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30 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

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Gangsterblues

Joe Bausch
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein extra, 12.10.2018
ISBN 9783864930560
Genre: Sachbücher

Rezension:

Vielen Zuschauern dürfte Joe Bausch als Rechtsmediziner aus dem Kölner Tatort bekannt sein. Doch der Arzt arbeitet hauptberuflich als Regierungsmedizinaldirektor in der Justizvollzugsanstalt Werl und hat somit direkten Kontakt zu Schwerstverbrechern. In „Gangsterblues“ erzählt er die Geschichten dieser Insassen, mal sind sie berührend, mal schockierend, aber immer fesselnd und unterhaltsam.


Eigentlich bin ich kein großer Fan von Kurzgeschichten, da ich immer das Gefühl habe, dass zu viel auf der Strecke bleibt, aber hier habe ich zum Glück eine Ausnahme gemacht. Ein großer Pluspunkt ist in diesem Fall, dass nicht die Taten der Kriminellen im Vordergrund stehen, sondern ihre eigene Person und Geschichte, soweit diese bekannt ist.

In zwölf Kurzgeschichten geht es hauptsächlich um die Täter, manchmal kommt aber auch die andere Seite zu Wort. Diese Täter sind bunt gemischt, es gibt uneinsichtige Schwerstverbrecher, sogar Unschuldige, Schlitzohre oder solche, die tatsächlich versuchen, gegen ihre inneren Dämonen zu kämpfen. Theoretisch handelt es sich hier um True Crime Stories, aber der Blick auf die Verantwortlichen ist nie voyeuristisch, sondern eher von Menschlichkeit geprägt.


Je nach Länge der Kapitel habe ich zehn bis zwanzig Minuten zum Lesen benötigt. Damit ist dies dann auch ein ideales Buch für Zwischendurch.


Da ich selbst noch nie einen Tatort gesehen habe, war mir Joe Bausch bisher unbekannt. Deshalb kann ich auch nicht beurteilen, ob der Tonfall dieses Buchs typisch für ihn ist. In einer leicht schnodderigen Art erzählt er die Geschichten und bedient häufig des Slangs des kriminellen Milieus, was „Gangsterblues“ sehr authentisch wirken lässt.


Fazit: Kurzweilige Kurzgeschichten aus dem echten Knastleben, die berühren und einen besseren Einblick in das Milieu geben.

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(73)

117 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

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Bösland

Bernhard Aichner
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 01.10.2018
ISBN 9783442756384
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als 13-Jähriger wird Ben verurteilt, ein Mädchen erschlagen zu haben. Erst nach vielen Jahren ist er als erwachsener, aber gebrochener Mann wieder auf freiem Fuß. Während seiner Arbeit als Fotolaborant fällt ihm plötzlich das Foto seines Kindheitsfreunds Kux in die Hand. Ben beschließt Kux zu suchen und setzt so einiges in Bewegung. Die Vergangenheit wird wieder aufwirbelt, was ungeahnte Folgen hat.


Bernhard Aichners Schreibstil mit den kurzen, emotionslosen Sätzen und abgehackten Dialogen ist gewöhnungsbedürftig. Zu der Hauptperson seiner Erfolgsreihe um die „Totenfrau“ passte dieser Stil gut, in „Bösland“ hat er aber dafür gesorgt, dass immer eine gewisse Distanz zu Ben blieb und mich sein Leiden weitaus weniger berührt hat, als dies möglicherweise ansonsten der Fall gewesen wäre.

Die Kapitel sind kurz gehalten, manchmal umfassen sie nur eine Seite. Dabei wechseln sich Schilderungen aus der Sicht des Erzählers Ben mit Dialogen ab, die aufgrund ihres Stils wie eine Abschrift einer Tonbandaufnahme wirken.


Gleich zum Ende des ersten Viertels gibt es in „Bösland“ einen ziemlichen Paukenschlag, der die gesamte Handlung auf den Kopf stellt. Allerdings war diese Wendung für mich nicht wirklich unerwartet, ich hatte sie vorher schon kommen sehen.

Was dann folgt ist zwar nicht wirklich überraschend, aber herrlich böse und gemein. Für Ben war das „Bösland“ bisher immer das Leben im Haus seiner Eltern mit dem brutalen Vater gewesen, aber was nun kommt, ist nicht weniger grausam und psychotisch.


Aufgrund der emotionalen Distanz konnte ich mich zwar nicht wirklich in Ben hineinversetzen und so uneingeschränkt mitfiebern, aber dennoch war ich gespannt, wie die Handlung weiter geht und wie sich die gesamte Angelegenheit auflösen wird. So hat mich das Buch dann auch gut unterhalten, aber nicht absolut fesseln können.


Fazit: Ein Thriller, der nicht vollkommen überrascht, aber dennoch gut unterhält. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig.

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54 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

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Alchimie einer Mordnacht

Benjamin Black , Elke Link
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 04.10.2018
ISBN 9783462049190
Genre: Historische Romane

Rezension:

1599: Christian Stern, junger Gelehrter und Alchimist, reist nach Prag in der Hoffnung, am Hof von Kaiser Rudolf II Karriere zu machen. Doch in der Stadt angekommen, stolpert er über die Leiche einer ermordeten jungen Frau. Erst landet Stern im Gefängnis, dann bekommt er den Auftrag, den Mord aufzuklären.


Wie ein tapsiger junger Bär stolpert Stern durch das mittelalterliche Prag, verliert sich am kaiserlichen Hof in den dortigen Intrigen und stürzt sich dazu noch in eine gefährliche Affäre. Dabei verliert er sein Ziel vollkommen aus den Augen. Erst im letzten Drittel scheint er aufzuwachen und mehr oder weniger durch Zufall der Lösung des Rätsels näher zu kommen. Daher würde ich „Alchimie einer Mordnacht“ nur bedingt als historischen Kriminalroman bezeichnen, hier könnten möglicherweise falsche Erwartungen geweckt werden.


Dieser Roman bietet vielleicht nicht die erhoffte Spannung, dafür schildert Benjamin Black das mittelalterliche Prag so lebhaft und detailliert, dass es sich wunderbar in die damalige Zeit eintauchen lässt und man meint, die prägnanten Gerüche intensiv wahrzunehmen.

Neben dem Habsburger Rudolf II, Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, tummeln sich in Prag noch weitere historische Persönlichkeiten. Allen voran Philipp Lang, einflussreicher und intriganter Kammerdiener des Kaisers, und Edward Kelley, ein bekannter englischer Alchimist.

Weitere Figuren haben zwar ihre historischen Vorbilder, sind aber verfremdet und der Autor hat sich bei ihrer Charakterisierung einige künstlerische Freiheiten genommen, um die Geschichte nach seinen Vorstellungen erzählen zu können.


Fazit: „Alchimie einer Mordnacht“ ist ein historischer Roman mit Krimielementen, aber wirkliche Spannung kommt erst spät auf. Dazwischen gibt es viel Intrigen sowie das umtriebige Leben am kaiserlichen Hof in Prag, das eine spektakuläre Kulisse bietet.

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60 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

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Redemption Point

Candice Fox , Thomas Wörtche , Andrea O'Brien
Flexibler Einband: 439 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 02.10.2018
ISBN 9783518468982
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ted Conkaffey und seine Kollegin Amanda Pharrell werden engagiert, den Mord an zwei Teenagern aufzuklären. Während sie sich an die Arbeit machen, bekommt Ted Besuch von Dale Bingley. Dale ist der Vater von Teds vermeindlichem Opfer, einem kleinen Mädchen, das missbraucht und fast getötet wurde. Als unschuldiger Verdächtiger saß Ted deswegen im Gefängnis und ist immer noch geächtet. Dale will Rache, doch Ted will den wahren Täter finden.



„Redemption Point“ beginnt kurze Zeit nach dem ersten Teil der Reihe, „Crimson Lake“. Letzteren habe ich erst kürzlich gelesen, sodass ich nicht allzu lange auf die Fortsetzung warten musste. Eine lange Wartezeit wäre nicht einfach gewesen, dafür hatte mich der Thriller zu sehr gepackt und berührt. „Redemption Point“ steht dem in Nichts nach.



Der Fall um die ermordeten Teenager ist nur das grobe Gerüst, um das „Redemption Point“ aufgebaut ist. Denn eigentlich geht es darum zu klären, ob Ex-Cop Ted Conkaffey endlich herausfindet, wer der wahre Täter in dem Missbrauchsfall, der sein ganzes Leben nachhaltig verändert hat, ist. Wird es ihm gelingen, sich zu rehabilitieren und seinen altes Leben wieder zurückzubekommen?

