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Schuld und Menschlichkeit

Constantin Himmelried , Buchcover by Coverkitchen
Flexibler Einband: 284 Seiten
Erschienen bei tredition, 08.02.2017
ISBN 9783734593499
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Mann wird am hellichten Tag auf einem Supermarktparkplatz mit neun Schüssen ins Gesicht getötet. Beim Eintreffen der Polizei steht der Täter noch immer regungslos vor dem Auto. Er lässt sich problemlos festnehmen. Das Gericht verhängt sechs Jahre Haft. Die Presse kommt dann mit Schlagzeilen wie „Nur sechs Jahre Haft für den kaltblütigen Parkplatzkiller“ daher. Doch was ist tatsächlich geschehen? Welches Schicksal steckt hinter diesem Fall, der der Öffentlichkeit nur stückchenweise präsentiert wurde?

Als ich dieses Buch bei BloggdeinBuch gesehen hatte, musste ich es unbedingt haben. Angepriesen wird Schuld und Menschlichkeit damit, dass Constantin Himmelried die Geschichte hinter der Geschichte erzählt. Das war wohl ausschlaggebend dafür, dass ich hier unbedingt rein lesen wollte.

Mit einem sehr einfachen und kurz gehaltenen Schreibstil berichtet Himmelried von insgesamt vier Schicksalen, die sich ganz anders darstellen, als sie auf den ersten Blick scheinen. Da wäre zum einen der oben genannte Parkplatzkiller. Er tritt neben den Toastdieb, einen Mann, der nach mehreren Jahren Haft endlich entlassen werden sollte und dabei versuchte, Toastpackungen hinaus zu schmuggeln. Doch warum sollte jemand so etwas machen? Da wird natürlich schnell ein Drogenschmuggel vermutet. Oder wie kommt es, dass ein Schleuser, der acht koreanischen Frauen ins Bundesgebiet verholfen hat, plötzlich eine dermaßen milde Strafe bekommen hat.

Obwohl in Strafprozessen der Grundsatz der Öffentlichkeit gilt, bekommt man als Ottonormalverbraucher immer nur einen Bruchteil eines Prozesses mit. Große deutsche Tageszeitungen werfen gerne mit effektheischenden Überschriften um sich, denn immerhin verkauft sich sowas gut. Das einzelne Schicksal muss dabei dahinter zurück stehen.

Constantin Himmelried hat sich hier vier wirklich unterschiedliche Schicksal herausgepickt und diese auf einzigartige Art und Weise dargestellt. Seine Sätze sind kurz und verzichten auf unnötigen Schnickschnack. Er nimmt sich als Autor sehr heraus und lässt vielmehr den Inhalt für sich sprechen. Die Wahl der ausgesuchten Fälle fand ich ebenfalls sehr gut. Man befindet sich nicht nur im Gerichtssaal, sondern erhält außerdem einen Einblick in den Alltag in einer JVA.

Allerdings gibt es zwei große Punkte, die mein Lesevergnügen irgendwie doch sehr getrübt haben. Im Buch wird darauf hingewiesen, dass alle Fälle auf wahren Begebenheiten beruhen, allerdings Namen und Orte zum Schutz der Beteilgten geändert wurden. Soweit, so gut…. Allerdings hätte ich vielleicht erwartet, dass darauf etwas näher eingegangen wird. Leider findet sich sonst gar nichts. Keine Hinweise darauf, warum diese Fälle gewählt wurden oder möglicherweise auch Hinweise auf echte Zeitungsartikel. Ein Vor- oder Nachwort wäre da ganz schön gewesen.

Es gab auch keinerlei Informationen zum Autor. Woher nimmt er sein Wissen über unser Rechtssystem und auch über das Leben in einer Haftanstalt? Im Internet fand ich dann den Hinweis, dass Constantin Himmelried Rechtswissenschaften studiert hatte. Nur leider kein Hinweis darauf, ob Herr Himmelried auch in diesem Bereich gearbeitet hat und was genau er machte. Meiner Meinung ist das bei Büchern dieser Art aber schon wünschenswert. Es hilft auch einfach der Glaubwürdigkeit.

Vielleicht bin ich auch mit den falschen Erwartungen an das Buch heran gegangen. Die Produktbeschreibung bei BloggdeinBuch hatte bei mir irgendwie den Eindruck erweckt, als würde man als Leser einen richtigen Eindruck in unser Rechtssystem erhalten. Wenn man anfängt Jura zu studieren oder als Jurist arbeitet, kommt man über kurz oder lang immer mal wieder in Diskussionen rein, in denen es um die „Ungerechtigkeiten“ unseres Rechtssystem geht. Irgendein Vergewaltiger erhält eine scheinbar zu milde Strafe oder Ulli Hoeneß wandert durch die Schlagzeilen, weil er nicht im Knast, sondern in einem Hotel war. Das ist nun eine ganz persönliche Meinung, doch ich stehe hinter unserem Rechtssystem, auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin.

Allgemein scheint es wohl so, dass das deutsche Rechtssystem nicht gerade die beste Meinung genießt. Und das leider nur, weil überall gefährliches Halbwissen umgeht. Daher kann ich die Motivation von Constantin Himmelried, auch Laien mal einen Einblick zu verschaffen, nur gut heißen. Aber an manchen Stellen hatte ich leider das Gefühl, als würde er diesem schlechten Bild der deutschen Justiz nur noch Zündstoff verschaffen.

Ich konnte zwischenzeitlich auch praktische Erfahrung sammeln. Daher stieß es mir unglaublich sauer auf, als ich folgende Textstelle lesen musste:

Im Strafrecht geht es meist nur um sogenannte Deals. […] Dabei wird eine Strafe vereinbart, bevor der Prozess beginnt. Es geht darum, die Gerichte zu entlasten. […] Der Anreiz für den Angeklagten ist, dass eine mildere Strafe als vorgesehen bekommt. Der Reiz für die Justiz ist, das völlig überlastete System zu entlasten und die statistische Quote der Aufklärungen zu erhöhen. Jedes Mal, wenn ein Angeklagter den Beschuldigungen der Staatsanwaltschaft zustimmt, bedeutet dies, dass die Staatsanwaltschaft ihren Job zu hundert Prozent richtig gemacht hat, die ermittelnden Beamten auch. […] Das ist der Grund, warum das deutsche Justizsystem so perfekt funktioniert und quasi nur minimale Fehler aufweist.

Ja, Deals haben in den letzten Jahren zugenommen. Und bestimmt gibt es genug Anwälte, Staatsanwälte und Richter, die sich die Arbeit gerne einfach machen. Jeder von ihnen ist ebenfalls auch ein Mensch. Und wo Menschen arbeiten, da gibt es eben die, die in ihrem Beruf aufgehen und solche, die gerne den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Aber an manchen Stellen bekommt man einfach den Eindruck, als wäre man schon vor Verhandlungsbeginn vorverurteilt.

Zu behaupten, dass unser Rechtssystem nur aufgrund von Deals, bei denen der Angeklagte alles eingesteht, was ihm vorgeworfen wird, nur minimale Fehler aufweist, ist schlicht und ergreifend einfach gefährlich. Wenn eine Anklage bei Gericht zugelassen wird, dann haben bereits Polizei, Staatsanwalt und Richter den Sachverhalt geprüft. Genau aus diesem Grund werden auch nur diese Anklagen zugelassen, bei denen sich ein hinreichender Tatverdacht vorliegt, wenn man also davon ausgeht, dass eine Verurteilung wahrscheinlicher ist als ein Freispruch. Und natürlich werden daher verhältnismäßig viele Angeklagte, die einen Gerichtssaal von innen sehen, auch verurteilt. DESHALB gibt es nicht soviele Fehler, wie die Presse uns manchmal weis machen will. Dies nicht wenigstens anzusprechen ist genau der Grund, warum „normale“ Bürger ein dermaßen gestörtes Verhältnis zu unserer Justiz haben.

Gleiches Bild zeigte sich bei dem Fall, welcher die JVAen unseres Landes wohl darstellen sollte. Beamte, die einem Häftling Drogen unterschieben und Direktoren, die belastende Videobänder verschwinden lassen… Ja, sowas mag es geben. Das will ich gar nicht abstreiten, wie gesagt, auch hier arbeiten nur Menschen und die machen eben Fehler und schwarze Schafe gibt es in jeder Branche. Doch der Großteil der Beamten, die ihren Dienst in einem Gefängnis leisten, nehmen abends Eindrücke und Bilder mit nach Hause, die sie selbst erst einmal verarbeiten müssen. Und die leisten ihren Dienst trotzdem nach Vorschrift und mit einem gesunden Maß an Nächstenliebe.

Dafür konnte mich der Autor damit beeindrucken, dass er Sympathien schafft, mit denen man zunächst gar nicht rechnet. Himmelried zeigt die schrecklichsten Seiten menschlichen Handelns auf und schafft es trotzdem irgendwie, dass einem nicht die Grausamkeiten und das Schlechte im Menschen im Kopf bleibt. Sondern irgendwie bleibt einem das Herz schwer, doch trotzdem mit einem guten Gefühl. Ich empfand das als sehr besonders und kann dieses Empfinden kaum in Worte fassen.

Constantin Himmelrieds Anliegen, Nicht-Juristen unser Rechtssystem und auch unsere Haftanstalten nahe zu bringen, ist durchaus ehrenwert. Und an sich war auch die Auswahl der erzählten Geschichten gar nicht schlecht gewählt, denn sie sind abwechslungsreich und fesseln den Leser. Ein wenig gewünscht hätte ich mir vielleicht eine etwas weniger einseitige „Berichterstattung“. Großes Lob habe ich allerdings für Himmelrieds Schreibstil übrig. Er nutzt kurze, einfache Sätze, lässt den Inhalt für sich sprechen und nimmt sich als Autor selbst sehr zurück. Wenn ich auch mit dem Inhalt nicht ganz einverstanden war, so punktet das Buch auf jeden Fall durch seine Spannung und einem Schreibstil, den ich sehr gerne mochte.


Vielen Dank an BloggdeinBuch für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

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thriller, autismus, entführung, kindesentführung, simon beckett

Obsession

Simon Beckett , ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.04.2009
ISBN 9783499248863
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bens Leben liegt in Trümmern, als seine Frau Sarah unverhofft verstirbt. Die Ehe der beiden war glücklich und Ben droht, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Einzig der Umstand, dass er sich auch weiterhin um Sarahs Sohn Jacob kümmern muss, hält ihn davon ab, sich im Alkohol zu verlieren. Als er sich aufraffen kann, um Sarahs Habseligkeiten auszusortieren, fallen ihm Dokumente und Bilder in die Hände, die ihm einen weiteren Schlag versetzen. Denn wenn er ihnen glauben kann, dann ist Jacob gar nicht Sarahs leibliches Kind. Vielmehr scheint es so, als hätte sie den kleinen authistischen Jungen gestohlen.

Ben macht sich auf die Suche nach den leiblichen Eltern, obwohl der Privadetektiv, den er beauftragt, ihn davor warnt, dass dies einen Rattenschwanz hinter sich her ziehen könnte. Doch Ben schlägt sämtliche Ratschläge in den Wind. Er findet die Familie und tatsächlich setzt sich Jacobs leiblicher Vater vehement dafür ein, dass der Junge zu ihm kommt. Und das mit Erfolg. Ben verliert den Sorgerechtsstreit und muss sich von seinem Stiefsohn trennen. Doch es kommt noch schlimmer. Jacobs Stiefvater scheint seinen Sohn absichtlich immer wieder in Lebensgefahr zu bringen. Der Kampf um seinen Stiefsohn wird für Ben zur Obsession…

Selten habe ich einen Autoren kennengelernt, der qualitativ dermaßen verschiedene Bücher abliefert, wie Simon Beckett das tut. Mit seinen David Hunter-Büchern hat er weltweit die Leserschaft begeistert (zumindest was die ersten vier Teile angeht). Dass sich seine früheren Werke davon krass unterscheiden, ist zwischenzeitlich kein Geheimnis mehr. Beckett ist ein gutes Beispiel dafür, dass Üben eben doch hilft.

Das Problem an Becketts früheren Büchern ist allerdings nicht einmal, dass sein Schreibstil holprig wäre oder seine Charaktere nichts an sich hätten. Meist war die Idee hinter dem Buch auch gar nicht übel. Doch auch Obsession fehlt es nachher komplett an einem Spannungsbogen. Es geht nicht auf und ab, sondern tümpelt so vor sich hin. Der Super-Gau ist dann, dass die Story nirgends hinführt.

Man kommt ganz gut in das Buch rein, bekommt die wichtigsten Details geliefert und lernt die Charaktere kennen. Mich beschlich das Gefühl, dass Ben mit seinem Stiefsohn nicht ganz warm geworden ist. Die Gründe dafür blieben allerdings verborgen. Warum tat Ben sich so schwer, den Jungen anzunehmen, nachdem er ihn doch aufwachsen sah und dessen ganzes Leben einen Mittelpunkt für ihn gebildet hat?

Die Geschichte beginnt noch ganz gut. Als Leser findet man in die Handlung rein und durch die Aufdeckung von Sarahs Tat ist auch Spannung da gewesen. Zunächst scheinen sich die Ereignisse zu überschlagen. Sarahs Tod, die Entdeckung ihrer Entführung und die leiblichen Eltern… Hätte Beckett dieses Tempo und die Informationsdichte beibehalten können, wäre die Bewertung sicherlich besser ausgefallen, selbst wenn die Geschichte etwas einfältig gewesen wäre. Allerdings bricht der Spannungsbogen einfach in den Keller.

Dabei ist die Geschichte nicht einmal schlecht geschrieben. Im Gegensatz zu Voyeur hat mir Becketts Schreibstil gut gefallen. Es wirkte nicht mehr annähernd so holprig, wie ich erwartet hatte. Daher lässt sich das knapp 400 Seite starke Buch zwar recht flüssig lesen, aber durch die mangelnde Spannung kommt man trotzdem nicht voran.

Dem Buch fehlt es einfach an der Handlung. Die lässt sich locker in 5 Sätzen zusammenfassen und hinzu kommt, dass eigentlich alles, was irgendwie Spannung erzeugte, direkt zu Beginn passiert.

Da halfen auch die Charaktere nicht mehr. Mit Ben könnte man noch klar kommen. Er ist jetzt nicht bis zum letzten Detal durchgeplant und so recht sympathisch war er mir eigentlich nie. Das ist aber eventuell dem gerade genannten Umstand geschuldet, dass seine Gedanken und Gefühle und vor allem seine Beweggründe zwar dargestellt werden, aber nicht nachvollziehbar werden. Ganz abstrus wurde es allerdings bei Jacobs leiblichen Vater. Der wird als unglaublich brutal und herzlos hingestellt, aber eine andere Seite hat Beckett ihm nicht gegeben. Er blieb damit sehr eindimensional und blass.

Dabei spielte er eine tragende Rolle für das Buch. Ich gehe nun einfach mal davon aus, dass Beckett diesen Charakter genau so darstellen wollte, aber auch damit hat er sich so viel abgeschnitten. Eine Identifizierung mit ihm war unmöglich und die Story hatte damit auch keinen Mehrwert.

Zu wenig Handlung, blasse Charaktere ohne irgendeinen Hintergrund und keine Spannung – so kann man dieses Buch zusammenfassen. Die Idee war gar nicht schlecht, die Handlung hätte gut werden können. Doch Beckett hat sein Pulver viel zu früh verschossen. Wieder einmal kann ich keine Empfehlung für ein Beckett-Buch aussprechen.


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wirst du da sein, musso

Wirst du da sein?

Guillaume Musso , Claudia Puls
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.09.2015
ISBN 9783492307215
Genre: Romane

Rezension:

Nach außen hin macht Eliott Cooper einen sehr geerdeten Eindruck. Er ist Arzt, wird von Patienten und Kollegen anerkannt und geschätzt und seine Tochter ist der wichtigste Mensch in seinem Leben. Doch auch wenn es scheint, als habe er ein erfülltes Leben, so ist es für ihn doch leer und dunkel. Bereits 30 Jahre ist es her, seit er seine Frau und große Liebe Ilena verloren hat. Eigentlich hat Eliott mit seinem Leben abgeschlossen und er wartet nur noch auf den Tod. Bis zu dem Tag, an dem er von kambodschanische Stammesältesten, den er im Rahmen seiner ehrenamtlichen Hilfsarbeit kennengelernt hat, kleine goldene Pillen geschenkt bekommt. Anfangs skeptisch, wirft er sich dann doch eine ein. Was hat er schon zu verlieren. Und plötzlich bekommt Eliott eine zweite Chance…

Die Pillen ermöglichen es Eliott, 30 Jahre in die Vergangenheit zu springen, wo er auf sein jüngeres Ich trifft. Und er bekommt die Gelegenheit, seine große Liebe wiederzutreffen. Kann er dieses Mal den tragischen Tod seiner Geliebten verhindern?

Guillaume Musso war für mich bisher ein Unbekannter. Klar hab ich den Namen ab und an mal gelesen, aber bisher war mir nicht klar, welch ein grandioser Autor sich hinter diesem Namen verstecken muss. Kennst Du das Gefühl, wenn Du das Buch eines „unbekannten“ Autors lest, völlig ohne Erwartungen da ran gehst und dann total umgehauen wirst? So ging es mir. Dieses Buch hat mich einfach von den Füßen gehoben.

Dabei war ich nach 50 Seiten noch wirklich skeptisch. Goldene Pillen, die einen Menschen in die Vergangenheit transportieren? Ja ne, is klar… Hinzu kam, dass einem als Leser der Einstieg etwas schwer gemacht wird. Die Handlung springt immer wieder zwischen zwei Zeitebenen hin und her. Da in beiden Handlungssträngen allerdings Eliott die Hauptrolle spielt, brauchte es ein wenig Zeit, bis ich mich in die Sache eingefunden hatte.

Aber dieses kleine SiFi-Element tut der Geschichte sooo gut. Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr tritt das Zeitreiseelemente in den Hintergrund, was ich persönlich dann wirklich schade fand. Musso hat die Zeitsprünge auf eine unauffällige, fast realistische Art und Weise zu einem Teil der Story gemacht.

Auch wenn die Handlung anfangs noch vorhersehbar erscheint, ändert sich diese Meinung mit der Zeit. Mir ging es zumindest so, dass ich dachte, Eliott würde alles daran setzen, den Tod seiner Liebe zu verhindern. Daher war ich mir fast sicher, dass ich den Verlauf des Buches vorausahnen konnte. Doch nach und nach stellt sich heraus, dass Musso sich da doch hat noch etwas einfallen lassen. Denn jede Zeitreise hat einen Nebeneffekt, den jeder von uns kennt. Wer nur ein Detail der Vergangenheit ändert, kann damit die Gegenwart auf den Kopf stellen. Und plötzlich muss Eliott sich fragen, ob es Dinge oder Menschen gibt, die ihm sogar noch wichtiger sind als seine Ehefrau.

Musso hat sein Hauptaugenmerk verständlicherweise auf Eliott gelegt. Der ist gerade in seiner jüngeren Version gar nicht so einfach gestrickt. Er kann auch einmal kratzbürstig und aufbrausend sein, während sein älteres Ich von einer inneren Ruhe begleitet wird, deren Ursprung aus dessen Lebensmüdigkeit herrührt. Man hat zwar nicht das Gefühl, als würde er sich im nächsten Moment vor einen Zug stürzen wollen, aber ich hatte doch den Eindruck, als würde es ihm nicht viel ausmachen, wenn er die nächsten Jahre, die er zweifelsfrei allein bleiben würde, nicht erleben müsste. Zwar liebt er seine Tochter, doch diese ist erwachsen, aus dem Haus und kein Ersatz für Eliotts Verlust.

Die junge Version dagegen ist voller Träume und Tatendrang. Er kann mit der zynischen Art seiner Alter Ego anfangs wenig anfangen, doch je besser sie sich kennenlernen, desto mehr nähern sich auch ihre Charaktere an. Ich mochte sie beide, doch gefühlsmäßig handelte es sich um zwei völlig unterschiedliche Personen.

