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126 Bücher, 93 Rezensionen

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333 Bibliotheken, 18 Leser, 3 Gruppen, 30 Rezensionen

vampire, dystopie, endzeit, virus, virals

Die Zwölf

Justin Cronin , Rainer Schmidt
Fester Einband: 832 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag (HC), 14.01.2013
ISBN 9783442311798
Genre: Fantasy

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

wien, krankheit, flucht, historischer roman, österreich

Morbus Dei: Inferno

Matthias Bauer , Bastian Zach
Flexibler Einband: 364 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 04.06.2012
ISBN 9783852188799
Genre: Historische Romane

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98 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

london, mord, großer brand, england, southwark

Unter der Asche

Tom Finnek
Flexibler Einband: 652 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.06.2011
ISBN 9783404160518
Genre: Historische Romane

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48 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

zeitreise, pest, oxford, england, 2054/1348

Die Jahre des schwarzen Todes

Connie Willis , Walter Brumm
Flexibler Einband: 784 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.11.2011
ISBN 9783453527126
Genre: Science-Fiction

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

LEF – Pralle Zeiten

Christian Stadler
Fester Einband
Erschienen bei Monsenstein und Vannerdat, 01.07.2010
ISBN 9783869910956
Genre: Romane

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42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

london, vermesser, 19. jahrhundert, mord, krimi

Der Vermesser

Clare Clark , Rita Seuß , Bernhard Jendricke
Flexibler Einband: 414 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 02.01.2007
ISBN 9783453810785
Genre: Krimi und Thriller

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123 Bibliotheken, 2 Leser, 5 Gruppen, 8 Rezensionen

russland, arbeitslager, deportation, rumänien, hunger

Atemschaukel

Herta Müller
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 15.05.2012
ISBN 9783596512034
Genre: Romane

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51 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

konzentrationslager, drittes reich, rudolf höß, roman, biographischer roman

Der Tod ist mein Beruf

Robert Merle , Curt Noch
Flexibler Einband: 303 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 29.08.2011
ISBN 9783746627861
Genre: Romane

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51 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

nationalsozialismus, behinderung, euthanasie, 2. weltkrieg, drittes reich

Anton oder Die Zeit des unwerten Lebens

Elisabeth Zöller , Ernst Klee
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 01.10.2006
ISBN 9783596805167
Genre: Kinderbuch

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

drogen, juden, heroin, sucht, leben

Die radioaktive Marmelade meiner Großmutter

Ramona Ambs
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei U-Line UG, 07.03.2013
ISBN 9783939239468
Genre: Romane

Rezension:

Romy wächst bei den jüdischen Großeltern auf. Die Mutter gab sie nach der Geburt zu ihnen und starb kurze Zeit später dank Heroin. Der Vater wohnt nur fünf Häuser weiter, er ist ein dummer Hund, sagt die Oma. Aber Romy besucht ihn ab und zu. Mit 12 macht sie ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol. Zwischen Opa-Keller-Geschnüffel und Wodka fühlt sie sich wohl. Die linksalternative bunte Welt ist nun ihr Zuhause. Dann kommen Drogen, dabei ist Romy doch erst in der siebten Klasse. Schon bald hängt sie an der Nadel, wie einst die Mutter. Sie tut alles verbotene, will ausbrechen und legt eine Crashkarriere als Miss-Versautes-Leben hin..

Romy erzählt uns über ihr Leben als Junkie, als wäre es das normalste von der Welt. Sie rattert ihre Gedanken herunter, ganz ohne Emotionen, trocken und plump. Das macht Romy so authentisch. Alles in ihrer Kindheit dreht sich um Hitler, denn der ist überall. Schliesslich wächst sie bei Leuten auf, die den Holocaust miterlebten und ihn überlebten. Die Vergangenheit der Grosseltern ist immer präsent. Immer wieder wird sie mit diesem Thema konfrontiert. Im Keller ihres Opas ist kein Hitler, da gibt es nur sie, den Opa, die Vogelhäuschen und Xyladekor. Damit streicht der Opa die Vogelhäuschen und Romy atmet den Geruch ein. Sie schnüffelt sogar diesen schweren tollen Duft aus dem Kanister in sich hinein, bis sie sich wie beflügelt fühlt.

Ramona Ambs beschreibt auf ironische Art und Weise eine behütete Kindheit, aus der eine Quertreiberin entsteht. Das buch beginnt mit Kapitel 135, genau zu dem Zeitpunkt, als Romys Leben sich verändert. Sie zeigt uns den Übergang von weichen zu harten Drogen. Zu schnell gerät man in die Abhängigkeit. Auch wenn man glaubt alles unter Kontrolle zu haben, ist es dann meistens schon zu spät. Die Drogen bringen viele weitere Nebenwirkungen mit sich. Es sind nicht nur die Entzugserscheinungen, mit denen Romy als Junkie leben muss, sondern auch der Geldmangel, Strassenstrich und Krankheiten. Romy ist das beste Beispiel dafür, dass man sich nur sehr schlecht aus diesem Drogensumpf befreien kann. Rückfälle sind vorprogrammiert...

Die Oma kocht oft Marmelade ein, damit sie genug zu Essen haben, sollte es jemals wieder zu einem Krieg kommen. Auch als Tschernobyl passiert, kocht sie Marmelade ein. Alle sagen zwar, das Obst und Gemüse sei deswegen vergiftet, aber lieber an vergiftete Marmelade sterben, als an Hunger, sagt die Oma. Daher auch der Buchtitel, den ich sehr ansprechend finde und durch den ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin.

Es gibt Passagen, die mich zum schmunzeln gebracht haben, obwohl dieses Thema alles andere als lustig ist:

Ich wache auf und Fridolin sitzt nicht in seinem Stall. Ich spüre sein weiches Fell  am meinem Bauch. Fridolin liegt tot neben mir. Wahrscheinlich habe ich ihn im Schlaf erdrückt. Ich fühle mich schuldig. So muss es sich anfühlen, wenn man ein Hitler ist. Ich bin eine Meerschweinchenmörderin. Das Leben ist ein Sturm aus Scheisse und die Kunst ist der einzige Regenschirm..  Die ganze Geschichte ist in nur 126 Seiten gepackt. Ich hätte gern mehr von Romy gelesen, obwohl die wichtigen Dinge erzählt wurden. Ein verkorkstes Leben, das schnell und kurz beschrieben wird, ohne auch nur einmal langweilig zu werden. Romy ist an einem Stück fertigzulesen. Ich mochte sie.

Lieblingsstelle:
Fotografieren ist wie schreiben mit Licht, wie musizieren mit Farbtönen, wie malen mit Zeit und sehen mit Liebe..

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Tags: drogen, grosseltern   (2)
 

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

holocaust, konzentrationslager, hitler, ghetto, auschwitz

Ich muss erzählen

Mascha Rolnikaite , Dorothea Greve , Marianna Butenschön , any.way
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.03.2004
ISBN 9783499235559
Genre: Biografien

Rezension:

Obwohl dieses Thema schon unzählige Male durchgekaut wurde und sich immer und überall wiederholt, sei es in Büchern, als Film oder Dokumentation, ich bekomme nicht genug davon. Nach jedem gelesenen Buch, das vom Nationalsozialismus und Antisemitismus erzählt, bin ich immer wieder auf's Neue erschüttert.

