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123 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

spannung, entführung, amy gentry, vermisst, thriller

Good as Gone

Amy Gentry , Astrid Arz
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 27.02.2017
ISBN 9783570103234
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dr. Anna Davalos, Ehemann Tom Whitaker und ihre Töchter Julie und Jane führen ein zufriedenes Leben. Doch eines Tages geschieht Schreckliches. Jane, versteckt in einem Wandschrank, beobachtet die Entführung von Julie.

Acht Jahre danach steht eine junge Frau vor der Tür, welche behauptet, eben diese Julie zu sein. Erst ist die Freude unendlich groß, doch dann merkt Anna, dass irgendetwas mit Julie nicht stimmt. Von einem ehemaligen Polizisten erhält sie Informationen, die ihre Zweifel stärken. Anna versucht das Geheimnis von Julie aufzudecken.

Während Anna in der Gegenwart versucht herauszufinden, wer Julie in Wirklichkeit ist, gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang. Dort wird Stück für Stück mehr von Julies – oder wer auch immer sie ist – Vergangenheit aufgedeckt. Als Leser begleitet man im Wechsel Anna bei der Suche nach der Wahrheit und Hinweisen darauf, wer Julie wohl sein könnte.

Der Roman von Amy Gentry hat ein solides Grundgerüst. Auch die Idee ist nicht schlecht. Meiner Meinung nach ist das jedoch nicht gut umgesetzt. Ich merkte schon bald, was es mit den Rückblicken und all den Mädchen sowie ihrer Verbindung zu Julie auf sich hat. Leider war damit auch ein großer Teil der Spannung um das Rätsel von Julies Vergangenheit verloren gegangen.

Die Charaktere haben mich auch nicht ergriffen. Insbesondere der Vater kommt zu kurz und bleibt blass. Auch Jane spielt nur an bestimmten Punkten der Geschichte eine Rolle. Einzig die Unsicherheit der Mutter, ob diese junge Frau wirklich Julie ist, kommt einigermaßen gefühlvoll an. Die Enthüllungen aus der Vergangenheit sind sehr gut geschrieben, und der ein oder andere Leser steckt diese auch nicht so einfach weg. Doch ansonsten bleiben die Personen oberflächlich und fern, so dass sie mich als Leserin nicht erreicht haben.

Das Buch liest sich leicht, und auch der Schreibstil war einfach und angenehm. Die einzelnen Kapitel sind kurz, so kann der Leser gut zwischen den beiden Handlungssträngen wechseln. Der rote Faden ist durchgehend vorhanden, wenn man sich nicht auf falsche Spuren führen lässt.

Für mich ist die Geschichte um Mutter und „Tochter“ mehr ein Familiendrama oder /-schicksal, jedoch kein „Thriller“, wie es das im Klappentext angegebene Zitat ankündigt. Daher ist es gut, dass auf dem Cover nur „Roman“ und nicht „Thriller“ steht. Trotz meiner Kritikpunkte kann ich sagen, dass das Buch von Amy Gentry für einen Debut-Roman nicht all zu schlecht ist und sich die Autorin so auch noch weiterentwickeln kann und hoffentlich auch wird.

Das Buch ist für mich kein Highlight, aber das Grundgerüst der Erzählung war gut. Wer ohne große Erwartungen an dieses Buch herangeht, dürfte von der Geschichte nicht enttäuscht werden.

Ich danke dem Bloggerportal und dem C. Bertelsmann Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.

Mehr Rezensionen gibt es unter www.nicole-plath.de

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Tags: amy gentry, familie, familiendrama, familienschicksal, mutter-tochter-beziehung, rückkehr, verschwinden   (7)
 

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71 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

krimi, münchen, brauerei, mord, dialekt

Zapfig

Felicitas Gruber
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.02.2017
ISBN 9783453358515
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Sekretärin Nathalie Grimm hat das große Los gezogen. Sie wird den Juniorchef einer Privatbrauerei heiraten. Auch wenn das vielen Neidern nicht gefällt. Ihr zukünftiger Ehemann Tobias Roßhaupter ist ein von allen Frauen begehrtes Muttersöhnchen. Klar, dass da andere Frauen und insbesondere die Mutter Probleme mit dieser Hochzeit haben.

Allerdings wird es zu dieser nicht mehr kommen. Nadine stirbt an einer Vergiftung. Nicht lange danach findet man ihre Schwiegermutter in spe, Uschi Roßhaupter, ertrunken in einem Braukessel. Dr. Sofie Rosenhuth und Kommissar Joe – ihr Ex-Ehemann – haben viel aufzuklären. Auch in privater Hinsicht gibt es einige Probleme zu lösen.

Hinter dem Pseudonym Felicitas Gruber stehen die Autorinnen Brigitte Riebe und Gesine Hirsch. Es ist ihnen eine gute, humorvolle Kriminalgeschichte gelungen. Durch die Unterhaltungen der Protagonisten im Dialekt kommen die Gespräche noch authentischer beim Leser an. Zumal der Dialekt eine viel größere Möglichkeit bietet, Dinge und Geschehnisse zu beschreiben, als das Hochdeutsche es jemals könnte. Doch keine Angst, die wichtigsten Gespräche sind nicht im Dialekt geschrieben. Aber gerade der Dialekt gibt der Geschichte einen gewissen Charme.

Der schöne Schreibstil ist flüssig – außer man hat Probleme mit dem Dialekt, hier könnte mancher Leser etwas ins Stocken geraten. Als Leser taucht man in die Geschichte ein und möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Der Fall um Nathalie Grimm und Uschi Roßhaupter ist zwar abgeschlossen, aber da auch das Privatleben von Sofie einen großen Raum in der Geschichte einnimmt, sollte man besser mit Band 1 der Serie beginnen und danach fortlaufend weiterlesen. Auch deshalb schon, weil in „Zapfig“ meiner Meinung nach zu viel von den vorherigen Fällen berichtet wurde. Manchmal entdeckt ein Leser einen Autor erst nach mehreren von diesem veröffentlichten Büchern, und da ist es nicht so gut, schon zu wissen, wie die vorherigen Fälle enden.

Es wäre in diesem Teil durchaus möglich gewesen, nur mit Andeutungen zu arbeiten, die noch nichts über die Auflösungen der vorherigen Bücher verraten. Für mich waren die deutlichen Rückblicke für den aktuellen Fall nicht in dieser Tiefe notwendig. Sie helfen zwar, Sofie und ihr Handeln besser zu verstehen, aber das hätten subtilere Anspielungen auch geschafft.

Ansonsten ist es ein empfehlenswertes Buch (aber bitte erst nach den ersten drei Folgen lesen), welches auch mit seinem eigenen Humor überzeugt. Bis zum Schluss grübelt man mit, wer hinter all diesen Morden steckt. So liebe ich einen Krimi.

Die Geschichte kommt bis auf den Prolog ohne großes Blutvergießen aus. Die Spannung entsteht durch das Verhältnis der verschiedenen Menschen untereinander. Gut gemachte Figuren, ein unterhaltsamer Krimi auf hohem Niveau.

Ich danke dem Bloggerportal und dem Diana-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.

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Tags: brauerei, brauerei-familie, dialekt, die kalte sofie, felicitas gruber, regionalkrimi   (6)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

amerika, bürgerkrieg, lhts, nib, kriegskind

Der Tag, an dem ich unsichtbar wurde

Jack Dann
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe
ISBN 9783785709818
Genre: Historische Romane

Rezension:

Es ist ein Sonntag im März 1862, der das Leben des jungen Mundy für immer verändert. Mit seinen 14 Jahren erlebt er die Hölle des Amerikanischen Bürgerkrieges. Mundy verliert seine Eltern auf grausame Weise und ist nun ganz alleine auf sich gestellt. Zu viel für seine empfindsame Kinderseele.

In einer Art Tagebuch beschreibt Mundy dem Leser, welche Grausamkeiten er nach dem Tode seiner Eltern ertragen musste. Seine Fantasie und die Wirklichkeit mischen sich mit Erinnerungen und Halluzinationen. Diese Mischung macht es dem Leser schwer, der Geschichte zu folgen.