„Crimson Lake“ wurde noch vollständig aus der Sicht von Ted erzählt. Nachdem aber im ersten Teil Amandas Geschichte aufgeklärt werden konnte, darf der Leser nun auch einen kleinen Einblick in ihr Seelenleben bekommen, sodass „Redemption Point“ jeweils zwischen Teds und Amandas Blickwinkel wechselt.

Dies tut der Intensität des Thrillers aber keinen Abbruch. Ich habe von der ersten bis zur letzten Seite mit Ted mitgelitten und ihm die Daumen gedrückt. All das hat dazu geführt, dass ich nur so durch die Kapitel gerast bin.

Doch nicht nur Teds Schicksal berührt, auch Amanda, eine ähnlich geschundene Person, berührte mich enorm. Durch den Einblick in ihre Gedankenwelt bekommt der Leser ihre Emotionen und Gefühle viel deutlicher mit, sie wird komplexer, aber trotzdem nicht viel verständlicher.



Leider konnte ich nicht herausfinden, ob es auch noch einen dritten Teil geben wird. Auf jeden Fall hoffe ich dies. Schließlich möchte ich wissen, wie es für Ted und Amanda weiter geht.



Fazit: Ein packender Thriller, der sich von der breiten Masse abhebt. Hier stehen die Ermittler im Vordergrund und mit ihnen die Frage, ob die beiden Geächteten es schaffen, wieder in das soziale Leben zurückzufinden.

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151 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 79 Rezensionen

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Rachewinter

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2018
ISBN 9783442486557
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Evelyn Meyers, Anwältin in Wien, hat einen neuen Mandanten, Michael Kotten, der angeblich auf einem Video dabei zu sehen ist, wie er seinen Liebhaber ermordet. Evelyn glaubt seinen Unschuldsbeteuerungen, muss aber in Folge ihrer Recherchen feststellen, dass Michael ihr nicht die ganze Wahrheit erzählt hat. Währenddessen ermittelt Kommissar Walter Pulaski in einem Todesfall in einem Motel in Leipzig. Aufgrund der Todesumstände hat der Kommissar Zweifel, ob es sich tatsächlich um einen Unfall handelt. Weil ihm niemand glaubt, ermittelt er auf eigene Faust.

„Rachewinter“ ist der dritte Teil einer Thrillerreihe um Kommissar Walter Pulaski und Anwältin Evelyn Meyers. Es ist allerdings nicht erforderlich, die vorherigen Bücher zu kennen, ein Quereinstieg ist jederzeit möglich.
Für mich persönlich war es der erste Thriller von Andreas Gruber, ich werde mir nun aber definitiv auch weitere Bücher zulegen.

Zu Beginn sieht es noch so aus, als hätten die Fälle von Evelyn Meyers in Wien und Walter Pulaski in Leipzig nichts miteinander zu tun, die Handlung springt kapitelweise zwischen Wien und Leipzig hin und her. Doch im Laufe der Ereignisse kristallisieren sich die Zusammenhänge immer mehr heraus, bis Andreas Gruber die Fäden geschickt zusammenführt.
Zwischendurch war ich immer mal wieder der Meinung, dass ich mehr als die Ermittler wüsste, wurde aber permanent eines Besseren belehrt. Der Autor hat es damit geschafft, mich ständig bei der Stange zu halten.
Bei den Morden hat sich Andreas Gruber etwas recht Spektakuläres ausgedacht, die Vorstellung daran hat mich jedes Mal ein klein wenig zusammenzucken lassen.
Walter Pulaski und Evelyn Meyers sind interessante Hauptfiguren. Trotz ihrer Fehler waren sie mir schnell sympathisch, besonders der knurrige Pulaski, der ein Mann klarer Worte ist, ist mein Favorit.
Als einzigen kleinen Kritikpunkt kann ich nur den dramatischen Showdown am Ende anführen, der ein wenig zu sehr an Hollywood erinnert. Aber das ist natürlich Geschmackssache und ändert nichts daran, wie gut mir „Rachewinter“ gefallen hat.

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107 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 73 Rezensionen

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Das andere Haus

Rebecca Fleet , Eva Kemper
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442205592
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Caroline und ihr Mann Francis stecken schon länger in einer Ehekrise. Ein gemeinsamer Urlaub soll helfen. Dafür machen sie bei einem Haustausch mit. In dem Haus in der Nähe von London angekommen, sind die beiden irritiert, wie steril und unpersönlich das Gebäude innen wirkt. Doch nach und nach stolpert Caroline auf Hinweise aus ihrer Vergangenheit und sie fragt sich, ob jemand ein Spiel mit ihr spielt und wer sich wohl momentan in ihrem Haus befindet.


Die Idee, dass sich jemand bei einem Haustausch in deine Privatsphäre eindringt, Psychospielchen spielt und dich mit deiner Vergangenheit konfrontieren will, klang spannend und vielversprechend. Leider hat die Autorin das Potential für einen unter die Haut gehenden Psychothriller nicht vollständig ausgenutzt.

Ähnlich leer und steril, wie das Haus, in dem Caroline und Francis landen, wirkt die ganze Atmosphäre des Buchs, das ich noch nicht einmal als Thriller bezeichnen würde, da sich die Spannung schnell auflöst und die Handlung sich mitunter in die Länge zieht. Bis auf ein paar Hinweise, der Kontakt zu einer dubiosen Nachbarin und später ein paar Emails, passiert erst einmal nicht viel. Dafür gibt es sehr viel Rückblicke in Carolines Vergangenheit, eine der Ursachen für die Ehekrise. Diese Passagen waren für meinen Geschmack viel zu ausführlich. Einen wirklichen Mehrwert haben sie in dieser Länge auch nicht gebracht. Vielmehr haben diese sogar dazu geführt, dass mir Caroline im Laufe der Geschichte nicht wirklich sympathischer wurde.


Im letzten Drittel gibt es dann noch einen Twist, der alle vorherigen Erwartungen auf den Kopf stellt. Diese Wendung ist gut, allerdings hätte Rebacca Fleet aus der ganzen Sache noch mehr machen können.


Zwar hat mich „Das andere Haus“ im Großen und Ganzen gut unterhalten, aber die Spannung hielt sich in Grenzen und es wurde viel Potential verschenkt.

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235 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 131 Rezensionen

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Vier.Zwei.Eins.

Erin Kelly , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 22.08.2018
ISBN 9783651025714
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

15 Jahre ist es her, dass Laura in einem Vergewaltigungsprozess aussagte und kurze Zeit später ihr gesamtes Leben aus den Fugen geriet. Seit den damaligen Ereignissen leben sie und ihr Mann Kit unter einem neuen Namen ein möglichst anonymes Leben, immer in der Angst, dass die Frau, der Laura helfen wollte, sie wieder aufspüren könnte. Jetzt ist Laura schwanger und Kit begibt sich alleine auf einer Reise. Wird alles gut gehen oder wird die Vergangenheit sie einholen?


Mit „Vier. Zwei. Eins“ hat Erin Kelly einen raffinierten Thriller über Lügen und deren Auswirkungen geschrieben. Fast jeder in diesem Buch hat sich mindestens in eine bedeutende Lüge verstrickt und hadert mehr oder weniger mit den Folgen. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, wie es zu der offensichtlichsten Lüge kommen konnte und warum sich jemand scheut, dazu zu stehen und die weitreichenden Konsequenzen zu tragen. Die anderen Unwahrheiten, die sich im Endeffekt als noch schlimmer herausstellen, kommen erst nach und nach zu Tage.

Mich hat positiv überrascht, dass ich das Ende und die letzten Entwicklungen so nicht habe kommen sehen. Dafür schien alles zu sehr in eine offensichtliche Richtung zu laufen.


Dreh- und Angelpunkt dieses Thrillers sind Sonnenfinsternisse. Sowohl Kit als auch Laura reisen diesem Phänomen weltweit hinterher, es ist mehr als nur ein Hobby für sie. Bei einer Sonnenfinsternis 1999 in Cornwall wird sich beispielsweise ihr Leben für immer verändern, allerdings ganz anders als gedacht.

Jedes Mal, wenn die Atmosphäre während einer Sonnenfinsternis geschildert wurde, hatte ich eine Gänsehaut. Ich hatte das Gefühl, als wäre ich dabei, wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt, der Wind zunimmt und die Natur scheinbar stillsteht und verstummt.

Passend dazu ist das Buch in fünf große Abschnitte eingeteilt, nämlich erster und zweiter Kontakt, Totalität, dritter und vierter Kontakt. Dies beschreibt nicht nur die Kennwerte einer Sonnenfinsternis, sondern auch das wiederkehrende Aufeinandertreffen der Hauptfiguren bis zum großen Höhepunkt.


