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87 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

fantasy, zwerge, laurin, wolfgang hohlbein, hohlbein

Laurin

Wolfgang Hohlbein , Heike Hohlbein
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 14.03.2016
ISBN 9783764170585
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Didi und Laurin könnten unterschiedlicher nicht sein. Trotzdem geraten die beiden zusammen in ein magisches Abenteuer. Die beiden trauen ihren Augen nicht, als sie sich bei einer Bergwerksbesichtigung plötzlich in einer ganz anderen Welt wiederfinden. Einer Welt, in der Naturgesetze nicht mehr zu gelten scheinen. Einer Welt, mit merkwürdigen Bewohnern, man könnte sie Zwerge nennen, tief unter dem Berg und nicht alle sind ihnen wohl gesonnen. Die beiden entdecken aber nicht nur diese besondere Welt Stück für Stück, sondern auch sich selbst neu. Denn der Berg weckt merkwürdige Fähigkeiten in ihnen und besonders Laurins Anwesenheit, deckt ein Geheimnis nach dem anderen auf.


Wolfgang und Heike Hohlbein sind schon seit Jahrzehnten feste Eckpunkte meiner Fantasy Leselust. Besonders die Bücher die sie zusammen schreiben sind meist nicht so düster, sondern eher etwas für jüngere Leser wie die alleine von Wolfgang Hohlbein geschriebenen Geschichten. So ist es auch in diesem Fall. Die Geschichte ist eine Abenteuer-Fantasy Geschichte für junge Leser ab 12 Jahren, geht aber meiner Meinung nach auch schon ab 9. Mich als "Erwachsene" haha, hat das Buch trotzdem überzeugt und begeistert. Die Welt unter dem Berg ist so schön gestaltet und obwohl ich zuerst dachte, ach Zwerge das ist ja nix Neues, wurden doch überraschende Elemente eingebaut. Wenn auch vieles dann doch nicht neu ist. 


Am meisten überzeugt haben mich aber Didi und Laurin. Schon auf den ersten Seiten haben mich diese beiden Figuren positiv überrascht, denn wenn man nur ihre Namen auf dem Klappentext liest stellt man sich etwas ganz anderes darunter vor. Erfrischend auch das es weder einen Love Interest noch festgefahrene Geschlechterrollen gibt und das berühmte Dreieck Gespann ist auch nicht enthalten. Es geht einzig und allein um die Geschichte und das Abenteuer. Die Zwerge und ihre magischen Steine und was jetzt eigentlich Laurin damit zu tun hat.


Das hat mir sehr gut gefallen denn die Eintönigkeit der Bücher in denen immer oben genannte Dinge vorkommen langweilt mich und muss in einem Buch für so junge Leser für mich auch überhaupt nicht vor kommen. Es geht im Buch um Freundschaft, als Team zusammen wachsen, Aufgaben und Gefahren meistern, auch mal streiten und sich vertragen, tolerant sein, andere Ansichten und Religionen verstehen, offen und ehrlich sein. Didi und Laurin bleiben dabei Helden wie du und ich. Manche Themen sind sehr offensichtlich andere versteckt eingebaut und dabei immer kindgerecht. Da stört mich auch nicht die ein oder andere Lücke und Länge in der Story. Der Mittelteil ist in die Länge gezogen durch die x-te Flucht durch Bergwerk und Stollen vor dem bösen Antagonisten. Ein Kind würde sich aber daran nicht stören also ist es auch für mich ok. Alles in allem konnte mich das Buch überzeugen.


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Tags: abenteuer, fantasy, laurin, wolfgang hohlbein, zwerge   (5)
 