Schonungslos sind die Schilderungen von sterbenden Soldaten, den Kämpfen und dem allgegenwärtigen Tod. Es ist definitiv kein Buch für zart besaitete Leser, das Buch ist schwere Kost. Der Leser bekommt viele Einzelheiten und kleine Erlebnisse von Mundy erzählt, die den damaligen Alltag und Zeitgeist widerspiegeln. Die Worte, die Mundy wählt, sind hart und er verwendet die Begriffe seiner Zeit. Er ist ein Südstaaten-Kind und akzeptiert den Krieg trotz all der Schrecken als gegeben. Nur dank der Erschaffung seiner eigenen Welt aus Geistern, Magie und Obsessionen überlebt er irgendwie.

Auch wenn es nur ein fiktives Tagebuch ist, so nimmt es den Leser emotional mit. Es ist ein ergreifendes Antikriegsbuch unserer Zeit.

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Tags: amerika, amerikanischer bürgerkrieg, bürgerkrieg, kindheitstrauma   (4)
 

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77 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

kristina mahlo, krimi-reihe, sabine kornbichler, serie, angst

Das böse Kind

Sabine Kornbichler
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 19.10.2015
ISBN 9783492308328
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Michaela Breuer gerät scheinbar grundlos in Panik. Sie läuft auf die Straße, wird von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. Mit der Verwaltung des Nachlasses wird die Nachlassverwalterin Kristina Mahlo beauftragt. Diese entdeckt im Nachlass Hinweise, dass Michaela etwas Schreckliches passiert sein muss. Kristinas detektivischer Spürsinn wird geweckt. Sie möchte wissen, was hinter der plötzlichen Panik von Michaela steckt. Privat muss Kristina einige Entscheidungen treffen, die nicht gerade einfach sind.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Nachlassverwalterin Mahlo auf den Spuren des Verbrechens wandelt. So erfährt der Leser Ereignisse aus ihrem Privatleben, die sich in den vorherigen Romanen abgespielt haben. Für Leser, die die vorherigen Romane nicht kennen, wird vielleicht etwas zu viel Hintergrundwissen gegeben. Was diesen Teil des Buches angeht, sollten die Bücher besser in Reihenfolge gelesen werden, damit auch bei diesen Büchern die Spannung hoch bleibt.

Die Geschichte um Michaela Breuer ist abgeschlossen. Hier sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Lange bleibt die Frage nach den Erlebnissen von Michaela unbeantwortet. Gemeinsam mit Kristina rätselt der Leser, was ein altes Tagebuch aus einem anderen Nachlass mit Steinmännchen zu tun hat. Von diesen finden sich nämlich jede Menge Fotos auf Michaelas Laptop.

Sabine Kornbichler lenkt Protagonistin und Leser zu mehreren Verdächtigen. Der gute Schreibstil sorgt für ein schönes Leseerlebnis. Auch das Ende war etwas anders, als erwartet. Die Figuren des Romans kommen ohne Ausnahme realistisch beim Leser an. Diese Geschichte könnte genau so passiert sein oder passieren. Alles ist stimmig. Bei zukünftigen Spaziergängen dürfte man Steinmännchen am Wegesrand mit etwas anderen Augen sehen.

Ein tolles Buch, welches ich empfehlen kann.

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Tags: krimi-reihe, kristina mahlo, sabine kornbichler, steinmännchen   (4)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

familie, geheimnis, karen perry, vergangenheit

Was wir getan haben

Karen Perry , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.07.2017
ISBN 9783596034857
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Katie, Luke und Nick waren noch Kinder, als etwas Schreckliches geschah. Ihr Leben würde nach diesen Geschehnissen am Fluss ein anderes sein. Überschattet von einem düsteren Geheimnis, versuchen alle drei, ihr Leben weiterzuleben und zu vergessen.

Dreißig Jahre später verschwindet Luke. Katie bekommt einen toten Vogel per Post zugesandt. Scheinbar weiß jemand, was sie getan haben. Was hat dieser Unbekannte mit ihnen vor?

Dem Autorenduo Karen Gillece und Paul Perry ist ein spannender Roman gelungen. Abwechselnd wird die Geschichte von Nick und Katie – jeweils in der „Ich-Form“ – erzählt. Daneben gibt es vereinzelte Rückblicke in das Jahr 1982 – das Jahr, in dem ES geschah. Hier wird in der dritten Person aus der Sicht von Nicks Mutter Sally als Hauptprotagonisten geschrieben.

Lange schwebt die Frage nach den damaligen Geschehnissen unbeantwortet über der Handlung. Erst nach und nach bekommt der Leser Gewissheit über das, was die drei Kinder damals erlebt haben.

Die Geschichte fesselt den Leser ans Buch, und man kann es einfach nicht weglegen. Die Gefühle der Figuren kommen intensiv beim Leser an, so als säßen Nick und Katie einem direkt gegenüber. Die Wendungen der Geschichte geben immer wieder eine neue Sichtweise auf das, was geschah.

Genau das ist auch die Frage, mit der das Buch den Leser zurück lässt. Was ist Wahrheit und was macht die Erinnerung aus der Wahrheit? Gibt es überhaupt nur eine Wahrheit? Die Geschichte ist einfach genial und zählt bereits jetzt zu meinen Favoriten des Jahres 2017.

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Tags: familie, geheimnis, karen perry, vergangenheit   (4)
 

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124 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

überwachung, internet, thriller, manipulation, datenschutz

ZERO - Sie wissen, was du tust

Marc Elsberg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.10.2016
ISBN 9783734100932
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dank Freemee kann jeder Freemee-Nutzer sein Leben verändern. ActApps helfen bei Ernährung, Sport, Schule und vielem mehr. Also eine schöne neue Datenwelt? Dank Smartwatches, Smartphones und Datenbrillen weiß Freemee alles über seinen Nutzer und gibt Tipps für alle Lebenslagen. Hält sich der Nutzer daran, erhöht sich sein persönlicher Wert.

Doch ist Freemee wirklich harmlos und eine echte Hilfe bei Problemen? Als ein Jugendlicher durch eine Datenbrille einen gesuchten Verbrecher entdeckt, begibt er sich auf Verfolgungsjagd. Diese bezahlt er mit seinem Leben. Aber was kann schon Freemee dafür? Der Mensch ist doch frei in seiner Entscheidung, oder?

ZERO macht mit Videos darauf aufmerksam, was die Datensammlungen von Freemee und anderen bekannten Programmen anrichten und welche Macht diese durch die gesammelten Daten haben. Journalistin Cynthia Bonsant erhält den Auftrag, herauszufinden, wer hinter ZERO steckt. Doch je näher sie ZERO kommt, desto gefährlicher wird die ganze Angelegenheit auch für sie.

Der Roman ZERO von Marc Elsberg spielt nicht in einer nahen Zukunft. Er spielt im Heute – oder vielleicht auch schon im Gestern, denn die Geschwindigkeit, mit denen sich die Technik ändert, ist rasant. Während sich die Journalistin erst mit den aktuellen technischen Möglichkeiten vertraut machen muss, gehört ihre Tochter zu den eifrigen Nutzern und Befürwortern von Freemee. Sie ist sich auch der Risiken bewusst. Beide Figuren stehen hier für die unterschiedlichen Meinungen, die man über die ganze Technologie haben kann.

Überall beobachten Kameras das Geschehen. Smartwatches und Smartphones bestimmen den Alltag. In Echtzeit übertragen Menschen ihre Mitteilungen in das Internet. Jeder ist ein Reporter geworden und lässt andere Menschen an seinen Erlebnissen teilhaben. Niemand kann sich dem entziehen.

Die Kapitel sind übersichtlich aufgebaut und der Schreibstil ist flüssig. Der Leser fliegt förmlich durch das Buch und erkennt wohl auch den ein oder anderen eigenen (?) Gedanken und wieder. In einem Glossar am Ende des Buches werden die wichtigsten Begriffe erklärt.

Es ist eines der Bücher, die einen auch nach dem Lesen nicht loslassen. Der Leser sollte im Anschluss den Text „Macht und Wert“ am Ende des Buches lesen. Dieser packende Roman verursacht schon alleine dadurch eine leichte Gänsehaut, dass er aufzeigt, wer schon heute was über uns weiß und wie leicht der Mensch doch beeinflussbar ist.