Totel verliebt war ich aber in Matt, Eliotts besten Kumpel und das in beiden Zeitebenen. Dieser Mann ist der Inbegriff der Machos. Feste Bindungen machen ihm Angst und er springt von einem Bett ins nächste. Seine Devise ist es, das Leben hier und jetzt zu genießen, was einfach symapthisch rüber kam. Er geht mit einer Leichtigkeit durchs Leben, die fast bewundernswert ist. Allerdings war es gerade in der späteren Zeitphase manchmal gleichzeitig traurig und schön, dass er sich im Alter auch so gar nicht ändert. Er genießt noch immer sein Leben, ist allerdings auch noch immer allein und holt sich sein Selbstwertgefühl von jüngeren Frauen.

Das ganze Buch ist wunderschön gefühl- und fantasievoll. Es holt einen ab und trägt einen fort. Musso kann einfach schreiben. In einfachen Worten und Sätzen erzeugt er eine emotionale Atmosphäre, der sich der Leser kaum entziehen kann. Er schreibt eine Liebesgeschichte, ohne dass das Liebespaar zum Hauptgegenstand wird. Es war einfach so schön zu lesen…

Lange Zeit hatte ich Guillaume Musso gar nicht auf dem Schirm. Das war ein Fehler! Nicht nur, dass er schreiben kann, sondern er scheint auch recht gute Ideen zu haben. Mit dieser Geschichte hat er mich total unvorbereitet von den Sohlen gehauen. Ich hab mit Eliott gelacht und geweint und wollte mich kaum von ihm und seinem Leben trennen. Eine wunderschöne, zauberhafte, liebevolle Geschichte…


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vorübergehend verschossen, anke maiber

Vorübergehend verschossen

Anke Maiberg
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.08.2017
ISBN 9783404175611
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nellis großem Tag steht eigentlich nichts mehr entgegen. Seit sie Oma Ilse ausreden konnte, dass Nelli unbedingt ihren alten Schleier tragen solle, kann sie ihrem Hochzeitstag sehr entspannt entgegen schauen. Tim scheint perfekt für sie zu sein und sie liebt ihn sehr. Daher bekommt sie kurz leichte Panik, als es eine halbe Stunde vor der Hochzeit heißt, Tim wäre verschwunden. Er würde es doch nicht wagen, sie vor dem Altar stehen zu lassen?? Ein riesiger Stein fällt ihr vom Herzen, als Tim schließlich doch noch auftaucht. Doch irgendwie schaut er anders aus, oder? Und plötzlich hat der Gute auch noch Manieren und verhält sich wie ein Gentleman… Dabei ist Tim doch vor allem eins, nämlich total verpeilt und verstrahlt.

Doch Nelli will sich keine Gedanken über diese Veränderungen am Tag ihrer Hochzeit machen, zumal sie sich mit Tim so wohl fühlt wie noch nicht zuvor. Doch was Nelli nicht weiß: Tim sitzt in Las Vegas fest, wo er mit seiner besten Freundin Doro Junggesellenabschied gefeiert hat. Und als wäre das noch nicht schlimm genug, haben sich die beiden in ihrem Alkoholrausch auch noch von Elvis trauen lassen. Und vor dem Traualter steht nun gar nicht Tim – sondern dessen Zwillingsbruder Felix. Der springt mal wieder widerwillig in die Bresche, um die Ehe seines Bruders zu retten. Doch Tim kann sich nicht sofort ins Flugzeug zurück nach Deutschland setzen, immerhin ist da noch eine Ehe zu annullieren. Also muss Felix auch weiterhin den glücklichen Ehemann spielen – und mit Nelli in die Flitterwochen fliegen.

Anke Maiberg hat bereits mir Ist das Liebe oder kann der weg? bewiesen, dass sie witzig und gleichzeitig emotional schreiben kann. Nun beweist sie mit ihrem neusten Werk, dass dies nicht nur ein einmaliger Treffer war. Im Gegenteil: auch mit ihrem zweiten Buch landet sie einen Volltreffer und so gelangt sie langsam, aber sicher in die Ränge meiner Lieblingsautoren.

Die Idee mit dem doppelten Lottchen ist zwischenzeitlich nicht mehr neu. Allein was Filme angeht, fallen mir auf Anhieb mindestens drei Stück ein, in denen ein Zwillingspärchen die Rollen tauscht. Aber tatsächlich ist das Thema eher Stoff von Filmen, Bücher fallen mir hierzu nicht wirklich ein. Und diese Thematik kommt eben deshalb immer wieder auf, weil sie einfach funktioniert. Mir persönlich geht es so, dass es gar nicht genug solcher Geschichten geben kann.

Die Geschichte beginnt nur wenige Tage vor der großen Hochzeit. Tims Oma möchte Nelli noch unbedingt ihren Schleier aufs Auge drücken, doch das kann Nelli Gott sei Dank noch verhindern. Und dann steht auch schon der Junggesellinnenabschied an, auf dem Nelli wirklich geradezu schwärmt von ihrem Zukünftigen. Da erhält man schnell den Eindruck, dass Tim wirklich der perfekte Mann für die junge Frau sein muss. Klar bleibt einem da auch als Leser erst einmal das Herz stehen, wenn der dann plötzlich am Hochzeitstag fehlt.

Aber dieses Fehlen bringt einen Stein ins Rollen, der nicht mehr aufzuhalten ist und irgendwie ist es dann wie bei einem Unfall. Man will nicht so recht hinsehen, weil man die Katastrophe schon nahen sieht, und trotzdem kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Doch wer denkt, dass hier nur der Zwillingstausch thematisiert wird, der irrt. Denn sie Sache wird noch viel komplizierter. Denn plötzlich ist der „neue“ Ehemann soviel besser als der „alte“ Verlobte.

Hach, diese Geschichte hatte einfach alles. Zum einen natürlich die großen Gefühle. Die kommen allerdings nicht unbedingt da auf, wo man sie erwartet hatte. Aber das wäre ja auch langweilig gewesen. Schließlich bilden sich zwei Paarungen, die unterschiedlicher hätten wohl nicht sein können. Und mir hat die eine davon auch sehr viel mehr gefallen als die andere. Es gab mehr von den eben genannten Gefühlen, ich konnte sie viel mehr fühlen. Und ich hatte auch das ein oder andere Kribbeln im Bauch.

Aber vor allem hat Maibergs neues Buch eines und das ist Witz. Wer bereits ihr Vorgängerbuch kennt, der kann sich bestimmt an die rüstige ältere Dame erinnern, die nicht ganz unwichtig für die Handlung war. Und auch dieses Mal wieder punktet von den Charakteren vor allem Oma Ilse. Denn die hat es wieder faustdick hinter den Ohren. Hört, was sie hören will und sieht auch gar nicht ein, warum sie sich als altes Frauchen abstempeln lassen soll. Immerhin ist sie eigentlich die Einzige, die den Durchblick hat. Ich hab sie auf jeden Fall sofort ins Herz geschlossen und mochte ihren frischen und aufgeweckten Charakter so gerne.

Der größte Pluspunkt, welcher für dieses Buch spricht, ist eindeutig Anke Maibergs Schreibstil, denn schreiben kann sie, ganz ohne Zweifel. Sie legt ihren Charakteren immer wieder die richtigen Worte in den Mund, die mal total gefühlvoll sind oder auch einfach nur mal sehr humorvoll. Man schwebt so durch die Story und plötzlich ist man auch schon am Ende. Die Geschichte rund um Felix, Tim, Nelli und Doro nimmt einen an die Hand und man will immer wieder wissen, wie es weiter geht. Eine wunderschöne Idee, die wirklich toll umgesetzt wurde.

Einen kleinen Kritikpunkt gibt es allerdings trotzdem. Die Geschichte wird abwechselnd von einem der vier Protagonisten erzählt. Jedes Kapitel wird mit dem Namen des Erzählers eingeleitet, sowie mit dem Ort und der Zeit. Hierbei findet man öfters mal die Angaben „5 Stunden vorher“ oder „3 Tage später“. Da Tim und Doro zu Beginn des Buches in Las Vegas weilen und wir alle von der Zeitverschiebung wissen, war das meistens eher verwirrend, als wenn es mir im Lesefluss geholfen hätte. Da Tim und sein Zwillingsbruder während dieser Zeit viel telefonischen Kontakt haben, war mir eigentlich auch ohne diese Zeitangaben klar, wo und wann wir uns gerade in der Story befinden. Die Überschriften hätte es daher gar nicht gebraucht.

Anke Maiberg beweist auch mit ihrem zweiten Buch wieder ein unglaubliches Talent, mit Worten eine einzigartige Atmosphäre zu schaffen und den Leser komplett in seinen Bann zu ziehen. Die Zwillingsgeschichte hat ihren ganz eigenen Charme, der mir persönlich unglaublich gut gefallen hat. Hinzu kam, dass man zwischen den unterschiedlichen Paarungen wirklich Gefühle bemerken konnte (beim einen mehr, beim anderen weniger). Garniert wird ein schönes Buch dann noch mit einer unterhaltsamen Portion Witz, die genau meinem Sinn für Humor entsprach. Wer noch schöne Lektüre für seinen Urlaub sucht, der sollte sich Vorübergehend verschossen definitiv genauer anschauen.


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thriller, sebastian fitzek, achtnacht, berlin, fitzek

AchtNacht

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2017
ISBN 9783426521083
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Benjamin, kurz Ben, hat eigentlich schon genug Probleme. Sein Leben ist alles andere als geregelt. Eigentlich schlägt er sich als Musiker durch, doch seit er mit seiner Teenagertochter an Bord einen Autounfall verursacht hat und Jule dabei beide Beine verloren hat, ist er wie aus der Bahn geworden. Er trinkt und lebt in den Tag hinein. Doch sein größtes Problem hat er plötzlich am 8.8. Denn in der AchtNacht wird eine Person ausgewählt, die 12 Stunden lang vogelfrei ist. Sie kann von jedem registrierten Jäger straffrei getötet werden. Und als Belohnung winken auch noch 10 Millionen Euro.

Ich muss jetzt ein wenig ausholen. Alle lieben Sebastian Fitzek, seine Bücher verkaufen sich wie warme Semmeln und wenn man an seinen Büchern mal Kritik äußert, dann wird man schon mal schief angeschaut (so mein Gefühl). Da musste ich es natürlich selbst auch mal versuchen. Also habe ich vor Jahren zum „Seelenbrecher“ gegriffen – und war irgendwie nur mäßig begeistert (übrigens auch bei meinem ReRead vor einigen Monaten). Dafür fand ich Fitzeks Zusammenarbeit mit Michael Tsokos, Berlins bekanntesten Rechtsmediziner, „Abgeschnitten“ unglaublich gut. Also zusammengefasst: immer, wenn die gesammelte Buch- und Bloggerwelt unglaublich begeistert von einem Fitzekbuch ist, dann finde ich die Story nur so lala. Und wenn einmal tatsächlich Kritik geübt wird, dann bin ich dafür total von den Socken. Da „AchtNacht“ bisher kaum wirklich begeisterte Rezensionen abbekommen hat, kannst Du Dir vielleicht denken, wie mir das Buch gefallen hat?

Die ersten 70 Seiten war ich etwas verwirrt. Erwartet hatte ich, dass man direkt in die AchtNacht-Geschichte einsteigt, doch stattdessen beherrscht eine andere Tragödie die Handlung. Bens Tochter, gerade seit kurzem Studentin und mit eigener Wohnung, hat sich mit ihrem Rollstuhl vom Dach ihres Studentenwohnheimes gestürzt. Wollte sich Jule umbringen, da ihr beide Beine fehlen? Doch Ben glaubt nicht an einen Selbstmordversuch, er ist sich sicher, dass da jemand nachgeholfen hat. Aber was hat das alles mit der AchtNacht zu tun?

Dann wird Ben, scheinbar völlig unabhängig vom Beginn der Story, als AchtNächter gezogen, also als diejenige Person, die die nächsten 12 Stunden vogelfrei sein soll. Plötzlich ist er nirgends mehr sicher. Doch er ist nicht der einzige, der von halb Berlin gejagt wird. Eine zweite Person, eine junge Studentin, wurde aus dem Topf gezogen. Arezu findet Ben direkt zu Beginn des Abends und nun versuchen sie gemeinsam, sich die Meute vom Hals zu halten.

Die Idee hinter „AchtNacht“ ist einfach nur genial, wenn auch nicht unbedingt neu. Sie verspricht schon von Haus aus eine Menge Spannung. Etwas Sorge hatte ich allerdings, dass dem Buch nachher vor lauter Verfolgung und Hetze ein wenig der Inhalt fehlen wird. Diese Angst war allerdings unbegründet. Fitzek hat sich auch eine gut durchdachte Storyline einfallen lassen. Die Verfolgungsjagten halten sich in Grenzen, denn die find ich ja meist tierisch öde. Es geht nicht nur um die Hetze auf die AchtNächter, sondern Fitzek hat ihnen auch zwei ganze besondere Gegenspieler entgegengesetzt.

Mit Fitzeks Schreibstil kam ich in den vergangenen Büchern nicht immer so gut klar. Teilweise geht er mir einfach zu verwirrend vor, überschlägt sich in dem, was er erzählen möchte, was zu Lasten des Verständnisses geht. Und auch dieses Mal bin ich zwiegespalten. Zum einen las sich „AchtNacht“ wirklich flüssig, ohne dass ich auch nur an einer Stelle das Gefühl bekam, nicht mitten in der Geschichte zu sein. Fitzek bringt seine Idee und die Stimmung wirklich gut an den Leser heran. Die Kapitel sind allerdings stellenweise sehr kurz, was an sich kein Problem gewesen wäre. Wahrscheinlich waren die Unterbrechungen zwischen den einzelnen Kapiteln als Mittel gedacht, dass die Spannung schön hoch gehalten wird. Die Einschnitte sind meiner Meinung nach aber wirklich unnötig, wenn es direkt auf der nächsten Seite mit genau dieser Situation weiter geht. Meinen Lesefluss hat es dadurch einfach nur gestört.

Die Kritik, dass sich das Buch im Mittelteil etwas hinzieht (bei einigen Rezensionen gelesen), kann ich so nicht unterschreiben. Nicht einmal ein Sebastian Fitzek kann die Spannung über 400 Seiten zum Zerreißen gespannt halten. Ein Spannungsbogen zeichnet sich ja auch dadurch aus, dass es Hochs und eben auch Tiefs gibt. Und trotzdem hab ich mich über die komplette Länge gut unterhalten gefühlt.

Zum Ende hin laufen natürlich alle offenen Fäden wieder in einer Hand zusammen. Das Finale empfand ich als ganz in Ordnung, hat mich allerdings nicht vom Hocker gerissen. Dass Fitzek nicht für seine rührenden Happy Ends bekannt ist, da verrate ich wohl kein Geheimnis. Die losen Fäden laufen alle schön zusammen und es bleiben auch keine Fragen offen. Und ehrlich gesagt war die Idee, die hier nachher ans Licht kommt, auch wirklich nicht von schlechten Eltern, nur umhauen konnte sie mich trotzdem nicht. Das gewisse Etwas hat leider gefehlt.

Alles in allem bin ich mit geringen bis gar keinen Erwartungen an das Buch herangegangen. Die lediglich durchschnittlichen Rezensionen haben mich nichts Gutes ahnen lassen. Doch ich wurde überrascht von einer durchweg spannenden, nicht nachlassenden Geschichte, die ich so noch nicht gelesen habe. Der Fokus liegt gar nicht so sehr auf den Charaktere, sondern tatsächlich darauf, den Leser durch eine Nacht zu jagen, die diesen nicht mehr so schnell loslässt. Auch wenn das Buch bestimmt nicht das Beste ist, was der deutsche Buchmarkt zu bieten hat, so habe ich mich über einige Stunden unterhalten gefühlt und konnte mich aus dem Alltag ausklinken. Aufgabe also erfüllt…


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dystopie, flawed, cecelia ahern, fehlerhaft, jugendbuch

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Celestine steht hinter dem System, das in ihrem Land gilt. Menschen, die falsche Entscheidungen treffen, lügen oder betrügen, werden mit einem Brandmal versehen und leben fortan als Fehlerhafte ein einfaches Leben. Diese Menschen haben kein Verbrechen im eigentlichen Sinn begangen, doch moralisch oder ethisch haben sie sich etwas zu Schulde kommen lassen. Der oberste Richter der Gilde, Richter Crevan, ist für Celestine eine Art Ersatzvater, seit sie mit dessen Sohn zusammen ist. Doch dann kommen Celestines Überzeugungen ins Wanken und sie hilft einem Fehlerhaften im Bus. Auch das ist verboten und das junge Mädchen wird selbst vor Gericht gestellt. Doch ihr Prozess ist kein normales Gerichtsverfahren, denn Celestine wird als Aushängeschild für beide Seiten missbraucht. Und am Ende muss Celestine ihr komplettes Leben über den Haufen werfen.

Als bekannt wurde, dass Cecelia Ahern sich von ihren Liebesromanen etwas lösen will und sich um Jugendbuchgenre ausprobieren möchte, da war meine Neugierde geweckt. Als ich dann noch erfahren habe, dass es sich um eine Dystopie handeln sollte, da war ich Feuer und Flamme für die Geschichte. Und der Einstieg ins Buch konnte meine Erwartungen noch übertreffen. Endlich mal eine Protagonstin, die nicht von Anfang an gegen das herrschende System steht. Im Gegenteil: Celestine ist sich sicher, dass fehlerhafte Menschen auch als solche zu erkennen sein müssen. Die Gilde entscheidet über Menschen, die zwar kein Verbrechen begangen haben, aber sich moralisch oder ethisch in irgendeiner Hinsicht fehlerhaft verhalten haben. Diese Menschen bekommen ein Brandzeichen verpasst und müssen fortan ein einfaches, reduziertes Leben führen.

Natürlich musste Celestine irgendeinen Fehler machen, um selbst Opfer des Systems zu werden. Und das, obwohl der oberste Gildenrichter Crevan, kein Unbekannter für die Jugendliche ist. In Wahrheit handelt es sich bei ihm um ihren Schwiegervater in spe und ist außerdem ein Freund der Familie. Nachdem Celestine aber einem Fehlerhaften geholfen hat, verwandelt sich der liebevolle Nachbar in einen berechnenden, brutalen Gegenspieler.

Das Buch muss man eigentlich in zwei Teile spalten. Die erste Hälfte war spannend, rasant, voller Emotionen und unfassbar fesselnd. Celestine glaubt an das System, das praktiziert wird. Sie steht auf der Seite derjenigen, die Fehlerhafte kenntlich machen wollen, um die „normalen“ Menschen vor ihnen zu schützen. Doch Celestine ist ein wenig verwöhnt, kommt aus gutem Hause, geht mit dem attraktiven Nachbarjungen und führt auch sonst ein behütetes Leben.

Natürlich wusste man schon von Anfang an, dass Celestine, trotz all dieser Umstände, selbst zur Fehlerhaften abgestempelt wird. Und der Weg dorthin ist Ahern wirklich gelungen. Eigentlich beweist Celestine lediglich Mitgefühl und zeigt Zivilcourage, doch diese ist gegenüber Fehlerhaften verboten. Genau wie Celestine begreift man als Leser einfach nicht, warum einem alten Mann nicht geholfen werden soll, wenn er Hilfe scheinbar so nötig hat.

In der ersten Hälfte des Buches gibt es für den Leser kaum Verschnaufpausen. Die Ereignisse überschlagen sich und es geht Schlag auf Schlag. Damit konnte Ahern die Spannung unglaublich hoch halten. Dies hatte allerdings zur Folge, dass der Sturz in der zweiten Hälfte umso tiefer war.

