Nightingale78

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97 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

freundschaft, schule, liebe, familie, jugendroman

Eine Woche voller Montage

Jessica Brody , Lara Tunnat
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.07.2016
ISBN 9783734850226
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Plot

Ellie erlebt den schrecklichsten Montag ihres Lebens: Eine Katastrophe jagt die nächste, und als wären alle Peinlichkeiten nicht schon schlimm genug, macht ihr Freund Tristan aus heiterem Himmel mit ihr Schluss! Ellie wünscht sich nur eines: Sie möchte bitte, bitte eine zweite Chance.
Die kriegt sie – am nächsten Morgen wacht sie auf und stellt fest: Es ist wieder Montag! Ellie setzt alles daran, die Fehler von gestern/heute zu vermeiden und für ihr eigenes Happy End zu sorgen. Doch wer hätte gedacht, dass ein Montag so hartnäckig sein kann?

 

Meine Meinung

Jeder von uns hat ihn schon unzählige Male verflucht. Es gibt keinen anderen Tag, der es einem morgens so schwer macht, aus den Federn zu kommen.  Der ungeliebte und erbarmungslose Montag, der einen viel zu schnell zurück in den Alltag schmeißt, obwohl man mit dem Kopf (und dem Rest des Körpers) noch im Wochenende steckt.

Nun stellt euch vor, ihr müsst nach einem besonders schlimmen Montag feststellen, dass es am nächsten Morgen kein Dienstag gibt und sich der Albtraum-Montag wiederholt. Bill Murray konnte als Wetterfrosch Phil in seinem Film »Und täglich grüßt das Murmeltier« darüber bereits ein Lied singen.
Nun katapultiert Autorin Jessica Brody ihre Protagonistin in der YA-Erzählung durch »Eine Woche voller Montage«. Und glaubt mir, diese Montage-Woche hat es in sich.

Dieses Jugendbuch ist ein Einzelband. Durch den immer wiederkehrenden Montag, beinhaltet die Geschichte ein gewisses Fantasy-Element, ist jedoch in seiner gesamten Form in der Gegenwartsliteratur einzuordnen und daher sehr für Leser dieses Genres ansprechbar. Die jeweiligen Kapitel werden „geschmückt“ von Songtitel aus den 60er Jahren. So bekommt der Leser von Anfang an, ein Gefühl von Ellies Persönlichkeit, denn sie liebt die Musik der 60er abgöttisch und erstellt sogar Stimmungs-Playlisten.

Ellie ist ein schlagfertiges Mädchen, welches jeden um sich zufrieden stellen möchte und gerne die Kontrolle hat. Doch dann zieht ihr ausgerechnet ein katastrophaler Montag richtig eins drüber, und wiederholt sich nicht nur einmal, sondern gleich Sieben Mal. Schuld ist sie selbst, denn schließlich hat sie auch darum gebeten. Man begleitet Ellie fortan beim verzweifelten Versuch, vorherige Fehler auszubügeln. Doch als so einfach stellt sich das alles nicht raus.

 

„Wir fahren gefühlt mehrere Stunden stumm weiter. Draußen wechseln die Jahreszeiten. Die Erde umrundet einmal komplett die Sonne. Und doch ist immer noch Montag.“

 

Die Idee von Jessica Brody empfand ich schon beim ersten Blick auf den Klappentext als erfrischend und süß. So habe ich mir dadurch kurzweilige Lesestunden versprochen. 

Die Umsetzung ist mit diesem Pageturner definitiv geglückt. Man rast mit der super sympathischen Hauptfigur regelrecht durch diese hektische Woche der Montage. Mit viel Herz, Köpfchen und noch mehr Humor packt Ellie das Problem an, ohne zu wissen WO das Problem liegt.
So werden über die Woche hinweg verschiedene Seiten Ellies und ihrem Familien- und Freundeskreis durchleuchtet. Wieso ist zum Beispiel Ellies Mutter auf ihren Vater sauer? Weshalb ist doch immer wieder Schluss mit ihrem Rockstar-Freund Tristan? Und wieso versteckt sich ihre kleine Schwester wirklich hinter all den Büchern und Highschool Filmchen? All das – und noch viel mehr – ergründet der Leser gemeinsam mit der Protagonistin. Dadurch lernt man nicht nur Ellie besser kennen, sondern auch die gelungen gezeichneten Nebenfiguren, wie ihren (himmlischen!) besten Freund Owen.

Während einige Entscheidungen von Ellie den Lesern von Anfang an zu offensichtlich erscheinen könnten, beschreibt diese Geschichte für mich im nachhinein viel mehr die gesamte innerliche Reise als das Ziel.

 

Von daher gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung für dieses süße und humorvolle Jugendbuch, mit der peppigen Idee!

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Tags: eine woche voller montage, jessica brody, jugendbuch, magellan verlag   (4)
 

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49 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

helden, liebe, coming of age, edel und electric, roman

Wir waren keine Helden

Candy Bukowski
E-Buch Text: 236 Seiten
Erschienen bei edel & electric, 01.07.2016
ISBN 9783960290063
Genre: Romane

Rezension:  
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155 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

liebe, familie, verantwortung, baby, jugendbuch

Mein Leben nebenan

Huntley Fitzpatrick , Anja Galić
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei cbj, 29.02.2016
ISBN 9783570172049
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Plot

Alice Garretts Leben besteht aus To-do-Listen und Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister. Nichts passt weniger in ihr Leben als der zu Hause rausgeflogene Loser-Freund ihres Bruders Tim. Ein Schulabbrecher mit jeder Menge Problemen – ausgerechnet er zieht nun über der Garage der Garretts ein. Tims Planlosigkeit geht Alice so was von auf die Nerven – und gleichzeitig fühlt sie sich immer wieder magisch zu ihm hingezogen …

 

Meine Meinung

Wer jemals ein Buch von Huntley Fitzpatrick gelesen hat, weiß, dass die Autorin eine Meisterin ist im Erzählen komplizierter Familiengeschichten. Sie zeichnet stets sehr liebevolle, vielschichtige und unheimlich nahbare Figuren, die genauso gut ein Mitglied der eigenen Familie sein könnten.  Diese Figuren sind immer das Herzstück um die Huntley einen wunderbaren Plot, vollgepackt mit Herzschmerz, Gelächter, Tränen, Romantik und gestohlenen Momenten, zaubert.

Von daher war auch die Vorfreude auf ein Wiedersehen mit der Familie Garrett groß – ich kannte sie bereits aus Fitzpatricks Debüt »My Life next door« („Mein Sommer nebenan“). Die Neugierde auf das, was sie sich für Alice und Tim hat einfallen lassen, war schier endlos. Natürlich stellte ich mir die Frage, ob man auch Jase und Samantha wiedersehen würde. Und ja, meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Aber natürlich dreht es sich hier vorwiegend um Tim und Alice. Tim ist Jases bester Freund und hatte bereits einen größeren Auftritt in Fitzpatricks erstem Buch, während Alice die ältere Schwester von Jase ist. Aus wechselnden perspektiven begleiten wir die zwei sehr unterschiedlichen Menschen. Alice ist sehr verantwortungsbewusst, nimmt sich daher die Familienprobleme sehr zu Herzen. Am liebsten möchte sie alle Probleme der Großfamilie alleine anpacken und lösen. Aber auch sie muss begreifen, dass sie nicht alles händeln kann und sogar für ihre eigenen Pläne zurück stecken muss.

Tim ist da komplett anders. Er ist ein Charmeur und stolpert von einer Katastrophe in die nächste. Er nutzt seinen Humor als Verteidigungsschild und seine Selbstironie macht ihn zu einem unzuverlässigen Burschen. Er versteckte sich bisher hinter Drogen- und Alkoholmissbrauch. Die Erwartungen seines Vaters hat er schon vor Jahren enttäuscht. Somit macht sich Tim nach dem Rauswurf seiner Eltern auf den Weg zur Familie Garrett, die ihm die Wohnung über ihrer Garage zur Verfügung stellen. Doch ehe er überhaupt eine Chance hat, sein Leben auf die Reihe zu kriegen, wartet eine unangenehme Überraschung vor seiner Türschwelle. Eine Überraschung, die ihn dazu zwingt Verantwortung für sich und vor allem seine Mitmenschen zu übernehmen.

Beide Charaktere kennenzulernen war eine Freude für mich. Beide haben auf ihre jeweils eigene Weise schwierige Persönlichkeiten und machen es dem jeweils anderen nicht einfach. Neben ihren Problemen, bekommt man als Leser wieder die volle Wucht der Familie Garrett zu spüren. Wie sehr ich diese Momente wieder genossen habe. Aber auch der Wandel Tims, resultierend aus der Überraschung vor seiner Tür, hat mich überzeugt. Die Entwicklung Tims ist nicht übereilt dargestellt worden, sondern wurde sehr plausibel ausgeführt.

Letztlich dreht es sich in dieser Geschichte um den Wert der Familie und das Wissen, das man ein Zuhause auch ganz woanders finden kann. Das Zuhause und Familie dort sind, wo man akzeptiert und geliebt wird, obwohl man hinfällt. Das man trotz böser Fehler irgendwo hin kann um sich wieder aufzurappeln. Und natürlich wird auch die Liebe ganz groß geschrieben.

Was übrig bleibt, wenn man Huntley Fitzpatricks Buch schließt, ist ein bittersüßes Wonnegefühl und ein gewisser Abschiedsschmerz für die Familie Garrett!

 

 

Tacheles…

Das Spin-Off und damit verbundene Wiedersehen mit der Familie Garrett, sowie diversen alten und neuen Bekannten, löste bei mir viel Begeisterung aus. Huntley Fitzpatrick gelingt es spielend, dass der Leser sich mit den Romanfiguren binnen kurzer Zeit verbunden fühlt. »Mein Leben nebenan« ist eine rührende Coming-of-Age Geschichte über das Erwachsenwerden, natürlich Liebe und vor allem über den (Familien)Zusammenhalt. Jeder der nach der perfekten Wohlfühllektüre für den Sommer (Frühling, Herbst oder Winter) lechzt, sollte sich dieses Buch und alle anderen Romane von Huntley Fitzpatrick unbedingt zulegen.

  

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Tags: cbj, familie garrett, huntley fitzpatrick, jugendbuch, mein leben nebenan, the boy most likely t   (6)
 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

ya, dystopie, roman, patrick ness, more than thi

More Than This

Patrick Ness
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Walker Books, 05.09.2013
ISBN 9781406331158
Genre: Jugendbuch

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

kloste, familie, jugendlich, fische, jagen

Der Geruch von Häusern anderer Leute

Bonnie-Sue Hitchcock , Sonja Finck
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 18.03.2016
ISBN 9783551560216
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Plot

Alyce weiß nicht, wie sie Fischen und Tanzen in Einklang bringen soll. Ruth hat ein Geheimnis, das sie nicht mehr lange verbergen kann. Dora will ihren Vater nie wieder sehen und wird von Dumplings Familie aufgenommen. Hank und seine Brüder hauen von zu Hause ab, doch einer von ihnen gerät dabei in große Gefahr. Und trifft auf Alyce …
Hier, unweit des nördlichen Polarkreises, wo der Alltag manchmal unerbittlich ist, kreuzen sich ihre Lebenswege immer wieder. Sie kommen einander näher, versuchen einander zu retten. Und wenn man es am wenigsten erwartet, gelingt es.

