Nicole_Rensmann

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niemand, floskeln, leckerlieblichzuckersüß, niemandsland, niemand mehr

Niemand

Nicole Rensmann
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Fabylon, 29.07.2016
ISBN 9783927071964
Genre: Fantasy

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Tags: fantasy, leckerlieblichzuckersüß, nicole rensmann, niemand, niemand mehr   (5)
 

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niemand mehr, niemand, nicole rensmann, fantasy, skurril

Niemand - Mehr!

Nicole Rensmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Fabylon, 29.07.2016
ISBN 9783927071971
Genre: Fantasy

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Tags: fantasy, nicole rensmann, niemand, niemand mehr, skurril   (5)
 

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lustig, niemand - mehr, spannend, niemand, nicole rensmann

Niemand - Mehr!: Band 2 (Niemands Märchen)

Nicole Rensmann
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Fabylon Verlag, 29.07.2016
ISBN 9783943570731
Genre: Sonstiges

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lustige fantasy, nicole rensmann, fantasy, skurril

Niemand: Band 1 (Niemands Märchen)

Nicole Rensmann
E-Buch Text: 296 Seiten
Erschienen bei Fabylon Verlag, 29.07.2016
ISBN 9783943570724
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: fantasy, lustige fantasy, nicole rensmann, skurril   (4)
 

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stefanie kleinjung, gelee, marmelade

Konfitüre, Marmelade & Gelee

Stefanie Kleinjung
Buch: 160 Seiten
Erschienen bei Tre Torri Verlag, 18.03.2014
ISBN 9783941641815
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch mit süßen Inhalten

Nach dem TreTorri Verlags-Vorwort folgt natürlich eins von Stefanie Kleinjung selbst, dann gibt es ein bisschen Theorie über die Wahl der richtigen Früchte,  Sauberkeit und Frische und eine Auswahl an Utensilien, die beim Konfitüre kochen hilfreich sind. Nicht alle davon müssen angeschafft werden. Ich koche seit einigen Jahren Konfitüre selbst – wenn auch nicht so meisterlich wie Stefanie Kleinjung -, aber es geht auch ohne Kupferkessel, Passiertücher, Flotte Lotte oder Schnabelschüssel. Auch wenn diese Geräte sicherlich hilfreich sind, so muss nicht alles von Anfang an vorhanden sein.

Interessant die kleine Wissenseinführung, die erläutert, dass in der recht jungen Konfitürenverordnung von 1982 festgelegt wurde, welcher Aufstrich Konfitüre, Marmelade und Gelee genannt werden darf.  Schön. Jetzt vergesse ich das auch nicht mehr so schnell. Am Ende bietet das Buch wertvolle Pannentipps und auch die Gewürz- und Zuckerkunde passt gut ins Buch.

Mit einem Grundrezept für Erdbeerkonfitüre pur startet die Rezeptrallye. Es bleibt fruchtig und lecker, süß und pikant. Stefanie Kleinjung kombiniert Beeren, Früchte  oder Obst mit Alkohol, scharfen Gewürzen oder feinen Nüssen – so wie ich das in den letzten Jahren auch versucht habe umzusetzen. Doch sie verwendet andere Mengenangaben an, als es auf den üblichen Gelierzuckerpackungen steht. So verwendet sie fast immer 10% mehr Früchte. Saft, Gewürze und Alkohol werden nicht beim Abwiegen mit angerechnet. Dafür ist die Kochzeit häufig länger und ohne “ziehen und stehen lassen” geht es auch nicht. Das könnte deutlich mehr Geschmack verleihen, nimmt aber auch mehr Zeit in Anspruch. Meine nächsten Konfitüren werde ich auf jeden Fall nach den Mengenangaben aus dem Buch kochen.

Allerdings reduziere ich die Angaben um die Hälfte. Da wir die Vielfalt mögen und die selbst gekochten Konfitüren nur ca.  ein Jahr aufbewahrt werden sollten, möchte ich nicht zu viele Gläser produzieren. Obwohl  ich zugeben muss, dass ich am liebsten sofort loslegen und viele der Rezepte ausprobieren möchte. Doch wer soll das alles essen? Außerdem greift diese Konfitüren-Koch-Lust in den Geldbeutel, denn frische Beeren und Früchte haben ihren Preis. Also eins nach dem anderen.
So oder so: Ich vertraue vollends der Marmeladenkönigin, übernehme ihre Erfahrungen gerne und bin sehr gespannt, ob ich meinen Konfitürenvorrat demnächst verschwinden lassen muss, weil die süßen Aufstriche á la Stefanie Kleinjung deutlich besser schmecken. Ich fürchte es fast.

Hervorheben möchte ich noch die Rezepte “Milchcreme” und “Espressogelee” (S. 128/133), die unabhängig von der Jahreszeit zubereitet werden dürfen und sich prima als Geschenk für alle diejenigen eignen, die nicht so gerne Marmelade essen.

Querverweise, die mit “Wenn Ihnen das schmeckt, könnte Ihnen auch das schmecken” betitelt sind und auf andere Rezepte hinweisen, sorgen dafür, dass zwischen den Rezepten hin- und her gesprungen wird, bis wirklich alles einmal angeblättert und durchgelesen wurde. Varianten, Entstehungsgeschichten und Hinweise direkt bei den jeweiligen Rezepten runden den Informationsgehalt des Buches ab.

Fazit: »Konfitüre, Marmelade & Gelee« von Stefanie Kleinjung bietet zahlreiche fruchtig-süße Ideen, ein solides Wissen und wichtige Tipps zur Herstellung von Aufstrichen, die sich nicht nur zum Brot eignen. Das Buch ist sehr empfehlenswert für alle, die mit dem Herstellen von Konfitüre beginnen und genauso für diejenigen, die schon glauben, fortgeschritten zu sein.

Webtipps / Quellen:

Komplette Origianlrezension mit Fotos und weiteren Infos auch zur Autorin bzw. Köchin.

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Tags: gelee, marmelade, stefanie kleinjung   (3)
 

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vegetarisch, rolf caviezel, kochbuch, vegan

Meine Veggie-Küche

Rolf Caviezel
Buch: 224 Seiten
Erschienen bei Tre Torri Verlag, 23.04.2014
ISBN 9783944628196
Genre: Sachbücher

Rezension:

Rolf Caviezel sucht rund um die Ernährung und das Kochen nach weiteren Herausforderungen und beschäftigt sich aktuell intensiv mit der Molekularen Küche. Mit freestyle cooking GmbH in Grenchen (Schweiz)  betreibt er zusammen mit seiner Frau Cecilia – natürlich auch eine gelernte Köchin – eine Molekulare Kochschule, er hält Referate und gibt Kurse. Ihr Ziel: Die Molekulare Küche als kulinarisches Highlight für jeden zugänglich zu machen.
Mit seinem im April 2014 erschienenen Buch »Meine Veggie Küche« reagiert er auf den aktuellen Trend, denn darin geht es nicht nur um vegetarische, sondern auch vegane Gerichte. Doch das allein hat mich nicht erfreut.

Aufbau des Buches

224 Seiten mit vielen Fotos. Leider gibt es nicht zu jedem Gericht ein Foto. Gestartet wird mit einem Vorwort von Dr. Helmut Jungwirth – Professor für Molekularbiologie und Wissenschaftskommunikator an der Karl-Franzens-Uni in Graz, das von einem Wort des Verlags  gefolgt wird. Eine sehr schöne Einleitung, die doch bitte alle Verlage für jegliche Bücher  – auch Romane – übernehmen sollten.
Noch geht es aber nicht los, zunächst bietet das Buch einen Überblick über Essgewohnheiten, Ersatzmöglichkeiten für Fleisch und bei veganer Kost, eine Tauschtabelle, Einkaufsratgeber und Erklärungen über die Kennzeichnungen veganer und vegetarischer Lebensmittel. Begeistert hat mich aber die Seite zum Thema “Stolperfallen”, in der über versteckte tierische Stoffe in Lebensmitteln berichtet wird. Wer denkt schon darüber nach, dass Wein, Säfte oder Essige mit Gelatine geklärt werden oder Obst mit Schellack gewachst wird, das von Läusen gewonnen wird. Auch das Thema Margarine wird angesprochen – eine Zutat, die ich zuvor schon bei veganen Rezepten kritisiert habe. Nach so viel Theorie geht es in die Kochpraxis, beginnend mit simpel umzusetzenden Basics über leckere vegetarische oder vegane Rezepte für die warme, kalte und süße Küche.

Rezepte – Von Basis bis Handwerk

Besonders begeistert haben mich die Basics, in denen Rolf Caviezel die Herstellung von u.a. Sojadrinks, Mandelcreme oder Veggie-Mayo mit einfachen Zutaten vorstellt, die später auch in den umfangreicheren Gerichten eingesetzt werden können. Überhaupt finde ich die Rezepte gut umsetzbar. Der Querschnitt von veganen und vegetarischen Speisen, in Verbindung mit köstlich klingenden warmen und kalten Getränken, Desserts, Brot und Dips bietet zahlreiche Ideen für jeden Tag zum Nachkochen oder als Anregung für ähnliche Gerichte. Eine leckere Mischung, für die manchmal ein bisschen Hobbyküchenerfahrung gefragt ist.
Abgerundet werden die Rezepte durch kleine handwerkliche Tipps oder Ratschläge, wie durch das Auswechseln einer Zutat das Gericht vegan oder vegetarisch wird. Das gefällt mir sehr gut, denn von einem Kochbuch wünsche ich mir nicht nur Rezepte – die finde ich massenhaft im Netz – ich möchte mehr über das Handwerk Kochen und die kleinen Profikniffe wissen.

Mein Fazit

Es klang bereits durch: Für die Molekulare Küche wird mich Rolf Caviezel vermutlich nicht begeistern können, doch sein Buch wird nun auch »Meine Veggie Küche«.

