Leserpreis 2018

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116 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

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BZRK

Michael Grant , Jakob Schmidt
Fester Einband: 408 Seiten
Erschienen bei INK, 08.03.2012
ISBN 9783863960391
Genre: Science-Fiction

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(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Team Key

Chris River
Flexibler Einband: 412 Seiten
Erschienen bei SadWolf Verlag, 20.03.2018
ISBN 9783946446668
Genre: Romane

Rezension:

Die Geschichte wird in der dritten Person aus der Sicht vieler Charaktere geschildert. Man bekommt dadurch wundervolle Einblicke in die Charaktere, ohne, dass es langweilig wird. Das Ganze ist so gut umgesetzt, dass man zeitweise schon am ersten Satz erkennt „Ah, das ist ein Mick-Kapitel“. Denn Wortwahl und Ausdruck ändern sich mit den erzählenden Charakteren.

Der Schreibstil ist flüssig, nicht ausufernd und alles in allem spannend. Hier wird sich aus Details gestützt, die wichtig sind, ohne weit auszuholen. Mit wenigen Worten wird genug gesagt, um dem Geschehen zu folgen und Spannung aufzubauen. Als Schreiberling konnte ich in diesem Buch definitiv die eine oder andere Sache für mich mitnehmen. Der Schreibstil fesselt vom ersten Moment an. Ich begann das Buch in der Badewanne zu lesen und musste mehrfach warmes Wasser nachfüllen und war am nächsten Morgen doch etwas müde auf der Arbeit. Ganz einfach, weil ich immer wissen wollte, wie es weiter geht.

Die Kapitel an sich sind noch einmal in unterschiedliche Stränge unterteilt, mit denen meist auch der Erzähler wechselt, aber wenigstens Zeit und/oder Ort. Insgesamt war die Struktur des Buches super. Kurze Passagen, die es einem ermöglichen, das Buch zu unterbrechen, um vielleicht kurz über den Klingenmörder, die Diamant, Camelot oder oder oder nachzudenken. Kleine Atempausen, die geholfen haben, sich selbst eine Theorie zurechtzulegen, was jetzt eigentlich genau vonstattengeht.

Und es geht viel vonstatten. Das kann ich euch sagen. Was anfänglich beginnt, wie ein gewöhnlicher Thriller/Krimi, wächst und wächst und wächst. Da sind diese Diamanten und die Mission, von der man nicht mehr weiß, als das sie existiert und wofür sind diese Diamanten? Dann taucht auch noch diese Software mit Namen Camelot auf, die eine riesige Rolle spielt. Und plötzlich sind schon wieder zwei Leute tot. Und inmitten von Blut, CD´s, Funkelsteinen und Spielwürfeln explodiert dann auch noch ein Kondomautomat. Und wer hat eigentlich die beiden Jungs entführt? Und wieso ist Henry jetzt verschwunden? Es passiert viel. Sehr viel. Zu jeder Zeit hat man als Leser entweder Action, die einen an den Rand des Stuhls treibt oder einen emotionalen Konflikt, der einem keine Ruhe lässt. Die Autorin versteht sich darauf, dass es nie langweilig wird. In irgendeiner Weise passiert immer etwas, von dem man will, das es aufgelöst wird. Und über allem stehen die Morde.

Das Ganze spielt in dem heutigen London und wird aus der Sicht von einigen Ortsansässigen geschildert. Was dazu führt, dass die Beschreibungen eher kurz ausfallen, weil die Charaktere es schon öfter gesehen haben. Das gibt dem Leser das Gefühl mit einem guten Freund in dem Stammpub zu sitzen. Es ist nicht so geschrieben, als würde man davon ausgehen, dass der Leser noch nie in London war. Es ist ein wenig, wie hinter die Kulissen gucken.

