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166 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

selbstmord, liebe, freundschaft, jugendbuch, depressionen

Atme nicht

Jennifer Hubbard , Michael Koseler
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 28.01.2013
ISBN 9783407811325
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ryan lebt hinter einer Glasscheibe: nichts scheint ihn zu erreichen. Nach einem Selbstmordversuch musste er in die stationäre Behandlung. Seit er wieder zuhause ist, wird er in der Schule geschnitten, seine Eltern wollen ihn am liebsten in Watte packen: unsichtbar schwebt das Wort "Psychiatrie" um ihn herum. Die Medikamente können seinr Depressionen aber nicht behandeln.
Erst Nicki dringt zu ihm durch: Sie will seine Hilfe, um ihren Vater zu verstehen, der ebenfalls Selbstmord beging. Ryan fühlt sich vage schuldig und will ihr helfen. Er begleitet sie zu Medien und nach und nach öffnet er sich ihr: er erzählt von seinem Gefühlen, der Glasscheibe, sogar von dem Suizidversuch. Dann erfährt er von Nickis gewaltiger Lüge...

Während des Buches begleitet man Ryan auf seinem Weg nach der Psychiatrie. Zu Beginn erfährt man nur wenig von seinen Gründen, und auch nur wenig von ihm: scheinbar teilnahmslos geht er durch die Welt. Sein Schmerz ist tief in ihm weggeschlossen. Seine Eltern, besonders seine Mutter, können mit der Situation nicht umgehen und bürden ihm unterbewusst noch die Schuld für ihre eigenen Probleme auf. Aus diesem Gefühl heraus versucht er Nicki zu helfen, doch er gewinnt nach und nach Vertrauen zu ihr, auch wenn er ihre Kontaktversuche zu ihrem Vater für lächerlich hält. Nicki bringt ihn gewissermaßen ins Leben zurück. Sie zwingt ihn nicht, aber durch ihre Treffen und Gespräche arbeitet Ryan das Geschehene auf und stellt sich in letzter Konsequenz seinen Problemen, anstatt sich noch weiter in sich selbst zu verkriechen.
Die Schilderung der Glasscheibe als Sinnbild für seine emotional arme Welt fand ich gutgewählt, letztendlich sind mir seine Motive aber zu ungenau geschildert. Wahrscheinlich will die Autorin genau dies ausdrücken: es gibt keinen "Grund" warum jemand Selbstmord begeht. Aber was ist die Konsequenz? Manche Leute "sind einfach so"? Es ist ihr Naturell selbstmordgefährdet zu sein? Ryan geht es in gewisser Weise zu gut. Ist er letztendlich daran gescheitert?
Ryan verändert sich zum Schluss hin viel zu schnell War er einfach bereit seine Probleme anzugehen und Nicki nur zufällig zur Hand? Er zieht sie sehr schnell ins Vertrauen, obwohl er schon immer kontaktscheu war.
Letztendlich bleiben mir zu viele Fragen offen und vor allem lief Ryans Heilung zu glatt. Da das Buch aber sehr gut beschrieben war und man sich in Ryan hineinversetzen konnte gebe ich 4 von 5 Sternen. 

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(394)

882 Bibliotheken, 11 Leser, 7 Gruppen, 150 Rezensionen

engel, liebe, fantasy, aufgabe, nephilim

Unearthly - Dunkle Flammen

Cynthia Hand , Isabell Lorenz , ,
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.08.2012
ISBN 9783499256981
Genre: Fantasy

Rezension:

Clara ist ein Engelblut, ihre Mutter ist ein Halbengel. Als sie die ersten Visionen erhält, die Clara ihre Aufgabe zeigen, ziehen die beide mit Claras Bruder Jeffrey nach Wyoming. Dort sieht Clara einen Jungen, den sie meint vor einer Feuersbrunst retten zu müssen.
In Wyoming angekommen entdeckt sie den Jungen sofort auf der High-School: er heißt Christian- und hat eine feste Freundin. Clara macht einen schlechten ersten Eindruck, außerdem musste sie ihre wunderschönen blonden Haare quietschorange färben, weil der engellische Glanz sonst durchbricht.
Sie versucht, sie zurechtzufinden und schließt Freundschaften- doch dem Ziel ihrer Bemühungen, Christian, kommt sie erst nicht näher. Christian ist beliebt und in allem perfekt, wohingegen Clara im Moment eher unscheinbar ist. Außerdem ist da noch Tucker, der Zwillingsbruder ihrer besten Freundin Wendy. Kann sie Christian trotzdem retten und wohin wird es dann führen?

Unearthly ist eine Engelliebesgeschichte für Teenager, die trotzdem mit ein paar Überraschungen aufwartet. Zwar ist der größte Teil der Geschichte vorhersehbar und fügt sich ins Klischee der Neuen in der High-School ein, ist aber interessant und witzig zu lesen. Clara tritt in einige Fettnäpfchen, die teilweise ihrem besonderen Wesen zuzuschreiben sind. Sie versucht sich immer noch in ihre Rolle als Engel hineinzufinden- besonders ihre Flugversuche werden gut geschildet.
Ihre Mutter und ihr Bruder Jeffrey bleiben geheimnisvoll. Beide hatten oder haben Geheimnisse, die sie nicht erzählen wollen, welche sehr mit ihrer Aufgabe zu tun haben. Außerdem taucht ein gefährlicher Feind auf: ein Schwarzflügler, ein gefallener Engel. Bei Engelblütigen Mischlingen gibt die Farbe der Flügel ihren Status an- werden sie "böse, färben sich ihre Flügel dunkler. Doch auch dies scheint nicht so einfach zu sein. Clara muss ihrer Mutter jedes Wort aus der Nase ziehen und ich vermute stark, dass hinter der ganzen Schwarzflügler/ dunkel gefärbte Flügel- Sache mehr dran ist, vor allem da Clara ganz zum Schluss eine Entdeckung macht. Ich bezweifele aufgrund einiger Aussagen auch, dass die echten weißen Engel und ihre himmlischen Missionen wirklich so "gut" sind, wie es Clara weisgemacht werden soll.
Die Liebesgeschichte ist sehr dominant und es gibt auch wieder eine Dreiecksbeziehung: Clara, Christian und Tucker. Häufig kann man anhand des Klappentextes schon sehen, wer der Auserwählte ist, doch die Autorin ist auch hier für eine Überraschung gut.
Alles in allem war das Buch spannend und flüssig zu lesen, auch wenn es eher auf Teenager zugeschnitten ist. Ich gebe 4 von 5 Sternen.

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(102)

230 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 56 Rezensionen

science fiction, erde, dystopie, zukunft, geschichte

Earth Girl - Die Prüfung

Janet Edwards , Julia Walther
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.09.2012
ISBN 9783499259029
Genre: Fantasy

Rezension:

Dank der Portaltechnik ist die Menschheit zu den Sternen aufgebrochen. Das Militär macht unbewohnte Planeten urbar, die schließlich von Siedlern kolonialisiert werden. Doch etwa einer von tausend hatte weniger Glück: ihr Immunsystem verträgt keine fremden Stoffe und sie müssen ihr ganzes Leben auf der Erde verbringen, wo mittlerweile fast nur noch "Behinderte" leben, die zwar von allen Welten großzügig unterstützt werden, doch allgemein als Affen, Neander oder schlichtweg Untermenschen angesehen werden.
Jarra ist solch ein "Affe" und voller Wut auf die Normalen (Exos). Sie will Historikerin werden und da es Vorschrift ist, dass alle Universitäten das erste Jahr im Geschichtsstudium auf der Erde verbringen müssen, schreibt sie sich nicht in einer Erden-, sondern in einer externen Uni ein. Während des Exodus ging ein großer Teil des Wissens der Menschheit verloren, welches jetzt mühsam und unter großen Gefahren aus den Ruinen der einstigen Großstädte geborgen werden muss.
Jarra hat bereits viel Erfahrung und will im Kurs akzeptiert werden, um schlussendlich allen im Kurs zu zeigen, dass ein Affe ebenfalls gute Leistungen erbringt und die anderen sie nicht als behindert erkannt haben. Doch sie verstrickt sich immer mehr in ihre Lügen und sie muss feststellen, dass sich nicht nur die Normalen mit ihren Vorurteilen gegenüber Behinderten falsch verhalten haben- sie hegt ebenfalls nur Vorurteile gegenüber den Exos...