 

Meine Meinung

»Der Geruch von Häusern anderer Leute« erzählt miteinander verschlungene Geschichten von vier Teenager. Alaska in den 70er Jahren: Ruth und ihre kleine Schwester leben bei ihrer unterkühlten, strengen und sehr katholischen Großmutter. Ruth hat nie aufgehört, sich nach ihren Eltern zu sehnen und kann sich an die strenge Erziehung ihrer Oma nicht gewöhnen; Dora lebt bei der Familie ihrer besten Freundin, weil ihre Mutter eine Alkoholiker ist und ihr Vater im Gefängnis sitzt; Alyce fühlt sich verpflichtet, ihrem Vater beim Fischen zu helfen obwohl sie dadurch eine wichtige Chance für ihre Tanzkarriere sausen lässt; und Hank reißt mit seinen beiden jüngeren Brüder von Zuhause aus, weil sie unter ihrem Stiefvater leiden. Doch die Flucht läuft leider vollkommen aus dem Ruder. Und während diese jungen Menschen versuchen für sich ein besseres Leben zu finden, kreuzen sich ihre jeweiligen Wege auf interessante und rührende Art.

Das dieses Buch nicht nur eine Geschichte ist, sondern mehrere in einer, war mir zu Beginn gar nicht bewusst. Auch der historische Zeitraum war mir neu und das der Handlungsort Alaska ist. Die Autorin geht darauf ein, wie Alaska noch als eigenes Land war, aber vor allem wie stark sich der Zusammenschluss mit den USA auf die Bewohner Alaskas auswirkte. Das sich folglich auch viele persönliche Tragödien abspielten. Ohne unheimlich tief in die US-Geschichte zu greifen, umschrieb Hitchcock sehr schlüssig und verständlich, wie sehr die Ureinwohner Alaskas mit der „Fusion“ zu kämpfen hatten. Mich hat auch die Kultur sehr fasziniert, daher würde ich unheimlich gerne mehr im Jugendbuch Bereich darüber lesen.

Die Vorstellung der einzelnen Figuren wurde von Bonnie-Sue Hitchcock recht kurz, aber dennoch sehr lebendig umschrieben. Jede der vier Erzählstimmen ist sehr verschieden, aber sie alle haben mich auf ihre eigene Weise berührt. Auch die Nebenfiguren wurden sehr gekonnt und mit dem richtigen Grad der Aufmerksamkeit eingegliedert. Während Teile der Geschichte etwas grobkörnig transportiert wurden, fühlte ich dennoch diese gewisse Wärme und Hoffnung, die von den Persönlichkeiten dieser Menschen rübergebracht wurde.

Bonnie-Sue Hitchcock hat bei ihrem Debüt ein sehr gutes Gespür für den Plot, ein festes Schreibtempo und die Figurenentwicklung bewiesen. Sie umschrieb die Natur Alaskas und die Traditionen, sowie Eigenarten der Bewohner sehr schön. Ich fand es schade, als die Geschichte zum Ende kam und ich den Figuren und Alaska Lebewohl sagen musste.

 

Fazit

Auch bei diesem Königskind hatte ich einen guten Riecher. Was für ein berührendes und starkes Debüt von der Autorin Bonnie-Sue Hitchcock. Mich begeisterte das Setting Alaska sehr und ich möchte unbedingt mehr Bücher lesen, die in diesem schönen Land spielen. Scheinbar mühelos hat die Autorin die Schicksale der vier Figuren, zu einer harmonischen Geschichte vereint. Dieses Buch, mitsamt seiner Charaktere, geht ans Herz und ließ mich an den Geruch meines eigenen Elternhauses zurückdenken.

 

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Tags: bonnie-sue hitchcock, der geruch von häusern anderer leute, königskinder verlag, the smell of other peoples houses   (4)
 

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650 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 48 Rezensionen

selection, kiera cass, dystopie, liebe, america

The Selection

Kiera Cass
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei HarperCollins US, 17.07.2012
ISBN 9780062203137
Genre: Jugendbuch

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233 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

schweden, trauer, selbstmord, freundschaft, alter

Ein Mann namens Ove

Fredrik Backman , Stefanie Werner
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.03.2016
ISBN 9783596521111
Genre: Romane

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104 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

borderline, alkoholismus, trauer, familie, alkohol

So bin ich nicht

Anneliese Mackintosh , Gesine Schröder
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.04.2016
ISBN 9783351036287
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung

Die Autorin Anneliese Mackintosh erzählt mit sehr eindringlicher Stimme und schöner Schreibe die Geschichte(n) der jungen, intelligenten Greta. Der Grad zwischen Humor und tiefster Zerrissen- und Kaputtheit in diesem ungewöhnlichen Buch, ist unheimlich schmal und geht manches Mal fast unauffällig ineinander über.

»So bin ich nicht« besteht aus Kurzgeschichten der Protagonistin, die sich aber in Gänze eher wie eine Novelle in zeitlich unsortierten Kapiteln liest. So begleitet man Greta zum Einen bei ihrer aktuellen Trauer um ihren geliebten Vater, um im nächsten Kapitel ihr in einem völlig zusammenhanglosen Ereignis in der (nahen/weiten) Vergangenheit gegenüber zu stehen. Diese aggressiven Sprünge setzen sich über die gesamte Buchlänge fort. Des Weiteren umschreibt sie manchmal ihre Situation textlich wie einen Beipackzettel für ein Medikament, was mir von der Idee her wirklich sehr gefiel. Daher ist es nicht ganz so einfach, das Buch in eine Nische zu packen bzw. als reine Novelle oder Kurzgeschichten Sammlung zu klassifizieren. Ein spannender Aspekt, der bei mir manchmal auch für reichlich Verwirrung sorgte.

Diese Sammlung von Gretas großem (innerlichen) Leid und relativ klein portionierten Glücksmomenten, beinhaltet eine stark emotionale Schreibe mit vielen poetischen Metaphern und schockierendem In-Your-Face Realismus. Gretchen hat sich mit den Jahren unheimlich viele, schwere Päckchen aufgeladen. Von der unbeschwerten und unschuldigen Kindheit zur Ernüchterung, das diese vorbei ist und folgenden Abstürzen. Gretchens langer Weg wird von der unausgeglichenen Beziehung ihrer Eltern, Verlust, eigenen Beziehungsproblemen, Alkoholismus, Depression, Persönlichkeitsstörung, Drogenkonsum und sexuellen Übergriffen gepflastert. Ihr Selbstbild als Tochter, Schwester und Frau wirkte auf mich daher vollkommen verzerrt. Das Resultat ist ein Werk, welches lange schwer in meinem Magen lag.

Man ist sich nicht darüber einig, ob es sich hierbei um ein Memoir der Autorin handelt. Der Gedanke daran ist sehr beängstigend, das eine einzelne Person so viel emotionalen Ballast und körperliche Schmerzen mit sich rumträgt.

 

Fazit

»So bin ich nicht« ist keine leichte Lektüre, die man schnell verdaut. Die Geschichte(n) der Protagonistin und ihre Sicht auf diverse Begegnungen gehen an die Nieren und verstören sehr. Daher ist dieses Buch, neben zahlreichen humorvollen Metaphern, sicher kein Spaziergang. Man wird jedoch unweigerlich mit einem undefinierbaren Sog in Gretas Welt gezogen.

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Tags: anneliese mackintosh, aufbau verlag   (2)
 

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89 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

schule, freundschaft, jugendbuch, patrycja spychalski, heute sind wir freunde

Heute sind wir Freunde

Patrycja Spychalski
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 28.03.2016
ISBN 9783570164105
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung

Können ein Außenseiter, Streber, die Schulprinzessin, der coole Obermacho und die Durchschnittsschülerin/graue Maus wirklich zu Freunde werden? Das Muster in Patrycja Spychalskis neuem Jugendbuch ist nicht ganz neu. Bereits der Regisseur John Hughes machte es in den 80er Jahren im hippen (Lieblings)Film »The Breakfast Club« vor und traf damit den Nerv einer Generation. Mittlerweile ist der Highschool-Streifen echter Kult.  Diverse Autoren haben das Konzept in der Vergangenheit und gegenwärtig ganz verschieden umgesetzt. Alt und langweilig wird das Thema nie, solange es Teenager gibt. Der Beweis dafür ist der Blick auf einige neue englischsprachige Bücher in diesem Frühling. Und in diesem Fall auf Patrycja Spychalskis neuestes Buch.

Patty Spychalski ist bekannt dafür, in ihren Büchern das Leben mit all seinen Stolperfallen, aufregenden Möglichkeiten und kleinen Abenteuern, mit einer gewissen »Echtheit« des Augenblicks perfekt einzufangen.

In ihrem sechsten Jugendbuch HEUTE SIND WIR FREUNDE flößt sie Nell, Leo, Chris, Anton und Valeska ganz viel Leben ein. Eingesperrt in der Schule, während draußen ein ungemütlicher Sturm haust, kommen die fünf sich ungewollt nahe. Man bekommt durch die jeweils wechselnden Perspektiven ein komplett neues Bild von ihnen. Mit Voranschreiten des Abends bröckelt die Fassade und es werden persönlichere Einblicke gewährt. Verborgene und verletzte Gefühle kommen zum Vorschein. Dicht und für die Thematik leicht führt Patty Spychalski den Leser durch die Kapitel.

Die Schulzeit kann für die Einen eine Tortur sein und für die Anderen die schönste Zeit. Man möchte beeindrucken, hervortreten, seine Stimme in der Masse finden…und manches Mal möchte man genau das nicht. Das ein erster Eindruck bzw. das öffentliche Bild nicht zwangsläufig den wahren Charakter beschreibt, ist ganz sicher der Fokus in Spychalskis schöner YA-Geschichte. Es liegt immer an der Person selbst, was sie von sich preisgeben möchte und was Illusion bleibt. Da spielt es auch keine Rolle, ob du das hübscheste Mädchen bist, oder der Streber den keiner zum Freund haben will.

Nell, Leo, Anton, Chris und Valeska lassen uns und einander auf ganz eigene Weise, an ihren wahren Sehnsüchten teilhaben. Sie zeigen wofür ihr Herz wirklich brennt und das es nicht verkehrt ist, sich zu öffnen. Es wird hervorgehoben, dass Freundschaft nicht nur zählt um Spaß zu haben. Sie ist vor allem dann wichtig, wenn es einem nicht so gut geht. Diese Message transportiert Patty Spychalski durch ihre ungleiche Gruppe sehr gekonnt. Auch die Spontanität, welche die Autorin immer gerne in ihre Jugendbücher einfließen lässt, kommt durch Leos Aktionen nicht zu kurz.