Mit Basics, Dips, Brot, Gerichten für jeden Anlass, Desserts, Getränken – warm und kalt, dazu wichtige Informationen zum Thema vegan, vegetarisch und (am Ende des Buches) über Fairtrade findet sich eine informative, kulinarische Mixtur, die Lust darauf macht, in die Küche zu gehen und die ersten Rezepte auszuprobieren.
Die Rezepte sind von unterschiedlichem Schweregrad, als “erstes Kochbuch” für die allgemeine Küche eignet sich »Meine Veggie Küche« nicht, für Vegetarier, die auf vegan umstellen wollen ist es jedoch sehr hilfreich.

Einziger Kritikpunkt: Ich hätte mir mehr Fotos gewünscht, denn ein Bild zum Rezept macht noch mehr Appetit.

Rolf Caviezel ist es gelungen, mir die vegane Küche wieder schmackhafter zu machen. Denn es geht doch ohne vegane Fertigprodukte oder Margarine.

 

Webtipps:

Originalrezension mit weiteren Details

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Tags: kochbuch, rolf caviezel, vegan, vegetarisch   (4)
 

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katze, london, freundschaft, kater, straßenmusiker

Bob, der Streuner - Die Katze, die mein Leben veränderte

James Bowen
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 17.05.2013
ISBN 9783404606931
Genre: Biografien

Rezension:

Nachdem ich so viel über dieses Buch gehört bzw. gelesen hatte und mir von verschiedenen Seiten versichert worden war, dass diese Geschichte wahnsinnig toll sei, habe ich mir »Bob, der Streuner« zugelegt. Und das, obwohl ich ein Problem mit Nr. 1 Bestsellern habe. Denn aus Erfahrung weiß ich: Das sind meist gar nicht die besten – und auch nicht immer besondere Bücher, sie werden nur von vielen Seiten so hoch gelobt und oft zu dem gemacht, was sie werden sollen. Klar, es gibt immer Ausnahmen. Natürlich gibt es die, aber die Erfahrung lehrte mich, Bestseller als Ausnahmen zu sehen, es sind Best-Seller, aber nicht Best-Books. Nun. Vielleicht würde die Katze, die James Bowens Leben veränderte, auch meine Meinung ändern.

Doch hätte ich ausnahmsweise die 1-Sterne-Rezensionen auf amazon gelesen, dann wäre ich vorher gewarnt gewesen.

Das Buch wird als Sachbuch beim Verlag gelistet. Doch neben dieser Variante bietet Bastei Lübbe auch eine Version für Kinder an. »Bob, der Streuner« kann gelesen werden als Taschenbuch oder E-Book. Dazu wird seine Geschichte noch erzählt – per Audio- und Hörbuch.

James Bowen ist ein junger Mann, der in der Jugend rebellierte, abrutschte, Drogen nahm und sich irgendwann ein bisschen aufrappelte. Harte Drogen werden durch Methadon ausgetauscht – ein vom Land kontrolliertes Entzugsprogramm unter ärztlicher Aufsicht. Als Straßenmusiker bestreitet er sein Leben. Es reicht nur für ihn. Doch als er eines Tages nach Hause kommt, entdeckt er einen Kater in seinem Hausflur, der noch mehr heruntergekommen zu sein scheint als James Bowen selbst. Zunächst hin- und hergerissen zwischen Mitleid und dem Wissen, nicht zwei Mäuler stopfen zu können, nimmt er den Kater schließlich auf und pflegt ihn gesund. Gemeinsam erleben sie einige Abenteuer, denn Bob wird James Maskottchen und begleitet ihn zu seiner Arbeit. Dort fällt der rote Kater auf und bringt James mehr Geld ein, als er alleine hätte ersingen können. Eine wunderbare Mensch-Tier-Beziehung entsteht. Nicht zuletzt, weil sie zusammen auch einige Probleme meistern müssen, denn nicht jeder ist dem tollen Team wohlgesonnen.

Das alles klingt total süß und möglicherweise spannend. Ist es aber leider nicht. Es gibt keinen Spannungsbogen, keine stilistischen Highlights, keine schönen Umschreibungen oder interessante Berichte. James Bowen ist natürlich kein Schriftsteller, woher soll er das auch können? Der beratende Autor hätte seine Fähigkeiten im Text vielleicht deutlich mehr anwenden müssen. So bleibt nur eine Art Tagebucherzählung, die sich ohne wirkliche Emotionen liest. Tatsächlich habe ich mich durch die 250 Seiten gequält. Sicher, James hat einiges einstecken müssen, manches davon hat er aber sich selbst zuzuschreiben. Sorry. Und das sagt er sogar selbst. Natürlich: Bob ist eine außergewöhnliche, tolle Katze und die Beziehung zwischen den beiden ist phantastisch, aber das hätte auch genauso phantastisch, spannend, emotional erzählt werden dürfen. Die Geschichte bleibt oberflächlich und hat mich zu keinem Moment fesseln können. Außer einmal: 1. Abschnitt S. 245 – hier kommt das erste Mal Atmosphäre auf. Zu spät und zu wenig.

Fazit: Leider hat »Bob, der Streuner« meine Meinung nicht geändert. Ich finde es aber toll und sehr bemerkenswert, dass es Bob gelungen ist, James Bowen zu einem besseren Leben zu verhelfen und hoffe sehr, dass beide vom Erfolg ihres Buches auch eine große Schnitte abbekommen. Ich bin mir sicher, es gibt noch andere Bobs und James’ auf der Welt und drücke allen feste die Daumen für ein wunderbares Leben!

James Bowen
»Bob, der Streuner« –  Die Katze, die mein Leben veränderte
Bastei Lübbe, 2013
Taschenbuch, 250 Seiten
8,99 €

Auch als Audio, E-Book, als Hörbuch und als Versionen für Kinder erhältlich.

Webtipps:

Mehr Infos zum Buch und zum Autor auf der Seite des Verlags Das Buch kann z.B. bei der Buchhandlung Calliebe auch online oder bei amazon gekauft werden. Originalrezension

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märchen, roland kübler

Die Mondstein Märchen

Roland Kübler
Flexibler Einband
Erschienen bei Stendel Verlag, 01.01.1996
ISBN B0036POMOQ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das erste Märchen “Der Märchenstand” bietet den erzählenden Rahmen. Der Geschichtenerzähler, natürlich der Besitzers des Märchenstandes, erzählt die nachfolgenden Märchen “Die Krone der Welt”, “Der Drache des Schreckens”, “Die Blüte des Lebens” oder “Der Mondstein”.

Wie in der Eingangsgeschichte spielt in “Die Mächte der Märchen” und “Die Verurteilung” der Geschichtenerzähler und die junge Gwen – sein Lehrling - eine zentrale Rolle. Obwohl somit alle Geschichten miteinander verknüpft sind, fehlt mir ein bisschen der rote Faden und der feste Knoten, der die Geschichten zusammenhält. Die Märchen sind nett, es fehlt  hier und da an der Dichte und der wundersamen Tiefe, mit denen Märchen seine Leser zu verzaubern wissen. Der “erhobene Zeigefinger” taucht natürlich in allen Geschichten auf, das muss auch so sein – diese Prämissen hätten aber noch mehr ausgearbeitet sein dürfen, so bleiben die Märchen ein bisschen blass, beinahe wie einer der weißen Ritter aus “Die Blüte des Lebens” oder eine kleine Elfe oder Nebelgeister, die am Ende des Buches kurz vorbei schweben. Die Ideen der Geschichten über Stärke, Hoffnung, Liebe, Vertrauen haben mir aber gut gefallen.

Roland Kübler erhielt für »Die Mondstein Märchen«  den Deutschen Märchenpreis 1993.

Fazit: Nette Geschichten für zwischendurch mit märchenhaftem Touch und “leicht erhobenem Zeigefinger” - nicht nur für Erwachsene geeignet.

Nun habe ich ein Problem. Dieses Büchlein ist nicht nur ein Geschenk, sondern auch ein “Weiterreichbuch” und wurde schon vor mir von anderen Märchenfeunden gelesen. Doch Bücher kann ich nur schwer weitergeben. Ich muss es einfach behalten, schließlich war es ein Geschenk und es ist im Bücherregal bei den Märchenbüchern zwischen Grimm, Andersen, Hans Kruppa oder Heinz Körner nicht so allein.
Vielen Dank, Saphira!

Roland Kübler
»Die Mondstein Märchen« 
Stendel Verlag 1988
Taschenbuch, 94 Seiten
ISBN 3926789026
14,80 €

Das Buch ist bereits in mehrfachen Auflagen und Ausgaben erschienen und kann vermutlich im Buchhandel vor Ort bestellt, aber auch z.B. bei bei amazon.de gekauft werden. Auch die Buchhandlung Calliebe führt »Die Mondstein Märchen«  und versendet übrigens auch portofrei. Nur so für die amazon-Gegner als Info.


Die Rezension steht auch in meinem Blog. Über deinen Besuch und eine Bewertung dort, würde ich mich freuen.


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backbuc, backen, das große backen, kochbuch

Das Große Backen

Petra Link , David Koch , David Koch
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei icook2day, 20.11.2013
ISBN 9783943848359
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch zur Sendung?!

Das Backbuch zur Sendung, so dachte ich, würde die Backrezepte der Gewinnerin und vielleicht weitere Highlights der Sendung beinhalten. Die Moderatorin Britt weist zwar im Vorwort durchaus auf die Show »Das große Backen« und die Teilnehmer hin. Namen fallen aber nicht. Die Gewinnerin bleibt also ungenannt. Schade. Vor allem für sie, denn sollte das Buch nicht ihre Krönung des Wettbewerbs sein? Noch einmal suchte ich bei amazon und entdeckte sie: Heike Kahnt.
»Köstlich bis zum letzten Krümel. Süße & herzhafte Backideen für alle Jahreszeiten, Lieblingsrezepte von Heike Kahnt, Deutschlands bester Hobbybäckerin (Das große Backen).« – Herausgeber Sanella. Kein Buch. Eine E-Book, eine Kindle-Edition für 4,99 €.
Ob das so ausgemacht war?