Nachdem Celestine gebrandmarkt wurde und fortan als Fehlerhafte leben muss, rückt ihre Rolle in der ganzen Sache in den Fokus. Die Anhänger der Gilde wollten an ihr ein Exempel statuieren und empfinden sie als gefährlich. Die Gegner der Gilde sehen in Celestine allerdings jemanden, der sich endlich gegen die geltenden Regeln aufgelehnt hat. Dabei will der junge Mädchen einfach nur ihr altes Leben wieder haben.

Doch das sechste Brandmal, von dem bisher nur wenige Menschen wissen, macht sie auch zu einer Waffe. Diese könnte Crevans Fall zur Folge haben. Und nachdem Celestine ihre Wunden geleckt hat und wieder im Sattel sitzt, will auch sie endlich was in Bewegung bringen.

Leider macht die zweite Hälfte den Eindruck, als hätte die Story hart auf die Bremse gedrückt. Man kann noch nicht mal sagen, dass gar nichts mehr passiert. Aber das Tempo nimmt deutlich ab. Nachdem der erste Teil so spannend war, fällt das noch mehr auf, als es das vielleicht getan hätte, wenn die Geschichte einen konstanten Spannungsbogen gehabt hätte.

Mit der Protagonistin Celestine wusste ich lange Zeit nichts anzufangen. Anfangs hat ihr irgendwie genau der Umstand, den ich oben gelobt habe, nämlich, dass sie sich mit dem geltenden System identifiziert, das Genick gebrochen. Sie vertrat die Ansicht, dass die Fehlerhaften von den „normalen“ Menschen selektiert werden müssten. Ihre Vorurteile legte sie aber auch dann nicht ab, als sie verhaftet und in die Zellen gesperrt wurde. Als sie Carrick das erste Mal sieht, kann sie nur darüber nachdenken, welches Vergehen er wohl begangen hat und wie schlimm er wohl sein muss. Dass er gar nichts verbrochen haben könnte oder falls doch, dass er hierfür eventuell gute Gründe gehabt haben mag, kommt ihr gar nicht in den Sinn.

Diese Ansicht legt sie nur deshalb dann ab, weil sie plötzlich selbst in die Rolle des Opfers schlüpfen muss. Da ändert sich ihre Meinung dann radikal und sie sympathisiert eigentlich mit fast jedem Fehlerhaften. Nur leider versinkt sie zu diesem Zeitpunkt dann auch sehr im Selbstmitleid. Dass sie mit ihrem Schicksal unglücklich ist, konnte ich noch nachvollziehen, die Wut auf ihre kleinen Geschwister allerdings nicht mehr.

Das Ende überschlägt sich dafür wieder. Natürlich greift Cecelia Ahern zu einem Cliffhanger, der mich allerdings nicht dazu bewegen konnte, sofort in die nächste Buchhandlung zu stürmen und mir Teil 2 zu kaufen. Ich fühlte mich ehrlich etwas überrumpelt, dass das Buch SO ausging.

Mit ihrem Versuch, mal ein anderes Genre zu bedienen, hat Ahern keine Vollkatastrophe abgeliefert, konnte mich aber auch nicht begeistern. Hätte sich die erste Hälfte des Buches fortsetzen können, wäre dabei eine richtig gute Dystopie rausgekommen, die es mit der Konkurrenz hätte aufnehmen können. So schmiert Ahern aber ein wenig ab. Sie konnte die Spannung nicht halten und die zweite Hälfte plätschert einfach so vor sich hin, ohne nochmals den nötigen Schwung zu bekommen. Ein typischer Fall von: tolle Idee, holprige Umsetzung!


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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Wir müssen über Kevin reden

Lionel Shriver , Christine Frick-Gerke , Gesine Strempel
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2017
ISBN 9783492310512
Genre: Romane

Rezension:

Als Eva und Franklin sich entschließen, ein Kind zu bekommen, ist Eva schon fast 40. Doch beide wünschen sich noch ein Kind, vor allem für Franklin bedeutet ein Kind alles. Doch bereits einige Minuten nach der Geburt von Kevin, merkt Eva, dass ihr Sohn anders ist. Der Säugling scheint voller Wut und Zorn zu sein und lehnt seine Mutter von der ersten Minuten an ab. Er entwickelt sich nicht wie ein normaler Junge, muss bis zu seinem sechsten Lebensjahr gewickelt werden. Doch je älter er wird, desto mehr beginnt Eva zu glauben, das personifizierte Böse zur Welt gebracht zu haben. Das führt dazu, dass sie zu ihrem eigenen Fleisch und Blut auch keinerlei Bindung aufbauen kann und es sogar als Zumutung empfindet, dass sie zuhause bei ihrem Kind bleiben muss.

Über Jahre hinweg will Evas Ehemann nicht glauben, welche Bösartigkeiten sich Kevin alles ausgedacht haben soll. Kevin sei ein normaler Junge und dieser selbst bringt seinen Vater dazu, dies zu glauben. Doch am 8. April 1999 treibt Kevin acht Mitschüler und eine Lehrerin in der Turnhalle zusammen und eröffnet mit einer Armbrust das Feuer auf sie. Kevin wird zum Amokläufer und verändert innerhalb weniger Stunden das Leben seiner Familie.

Seit dem Amoklauf von Winnenden, bei dem mein Vater als Polizeibeamter selbst vor Ort war, verschlinge ich alles, was irgendwie mit diesem Thema zu tun hat. Was treibt einen Jugendlichen dazu, in der Schule teilweise fremde Mitschüler niederzuschießen und damit innerhalb von Minuten das Leben mehrerer Familien zu zerstören? Die Frag nach dem „Warum“ kommt nach einem solchen Massaker immer wieder auf und nie erhält man eine richtige Antwort.

Und ehrlich gesagt hatte ich mir von diesem Roman erhofft, dass dieses „Warum“ am Ende geklärt wäre. Und irgendwie hat Shriver das auch geschafft. Diesen Vorwurf kann man der Autorin also nicht machen… Warum also nur eine durchschnittliche Bewertung?

Eva, Kevins Mutter, erzählt ausführlich über ihr eigenes Leben alleine mit ihrem Ehemann und auch über ihr Leben als Mutter. Sie verpackt ihre Geschichte in Briefform. Franklin wird immer wieder ganz persönlich angesprochen, was dem ganzen Buch ein wenig das Flair einer privaten Unterhaltung gibt, in die man mal reinhorchen darf.

Somit erhält man einen dermaßen intimen Einblick in Evas Gedanken, wie ich es selten in einem Buch erleben durfte. Das kommt nicht nur daher, dass man Evas Gedanken und Gefühle aus erster Hand erhält, sondern, dass sie auch unfassbar ehrlich und offen ist, auch wenn diese sie nicht immer ins beste Licht rückt. Eva schönt ihre eigenen Verfehlungen und Gefühle nicht, sondern spricht offen darüber, dass auch sie nicht alles richtig gemacht hat. Sehr hart empfand ich die Stellen, an denen sie über ihre Gefühle gegenüber ihrem eigenen Sohn spricht. Denn eigentlich hat sie solche gar nicht.

Von der ersten Seite an begleitet den Leser ein unheimliches beklemmendes Gefühl. Dass es durch Kevin schließlich zum Amoklauf kommt, ist kein Geheimnis und man sollte meinen, dass dieser Umstand allgegenwärtig ist. Doch gerade der Beginn des Buches wiegt den Leser in trügerischer Sicherheit. Eva erzählt von ihrem Leben mit Franklin, der Ehe und ihren Reisen. Man spürt, dass sie ihren Mann liebt und ihn wirklich glücklich machen will. Sie weiß außerdem, dass Franklin auf „die große Frage“ nur eine Antwort kennt: Kinder!

Als Leser wird man durch ein Gefühlschaos geworfen, wie ich es selten in einem Buch vorgefunden habe. Während man noch Mitleid mit Eva hat, kommt plötzlich eine Stelle, an der man sie fast verachtet. Wie kann man einem Säugling, der nur wenige Wochen alt ist, unterstellen, er würde nur dann schreien, weil er einen Machtkampf gegen seine Mutter ausficht?

Als Kevin heranwächst kommt es allerdings immer wieder zu Situation, in denen man sich als Leser tatsächlich fragt, ob da nicht wirklich was dran sein könnte. Kevin hat keinerlei Interessen, keine wirklichen Freunde, keine Hobbys (abgesehen vom Bogenschießen), verbringt seine Zeit damit, einfach nur zu atmen und aus dem Fenster zu schauen… Hinzu kommen immer wieder Vorfälle, in denen nicht ganz klar wird, ob er an diesen tatsächlich mitgewirkt hat, doch der Verdacht ist da….

Die große Schwäche dieses Buches bestand für mich allerdings genau in dieser Charakterzeichnung. Lange habe ich nicht mehr so krass klischeehaften Charaktere in einem Buch gefunden. Kevin ist einfach nur böse. Und das von Beginn an. Das geht dann aber leider zum Nachteil der Glaubwürdigkeit. Mal ehrlich, welcher 4-Jährige hält denn mit Absicht seinen Stuhlgang zurück, nur um seine Mutter zu ärgern. Und das nur aus reiner Boshaftigkeit. Und Eva ist quasi noch mitten in der Geburt, da unterstellt sie ihrem Sohn schon das Schlimmste. Es war einfach viel zu überzogen. Dass der Junge mit 15 dann Amok läuft, verwundert nur insofern, als man sich fragt, warum er so lange gewartet hat.

Ich habe mir auch Ausschnitte aus der Verfilmung angesehen, die mir da wesentlich besser gefallen haben. Evas Resignation kam darin viel besser zum Vorschein als dies das Buch konnte. Und Kevin ist zwar immer noch gruselig und hat diesen bösen Einschlag. Aber er kam als Mensch herüber und nicht wie der Teufel persönlich.

Auch mit dem Schreibstil von Lionel Shriver tat ich mir schwer. Dies mag bestimmt Geschmackssache sein und schreiben kann sie auf jeden Fall, daran besteht kein Zweifel. Sie bedient sich langer Sätze mit zahlreichen adjektiven, gerne auch verschachtelt. Locker flockig runter lesen ist da nicht. Vielmehr gibt es immer wieder Stellen, an denen man konzentriert bei der Sache sein muss, um Evas Erzählung weiter folgen zu können. Wie gesagt, das mag man mögen, bei mir hat es eher dazu geführt, dass ich Eva manchmal gerne geschüttelt hätte, um ihr zu sagen: „komm endlich mal zum Punkt“.

Wenn man ganz ehrlich zu sich ist, dann hätte man wissen können, dass die Frage nach dem „Warum“ auch dieses Mal nicht ganz zufriedenstellend geklärt werden kann. Doch etwas differenzierter hätte es gerne sein dürfen. Der Amoklauf und seine Folgen finden immer nur zweirangig ihren Platz. Die Familie steht im Mittelpunkt der Erzählung, doch eine Identifikation mit einem der Mitglieder wird einem schwierig gemacht. Ein seltenes Beispiel für den Fall, dass die Verfilmung die Romanvorlage toppt.


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Vielen Dank an den Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

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541 Bibliotheken, 20 Leser, 2 Gruppen, 80 Rezensionen

david hunter, thriller, simon beckett, england, backwaters

Totenfang

Simon Beckett , Sabine Längsfeld , Karen Witthuhn
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 14.10.2016
ISBN 9783805250016
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Leo Villiers wird seit Tagen vermisst. Er ist wie vom Erdboden verschwunden und das in einer Gegend, in der doch jeder jeden kennt. Als dann in einer Flussmündung eine männliche Leiche angespült wird, scheint es fast so, als sei Leo gefunden worden. Dr. David Hunter bekommt schnell das Gefühl, dass er eigentlich nicht wirklich um seine Meinung gebeten wird, sondern einfach nur in das Ödland zitiert wurde, um irgendwelche Pflichten zu erfüllen. Als er Zweifel an der Identität des Opfers äußert, wird vor allem vom Vater des vermeintlichen Opfers brüsk zurückgewiesen. Doch dann schwemmt der Fluss ein weiteres Geheimnis heran. Ein Fuss wird abgespült und nun ist die Frage: wo ist der Rest zu dem Fuß?

David Hunter is back! Einige Jahre sind ins Land gegangen, seit der vierte Teil die Leserschaft in Atem gehalten hat. Dann war es lange Zeit ruhig um den Anthropologen. Umso größer war die Freude der Fans, als Beckett ganz überraschend endlich mit Teil 5 um die Ecke kam. Ein neuer Fall, ein neuer Toter… endlich!!!

Die Story beginnt auch sehr vielversprechend. Ziemlich schnell kommt Beckett auf den Punkt und stürzt den Leser ohne großes Bla Bla direkt hinein in seine Geschichte. Ehrlich gesagt ging mir das sogar etwas zu schnell, denn die Ereignisse überstürzen sich zu Beginn. Das kann schnell verwirrend sein. Wenn man dann aber in die Beziehungsgeflechte hinein gefunden hat, kommt die Hoffnung auf einen atemberaubenden Thriller schnell auf.

David Hunter selbst war immerhin wiederzuerkennen. Der etwas düstere Wissenschaftler, der durch einen Angriff noch etwas ernster wurde, stürzt sich mit Haut und Haar in seine Fälle und auch dieses Mal ist es vor allem einem Biss und Eifer zu verdanken, dass das Buch nicht nach 80 Seiten schon vorbei ist. Die gefundene Leiche soll all zu schnell als Leo Villiers abgestempelt werden, auch wenn eine zweifelsfreie Identifizierung noch gar nicht erfolgt ist. Und er ahnt auch, dass irgendjemand ein Interesse daran hat, dass die Sache auch nicht aufgeklärt wird.

Simon Beckett schubst seinen Protagonisten ja immer gerne in ein grenzwertiges Setting. In Band 2 der Reihe saß Hunter auf einer abgelegenen Insel fest, auf der der Sturm des Jahrhunderts tobte und auch jetzt wieder ist die Umgebung wahrlich keine durchschnittliche. Die Backwaters sind ein unwirtliches Flussland, in dem sie Grenzen zwischen Wasser und Land von Stunde zu Stunde variieren. Wo vor einer halben Stunde noch eine befestigte Straße war, läuft kurz darauf genau dort der Fluss entlang. Für einen freilaufenden Mörder der perfekte Ort, um seine Spuren zu verwischen…

Wenn man es von der einen Seite betrachtet, dann trägt die Umgebung schon zur Stimmung bei. Das Wetter ist unberechenbar, genauso wie es auch der Handlungsverlauf ist. Es stürmt, es regnet, es wird schlagartig dunkel. Natürlich bleibt das nicht ohne Auswirkung auf die ganze Atmosphäre. Aber wie schon bei Band 2 der Reihe war es mir einfach zu viel. Beckett ergeht sich in seitenlangen Landschaftsbeschreibungen und Wetterberichten. Das allein hat schon gereicht, um die Handlung zu ziehen wie Kaugummi.

Aber auch der Fall an sich hilft dem nicht ab. An sich versteckt sich dahinter eine ganz gute Idee, nicht weltbewegend, aber in Ordnung. Allerdings hapert es auch hier an der Ausführung. Über weite Teile des Buches spielten die angeschwemmten Leichen(-teile) kaum bis gar keine Rolle. Es passiert einfach nichts. Wenn man es mal mit deutlichen Worten sagen will: es waren sterbenslangweilig!! Als die Geschichte dann auf ihr Ende zusteuert und eigentlich das große Finale kommen müsste, da bäumt sich die Story nicht nochmal kraftvoll auf, sondern auch das Ende plätschert so lustlos vor sich hin.

An manchen Stellen habe ich mich durch David Hunter übrigens an Robert Langdon erinnert gefühlt. Ihr kennt den Wissenschaftler, der aus Illuminati und Sakrileg bekannt ist? Der hat in jedem neuen Buch eine neue Perle an seiner Seite. Und nun scheint auch David Hunter in jedem Hafen eine neue große Liebe zu haben. Wenn diese kleine Romanze der Story wenigstens einen Mehrwert gegeben hätte, dann bitteschön… soll es eben so sein. Aber von Kribbeln und Schmetterlingen war da auch keine Spur.

Mit dem fünften Teil der David Hunter-Reihe kommt Simon Beckett nicht einmal annähernd an die Vorgängerbücher heran. Bereits Teil 4 musste damals viel Kritik einstecken, wobei ich das Buch noch recht gut fand. Aber der aktuellste Teil hat die Kritik, die momentan auf das Buch einprasselt, meiner Meinung nach verdient. Beckett zeigt hier nicht einmal ansatzweise, dass er doch eigentlich ein brillianter Schriftsteller ist und es wirklich besser kann.


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77 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

eve dallas, new york, krimi, zukunft, liebe

Rendezvous mit einem Mörder

J. D. Robb
E-Buch Text: 383 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 31.10.2012
ISBN 9783641097066
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eve Dallas ist Polizistin in New York und ist den Anblick schlimmer und brutaler Tatorte gewöhnt. Doch als sie zur Wohnung der lizensierten Gesellschafterin, wie Prostituierte zwischenzeitlich genannt werden, Sharon DeBlass gerufen wird, muss auch sie mit ihren Gefühlen klar kommen. Die junge Frau wurde mit einem Revolver erschossen, einer Waffe, wie man sie noch Ende des 20. Jahrhunderts benutzt hatte. Zwischenzeitlich sind sie antik und seltene Sammlerstücke. Schnell rückt Roarke, ein millionenschwerer, leicht geheimnisvoller Junggeselle, in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Er hatte am Vortat von Sharons Tod ein Date mit der jungen Frau und außerdem ist er bekannt dafür, dass er antike Waffen in rauen Maßen sammelt. Doch als Eve den Geschäftsmann kennenlernt, wünscht sie sich, dass er nicht für den Mord verantwortlich ist.

Manchmal stöbert man so durch seine Wunschliste und stößt auf Bücher, an die man schon seit Monaten nicht mehr gedacht hat. So ging es mir mit Rendezvous mit einem Mörder. Bei Skoobe hab ich das Buch auch direkt entdeckt und da hab ich dann auch gleich mal geschaut, wieviele Nachfolgebände es zwischenzeitlich gibt. Da ist mir kurz die Spucke weggeblieben, als mir dann eine fast 35-teilige Reihe angezeigt wurde. Dann kam das Cover wieder hinzu, denn wenn ich ehrlich bin: die Gestaltung dieser Reihe ist genau meins. Die wäre bestimmt ein richtiger Eyecatcher in meinem Regal. Daher hatte ich soooo sehr gehofft, dass die Geschichte mich überzeugen kann.

Zu Beginn der Geschichte war ich noch überzeugt, dass es sich hierbei um einen „normalen“ Thriller handelt. Doch es dauert gar nicht lange, da fängt die Story an, sich von den 08-15-Thrillern abzuheben. Die Küche von Eve, der Protagonistin, reagiert auf Stimmsteuerung, in jedem Zimmer sind Computer eingerichtet und scheinbar ist Bildtelefonie etwas ganz normales. Denn in der Geschichte befinden wir uns in der Zukunft (da die Jahreszahl nie genannt wird, schätze ich ungefähr 2150).

Das gibt dem Buch von Anfang an einen gewissen Kitzel. Dabei empfand ich es als sehr angenehm, dass Robb hier nicht mit dem Finger auf ihr Setting zeigt, sondern dieses ganz unauffällig einfließen lässt und den Leser langsam aber sicher heranführt. Zumal es die Spannung steigert, inwieweit die „Zukunft“ eine Rolle in der Story spielen wird.

Neben dem Setting lernt man als Leser auch die Protagonistin nach und nach immer besser kennen. Eve Dallas ist auf den ersten Blick tough und unnahbar, soweit eigentlich nichts außergewöhnliches. Viele Protagonistinnen in Thrillern werden genauso dargestellt. Und die meisten haben auch eine nicht ganz einfache Vergangenheit. Die hat auch Eve. Doch J.D. Robb hat ihr darüber hinaus auch noch einen kleinen Gedächnisverlust verpasst, was dem Ganzen noch einen gewissen Kick gibt.