Fazit: Ein spannender Thriller mit einem überraschenden Ende und einer großartigen Atmosphäre.

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(41)

65 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

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Befreit

Tara Westover , Eike Schönfeld
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.09.2018
ISBN 9783462050127
Genre: Biografien

Rezension:

„Befreit“ erzählt die wahre Geschichte von Autorin Tara Westover, die ihre Kindheit und Jugend in einer einsamen Gegen in Idaho verbrachte. Ihr Vater ist sehr religiös und hat eine sehr fundamentalistische Einstellung zum Staat, den er nahezu fürchtet. Das hat zur Folge, dass seine zahlreichen Kinder lange keine Geburtsurkunden haben und keine öffentliche Schule besuchen, selbst Arztbesuche sind verpönt. Mit siebzehn beschließt Tara sich um einen Studienplatz zu bewerben, was große Folgen für sie und ihre Einstellungen hat.

In einer Rezension eines Nachrichteportals las ich, dass dieses Buch allen zu empfehlen sei, die verstehen wollen, wie Trumps Wähler ticken. Ganz so weit würde ich nicht gehen, da Taras Vater sicherlich ein Extrembeispiel ist und er vermutlich psychisch krank ist und unter Paranoia leidet. Nicht jeder Trumpwähler wird erwarten, dass der Weltuntergang kurz bevor steht und hinter jeder Ecke Illuminaten lauern. Was ihnen aber zum Großteil mit Taras Vater gemein sein dürfte, ist ihre skeptische Haltung dem Staat gegenüber. Je weniger Einmischung in das Leben der Bürger, desto besser. Deswegen sind auch Versicherungen verpönt, eine Krankenversicherung wird als sozialistisch bezeichnet, was als üble Beschimpfung gilt.
Beim Lesen von Taras Geschichte bin ich in eine ganz andere Welt eingetaucht. Wenn die Westovers nicht ein Auto und einen Fernseher gehabt hätten, würde ich sagen, sie leben wie früher im Wilden Westen, weit ab von jeglicher Zivilisation. Aus Angst vor einem Weltuntergang oder einer Belagerung durch das FBI sind sie quasi Selbstversorger und meiden jeglichen Kontakt zu staatlichen Einrichtungen wie Schulen oder Krankenhäusern. Vor allem letzteres hat zur Folge, dass gefährliche Verletzungen, wie Gehirnerschütterungen oder schlimmste Verbrennungen, nicht ärztlich behandelt werden. Stattdessen kommen die Kräutermischungen von Taras Mutter und homöopathische Mittelchen zum Einsatz. Das Überleben der Patienten wird dann als Wunder Gottes gefeiert und als Bestätigung für die eigene Weltsicht gesehen.

Beim Lesen bin ich durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen. Mal war ich geschockt, dann musste ich lachen, mitunter hatte ich auch Tränen in den Augen. Doch egal, in welcher Gemütslage ich beim Lesen war, das Buch hat mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt. Unglaublich unterhaltsam schildert Tara Westover ihre Kindheit sowie Jugend und wie sie es schafft, sich mit eisernem Willen und Zielstrebigkeit zu behaupten. Ich habe großen Respekt vor dieser Frau, die es geschafft hat, mit kaum vorhandener Vorbildung ein Stipendium in Cambridge zu erhalten und einen Doktortitel zu erlangen.

„Befreit“ zeigt eindrucksvoll, wie wichtig Bildung ist. Erst als Tara Westover die Universität besucht, lernt sie zu hinterfragen, was ihr Vater ihr und ihren Geschwistern jahrelang eingeimpft hat. Durch die neuen Blickwinkel und Informationen schafft sie es, sich von ihrer Familie zu emanzipieren. Sie findet dadurch auch die Kraft, die brutalen Übergriffe durch ihren Bruder nicht mehr als gegeben hinzunehmen.
Der Kontakt zu anderen Menschen außerhalb ihrer Familie und Gemeinde führt außerdem dazu, dass sie auch die religiösen Dogmen ihres Vaters in Frage stellt und sie aus dem Korsett, in das der Vater die Familie schnürt, heraustritt.

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(55)

71 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

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Walter muss weg

Thomas Raab
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.09.2018
ISBN 9783462050950
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine fröhlichere Witwe als Hannelore Huber könnte es wohl kaum geben. Nach einer jahrzehntelangen unglückliche Ehe ist ihr Mann Walter verstorben und jetzt findet endlich die Beerdigung statt. Doch bei der Bestattung kippt der Sarg um und offenbart, dass dort ein anderer Mann drin liegt. Von Walter keine Spur, macht er ihr also auch noch in seinem Tod Ärger. Somit macht sich Hannelore auf die Suche nach dem Nichtsnutz.


Herrlich böse und mit viel schwarzem Humor beginnt Thomas Raabs Kriminalroman, der im tiefsten Bayern spielt. Auch wenn die Seniorin Hannelore Huber eine grantige alte Dame ist, die nicht viel für ihre Mitmenschen übrig hat, hat sie schnell mein Herz erobert. Es ist einfach zu schön, wie sie ihre neu gewonnene Freiheit feiert und sich auf die Zukunft freut.

Doch mit dem Verschwinden der Leiche macht ihr ihr toter Ehemann auch noch aus dem Jenseits heraus einen Strich durch die Rechnung. Weil sich Hannelore das nicht bieten lassen möchte, marschiert sie durch das scheinbar dörfliche Idyll und sucht auf eigene Faust den Leichnam. Dabei blickt sie zusammen mit dem Leser hinter die Fassade der lieben Mitmenschen und deckt so manche Geheimnisse, Niederträchtigkeit oder anderen Abgründe auf.

Leider wird es dabei aber auch sehr klamaukig, ein Humor, der mir nicht wirklich liegt. Beispielsweise, wenn der leitende Polizist, der scheinbar ein Problem mit selbstbewussten Frauen hat, ständig den Doppelnamen seiner Mitarbeiterin vergisst und irgendwelche wilden Namenskombinationen erfindet. Der bitterböse, rabenschwarze Humor vom Anfang blitzt leider nur noch selten auf.


Neben dem passenden Lokalkolorit erhält das Buch durch den entsprechenden Dialekt und typische Ausdrücke die richtige Authentizität. Fans der Provinzkrimis um Franz Eberhofer dürften hier ihren Spaß haben. Verschachtelte Sätze, bei denen sogar teilweise die Verben fehlen, machen das Lesen aber nicht leicht.

Natürlich gibt es Krimielemente, denn bei der Suche nach dem Leichnam ihres Mannes trifft die Huber auf einige Ungereimtheiten, die auch mit dem Tod des Mannes, der in dem Sarg ihres Walters lag, und der Ermordung einer Prostituierten zusammenhängt. Doch sie macht nicht nur kriminalistische Entdeckungen, sondern ihr wird vor Augen geführt, wie sehr sie und ihr Mann in den 53 Jahren Ehe aneinander vorbeigelebt haben. Dies sorgt für einen ernsten Unterton in diesem ansonsten doch recht beschwingten Roman.


Ein bisschen Sozialkritik bindet Thomas Raab auch noch ein. Hannelore Hubers Heimat mag zwar ein recht einsamer Flecken auf der Erde sein, aber auch dort spielt die Tagespolitik eine Rolle. Zwar bin ich mit dem Autor auf einer Linie, aber mir sind seine Intentionen zu offensichtlich, in diesem Buch hätte ich darauf verzichten können.


Fazit: Nach den ersten Kapitel bin ich mit falschen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Ich hatte einen Roman mit sehr schwarzem Humor erwartet, doch mit dem Ende der Beerdigung war es leider damit vorbei. Der Humor wandelte sich und damit auch mein Interesse.

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(204)

301 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 137 Rezensionen

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Blutrausch - Er muss töten

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 24.08.2018
ISBN 9783548289533
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In „Blutrausch“ ermitteln Hunter und Garcia mittlerweile zum neunten Mal miteinander. Im aktuellen Fall haben sie es mit einem Täter zu tun, der sein verstümmeltes Opfer scheinbar wie ein Kunstwerk präsentiert. Als plötzlich das FBI in Los Angeles auftaucht, ist klar, dass der Mörder bereits mehrmals aktiv war und vermutlich wieder töten wird.