Mascha wird am 21. Juli 1927 als Tochter des Rechtsanwalts Hirsch Rolnik in Memel geboren. Sie hat 3 Geschwister. 1940 zieht die Familie nach Wilna, Litauens historische Hauptstadt. Wilna steht für die einzigartige religiöse und weltliche Kultur, die dort einmal blühlte, für Juden in aller Welt ein Begriff..

Die Deutschen besetzen 1941 Wilna. Ein Ghetto wird errichtet, in das die jüdische Bevölkerung getrieben und eingesperrt wird. In einer Wohnung hausen bis zu 8 Familien. Die dreizehnjährige Mascha ist mittendrin und bekommt das Grauen hautnah mit. Die Brutalität der Deutschen erschüttert sie bis ins Mark. In dieser Zeit gibt es immer wieder sogenannte Aktionen, bei denen die arbeitsunfähige Bevölkerung des Ghettos ausgesondert und zur Erschießung nach Ponar gebracht wird, ein Stadtteil Wilnas.

Auf den ersten 30 Seiten findet man ein Vorwort, das die Kriegsjahre in Wilna beschreibt. Außerdem hat es etliche Jahre gedauert, bis Masche endlich ihr Tagebuch veröffentlichen konnte. Danach erst, am 22. Juni 1941, beginnt das eigentliche Tagebuch, an einem warmen Sonntagmorgen, an dem ihre kleine Welt plötzlich zusammenbricht. Es ist Krieg. 1942 befindet sie sich bereits im Ghetto und wird zu Zwangsarbeit gezwungen. Aus Angst ihre Tagebuchaufzeichnungen könnten entdeckt werden, versteckt Mascha diese und lernt den größten Teil auswendig. Findet ein Nazi diese Notizen, würde man alle erschiessen.

Am 24. September 1943 wird Mascha von ihrer Mutter und den kleinen Geschwistern getrennt. Mit dem Zug wird sie zusammen mit 1700 weiteren Juden ins KZ geschickt. Von nun an muss sich Mascha allein durchschlagen. Die Angst um die Mutter bleibt, die Ungewissheit bringt sie fast um. Was sie bis dahin erlebt hat, ist nichts im Vergleich zu dem, was noch folgen soll. Hunger, Kälte, totale körperliche Erschöpfung, Schmerzen, Erniedrigungen und die immer fortwährende Angst, es könnte der letzte Tag sein.

"Neid ist zwar nicht schön, aber ich bin manchmal neidisch auf die Kinder, die noch nichts begreifen..."

Es wurd mir viele Male unsagbar schwer ums Herz. Das Leid wird zwischen jeder dieser Zeilen sichtbar. Ich habe oft seufzen müssen. In manchen Momenten kamen mir die Tränen. Eines von vielen Millionen schrecklicher Schicksale, das kaum mit Worten zu beschreiben ist. Das Tagebuch wiegt schwer auf den Leser und überflutet ihn mit tiefer Traurigkeit. Ein Dankeschön an Mascha, die nicht besser diese sadistischen Details zu Papier hätte bringen können. Dieses Todestagebuch halte ich in Ehren und bekommt einen ganz besonderen Platz auf meinem Zweite-Weltkrieg-BücherRegal.

Lieblingsstelle:
Nacht ... Die Erde atmet schwer. Auf ihr lasten die Körper unschuldiger Opfer. Frische junge Gräser streicheln sanft die zu Boden gedrückten Gesichter. Vielleicht wollen sie sie mit ihrer frühlingshaften Frische wieder zum Leben erwecken.

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Tags: ghetto, jude   (2)
 

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105 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

schwangerschaft, horror, ljubljana, kinderwunsch, thriller

Breed

Chase Novak , Bernhard Kleinschmidt
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 14.03.2013
ISBN 9783455404418
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Alex Twisden, ein sehr erfolgreicher Anwalt in New York, ist der Erbe einer angesehenen und reichen Familie. Die Inneneinrichtung seines imposanten Hauses besteht größten Teils aus wertvollen Antiqitäten, jahrhundertalte Erbstücke. Seine Frau Leslie, die bei einem großen New Yorker Verlag arbeitet, ist einige Jahre jünger als er. Ihr gemeinsames Leben ist perfekt, bis auf die Tatsache, dass sie noch immer kinderlos sind..

Unzählige Versuche schwanger zu werden scheitern. Das belastet ihre Ehe sehr. Plötzlich bekommen sie einen Tipp. Ein Arzt in Slowenien kann ihren Traum von einem Kind wahr machen. Kurze Zeit später suchen Alex und Leslie diesen Wunderarzt auf und tatsächlich wird Leslie schwanger. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Die Körper der Beiden verändern sich...

Der Klappentext versprach so viel, aber der Inhalt konnte leider nicht mithalten. Was soll das sein? Horror? Ich stecke dieses Buch in das Genre Verarsche! Dabei fängt die Geschichte so gut an und hält den Spannungspegel bis zu Leslies Schwangerschaft. Nach Seite 75 kommt ein Zeitsprung, der den Leser 10 Jahre weiter vorwärts katapultiert. Von nun an stehen Alice und Adam im Mittelpunkt, die Zwillinge der Twisdens. Sie wissen dass mit ihren Eltern etwas nicht stimmt. Sie haben Angst vor ihnen und flüchten aus dem Haus. Die Suche nach den Kindern beginnt und immer im Hintergrund diese bescheuerte Fleischlust..

Zuerst hielt ich 3 Sterne für angemessen, aber als ich das Ende hinter mich gebracht hatte, reichte es nur noch für 2. Denn das ist alles andere als zufriedenstellend. Breed ist ein Buch, dass man nicht gelesen haben muss. Unglaublich dass ich bis zum Schluß durchgehalten habe. Ich fand es sehr ernüchternd, da der Schreibstil sehr trocken ist, ebenfalls die Personen. Gelesen und vergessen. Wer auf Mutationen steht, könnte vielleicht Gefallen daran finden. Mir war das Ganze einfach zu doof..

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Tags: fleisch, schwangerschaft   (2)
 

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(1.155)

2.176 Bibliotheken, 59 Leser, 22 Gruppen, 199 Rezensionen

tod, bücher, freundschaft, 2. weltkrieg, krieg

Die Bücherdiebin

Markus Zusak , Alexandra Ernst
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 07.09.2009
ISBN 9783442373956
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Liesel Meminger ist neun Jahre alt, als sie 1939 nach Molching zu ihren Pflegeeltern, den Hubermanns kommt. Eigentlich sollte auch ihr sechsjähriger Bruder dabei sein, doch dieser stirbt auf der Fahrt dorthin. Unterwegs wird der Kleine beerdigt und genau an diesem Tag begegnet der Tod das erste Mal unserer Liesel. Er schliesst sie in sein Herz und wird sie fortan immer wiedersehen. Noch am Grab ihres Bruders begeht Liesel auch ihre erste Tat als Bücherdiebin. Verlassen von Bruder und Mutter lebt sie sich ganz allmählich zwischen der neuen Familie und neuen Freunden ein, fast erdrückt vom Nationalsozialismus, und erlebt trotz allem die beste Zeit ihres Lebens. Denn als die Familie den Juden Max Vandenberg bei sich im Keller versteckt, beginnt eine ganz besondere Zeit voller Angst, Freundschaft und Liebe!