Der Zauber, dem ich in der Vergangenheit bei Patty Spychalski verfallen bin, fehlte mir in diesem Buch ein bisschen. Für junge Leser ist HEUTE SIND WIR FREUNDE aber ganz sicher die perfekte Lektüre für leichte Unterhaltung, egal ob während eines Unwetters oder in der Frühlings-/Sommersonne.

 

Fazit

Mit „Heute Nacht sind wir Freunde“ greift Patrycja Spychalski vielleicht nicht komplett nach den Sternen, aber dafür kräftig mitten aus dem Leben. Ein Aspekt den ich hier wieder ganz besonders mochte. Plötzlich war ich wieder Teenager, mit anderen Problemen und Unsicherheiten. Ich fühlte mich zurück versetzt in die Schulzeit, während der auch ich mir nicht nur einmal wünschte, mit meinem Schwarm in der Schule eingesperrt zu sein. Für die Zielgruppe daher ein sehr schönes, kurzweiliges Wohlfühlbuch!

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Tags: cbt verlag, heute sind wir freunde, jugendbuch, patrycja spychalski   (4)
 

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162 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

jane austen, liebe, football, familie, emma mills

Jane & Miss Tennyson

Emma Mills , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 18.03.2016
ISBN 9783551560254
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mein Resumé

Devon Tennyson ist ein Einzelkind von beschützenden liebenden Eltern. Die High School hat sie bisher ohne große Vorkommnisse und relativ planlos gemeistert. Doch damit soll Schluss sein. Devon soll aktiver werden, sich mehr beteiligen um so ihre Bewerbungsmappe (die sie noch nicht einmal avisiert hat) aufzupeppen. Für Devon sind das keine besonders schönen Neuigkeiten, denn sie ist schon genug genervt von ihrem 14-jährigen Cousin Foster. Der folgt ihr nämlich auf Schritt und Tritt, und treibt Devon mit seiner komischen Art in den Wahnsinn.

Devons Stimme hat einen schnittigem Humor und sie zieht wunderbare Parallelen aus ihrem Leben, zu den Werken ihrer großen Mentorin Jane Austen. Obwohl Devon zum einen bei Fremden etwas kühl wirkt, hatte ich sofort einen Draht zu ihr. Das lag auch daran, dass sie in manchen Situationen ihre Gefühle mit einer Ausführung aus einem Jane Austen Roman ausdrückte. Wie der klassische Aspekt von Emma Mills in Devons Gegenwart gewebt wurde, konnte mich sehr überzeugen.

Foster brachte für mich mit seiner zauberhaften Naivität und der süßen, schusseligen Art frischen Wind in die Geschichte. Er ist aufgeweckt und neugierig. Nachdem er von seiner Mutter von jetzt auf gleich verlassen wurde, nahmen Devons Eltern ihn bei sich auf. Seine gesamte Situation, die erst sehr spät in der Geschichte offen gelegt wird, ist ziemlich herzzerreißend. Für mich war die Entwicklung der Beiden daher sehr schön zu beobachten, sowohl als Einheit als auch jeder für sich.

 

„»Wie war Foster?« Ich hasste solche Fragen. Was soll man darauf schon antworten? Es klang, als wäre er ein Wettersystem. Foster war bewölkt mit achtzigprozentiger Regenwahrscheinlichkeit.“

 

Der Klappentext – sowohl in Englisch, als auch Deutsch – lässt glauben, dass Devon sich Hals über Kopf in Ezra verliebt. Doch die Beziehung zwischen den Beiden ist geprägt von Sticheleien und Argwohn, und daher eher mit Elizabeth Bennet und Mr. Darcy aus Jane Austens bekannten Werk »Stolz und Vorurteil«, zu vergleichen. Und natürlich gibt es da noch Cas, in den Devon schon ewig verliebt ist. Die Liebe als solches spielt jedoch keine tragende Rolle.

Ezra Lynley ist der Goldjunge des Football. Er ist attraktiv und ehrgeizig, aber auch sehr unnahbar. Er wirkt oft gelangweilt. All die Eigenschaften lassen ihn an Mr. Darcy erinnern. Während des Sportunterrichts, bei dem er als Tutor aushelfen soll, entdeckt Ezra ausgerechnet in Foster ein neues Talent. Es entwickelt sich zunächst eine Tutor/Schützling-Beziehung zwischen Ezra und Foster. Zwar wird von der Autorin noch einiges von Foster und Ezra enthüllt, aber mir hätte es trotzdem gefallen, etwas früher mehr über sie zu erfahren. Denn beide haben eine sehr bewegende Vergangenheit.

Mit dem Erklären der Regeln und technischen Details von American Football hielt sich Emma Mills nicht besonders auf, was mich auch überhaupt nicht störte. Vielmehr brachte sie hervor, wie stark das Football-Spiel von der Kameradschaft und Etikette des Teams abhängig ist.

 

Fazit

Emma Mills Debüt ist eine ans Herz gehende Wohlfühlgeschichte über Akzeptanz, Freundschaft, Familie und Liebe, mit fehlerbehafteten aber wunderbaren Figuren. Der Plot bietet nicht viele Überraschungen, jedoch ist das hier auch nicht notwendig. »Jane & Miss Tennyson« ist zauberhaft und liest sich wie eine kleine Hommage an die große Jane Austen!

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The Boy Most Likely To by Huntley Fitzpatrick (2015-08-18)

Huntley Fitzpatrick;
Fester Einband
Erschienen bei Dial Books; edition (2015-08-18), 01.01.1800
ISBN B017V8I046
Genre: Sonstiges

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

2. weltkrieg, ruta sepetys, salt to the sea, wilhelm gustloff

Salt to the Sea

Ruta Sepetys
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Philomel Books, 02.02.2016
ISBN 9780399160301
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung

Historische Romane erkennt man oftmals schon am Umfang der Seiten und der damit verbundenen Dichte an geschichtlichen Informationen. Für mich daher generell etwas abschreckend, mich näher mit der Sparte zu beschäftigen. Für andere Leser dagegen liegt gerade in der Masse der Reiz und die Freude.
Und obwohl Ruta Sepetys historische Jugendbücher doch sehr dünn für diese Sparte sind, scheute ich mich auch diese zu lesen. Bis jetzt.

Als Schauplatz wählt Ruta Sepetys in ihrem dritten historischen Jugendbuch den bitterkalten Winter des Jahres 1945. Vier junge Menschen unterschiedlicher Herkunft treffen in den Schnee verwehten Wäldern Ostpreußens und später auf der Wilhem Gustloff aufeinander. Fast alle tragen seelische und körperliche Narben des Krieges an sich. Sie alle haben ihr eigenes grausames Geheimnis. Und doch verbindet sie so viel mehr, als sie glauben. Aber vor allem verbindet sie die Hoffnung auf Sicherheit und Frieden.

Über die Geschichte und die Fakten der Wilhelm Gustloff wusste ich, im Vergleich zu jetzt, nur einen Bruchteil. Obwohl mein Vater sich aus persönlichen Gründen immer mit der Marine sehr verbunden fühlte und er einiges zu erzählen gehabt hätte, wusste ich kaum über die wahre Tragweite des Untergangs des Passierschiffes bescheid. Hier fehlen meinem Vater nach all der Zeit noch immer die Worte. Wir alle kennen den Mythos der Titanic. Doch kaum jemand weiß, dass nicht sie Teil des größten Maritimen Unglücks war. Auch ich wusste es nicht. Weit über 10,000 Menschen befanden sich auf der hoffnungslos überladenen Wilhelm Gustloff. Unbegreiflich, denn sie ist eigentlich nur für den Transport von ca. 1,500 Menschen gebaut worden.

Über das gesamte Ausmaß drang Ruta Sepetys bis tief in den Kern vor. Sie ist bekannt für ihre akribische Recherche. Für die Arbeit an „Salt to the Sea“ reiste sie quer durch Europa, wo sie sich intensiv mit Historikern und Zeitzeugen zusammen setzte. Ereignisse, die wirklich geschahen, wurden mit der fiktiven Geschichte um Joanna, Florian und Emilia verwebt. Nahtlos fügt sie die Perspektiven so zusammen, dass ihre Geschichten zu einer verschmilzt. Bis auf Adolf (welche Ironie) gingen mir viele Figuren sehr nahe. Ebenso der Schuhmacher und der kleine wandernde Junge. Sie brachen mir mit ihren Charakterzügen und ihren Geheimnissen das Herz.

Ihre Worte wählt Sepetys in „Salt to the Sea“ sorgfältig. Der Schreibstil ist temporeich und makellos. Sie vermittelt die Not, Furcht und Grausamkeit so eindringlich, dass mir unbewusst beim lesen der Atem stockte. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, aber enden jeweils immer unheimlich stark und mit einem gewissen Schlag. So wird man quasi zum weiter lesen gedrängt.

SALT TO THE SEA ist daher und aus weiteren schwer greifbaren Gründen ein sehr intensives Highlight, mit dem ich absolut nicht gerechnet habe. Ich möchte, dass es jeder liest und nie wieder vergisst.

 

Fazit

Ruta Sepetys drittes Werk SALT TO THE SEA war mein erstes Leseerlebnis von ihr. Trotz der Thematik traf es mich unvorbereitet bis ins Mark. Die Autorin überwältigte mich mit ihrer akribischen Recherche zur Katastrophe der Wilhelm Gustloff und einem Erzählstil, der mich an die Seiten knotete. Die Figuren und ihr jeweiliges Schicksal lassen mich selbst lange nach beenden der Geschichte nicht los. Überwältigend, atemberaubend, erschütternd und unverzichtbar. Nicht verpassen!

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103 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

freundschaft, selbstmord, zoe hagen, essstörung, suizid

Tage mit Leuchtkäfern

Zoe Hagen
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.03.2016
ISBN 9783548286945
Genre: Romane

Rezension:


Mein ResuméIn Tagebuch-Form schreibt die Protagonistin, genannt Ghandi, Briefe an Gott. Doch es ist nicht der leibhaftige Gott, sondern vielmehr verbindet sie damit eine stärkere Ebene von der sie sich Gehör erhofft. Sie fühlt sie sich vom Leben übergangen, missverstanden und einsam. Kompensiert wird der Frust über ihre Familie und ihr Leben, durch »Gespräche mit ihrem Freund«, die Kloschüssel. Ein krasser Einblick in die Psyche eines Mädchens, das nicht weiß, was sie mit sich anfangen soll und daher ihren Körper Stück für Stück kaputt macht. Und dann trifft sie in einem Park auf Fred, der sie zu einem Treffen »der verhinderten Selbstmörder« einlädt.