Die Charaktere sind rund und einfach wundervoll ausgearbeitet. Sie haben ihre eigene Persönlichkeit und sie sind aufgrund dieser gute Freunde oder eben nicht. Sie agieren vollkommen natürlich. Vor allem Mick ist mir ans Herz gewachsen. Er hat seine Fehler und ist auf seine Weise ganz fantastisch. Wie er sich in den Fall festgebissen hat und seine Familie schützen will, das wärmt einfach mein Herz. Auch, dass er seinen Sturkopf hat wird super umgesetzt. Und so ergeht es dem Leser mit allen Charakteren. Sie sind individuell, anders und haben jeder ihre Sorgen und Nöte, die meist abseits vom Mainstream liegen. Die Autorin scheut sich nicht davor Probleme anzusprechen, die sonst nicht so präsent sind. Und ich liebe das. Auch, wie sie es immer wieder schafft die Dialoge hinzubekommen.

„Er will mich aus dem Weg räumen, weil er mich damals nicht gekriegt hat. Wenn ich euer Köder bin, könnt ihr ihn vielleicht auf frischer Tat schnappen.“ –Seite 82

Jacky rollte dezent mit den Augen. Manchmal waren die Chaoten schlimmer, als ein Kindergarten. -Seite 102

Und damit hat Jacky auch vollkommen recht. Denn neben allem ist Team Key eins: Eine Ansammlung an Chaoten. Vollkommen egal, was sie dazu macht. Jeder hat seine Aufgabe und seinen Reibunspunkt. So passiert es auch, dass es Streitigkeiten innerhalb des Teams gibt und Jacky sich manchmal mehr als eine Art Mutter sieht, die auf ihr Team aufpasst. Was sie unglaublich sympathisch macht.

Diese Geschichte ist einfach ein tolles Gesamtwerk. Schlicht, aber auch reich. Sie verzichtet auf zu viel Drumherum und schafft dadurch einen breiten Raum. Sie ist schnell, angefüllt von Action und so viel Hintergrund, dass ich mehr will und mich auf die nächsten Teile freue. Ich muss einfach wissen, was da noch auf mich zukommt.

Einziges Manko, das ich entdecken konnte waren die vielen kleinen Fehler. Immer wieder sind Vertipper oder Setzfehler in der 1. Auflage geblieben. Dazu hat sich die Autorin bereits auf Twitter geäußert und es wird an einer 2. Auflage gearbeitet. Trotzdem kann ich leider nur bewerten, was vor mir liegt.

Fazit:

Ich hatte eine Zeit, in der ich Thriller und auch Krimis geliebt habe und so unglaubliche viele davon las, dass es eigentlich schon gar nicht mehr wahr sein Dürfte. Irgendwann hatte ich einfach das Gefühl immer wieder dasselbe Buch zu lesen. Alles lief nach demselben Schema ab und es gab nichts überraschendes mehr in dem Genre.

Team Key ist da ganz anders. Dieses Buch hat meine Liebe zu dem Genre neu entflammt und ich werde definitiv am Ball bleiben. Immerhin muss ich doch aufpassen, wie es mit Mick weitergeht. 

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325 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 117 Rezensionen

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Zodiac

Romina Russell ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.11.2015
ISBN 9783492703819
Genre: Jugendbuch

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77 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Rabenaas

Sarah Adler
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Drachenmond Verlag GmbH , 08.07.2017
ISBN 9783959911948
Genre: Fantasy

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203 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

