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liebe, jugendbuch, 18. jahrhundert, königskinder verlag, homosexualität

Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans

Mackenzi Lee
E-Buch Text: 496 Seiten
Erschienen bei Königskinder, 24.03.2017
ISBN 9783646929591
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meine Meinung
Mit seinem historischen Touch bietet dieser Jugendbuch/All-Age-Roman von Mackenzie Lee, definitiv einmal etwas anderen Stoff für seine Zielgruppe. So fühlte ich mich durch das Flair des 18. Jahrhunderts und die Settings, erinnert an Marie Antoinette oder Casanova. Obwohl ich das von Monty & Co. erkundete Schloss Versailles mit all seinem Prunk, die kleine Stadt Marseille oder die Gassen von Venedig, noch nicht selbst bereist habe, fühlte sich die Stimmung dieser Orte durch die Beschreibungen sehr authentisch an.

Der Erzählstil an sich ist durch seine teilweise der Epoche angepassten Umgangssprache natürlich etwas anders. Mich verwirrte es manches Mal, wenn von altertümlicher Sprache in einen doch saloppen, gar modern klingenden Ton gewechselt wurde. Hier hätte ich mir tatsächlich gewünscht, dass die Autorin sich einmal für einen Weg der Erzählung entscheidet. Nichtsdestotrotz trieb mich die Autorin beim lesen immer weiter.

Das Hauptaugenmerk richtet Mackenzie Lee auf die Figuren. Demnach wird diese Geschichte durch die Haupt- und Nebenfiguren angetrieben.
Allen voran hält Henry (alias Monty) seine Mitmenschen und den Leser reichlich auf trab. Er erfüllt das Klischee des attraktiven, reichen, charmanten und arroganten Adeligen perfekt. Monty wirkte auf mich durch seine Leichtsinnigkeit und Arroganz, vor allem zu Beginn nicht unbedingt sympathisch. Er ist sehr Ich-bezogen und obwohl er ein enges Verhältnis zu Percy pflegt, sogar neben der Freundschaft romantische Gefühle hegt, scheint er sich um seinen Freund nur aus Eigennutz zu kümmern. Das schwierige Verhältnis zu seinem Vater und die innigen Gefühle für Percy jedoch berührten mich sehr.
Percy hat ein sehr einprägsames, fürsorgliches und charismatisches Wesen. Er überwiegt Henrys Unwissenheit mit seinem vernünftigen Auftreten. Percy unterstützt und liebt seinen besten Freund, hat aber auch seine eigenen Schlachten zu bekämpfen. So trifft er auf wenig Verständnis von Monty für seine Ängste, obwohl dieser sich u.a. sehr wohl über Percys (exotische) Herkunft im Klaren ist.
Montys jüngere Schwester Felicity, wirkt zu Beginn eher wie eine mürrische graue Maus, die sich ihrem Schicksal als Frau willig hingibt. Doch dem ist nicht so. Innerlich lehnt sie sich auf und nutzt die Reise, um ihre wahren Ziele zu verfolgen. Sie entpuppte sich für mich als absolute Lieblingsfigur. Felicitys starker Verstand, ihr Selbstvertrauen und die Stärke retteten Henry und Percy aus so manch missliche Lage.

Man könnte denken, dass es unmöglich oder schwierig ist, eine vielfältige und farbenfrohe Besetzung in einem Jugendbuch Roman im 18. Jahrhundert angesiedelt zusammenzustellen, wo die Reichen und Mächtigen ausschließlich weiß und männlich waren. Aber Mackenzie Lee beweist das Gegenteil. Hier trifft der Leser auf einen bisexuellen jungen Mann aus dem Adel und einem unabhängigen, cleveren Teenager-Mädchen. Ich liebte Felicitys Intelligenz und wie sie mit ihrem Mut und Köpfchen, ihre männlichen Begleiter in die Schranken wies. Sie möchte nicht nur den Mund halten und hübsch aussehen, sondern etwas bewirken.

Mir gefiel zudem unheimlich gut, wie Mackenzie Lee mal eben aktuelle Themen wie Selbstfindung, Sexualität bzw. LGBT, Rassentrennung und Frauenrechte, in das 18. Jahrhundert verwoben  hat. Dadurch ist die Geschichte sehr zeitgemäß.


Fazt
„Cavaliersreise“ nimmt den Leser auf eine spannende Abenteuerreise und ist ein berauschendes, humorvolles & tragisches Königskind!

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Tags: 18. jahrhundert, all-age, cavaliersreise, frauenrechte, jugendbuch, königskinder verlag, lgbt, mackenzie lee, sexualität   (9)
 

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drama, lovestory, carlsen, carlsenverlag, vanishing girls

Als ich dich suchte

Lauren Oliver , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.02.2017
ISBN 9783551583512
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung
Es ist eigentlich recht schade, dass ich erst so wenig von Lauren Oliver gelesen habe. Das war der Grundgedanke, den ich immer wieder beim lesen von „Als ich dich suchte“ hatte.
Der Klappentext  zu Olivers aktuellem Buch, scheint dem Plot vieler anderer Jugendbücher zu gleichen. Doch man sollte sich darauf einstellen, dass die Autorin sehr viel mehr an die Oberfläche holt.

Während zu Beginn der Fokus auf die tiefe Verbundenheit der beiden Geschwister Dara und Nicki liegt, entwickelt sich im Verlauf immer mehr eine Mischung aus Eifersucht und Rivalität. Eine Mischung, welche die Atmosphäre weitaus mehr aufheizt, als man es zunächst für möglich hält. Parallel dazu zieht sich das Verschwinden des kleinen Mädchens Madeline Snow, wie ein roter Faden durch die Handlung. Bald bekommt der Leser das Gefühl, dass beide Aspekte etwas miteinander zutun haben.

Die Schwestern Nicki und Dara sind komplex, fehlerbehaftet und dadurch sehr authentisch. Sie unterscheiden sich beide auch sehr voneinander. Nicki ist die Vernünftige, auf die man sich verlassen kann und die ihrer Schwester immer zur Seite eilt. Dara dagegen ist rebellisch und zieht jede Party, Flirts und Probleme magisch an. Als kleine Mädchen unzertrennlich, scheint die Kluft mit dem Älterwerden viel zu groß zu sein. Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten und die Gefühle für ihren gemeinsamen Freund Parker, drohen sie zu entzweien. Lauren Oliver hat diese Dynamik hervorragend rüber gebracht.

„Manchmal hören Menschen auf, dich zu lieben. Und das ist die Art Dunkelheit, die nie in Ordnung gebracht werden kann, egal wie viele Monde wieder aufgehen und den Himmel mit der schwachen Anmutung von Licht erfüllen.“

~Seite 213

 

Mit ihrem Mix aus Perspektivenwechsel, Tagenbucheinträge, Blog- und Chatausrissen, sowie ‚Davor‘ und ‚Nachher‘ Einteilungen, konnte mich Lauren Oliver schnell überzeugen. Andere Leser könnte das unter Umständen erstmal verwirren. Ich mag es manchmal etwas komplizierter, zumal hier der Erzählstil auch zum mysteriösen Handlungsverlauf passt. Olivers Ausdrucksweise umgibt etwas besonderes, obwohl sie einfach gehalten ist. Sie fängt die Stimmen der Figuren sehr real und bildlich ein.

Dieses Buch beherbergt außerdem eine Wende, die sich im letzten Drittel entfaltet und ich absolut nicht kommen sah. Ich musste sogar hier und da zurückblättern und begann zu grübeln, ob ich etwas wichtiges überlesen hatte.
Wer also auf Sinn- und Spurensuche gehen möchte, der wird hier kurzweilige Unterhaltung finden.


Fazit

Lauren Olivers neues Jugendbuch liest sich reißerisch und wie ein psychologisch angehauchter Thriller. Oliver liefert durch ihren Erzählstil eine atmosphärische Stimmung und erinnerte mich dabei an ihr Debüt. Eine Geschichte über erschreckende Geheimnisse zweier tief verbundener Menschen, über die Schuld, das Bedauern und sich Verzeihen. Wer den Sog von „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ bereits mochte, wird diesen YA-Roman auch sehr gerne lesen.

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Tags: als ich dich suchte, carlsen verlag, jugendbuc, lauren oliver, vanishing girls   (5)
 

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zwangsstörung, wesley king, daniel is different, freundschaft, magellan verlag

Daniel is different

Wesley King , Claudia Max
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2017
ISBN 9783734847103
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung
Jugendbücher in denen man selbst als ‚älteres Semester‘ noch etwas für sich mitnehmen kann, interessieren mich immer. So wurde ich natürlich beim Wesley Kings »Daniel is different« hellhörig. King greift in seinem neuen Werk durch den 13-jährigen Daniel das Thema Obsessive Zwangsstörung auf, verknüpft den Plot aber auch mit alltäglichen Sorgen eines Jugendlichen sehr gekonnt. So ist zwar die Krankheit ein wichtiger Aspekt, aber die Hauptfigur wird nicht nur durch diese definiert. Das gefiel mir sehr.

Daniel ist eine Figur, mit der ich sofort sympathisierte. Er ist ein sehr intelligenter Junge, der eine große Leidenschaft für das Schreiben hegt. Mit seinem Humor holte er mich sofort ab. Und wie so viele Nerds, hat auch er es nicht so mit Sport. Allerdings möchte Daniel seine Freundschaft mit seinem besten Freund Max nicht gefährden und ist als Ersatzkicker im Schul-Football-Team.
Zu Beginn ist Daniel sich überhaupt nicht darüber im Klaren, dass seine Ticks bzw. „Zaps“ Teil einer Zwangsstörung ist. Er denkt schlichtweg, dass er verrückt ist. Aus Angst seinen besten Freund zu verlieren, seinen Schwarm zu vergraulen und seine Eltern zu enttäuschen, verschweigt er jedem, wie sehr die Zwangsstörung seinen Alltag zunehmend bestimmt.
Mir tat es in der Seele weh, zu sehen, dass Daniel meinte damit allein klarkommen zu müssen. Der Autor beschrieb insbesondere die „Rituale“ seines jungen Protagonisten sehr beklemmend. Als Leser merkt man durch diesen tiefen Einblick, wie Ernst man derartige Zwangsstörungen nehmen muss. Sich vorzustellen, dass Menschen derartiges täglich durchleben müssen, löst in mir großes Mitgefühl aus. Wesley King selbst litt in der Teenagerzeit an OCD und konnte in diesem Buch daher viele persönliche Erfahrungen einfließen lassen.

Ausgerechnet die stumme Sara – genannt Psycho-Sara – aus der Schule, stößt ihn auf den wahren Kern seiner persönlichen Probleme. Bei ihr muss er sich nicht verstecken. Mit Sara wurde ich zugegeben erst etwas später warm. Sie ist recht schroff und geht sehr unverhohlen auf Daniel mit einem sehr familiären Problem zu. Sie denkt nämlich, dass ihr Vater vom neuen Freund ihrer Mutter umgebracht wurde. Aber in Daniel sieht sie auch ein „Sternenkind“ – bzw. Verbündeten.