Eve wird ein junger, attraktiver und vor allem stinkreicher Junggeselle an die Seite gestellt. Roarke ist weltbekannt, selbstbewusst und beliebt. Er ist charmant und eloquent und ehrlich gesagt, hab ich mich selbst ein wenig verliebt. Eigentlich passen er und Eve sicher nicht zusammen, doch irgendwie knistert es zwischen ihnen. Die Liebesgeschichte, die auch ihren Raum findet, ist zauberhaft, aber nicht ktischig. Sie hat genau das richtige Gewicht bekommen, ist nicht zu aufdringlich und verschwindet auch nicht blass im Hintergrund. Die Mischung war perfekt.

Die Lösung des Falls war jetzt nicht so atemberaubend, dass ich wahrlich gedacht hätte, das habe ich noch nie gelesen, aber es bleiben keine Fragen offen und das Ende war stimmig. Aber der Weg dorthin hat mich wirklich mal wieder begeistert. Es war endlich mal wieder etwas, das ich so noch nie gelesen hatte. Einen „normalen“ Thriller aufzupeppen, indem man ihn einfach 150 Jahre in die Zukunft packt… einfach genial! Es wirkt einfach sehr natürlich, und gar nicht aufgesetzt oder gekünstelt. Und obwohl das Buch schon einige Jährchen auf dem Buckel hat und Disketten als ein wahres Wunderwerk der Technik angepriesen werden, merkt man der Story das Alter nicht an. Das Buch bleibt viel eher zeitlos und bleibt authentisch.

Der Fall an sich hat eigentlich auch alles, was man so von einem guten Thriller erwarten würde: Politik, Sex, Macht, Geld, Korruption… Immer wieder tauchen passende Verdächtige auf, die man schließlich aber doch wieder verwirft, weil J.D. Robb den Leser immer wieder an der Nase herumführt. Und obwohl ich manchmal das Gefühl hatte, dass der Kriminalfall gar nicht im Vordergrund der Erzählung steht, habe ich diesbezüglich wirklich nichts vermisst. Denn die Charaktere und das einzigartige Setting lenken die Leser immer wieder dorthin, wo die Autorin ihn gern haben möchte.

Alles in allem war ich lange nicht mehr so angetan von einem Buch. Meine Hoffnung, dass das Äußere mit dem Inneren mithalten kann, wurde komplett erfüllt. Eine vergleichbare Geschichte mag es vielleicht geben, mir ist sie allerdings noch nicht untergekommen. Das Thrillerelement ist unfraglich da, doch auch die etwas ungewöhnliche Liebesgeschichte findet ihren Raum. Ein bisschen verliebt habe ich mich auch in Roarke und daher freut nicht nur Eve sich auf das nächste Zusammentreffen, sondern auch ich.


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132 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

london, sophie kinsella, liebe, humor, landleben

Frag nicht nach Sonnenschein

Sophie Kinsella , Jörn Ingwersen
Flexibler Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.05.2017
ISBN 9783442485505
Genre: Liebesromane

Rezension:

London sollte es sein! Schon immer träumt Katie Brenner davon in dieser Stadt zu leben. Nach ihrem Studium verlässt sie den Bauernhof ihres Vaters, um endlich Großstadtluft zu schnuppern. Exklusive Restaurants, schicke Abendevents und die dazu passenden Menschen – so stellt sich Katie ihre Traumstadt vor. Und tatsächlich bekommt sie einen Job in einer Marketingfirma. Doch nicht als Designerin wie erhofft, sondern lediglich als Praktikantin, weswegen sie nichts anderes tut als den lieben langen Tag Umfragebögen auszuwerten. Und die Wohnung, in der sie hausen muss (übrigens gemeinsam mit zwei ganz komischen Mitbewohnern) ist kaum größer als ein Schuhkarton. Das Leben ist gar nicht so glamourös wie Katie das gerne nach außen über ihren Instagram-Account vorgibt. Doch immerhin ist sie in London und kann dort arbeiten und leben. Auch wenn es nicht perfekt ist, so kann Katie doch kleine Rückschläge einstecken. Bis zu dem Tag, an dem sie gekündigt wird und ihr Traum zu platzen droht.

Ehrlich zu sich selbst zu sein kann manchmal schwieriger sein als es sich anhört. Solange man nur ein perfektes Bild nach außen abgibt scheint alles in Ordnung zu sein. So sieht das auch Katie. Solange sie nur bei Instagram großartige Bilder posten kann, die ein perfektes Leben vortäuschen, hält das wacklige Gebilde, das ihr Leben ist, sich noch irgendwie aufrecht. Man bekommt recht schnell ein Gefühl dafür, wie Katie denkt und tickt. Und irgendwie kann man sie verstehen. Wer will denn nicht nach Außen hin das Bild eines perfekten Lebens aufbauen?

Doch anstatt einer tatsächlichen Verbesserung, liefert das Leben für Katie einige Knüppel, die es ihr zwischen die Beine wirft. Und wieder kann man als Leser nicht anders, als Mitleid mit der jungen Frau zu haben. In der ersten Hälfte des Buches schafft Kinsella es wieder einmal, eine Protagonistin zu schaffen, wie sie einem tatsächlich über den Weg laufen könnte. Doch leider verliert sich dieses Verständnis im zweiten Teil des Buches. Wieder einmal bringt Sophie Kinsella es fertig, ihre Hauptdarstellerin so zu entwickeln, dass man als Leser nur noch kopfschütteln vor dem Buch sitzen kann. Katie wird rachsüchtig und zwar dermaßen, dass sie Aktionen bringt, bei denen einem wirklich jegliche Identifizierung abhandenkommt.

Na gut, aber in ihren Büchern laufen ja auch immer gutaussehende Traummänner rum. Und auch dieses Mal musste man nicht lange danach suchen. Alex, Katies Chef, ein attraktiver Jetsetter mit einem Haufen Geld und Lachfältchen, in die man sich natürlich verlieben muss. Nur leider hat Alex gar nicht so den großen Raum eingenommen. Im Mittelteil spielt er gar keine Rolle und wird erst wieder zum Ende hin präsent. Aber es muss ja nicht immer die klassische Love-Schmalz-Story sein.

Warum also nur eine durchschnittliche Bewertung für dieses Buch? „Frag nicht nach Sonnenschein“ muss zwei Punkte einbüßen, was allerdings nicht nur an der Geschichte lag. Zum einen zieht sich das Buch im Mittelteil wirklich hin. Es passiert wirklich wenig für diese vielen Seiten. Außerdem stürzt Katies Charakter ein wenig in den Keller. Sie war mir stellenweise wirklich unsympathisch und ihr Handeln war einfach nicht mehr nachvollziehbar. Dieser Umstand gepaart mit diesen inhaltsleeren Längen nimmt einem irgendwie den Spaß.

Ein weiterer Minuspunkt hat der Verlag zu verantworten. Denn leider offenbart der Klappentext viel – zu viel. Eigentlich erfährt man fast alles! Und das ist wirklich ungünstig. Denn ein wenig entdecken möchte man als Leser dann schon noch selbst, oder? Wer sich also überraschen lassen will, sollte den Klappentext wirklich nicht lesen.

Ein Lichtblick war wiederum das Ende der Story. Endlich war Katie wieder ein Mädel, mit dem man sich identifizieren kann und auch die Spannung kommt wieder. Es kommt auch wieder Tempo rein und wenn das ganze Buch so gewesen wäre, dann wäre das wirklich gut geworden. Davon hätte ich sehr gerne mehr gelesen.

Vom Schreibstil her war Sophie Kinsella auf jeden Fall sofort wiederzuerkennen. Wobei man zwischen ihren ChickLit- und ihren Jugendromanen unterscheiden muss. „Schau mir in die Augen, Aufrey“ hat durch einen wunderschönen, einfühlsamen Schreibtil bestochen, der es einem schwer gemacht hat, das Buch auch nur aus der Hand zu legen. Wenn man sich die Schnäppchenjägerin-Romane anschaut, dann fühlt man sich mit diesem Buch direkt daran erinnert. Es wirkt immer ein wenig so, als würde hier jemand gezwungen witzig sein wollen, nur leider geht das meistens voll nach hinten los. Dafür muss man Kinsella zu Gute halten, dass der Schreibstil dafür sehr leicht lesbar ist und die Seiten dann trotz aller Kritikpunkte an einem vorbeirauschen.

Sophie Kinsella kann es wirklich besser! Mit ihrem ersten Jugendroman hat sich mich vergangenes Jahr wirklich umgehauen, aber jetzt geht es wohl wieder auf eine Talfahrt zu. Und ich verstehe es nicht! Kinsella kann schreiben, sie hat es schon bewiesen. Doch immer wenn sie versucht, ihre Protagonistin witzig und spritzig erscheinen zu lassen, geht das irgendwie schief. Denn so schafft sie es einfach nicht, so vom „Durchschnittsbuch“ abzuheben.


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Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

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442 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

thriller, amnesie, joy fielding, gedächtnisverlust, spannung

Lauf, Jane, lauf!

Joy Fielding , Mechtild Sandberg-Ciletti
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 01.03.2004
ISBN 9783442457748
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mitten in Boston findet sich eine junge Frau auf der Straßen wieder. Sie weiß ihren Namen nicht und ihr fehlen jegliche Erinnerungen daran, wer sie ist. Ihr Kleid ist blutverschmiert und in ihrer Manteltasche findet sie mehrere Bündel mit 100-Dollarscheinen. Wie kommt sie dorthin und wo kommt sie her? Und vor allem: was soll sie nun tun?

Schließlich wird sie im Krankenhaus erkannt. Ihr Name ist scheinbar Jane und sie ist mit dem angesehenen Kinderchirurg Michael verheiratet, der sich sofort rührend um seine Frau kümmert. Er nimmt sie mit in ein Haus, das sie nicht wiedererkennt, in dem sie aber nach Aussagen ihres Mannes mit diesem seit 11 Jahren lebt. Die Ärzte diagnostizieren eine hysterische Amnesie. Aufgrund eines belastenden Ereignisses hat sich ihre Psyche wohl einfach abgeschaltet, um Jane zu schützen. Ihr wird allerdings versprochen, dass die Erinnerungen wiederkommen werden, wenn ihr Unterbewusstsein hierzu bereit ist. Doch Jane quält sich mit dem Blut auf ihrem Kleid, das sie allen (auch ihrem Mann) verschwiegen hat. Was für ein Mensch ist sie? Und warum machen die Aussagen ihres Mannes in manchen Punkten so wenig Sinn? Und schließlich, warum setzt er sie permanent unter Drogen??

In diesem Buch gibt es eine unumstrittene Protagonistin. Eine junge Frau ohne Erinnerungen. Der Einstieg ist wohl für den Leser genauso abrupt wie für Jane selbst. Von jetzt auf gleich findet man sich auf den geschäftigen Straßen Bostons wieder, ohne zu wissen, wie man dort gelandet ist oder was man dort eigentlich will. Man bekommt durch diesen rapiden Einstieg ein ganz gutes Gefühl dafür, wie man sich in Janes Situation wohl fühlen muss. Es herrscht Ahnungslosigkeit und Verwirrung – im Buch und vor dem Buch. Und dieses Element zieht sich durch die ganze Geschichte. Denn als Leser weiß man nie mehr als Jane selbst.

Obwohl die Fakten zu Beginn des Buches erst einmal dünn sind, rauscht man in die Handlung eigentlich nur so rein. Das Tempo ist bereits auf Seite 1 rasend hoch. Allerdings kann Fielding diese Geschwindigkeit nicht halten. Nachdem Jane erkannt wurde und erfahren hat, dass sie verheiratet ist, wird sie von ihrem Mann abgeholt. Der scheint der perfekte Mensch zu sein. Nicht nur dass er sich ihrer liebevoll annimmt und scheinbar ein fürsorglicher Ehemann ist. Außerdem geht er als Kinderchirurg einer sehr angesehenen Tätigkeit nach und Jane wird schnell klar, dass die Menschen in ihrer Umgebung zu ihm aufsehen.

Nachdem das Buch also wirklich spannend beginnt, sackt der Spannungsbogen etwas in den Keller. Michael nimmt seine Frau mit nach Hause und stopft sie dort, mit Hilfe seiner Haushälterin, mit Medikamenten voll. Als Leser bekommt man schnell dieses beklemmende Gefühl, dass da irgendwas nicht stimmen kann. Das ist nun nicht unbedingt eine Überraschung, da Fielding eigentlich immer nach einem gewissen Schema schreibt. Ihre Storys drehen sich fast immer um eine gut situierte Frau im besten Alter, die mit einem scheinbar perfekten Mann verheiratet ist. Doch dieser Mann lässt seine Maske im Laufe der Handlung fallen und offenbart sein wahres Gesicht. Und dieses Schema hat sie auch in diesem Buch wieder angewandt.

Doch selbst wenn man Fielding vorher nicht kennt, merkt man schnell, dass der Mann nicht so astrein ist, wie er sich nach außen gibt. Jane versinkt immer mehr in Lethargie und wird von Medikamenten vollgepumpt. Doch richtig fassbare Anhaltspunkte für die Gründe fehlen über lange Zeit. Das nimmt der Geschichte einfach den Wind aus den Segeln. Hinzu kommt, dass Jane an einigen Stellen unverständlich passiv bleibt. Man bekommt einfach immer öfter das Gefühl, als würde man sie einfach mal schütteln müssen, damit sie aus ihrem Selbstmitleid wieder auftaucht und endlich mal was Neues erzählt.

Fielding schafft es dann aber trotzdem nochmals, die Kurve zu bekommen. Sie löst die Geheimnisse auf einmalige Art und Weise, wie nur sie es kann. Es bleiben nachher keine Fragen mehr offen. Ganz zufriedenstellend war das Ende aber letztlich doch nicht. Denn wo der Mittelteil mit einigen Längen aufwartet, geht es am Ende doch recht zügig. Vielleicht zu zügig. Die „Proportionen“ waren etwas ungleich verteilt.

Was die handelnden Charaktere angeht, ist eine differenzierte Darstellung nur bedingt gelungen. Jane selbst hat ihre Ecken und Kanten und wird keineswegs perfekt dargestellt. Schnell stellt sich heraus, dass sie bereits vor ihrem Gedächnisverlust zum Jähzorn neigte. Sie wird also gerade nicht perfektioniert und als zu glatt dargestellt. Das macht eine Identifikation mit ihr viel einfacher, da sie dadurch einfach menschlicher wirkte. Ihre Mann Michael dagegen war sehr klischeebehaftet.

Wenn man die Kritikpunkte nimmt und sie der sonstigen Geschichte gegenüberstellt, dann bleibt am Ende trotzdem ein richtig guter, packender Psychothriller übrig. Joy Fielding ist in jeder Zeile zu erkennen und obwohl sie fast immer die „gleiche Idee“ nimmt, kommen am Schluss dann trotzdem ganz unterschiedliche Geschichten dabei raus. Wie sie es macht, man weiß es nicht. Aber es funktioniert. Wer also nach einem spannenden Thriller sucht, in dessen Mittelpunkt eine Protagonistin steht, die auch mal Ecken und Kanten hat, der sollte wirklich dringend zu Lauf, Jane, lauf greifen.


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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

susan elizabeth phillips, liebe, schauspieler, neuanfang, intrige

Kein Mann für eine Nacht

Susan Elizabeth Phillips , Beate Darius
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.01.2017
ISBN 9783734104046
Genre: Liebesromane

Rezension:

Belinda weiß genau: sie ist fürs Scheinwerferlicht geboren. Also verlässt sie ihr Elternhaus und zieht nach Hollywood. Als größter Fan von James Dean ist ihr schnell klar, dass auch sie unbedingt Schauspielerin werden will. Sie trifft sich mit jedem, von dem sie sich einen Karriereschub verhofft. Eines Abends wird sie mit in den Garden of Allah genommen, einem Hotel, in dem sich die Schönen und Reichen tummeln. Doch Belindas Partystimmung erhält einen herben Schlag, als im Radio die Nachricht von James Deans Tod verbreitet wird. Doch sie wird in ihrer Trauer aufgefangen. Und zwar von keinem anderen als von Errol Flynn, einem etwas in die Jahre gekommenem Playboy, der einige erfolgreiche Filme hatte, sich aber zwischenzeitlich mehr für Alkohol und Frauen interessiert. Belinda weiß: diese Liaison ist nicht für ewig, aber vielleicht hilft die Verbindung ihrer eigenen Karriere. Doch als Errol sie dann tatsächlich verlässt, lässt er etwas zurück. Belinda ist schwanger…

Kein Mann für eine Nacht bildet den Auftaktband der Wynette Texas-Reihe, die nun auch schon ein paar Jahre auf dem Rücken hat. Nun gibt es Band 1 in neuer Aufmachung beim Goldmann-Verlag. Die Buchserie zeichnet sich dadurch aus, dass man als Leser in jedem Band eine andere junge Frau durch Dick und Dünn begleitet und die Bücher sich auch unabhängig voneinander lesen lassen sollen. Band 6 Der schönste Fehler meines Lebens hatte ich bereits vor einigen Jahre schon gelesen und daher kann ich bestätigen, dass die einzelnen Bücher nur wenig miteinander zu tun haben.

Während die neueren Teile der Reihe eher in die Liebesromanschiene fallen, würde ich hier eher von einem Schicksalsroman sprechen. Zunächst steht Belinda im Mittelpunkt der Erzählung und das viel länger als ich gedacht habe. Die Befüchtung, dass Klappentext und Inhalt nicht zusammenpassen, hat sich dann aber doch noch zerschlagen. Bevor Fleur als Protagonistin eingeführt wird, erhält man als Leser ein sehr detailliertes Bild ihrer Mutter. Und nicht nur, dass man deren Charakter kennenlernt. Susan Elizabeth Phillips bereitet ihre Bühne für ihren Star vor und erzählt deren Hintergrundgeschichte nicht nur bröckchenweise während der eigentlichen Handlung.

Belinda tritt etwas in den Hintergrund, sobald Fleur dann ihre eigentliche Rolle einnimmt. Sie soll nun den Traum ihrer Mutter leben. Belinda ist sich sicher, dass Fleur ins Rampenlicht gehört, wenn schon aus ihr kein großer Star geworden ist. Und plötzlich kriegt das Buch einen positiven Aufschwung. Zu Beginn plätschert die Geschichte etwas vor sich hin und Belinda ist nun einfach nicht der Charakter, der Everybodys Darling sein kann. Aber Fleurs Gefühle und Gedanken sind nachvollziehbar und man entwickelt schnell eine Art Sympathie für sie.

Die Handlung streckt sich über 30 Jahre hin. Zunächst begleitet man Fleur im Nonnenkonvent, bevor sie endlich auch zu ihrer Familie darf. Doch die ist eigentlich eine große Enttäuschung – die Liebe, nach der sie sich so sehr sehnt, erwartet sie dort vergebens. Susan Elizabeth Phillips haut ihrer Protagonistin wirklich einen Schicksalsschlag nach dem anderen um die Ohren. Das band mich als Leser zwar immer wieder an die Story, doch die Klischeekiste wurde da eben auch gerne bedient.

Zwei kleine Kritikpunkte sind mir im Kopf geblieben. Zum einen bettete SEP ihre Geschichte in ein Setting, das eigentlich für seinen Glitzer und Glamour bekannt ist – Hollywood sollte es sein. Nur kam eben das Stars-und-Sternchen-Feeling bei mir gar nicht auf. Das Erhabene und Glamouröse hat mir einfach gefehlt. Vielmehr steht immer wieder Fleurs wirklich nicht einfaches Leben im Mittelpunkt. Doch dass sie eigentlich im goldenen Käfig sitzt, hätte besser zur Geltung kommen können.

Und der zweite Punkt war der Verlauf. Irgendwie passiert eigentlich immer irgendetwas und trotzdem gab es zahlreiche Stelle, an denen sich das Buch etwas hinzieht. Die ganze Handlung hätte sich wahrscheinlich auch gut auf 100 bis 200 Seiten weniger darstellen lassen. Etwas geraffter hätte die Darstellung wirklich sein können.