Backen – süß und herzhaft

Die besten Rezepte der Sendung sind also nur online einsehbar, die der Gewinnerin nur als E-Book. Doch das Buch zur Sendung enthält natürlich auch Rezepte. Auf den ersten Seiten wird jedoch erst einmal Backzubehör vorgestellt, Zutaten und Gewürze erklärt. Anschließend folgen Grundrezepte für unterschiedliche Teige, wie z.B. Hefeteig, Brandteig etc. Es dauert also eine Weile bis es richtig los geht. Das Buch enthält sehr viele Torten, für die Gelatine verwendet wird. Für mich eine Zutat, die sicherlich NIE in meine Küche kommt. Schade. Sicherlich finde ich die ein oder andere Variante, die Torten nachzubacken, auch ohne Gelatine.
Außer Torten gibt es auch viele Vorschläge, in denen Marzipanrohmasse oder Rollfondant zur Anwendung kommen.

Wie schon erwähnt, ist das nicht meins. Es sieht toll aus – und ein missglückter Kuchen lässt sich darunter super verstecken – aber ich mag beides nicht. Und abgesehen davon, bin ich in diesem Bereich nicht begabt genug. Muss frau ja auch mal zugeben.
Doch es gibt noch mehr außergewöhnliche und interessante Rezeptvorschläge, wie der farbige Marmorkuchen, feine Cup Cakes oder Marshmallow-Muffins. Außerdem ein Rezept für Macarons (Seite 40), das ich direkt mal ausprobieren musste. Ich habe es 1:1 umgesetzt. Doch am Ende stellte ich fest, dass die Macarons auf dem Foto im Buch gänzlich anders aussehen, als die Zutaten es hergeben. Im Buch sieht die Creme aufgeschlagen und die Macarons-Hälften nach deutlich mehr Mandeln oder sogar Marzipan aus, eher wie zwei Amarettinis mit Schokofüllung.
Gut. Diese Macarons zu backen war mein erster Versuch. Vielleicht habe ich etwas falsch gemacht, vielleicht ist das Foto aber auch ein bisschen auf schön gemacht. Sie schmecken auf jeden Fall klasse. Beim Reinbeißen nur nicht an die Kalorien denken. Da nur 4 Eiweiß benötigt werden, habe ich aus den 4 Eigelb kurzerhand ein paar Vanille-Zitronen-Plätzchen gebacken. Wäre sonst ja schade drum gewesen.

Eher gewöhnlich ist der im Buch enthaltene herzhafte Teil, in dem u.a. Blätterteige, Hefeteige oder Mürbeteige mit Käse, Gemüse, Fisch und Fleisch überbacken werden. Ich habe kurzerhand das Grissini-Rezept ausprobiert. Lecker.

Fazit: »Das große Backen« ist ein Backbuch mit teils simplen, teils komplizierten Rezepten, das mich aufgrund des kaum vorhandenen Bezugs zur ursprünglichen Sendung nur schwer begeistern konnte. Ein Buch zur Serie sollte auch die Teilnehmer enthalten, und vielleicht die ein oder andere Anekdote aus der – sicherlich – spannenden Wettbewerbszeit. Eine Vorstellung der Jurymitglieder und Fotos der Teilnehmer, oder doch zumindest der Gewinnerin, hätte ich mir in diesem Buch gewünscht. So bleibt es ein normales Backbuch mit herzhaften und süßen Back-Rezepten für Hobbybäcker mit ein bisschen Erfahrung.

Petra Link  und David Koch »Das große Backen«
icook2day Verlag, 2013
Hardcover, 192 Seiten
ISBN 978-3943848359
16,99 €

 Webtipps:

Webseite zur Sendung  Das E-Book von Heike Kahnt kaufen »Das große Backen« als Hardcover bei der Buchhandlung Calliebe oder bei amazon bestellen – beide liefern portofrei!

Komplette Rezension mit Fotos in meinem Blog. Über deinen Besuch würde ich mich dort sehr freuen.

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kochbuch

KOCHBUCH

Michele Cranston
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Christian München, 15.09.2011
ISBN 9783862440795
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch ist nach Tageszeit sortiert und beginnt mit der Zubereitung des Frühstücks und dem perfekten Ei. Gekocht, gebraten, im Ofen gestockt, oft geschlagen, manchmal gerührt oder gewendet, als Rührei oder Omelett. Nun ist das Frühstück in England und Australien meist etwas deftiger, denn in dieser Kategorie befinden sich auch Ofentomaten, gebackene Bohnen, Muffins oder Pfannkuchen. Dazu Rezepte für Brot, Smoothies oder Müsli.

600 Lieblingsgerichte, Getränke für jeden Anlass, Süßes zum Kaffee und Herzhaftes für den Abend bietet Michele Cranston an. Alle Rezepte sind mit einem Foto versehen, die Rezeptanleitungen sind kurz, aber ausreichend.

Den Schokoladenkuchen auf Seite 189 habe ich mit zusätzlich 100 g aufgelöster Kuvertüre verfeinert. Ein tolles Rezept und ein fluffiger und schön weicher Schoko-Kuchen.
Die Cookies von Seite 201 musste ich schon drei Mal backen (dazu demnächst mehr). Aber ich bin noch lange nicht fertig mit den Rezepten, denn allein die Back-Kreationen gefallen mir allesamt.
Wie bei vielen Köchen oder Bäckern hat auch Michele Cranston ihre persönliche Vorgehensweise der Zubereitung: In beinahe jedem süßen Rezept wird die weiche Butter zuerst mit dem Zucker schaumig geschlagen und dann die entsprechende verquirlte Menge Eier dazu gegeben, bevor dann Mehl, Backpulver und weitere Zutaten folgen.

Häufig  - und so habe ich es bisher auch gemacht – wird das Ei mit dem Zucker schaumig geschlagen, dann kommen die weiteren Zutaten dazu. Ich muss aber sagen, dass die Cranston-Methode sehr tolle Teige produziert. Ich werde das auch bei meinen eigenen Rezepten ausprobieren.

Die erklärten Dressings, das Vegetarische oder das Brot habe ich schon als Anregungen zum Kochen verwendet. Und den Tipp, ein bisschen Sahne ins Rührei zu geben, musste ich letzten Sonntag kurzerhand umsetzen. Sehr lecker!

Fazit: »Das Kochbuch« von Michele Cranston ist ein vielfältiges Nachschlagewerk, das sich jedoch nicht für den Anfänger eignet. Einige Erfahrungen im Bereichen Kochen und Backen sollten bereits vorhanden sein. Dann aber bietet dieses Kochbuch tolle Rezepte und viele schöne Ideen.


Die komplette Rezensionen inklusive Fotos befindet sich in meinem Blog.

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fußball, humor, weltmeisterschaft, gelesen 2014, witzig

Vom Mentalen her quasi Weltmeister

Horst Evers ,
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 04.04.2014
ISBN 9783871347764
Genre: Humor

Rezension:  
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sachbuch hobby & lifestyle, patric heizmann, diät, kochbuch

Ich bin dann mal schlank - Das Koch- und Rezeptbuch

Patric Heizmann , Hajo Jäger , Udo Bojahr
Buch: 154 Seiten
Erschienen bei Draksal Fachverlag, 01.04.2010
ISBN 9783932908637
Genre: Sachbücher

Rezension:

Im aktuellen Veganer Trend gehen andere Essgewohnheiten ein bisschen unter. Da kam mir das Thema Low Carb, das mir gleichzeitig aus mehreren Ecken zugetragen wurde, genau richtig.
Low Carb ist nichts anderes als Essen mit wenig oder ohne Kohlenhydrate. Das klingt einfach, ist aber schwierig zu praktizieren. Kohlenhydrate sind in sehr vielen Produkten enthalten und ein wichtiger Energielieferant. Doch Brot, Nudeln, Reis, Hirse, Haferflocken, Couscous und natürlich Chips & Knabberzeugs gehören u.a. bei einer Low Carb Ernährung nicht oder nur in sehr geringen Mengen auf den Speiseplan. Als Diät bietet Low Carb in jedem Fall eine gute Alternative, obwohl ich ja immer der Meinung bin: Weniger (essen) bringt mehr (beim Abnehmen). Aber jeder muss für sich selbst herausfinden, mit welcher Nahrungszufuhr er glücklich wird und welche Ernährung dauerhaft zum Traumgewicht führt.
Ich habe, toitoitoi, keine Gewichtsprobleme. Das hängt bestimmt zum Teil mit einem guten Stoffwechsel zusammen, aber ich achte auch darauf was und wie ich esse. So fand ich in »Ich bin dann mal schlank« zahlreiche Anregungen bei denen ich aus Erfahrung behaupten kann: Passt.

»Ich bin dann mal schlank« - Kochbuch von Patric Heizmann, 120 leckere Rezepte, mit Rezepten von Hajo Jäger und Fotos von Udo Bojahr

Auf gut 160 Seiten empfiehlt Patric Heizmann nach “seiner” Heizmann-Methode eine ausgewogene und gesunde Ernährung, die zum Erfolg führen soll. Auf ansprechende Art und Weise erklärt er die Änderung des Ernährungsplans und unterstützt im Kampf gegen den inneren Schweinehund. Alle seine Tipps sind leicht durchzuführen und in den normalen Alltag zu integrieren. Hier geht es nicht darum, auf Produkte zu verzichten, sondern sich dauerhaft bewusster zu ernähren. Dabei ist alles erlaubt, auch Kuchen.

Patric Heizmanns Tipps machen schlank. Denn es kann so einfach sein: Jegliche gesüßten Getränke vom Speiseplan streichen, keine süßen Snacks wie Schokolade oder Kuchen für zwischendurch. Lieber zu rohem Gemüse oder Obst greifen. Die Mahlzeiten klein halten und mit Genuss essen. Das macht schneller satt und somit auf Dauer schlank. Wer seinen Lebensstil dann noch mit Sport abrundet – Perfekt!