Das ist eines der wundervollsten Bücher, die ich je gelesen habe. Schon nach den ersten zehn gelesenen Seiten wusste ich, dass ich es lieben werde. Ich wurde emotional auf höchster Ebene mitgerissen. Der Tod hat ein Talent, er weiß mit Worten umzugehen, die man nicht so leicht vergisst. Die Zusammensetzung einiger Sätze ist unbeschreiblich. Ein paar möchte ich Euch nicht vorenthalten: Sein Gesicht stolperte über sich selbst, oder Stimmen kletterten über Schultern, oder Eine Scheibe Luft wurde ins Haus geatmet, Gesichter wie Geisterstädte, Die Sonne rührt die Erde um, ich könnte ewig so weitermachen. Der Schreibstil ist sehr speziell, ungewöhnlich schön, einfach einzigartig, der auf jeden Fall bleibenden Eindruck hinterlässt. Man will immer mehr davon..

Liesel und ihre Mitmenschen sind mir sehr ans Herz gewachsen, um so schwerer fiel es mir jedes Mal, das Buch wegzulegen. Ihr Pflegepapa Hans Hubermann hat eine ganz außergewöhnliche Beziehung zu Liesel. Und auch in schlechten Zeiten versucht er, das Mädchen auf den richtigen Weg zu bringen. Wer eine Kindheit im Nationalsozialismus miterleben möchte, der sollte dieses Buch lesen. Es gibt so viele Einzelheiten in Liesels Leben, wie die widerlich schmeckende tägliche dünne Erbsensuppe, das zehn Mal gelutschte Tauschbonbon, geklaute Äpfel und Kartoffel, die Frau des Bürgermeisters und vor allem Papas Akkordeon..

Unbedingt erwähnt werden muss, dass das Buch aus der Sicht des Todes geschrieben ist. Er erzählt uns die Geschichte der Liesel Meminger ganz ausführlich. Denn er hat keine Sense. Er trägt nur dann einen schwarzen Kapuzenmantel, wenn es kalt ist. Er hat auch kein Totenschädelgesicht, das wir ihm so gerne andichten. Ihr wollt wissen wie er aussieht? Dann schaut in den Spiegel. Dies ist zum Beispiel eine von unzähligen Bemerkungen seinerseits, die er auf den Seiten verstreut..

Es gibt Zeilen, die mir eine unendliche Gänsehaut beschert haben. So viel Traurigkeit und so viel Glück habe ich beim Lesen schon lange nicht mehr empfunden. Einige Abschnitte musste ich mehrere Male lesen und konnte kaum davon ablassen, um kurze Zeit später wieder eine solche Stelle zu finden..

Lieblingstelle???

Das gesamte Buch ist eine einzige Lieblingsstelle! Aber ok, ich musste so grinsen:

"Ich frage mich wirklich, ob nicht irgendwann irgendwo beim Hitlergruß jemand einmal ein Auge verloren oder sich die Hand oder den Arm gebrochen hat. Man musste doch bloß zur falschen Zeit in die falsche Richtung schauen oder zu nah vor jemanden stehen.."

Ein Jugendbuch, das unbedingt auch in erwachsene Hände gehört!!!

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Tags: freundschaft, jude, nationalsozialismus, pflegeeltern, tod, zweiter weltkrieg   (6)
 

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(1.563)

2.443 Bibliotheken, 46 Leser, 9 Gruppen, 270 Rezensionen

thriller, psychothriller, schlafwandeln, sebastian fitzek, schlafwandler

Der Nachtwandler

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2013
ISBN 9783426503744
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Leon Nader sein Name, Architekt von Beruf und Schlafwandler. Schon als Kind hatte er keine Kontrolle über sich im Schlaf und war in psychiatrischer Behandlung. Als seine Frau plötzlich verschwindet, meint er den Grund dafür zu kennen. Höchstwahrscheinlich hat er ihr etwas angetan als er schlief. Um der Sache auf den Grund zu gehen, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn. Als er sich das Filmmaterial wenig später ansieht, stellt er fest dass sich hinter seinem Schlafzimmerschrank eine geheime Tür befindet, hinter der er verschwindet, während er schläft. Schon bald zweifelt er an seinem Geisteszustand...

Kurz, direkt und schnell, das ist Fitzek. Auch dieses Mal hat er mich nicht enttäuscht. Man hat einfach keine Zeit zum Luftholen bei seinem flüssigen Schreibstil. So wie auch in dieser Geschichte, die von Anfang bis zum Ende spannend und auch unheimlich ist. Kaum hatte ich angefangen, war ich auch schon wieder am Ende. Und genau damit hatte ich ein klitzekleines Problem. Etwas verworren scheint mir die Auflösung des Problems, das Leon Nader mit sich rumschleppt. Etwas an den Haaren herbei gezogen, wie ich finde. Trotzdem lohnt es sich dieses Buch zu lesen. Es lässt uns die Verzweiflung der Hauptperson fast spüren. Mehr kann ich gar nicht darüber sagen, denn es fällt schwer wichtige Dinge nicht zu verraten. Und was wäre ein Fitzek ohne diese amüsanten kurzen Sätze, wie diese Stelle, die mich zum lachen gebracht hat...

Lieblingsstelle:

Meintewegen können sie an den Hoden vom Ventilator hängen.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

new york, 11. september, biographie, wunder, anschlag

Engel gibt's wirklich

Genelle Guzman-McMillan , William Croyle , Friedemann Lux
Fester Einband: 191 Seiten
Erschienen bei Brunnen, 13.12.2012
ISBN 9783765512216
Genre: Biografien

Rezension:

Wir alle erinnern uns noch genau an den 11. September 2001. Der Tag an dem die Zwillingstürme in sich zusammenstürzten, so als wäre es gestern gewesen. Die ganze Welt sass fassungslos vor den Fernsehgeräten und verfolgte das schockierende Ereignis. Aber wir ahnten nicht, welchen Albtraum die Betroffenen in den Gebäuden erleben mussten. Viele von ihnen mussten starben, einige konnten gerettet werden, andere waren unter den Trümmern lebendig begraben. Was das bedeutete, schildert Genelle ganz ausführlich in diesem Buch..

Genelle wird 1972 in Trinidad geboren und wächst behütet in einer gläubigen Familie auf. Um Karriere zu machen, geht sie nach New York und lässt ihre Tochter zurück, um sie später nachzuholen. Sie fängt als administrative Assistentin bei der Hafenbehörde im World Trade Center an und beginnt an diesem Septembertag wie gewohnt ihre Arbeit im 63. Stock des Nordturms. Als der Anschlag passiert, unterhält sich Genelle gerade mit einer Kollegin an ihrem Schreibtisch. Sie nimmt einen lauten Knall wahr, so etwas wie Scherbensplittern. Anschliessend schwankt das Gebäude leicht hin und her. Der erste Blick aus dem Fenster zeigt unzählige Papierblätter, die durcheinander durch die Luft wirbeln. Nur wenige Stunden später ist Genelle mit 15 weiteren Personen im Treppenhaus auf dem Weg nach unten, als plötzlich der Nordturm in sich zusammenstürzt. Danach Stille und Dunkelheit und....... Paul!

