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farbensprache, liebe, romance

Liebe als Fremdsprache

Monika-Andreea Hondru
Flexibler Einband
Erschienen bei Verlag Kern, 05.05.2017
ISBN 9783957162250
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Der Lyrikerin Monika-Andreea Hondru ist mit ihrem aktuellen Gedichtband „Liebe als Fremdsprache“ ein Werk gelungen, das zu fesseln vermag. Mit beinahe wissenschaftlichem Eifer dekliniert sie alle erdenklichen Zustände durch, in die ein Mensch durch die Liebe versetzt werden kann. Dass deren Vokabular jedoch bei aller Akribie der Betrachtung niemals im eigentlichen Sinne verständlich ist, führt uns dieser Lyrikband mit sensibler Verve vor Augen.

Es braucht nicht einmal kulturelle und religiöse Unterschiede zwischen den Menschen, um die Sprache der Liebe zu einer Fremdsprache werden zu lassen. Dafür reicht der Unterschied zwischen einem „Ich“ und einem „Du“ völlig, denn allein diese Differenz stellt die größte denkbare Entfremdung dar. Hondrus Gedichte machen dies auf Schritt und Tritt bewusst. Sie sind moderne Klagen – wohlgemerkt: kein Jammern! – auf die Einsicht, dass die Sprache der Liebe in der postmodernen Welt nicht einmal auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht werden kann: auf zwei einzelne Menschen, die man vor einigen Jahrzehnten vielleicht noch als ‚Paar‘ bezeichnet hätte, ohne dies zu hinterfragen.

Das Vokabular der Liebe besteht indes nicht nur aus Worten; das macht sie so komplex. Bei Hondru sprechen alle Mittel der Liebe eine ganz eigene Sprache und entwickeln ihr eigenes Bedeutungs- und Deutungssystem: Tränen, Blicke, Träume. Und ganz klar: die Sehnsucht – also jene frei flottierende geistige Beweglichkeit, die sich über Raum und Zeit hinwegsetzen kann. Und so stellt sich bei Hondrus Gedichten oft die Frage, ob nicht die Sehnsucht die eigentlich stärkste Ausprägung der Liebe ist – oder gar die Liebe selbst.

Man kann sich ganz in die kleinen Sprachkunstwerke von Monika Hondru hineinfallen lassen, ohne befürchten zu müssen, dass man nur mit Kopfschmerzen daraus zurückfindet. Denn Hondru spricht eine klare und zugleich zarte Sprache, die ganz im Jetzt und Hier ankert. Ihre Bilder sind weder arkan noch plump, sondern besitzen einen lyrischen Anspruch, der in der Lebenswirklichkeit des Lesers verwurzelt ist. Das dürfte sie auch Menschen zugänglich machen, die der Lyrik sonst nicht viel abgewinnen können. Ich jedenfalls wünsche mir dies – und gebe eine klare Empfehlung für dieses feinsinnige Buch.  

 

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bilderbuch, grossmutter, haustiere, katze, katzen, kinderbuch

Eine Samtpfote für Paul?

Kerstin Sonntag , Claudia Meinicke
Fester Einband: 42 Seiten
Erschienen bei Verlagshaus el Gato, 01.06.2017
ISBN 9783946049166
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Im Buch „Eine Samtpfote für Paul?“ kommt ein Wunsch zur Sprache, den viele von uns im Kindesalter hegten (und es vielleicht noch immer tun): die Sehnsucht nach einem Haustier. Nach einem Geschöpf, von dem man spürt, dass man es liebhaben kann ohne Wenn und Aber; ohne die Angst haben zu müssen, vielleicht verletzt zu werden wie durch menschliche Liebe. Nach einem Geschöpf, das einfach durch seine bloße Existenz wunderbar ist.

Es ist eine schlichte, aber sehr gut beobachtete und kindgerecht erzählte Geschichte, die Autorin Kerstin Sonntag da verfasst hat: Dem kleinen Paul, der sich sehnlich ein Tier zum Liebhaben und spielen wünscht, läuft eines Tages ein kleiner Traum in Form des Kätzchens Peterle über den Weg. Doch wie soll er seine Eltern davon überzeugen, seinen neuen Freund behalten zu dürfen? Er muss sich unter den Augen der Erwachsenen nun als besonders verantwortungsbewusst beweisen, was er mit aller Kraft versucht. Er erschrickt zutiefst, als ihm dies einmal nicht gelingt, weil er vergisst, Peterle zu füttern.