Chris Carter lässt den Leser die Begegnung zwischen Täter und Opfer in einer nervenaufreibenden Szene miterleben. Zumindest mich konnte er damit richtig fesseln, da es eine Situation beschreibt, die mit einer meiner Urängsten spielt. Mich gruselt vor allem die Vorstellung, dass ich zuhause aus dem Fenster gucke und direkt davor steht ein Fremder. Hier ist die Situation ein wenig anders, aber durchaus vergleichbar. Ich hatte Gänsehaut.

Der erste geschilderte Tatort ist wenig überraschend, schließlich handelt es sich um einen Thriller von Chris Carter, blutig und grausig. Normalerweise darf man davon ausgehen, dass sich dies später noch steigert, aber hier überrascht der Autor. Denn anders als manch anderer Thrillerautor dient hier Gewalt nicht nur als reiner Showeffekt, er muss sich nicht ständig sinnlos steigern, um die Leser zu schocken.

Der Titel „Blautrausch“ ist eher irreführend. Zwar passt er zum Auftakt, aber für die anderen Morde ist er unpassend gewählt. In gewisser Weise weckt er falsche Erwartungen, da es sich um einen ganz anderen Typ von Serienmörder handelt. Fans von Chris Carter werden dennoch garantiert nicht enttäuscht. Wenn ich nicht schon in L.A. gewesen wäre, müsste ich langsam denken, dass die Stadt die weltweit größte Dichte an Serienmördern hat.

Nicht nur die Ermittler tappen lange im Dunkeln, auch wenn Robert Hunter typischerweise meistens die entscheidenden Punkte sieht, auch ich als Leser brauchte lange, bis ich merkte, in welche Richtung dieser Fall gehen wird. Bis zum furiosen Finale verlaufen die Ermittlungen vergleichsweise ruhig, aber definitiv nicht langweilig, die Anzahl der neuen Opfer ist bis dahin allerdings auch recht übersichtlich.

Vorkenntnisse in Form der vorherigen Bücher der Reihe sind nicht erforderlich. Aber es schadet auch nicht, denn so wird der Cliffhanger am Ende von „Blutrausch“, der übrigens nichts mehr mit diesem Fall zu tun hat, umso verständlicher und bedrohlicher.


Robert Hunters Privatleben scheint sich auch endlich mal wieder etwas weiterzuentwickeln. Das war allerdings auch Zeit, hoffentlich ist ihm etwas länger Glück gegönnt.

Sehr unterhaltsam sind die kleineren Streitereien zwischen Garcia und einer FBI-Agentin. Diese sorgen für etwas Auflockerung.


Fazit: „Blautrausch“ ist ein spannender und teilweise auch recht überraschender Thriller von Chris Carter. Für alle Fans ist er ein Muss, die Reihe ist auf keinen Fall langweilig geworden.

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(76)

105 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 72 Rezensionen

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Dreckiger Schnee

Joseph Knox , Andrea O´Brien
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783426522103
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Dreckiger Schnee“ ist ein Begriff aus dem Drogenmilieu und steht für verunreinigtes Heroin. Genau in dieses Milieu von Manchester taucht Detective Aidan Waits ein, als er sich auf die Suche nach der Politikertochter Isabelle Rossiter macht. Isabelle ist von Zuhause abgehauen und wurde zuletzt in der Umgebung eines stadtbekannten Drogendealers gesehen.

Ähnlich einem Drogenrausch ist der Einstieg, die ersten Kapitel wirken konfus und verwirrend, ohne erkennbaren Zusammenhang. Doch Durchhalten lohnt sich, stellt sich später nämlich heraus, dass es sich bei diesen scheinbar konfusen Kapiteln um Vorblenden handelt. Dennoch war ich erst so verwirrt, dass ich überlegt hatte, ob ich möglicherweise etwas überlesen hätte.
Auch der Zugang zu Aidan Waits fällt nicht leicht, die ersten Begegnungen mit ihm sind nicht gerade vertrauensbildend, er scheint ein menschliches Wrack zu sein, das ganz unten angekommen ist. Die Rolle des korrupten und kaputten Polizisten spielt er perfekt. Doch auch nachdem schnell klar ist, dass dies nur eine Tarnung für den Einsatz im Drogenmilieu ist, bleibt der Detektive eine zwielichtige Gestalt. Allein sein kontinuierlicher Konsum von Speed trägt dazu bei, dass er perfekt in die Unterwelt zu passen scheint.
Dass das Eintauchen in die Unterwelt Manchesters nicht folgenlos bleibt, hätte Aidan Waits nicht überraschen dürfen. Dennoch ist sein fast zwangsläufiger Abstieg bestürzend zu verfolgen und ich habe mich mehrmals gefragt, ob und wie er da je wieder rauskommen soll.
Die Person des Aidan Waits zeigt, dass es in Joseph Knoxs Thriller kein klares Schwarz oder Weiß gibt, die Figuren sind vielschichtiger angelegt. Deshalb fällt es als Leser auch nicht leicht, Stellung zu beziehen, häufig scheinen die Figuren keiner bestimmten Seiten zuzuordnen, teilweise verschwimmen die Grenzen.

Mitreißend ist dieser Thriller auf jeden Fall, aber es ist keine Gänsehautspannung, die dafür sorgt, dass ich vor dem Schlafengehen vorsichtshalber unter das Bett gucke. Ich war vielmehr fasziniert davon, wie viele Fäden Autor Jopseh Knox in den Händen hält, diese erst parallel verlaufen lässt und dann am Ende zusammenfügt.
Beim Lesen von Büchern laufen vor meinem inneren Auge immer Bilder ab. Vielleicht war es vom Cover beeinflusst, aber alles, was ich zu „Dreckiger Schnee“ gesehen habe, war vor allem in diversen Grautönen mit etwas Schwarz oder Weiß gehalten, passend zu der sehr düsteren und deprimierenden Stimmung des Romans. Mir hat es gefallen.

„Dreckiger Schnee“ ist übrigens der Auftakt zu einer Reihe.

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Hazel Wood - Wo alles beginnt

Melissa Albert , Fabienne Pfeiffer , Frauke Schneider
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.08.2018
ISBN 9783791500850
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Seit ihrer Kindheit fühlt es sich für Alice so an, als seien sie und ihre Mutter auf der Flucht. Jetzt ist Alice siebzehn Jahre alt, lebt mit ihrer Mutter in New York und plötzlich kommt die Nachricht, dass ihre Großmutter, die Märchenautorin Althea Proserpine, verstorben sei. Kurz darauf verschwindet ihre Mutter und Alice wird von merkwürdigen Gestalten verfolgt. Alice ahnt, dass alles mit Hazel Wood, dem Ort, wo ihre Großmutter lebte, und den sie nie besuchen durfte, zusammenhängt.


Für den Einstieg in „Hazel Wood“ brauchte ich ein paar Kapitel. Zwar ist der Jugendroman von Anfang an spannend und unterhaltsam geschrieben, aber der richtige Funke sprang erst etwas später über, dafür war das Ende umso fesselnder. Überhaupt ist dies kein Buch, das sich so einfach nebenbei lesen lässt. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass gerade das letzte Drittel eine größere Gewichtung durch mehr Seiten und Kapitel bekommen hätte.


In der Ankündigung heißt es, das Buch sei wie ein Rausch. Das passt sicherlich, allerdings sollte bedacht werden, dass ein Rauschzustand nicht immer schön sein muss und diese Bilder verstörend sein können.

Dreh- und Angelpunkt sind die Märchen, die Althea Proserpine, die Großmutter von Alice, geschrieben hat. Diese Märchen haben nichts mit denen der Brüder Grimm gemein, sie sind vor allem düster, teilweise brutal und trostlos. Sie sind das dunkle Pendant zu den Volksmärchen, meist ohne Moral am Ende der Geschichte.

Referenzen zu bekannten Märchen oder Figuren daraus darf der Leser nicht erwarten, wenn überhaupt, dann geht es in „Hazel Wood“ eher Richtung Elfensagen. Doch diese Wesen sind keineswegs niedlich, sondern es handelt sich vielmehr um die Gestalten, die sich am dunklen Hof der Sidhe tummeln.

Gut gefiel mir, dass die Autorin der märchenhaften Handlung ihren eigenen besonderen Spin verpasst hat. Nicht nur die unheimlichen Geschichten spielen eine große Rolle, sondern auch das Erzählen dieser Märchen. Melissa Albert spielt dabei mit der Idee, welchen Einfluss das Geschichtenerzählen auf die Figuren dieser Erzählungen hat und was wohl passiert, wenn sich diese selbstständig machen.

Positiv überrascht hat mich das Ende des Romans, das sicherlich so gar nicht den Erwartungen einiger Leser entsprechen dürfte, aber konsequent dem Grundtenor des Buchs folgt. Melissa Albert lässt sich damit allerdings auch die Tür für eine Fortsetzung offen.