Gehören meine Gedanken wirklich noch mir? Sind es überhaupt noch meine Gedanken oder soll ich nur glauben, dass sie es sind? Weiß ein Computer-Programm mehr über mich als ich selbst? Wird man nun paranoid, nur weil man diese Gedanken hat? Viele Fragen bleiben.

Für den ein oder anderen Leser mag die Geschichte erst mal ein Schreck sein, doch sie ist ein Abbild der heutigen Wirklichkeit. Vi, die Tochter der Journalistin, sagt dazu einige interessante Sätze, die ich natürlich hier nicht verraten werde. Lest das Buch und ihr werdet verstehen, was ich meine.

Ich danke dem Bloggerportal und dem Blanvalet-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.

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Tags: datenbrillen, datensammlungen, datenschutz, digitalisierung, glasses, internet, manipulation, marc elsberg, überwachung   (9)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kroatien, jugoslawien, erinnerung, 2. weltkrieg, familiengeschichte

Olivas Garten

Alida Bremer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.08.2013
ISBN 9783847905363
Genre: Romane

Rezension:

Alida erfährt, dass sie von ihrer Großmutter einen Olivenhain an der östlichen Adriaküste geerbt hat. Das ist jedoch mit einigen Erlebnissen mit der südländischen Bürokratie verbunden. Über das Erbe erfährt der Leser auch die Familiengeschichte. Ein Stammbaum zu Beginn des Buches sowie die Vorstellung der einzelnen Familienmitgliedern erleichtern es, den Überblick zu behalten. Die Geschichte der Familie ist eingewebt in das Schicksal der Menschen dieses Landstriches.

Der Leser erfährt viel über das Leben der Menschen in und um Vodice im Laufe des vergangenen Jahrhunderts. Die damalige Politik wird ausführlich in das Leben der Familie eingebaut. So wird deutlich, wie die Familien zu diesen politischen Zeiten gelebt haben und was sie durchleiden mussten.

Wer hier einen Roman um die Erbin eines Anwesens, welches diese wieder zur neuen Blüte führt, erwartet, wird enttäuscht. Hauptthema des Buches ist die wechselvolle Geschichte eines Landstriches, welche mit viel Gefühl erzählt wird. Das Buch ist gut geschrieben, konnte mich jedoch nicht hineinziehen. Wer neben einer interessanten Familiengeschichte auch mehr über die Geschichte von Land und Leuten lesen möchte, dem könnte dieses Buch gefallen.

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

thriller, stephan r. meier, now, zukunft, technologie

NOW Du bestimmst, wer überlebt.

Stephan R. Meier
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.01.2017
ISBN 9783328100492
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In der nahen Zukunft regelt der intelligente Algorithmus NOW das Leben der Menschen. Ein Mensch muss sich keine Gedanken mehr um Kleidung, Nahrung oder Gesundheit machen. Darum kümmert sich NOW mit seinen Robotern und Drohnen in allen Größen und für alle Lebenslagen. Alles ist untereinander vernetzt. Umweltverschmutzung gibt es nicht mehr, die Natur hat sich erholt. Es geht allen gut. Niemand muss arbeiten, jeder kann seinen Neigungen entsprechend sein Leben leben. Klingt nach einem Paradies? Für ein Prozent der Weltbevölkerung ist es das auch.

Die restlichen Menschen müssen jeden Tag um ihr Überleben kämpfen. Ihre Welt versinkt im Chaos. Alles, was vor NOW durch Computer geregelt wurde, funktioniert nicht mehr. Ein Reset in ein Leben hunderte Jahre zurück. Was diese Veränderung aus einem Menschen machen kann, zeigt die Geschichte.

Die Geschichte wird nicht linear erzählt. Es gibt Zeitsprünge in die Zeiten vor und nach NOW, sowie verschiedene Handlungsstränge. Spark, der Sohn des Miterfinders von NOW, Mitch, wächst nach dessen Tod bei Onkel Bill auf. Bill ist der Partner von Mitch und führt nun das Unternehmen alleine weiter. Natürlich gehören sie zu den Personen, die in Eden leben dürfen. Im Gegensatz zu einer Mutter, die mit ihren zwei Kindern weder vor noch nach NOW ein angenehmes Leben führen kann.

Es ist ein spannender Roman, der viel zu schnell vorbei ist. Die Zeitsprünge verraten nicht mehr, als unbedingt notwendig ist, was die Spannung straff hält. Einzig das Ende ging dann doch Schlag auf Schlag und plötzlich gab es keine Seiten mehr. Ein paar Fragen bleiben offen, aber auch das passt wieder zur Geschichte.

Stephan R. Meier hat eine sehr gut recherchierte Geschichte geschrieben. Der heutige Stand der Technik – mit all ihren Vor- und Nachteilen – ist im Roman schon Vergangenheit. In der Gegenwart sind die Menschen (zumindest die „Auserwählten“) ein Teil von NOW – einem Programm. Aber wie viel bleibt von einem Menschen, wenn NOW alles regelt? Dank NOW gibt es zwar keine Kriege und Nöte mehr, aber zu welchem Preis – auch für den Rest der Menschheit?

Auch die Gefahren, welche von NOW selbst ausgehen, bleiben nicht unerwähnt. Es ist ein Programm, welches selbstständig lernt und sowohl sich selbst als auch das Leben der Menschen optimieren möchte. Der Autor zeigt in seinem Roman auf, wie genau es dazu kommen konnte. Es ist die Geschichte eines Computerprogramms, seiner Entwickler und den Menschen, die entweder von ihm profitieren oder aus dem Raster fallen.

Möglich, dass der ein oder andere Leser denkt „was für ein Blödsinn, das wird es doch nie geben“. Doch, wie der Autor richtig schreibt, wir stecken schon mittendrin. Das wird eindrucksvoll im Buch geschrieben. Wer weiß schon, wer alles Zugriff auf unsere Daten hat und was er damit macht? Das Buch lässt den Leser mit einigen Fragen zurück. Diese wird nur die Zukunft beantworten können. Warten wir es ab.

Zwei Kritikpunkte gibt es dann aber noch. Das Wort „Du“ im Titel bezieht sich auf NOW, was nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Der Text auf der Rückseite weckte bei mir eine andere Erwartung an den Inhalt. Es ist keine Geschichte über einen Mann, der in der Wildnis um seine große Liebe und die Zukunft der Welt kämpft. Wer mit dieser Erwartung an das Buch geht, könnte enttäuscht werden. Ich selbst fand das Buch genial, da es zeigt, wohin die Zukunft gehen könnte.

Ich danke dem Bloggerportal und dem Penguin Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

adamsberg, krimi, kommissar adamsberg, frankreich, fred vargas

Fliehe weit und schnell

Fred Vargas , Tobias Scheffel
Fester Einband: 519 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter, 01.07.2008
ISBN 9783800092963
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der bretonische Seemann Joss Le Guern ist ein „Ausrufer“ in Paris Montparnasse. Für 5 Francs verliest er Nachrichten, welche man ihm in eine Urne steckt. Eines Tages gibt es zu den üblichen „Zu verschenken-“, „Suche-“ und sonstigen Angeboten eine merkwürdige Mitteilung über Getier, welches zur Erde zurückkehren und der Menschheit Schrecken bringen würde. Da diese Nachrichten übermäßig gut bezahlt werden, verliest Joss diese.

Mit Beginn dieser Nachrichten erscheint an verschiedenen Pariser Wohnungstüren die Zahl 4 – jedoch seitenverkehrt. Immer mehr Vieren tauchen auf, und eines Tages liegt hinter einer nicht markierten Tür ein Toter. Dieser hat schwarze Flecken und Flohbisse. Haben diese Vorgänge etwas mit den Nachrichten zu tun, die Joss verliest? Für die Medien ist das alles ein gefundenes Fressen – die Pest ist wieder zurück in Paris.

Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg weiß es jedoch besser. Nicht die Pest, sondern ein Mörder treibt in Paris sein Unwesen und tarnt sich als „schwarzen Tod“. Es ist ein rätselhafter Fall, denn die Opfer haben scheinbar nichts miteinander zu tun.