Das Buch handelt von kindlichen Wünschen und Ängsten ebenso wie vom Bedürfnis, Verantwortung zu übernehmen und sich gegenüber Erwachsenen zu behaupten. Besonders gut hat mir dabei die Person der Großmutter gefallen, die hilfreich, vermittelnd und ausgleichend zwischen der Welt des Kindes und der Welt der Erwachsenen steht. So ähnlich erinnere ich mich meiner eigenen Großmutter – und genau so sind die echten, die guten, die wahrhaftigen Großmütter.

Doch das vorliegende Buch könnte seinen Zauber nur halb so gut entfalten, wenn da nicht die meisterhaften Illustrationen von Claudia Gabriele Meinicke wären, die es zu einem Augenschmaus par excellence werden lassen. Meinicke gelingt es hervorragend, allen Emotionen, die Protagonist Paul durchläuft, sensibel nachzuspüren und sie ins Bild zu setzen. Das geschieht in einer so luziden Malweise, dass alle Figuren zwar eine vorstellbare Gestalt annehmen, jedoch nie so überdeutlich und hart umrissen sind, dass der kindliche Leser nicht seine eigenen Vorstellungen hineinprojizieren könnte. Und das kleine Peterle ist so liebevoll, präsent und in seinem innersten Katzenwesen wohlgetroffen wiedergegeben, dass man beim Lesen meint, es müsse jeden Moment aus den Buchseiten herausspringen. Na ja, immerhin spürt man beim Betrachten, ganz zart und weich, die Wärme seines Felles. Sogar als Erwachsener.

Fazit: Eine herzerwärmende Geschichte für Groß und Klein mit starken Illustrationen!

  

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Kurz & gut: Problemwegzaubern für Einsteiger

Waltraud Berle
E-Buch Text: 96 Seiten
Erschienen bei Kösel-Verlag, 02.09.2013
ISBN 9783641109356
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich liebe dieses Buch. Seit es mir ein netter Mensch vor einigen Wochen schenkte, habe ich es bestimmt drei Mal gelesen. In diesem Buch geht es um Selbstzweifel, die den Menschen existenziell angreifen und sich – leise und unbemerkt wie eine Spinne – immer wieder anschleichen. Eben gerade in den Situationen, die einen Umbruch bedeuten, den man dann oft negativ konnotiert. Wie wäre es aber mal damit, Probleme als Chancen zur Verwandlung zu begreifen (Kommt unsere Begeisterung für Märchen nicht aus genau dieser Quelle?)? Sich in das Vertrauen hineinfallen zu lassen, dass der eigene Körper alle Mechanismen und Fähigkeiten besitzt, neue – und vielleicht noch bessere – Lebens-Spielräume zu entdecken.  

Dieses Buch gibt Handlungsstrategien. Alles keck und witzig formuliert – ohne Wenn und Aber (von denen ich gelernt habe, dass sie die Meckerbrüder sind). Überhaupt die Sprache: So schön bildreich, wie ich’s liebe.

Und ich habe sehr viel über mich selbst gelernt bei der Lektüre. Ich bin ein Mensch, der Projekte über alles liebt. Projektieren heißt: sich Ziele setzen, genaue Vorstellungen und Zeitpläne entwickeln – und dann erleben, dass man von Dopamin geflutet wird, weil man auf dem besten Weg ist, ein Problem kreativ zu lösen. Der genaue Mechanismus dieses „Warum liebe ich Projekte so?“ war mir aber noch gar nicht wirklich bewusst gewesen. Jetzt weiß ich es – auch eben dank der bildhaften Sprache, mit der Waltraud Berle körperliche und psychische Prozesse erläutert.

Das Buch funktioniert so ähnlich wie aus voller Lust singen oder tanzen, es setzt Dopamin frei. Und das kann man immer gebrauchen. Deswegen sei auch empfohlen, das Buch – wann immer möglich – mit sich zu führen. Es ist ja auch wundervoll in-die-Tasche-steckbar und somit als Vademecum konzipiert. Sozusagen als Medizin für unterwegs oder für solche Phasen, wo man die Problem-Bälle (wieder so ein schönes Bild), die man vom Leben zugeworfen kriegt, besonders lange anstarrt, statt aktiv zu werden und sie dem Leben erhobenen Hauptes mit voller Wucht zurückzuknallen.

Wohlgemerkt: Problem-Wegzaubern ist Übungssache. Das Buch ist keine Pille, die man einmal schluckt, und gut is‘. Aber es ist eine Anleitung, die warmherzig, fordernd und stärkend verfasst ist. Und welcher Zauberlehrling wird schon beim ersten Versuch Meister? Ja: Man kann es üben, zu handeln statt zu zaudern. Und dafür möchte ich dieses Buch wärmstens empfehlen! 

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