An Sprachkraft fehlt es TAGE MIT LEUCHTKÄFERN nicht. Zoe Hagen weiß, wie sie wunderschöne Prosa auf gedrucktes Papier bringt. Ihr Erfolg als Poetry-Slammerin kommt also nicht von ungefähr. Ich saugte ihren wortgewaltigen lyrischen Schreibstil, mit einer Mischung aus Faszination und Verliebtheit in mich auf. Auch die Thematik hat bei mir Anklang gefunden. Ich unterstütze es, wenn sich in dieser Form mit Depression, Bulimie und/oder Suizid auseinander gesetzt wird. Das gleich alle drei Aspekte hier zu zentralen Themen werden, überraschte mich. Die für die Protagonistin quälenden Tage werden dem Leser hier entsprechend kraftvoll und sehr bedrückend geschildert. Ghandis Persönlichkeit empfand ich, trotz ihres depressiven Zustands, als umgänglich. Man möchte als Leser die Gründe für ihre Einsamkeit und Schmerzen ergründen. Sich in sie reinzuversetzen, war für mich aber nicht immer ganz einfach. Die Nebenfiguren wirkten auf mich alle interessant, daher hätte ich mir ein paar Seiten mehr mit ihnen gewünscht.



So manches Mal änderte sich die Ausdrucksweise jedoch, was mich etwas verwirrte. Die wunderschöne Prosa verschwand und wurde durch Sätze auf Mittelstufen-Niveau ersetzt. Man erfährt zudem nur bruchstückhaft was zu Ghandis Kaputtheit geführt hat. Die familiären Hintergründe sind teilweise sehr schwammig umschrieben. Auch die Vergangenheit von Ghandis neuen Freunden, die sie ja alle zueinander geführt hatte, wurde nur schemenhaft formuliert. Sobald es weiter ins Detail ging, gab es einen zu schnellen Umbruch. Für andere Leser werden gerade die Lücken und das Schwammige den Reiz des Buches ausmachen. In der Regel mag ich es auch, in einer Geschichte auf Entdeckungsreise zu gehen. Bei so einem dünnen Buch wollte ich aber nicht noch Rätsel entschlüsseln.





Fazit
Zoe Hagens Debüt ist voller wichtiger Wegweiser des Lebens, welche zum nachdenken anregen und noch länger im Kopf rumspuken. Zoe besitzt ohne jeden Zweifel Schreibtalent und hat ein bemerkenswertes Gespür für die deutsche Sprache. Die charakteristischen Zeichnungen hingegen waren mir manches Mal zu grob ausgearbeitet, und mir fehlte ein wenig das Verständnis für das >Warum?<. Nichtsdestotrotz hoffe ich sehr, dass man noch mehr von dieser noch sehr jungen Autorin zu lesen bekommt.

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Tags: bulimie, depressio, suizid, tage mit leuchtkäfer, ullstein buchverlage, zoe hagen   (6)
 

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(34)

133 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

zwangsstörung, liebe, freundschaft, jugendbuch, gedichte

Mit anderen Worten: ich

Tamara Ireland Stone , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.01.2016
ISBN 9783734850219
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mein Resumé
Die richtigen Worte zu finden, kann mitunter schwer werden. Paradoxerweise ging es mir ausgerechnet bei „Mit anderen Worten: ich“ so. Die Protagonistin Samantha McAllister hat nämlich ihre Probleme, Gedanken zu äußern aus Angst die Kontrolle über sich zu verlieren. Als Mitglied der beliebtesten It-Mädchenclique könnte man meinen, dass es Sam an nichts fehlt. Sie und ihre Freundinnen kennen sich seit jungen Jahren. Doch die Harmonie zwischen Samantha und „der Acht“ ist Fassade. So ist sie immer auf der Hut davor, nicht verspottet und ausgegrenzt zu werden. Ihr Geheimnis zu lüften ist für sie daher völlig unmöglich…



Der Leser lernt die wahre, verletzliche Sam zuerst kennen. Man wird gleich im Prolog durch ein bestimmtes Ereignis, Zeuge ihrer Ängste und Gedankenspiele. Ein sehr düsterer Moment und für mich war dieser definitiv der dunkelste im Buch.

Seit Jahren leidet Sam an einer Zwangsstörung, zudem spielen ihre Gedanken manches Mal so böse Streiche mit ihr, das sich diese zu ernsthaften Panikattacken entwickeln. Niemand außer ihrer Familie und ihrer Therapeutin weiß davon. Es ist ihr Geheimnis, unter welchem sie immer mehr unter Stress gerät. Das Sam keinen ihrer Freunde soweit vertrauen schenken kann, um sich wirklich ihnen zu öffnen, empfand ich als sehr traurig. Sobald man der Clique begegnet, ist das auch verständlich. Es wird unter einander gezickt, gelästert und gemobbt.

Sams Begegnung mit Caroline bereits am ersten Tag des neuen Schuljahres, steht in der Geschichte für die aktuelle Situation und das sich etwas ändern muss. In ihrer schwierigsten Zeit ist Caroline für Sam da, hört ihr zu und lädt sie ein in die Dichterecke mitzukommmen. Ein Ort, der sich genau mit dem befasst, wovor Sam so große Angst hat: seine wahren Gefühle und Gedanken auszudrücken, und loszulassen.

Mir gefiel der Aspekt der Lyrik unheimlich gut, und ich verbrachte ebenso gerne Zeit in der Dichterecke wie Sam. Die Persönlichkeit Carolines sprach mich auch sehr an, nur fragte ich mich immer wieder, wieso sie so im Verborgenen blieb. Eine aufblühende Romanze gibt es in dieser Geschichte auch. Sie erweist sich jedoch nicht als tragend, wofür ich dankbar bin. Bei mir hinterließ AJ einen sehr angenehmen Eindruck und ich verstand Sams Faszination zu ihm.

Tamara Ireland Stones Porträtierung von Samanthas Zwangsstörung fühlte sich in Gänze realistisch ausgeführt und gut recherchiert an. Mir kam jedes Mal die Gänsehaut, wenn die Autorin diese Momente beschrieb. Sams Sehnsucht einfach nur sie selbst zu sein ist etwas, womit nicht nur viele Jugendliche hadern. Die Angst abgelehnt und ausgelacht zu werden, kann mitunter größer sein. Ireland Stone hat diesen Zwiespalt sehr authentisch transportiert. Auch die Therapiesitzungen gewährten einen guten Einblick in Sams Innenleben.

Ein Kritikpunkt war für mich der etwas langsame und ereignislose Teil nach ca. Mitte des Buches. Womit ich jedoch absolut nicht rechnete, war ein Plot Twist, der sich gewaschen hat. Dieser schockierende Wechsel schlich sich plötzlich hinterhältig aus dem Nirgendwo heran und haute mich um. Die Auflösung wurde noch einmal richtig emotional, wobei das Ende für mich zu sehr an der Realität vorbeischrammte.



Fazit

In Gänze wirft „Mit anderen Worten: ich“ ein gelungenes und authentisches Bild auf das Thema Zwangsstörung. Tamara Ireland Stone verwebt das Thema ebenso mit Familie und Freundschaft. Die Autorin bietet beängstigende Einblicke in die Gefühlswelt, rührende Momente und eine Wende, die mir den Atem raubte. Ich war wortwörtlich sprachlos.

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Tags: jugendbuch, magellan verlag, mit anderen worten: ich, tamara ireland ston, zwangsstörung   (5)
 

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(85)

179 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

aneurysma, liebe, jugendbuch, krankheit, friedhof

All die schönen Dinge

Ruth Olshan , Cornelia Niere
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.02.2016
ISBN 9783789103711
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Plot

Tammie hat eine Vorliebe für Pistazieneis. Und für Grabsteinsprüche. Ein etwas ungewöhnliches Hobby für eine 16-Jährige? Weniger ungewöhnlich, sobald man erfährt, dass Tammie ein Aneurysma im Kopf hat. Das hat es sich dort inmitten ihrer Synapsen bequem gemacht und kann jeden Moment hochgehen. Oder eben auch nicht. Das ist die entscheidende Frage und um die kreist ziemlich viel in Tammies Leben. Als Tammie auf dem Friedhof einen Jungen kennenlernt, der an Grabsteinen rüttelt, kommt sie jedoch ins grübeln.

 

 

Mein Resumé

„All die schönen Dinge“ von Ruth Olshan ist die ideale Mädchenlektüre für alle, die John Green & Co lieben.

Mit diesem Satz wird das erste Jugendbuch von Ruth Olshan gekonnt beworben. Meine Aufmerksamkeit wurde durch den Klappentext ebenfalls geweckt. Ein Mädchen, das gerne auf Friedhöfen nach dem perfekten Spruch für ihren eigenen Grabstein Ausschau hält?! Ja, es ist reichlich kurios und ziemlich makaber so einer Leidenschaft nachzugehen. Aber es ist zunächst der einzige Weg für Tammie, sich mit ihrer >Bombe im Kopf< abzufinden. Und wenn sie sich nicht gerade auf dem Friedhof rumtreibt, oder sich mit ihrer lebensfrohen, quirligen, besten Freundin trifft, entrümpelt Tammie buchstäblich ihr Leben. Während ihre Eltern nur schwer loslassen können, fliegt alles was bei dem todkranken Mädchen nicht niet- und nagelfest ist, in die Tonne. Es ist ihre Art, sich zu verabschieden.

Für einige dürfte dieses Verhalten mehr als seltsam sein, aber was ist schon normal, wenn man faktisch sein Leben auf Raten lebt. Ein Aneurysma ist nun mal eine tickende Bombe. So kann dieses zum Einen blockieren im weiteren Planen und Genießen des Lebens, oder aber man lässt es krachen und nimmt alles mit. Tammies Gedanken sind für ihr Alter ansprechend und sehr nachvollziehbar. Dinge, die sie in Aufregung versetzt – und dabei spielt Intimität eine sehr große Rolle – sind für das Teenagermädchen undenkbar. Ich bekam, obwohl sie sehr brachial mit ihrer Umgebung umgeht (Entrümpelung, Ausmisten etc.) nie das Gefühl, dass sie sich selbst bemitleidet.
Eine nachvollziebare Wende macht Tammie, als sie Fynn (natürlich) auf dem Friedhof trifft. Symbolisch gesehen ist es nicht allzu weit daher geholt, dass Fynns Job ausgerechnet „Grabsteinrüttler“ ist. Vielleicht bin ich auf dem Holzweg, aber im nachhinein habe ich den Eindruck, dass die Autorin damit eine Art symbolisches >Gegengewicht< zu Tammies Hobby einbrachte. Fynn empfand ich als sehr angenehme Figur und ich verliebte mich sofort in seinen Hund ‚Okay‘.

Nebenfiguren, wie Tammies beste Freundin und die Eltern, wurden sehr gelungen gezeichnet. Auch deren Ängste wurde gut transportiert. Allerdings hatte ich, genau wie Tammie und ihre Eltern, Probleme mit dem Verhalten des älteren Bruders. Hier hat mir noch mehr Aufklärung gefehlt. Auch die Hintergrundgeschichte zu Tammies Krankheit wurde nur blass beschrieben. Mit ein paar mehr Buchseiten, wären diese Makel ganz sicher verschwunden.

Für mich persönlich hat die Autorin den Fokus irgendwann zu sehr auf andere Figuren versetzt. So wurde sich sehr viel mehr mit Fynns Hund beschäftigt, als wie mit Tammie. Das empfand ich als schade, denn so hatte ich wieder das Gefühl, dass die Hauptfigur sich nicht wirklich IHREM Leben stellt.