Gemeinsam mit seinem Team macht sich Adamsberg auf die Suche nach Täter und Motiv. Eine spannende, wendungsreiche Geschichte beginnt. Der Kommissar bekommt dabei auch Unterstützung von den Mitgliedern einer aus anderen Romanen bekannten Wohngemeinschaft. Marc Vandoosler, Historiker und Mittelalterfachmann, hilft mit seinem Wissen über die Pest bei der Lösung des Falles und räumt auch mit Missverständnissen auf.

Fred Vargas hat die Figuren gut dargestellt und einen straffen Spannungsbogen gehalten. Bis zum Ende bleibt offen, was die Wahrheit hinter all den Verbrechen ist. Natürlich hat auch diesmal Adamsberg wieder seine Marotten und Eigenheiten, welche ihn in die ein oder andere Situation bringen. Der Roman ist Teil einer ganzen Reihe um Adamsberg, kann jedoch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, da der Fall abgeschlossen ist. Krimi-Freunden und solchen, die es noch werden wollen, kann dieses Buch empfohlen werden.

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Tags: adamsberg, frankreich, fred vargas, kommissar adamsberg, krimi, spannung   (6)
 

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320 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 112 Rezensionen

cornwall, familie, eve chase, liebe, black rabbit hall

Black Rabbit Hall

Eve Chase , Carolin Müller
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 29.02.2016
ISBN 9783764505608
Genre: Romane

Rezension:

Ende der 1960er-Jahre auf Black Rabbit Hall: Amber Alton genießt mit ihren Eltern und drei Geschwistern die Ferien auf dem Familien-Sommersitz. Es sind ruhige, fast langweilige Tage, bis ein stürmischer Abend 1968 das Leben aller Familienmitglieder verändern wird.

Mehrere Jahrzehnte später sind Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach dem perfekten Ort für ihre Hochzeitsfeier. Jon ist von dieser Suche genervt und möchte aufhören. Doch dann sehen sie Black Rabbit Hall, ein altes, heruntergekommenes Anwesen. Jon ist alles andere als begeistert, doch Lorna hat sich auf Anhieb in dieses Haus verliebt. Und verbringt dort ein paar Tage alleine mit der alten Hausherrin und ihrem Mädchen für alles.

Auf Black Rabbit Hall hat es das Schicksal nicht gut mit seinen Bewohnern gemeint. Nach ihrem Schicksalsschlag sind die Geschwister Amber, Toby, Kitty und Barney 1968 nicht mehr die unbeschwerten Kinder. Jeder der vier versucht auf seine Weise mit dem Geschehenen und dem, was folgte, umzugehen. Scheinbar spürt Lorna die Geschichte des alten Hauses und fühlt sich von ihm angezogen.

In zwei Handlungssträngen erzählt Eve Chase die Begebenheiten. Hilfreich bei der zeitlichen Orientierung ist die unterschiedliche Schriftart. Dadurch ist dem Leser immer klar, in welcher Zeit er sich befindet. So interessant die Geschichte auch war, fesseln konnte sie mich nicht so ganz. Einige Konflikte werden nur oberflächlich dargestellt, andere nur angedeutet. Mehr Tiefgang hätte der Geschichte gut getan und geholfen, eine bessere Verbindung zu den einzelnen Charakteren zu bekommen.

Tobys inneren Kampf nach den Geschehnissen hätte intensiver beschrieben werden können, so bleibt er nur eine blasse Nebenfigur – wie leider auch die anderen Geschwister und ihre Geschichte. Auch Lorna gewinnt kaum an Farbe. Sie ist zu Gast auf Black Rabbit Hall, und ihre Gastgeberin Mrs. Alton ist eine merkwürdige alte Dame, deren Gefühlskälte während der Geschichte einigermaßen gut beim Leser ankommt.

Es ist ein Buch, welches getrost mit Unterbrechungen gelesen werden kann. Selbst nach mehreren Tagen Lesepause ist der Anschluss an die Geschichte schnell wieder da. Wer einfach ein Buch zum Abschalten und Entspannen sucht, dem kann dieses Buch empfohlen werden. Wer jedoch gerne eine emotionale Beziehung zu den Protagonisten während des Lesens aufbauen möchte, sollte hier nicht zu viel erwarten. Für mich war es eine nette Abwechslung zu den anderen in letzter Zeit gelesenen Büchern, mehr jedoch nicht.

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Tags: black rabbit hall, eve chase, familiendrama, familiengeschichte, familientragödie   (5)
 

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1.566 Bibliotheken, 66 Leser, 4 Gruppen, 256 Rezensionen

thriller, psychothriller, sebastian fitzek, fitzek, das paket

Das Paket

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Droemer, 26.10.2016
ISBN 9783426199206
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Emma Stein ist Psychiaterin und sich daher durchaus bewusst, in welchem Zustand sie sich befindet. Sie wurde in Hotel-Zimmer 1904 vergewaltigt, und ihr wurden die Haare abrasiert. Schon seit längerem beherrschen Meldungen über den „Frisör“ die Presse. Der Täter tötet Frauen und rasiert ihnen die Haare. Einzig Emma hat die Attacke des Psychopathen überlebt. Mit schweren Folgen für ihren seelischen Gesundheitszustand.

Das Haus, in welchem Emma mit ihrem Mann lebt, wurde mit allen möglichen technischen Raffinessen zu einer Festung ausgebaut. Doch das vermittelte Sicherheitsgefühl ist trügerisch. Alles verändert sich mit dem Paket, welches sie für einen Nachbarn entgegennimmt. Der Mann ist ihr unbekannt, alleine dies bringt ihre Welt gefährlich ins Wanken.

Schnell ist der Leser in Emmas paranoider Gedankenwelt. Scheinbar harmlose Dinge reichen aus, um sie aus der Fassung zu bringen. Was ist real? Was bildet sich Emma nur ein? Diese Fragen schweben über jeder einzelnen Situation, die Emma durchlebt. Der Wahn treibt immer neue Blüten.

Emma steht im Fokus der Geschichte. Mit viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen beschreibt der Autor das Seelenleben und die wirre Gedankenwelt der Protagonistin. Als Leser leidet man förmlich mit ihr mit.

Auch in „Das Paket“ schafft es Sebastian Fitzek wieder, den Leser in eine ganz andere Welt zu entführen. Sobald das Buch aus der Hand gelegt wird, kreisen die Gedanken um Emma noch weiter im Kopf herum. Was mag wohl hinter all dem Geschehen stecken? Diese Frage ließ mich das Buch an nur einem Tag durchlesen. Fitzek konnte mich auch diesmal wieder „fesseln“. und ich freue mich bereits jetzt auf den nächsten Roman.

Am Ende des Buches sind einige Briefe von Lesern/Hörern. Sie erzählen, wie sie auf den Autor aufmerksam geworden sind oder welchen Einfluss die Geschichten auf ihr eigenes Leben hatten. Ich selbst habe ihn und seine Bücher durch den Tipp einer Kollegin kennengelernt. Danke Sabrina M. dafür.

Am Schluss sei noch erwähnt, dass „Das Paket“ in einem Paket daher kommt. Wer den Roman lesen möchte, muss zuerst das Paket öffnen. Darin befindet sich das eigentliche Buch, ebenfalls in Paket-Optik. Ich finde das eine witzige Idee, denn es ist mal etwas ganz anderes, als ein Buch von einer Plastikfolie zu befreien.

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Tags: berlin, das paket, paranoia, psychothriller, psycho-thriller, sebastian fitzek   (6)
 

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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

schantall, kai twilfer, mittelschicht, humor

Schantall, tu ma die Omma Tschüss rufen!

Kai Twilfer
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, 01.09.2016
ISBN 9783862655700
Genre: Humor

Rezension:

* ACHTUNG SPOILER * Letzter Teil der Schantall-Triologie

Zum dritten und letzten Mal nimmt der unerschrockene Sozialarbeiter Jochen den Leser mit zu den Pröllmanns. Wenn jemand „Schantall, tu ma die Omma winken“ und „Schantall, tu ma die Omma Prost sagen“ nicht kennt, besteht Spoiler-Gefahr.