Im Gegensatz zu dem Band der Reihe, das ich bereits kenne, ist die Atmosphäre allerdings eine ganz andere. Wer hier eine klassische Liebesgeschichte erwartet, der wird wohl enttäuscht sein. Philipps Schreibstil aus diesem frühen Werk ist noch etwas anders als man es von ihren aktuelleren Büchern kennt. Auch ihr Aufbau und die Charaktergestaltung unterscheiden sich davon doch sehr. Allerdings hat mir das Buch insgesamt ganz gut gefallen, weil es einfach mal was anderes war.

Wer bereits andere Bücher von Susan Elizabeth Phillips kennt, der wird von diesem Werk vielleicht überrascht sein. In diesem frühen Werk ist ihr Schreibstil noch anders, als man ihn heute kennt. Doch anders heißt noch lange nicht schlechter. Man muss da nur etwas unvoreingenommen an die Geschichte rangehen. Und wenn man über die Längen, die da teilweise auftauchen hinwegsehen kann, wird man mit einem Schicksal belohnt, das ich so noch nicht in einem Buch gefunden habe.


©Nellys Leseecke - Lesen bedeutet durch fremde Hand träumen
Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

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teufel, hölle, liebe, benne schröder, in der liebe ist die hölle los

In der Liebe ist die Hölle los

Benne Schröder
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 24.04.2017
ISBN 9783736304499
Genre: Fantasy

Rezension:

Catalea Morgenstern ist eine spritzige junge Frau, die eigentlich mitten im Leben steht. Wäre da nicht ihre Familie… Die macht ihr nämlich ganz schön zu schaffen. Ihr Vater ist niemand anderer als der Teufel himself. Und der legt viel Wert darauf, dass die „Firma“ in den Händen der Familie bleibt. Dabei scheint Cataleas großer Bruder nicht genug zu sein, denn der Teufel verpflichtet auch Catalea und ihre Schwester Mia dazu, sich ihren Aufgaben anzunehmen. Zähneknirschend nimmt sie ihren Job als Todeshändlerin auf und sammelt die Seelen verstorbener Menschen ein, die für die Hölle bestimmt sind. Doch als sie eines schönen Tages während eines Jobs auf den Erben eines der großen Fürstenhäuser trifft, der dann vor ihren Augen erstochen wird und irgendjemand versucht, ihr den Mord in die Schuhe zu schieben, verflucht sie ihre Abstammung wie noch nie zuvor.

In der Liebe ist die Hölle los ist das erste Buch seit langem, auf das ich ganz alleine aufmerksam wurde, ohne, dass ich es auf einem anderen Blog gefunden hätte. Das „Stöber-Gefühl“ war mal wieder eine schöne Abwechslung. Und das Cover hat da auch eine bedeutende Rolle gespielt, denn die Farbkombination „Schwarz-Pink“ zieht mich an wie das Licht die Motten. Schließlich gekriegt hat mich dann die Idee des Autoren, die Tochter des Teufels mitten unter uns leben zu lassen.

Wenn es um Himmel und/oder Hölle geht, dann bin ich meist schnell Feuer und Flamme. Wenn der Autor dann auch noch mit Witz an die ganze Geschichte ran geht und das mit einem passenden Protagonisten kombiniert, hat er bei mir schon fast gewonnen. Und Benne Schröder hat in seinem ersten Buch da wirklich ein Händchen für bewiesen.

Catalea ist die Tochter des Teufels, doch eigentlich will sie das gar nicht. Als Halbblut ist sie an den Erdenkreis gebunden und lebt daher im Dieseits. Ihren Vater hat sie seit Jahren nicht mehr gesehen und eigentlich will sie mit der Firma, wie die Hölle zwischenzeitlich heißt, gar nichts zu tun haben. Doch leider bleibt ihr gar keine andere Wahl. Daher arbeitet sie seit kurzem als Todeshändlerin, sammelt verstorbene Seelen ein und verfrachtet sie ins Dunkel. Doch dann stirbt ein Erbe eines Fürstenhauses und irgendjemand will ihr den Mord in die Schuhe schieben.

Das Cover, der Klappentext und die Idee hinter dem Buch lässt eigentlich eher auf eine AutorIN schließen. Daher war ich wirklich skeptisch, als ich gesehen habe, dass ein Mann dieses Buch geschrieben hat und dazu noch ein sehr junger. Eine romantische Komödie und dann auch noch aus der Ich-Sicht einer Frau erzählt?? Puh, da hätte man es sich bestimmt leichter machen können. Denn heißt es nicht immer: Frauen muss Mann nicht verstehen, man muss sie nur lieben? Aber Benne Schröder scheint da wirklich ein kleines Wunder zu sein, denn er hat Catalea wirklich gut dargestellt.

Seinem Schreibstil merkt man wirklich nicht an, dass hier ein Mann über und mit einer Frau schreibt. Und das meine ich als Kompliment. Nicht nur, dass er sehr flüssig und leicht schreibt. Vor allem fällt einem auf, dass er die Gedanken, Probleme und Wünsche einer Frau bildlich darstellt und ich habe ihm das von der ersten Seite an abgenommen.

Der Hauptpluspunkt dieser Geschichte ist definitiv das Setting, die Idee und die passenden Charaktere dazu. Schröder hat sich nicht nur die 08-15-Hölle hergenommen, die wir alle kennen. Er hat seine ganz eigene Welt von Gut und Böse, Hell und Dunkel, Teufel und Gott geschaffen. Die Hölle ist nicht ein feuriger Ort, wo ein gehörnter Teufel auf einem Flammenthron sitzt. Vielmehr heißt die Hölle nicht einmal mehr ‚Hölle‘, sondern alle sprechen von der Firma und genau wie eine solche ist die auch aufgebaut.

Es gibt sieben großen Fürstenhäuser, die sich die Macht teilen, während der Teufel die komplette Firma anführt. Der Sterbevorgang ist ein rein bürokratischer Vorgang, nachdem die Todeshändler die Seelen eingesammelt hat. Formulare ausfüllen, Schlange stehen, Anträge stellen…. Alle wichtigen Informationen finden sich in einem Handbuch. Das hat wirklich Spaß gemacht, denn es war etwas Neues, etwas Originelles, was mich sofort gefangen genommen hat. Benne Schröder hat sich hier einer altbekannten Idee bedient und diese ganz neu, auf seine eigene Art, neu interpretiert. Und dabei geht er sogar noch weiter, aber hier will ich nicht zuviel verraten. Denn das Entdecken dieser vielen kleinen Einzelheiten macht sehr viel vom Charme des Buches aus.

Was die Charaktere angeht, da war ich etwas zwiegespalten. Von den einen war ich unglaublich begeistert. Timur beispielweise, den der Autor Catalea an die Seite gestellt hat, mochte ich trotz seiner dunklen, manchmal miesepetrigen Art wirklich sehr gerne. Das vor allem deshalb, weil von Anfang an durchscheint, dass da mehr hinter ihm steckt, als es auf den ersten Blick scheint. Und tatsächlich hat Benne Schröder sich für ihn eine ganz besondere Geschichte ausgedacht. Und auch den Teufel fand ich unglaublich gut gelungen. Zunächst bekommt man das Gefühl, als wäre er wirklich die Ausgeburt der Hölle, doch dann lernt der Leser ihn von einer ganz anderen Seite kennen und irgendwie mochte ich ihn nachher so gerne.

Auf der anderen Seite empfand ich den Charakter von Catalea als nicht so gelungen. Immer wieder wird vom Autor erzählt, dass Catalea doch eigentlich „gut“ sein will und auch nichts mit der Welt ihres Vaters anfangen kann. Doch so richtig zeigen tut uns Catalea das nicht. Ihr inneres Biest versucht sie zunächst unter Verschluss zu halten, mit der Zeit arrangiert sie sich aber damit. Leider wurde der Unterschied einfach nicht so wirklich deutlich.

Benne Schröder hat mich wirklich überrascht. Ein männlicher Autor, der sich so schön in eine weibliche Protagonistin eindenken kann, verdient einfach meinen Respekt. Hinzu kommt eine ausgefallene Idee und die meisten der Charaktere konnten mich darüber hinaus auch überzeugen. Alles in allem ein abwechslungsreiches, humorvolles und ein etwas anderes Lesevergnügen.


© Nellys Leseecke - Lesen bedeutet durch fremde Hand träumen

Vielen Dank an NetGalley und Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

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familiensaga, england, jeffrey archer, vorstand, sibirien

Die Wege der Macht

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2017
ISBN 9783453419926
Genre: Historische Romane

Rezension:

In schöner Regelmäßigkeit kommen die neuen Bände der Clifton-Saga in die Läden. Und ich glaube, dass es sich um die einzige Reihe handelt, bei der ich immer direkt nach Erscheinen zum neusten Teil greifen muss. Zwischenzeitlich fühlt es sich jedes Mal wieder an wie ein Klassentreffen mit alten Freunden. Die Charaktere wachsen langsam heran und je länger man sie in ihrem Leben begleitet, desto mehr wachsen sie einem auch ans Herz. Wie sich die geliebten Charaktere dieses Mal in ihrer Geschichte zurechtfanden, berichte ich euch heute.

Achtung! Bei dem Buch handelt es sich um die Fortsetzung einer Reihe, weswegen die Rezension Spoiler enthalten kann!

Der Inhalt

Die Wege der Familien Clifton und Barrington sind gezeichnet von Glück und Leid, von Machtspielen und Schicksalsschlägen. Während sich sein Jugendfreund Giles in eine Frau mit dunkler Vergangenheit verliebt, reist Harry Clifton nach Sibirien. Harry will dem dort inhaftierten Schriftsteller Babakow helfen – und bringt sich damit in große Gefahr. Auch für seine Frau Emma, die der Barrington-Gesellschaft vorsteht, schlägt eine schwere Stunde …
[ Quelle: Heyne ]

Meine Meinung

Wieder einmal stürzt man sich kopfüber in die Story, denn auch zum Ende des vierten Teils hat Jeffrey Archer uns mit einem miesen Cliffhanger zurück gelassen. Die Buckingham ist auf ihrer Jungfernfahrt nach New York. An Bord sind natürlich auch Harry und Emma. Und letztere ist ganz angetan von dem schönen Blumenarrangement, das ihr die Queen geschickt hat. Doch mitten in der Nacht fällt Harry ein Fehler in der beiliegenden Karte auf und er ist sich sicher, dass dieses Geschenk garantiert nicht von der Königin kommt. Er vermutet eine Bombe in der riesigen Vase und schafft es mit Hilfe von Giles gerade noch rechtzeitig, die Vase über die Reling des Schiffes zu werfen.

Durch einen wie gewohnt fesselnden Einstieg in die Geschichte ist man direkt von Seite 1 an gefesselt. Auch wenn Archer in jedem Buch eine Vielzahl von Charaktere auftreten lässt, freut man sich auf die Hauptcharaktere Emma, Harry und Giles schon wie auf alte Freunde. Wie schon bei den Vorgänger gefällt es mir wirkich gut, wenn die Teile nahtlos aneinander anschließen. Und dieses Stilmittels bedient sich Archer auch hier wieder. Das Buch umfasst dabei dieses Mal „nur“ sieben Jahre, von 1964-1970.

Auch sonst fallen einem viele Gemeinsamkeiten zu den vier Vorgängern auf. Und dieses Mal leider mehr als mir lieb gewesen wäre. Emma kämpft dieses Mal um ihren Platz im Barrington Vorstand, nachdem Lady Virginia ihr eine Verleumdungsklage an den Hals gehängt hat. Wieder einmal schafft es Giles Ex-Frau, der Familie wo es nur geht, Steine in den Weg zu legen. Harry hat sich dagegen eine ganz andere Aufgabe gesetzt. Er ist auf den russischen Autoren Anatoli Babkow aufmerksam geworden. Dieser war jahrelang Dolmetscher von Stalin und hatte nach dessen Tod „ein Enthüllungsbuch“ geschrieben. Dieses verschwindet allerdings aus sämtlichen Buchläden, bevor auch nur ein einziges Exemplar verkauft werden kann. Babakow wurde ein Schauprozess gemacht und seither ist er spurlos inhaftiert worden. Harry will sich für dessen Freilassung einsetzen.

Giles ist mittlerweile ja Minister der aktuellen Regierung. Daher gibt er seinen Vorstandssitz bei Barrington auf. Geprägt wird seine Geschichte aber allerdings durch Liebesdinge. Seine Ehe steht vor dem Aus, da die Nähe zwischen ihm und seiner Frau verschwunden ist. Auf einer Konferenz lernt er Karin kennen und verliebt sich in sie, obwohl er immer wieder den Verdacht hat, sie würde für den KGB arbeiten. Doch seine Affäre bleibt nicht ohne Folgen.

Wenn man die Vorgängerbücher gelesen hat und kennt, dann wird man mit dem Schema, das Jeffrey Archer hier bedient, bereits Bekanntschaft gemacht habe. Denn dieses Mal ist es mir irgendwie negativ aufgefallen, dass sich die Geschichte immer wieder wiederholt. Einen großen Gegenspieler hat das Barrington Unternehmen immer, die unterscheiden sich meist nur in der Persona non grata, welche sich der Bösewicht ausgesucht hat. In Die Wege der Macht intregiert Lady Virginia dieses Mal gegen Emma. Natürlich war es wieder spannend, dabei zuschauen zu dürfen, wie die ganze Situation sich entwickelt und wie die Charaktere eine Lösung zu finden versuchen. Aber irgendwie hatte ich ständig die kleine Stimme im Kopf: „das kennst Du schon…“.

Dass Archers Charaktere stellenweise tief aus der Klischeekiste gehüpft sind, habe ich bereits in vorhergegangenen Rezensionen erwähnt. Und so richtig böse fand ich immer Don Pedro, der in Teil 3 und 4 eine große Rolle gespielt hat. Er erinnerte mich irgendwie immer ein wenig an einen Mafiapate. Und ich mochte ihn. Vor allem spielte er ja gerade im vorhergegangenen vierten Teil eine große Rolle und war auch für die Intrige verantwortlich, durch die der Cliffhanger so besonders fies geworden ist.

Dass Jeffrey Archer kein Problem damit hat, geliebte Charaktere sterben und verschwinden zu lassen, hat er mehr als einmal eindrucksvoll bewiesen. Und auch Don Pedros Tage waren wohl gezählt (zumindest in der Story). Zum einen fand ich es schon schade, dass er im neuen Teil so gar keine Rolle mehr spielt. Aber der Abgang an sich war der Story wirklich nicht würdig.

Mein Fazit

Daher empfand ich Die Wege der Macht bisher als den schwächsten Teil, da nur wenig Neues dazu kam, das „gute“ Alte an Gewicht verliert und ansonsten die Story etwas vor sich hinplätschert. so die richtige Spannung kam nicht auf, es war allerdings trotzdem wieder eine ganz nette Lektüre. Ich hatte erwartet, dass Jeffrey Archer mal wieder mit etwas Neuem um die Ecke kam. Ich hoffe da nun auf den nächsten Band, der ja dieses Jahr noch erscheint.

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Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

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673 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 79 Rezensionen

marissa meyer, wie monde so silbern, cyborg, märchen, cinder

Wie Monde so silbern

Marissa Meyer , Astrid Becker
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.07.2016
ISBN 9783551315281
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kennt ihr das, wenn richtig tolle Bücher einfach über Monate hinweg an euch vorbei gehen? Mit der Luna-Chronik ging es mir genauso. Auf Jess‘ Blog habe ich immer die tollen Cover der englischen Ausgaben bewundert. Nachdem ich allerdings so ungern englisch lese, hab ich mir über das Thema gar keine großen Gedanken mehr gemacht. Und natürlich kannte ich auch die deutschen Ausgaben vom Carlsen Verlag. Die sind wirklich hübsch, aber nachdem die Umschlaggestaltung so gar keinen Rückschluss auf den Inhalt zulässt, war da mein Interesse immer noch nicht geweckt. Erst als ich die Verknüpfung bemerkte, war ich Feuer und Flamme.

Der Inhalt

Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern, arbeitet als Mechanikerin und versucht gegen alle Widerstände, sich nicht unterkriegen zu lassen. Als eines Tages in unauffälliger Kleidung niemand anderes als Prinz Kai an ihrem Marktstand auftaucht, wirft das unzählige Fragen auf: Warum braucht Kai ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich, die den Prinzen unbedingt heiraten will?

Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie in dem großen Ball, auf dem Cinder sich einschmuggelt, ihren Höhepunkt finden. Und diesmal wird Cinder mehr verlieren als nur ihren Schuh …
[ Quelle: Carlsen ]

Meine Meinung

Cinder lebt in einer Zukunft, die sich von unserer Welt merklich unterscheidet. Künstliche Intelligenz und Roboter gehören genauso auf die Straße wie „normale“ Menschen. Cinder selbst besteht zu großen Teilen aus mechanischen und elektrischen Bestandteilen, die ihr eingepflanzt wurden, um sie am Leben zu erhalten. Gemeinsam mit ihrer Stiefmutter und ihren beiden Stiefschwestern lebt sie in einer kleinen Wohnung und versucht, sich und die Familie durch die Arbeit in der Werkstatt über Wasser zu halten.

Eines Tages betritt niemand anderes als Prinz Kai ihre kleine schmutzige Werkstatt, um eine Androidin zur Reparatur zu bringen. Die beiden sind sich, trotz ihrer unterschiedlichen sozialen Schichten, sofort sympathisch und Prinz und Mechanikerin freunden sich an. Doch plötzlich fangen die Ereignisse an, sich zu überschlagen. Cinders Schwester erkrankt plötzlich schwer und auch Cinder scheint sich angesteckt zu haben. Und dann ist die ganze Stadt auch noch in Aufruhr, weil die Königin von Luna der Erde seit Ewigkeiten den ersten Besuch abstattet…

Die etwas andere Märchenadaption

Wie Monde so silbern ist eine Märchenadaption zu Cinderella (oder wie es bei uns im Schwabenland heißt: Aschenputtel). Hinzu kommt natürlich die Si-Fi-Komponente. Das hört sich erst einmal abenteuerlich an und im Grunde ist es das auch. Und ehrlich gesagt war ich wirklich skeptisch zu Beginn des Buches. Und man muss auch mal überlegen: wenn man sein Leben lang eine Leseratte ist, dann fangen die Geschichten irgendwann an, sich zu wiederholen, bekannt zu erscheinen oder nichts Neues mehr zu liefern. Doch Marissa Meyer kommt hier mit einer ganz neuen Idee um die Ecke, indem sie das Bekannte mit dem Neuen verbindet.

Die Parallelen zu Cinderella sind auf den ersten Blick nicht wegzudiskutieren, doch Marissa Meyer weicht auch an vielen Stellen krass von der Märchenvorlage ab. Sie kopiert nicht eine fremde Geschichte, sondern bastelt sich aus den besten Komponenten eine ganz eigene Idee. Je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr setzte sie sich von der Vorlage ab. Doch schon zu Beginn grenzt sich die Idee ab, etwa in dem es zwar zwei Stiefschwestern gibt, Cinder sich allerdings mit einer der beiden wirklich gut versteht.

Cinder und der Märchenprinz – das war mal was Neues

Die Autorin überzeugt aber nicht nur mit einer einzigartigen Idee, sondern punktet eigentlich auf ganzer Linie. Langsam wird man als Leser in die dystopische Welt eingeführt, in der sich alles abspielt. Und erstaunlicherweise hatte ich alles sofort direkt vor Augen und konnte mir die Umgebung und das Setting bildlich vorstellen. Die Atmosphäre war quasi greifbar.

Auch die Charakterzeichnung ist beispiellos. Cinder hat ihre Ecken und Kanten, ist bei weitem nicht perfekt und trotzdem sehr sympathisch. Trotz meiner Befürchtungen wurde die Klischeekiste hier verschlossen gelassen. Durch ihre Vorgeschichte bekam Cinder außerdem eine interessante Tiefe verpasst, die sie über die komplette Länge des Buches etwas geheimnisvoll werden ließ.