Am Erzählstil in sich habe ich nichts zu bemängeln. Die Seiten flogen im nu an mir vorbei.

 

Fazit

Ruth Olshan schreibt dicht und flößt ihren Figuren jede Menge Leben ein. An der Ausarbeitung in der Handlung haperte es für meinen Geschmack noch. Auch das der Fokus bisweilen zu sehr von der Hauptfigur wegging, empfand ich als schade. ALL DIE SCHÖNEN DINGE bietet nichtsdestotrotz viel Potenzial und schenkte mir ein sehr kurzweiliges Lesevergnügen.

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Tags: all die schönen dinge, jugendbuch, oetinger verlagsgruppe, ruth olshan   (4)
 

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(407)

768 Bibliotheken, 11 Leser, 4 Gruppen, 94 Rezensionen

entführung, raum, gefangenschaft, kind, vergewaltigung

Raum

Emma Donoghue , Armin Gontermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.11.2012
ISBN 9783492301299
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung

Einen ganzen Roman aus der Sicht eines 5-jährigen in einer außergewöhnlich schwierigen Situation zu erzählen, ist eine beachtliche Herausforderung. Es bedeutet sich gedanklich in ein Kind rein zu versetzen. So dessen Handeln nachzuvollziehen, sowie die Figur nur sachte zu formen, da sie ja noch in der Entwicklung steckt. Kinder in diesem Alter sind wie übergroße, umher laufende Schwämme. Wo sie auch sind, was sie auch sehen und hören, es wird intensiv aufgesaugt und unter Umständen später hinterfragt. Ihre Fähigkeiten Informationen zu sammeln, ist bemerkenswert. Die Hauptfigur Jack ist da keine Ausnahme.

Der Einstieg war für mich zunächst etwas holprig. Ich brauchte ca. sechzig Seiten, bis ich tatsächlich einen Rhythmus hatte. Jacks Sprache ist fehlerhafter und abgehakter, als die von anderen Kindern in seinem Alter. Er lässt zum Beispiel Artikel vor Substantiven weg. Seine Art zu denken, scheint begrenzter. Das ist nur verständlich, wenn man bedenkt, dass er nur >Raum< kennt. Seine wichtigsten Wissensquellen sind seine Ma und der Fernseher. Auf der anderen Seite ist Jack unheimlich klug, kann sogar schon lesen und schreiben. Als der Knoten bei mir platzte, wurde ich fast magisch von Jack und wie er die Dinge sieht, mitgerissen. Dieser Junge ist neugierig, liebevoll und tatsächlich glücklich. Ich fand es außergewöhnlich und anrührend, wie er Dinge im >Draußen< die ihn verwirren, auf seine eigene Weise hinterfragt. Ihn dabei zuzusehen, wie er neue Informationen in sich versuchte aufzunehmen und so manches Mal überfordert schien, war herzzerreißend. Er ist wahrlich >SuperJackerJack< und sehr mutig. Durch ihn wird dem Leser wieder bewusst, wie rein Kinder noch sind und wie wichtig es ist, sie zu beschützen. Man erfährt von ihm nur das über seine Ma, was Jack sehen darf. Man kann daher zunächst nur erahnen, was sie über all die Jahre hat durchmachen müssen. Die Liebe der Beiden zueinander empfand ich als einzigartig.

Emma Donoghue gelingt es, RAUM zu einem ungewöhnlichen, bedrückenden und fesselnden Abenteuer zu machen. Ein Abenteuer, das den wundervollen kleinen Protagonisten in die Entdeckung der Welt außerhalb seines Wissens führt. Ein Abenteuer, das leider alles andere als weit daher geholt ist. Aufgeteilt in fünf große Teile, packte die Geschichte mich am Kragen und zog mich durch eine schöne und zugleich beklemmende Sicht auf die Beziehung zwischen diesem Jungen und seiner Mutter.

Es werden dem Leser durch Jacks Augen, Themen wie unsere Gesellschaft, Raum für uns und das Wesentliche, sowie was richtig und falsch ist, und welche ungeheure Kraft Liebe hat, aufgegriffen. Wenn man mich fragt, gibt es keine bessere Person als ein Kind, welches uns etwas über die kalten, harten Fakten des Lebens erzählt. Wer Jack also noch nicht kennt, sollte das schleunigst ändern!

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Tags: emma donoghue, piper verla, raum   (3)
 

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(142)

267 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 95 Rezensionen

internat, tragödie, liebe, albino, freundschaft

So wüst und schön sah ich noch keinen Tag

Elizabeth LaBan , Birgitt Kollmann
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 01.02.2016
ISBN 9783446250826
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung

Ganz oberflächlich betrachtet ist dieses Buch nichts Neues im Jugendbuch Bereich. Könnte man zumindest meinen. Stereotypisch ist SO WÜST UND SCHÖN SAH ICH NOCH KEINEN TAG aber ganz und gar nicht. Der Roman der Autorin Elizabeth LaBan besticht nämlich durch ruhige, schlichte und zugleich melodische Prosa. Es geht in die Tiefe und bietet eine spannende Handlung. So erzählt LaBan durch Tim Macbeth eine tragische Geschichte in der Geschichte.

Tim Macbeth ist eine Figur, die sofort mein Interesse geweckt hat. Und das nicht nur wegen seines Nachnamens. Tims Leben ist steinig, weil er sich äußerlich sehr von seiner Umgebung unterscheidet. Er ist ein Albino und somit viel zu oft Anfeindungen ausgesetzt. Die Erfahrungen, die er in seinem jungen Leben gemacht hat, ließen ihn leider zu einem verunsicherten, isolierten und unglücklichen Menschen heranwachsen.

Während des Lesens habe ich mir all diese Fakten immer wieder vor Augen geführt. Manches Mal hatte ich dennoch mit Tim kleine Päckchen zu tragen. Das letzte Schuljahr auf dem Elite-Internat Irving soll ja für ihn nochmal zeigen, dass es auch anders sein kann. Er möchte neu beginnen, richtige Freunde haben und die alten Fehler nicht noch einmal begehen. Doch leider ist es schwer für ihn aus seinem alten Verhaltensmuster auszubrechen und er gibt sich zu schnell auf. Einzig Vanessa, in die er sich gleich zu Beginn unsterblich verliebt, lockt ihn manchmal aus dem Schneckenhaus. Eine gewisse Neugierde und sogar ein wenig Unbeschwertheit entfalten sich dann bei Tim. Doch seine Bedenken werfen ihn immer wieder zurück. Und so steuert er im Bemühen es besser zu machen, unwissentlich auf eine Tragödie zu, die alles verändert. Während er nach all den Geschehnissen das Internat verlässt, erzählt er dem Jungen Duncan seine Geschichte in Form von aufgenommenen CDs.

Wir erfahren also erst in Rückblenden von Tim und Vanessas Tragödie. Es ist eine Geschichte, die für Duncan wichtig ist zu hören, denn auch er wird zu einem Teil davon. Er fühlt sich in gewissem Maße mitschuldig an den Geschehnissen um Tim und Vanessa.

Obwohl beide Erzählperspektiven ineinander übergehen und voneinander abhängig sind, für den Fortlauf der Handlung, fühlte ich eine gewisse Distanz zu Duncan. Ich denke, das liegt vor allem daran, dass Tims Kapitel aus der ersten Person geschildert wurden, wogegen der Rest aus der dritten Person entspringt. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sich die Autorin zum Wohle beider Figuren für eine Form entscheidet. So war für mich Duncan einfach schwieriger zu greifen.

Die Erzählungen Tims zu dem schicksalhaften Ereignis an sich, ist spannend und auch erschreckend zu lesen, aber vollkommen überrascht war ich nicht. Die Auflösung der Tragödie wurde schon etwas in die Länge gezogen, war aber nicht langweilig zu lesen. Danach hingegen ging es recht zackig auf das Ende zu, was ich schade fand, denn ich wäre gerne noch länger bei Tim und Duncan geblieben.

Das Setting, die Irving School, gefiel mir als solches unheimlich gut. Die Geschichte und Traditionen der Schule und die Mythen um vergangene Studenten, drangen darauf sich zu entfalten.

Allgemein eignet sich SO WÜST UND SCHÖN SAH ICH NOCH KEINEN TAG auch hervorragend als Schullektüre, zum Beispiel als Gegenüberstellung von Werken wie „Der Club der toten Dichter“, oder um das Thema >Tragödie in der Literatur< aufzunehmen.

 

 

Fazit

Elizabeth LaBans Geschichte zweier gegensätzlicher Jungen ist ungewöhnlich und bietet durch die Prosa, und den gemächlichen Rhythmus so einige Gänsehaut-Momente. Manchmal fehlte mir etwas mehr Intensität bei den Figuren und ich wollte mehr vom tollen Setting erleben. In Gänze verbreitet „So wüst und schön sah ich noch keinen Tag“ definitiv Licht und Schönheit, sowie viel Traurigkeit und Melancholie.

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(1.991)

3.027 Bibliotheken, 64 Leser, 7 Gruppen, 258 Rezensionen

liebe, lux, onyx, daemon, fantasy

Onyx - Schattenschimmer

Jennifer L. Armentrout , Anja Malich
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.11.2014
ISBN 9783551583321
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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(331)

548 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

depression, liebe, therapie, angst, sarah kuttner

Mängelexemplar

Sarah Kuttner
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 19.01.2012
ISBN 9783596511891
Genre: Romane

Rezension:

Der Plot

Karo lebt schnell und flexibel. Sie ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, selbstironisch und liebenswert. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den Füßen. Plötzlich ist die Angst da. Als auch die cleversten Selbsttäuschungen nicht mehr helfen, tritt sie verzweifelt und mit wütendem Humor ihrer Depression entgegen.

 

Meine Meinung

Protagonistin Karo ist eine anstrengende Frau, die ihrem näheren Umfeld und auch sich selbst nicht selten die Nerven raubt. Sie kommt flappsig rüber, trägt das Herz auf der Zunge und ist dabei recht zynisch. Karo hat sich nie viele Gedanken gemacht, über das was sie nicht hat. Sie steht mitten im Leben, hat einen Job den sie mag und eine Beziehung mit einem Mann, den sie eigentlich nicht so mag. Nachdem ihr Job futsch ist, hinterfragt sie ihr Leben und beendet gewissermaßen ihre Beziehung. Die Antwort des Universums folgt in Form von ersten schweren Panik- und Angstattacken. In dieser Notsituation eilt Karos Mutter zur Seite, ist für sie unverhoffter Anker und sicherer Hafen. Und auch ihr bester Freund Nelson lässt sie wissen, dass er da ist. Fortan besteht Karos Alltag daraus, jeglichen Stress von sich fern zu halten und sich in Therapiesitzungen mit ihren Ängsten auseinander zu setzen.