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272 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

demon road, derek landy, dämonen, fantasy, vampire

Demon Road - Hölle und Highway

Derek Landy , Ursula Höfker
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Loewe, 19.09.2016
ISBN 9783785585085
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Demon Road wird die neue brandheiße Reihe von Derek Landy, der ja bereits der Schöpfer von Skulduggery Pleasant - dem Gentlemen mit der Knochenhand ist. Es wird also wieder eine fantasygeladene Jugendbuchreihe werden. Von Skulduggery bin ich ein großer Fan, nicht zuletzt weil Landys Figuren nie einfach nur schwarz oder weiß sind und immer Ecken und Kanten haben. Das gefällt mir.Im neuen Reihenauftakt lernen wir die sechzehnjährige Amber kennen. Sie hat Probleme mit ihren Eltern, aber ganz andere als normale Teenager in ihrem Alter. Bisher lebte sie ein ganz normales und unauffälliges Leben. Sie ist weder besonders hübsch, noch begabt und beliebt ist sie auch nicht. Das einzige für das sie sich bisher interessierte war ihre Lieblingsfernsehsendung. Doch dann findet sie heraus das ihre Eltern eigentlich Dämonen sind, und zur Erhaltung ihrer Kräfte ausgerechnet Amber zum Hauptgang in ihrem Abendbrot machen möchten. Wie durch ein Wunder gelingt ihr die Flucht. Seit dem ist sie auf der Demon Road unterwegs, eine dunkle Straße quer durch die USA, auf der sich gleich eine ganze Reihe von sonderbar paranormalen Wesen tummeln. Sie muss erst noch heraus finden wer Freund oder Feind ist und auch was für Kräfte wirklich in ihr stecken.


Mit Amber hat Landy eine starke aber gleichzeitig auch verletzliche Persönlichkeit erschaffen. Sie weiß nicht wirklich wer sie ist, aber wächst an den Umständen in die sie geworfen wird stetig weiter. Trotzdem agiert sie oft eben einfach naiv und unsicher, wie ein schüchterner Teenager und dann ist sie wieder die Starke und im wahrsten Sinne, wie verwandelt, unkontrollierbar. Man könnte es fast schon symbolisch nennen, dass Amber so einen Prozess, auch körperlich, im Buch durchmacht. Ich denke jeder Teenager macht eine Zeit des Umbruchs und der Verwandlung durch, da sind die Geschehnisse im Buch wie eine Metapher dafür. Das macht sie auch als Charakter sympathisch, sie macht einen Fehler nach dem anderen, bügelt ihn wieder aus, mal mit gutem mal, mit schlechtem Ergebnis. Oft fließt Blut und das ganze geht nicht ohne Kolateralschaden, wie man so schön sagt, über die Bühne.Besonders Milo, ein Nebencharakter hatte es mir angetan. Keine Sorge, er hatte weder grüne Augen noch wurde er als sphärisch schön und umwerfend gutaussehend beschrieben. Daran lag es nicht, aber er war geheimnisvoll,wortkarg, offensichtlich nicht nur gut, schwer zu durchschauen und trotzdem von der ersten Minute an gutmütig, stark und schnell an Ambers Seite. Leider dauerte es sehr lange bis weitere Infos im Buch über ihn auftauchten, obwohl er die ganze Zeit zugegen war. Das fand ich sehr schade, denn so konnte man mit diesem tollen Charakter nicht weiter warm werden. Dabei war er für mich sogar noch interessanter als Amber und zusammen waren sie sensationell für das Buch. Genauso die anderen Charaktere. Viele zielten darauf ab extra nervig zu sein oder waren besonders bösartig. Man konnte eigentlich keinem trauen. Das ganze war ein Road Movie zum lesen und erinnerte mich ganz leicht an die Serie 'Supernatural' und auch ein bisschen an den Film ' Hellboy'.



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39 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

steampunk, krimi, floodlands, new york, ersticktesmatt

Ersticktes Matt (Floodlands 1)

Nina C. Hasse
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei null, 25.07.2016
ISBN B01J2MYUIO
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe früher immer sehr gerne mit meinem Großvater Schach gespielt. Er war der einzige in meiner Familie der das Spiel konnte, und er brachte es mir bei, damit er wenigsten einen in der Familie hatte der mit ihm spielen wollte. Wir spielten nicht gut aber hatten Spass. Ich kann mir also gut eine Welt zwischen den Karos in schwarz und weiß vorstellen. Ersticktes Matt, hat aber nur am Rande mit Schach zu tun, denn im Buch treibt ein 'Schachbrettmörder' sein Unwesen. Er drückt seinen Opfern immer eine Schachfigur in die kalt gewordene Hand. Remy Lafayette ist Gesichtsanalytiker und arbeitet als Berater für das New York Floodlands Police Department.