Earth Girl hat mich positiv überrascht. Es ist eher ein All Age-Roman, spricht aber viele schwierige Fragestellungen an. Die Behinderten unterscheiden sich nur im Immunsystem von den Normalen, trotzdem spricht man ihnen Intelligenz ab und hält sie pauschal für minderbemittelt. Wer ein behindertes Kind zur Welt bringt, gibt es im Allgemeinen bei Hospital Earth ab und sehr viele Ehen zerbrechen, weil jeder dem anderen Partner die fehlerhaften Gene nachsagt. Außerdem gilt es als Schande innerhalb von Clans und Familien und wird häufig vertuscht, da die Eltern unter Umständen verstoßen werden können.
Die Menschen auf der Erde gehen unterschiedlich damit um: die meisten Kinder erhalten psychologische Betreuung und einen relativ hohen Unterhalt- sogar, wenn sie überhaupt nichts tun, keinen Job wollen und lieber den ganzen Tag auf dem Sofa liegen. Für die Kinder zuständig sind eine ProMum und ein ProDad, die sehr viel Verfügungsgewalt haben und jederzeit unter Berufung auf das Wohl des Kindes eingreifen können. Es gibt gute Ausbildungsmöglichkeiten in Geschichte und Medizin. In den Ausgrabungsstätten leben natürlich auch viele Teams von externen Universitäten, wobei die erfahreneren Historiker unter ihnen die Erdbewohner als Experten akzeptieren.
Das Buch ist spannend geschrieben und auch gut durchdacht. Man merkt, dass die Autorin viel über das System nachgedacht hat und sich auch mit den psychologischen Aspekten auseinandergesetzt hat. Als fast alle die Erde verließen, musste es zwangsläufig früher oder später zu einem Kollaps führen. Die Quote von 1 Behinderten auf 1000 Geburten fand ich allerdings sehr hoch: da die Menschen bereits viele verschiedene Sektoren und Planeten bevölkert haben, dürfte die Zahl der Menschheit insgesamt im mehrstelligen Milliardenbereich liegen. Bei den heutigen knapp 7 Mrd. Menschen wären es 7 Millionen Behinderte; auf der Erde sollten also immer noch sehr viele Menschen leben.
Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Zwar bleiben die meisten neben Jarra etwas schwach, mit Jarra selbst kann man aber gut mitfühlen. Sie fühlt sich verstoßen und will sich an den Normalen rächen, indem sie ihnen zeigt, dass sie als "Affe" mindestens genauso gut ist. Als sie später etwas zu sehr in ihrer Rolle aufgeht, kann man ihre Gründe nachvollziehen.
Insgesamt fühlte ich mich beim Lesen bestens unterhalten, ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

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(78)

135 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 51 Rezensionen

höhle, thriller, blind, pilz, bergwerk

Das Geflecht

Andreas Laudan , ,
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.05.2012
ISBN 9783499258480
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Justin und seine Freunde halten in einem Bergwerk eine kleine Party ab, als zwei von ihnen einen alten Schacht hinunterfallen. Panisch informiert Justin seinen Vater, der die Aufsicht über das Bergwerk führt. Dieser gerät aus einem völlig anderen Grund in Panik: vor Jahren ließ er dort seinen Geschäftspartner etwas illegal entsorgen.
Zu seinem großen Glück befindet sich gerade eine Höhlenforscherin in der Nähe, die blind ist und somit sein Geheimnis nicht sehen kann. Wegen ein paar unglücklichen Zusammenhängen werden die Forscherin Tia, ihr Partner Tia, Justin und seine Freundin Dana ohne eine Lichtquelle verschüttet und müssen sich vollkommen auf Tias hochentwickelte Sinne verlassen, um einen Ausweg aus dem unterirdischen Labyrinth zu finden. Doch sie sind nicht allein- etwas Tödliches lauert in der Dunkelheit...
Das Geflecht ist ein spannender Thriller, der fast ohne phantastische Elemente auskommt. Die Gefahr ist real und lediglich eine Weiterentwicklung bereits bestehender real existierender Lebensformen, worauf der Autor in einem Nachwort eingeht. Ich hätte mir aber noch mehr Szenen mit der unterirdischen Gefahr gewünscht, sie hätte auch ruhig noch ein bisschen weiter ausgebaut werden können. So ist sie trotz allem "relativ" harmlos.
Tias Beschreibungen der Sinneswahrnehmungen sind sehr gut beschrieben und nachvollziehbar. Im Gegensatz zu den anderen ist für sie die Situation vertraut. Alle anderen können sich nicht mehr auf ihre Augen verlassen. Selbst ohne die Bedrohung wäre es ein absoluter Alptraum, sich ohne Licht, Schutz und Karte in einem morschen Bergwerk vorantasten zu müssen.
Man fiebert sehr mit den Protagonisten mit, sowohl mit denen unter als auch mit denen über der Erde. Das Verhalten von Justins Vater und dessen Geschäftspartner war allerdings absolut unlogisch: selbst wenn nur Tia in die Höhlen hineingeht, würden später noch Untersuchungen durchgeführt werden, allein schon wegen dem Versicherungsschutz. Es hätte ihnen klar sein müssen, dass die ganze Sache nicht mehr zu vertuschen war. Die Polizei hat sich stellenweise sehr naiv verhalten- nur ein Funkgerät und das wird einem Zivilisten anvertraut?
Insgesamt mochte ich den Roman gerne, nur hat mich das Verhalten einiger Charaktere gestört. Ich gebe 4 von 5 Sternen.

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(160)

391 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 79 Rezensionen

noir, tod, drogen, liebe, gläserrücken

Noir

Jenny-Mai Nuyen ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Polaris, 01.10.2012
ISBN 9783862520282
Genre: Fantasy

Rezension:

Nino saß im Auto, als seine Eltern bei einem Unfall sterben. Seitdem gilt er als schizophren, denn er weiß, wann Menschen sterben. So kennt er auch seinen eigenen Tod: mit 24. Er sucht in der Halbwelt der esoterischen Gruppen nach Antworten und stößt auf Monsieur Samedi und sein Gläserrücken- und auf die geheimnisvolle Noir, die niemand außer ihm wahrzunehmen scheint.
Als sein Geburtstag erreicht ist und er sicher ist, sterben zu werden, bietet Monsieur Samedi ihm einen Ausweg an. Doch kann er diesem Mann wirklich glauben? Und wer ist Amoke, die ihm rät Samedi nicht zu trauen und selbst anbietet ihm zu helfen? Was ist Wahrheit, was Lüge- und wie lange kann Nino seinem eigenen Tod entkommen?

Die Aufmachung des Buches ist sehr schön- das Cover erinnert an eine gesprungene Scheibe und hat sogar ein Relief. Dieses Bild wiederholt sich im Roman immer wieder und zeigt die Abschnitte zwischen dem "Jetzt"- Nino und Noir in einem Hotelzimmer und der fortlaufenden Handlung an.
Die Geschichte folgt diesen beiden Ebenen parallel, der Schluss der fortlaufenden Handlung am Ende des Buches ist der Beginn der Jetzt-Ebene von Beginn des Buches an. Dies macht alles sehr verwirrend, denn man kann während des Romans mit den Jetzt-Abschnitten wenig anfangen und sie praktisch erst verstehen, nachdem man das Buch gelesen hat.
Ohnehin war die Handlung sehr verwirrend. Der Leser wird die ganze Zeit im Unklaren gelassen. Gut und Böse ist zwar immer relativ, aber man erfährt überhaupt keine Hintergründe und auch nicht, inwiefern Samedi und Amoke gelogen haben oder ehrlich waren. Alle Charaktere, auch Nino und Noir, werden nur oberflächlich abgebildet, wie die Momentaufnahme einer Kurzgeschichte. Der Schluss ist identisch mit dem Anfang und lässt den Leser sehr unbefriedigt zurück. Man weiß nicht, was passiert ist und was daraus erwächst- die ganze Geschichte könnte genauso gut der Drogentraum eines Insassen einer psychiatrischen Klinik sein. Da Nino Antidepressiva nimmt, habe ich zeitweilig sogar mit so etwas gerechnet. Alles in allem war ich von dem Buch ziemlich enttäuscht, deshalb gibt es von mir nur 3 Sterne.

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(81)

123 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 11 Rezensionen

mafia, zeugenschutzprogramm, killer, krimi, arzt

Schneller als der Tod

Josh Bazell , Malte Krutzsch
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 15.05.2012
ISBN 9783596512041
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dr. Peter Brown arbeitet als Assistenzarzt im Manhattan Catholic Hospital, dem schrecklichsten Krankenhaus in New York. Der Tag beginnt schon schlecht mit einem versuchten Raubüberfall, den Dr. Brown aber problemlos abwehrt. Auf der Station dann der Schock: einer der Patienten erkennt ihn. An und für sich kein Grund zur Besorgnis, aber Dr. Peter Brown heißt eigentlich Pietro Brwna und war ein Auftragskiller der Mafia. Er sagte gegen die Mafia aus und kam in ein Zeugenschutzprogramm.
Bevor er reagieren kann, hat der Mobster schon einen Freund angerufen: sollte er im Krankenhau sterben, wird die Mafia erfahren, wo sich Peter aufhält. Zu dumm nur, dass der Mafiosi wegen seiner Krankheit schon fast tot ist. Noch schlimmer: der operierende Arzt ist ein Trottel. Peter darf sich mit übereifrigen Studenten, pedantischen Oberärzten, nörgelnden Patienten und dem ganz alltäglichen bürokratischem Wahnsinn eines Krankenhaus herumschlagen- und die ganze Zeit sitzt ihm buchstäblich die Pistole im Nacken...

Die Idee, aus einem Killer einen Arzt zu machen, fand ich sehr innovativ und interessant. Peter oder Pietro, von der Familie Bärenpratze genannt, ist ein zynischer und abgehärteter Mann, der aber trotzdem seinen Idealismus bewahrt hat. Nach dem Tod seiner Großeltern baute er Kontakte zur Mafia auf, blieb aber ein "rechtschaffener" Killer, da er nur Leute tötete, die es auch verdient hatten.
Doch eines Tages geht etwas schief und seine Blitzkarriere fällt steil bergab. Man kann aus der Mafia nicht einfach so aussteigen, wie er bald sehr schmerzhaft erfahren muss. Trotz großer persönlicher Verluste versucht er ein besserer Mensch zu sein und stellt das Wohl seiner Patienten über sein eigenes.
Josh Bazell ist selbst Arzt und hat großes medizinisches Fachwissen in den Roman hineinfließen lassen, welches durchweg interessant ist, aber nie belehrend wirkt. Die Krankenhaus-Verwaltung ist das reinste Irrenhaus und jeder versucht so gut wie möglich seinen Arbeitstag zu überstehen- und mit etwas Glück vielleicht sogar mal einem Patienten zu helfen. Der Roman übt starke Kritik am Gesundheitswesen, aber auf humorvolle Art, auch wenn dieser häufig Galgenhumor ist. Jeder kennt Horrorberichte aus dem Krankenhaus: Ärzte, die 48 Stunden Dienst hatten und dann eine Not-OP an einem Patienten durchführen müssen, vergessene Tupfer und falsch dosiere Medikamente. Bazell spricht diese Problematik deutlich aus.