Alice selbst ist ein sperriger Charakter, sie ist manchmal mürrisch und mitunter aufbrausend. Dennoch und vielleicht gerade deswegen konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. Doch im Laufe der Geschichte wird immer klarer, warum Alice diesen Charakterzug hat und die Leute manchmal vor den Kopf stößt.


Wer die Fantasyromane von Holly Black liebt, sollte auch diesem Buch hier eine Chance geben. Themen und Atmosphäre sind vergleichbar.


Fazit: „Hazel Wood“ war anders als erwartet, aber dennoch gut und lesenswert, wobei sicherlich erwähnenswert ist, dass Dark Fantasy zu meinen Favoriten gehört. Positiv hervorzuheben ist außerdem, dass Autorin Melissa Albert viele eigene Märchen- und Fantasyideen in das Buch einbringt und diese mit bekannten Elementen verknüpft.

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The Hazel Wood

Melissa Albert
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Flatiron Books, 30.01.2018
ISBN 9781250147905
Genre: Sonstiges

Rezension:

Seit ihrer Kindheit fühlt es sich für Alice so an, als seien sie und ihre Mutter auf der Flucht. Jetzt ist Alice siebzehn Jahre alt, lebt mit ihrer Mutter in New York und plötzlich kommt die Nachricht, dass ihre Großmutter, die Märchenautorin Althea Proserpine, verstorben sei. Kurz darauf verschwindet ihre Mutter und Alice wird von merkwürdigen Gestalten verfolgt. Alice ahnt, dass alles mit Hazel Wood, dem Ort, wo ihre Großmutter lebte, und den sie nie besuchen durfte, zusammenhängt.


Für den Einstieg in „Hazel Wood“ brauchte ich ein paar Kapitel. Zwar ist der Jugendroman von Anfang an spannend und unterhaltsam geschrieben, aber der richtige Funke sprang erst etwas später über, dafür war das Ende umso fesselnder. Überhaupt ist dies kein Buch, das sich so einfach nebenbei lesen lässt. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass gerade das letzte Drittel eine größere Gewichtung durch mehr Seiten und Kapitel bekommen hätte.


In der Ankündigung heißt es, das Buch sei wie ein Rausch. Das passt sicherlich, allerdings sollte bedacht werden, dass ein Rauschzustand nicht immer schön sein muss und diese Bilder verstörend sein können.

Dreh- und Angelpunkt sind die Märchen, die Althea Proserpine, die Großmutter von Alice, geschrieben hat. Diese Märchen haben nichts mit denen der Brüder Grimm gemein, sie sind vor allem düster, teilweise brutal und trostlos. Sie sind das dunkle Pendant zu den Volksmärchen, meist ohne Moral am Ende der Geschichte.

Referenzen zu bekannten Märchen oder Figuren daraus darf der Leser nicht erwarten, wenn überhaupt, dann geht es in „Hazel Wood“ eher Richtung Elfensagen. Doch diese Wesen sind keineswegs niedlich, sondern es handelt sich vielmehr um die Gestalten, die sich am dunklen Hof der Sidhe tummeln.

Gut gefiel mir, dass die Autorin der märchenhaften Handlung ihren eigenen besonderen Spin verpasst hat. Nicht nur die unheimlichen Geschichten spielen eine große Rolle, sondern auch das Erzählen dieser Märchen. Melissa Albert spielt dabei mit der Idee, welchen Einfluss das Geschichtenerzählen auf die Figuren dieser Erzählungen hat und was wohl passiert, wenn sich diese selbstständig machen.

Positiv überrascht hat mich das Ende des Romans, das sicherlich so gar nicht den Erwartungen einiger Leser entsprechen dürfte, aber konsequent dem Grundtenor des Buchs folgt. Melissa Albert lässt sich damit allerdings auch die Tür für eine Fortsetzung offen.


Alice selbst ist ein sperriger Charakter, sie ist manchmal mürrisch und mitunter aufbrausend. Dennoch und vielleicht gerade deswegen konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. Doch im Laufe der Geschichte wird immer klarer, warum Alice diesen Charakterzug hat und die Leute manchmal vor den Kopf stößt.


Wer die Fantasyromane von Holly Black liebt, sollte auch diesem Buch hier eine Chance geben. Themen und Atmosphäre sind vergleichbar.


Fazit: „Hazel Wood“ war anders als erwartet, aber dennoch gut und lesenswert, wobei sicherlich erwähnenswert ist, dass Dark Fantasy zu meinen Favoriten gehört. Positiv hervorzuheben ist außerdem, dass Autorin Melissa Albert viele eigene Märchen- und Fantasyideen in das Buch einbringt und diese mit bekannten Elementen verknüpft.

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126 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 75 Rezensionen

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I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich

Cleo Leuchtenberg , Andrea Pieper , Claudia Brendler , Andrea Pieper
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.08.2018
ISBN 9783789108525
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lilly leidet unter Liebeskummer. Da passt es ganz gut, dass sie die Gelegenheit bekommt, für einen Hollywood-Blockbuster die weibliche Hauptrolle zu synchronisieren. Allerdings wird der männliche Part von Ben gesprochen, der zwar unglaublich schroff ist, aber trotzdem eine enorme Anziehungskraft auf Lilly hat. Bald wird für sie wird die Zusammenarbeit mit Ben immer schwieriger, besonders während der Synchronisation von Liebesszenen.


Mit „I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich“ hat das Autorenduo, das unter dem Pseudonym Cleo Leuchtenberg schreibt, einen sehr charmanten und teilweise auch lebensnahen Jugendroman über die erste richtig große Liebe geschrieben.

Dabei geht es um die siebzehnjährige Lilly, die erst kürzlich mit ihren Eltern nach Berlin gezogen ist und eine Schauspielschule besucht. Weil ihr Vater Diplomat ist, ist sie viel um die Welt gereist, aber nirgendwo richtig sesshaft geworden. Trotz ihrer vielen Kontakte wird schnell klar, dass Lilly eigentlich ziemlich einsam ist. Anders als viele ihrer Altersgenossinnen ist sei kein kichernder, oberflächlicher Teenager, sondern hat ein festes Ziel vor Augen. Lilly war mir trotz kleiner Fehler auf Anhieb sympathisch.

Anders sieht das mit Ben aus, der nur ein wenig älter als Lilly ist. Ben hat familiäre Probleme und kommt gerade so über die Runden. Seine Einsamkeit versucht er zu überspielen, indem er alle, die ihm zu nahe kommen drohen, vor den Kopf stößt. Weil sich Ben sofort zu Lilly hingezogen fühlt, macht ihm dies Angst und er ist besonders gemein zu ihr. Manchmal habe ich mich darüber geärgert, wie voreilig er immer gleich das Schlechteste von ihr denken und auf Konfrontation gehen musste. Deswegen dauerte es eine Weile, bis er bei mir Sympathiepunkte sammeln konnte.

Natürlich kommen sich Lilly und Ben trotzdem näher und diese Entwicklung ist gut nachvollziehbar und schön beschrieben, ich konnte dabei wunderbar abschalten und mich in die Geschichte fallen lassen. Dadurch, dass die Kapitel nicht nur aus Lillys Sicht geschrieben sind, sondern auch viele aus Bens, lässt es sich gut in das Innenleben der beiden Hauptfiguren eintauchen.


Leider gibt es im letzten Viertel eine Szene, bei der sich die Geister scheiden könnten. Früher hätte ich den dort geschilderten Vorfall unverzeihlich gefunden, mit meiner jetzigen Lebenserfahrung sehe ich das mittlerweile aber etwas gelassener.


Was mir besonders gut an diesem Roman gefällt, ist das interessante und wohl auch realistische Umfeld. Ich war noch nie in einem Synchronstudio, gehe aber mal davon aus, dass die Autorinnen sich hier auskennen. Die dort beschriebene Arbeit fand ich faszinierend, sie trägt viel zur Atmosphäre des Buchs bei.

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Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg , Kerstin Schöps
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442314997
Genre: Romane

Rezension:

In „Das rote Adressbuch“ wartet die 96-jährige Doris eigentlich nur auf ihren Tod und blickt noch einmal auf ihr Leben zurück. Bis auf ihre Großnichte Jenny, die weit weg in New York lebt, sind mittlerweile alle ihre Verwandten und Freunde verstorben, sodass Doris‘ einzige Kontakte nur noch in dem wöchentlichen Skype-Termin mit Jenny und den Besuchen des Sozialdienstes bestehen.