Das hat bereits drei tote junge Frauen auf der Liste und keinen Verdächtigen in Sicht. Sie brauchen jede Hilfe die sie kriegen können und Remy soll ihnen helfen eine Verbindung zwischen den Opfern zu finden. Doch dann passiert noch ein Mord und Remy rückt selber in den Kreis der Verdächtigen.


In New York herrscht düstere Winterstimmung, es ist kalt und in den meisten Häusern trostlos. Die Floodlands sind ein Stadtteil direkt an Fluss, errichtet aus Pfahlbauten direkt über dem Wasser. Genau dort bei den Ärmsten der Armen findet der Mörder seine Opfer. Das Szenario spielt auf eine Weise in der Vergangenheit, denn die Zeit wird mit 1893 angegeben. Wir bewegen uns also mit Droschken fort und es gibt natürlich noch kein Mobiltelefon oder andere uns bekannte moderne Errungenschaften. Die Mode wird viktorianisch beschrieben. Frauen mit wollenen Unterröcken und Handschuhen und Hüten, Männer mit Gehröcken und seidenen Einstecktüchern. Doch das besondere an diesem Kriminalroman macht dann das Steampunk Element.


Wer Steampunk noch nicht kennt: es handelt sich dabei um ein Literaturgenre das in den 80er Jahren als erstes auftrat. Dabei werden vor allem idealisierte Elemente des viktorianischen Zeitalters mit einer Mischung aus futuristischen mechanischen Elementen gepaart. Also quasi eine mögliche fiktive Vergangenheit in der Zukunft. Wie es hätte sein können, wenn die Industrialisierung anders verlaufen wäre. Besonders wichtige Elemente dabei sind Dampfkraft und alle Arten von Technik mit Schrauben und Zahnrädern die auch gerne in Mode und Alltagsgegenstände integriert werden. Aufwendige Erfindungen für Alltagsaufgaben sind besonders gefragt. Offiziell nennt man das Genre Retro-Futurismus, also eine Art Science Fiction.


Diese Elemente sind wunderbar ins Buch eingebaut. Da gibt es z.B eine Art Telegrafie Maschine mit der man sich Nachrichten zukommen lassen kann, die dann von der Maschine mit Tinte auf Papier geschrieben werden. Im Buch spielt dann auch eine Schraube als Beweisstück eine Rolle und einen verrückten Erfinder haben wir auch als Nebenfigur. Doch es finden sich vor allem in der Rollenverteilung der Figuren moderne Elemente. Wir haben da zwei weibliche und sehr toughe Detectives, die mehr als einmal ihren 'Mann' stehen müssen und auch Remy schämt sich nicht seine Gefühle zu zeigen und auch mal zu weinen. Dabei wirkte das ganze nicht klischeehaft gewollt, sonder ergab sich einfach auf völlig natürliche Weise. Die ganze Geschichte war wunderbar im Fluss. Wir haben gleich zwei Hände voll gut ausgearbeiteter starke Charaktere von denen jeder mit seinen Eigenarten und Besonderheiten glänzt und wir haben eine verdammt spannende Kriminalstory, die bis zum Schluss undurchschaubar bleibt. Ähnlich wie auf dem Schachbrett haben wir schwarze und weiße Figuren, Figuren die vielleicht auch nur schwarz oder weiß scheinen. Durch die Steampunk Elemente hatte das ganze einen Touch von Jack the Ripper und Abenteuerromantik.  Das Buch macht Männlein wie Weiblein sicher Vergnügen bei der Lektüre. Das Ende ging mir gar nicht schnell genug. Jedes Mal dachte ich jetzt aber, jetzt haben sie ihn und ich erfahre endlich wer es ist, denn es waren plötzlich ziemlich viele Figuren verdächtig und dann kam etwas dazwischen und es wurde doch noch nicht aufgelöst. Das war mir ein bisschen zu lang, aber das ist Geschmacksache.