Was das Buch so besonders macht, ist sein Humor und seine Grundstimmung. Es macht einfach großen Spaß, Peters Klinikalltag zu verfolgen. Ungefähr ein Drittel des Romans erzählt in Rückblenden sein Mafialeben und wie er im Zeugenschutzprogramm landete. Im Vergleich zu den Krankenhausepisoden sind sie nicht ganz so spannend, aber wichtig, um den Charakter zu verstehen. Peter ist zwar deutlich überzeichnet und mutiert teilweise zu einer Mischung aus MacGyver und Superman, aber dies tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und kann es jedem Fan von schwarzhumorigen Romanen empfehlen- nur vielleicht nicht unbedingt, wenn man selbst ins Krankenhaus muss... 5 von 5 Sterne.

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191 Bibliotheken, 5 Leser, 5 Gruppen, 43 Rezensionen

fantasy, liebe, krieg, prinzessin, alera

Geliebter Feind

Cayla Kluver , Henriette Zeltner
Fester Einband: 555 Seiten
Erschienen bei Piper, 11.08.2010
ISBN 9783492702164
Genre: Fantasy

Rezension:

Vor Jahren entführten die Cokyrer neunundvierzig Babys aus Hytanica, kurze Zeit später fanden die Hytanier achtundvierzig Babyleichen. Von einem vermissten Baby fehlte jede Spur.
Jahre später ist die Kronprinzessin Alera aus Hytanica im heiratsfähigen Alter und soll auf Wunsch ihres Vaters den jungen Soldaten Stendor heiraten, der somit König werden soll, wobei Alera als Königin eher schmückendes Beiwerk ist.
Alera kann Stendor jedoch nicht ausstehen. Eines Nachts wird eine cokyrische Frau auf dem Palastgelände gefangengenommen, kurze Zeit später ein cokyrischer Junge namens Narian, der sich jedoch als das lang vermisste Baby entpuppt. Während die meisten Narian misstrauen, da man sich seiner Loyalität nicht sicher sein kann, ist Alera von ihm fasziniert und sucht seine Nähe...

Das Buch konnte mich nicht überzeugen. Den allergrößten Teil bestreiten Aleras Klagen über Etikette, ihre Pflichten als Kronprinzessin, Kleidung und den ach so phantastisch aussehenden doch unerträglich arroganten Stendor. Der "Feind", geliebt oder nicht, taucht erst nach dem halben Buch auf, als mir Alera schon längst gehörig auf die Nerven ging und jegliche Sympathien verscherzt hatte.
Es passiert einfach nichts! Auf jeder Seite wiederholen sich Aleras Zweifel bezüglich Stendor, dabei ist sie es selbst, die ein äußerst zweifelhaftes Benehmen an den Tag legt, wenn sie sich heimlich mit Narian trifft. Ihre Leibwächter sind wirklich nicht besonders professionell, denn sie merken lange nichts. Ich habe mich beim Lesen sehr gelangweilt. Erst in den letzten fünf Kapiteln nimmt die Geschichte endlich ein bisschen Fahrt auf.
Besonders gut ausgearbeitet sind weder die Charaktere noch das Königreich. Anhand der Schilderungen meint man, Hytanica bestehe nur aus dem Schloss und vielleicht drei Feldern rundherum, wenn die Cokyrer bis auf wenige Stunden zu Pferd an das Schloss herankommen.
Insgesamt gesehen waren zwar hier und da ein paar interessante Stellen, die es aber auch nicht schaffen das Buch zu retten. Es gibt schon zig (besser geschriebene) Bücher dieser Art. Ich gebe 2,5 von 5 Sternen.

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(72)

137 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 27 Rezensionen

schicksal, liebe, bestimmung, humor, gott

Schicksal!

S. G. Browne , Momo Evers , Falk Behr
Flexibler Einband: 409 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 26.09.2011
ISBN 9783426226049
Genre: Fantasy

Rezension:

Sergio fühlt sich missverstanden: Jeder macht ihn für sein verkorkstes Leben verantwortlich! Dabei ist es doch nicht Sergios Schuld, dass die Bevölkerungszahl explodiert ist, Menschen sich permanent von allen möglichen Sachen ablenken lassen und er deshalb total überarbeitet ist.
Sergio ist das Schicksal, doch mittlerweile verteilt er das Schicksal der Menschen über ein PC-Programm und ist ansonsten zum Zuschauen verdammt. Während seine Menschen chronisch scheitern und er Vorladungen zu Jerry (=Gott) bekommt, weil er seine Quoten nicht einhält, stöckelt seine On/Off-Freundin, die Bestimmung, über die Welt und lenkt ihre Menschen auf ihrem Pfad der Bestimmung (wie Einstein und Leonardo da Vinci), während Schicksal sich in erster Linie um die breite Masse und die Verlierer kümmert.
Kein Wunder, dass er seinen Job nicht mehr ausstehen kann und lieber mit Faulheit und Völlerei in einer Bar abhängt. Doch eines Tages trifft er seine neue Nachbarin Sara und verliebt sich in sie. Dumm nur, dass Jerry so etwas strengstens verboten hat und Sara obendrein auf dem Pfad der Bestimmung wandelt. Sergio will trotzdem das Schicksal herauszufordern- immerhin ist er es selbst...
Die ersten 2/3 des Buches haben mir wunderbar gefallen. Wenn man sich diesen Pleiten, Pech und Pannenverein der himmlischen Wesen anguckt, wird klar, warum auf der Erde so schrecklich viel verkehrt läuft ;). Sergio ist sehr sympathisch, sein Zynismus unterhaltsam zu lesen und auch sehr zutreffend. Jeder kennt diese Situation: etwas läuft schief und man kann es einfach nicht korrigieren, egal wie hart man es versucht und wie gut man es besser weiß. Einen großen Kritikpunkt hätte ich allerdings: Sergio beschwert sich, dass die Menschen ihrem ihnen zugedachten Schicksal ausweichen und somit ständig selbst unter ihren Möglichkeiten bleiben, weshalb er Ärger mit seinem Boss hat. Sobald er einen Menschen sieht, weiß er, wie er sich entwickeln wird und welche Fehler er machen wird. Wenn er das aber von vorneherein weiß: warum weist er ihnen nicht einfach dieses Schicksal zu? Dann stimmen auch seine Quoten. Außerdem kann Jerry ihm kaum Schuld geben, denn Sergio ist es als einem der wenigen "Großen" (wie auch Tod) nicht erlaubt, seine Menschen zu beeinflussen. Alle anderen, wie Krieg, Karma, Faulheit, Versuchung etc. tun es andauernd und verändern somit die Schicksale von Sergios Menschen, also ist es ihre Schuld und nicht seine. Wenn er nichts verändern darf, kann er auch keine Quoten erfüllen oder korrigierend eingreifen. Großer Denkfehler für ein allmächtiges Wesen wie Jerry...
Der Roman ist wunderbar selbstironisch und hat viele saukomische Situationen. Wenn der Autor dieser Linie treu geblieben wäre, hätte ich locker 5 Sterne vergeben. Leider gibt es, sobald die Beziehung zu Sara publik wird, einen starken Bruch in der Erzählweise. Danach ist es nicht mehr unterhaltsam, sondern nur noch deprimierend. Obwohl das Ende in gewisser Weise positiv ist, hat sich der Status quo nicht geändert: Sergio ist wie alle anderen immer noch dem "göttlichen Plan" unterworfen und er hat keine Möglichkeit (ebenso wenig wie Sara), aus eigener Kraft etwas zu ändern. Warum also auch nur versuchen?
Zu Beginn toll, das Buch nahm sich auch selbst nicht allzu ernst und hat mir somit einige schöne Stunden beschert. Da mich der hintere Part aber sehr heruntergezogen hat, gibt es Punktabzug: 3,5 von 5 Sternen.

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(16)

28 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

aerie, jungendliche, bücherreihe, abenteuer, kinderbuch

Die Bücher von Umber - Das Ende der Zeit

Paul W. Catanese , Birgit Schmitz
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.10.2012
ISBN 9783551553485
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Lord Umber versinkt in Schwermut und nur ein weiteres riskantes Abenteuer kann ihn aufmuntern. Zwar schaffen es Umber, Hap und ihre Freunde lebendig wieder nach Hause, doch dort wartet schon ein ganzer Berg Probleme auf sie: die Hexe, die Umber einsperrte, verhält sich seltsam; der alte König liegt im Sterben (und sein einziger überlebender Sohn ist ein machtgieriger Mörder) und ein seltsames Monster greift die Schiffe an.
Außerdem muss Hap endlich den Umgang mit seinen Kräften erlernen. Nur ein ausgebildeter Fädenzieher kann in die Welt reisen, die Umber einst verließ. Doch dafür ist das größte aller Opfer nötig...