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Die Magie der Namen

Nicole Gozdek
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.06.2017
ISBN 9783492281294
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Geschichte wird aus der ersten Person von Nummer 19 oder später Tir erzählt. Er hat seine eigene Stimme, di super entwickelt ist. Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, dass er mit mir redet. Dass er wirklich erzählt und ich nicht ein Buch in der Hand halte, dass jemand anderes geschrieben hat. Er schildert die Welt vollkommen aus seiner Sicht, was so toll umgesetzt ist, dass es mich inspiriert hat.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich leicht lesen, wenn man sich an ihn gewöhnt hat. Wie gesagt ist Tir sein eigener Mensch und für jeden Menschen braucht man erst einmal eine Sekunde, um sich an seine Sprache zu gewöhnen. Was, wenn ihr mich fragt, Tir noch mehr Fleisch auf die Rippen zaubert. Und einmal im Schreibstil drin, hat es mich eingefangen und ich musste mich zwingen das Buch wieder aus der Hand zu legen. Was ich auch nur tat, um länger etwas von dem Buch zu haben.
Der Klappentext verspricht ein Abenteuer, auf das man mit Tir geht. Und er lügt nicht. Es ist ein Abenteuer mit Ecken und Kanten. Eine Reise, die immer wieder überrascht und in sich selbst schlüssig ist. Mit ein paar Dingen habe ich so nicht gerechnet. Sie kommen wie aus dem Nichts, aber auch nicht ohne Berechtigung. Sie haben ihr Fundament in der Geschichte und konnten mich doch „on the edge of my seat“ halten.
Die Welt ist magisch und wundervoll. Sie ist reich an Details und doch nicht übermäßig beschrieben. Ich konnte mir selbst einen Kopf machen und wurde dennoch nicht im Regen stehen gelassen. Ja ich möchte sogar sagen, dass ich mich etwas in Miabortas verliebt habe. Ich wäre gern bei Tir in Tummersberg gewesen und hätte mir die Reise durch den Holzwald angesehen. Gott, wie gern würde ich die Terrassen von Himmelstor mit eigenen Augen sehen können.
Schon allein, wie viele Namen jemand hat, zeigt an, wie mächtig er ist. Leute, die nur einen Vor-und einen Nachnamen haben sind die mächtigsten. Kommt noch ein Name dazu ist seine Stellung geringer und noch ein weiterer Name gehört zu der untersten Kategorie. So zeigt sich auch die Stellung in der jeweiligen Dynastie (Beruf).
Auch das System, wie Kinder behandelt werden wird absolut schlüssig erklärt. Warum sie nicht von ihren Eltern aufgezogen werden und keinen Namen sondern nur eine Nummer bekommen ist nachvollziehbar und lässt die Welt noch reicher sein. Dies wird noch durch den Fakt unterstrichen, dass nicht jeder mit dem System einverstanden ist. Es gibt Ausbrecher und Andersdenker, was beim Worldbuilding verdammt wichtig sein kann. Und das wird hier eindrucksvoll gezeigt.
„Das Gesetz?“ Sie lachte. „Eine treffliche Antwort! Das ist kein Grund! Wenn Namensmagie so stark ist, dass sie jeden jungen Erwachsenen am Tag der Namensgebung verändert, was schadet es denn, wenn mein Sohn bei mir aufwächst?! Verratet es mir!“ -Seite 170
Die ganze Sache mit den Namen ist wundervoll geschildert. Es ist ein wenig wie Wiedergeburt mit Magie. Magie in den verschiedensten Ausführungen. Es gibt Leute, die andere bezirzen, Menschen, die die Elemente unter sich haben und auch Heiler. Und dann gibt es Namen, die von allem ein wenig können, aber nichts perfekt Nicht zu vergessen legendäre Krieger, die auf einmal in die gerade volljährig gewordenen fahren, oder Verwalter, Diener, Händler. Die ganze Weisheit eines Menschen fährt in einen Jugendlichen, ohne sich an sein vorangegangenes Leben zu erinnern. Und das wird einfach wundervoll rübergebracht.
Die Charaktere in der Geschichte sind rund. Sie haben ihre Eigenheiten und fallen nie aus ihrem eigenen Rahmen. Auch hier steckte so nglaublich viel Herzblut drin. Und darf ich sagen, wie sehr mir Rustan ans Herz gewachsen ist. Die Autorin hat mich, mit meiner Vorliebe für loyale Charaktere voll erwischt. Er war super und immer für seine Freunde da, auch, wenn er sich selbst in Gefahr gebracht hat.
Die Gruppe um Tir begann mehr als Feinde. Da Tir nur eine zweistellige Nummer war, wurde er eher aufgezogen. Erst, als Rustan ihn aufspürt, folgt auch der Rest. Doch mit der Reise und ihren Ereignissen wachsen sie zusammen und das fühlt sich absolut natürlich an. Sie werden Freunde Stück für Stück. Alles vollkommen gerechtfertigt und nachvollziehbar. 
Die Gefühlswelt von Tir wird so toll beschrieben, dass ich nicht anders konnte, als mit ihm zu leiden, mich zu freuen und insgesamt einfach bei ihm zu sein. Er ist so wundervoll ausgearbeitet. 
Die Ellusan, die Tir seinen Namen gibt, ist zwar „nur“ ein zweitrangiger Charakter, aber immer wenn sie auftaucht, erfüllt sie den Raum. Sie hat eine Präsenz, die durch die Zeilen blutet, als wäre sie da. 
„Ihr verbohrten Narren! Ihr glaubt zu wissen, was Namensmagie ist? Was einen Namen ausmacht? Schall, Rauch und Knalleffekte? Je größer der Name, desto mehr knallt es? Ihr irrt euch! Je größer der Name, desto mehr blitzt Wissen, Vertrauen. Die Seele, die sich entfaltet! Alles andere ist unwichtig...“ -Seite 36
Und dann sind da noch diese unglaublich schönen Moment im Buch. Diese kleinen Lichtblicke im Dunkel, die alles ein wenig auflockern und greifbarer machen. Momente in denen die reiche Sprache, die verwendet wird, einfach nur so unglaublich schön sind.
„Habt ihr schon mal den Klang der Sonne gehört, der Melodie von Zuhause gelauscht?“ –Seite 119
Fazit:
Es ist nicht nur, wie von Michael Peinkofer auf dem Einband geschildert „ein magisches Debüt“. Nein, es hat mich vollkommen in seinen Bann gezogen. Diese Geschichte war so toll, so voller unerwarteter Wendungen, Überraschungen, Magie, Freundschaft, Sehnsucht und Suche nach einem Zuhause, dass ich schockverliebt bin. Dieses Debüt fühlt sich für mich so nach mehr an, dass ich diese Autorin garantiert nicht mehr aus den Augen lassen werde. Ich will einfach wissen, was sie sich als nächstes wunderbares einfallen lässt.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