Neben all den Lebensweisheiten gibt es auch sehr leckere Rezepte, die mit wenig Aufwand nachgekocht werden können.
Toll sind die Choco-Cantuccini (S. 142) oder das Fladenbrot mit Gemüsecurry (S. 70/71) oder der Tomaten-Rucola-Aufstrich (S. 48) oder … oder … Hier finde ich wirklich viele, leckere Rezepte, auf die ich Appetit bekommen habe.
Bei einigen Zutaten schlägt Patric Heizmann als Zuckerersatz Stevia vor. Da bin ich etwas skeptisch. Stevia wird zwar aus einer Pflanze gewonnen, schmeckt aber anders als Zucker und gibt den Lebensmitteln einen befremdlichen Geschmack. Mit der Zeit gewöhnt sich der Gaumen vermutlich daran, ich denke jedoch, es geht auch anders. DennStevia ist nicht günstig. Wer normalen Zucker in homöopathischen Dosen verwendet, erhält den bekannten Geschmack, spart aber Geld und Kalorien. Denn wer selbst kocht, (fast) alles selbst herstellt und nicht mehr auf Fertigprodukte zurückgreift, wird schnell merken, dass der reduzierte Zuckeranteil auch einiges an Körpergewicht schmelzen lässt.

Auch bei selbstgekochter Marmelade würde ich kein Stevia verwenden. Mit 2:1 Gelierzucker wird die Zuckermenge reduziert, die Fruchtsüße hervorgehoben. Um die Hüften legt sich die Marmelade jetzt nur dann, wenn ein Glas pro Tag verdrückt wird. Aber dünn auf EINER Scheibe selbst gebackenem Vollkornbrot (ohne Butter) schmeckt super und ist gesund. Jetzt, wenn die Erdbeerzeit wieder losgeht, freue ich mich schon auf meine erste frisch gekochte Erdbeermarmelade – verfeinert mit Vanille, Tonkabohne oder Minze. Dieser Duft, der Geschmack – so leckerlieblichzuckersüß!

Außer Marmelade fülle ich seit gut einem Jahr auch Saucen und vor allem Ketchup nach Eigenproduktion ab. Denn in Fertigsaucen oder Ketchup aus dem Supermarkt steht Zucker nicht selten an erster oder zweiter Stelle.
Auf Seite 37 präsentiert Patric Heizmann auch sein Ketchup-Rezept, das neben Tomaten und Zwiebeln auch Möhren und zahlreiche Gewürze enthält, aber keinen Zucker. Das klingt sehr lecker.

Nics Ketchup

Mein Ketchup-Rezept findest du bei mir im Blog. 

Ich verwende den Ketchup auch zum Würzen von Dips oder – wenn es mal schnell gehen muss – als Pasta-Sauce und kippe ihn einfach über die fertig gekochten Nudeln. Passt auch super zu Reis und Kartoffeln. Wenn ich Ketchup mache, verdopple ich meist die Menge, damit ich einen kleinen Vorrat habe.

Fazit: Kleinere Mahlzeiten, nichts zwischendurch essen oder Gemüse knabbern, Zucker reduzieren und auf ungesüßte Getränke umstellen. Dazu ein bisschen Sport und eine abwechslungsreiche Ernährung. Klingt alles gar nicht so schwer, wenn der innere Schweinehund nur die Klappe halten würde! 
Auf jeden Fall:  »Ich bin dann mal schlank« ist sehr empfehlenswert!


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anne bühring, westermann, vegane küche, kochbuch, campus food

Campus Food

Anne Bühring , Kurt-Michael Westermann
Flexibler Einband: 148 Seiten
Erschienen bei Systemed, 10.03.2014
ISBN 9783942772211
Genre: Sachbücher

Rezension:

Überrascht war ich, als mich eine E-Mail erreichte, in der ich über die Veröffentlichung eines Buches informiert und gefragt wurde, ob mir ein Exemplar  zur Besprechung zugesandt werden dürfte. Solche Mails bekomme ich zwar oft, überrascht hat mich allerdings der Titel des Buches: »Campus Food – Vegane Studentenküche«.
Zugegeben: Ich musste auch ein bisschen Schmunzeln, denn die Mail traf einige Tage bei mir ein, nachdem ich die Kolumne: Vegane Küche vs. Fleischeslust – Streiten bis Blut und Tomatensaft spritzen online gestellt hatte. Ich war also nicht nur überrascht, sondern auch erfreut, denn so eine Reaktion auf einen Blogeintrag ist schön. Vielleicht war es auch nur Zufall. In jedem Fall bejahte ich, obwohl der Titel überhaupt nicht zu mir passt. Ich bin kein Student, ich war auch nie eine Studentin und werde in diesem Leben ganz sicher den Campus nicht mehr unsicher machen. Zwar behaupte ich immer gern, ich studiere das Leben, aber das ist hier möglicherweise nicht gemeint. Aber: Kochen ist meine neue Leidenschaft. Und was sollte bitteschön an einem Studentenkochbuch so anders sein, als an einem Kochbuch für den Alltag? Ich wollte es herausfinden.

Die Macher

Wer vegan, aber vielfältig kochen möchte, kommt an Soja kaum vorbei. Die Soja-Schnetzel von Alnatura kann ich sehr empfehlen. Toll für Spaghettisauce, als Einlage bei Suppen oder Chili sin Carne.

55 Rezepte und Anregungen  für Veganer, Vegetarier und solche, die ab und an mal fleischlos essen möchten, präsentiert die Vegane Studentenküche »Campus Food«. Verantwortlich dafür sind Anne Bühring und Kurt-Michael Westermann. Keine TV-Profiköche – muss aber auch nicht. Anne Bühring leitet in Winsen /Luhe eine Praxis für Ernährung und Prävention. Außerdem ist sie Food-Autorin. Sie hat die Rezepte zusammengestellt, gekocht und aufgeschrieben. Doch ein Kochbuch ohne Fotos ist nicht sehr ansprechend. Kurt-Michael Westermann arbeitet international als Fotograf. Seine Werke sind in Kochbüchern, Magazinen und Bildbänden zu finden. Beides “Macher” vom Fach.

Kochen mit und ohne Trendfaktor

Ich bin kein Freund vom  aktuellen “Ich bin ein Veganer”-Trend, denn wer gesund und frisch kocht, der kommt an der veganen Küche nicht vorbei, ohne sich bewusst als Veganer zu titulieren. Ich sage: Ich koche und backe gern. Das klingt trendlos und umfasst grundsätzlich alles, was in der Küche passiert. Aber ich bin auch neugierig auf Gerichte. Anregungen hole ich mir gerne aus Kochbüchern oder Koch-Portalen. Wie würde mich also die vegane Studentenküche inspirieren?

Silikon-Muffinförmchen für süße und herzhafte Kreationen von Tchibo.

Der erste Eindruck

Beim ersten Durchblättern entdeckte ich einige Muffin-/CupCake-Förmchen, die auch ich im Schrank stehen habe. (Psst, sie sind von Tchibo.) Das passende Zubehör besaß ich also (fast) schon.  Bei der Rezeptwahl hatte ich jedoch so meine Schwierigkeiten, denn ein paar der Gerichte sagten mir von den Zutaten her nicht zu (das ist reine Geschmacksache), viele kannte ich bereits. Chili sin Carne, Möhrensalat oder Couscous gehören bei uns regelmäßig auf den Tisch. Rote-Beete-Suppe? Gerne und im Winter oft. Auch Variationen zahlreicher anderer Gemüsesorten werden bei uns täglich zu Gerichten verarbeitet. Selbstgebackenes Brot, Milchreis mit Kompott und Smoothies bereite ich gerne zu. Küchlein, Muffins & Co. – ich backe mindestens zwei Mal die Woche. Diese Kreationen sind lecker ohne sie nachbacken zu müssen. Auf dem ersten Blick keine Anregungen für mich. Auf dem zweiten aber schon. Denn hier wird ohne Milch und Käse gekocht und diese veganen Varianten regen die Geschmacksknospen an.

Aus Couscous lassen sich sehr schnell würzige bis scharfe vegane Gerichte zaubern – mit frischem Gemüse verfeinert. Lecker. Couscous ist eine tolle Alternative zu Nudeln, Reis & Co.

Interessante Ergänzungen

Das Buch gibt zu Beginn Tipps für alle, die ihre Ernährung auf vegan umstellen wollen und bietet am Ende zahlreiche Durchhalteparolen. Letztere haben aus meiner Sicht diesen “Nur-Vegetarier/Veganer-Sind-Besser”-Touch und wirken auf mich ein bisschen politisch, auch wenn die Ausführungen in vielen Hinsichten der Wahrheit entsprechen. Vielleicht reagiere ich hier auch ein bisschen empfindlich.
Dafür gefallen mir die ergänzenden Tipps bei vielen der Rezepte, die Alternativen zu den veganen Zutaten bieten – Käse oder Milch sind dann durchaus erlaubt und für Nicht-Veganer eine schmackhafte Veränderung. Auch die Ernährungsstipps, die sich im Buch zwischen den Rezepten verstecken – z.B. “Besser essen mit Nüssen” – find ich super. Die Kapiteleinteilung ist schlüssig, die Erklärungen gut, die Fotos zu den Gerichten machen Appetit.
Manche Gerichte sind schnell zubereitet, für andere sollte ein bisschen Zeit vorhanden sein. Die Zutaten – da rein vegan – sind nicht im Discounter erhältlich. Das ist klar. Aber z.B. Couscous oder Quinoa führt der dm-Dorgeriemarkt, auch Sojamilch oder Kokosmilch ist dort erhältlich.

Nachteil: Das Buch hat einen normalen, nicht folierten, dünnen  Pappeinband – für Saucenspritzer und übergekochte Malheurs in der Küche ungünstig. Und auch die einzelnen Seiten sind ziemlich anfällig, wenn es in der Küche mal heiß her geht.
Ansonsten finde ich das Design und die Aufmachung aber ziemlich schick und sehr passend zum Titel. Also beim Kochen zur Seite legen, damit der Pappband von der Roten Beete oder dem Rotkohl nicht eine völlig neue Farbe bekommt.

Fazit: Anne Bühring hat vielfältige und schmackhafte Gerichte zusammengestellt, die sich auch für Nicht-Studenten, Vegetarier, Neu-Ernährer, Gern-Kocher und all diejenigen eignen, die Lust auf knackige Rezepte haben. Die Fotos von Kurt-Michael Westermann ergänzen die Anleitungen und machen Lust auf mehr.