Schon lange vorher hat sie den Bezug zu Gott verloren, doch dann mitten im Überlebenskampf, etwa 23 Stunden nach dem Einsturz, taucht Paul auf. Ein Bote Gottes? Im Zwiespalt mit Gott, zwischen Glauben und Nichtglauben findet sie unter den Trümmern wieder zu ihm. sie verspricht ihm ihr Leben zu ändern, Dinge wichtig zu nehmen, die vorher unwichtig schienen und die ganze Zeit hält Paul ihre Hand..

Da jede Einzelheit perfekt geschildert wird, hatte ich das Gefühl, Genelle säße genau vor mir und erzählt mir ihren ganz persönlichen Überlebenskampf. Bis zu dem Zeitpunkt als Genelles Gespräche zu Gott anfangen, konnte ich das Buch kaum zur Seite legen, doch dieses Gottgefasel nervte mich nach einer gewissen Zeit. Dazu möchte ich aber sagen, dass ich mich keinesfalls in Genelle hineinversetzen und nicht wirklich begreifen kann, was es bedeutet, wenn man unter Tonnen von Beton und Stahl unbeweglich verschüttet ist. Wahrscheinlich würde jeder Nichtgläubige in dieser Not die Nähe zu Gott suchen.

Genelle beschreibt, wie sehr sie sich nach dem 11. September verändert und welche Wendung ihr Leben danach genommen hat. Das Buch beschreibt die ersten Tage im Krankenhaus und den Alltag danach. Auch die Suche nach Paul findet einen Platz. Eine sehr interessanter Erfahrungsbericht, der vom Thema Gott fast komplett vereinnahmt wird. Das hat mich leicht abgeschreckt. Ich glaube ihr, wenn sie von Paul erzählt. Ich glaube ihr jedes einzelne Wort. Ich bin von der Existenz Pauls überzeugt. Vielleicht gab es an diesem furchtbaren Tag eine höhere Macht. Man könnte es als eine Halluzination  darstellen. Der Körper ist geschwächt von Schmerzen, der Geist verzweifelt, durcheinander und ängstlich, da kann es schon mal vorkommen, dass uns unsere Wahrnehmung einen Streich spielt. Aber Genelle war voll bei Sinnen. Sie hat sich mit den Gesprächen zu Gott bei Verstand gehalten. Leider wird man im hinteren Teil des Buchs mit unzähligen Bibelversen fast erschlagen.

In Genelles Autobiografie finden Freunde, Familie und auch die Helden einen Platz. Unter anderem auch die Männer die ihr Leben auf's Spiel gesetzt haben, um sie und andere Überlebende aus den Trümmern zu bergen. Dieses Buch zeigt uns, wie aus etwas Bösem Gutes empor steigen kann. Vielleicht animiert das Buch den einen oder anderen Leser, etwas negatives plötzlich positiv zu sehen. Genelle möchte uns sagen, dass nichts kostbarer ist als unser Leben, das wir jede einzelne Sekunde bewusst geniessen sollen..


Lieblingsstelle:

Es gibt in der Welt weder Glück noch Elend. Es gibt nur den Vergleich eines Zustands mit einem anderen, sonst nichts. Am besten großes Glück empfinden kann der, der die tiefste Trauer erlebt hat. Wir müssen erlebt haben, wie das Sterben ist, um die Freuden des Lebens recht zu schätzen...

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(60)

77 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 25 Rezensionen

parabel, bauern, seil, wald, dorf

Das Seil

Stefan aus dem Siepen
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.06.2012
ISBN 9783423249201
Genre: Romane

Rezension:

Was war das denn?
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Bauer Bernhard findet am Waldrand ein Seil, dessen Ende er nicht finden kann. Schon bald weiß das ganze Dorf bescheid. Um der Sache auf den Grund zu gehen, folgen die Bauern kurze Zeit später dem Seil mit etwas Proviant auf ihren Rücken. Diese Abwechslung kommt den Bauern gerade recht in ihrem tristen Alltag. Sie lassen ihre Frauen und die Alten zurück, anstatt sich um die bevorstehende Ernte zu kümmern. Der Marsch beginnt mit der Überzeugung schon am Abend wieder zurück zu sein..
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Klingt super, nicht wahr? Das dachte ich auch, leider wurde ich enttäuscht. Dabei klingt das Alles spannend und lustig zugleich. Die Schreibweise ist mir viel zu steif, das war mir bereits auf der ersten Seite klar. Auf der Suche nach dem Seil ereilt einige Männer ein trauriges Schicksal. Ein langweiliger Marsch durch den dunklen Wald, der uns ein paar wenige nette Szenen schenkt.
.
Am schlimmsten finde ich das offene Ende. Das hat mich richtig wütend gemacht. Zum Glück hat dieses Buch nur 175 Seiten. Man hätte mehr aus der Geschichte machen können. Der Ansatz ist super, das war es aber auch schon. Ich empfehle das Buch nicht, habe zwar schon schlechtere gelesen, aber für mehr als 2 Sterne reicht es nicht..
.
Eins hat mich diese Parabel allerdings gelehrt, dass zu große Neugier ungesund sein kann!

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Tags: dorf, ernte, parabel, seil, wald, wölfe   (6)
 

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(10)

21 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

wolfskind, gefängnis, lager, nachkriegszeit, kindheit

Wolfskind

Ingeborg Jacobs
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.07.2011
ISBN 9783548610344
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ostpreußen 1945, die siebenjährige Liesabeth Otto flieht zusammen mit Mutter und Geschwistern vor der roten Armee. Nachdem die Mutter in Danzig stirbt, der Vater unauffindbar ist, sind die drei Geschwister ganz auf sich allein gestellt. Wenig später irrt die kleine Liesabeth allein durch die Wälder. Jahrelang hungert und bettelt sie ohne ein Dach über dem Kopf. Als die Rotarmisten ganz Deutschland besetzen und die Sowjetunion Gefangene in Straflagern steckt, ist Liesabeth mittendrin. Aus dem Bettelkind wird eine Straftäterin. Aber sie schlägt sich durch, wächst heran zu einer jungen Frau und muss immer wieder mit furchtbaren Entbehrungen leben..

Solche Bücher beeinhalten meistens Fotografien von verstorbenen Familienmitgliedern, so wie dieses auch. Es wird mir immer ganz schwer ums Herz, wenn ich die ausgezehrten Gesichter sehe und weiss, was diese armen Menschen erlebt haben. Liesabeth Otto, genannt Maritje Klematje, hat ein Leben voller Erniedrigungen geführt. Sie erzählt ihre Geschichte mit einer Nüchternheit, die wohl niemand sonst verstehen kann, ausser Liesabeth. Manchmal kam es mir so vor, sie selbst war gar nicht dabei. Wahrscheinlich ist das normal nach solchen Erlebnissen, um die eigene Seele nicht von neuem anzugreifen?!