Doris‘ Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Einmal ist da das Jetzt, in dem Doris alt und gebrechlich ist und der Leser mitbekommt, wie einsam sie mittlerweile ist. Um ihrer Großnichte Jenny etwas zu hinterlassen, schreibt Doris ihre Geschichte auf. Dabei orientiert sie sich an ihrem roten Adressbuch, das sie als Kind von ihrem Vater geschenkt bekam. Dort hat sie die Namen aller Personen, die sie getroffen hat, erfasst. Mittlerweile steht hinter fast jedem dieser Namen der Vermerk „Tot“.

Durch die vielen knappen Kapitel gestaltet sich das Lesen sehr kurzweilig. Das erste Drittel konnte mich noch nicht so ganz packen, doch je mehr ich über Doris‘ weiteres Leben erfahren habe, desto weniger konnte ich das Buch aus der Hand legen. Trotzdem musste ich immer mal wieder eine Zwangspause machen, weil mich die Geschichte zu sehr berührt hat. Das mag allerdings auch an meiner persönlichen Situation liegen, da es in den letzten zwei Jahren viele Todesfälle in meiner Familie gab, darunter auch meine Großmutter, die nur wenig jünger als Doris war. Zum Glück kann ich sagen, dass meine Großmutter auch zu ihrem Lebensende mehr soziale Kontakte als die Protagonistin hatte, dennoch tat es mir beim Lesen im Herzen weh.
Nicht nur Doris‘ Einsamkeit im hohen Alter hat mich betroffen gemacht, sondern auch ihre gesamte Lebensgeschichte. Schon als Mädchen und als junge Frau musste sie sich mehr oder weniger alleine durch das Leben kämpfen, schwere Schicksalsschläge gehörten dazu. Fast jeder Mensch, den Doris im Laufe des Lebens traf, war in irgendeiner Form einsam und auf der Suche nach mehr.
Auch wenn das Buch in gewisser Weise versöhnlich endet, ist es keins, das mich glücklich gemacht hat. Es hat mir vielmehr vor Augen geführt, wie es vielen alten Menschen ergeht und dass ich so auf keinen Fall enden möchte.

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Der Alphabetmörder

Lars-Erik Schütz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2018
ISBN 9783548289304
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit „Der Alphabetmörder“ liefert Autor Lars Schütz seinen ersten Thriller ab. Darin präsentiert er einen Serienmörder, der in der deutschen Provinz sein Unwesen treibt. Allen seinen Opfern tätowiert er einen Buchstaben ein, dabei geht er alphabetisch vor.

Gleichzeitig ist dieser Thriller auch der Auftakt zu einer Serie um den Profiler Jan Grall. Allerding betont Grall immer wieder, dass Profiling nicht die richtige Bezeichnung für seine Tätigkeit beim LKA ist. Er ist ein sensibler, eigenbrötlerischer Mann, der einen ganzen Rucksack voller Probleme mit sich herum trägt. Leider wurde ich mit ihm nicht besonders warm, obwohl er definitiv kein unsympathischer Mann ist. Weil Grall u.a. aufgrund seiner besonderen Ernährung als hagerer Typ beschrieben wird, hatte ich immer Thomas Tuchel vor Augen, was nicht unbedingt ein Pluspunkt war.
Besser gefiel mir dagegen die Figur der Rabea, Gralls Assistentin. Hier würde ich mich freuen, wenn ich zukünftig noch mehr über sie lesen dürfte. Das Geheimnis um ihre Schwester wird sicherlich in einem der folgenden Bücher eine wichtige Rolle spielen.

Unterteilt ist die Handlung in zahlreiche kurze Kapitel. Viele davon enden mit einem Cliffhanger, sodass das Buch kaum zur Seite gelegt werden kann. Da auch der Schreibstil nicht zu kompliziert und umständlich ist, lässt sich der Thriller innerhalb kürzester Zeit lesen.
Auch wenn es immer mal wieder einzelne Kapitel gibt, in denen der Leser die Aktivitäten des Mörders quasi hautnah verfolgen kann, bleiben seine Identität und sein Motiv lange im Dunkeln. Dem Autor ist es hier gut gelungen, den Leser lange rätseln zu lassen um dann eine überraschende Auflösung zu präsentieren. Auch wenn ich mit einer Vermutung richtig lag, die gesamte Komplexität hatte ich so nicht erwartet.

Lars Schütz hatte leider das Pech, dass ich direkt vor dem Alphabetmörder einen Thriller einer Autorin, die ausgebildete Ermittlerin war, gelesen habe. Dadurch fiel natürlich mehr ins Auge, dass Schütz selbst nicht aus diesem Bereich kommt - was nicht heißen soll, dass mir Fehler aufgefallen sind, aber es fehlte mitunter etwas die Tiefe der Beschreibung der Ermittlertätigkeiten.

Fazit: Ein gutes Thrillerdebut mit leichten Schwächen, dennoch fesselnd bis zum überraschenden Ende.

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108 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 73 Rezensionen

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Vier Tage in Kabul

Anna Tell , Ulla Ackermann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.08.2018
ISBN 9783499273841
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Vier Tage in Kabul“ ist der Auftakt zu einer mehrteiligen Reihe um die schwedische Unterhändlerin Amanda Lund. Da mit dem Ende dieses Buchs der Fall abgeschlossen ist, gehe ich davon aus, dass lediglich die Figuren den rote Faden der Reihe darstellen.


Nach einem actionreichen Beginn, in dem es in Afghanistan zu einem lebensgefährlichen Schusswechsel mit den Taliban kommt, verläuft die spätere Handlung etwas ruhiger. Spannung gibt es natürlich auch noch, aber der anderen Art. Da ich persönlich kein Fan von langen Baller- oder ähnlichen Kampfszenen in Thrillern bin, kam mir das sehr entgegen.

Während Amanda Lund in einem Entführungsfall in Kabul ermittelt, ist ihr Vorgesetzter in Schweden aktiv, denn bald sich heraus, dass ein Mann, der ermordet in Stockholm gefunden wurde, Verbindungen zur Botschaft in Afghanistan hat. Inwieweit ein Zusammenhang zu den Entführungen besteht, stellt sich erst nach und nach heraus.

Sowohl Amanda als auch ihr Chef sehen sich Problemen bei den Ermittlungen ausgesetzt, weil ihre Arbeit manipuliert oder zumindest „in die richtige Richtung“ gesteuert werden soll. Es wird je nach Motiv verheimlicht, vertuscht oder etwas unter den Tisch fallengelassen.

Atemraubender Nervenkitzel stellt sich zwar nicht ein, aber das Buch ist von Anfang bis zum Ende spannend. Während vor allem in Schweden per Detektivarbeit ermittelt wird, handelt es sich in Kabul vor allem um einen Wettlauf gegen die Zeit - und der Gegenspieler scheint immer einen Schritt voraus zu sein.


Ohne dass ich jetzt selbst wirklich viel Ahnung von Polizeiarbeit zu haben, wirken die Schilderungen jedoch auf mich sehr realistisch, dabei aber jedoch überhaupt nicht trocken und mit unnötigen Details überlastet. Meiner Meinung nach wird deutlich, dass die Autorin jahrelange Erfahrungen in diesem Bereich hat. Auch die Beschreibungen des Lebens in Kabul wirken plastisch und eindrucksvoll. Ich hatte immer sofort einen heißen, staubigen Ort vor Augen und exotische Gerüche in der Nase.


Amanda Lund ist eine sympathische Hauptfigur, die intelligent, aber nicht allwissend ist. Außerdem hat sie mit privaten Problemen zu kämpfen, die sicherlich auch in den weiteren Teile eine wichtige Rolle spielen werden.

Zwar wird Amanda als Unterhändlerin bezeichnet, aber zumindest im ersten Teil der Reihe hat sie noch keine Chance, ihre Fähigkeiten zu präsentieren.

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56 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

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Ed ist tot

Russel D McLean , Claudia Feldmann
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Golkonda Verlag, 03.08.2018
ISBN 9783946503477
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Noch am Morgen hatte sich Buchhändlerin Jen von ihrem Freund Ed getrennt, am Ende des Tages liegt er plötzlich tot in ihrer Wohnung, versehentlich von Jen erstochen. Doch auch nachdem der Tote beiseite geschafft wurde, häufen sich in Jens Leben nicht nur die Probleme, sondern auch die Leichen.