Wie zuvor schon erwähnt, dominiert die Krankheit zwar zeitweise Daniels Alltag, aber legt sich nicht zu schwer über den Gesamtverlauf. Man merkt jedoch, dass bei ihm die Zwangsstörung besonders durch Stress hervorgerufen wird. Daniel nimmt auch das Schreiben als abendliche Beschäftigung um runter zu kommen, oder um sich mental auf sein „Programm“ vor dem zu Schlafen gehen vorzubereiten. Je länger er schreibt, umso entspannter ist er und braucht dann nicht so lange. Auszüge seiner Schreibkreativität wurden kursiv in die Kapitel eingeflochten.

Das Ende wurde recht offen gelassen, was jedoch irgendwie passt. Allerdings fehlten mir zwischenzeitlich ein bisschen mehr Pepp. Gerne hätte ich noch mehr Vater-/Sohn Situationen und der Versuch einiger Aufklärungen gesehen. In Gänze schreibt der Autor aber sehr flüssig und mitfühlend.


Fazit

Kings hat mit Daniel eine wundervolle Figur gezeichnet, dessen Schicksal mir nahe ging. Speziell durch Daniels abendliches „Programm“, gewährt der Autor einen erschreckenden Einblick in die Welt der Zwangsstörungen und Panikattacken. »Daniel is different« ist eine aufwühlende rührende Geschichte, deren Ende gewollt offen geblieben ist. Dadurch wirkt das große Ganze sehr realistisch, allerdings auch etwas unvollendet. Nichtsdestotrotz ist Wesley Kings Jugendbuch eine wichtige Geschichte über eine missverstandene Krankheit.

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Tags: daniel is different, magellan verlag, ocd, wesley king, zwangsstörung   (5)
 

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prinz, prinzessin, der kuss der lüge, fantasy, attentäter

Die Chroniken der Verbliebenen - Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson ,
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600368
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung
Dank der überaus treuen Leser-Gemeinde von Mary E. Pearson, schwappte die Euphorie um »Die Chroniken der Verbliebenen« aus Amerika auch nach Deutschland. Tatsächlich wurde auch ich davon mitgerissen.
Eine Prinzessin lehnt sich gegen die Traditionen ihrer Eltern und den Morrighanischen Hof auf, und macht sich mit ihrer Zofe kurz vor der arrangierten Hochzeit, auf und davon. Kurz darauf sind ihr ein Attentäter und der verschmähte Prinz dicht auf den Fersen. Es ist der Beginn eines gefährlichen Katz- und Mausspiels.
Das klingt nach einem durchwegs spannendem Abenteuer…oder?

Vielversprechend las sich der Einstieg definitiv. Geschildert werden die Ereignisse aus Wechselperspektiven der Prinzessin, dem Attentäter und des Prinzen. Später gibt die Autorin dem Leser mit den Namen Rafe und Kaden noch das Rätsel auf, wer von beiden wer ist. Beide lernt die etwas zu vorlaute Prinzessin Lia nach ihrer Flucht kennen, verliebt sich aber nur in einen.

An sich eine spannende Idee, dennoch empfand ich die spätere Auflösung, persönlich betrachtet, als vorhersehbar. Die Romanze dominierte mir zunächst auch viel zu sehr. Das mag ein anderer Leser differenzierter sehen. Mich interessierte das Land und seine Geschichte, und die >Gabe< mehr, mit welcher Lia angeblich nicht gesegnet wurde.
Das nach der Flucht Lias nicht all zu viel geschah, stoß mir auch irgendwann auf. Man könnte doch meinen, dass die königliche Familie in heller Aufregung sein muss, wenn die einzige Tochter verschwindet. Doch das erfährt der Leser kaum.
Es entstanden Längen, die sich bis zur Hälfte zogen und ich spielte zwischendurch sogar mit dem Gedanken, das Buch abzubrechen. Warum ich dran blieb, ist sicherlich der einnehmenden Schreibe Pearsons zu verdanken. Tatsächlich bin ich sehr froh, dran geblieben zu sein. Denn ab der Mitte wurde ich belohnt.

Die Handlung nimmt eine Stimmungswende und die Spannung erlebt eine starke Aufwärtskurve, wie ich sie mir so sehr herbei gesehnt hatte. Die Figuren entwickelten sich und die Sympathiepunkte stiegen. Lias vorlaute Zunge und Kampfgeist sind ihre stärkste Charaktereigenschaften, die sie aber auch immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Die Persönlichkeiten und jeweilige Vergangenheit von Kaden und Rafe bekommen nach einem schwächelnden Mittelteil ebenfalls einen Aufschwung. Für wen sich Lia entscheidet, stand für mich jedoch nie im Mittelpunkt der Geschichte. Verfolgt man ihre Reise nämlich bis zum Ende des ersten Bands, merkt man, dass so viel mehr in dieser Reihe steckt als eine Romanze.
Und hier komme ich auch schon zum Weltenbau von Mary E. Pearson. Durch Lias Reise bekam ich einen ersten Einblick in die wirklich faszinierende Welt über die heimischen Grenzen der Prinzessin hinaus. Diese Welt samt seiner Mythen, Stämme, unbekannten Sprachen und Geheimnisse hat eine Menge Potenzial. Ich hoffe sehr, dass sich dieses über die restlichen Bände voll entfalten wird.

Nach einem sehr gelungenen Ende wurde, entgegen meiner zwischenzeitlichen Erwartung, die Neugierde auf den Folgenband „Das Herz des Verräters“ wieder gehoben. Ich bin gespannt, was die Autorin mit ihrer Protagonistin und den Nebenfiguren im zweiten Teil noch im Schilde führt.


Fazit

In Gänze benötigte ich einen gewissen Grad an Geduld diesen Auftakt zu lesen. Die erste Hälfte von „Der Kuss der Lüge“ ist gespickt mit Klischees und einer angedeuteten Dreiecksliebesgeschichte, die mich zu Beginn nicht für sich gewinnen konnte. Die Handlung ist auch zunächst recht zäh. Jedoch lohnt es sich durchzuhalten, denn Mary E. Pearson weiß durch ihre Schreibe den Leser an sich zu binden. Die Figuren entwickelten sich durchaus interessant. In der zweiten Hälfte nimmt die Handlung zudem ein hohes Spannungslevel an, welches sich bis zum Schluss hält und mich absolut überzeugen konnte. Der zweite Band, welcher bereits im Juni erscheint, wird daher von mir mit Vorsicht, aber auch sehr neugierig erwartet.

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Tags: all-age, bastei lübbe, der kuss der lüge, jugendbuc, mary e. pearson, one verlag   (6)
 

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zweiter weltkrieg, frankreich, deutschland, anthony doerr, paris

Alles Licht, das wir nicht sehen

Anthony Doerr , Werner Löcher-Lawrence
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei btb, 11.07.2016
ISBN 9783442749850
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung
Dieser große, wunderschöne WW2-Roman verblüffte so viele Leser im Jahr 2014 und brachte dem Autor Anthony Doerr im Jahr 2015 den Pulitzer Preis ein. Doch während ich das Buch durchaus genoss (sofern man das über ein Buch mit derartigem Thema sagen kann), wurde es dem Hype nicht ganz gerecht. Dies bedeutet nicht, dass ich das Werk nicht liebe. Anthony Doerr gibt dieser Geschichte eine wunderschöne, lyrische Stimme und zeitgleich abrupt scharfe Sprache.  Er beeindruckte mich zutiefst mit akribischer Recherche, sowie unzähligen Passagen umfasst von lebendigen und scharfsinnigen Umschreibungen.

Die beiden Hauptfiguren von „Alles Licht, das wir nicht sehen“, das blinde Mädchen Marie-Laure aus Frankreich und der deutsche Waisenjunge Werner, haben faszinierende Persönlichkeiten. Sie bewegen sich auf gegensätzlichen Seiten des Krieges und nehmen den Leser über eine Zeitspanne von mehreren Jahren, auf ihre jeweilige Reise mit. Obgleich Werner sich von einem kleinen, verträumten Waisen mit großer Leidenschaft für Mechanik und Mathematik zu einem Nazi-Soldaten entwickelt, konnte ich ein gewisses Mitgefühl für seine Situation nicht ablegen. Er ist ein Junge, der erst mit Voranschreiten des Krieges das wahre Grauen entdeckt und wie sehr seine Talente von den Nazis missbraucht worden sind.

Marie-Laure dagegen ist trotz ihrer Blindheit mit einem ansteckenden Optimismus erfüllt. Die Art und Weise, wie ihre Passagen beschrieben werden, geben dem Leser wirklich das Gefühl, als Mensch mit einer Sehbehinderung zu leben. Und während der Terror des Krieges sie und ihre Lieben immer enger umkreist, entdeckt sie die Wunder der Welt und zeigt dem Leser Licht in der Dunkelheit.
Auch Marie-Laures Vater, der sich aufopferungsvoll um sie kümmert, und ihr exzentrischer Onkel erwärmten mein Herz…um es später mit Sorge zu füllen.

Doch während mir die Charakterzeichnungen unheimlich gut gefielen, wurde mir im Handlungsverlauf zu viel Tamtam veranstaltet. Sprachgewaltig ja, aber die Handlung zog sich mit der Zeit zu sehr in die Länge, ohne das wirklich etwas passierte. In diesem Fall hätte der Autor entweder mehr Taten sprechen lassen müssen, oder locker hundert Seiten streichen können. Das klingt nun sehr brutal, aber so empfand ich es zum letzten Drittel leider.

Das Ende hingegen konnte mich wieder mitziehen und ich schloss das Buch mit zitternden Händen.


Fazit

Obgleich ich das Preis gekrönte Werk nicht ganz so euphorisch feiere wie viele andere Leser, kann ich den Zauber nachvollziehen. Anthony Doerr besitzt eine ausdrucksstarke Sprache und verwendet wundervolle Prosa, die mir den Atem raubte. Der Autor gewährt dem Leser mit seinen Erzählungen einen aufwühlenden und üppig umschriebenen Einblick, in die Zeit des zweiten Weltkriegs. Auch die Charakterzeichnungen gefielen mir unheimlich gut. So erhält der Leser einen erstaunlich lebendigen Eindruck von der Welt der blinden Marie-Laure. „Alles Licht, das wir nicht sehen“ hat mich, trotz zu vieler ausschweifenden Passagen, berührt und beeindruckt.

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Tags: 2. weltkrieg, alles licht das wir nicht sehe, anthony doerr, btb verlag, c.h. beck verlag   (5)
 

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fantasy, marie lu, young elites, jugendbuch, verrat

Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 16.01.2017
ISBN 9783785583531
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meine MeinungDen Durchbruch schaffte die amerikanische Autorin Marie Lu vor Jahren mit ihrer dystopischen Legend-Trilogie. Von ihrem packenden Erzählstil konnte ich nicht genug bekommen. Natürlich interessierte mich ihr nachfolgendes Projekt, die YOUNG ELITES-Trilogie, daher brennend. 