dystopie, fantasy, science fiction, virtuelle realität

Cronos Cube

Thekla Kraußeneck
Buch: 480 Seiten
Erschienen bei Liesmich, 26.05.2017
ISBN 9783945491041
Genre: Romane

Rezension:

Die Geschichte wird in der dritten Person von Zack und Lachlan erzählt. Es ist gut zwischen den beiden aufgeteilt und man bekommt tiefe Einblicke in beide Charaktere. Was mich persönlich gestört hat, ist der Fakt, dass die Erzähler auch mitten in einem Kapitel gewechselt wurden. Man merkt es nicht sofort und ist erst einmal verwirrt. Denn die Stimmen der Beiden haben zwar ihre Eigenheit, was aber in der dritten Person auf den ersten Blick nur begrenzt heraus kommt. Man hat es versucht anzukündigen, in dem es eine Leerzeile gab. Allerdings am Ende der Seite. Also nicht offensichtlich und auch nur nach mehrmaligen Hinsehen zu bemerken.

Der Schreibstil ist ausschweifend. Ich hatte öfter das Problem, dass es sich anfühlte, als würde ich nicht von der Stelle kommen. Ein bisschen als würde man mit einem Fuß in einem Sumpf feststecken und der andere wolle schon weiter. Schuld daran sind vielleicht die langen und teilweise ausufernden Kapitel. Ab und an stolperte ich beim Lesen. Einige Worte wirkten auf mich fehl am Platz. Zu schick für die Charaktere. Es waren einfach nur einzelne Worte, die Out-Of-Charakter waren.

Ab und an passiert es auch, dass man dieselbe Information zweimal bekommt. Auf die gleiche Weise, was einen aus der Geschichte zieht.

Der Klappentext verspricht ein episches Abenteuer in einer virtuellen Welt, während die echte um den Prota herum zerfällt. Was stimmt. Zum Teil. Der Klappentext hat mich gehypt. Ich habe mich so unglaublich auf diese Geschichte gefreut. Vielleicht fühlt sich genau deswegen dieser Roman für mich wie ein dickes „fast“ an.