Wie es schon das Cover andeutet, geht es in dem Kriminalroman „Ed ist tot“ skurril zu. Während sich der Bodycount Schlag auf Schlag erhöht, gerät Jens bis dato beschauliches Leben immer mehr aus den Fugen. - Hoppla, schon wieder eine Leiche. Okay, kann schon mal passieren, also müssen wir die Beweise für dieses kleine Missgeschick irgendwie zügig beseitigen. - Dass es dabei zu teilweise aberwitzigen Situationen kommt, ist natürlich klar. Mit unverhohlenem Vergnügen schildert der Autor, wie erstochen, erschossen oder mit einer profanen Bratpfanne erschlagen wird. Natürlich wird die Entsorgung der Leichen ähnlich morbid-vergnügt zelebriert.
Für Logik ist da nicht immer Platz, wird von mir aber auch in einem solchen Buch nicht unbedingt erwartet. Deshalb habe ich mich auch nicht lange mit der Frage aufgehalten, warum Schottlands meistgesuchte Frau bei ihrer Mutter unterschlüpfen kann, ohne dass die Polizei wenigstens einmal vorbei schaut.
Wenig überraschend dürfte ebenfalls sein, dass keine feinsinnige Charakterstudie betrieben wird, Jen bleibt naturgemäß recht eindimensional und macht sich kaum einen Kopf darüber, wie sehr sie die ganzen Todesfülle beeinflussen, natürlich abgesehen von der erforderlichen Flucht vor Polizei und Unterwelt.

Wie seine Hauptfigur Jen war auch der schottische Autor Russel D McLean jahrelang Buchhändler in Glasgow. Bleibt nur zu hoffen, dass seine neue mörderische Karriere sich nur auf das Schreiben von Büchern konzentriert und nicht so abdriftet wie bei Jen. Die Affinität zu Büchern ist diesem Roman übrigens deutlich anzumerken, immer wieder gibt es Verweise auf bekannten Autoren und ihre Werke.

Im gleichen Verlag erscheinen übrigens auch Joe R. Lansdales Thriller um Hap Collins und Leonard Pine. Wer den abgedrehten Humor dieser Romane mag, sollte es auch mit dem etwas zahmeren „Ed ist tot“ versuchen.

Fazit: Wer es gerne skurril mag und kein Problem damit hat, dass sich die Leichen stapeln, liegt mit diesem Kriminalroman aus Schottland genau richtig. Für meinen Geschmack könnte es aber noch schwarz-humoriger und brachialer zugehen.

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127 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

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Der Horror der frühen Medizin

Lindsey Fitzharris , Volker Oldenburg
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.07.2018
ISBN 9783518468869
Genre: Sachbücher

Rezension:

Joseph Lister, Chirurg im viktorianischen England, war Pionier im Bereich der antiseptischen Chirurgie. Er erkannte, dass viele lebensgefährliche Krankheiten wie Wundbrand, zu dem Abszesse und die Sepsis (Blutvergiftung) gehören, von Mikroorganismen verursacht werden. Durch die Einführung der Antisepsis und die Optimierung der Hygiene konnte er die Sterblichkeitsrate nach Operationen deutlich senken.

Um diesen Joseph Lister, seinen Werdegang und die damaligen Lebens- und Arbeitsumstände geht es in „Der Horror der frühen Medizin“. Dabei handelt es sich nicht um eine trockene Biografie, sondern um ein sehr unterhaltsames Buch, das sich quasi in einem Rutsch lesen lässt. Voraussetzung für Vergnügen mit diesem leicht makaberen Lesespaß ist, dass ein grundsätzliches Interesse an der Thematik besteht und sich der Leser nicht von drastischen, blutigen und auch manchmal ekligen Schilderungen abschrecken lässt. Die damaligen Hygienebedingen waren eben sehr rudimentär, um es freundlich auszudrücken, was zur Folge hatte, dass Krankheiten mit übelsten Symptomen grassierten. Diese Symptome und die damaligen Umstände werden nahezu genüsslich, mit einer Prise schwarzen Humors versehen, von der Autorin geschildert.

Der Leser taucht ein in das viktorianische England, in dem die Städte plötzlich dank der industriellen Revolution noch dichter besiedelt waren, die Krankheiten sich dadurch rasant verbreiten konnten und sich auf den Friedhöfen die Leichen stapelten. Leichenräuber hatten aufgrund des Wissensdursts der Chirurgen bis zu einer Gesetzesänderung Hochkonjunktur, nicht selten wurde beim Sterben nachgeholfen, damit frische Leichen geliefert werden konnten. Die Krankenhäuser waren so überfüllt, dass totkranke Menschen, denen nicht mehr geholfen werden konnte, abgewiesen wurden. Operiert wurde auf Tischen, die nicht oder nur notdürftig gereinigt wurden. Wie auf den Kitteln der Chirurgen trocknete dort einfach das Blut und der Eiter der Patienten auf der Oberfläche ein.

Eine Passage, die ich besonders eindrucksvoll fand, gibt meiner Meinung nach sehr passend den Grundtenor dieses Buchs wieder. In dieser Szene geht es um Robert Liston, einem Chirurgen, der ein Star seiner Zukunft war. Liston war für seine Schnelligkeit beim Amputieren berühmt, die nötig war, da es zu diesem Zeitpunkt noch keine Anästhesie gab. „Sein berühmtestes (allerdings nicht eindeutig belegtes) Missgeschick unterlief ihm, als er während einer Operation so rasant das Messer schwang, dass er seinem Assistenten drei Finger abtrennte und einem dabeistehenden Zuschauer den Rock aufschlitzte. Der unglückliche Zuschauer erlitt vor Ort einen tödlichen Schreck, Assistent und Patient starben später an Wundbrand. Es handelt sich um die einzige Operation in der Medizingeschichte mit einer Mortalität von dreihundert Prozent.“ Wer sich von selchen Schilderungen nicht abschrecken lässt, wobei diese noch harmlos sind, und den morbiden Humor zu schätzen weiß, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt.

Ausnahmsweise möchte ich auch das Buchcover erwähnen. In meinen Augen ist dieses optimal gewählt, denn ohne dieses Cover wäre ich überhaupt nicht auf dieses Buch aufmerksam geworden, da ich vorrangig Unterhaltungsliteratur lese.

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52 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

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Scharfstellung

Heike Melzer
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Tropen, 30.08.2018
ISBN 9783608503562
Genre: Sachbücher

Rezension:

Auf etwas mehr als 230 Seiten analysiert Paar- und Sexualtherapeutin Dr. Med. Heike Melzer sowohl anschaulich als auch unterhaltsam, welchen Einfluss die neuen Medien und das Internet auf das Sexualleben und somit auf Beziehungen, das Privat- und Arbeitsleben haben.

In elf Kapiteln setzt sich die Autorin mit dem Thema auseinander. Quasi als Vorbereitung geht es erst um Masturbation, Pornos, Sex-Toys , Prostitution und Casual Dating, bis der Bogen zur Sexualität im Wandel, Sex- und Pornosucht sowie die heutige Aufklärung geschlagen wird. Dabei erhebt die Autorin nicht den moralischen Zeigefinger, sondern liefert interessante Informationen und klärt auf. In einem Unterkapitel werden so beispielsweise neurologische Grundlagen verständlich erklärt, sodass auch für Laien nachvollziehbar dargelegt wird, wie eine Sucht entstehen kann und was sich dabei in Kopf und Körper abspielt.

Geschickt werden Fakten mit Erfahrungen aus der eigenen Praxis gemischt, präsentiert in einem sehr lockeren und unterhaltsamen Schreibstil.


„Scharfstellung“ ist kein Selbsthilfebuch, sondern soll sensibilisieren und darauf aufmerksam machen, welche Folgen übermäßiger Konsum von u.a. Pornos auf das Sexleben haben kann. Dabei ist alles eine Frage der Dosis. Besonders für Kinder und Jugendliche, die früh mit Pornos in Berührung kommen, kann dies weitreichende Folgen haben. Eltern sollten sich dessen bewusst sein und nicht zu sorglos mit der Thematik umgehen, Kinder bekommen häufig mehr mit, als man denkt.


Natürlich sollte der Leser grundsätzlich ein gewisses Interesse für das Thema Sexualität aufbringen und generell dafür offen sein. Ein Schmuddelbuch ist „Scharfstellung“ jedoch nicht und den Voyeurismus befriedigt es auch nur bedingt. Das Thema Fetisch wird beispielsweise nur am Rande angesprochen.

Manch einem Leser mag dieses Buch sogar einige Anregungen geben, so werden einige Internetseiten oder besonderes Spielzeug genannt. Besonders die Beschreibung der Spielzeuge für Männer und Frauen war durchaus interessant, erinnert manchmal aber sehr an einen Marketingauftritt.