Den Prinzen empfand ich dagegen als etwas blass, was mich komischerweise aber gar nicht gestört hat. Er war eben der typische Märchenprinz, wenn auch etwas an die „modernere“ Zeit angepasst. Doch immer noch ist er der wohl bestaussehendste Junggeselle, der in der Stadt rumläuft und wird natürlich von den Mädels umschwärmt wie das Licht von den Motten. Und selbstredend ist er nett, zuvorkommend und auch sonst Everybodys Darling. Er hebt sich kaum durch ausbrechende Charaktereigenschaften vom klassischen 08-15 Prinzen ab, allerdings tut dies der Geschichte wirklich keinen Abbruch.

Eine Ende, wie ich es noch nicht kannte

Was einen perfekten Spannungsbogen angeht, da kann man nur sagen, dass Marissa Meyer hierfür wirklich ein gutes Händchen hat. Zunächst führt sie ihren Leser in die neue dystopische Welt ein und erklärt, wie die Dinge dort laufen. Gleichzeitig kommt die Geschichte in Gang, wodurch man einen sehr angenehmen Einstieg ins Buch hat. Je weiter die Geschichte dann voranschreitet, desto spannender wird es auch. Das Tempo zieht nach und nach an. Und zum Schluss hin wird es dann wirklich so prickelnd, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen mag.

Die Gestaltung des Endes fand ich höchst interessant, weil es 1. ganz anders war als ich gedacht hatte und 2. darauf hinweist, dass Cinder in Teil 2 der Reihe nicht mehr im Mittelpunkt der Erzählung stehen wird, aber trotzdem weiterhin eine Rolle spielen kann.

Mein Fazit

Wenn man dieses Buch aufschlägt, weiß man gar nicht, was da auf einen zukommt. Ehrlich gesagt kann ich es auch jetzt nur schlecht beschreiben. Aber die Mischung macht es hier. Marissa Meyer bedient sich hier einiger beliebter Elemente und kombiniert sie auf grandiose Art und Weise. Man reist in eine komplett neue Welt und lässt sich von den Charakteren unglaublich schnell um den Finger wickeln. Auch wenn Cover und Klappentext nicht ganz aufschlussreich sind, so solltet ihr diesem Buch unbedingt eine Chance geben. Ich verspreche euch: es lohnt sich!!

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188 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

japan, thriller, mord, mobbing, hass

Geständnisse

Kanae Minato , Sabine Lohmann
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 27.03.2017
ISBN 9783570102909
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kennt ihr das, wenn ein Buch schneller bei euch landet, als ihr darüber nachdenken könnt? So ähnlich ging es mir mit Geständnisse. Ich hab es im Bloggerportal gesehen, das Cover sofort geliebt und der Klappentext war ganz vielversprechend. Als es dann vor mir lag, hat es mich dann aber irgendwie nicht angemacht. Aber „Augen zu und durch“ war die Devise. Was dann kam, damit hatte ich nicht gerechnet.

Der Inhalt

Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.
[ Quelle: C.Bertelsmann ]

Meine Meinung

Moriguchi ist Lehrerin einer siebten Klasse. Am letzten Tag des Schuljahres eröffnet sie den Kindern, dass sie im darauffolgenden Jahr nicht mehr an der Schule sein wird. Das hat damit zu tun, dass ihre vierjährige Tochter Manami erst vor einigen Wochen im Schulschwimmbecken ertrunken ist. Aber sie hängt ihren Job nicht wegen der erdrückenden Trauer, die sie unzweifelhaft begleitet, an den Nagel. Es ist Rache, die sie antreibt. Denn Moriguchi weiß, dass ihre Tochter nicht durch einen Unfall gestorben ist, sondern ermordet wurde. Und sie weiß auch: es waren zwei ihrer 13-jährigen Schüler, die sie umgebracht haben. Und da sie nicht an das herrschende Jugendstrafrecht glaubt, hat Moriguchi ihren ganz eigenen Plan ausgeheckt.

Moriguchi verschwindet dann erst einmal von der Bilfläche und durch ihr Rache setzt sie eine Kette von Ereignissen in Gang, die sich nicht mehr aufhalten lassen.

Eine Rache, die eine ganze Kette an Ereignissen in Gang setzt

Das Buch beginnt mit einer Ansprache der Lehrerin, die sich über das komplette erste Kapitel zieht. Sie spricht dabei auch direkt einige Schüler an, die direkt vor ihr sitzen. Das fand ich im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig. Die ersten 10-15 Seiten war ich mir sicher, dass dieses Buch mich nicht begeistern können wird. Doch dann beginnt Miroguchi zu erzählen… vom Tod ihrer Tochter, von ihren Gedanken und Gefühlen, von ihren Zweifeln daran, dass die Täter ihrer gerechten Strafe zugeführt wird, auch davon, warum sie dieser Ansicht ist. Die Story wickelt einen schneller um den Finger als man schauen kann.

Und plötzlich kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist so unfassbar böse und erschütternd. Und das, obwohl mich an manchen Stellen eine kleine Stimme gestört hat, die mir einzuflüstern versucht hat, dass es doch vielleicht ein wenig unrealistisch ist. Aber hey! Zum einen lese ich hier ja keinen Erfahrungsbericht, sondern einen Roman und zum anderen: manchmal ist die Welt tatsächlich so krotesk, wie Kanae Minato es hier darstellt.

Da ich noch nie ein Buch eines japanischen Autors gelesen habe (zumindest könnte ich mich jetzt daran nicht erinnern), war ich anfangs skeptisch, ob das mit Minato und mir was wird. Und man merkt die doch abweichende Mentalität und Kultur an manchen Stellen. Aber das Setting passte einfach grandios zur Geschichte. Gerade weil die Schule in Japan ja wirklich nochmal einen ganz anderen Stellenwert hat als das bei uns der Fall ist.

Ein Thema – sechs unterschiedliche Sichtweisen

Das Buch ist in sechs Kapitel unterteilt, wobei sich jedes Kapitel grob um das gleiche Thema dreht. Doch in jedem Kapitel wechselt die Erzählperspektive und es kommt immer „etwas“ dazu. Man erfährt immer etwas mehr über die ganze Geschichte und vor allem bekommt man das Geschehene auch aus unterschiedlichen Sichten erzählt. Das führt dazu, dass man nichts als wahr hinnimmt, bis man es auch von der Person erzählt bekommt, die tatsächlich dabei war. Das machte das Ganze richtig prickelnd spannend.

Schließlich überraschte mich die Autorin mit einem recht ungewöhnlichen Spannungsbogen. Zu Ende des ersten Kapitels schießt die Geschichte direkt einmal durch die Decke. Ich hatte das erste Mal seit langem wieder diesen „Atemlos-Effekt“, den man kennt, wenn etwas in einem Buch vorkommt, das einen total umhaut. Dann schlägt die Geschichte allerdings ein etwas ruhigeres Tempo an und zieht zum Schluss hin wieder an. Durch diesen „Paukenschlag“ zu Beginn ist man als Leser aber hellwach und mittendrin. Es war einfach genial!

Mein Fazit

Ohne große Erwartungen, sogar etwas skeptisch, habe ich das Buch aufgeschlagen und es hat mich total eingefangen. Die Geschichte kannte ich so noch nicht. Und das ist ja zwischenzeitlich oft das Problem im Thrillerbereich. Man liest das Buch und denkt sich: die Idee hat Autor XY auch schon gehabt. Aber hier gibt es wirklich einmal etwas Neues zu entdecken. Hinzu kommt, dass Minatos Schreibstil ein ganz außergewöhnlicher ist, der mir persönlich zugesagt hat. Die Spannung war an genau den richtigen Stellen da. Alles in allem ein richtig, richtig gutes Buch!

© Nellys Leseecke - Lesen bedeutet durch fremde Hand träumen
Vielen Dank an den C.Bertelsmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

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1.562 Bibliotheken, 26 Leser, 16 Gruppen, 210 Rezensionen

thriller, hypnose, klinik, psychothriller, berlin

Der Seelenbrecher

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2008
ISBN 9783426637920
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Seelenbrecher ist wohl eines der bekanntesten Bücher von Fitzek. Wer seine Bücher liebt, kennt dieses hier zumeist. Und der Klappentext macht auch wirklich neugierig. Man kann bereits beim Überfliegen die bedrückende Stimmung fühlen und es bleibt einem einfach nichts anderes übrig, als sich kopfüber in die Story zu stürzen. Dabei ist die Idee hinter dem Buch nicht gerade neu, aber doch neu aufgebaut.

Der Inhalt

Sie wurden nicht vergewaltigt. Nicht gefoltert. Nicht getötet. Ihnen geschah viel Schlimmeres …

Drei Frauen – alle jung, schön und lebenslustig – verschwinden spurlos. Nur eine Woche in den Fängen des Psychopathen, den die Presse den »Seelenbrecher« nennt, genügt: Als die Frauen wieder auftauchen, sind sie psychisch gebrochen – wie lebendig in ihrem Körper begraben. Kurz vor Weihnachten wird der Seelenbrecher wieder aktiv, ausgerechnet in einer psychiatrischen Luxusklinik. Ärzte und Patienten müssen entsetzt feststellen, dass man den Täter unerkannt eingeliefert hat, kurz bevor die Klinik durch einen Schneesturm völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurde. In der Nacht des Grauens, die nun folgt, zeigt der Seelenbrecher, dass es kein Entkommen gibt …
[ Quelle: Droemer Knaur ]

Meine Meinung

In der Teufelsbergklinik ist der Teufel los („haha“). Am Tag vor Heiligabend bricht dort nämlich das Chaos aus. Caspar ist dort seit zehn Tagen als Patient untergebracht, nachdem man ihn in einem Schneesturm unweit der Privatklinik bewusstlos aufgefunden hat. ‚Caspar‘ ist auch nur der Name, den das Klinikpersonal ihm gegeben hat, denn er erinnert sich nicht mehr an seine Vergangenheit, geschweige denn an seinen Namen. Aufgrund eines aufkommenden Schneesturms verunglückt ein Krankentransport ganz in der Nähe des Geländes. Die Telefonleitung wird bei dem Unfall beschädigt und aufgrund des immer schlechter werdenden Wetters sitzen nun nicht nur die Teufelsbergklinikpatienten und das Pflegepersonal in der Luxuseinrichtung fest, sondern mit ihnen auch der Fahrer des Krankenwagens und dessen Patient, der scheinbar nicht nur geisteskrank, sondern auch gefährlich zu sein scheint.

Denn allem Anschein nacht handelt es sich bei dem Patienten Jonathan Bruck um den Seelenbrecher. Das Phantom hält seit einiger Zeit Berlin in Angst und Schrecken, da er junge Frauen entführt und ihnen Schreckliches antut. Die Frauen tauchen zwar lebend wieder auf, doch in der Zwischenzeit müssen sie ein Trauma erleiden, von dem sie sich nie wieder erholen. Sie sind nicht ansprechbar, können sich selbst nicht mitteilen und es scheint, als wären sie in sich selbst gefangen. Und dieses Ungeheuer wird nun ebenfalls in der Teufelsbergklinik eingeschlossen… Der Alptraum beginnt!

Eine abgeschiedene Luxusklinik, abgeschnitten von jeglicher Außenwelt

Sebastian Fitzek hat sich also folgendes Setting für seine Geschichte ausgesucht: eine luxuriöse Klinik irgendwo abgeschieden von jeglicher Zivilisation, abgeschottet durch einen Schneesturm – und ein Psychopath, der sich in dem Gebäude rumtreibt, aus dem es keinen Ausweg gibt. Dadurch schafft er natürlich direkt von Beginn an eine gruselige Stimmung und diese unheilvolle Atmosphäre schafft natürlich auch Erwartungshaltungen.

Zu Beginn schafft es Fitzek aber auf grandiose Art und Weise in relativer kurzer Zeit seine Charaktere zu skizzieren. Gerade Caspar, der eine tragende Rolle im Buch spielt, weist durch seine Amnesie einen recht komplexen Hintergrund auf und doch hatte ich schon nach 15 bis 20 Seiten ein gewisses Gefühl für ihn. Und dabei führt Fitzek nicht nur an seinen Protagonisten ran, sondern steigt schleichend in seine Story ein, zeichnet das Grundgerüst für die spätere Handlung.

Schließlich bekam ich als Leserin eine ganz andere Geschichte geliefert als ich sie erwartet hätte. Es fehlt an diesem typischen Thrillerelement „Gut jagt Böse“, denn eigentlich geht es zuerst einmal darum, dass Gut sich vor Böse in Sicherheit bringt. Der Seelenbrecher hat sein erstes Opfer in der abgeschotteten Klinik schnell gefunden. Die Gefangenen wissen, dass sie die Nacht überstehen müssen, bis die Frühschicht anrückt, die sie befreien könnte. Dieses Zeitelement schafft natürlich noch mehr Spannung und Nervenkitzel, denn je näher der Morgen rückt, desto größer wird einerseits die Hoffnung, dass liebgewonnene Charaktere die Nacht überleben und auf der anderen Seite weiß man doch aber, dass die Sache wahrscheinlich nicht so ganz einfach sein wird.

Welches Geheimnis verbirgt sich hinter der Amnesie?

Was das Rätsel rund um Caspar und seine Amnesie angeht, da ahnt man natürlich von Anfang an, dass dieser Teil noch irgendwo Bedeutung erlangt. Wie Fitzek das schließlich gehandelt hat, hat mir im Großen und Ganzen wirklich gut gefallen und es war durchweg gut durchdacht. Nur der Weg dorthin lässt mich ein kleines bisschen meckern.

Der Verlauf und der Spannungsbogen hatten so ihre Höhen und Tiefen. Etwas Konstanz hätte mir hier mehr gefallen. Es gab Abschnitte, in denen ich total versunken war, während kurz darauf wieder ein Kapitel folgte, das ich auch gut und gerne hätte quer lesen können. Die Lust auf das Buch war mal mehr, mal weniger da. Das hat mir, ehrlich gesagt, die Freude an der Geschichte etwas genommen. Das mag vielleicht nur ein einzelner Kritikpunkt sein, doch er wiegt meiner Meinung nach schwer.

Mein Fazit

Meine nicht ganz so hohe Meinung vom Seelenbrecher, die ich nach dem ersten Lesen hatte, konnte ich nicht mehr wiederfinden. Vielleicht war ich 2008 einfach nicht in der richtigen Stimmung, als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe. Bei diesem Fitzek-Buch handelt es sich durchaus um eine solide Unterhaltung im Thrillergenre, der große „Wow-Effekt“ ist bei mir allerdings ausgeblieben, was vor allem daran lag, dass der Spannungsbogen nicht konstant geblieben ist, sondern mehr eine Berg- und Talfahrt darstellte. Da mir momentan (noch) die Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Werken vom Autor fehlen, kann ich dazu noch nichts sagen. Wer sich aber gerne einmal gruseln möchte (am besten an einem regnerischen Abend), der kann guten Gewissens zu dieser Geschichte greifen.


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764 Bibliotheken, 10 Leser, 10 Gruppen, 59 Rezensionen

thriller, body farm, david hunter, mord, serienmörder

Leichenblässe

Simon Beckett , Andree Hesse , ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 03.08.2010
ISBN 9783499248597
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem ich nun schon die ersten beiden Teile der David-Hunter-Reihe Die Chemie des Todes und Kalte Asche für euch rezensiert habe, fehlen dort immer noch meine Meinungen zu den drei übrigen Bänden. Denn die möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Alles in allem hat Simon Beckett hier eine grandiose Reihe geschrieben, die einfach nicht genug Aufmerksamkeit bekommen kann. Für Fans des Genres definitiv ein Muss…

Der Inhalt

Dr. David Hunter ist zurück …

Ein Toter in einer Jagdhütte in den Smoky Mountains. Die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit zersetzt. Sein alter Mentor Tom Lieberman bittet David Hunter um Unterstützung.
Die Hinweise, die die beiden Experten für forensische Anthropologie finden, sind widersprüchlich. Jemand will David in die Irre führen, jemand, der viel näher ist, als David glaubt …
[ Quelle: Rowohlt ]

Meine Meinung

Wieder einmal erreicht David Hunter ein Hilferuf. Ein Forensik-Kollege bittet Hunter darum, sich eine Leiche anzuschauen, die in einer abgelegenen Hütte gefunden wurde. Denn der Tote gibt den Ermittlern Rätsel auf. Alle körperlichen Anzeichen sprechen dafür, dass der Mann vor mindestens sieben Tage gestorben ist, doch das Opfer wurde vor fünf Tagen noch gesehen – lebend. Das ist rein logisch gesehen unmöglich. Gleichzeitig findet sich auch ein recht schlüssiger Hinweis auf den Täter. Doch da wartet gleich der nächste Punkt, der einfach nicht möglich sein kann. Der Mann, auf den alle Hinweise als Mörder deuten, ist seit über einem halben Jahr tot.

Wenn man sich das Setting und die Geschichte so ansieht, fühlt man sich doch sehr an Die Chemie des Todes erinnert. Die abgelegene Hütte, eine stark verweste Leiche und ein wissenschaftliches Rätsel… Man betritt Terrain, das man bereits durch die beiden Vorgänger kennt und doch spürt man von Anfang an den Kitzel des Neuen.

Beckett lockt mit wissenschaftlichen Unmöglichkeiten

Sehr gespannt war ich vor allem, wie es nach dem miesen Cliffhanger von Band 2 weitergehen mag. Wie das Ganze aber wieder aufgegriffen wird hat mich dann doch enttäuscht. Kurz angesprochen und dann wird es hinter einem gelassen – that’s it! Etwas ausführlicher hätte es da gerne sein dürfen, aber Beckett hat entschieden, seinen Protagonisten lieber wieder direkt in die Arbeit zu schmeißen.

Dafür bekommt man direkt von Beginn an eine wirklich gut durchdachte und fesselnde Story, die wieder einmal mit kleinen anthropologischen Details geschmückt wurde. Nachdem ich den zweiten Teil der Reihe ein wenig lasch, aber immer noch solide, fand, trumpft Beckett hier wieder richtig auf. Erstmals schickt er seinen Wissenschaftlicher nach Amerika, genauer auf die weltberühmte Body Farm, die ja schon des öfter auch anderen Autoren als Schauplatz für ihre Romane gedient hat. Und doch ist es immer wieder spannend.

Ein Angriff mit Folgen für den Anthropologen

David Hunter selbst hat sich ebenfalls „entwickelt“. Die Anführungszeichen deshalb, weil Hunter viel düsterer geworden ist und ich nicht weiß, ob das ein Schritt nach vorne ist, was das Wort ‚Entwicklung‘ ja doch irgendwie impliziert. Durch den Tod seiner Frau und der gemeinsamen Tochter war Hunter ja schon von Anfang an nicht der strahlenste Zeitgenosse unter der Sonne, doch durch den Angriff auf ihn im Vorgängerband scheint es so, als würde er sämtliches Vertrauen in die Menschheit verloren zu haben. Doch man hat ihn ins Herz geschlossen und bei jedem neuen Teil der Reihe bekommt man das Gefühl, einen alten Bekannten wieder zu treffen.

Mein Fazit

Wie schon gewohnt ist Simon Becketts dritter Teil keine literarische Höchstleistung, doch er ist gut darin, Spannung aufzubauen, seiner Geschichte den nötigen Pepp zu verleihen und den Leser in seinen Bann zu reißen. Trotz Hunters immer dunkler werdendes Innenleben macht er einen sympathischen Eindruck und vermittelt dem Leser kleine anthropologische Geheimnisse. Da der Cliffhanger aus Kalte Asche noch immer etwas in der Luft hängt, hoffe ich, dass dieser Handlungsstrang über kurz oder lang wieder aufgegriffen wird. Definitiv lesenswert!