Jochen hat bereits viel mit Schantall, ihrer Familie und deren Freunden durchgemacht. Im letzten Teil der Reihe verlieren die Pröllmanns durch einen Brand ihre Wohnung. Das Schicksal will es, dass sie bei Jochen unterkommen. Dieser lebt mit seiner Frau in einem Reihenhaus und, wie er es selbst sagt, „gefangen im Käfig eines gewissen Spießertums“ (Seite 21)

Der Kontakt zwischen Schantall und der deutschen Mittelschicht sorgt für viel Lesevergnügen. Es bleibt auch nicht aus, sich selbst oder Bekannte ein Stückchen in der Geschichte wiederzuerkennen. Die Lebensweise der Mittelschicht aus der Sicht von Schantall und ihrer Familie wird von Jochen, bzw. dem Autor, mit viel Wortwitz erzählt.

Familie Pröllmann lebt in ihrer eigenen, kleinen Welt. Dort haben sie etwas, was vielen Anderen heute fehlt. Zusammenhalt und eine Herzlichkeit, die so echt ist, dass man diese Familie einfach gern haben muss. Jochen hat in der Zeit mit den Pröllmanns eine neue Sicht auf sich selbst und seinen Alltag bekommen.

Nachdem der Leser Schantall über drei Bücher hinweg begleitet hat, fällt der Abschied zwar schwer, er kommt aber zur rechten Zeit. Die drei Bücher sollten in der richtigen Reihenfolge gelesen werden. So, wie Jochen, lernt der Leser die Familie Pröllmann und ihre Art zu leben kennen. Die Bücher sind leicht geschrieben und damit entspannt zu lesen. Ich kann alle drei Bücher empfehlen.

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Tags: humor, kai twilfer, mittelschicht, schantall   (4)
 

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

universität, intrigen, studium. parteien, campus, verschwörung

Der Campus

Dietrich Schwanitz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 01.01.2005
ISBN 9783442458356
Genre: Romane

Rezension:

Was passiert mit einem angesehenen Uni-Professor, dem Vergewaltigung vorgeworfen wird? Gerade als Prof. Hackmann seine Affaire mit Babsi beenden möchte, beginnt sein Abstieg.

Er gerät in einen Strudel von Politik, Klüngeleien und parteiischer Presse, für die er ein gefundenes Fressen ist. Hinzu kommt, dass es die Zeit der ersten Frauenbeauftragten ist, die das Parkett der Universität betreten. Natürlich kommt für diese der „Fall Hackmann“ genau richtig. Hanno Hackmann versucht alles, um seinen Hals zu retten – seine Gegenspieler wiederum tun alles, um sich selbst und den guten Ruf der Universität zu schützen.

„Der Campus“ zeigt, wie schnell aus einer Affaire eine Hetzjagd werden kann. Welche Fäden im Hintergrund gezogen und welche Deals getroffen werden. Leider hat mich das Buch nicht fesseln können. Ich kann mir zwar gut vorstellen, dass es an einer Universität so zugehen könnte, jedoch fand ich keinen Zugang zur Geschichte.

Wie Kaugummi zog sich die Erzählung dahin. Schade, denn die Grundidee der Geschichte ist gut. Der Roman aber liest sich eher wie ein Sachbuch. Dieses Buch kann gefallen oder auch nicht – es ist definitiv Geschmackssache.

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Tags: dietrich schwanitz, universität   (2)
 

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

fotograf, flucht, thriller, mord, usa

Nachtblende

Douglas Kennedy
Flexibler Einband: 475 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe
ISBN 9783404142781
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ben Bradford ist ein erfolgreicher Wallstreet-Anwalt. Er hat mehr Geld, als er je ausgeben kann. Doch sein Leben in dieser oberflächlichen Yuppie-Gesellschaft mit Ehefrau und Söhnen ist nicht das, was ihn glücklich macht. Tag für Tag der gleiche Trott. Ben überhäuft seinen ältesten Sohn mit Geschenken, um sein schlechtes Gewissen über seine lange Abwesenheit von zu Hause zu beruhigen. Von der Frau, die er einst liebte, entfernt er sich immer mehr. Eines Tages entdeckt Ben, dass seine Frau ihn ausgerechnet mit einem Nachbarn betrügt, der ein erfolgloser Fotograf ist. Dann geschieht etwas, und Ben Bradford existiert nicht mehr.

Das Buch beginnt mit Bens Leben in der „Upper-Class“. Geld spielt hier keine Rolle. Was man haben will, kauft man einfach. Dieser Teil des Buches ist langatmig und eintönig. Die ständige Aufzählung, welche Marken Ben zu welchen Preisen kauft, dokumentiert die Langeweile in seinem Leben. Alles ist oberflächlich, nur das Äußere zählt.

Diese Eintönigkeit ist geschickt durch den Autor eingebaut wurden. Der Leser spürt förmlich den Trott, den Ben jeden Tag aufs Neue erlebt. Der gesamte erste Teil spielt sich so ab, und das Durchhalten fällt schwer. Doch der Leser wird durch den weiteren Verlauf der Geschichte dafür belohnt.

Mit einer neuen Identität ein neues Leben beginnen zu können, klingt verführerisch. In dieser Geschichte wird dieser Versuchung nachgegangen. Der Leser begleitet einen Menschen auf der Suche nach seinem neuen „Ich“. Doch kann man auf einer Flucht nie zu sich selbst finden. Die Angst vor Entdeckung schwebt wie ein „Damokles-Schwert“ über diesem neuen Leben.

Bei dieser Geschichte muss man sich in die Zeit hineinversetzen, in der der Roman spielt. Es ist Mitte der 90er-Jahre. Facebook, Twitter & Co. bestimmen noch nicht den Alltag der Menschen. Das Internet steckt noch in den Kinderschuhen. Analoge Fotografie und Zeitungen aus Papier sind die Quellen für Informationen.

Wenn dies alles berücksichtigt wird, ist das Ende des Buches nicht schlecht geschrieben. In unserer heutigen vernetzten Zeit hätte die Geschichte um das Leben in einer neuen Identität ein schnelles Ende gehabt. Das Buch wird von mir als lesenswert eingestuft, auch wenn mir persönlich das Ende nicht gefallen hat.

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Tags: douglas kennedy, flucht, fotograf, identität, identitätswechsel, mord   (6)
 

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39 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

schwarzer humor, bestatter, irland, humor, krimi

Die letzten vier Tage des Paddy Buckley

Jeremy Massey , Herbert Fell
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei carl's books, 19.09.2016
ISBN 9783570585559
Genre: Romane

Rezension:

Der Bestatter Paddy Buckley ahnt nicht, dass sich alles verändern wird, als er mit einer Witwe über die Beerdigung ihres Mannes spricht. Diese Witwe sucht und findet auch körperlichen Trost bei Paddy, doch während des Höhepunktes verabschiedet auch sie sich von dieser Welt. Noch unter Schock stehend, überfahrt Paddy auf dem Nachhauseweg einen Mann. Es ist ausgerechnet der Bruder des Dubliner Unterweltbosses Cullen.

Autor Jeremy Massey lässt seine Hauptfigur immer wieder durch glückliche Zufälle oder durch Paddys Einfallsreichtum seinen Verfolgern entkommen. Das Buch bietet eine gewisse „Grundspannung“ ohne besondere Höhen oder Tiefen. Dem Leser entlockt es auch den ein oder anderen Schmunzler.

Hier darf auch kein Thriller oder Krimi erwartet werden. Man verfolgt einfach Paddy bei seinen Versuchen, den Kopf aus der immer enger werdenden Schlinge zu befreien. Eine leichte und amüsante Lektüre für zwischendurch ist eine passende Umschreibung.

Leider konnte mich das Buch nicht so fesseln, wie ich es nach dem Lesen des Klappentextes erwartet hatte. Die komischen Momente gab es zwar, aber nichts, was ich als „makaber“ bezeichnen könnte. Das mag aber daran liegen, dass ich in letzter Zeit einige Thriller gelesen habe und mir so diese „harmlosen“ makaberen Szenen gar nicht aufgefallen sind.