Der erste Eindruck nach Beenden des Auftakts »Die Gemeinschaft der Dolche« war, dass Marie Lu auch zukünftig unbedingt mehr Fantasy Projekte machen sollte. Mir gefällt die Mischung aus historischer Fantasiewelt mit düsterer Macht unheimlich gut.

Dabei war die Idee der Autorin mit Adelina eine Antiheldin zur Hauptfigur zu machen, nicht ihr erster Impuls. Tatsächlich ist sie erst später auf diese Figur aufmerksam geworden, worum ich sehr froh bin. Obwohl die Protagonistin viel Wut und Dunkelheit in sich trägt, mochte ich sie auf eine gewisse Art. Adelina entdeckt gerade erst, was in ihr schlummert. Ihr Charakter ist komplex. Ihre Zerrissenheit zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung, was ihre Figur so unberechenbar macht. Sie ist selbstlos und unsicher, furchtbar verängstigt und auch sehr fasziniert, von ihrer neu entdeckten dunklen Macht.
Macht, so etwas hatte Adelina in ihren fünfzehn Jahren nie. Sie wurde immer von ihrem Vater unterdrückt und gedemütigt. Und gerade das macht sie nun so gefährlich. Diese neue Fähigkeit wird genährt von Wut und Angst. All das macht sie zur Zielscheibe für den ersten Inquisitor Teren Santoro. Er arbeitet im Auftrag für den König und die Königin, und will ihresgleichen hängen sehen. Allerdings frisst er auch einen Narren an Adelina.

In letzter Sekunde kommt ihr aber Enzo Valeciano zur Hilfe, der Anführer der sogenannten «Gemeinschaft der Dolche«. Er und seine Gemeinschaft sind genau wie sie, wollen jedoch um ihren Platz kämpfen. Um in der Gruppe aufgenommen zu werden, muss sie sich erstmal beweisen. 
Es herrscht wieder viel Misstrauen. Wogegen die Chemie zwischen Adelina und Enzo vom ersten Moment an sehr anziehend ist. Enzo ist ein gezeichneter und geheimnisvoller Mann, der nur schwer Vertrauen fässt. Auch Nebenfiguren, wie der charismatische Kurtisane Raffaele, Gemma und Adelinas Schwester Violetta wurden super interessant eingebracht.

Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, was mir wirklich gut gefiel. Während Adelinas Sichtweise aus der ersten Person entspringt, schildern Raffaele und Teren ihre aus der dritten Person.
Das erbaute Weltkonstrukt von Marie Lu gehört zu meinen Highlights im Auftakt. Durch die Masken und Gondeln bekommt diese historische Fantasy-Trilogie eine venezianische Note. Es war spannend diese Welt zu entdecken.

Was mich beim Lesen leider straucheln ließ, war der recht langsame bzw. ausufernd formulierte Beginn. Zum letzten Drittel bekommt die Handlung aber ein sagenhaftes Tempo mit traumhaften Wendungen und viel Spannung, welche mich komplett umhauten. Da erkannte ich dann wieder Marie Lus unverkennbaren Erzählstil wieder. Das Ende hat mich sehr geflashed. Den Folgeband erwarte ich nun mit sehr großer Neugierde.


Fazit

Marie Lu hat sich nach dem großen Erfolg ihrer Legend-Trilogie an etwas düsteres herangewagt und mich definitiv damit abholen können. Wer nach einer Superheldin mit reinem Herzen sucht, wird in Adelina Amouteru aber nicht fündig. Alle Figuren sind zerrissen und besudelt von böser Macht. Und genau das macht "Young Elites" so reizvoll. Dieser Auftakt gab mir - trotz eines langsameren Mittelteils - alles, was ich mir erhofft hatte.

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Tags: jugendbuch, loewe verlag, marie l, young elites - die gemeinschaft der dolche   (4)
 

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fantasy, ein meer aus tinte und gold, traci chee, jugendbuch, abenteuer

Ein Meer aus Tinte und Gold (Das Buch von Kelanna 1)

Traci Chee , Sylke Hachmeister
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.11.2016
ISBN 9783551583529
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung

Chee schuf mit ihrem Auftakt „Ein Meer aus Tinte und Gold“ eine vielseitige Welt voller Mythen, Weissagungen, Krieger, Schwerter, Piraten, zwielichtigen und wunderbaren Gestalten, sowie jede Menge Magie und…ein Buch.

In dieser Welt können die meisten Menschen nicht lesen, sie wissen nicht was ein Buch ist und wie man es verwendet. Sie verlassen sich auf ihr eigenes Wort. Es gibt für sie kein Leben nach dem Tod. Ihre einzige Hoffnung ist, dass man sich an sie erinnern wird indem man sein Leben mit eigenen Geschichten füllt.

Ist »Ein Meer aus Tinte und Gold« ein Pageturner? Für mich persönlich, nicht unbedingt. Ist es ein Buch, dass ich nicht weiterempfehlen würde? Nein, denn ein so komplexes Weltenkonstrukt wie es in diesem Buch zu finden ist, benötigt einen Gewissen Rahmen zur Entfaltung. Zudem trifft man als Leser auf sehr viele Figuren. Traci Chees Erzählstil ist reich ausgeschmückt und wunderschön zu lesen. Die Handlung ist manches Mal sehr ausufernd, aber nie langweilig und vor allem fühlt sich die Idee neu und individuell an. Das gefiel mir, trotz einiger Schwächen, sehr.

„Es war einmal und es wird eines Tages sein. So fangen alle Geschichten an.“

Seite 250 ~ „Ein Meer aus Tinte und Gold“

 

Was die Autorin für mich wunderbar meisterte, war die Zeichnung der Figuren. Sefia, die Hauptfigur, existierte vor der Entführung ihrer Tante Nin nur als Schatten dieser. Doch dann muss sie sich mit einem geheimnisvollen Gegenstand namens Buch, alleine durchschlagen. Auf ihrer verzweifelten Suche nach Nin, trifft Sefia auf den stummen Kämpfer Archer.
Archers Figur ist mir am meisten ans Herz gewachsen. Im Kampf ist er ein Tier und man fürchtet ihn geradezu. Doch erfährt der Leser einmal seine Hintergrundgeschichte und erlebt ihn im Umgang mit Sefia, bricht einem das Herz. Chee bietet charakteristisch die volle Bandbreite an Figuren. Von charismatisch, gewalttätig, bis hin zu verletzlich und moralisch abtrünnig.

 

„Wenn du in Kelanna stirbst, bist du weg. Dort glauben sie nicht an die Seele…
Sie glauben nicht an Nachrichten von den Toten. Die Toten existieren nicht mehr…“

Seite 305 ~ „Ein Meer aus Tinte und Gold“

 

Gestalterisch ist das erste »Buch von Kelanna« eine Entdeckung und Augenweide, wie ich sie selten in die Hände bekomme. Faszinierende Kalligrafie versehen mit Fingerabdrücken, rätselhafte Buchstaben und Zeichen zwischen den Zeilen, sowie eine Geschichte IN der Geschichte.

Während die erste Hälfte oftmals mit Leerläufen durchlöchert wurde, wie Käptn‘ Lees Revolver es mit seinen Gegnern tut, kam danach ein Aufschwung. Es folgen Schlachten auf hoher See, sowie ein spannender Showdown für Sefia und Archer.


Fazit

Traci Chees Debüt ist ein vielversprechender Auftakt, hat aber auch kleine Macken. Diese Serie mit ihrer wundervollen Grundidee und faszinierenden Welt hat großes Potenzial sich zu etwas sehr Besonderem zu entwickeln. „Ein Meer aus Tinte und Gold“ ist eine Ode an fantastische Bücher und ein liebevolles Augenzwinkern an Magie, Freundschaft und unseren Platz in der Welt.

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50iger jahre, ruta sepetys, krimi, new orleans, 50er jahre

Ein Glück für immer

Ruta Sepetys , Henning Ahrens
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.11.2014
ISBN 9783551560025
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung

Bekannt ist Ruta Sepetys für ihr Debüt »Und in mir der unbesiegbare Sommer« geworden, eine einfühlsame und zugleich sagenhaft grausame Erzählung aus der Zeit des zweiten Weltkriegs. Was diese Epoche angeht, kann man ihr sicherlich nichts vormachen. Sowohl von der Dichte der Informationen, als auch vom erzählerischen Aspekt. Beweis dafür ist ihr neuestes Buch »Salz für die See«, welches momentan für Begeisterung in der Leser- und Blogger-Gemeinschaft sorgt.

Doch zwischen diesen beiden Romanen brauchte Ruta Sepetys (verständlicherweise) eine Verschnaufpause von der Schwere der Thematik. So entschied sich die US-Autorin für eine ganz andere Geschichte. Mit »Ein Glück für immer« ist ihr das ohne jeden Zweifel gelungen. Nach wie vor im Historischen Jugendbuch angesiedelt, entspringt die Geschichte dem pulsierenden 50er Jahren. Nur wenige Jahre nach dem Ende des großen Weltkriegs, sind die Menschen dabei sich wieder aufzurappeln. Amerika steht mitten im harten Umbruch. Die Wirtschaft floriert nicht gerade und der Unterschied zwischen sehr Reich, und Bettelarm ist sehr präsent. Ruta fängt dieses Gefühl der Zeit unheimlich stimmungsvoll ein. Von Beginn an schwingt dem Leser dieses „The Big Easy“-Gefühl entgegen. Die Kleidung, die Musik und das intensive Lebensgefühl wurden zu dieser Zeit vor allem in New Orleans ausgelebt. Dort sind die Menschen hingegangen, um etwas zu erleben und sich wilden Partys hinzugeben. New Orleans war der „Melting Pot der Sünde, zwielichtigen Geschäfte und Verführungen“. Das ist bekannt und nichts neues. Was die Autorin mir allerdings näher brachte, war das Leben der nicht gut betuchten Bewohner New Orleans. Die Arbeiterklasse am Rande des Existenzminimums. Ruta Sepetys befasst sich tiefer mit diesen Menschen, die sich etwas ausdenken mussten um Geld zu verdienen und trotzdem Träume hatten.

Mitten drin wächst Sepetys‘ Romanheldin Josie Moraine als Tochter einer berüchtigten Prostituierten auf. Entgegen vieler anderer, die in die Stadt kommen, wünscht Josie sich nichts sehnlicher, als all dem zu entfliehen. Ganz anders als ihre durchtriebene Mutter ist die 17-jährige. Sie ist belesen, schlau und wünscht sich nichts sehnlicher, als an einem der renommierten Colleges zu studieren. Doch diesem Kreis zu entkommen, scheint einfach als unmöglich. Ohne Geld und Empfehlung ist auch für das junge Mädchen nicht viel zu machen. Und dann tut sich eine neue Gelegenheit auf. Doch leider halten sich, dank ihrer Mutter, die Probleme nicht von Josie fern. Als Cincinnatti, Gangster und Gelegenheitsliebhaber von Josie Mutter, wieder in der Stadt auftaucht, wird die Luft zunehmend dicker. Und dann wird ein reicher Geschäftsmann, den Josie kurz zuvor getroffen hatte, mysteriöser weise tot aufgefunden.