Jahrelang hatte sie kein Zuhause, ist ohne Heimat. Als Deutsche in Russland wird Liesabeth nie wirklich anerkannt. Der Krieg war 1945 für viele Menschen noch lange nicht vorbei. Er sollte
noch für viele Jahre ihr Leben bestimmen...

Wer sich für die Nachkriegszeit interessiert, sollte sich die Entwicklung zwischen Deutschland und der Sowjetunion unbedingt antun. Dazwischen ein Schicksal, wie es Tausende erleben mussten...

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Tags: deutschland, gefängnis, lager, nachkriegszeit, russland   (5)
 

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(85)

154 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 13 Rezensionen

island, krimi, schiff, thriller, gruselig

Todesschiff

Yrsa Sigurdardottir , Tina Flecken , Yrsa Sigurdardottir
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 21.11.2012
ISBN 9783596194933
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

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(734)

1.198 Bibliotheken, 24 Leser, 6 Gruppen, 189 Rezensionen

thriller, helgoland, entführung, obduktion, mord

Abgeschnitten

Sebastian Fitzek , Michael Tsokos
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.09.2012
ISBN 9783426199268
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sie ist eingesperrt. Um sie herum nimmt sie nur die kalten grauen Betonwände wahr. Die Schmerzen sind unerträglich und diese werden schlimmer und neue kommen dazu. Ihr Vergewaltiger foltert sie bestialisch und findet immer neue Methoden um sie zu quälen. Bald kommt er zurück. Dann wird er sie beschneiden. Er freut sich schon..
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Linda nimmt sich eine Auszeit auf Helgoland, um ihrem Stalker Danny zu entkommen. Doch die Ruhe währt nicht lang. Sie findet am Strand eine Leiche und ein rosafarbenes Handy. Wenn sie vorher gewusst hätte, dass kurze Zeit später ihre Finger in dieser Leiche stecken, hätte sie dieser lieber keine Beachtung geschenkt..
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Der Rechtsmediziner Dr. Paul Herzfeld findet im Kopf einer übel zugerichteten Leiche einen Zettel auf dem der Name seiner Tochter und eine Telefonnummer steht. Kurz darauf ruft er diese fremde Nummer an und hört die Stimme seiner Tochter Hannah, die als Mailboxansage darum bittet, niemanden einzuweihen. Ansonsten ist sie tot..
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Es beginnt eine Jagd, die uns ständig auf Hinweise stossen lässt und trotzdem noch lange nicht erkennen lassen, wo der Weg hinführt. Und genau das ist er, das ist Fitzek, nur noch eine Spur ekelerregender dank Tsokos. Wunderbar detaillierte Auschnitte einiger Sezierungen, so dass man fast glaubt, den süßlichen Leichengeruch wirklich riechen zu können. Jede Seite ist durchweg spannend und Langweile kommt hier garantiert nicht auf. Auch wenn man glaubt etwas durchatmen zu können, so kommt einem direkt die nächste Spannung entgegen, die in den relativ kurzen Kapiteln schnellst möglich aufgebaut wird..
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Die Qualen des entführten Mädchens, die sie in der Hölle dort über sich ergehen lassen muss und die genauen Einzelheiten ihres Martyriums taten fasst schon weh beim lesen. Ausweglosigkeit sprang mir mitten ins Gesicht und macht dieses Buch zu einem wahren Thriller. Daumen hoch für das Schriftsteller-Rechtsmediziner-Duo!
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Ich war fast schon schockiert, als ich das Buch beendete und keine berühmte Fitzek-Danksagung finden konnte. Stattdessen bekommen wir einen Obduktionsbericht von Abgeschnitten, der natürlich auch ein Grinsen in meinem Gesicht hinterließ..
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Lieblingsstelle:
Wenn man in Deutschland Steuern hinterzog, wanderte man bis zur Rente in den Bau. Vergewaltigte man ein Kind, standen die Chancen nicht schlecht, dass man ungestraft oder nur mit einer Bewährungsstrafe davon kam.
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Und genau das ist der eigentliche Hintergrund dieses Thrillers. Wo bleibt da die Gerechtigkeit?

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Tags: entführung, helgoland, obduktion, stalker, vergewaltiger   (5)
 

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judenstern, zweiter weltkrieg, berlin, deportation, isreal