Das Buch heißt Cronos Cube und doch ist die eigentliche Welt in Cronos nur fast extrem wichtig. Ich wurde in Cronos eingeführt. Die Welt wird super beschrieben. Die Klassen sind toll. Als Rollenspielerin fühlte ich mich zu Hause. Auch, wenn Zack und Lachlan nicht zum Spielen da sind, habe ich einiges vom Gameplay gesehen. Und wie cool ist bitte die Szene, in der die Beiden ihre Klasse aufgedrückt bekommen? Wie toll die Kokonstadt und die Monster und einfach alles in Cronos. Trotz ausufernden Schreibstil waren das die tollsten Szenen im ganzen Buch für mich. Und dann? Dann ist es ganz plötzlich vorbei mit Cronos. Es ist nur ein Schauplatz, an dem eine Software gesucht wird. Man hätte Cronos auch durch sagen wir einmal Berlin ersetzen können. Das Spiel und sein System sind an sich nicht wirklich wichtig für die Geschichte. Gerade so als hätte die Autorin nur einen coolen Ort für ihre Schnitzeljagd gesucht. Ein dickes „fast“ eben. Es ist toll und kreativ und für einen Moment fragte ich mich, welches wohl meine Klasse wäre. Und genau in diesem Moment puff weg. Nicht mehr wichtig. Hat für den Moment, in dem es gehalten hat aber dennoch Riesenspaß gemacht.

Die Beziehung von Zack und Lachlan ist toll beschrieben. Ich mochte die Darstellung ihrer Freundschaft sehr. Zack steht bei seinem Kumpel unter dem Pantoffel. Der Grund dafür ist so klasse geschildert, dass sich dieser Umstand total natürlich anfühlt. Und ich habe Lachlan auch sein Geheimnis abgekauft. Die Charaktere an sich sind rund und super umgesetzt.

Zack würde gern auf eine Schule für Sicherheitspersonal gehen. Das steht nicht nur zwischen den Beiden, sondern ist auch ein großer Plotpunkt. Was ich super finde. Zacks Motivation ist so allgegenwärtig und greifbar. Großes Lob dafür. Auch sein Agentenspiel, wo er Leute in Schubladen steckt, passte perfekt.

„Er schloss die Schublade mit Penner mit Sonnenbrille und fuhr damit fort die übrigen Schubladen zu prüfen.“ -Seite 32

Lachlan hingegen. Ich konnte seine Motivation sehen. Sie war da und brannte, wie ein Leuchtfeuer. Aber warum, er will, was er will, keine Ahnung. Da fehlt mir ein wenig Hintergrund. Warum sollte ausgerechnet er so sehr an einer Rebellion hängen? Er der sein Leben lang einen goldenen Löffel im Mund hatte, durch das System, das er zu stürzen sucht? Man hätte hier einen tollen Bogen zu seinem Vater spannen können. Allerdings wird gesagt, dass die Beiden nicht miteinander reden.

„Die klären keine Verbrechen auf, Zack. Die sind nur hier, um uns daran zu erinnern, dass wir besser nicht aus der Reihe tanzen sollten.“ -Seite 44

Und dann möchte ich noch unbedingt Lachlans Mutter erwähnen. Sie ist so fantatisch umgesetzt, dass ich das Gefühl hatte, sie würde mir teilweise gegenüberstehen. Sie hatte für mich diesen bestimmten Grand-Dame-Charme. Keiner tritt ihr auf die Füße und wenn doch bereut er es. Aber er bereut es höflich.

Der Entführer Emil hingegen wirkt auf mich komisch. Er ist ziemlich inkonsistent in seinem Verhalten. Auch, wenn versucht wird das durch seine Vergangenheit zu erklären, kann ich es doch nicht wirklich abkaufen. Es ist wieder so ein „fast“ Moment.

Die Welt wird am Anfang gut in Szene gesetzt, dümpelt dann aber bis zum Ende vor sich hin. Sie blitzt ab und an einmal auf, wird aber hauptsächlich durch den Plot überschattet. Sie ist die meiste Zeit einfach da.

Und dann ist da noch der Fakt, dass die Beiden vollkommen gegen den Cronos Cube sind. Keiner von ihnen hat je gespielt. Was mir zwar ermöglicht, alles von Anfang an mitzuerleben, aber auch irgendwie fehl am Platze wirkt. Cronos Cube scheint in dieser Welt überall zu sein und doch ist nicht einer von beiden mal neugierig geworden. Keiner von ihnen hat sich mal gedacht „Mensch, so viele Menschen spielen CC, was hat es damit denn auf sich?“. Vielleicht haben sie die Phase „neugieriger Teenie“ auch einfach übersprungen und waren immun gegen jede Form von „Mitläufer“.