Copyright: Nicole Rensmann / Weitere Rezensionen unter blog.nicole-rensmann.de

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mark dunn, sprachwitz

Nollops Vermächtnis

Mark Dunn , Henning Ahrens
Fester Einband: 239 Seiten
Erschienen bei Mare Verlag, 01.03.2004
ISBN 9783936384918
Genre: Romane

Rezension:


»Nollops Vermächtnis« ist das Erbe eines Ehrenbürgers der kleinen Insel Nollopton. Die Bewohner vergöttern Nollop und ehren den sprachgewandten Mann, dem es doch tatsächlich gelungen ist, einen Satz zu verfassen – ein Pangramm – , in dem jeder Buchstabe des Alphabets mindestens einmal vorkommt. Dieser Satz prangt als Heiligtum gut sichtbar am Denkmal des Stadtzentrums. Doch dann geschieht das Unglück. Es fällt das Z. Der Hohe Rat sieht darin ein Zeichen und verbietet zukünftig das Z zu benutzen. Bücher, Schriften und Verordnungen werden entsorgt. Das Z wird verbannt und wer sich erlaubt das Z weiterhin zu verwenden wird bestraft. Verwarnung, Auspeitschen, Verbannung. Keine Lappalie. Natürlich bleibt es nicht beim Z. Und viele Inselbewohner ahnen, dass es nicht Nollop ist, der auf diese Weise auf sich aufmerksam machen will, sondern nichts weiter als der hundert Jahre alte Kleber, der zum Ankleben der Buchstaben-Kacheln verwendet wurden.

Der Zerfall der Sprache - deutlicher ist es kaum darzustellen.
Der Zerfall der Sprache – deutlicher ist es kaum darzustellen.
Nun. Der  Hohe Rat ist jedoch anderer Meinung. Und es passiert, was passieren muss. Nach und nach fallen alle Buchstaben aus dem Pangramm herunter. Auch das O, aber das – so meint der Hohe Rat – muss ein Versehen sein. Das O darf weiter benutzt werden, sonst könnte ja der tolle Nollop nicht mehr beim Namen benannt werden. Die Sprache verschwindet, dabei stand Nollop doch für die Sprache. Natürlich erfährt auch die Außenwelt von diesen seltsamen Verboten und versucht auf ihre Weise zu helfen.

"Das Z zerplatzt" von Chris van Allsburg: "Das Z zerplatzt, das Stück ist aus."
“Das Z zerplatzt” von Chris van Allsburg: “Das Z zerplatzt, das Stück ist aus.”
Die Geschichte ist nicht spannend, sie stimmt jedoch nachdenklich und erinnert mich nicht nur an die Schildbürger-Geschichten aus meiner Kinderzeit, sondern auch an »Das Z zerplatzt« von Chris van Allsburg – ein Kinderbuch mit Buchstabenreimen.
Doch Parallelen im Buch finden sich vor allem in der Realität. Die ausnahmslose Verehrung einer toten Person, ohne den eigenen Verstand zu benutzen, die Ausübung von Gesetzen der Machthabenden und der Kampf der Bürger gegen diese. Eine Buchstaben-Diktator. Und da wäre noch der Zerfall der Sprache, der von zahlreichen Generationen immer weider bemängelt wird.

Das besondere zum Stil: Die Geschichte rund um Nollop in Nollopton wird in Briefform geschrieben. Es wird keine Atmosphäre geschaffen. Nie kennt der Leser die Umgebung des Protagonisten und erfährt auch nicht wie dieser selbst aussieht. Alle bleiben ohne Gesicht, sie haben nur ihre Sprache, die sie in Schriftform ausdrücken. Und das muss nicht nur für den Autor, vor allem aber für den Übersetzter Henning Ahrens eine Herausforderung gewesen sein.

Letztendlich ist es kein erzählter Roman, sondern ein Schreibexperiment und die erschreckend ironische Zurschaustellung des Menschen auf vielfältige Weise.

Fazit: »Nollops Vermächtnis« von Mark Dunn ist für alle, die Sprache und Ausdruck lieben und mehr als nur eine unterhaltende Geschichte möchten.

© & Komplette Rezi unter:
http://www.blog.nicole-rensmann.de/2014/03/18/gelesen-nollops-vermaechtnis-von-mark-dunn/

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twelve years a slave, sklavenhandel, geschichte, solomon northup, amerika

Twelve Years a Slave

Solomon Northup , Johannes Sabinski , Alexander Weber
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 17.02.2014
ISBN 9783492306140
Genre: Biografien

Rezension:

Als ich die Ankündigung zu »Twelve Years a Slave: Die wahre Geschichte« gelesen habe, musste ich sofort an Onkel Toms Hütte denken. Mit acht oder neun Jahren hatte ich eine Musikkassette, auf der die Geschichte Onkel Toms Hütte erzählt wurde. Diese Geschichte habe ich gefühlte 1000 Mal gehört. An ein Buch kann ich mich nicht sicher erinnern, aber an die Kassette und die Erzählung sehr wohl. Gänsehaut hat sie mir beschert und Spannung vermittelt, wie ein Krimi. Erst später habe ich verstanden, dass es sich nicht nur um eine erfundene Geschichte handelt, sondern Sklavenhandel zum Leben vieler Menschen gehörte. Entsetzen und absolutes Unverständnis darüber wie Menschen andere Menschen versklaven, foltern und missbrauchen können, begleitete mich von da an, wenn ich die Kassette hörte, die Faszination an der Geschichte verlor sich jedoch nicht.
Heute, ca 35. Jahre später, bin ich älter, das Unverständnis ist geblieben. Obwohl diese Geschichte, die Solomon Northup erzählt, mehr als 150 Jahre vorbei ist, werden auch heute noch Menschen als Sklaven gehalten, geschlagen, missbraucht, getötet. Unvorstellbar, aber leider die Wahrheit. Darauf braucht die Menschheit, die so oft von Gerechtigkeit und Menschlichkeit spricht, nicht stolz sein.

Stolz jedoch kann Solomon Northup auf sich sein, denn er hat Meisterhaftes geschafft: Er hat überlebt.
In seiner Geschichte erzählt er, ohne auf Effekthascherei oder künstliche Spannungselemente zu achten, von seinem Leben, das mit einem Mal eine furchtbare Wendung nimmt. Verheiratet, drei Kinder, eine eigene Farm – ein freier und strebsamer junger Mann – und immer auf der Suche nach Arbeit, so stellt er sich zu Beginn dar. Dann gerät er an die falschen Leute, die sein Talent als Geigenspieler zunächst gut bezahlen und ihn dann an einen Sklavenhändler verkaufen. Seine Geschichte liest sich ebenso spannend wie sich Onkel Toms Hütte anhörte, mit dem Unterschied, dass alles der Wahrheit entspricht. Er erzählt nicht allein von Sehnsucht und Leid, sondern auch von seiner Arbeit, erklärt die Baumwollernte oder berichtet von den Freuden, die alle Sklaven an den Weihnachtstagen verspürten. Tage, an denen sie frei bekamen und feiern durften. Drei Tage im Jahr. Obwohl er nicht wie ein Schriftsteller auf Stilmittel setzt, mit denen er den Leser zu fesseln versucht, liest sich die Geschichte spannend, er jammert nie, er versinkt nicht in Mitleid. Bilder entstehen im Kopf und im Geiste habe ich stets die Stimme des Synchronsprechers von Morgen Freeman im Kopf, der mir »Twelve Years a Slave: Die wahre Geschichte« von Solomon Northup vorliest. Eine wahre Geschichte eines Kämpfers, das Leben eines freien Mannes, der zum Sklaven wurde und alles entbehren und dafür Schreckliches erleben musste.

Steve McQueen verfilmte die Geschichte und erhielt dafür den Golden Globe im Jahre 2014. Bei der Verleihung des Oscars 2014 wurde »12 Years a Slave« als bester Film mit einem Oscar ausgezeichnet. Außerdem erhielten Lupita Nyong’o als beste Nebendarstellerin und John Ridley für das beste adaptierte Drehbuch je einen Oscar.

Die DVD ist ab Mai 2014 erhältlich. Ein Vorwort von ihm im Buch erzählt wie er auf Solomons Northups Geschichte gestoßen ist. Chiwetel Ejiofor verkörpert Solomon Northup, Hans Zimmer sorgt für den perfekten Soundtrack.
Im Buch sind einige farbige Bilder der Verfilmung enthalten.
Ich hätte mir dazu ein paar Seiten mit dem Originaltext gewünscht, denn die Sprache ist ein bisschen glatt gezogen. Das ist zur besseren Lesbarkeit ideal, aber ein Blick in die tatsächlichen Aufzeichnungen von Solomon Northup hätte ich sehr interessant und spannend gefunden. Zumal im Vorwort auf den etwas schwerfälligen Ausdruck des 19. Jahrhunderts eingegangen wird.

Fazit: Ich schäme mich dafür, dass mich diese wahre Geschichte gut unterhalten hat und bedanke mich dafür, dass Mr. Northup mich an seinen Gedanken und seinem Leben teilhaben ließ. Ein tolles Buch, das mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird. Lesenswert!

 

Solomon Northup
Twelve Years a Slave – Die wahre GeschichteTaschenbuchPiper Verlag , 02/2014288 Seiten9,99 €

Das Buch ist auch als E-Book, Hörbuch und mp3 Datei erhältlich und kann bei amazon oder z.B. bei der Buchhandlung Calliebe portofrei bestellt werden.

Webtipps:

Das Buch beim Verlag. Interessanter Bericht zu Verfilmung des Buches im Kulturblog. Artikel zum Film bei welt.de

 

Vielen Dank an den Piper-Verlag!

© Text: Nicole Rensmann
© Cover: Piper Verlag

Dieser Eintrag wurde von paperblog.de ausgezeichnet. Vielen Dank.


Originaleintrag in meinem Blog. 