Überleben als Verpflichtung

Inge Deutschkron
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Butzon & Bercker, 01.09.2010
ISBN 9783766613981
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inge Deutschkron, ein Leben, ein Krieg!
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Das Buch beginnt mit einem kurzen Vorwort und leitet dann über in eine Kurzbiografie, in der Inge Deutschkron ihr Leben zügig schildert. Unter anderem erfährt man, dass Inge als fünfjährige mit ihren Eltern nach Berlin zog. Eine unbeschwerte Kindheit und eine glänzende Zukunft waren für sie bestimmt. Doch als das Nürnberger Rassegesetze 1935 in Kraft trat, wurden die Juden diskriminiert. 1938 wurde das erste staatliche Pogrom von den Nazis inszeniert. Am 1. September1939 bricht der zweite Weltkrieg aus. In diesem Jahr verlässt Inge's Vater Berlin. Ihre Mutter und sie selbst gelingt die Ausreise nicht. Im September 1941 wird der Judenstern Pflicht. Einen Monat später beginnen die Deportationen. 2 Jahre und 4 Monate verstecken sie sich vor den Nazis. Nach Kriegsende verspricht sie sich dem Journalismus, bereist die halbe Welt und arbeitet als Deutschland-Korrespondentin für die israelische Zeitung MAARIV. 1972 wandert sie nach Israel aus, die Zuflucht der Verfolgten..
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Immer wieder werden deutsche hilfsbereite Bürger erwähnt. Die waren rar in diesen Zeiten, vor allem gegenüber Juden. Doch eine kleine Minderheit, die wirklichen Helden dieses Krieges, brachten großen Mut auf und nahmen sich ihrer an. Jüdische Familien die es galt zu verstecken, über viele Monate hinweg. Und obwohl sie wussten, was das für sie bedeuten könnte, für den Fall einer Aufdeckung, riskierten sie ihr Leben um wenigstens einem kleinen Teil ihrer jüdischen Mitbürger eine Zukunft zu schenken. Da auch die Lebensmittelvorräte schrumpften und kaum noch etwas zu bekommen war, versorgten deutsche Familien selbstlos ihre untergetauchten Freunde. Das Wenige das sie hatten, teilten sie bedingungslos, auch wenn es bedeutete selbst zu hungern. Inge Deutschkrons Jugend war durch die Nazis geprägt. Es gab kaum Rückzugsmöglichkeiten. Ständig gab es neue Verbote. Kino, Theater, alle öffentlichen Vergnügungen waren Juden nicht gestattet.
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Dieses Buch erzählt uns, dass es in diesem Elend auch ein Fünkchen Hoffnung gab und dass die Menschlichkeit nicht ganz auf der Strecke geblieben ist. Doch nicht unsere Bundesrepublik dankte diesen Helden, sondern der Staat Israel. Denn auch nach dem Krieg gab es in Deutschlands Führung Menschen, die das Geschehene einfach runter spielten. Man solle die Vergangenheit ruhen lassen, so hieß es viele Male. In manchen Ministerien waren ehemalige NSDAP-Mitglieder vertreten. Hatte Deutschland denn nichts aus all dem gelernt? Dass Mittäter des dritten Reichs weiterhin in der Regierung tätig waren, stößt bei mir auf große Fassungslosigkeit. Der Holocaust wird nach dem Krieg entweder verharmlost, oder gar nicht erst erwähnt. Zitat aus der Regierungserklärung: Das deutsche Volk hat in seiner überwiegenden Mehrheit die an den Juden begangenen Verbrechen verabscheut und sich nicht an ihnen beteiligt!
Diese Behauptung empfinde ich als blanken Hohn und ich frage mich, woher die vielen Millionen getöteten Juden kommen? Waren die etwa eine Einbildung der ganzen Welt? Die Verbrechen der Nazis wurden auch Jahre später noch verharmlost. Ein Mörder ist nicht gleich ein Mörder, solang dieser der Politik zugewand war.
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Die Beziehung zwischen Isreal und Deutschland in den Jahren nach Kriegsende bis heute beschreibt Frau Deutschkron sehr ausführlich. Dies nimmt einen großen Platz in diesem Buch ein. Sogar für mich sind die wichtigen politischen Ereignisse sehr gut verständlich. Die Nazizeit, wenn auch schon 60 Jahre her, hat auch heute noch Wirkung. Vieles basiert auf dieser Zeit..
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Unter anderem wird auch die Atmosphäre im Gerichtssal während der Auschwitz-Prozesse in Frankfurt geschildert. 20 Angeklagte die sich für ihre Verbrechen zu verantworten hatten. Und doch wird versucht zu erklären, dass SS-Männer zu guten Taten im stande waren. Doch das macht aus Bestien noch lange keine Gutmenschen.
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Inge Deutschkron weiss wie man Gedanken in Worte umsetzt. Ihr journalistisches Können ist deutlich herauszulesen. Sie erzählt, wie sie das Erlebte verarbeitet und sich für Schulen engagiert, um Schülern späterer Generationen dabei behilflich zu sein, den Holocaust zu verstehen. Gelegentlich wiederholen sich ein paar Zeilen, da die Kapitel aus mehreren Büchern zusammengetragen wurden. Sie hat mich dank ihrer Zeilen vieles klarer sehen lassen. Wenn wir ehrlich zu uns sind, müssen wir uns eingestehen, dass sich im Grunde nicht viel geändert hat. Meine Sichtweise zu einigen Dingen musste ich überdenken und kann nun für bestimmte Sachen ein besseres Verständnis aufbringen.
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Lieblingsstelle:
Die Deutschen glauben indes heute, gute Demokraten geworden zu sein. Und doch scheint es so, dass man zwar die Regeln der Demokratie fein memoriert hat, sie treu befolgt, sie auch hier und da mit Leben erfüllt, dass sie dennoch leere Flosklen bleiben in Fällen, wo Menschlichkeit gefordert wird.

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Tags: berlin, demokratie, deportation, isreal, judenstern, zweiter weltkrieg   (6)
 

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thriller, cupido, miami, mord, snuff-club

Argus

Jilliane Hoffman , Tanja Handels , Sophie Zeitz ,
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 05.10.2012
ISBN 9783805208932
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Leben ist, was einem passiert, wenn man gerade andere Pläne macht.
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Argus nennt man das Ungeheuer mit hundert Augen am ganzen Körper aus der griechischen Mythologie. Doch hier haben wir es nicht mit einem einzelnen Ungeheuer zu tun, sondern hier gibt es direkt mehrere Monster, die sich an einem inszenierten Tod durch Vergewaltigung und Folter ergötzen. Sie schalten sich per Mausklick von zu Hause aus zu, dank Internet..
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Was Gabriella nicht ahnt, als sie mit dem attraktiven Reid die Bar verlässt, den sie dort gerade erst kennengelernt hat und angetrunken mit ihm nach hause fährt, ist die Tatsache dass er kranke Dinge mit ihr tun wird. Denn Reid ist ebenfalls eines der Ungeheuer, die Mitglied eines Snuff-Clubs sind..
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Jahre später ermittelt die Staatsanwältin Daria DeBianchi bei einem Fall, der anscheinend mit Gabriellas Tod zusammenhängt. Detectiv Manny Alvarez, schon aus Cupido bekannt, hilft ihr bei den Ermittlungen. Für alle die Cupido gelesen haben, dürfte der Name Bill Bantling sehr bekannt sein. Unser attraktiver Jahrhundertmörder, der seit Jahren im Todestrakt auf seine Todesstrafe wartet, nachdem er unzählige Frauen bestialisch ermordet hat. Unter anderem auch Staatsanwältin C.J. Townsend, die nun unter neuem Namen in einer anderen Stadt ein neues Leben begonnen hat. Bantling soll nun bei dem neuen Fall, Frauen werden brutal vergewaltigt, gefoltert und ermordet, behilflich sein. Denn möglicherweise weiß er mehr...
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Wow, ich finde das Buch super, ein würdiger Nachfolger von Cupido. Ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, ich säße im Kino und schaue mir einen schaurigen Thriller an. Hoffman schreibt direkt, ohne großen Firlefanz und konfrontiert den Leser ständig mit neuen Tatsachen. So nimmt die Spannung niemals ab. Ohne weit auszuholen kommt sie direkt auf den Punkt. Die Kapitel sind kurz gehalten und machen den Leser durch ständige Cliffhanger nur noch neugieriger, so dass es wirklich schwer fällt mit dem Lesen aufzuhören..
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Der Leser bekommt hier selbstverständlich noch mal eine kleine Nacherzählung davon, was vor ein paar Jahren passierte. Denn es gibt unübersehbare Ähnlichkeiten zwischen den Cupidomorden von damals und denen von heute. Cupido zu toppen ist in meinen Augen nicht möglich, aber Argus ist ganz nahe dran. Und da ich überhaupt nichts negatives in diesem Buch finden konnte, außer dass es wohl keine weitere Fortsetzung geben wird, vergebe ich auch hier fünf verdiente Sterne!