Mir gefiel Josies Persönlichkeit vom ersten Moment an unwahrscheinlich gut. Sie hat Esprit, ist clever, sehr eigenständig und lässt sich nicht aufs Korn nehmen. Bereits mit elf Jahren sagte sie sich von ihrer Mutter los und zog in ein Zimmer über einem Buchgeschäft. Sie hält sich, trotz ihres Jobs als Hausmädchen im Bordell, aus den >zwielichtigen Geschäften< heraus. Zu tief ist die Abneigung für das Gewerbe. Ihr einziger Ausweg ist immer wieder der zweite Job im Buchladen ihres guten Freundes Patrick.

Aber auch Nebenfiguren fanden bei mir schnell Anklang. Zum Beispiel die raubeinige Willy, die zwar Bordell-Chefin ist, aber Josie unbedingt aus dem Gewerbe raushalten will. Zu ihr schaut Josie auf, was man von der eigenen Mutter nicht behaupten kann. Willy und Josies Beziehung ist sehr besonders und umgibt einen ganz eigenen Rhythmus. Ebenso schloss ich Cokie, den persönlichen Fahrer und Mann für Alles, sehr ins Herz. Aber auch die Mädels im Bordell sorgten bei mir mit ihrer Art für den einen oder anderen Schmunzler. Jede dieser Figuren hat so seine ganz eigenen Spleens, was sie sehr einzigartig macht.

Die Szenen im Freudenhaus werden hier und da recht freizügig umschrieben, driften aber niemals ins vulgäre ab. So schafft es Ruta Sepetys, trotz Setting und Personen, mit null Obszönitäten und dafür mehr Klasse auszukommen. »Ein Glück für immer« ist definitiv unterhaltend, barg für mich bisweilen aber zu wenige Überraschungen. Nichtsdestotrotz habe ich dieses Buch sehr gern gelesen und musste am Ende sogar ein paar Tränen verdrücken.


Fazit

„Ein Glück für immer“ entführte mich in das aufregende Setting New Orleans der 50er Jahre. Ruta Sepetys konnte mich wieder einmal verzaubern. Eine wunderbar klar und schnörkellos erzählte Geschichte über die Macht der Träume und der steinerne Weg, diese zu erfüllen.

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146 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

freundschaft, liebe, schule, jugendbuch, familie

Eine Woche voller Montage

Jessica Brody , Lara Tunnat
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.07.2016
ISBN 9783734850226
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Plot

Ellie erlebt den schrecklichsten Montag ihres Lebens: Eine Katastrophe jagt die nächste, und als wären alle Peinlichkeiten nicht schon schlimm genug, macht ihr Freund Tristan aus heiterem Himmel mit ihr Schluss! Ellie wünscht sich nur eines: Sie möchte bitte, bitte eine zweite Chance.
Die kriegt sie – am nächsten Morgen wacht sie auf und stellt fest: Es ist wieder Montag! Ellie setzt alles daran, die Fehler von gestern/heute zu vermeiden und für ihr eigenes Happy End zu sorgen. Doch wer hätte gedacht, dass ein Montag so hartnäckig sein kann?

 

Meine Meinung

Jeder von uns hat ihn schon unzählige Male verflucht. Es gibt keinen anderen Tag, der es einem morgens so schwer macht, aus den Federn zu kommen.  Der ungeliebte und erbarmungslose Montag, der einen viel zu schnell zurück in den Alltag schmeißt, obwohl man mit dem Kopf (und dem Rest des Körpers) noch im Wochenende steckt.

Nun stellt euch vor, ihr müsst nach einem besonders schlimmen Montag feststellen, dass es am nächsten Morgen kein Dienstag gibt und sich der Albtraum-Montag wiederholt. Bill Murray konnte als Wetterfrosch Phil in seinem Film »Und täglich grüßt das Murmeltier« darüber bereits ein Lied singen.
Nun katapultiert Autorin Jessica Brody ihre Protagonistin in der YA-Erzählung durch »Eine Woche voller Montage«. Und glaubt mir, diese Montage-Woche hat es in sich.

Dieses Jugendbuch ist ein Einzelband. Durch den immer wiederkehrenden Montag, beinhaltet die Geschichte ein gewisses Fantasy-Element, ist jedoch in seiner gesamten Form in der Gegenwartsliteratur einzuordnen und daher sehr für Leser dieses Genres ansprechbar. Die jeweiligen Kapitel werden „geschmückt“ von Songtitel aus den 60er Jahren. So bekommt der Leser von Anfang an, ein Gefühl von Ellies Persönlichkeit, denn sie liebt die Musik der 60er abgöttisch und erstellt sogar Stimmungs-Playlisten.

Ellie ist ein schlagfertiges Mädchen, welches jeden um sich zufrieden stellen möchte und gerne die Kontrolle hat. Doch dann zieht ihr ausgerechnet ein katastrophaler Montag richtig eins drüber, und wiederholt sich nicht nur einmal, sondern gleich Sieben Mal. Schuld ist sie selbst, denn schließlich hat sie auch darum gebeten. Man begleitet Ellie fortan beim verzweifelten Versuch, vorherige Fehler auszubügeln. Doch als so einfach stellt sich das alles nicht raus.

 

„Wir fahren gefühlt mehrere Stunden stumm weiter. Draußen wechseln die Jahreszeiten. Die Erde umrundet einmal komplett die Sonne. Und doch ist immer noch Montag.“

 

Die Idee von Jessica Brody empfand ich schon beim ersten Blick auf den Klappentext als erfrischend und süß. So habe ich mir dadurch kurzweilige Lesestunden versprochen. 

Die Umsetzung ist mit diesem Pageturner definitiv geglückt. Man rast mit der super sympathischen Hauptfigur regelrecht durch diese hektische Woche der Montage. Mit viel Herz, Köpfchen und noch mehr Humor packt Ellie das Problem an, ohne zu wissen WO das Problem liegt.
So werden über die Woche hinweg verschiedene Seiten Ellies und ihrem Familien- und Freundeskreis durchleuchtet. Wieso ist zum Beispiel Ellies Mutter auf ihren Vater sauer? Weshalb ist doch immer wieder Schluss mit ihrem Rockstar-Freund Tristan? Und wieso versteckt sich ihre kleine Schwester wirklich hinter all den Büchern und Highschool Filmchen? All das – und noch viel mehr – ergründet der Leser gemeinsam mit der Protagonistin. Dadurch lernt man nicht nur Ellie besser kennen, sondern auch die gelungen gezeichneten Nebenfiguren, wie ihren (himmlischen!) besten Freund Owen.

Während einige Entscheidungen von Ellie den Lesern von Anfang an zu offensichtlich erscheinen könnten, beschreibt diese Geschichte für mich im nachhinein viel mehr die gesamte innerliche Reise als das Ziel.

 

Von daher gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung für dieses süße und humorvolle Jugendbuch, mit der peppigen Idee!

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Tags: eine woche voller montage, jessica brody, jugendbuch, magellan verlag   (4)
 

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49 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

helden, liebe, coming of age, edel und electric, roman

Wir waren keine Helden

Candy Bukowski
E-Buch Text: 236 Seiten
Erschienen bei edel & electric, 01.07.2016
ISBN 9783960290063
Genre: Romane

Rezension:  
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174 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

liebe, familie, jugendbuch, baby, sommer

Mein Leben nebenan

Huntley Fitzpatrick , Anja Galić
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei cbj, 29.02.2016
ISBN 9783570172049
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Plot

Alice Garretts Leben besteht aus To-do-Listen und Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister. Nichts passt weniger in ihr Leben als der zu Hause rausgeflogene Loser-Freund ihres Bruders Tim. Ein Schulabbrecher mit jeder Menge Problemen – ausgerechnet er zieht nun über der Garage der Garretts ein. Tims Planlosigkeit geht Alice so was von auf die Nerven – und gleichzeitig fühlt sie sich immer wieder magisch zu ihm hingezogen …

 

Meine Meinung

Wer jemals ein Buch von Huntley Fitzpatrick gelesen hat, weiß, dass die Autorin eine Meisterin ist im Erzählen komplizierter Familiengeschichten. Sie zeichnet stets sehr liebevolle, vielschichtige und unheimlich nahbare Figuren, die genauso gut ein Mitglied der eigenen Familie sein könnten.  Diese Figuren sind immer das Herzstück um die Huntley einen wunderbaren Plot, vollgepackt mit Herzschmerz, Gelächter, Tränen, Romantik und gestohlenen Momenten, zaubert.

Von daher war auch die Vorfreude auf ein Wiedersehen mit der Familie Garrett groß – ich kannte sie bereits aus Fitzpatricks Debüt »My Life next door« („Mein Sommer nebenan“). Die Neugierde auf das, was sie sich für Alice und Tim hat einfallen lassen, war schier endlos. Natürlich stellte ich mir die Frage, ob man auch Jase und Samantha wiedersehen würde. Und ja, meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Aber natürlich dreht es sich hier vorwiegend um Tim und Alice. Tim ist Jases bester Freund und hatte bereits einen größeren Auftritt in Fitzpatricks erstem Buch, während Alice die ältere Schwester von Jase ist. Aus wechselnden perspektiven begleiten wir die zwei sehr unterschiedlichen Menschen. Alice ist sehr verantwortungsbewusst, nimmt sich daher die Familienprobleme sehr zu Herzen. Am liebsten möchte sie alle Probleme der Großfamilie alleine anpacken und lösen. Aber auch sie muss begreifen, dass sie nicht alles händeln kann und sogar für ihre eigenen Pläne zurück stecken muss.

Tim ist da komplett anders. Er ist ein Charmeur und stolpert von einer Katastrophe in die nächste. Er nutzt seinen Humor als Verteidigungsschild und seine Selbstironie macht ihn zu einem unzuverlässigen Burschen. Er versteckte sich bisher hinter Drogen- und Alkoholmissbrauch. Die Erwartungen seines Vaters hat er schon vor Jahren enttäuscht. Somit macht sich Tim nach dem Rauswurf seiner Eltern auf den Weg zur Familie Garrett, die ihm die Wohnung über ihrer Garage zur Verfügung stellen. Doch ehe er überhaupt eine Chance hat, sein Leben auf die Reihe zu kriegen, wartet eine unangenehme Überraschung vor seiner Türschwelle. Eine Überraschung, die ihn dazu zwingt Verantwortung für sich und vor allem seine Mitmenschen zu übernehmen.

Beide Charaktere kennenzulernen war eine Freude für mich. Beide haben auf ihre jeweils eigene Weise schwierige Persönlichkeiten und machen es dem jeweils anderen nicht einfach. Neben ihren Problemen, bekommt man als Leser wieder die volle Wucht der Familie Garrett zu spüren. Wie sehr ich diese Momente wieder genossen habe. Aber auch der Wandel Tims, resultierend aus der Überraschung vor seiner Tür, hat mich überzeugt. Die Entwicklung Tims ist nicht übereilt dargestellt worden, sondern wurde sehr plausibel ausgeführt.