Mehr dazu auf : http://palomapixel.blogspot.de/2016/08/ersticktes-matt-nina-c-hasse.html

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Tags: ersticktesmatt, krimi, ninachasse, steampunk   (4)
 

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49 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

helden, liebe, coming of age, edel und electric, roman

Wir waren keine Helden

Candy Bukowski
E-Buch Text: 236 Seiten
Erschienen bei edel & electric, 01.07.2016
ISBN 9783960290063
Genre: Romane

Rezension:

Oder doch ?


Candy Bukowskis Debütroman ist nichts für zwischendurch. Das merke ich sofort nach den ersten Seiten. Diese Buch muss man langsam trinken und genießen wie einen guten Wein. Dieses Buch stimmt fröhlich und melancholisch zugleich, wie ein dunkelroter Sonnenuntergang am Strand, bei dem man sich schon auf den nächsten aufregenden Urlaubstag freut, obwohl es der letzte ist.


Ich wusste zum ersten Mal nicht wie ich eine Buchbeschreibung anfangen sollte. Das Buch ist so Wort- und Gefühlsgewaltig. Es reisst einen so mit und verwirrt doch zugleich. Wo bin ich ? Wer bin ich ? Bin ich ein Held ? Möchte ich wie einer sein ? Gedanken über das Leben, dass richtig oder falsch Lieben. Das Buch beschreibt in einem nicht zu verachtenden Tempo das Leben von Sugar und die Höhen und Tiefen, Rückschläge und Glücksmomente. Sugar ist Candy und Candy ist Sugar. Einen nicht unerheblichen Teil vermutet man als Leser autobiografisch. Fast jeder Satz ist mit einer Doppeldeutigkeit belegt über die man als naiver, unruhiger Leser erst einmal brüten muss. Man kann natürlich auch einfach drauf los lesen und sich in die Geschichte von Sugar saugen lassen. Zusammen mit ihr wird man erwachsen, oder zumindest so alt das man das so nennt.


Der Sugar die mit 16 am 'Arsch der Welt' wohnt und der an einer Bushaltestelle der Punk fürs Leben in den Schoss fällt. Der Sugar, die mit schnauzbärtigen Machos zusammen wohnt und ein Schwein schlachten muss. Der Sugar die ein Haus baut und dann doch nicht darin lebt. Die Sugar die im Aquarium wohnt und deren Herz mal einsam und dann wieder viel zu voll ist. Die sich nicht festlegen will aber den sicheren Hafen sucht. Die Sugar die sich fast in die Hose macht, als ihr Herz dann schlapp macht und die ihre Tochter vergöttert. Kann man in jeder Zeile über diese spüren. Ein bewegtes Leben. Ein volles Leben. Ein Leben das gelebt wurde. Das haben viele, aber noch nie hat es jemand in so schöne Worte gefasst wie Candy Bukowski. Poesie des Lebens.


Mehr davon gibt es hier : 


 http://palomapixel.blogspot.de/2016/07/wir-waren-keine-helden.html#more



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Tags: candy bukowski, wir waren keine helden   (2)
 

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73 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

japan, freundschaft, krawatte, einsamkeit, außenseiter

Ich nannte ihn Krawatte

Milena M Flasar
Flexibler Einband: 136 Seiten
Erschienen bei btb, 10.03.2014
ISBN 9783442746569
Genre: Romane

Rezension:

Dies war das erste Buch, dass sich in der japanischen Kultur bewegt, dass ich je gelesen habe. Es war wie ein Rausch der schönen Worte. Ich hatte keine Erwartungen und habe mir vorher sogar bewusst nicht den Klappentext oder weitere Infos zu der Thematik angeschaut. Ich wollte mich überraschen lassen und wurde voll mitgerissen.


Im Buch sitzen zwei völlig unterschiedliche Männer auf einer Bank. Der eine jung der andere alt. Unterschiedlicher könnten die beiden nicht sein. Doch in einer Sache sind sie vereint, sie verweigern sich den Normen einer Gesellschaft, mit der sie nicht mehr zurecht kommen und doch ist es gerade ihr aufeinander Treffen, dass für Sie gegenseitig die Türen aufstößt und selbst hochgezogene Mauern einreißt. 