 

„Selbstmitleid ist nicht schick, es schmückt nicht, es ist hässlich und entstellt.“

~ Karo, S. 29

 

Karos Persönlichkeit fand bei mir großen Gefallen. Ich mochte ihre Art zu Denken und den Humor. Sie wirkt teils verloren mit ihrer Situation, denn sie hasst nichts mehr, als wie keine Kontrolle zu haben. Mit Gefühlsduseleien kann sie so gar nichts anfangen und wird somit komplett von den hässlichen Begleiterscheinungen der Depression überrollt. So stellt sie sich auf ihre eigene Weise den Problemen trotzig entgegen. Man begleitet sie auf dem steinigen Weg der Isolation und nimmt Teil an einigen Rückschlägen, aber auch wo sie neue Hoffnung schöpft.

 

„Du bist kein Hauptgewinn. Du bist ein Mängelexemplar. Ein zauberhaftes und liebenswertes Mängelexemplar und wenn da draußen jemand ist, der das sehen kann, dann ist er ein Hauptgewinn…“

~ Nelson zu Karo, S. 213

 

Sarah Kuttner umschreibt Karos seelische und emotionale Kämpfe humorvoll, aber auch mit der richtigen Note Tragik. Sie trifft mit ihrem Schreibstil den Nerv unserer Generation. Wer nach dem großen Unterhaltungsspaß in „Mängelexemplar“ sucht, sollte sich vielleicht nach einer anderen Lektüre umsehen. Denn darum geht es in diesem Roman auch nicht. Eine Depression ist nicht spaßig und fesch, und sollte sicher nicht in die Unterhaltungsschublade sortiert werden. Das Thema als solches ist nun mal nicht immer leicht zu greifen und ist unbequem. Kuttner gelingt es sehr gut, mit der richtigen Ernsthaftigkeit und ganz eigenem Taktgefühl die Depression als das zu erklären, was es ist: eine Krankheit, die an der mentalen Sicherheit heftig rüttelt und unbedingt ernst genommen werden muss.

Sarah Kuttner gibt durch ihre Figur Karo der Depression eine witzige und zugleich tieftraurige, bittere und auch leidenschaftliche Stimme. Sie wirft dabei nicht nur einen gekonnten Blick auf Karos emotionalen Zustand, sondern weist auf die Vergänglichkeit unserer Gesellschaft und die Werte, nach denen wir nicht selten umsonst streben, hin.

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Tags: mängelexemplar, sarah kuttner   (2)
 

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(8)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

die hohe kunst unterm radar zu bleiben, susin nielsen, cbt verlag

Die hohe Kunst, unterm Radar zu bleiben

Susin Nielsen , Claudia Max
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.02.2016
ISBN 9783570310342
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Der Plot
In der neuen Schule, in der fremden Stadt, bei den neuen Nachbarn heißt Henrys (13) Devise: bloß nicht auffallen. Denn wehe, es kommt raus, was sein Bruder getan hat. Weil Henry, seit ES passiert ist, nur noch Robotersprache spricht, hockt er viel beim Seelendoc. Seine Gefühle jedoch, und nicht nur die, frisst er weiter in sich hinein. Als er Alberta trifft, die zwar auch nicht normal, aber ziemlich toll ist, fragt er sich, ob da mehr daraus werden könnte. Und ob das bedeutet, dass es für ihn tatsächlich ein Leben DANACH gibt.


Meine Meinung
Was geschieht mit einer Familie, nachdem ein Familienmitglied auf brutale Weise das Leben verloren hat? Wie fühlen sich die Betroffenen danach wirklich und wie gehen Außenstehende damit um? Wieso konnte es überhaupt soweit kommen? Mit dieser und vielen anderen Fragen müssen sich die Larsens auseinander setzen. Protagonist Henry tut dies allein mit seinem Vater in einer neuen Stadt, weit weg von seinem alten Zuhause. Währenddessen ist seine Mutter am anderen Ende des Staates und versucht auf ihre Weise, die Geschehnisse zu verarbeiten.

Aus der Ich-Perspektive beschreibt uns Henry in Tagebuch-Form, wie sich sein neues Leben gestaltet. Es ist ein Erzählstil, der durch passender Tragik, aber auch witzigen Floskeln hervorsticht. Man fliegt durch die Tagebuch-Abschnitte in Superhelden Geschwindigkeit.

Henry geht seit kurzem zu einem Therapeuten, den er seit „ES“ passiert ist, aufsuchen muss. Und er geht seit dem Umzug an eine neue Schule und will alles, nur um keinen Preis auffallen. Doch sein Schulkamerad, der quirlige bebrillte Farley, macht ihm da einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Mit ihm teilt er unter anderem eine große Leidenschaft für Wrestling Shows. Es gibt diese Momente, in denen Farley seinem verstorbenen Bruder immer ähnlicher wird. Doch das gefällt Henry ganz und gar nicht. Und dann ist da noch die ungezogene Alberta, die Henrys Gefühlswelt noch mehr auf Trab bringt.

Mit einem starken Gefühl von Angst las ich Henrys Tagebuch Einträge. Es sind Schilderungen eines Jungen, der mit seiner Familie eine furchtbar traumatisierende, traurige Zeit erleben muss. Resultierend aus dieser Sicht, wird einem näher gebracht, was Familien von Hinterbliebenen unter Umständen über sich ergehen lassen müssen. Dieser Gedanke lässt sich nicht während des Lesens abschütteln. Man wird nahezu von Susin Nielsen dazu aufgefordert, in sich zu gehen und sich den Fakten zu stellen. Es ist eine unschöne Realität für Henry und seinen Vater. Es ist eine unschöne Realität für viele andere Henrys, Väter und Mütter auf dieser Welt. So teilte ich irgendwann Henrys Wut, seine Traurigkeit, sein Vermissen und sein Missverstehen. So musste nicht nur er irgendwann Pausen beim Schildern vergangener Ereignisse einlegen. Auch ich musste einige Male tief durchatmen.

Obwohl bei Henry ganz klar hervorgeht, dass er in keiner schönen Situation ist, musste ich auch oft schmunzeln. Er ist ein lieber, witziger, schlauer und gezeichneter Junge. Aber dank Farley, der durch seine Erscheinung und sein vorlautes Wesen den Nerd-Stempel groß und stolz mit sich rumträgt, gelingt es ihm ganz und gar nicht >unterm Radar zu bleiben<. Farley ist ein Licht in Henrys Leben und für diese Geschichte. Die Chemie der beiden Jungs war himmlisch. Auch die anderen Figuren in der Geschichte, wie z.B. Alberta, die nervigen Nachbarn und Henrys Vater, wurden sehr lebendig von Susin Nielsen gezeichnet. Das Ende wurde von der Autorin etwas offen gehalten, was sehr gut funktioniert.

Wenn eine komplett tragische Geschichte auf hoffnungsvolle, traurige und sogar humorvolle Weise erzählt werden kann, ohne das es seltsam wirkt, dann ist man als Leser in wirklich guten Händen bei einer talentierten Autorin. Ich möchte dieses Werk auch als Schullektüre (erst ab der Mittelstufe) sehr empfehlen. Henrys Geschichte ist wichtig. Sie wiederholt sich jeden Tag irgendwo. Diesen Gedanken konnte ich beim Lesen partout nicht abschütteln. Und das sollte man auch nicht, wenn man das Buch liest.


Fazit
„Die hohe Kunst, unterm Radar zu bleiben“ ist so viel mehr, als das bunte Cover hergibt. Was sich zwischen den Buchdeckeln befindet ist sowohl wunderschön und humorvoll, als auch herzzerreißend und schmerzhaft. Henrys Geschichte rüttelt am Leser und erschüttert zutiefst. Susin Nielsen regt zum ernsthaften in sich gehen an. Sie schreibt, wie ein Junge in diesem Alter denkt und lässt Henry K. Larsens dadurch unverfälscht, und in den schönsten Farben erstrahlen. Dieses Buch sollte nicht unter dem Radar verschwinden. Ich kann es jedem wärmstens empfehlen.

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(55)

143 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

freundschaft, liebe, surfen, kindesentführung, entführung

Emmy & Oliver

Robin Benway , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.01.2016
ISBN 9783734850189
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Der PlotEmmy hat es satt, ständig in Watte gepackt zu werden. Sie möchte Surfen oder auf Partys gehen, ohne ihre über-beschützenden Eltern belügen zu müssen. Seit zehn Jahren geht das so, seit damals, als Oliver entführt wurde. Er war nicht nur der Junge von nebenan, sondern Emmys bester Freund. Als er verschwand, wurden Herzen gebrochen und viele Tränen vergossen. Doch eines Tages tritt Oliver wieder in ihrer aller Leben. Nach dem großen Schock und der Freude, muss Emmy aber feststellen, dass mit seiner Rückkehr, die Ängste nicht verschwunden sind. Dabei will Emmy einfach nur wieder Zeit mit Oliver verbringen. Sie möchte ihn neu kennen lernen, mit ihm reden und glücklich sein. Aber die Ereignisse der Vergangenheit haben nicht nur Schatten auf ihr Leben geworfen, sondern auch auf das ihrer Eltern. Und auch Oliver nimmt seine Rückkehr mehr mit, als es zunächst den Anschein hat. Emmy spürt: Um glücklich zu werden, muss sie den Mut finden und ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Doch das ist alles gar nicht so einfach…






Meine Meinung

Wie in der Zusammenfassung bereits beschrieben, wird sich in „Emmy & Oliver“ mit Olivers plötzlicher Rückkehr, nachdem er zehn Jahre zuvor von seinem eigenen Vater entführt worden ist, auseinander gesetzt. Für alle Charaktere beginnt damit eine Aufarbeitung, aber auch der Versuch nach vorne zu schauen. Für Oliver ist es so hart, weil er in all den Jahren von seinem Vater belogen wurde. Für alle anderen – sprich seine Mutter, Emmy und ihre Freunde, und Familie – weil mit seiner Heimkehr etwas geschehen ist, womit keiner mehr gerechnet hat. Zehn Jahre sind an keinem spurlos vorbei gegangen. Für Oliver ist jeder eigentlich ein Fremder, sogar seine eigene Mutter. Und die anderen kennen den kleinen Jungen von damals, aber nicht den jungen Mann. Dieser Umstand ist für alle verwirrend, überwältigend und schmerzhaft zugleich. Robin Benway hat all diese Emotionen unheimlich gelungen rüberbringen können.

 

„Oliver brauchte eine ganze Menge, das war mir bewusst. Er brauchte mehr, als ich ihm an jenem Nachmittag bieten konnte. Aber vielleicht, ganz vielleicht, war surfen bei Sonnenuntergang schon mal ein Anfang.“

 

Emmy & Oliver sind sehr angenehme Figuren. Sie harmonieren so schön miteinander, sowohl als Freunde als auch als Paar. Der gleichnamige Buchtitel steht für so viel mehr, als man zunächst glauben mag. Es geht um ihrer beider Freundschaft, die sie als kleine Kinder verlieren und zehn Jahre später (zunächst platonisch) zaghaft neu knüpfen.

 

„Mein Herz war eine Flipperkugel, gefangen in meinem Brustkorb, meine Lunge ein kaputtes Akkordeon…“

 

Aber es ist auch ihrer beider Weg getrennt voneinander, der mich berührte. Die tägliche Sehnsucht nach dem Ausleben ihrer Träume ohne Geheimniskrämerei, von Emmys Seite. Und die Lüge, mit der Oliver seit seiner Rückkehr so furchtbar ringt.