„Nur Loser spielen Cronos. Leute, die im Leben nichts mehr zu erreichen haben.“ -Rückseite

Noch dazu führt CC ein Schattendasein im ersten Teil des Buches. Das Spiel ist zwar da, aber da die Protas sich keinen Deut dafür interessieren, bekommt der Leser auch nicht viel zu wissen. Außer: Es ist ein Spiel und manche sind süchtig danach.

Die Technik hinter dem CC ist anschaulich. Wie empfindet es der Spieler und warum erfindet er so, ist so toll umgesetzt, dass ich mir vorgestellt habe, wie absolut cool es wäre, wenn es tatsächlich ein Spiel gäbe, dass das kann.

Die Jagd nach der Software ist ebenfalls super geschrieben, auch warum es so schwer ist sie zu finden. Die Idee dahinter ist einfach nur kreativ und umwerfend. Allerdings etwas schade, dass auch das viel zu schnell vorbei war.

Und dann haben wir da noch die richtige Welt im Jahre 2030. Immer wieder kommt Terrorismus, Rebellion und Überwachung zur Sprache. Große Themen. Es werden auch große Reden über selbige geführt. Das alles zwar gut nachvollziehbar, aber auch nicht so ganz authentisch.

Jetzt habe ich nur noch etwas über das Ende zu sagen. Es ist ein Ende, dass ich so schon öfter las und jedes mal fand ich es langweilig. Nachdem Zack und Lachlan ihren Showdown hatten, sind noch viele Fragen offen. Was also tun? Genau, man setzt jemanden hin der alles weiß und es erzählt. Lange. Ich mag es eher, wenn ein Ende natürlich alle Fragen klärt und die richtigen offenlässt. So ein Ende fühlt sich ein bisschen nach Fange an. Der Leser ist schon ein Stück vorausgelaufen und die Geschichte versucht aufzuholen, weil sie es in diesem Moment bemerkt.

Fazit:

Cronos Cube war für mich eine Achterbahnfahrt. Es war alles dabei, aber nicht viel Neues. Ich war begeistert, frustriert und habe mich gefragt warum. Das alles hört sich vielleicht an, als hätte ich das Buch gehasst, aber ich hatte meinen Spaß. Die Idee ist super. Es hakelt eben nur an der ein oder anderen Stelle. Es ist ein Debütroman mit Schwächen, aber auch viel Potenzial.