Ich habe von den "Büchern von Umber" nur diesen einen abschließenden Band gelesen, werde mich jetzt aber nach Band 1 und 2 umsehen. Man erhält zu Beginn von Band 3 einen kurzen Überblick über die vorherigen Geschehnisse, so dass man nicht ganz unvorbereitet ins kalte Wasser stürzt.
Die Geschichte ist spannend zu lesen. Umbers und Haps Mitstreiter sind sehr schön und lebensnah ausgearbeitet und stellen die beiden Hauptcharaktere Hap und Umber beinahe in den Schatten. Es gibt eine Menge phantastischer Wesen: eine eifersüchtige Schlingpflanze; Wale, die Gondeln tragen und Bäume, die kleine Monster gebären. Der Autor hat viel Phantasie benutzt, das Buch wirkt aber trotzdem an keiner Stelle überladen.
Was mich ein bisschen gestört hat: der Schluss ist sehr abrupt. Es gibt eine Finalschlacht, die schlagartig endet. Hap muss zwar ein großes Opfer bringen, findet seine Kräfte aber durch einen ganz einfachen Kniff und wandelt sich innerhalb von Minuten von einem unbedarften Jungen zu einem vollwertigen Fädenzieher. Warum ausgerechnet er ausgesucht wurde und was ihn so besonders macht, wird auch nicht aufgelöst. Dann ist die Haupthandlung plötzlich beendet. Zum Glück gibt es noch einen Jahrzehnte später angesiedelten Epilog, so dass man erfährt, was aus allen geworden ist.

Alles in allem ist "Das Ende der Zeit" ein spannendes Jugendabenteuer mit phantastischen Geschöpfen, wegen des allzu abrupten Endes gebe ich aber 4 von 5 Sterne.

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(139)

253 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 74 Rezensionen

fantasy, wasser, quellen, menschlichkeit, undae

Zwölf Wasser - Zu den Anfängen

E. L. Greiff
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.08.2012
ISBN 9783423249140
Genre: Fantasy

Rezension:

Vor hundert Jahren verloren die Welsen einen Krieg gegen die Allianz. Der größte Teil ihres Landes wurde verbrannt. Nur in der Stadt Goradt leben einige tausend Welsen, die mit ihrem berühmten Welsenstahl handeln und vollkommen von Pram und seinen Lebensmitteln abhängig sind.
In Goradt leben in einer Grotte auch die Undae, hohe Frauen, die mit dem Wasser kommunizieren. Eines Tages verkünden sie, dass "etwas vorgeht": da Wasser schweigt, die Quellen versiegen und mit jeder Quelle geht eine Eigenschaft der Menschlichkeit verloren. Drei Undae mit drei Begleitern machen sich auf den Weg, die Quellen zu retten und zu erkunden, warum sie versiegen. Ihnen schließen sich die unterschiedlichsten Gefährten an, wie der Hirte und Falkner Babu mit seinem riesigen Falken und der Dichter Wigo samt Dienern. Doch es müssen schmerzliche Verluste und große Opfer gebracht werden, bis die Quellen wieder fließen...
"Zwölf Wasser" ist ein klassisch-phantastisches Werk, für das man besonders zu Beginn einige Geduld mitbringen sollte. Der erste Teil behandelt Babus Leben bei seinem Hirtenstamm und macht den Einstieg aufgrund der Vielzahl von Namen und Gegebenheiten schwer. Der ganze Roman ist eher tiefsinnig. Es gibt wenige Actionszenen, aber die Charaktere werden immer wieder vor in jeder Hinsicht schwierige Fragen gestellt, sowohl körperlicher als auch moralischer Natur. Besonders zum Schluss hin bekommt das Buch einen philosophischen Einschlag.
Zwölf Wasser unterschieden sich sehr von der gängigen Fantasyliteratur. Besonders auffallend ist die Komplexität der Welt. Jedes einzelne Detail ist gut durchdacht, man hat die Vorstellung eines sehr fein gewebten Teppichs, bei dem man erst ganz zum Schluss, wenn alles an seinem Platz ist, den Wert des einzelnen Knotens und das gesamte Muster erkennen kann.
Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn es einige Längen gab. Man muss sich auf dieses Werk einlassen. Ich gebe 4 von 5 Sternen.

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(85)

164 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

mord, marina esposito, thriller, england, phil brennan

Entrissen

Tania Carver , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.06.2011
ISBN 9783548283258
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Drei Morde an hochschwangeren Frauen: während bei den ersten beiden der Fötus ebenfalls tot gefunden wird, ist das dritte Baby spurlos verschwunden. Die Ermittler stehen unter Zeitdruck, denn das Baby könnte noch am Leben sein- allerdings braucht es sofortige medizinische Unterstützung.
Da die Zeit drängt, zieht Inspector Detective Phil Brennan die Profilerin Marina Esposito hinzu, die bei ihrem letzten Einsatz für die Polizei verwundet wurde und außerdem eine Affäre mit Phil hatte. Trotzdem erklärt sie sich bereit zu helfen, was sich zu einem Alptraum für sie auswächst, denn sie ist ebenfalls schwanger- und der Täter hat eine Liste...

Das Buch war sehr spannend, teilweise sehr grausam und hinterlässt ein äußerst ungutes Gefühl. Die Vorstellung von einem solchen Mörder ist einfach abartig, auch wenn es leider solche Vorkommnisse schon in der Realität gegeben hat.
Die Aufklärung des Falles hat mir gut gefallen: die Polizei leistet Ermittlungsarbeit und stellt sich weder außergewöhnlich dämlich an, noch kommt ihnen Kommissar Zufall zu Hilfe. Alle Charaktere waren sehr menschlich dargestellt, was bei Frustration auch schon zu einem Wutausbruch führen kann. Man konnte zwar nach der Hälfte des Romans absehen, wie sich das ganze entwickeln würde, trotzdem blieb ich bis zum Schluss an den Seiten kleben.
Alles in allem gebe ich 4 Sterne.

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(118)

265 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 16 Rezensionen

harry hole, norwegen, krimi, kongo, oslo

Leopard

Jo Nesbø , Günther Frauenlob , Maike Dörries
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.03.2011
ISBN 9783548283210
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach dem Schneemann-Fall ist Harry Hole physisch und psychisch ein Wrack. In Hongkong betäubt er sich mit Opium und versteckt sich vor den Triaden. Seine junge Kollegin Kaja schafft es ihn zurück nach Norwegen zu holen. Zwar weigert sich Hole zu Beginn, bei den Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Serienkiller zu assistieren, lässt sich aber schließlich doch überreden. Doch der Fall ist nicht nur aufgrund der bizarren Morde und der Presse brisant, sondern auch ein Politikum: die Regierung will sparen und nur noch ein Mordermittlungsteam finanzieren. Wer den Mörder schnappt, dessen Team wird bleiben...

Harry Hole ist ein genialer Ermittler, doch seine Prinzipien decken sich nicht unbedingt mit dem Gesetz. Als Charakter ist er interessant zu verfolgen (auch wenn man ihm aufgrund seiner Methoden sicher nicht als Verdächtigem begegnen möchte). Der Thriller ist spannend und zieht den Leser in die Handlung, allerdings war stellenweise viel zu dick aufgetragen. Menschlich sind alle Charaktere authentisch, die Vorgehensweise der Polizei allerdings nicht im Geringsten. Da wird praktisch ohne Beweise ein Haftbefehl unterschrieben (von dem der Staatsanwalt ganz genau weiß, dass er damit eine politische Lawine lostritt). Die Fälle werden noch grausamer, der Täter hat ein noch abstruseres Motiv (und den dazugehörigen Sockenschuss). Alle Indizien weisen glasklar auf einen Täter, der wird verhaftet und stellt sich 2 Seiten später als unschuldig, da wasserdichtes Alibi, heraus . Dafür weisen jetzt alle Indizien eindeutig auf einen anderen und das Spiel geht von vorne los, bis alle abgeklappert sind. Das wäre so nicht nötig gewesen. Ales ist unglaublich verschachtelt und verkompliziert, weshalb es irgendwann keinen Spaß mehr macht "selbst zu ermitteln" und zu überlegen, wer es war. Ein ganz dicker Minuspunkt ist das Ende bzw. eine Szene kurz vorm Schluss, die einfach nur lachhaft ist und damit in meinen Augen das ganze Buch nach unten zieht. Wer das Buch gelesen hat, weiß Bescheid.
Alles in allem spannend, aber man hätte einige Seiten voller sich immer wiederholender langer Monologe voller Selbstzweifel einsparen können. Ich gebe 4 von 5 Sternen.

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(715)

1.307 Bibliotheken, 17 Leser, 7 Gruppen, 308 Rezensionen

dystopie, starters, enders, body bank, zukunft

Starters

Lissa Price , Birgit Reß-Bohusch , Birgit Ress-Bohusch
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.03.2012
ISBN 9783492702638
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach den Sporenkriegen ist Nordamerika verwüstet. Nur 2 Bevölkerungsgruppen haben dank Impfungen überlebt: die Starters (Teenager und Kinder) und die Enders (Senioren). Dank der Medizin ist auch ein Alter von 200 erreichbar, doch das ist für viele schwerreiche Enders nicht genug: in der Bodybank mieten sie sich Körper von Starters, um noch einmal jung sein zu können.
Callie ist eine minderjährige Waise und lebt mit ihrem jüngeren Bruder auf der Straße, ständig auf der Flucht vor den Marschalls, die sie in Arbeitsheime stecken. Obwohl sie der Body Bank zutiefst misstraut, willigt sie ein, da ihr Bruder krank ist und sie das Geld brauchen. Doch etwas geht schief: Callie erwacht in einer Disco, obwohl die Mieterin noch drei Wochen in ihr hätte bleiben sollen. Callie beginnt Nachforschungen anzustellen und entdeckt eine ungeheuerliche Verschwörung...