Den Erzählstil aus der Ich-Perspektive von Emmy, empfand ich ohne Frage sehr gelungen. Die Schreibe ist dicht, amüsant und gefühlvoll. Der traurige Part und die Leichtigkeit halten sich in dieser Geschichte perfekt die Waage. Mir hätte es aber noch einen Ticken besser gefallen, auch Olivers Sicht in diesem Buch zu finden, da die Autorin seine Persönlichkeit sehr interessant gezeichnet hat. Was aber dennoch nicht zu kurz kam, und davor hatte ich meine Bedenken, war mit welcher Ernsthaftigkeit die Autorin Olivers Entführung aufnehmen würde. Es ist tatsächlich immer präsent. Nichts wird hier verschönigt.

Familie und Freundschaft werden natürlich groß geschrieben. Da ist nicht nur Oliver, der sich seiner emotional überforderten Mutter nur schwer nähern kann, und seinen Vater schrecklich vermisst. Auch Emmy hat unter ihren gluckenhaften Eltern zu leiden, die sie sehr stark überwachen. Und dann sind da noch Drew und Caro, Emmys beste Freunde, die auch Oliver schon als kleinen Jungen kannten. Wann immer sie zueinander fanden, hing dieses Verständnis unter wahren Freunden in der Luft. Dazu brachten die Dialoge eine gewisse Frische in eine etwas schräge Situation.

Woran ich erkenne, wenn ein Buch wirklich gut war, ist auch immer das Ende. Wenn ich nach dem Epilog mehr möchte und zugleich das Gefühl von vollkommener Zufriedenheit habe. So ein Buch ist „Emmy & Oliver“ auf jeden Fall gewesen!



Fazit

Dieses wunderbare Buch von Robin Benway hat mich auf so einige Gefühlswellen entlang gleiten lassen. Jede Figur wurde von der Autorin so liebevoll gezeichnet, dass man gerne mehr Zeit mit jedem verbringen möchte. Glücksmomente und tiefe Traurigkeit geben sich in „Emmy & Oliver“ die Hand. Eine zauberhafte, witzige und zugleich traurige Geschichte darüber, den Weg nach Hause und zu sich selbst zu finden.

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131 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

liebe, offene beziehung, jugendbuch, abitur, trennung

Ein Sommer ohne uns

Sabine Both
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Loewe, 15.02.2016
ISBN 9783785582220
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Der PlotVerena und Tom kennen sich von klein auf, sind ein Paar, seit sie dreizehn sind. Sie gehören einfach zusammen und das soll für immer so bleiben.
Aber ein Gedanke lässt Verena – mitten im Abistress und voller Vorfreude auf das anstehende Studium – nicht mehr los: Sie hat noch nie einen anderen Jungen geküsst, geschweige denn Sex mit einem anderen gehabt. Doch sie liebt Tom und sich von ihm zu trennen oder ihn zu betrügen, kommt nicht infrage.
Als sie schließlich mit Tom darüber spricht, treffen die beiden eine Vereinbarung: eine offene Beziehung, drei Monate Austobzeit nach dem Abi. Sich ausprobieren. Mit anderen. Danach ist alles wieder wie vorher und die zwei wieder ein Paar. Doch ist das wirklich so einfach, wie sie es sich vorstellen?





Meine Meinung

Die erste Liebe ist natürlich etwas ganz besonderes. Das Herz klopft wild wie nie zuvor, die Gedanken fahren Achterbahn, man will dem Anderen immer nahe sein und irgendwie steht man eh die ganze Zeit unter Strom. Dieses Gefühl der ersten Verliebtheit, wenn man jung ist, ist größer als alles andere. Man glaubt, „das isses“. Basta. So manche Paare lernen sich als Teenager kennen und bleiben wirklich ewig beieinander. Sie planen ganz selbstverständlich ihre Zukunft. Doch sind sie einander wirklich ewig treu? Was ist, wenn die Neugierde auf Intimität mit jemand anderen nicht nur im Kopf passiert, sondern erforscht werden will? Kann das eine junge Liebe, egal wie gut sich beide kennen und lieben, überstehen? In ihrem neuen Jugendbuch schickt Sabine Both ihre Protagonisten Verena und Tom auf diese Reise. Mich reizte die Idee der Autorin sofort, als ich den Klappentext sah. Sie geht damit in jedem Fall mal einen anderen Weg.

Der Erzählstil entspringt der dritten Person. Diese Form liest sich zunächst etwas ungewohnt, da die Figuren so etwas distanzierter wirken, als man es erwartet. Melancholie und Schwere ziehen sich durch die Handlung, wie der heiße Wind von Verena und Toms endlosem Sommer. Obwohl der Leser die Protagonisten in wechselnden Abschnitten jeweils begleitet und die Figuren Zeichnung sehr gelungen ist, hält sich die Unnahbarkeit von beiden etwas hartnäckig. Gleichzeitig fühlte ich mich ihnen auf seltsame Weise verbunden. Das kommt auch daher, dass man beide auf ihrem Weg der Zweifel, ob ihre Vereinbarung wirklich richtig war, begleitet. Man lernt sie mit Voranschreiten der Handlung etwas besser kennen. Wer die Bücher von Sabine Both unter ihrem Pseudonym Franziska Moll kennt, weiß, dass sie es ihren Protagonisten generell nicht so einfach macht. So lässt sie Verena und Tom immer wieder falsche Entscheidungen treffen, und russisches Roulett spielen. Obwohl beide den sicheren Weg wollen, fühlen sie sich zu den komplizierten Abzweigungen, magisch hingezogen. Das empfand ich als sehr authentisch, denn welcher Teenager in dem Alter trifft schon richtige Entscheidungen?!

 

„Sie stehen links und rechts von dieser Sache, müssten um sie herumgehen, über sie steigen, sie zur Seite schieben, um sich nahe zu kommen.“

 

Auch das direkte Umfeld von Verena und Tom wird dem Leser näher gebracht. So bekommt das perfekte Familienbild und jahrelange, tiefe Freundschaften gefährliche Risse. Geheimnisse kommen zum Vorschein, die Herzen brechen.

Vielleicht ist „Ein Sommer ohne uns“ nicht perfekt. Sei es drum, denn das Leben ist es auch nicht. Wenn man jung ist trifft man Entscheidungen, die einen selbst oder andere verletzen können. Aber diese Zeit, die Sabine Both in ihrem Roman schildert, ist vor allem deshalb prägend. Falsche Wege führen immer auch irgendwo hin. Man braucht nur länger.



Fazit

Mit „Ein Sommer ohne uns“ und der Thematik offene Beziehung, wird definitiv Neuland im Jugendbuch/All-Age Genre betreten. Diesen Aspekt empfinde ich als aufregend und anders. Für Leser, die sich – genau wie ich – sehr viel mit Jugendbücher beschäftigen, bringt Sabine Boths neues Buch daher sicher Abwechslung mit sich. Ich hoffe sehr, dass sich in dieser Richtung noch mehr tun wird. Die Geschichte um Verena und Tom wird eventuell nicht jedermanns Geschmack sein, aber mir gefällt die Intention von Sabine Both. Es ist mit all den Achterbahn-Gefühlen, den aus der Kindheit verblassten Einhörnern und Elfen, sehr lebensnah.

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(85)

158 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

meer, england, liebe, familie, london

180 Grad Meer

Sarah Kuttner
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 31.12.2015
ISBN 9783100024947
Genre: Romane

Rezension:


Der Plot

Nachdem ihr Vater die Familie verlassen hat, ist Jule mit ihrem Bruder und ihrer selbstmordgefährdeten Mutter aufgewachsen. Als Erwachsene hat sie sich einen Alltag geschaffen, in dem sie alles nur noch irgendwie erträgt: ihren Job als Sängerin, die unzähligen Anrufe ihrer Mutter, den ganzen Hass in ihr, der sie fast verschwinden lässt. Als auch ihre Beziehung zu bröckeln beginnt, flieht sie zu ihrem Bruder nach England, auf der Suche nach Ruhe und Anonymität.
Doch dort trifft sie auf ihren Vater, der im Sterben liegt. Zaghaft beginnt Jule einen letzten Versuch, sich dem Mann anzunähern, von dem sie sich ihr Leben lang im Stich gelassen gefühlt hat.

Eine tragikomische Road-Novel über das komplizierte Verhältnis zu den eigenen Eltern und den Wunsch, Urlaub von sich selber machen zu können.

 

„Meer ist nichts wert, wenn es sich nicht zu 180° vor mir erstreckt…“



Meine Meinung

Natürlich kannte ich Sarah Kuttner bereits als flippigen VJ für Musiksender. Sie heizte durch ihre rotzigen Sprüche dem jungen Publikum ein, war irgendwie cool und eckte mit ihrer Art schon mal an. Und dann schrieb sie das Debüt „Mängelexemplar“ und ließ Kritiker sowie Leser gleichermaßen begeistert zurück. Die Kuttner schreibe wie ein Orkan und gäbe Tabuthemen wie Depression eine prägnante Stimme, meinten viele. Meine erste literarische Erfahrung mit Sarah Kuttner und ihrem mittlerweile dritten Buch hat nun auch Eindruck bei mir hinterlassen.

Kuttner schreibt nicht lange drum herum in „180 Grad Meer“, sondern kommt zackig zur Sache. Ihr intelligenter Erzählstil ist gepfeffert mit Wortwitz und entspringt der Ich-Perspektive. Sie gibt dem Leser kein sauberes Mädchen, sondern Jule. Jule ist ü30, ziellos und fühlt sich vollkommen wohl damit. Menschen, die das nicht verstehen, werden mit Verachtung gestraft. Wozu Karriere? Warum Hausfrau und Mutter sein? Das ist nicht Jules Cup of Tea. Sie ist kein zielstrebiger und begeisterungsfähiger Mensch. In ihr brodelt die Gleichgültigkeit.

 

„…Liebe oder Hass. Ich habe beides in rauen Mengen in mir. Warum kann das nicht reichen? Warum muss gesprochen und verändert und bemüht werden? Lasst uns nehmen, was wir kriegen können, und einfach gehen, wenn es nicht genug ist. Liebe oder Verachtung. So einfach.“

 

Jule hat schmutzigen, freudlosen Sex mit ihrem Chef obwohl sie in einer Beziehung ist. Sie hasst ihren Job als Sängerin, hat kein Verhältnis zu ihrem Vater und möchte ihre depressive, selbstbezogene Mutter am liebsten mundtot sehen. Auf Ablenkungen reagiert sie fast aggressiv. Ihre nicht wirklich starken zwischenmenschliche Züge, lassen sie manches Mal geradezu gefühlskalt wirken. Kurzum: Jules Charakter würde mich im wahren Leben sofort in die Flucht schlagen. Dennoch ist „180 Grad Meer“, trotz der schwierigen Protagonistin, alles andere als unangenehm zu lesen.