Letztlich dreht es sich in dieser Geschichte um den Wert der Familie und das Wissen, das man ein Zuhause auch ganz woanders finden kann. Das Zuhause und Familie dort sind, wo man akzeptiert und geliebt wird, obwohl man hinfällt. Das man trotz böser Fehler irgendwo hin kann um sich wieder aufzurappeln. Und natürlich wird auch die Liebe ganz groß geschrieben.

Was übrig bleibt, wenn man Huntley Fitzpatricks Buch schließt, ist ein bittersüßes Wonnegefühl und ein gewisser Abschiedsschmerz für die Familie Garrett!

 

 

Tacheles…

Das Spin-Off und damit verbundene Wiedersehen mit der Familie Garrett, sowie diversen alten und neuen Bekannten, löste bei mir viel Begeisterung aus. Huntley Fitzpatrick gelingt es spielend, dass der Leser sich mit den Romanfiguren binnen kurzer Zeit verbunden fühlt. »Mein Leben nebenan« ist eine rührende Coming-of-Age Geschichte über das Erwachsenwerden, natürlich Liebe und vor allem über den (Familien)Zusammenhalt. Jeder der nach der perfekten Wohlfühllektüre für den Sommer (Frühling, Herbst oder Winter) lechzt, sollte sich dieses Buch und alle anderen Romane von Huntley Fitzpatrick unbedingt zulegen.

  

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Tags: cbj, familie garrett, huntley fitzpatrick, jugendbuch, mein leben nebenan, the boy most likely t   (6)
 

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

ya, dystopie, roman, patrick ness, more than thi

More Than This

Patrick Ness
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Walker Books, 05.09.2013
ISBN 9781406331158
Genre: Jugendbuch

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

alaska, bonnie-sue hitchcock, bonniesuehitchcock, familie, kloste

Der Geruch von Häusern anderer Leute

Bonnie-Sue Hitchcock , Sonja Finck
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 18.03.2016
ISBN 9783551560216
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Plot

Alyce weiß nicht, wie sie Fischen und Tanzen in Einklang bringen soll. Ruth hat ein Geheimnis, das sie nicht mehr lange verbergen kann. Dora will ihren Vater nie wieder sehen und wird von Dumplings Familie aufgenommen. Hank und seine Brüder hauen von zu Hause ab, doch einer von ihnen gerät dabei in große Gefahr. Und trifft auf Alyce …
Hier, unweit des nördlichen Polarkreises, wo der Alltag manchmal unerbittlich ist, kreuzen sich ihre Lebenswege immer wieder. Sie kommen einander näher, versuchen einander zu retten. Und wenn man es am wenigsten erwartet, gelingt es.

 

Meine Meinung

»Der Geruch von Häusern anderer Leute« erzählt miteinander verschlungene Geschichten von vier Teenager. Alaska in den 70er Jahren: Ruth und ihre kleine Schwester leben bei ihrer unterkühlten, strengen und sehr katholischen Großmutter. Ruth hat nie aufgehört, sich nach ihren Eltern zu sehnen und kann sich an die strenge Erziehung ihrer Oma nicht gewöhnen; Dora lebt bei der Familie ihrer besten Freundin, weil ihre Mutter eine Alkoholiker ist und ihr Vater im Gefängnis sitzt; Alyce fühlt sich verpflichtet, ihrem Vater beim Fischen zu helfen obwohl sie dadurch eine wichtige Chance für ihre Tanzkarriere sausen lässt; und Hank reißt mit seinen beiden jüngeren Brüder von Zuhause aus, weil sie unter ihrem Stiefvater leiden. Doch die Flucht läuft leider vollkommen aus dem Ruder. Und während diese jungen Menschen versuchen für sich ein besseres Leben zu finden, kreuzen sich ihre jeweiligen Wege auf interessante und rührende Art.

Das dieses Buch nicht nur eine Geschichte ist, sondern mehrere in einer, war mir zu Beginn gar nicht bewusst. Auch der historische Zeitraum war mir neu und das der Handlungsort Alaska ist. Die Autorin geht darauf ein, wie Alaska noch als eigenes Land war, aber vor allem wie stark sich der Zusammenschluss mit den USA auf die Bewohner Alaskas auswirkte. Das sich folglich auch viele persönliche Tragödien abspielten. Ohne unheimlich tief in die US-Geschichte zu greifen, umschrieb Hitchcock sehr schlüssig und verständlich, wie sehr die Ureinwohner Alaskas mit der „Fusion“ zu kämpfen hatten. Mich hat auch die Kultur sehr fasziniert, daher würde ich unheimlich gerne mehr im Jugendbuch Bereich darüber lesen.

Die Vorstellung der einzelnen Figuren wurde von Bonnie-Sue Hitchcock recht kurz, aber dennoch sehr lebendig umschrieben. Jede der vier Erzählstimmen ist sehr verschieden, aber sie alle haben mich auf ihre eigene Weise berührt. Auch die Nebenfiguren wurden sehr gekonnt und mit dem richtigen Grad der Aufmerksamkeit eingegliedert. Während Teile der Geschichte etwas grobkörnig transportiert wurden, fühlte ich dennoch diese gewisse Wärme und Hoffnung, die von den Persönlichkeiten dieser Menschen rübergebracht wurde.

Bonnie-Sue Hitchcock hat bei ihrem Debüt ein sehr gutes Gespür für den Plot, ein festes Schreibtempo und die Figurenentwicklung bewiesen. Sie umschrieb die Natur Alaskas und die Traditionen, sowie Eigenarten der Bewohner sehr schön. Ich fand es schade, als die Geschichte zum Ende kam und ich den Figuren und Alaska Lebewohl sagen musste.

 

Fazit

Auch bei diesem Königskind hatte ich einen guten Riecher. Was für ein berührendes und starkes Debüt von der Autorin Bonnie-Sue Hitchcock. Mich begeisterte das Setting Alaska sehr und ich möchte unbedingt mehr Bücher lesen, die in diesem schönen Land spielen. Scheinbar mühelos hat die Autorin die Schicksale der vier Figuren, zu einer harmonischen Geschichte vereint. Dieses Buch, mitsamt seiner Charaktere, geht ans Herz und ließ mich an den Geruch meines eigenen Elternhauses zurückdenken.

 

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Tags: bonnie-sue hitchcock, der geruch von häusern anderer leute, königskinder verlag, the smell of other peoples houses   (4)
 

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921 Bibliotheken, 18 Leser, 2 Gruppen, 84 Rezensionen

selection, kiera cass, liebe, dystopie, jugendbuch

The Selection

Kiera Cass
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei HarperCollins US, 17.07.2012
ISBN 9780062203137
Genre: Jugendbuch

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301 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

schweden, liebe, alter, selbstmord, freundschaft

Ein Mann namens Ove

Fredrik Backman , Stefanie Werner
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.03.2016
ISBN 9783596521111
Genre: Romane

Rezension:  
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116 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

borderline, alkoholismus, trauer, familie, alkohol

So bin ich nicht

Anneliese Mackintosh , Gesine Schröder
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.04.2016
ISBN 9783351036287
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung

Die Autorin Anneliese Mackintosh erzählt mit sehr eindringlicher Stimme und schöner Schreibe die Geschichte(n) der jungen, intelligenten Greta. Der Grad zwischen Humor und tiefster Zerrissen- und Kaputtheit in diesem ungewöhnlichen Buch, ist unheimlich schmal und geht manches Mal fast unauffällig ineinander über.

»So bin ich nicht« besteht aus Kurzgeschichten der Protagonistin, die sich aber in Gänze eher wie eine Novelle in zeitlich unsortierten Kapiteln liest. So begleitet man Greta zum Einen bei ihrer aktuellen Trauer um ihren geliebten Vater, um im nächsten Kapitel ihr in einem völlig zusammenhanglosen Ereignis in der (nahen/weiten) Vergangenheit gegenüber zu stehen. Diese aggressiven Sprünge setzen sich über die gesamte Buchlänge fort. Des Weiteren umschreibt sie manchmal ihre Situation textlich wie einen Beipackzettel für ein Medikament, was mir von der Idee her wirklich sehr gefiel. Daher ist es nicht ganz so einfach, das Buch in eine Nische zu packen bzw. als reine Novelle oder Kurzgeschichten Sammlung zu klassifizieren. Ein spannender Aspekt, der bei mir manchmal auch für reichlich Verwirrung sorgte.

Diese Sammlung von Gretas großem (innerlichen) Leid und relativ klein portionierten Glücksmomenten, beinhaltet eine stark emotionale Schreibe mit vielen poetischen Metaphern und schockierendem In-Your-Face Realismus. Gretchen hat sich mit den Jahren unheimlich viele, schwere Päckchen aufgeladen. Von der unbeschwerten und unschuldigen Kindheit zur Ernüchterung, das diese vorbei ist und folgenden Abstürzen. Gretchens langer Weg wird von der unausgeglichenen Beziehung ihrer Eltern, Verlust, eigenen Beziehungsproblemen, Alkoholismus, Depression, Persönlichkeitsstörung, Drogenkonsum und sexuellen Übergriffen gepflastert. Ihr Selbstbild als Tochter, Schwester und Frau wirkte auf mich daher vollkommen verzerrt. Das Resultat ist ein Werk, welches lange schwer in meinem Magen lag.

Man ist sich nicht darüber einig, ob es sich hierbei um ein Memoir der Autorin handelt. Der Gedanke daran ist sehr beängstigend, das eine einzelne Person so viel emotionalen Ballast und körperliche Schmerzen mit sich rumträgt.

 

Fazit

»So bin ich nicht« ist keine leichte Lektüre, die man schnell verdaut. Die Geschichte(n) der Protagonistin und ihre Sicht auf diverse Begegnungen gehen an die Nieren und verstören sehr. Daher ist dieses Buch, neben zahlreichen humorvollen Metaphern, sicher kein Spaziergang. Man wird jedoch unweigerlich mit einem undefinierbaren Sog in Gretas Welt gezogen.

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Tags: anneliese mackintosh, aufbau verlag   (2)
 

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92 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

schule, freundschaft, jugendbuch, patrycja spychalski, heute sind wir freunde

Heute sind wir Freunde

Patrycja Spychalski
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 28.03.2016
ISBN 9783570164105
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung

Können ein Außenseiter, Streber, die Schulprinzessin, der coole Obermacho und die Durchschnittsschülerin/graue Maus wirklich zu Freunde werden? Das Muster in Patrycja Spychalskis neuem Jugendbuch ist nicht ganz neu. Bereits der Regisseur John Hughes machte es in den 80er Jahren im hippen (Lieblings)Film »The Breakfast Club« vor und traf damit den Nerv einer Generation. Mittlerweile ist der Highschool-Streifen echter Kult.  Diverse Autoren haben das Konzept in der Vergangenheit und gegenwärtig ganz verschieden umgesetzt. Alt und langweilig wird das Thema nie, solange es Teenager gibt. Der Beweis dafür ist der Blick auf einige neue englischsprachige Bücher in diesem Frühling. Und in diesem Fall auf Patrycja Spychalskis neuestes Buch.