"Starters" ist ein sehr spannendes Buch, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Es hat mich sofort eingesogen und lange nicht aus seinem Bann gelassen. Genau wie Callie war der Leser ahnungslos und obwohl man ein bisschen vorausahnen konnte (Callie war trotz allem recht naiv), fühlte man sich ihr nah, als sie die Wahrheit aufdeckte. Klar, die Zielgruppe des Romans entspricht Callies Alter.
In Starters wird eine Zukunftsvision geschildert, die im Generationenkrieg liegt. Auch wir haben schon ähnliche Probleme. Genug Leute beschweren sich über "die Jugend von heute", während die Jüngeren nicht das geringste Verständnis für ältere haben, die nun einmal nicht mehr so schnell können und verstehen. Aber auch der älteren Generation mangelt es an Toleranz: Kinder müssen Kinder bleiben können und können nicht wie Maschinen an- und abgestellt werden.
In Callies Welt haben die Enders das Zepter fest in der Hand und sind nicht gewillt, es je wieder loszulassen. Zwar sind nicht alle Enders steinreich und menschenverachtend, aber der Grundtenor ist trotzdem derselbe. Die Kinder könnten nicht auf sich selbst aufpassen und müssten zu ihrem eigenen besten in Heime, bzw. zum Arbeiten gezwungen werden.
An dieser Stelle wird die Zukunftsvision allerdings stark unrealistisch: es gibt mehr Enders als Starters, und seit den Kriegen wurden keine Kinder mehr geboren. Es weiß auch niemand, ob das so bleibt. Trotzdem werden die Kinder, die es noch gibt, misshandelt und teilweise umgebracht- obwohl sie das wertvollste Kapital sind, dass die Enders haben. Einsperren etc. kann ich noch nachvollziehen, aber nicht eine solche Vorgehensweise.
Ich hätte mir auch ein paar mehr Hintergründe über die Kriege und den Vorgang des Mietens gewünscht. Soweit ich das verstehe, wurde Callies Geist mithilfe eines Chips "abgeschaltet" und die Mieterin hat ihren Körper besetzt. Aber wo ist der "Geist" der Mieterin lokalisiert? Im Chip? Oder kann man sich das eher als so eine Art Funkverbindung vorstellen? Die Welt ist technisch extrem weit fortgeschritten (man denke nur an 200 bis sogar 250 Jahre alte Menschen). Trotzdem wird so umständlich gehandelt. Warum nicht einen Ender klonen? Dann haben sie den richtigen Körper, sogar ohne Wirtsgeist, und müssen auch keine Inkompabilitäten, Menschenrechtsverletzungen oder was weiß ich befürchten.
Insgesamt mochte ich den Roman allerdings. Callie war bis zu einem gewissen Grad eingesperrt, in ihrem Vertrag, im Leben der Mieterin, und später in ihren Geheimnissen. Man konnte ihre Klaustrophobie, ihre Angst und das Gefühl des Verlassen seins gut nachvollziehen. Für einen Jugendroman ist die Geschichte gut ausgearbeitet und es allemal wert, sich einige Stunden darin zu versenken. Auch wenn die mittlerweile standardmäßige Liebesgeschichte alles verkomplizieren muss, nimmt sie nicht das ganze Buch ein und passt in die Rahmenhandlung. Von mir also eine Leseempfehlung und 4,5/ 5 Sterne.

"Starters" ist ein sehr spannendes Buch, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Es hat mich sofort eingesogen und lange nicht aus seinem Bann gelassen. Genau wie Callie war der Leser ahnungslos und obwohl man ein bisschen vorausahnen konnte (Callie war trotz allem recht naiv), fühlte man sich ihr nah, als sie die Wahrheit aufdeckte.
In Starters wird eine Zukunftsvision geschildert, die im Generationenkrieg liegt. In Callies Welt haben die Enders das Zepter fest in der Hand und sind nicht gewillt, es je wieder loszulassen.
Ich hätte mir ein paar mehr Hintergründe über die Kriege und den Vorgang des Mietens gewünscht. Insgesamt mochte ich den Roman allerdings. Für einen Jugendroman ist die Geschichte gut ausgearbeitet und es allemal wert, sich einige Stunden darin zu versenken.

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113 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

fantasy, werwölfe, liebe, werwolf, jugendbuch

Jägerin des Mondlichts

Christine Johnson , Ursula Walther
Flexibler Einband: 315 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.04.2011
ISBN 9783548283173
Genre: Fantasy

Rezension:

Claire wird 16 und auf ihrer Party lernt sie endlich ihren Schwarm Matthew etwas besser kennen. Alles könnte perfekt sein, wenn sie nicht immer wieder diesen scheußlichen Juckreiz und Ausschlag bekommen würde. Dann weiht ihre Mutter sie in ein Familiengeheimnis ein: beide sind Werwölfinnen. Claire kann es nicht fassen, doch in der nächsten Vollmondnacht wird sie dem Rudel vorgestellt.
Claire hadert mit dem "Fluch", besonders als ihre Beziehung zu ihrer besten Freundin Emily und ihrem Schwarm Matthew dadurch gefährdet wird. Sein Vater ist ein berühmter Werwolfjäger und will sie "heilen", bringt sie aber eher damit um. Als eine Reihe von Menschen durch Werwölfe getötet werden, wird die Stadt spürbar nervös. Emily wird von ihren Eltern weggeschickt, niemand traut sich mehr nachts nach draußen und das Rudel gerät in immer größere Gefahr. Wer steckt hinter den Morden? Eine Abtrünnige- oder eine des Rudels? Wie kann Claire trotzdem mit Matthew zusammenbleiben- sie muss ihn doch von vorne bis hinten belügen...

Jägerin des Mondlichts spielt in einem typisch amerikanischen Vorstadtmilieu. Bei ihrer Sweet-Sixteen-Party wird Claire eingeweiht. Erst ist sie panisch, dann nimmt sie ihre Verwandlung schnell an. Wenn man bedenkt, dass die Werwölfe für sie lange "Monster" waren, fand ich den Wandel etwas unglaubhaft.
Matthew ist der perfekte Schwarm, aber sein Charakter ist so glatt, dass er fast nichtssagend war. Man konnte sein Verhalten in jedem Falle genau vorhersehen. Bei Claire sah es ähnlich aus. Alle Charaktere sind im Grunde sehr schablonenhaft und sind entweder gut oder böse, Zwischentöne gibt es nicht. Auch der Mörder hat kein wirkliches Motiv, sondern handelt eher aus Bosheit.
Der Spannungsbogen folgte ebenfalls den Erwartungen. Es gab an keiner Stelle Überraschungen, irgendwie hat man alles so erwartet und auch schon einige Male gelesen. Die Welt weiß über Werwölfe Bescheid, hat aber kein wirkliches Wissen. So sind zB alle Wölfe weiblich, die Menschen tippen aber eher auf Männer. Auch die Wölfinnen selbst haben keine Ahnung von ihrer Geschichte oder ihren Hintergründen, so wissen sie noch nicht einmal genau, warum männliche Föten abgetrieben werden. Das Buch schaffte es nicht mich zu überzeugen, da kein Funke übersprang. Claire ist nett, aber ihr Schicksal lässt den Leser ziemlich kalt. Ein freundliches Mädchen von nebenan, aber keine wirklich herausragende Person.
Der Roman war angenehm zu lesen, mehr aber auch nicht. Man konnte den Verlauf gut nachvollziehen und der Geschichte ohne Anstrengung folgen. Deshalb vergebe ich die goldene Mitte: 3 Sterne.

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506 Bibliotheken, 2 Leser, 5 Gruppen, 59 Rezensionen

thriller, arno strobel, psychothriller, regensburg, münchen

Der Trakt

Arno Strobel
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 15.05.2012
ISBN 9783596512454
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Alptraum wird wahr: Sibylle Aurich erwacht in einem Keller, angeschlossen an diverse medizinische Geräte. Der Arzt sagt ihr, dass sie einen Unfall hatte und sich erholen muss, aber Sibylle will sofort nach Hause, zu ihrem Mann Hannes und ihrem Sohn Lukas- der laut Arzt nicht existiert. Zwar schafft sie es zu flüchten, aber als sie endlich völlig aufgelöst nach Hause kommt und Hannes um den Hals fallen will, verleugnet er sie. Sibylle kann es nicht fassen- warum behaupten alle, sie wäre nicht Sibylle, welche seit zwei Monaten vermisst wird und auf Fotos total anders aussieht? Und was ist Lukas zugestoßen? Die Polizei glaubt ihr nicht und mehrere Männer verfolgen sie- wem kann sie noch trauen?

Der Roman hat ausgezeichnet angefangen und mich die ersten Kapitel verschlingen lassen. Sibylle zweifelt an ihrem Verstand und der Leser kann es gut nachfühlen. Man hat schließlich nur seine eigenen Erinnerungen als Maßstab für die Identität und Wirklichkeit. Wenn niemand einen kennt und keine Fotos existieren- ist man dann verrückt, wenn man sich an alles erinnert, selbst an die kleinsten Details? Sibylle wird immer verzweifelter und kann niemandem trauen, muss aber Hilfe annehmen. Auch der Leser wird immer wieder in die Enge geführt und verdächtigt mal diesen, mal jenen Charakter. Zwar macht Sibylle einige dumme Fehler, die aber ihrer Situation geschuldet sind und ihre Verzweiflung noch glaubwürdiger machen.
Ich war sehr gespannt, wie der Autor das Buch auflösen würde. Verschwörung? Plastische Chirurgie? Drogen? Leider hat mich des Rätsels Lösung aber nicht überzeugen können. Der größte Teil des Buches wirkt echt und real, der Hintergrund aber ist Fiktion und das hat mich etwas enttäuscht, da es viel schwieriger ist sich einen plausiblen Grund auszudenken anstatt einfach etwas aus dem Hut zu zaubern.
Alles in allem war das Buch aber sehr spannend und mitreißend, deshalb gebe ich 4 von 5 Sternen.