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Sternenscherben

Teresa Kuba
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Drachenmond Verlag GmbH , 12.10.2017
ISBN 9783959911542
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Die Protagonisten sind Nora und Darian, die die Geschichte, aus der Ich-Perspektive erzählen. Ich persönlich finde, dass es zwar ganz gut, aber nicht perfekt aufgeteilt wurde. An manchen Stellen hätte ich es gut gefunden Darians-Sicht zu erfahren. Der Junge kommt deutlich weniger als Nora zu Wort.
Der Klappentext hat bei mir in ein paar Punkten den falschen Eindruck vermittelt. Da haben wir zum Beispiel die Sache mit den Haaren. Ich dachte, es wäre eine viel größere Sache, dass Nora schwarze Haare hat. Ich habe erwartet, dass alle Privilegierten blond sind und Leute mit anderen Haarfarben vielleicht gemobbt werden. Tatsächlich war das so aber nicht der Fall. Dann die Erde verlassen habe ich mir auch anders vorgestellt.
Der Beginn der Geschichte hat mich direkt gepackt. Als Dystopie-Fan habe ich mich sofort gut aufgehoben gefühlt. Es war ein wenig, wie Nach-Hause-Kommen, denn ich habe einige Zeit keine Dystopie gelesen. Und dieses Buch bietet da gerade zu Anfang eine fürsorgliche „Umarmung“.
Der Schreibstil ist flüssig und liest sich angenehm. Zu einem gewissen Teil ist er sicher auch daran schuld, dass ich das Buch nicht mehr weglegen konnte. Es gab nicht eine Stelle, an der ich gestolpert wäre oder mich fragte, was das soll. Es war ein wenig, als würde ein Freund einem die Geschichte erzählen. Ein Freund, dem man gerne zuhört.
Der Hauptteil der Schuld trifft aber sicher die Kreativität dieses Buches. Diese Geschichte wirkt am Anfang, wie eine typische Dystopie. Was sie nicht ist. Je weiter man liest, desto weiter fällt man in einen Kaninchenbau. Sie überrascht immer wieder. Es gibt ständig Wendungen, die man so nicht kommen sieht. Im letzten Drittel habe ich mich mit aufgerissenen Augen wiedergefunden. Wo kommt das denn jetzt her? Es war so überraschend, unerwartet und ... extrem cool.
Die Welt und ihr Klassensystem sind schlüssig und gut durchdacht. Die Menschen leben unter Netzen in einer verstrahlten Welt. Sie können ihre Stadt nur mit speziellen Anzügen verlassen, die nicht jedem zugänglich sind. Die Stadt an sich funktioniert nur durch ein kompliziertes und strenges Netz aus Regeln und Auflagen.
Mann kann die Spannungen und auch die Propaganda sich super vor Augen führen und die Atmosphäre war beklemmend.
Das „perfekte System“ ist allgegenwertig. Mit der Geschichte entfaltet es sich immer mehr. Es wird klar, wie es funktioniert und die Menschen damit leben. Und vor allem wird sehr gut gezeigt, wie die Menschen damit umgehen. All die Regeln und die Überwachung, die durch Propaganda in die Köpfe der Menschen als einziger Ausweg gepackt wird, kommt authentisch rüber. 
Die technische Seite dieser Welt ist gut erklärt, ohne langweilig zu sein. Die verschiedenen Chips finde ich interessant, auch, dass man ihre Funktionsweise sieht, ohne dass in Infodump abgedriftet wird.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und agieren ihrem Wesen entsprechend. Sie unterscheiden sich gut voneinander und reagieren logisch auf einander. Sie wirken nicht einen Moment flach, sondern wie aus Fleisch und Blut.
Nora ist ein analytischer Geist. Sie ist intelligent und lässt sich gerne dazu hinreißen Daten herunterzurasseln. Allerdings hat sie es nicht so mit Gefühlen. Die verwirren die Gute nur. Sie agiert konstant und ihre schnippische Art ist gut umgesetzt. Allerdings muss ich sagen, dass ihre Freundin Ruby mir mehr ans Herz gewachsen ist. Die ist süß und kommt mit einem Kampfgeist einher, der bewundernswert ist. Als sie sich auskurieren muss, nimmt sie dennoch am Sportunterricht teil, obwohl die Ärzte ihr davon abgeraten haben. Oh, und sie haut die ganze Zeit Redensarten durcheinander.
Die Romanze in diesem Buch ist allerdings nicht wirklich meins. Ich habe sie in ihren Grundzügen schon mehr als einmal gelesen. Zwei, die sich ständig streiten und mehr oder weniger schlimme Dinge tun? Nein, das habe ich schon einmal zu oft mitbekommen. Da gab es nichts Neues für mich.
Was ich auch geliebt habe, war die Tatsache, dass diese Geschichte mit großen Fragen umgeht und vor allem, wie sie das tut. Immer wieder treffen die Charaktere auf moralische Fragen, die sie allein für sich beantworten müssen. Es gibt selten eine universelle Antwort. Eine zum Beispiel: Was ist eigentlich Familie?
Und dann sind da noch Noras „Träume“. Kleine Erinnerungsfetzen, die eigentlich nicht da sein sollten. Erst hat man keine Idee, was sie sollen und wo sie herkommen. Doch auch das löst sich Schritt für Schritt und vollkommen natürlich auf. Es war eine Freude, das mitzuerleben. 
Dann hat sich mein Inneres Autoren-Ich auch noch tierisch über das Foreshadowing gefreut. Es war fantastisch, wie ich fand. Im Nachhinein kam nichts, völlig unberechenbar und war doch überraschend. 
Fazit:
Dieses Buch hatte mich von Anfang an in seinem Griff. Ich habe es in 1,5 Tagen durchgelesen und konnte es nicht weglegen. Trotz einiger kleinerer Schwächen liebe ich die Geschichte. Vielleicht auch gerade deswegen. Das Geld war wirklich total gut angelegt und ich kann diesen Trip nur empfehlen.

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