Patty Spychalski ist bekannt dafür, in ihren Büchern das Leben mit all seinen Stolperfallen, aufregenden Möglichkeiten und kleinen Abenteuern, mit einer gewissen »Echtheit« des Augenblicks perfekt einzufangen.

In ihrem sechsten Jugendbuch HEUTE SIND WIR FREUNDE flößt sie Nell, Leo, Chris, Anton und Valeska ganz viel Leben ein. Eingesperrt in der Schule, während draußen ein ungemütlicher Sturm haust, kommen die fünf sich ungewollt nahe. Man bekommt durch die jeweils wechselnden Perspektiven ein komplett neues Bild von ihnen. Mit Voranschreiten des Abends bröckelt die Fassade und es werden persönlichere Einblicke gewährt. Verborgene und verletzte Gefühle kommen zum Vorschein. Dicht und für die Thematik leicht führt Patty Spychalski den Leser durch die Kapitel.

Die Schulzeit kann für die Einen eine Tortur sein und für die Anderen die schönste Zeit. Man möchte beeindrucken, hervortreten, seine Stimme in der Masse finden…und manches Mal möchte man genau das nicht. Das ein erster Eindruck bzw. das öffentliche Bild nicht zwangsläufig den wahren Charakter beschreibt, ist ganz sicher der Fokus in Spychalskis schöner YA-Geschichte. Es liegt immer an der Person selbst, was sie von sich preisgeben möchte und was Illusion bleibt. Da spielt es auch keine Rolle, ob du das hübscheste Mädchen bist, oder der Streber den keiner zum Freund haben will.

Nell, Leo, Anton, Chris und Valeska lassen uns und einander auf ganz eigene Weise, an ihren wahren Sehnsüchten teilhaben. Sie zeigen wofür ihr Herz wirklich brennt und das es nicht verkehrt ist, sich zu öffnen. Es wird hervorgehoben, dass Freundschaft nicht nur zählt um Spaß zu haben. Sie ist vor allem dann wichtig, wenn es einem nicht so gut geht. Diese Message transportiert Patty Spychalski durch ihre ungleiche Gruppe sehr gekonnt. Auch die Spontanität, welche die Autorin immer gerne in ihre Jugendbücher einfließen lässt, kommt durch Leos Aktionen nicht zu kurz.

Der Zauber, dem ich in der Vergangenheit bei Patty Spychalski verfallen bin, fehlte mir in diesem Buch ein bisschen. Für junge Leser ist HEUTE SIND WIR FREUNDE aber ganz sicher die perfekte Lektüre für leichte Unterhaltung, egal ob während eines Unwetters oder in der Frühlings-/Sommersonne.

 

Fazit

Mit „Heute Nacht sind wir Freunde“ greift Patrycja Spychalski vielleicht nicht komplett nach den Sternen, aber dafür kräftig mitten aus dem Leben. Ein Aspekt den ich hier wieder ganz besonders mochte. Plötzlich war ich wieder Teenager, mit anderen Problemen und Unsicherheiten. Ich fühlte mich zurück versetzt in die Schulzeit, während der auch ich mir nicht nur einmal wünschte, mit meinem Schwarm in der Schule eingesperrt zu sein. Für die Zielgruppe daher ein sehr schönes, kurzweiliges Wohlfühlbuch!

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175 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

jane austen, liebe, football, familie, highschool

Jane & Miss Tennyson

Emma Mills , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 18.03.2016
ISBN 9783551560254
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mein Resumé

Devon Tennyson ist ein Einzelkind von beschützenden liebenden Eltern. Die High School hat sie bisher ohne große Vorkommnisse und relativ planlos gemeistert. Doch damit soll Schluss sein. Devon soll aktiver werden, sich mehr beteiligen um so ihre Bewerbungsmappe (die sie noch nicht einmal avisiert hat) aufzupeppen. Für Devon sind das keine besonders schönen Neuigkeiten, denn sie ist schon genug genervt von ihrem 14-jährigen Cousin Foster. Der folgt ihr nämlich auf Schritt und Tritt, und treibt Devon mit seiner komischen Art in den Wahnsinn.

Devons Stimme hat einen schnittigem Humor und sie zieht wunderbare Parallelen aus ihrem Leben, zu den Werken ihrer großen Mentorin Jane Austen. Obwohl Devon zum einen bei Fremden etwas kühl wirkt, hatte ich sofort einen Draht zu ihr. Das lag auch daran, dass sie in manchen Situationen ihre Gefühle mit einer Ausführung aus einem Jane Austen Roman ausdrückte. Wie der klassische Aspekt von Emma Mills in Devons Gegenwart gewebt wurde, konnte mich sehr überzeugen.

Foster brachte für mich mit seiner zauberhaften Naivität und der süßen, schusseligen Art frischen Wind in die Geschichte. Er ist aufgeweckt und neugierig. Nachdem er von seiner Mutter von jetzt auf gleich verlassen wurde, nahmen Devons Eltern ihn bei sich auf. Seine gesamte Situation, die erst sehr spät in der Geschichte offen gelegt wird, ist ziemlich herzzerreißend. Für mich war die Entwicklung der Beiden daher sehr schön zu beobachten, sowohl als Einheit als auch jeder für sich.

 

„»Wie war Foster?« Ich hasste solche Fragen. Was soll man darauf schon antworten? Es klang, als wäre er ein Wettersystem. Foster war bewölkt mit achtzigprozentiger Regenwahrscheinlichkeit.“

 

Der Klappentext – sowohl in Englisch, als auch Deutsch – lässt glauben, dass Devon sich Hals über Kopf in Ezra verliebt. Doch die Beziehung zwischen den Beiden ist geprägt von Sticheleien und Argwohn, und daher eher mit Elizabeth Bennet und Mr. Darcy aus Jane Austens bekannten Werk »Stolz und Vorurteil«, zu vergleichen. Und natürlich gibt es da noch Cas, in den Devon schon ewig verliebt ist. Die Liebe als solches spielt jedoch keine tragende Rolle.

Ezra Lynley ist der Goldjunge des Football. Er ist attraktiv und ehrgeizig, aber auch sehr unnahbar. Er wirkt oft gelangweilt. All die Eigenschaften lassen ihn an Mr. Darcy erinnern. Während des Sportunterrichts, bei dem er als Tutor aushelfen soll, entdeckt Ezra ausgerechnet in Foster ein neues Talent. Es entwickelt sich zunächst eine Tutor/Schützling-Beziehung zwischen Ezra und Foster. Zwar wird von der Autorin noch einiges von Foster und Ezra enthüllt, aber mir hätte es trotzdem gefallen, etwas früher mehr über sie zu erfahren. Denn beide haben eine sehr bewegende Vergangenheit.

Mit dem Erklären der Regeln und technischen Details von American Football hielt sich Emma Mills nicht besonders auf, was mich auch überhaupt nicht störte. Vielmehr brachte sie hervor, wie stark das Football-Spiel von der Kameradschaft und Etikette des Teams abhängig ist.

 

Fazit

Emma Mills Debüt ist eine ans Herz gehende Wohlfühlgeschichte über Akzeptanz, Freundschaft, Familie und Liebe, mit fehlerbehafteten aber wunderbaren Figuren. Der Plot bietet nicht viele Überraschungen, jedoch ist das hier auch nicht notwendig. »Jane & Miss Tennyson« ist zauberhaft und liest sich wie eine kleine Hommage an die große Jane Austen!

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The Boy Most Likely To by Huntley Fitzpatrick (2015-08-18)

Huntley Fitzpatrick;
Fester Einband
Erschienen bei Dial Books; edition (2015-08-18), 01.01.1800
ISBN B017V8I046
Genre: Sonstiges

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

2. weltkrieg, ruta sepetys, salt to the sea, wilhelm gustloff

Salt to the Sea

Ruta Sepetys
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Philomel Books, 02.02.2016
ISBN 9780399160301
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung

Historische Romane erkennt man oftmals schon am Umfang der Seiten und der damit verbundenen Dichte an geschichtlichen Informationen. Für mich daher generell etwas abschreckend, mich näher mit der Sparte zu beschäftigen. Für andere Leser dagegen liegt gerade in der Masse der Reiz und die Freude.
Und obwohl Ruta Sepetys historische Jugendbücher doch sehr dünn für diese Sparte sind, scheute ich mich auch diese zu lesen. Bis jetzt.

Als Schauplatz wählt Ruta Sepetys in ihrem dritten historischen Jugendbuch den bitterkalten Winter des Jahres 1945. Vier junge Menschen unterschiedlicher Herkunft treffen in den Schnee verwehten Wäldern Ostpreußens und später auf der Wilhem Gustloff aufeinander. Fast alle tragen seelische und körperliche Narben des Krieges an sich. Sie alle haben ihr eigenes grausames Geheimnis. Und doch verbindet sie so viel mehr, als sie glauben. Aber vor allem verbindet sie die Hoffnung auf Sicherheit und Frieden.

Über die Geschichte und die Fakten der Wilhelm Gustloff wusste ich, im Vergleich zu jetzt, nur einen Bruchteil. Obwohl mein Vater sich aus persönlichen Gründen immer mit der Marine sehr verbunden fühlte und er einiges zu erzählen gehabt hätte, wusste ich kaum über die wahre Tragweite des Untergangs des Passierschiffes bescheid. Hier fehlen meinem Vater nach all der Zeit noch immer die Worte. Wir alle kennen den Mythos der Titanic. Doch kaum jemand weiß, dass nicht sie Teil des größten Maritimen Unglücks war. Auch ich wusste es nicht. Weit über 10,000 Menschen befanden sich auf der hoffnungslos überladenen Wilhelm Gustloff. Unbegreiflich, denn sie ist eigentlich nur für den Transport von ca. 1,500 Menschen gebaut worden.

Über das gesamte Ausmaß drang Ruta Sepetys bis tief in den Kern vor. Sie ist bekannt für ihre akribische Recherche. Für die Arbeit an „Salt to the Sea“ reiste sie quer durch Europa, wo sie sich intensiv mit Historikern und Zeitzeugen zusammen setzte. Ereignisse, die wirklich geschahen, wurden mit der fiktiven Geschichte um Joanna, Florian und Emilia verwebt. Nahtlos fügt sie die Perspektiven so zusammen, dass ihre Geschichten zu einer verschmilzt. Bis auf Adolf (welche Ironie) gingen mir viele Figuren sehr nahe. Ebenso der Schuhmacher und der kleine wandernde Junge. Sie brachen mir mit ihren Charakterzügen und ihren Geheimnissen das Herz.

Ihre Worte wählt Sepetys in „Salt to the Sea“ sorgfältig. Der Schreibstil ist temporeich und makellos. Sie vermittelt die Not, Furcht und Grausamkeit so eindringlich, dass mir unbewusst beim lesen der Atem stockte. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, aber enden jeweils immer unheimlich stark und mit einem gewissen Schlag. So wird man quasi zum weiter lesen gedrängt.

SALT TO THE SEA ist daher und aus weiteren schwer greifbaren Gründen ein sehr intensives Highlight, mit dem ich absolut nicht gerechnet habe. Ich möchte, dass es jeder liest und nie wieder vergisst.