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61 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

witz und weisheiten des tyrion lennister, tyrion lannister, zitate, dasliedvoneisundfeuer, illustrationen

Witz und Weisheiten des Tyrion Lennister

George R.R. Martin , Andreas Helweg , Jörn Ingwersen
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 27.03.2017
ISBN 9783764531577
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wer ein richtiges Fangirl ist, der hat nicht nur die bisher erschienen Game of Thrones-Romane im Regal stehen. Denn zwischenzeitlich gibt es ja schon einige Werke, die dieses Fantasy-Epos wunderbar ergänzen. Zum einen gäbe es da Westeros – Die Welt von Eis und Feuer, einen wunderschönen Bildband, der sich vor allem mit der Zeit vor der eigentlichen Handlung beschäftigt und damit der ganzen Story noch mehr Tiefgang gibt. Außerdem gibt es noch eine liebevoll gestaltete Kartensammlung für Westeros. Nun reiht sich ein weiterer Ergänzungsband in die Serie der wunderschönen Beiwerke ein.

Der Inhalt

Tyrion Lennister, der wohl beliebteste und berühmteste Charakter aus George R.R. Martins Serie Das Lied von Eis und Feuer / Game of Thrones ist bekannt für seine spitze Zunge, seinen beißenden Sarkasmus und seinen gnadenlosen Spott. In diesem illustrierten Geschenkbuch wurden seine besten Sprüche zusammengetragen. Von der Macht der Worte über die Liebe bis zur Realpolitik – Tyrion Lennisters Weisheiten unterstützen in jeder Lebenslage.
[ Quelle: Penhaligon ]

Meine Meinung

Tyrion Lennister ist außer Konkurrenz ganz eindeutig schon von Anfang an mein Lieblingscharakter in der Game of Thrones-Reihe. Der Gnom hat es in vielerlei Hinsicht nicht leicht. Nicht nur, dass er mit seiner geringen Körpergröße ohnehin ständig auffällt. Hinzu kommt dass er auch nicht gerade mit der liebevollsten Familie gesegnet wurde. Doch trotzdem hat er seinen Sinn für Humor nicht verloren. Und das führt dazu, dass er eigentlich immer einen lockeren Spruch auf den Lippen trägt.

Dabei sind die Zitate aus den Büchern teilweise wirklich merkenswert. Da müsste man eigentlich mit Klebezetteln, Textmarker und Notizblock die Bücher lesen. Was Tyrions Aussprüche angeht, der kann sich das nun sparen, denn es gibt nun die ultimative Zitat-Sammlung. Sein Witz und seine Weisheiten aus bisher 10 Bänden der Reihe sind auf 160 Seiten zusammengefasst.

Die Themengebiete

Dabei wurden die Aussprüche nach Themengebieten unterteilt:

Über das Leben als Zwerg Über die Macht der Worte Über die Liebe Über Familienwerte Über das Menschsein Über Musik Über Essen und Trinken Über das Königtum Über Realpolitik Über die Kriegskunst Über die Kunst, die eigene Haut zu retten Über die Kunst des Lügens Über Drachen und andere Mythen Über Religion

Die meisten Weisheiten lassen sich wohl nur schwer auf den Alltag übertragen, doch trotzdem findet man hier und da kleine Aussprüche, denen man gut und gerne mal folgen kann.

Liebevolle Innen- und Außengestaltung

Obwohl ich noch nicht alle Bücher der Reihe gelesen habe, fühlte ich mich übrigens nicht gespoilert. Unterhalb des jeweiligen Zitats findet sich immer die Fundstelle, zumindest der jeweilige Teil der Reihe. Allerdings habe ich sofort bemerkt, ob ich das Zitat schon einmal gelesen habe oder nicht.

Besonders gut gefallen hat mir aber die Aufmachung des Buches. Die Zitatesammlung wird durch kleine Zeichnung geschmückt, die das Büchlein wirklich optisch aufwerten. Und trotzdem wurde bei der Außengestaltung an der bereits bekannten Optik festgehalten. Eine wirklich gelungene Mischung.

Mein Fazit

Wer die Game of Thrones-Reihe genauso sehr liebt, wie ich das tue, der wird über kurz oder lang auch dieses Ergänzungsbüchlein im Regal stehen haben wollen. Endlich bekommt man die besten Sprüche von Tyrion Lennister auf einen Blick serviert. Ergänzt wird das Ganze durch dazu passende Bilder und Zeichnungen. Alles in allem wirklich eine Bereicherung für jedes Bücherregal.


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Vielen Dank an den Penhaligon Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

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48 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

richard laymon, laymon, richard

Die Tür

Richard Laymon , Kristof Kurz
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.03.2017
ISBN 9783453676732
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe die Theorie, dass Bücher und Autoren, die zu lange auf einer Wunschliste stehen, irgendwann einen Art „Helden-Status“ bekommen und die Erwartungen exponentiell zur Zeit auf dieser Liste wachsen. Soll heißen: je länger man sich mit einem Buch/Autor beschäftigen will, desto heißer wird man darauf. Das führt zu wirklich großen und manchmal nicht mehr erfüllbaren Erwartungen an das Buch. Das beste Beispiel hierfür lieferte mir unlängst Richard Laymon. Schon vor einigen Jahren wurde ich auf ihn aufmerksam, er landete auf meiner Wunschliste und jetzt erst kam ich dazu, zu meinem ersten Laymon zu greifen. Und der Fall war tief…

Der Inhalt

Tief und düster ragt es in die Nacht empor. Das sogenannte Horrorhaus. Schreckliche Morde sollen dort über die Jahrzehnte geschehen sein. Immer wieder ist die Rede von Bestien, die grausame Massaker in dem Haus angerichtet haben sollen. Doch wer soll solche Schauergeschichten schon ernst nehmen? Dem jungen Mark geht es vor allem darum, Alison zu beeindrucken. Das Mädchen verspricht ihm ein Date, eine Nacht im Horrorhaus. Im Keller des makabren Anwesens will Mark sich seinen Ängsten stellen – ohne zu wissen, dass ihn ein Inferno des Grauens erwartet …
[ Quelle: Heyne ]

Meine Meinung

Marc ist verliebt und zwar in eines der schönsten Mädchen in der Schule. Als er sie aus Versehen fast über den Haufen rennt, ist er sehr erstaunt, dass sie sogar seinen Namen weiß. Er nimmt seinen ganzen Mut zusammen und ruft sie abends zuhause an, um sie um ein Date zu bitten. Alison lässt sich sogar darauf ein, doch sie hat eine Bedingung. Marc soll sie nachts ins örtliche Horrorhaus lassen. Wie er das anstellt, ist ihr egal, denn das Haus dient zwischenzeitlich als Museum und ist damit naturgemäß nachts geschlossen.

Also schmiedet der 16-Jährige einen Plan, wie er sich abends in dem Horrorhaus einschließen lassen kann, um seine Angebetete des Nachts heimlich einzulassen. Mehr kann ich zum Inhalt leider nicht sagen, weil in 70 Seiten einfach auch nicht mehr passiert ist. Und ehrlich gesagt: als ich das Buch abgebrochen habe, war es noch nicht einmal nachts, also dass man hätte denken können, die Story kommt jetzt einmal in Gang. Es passiert also… nichts bis überhaupt nichts.

Sex sells? Um jeden Preis??

Das einzige Element, das mir wohl in Erinnerung bleiben wird, ist Marcs Notgeilheit. Bitte verzeiht meine Offenheit, aber manchmal muss man die Dinge einfach beim Namen nennen. Zuerst stellt sich der junge Mann vor, wie sich ihm seine Angebetene wohl um den Hals wirft, wenn er ihr von innen das Horrorhaus öffnet. Dann wird er quasi beim Schuleschwänzen erwischt, natürlich von einer vollbusigen schönen Polizistin, die er sich dann nackt vorstellt und sich dann innerlich zur Ordnung ruft, denn eigentlich ist er ja hinter Alison her.

Das wäre alles noch mit der Pubertät eines 16-Jährigen zu erklären. Doch dann betrachtet er im Horrorhaus eine Figur, die eine Tote nachstellen soll und die beim Sterben nur leicht bekleidet war. Und selbst da stellt sich Marc dann vor, wie die restlichen Fetzen Kleidung, die der Mörder dem Opfer gelassen hat, verrutschen, um ihre Brüste freizulegen. Also ich bin wahrlich nicht prüde, aber das war echt too much. Zumal die Story dadurch absolut keinen Mehrwert erhielt.

Mein Fazit

Die Geschichte kommt so gar nicht in Gang und der Sinn hinter den ersten Seiten kommt einfach nicht zum Vorschein. Wenn man die Leseprobe am Ende des Buches noch abzieht, dann bleiben genau 214 Seiten für das Buch, daher bin ich sehr enttäuscht, dass auf Seite 70 immer noch Vorgeplänkel betrieben wird. Mit diesem Buch konnte mich Richard Laymon also nicht als Fan gewinnen und ob er und ich nochmals eine Chance haben werden? Das zeigt dann die Zeit…

Nachtrag: Kurz vor dem Veröffentlichen dieser Rezension ist mir aufgefallen, dass das Buch tatsächlich eigentlich nur knap 130 Seiten lange ist und dann in einer völlig andere Story übergeht. Das hätte allerdings ebenso in die Produktbeschreibung gehört wie die Tatsache, dass es sich eigentlich um einen Fortsetzungsband handelt. Obwohl ich sonst wirklich ein Fan von Heyne bin, stößt das dieses Mal doch sauer auf.


Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

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348 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

liebe, krebs, bipolare störung, tod, schwangerschaft

Tanz auf Glas

Ka Hancock , Katharina Volk
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.01.2015
ISBN 9783426512814
Genre: Romane

Rezension:

Manche Bücher treffen einen völlig unvorbereitet, so wie beispielsweise Tanz auf Glas. Man geht ohne große Erwartungen an die Geschichte ran und plötzlich ist man dermaßen gefangen, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Doch damit nicht genug. Selbst wenn man die letzte Seite schon lange gelesen hat, klingt die Story immer noch nach. Sie lässt einen einfach nicht mehr los…

Der Inhalt

Vielleicht hätten Lucy Houston und Mickey Chandler sich nie verlieben dürfen. Und erst recht nicht heiraten. Denn beide haben ein schweres Schicksal zu tragen. Doch die Liebe geht ihre eigenen Wege, und so führen Lucy und Mickey eine ungewöhnliche, aber glückliche Ehe. Vor vielen Jahren haben sie sich das Versprechen gegeben, keine Kinder in ihre unsichere Welt zu setzen. Als Lucy plötzlich doch schwanger wird, steht nicht nur das Fundament ihrer Beziehung auf dem Prüfstand, sondern auch die Kraft ihrer Liebe.
[ Quelle: Droemer Knaur ]

Meine Meinung

Eigentlich wäre jedes Wort zum Inhalt schon zuviel. Es gibt schon einen Grund, warum der Klappentext so wenig hergibt. Am liebsten würde ich über die Story an sich gar nichts sagen, aber ganz ohne geht es nicht. Wer sich also ganz unvoreingenommen auf das Buch einlassen möchte und auch den Inhalt selbst erforschen mag, der sollte hier nun aufhören mit lesen. Allerdings so ganz ohne kleine Bemerkungen zur Story geht’s einfach nicht.

Eine Liebe mit Hindernissen

Lucy und Mickey lieben sich, da besteht kein Zweifel. Und dabei muss das Paar nicht nur mit einem schweren Schicksal klar kommen, sondern gleich mit zweien. Mickey ist manisch-depressiv, weswegen er immer wieder schlimme Phasen durchlebt, die sich auch auf sein Umfeld auswirken. Eigentlich ist er medikamentös gut eingestellt, doch kurz vor einem Schub bekommt Mickey generell das Gefühl, er müsse seine Medikamente selbständig anpassen, was dann erst recht zu einer manisch-depressiven Phase führt.

Eine Beziehung ist schon allein aufgrund eines solchen Krankheitsbildes sehr belastet. Doch auch Lucy hat mit ihrem eigenen schweren Schicksal zu kämpfen. In ihrer Familie sterben die Mitglieder viel häufiger an Krebs als dies im Normalfall passiert und die junge Frau hat selbst bereits einmal den Krebs besiegt. Da die Ehe zwischen den beiden permanent ein Kampf ist und viel Arbeit bedarf, sind sich Lucy und Mickey einig, dass sie mit deren beider Erbgut kein Kind in die Welt setzen wollen. Und dann wird Lucy aber doch schwanger…

Anfängliche Schwierigkeiten

Tanz auf Glas wurde mir von meiner Mama empfohlen, allerdings nicht auf die „das solltest du mal lesen“-Art, sondern eher in die „dieses Buch ist so toll und traumhaft und spannend und einnehmend, das MUSST du lesen“-Richtung. Also hab ich mir mal den Klappentext durchgelesen und muss ehrlich gestehen, dass mich da die Motivation noch nicht so recht gepackt hat. Denn so richtig was her gibt dieser Klappentext wirklich nicht. Also hab ich es erst einmal nicht gekauft. Doch meine Mama hat nicht locker gelassen und mir das Buch kurzerhand geschenkt.

Wenn mir jemand so nachdrücklich zu einem Buch rät, muss wahrscheinlich schon was dran sein, also hab ich es direkt zur Hand genommen – und nach 10 Seiten wieder im Regal verschwinden lassen. Es war nicht der richtige Zeitpunkt oder die richtige Stimmung, wer weiß das schon immer so genau? Alles in allem hatten Tanz auf Glas und ich keinen allzu guten Start miteinander. Als ich es dann schließlich doch wieder zur Hand nahm, hab ich ehrlich gesagt nicht mit dem gerechnet, was dann kam.

Denn als ich das Buch beendete, ließ es mich einfach nicht mehr los. Ka Hancock hat mit ihrem Debutroman irgendetwas tief in mir berührt, das diese Geschichte für mich unvergesslich machte. Dieses Buch nimmt einen voll ein, lässt einen vor Rührung seufzen und hinterlässt gleichzeitig blutige Wunden. Leichte Lektüre sieht definitv anders aus, denn mehr als einmal musste ich das Buch für den Tag aus der Hand legen, da man die komplette Packung einfach nicht auf einmal verkraftet.

Eine Geschichte, die einem direkt ins Herz geht

Ka Hancock spielt mit liebevollen Charakteren, Schicksalsschlägen, Trauer, Wut und paart dies alles mit einem unvergesslichen, wunderbar lesbaren Schreibstil. Dabei wechselt die Erzählperspektive immer wieder zwischen Lucy und Mickey hin und her, was natürlich die Folge hatte, dass man in beide Gefühlswelten einen umfassenden Einblick erhält. Zunächst steht vor allem Mickey und seine Erkrankung im Mittelpunkt der Geschichte und ich empfand es einerseits als faszinierend aber auch erschreckend auf der anderen Seite, wie Hancock die manisch-depressiven Schübe darstellt. Wo ich mir zuvor gar kein klares Bild von diesem Krankheitsbild machen konnte, verschaffte mir die Autorin nun einen Einblick ins Innere eines Betroffenen.

Dann geht die Geschichte plötzlich in eine ganz andere Richtung und die Ereignisse, die zuvor ein recht durchschnittliches Tempo vorgelegt hatten, überschlugen sich etwas. Der Fokus verschiebt sich ein wenig in eine Richtung, mit der ich ehrlich nicht gerechnet hatte. Die Stimmung wird düsterer und immer bedrückender, das Buch nimmt einen immer mehr mit. Doch Ka Hancock spielt mit ihren Lesern, indem sie immer wieder Einschübe aus der Vergangenheit erzählt, in denen man kontinuierlich erzählt bekommt, wie Lucy und Mickey sich kennen- und lieben gelernt haben. Man taumelt immer wieder zwischen Romantik und positiven Gefühlen und Trauer, Unglauben und Bedrückung hin und her.

Mein Fazit

Mit Worten lässt sich kaum beschreiben, um was für ein grandioses Buch es sich hier handelt. Auch wenn es die meiste Zeit über einen wirklich traurigen, bedrückenden Hintergrund aufweist, waren dadurch gerade die schönen Seiten umso ergreifender. Freud und Leid lagen selten so nah beieinander wie bei der Liebesgeschichte von Lucy und Mickey. Die Geschichte lässt einen auch lange nach der letzten Seite einfach nicht mehr los und ich kann mit gutem Gewissen behaupten, dass Tanz auf Glas definitiv eines der besten Bücher ist, das ich jemals gelesen habe! Lasst euch darauf an und ihr werdet mit einer wunderschön traurigen Geschichte belohnt.


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128 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

liebe, vampire, twilight, bella, stepheniemeyer

Biss zum Morgengrauen

Stephenie Meyer , Karsten Kredel
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551316608
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kaum waren die Reaktionen der Menschen unterschiedlicher als dann, wenn man das Wort „Twilight“ fallen lässt. Die einen sind total verliebt, in die Geschichte, in Edward oder auch Jacob und die anderen bekommen schon einen Würgereiz, wenn sie nur das Wort „glitzernde Vampire“ hören. Natürlich hat Stephenie Meyer hier einige Klischees bedient, aber ich zähle mich auf jeden Fall zur ersten Gruppe. Und ich steh dazu!!

Der Inhalt

Mit Romantik oder gar Leidenschaft hätte Bella ihren Umzug nach Forks, einer langweiligen, ständig verregneten Kleinstadt in Washington State, kaum in Verbindung gebracht. Bis sie den geheimnisvollen und attraktiven Edward kennen lernt. Er fasziniert sie, obwohl irgendetwas mit ihm nicht zu stimmen scheint. So gut aussehend und stark wie er kann kein gewöhnlicher Mensch sein. Aber was ist er dann? Die Geschichte einer verbotenen Liebe, einer Liebe gegen alle Vernunft. Die so viele Hindernisse überwinden muss, dass man auf jeder Seite mitfiebert. So romantisch und spannend, dass dem Leser bei diesem wunderschön geschriebenen Buch eine Gänsehaut über den Rücken läuft.
[ Quelle: Carlsen ]

Meine Meinung

Selten kaufe ich mir mal ein Buch als Hard-Cover, da sie mir meistens einfach zu teuer sind, aber bei dieser Reihe habe ich alle 4 Teile als Hard-Cover im Regal stehen, weil ich einfach das Cover so schön finde. Sie sind schlicht und recht unauffällig, aber zu der Geschichte über Edward, Bella und den Rest hätte ein knalliges, auffälliges Cover einfach nicht gepasst. Noch schöner finde ich allerdings die englischen Cover.

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive von Bella erzählt, womit man einen wunderbaren Einblick in ihr Gefühlsleben erhält. Bella zieht zur ihrem Vater in das regnerische Forks, nachdem ihre Mutter mit ihrem neuen Stiefvater in der Weltgeschichte umherreist. Dort lernt sie den Vampir Edward kennen und lieben…

Die Bis(s)-Saga wurde mir damals von meiner Deutsch-Lehrerin empfohlen, die schon Feuer und Flamme war für die Reihe. Kurz darauf startet der Hype um die Bücher und ich habs mir schon aus Trotz nicht gekauft. Aber irgendwann, in einem schwachen, unbeobachteten Moment landet Bis(s) zum Morgengrauen auch in meinem Bücherregal, und was soll ich sagen? Ich habe es nicht bereut.

Das Buch erzählt die herzzerreissende Geschichte um die Liebe von Edward und Bella, die schon allein deshalb außergewöhnlich ist, weil Edward ein über 100 Jahre alter Vampir ist und Bella eben nur ein einfacher Mensch. Stephenie Meyer schafft es wirklich, dass man selbst Schmetterlinge im Bauch hat. Meiner Meinung nach ist dieses Kribbel-Gefühl vorallem dem Charakter Edward zu verdanken, mit dem Frau Meyer etwas geschafft hat, was nicht viele Autoren schaffen: dass man sich wirklich in diesen Charakter verliebt.