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(58)

94 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 26 Rezensionen

zukunft, thriller, dystopie, portal, weltuntergang

Dystopia

Patrick Lee , Ulrike Thiesmeyer , ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.03.2012
ISBN 9783499254796
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei einem missglückten Versuch hat sich mitten in Amerika ein seltsames Portal geöffnet, welche Entitäten genannte Gegenstände in unsere Welt schickt. Die meisten dieser Entitäten sind potenziell extrem gefährlich, weshalb die Organisation Tangent Portal und Entitäten schützt.
Nach seinem Abenteuer mit Tangent fristet Travis ein Leben als Packhilfe. Da erreicht ihn ein Hilferuf von Paige: ihr Team wurde auf dem Rückweg von einer Konferenz beim Präsidenten überfallen und fast komplett aufgerieben. Zusammen mit Bethany (Tangent) versucht er Paige zu retten- und deckt eine gewaltige Verschwörung auf, die das Ende der Zivilisation bedeuten würde, und zwar in nur wenigen Wochen...
"Die Pforte" hat mir gut gefallen. Ein spannender SF-Thriller, der einen mitreißt, sich aber nicht allzu sehr auf die technische Seite schlägt. Im zweiten Band Dystopia spielt die Handlung außerhalb des Tangent-Territoriums, stattdessen finden große Teile in einer zerstörten Parallelwelt (oder der richtigen Welt?) statt. Die Entitäten spielen zwar wieder eine wichtige Rolle und es werden auch einige sehr interessante Dinge vorgestellt, der Focus liegt aber eindeutig auf den Actionszenen. Von eine Organisation wie Tangent, und mit deren Möglichkeiten, hätte ich mir etwas mehr Erfolg bei den Ermittlungen versprochen, letztendlich wird der allergrößte Teil der Arbeit von dem "Zivilisten" Travis erledigt.
Alles in allem fand ich das Buch sehr spannend und flüssig zu lesen. Die Handlung war einfach nachzuvollziehen und man macht sich schnell seine eigenen Gedanken um die ganzen Hintergründe. Ich denke, man kann Band 2 auch verstehen, wenn man den ersten nicht kennt. Ich für meinen Teil war vollauf zufrieden und freue mich auf Band 3.

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(349)

558 Bibliotheken, 9 Leser, 4 Gruppen, 76 Rezensionen

dystopie, wüste, jugendbuch, tod, virus

Die Auserwählten - In der Brandwüste

James Dashner , Anke Caroline Burger
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.06.2012
ISBN 9783551520357
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Thomas und seine Freunde sind endlich dem Labyrinth entkommen. Von ihren Rettern werden sie aber bereits kurze Zeit später im Stich gelassen, vor den Fenstern des Schlafsaals wimmelt es auf einmal vom zombieähnlichen Cranks und statt Teresa ist ein fremder Junge in ihrem Zimmer.
Die Lichter müssen erkennen, dass alles nur ein weiterer Test von ANGST ist: wie die Versuchskaninchen sollen sie Prüfungen bestehen- Sinn und Zweck wird ihnen aber nicht mitgeteilt. Da sie keine Wahl haben, folgen sie den Anweisungen und landen in der Brandwüste, wo die Sonne vom Himmel knallt und die Cranks leben. ANGST verspricht den Überlebenden Hilfe und Heilung, aber kann man sich überhaupt noch auf deren Wort verlassen?

Nach dem überschaubaren Labyrinth spielt die Brandwüste in einem Gefängnis anderer Art. Neben den Monstern und Cranks ist die Umwelt ebenfalls ein Feind der Lichter. Naturkatastrophen sind gang und gebe. Noch immer leiden alle unter Gedächtnisverlust, nur Thomas hat ab und an aus dem Zusammenhang gerissene Flashbacks, die ihm aber auch nicht weiterhelfen, sondern eher noch tiefer in die Verzweiflung stürzen.
Man erfährt zwar ein paar wenige Sätze über den Weltuntergang, allerdings wird Thomas recht schnell wieder abgewimmelt und auch Angst erklärt eigentlich nichts Neues. Im Grunde genommen ist der Leser immer noch genauso schlau wie am Ende von Band 1. Band 2 endet zwar mit einem verlockenden "wir werden ihnen die Erinnerungen wiedergeben", aber ich traue ANGST mittlerweile genauso wenig wie Thomas und finde es schade, dass man nur immer wieder vertröstet wird. Natürlich will der Autor die Spannung erhalten, aber Thomas hätte innerhalb des Buches Möglichkeiten gehabt zumindest mit den Cranks längere Gespräche zu führen und hat diese nicht genutzt.
Anscheinend gibt es die Antworten aber auch nicht im abschließenden Band, denn der Autor hat noch ein Prequel vor Band 1 angekündigt, damit man die Zusammenhänge verstehen kann.
Was bleibt? Ein sehr spannendes Buch, das man flüssig wegliest. Allerdings sind mir für ein Jugendbuch viel zu brutale Szenen enthalten. Prüfungen schön und gut, aber einige Sachen dienen nicht dazu etwas aus ihrem Verhalten zu lernen, sondern sind einzig dazu da die Jugendlichen zu foltern. "Notwendige" Grausamkeit, die der Fluss der Geschichte verlangt, ist eine Sache, aber stellenweise hatte ich den Eindruck der Autor hat Vergnügen daran die Gräuel zu beschreiben.
Insgesamt gebe ich trotzdem 4 Sterne, da das Buch wirklich spannend ist und die Geschichte einen regelrecht einsaugt. Trotzdem hätte ich wirklich gerne endlich mal ein paar Antworten.

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(76)

132 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

geocaching, krimi, siegen, rothaargebirge, gewaltvideos

Knochenfinder

Melanie Lahmer
Flexibler Einband: 462 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 07.04.2012
ISBN 9783404166695
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Rothaargebirge werden in Geocaching-Dosen amputierte Finger gefunden. Das Team um Kommissar Winterberg ermittelt, als sich herausstellt, dass ein 18-Jähriger kurz vorher verschwunden ist. Die Spur führt nicht nur zu begeisterten Geocachern, Hobbyjägern und überambitionierten Nachbarn, sondern auch tief in die Gewaltszene...
Der Roman "Knochenfinder" klang für mich interessant, da das Debüt der Autorin gelobt wurde und mich das Thema interessiert. Obwohl Geocaching nicht mehr ganz neu ist, gibt es verhältnismäßig wenig Erwähnung in der neueren Belletristik.
Das Buch war zwar leidlich spannend, aber nicht besonders tiefgründig. Der entscheidende Hinweis basiert auf einer Gabe und nicht auf harter Ermittlungsarbeit, wodurch sich mir das Gefühl eines deus-ex-machina aufdrängte. Ich weiß, dass diese Fähigkeit auftritt und kenne auch jemanden, fand es aber trotzdem als Höhepunkt der Fallaufklärung zu einfach und zufallsbasiert.
Der Roman ließ sich zwar flott lesen, hebt sich aus meiner Sicht aber nicht von der breiten Masse ab.

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(24)

29 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 23 Rezensionen

köln, soap, lucky, rudi, lale

Wir vom Neptunplatz

Patricia Eckermann , Stefan Müller
Flexibler Einband: 206 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 19.08.2011
ISBN 9783551684493
Genre: Romane

Rezension:

Rudi, Lale, Mark und Lucky leben am Neptunplatz in Köln. Dort müssen sie sich mit den Widrigkeiten des Lebens in der Großstadt, besonders als junger Erwachsener, durchschlagen. Liebe, der Ex, die alte Freundin, der Job, die Wohnung und das Studium- irgendetwas fällt immer an, doch die Freunde meistern jede Schwierigkeit- mehr oder weniger gekonnt...
"Wir vom Neptunplatz" ist ein experimenteller Roman, der ein Soapgefühl einfangen soll. Ich denke, ich gehöre nicht wirklich zur Zielgruppe, da ich auch mit Soaps überhaupt nichts anfangen kann. In vielen kleinen Episoden werden aus wechselnder Perspektive die kleinen Alltagsprobleme geschildert, die angeblich repräsentativ für ein Leben in der Stadt sein sollen und Realität vorgaukeln, andererseits aber jedes noch so weit hergeholtes Klischee erfüllen. Die Quotentürkin, der Schwule (eigentlich sogar mehrere), Liebeskummer, da der Freund Soldat ist, Probleme mit den Mitbewohnern (kiffende Studenten), die Ökos und das Fernsehen. Es wäre vermutlich einfacher, die drei Sätze hinaussuchen, die keine Klischees darstellen, da wäre man vermutlich nach einem Absatz fertig.
Ich habe das Buch lediglich mit reichlich Kopfschütteln gelesen und keinerlei Anreiz gespürt, das weitere Geschehen zu verfolgen. Im Gegenteil, ich fühlte mich von den Autoren für dumm verkauft. In einem Buch erwarte ich so etwas wie einen roten Faden und eine Handlung, keine aufeinanderfolgenden Schnipsel, die bunt durcheinandergewürfelt sind. Obendrein gibt es Rechtschreibfehler und teilweise wenig Ahnung vom Hintergrund.
Bei knapp 200 Seiten ist man schnell fertig (zum Glück!), für mich war es allerdings eine einzige Zeitverschwendung. 1/ 5 Sterne.