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kurzgeschichte, nicole rensmann, liebesgeschichte

Ein traumhaft schöner Tag: Kurzgeschichte

Nicole Rensmann
E-Buch Text: 13 Seiten
Erschienen bei neobooks Self-Publishing, 25.11.2013
ISBN 9783847662433
Genre: Sonstiges

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fantasy, london, u-bahn, parallelwelt, engel

Niemalsland

Neil Gaiman
Flexibler Einband: 362 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 01.08.1998
ISBN 9783453137578
Genre: Fantasy

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Neue deutsche Küche

Frank Rosin
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Dorling Kindersley, 01.09.2013
ISBN 9783831024353
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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kochprofis, kochbuc

Die Kochprofis

Ralf Frenzel
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Tre Torri Verlag, 25.04.2013
ISBN 9783941641877
Genre: Sachbücher

Rezension:

Gekocht wird im Fernsehen auf fast allen Sendern und die TV-Profiköche publizieren Kochbücher, die sich zurzeit großer Beliebtheit erfreuen. Auch bei mir. Nicht immer koche ich die Rezepte exakt nach, ich suche vor allem Anregungen, Ideen und Tipps von denjenigen, die es können. Ob Tim Mälzer, Frank Rosin, Sarah Wiener, Steffen Henssler oder Christian Rach – Kochen ist ihr Beruf und ihre Leidenschaft und das geben sie weiter, in ihren Restaurants, im Fernsehen, in ihren Büchern und somit an mich und uns, die sich der Leidenschaft des Hobby-Kochens hingegeben haben.

Andreas Schweiger, Frank Oehler, Ole Plogstedt, Mike Süsser bieten in der Sendung “Die Kochprofis – Einsatz am Herd” (Rtl2) gastlosen Restaurants ihre fachmännische Unterstützung an. Natürlich haben auch sie ein Buch rausgebracht. Das gehört sich so. Der Titel “Das 1 x 1 des Kochens” klingt als sei dieses Kochbuch für alle, die sich das erste Mal mit dem Kochen beschäftigen. Stimmt aber nicht.

Ich behaupte, das 1 x 1 des Kochens beherrsche ich schon recht gut. Doch das Buch der Kochprofis bietet Kniffe und Tricks, die das kleine Einmaleins vertiefen und in das große Einmaleins des Kochens einführen. Alle, wirklich alle Rezepte sind alltagstauglich und mit wenig bis mittelmäßig viel Aufwand nachzukochen. Fotos und kleine fachmännische Tipps runden die Rezeptseiten ab.

Lese ich ein Kochbuch, klebe ich auf all die Rezepte, die ich ausprobieren möchte, ein Post-it. Mein Buch kannst du mit all seinen Post-its rechts sehen.
Die Aufmachung ist übrigens auch sehr gut. Die Flecken auf dem Einband sind schon da gewesen, bevor meine dazu gekommen sind. Sehr praktisch! ;-) 

 

 - Wo gehobelt wird fallen Späne und wo gekocht wird spritzt es auch schon mal. - 

Noch stapeln sich bei mir nicht Hunderte von Kochbüchern, sondern nur eine kleine dezente Auswahl, aber “Das 1 x 1 des Kochens  - Unsere Kochschule” von den Kochprofis ist zurzeit mein Lieblingskochbuch, aus dem ich schon zahlreiche Rezepte ausprobiert habe. Und endlich, endlich habe ich auch den Schoko-Kuchen mit flüssigem Kern hinbekommen. Das Rezept (fast am Ende) ist nämlich superleicht nachzumachen.

Fazit: In der Küche ein unentbehrlicher Rat- und Rezeptgeber. Vielen Dank dafür. Und bitte mehr davon. Ich warte gespannt auf “Das große 1 x 1 des Kochens” und

bestell hiermit schon mal ein Exemplar vor.

Webtipps: 

Mehr Infos zu den Köchen und der Sendung bei RTL2 


Komplette Rezi mit Fotos unter 
http://www.blog.nicole-rensmann.de/?p=13661

 

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shining, stephen king, horror, thriller, dan torrance

Doctor Sleep

Stephen King , Bernhard Kleinschmidt
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Heyne, 28.10.2013
ISBN 9783453268555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Außergewöhnliche an diesem Buch ist nicht die Geschichte oder der Stil in dem sie geschrieben ist. Auch, dass es sich um die Fortsetzung von »Shining« handelt, macht »Doctor Sleep« nicht zu dem Unikum, das es für viele Leser geworden ist, aufgrund einer einzigen Begebenheit: Stephen Kings Besuch in Deutschland – sein erster und vermutlich auch einziger.

Mehr als zwanzig Jahre haben die Fans gehofft und gebettelt, doch der Meister folgte dem Bitten und Betteln nicht. Über den Tellerrand, so hieß es in Fankreisen, schaut der King nicht gern. Bei seinem Besuch in Deutschland klang das – all den Berichten und Blogeinträgen, Interviews und Begeisterungsschreien seiner Leser nach -,  allerdings völlig anders. King, so sagte er selbst, kann die deutsche Sprache nicht und käme sich vor wie ein Depp. Die andere – aus meiner Sicht viel sympathischere Antwort war jedoch diese, in der er erklärte, dass er keinen Zirkus um sich machen wolle, er schreibe Geschichten, zuhause, am Schreibtisch und sei ein völlig normaler Typ.

Die Bescheidenheit steht einem Mann sehr gut, der als Schriftsteller in die Geschichte eingehen wird und ein großes Sümmchen im Laufe seines Lebens verdient hat. Das macht ihn noch ein bisschen cooler. Und so kann sich Stephen King auch mal erlauben ein Buch zu schreiben, dass die Erwartungen seiner Fans – der alten und der neuen – nicht bei allen erfüllt. 

In»Doctor Sleep« kehrt Stephen King zu einem Charakter zurück, der ihm nicht nur ans Herz gewachsen zu sein scheint, sondern dem er einen sehr privaten Teil seines eigenen Lebens einhaucht. Dan – der kleine Danny aus »Shining«- ist erwachsen geworden, doch seine Erlebnisse aus dem Overlook Hotel haben Narben hinterlassen, die er mit Alkohol zu heilen versucht. Das gelingt ihm – logischerweise – nicht. Und die Geister, die ihn einst verfolgten, wird er nicht mehr los. Als er sich den Anonymen Alkoholikern anschließt und später einen Job in einem Hospiz annimmt, scheint er sein Leben im Griff zu haben.
Parallel lernen wir die kleine Abra kennen, ein Mädchen das eine ähnliche Begabung wie Dan besitzt. Jedoch viel stärker, so stark, dass sie über Grenzen hinweg schon als Baby Kontakt mit ihm aufnimmt. Ein Kontakt der viele Jahre für beide lebensrettend werden kann. Denn da sind auch die Mitglieder des Wahren Knotens, die Jagd auf Kinder der – aus ihrer Sicht sogenannten Tölpel –  mit übernatürlichen Fähigkeiten machen, sie foltern und töten, bis sie dasSteam erhalten. Eine Art Seelendroge für die Mitglieder des Wahren Knoten, die sich über Jahrhundert davon ernähren.

Auf den ersten 140 Seiten wird Dan als unsympathischer, hilfloser und in mehrfacher Hinsicht torkelnder Mann beschrieben, der mit seiner Gabe und seinen Erlebnissen nicht umzugehen weiß. 140 Seiten ohne viel Spannung, wenigen Rückblicken, und dem Wunsch, das Buch vorzeitig zu beenden. Das wäre jedoch schade gewesen, denn nach dieser sehr langen Einführungsphase geht es endlich los.

Die Entwicklung der Charaktere kommt positiv voran, die unterschiedlichen Handlungsstränge werden zaghaft miteinander verknüpft und mit fester Hand und doppeltem Knoten zum Showdown getrieben. Hier hätte ich mir allerdings gewünscht, dass King die Handlungen der Protagonisten, diese selbst, all die Wendungen und auch die Wahren, die wie eine Sekte auftreten, intensiver beleuchtet hätte. Die 140 Seiten vom Anfang hätte er gerne noch in die Mitte einfügen dürfen, auch 200 oder 300 Seiten wären für mich okay gewesen. Die Idee ist interessant, wenn auch nicht neu, und manche Handlungsstränge klingen ein bisschen herbei geschrieben, aber die negativen Aspekte kann ich durch die (später) durchweg sympathischen “Guten” übersehen.

Ohne die ersten 140 Seiten hätte ich den Roman in die oberen Besten eingestuft, so fällt er etwas ab, macht aber trotzdem Spaß. Gefallen haben mir vor allem (Achtung, ein bisschen Spoiler!), die Gut/Böse-Zeichnung der einzelnen Charaktere. Hier gibt es Gut und Böse, aber auch die Guten können böse, die Bösen gut sein. Ein wahre Betrachtungsweise, die der Geschichte eine interessante Tiefe verleiht.

Fazit: Bis s. 140 durchhalten. Dann wird es spannend, interessant und vielschichtig.  Positiv: »Doctor Sleep« kann auch von all denjenigen gelesen werden, die »Shining« noch nicht kennen.

 

 Webtipps:

Stephen King Special zum Buch auf der Verlagsseite Special zum Buch Stern.de-Artikel zu Stephen Kings Besuch in Frankreich und Deutschland

 

STEPHEN KING Doctor SleepOriginaltitel: Doctor Sleep
Originalverlag: Scribner
Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt Hardcover mit Schutzumschlag, 704 Seiten
ISBN 978-3-453-26855-5
€ 22,99  Das Buch ist auch als eBook, mp3 ungekürzt und Hörbuch erhältlich.   Vielen Dank an den Heyne Verlag! © Cover: Heyne Verlag
© Text: Nicole Rensmann
Originalrezension im Blog

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endzeit, sohn, vater, apokalypse, tod

Die Straße

Cormac McCarthy , Nikolaus Stingl , ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.06.2008
ISBN 9783499246005
Genre: Romane

Rezension:

Cormac McCarthy gelingt mit »Die Straße« ein Meisterwerk des Endzeitromans. Ohne Actionszene, lediglich mit ein paar Schockmomenten, die jedoch ohne reißerische Sprache auskommen und einem einzigartigen Erzählstil gelingt es ihm, eine Atmosphäre zu schaffen, die ein konstantes Gefühl vermittelt: Hoffnung.