 

Fazit

Ruta Sepetys drittes Werk SALT TO THE SEA war mein erstes Leseerlebnis von ihr. Trotz der Thematik traf es mich unvorbereitet bis ins Mark. Die Autorin überwältigte mich mit ihrer akribischen Recherche zur Katastrophe der Wilhelm Gustloff und einem Erzählstil, der mich an die Seiten knotete. Die Figuren und ihr jeweiliges Schicksal lassen mich selbst lange nach beenden der Geschichte nicht los. Überwältigend, atemberaubend, erschütternd und unverzichtbar. Nicht verpassen!

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(62)

133 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

freundschaft, selbstmord, zoe hagen, bulimie, essstörung

Tage mit Leuchtkäfern

Zoe Hagen
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.03.2016
ISBN 9783548286945
Genre: Romane

Rezension:


Mein ResuméIn Tagebuch-Form schreibt die Protagonistin, genannt Ghandi, Briefe an Gott. Doch es ist nicht der leibhaftige Gott, sondern vielmehr verbindet sie damit eine stärkere Ebene von der sie sich Gehör erhofft. Sie fühlt sie sich vom Leben übergangen, missverstanden und einsam. Kompensiert wird der Frust über ihre Familie und ihr Leben, durch »Gespräche mit ihrem Freund«, die Kloschüssel. Ein krasser Einblick in die Psyche eines Mädchens, das nicht weiß, was sie mit sich anfangen soll und daher ihren Körper Stück für Stück kaputt macht. Und dann trifft sie in einem Park auf Fred, der sie zu einem Treffen »der verhinderten Selbstmörder« einlädt.




An Sprachkraft fehlt es TAGE MIT LEUCHTKÄFERN nicht. Zoe Hagen weiß, wie sie wunderschöne Prosa auf gedrucktes Papier bringt. Ihr Erfolg als Poetry-Slammerin kommt also nicht von ungefähr. Ich saugte ihren wortgewaltigen lyrischen Schreibstil, mit einer Mischung aus Faszination und Verliebtheit in mich auf. Auch die Thematik hat bei mir Anklang gefunden. Ich unterstütze es, wenn sich in dieser Form mit Depression, Bulimie und/oder Suizid auseinander gesetzt wird. Das gleich alle drei Aspekte hier zu zentralen Themen werden, überraschte mich. Die für die Protagonistin quälenden Tage werden dem Leser hier entsprechend kraftvoll und sehr bedrückend geschildert. Ghandis Persönlichkeit empfand ich, trotz ihres depressiven Zustands, als umgänglich. Man möchte als Leser die Gründe für ihre Einsamkeit und Schmerzen ergründen. Sich in sie reinzuversetzen, war für mich aber nicht immer ganz einfach. Die Nebenfiguren wirkten auf mich alle interessant, daher hätte ich mir ein paar Seiten mehr mit ihnen gewünscht.



So manches Mal änderte sich die Ausdrucksweise jedoch, was mich etwas verwirrte. Die wunderschöne Prosa verschwand und wurde durch Sätze auf Mittelstufen-Niveau ersetzt. Man erfährt zudem nur bruchstückhaft was zu Ghandis Kaputtheit geführt hat. Die familiären Hintergründe sind teilweise sehr schwammig umschrieben. Auch die Vergangenheit von Ghandis neuen Freunden, die sie ja alle zueinander geführt hatte, wurde nur schemenhaft formuliert. Sobald es weiter ins Detail ging, gab es einen zu schnellen Umbruch. Für andere Leser werden gerade die Lücken und das Schwammige den Reiz des Buches ausmachen. In der Regel mag ich es auch, in einer Geschichte auf Entdeckungsreise zu gehen. Bei so einem dünnen Buch wollte ich aber nicht noch Rätsel entschlüsseln.





Fazit
Zoe Hagens Debüt ist voller wichtiger Wegweiser des Lebens, welche zum nachdenken anregen und noch länger im Kopf rumspuken. Zoe besitzt ohne jeden Zweifel Schreibtalent und hat ein bemerkenswertes Gespür für die deutsche Sprache. Die charakteristischen Zeichnungen hingegen waren mir manches Mal zu grob ausgearbeitet, und mir fehlte ein wenig das Verständnis für das >Warum?<. Nichtsdestotrotz hoffe ich sehr, dass man noch mehr von dieser noch sehr jungen Autorin zu lesen bekommt.

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Tags: bulimie, depressio, suizid, tage mit leuchtkäfer, ullstein buchverlage, zoe hagen   (6)
 

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(46)

160 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

zwangsstörung, gedichte, liebe, jugendbuch, freundschaft

Mit anderen Worten: ich

Tamara Ireland Stone , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.01.2016
ISBN 9783734850219
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mein Resumé
Die richtigen Worte zu finden, kann mitunter schwer werden. Paradoxerweise ging es mir ausgerechnet bei „Mit anderen Worten: ich“ so. Die Protagonistin Samantha McAllister hat nämlich ihre Probleme, Gedanken zu äußern aus Angst die Kontrolle über sich zu verlieren. Als Mitglied der beliebtesten It-Mädchenclique könnte man meinen, dass es Sam an nichts fehlt. Sie und ihre Freundinnen kennen sich seit jungen Jahren. Doch die Harmonie zwischen Samantha und „der Acht“ ist Fassade. So ist sie immer auf der Hut davor, nicht verspottet und ausgegrenzt zu werden. Ihr Geheimnis zu lüften ist für sie daher völlig unmöglich…



Der Leser lernt die wahre, verletzliche Sam zuerst kennen. Man wird gleich im Prolog durch ein bestimmtes Ereignis, Zeuge ihrer Ängste und Gedankenspiele. Ein sehr düsterer Moment und für mich war dieser definitiv der dunkelste im Buch.

Seit Jahren leidet Sam an einer Zwangsstörung, zudem spielen ihre Gedanken manches Mal so böse Streiche mit ihr, das sich diese zu ernsthaften Panikattacken entwickeln. Niemand außer ihrer Familie und ihrer Therapeutin weiß davon. Es ist ihr Geheimnis, unter welchem sie immer mehr unter Stress gerät. Das Sam keinen ihrer Freunde soweit vertrauen schenken kann, um sich wirklich ihnen zu öffnen, empfand ich als sehr traurig. Sobald man der Clique begegnet, ist das auch verständlich. Es wird unter einander gezickt, gelästert und gemobbt.

Sams Begegnung mit Caroline bereits am ersten Tag des neuen Schuljahres, steht in der Geschichte für die aktuelle Situation und das sich etwas ändern muss. In ihrer schwierigsten Zeit ist Caroline für Sam da, hört ihr zu und lädt sie ein in die Dichterecke mitzukommmen. Ein Ort, der sich genau mit dem befasst, wovor Sam so große Angst hat: seine wahren Gefühle und Gedanken auszudrücken, und loszulassen.

Mir gefiel der Aspekt der Lyrik unheimlich gut, und ich verbrachte ebenso gerne Zeit in der Dichterecke wie Sam. Die Persönlichkeit Carolines sprach mich auch sehr an, nur fragte ich mich immer wieder, wieso sie so im Verborgenen blieb. Eine aufblühende Romanze gibt es in dieser Geschichte auch. Sie erweist sich jedoch nicht als tragend, wofür ich dankbar bin. Bei mir hinterließ AJ einen sehr angenehmen Eindruck und ich verstand Sams Faszination zu ihm.

Tamara Ireland Stones Porträtierung von Samanthas Zwangsstörung fühlte sich in Gänze realistisch ausgeführt und gut recherchiert an. Mir kam jedes Mal die Gänsehaut, wenn die Autorin diese Momente beschrieb. Sams Sehnsucht einfach nur sie selbst zu sein ist etwas, womit nicht nur viele Jugendliche hadern. Die Angst abgelehnt und ausgelacht zu werden, kann mitunter größer sein. Ireland Stone hat diesen Zwiespalt sehr authentisch transportiert. Auch die Therapiesitzungen gewährten einen guten Einblick in Sams Innenleben.

Ein Kritikpunkt war für mich der etwas langsame und ereignislose Teil nach ca. Mitte des Buches. Womit ich jedoch absolut nicht rechnete, war ein Plot Twist, der sich gewaschen hat. Dieser schockierende Wechsel schlich sich plötzlich hinterhältig aus dem Nirgendwo heran und haute mich um. Die Auflösung wurde noch einmal richtig emotional, wobei das Ende für mich zu sehr an der Realität vorbeischrammte.



Fazit

In Gänze wirft „Mit anderen Worten: ich“ ein gelungenes und authentisches Bild auf das Thema Zwangsstörung. Tamara Ireland Stone verwebt das Thema ebenso mit Familie und Freundschaft. Die Autorin bietet beängstigende Einblicke in die Gefühlswelt, rührende Momente und eine Wende, die mir den Atem raubte. Ich war wortwörtlich sprachlos.

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Tags: jugendbuch, magellan verlag, mit anderen worten: ich, tamara ireland ston, zwangsstörung   (5)
 

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(90)

189 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

aneurysma, liebe, jugendbuch, krankheit, friedhof

All die schönen Dinge

Ruth Olshan , Cornelia Niere
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.02.2016
ISBN 9783789103711
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Plot

Tammie hat eine Vorliebe für Pistazieneis. Und für Grabsteinsprüche. Ein etwas ungewöhnliches Hobby für eine 16-Jährige? Weniger ungewöhnlich, sobald man erfährt, dass Tammie ein Aneurysma im Kopf hat. Das hat es sich dort inmitten ihrer Synapsen bequem gemacht und kann jeden Moment hochgehen. Oder eben auch nicht. Das ist die entscheidende Frage und um die kreist ziemlich viel in Tammies Leben. Als Tammie auf dem Friedhof einen Jungen kennenlernt, der an Grabsteinen rüttelt, kommt sie jedoch ins grübeln.

 

 

Mein Resumé

„All die schönen Dinge“ von Ruth Olshan ist die ideale Mädchenlektüre für alle, die John Green & Co lieben.

Mit diesem Satz wird das erste Jugendbuch von Ruth Olshan gekonnt beworben. Meine Aufmerksamkeit wurde durch den Klappentext ebenfalls geweckt. Ein Mädchen, das gerne auf Friedhöfen nach dem perfekten Spruch für ihren eigenen Grabstein Ausschau hält?! Ja, es ist reichlich kurios und ziemlich makaber so einer Leidenschaft nachzugehen. Aber es ist zunächst der einzige Weg für Tammie, sich mit ihrer >Bombe im Kopf< abzufinden. Und wenn sie sich nicht gerade auf dem Friedhof rumtreibt, oder sich mit ihrer lebensfrohen, quirligen, besten Freundin trifft, entrümpelt Tammie buchstäblich ihr Leben. Während ihre Eltern nur schwer loslassen können, fliegt alles was bei dem todkranken Mädchen nicht niet- und nagelfest ist, in die Tonne. Es ist ihre Art, sich zu verabschieden.