Die Geschichte berührt einen von der ersten Minute. Es gab so viele schöne Sätze, dass man das ganze Buch hätte mit Textmarker markieren müssen. Ich kenne mich nun überhaupt nicht aus mit Japan und kann deswegen auch keine Aussage darüber machen, wie realitätsnah die Beschreibung des Hikkikomori im Buch ist. 

Hikkikomori werden in Japan, die meist jungen Leute genannt die mit dem Leistungs- und Anpassungsdruck der Gesellschaft nicht mehr zurecht kommen und sich oft über Jahre in ihr Zimmer einschließen und jeglichen Sozialkontakt vermeiden. Ich habe zwar ein bisschen weiter dazu gegoogelt auch um das Buch noch besser zu verstehen aber wirklich beurteilen kann ich es nicht.


Das ist auch für dieses Buch nicht wirklich wichtig denn es findet sich nicht nur die hoffnungsvolle Botschaft darin, dass man seine Depressionen, Ängste und Nöte überwinden kann. Sondern man kann auch Freundschaft an Orten finden, an denen man nicht damit rechnet und man kann sich selber wiederfinden, auch wenn man sich vermeintlich verloren hat. Die vielen kleinen Gesten die im Buch so hinreißend klar und schön beschrieben sind. Ein Philosophikurs auf 136 Seiten. Ein Protokoll der Mitmenschlichkeit. 

Als Leser erfährt man nicht nur die tragische Geschichte der beiden Männer, in der es Zeit zum mitleiden gibt. Man erfährt auch die Suche und die Hoffnung nach Freiheit und Liebe. Es ist ein sehr zartes Buch, fast schon zaghaft in seiner Sprache. Man muss diese poetische Sprache mögen. Es ist ein kurzweiliges Buch und schnell und gut zu lesen. Mich hat es daran erinnert das miteinander sprechen wichtig ist und ,wenn man es nicht tut, es zuviel zu bereuen gibt. Wer etwas wirklich anrührendes lesen will und sich dazu noch für Japan interessiert, kann hier auf eine besondere Art fündig werden. Ein Buch wie ein sanft fallendes Kirschblütenblatt. Die Bank mit den zwei Männern kann überall stehen. Diese Personen könnten wir sein.


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Tags: hikikomori, ichnannteihnkrawatte   (2)
 

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175 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

wachkoma, thriller, alkoholismus, alkohol, koma

Locked in

Holly Seddon , Astrid Finke
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 14.03.2016
ISBN 9783453419223
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Titel des Buches zog mich magisch an, denn das so genannte Locked In Syndrom ist eines der medizinischen Rätsel die noch nicht völlig erforscht sind. Denn es gibt einen Unterschied zwischen   Wachkoma und Locked In. Leider wurde ich medizinisch gesehen vom Buch etwas enttäuscht, aber als Frau vom Fach sieht man solche Sachen ja auch anders.


Die Story aber war alles andere als enttäuschend. Sie war so mittreißend und spannend das ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. 




Alex Dare ist Journalistin und stößt bei Recherchen auf die Wachkoma Patientin Amy. Alex kann sich noch gut an den 15 Jahre zurückliegenden Fall erinnern. Amy wurde vergewaltigt und verprügelt und dann versuchte der Täter sie zu ermorden. Es gelang ihm nicht gänzlich, denn seit dem liegt Amy mit schweren Kopfverletzungen im Koma. Schnell verbeißt Alex sich in den Fall und sie ist davon überzeugt das Amy auf irgendeine Art mit ihr kommuniziert. Doch Alex steht vor einer Wand der Probleme, nicht nur bei dem Fall, sondern auch bei sich selber. Denn sie ist seit Jahren Alkoholikerin und wer sollte ihr schon glauben. 




Es beginnt eine bruchstückhafte Erinnerungssuche, auf der man Amy und Alex begleitet. Man muss zusehen wie Alex ihr Leben zwischen ein paar wachen Stunden am Tag und besoffenem Wegdrifften in der Nacht, begleitet von Panikattacken fristet. Sie glaubt sie hat ihren Konsum im Griff , wie übrigens jeder Pegeltrinker. Im Buch sind sehr schön die Höhen und Tiefen einer solchen Promillekarriere beschrieben. Sehr schonungslos und darum sehr glaubwürdig. Das gefiel mir gut. Amy hängt im wahrsten Sinne des Wortes fest und erinnert sich an kaum etwas. Die Abschnitte aus ihrer Sicht erinnern an kurze Traumsequenzen. Trotzdem bekam man hier einen Eindruck davon, was ein Komapatient noch mitbekommen könnte. Niemand weiß es ja genau und bei jedem Patienten ist dies unterschiedlich und individuell. 