Ob ein Krieg, eine einzige Bombe oder eine Naturgewalt die Welt zerstört und einen Großteil der Menschen getötet hat, bleibt offen. Die Ursache ist auch nicht wichtig, einzig die beiden Hauptpersonen treiben dieses Buch voran. Ein Junge und sein Vater kämpfen sich durch das zerstörte Land. Asche, Dreck und Verwüstung begegnen ihnen ständig. Selten Menschen vor denen sie sich verstecken. Denn die wenigen Überlebenden gehören zu den Bösen, die sich zusammengerottet haben und die Guten töten, um sie zu essen. Kannibalismus als Überlebenschance – ein Erklärungsversuch für die Morde und Taten in Extremsituationen. Doch, dass es auch anders geht, zeigen die Guten. Der Junge und der Mann. Namenlos setzen sie ihren Weg auf der Straße fort, auf der Suche nach Lebensmitteln, Wärme und eine bessere Welt. Ihr Antrieb: Liebe und Hoffnung. Auf was? Das wissen Junge und Mann, das weiß auch der Leser. Die Antwort möchte ich an dieser Stelle aber nicht geben. 

Die Geschichte selbst hat mich sehr stark an den Film  »Hell« (mit Hannah Herzsprung, Lars Eidinger) erinnert, den ich erst kurz vorher gesehen habe. Zerstörung der Erde, wenige Überlebende, die Bösen mit dem gleichen Ziel, die Guten auf dem Weg zu einer besseren Welt. Doch es ist nicht die Geschichte, die dieses 253 Seiten Buch »Die Straße« zu einem Kleinod macht, sondern die Art und Weise wie Cormac McCarthy sie erzählt. Der Leser weiß den Grund des Leidens nicht, er erfährt niemals die Namen von Junge und Mann. Auf mainstreamige Spannungselemente verzichtet Cormac McCarthy vollkommen. 
»Die Straße« ist ein sprachliches Highlight mit einer einzigartigen Stimmung. Sensibel und wunderbar gleichmäßig erzählt. Die Dialoge – wortkarg, aber vollkommen ausreichend, denn in jedem kleinen Wort spiegelt sich alles wieder was die Beziehung und das Leben von Junge und Mann ausmachen. Das Besondere dabei: Der Autor verzichtet vollkommen auf Anführungszeichen oder störende Doppelpunkte. Ein tolles Stilmittel, das zu diesen Roman ideal passt.

Fazit: »Die Straße« lässt mich mit einer bedrückten Stimmung zurück. Ein Roman, der mir – nicht nur der Geschichte wegen, sondern vor allem aufgrund des Erzählstils – noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Einziges Manko, an einer Stelle hat das Lektorat nicht aufgepasst, der Erzähler – der Mann – wechselt von der erzählenden Perspektive in die Ich-Perspektive. Das verwirrt und reißt einen aus dem Erzählfluss.

Buchausgaben und Verfilmung:

2007 erschien der Roman im Rowohlt Verlag. Eine Taschenbuchausgabe folgte im Jahr darauf. 2013 publizierte der Verlag eine Neuauflage. Das Buch ist z.B. bei amazon oder bei der Buchhandlung Calliebe und jeder anderen Buchhandlung um die Ecke erhältlich.
»Die Straße« wurde mit Viggo Mortensen, Kodi Smit-McPhee und Charlize Theron in den Hauptrollen verfilmt und ist unter dem Name  »The Road« als DVD erhältlich.

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surreale storys, frauen, verlust, keith donohue, berichte

Sommernachtsfrauen

Keith Donohue , Sabine Herting
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Bertelsmann, C, 30.09.2013
ISBN 9783570011287
Genre: Romane

Rezension:



Sein Debüt »Das gestohlene Kind« hat mich begeistert, darum interviewte ich den US-Autor 2009 für das Magazin phantastisch!. Sein zweiter Roman »Der dunkle Engel« - obwohl stellenweise etwas langatmig – wies interessante Aspekte der phantastischen Literatur auf, die mir gefielen. Könnte Keith Donohues dritter Roman »Sommernachtsfrauen« an meine Begeisterung über sein Debüt anknüpfen? Ich war gespannt.

Erster Satz: »Wir alle fallen mal!«

Der männliche Erzähler der Geschichte erwacht auf dem Fußboden seines Badezimmers. Er wurde nieder geschlagen. Eine blutende Kopfwunde und eine kurze Bewusstlosigkeit sind die Folge. Doch nicht nur das. Ein alter Mann – vielleicht sein toter Vater – (er scheint sich da nicht immer so sicher zu sein) sitzt nun neben ihm auf dem Badewannenrand, sieben Fahrräder liegen auf dem Rasen und acht (fast) nackte Frauen in seinem Bett. Alle Frauen haben eine Geschichte zu erzählen, nicht selten versuchen sie den noch namenlosen Protagonisten vorher zu töten. Sie beichten ihre Lebensgeschichte, in der ein Mann eine große Rolle spielt, selten jedoch eine gute. Alle Frauen stammen aus mehreren Epochen, und so verschieden stellen sich auch ihre Erzählungen dar. Der Leser bekommt ein Märchen über die Frau erzählt, die einen Mann liebte, der des Nachts zum Bär wurde, er taucht in die mittelalterliche Hexenverfolgung ein, geht mit einer Frau zur See, die sich als Mann verkleidet, schürft im amerikanischen Goldfieber mit oder muss sich mit dem Sklaven-Dasein auseinander setzen.  Alle Frauen tragen ein Schicksal und ein Geheimnis mit sich, dessen wahrer Zusammenhang sich erst am Ende des Buches offenbart.

»Sommernachtsfrauen« sind acht Geschichten über die Schicksale unterschiedlicher Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten. Acht Geschichten, eingewoben in eine Handlung, die so verworren und seltsam erscheint, das von Anfang an nur ein Ende vorgesehen sein kann. Diese acht Frauenschicksale, der teils sehr starke Erzählstil  und die Hoffnung, das Ende möge anders sein als vermutet, treibt den Leser zum Weiterlesen an. Das Buch beschäftigt einen, auch wenn es zugeklappt auf dem Tisch liegt.
»Sommernachtsfrauen« ist nicht unbedingt ein Frauenbuch, auch wenn der Titel dies vermuten lässt. Im Gegenteil, so empfand ich den Protagonisten nie als sympathisch, konnte mich aber auch nur selten mit den Frauen identifizieren. Zu Beginn wirkt die Handlung wie der erregende Wunschtraum eines Mannes und immer wieder stieß ich auf Ungereimtheiten im Handlungsablauf, die den Lesefluss hemmten. Die fast schon verrückt anmutende Story rund um die acht Frauengeschichten will einfach nicht so richtig passen. Außerdem fehlt dem Buch die Prämisse. Diese wird am Ende auf zwei Seiten kurz nachgeschoben, doch das war zu wenig, um aus dem Buch einen zusammenhängenden Roman zu machen. 

Keith Donohue erzählt die Geschichte von einem Mann und acht Frauen. Und auch wenn das Ende eine Erklärung für all diese Geschichten und die Zusammenhänge bietet, fehlt es den »Sommernachtsfrauen« an Entwicklung. Die acht Geschichten für sich alleine als Story-Band hätten, meiner Meinung nach, wunderbar funktioniert. Vor allem die erste Geschichte, die sehr märchenhaft daherkommt, gefiel mir sehr gut. Den Protagonisten, der am Ende Jack heißen wird, und sein wirres Dasein hätte es nicht gebraucht.

Fazit: Schön geschrieben, ziemlich wirre Handlung, aber durchaus mit einer interessanten Idee, die  mehr Logik verdient hätte.

Keith Donohue »Sommernachtsfrauen«
Originaltitel: Centuries of JuneÜbersetzung: Sabine HertingHardcover mit SchutzumschlagC. Bertelsmann Verlag, September 2013 ISBN 978-3570011287347 Seiten
19,99 €

Der Roman ist auch als eBook erhältlich.

 

Webtipps: 

Interview mit Keith Donohue von 2009 Weitere Rezensionen hier im Blog Mehr zum Buch auf der Verlagsseite


Vielen Dank an C. Bertelsmann!



Original-Rezension im Blog (blog.nicole-rensmann.de)

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Peter Gaymanns Kunst mit Hühneraugen

Peter Gaymann
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Belser, 01.09.2013
ISBN 9783763026524
Genre: Comics

Rezension:  
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liebe, herz, märchen, kuckucksuhr, jack

Die Mechanik des Herzens

Mathias Malzieu , Sonja Finck
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Carl's Books, 08.06.2012
ISBN 9783570585085
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein Märchen für Erwachsene. Das ist der 192 Seiten schmale Roman von Mathias Malzieu in jedem Fall. Die Idee erinnert stellenweise an Mary Shelleys “Frankenstein”. Ein Monster wird jedoch nicht erschaffen, obwohl die Aktivitäten einer der Hauptcharaktere durchaus monströs sind. Madeleine, eine etwas wundersame Frau, die als Hexe verschrien ist, arbeitet als Hebamme. Zu ihr kommen jedoch nicht die reichen und feinen, sondern all die Frauen und Mädchen, die ihr Kind nicht behalten wollen oder können. Doch Madeleine bringt nicht nur zahlreiche Kinder auf die Welt, die dann – bis kinderlose Paare sie abholen – bei ihr leben, sie repariert auch Menschen, wie andere Autos.
Da wäre z.B. der Polizist Arthur, der viel lieber Musiker geworden wäre. Stets singend, verlor er seinen Job und dann seine Frau. Er stürzte in mehrfacher Hinsicht und brach sich das Rückgrat. Die gute Madeleine setzt ihm eine Eisenstange anstelle der Wirbelsäule ein. Nun kann er sogar auf sich selbst musizieren. Leider rostet die Eisenstange. Nun, man(n) kann nicht alles haben. Die Idee ist jedoch grandios und davon hätte ich gerne mehr gehabt. Leider setzt der Autor seinen Schwerpunkt auf die Liebe, die nicht märchenhaft, sondern zotig und schwülstig dargestellt wird und an einen schlechten Erotik-Roman erinnert. Der Protagonist: zu Beginn ein zehnjähriger Junge.