Was aber der Handlung an sich keinen Abbruch tut. Die Geschichte ist schön herausgearbeitet, und Paddys Talent, von einem Fettnäpfchen ins nächste zu treten, gut beschrieben. Paddy ist ein sympatischer Charakter, und man folgt ihm gerne durch das Buch. Sein innerer Kampf auf der Suche nach der Lösung aller Probleme ist ebenfalls gut dargestellt.

Ich danke dem Bloggerportal und dem carl`s books-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.

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Tags: bestatter, humor, irischer humor, jeremy massey, schwarzer humor   (5)
 

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

vergangenheit, christiane sadlo, moor, ostdeutschland, das jahr der kraniche

Das Jahr der Kraniche

Christiane Sadlo
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.12.2013
ISBN 9783442381227
Genre: Romane

Rezension:

Der Zufall führt Laura mit Jan zusammen. Für beide ist es die Liebe auf den ersten Blick. Obwohl Jan einige Jahre älter als Laura ist, heiraten sie schon nach kurzer Zeit. Anschließend fahren sie zu dem Landsitz von Jan. Dort wollen sie leben und eine Familie gründen. Idyllisch und doch geheimnisvoll in Wäldern und an einem See gelegen, wartet das Haus nur darauf, wieder belebt zu werden. Laura ahnt nicht, wie viel Leid Jan mit diesem Anwesen verbindet.

Schnell hat sie Kontakt zu Hanno, seiner Tochter Elke und deren Mann Marius. Jan ist nach dem Tod seiner Eltern von Hanno großgezogen worden, und Elke ist somit für ihn wie eine Schwester. Für diese war und ist Jan der große, tolle Bruder. In ihr findet auch Laura bald eine gute Freundin. Es könnte alles so schön sein, wären da nicht Lauras Albträume und ein dunkles Geheimnis, welches das Haus umgibt.

Während der Geschichte bekommt der Leser immer wieder einen kleinen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der handelnden Personen. Durch die Kursivschrift sind sie direkt als solche zu erkennen. Hierdurch bekommt der Leser einen noch engeren Bezug zu ihnen.

Immer wieder baut sich Spannung auf. Sobald jedoch das Gefühl aufkommt „ja, jetzt endlich erfahre ich, was damals geschah“ fällt der Leser wieder in die Gegenwart zurück. Übrig bleibt nur noch eine Ahnung von dem, was sich zehn Jahre zuvor ereignet haben könnte. In kleinen Häppchen zeigen sich im Verlauf des Buches die ganzen schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit.

Die Autorin spielt perfekt mit der Fantasie ihrer Leser und lässt diesen viel Raum für eigene Vermutungen über das Geschehene. Es fällt schwer, dieses Buch aus der Hand zu legen. Am Ende geht es dann Schlag auf Schlag – vielleicht zu schnell für den ein oder anderen Leser. Mich hat es nicht gestört.

Ich danke dem Bloggerportal und dem Blanvalet-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.

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Tags: christiane sadlo, ostdeutschland, vergangenheit   (3)
 

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54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

gärtnerei, berlin, rose, freunde, freundschaft

Nora und die Novemberrosen

Tania Krätschmar
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.09.2016
ISBN 9783734102424
Genre: Romane

Rezension:

In der Mark Brandenburg liegt ganz versteckt eine vergessene Gärtnerei. Bis diese von den vier Nachbarn und Freunden Nora, Udo, Ellie und Margarete entdeckt wird. Nicht nur sie sind von diesem geheimnisvollen Ort fasziniert, sondern auch Noras 7-jährige Tochter Fanny. Für diese ist das Gelände ein einziger Abenteuerspielplatz.

Nora und ihre Freunde versuchen herauszufinden, wem das Grundstück mit der ehemaligen Gärtnerei wohl gehören könnte. Doch es gibt keine offiziellen Unterlagen, wer der Eigentümer ist. Trotz dieser ungeklärten Eigentumsverhältnissen beginnen die Freunde mit der Erweckung der Gärtnerei aus dem Dornröschenschlaf. Das wiederum ist den Behörden ein Dorn im Auge, sie ordnen die Räumung des Grundstückes an.

Die Geschichte um Nora und der Gärtnerei ist von Tania Krätschmar wunderbar geschrieben. Die liebevollen Details, mit denen sie die Orte und Pflanzen beschreibt, lassen die alte Gärtnerei vor dem geistigen Auge wieder auferstehen. Genau wie Nora und ihre Freunde erahnt der Leser dadurch, wie schön dieser verwilderte Garten ist und wie er einmal aussehen könnte. Ebenso leidet man mit den Protagonisten mit, sobald sich Probleme ergeben und dunkle Wolken aufziehen.

Natürlich ahnt der Leser bereits zu Beginn das Ende, doch der Weg dahin ist unbekannt. So soll es meiner Meinung nach bei dieser Art Roman sein. Durch die leichte Geschichte bleibt viel Raum für die Vorstellungskraft. Landschaften, Pflanzen, Gebäude, auf alles kann sich der Leser einlassen ohne etwas von der Handlung zu verpassen.

Die Seiten fliegen nur so dahin, und schnell ist der Leser am Ende des Buches angelangt. Auch dort bleibt es der Fantasie des Lesers überlassen, wie es mit Nora und ihren Freunden weitergehen könnte. Wer Freude am Gärtnern hat, Pflanzen liebt und/oder einfach nur bei einem guten Buch entspannen möchte, ist bei dieser Geschichte gut aufgehoben. Meinen Dank an die Autorin für die wunderbaren Bilder in meinem Kopfkino während des Lesens.

Ich danke dem Bloggerportal und dem Blanvalet-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.

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Tags: deutschland, gärtnerei, mark brandenburg, tania krätschmar   (4)
 

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

notwehr, thriller, suche, attackiert, angreifer

Die zweite Haut

Ryan David Jahn , Teja Schwaner
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.07.2014
ISBN 9783453437548
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Simon ist ein Niemand, sein Leben ist eintönig und ohne jede Art von Abwechslung. Trostlos folgt ein Tag dem anderen. Doch dann dringt eines Nachts ein Mann in sein Apartment ein und will ihn umbringen. Simon schlägt seinen Angreifer mit der Taschenlampe nieder und erschreckt. Er hat den Mann getötet, und dieser Mann sieht genauso aus wie er. Simon überlegt, woher der Mann kommt und was er von ihm wollte. Auf der Suche nach dem Grund gerät Simon immer tiefer in einen Strudel, der ihn an seinem eigenen Verstand zweifeln lässt.

Es fiel mir schwer, in die Geschichte von Simon hineinzukommen. Nachdem es dann doch endlich gelungen war, war es interessant, Simon auf seiner Suche nach der Wahrheit zu folgen. Merkwürdige Dinge geschehen, und neben Simon lässt Ryan David Jahn auch dem Leser die Möglichkeit, viele Fantasien zu entwickeln, was es mit dem Mann in Simons Apartment auf sich hat.

Die Geschichte nimmt Fahrt auf und entwickelt sich weiter und hält den Leser am Buch. Der Schreib- und Erzählstil ist an einigen Stellen leider etwas flach. Das können auch die spannenden Situationen nicht ausbügeln. Es mag für mich kein Meisterwerk sein, aber dennoch ein gutes Buch.

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Tags: ryan david jahn, thriller, vergangenheit, wahrheit   (4)
 

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636 Bibliotheken, 11 Leser, 6 Gruppen, 72 Rezensionen

england, mord, krimi, thriller, charlotte link

Die Betrogene

Charlotte Link
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 02.09.2015
ISBN 9783734100857
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Polizistin Kate Linville ist eine kontaktscheue, einsame Frau. Einzig zu ihrem Vater hält sie Kontakt. Als dieser eines Tages grausam ermordet wird, beginnt sie, ihre eigenen Nachforschungen anzustellen. Der für den Fall zuständige Chief Inspector Caleb Hale ist in ihren Augen nicht geeignet, den Mord an ihrem Vater aufzuklären. Caleb ist seit einigen Tagen trockener Alkoholiker, und das ist keine gute Voraussetzung, um sich vollkommen auf den Fall zu konzentrieren.