Für einige dürfte dieses Verhalten mehr als seltsam sein, aber was ist schon normal, wenn man faktisch sein Leben auf Raten lebt. Ein Aneurysma ist nun mal eine tickende Bombe. So kann dieses zum Einen blockieren im weiteren Planen und Genießen des Lebens, oder aber man lässt es krachen und nimmt alles mit. Tammies Gedanken sind für ihr Alter ansprechend und sehr nachvollziehbar. Dinge, die sie in Aufregung versetzt – und dabei spielt Intimität eine sehr große Rolle – sind für das Teenagermädchen undenkbar. Ich bekam, obwohl sie sehr brachial mit ihrer Umgebung umgeht (Entrümpelung, Ausmisten etc.) nie das Gefühl, dass sie sich selbst bemitleidet.
Eine nachvollziebare Wende macht Tammie, als sie Fynn (natürlich) auf dem Friedhof trifft. Symbolisch gesehen ist es nicht allzu weit daher geholt, dass Fynns Job ausgerechnet „Grabsteinrüttler“ ist. Vielleicht bin ich auf dem Holzweg, aber im nachhinein habe ich den Eindruck, dass die Autorin damit eine Art symbolisches >Gegengewicht< zu Tammies Hobby einbrachte. Fynn empfand ich als sehr angenehme Figur und ich verliebte mich sofort in seinen Hund ‚Okay‘.

Nebenfiguren, wie Tammies beste Freundin und die Eltern, wurden sehr gelungen gezeichnet. Auch deren Ängste wurde gut transportiert. Allerdings hatte ich, genau wie Tammie und ihre Eltern, Probleme mit dem Verhalten des älteren Bruders. Hier hat mir noch mehr Aufklärung gefehlt. Auch die Hintergrundgeschichte zu Tammies Krankheit wurde nur blass beschrieben. Mit ein paar mehr Buchseiten, wären diese Makel ganz sicher verschwunden.

Für mich persönlich hat die Autorin den Fokus irgendwann zu sehr auf andere Figuren versetzt. So wurde sich sehr viel mehr mit Fynns Hund beschäftigt, als wie mit Tammie. Das empfand ich als schade, denn so hatte ich wieder das Gefühl, dass die Hauptfigur sich nicht wirklich IHREM Leben stellt.

Am Erzählstil in sich habe ich nichts zu bemängeln. Die Seiten flogen im nu an mir vorbei.

 

Fazit

Ruth Olshan schreibt dicht und flößt ihren Figuren jede Menge Leben ein. An der Ausarbeitung in der Handlung haperte es für meinen Geschmack noch. Auch das der Fokus bisweilen zu sehr von der Hauptfigur wegging, empfand ich als schade. ALL DIE SCHÖNEN DINGE bietet nichtsdestotrotz viel Potenzial und schenkte mir ein sehr kurzweiliges Lesevergnügen.

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Tags: all die schönen dinge, jugendbuch, oetinger verlagsgruppe, ruth olshan   (4)
 

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(439)

823 Bibliotheken, 11 Leser, 4 Gruppen, 100 Rezensionen

entführung, raum, vergewaltigung, gefangenschaft, kind

Raum

Emma Donoghue , Armin Gontermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.11.2012
ISBN 9783492301299
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung

Einen ganzen Roman aus der Sicht eines 5-jährigen in einer außergewöhnlich schwierigen Situation zu erzählen, ist eine beachtliche Herausforderung. Es bedeutet sich gedanklich in ein Kind rein zu versetzen. So dessen Handeln nachzuvollziehen, sowie die Figur nur sachte zu formen, da sie ja noch in der Entwicklung steckt. Kinder in diesem Alter sind wie übergroße, umher laufende Schwämme. Wo sie auch sind, was sie auch sehen und hören, es wird intensiv aufgesaugt und unter Umständen später hinterfragt. Ihre Fähigkeiten Informationen zu sammeln, ist bemerkenswert. Die Hauptfigur Jack ist da keine Ausnahme.

Der Einstieg war für mich zunächst etwas holprig. Ich brauchte ca. sechzig Seiten, bis ich tatsächlich einen Rhythmus hatte. Jacks Sprache ist fehlerhafter und abgehakter, als die von anderen Kindern in seinem Alter. Er lässt zum Beispiel Artikel vor Substantiven weg. Seine Art zu denken, scheint begrenzter. Das ist nur verständlich, wenn man bedenkt, dass er nur >Raum< kennt. Seine wichtigsten Wissensquellen sind seine Ma und der Fernseher. Auf der anderen Seite ist Jack unheimlich klug, kann sogar schon lesen und schreiben. Als der Knoten bei mir platzte, wurde ich fast magisch von Jack und wie er die Dinge sieht, mitgerissen. Dieser Junge ist neugierig, liebevoll und tatsächlich glücklich. Ich fand es außergewöhnlich und anrührend, wie er Dinge im >Draußen< die ihn verwirren, auf seine eigene Weise hinterfragt. Ihn dabei zuzusehen, wie er neue Informationen in sich versuchte aufzunehmen und so manches Mal überfordert schien, war herzzerreißend. Er ist wahrlich >SuperJackerJack< und sehr mutig. Durch ihn wird dem Leser wieder bewusst, wie rein Kinder noch sind und wie wichtig es ist, sie zu beschützen. Man erfährt von ihm nur das über seine Ma, was Jack sehen darf. Man kann daher zunächst nur erahnen, was sie über all die Jahre hat durchmachen müssen. Die Liebe der Beiden zueinander empfand ich als einzigartig.

Emma Donoghue gelingt es, RAUM zu einem ungewöhnlichen, bedrückenden und fesselnden Abenteuer zu machen. Ein Abenteuer, das den wundervollen kleinen Protagonisten in die Entdeckung der Welt außerhalb seines Wissens führt. Ein Abenteuer, das leider alles andere als weit daher geholt ist. Aufgeteilt in fünf große Teile, packte die Geschichte mich am Kragen und zog mich durch eine schöne und zugleich beklemmende Sicht auf die Beziehung zwischen diesem Jungen und seiner Mutter.

Es werden dem Leser durch Jacks Augen, Themen wie unsere Gesellschaft, Raum für uns und das Wesentliche, sowie was richtig und falsch ist, und welche ungeheure Kraft Liebe hat, aufgegriffen. Wenn man mich fragt, gibt es keine bessere Person als ein Kind, welches uns etwas über die kalten, harten Fakten des Lebens erzählt. Wer Jack also noch nicht kennt, sollte das schleunigst ändern!

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Tags: emma donoghue, piper verla, raum   (3)
 

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(151)

281 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 95 Rezensionen

internat, tragödie, liebe, albino, freundschaft

So wüst und schön sah ich noch keinen Tag

Elizabeth LaBan , Birgitt Kollmann
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 01.02.2016
ISBN 9783446250826
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung

Ganz oberflächlich betrachtet ist dieses Buch nichts Neues im Jugendbuch Bereich. Könnte man zumindest meinen. Stereotypisch ist SO WÜST UND SCHÖN SAH ICH NOCH KEINEN TAG aber ganz und gar nicht. Der Roman der Autorin Elizabeth LaBan besticht nämlich durch ruhige, schlichte und zugleich melodische Prosa. Es geht in die Tiefe und bietet eine spannende Handlung. So erzählt LaBan durch Tim Macbeth eine tragische Geschichte in der Geschichte.

Tim Macbeth ist eine Figur, die sofort mein Interesse geweckt hat. Und das nicht nur wegen seines Nachnamens. Tims Leben ist steinig, weil er sich äußerlich sehr von seiner Umgebung unterscheidet. Er ist ein Albino und somit viel zu oft Anfeindungen ausgesetzt. Die Erfahrungen, die er in seinem jungen Leben gemacht hat, ließen ihn leider zu einem verunsicherten, isolierten und unglücklichen Menschen heranwachsen.

Während des Lesens habe ich mir all diese Fakten immer wieder vor Augen geführt. Manches Mal hatte ich dennoch mit Tim kleine Päckchen zu tragen. Das letzte Schuljahr auf dem Elite-Internat Irving soll ja für ihn nochmal zeigen, dass es auch anders sein kann. Er möchte neu beginnen, richtige Freunde haben und die alten Fehler nicht noch einmal begehen. Doch leider ist es schwer für ihn aus seinem alten Verhaltensmuster auszubrechen und er gibt sich zu schnell auf. Einzig Vanessa, in die er sich gleich zu Beginn unsterblich verliebt, lockt ihn manchmal aus dem Schneckenhaus. Eine gewisse Neugierde und sogar ein wenig Unbeschwertheit entfalten sich dann bei Tim. Doch seine Bedenken werfen ihn immer wieder zurück. Und so steuert er im Bemühen es besser zu machen, unwissentlich auf eine Tragödie zu, die alles verändert. Während er nach all den Geschehnissen das Internat verlässt, erzählt er dem Jungen Duncan seine Geschichte in Form von aufgenommenen CDs.

Wir erfahren also erst in Rückblenden von Tim und Vanessas Tragödie. Es ist eine Geschichte, die für Duncan wichtig ist zu hören, denn auch er wird zu einem Teil davon. Er fühlt sich in gewissem Maße mitschuldig an den Geschehnissen um Tim und Vanessa.

Obwohl beide Erzählperspektiven ineinander übergehen und voneinander abhängig sind, für den Fortlauf der Handlung, fühlte ich eine gewisse Distanz zu Duncan. Ich denke, das liegt vor allem daran, dass Tims Kapitel aus der ersten Person geschildert wurden, wogegen der Rest aus der dritten Person entspringt. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sich die Autorin zum Wohle beider Figuren für eine Form entscheidet. So war für mich Duncan einfach schwieriger zu greifen.

Die Erzählungen Tims zu dem schicksalhaften Ereignis an sich, ist spannend und auch erschreckend zu lesen, aber vollkommen überrascht war ich nicht. Die Auflösung der Tragödie wurde schon etwas in die Länge gezogen, war aber nicht langweilig zu lesen. Danach hingegen ging es recht zackig auf das Ende zu, was ich schade fand, denn ich wäre gerne noch länger bei Tim und Duncan geblieben.

Das Setting, die Irving School, gefiel mir als solches unheimlich gut. Die Geschichte und Traditionen der Schule und die Mythen um vergangene Studenten, drangen darauf sich zu entfalten.

Allgemein eignet sich SO WÜST UND SCHÖN SAH ICH NOCH KEINEN TAG auch hervorragend als Schullektüre, zum Beispiel als Gegenüberstellung von Werken wie „Der Club der toten Dichter“, oder um das Thema >Tragödie in der Literatur< aufzunehmen.

 

 

Fazit

Elizabeth LaBans Geschichte zweier gegensätzlicher Jungen ist ungewöhnlich und bietet durch die Prosa, und den gemächlichen Rhythmus so einige Gänsehaut-Momente. Manchmal fehlte mir etwas mehr Intensität bei den Figuren und ich wollte mehr vom tollen Setting erleben. In Gänze verbreitet „So wüst und schön sah ich noch keinen Tag“ definitiv Licht und Schönheit, sowie viel Traurigkeit und Melancholie.

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