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287 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 133 Rezensionen

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Das Haus der Mädchen

Andreas Winkelmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.06.2018
ISBN 9783499275166
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es ist schon eine Weile her, dass ich mich bei einem Thriller so richtig gegruselt und auch unwohl in meiner Umgebung gefühlt habe. Mit seinem neuesten Thriller „Das Haus der Mädchen“ hat dies Andreas Winkelmann aber tatsächlich geschafft.

Dank mehrerer Perspektivwechsel zwischen den einzelnen Kapiteln gelingt es dem Autor, den Leser lange im Ungewissen und unter Spannung zu lassen. Neben dem Ermittler, der erfreulicherweise schnell ein Gespür dafür hat, dass mehr hinter dem Mord an einem Mann in seinem Auto steckt (nichts ist ärgerlicher als ein Ermittler, der ahnungslos durch die Gegend stapft), erlebt der Leser, wie die junge Leni als Praktikantin für ein paar Wochen nach Hamburg zieht und sich alleine in der Großstadt zurecht finden muss. Außerdem ist da noch ein Obdachloser, der sich in der Nähe des ersten Tatorts herumtreibt und natürlich gibt es auch Szenen mit den entführten Mädchen und dem Täter. Gerade diese Szenen haben es verständlicherweise in sich.

Geschickt werden falsche Spuren gelegt, mehrmals musste ich meine Theorien verwerfen und neue aufbauen, nicht nur in Bezug auf den Täter. Zwar lag ich am Ende nicht vollkommen falsch, aber ich musste auch erst einmal häufiger neue Überlegungen anstellen.
Zum Ende hin konnte die atmosphärische Stimmung, die bei mir zum Unwohlsein führte, leider nicht mehr komplett gehalten werden, da zwischenzeitlich schon zu viele Geheimnisse gelüftet wurden. Dennoch hebt sich dieser Thriller von der Masse ab.

Sympathische Hauptfiguren, die nicht perfekt, aber auch nicht mit Problemen und Komplexen überladen sind, sorgen zusätzlich dafür, dass der Thriller eine paar schöne Lesestunden liefert.

Fazit: Der Autor hat es geschafft, mit meinen Urängsten zu spielen und hat damit dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte.

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Der Kreidemann

C.J. Tudor , Werner Schmitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 29.05.2018
ISBN 9783442314645
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als einen Thriller würde ich diesen Roman nicht bezeichnen, denn wer hier einen Haufen von Leichen erwartet, dürfte enttäuscht werden. Zwar bietet dieses Buch eine dichte Atmosphäre, aber die Spannung wird nicht durchgehend gehalten. Wer dagegen die Romane von Stephen King mag, dem dürfte „Der Kreidemann“ gefallen. Zwar gibt es keine übernatürlichen Elemente, aber die Autorin schildert die Kindheit in eine englischen Kleinstadt so, dass Erinnerungen Kings „Es“ oder „Stand By Me“ wach werden.
C. J. Tudor schildert eindringlich, wie die scheinbar idyllische Kindheit sich langsam aber sicher mit dem Älterwerden verabschiedet, Freundschaften zerbrechen und auch das Böse Einzug nimmt - sei es durch Krankheiten, Eifersucht, Missgunst oder aber auch durch Gewalt.
Es dauert lange, bis der Mord, um den es im Prolog geht, tatsächlich passiert. Bis dahin baut sich aber eine immer bedrohlichere Stimmung auf, das Kindheitsparadies zerfällt immer mehr, es bilden sich Risse in der Freundschaft der fünf Kinder.

Mit fast jedem Kapitel wird zwischen den Jahren 1986 und 2016 gewechselt. Alle Hauptfiguren sind ambivalent dargestellt und haben ihre Geheimnisse. Eddie, der Erzähler, ist als Erwachsener ein bindungsscheuer Einzelgänger, der ein Alkoholproblem hat, was er sich und dem Leser erst nach und nach eingesteht. Dies alles macht ihn zwar für den Leser interessant, aber ein ganz großer Sympathieträger ist er nicht.

Geschickt spielt die Autorin mit den Erwartungen der Leser. Doch was die richtige Lösung zu sein scheint, entpuppt sich am Ende als falsch. Wie sagt es Eddie so passend? Der Mensch stellt sich nur Fragen, zu denen er sich die richtigen Antworten erhofft.
Apropos Ende: die letzten Seiten des Buchs gehören für mich zum Höhenpunkt. Vieles wird auf den Kopf gestellt, Theorien über den Haufen geworfen und ich hatte tatsächlich ein wenig Gänsehaut.

Fazit: Ein Debut, das manchmal an Stephen King erinnert. Kein Thriller im herkömmlichen Sinne, aber dennoch fesselnd.

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166 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 130 Rezensionen

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Wahrheit gegen Wahrheit

Karen Cleveland , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 10.04.2018
ISBN 9783442716746
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Um es vorweg zu sagen: Als Thriller würde ich dieses Buch nicht bezeichnen, denn Nervenkitzel kommt dafür viel zu selten auf. Nach einem recht interessanten Start schleppt sich die Handlung dahin und verzettelt sich in Rückblenden und Schilderungen von mehrseitigen Familienszenen. Erst zum Ende hin kommt wieder Spannung auf, auf den letzten Seiten gibt es sogar ein paar Überraschungen.

Da die Autorin selbst beim CIA gearbeitet hat, sollte man meinen, dass sie das nötige Hintergrundwissen hat, um eine interessante Hauptfigur zu schaffen. Leider kommt Vivian wenig kompetent rüber. Viele ihrer Entscheidungen sind haarsträubend und bedauerlicherweise auch sehr vorhersehbar. Derjenige, der sie vor der Einstellung auf Eignung geprüft hat, müsste eigentlich gefeuert werden.

Als Verfilmung könnte ich mir dieses Buch dagegen sogar ziemlich gut vorstellen. Mit den richtigen Tricks und Kniffs wäre sogar Spannung garantiert. Als Thriller in geschriebener Form hat es mich jedoch nicht überzeugt.

Wahrscheinlich trifft „Wahrheit gegen Wahrheit“ den Geschmack des amerikanischen Publikums viel mehr als meinen. Das mag an der gehörigen Portion US-Patriotismus und das scheinbar immer noch aktuelle Thema Kalter Krieg zu liegen.

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74 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

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Blutiger Engel

Kate Rhodes , Uta Hege
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 04.01.2014
ISBN 9783548284637
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


… aber glücklicherweise nicht mehr so viel wie im ersten Band. Oder die Handlung hat mich einfach davon abgehalten, die Anzahl der Laufattacken von Alice zu zählen.

Der erste Teil hatte mir nicht so gut gefallen, aber zum Glück habe ich der Autorin noch eine Chance gegeben. Mit „Blutiger Engel“ hat sie einen guten Thriller abgeliefert. Für Neueinsteiger ist es übrigens nicht nötig, das vorherige Buch zu lesen. 

Der Fall ist spannend und mit einer Auflösung, die nicht bereits nach der Hälfte des Buchs zu erkennen ist. Es gibt einige überraschende Wendungen und bleibt unvorhersehbar. 

In Alice‘ Privatleben bleibt es weiter turbulent. Das Schicksal ihres Bruders wird den Leser sicherlich über weitere Teile der Reihe hinweg begleiten. Außerdem bin ich gespannt, wie sich ihr Liebesleben entwickeln wird.

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Shotgun Lovesongs

Nickolas Butler , Dorothee Merkel
Fester Einband: 424 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 28.11.2013
ISBN 9783608980080
Genre: Romane

Rezension:


Little Wing, eine kleine Stadt im Norden der USA: hier sind Henry, Lee, Ronney, Kip und Beth 

aufgewachsen. Henry und Beth sind verheiratet, Lee ist ein berühmter Sänger, Ronny eine ehemaliger Rodeoreiter und Kip ein Geschäftsmann.

In diesem Roman besingt Autor Nicholas Butler Freundschaft, Heimat und das bodenständige Leben in einer amerikanischen Kleinstadt.

Die Freundschaft zwischen Henry und Lee steht im Mittelpunkt der Handlung. Sie macht mehrere Wandlungen durch und wird vor eine schwere Probe gestellt.

Die gute Seele der Gruppe ist Ronny, der dank eines früheren Alkoholproblems geistig nicht mehr so fit ist. Ronny ist herzensgut und sorgt mit seiner überraschend klaren Sicht auf die Dinge dafür, dass seine Freunde erkennen, was wirklich wichtig ist.

Nicholas Butlers ruhiger Roman über die großen und kleinen Dinge des Lebens geht ans Herz.

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