Bald schon gibt es eine Spur: Denis Shove, ein bekannter Krimineller, gerät in den Fokus der Ermittlungen. Shove ist auf der Flucht und sucht nach einem Versteck. Währenddessen plant der kurz vor einen Burn-Out stehende Drehbuchautor Jonas Crane eine Auszeit. Gemeinsam mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn fährt er zu einer abgeschiedenen Farm. Ohne Handy-Empfang, Telefon, Fernsehen, Radio, usw. scheint es genau der Ort zu sein, an dem Crane abschalten kann.

Charlotte Link verflechtet die Geschichte um Kate und Familie Crane zu einem spannenden Kriminalroman. Kate muss langsam erkennen, dass ihr Vater nicht der vollkommene, fehlerlose Mann war, wie sie immer glaubte. Neil Courtney sieht in der Familie Crane eine lukrative Einnahmequelle. Seine Freundin Terry ist die leibliche Mutter von Sammy Crane. Neil ist ein Mensch, der leicht reizbar ist und auch öfter mal zuschlägt. Er hat seine Ansichten und setzt diese auch mit Gewalt durch. Für ihn zählt nur er selbst.

Als Courtney von den Urlaubsplänen auf der Farm erfährt, tauchen er und Terry überraschend dort auf. Sie sorgen dafür, dass die Cranes ihre Zeit auf der Farm so schnell nicht mehr vergessen werden. Schon bald geht es um Leben und Tod. Packend schildert die Autorin die Ereignisse auf der Farm. Lange bleibt offen, was der Mord an Kates Vater mit dem Familienurlaub der Cranes verbindet.

Ein spannender Roman mit vielen Facetten. Zwischenmenschliche Beziehungen spielen eine große Rolle. Verzweiflung, Angst, Sorgen – alles ist förmlich greifbar. Charlotte Link lässt den Leser an all den Ereignissen intensiv teilhaben. Hier gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Tags: charlotte link, familiendrama, familiengeschichte, thriller   (4)
 

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

lukas, krimifans, robin, besitzergreifend, düster

Der Wald wirft schwarze Schatten

Kari F. Braenne , Anne Helene Bubenzer , Dagmar Lendt , Hauptmann & Kompanie, Werbeagentur
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Polaris, 02.05.2012
ISBN 9783862520237
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Evelyn hat sei über dreißig Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrem Sohn. Doch sie muss ihn dringend sprechen und ihm etwas anvertrauen, bevor sie stirbt. Sie lädt ihn daher zu ihrem 85. Geburtstag ein und hofft, dass er kommen wird.

Wilhlem ahnt, dass eine Rückkehr aus den USA alte Wunden aufreißen wird. Trotzdem macht er sich auf den Weg zu seiner Mutter. Die Vergangenheit muss endlich überwunden werden.

Der Schauspieler Robert erhält von einer seltsamen alten Dame eine Einladung zu deren Geburtstag, sowie eine rätselhafte Karte mit einem Schlüssel. Gemeinsam mit seinem Sohn Lukas wagt er das Abenteuer Schatzsuche.

Jeder der drei Erwachsenen hat sein eigenes schweres Schicksal, welches ihn belastet. Evelyn verliert sich in ihrer Vergangenheit und fragt sich immer wieder, ob sie denn eine gute Mutter war oder nicht. Aber bestimmt war sie das, oder? Wilhelm führt ein unstetes Leben in den USA. Nur nicht zu lange an einem Ort bleiben, immer weiterziehen. Doch vor seinen Erinnerungen kann er nicht davonlaufen. Sie quälen ihn jeden Tag mehr.

Robert ist als Kind adoptiert worden. Alleine irrte er im Wald, so dass man davon ausging, er sei von Zigeunern ausgesetzt worden. Die Beziehung zu Lukas Mutter Anna steht auf dem Spiel. Das aktuelle Theaterstück fordert alles von ihm und raubt all seine Kräfte. Trotzdem macht er sich mit Lukas auf die Suche nach dem Schatz.

An der kindlichen Welt von Lukas lässt die Autorin den Leser teilhaben. Die Kapitel, welche aus seiner Sicht erzählt werden, zeigen gut, wie Kinder die Welt der Erwachsenen und deren Verhalten wahrnehmen und hinterfragen.

Die spannende Frage nach dem Geschehen und wie alles miteinander verknüpft ist, bleibt in der gesamten Geschichte erhalten. Mit jedem Kapitel wechselt die Sichtweise zwischen den drei Erwachsenen und Lukas. Langsam nähert man sich der Lösung. Wie wurde Evelyn zu der Frau, die sie am Ende ihres Lebens ist? Wie weit ging ihr Einfluss in der Erziehung von Wilhelm? Wie passen Robert und Lukas in diese Geschichte? Viele Fragen kommen während des Lesens auf. Eine Antwort ist dort zu finden, wo der Wald schwarze Schatten wirft.

Die Geschichte nimmt den Leser mit zu einer einsamen Hütte im dunklen Wald. Ein lesenswertes Buch, leicht zu lesen und ohne verwirrende Handlungsstränge.

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Tags: familie, geheimnis, kari brænne, vergangenheit   (4)
 

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

vergangenheit, leon reiter, zeitblasen, zukunft, zeitreisen

Jetzt

Leon Reiter
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 11.08.2014
ISBN 9783492269988
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Professor Silvamani ist bei einem Experiment ein Fehler unterlaufen. Bei seiner Erforschung der Zeit kommt es zu sogenannten Anomalien. Diese führen an unbekannte Orte und Zeitpunkte der Geschichte. Doch wohin genau kann auch der Professor nicht sagen. Selbst, wenn man in eine solche Anomalie hineingeht, ist es äußerst schwer, die Zeit festzulegen. Es sei denn, man hätte Anhaltspunkte. Doch meistens ist es eine öde Gegend und nicht erkennbar, ob gleich eine Pferdekutsche, ein Auto oder ein Raumschiff vorbei kommt.

Ein Team von vier Wissenschaftlern soll dem Professor helfen, die Anomalien zu beenden und wieder die Zeit in ihre richtigen Bahnen zu lenken. Nicht zu verachten ist auch das große Risiko der Zeitparadoxa. Viele Gefahren warten auf das Team bei ihrer Suche nach der „richtigen Zeit“ – der, in der verhindert werden kann, dass es überhaupt zu diesen Anomalien kommt.

Leon Reiter spielt geschickt mit der Vergangenheit, der Zukunft und der Gegenwart. Wenn diese drei Zeiten gleichzeitig an einem Ort existieren, wird die Frage nach dem JETZT und was JETZT ist, nicht mehr so einfach zu beantworten sein.

Die Erlebnisse der vier Wissenschaftler und ihrer Reisen in / durch die Zeit ist sehr bildlich beschrieben, so kann der Leser gut in die jeweilige Zeit eintauchen. Die einzelnen Charaktere ergänzen sich so, dass nach und nach ein perfektes Team entsteht.

Fans von Serien wie „Sliders“, Primeval“ und sonstigen Zeitreisegeschichten können auch hier ihre Freude an der Geschichte haben. Für Leser, die dieses Genre noch nicht kennen, könnte die Geschichte verwirrend sein. Alles rund um Anomalien, Zeitparadoxa, Zeitreisen ist speziell, und ein wenig Grundwissen schadet hier nicht. Jedoch kann das Buch auch für solche Leser interessant sein, um in die Welt von Zeit und Zeitreisen eintauchen zu können. JETZT.

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Tags: leon reiter, vergangenheit, zeitblasen, zeitreise, zeitreisen, zukunft   (6)
 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

lauren beukes, fantasy, gesellschaftskritik, gesellschaft, magie

Zoo City

Lauren Beukes , Judith Reker , any.way , Cathrin Günther
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 19.12.2014
ISBN 9783499259685
Genre: Fantasy

Rezension:

ACHTUNG * SPOILER *



Johannisburg in der Gegenwart – und doch ist vieles anders. Straftäter sind an einem Tier zu erkennen, welches sie ständig bei sich führen müssen. Eine Art innere Verbindung lässt eine größere Entfernung zwischen Mensch und Tier nicht zu. Diese Menschen werden „Getierte“ genannt.