Sie schafft es, nur mit Worten eine Welt zu errichten, in der man sich von Anfang an wohl fühlt. Ihr Schreibstil ist einmalig, lässt sich leicht lesen und vermittelt einem das Gefühl, in der Geschichte live dabei zu sein. Jeder Charakter hat seine eigenen Merkmale, keiner gleicht dem anderen. Keinem fehlt es an Tiefe oder Glaubwürdigkeit, im Gegenteil: im Laufe der Geschichte möchte man selbst Mitglied im Cullen-Clan werden, sich Rat von Carlisle holen, tröstende Worte von Esme hören oder Baseball spielen mit Emmett.An diesem Buch, das so sehr ans Herz geht, gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Mein Fazit

Meiner Meinung nach die schönste Liebesgeschichte derzeit überhaupt, der es aufgrund der eindringenden, fremden Vampire auch nicht an Spannung fehlt. Dieses Buch muss mal gelesen haben!!! Eines meiner absoluten Lieblingsbücher, und das mit gutem Grund.


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(2.105)

3.140 Bibliotheken, 99 Leser, 4 Gruppen, 248 Rezensionen

liebe, hardin, anna todd, tessa, erotik

After truth

Anna Todd , Corinna Vierkant-Enßlin , Julia Walther
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.04.2015
ISBN 9783453491175
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Diese Reihe spaltet die Leserwelt. Die einen haben die Bücher, die ja doch meistens eine beträchtliche Seitenanzahl haben, regelrecht verschlungen und konnten nicht genug von Tessa und Hardin bekommen. Die anderen fassen die Bücher schon allein deshalb nicht an, weil die Reihe zwischenzeitlich als die „After-Reihe“ bekannt ist. Und dann gibt es da noch mich. Eine Leserin, die sich in diesem Genre eigentlich so gut wie nie bewegt und doch unbedingt wissen wollte, woher der Hype um diese Reihe kommt. Und überraschenderweise hat mir After Passion wirklich gut gefallen. Ob es mir mit dem Nachfolger auch so ging?

Achtung! Bei diesem Buch handelt es sich um die Fortsetzung einer Reihe, daher kann die Rezension Spoiler enthalten.

Der Inhalt

Life will never be the same …

Zutiefst verletzt hat Tessa ihre stürmische Beziehung zu Hardin beendet. Seit sie die Wahrheit über ihn erfahren hat, fühlt sie sich verraten und gedemütigt. Sie will ihr Leben zurück – ihr Leben vor Hardin. Doch da ist die Erinnerung an seine leidenschaftliche Liebe, seine Berührungen, die hungrigen Küsse. Ihr Verlangen nach dem unberechenbaren Mann mit den grünen Augen ist immer noch zu stark. Und sie weiß, dass er sie nicht einfach aufgeben wird. Aber kann er sich ändern? Können sie einander retten, oder wird der Sturm sie in die Tiefe reißen?
[ Quelle: Heyne ]

Meine Meinung

Die Situation zwischen Tessa und Hardin war am Ende von After Passion ja doch sehr angespannt und voller Potenzial. Der erste Teil der Reihe war über Längen hin meiner Meinung nur mittelmäßig, doch das Ende hat es mit seinem Cliffhanger dann doch nochmal rausgerissen. Damit hatte ich einerseits nicht gerechnet und auf der anderen Seite hat es tatsächlich dazu geführt, dass ich unbedingt sofort weiterlesen wollte.

Tessa hat also von Hardins Wetter erfahren. Tief verletzt packt sie ihre Sachen und verlässt die Wohnung, die sie (etwas vorschnell) erst vor kurzem mit Hardin bezogen hat. Die Handlung ist dann eigentlich recht schnell erzählt. Hardin will Tessa zurück, sie blockt ihn zunächst ab, lässt sich dann doch wieder auf ihn ein, die beiden verbringen höchsten 24 schöne Stunden miteinander, die streiten sich und die ganze Sache geht von vorne los. Ich hab die leise Befürchtung, dass sich dieses „Schema F“ auch in den beiden Nachfolgebüchern nicht ändern wird.

Den Einstieg in das Buch findet man eigentlich recht schnell wieder, selbst wenn das Lesen des Auftaktbandes schon eine Weile her ist. So komplex ist die Geschichte eben auch nicht aufgebaut, dass man Verständnisschwierigkeiten bekommen könnte.

Von der Charakterbesetzung her ändert sich im Vergleich zu After Passion auch wenig bis gar nichts. Weiterhin stehen Tessa und Hardin im Mittelpunkt der Geschichte. Erzählt wird ebenfalls abwechselnd von diesen beiden. Dann gibt es noch die ein oder andere Randfigur, die meiner Meinung nach aber viel mehr in den Hintergrund treten, als sie das noch in Band 1 getan haben. Sämtliche Nebencharaktere bleiben unglaublich blass und ohne Leben. Das fand ich vor allem für Landon unglaublich schade, da er der einzige war, dem man ein wenig Hirn zutraut.

Allerdings haben sich altbekannte Charaktere doch sehr verändert (hier wollte ich das Wort „entwickeln“ nur ungern nutzen). Die Idee, die Anna Todd zu diesem Buch angetrieben hat, war wohl „Bad Boy trifft schüchterenes College-Mädchen“. Kann schon funktionieren, doch spätestens in After Truth löst sich der Grundgedanke in Wohlgefallen auf. Denn Hardin ist nicht mehr länger der Bad Boy, den Anna Todd da gerne gehabt hätte. Eigentlich verwandelt er sich eher in einen weinerlichen Psychopathen, der nicht länger faszinierend ist, sondern eher einen zutiefst gestörten Eindruck hinterlässt. Er flippt ständig wegen Kleinigkeiten aus, wobei er natürlich vorher schon mindestens dreimal versprochen hat, genau dieses Verhalten zu ändern.

Hardin ist einfach nur noch aggressiv und rücksichtslos. Das hat mit einem Image nichts mehr zu tun, denn scheinbar kann er gar nicht anders. Was er braucht ist nicht eine Freundin, sondern einen guten Therapeuten. Und dann kann er seine „Freundin“ auch gerne mal mitnehmen, denn die Gute kann auch nicht ganz dicht sein. Sie lässt den Hans Wurst mit sich machen, ist die meiste Zeit totunglücklich und rennt ihrem Hardin trotzdem auf Schritt und Tritt hinterher. Selbständiges Denken scheint sie verlernt oder abgelegt zu haben.

Nicht nur, dass ich wirklich fragwürdig finde, welche Art Beziehung Anna Todd hier aufbauscht. Tessa und Hardin sind krankhaft voneinander besessen und spätestens in dem Moment, in dem Tessa das erste blaue Auge von Hardin davongetragen hat, hätte die Geschichte sich anders entwickeln müssen. Das hatte einfach nichts mehr mit einer komplizierten Liebesgeschichte zu tun.

Beachten muss man aber auch, dass Anna Todd einen wirklich leicht lesbaren Schreibstil hat. Obwohl das Buch über 700 Seiten hat, rauscht man durch die Seiten. Und auch wenn ich oft nicht mit der Darstellung einverstanden war, so wurde es doch niemals langweilig. Klar bin ich kopfschüttelnd auf meiner Couch gesessen, doch man kann Anna Todd einfach nicht vorwerfen, dass sie langweilig schreibt. „Ehre“, wem „Ehre“ gebührt…

Mein Fazit

Mit dem zweiten Teil ihrer Reihe kann Anna Todd mit ihrem eigenen Auftaktband nicht mithalten. Die Streitereien zwischen den beiden Protagonisten haben nichts „Romantisches“ mehr, sondern werden wirklich krankhaft. Das hat eine ganz komische Folge: zum einen fällt dadurch der Unterhaltungswert ab, da mir zumindest das Verständnis fehlte. Doch langweilig war die ganze Sache trotzdem nicht. Zwei Dinge, die eigentlich nicht zusammenpassen. Das muss man auch erst mal fertig kriegen…


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436 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 24 Rezensionen

shoppen, frauen, shopping, liebe, london

Die Schnäppchenjägerin

Sophie Kinsella
Flexibler Einband: 409 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 09.02.2009
ISBN 9783442470433
Genre: Liebesromane

Rezension:

Sophie Kinsella hat sich in der Chick-Lit-Welt bereits vor Jahren einen Namen gemacht. Mit Schau mir in die Augen, Audrey hat sie sich erst vor einigen Monaten auch im Jugendbuch-Genre behauptet. Doch in meinem Hirn ist ihr Namen vor allem mit der Reihe rund um Rebecca Bloomwood verbunden. Dieser erste Teil der „Schnäppchenjägerin-Reihe“ wurde zwischenzeitlich sogar (ganz gut) verfilmt. Und nun musste ich endlich auch einmal das Buch zur Hand nehmen.

Der Inhalt

Rebecca Bloomwood hat eine gefährliche Leidenschaft: Die erfolgreiche Finanzexpertin, die anderen Menschen in Geldfragen kompetent zur Seite steht, kann keinem Schnäppchen widerstehen. Nun steckt sie in einer schweren finanziellen Krise und droht in ihrem selbst geschaffenen Chaos unterzugehen, da sie sich gleichzeitig die Bank vom Leib halten, den attraktiven Luke Brandon beeindrucken und ihrer täglichen Arbeit nachgehen muss…
[ Quelle: Goldmann ]

Meine Meinung

Rebecca Bloomwood hat eine große Leidenschaft – das Shoppen. Nichts kann ihre Laune besser heben als ein ausgiebiger Schaufensterbummel. Und schließlich braucht man ja immer irgendwas. Ein neues Duschbad, obwohl man noch eines zuhause hat? Kein Problem, waschen muss man sich schließlich immer. Und Röcke kann man eben auch nie genug haben, immerhin gibt es für jede Gelegenheit den passenden. Und so gibt es nichts, was Rebecca lieber tut, als die Läden Londons unsicher zu machen.

Doch ein Problem gäbe es da schon noch. Die vielen Einkäufe, selbst wenn es sich um Schnäppchen handelt, müssen irgendwie bezahlt werden. Und Rebecca hat zwar ein Händchen für das richtige Outfit, doch mit dem Geld umgehen ist leider nicht ihre Stärke. Immer wieder flattern Rechnungen ins Haus, zumeist solche von einer ihrer unzähligen Kreditkarten. Doch wenn Mastercard gezahlt werden muss, dann muss eben die neue Visa herhalten. Allerdings kann das nicht lange gut gehen. Da bricht das Kartenhaus dann nämlich zusammen….

Naiv und doof ist eine gefährliche Mischung

Doch die ganze Geschichte nimmt eine Wendung mit einem Schal. Nicht irgendein Schal. Ein richtig schöner, blauer, geschmeidiger und obendrein richtig teurer Schal. Doch als Rebecca an der Kasse mit keiner ihrer Karten bezahlen kann, springt ihr plötzlich ein gutaussehender Mann bei und begleicht ihre Rechnung. Diese Begegnung sollte Rebeccas Schicksal nun ändern.

Kinsella legte im ersten Teil dieser Reihe wohl viel Wert darauf, eine einzigartige Protagonistin zu zeichnen. Und einzigartig ist sie tatsächlich. Nur besticht sie vor allem durch Naivität und stellenweise richtige Dummheit. Natürlich muss man nicht immer jeden Charakter in jedem Buch mögen, doch ich bin der Meinung, dass gerade in diesem Genre von den Lesern viel Wert auf die Protagonistinnen gelegt wird. Frauen wollen sich mit den Mädels, um die es dort geht, identifizieren können und nirgends ist es so wichtig wie im Chick-Lit. Doch was will Kinsella hier denn für eine Botschaft vermitteln?

Rebecca Bloomwood lebt so in den Tag hinein und häuft fröhlich ihre Rechnungen an. Briefe macht sie einfach nicht auf, denn da könnten ja böse Kreditinstitute Geld von ihr wollen. Das wäre alles ja nicht so wild, wenn die Gute im Laufe der Geschickte eine Entwicklung durchmachen würde. Dass man vielleicht noch eine kleine „Botschaft“ in die Story hinein lesen könnte… Doch Kinsella löst ihr Debakel lieber dadurch, dass sie Rebecca einen reichen Mann an die Seite stellt.

Rebecca „Pippi“ Bloomwood

Hinzu kommt, dass Rebecca es wohl hält wie Pippi Langstrumpf: „ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“. Bewerbungsschreiben werden frisiert und da wird auch gerne mal gelogen, dass sich die Balken biegen. Wenns daneben geht, dann sollen andere dafür ihren Kopf hinhalten.

Ich bin ja wahrlich kein Moralapostel oder Prinzipienreiter, aber Rebeccas Charakter macht es einem auch nicht einfach, mit ihr mitzuleiden. Es entstehen wenig bis gar keine positiven Gedanken und Gefühle für die Protagonistin. Wirklich leid tat mir eigentlich nur ihr Umfeld, das mit ihr fertig werden muss. Da fragt man sich tatsächlich, ob hier ein Happy End überhaupt verdient war.

Mein Fazit

Mit diesem Buch hat sich eine sonst wirklich tolle Autorin nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Die grausame Charakterzeichnung, die sie hier vorgenommen hat, führt dazu, dass sich die Unzufriedenheit des Lesers durch alle Belange der Buches zieht. Die Geschichte wirkt an den Haaren herbeigezogen und zumeist fehlt ihr jeglicher Realitätsbezug. Den zweiten Stern gibt es nur aus einem Grund: wo sonst alles versagt, rettet immernoch Kinsellas Schreibstil. Trotz aller Kritikpunkte lässt sich das Buch leicht und flüssig lesen und ärgert sich zumindest nicht darüber, dass man nicht voran kommt.


© Nellys Leseecke - Lesen bedeutet durch fremde Hand träumen

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thriller, psychothriller, saving grace, spannung, erpressung

Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet

B.A. Paris , Wulf Bergner
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.11.2016
ISBN 9783734102639
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Beim Stöbern auf der Randomhouse-Homepage bin ich über Saving Grace gestolpert. Der Klappentext hat sich wirklich gut angehört, denn er machte richtig Lust auf einen wirklich grausamen Bösewicht. Da stiegen die Erwartungen natürlich dementsprechend. Außerdem war ich neugierig, wie es B.A. Paris in ihrem Debutroman fertig gebracht hat, die Gefangenschaft der eigenen Ehefrau realistisch hinzubekommen.

Der Inhalt

Niemand glaubt dir. Niemand hilft dir. Du gehörst ihm …

Grace und Jack Angel sind das perfekte Paar. Die dreiunddreißigjährige Grace ist warmherzig, liebevoll, bildhübsch. Jack sieht gut aus, ist charmant und kämpft als renommierter Anwalt für die Rechte misshandelter Frauen. Aber sollte man Perfektion jemals trauen? Warum zum Beispiel kann Grace auf Dinnerpartys so viel essen und nimmt doch niemals zu? Warum umgibt ein hoher Zaun Jacks und Graces wunderschönes Haus? Doch wenn man Grace danach fragen möchte, stellt man fest, dass sie nie allein ist. Denn Jack ist immer – wirklich immer – an ihrer Seite …
[ Quelle: Blanvalet ]

Meine Meinung

Grace hat so ein Glück. Sie hat einen liebevollen Mann gefunden, der sie nicht nur in luxuriöse Urlaube führt und ihr ein wunderschönes Haus genau nach ihren Wünschen gebaut hat. Das Tüpfelchen auf dem i ist Jacks Verständnis für Graces Wunsch, ihre behinderte Schwester mit 18 Jahren bei ihnen aufzunehmen. Millie hat das Down-Syndrom und lebt momentan noch in einem Internat. Doch sobald sie volljährig wird muss sie dort raus. Graces vorherigen Beziehungen sind an dem Wunsch von Grace, ihre Schwester bei sich aufzunehmen, allesamt in die Brüche gegangen.

Außen perfekt und innen eine Katastrophe

Nach außen hin führt das Ehepaar also ein perfektes Leben. Und Jack legt auch größten Wert darauf, diesen Anschein aufrecht zu erhalten. Denn in Wahrheit stellt sich die Sache ganz anders dar. Jack zieht seine größte Befriedigung aus der Angst anderer Menschen. Grace wird von ihm in Wirklichkeit gefangen gehalten, hat die perfekte Ehefrau zu spielen und dient ihm lediglich als Mittel zu Zweck. Denn Jacks wahres Ziel ist Millie…

Man steigt an einem Abend in die Geschichte ein, an dem das Ehepaar ein Dinner für Freunde gibt. Es wird gegessen, gelacht und geredet. Doch bereits von der ersten Seite an hat man ein richtig ungutes Gefühl. Der Abend wirkt oberflächlich betrachtet eigentlich ganz normal. Drei Ehepaare, die gemeinsam zu Abend essen. Doch Grace scheint ständig unter Strom zu stehen. Warum ist es ihr so wichtig, dass das Essen perfekt ist und die Tischgespräche nicht ins Stocken geraten? Und ist es nicht komisch, dass Jack seiner Ehefrau überall hinfolgt?

Unterschwelliges Grauen von der ersten Seite an

Obwohl es nie direkt angesprochen wird, merkt man zu Anfang sofort die Angst, die Grace vor ihrem Ehemann hat. Die Autorin hat es fabelhaft hinbekommen, direkt von der ersten Seite an dem Leser ein gewisses Unbehagen zu vermitteln. Man merkt, da stimmt etwas nicht, aber es ist einfach noch nicht greifbar. Nach und nach erzählt Grace ihre Geschichte. Und wenn man dachte, dass der Schrecken nachlässt, wenn man ihm einen Namen geben kann, der täuscht.

Eine Beschreibung der Charaktere ist bei diesem Buch stellenweise gar nicht ganz einfach. Grace und Millie sind da noch der einfachere Part. Gerade Grace hätte meinem Geschmack nach ein wenig mehr Tiefe vertragen. Je weiter das Buch voran schritt, desto mehr hatte ich das Gefühl, als wäre sie durch jede andere Frau austauschbar. Man erfährt nur wenig über sie und ihre Vorlieben, Leidenschaften und Bedürfnisse. Das fand ich etwas schade, da man zwar auch so schon sehr mit ihr leidet, doch wäre man ihr näher gewesen, hätte B.A. Paris bestimmt noch eine Schippe drauflegen können.

Jack dagegen lernt man eigentlich sehr gut kennen. Wobei auch hier relativiert werden muss. Seine Motive werden enthüllt und trotzdem hat man natürlich Schwierigkeiten, diese zu verstehen. Die einfachste Erklärung ist wahrscheinlich, dass er vom Grund seines Wesens böse ist. Er hat Freude daran, anderen Menschen Angst zu machen und weidet sich an deren Grauen.

Spannendes Buch mit mittelmäßigem Ende

Auch wenn die Motivation von Jack recht einfach gestrickt ist, hat dies der Story keinen Abbruch getan. Es geht primär nicht darum, was einen Menschen zu diesem Handeln treibt, sondern vielmehr darum, wie Grace ihre Gefangenschaft erlebt und wie sie versucht, daraus zu entkommen. Das führt dazu, dass der Spannungsbogen durch das ganze Buch hinweg unglaublich gut aufgebaut war.

Gut gelungen war auch die Erzählweise. Grace berichtet aus der Ich-Perspektive und springt dabei zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Die beiden Zeitstränge nähern sich immer mehr aneinander an und man arbeitet sich langsam aber sich dem Showdown zu. Doch das Ende hat mich dann ein kleines bisschen enttäuscht. Das Ganze kam mir etwas zu überstürzt vor. Da hätte man durchaus noch etwas Spielraum gehabt.

Mein Fazit

Mit dem vorliegenden Buch ist B.A. Paris wirklich ein gelungenes Debut geglückt. Das Buch fällt definitv ins Thriller-Genre, setzt sich dort aber von Konkurrenzbüchern deutlich ab. Die Autorin schafft es auf Anhieb, ihre Leser in ihren Bann zu ziehen. Dabei besticht der Aufbau durch schlichte Einfachheit. Drei Charaktere, um die sich die Story dreht, während Nebencharaktere so gut wie nicht präsent sind. Alles in allem ein richtig gutes Buch!

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