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Tags: serienmörder, snuff, staatsanwaltschaft   (3)
 

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fachbücher, geschichte, auschwitz, roman, hans-joachim lang

Die Frauen von Block 10

Hans-Joachim Lang
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 11.11.2011
ISBN 9783455502220
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Machen Sie ein großes Unrecht ungetan!"
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Der zweite Weltkrieg, die Schreckensherrschaft der Nazis (Menschenverbrecher) und Greueltaten, die niemals in Vergessenheit geraten. Judenverfolgung und Tötung, menschenunwürdig in Konzentrationslager zusammengepfercht..
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Juden die nach Auschwitz deportiert werden, steigen an der berüchtigten Rampe aus den Zügen. Entweder wird man sofort in den Gastod geschickt, darunter auch unzählige Kinder und Schwangere, oder man wird als Arbeiter ins Lager eingewiesen. Dort müssen sie sich einer Aufnahmeprozedur in der sogenannten Sauna unterziehen. Dafür müssen sie sich splitternackt ausziehen. Die Haare werden vom Kopf geschoren, die Augenbrauen entfernt, die Achseln, sowie die Scham kahl rasiert. Danach muss jeder unter die Kalte Dusche. (Wie groß diese schlimme Erniedrigung gewesen sein muss, können wir wohl noch nicht einmal ansatzweise erahnen). Es gibt keine Handtücher zum abtrocknen. Holzschuhe, russische Uniformen, ein dünnes Hemd mit Kopftuch werden ausgeteilt. Ihnen wird alles abgenommen, sogar Sehbehinderte müssen sich von ihren Brillen trennen. Dann kommt die Tätowierung, bis zu 5 Ziffern, nie wieder zu löschen, die Menschen werden namenlos. Jeder Tag beginnt mit einem Zählappell, der manchmal stundenlang andauert draußen in der Kälte..
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Im Jahr 1943 wird Block 10 im Stammlager Auschwitz I zu einer Versuchsstation umgebaut, so kann sich Dr. Carl Clauberg effektiv entfalten. Viele Frauen werden direkt vom Bahnsteig in den Versuchsblock eingeliefert. Die Versuchskaninchen wissen zuerst nicht was Block 10 für sie bedeutet. Welche Scheußlichkeiten auf die Frauen warten, sollen sie bald erfahren. Zu kämpfen sind mit Läusen, Flöhen und diversen Krankheiten wie Fleckfieber, Diärrhoe und Scharlach in den Unterkünften. Die hygienischen Bedingungen sind katastrophal. Wer krank wird muss ins Gas. Und wer sich Clauberg widersetzt, wird augenblicklich nach Auschwitz/Birkenau geschickt und somit höchst wahrscheinlich in den Tod. Clauberg nimmt seine Patientinnen nicht als Personen wahr. Sogar Schmerzensschreie ließen den gefühllosen Arzt kalt, er schenkte ihnen keinerlei Beachtung.
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Einzeln werden die Frauen in die Behandlungszimmer gebracht, wo die Experimente durchgeführt werden. Unter anderem wird den Frauen mit einer 30 cm langen Spritze eine milchige Flüssigkeit in die Gebärmutter gespritzt, immer mit großen Schmerzen verbunden, die die Eileiter verkleben und so zur Sterilisation führen soll..
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Auch Dr. Horst Schumann werden Häftlinge zur Verfügung gestellt. Er bestrahlt die Frauen, bis ihnen kurze Zeit später übel wird bis hin zum Erbrechen und Durchfall. Sie erleiden durch die Bestrahlung teilweise schlimme Verbrennungen mit Eiterwunden. Endergebnis soll auch hier eine Sterilisation sein. Es folgen chirurgische Eingriffe. Eierstöcke werden entfernt. Zum Teil nur mit Lokalanästhesie, so dass die Patientinnen bei vollem Bewusstsein sind. Die Wunden werden mit Toilettenpapier verbunden. Steriles Verbandszeug ist selten..
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Dr. Eduard Wirths ist der Vorgesetzte des gesamten medizinischen Personals. Auch er beteiligt sich an medizinischen Forschungen. Sein Interesse gilt der Früherkennung von Gebärmutterkrebs. Er lässt den Muttermund vieler Frauen entfernen, um diese genauer untersuchen zu können.
Den Frauen werden unter anderem Zähne ohne Betäubung gezogen und als Blutspender mißbraucht. Über mehrere Wochen hinweg wurden ihnen große Mengen Blut abgezapft bis zur Bewusstlosigkeit..
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Einige jüdische Häftlingsärzte werden zu chirurgischen Eingriffen verpflichtet. Wer sich weigert, wird erschossen. (Man muss sich mal diese Situation vorstellen. Die jüdischen Ärzte experimentieren an Mithäflingen mit dem Wissen, dass diese vielleicht nicht überleben. Immer die brutale SS im Rücken. Unter welchem Druck diese Ärzte gestanden haben müssen., um ja die Befehle richtig auszuführen, immer mit der Angst um das eigene Leben, ist schwer vorstellbar).
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Die genauen Details der vielen medizinischen Experimente werde ich nicht schildern, das würde hier den Rahmen sprengen. Diese werden exakt von Zeitzeuginnen berichtet und ist besser im Buch nachzulesen..
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Die Mütter unter ihnen mußten entweder mit der schrecklichen Gewissheit leben, dass ihre nutzlosen Kinder vergast werden, oder mit der unerträglichen Ungewißheit was mit ihren Kindern geschehen ist, nachdem sie sie versteckt haben, bevor sie nach Auschwitz deportiert wurden. Unaussprechliche physische Qualen.
Die Nazis haben sich das Recht genommen, so über menschliches Leben zu entscheiden. Größenwahn spielte damals wohl eine große Rolle. Die Folter, die diese armen Menschen über sich ergehen lassen mussten, ist mit nichts wieder gutzumachen..
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Das Buch konfrontiert den Leser mit persönlichen schockierenden Aussagen vieler Zeitzeugen. Unendlich viele Zahlen werden aufgenommen. Jahreszahlen, Alter der Häftlinge, tätowierte Nummern und Zahlen der Opfer und Häftlinge und deren Namen. Der Alltag in Block 10 wird ausführlich beschrieben..
Neben Hunger und Not und dem entgültigen Gastod wartet auf viele Menschen eine Odyssee des Grauens. Für die Überlebenden ist auch Jahre später nach der Befreiung der roten Armee nichts mehr so wie es einst war. Die Meisten kehren ohne ihre Familien zurück in die Heimat. Freiheit ist ohne Bedeutung! Denn viele Jahre nach dem Krieg sind die Erniedrigungen bei den Auschwitz-Überlebenden allgegenwärtig. Die psychischen und physischen Spätfolgen der Experimente begleiten sie weiter..
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Was Hans-Joachim Lang hier zusammengetragen hat, ist bemerkenswert und schafft allen Opfern einen Raum, der für immer bestehen bleibt..
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Für die damals passierten Abscheulichkeiten gibt es keine passenden Worte. Sie hinterließen bei mir ein Gedankenchaos, von dem ich mich tagelang nicht befreien konnte. Noch nie hat mich ein Buch so sehr betroffen gemacht wie dieses!!!