Jack ist ein Junge, dessen Herz bei der Geburt nicht richtig schlug. Madeleine pflanzt ihm an dessen Stelle eine Kuckucksuhr ein. Das ist so weit kein Problem. Bis sich der Junge verliebt und sein Herz aus dem Takt gerät. Seine Ziehmutter verbietet ihm, sich zu verlieben, würde dies doch seinen Tod bedeuten können. Doch Jack kann den Gedanken von dem kleinen, singenden Mädchen mit der Brille nicht abwenden. Er versucht alles, um sie zu treffen und geht dafür extra zur Schule. Dort erfährt er, dass Miss Acacia weiter gezogen ist und bezieht für seine Offenheit zu seinen Gefühleb Prügel. Dummerweise reagiert sein Herz aus Holz darauf und ein Unglück geschieht. Jack muss vor den Dorfbewohnern und der Polizei flüchten. Ein Junge mit dem Herz einer Kuckucksuhr – gejagt wie ein Biest. Seine Flucht nutzt Jack, um Miss Acacia zu finden, dabei stößt er auf seltsame Typen, lernt jedoch auch neue Freunde und die Liebe kennen…

Mathias Malzieu hat den Roman im Präsens und zudem in der Ich-Perspektive geschrieben. Das ist ungewöhnlich und zu Beginn lesen sich die ersten Seiten kompliziert. Nicht oft ertappe ich mich dabei, dass ich einen Satz wiederholt lese und diesen in die beim Schreiben häufiger verwendete Vergangenheitsform umsetze. Nun mag ich experimentelle Literatur sehr. Aber. 

Bis Jack flüchtet, wählt der Autor einen sehr blumigen und angenehmen Märchenschreibstil. Die Geschichte rund um Madeleine macht Spaß, davon hätte ich gerne mehr gehabt. Doch dann werden die Sätze kürzer, abgehackter, die Handlung wird so schnell voran getrieben. Hier wäre es jedoch schön gewesen, auch ab und an einmal wieder in den ruhigen Erzählstil hinein lesen zu dürfen. Doch Jack, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, denkt nicht so komplex wie ein Erwachsener, das kann er auch gar nicht, denn er ist 10, später 14, dann 15, 16 Jahre alt. Hier aber liegt das nächste Problem. Schon als Jack seine Miss Acacia das erste Mal sieht, singt sie ein Lied über Leidenschaft und Liebende, die sich die Kleider vom Leib reißen und Jack selbst – zehn Jahre alt, Märchen hin oder her – fühlt sich angezogen von dem kleinen Mädchen, kann seine Blicke nicht von ihren samtweichen Lippen nehmen und denkt unentwegt an ihre beiden Knospen. Im Laufe der Geschichte wird gedanklich “geritten”, mit sexy Schatten geübt, von Verführung gesprochen und zahlreiche weitere erotische Anzüglichkeiten eingepflegt, die soweit gehen, dass “Die Mechanik des Herzens” nichts weiter als der feuchte Trieb eines pubertierenden Jugendlichen zu sein scheint. Alles okay, wenn da nicht dieses “Märchen” wäre und die Tatsache, dass Titel, Cover, Klappentext und Alter der Protagonisten etwas gänzlich anderes versprechen. Denn wenn ich von Zungen lesen möchte, die sich wie ein Vogelküken anfühlen, das auf der Zunge schlüpft, würde ich wohl eher nach einem anderen Genre greifen. Und Zungen kommen mit all ihren möglichen Fähigkeiten häufig vor. Doch es soll kein erotischer Liebesroman, sondern ein “bezauberndes Liebesmärchen” sein. Leider ist der Zauber nicht auf mich übergesprungen.

Auch sonst bin ich auf Ungereimtheiten und Verrücktheiten gestoßen, bei denen ich mich fragte, welche Art von Drogen der Autor beim Schreiben eingeworfen hat. Der Roman  ”Die Mechanik des Herzens” bietet eine tolle Grundidee, die dummerweise von der Mechanik eines Autors, der sich nicht so richtig für das Alter seiner Protagonisten, und zwischen einem Märchen und einem erotischen Roman entscheiden konnte, zerstört wird.

Fazit: Die Mechanik des Herzens ist ein Märchen, freizügig, weniger fein, mehr schmutzig und derb. Düster und dunkel, sehr verrückt, nicht immer eindeutig, in jedem Fall sprunghaft und oftmals mit kleinen logischen Fehlern. Der Ausdruck “schräg” würde den Roman vielleicht am besten kennzeichnen. Und es ist fast nur eine Frage der Zeit, bis sich Tim Burton den Stoff schnappt und daraus einen Film kreiert. Vielleicht dürfen die Charaktere dann auch älter sein. Denn das würde der Story viel besser stehen.

Ob es mir gefallen hat? Ich würde wahnsinnig gerne Ja sagen. Aber Mathias Malzieu hat leider nicht meinen Märchen-Geschmack getroffen.

Mathias Malzieu Die Mechanik des Herzenscarl`sbooks, Randomhouse, 2012Originaltitel: La Mécanique du CoeurOriginalverlag: Flammarion, Paris 2007
Aus dem Französischen von Sonja FinckPaperback, Klappenbroschur, 192 Seiten
ISBN  978-3-570-58508-512,99

Das Buch ist auch als eBook erhältlich.

© Rezension: Nicole Rensmann 

Original unter http://www.blog.nicole-rensmann.de/2013/09/23/gelesen-die-mechanik-des-herzens-von-mathias-malzieu/

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Tags: die mechanik des herzens, fantas, märchen   (3)
 

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mord, vergnügungspark, stephen king, geist, joyland

Joyland

Stephen King ,
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Heyne, 17.06.2013
ISBN 9783453268722
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mein letzter King ist schon eine Weile her und das ist, wer meine Vergangenheit kennt, ungewöhnlich. Doch es gab den Tag, da habe ich den Bezug zu Stephen King und seinen Büchern verloren. Das lag nicht an ihm, sondern an mir. Neben »Die Arena« steht »Zwischen Nacht und Dunkel« in meinem Buchregal. Ich kann mich aber nicht einmal daran erinnern, dass ich diese Novellensammlung gelesen habe. Seltsam, aber so steht es nicht nur geschrieben. »Der Anschlag« fesselte mich nicht, und somit habe den Roman nicht einmal beendet – eine Premiere. Doch irgendwie wollte ich King und mir noch eine gemeinsame Chance geben und freute mich, als »Joyland« eintrudelte. Der Roman ist groß gedruckt und mit etwas mehr als 350 Seiten kein Palaver-Schinken. Obwohl King seine Hauptfigur viel palavern lässt, ohne jedoch ins Labern zu verfallen. Und das macht »Joyland« aus.

Der erste Satz: “Ich besaß zwar einen Wagen, aber in jenem Herbst des Jahres 1973 ging ich von Mrs. Shoplaws Strandquartier im kleinen Örtchen Heaven’s Beach aus meistens zu Fuß nach Joyland.”

Devin Jones ist 21 Jahre alt, seine erste große Liebe hält ihn auf Abstand und entfremdet sich mehr und mehr von ihm. Um sich für sein Studium ein bisschen Geld zu verdienen, jobbt er in den Sommerferien in einem Vergnügungspark – Joyland. Ein Job, der sein Leben prägen wird. In dieser Zeit macht seine Freundin in einem Brief mit ihm Schluss, er lernt eine 10 Jahre ältere Frau und ihren todkranken Jungen kennen, der das 2. Gesicht zu haben scheint.
Die Wahrsagerin des Vergnügungsparks sagt ihm einige interessante Begegnungen voraus, die sich tatsächlich bewahrheiten. Er rettet einem kleinen Mädchen das Leben. Und da wäre noch die Geschichte über den Geist in der Geisterbahn – der ungeklärte Mord an einer jungen Frau.

»Joyland« erzählt die Lebensgeschichte eines Mannes, der seine erste große Liebe nie völlig vergessen konnte. Ein junger Mann, der seinen Platz im Leben sucht, der von Traurigkeit und Selbstmordgedanken spricht, der einfach mal aus seinem normales Leben für ein Jahr aussteigt um zu sich zu finden. Der seinen Vater liebt, seine Mutter verloren hat und auf der Suche nach neuen Zielen ist. Ein Mensch, wie es jeder von uns hätte sein können.

Auf den ersten Seiten fühlte ich mich in Kings Frühwerke zurückversetzt. Wahrsagungen, das zweite Gesicht und Vergnügungsparks, echte Geister in der Geisterbahn, ein ungeklärter Mord – all das sind typische Elemente seiner frühen phantastischen Literatur, aber wer hier Horror sucht, wird dieses Genre nicht finden. Kings Schreibstil erinnerte mich an seine Bachman-Werke.
Stephen Kings neuer Roman »Joyland« ist eine nette, ruhige Geschichte mit vielen bezaubernden, stilistischen Highlights, aber ohne viel Schnick-Schnack. Die wenigen mystischen Elemente, derer sich Stephen King bedient, sind so dezent, dass die Geschichte auch ohne hätte auskommen können. Auf das an einer Stelle verwendete Horrorelement hätte King durchaus verzichten dürfen. Aber vielleicht wollte er am Ende noch einmal kurz seinem Namen alle Ehre machen. Doch das ist gar nicht nötig. Der ehemalige Meister des Horrors ist sanft geworden. Und diese Sanftheit steht »Joyland« verdammt gut.

Kleine Randnotiz: Stephen King erwähnte den Blarney-Stone, einen Stein aus Irland, der – kopfüber geküsst  - Glück in der Liebe verspricht. Über diese irische Legende habe ich bereits Ende der Neunziger eine Geschichte geschrieben, kein großartiges Highlight, aber tatsächlich ist es das erste Mal, dass ich den Blarney-Stone in einem Roman erwähnt finde. Mein persönliches Aha-Erlebnis.

Fazit: »Joyland« hat mich zu Stephen King zurückgebracht, und das sagt doch mehr aus als jedes weitere Wort.

Vielen Dank an den Heyne Verlag!

 

Webtipps: 

Weitere Informationen und Leseprobe auf der Webseite des Verlags.

 

Stephen King  JoylandHeyne Verlag, 2013HardcoverISBN 978-345326872219,99 €

Der Roman ist auch als Audiobook und als Hörbuch erhältlich. 

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Tags: heyne verlag, joyland, nicole rensmann   (3)
 
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