nach Emotionen ist der komplette Kontrollverlust über die eigenen Handlungen, bei dem jede Grenze im Handumdrehen überschritten und auch keineswegs vor engen Familienangehörigen halt gemacht wird.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und treibt den Leser geradezu durch die Geschichte. Man kann kaum mehr aufhören zu lesen, obwohl die Geschehnisse teils so krass werden, dass man das Buch am liebsten weglegen möchte. Und doch wissen muss, wie es weitergeht. Das Schockierende an diesem Thriller ist die Realitätsnähe. Was so schleichend beginnt; vier Jugendliche, jeder mit eigenen Problemen und ohne Ziel für die Zukunft, hecken Pläne aus, wie sie Mitmenschen zu Gefühlsausbrüchen provozieren können; eskaliert innerhalb nur weniger Seiten. Meint man noch im ersten Kapitel, dass dies ein Jugendbuch sei, wird man im nächsten Kapitel bereits in einen Strudel des Entsetzens gezogen. Entsetzen, das hauptsächlich darauf beruht, dass es solche Jugendlichen, solche Ideen, tatsächlich geben könnte. In der eigenen Stadt, der eigenen Nachbarschaft. Kleine Boshaftigkeiten, die dazu führen, dass die Grenzen zu Missachtung von Leib und Leben anderer verschwimmen, sich auflösen, verschwinden. Dass bewusst der Tod anderer in Kauf genommen wird. Und dass in jugendlicher Naivität viel zu spät realisiert wird, was gerade passiert.

Zum Inhalt möchte ich gar nicht viel mehr sagen, da es der Handlung die Spannung und auch ein gewisses Grauen nimmt, bei der sich der Leser fragt, ob seine Befürchtungen nun wahr werden oder nicht.

Der Spannungsbogen ist absolut rund und flacht kaum einmal ab. Prolog und Epilog bilden einen wunderbaren Rahmen um die Haupthandlung und setzen dem ganzen noch ein i-Tüpfelchen auf, da sie als einzige in der ersten Person geschrieben sind. Die Charaktere sind zwar zum Großteil unsympathisch, aber eben doch noch in ihren Handlungen bzw. Handlungsansätzen nachvollziehbar. Dadurch kann man sich zwar nicht in sie hineinversetzen, aber es lädt geradezu dazu ein, sich mit ihnen im Nachhinein noch weiter auseinander zu setzen.

Es gibt ein paar Kleinigkeiten in der Handlung, die mich in meinem Lesefluss ein wenig gestört haben; allerdings war ich sehr positiv angetan davon, wie mir die Autorin ihre Absichten hierbei in unserer Leserunde erklärt hat. Ich hatte hier einfach einen anderen Ansatz bei manchen Themen.

Insgesamt kann ich sagen, dass die Geschichte mich ungemein mitgerissen hat. Sie ist verstörend, brutal, realistisch. Der Schreibstil passt wirklich gut, und viele feine Details in Aussagen der Protagonisten unterstreichen das Verständnis für ihre Beweggründe. Man wird sich noch lange nach dem Lesen mit der Handlung beschäftigen; dieser Thriller vermag im Gedächtnis zu bleiben.

Meine Empfehlung ist nicht ganz uneingeschränkt: Man sollte wissen, worauf man sich einlässt. Hier geht es nicht um gruselige Serienkiller weit weg in den USA oder so. Es geht um etwas, was so jederzeit überall passieren könnte. Daher sollten Zartbesaitete die Finger davon lassen. Ich selbst halte mich für relativ "cool", was Thriller angeht, musste aber häufiger mal pausieren um durchzuatmen. Sehr empfehlenswert ist meiner Meinung nach, das Buch gleichzeitig mit anderen zu lesen, um sich darüber auszutauschen. Es gibt viele Ansätze, die ein anderer Leser vielleicht anders verfolgt.

Von mir gibt es 4,5 Sterne. 4 Sterne für die grandiose Story, einen halben Bonuspunkt dafür, dass die Autorin mir neue Ansätze und Perspektiven auf die wohl durchdachte Handlung eröffnet hat, wodurch zunächst unklare Ereignisse einen ganz neuen Sinn bekommen haben. Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht, vielen Dank dafür.

PS: Lovelybooks lässt mich keine 4,5 Sterne geben... ich werde aber überall sonst die 0,5 extra aufschlagen.

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453 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 100 Rezensionen

thriller, lobotomie, profiler, london, folter

Broken Dolls - Er tötet ihre Seelen

James Carol ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.11.2014
ISBN 9783423215503
Genre: Krimi und Thriller

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619 Bibliotheken, 5 Leser, 6 Gruppen, 23 Rezensionen

fantasy, stephen king, der dunkle turm, revolvermann, roland

tot.

Stephen King , Joachim Körber
Fester Einband: 750 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 23.02.2005
ISBN 9783453012165
Genre: Krimi und Thriller

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

iphone

Tom Sawyer

Mark Twain , Thomas DeWest
Fester Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 14.10.2014
ISBN 9783735732781
Genre: Jugendbuch

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490 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

stephen king, horror, thriller, shining, hotel

Shining

Stephen King , Harro Christensen
Flexibler Einband: 623 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 20.02.2007
ISBN 9783404771707
Genre: Krimi und Thriller

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 2 Rezensionen

kurzgeschichten, schwarzer humor, 2. weltkrieg, militärflugzeug, pilot

... steigen aus ... maschine brennt ...

Roald Dahl , Alfred Scholz , Werner Rebhuhn
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.08.1966
ISBN 9783499108686
Genre: Romane

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72 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

oscar wilde, klassiker, dorian gray, kunst, bild

The Picture of Dorian Gray

Kieran McGovern , Oscar Wilde , Kieran MacGovern
Flexibler Einband
Erschienen bei Langenscheidt-Longman
ISBN 9783526418085
Genre: Sonstiges

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130 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 11 Rezensionen

krieg, 1. weltkrieg, klassiker, leid, front

Im Westen nichts Neues

E.M. Remarque , Thomas Schneider
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 23.01.2014
ISBN 9783462046335
Genre: Romane

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(36)

60 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

jugend, freundschaft, unfall, schuld, autounfall

Halloween

Stewart O'Nan , Thomas Gunkel , any.way , Walter Hellmann
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.10.2005
ISBN 9783499240027
Genre: Romane

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(43)

85 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

alaska, wildnis, nature, aussteiger, aussteigen

Into the Wild

Jon Krakauer
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Random House Inc, 16.12.2011
ISBN 0385486804
Genre: Sachbücher

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239 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

horror, kurzgeschichten, spannung, gefängnis, freundschaft

Frühling, Sommer, Herbst und Tod

Stephen King , Harro Christensen
Flexibler Einband: 620 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.01.2006
ISBN 9783548263281
Genre: Krimi und Thriller

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88 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

dystopie, englisch, utopie, science-fiction, jonas

The Giver

Lois Lowry
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Random House Childrens Books, 12.08.2011
ISBN 0440237688
Genre: Kinderbuch

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56 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

freiheit, philosophie, selbstverwirklichung, spiritualität, sehnsucht

Die Möwe Jonathan

Richard Bach , Jeannie Ebner
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.05.2012
ISBN 9783548284514
Genre: Romane

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