Nach dem Tod ihres Bruders wird Zinzi December zu einer solchen „Getierten“. Ein Faultier und die magische Fähigkeit, verlorene Dinge wiederzufinden, gehören nun zu ihrem Alltag. Zinzi hat bei ihrem Dealer Schulden, die sie bei ihm abarbeiten muss. Da erhält Zinzi den Auftrag das Pop-Sternchen Songweza zu finden. Sehr lukrativ, und daher nimmt sie den Auftrag an. Wie gefährlich sich die Suche entwickelt, kann Zinzi noch nicht ahnen.

Zoo City hat gute Ansätze. Die Idee, Verbrecher zu kennzeichnen, in dem ein Tier sie zukünftig begleitet, ist nicht schlecht. Doch warum erhält ein Getierter ein Faultier, einen Hund, eine Ratte, einen Schmetterling, einen Vogel oder was auch immer? Soll das Tier auf irgendeine Charaktereigenschaft hinweisen? Hierauf bekommt der Leser keine Antwort.

Von der im Klappentext beschriebenen „Wahrheit über die Getierten“ gibt es keine Spur. Die Protagonisten leben am Rande der Gesellschaft, und daher spielt die Geschichte größtenteils im entsprechenden Milieu ab. Wie die Menschen dort leben müssen, ist gut beschrieben und kann auch als Gesellschaftskritik verstanden werden. Die Autorin setzt dabei auf den Konflikt zwischen Getierten und Un-Getierten.

Empfehlen kann ich das Buch leider nicht.

Aufgrund der gut umgesetzten Gesellschaftskritik gibt es einen Bonuspunkt.

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Tags: fantasy, gesellschaft, gesellschaftskritik, lauren beukes   (4)
 

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59 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

evolution, science fiction, thriller, darwin, wissenschaft

Das Darwin-Virus

Greg Bear , Sebastian Vogel
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 01.05.2005
ISBN 9783453520585
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Die Molekularbiologin Kaye Lang hat die Theorie, dass es Krankheiten gibt, die seit ewigen Zeiten in der menschlichen DNA schlummern. Sollte sie damit recht haben, könnte das eine ganz neue Sicht auf Krankheiten und deren Einfluss auf die Evolution des Menschen bieten.

Christopher Dicken vom nationalen Gesundheitszentrum sucht nach Hilfe bei einer neuen Erkrankung. Schwangere Frauen bekommen eine Art Grippe und verlieren kurz darauf ihr Kind. Doch plötzlich sind sie wieder schwanger und behaupten, keinen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Gibt es wirklich eine Art „Jungfrauen-Schwangerschaft“?

In den Alpen ist Mitch Rafelson mit zwei Bergsteigern auf dem Weg zu einer Höhle. Dort befinden sich die gut erhaltenen Körper einer prähistorischen Familie. Das Neugeborene hat jedoch ein merkwürdiges Aussehen.

Gab es schon einmal einen Virus, der in unserer DNA versteckt darauf gewartet hat, erneut auszubrechen? Wie passen die Theorie von Kaye Lang, die Grippe und die prähistorische Familie zusammen? Greg Bear schildert die Geschichte so gut, dass es genau so in der Realität ablaufen könnte – wenn es denn solche Viren gäbe.

Das Eintauchen in die Biowissenschaft und deren Fachbegriffe ist nicht einfach. Jedoch muss man sich in dieser Wissenschaft nicht auskennen, um der Geschichte zu folgen. Viele Begriffe werden erklärt oder sind im angehängten Glossar biologischer Fachbegriffe zu finden.

Während Kaye, Christopher und Mitsch sich auf der wissenschaftlichen Seite mit der Lösung befassen, muss die Politik die besorgte Bevölkerung beruhigen. Denn es gibt immer mehr „Jungfrauen-Schwangerschaften“ auf der gesamten Welt. Die Fehl- und Totgeburten von missgebildeten Kindern führen dazu, dass die Menschen nicht nur demonstrieren, sondern auch in uralte Verhaltensmuster zurückfallen.

Es bleibt die Frage, was passiert, wenn die Evolution des Menschen weiter geht. Sind wir bereit zu akzeptieren, was kommen wird? Oder werden die Menschen alles versuchen, diese aufzuhalten, zu verhindern, zu kontrollieren? Das Buch und seine Geschichte geben darauf keine Antwort und das ist auch gut so.

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Tags: darwin, evolution, genetik, greg bear, menschheit, thriller, wissenschaft   (7)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

integration, verschiedene kulturen, adnan maral, biographie, humor

Adnan für Anfänger

Adnan Maral
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.05.2016
ISBN 9783734103063
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Schauspieler Adnan Maral erzählt Geschichten aus seinem Leben und lässt den Leser an seinen Gedanken teilhaben. Das Gerüst der Geschichte bildet ein Wartezimmer bei einem Arzt. Während er dort sitzt und sich mit der Sprechstundenhilfe und anderen Patienten unterhält, beginnt eine „Zeitreise“ zu seinen Eltern, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen, seiner Frau und seinen Kindern sowie vielen anderen Menschen, denen er begegnet ist.

Es geht um Menschen und ihre Vorurteile anderen gegenüber sowie den Umgang miteinander. Kann man überhaupt von „typisch Deutsch“ oder „typisch Türkisch“ reden? Seit der Serie „Türkisch für Anfänger“ ist Adnan Maral einem breiten Publikum bekannt. Er hat bei vielen anderen Produktionen mitgespielt und musste dabei oft Klischees umsetzen. Mit Humor zeigt er dem Leser, dass es immer um den Menschen geht und es egal sein sollte, welchen Pass er hat oder woher er kommt.

Ein Buch, welches mehr ist als eine Geschichte aus dem Leben eines erfolgreichen Schauspielers. Es bringt den Leser nicht nur zum Schmunzeln, sondern auch zum Nachdenken über sich selbst. Wie man sich wohl selbst in der ein oder anderen Situation verhalten hätte? Diese Frage kann nur jeder alleine für sich beantworten.

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Tags: adnan maral, biographie, humor, integration, verschiedene kulturen   (5)
 

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rosa schmidt, rente, rentner, ehe, humor

Mein Mann, der Rentner: Das geheime Tagebuch einer Ehefrau

Rosa Schmidt
E-Buch Text: 289 Seiten
Erschienen bei Bastei Entertainment, 13.06.2014
ISBN 9783838725499
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wie verändert sich das Leben, wenn der Ehemann nach seinem langen Arbeitsleben in Rente geht? Rosa Schmidt kann es nicht fassen, als ihr ihr Ehemann mitteilt, dass er ab dem nächsten Monat im Ruhestand ist. Sie befürchtet das Schlimmste.

Nicht ganz zu Unrecht, denn Günther und auch sie müssen erst einmal lernen, mit diesem neuen Lebensabschnitt umzugehen. Seit Jahren hat auch Rosa eine eingespielte Alltagsroutine. Diese wird durch den dauernd anwesenden Günther gründlich durcheinander gewirbelt.

Aber auch für Günther ist es nicht einfach. Hobbys hatte er durch seine Arbeit nie gehabt. Was also nun mit all der freien Zeit anfangen? Höchste Zeit, dass er sich eines zulegt. Rosa arbeitet fleißig daran.

In ihrem Tagebuch schildert Rosa all ihr Leid, welches der Ruhestand ihres Mannes mit sich bringt. Er geht ihr auf die Nerven und kostet auch selbige. Monat für Monat schreibt Rosa und erzählt von den Ereignissen. Sie und ihr Mann müssen sich nach 35 Ehejahren erst wieder neu kennenlernen.

Ein erfrischend herzliches Buch, humorvoll erzählt Rosa ihre Geschichte. Vielleicht erkennt der ein oder andere Rentner sich in Günther und die ein oder andere Ehefrau in Rosa wieder? Rosa und Günther sind ein wunderbares Paar. Da Rosa Schmidt nicht wirklich Rosa Schmidt heißt, könnte es durchaus möglich sein, dass Rosa und Günther die eigenen Nachbarn sind – aber wer weiß das schon?

Das Buch eignet sich auch prima zum Verschenken an zukünftige oder frisch gebackene Rentnerehefrauen, Freundinnen, usw. Spaß ist garantiert.

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