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(72)

122 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

nacht, freundschaft, dunkelheit, shyness, mobbing

Die Nacht von Shyness

Leanne Hall , Sylke Hachmeister
Fester Einband: 279 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 12.03.2012
ISBN 9783351041540
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wildgirl will sich entspannen und besucht deshalb mit ihren Arbeitskollegen eine Kneipe in Shyness. Dort fällt ihr Wolfboy auf, der sie sieht- und losheult. Wildgirl ist fasziniert und so spielt Wolfboy den Fremdenführer für sie, durch eine Stadt, die niemals die Sonne sieht. In Shyness tummeln sich allerhand seltsame Gestalten wie zuckersüchtige Kinderbanden und seltsame Psychiater. Wildgirl und Wolfboy erkunden nicht nur die Stadt, sondern auch sich selbst...

Die "Geschichte" wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt, wobei ich es mir hier mit dem Begriff Geschichte- oder Handlung- etwas schwertue. Im Grunde genommen sind es lauter Versatzstücke, je nachdem wo die beiden gerade hingehen. Alle sind erstaunlich stumpfsinnig: es interessiert keinen wirklich, warum es nicht mehr hell wird, weder in Shyness noch außerhalb. Das Phänomen ist bekannt, trotzdem hat Wildgirl noch nie davon gehört, und sie lebt lediglich in einem anderen Block (wo das Licht normal ist). Man bekommt keine vernünftige Erklärung für nichts. Ist Wolfboy ein Werwolf? Was will dieser komische Psychiater? Warum schleppt Wildgirl ihre blöde sperrige Ukulele mit durch enge Tunnel, obwohl sie sie in Wolfsboys Wohnung hätte lassen können (wie das andere Zeugs auch).
Das Buch ist nicht spannend, sondern in erster Linie irritierend. Es gab allerdings ein paar interessante Ideen und Aspekte, weshalb ich 2 von 5 Sternen vergebe.

  (4)
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(434)

937 Bibliotheken, 10 Leser, 8 Gruppen, 137 Rezensionen

liebe, beschützer, heilerin, fantasy, remy

Touched - Der Preis der Unsterblichkeit

Corrine Jackson , Heidi Lichtblau , bürosüd° GmbH
Fester Einband: 413 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.02.2012
ISBN 9783522201575
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 17-jährige Remy lebt bei ihrer Mutter und ihrem gewalttätigen Stiefvater Dean. Obwohl dieser die beiden Frauen ständig misshandelt und krankenhausreif prügelt, ist die Polizei bislang noch nicht aufmerksam geworden, denn Remy hat eine seltsame Gabe: sie kann Verletzungen heilen, die dann allerdings erst einmal auf sie selbst übertragen werden. Doch eines Tages übertreibt es Dean und schlägt Remy bewusstlos. Im Krankenhaus taucht ihr ihr unbekannter Vater Ben auf und nimmt sie mit zu sich nach Hause. Remy hat noch nie jemandem vertraut und kann es nicht glauben, dass ihrem Vater tatsächlich etwas an ihr zu liegen scheint (obwohl er ihr ganzes Leben nur in Form von Unterhaltsschecks erschien, die Dean in Alkohol umsetzte). Auch seine Familie nimmt Remy mit offenen Armen auf, besonders ihre Halbschwester Lucy. Remy hält sich trotzdem bedeckt, da sie nicht als "Freak" enttarnt werden möchte.
Da lernt sie eines Tages Asher kennen, einen Orts-Herzensbrecher mit dem Aussehen eines Models. Obwohl Lucy sie eindringlich warnt, kann sich Remy nicht von ihm fernhalten. Asher ist der einzige Mensch, der es je gespürt hat, dass sie Energien manipulieren kann. Er selbst scheint ähnliche Fähigkeiten zu haben. Remy kann sich nicht zwischen Neugierde und Angst entscheiden. Auch als Asher sich als "Feind" bezeichnet, will sie unbedingt hinter seine Fassade gucken, denn er scheint mehr über sie zu wissen als sie selbst...

Touched ist ein All-Age-Fantasyroman. Junge, sehr schöne Frau mit besonderen Fähigkeiten verliebt sich in fantastisch aussehenden jungen Mann, der zu Beginn sehr distanziert und ein "Bad Boy" ist, sich dann aber ebenfalls Hals über Kopf in sie verknallt und sie danach auf Händen trägt. Natürlich gibt es auf beiden Seiten noch eifersüchtige Geschwister und die obligatorischen Bösewichte. Von den "Grundzutaten" ist Touched also eher ein Standardroman. Was dieses Buch allerdings aus der Masse heraushebt, ist der fantastische Schreibstil. Remy ist keine Mary Sue und musste in ihrem Leben schon viel einstecken, was körperliche und seelische Narben hinterlassen hat. Man kann sehr gut nachvollziehen, wie sie sich von schroffer Abneigung zu Liebe zu ihrer Familie und voller Hoffnung gewandelt hat. Als Charakter ist sie sehr glaubhaft und liebevoll gezeichnet. Ihre Fähigkeiten haben mir ebenfalls gut gefallen, da sie einen hohen Preis dafür bezahlt und somit den Energiewechsel glaubhaft darstellt. Ihre Familie war vielleicht ein bisschen ZU freundlich, aber sie wollten ja auch, dass Remy sich gut eingewöhnt.
Neben Remy verblasst Asher ein wenig. Er erzählt zwar einiges über sich, aber sein Charakter ist viel weniger vielschichtig als Remys. Seine Wandlung von Distanz zu unsterblich verliebt vollzieht sich viel schneller, trotz seiner Animositäten gegenüber Heilerinnen.
Der Stil ist sehr detailreich, aber nicht übermäßig aufzählend. Man kann sich ausgezeichnet in die Lage und auch das Umfeld von Remy einfühlen. Man schlägt das Buch auf und ist sofort "drinnen", ohne sich großartig mit Namen oder fremden Begriffen herumschlagen zu müssen. Da auch Remy erst nach und nach entdeckt, was es heißt eine Heilerin zu sein, wird auch der Leser schrittweise an ihre Fähigkeiten eingeführt.

(VORSICHT SPOILER)
Eine kleine Kritik hätte ich allerdings einzubringen: die ganze "Unsterblichkeits"-Geschichte war in meinen Augen zu dick aufgetragen. Ohne wäre es wesentlich überzeugender gewesen. Auch dass dadurch alle Sinnesfähigkeiten verloren gehen, ist unlogisch. Sehen ist schließlich auch ein Sinn. Außerdem: wie soll man etwas festhalten, das man nicht spürt? Jemand mit großer Kraft würde einfach alles zerbrechen.
(SPOILER ENDE)

Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen finde ich hier das Ende rundherum gelungen. Der Spannungsbogen wird noch einmal kräftig angezogen, die letzten paar Kapitel sind mit Abstand die dramatischsten. Remy hält sich wirklich tapfer und man kann sie schon als Vorbild hinstellen, denn im Gegensatz zu anderen Protagonistinnen kann sie sich durchaus wehren und für sich selbst kämpfen, anstatt permanent aus jeder Gefahr gerettet werden zu müssen.
Mich hat das Buch überzeugt. Es ist eher eine Liebesgeschichte als ein Spannungsroman, aber wer nicht auf jeder dritten Seite wilde Kämpfe erwartet und sich gerne mal Hals über Kopf in einen Roman vertieft, wird sicherlich Gefallen an dem Buch finden. Daher gibt es von mir die volle Punktzahl: 5 von 5 Sterne.

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(11)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

meinungsbildung, ironie, panik, panikmache, essays

Beruhigt Euch!

Silke Burmester
Flexibler Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2012
ISBN 9783462044348
Genre: Sachbücher

Rezension:

Beruhigt euch enthält mehrere kurze Artikel und greift die Panikmache der Medien auf. Es wird sich über Wetter, Royals und die diversen Lebenshilfe-Seiten ausgelassen. Die Artikel selbst sind in der Art der "letzte-Seite-Kolumne" der Wochenzeitschriften verfasst und haben einen sarkastischen, oft überspitzten Ton.
Auch wenn ich die Meinung der Autorin in mehreren Gesichtspunkten teile, verstehe ich ehrlich gesagt nicht, warum sie in dieser Form erschienen. Mit gerade mal 32 Seiten ist es ein kleines Heftchen und wenn man sich gerade eingelesen hat, ist die letzte Seite schon wieder ausgelesen. Der Stil war zwar lustig und man entdeckt unsere Medienlandschaft darin sicherlich wieder, aber für mich persönlich hatte es keinen besonders herausragenden Aspekt. Man wird aber für eine knappe halbe Stunde ganz nett unterhalten.

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(849)

1.747 Bibliotheken, 32 Leser, 12 Gruppen, 253 Rezensionen

liebe, dystopie, krankheit, zukunft, lena

Delirium

Lauren Oliver , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.10.2011
ISBN 9783551582324
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lena sehnt ungeduldig ihren achtzehnten Geburtstag herbei, denn dann wird sie endlich operiert und die Gewissheit haben, dass sie nie an Amor Deliria Nervosa erkranken kann. Sie weiß, dass die Liebe eine gefährliche Krankheit ist, die in der alten Zeit zu Sinnesverwirrungen, Kriegen und Tod geführt hat. Heutzutage wird jeder in den USA operiert, aber es gibt immer noch die Invaliden, die in kleinen Lagern außerhalb der streng abgeschotteten Städte leben und weiterhin infiziert sind.
Lena hat ganz besondere Angst, denn bei ihrer Mutter wirkte die Operation nicht und nach drei Eingriffen entschied sie sich schließlich, Selbstmord zu begehen. Dieser Makel liegt immer noch auf ihrer Familie. Lena zählt die Tage bis zu ihrem Geburtstag, denn sie will nie so enden. Doch dann lernt sie eines Tages Alex kennen, einen Geheilten. Offiziell ist der Umgang mit Geheilten des anderen Geschlechts nicht verboten, aber Lena muss zu ihrem Erschrecken feststellen, dass sie sich immer seltsamer fühlt, wenn sie in seiner Nähe ist. Doch sind diese Gefühle wirklich etwas Schlechtes? Als sämtliche ihrer Wahrheiten ins Wanken geraten, muss sie eine folgenschwere Entscheidung treffen...