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Tags: auschwitz   (1)
 

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138 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 24 Rezensionen

auschwitz, experimente, juden, holocaust, mengele

Ich habe den Todesengel überlebt

Eva Mozes Kor , Lisa Rojany Buccieri , Barbara Küper
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei cbj, 09.01.2012
ISBN 9783570401095
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich bin ein kleines deutsches Kind. Bin ich's nicht, dann pfui!
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Eva und ihre Zwillingsschwester Miriam werden am 31. Januar 1934 in Portz im rumänischen Siebenbürgen geboren. Zehn Jahre später, im März 1944 wird Eva mit ihrer Familie zu einer Sammelstelle gebracht. Von dort aus sind sie tagelang mit dem Zug in Viehwaggons gequetscht mit vielen anderen Juden unterwegs, ohne Wasser und Essen, bis Endstation Auschwitz. Direkt nach der Ankunft werden die Zwillinge von der restlichen Familie getrennt. Eva und Miriam werden zu anderen Zwillingspärchen gesperrt und sind von nun an den medizinischen Experimenten des Dr. Mengele ausgesetzt..
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Ein Zweck seiner Experimente war, herauszufinden, wie er blonde, blauäugige Babys in großer Zahl schaffen konnte, um die deutsche Bevölkerung zu vermehren. Arier, die Herrenrasse..
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Das Buch wurde aus der Perspektive der kleinen zehnjährigen Eva geschrieben, die Leid, Schmerz, Krankheit und Verlustängste viele viele Monate ertragen musste. Gemeinsam mit ihrer Schwester Miriam versucht sie die graue stinkige Hölle zu überleben. Sie haben nur sich, jeder ist wichtig für den anderen. Mit einem Schlag ist die unbeschwerte Kindheit vorüber..
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Evas Geschichte wird in kurzen 179 Seiten erzählt, dafür aber sehr intensiv. Das Buch enthält eine Zeitliste, sowie einige Originalbilder von Evas Familie und dem Lager in Auschwitz.
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Fassungslos macht mich die Tatsache, dass Dr. Josef Mengele niemals gefasst wurde. Dieses Monster hat bis 1979 in Brasilien weitergelebt und konnte somit für seine Verbrechen niemals belangt werden. Verantwortlich für den Tod zehntausender Menschen. SS Massenmord als Beruf!
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Ausschnitt:
Die Gaskammer war immer gegenwärtig, neben dem Krematorium, das überall um uns seinen Gestank von brennenden Menschenhaaren, Knochen und menschlichem Fleisch in die Luft ausstieß.
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Lieblingsstelle:
Vergib deinem ärgsten Feind und vergib jedem, der dir Schmerz zugefügt hat - es wird deine Seele heilen und dich frei machen..

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Tags: auschwitz, dr. mengele, experimente, gaskammer, juden, zweiter weltkrieg   (6)
 

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thriller, amoklauf, mord, usa, jack ketchum

The Lost

Jack Ketchum , Joannis Stefanidis
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 10.01.2011
ISBN 9783453675513
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schwarz. Ganz in Schwarz. Er schaut in den Spiegel und erblickt einen stattlichen jungen schwarzen Ritter.
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Die 60er Jahre, Ray Pye lebt in einer hübschen ruhigen Kleinstadt. Er ist ein selbstverliebtes, egoistisches und aggressives Arschloch. Er erniedrigt oft seine besten Freunde Tim und Jennifer. Er hat Komplexe wegen seiner Größe und ist ständig auf der Suche nach Bestätigung. Die meisten Mädchen lieben ihn. Mit Zurückweisungen kann er nicht umgehen. Denn dann sucht sich Ray ein Ventil um seine Wut abzulassen. Er ist eine Zeitbombe..
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Vor 4 Jahren waren er, Tim und Jennifer zum Zelten raus gefahren. In der Nähe campten zwei Mädchen. Als Ray zufällig auf sie stößt, nimmt diese kurze Begegnung ihren Lauf. Am Ende sind beide Mädchen tot. Und genau damit beginnt dieses Buch. Ray erschiesst die beiden Mädchen hinterrücks..
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Der Cop Charlie Schilling konnte nie beweisen, dass Ray Pye die Morde damals begangen hat. Doch der Fall beschäftigt ihn noch heute. Er lässt nicht locker und setzt Ray und sein Umfeld unter Druck. Bald darauf startet Ray einen Amoklauf. Genau darauf hat er gewartet. Nun kann er der brutalen und kranken Energie endlich nachgeben und das Monster frei lassen, dass schon so lange in ihm schlummert..
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Klingt richtig gut, nicht wahr? Das ist es auch, aber leider erst ab Seite 339. So hat man in den vielen Seiten davor natürlich jede Menge Zeit, Ray richtig kennenzulernen. Aber wenn man bedenkt, dass das Buch ganze 431 Seiten enthält, fällt der Amoklauf doch recht kurz aus. Es ist erforderlich, seine Vorgeschichte zu kennen, um verstehen zu können wie es zu dieser Tat kommt. Aber mir wurde diese Anfangsphase einfach zu lang. Ich habe gelesen und gelesen und es passierte einfach nichts. Dabei fängt das Buch so super an, und bekommt dann relativ schnell wieder einen Knick.
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Auch Ketchums vulgäre Ausdrucksweise rettet den Alltag der jungen Menschen nicht wirklich. Mir war das Ganze einfach zu langatmig. Zwar nicht langweilig, eigentlich sogar interessant, aber so richtig vom Hocker reißen konnte mich die Kleinstadt Sparta leider nicht..

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Tags: amoklauf, kleinstadt   (2)
 

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226 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

berlin, bauschaum, mord, thriller, nils trojan

Die Puppenmacherin

Max Bentow
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Page & Turner, 23.07.2012
ISBN 9783442204045
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Josephin Maurer hat schreckliches erlebt. Vor einem Jahr wurde sie entführt und brutal in einem Keller festgehalten. In letzter Minute konnte sie vom Bruder ihres Peinigers befreit werden. Seitdem versucht sie ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, wäre da draußen nicht jemand, der es wieder auf sie abgesehen hat. Ist der damalige Täter Karl Junker etwa noch am Leben? Denn es gibt erschreckende Parallelen zu damals und heute. Der Kommissar Nils Trojan übernimmt den Fall, nachdem eine Frauenleiche in einem Keller aufgefunden wird. Der Täter hat diese mit Bauschaum umhüllt. Anscheinend versucht jemand den damaligen Federmann nachzuahmen und mordet in Josephins Umfeld...
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Dies ist der Nachfolger von Der Federmann. Ich selbst habe den ersten Teil nicht gelesen, hatte aber auch nicht das Gefühl beim lesen der Puppenmacherin, diesen unbedingt gelesen haben zu müssen. Man kann ohne Probleme in diesen Teil einsteigen. Denn die Geschichte war für mich von Anfang an leicht durchschaubar. Deshalb kam bei mir keine richtige Spannung auf. Ich wusste vorher meistens schon was passieren würde und lag fast immer richtig...
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Nils Trojan ist mir zu oberflächlich. Ein geschiedener Kommissar, der kaum Zeit hat für seine Tochter und der an seiner Arbeit fast zu Grunde geht. Das Buch hat nichts besonderes, ein Thriller unter vielen. Man liest es, kommt schnell voran, da die Schreibweise leicht und flüssig ist, beendet es und vergisst. Die Cliffhanger am Ende fast jeden Kapitels haben es mir dann doch leicht gemacht weiterzulesen. Ein kleiner Nervenkitzel für zwischendurch, um es sich ein paar Stunden nett zu machen...

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Tags: amigurumi, bauschaum, berlin, federmann, karli   (5)
 
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