 

„Das Ignorieren einer Erwartung führt zu einer doppelten Enttäuschung: der meines Gegenübers und meiner eigenen.
Eine klassische lose-lose-Situation.“

 

Sarah Kuttner hat Jules Welt etwas grau gestaltet. Dort gibt es keinen sicheren Hafen. Man schippert mit ihr nicht nur Richtung England, sondern auf die etwas trostlose und ungemütliche Ungewissheit zu. Sie flüchtet nach einem Zerwürfnis mit ihrem Freund aus Berlin und besucht auf unbestimmte Zeit ihren Bruder Jakob in London. Mit der Anwesenheit von Jules Bruder, bekommt man eine verborgene Seite von ihr zu sehen. Dieses Bündnis der beiden Geschwister hat seinen eigenen Rhythmus, welcher mir gefiel. Auch ihre Beziehung zu >Leih-/Arschlochhund< Bruno hinterlässt bei ihr Spuren, und bei mir ein Dauergrinsen. Was mich manchmal etwas störte, war das Ausmaß der Bockigkeit und des ungezogenen Verhaltens bei Jule. Für eine erwachsene Frau wirkte sie dadurch etwas zu pupertär auf mich. Auch das Verhältnis mit Jules Vater wird nicht so intensiv beleuchtet, wie ich es mir erhofft habe. Schlussendlich hat der nämlich nur eine Art Cameo-Auftritt und bleibt dadurch etwas zu blass.

In Kuttners drittem Roman wird ein Blick in die angeknackste Seele eines Menschen geworfen. In vielen Werken, wird im Verlauf das Kaputte wie von Zauberhand repariert. In „180 Grad Meer“ geschehen keine großen Wunder und Wendungen. Aber es geschieht etwas, dass vielleicht prägender für Jule ist und auch realer auf den Leser wirkt. Sarah Kuttner zeigt durch Jules Augen, dass das Leben schonungslos und schwierig ist. Das es einem Rätsel aufgibt, die man nicht zwangsläufig verstehen und lösen kann (und will). Sie zeigt, die Lebensmüdigkeit und Kapitulation in einer Person, aber auch Hoffnung. Dennoch fühlt man sich kein Stück durch Tragik und Melancholie erschlagen. Der Sarkasmus der Protagonistin und die clevere Schreibe, gibt der Handlung viel Schwung. Man wird mit Jule auf der Suche nach dem perfekten Meer mitgerissen.

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32 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

homosexualität, jugendbuch, lgbt, schule, nur drei worte

Simon vs. the Homo Sapiens Agenda

Becky Albertalli
E-Buch Text: 313 Seiten
Erschienen bei Penguin, 07.04.2015
ISBN 9780141356105
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Plot

Was Simon über Blue weiß: Er ist witzig, sehr weise, aber auch ein bisschen schüchtern. Und ganz schön verwirrend. Was Simon nicht über Blue weiß: WER er ist. Die beiden gehen auf dieselbe Schule und schon seit Monaten tauschen sie E-Mails aus, in denen sie sich die intimsten Dinge gestehen. Simon spürt, dass er sich langsam, aber sicher in Blue verliebt, doch der ist noch nicht bereit, sich mit Simon zu treffen. Dann fällt eine der E-Mails in falsche Hände – und plötzlich steht Simons Leben Kopf.

 

 

Meine Meinung

Mit Simon Spier hat die Autorin eine sehr authentische Figur geschaffen. Er lebt ein eigentlich recht unaufgeregtes, normales Leben als Teenager. Man fühlt sich ihm sofort durch seine Art zu denken näher und mag seinen Sarkasmus. Ich liebte es, wie die Autorin Simons Homosexualität und die Gefühle für Blue umschrieb.

“White shouldn’t be the default any more than straight should be the default. There shouldn’t even be a default.”“The way I feel about him is like a heartbeat — soft and persistent, underlying everything.”

 

Simon hat eine merkwürdige Familie, die eine Sprache spricht, die ein Außenstehender womöglich nur schwer verstehen kann. Das fand ich unheimlich liebenswürdig. Ich liebte Simons Golden Retriever namens Bieber (ja, Justin Bieber trägt Mitschuld an dem Namen), seine ernsthafte Oreo-Sucht, seine selbstverständliche Liebe zu Harry Potter. Also, der Stoff aus dem ein (manchmal zu) perfektes Wohlfühl-Buch besteht.

 

“What’s a dementor?“
I mean, I can’t even. „Nora, you are no longer my sister.“
„So it’s some Harry Potter thing,“ she says.”

 

Der Erzählstil in der ersten Person ist äußerst gelungen und amüsant. Ich hatte das Gefühl, einen Platz in der vordersten Reihe von Simons lebhaften Gedanken bekommen zu haben. Seine Höhen und Tiefen sind unheimlich präsent für den Leser und lassen ihn dadurch sehr realistisch wirken. Ich lachte herzhaft über seine sarkastischen Dialoge mit Freunden, Familie und natürlich über die Mails mit Blue. Seine Ängste und Wut, wurden zu meinen. Wenn er weinte, war auch ich den Tränen nahe.

Die Charakterisierung ist für mich DER Trumpf in Albertallis Debüt. Alle Nebenfiguren wirken überaus realistisch. Die Autorin hat Familienmitglieder und Freunde von Simon mit liebevollen charakteristischen Spleens bestückt, aber ihren Helden dabei niemals in den Hintergrund gesetzt.

Es wurde auch sehr gelungen rüber gebracht, wie stark die Kontrolle des Sozialen Netzwerks (Tumblr, Facebook, Twitter) ist und wie sehr Teenager gewisse Ängste darüber definieren.

Becky Albertallis jahrelange Arbeit mit jungen Kids und das dadurch erlangte Wissen, wie es in einem (homosexuellen) Teenager aussieht, erwies sich ganz sicher als ein Segen während sie das Buch schrieb. Für mich war es ein Segen, >Simon vs.< gelesen zu haben.

 

 

Fazit

Mit ihrem Debüt SIMON VS. THE HOMO SAPIENS AGENDA trifft Becky Albertalli ganz sicher den Nerv vieler Leser. Ich wurde verzaubert vom sarkastischen, furchtbar verliebten (Alltags)Helden Simon. Trotz eines etwas holprigen Starts und einem manchmal zu perfekt wirkenden Pitch, ist dies eine sehr lesenswerte, wunderbare Geschichte gespickt mit Witz und Gefühl. Schnappt Euch eine große Packung Oreos, ein Glas Milch und versinkt in Simon Spiers chaotisch nerdige Welt!

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78 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

transgender, familie, freundschaft, jugendbuch, liebe

Zusammen werden wir leuchten

Lisa Williamson , Angelika Eisold Viebig
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 10.12.2015
ISBN 9783733500764
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Plot

Es ist Davids vierzehnter Geburtstag und als er die Kerzen ausbläst, ist sein sehnlichster Wunsch … ein Mädchen zu sein. Das seinen Eltern zu beichten, steht auf seiner To-do-Liste für den Sommer – gaaaanz unten.
Bisher wissen nur seine Freunde Essie und Felix Bescheid, die bedingungslos zu ihm halten und mit denen er jede Peinlichkeit weglachen kann. Aber wird David jemals als Mädchen leben können? Und warum fasziniert ihn der geheimnisvolle Neue in der Schule so sehr?

 

 

Meine Meinung

Geschichten wie die von Lisa Williamson sind im Jugendbuch und All-Age Bereich noch recht neu auf dem deutschen Markt vertreten. Das Transsexuelle seit letztem Jahr mehr Aufmerksamkeit bekommen, kann man sicher zum Einen auf die Serie TRANSPARENT zurückführen, die vor allem in Amerika großen Anklang erhalten hat. Viele sehen derzeit die Möglichkeit, die Allgemeinheit endlich empfänglicher dafür zu machen, was Transsexuelle eigentlich täglich miterleben müssen. Das ihr Lebensstil keine Verkleidungsshow ist, sondern für sie tief herrührt. Es bedarf noch große Aufklärungsarbeit. So ist es natürlich sehr wichtig, der Jugend dafür ein Verständnis zu vermitteln. Und ich finde es klasse, dass sich ein deutscher Verlag mit Lisa Williamsons Buch dafür offen zeigt.

Das Verständnis konnte die Autorin in ihrem Debüt auch absolut überbringen. Sie transportiert die Emotionen von David, der sich schon von kleinauf als Mädchen fühlt, sehr gut. Die Naivität und wie er seine Situation manchmal selbst betrachtet, hat schon an meinem Herzen gezogen. Man merkt dabei, wie jung er noch ist und wie allein er sich oft damit fühlt. Obwohl nur seine zwei besten Freunde davon wissen, haftet an David das Freak-Image. Er wird nicht verstanden und daher böse gemobbt, was mich sehr mitnahm.

Leo, der unheimlich in sich gekehrt ist und über den man nur sehr langsam mehr erfährt, ist interessant. Und dabei möchte ich es eigentlich belassen, denn sonst würde ich mich vielleicht verplappern.
Die Autorin schildert aus der Wechselperspektive von David und Leo. Mit Voranschreiten der Handlung, wird der Fokus immer weniger auf David gerichtet. Das verwirrte und störte mich, denn ich wollte ebenso viel über ihn als auch über Leo wissen. Beide Figuren sind charakteristisch sehr verschieden und trotzdem führen ihre Wege sie immer wieder zueinander.

Ich habe mir zudem manchmal gewünscht, ein wenig mehr über die Familien von Leo und David zu erfahren. Insbesondere das Verhältnis zwischen Leo und seiner Mutter interessierte mich.

Davids zwei beste Freunde verdienen auch eine Erwähnung. Junge Menschen brauchen jemanden, der sie so nimmt wie sie sind. Essie und Felix kennen Davids großes Geheimnis, sie akzeptieren es und sind immer füreinander da. Für mich waren die beiden absolute Ninjas.

Das Buch wird für Leser, die sich noch nicht näher mit dem Thema befasst haben, sehr interessant sein. Vor allem die junge Zielgruppe wird hier sicher mal ein ganz anderes Buch lesen. In mir persönlich blieb beim Lesen aber stets das Gefühl, mehr zu wollen, mehr zu erfahren. Da ich aber selbst vorab schon mehr darüber wusste, ist das nur eine persönliche Meinung.

 

 

Fazit

Lisa Williamson Debüt sollte hervorstechen, denn nicht viele Autoren im Jugendbuch haben sich bisher mit der Thematik Transgender befasst. Gewisse Aspekte wurden mir von der Autorin manchmal etwas zu stereotypisch behandelt. Bei Lesern, die sich bisher überhaupt nicht damit beschäftigt haben, wird es aber sicherlich strahlen. Insgesamt betrachtet ist ZUSAMMEN WERDEN WIR LEUCHTEN ein unterhaltendes zauberhaftes Jugendbuch über Freundschaft, Toleranz und den Mut zu haben zu sich selbst zu stehen, egal in welchem Körper man sich Zuhause fühlt.

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Tags: lisa williamso, transsexualitä, zusammen werden wir leuchte   (3)
 
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