Dystopien sind gerade groß in Mode. Die Zukunft sieht wahrhaft düster aus... überall gibt es Überwachungsstaaten, die Menschenrechte werden mit Füßen getreten; Beruf, Partner, Kinderwunsch- alles ist streng reglementiert, die freie Wahl abgeschafft. Delirium fügt sich ebenfalls in dieses Schema ein. Die Menschen werden aber nicht nur durch Angst im System gehalten- Angst vor den Razzien, den Wächtern, der Krankheit Liebe, die letztendlich zum Tod führen soll- sondern auch durch Gehirnoperationen, die gleichgültig machen. Von der Beschreibung her tippe ich auf eine Lobotomie, umsetzbar wäre es also. Wenn man sich die echte Geschichte dieser Operation anschaut, weiß man auch, dass die Lobotomie zu Beginn in Amerika eingesetzt wurde, um unbequeme Menschen wie Geistig Kranke, Homosexuelle oder sogar aufsässige Teenager zu "heilen". Im Zusammenhang mit der immer stärker eingesetzten Kontrolle und Überwachung (Kameras in Städten, der "Gläserne Bürger" etc.) ist die in Delirium geschilderte Zukunftsvision gar nicht so abwegig.
Lena hat in erster Linie Angst, Angst vor allem und vor sich selbst. Ihre Liebe ermöglicht es ihr, diese Angst zu überwinden und sich gegen das System aufzulehnen- womit sie das System allerdings in gewisser Weise bestätigt.
Thematisch ist das Buch sehr interessant und bietet durch die Gehirnoperationen auch etwas Neues, aber die sprachliche Umsetzung hat mich ziemlich enttäuscht. Die Handlung plätschert dahin, es kommt kaum Spannung auf. Ich fühlte mich trotz allem sehr von Lena distanziert. Das Ende war zwar ziemlich überraschend, hat mich aber auch unbefriedigt zurückgelassen. Ein Happy-End gibt es zumindest in diesem Band nicht, es sollen aber noch zwei weitere folgen. Es bleiben auch einige Fragen offen. Alles in allem habe ich das Buch zwar in einem Stück durchgelesen, aber viele Passagen waren langweilig. Die Zukunftsversion ist aber gut geschildert und durchdacht, deshalb gebe ich 3,5/ 5 Sterne.

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(30)

57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

dystopie, london, artefakt, geheimnis, räumer

Nur 6 Tage

Philip Webb , Frank Böhmert
Fester Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 14.03.2012
ISBN 9783551520319
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach den Quarkkriegen vor hundert Jahren liegt London in Schutt und Asche. Das neurussische Imperium hat gewonnen und die Besetzer, die Vlads, lassen ganz London nach einem geheimnisvollen Artefakt von unterprivilegierten Arbeitern durchzusuchen. Cass und ihr jüngerer Bruder Wilbur sind zwei solcher Räumer. Obwohl die Kontrollen streng sind, schleicht sich Wilbur immer wieder auf eigene Faust in die Stadt, denn er ist besessen davon, das Artefakt zu finden. Seine Träume und diverse Comichefte weisen ihm angeblich den Weg. Als er eines Tages wieder spurlos verschwindet, muss Cass ihn erneut suchen und findet ihn schließlich in Lebensgefahr im Big Ben. Doch dort trifft sie auch einen seltsamen Jungen an, Peyto, der ganz offensichtlich nicht aus der Stadt stammt. Peyto und seine Freundin Erin sind ebenfalls verzweifelt auf das Artefakt angewiesen, denn ihre Leute haben es verloren. Und wenn es nicht innerhalb von sechs Tagen gefunden wird, kann dies das Ende der Welt bedeuten...

Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet, man sieht eine blaue Landschaft aus Computerchips, die das zerstörte London nachbilden. Wer auf einen spannenden Endzeit-SF-Roman hofft, wird allerdings enttäuscht. Der Roman wird aus Cass'-Ich-Perspektive erzählt und dreht sich demzufolge nicht nur um die Jagd nach dem Artefakt, sondern auch um ihre Familie, Probleme und ihren ständigen Ärger auf ihren kleinen Bruder.
Der Roman ist zwar für Jugendliche geschrieben, aber stellenweise sehr naiv: natürlich würden zuallererst die prominenten Orte abgesucht, bevor man jeden einzelnen Stein zerbröselt. Außerdem hätte das Artefakt schon wesentlich früher auffallen müssen, es ist ja kaum zu übersehen und muss vor einigen hundert Jahren an seinen jetzigen (öffentlichen!) Platz gebracht worden sein.
Die Erklärungen sind sehr dürftig. Man erfährt so gut wie nichts über Peyto und Erin sowie ihre Leute, und den Hintergrund der ganzen Aktion. Auch wenn man das Zielalter bedenkt, ist die Geschichte in meinen Augen zu einfach gesponnen. Die Handlungen der Personen sind auch nicht nachvollziehbar: Wilbur hätte und würde ständig überwacht werden, wenn er dermaßen weltfremd (und/ oder Epileptiker) ist. Die Eroberer hätten ihn einfach erschossen. Die Jagd nach dem Artefakt gestaltet sich in meine Augen zu einfach. Hinweise in Comics- okay. Telepathische Verbindung zum Artefakt- auch gut. Aber telepathisches Fühlen von Comics? Die Geschichte hangelt sich von Punkt zu Punkt und beschreibt nur die spannenden Szenen ein wenig genauer, aber die Stellen dazwischen, der ganze Lösungsweg, geschieht einfach und wird nicht näher betrachtet.
Das Buch war leidlich spannend, aber leider sehr vorhersagbar. Ich finde, man hätte es deutlich besser ausbauen können, besonders die Ideen der lebendigen Maschinen, oder was das Artefakt genau ist und wo es herkommt. Ein interessanter Punkt, aber kaum näher betrachtet und auch nicht die daraus folgenden Probleme (zB Nährstoffaufnahme) beachtet. Insgesamt gebe ich aber noch 3/ 5 Sterne.

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70 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 19 Rezensionen

thriller, pandora, stimmen, fantasy, mord

Pandoras Tochter

Iris Johansen , Ursula Walther
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.11.2011
ISBN 9783548282589
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Megan Blair ist Ärztin und bemüht, den Menschen zu helfen. Eines Nachts wird sie in einen Autounfall verwickelt: jemand versuchte sie von der Straße abzudrängen. Als sie zu ihrem Onkel Philip fährt, der sie seit dem Tod ihrer Mutter aufzog, erfährt sie Unglaubliches. Sie ist eine Lauscherin und kann "Echos" von Personen in Räumen wahrnehmen. Grady, ein Freund von Philip, hat ebenfalls übersinnliche Kräfte und erzählt ihr, dass der Tod ihrer Mutter kein Unfall war. Ihre Mutter half dem FBI, gegen den Menschenhändler Molino vorzugehen. Dabei wurde sie entführt und misshandelt. Aufgrund des Traumas brachen Pandora-Fähigkeiten durch: ihre Mutter "weckte" Molinos Sohn, der daraufhin wegen der Stimmen wahnsinnig wurde und Selbstmord beging.

Molino will alle "Freaks" auslöschen und deshalb die Chronik, ein Familienstammbaum mit den Fähigkeiten der übersinnlich Begabten, in seinen Besitz bringen. Grady will diese ebenfalls, aber um alle zu schützen.

Zusammen begeben sich Megan und Grady auf die Suche nach der Chronik. Doch Molino ist besessen von Megan und will sie zu Tode foltern, um seinen Sohn zu rächen. Können die beiden Molino entkommen?

"Pandoras Tochter" ist ein Genremix, der sich selbst nicht so ganz entscheiden kann, wo er hingehört. Am ehesten könnte man es wohl als Spannungsgeschichte mit paranormalen Einschüben bezeichnen. Die meiste Zeit über sind Grady und Megan auf der Flucht, leisten aber keine wirkliche Ermittlungsarbeit. Zwar geben Megans Fähigkeiten ihr einen Hinweis auf den Aufenthaltsort der Chronik, aber den hätte man auch anders erhalten können. Ich fand die Handlung zeitweise wirr, vieles passierte nur, um Megan in ein übersinnliches Licht zu rücken.

Mich hat die Liebesgeschichte zwischen Grady und Megan sehr gestört. Angeblich wäre eine stark ausgeprägte Sinnlichkeit ein Teil ihrer Fähigkeiten und daher können sie beide nicht anders... eine Schwärmerei als Teenie ist keine Basis für eine Beziehung. Es wirkte erzwungen, als ob die Autorin meinte, auch noch diese Zielgruppe ansprechen zu müssen.

Alle Charaktere sind übermäßig clever und verfügen über Spezialfähigkeiten, es kam fast ein bisschen X-Men Feeling auf. Für einen Spannungsroman war das zu übertrieben, für Fantasy oder SF längst nicht gut genug ausgearbeitet. Ehrlich gesagt hat mich der Roman ziemlich enttäuscht.

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