Der Kriminalfall ist spannend eingebaut. Man kämpft mit Alex zusammen für Gerechtigkeit und sieht ihr dabei zu, wie sie sich Stück für Stück vorarbeitet. Das gilt nicht nur für Amys Fall, sondern auch für ihr Privatleben. Amy wird für Alex ein Rettungsanker. Sie hält ihr gleichzeitig den Spiegel vor und die Situation die sich entwickelt zwingt Alex zurück ins Leben. Das war für mich mindestens genau so spannend wie die Frage, ob es Alex gelingt nach so vielen Jahren den Täter ausfindig zu machen. 




In der Zeit wird hin und her gesprungen. Mal erleben wir Szenen der Tat aus Amys Sicht vor 15 Jahren, dann wird wieder in die Gegenwart oder in die Vergangenheit anderer beteiligter Personen gesprungen. Mich hat das aber nicht gestört. Die Spannung wurde so schön aufrecht erhalten und man tappte wirklich bis zuletzt im dunkeln. Es war schon ein kleines bisschen in Richtung Psychothriller für mich. Außer für Alex und Amy konnte ich für keine anderen Protagonisten wirkliche Sympathie entwickeln. Es wurde eher ein hartes Bild von allem gezeichnet und die Beschreibungen des Verbrechens an Amy waren genau so schonungslos. 




Was am Ende bei Alex Ermittlungen heraus kommt, war dann auch überraschend und ich war mit dem Ende trotzdem zufrieden, denn es war realistisch. Mein kleiner Wermutstropfen an einem ansonsten perfekten Buch, war nur der medizinische Aspekt. Ich finde man hätte gut noch Erklärungen über das Wachkoma in die Szenen, in denen Alex mit Amys Arzt redet einbauen können. Locked In, das ja auch den Titel des Buches stellt, wird überhaupt nicht erwähnt. Das fand ich sehr schade, denn das kann man in zwei Minuten googlen und in sein Buch einbauen. Es hätte der Geschichte noch zusätzliche Glaubwürdigkeit verliehen. Denn so macht es ja wenig Sinn, sein Buch nach etwas zu benennen, dass dann im Buch gar nicht vor kommt.


Zur besseren Erklärung : Amy liegt nach der Beschreibung des Buches im Wachkoma. Dieser Begriff wird dort auch dafür mehrmals genannt. Liegt man im Wachkoma wirkt man für die Umwelt zwar wach und hat eventuell geöffnete Augen und unwillkürliche Bewegungen, der Patient hat aber kein Bewusstsein, kein Sprachverständnis und kann auch nicht wie beschrieben im Buch kommunizieren. Was nicht erwiesen ist, ob er gar nichts mehr mitbekommt z.B. Musik oder Stimmen, die er aber nicht zuordnen kann so wie wir uns das vorstellen. Musik spielt im Buch eine große Rolle. Das sorgte für Ohrwürmer beim lesen.

Locked In Syndrom jedoch bedeutet, dass ein Patient Bewusstsein hat, er aber vollständig gelähmt ist und dadurch unfähig wird sich durch Sprache oder Bewegungen verständlich zu machen. Meist funktionieren nur Augenbewegungen oder die im Buch dargestellte Methode durch ja / nein Fragen. Da Amy im Buch durchaus Passagen hat in denen sie bei Bewusstsein ist und nachdenken kann, wenn auch nicht so wie ein gesunder Mensch, würde das also auf sie eher zutreffen. Dann wäre aber der Begriff Wachkoma im Buch falsch gewählt und Locked In, was eigentlich zutrifft wird nicht erklärt. Dieser medizinische Fehler wird aber dem normalen Leser nicht auffallen. Ich bin aber für genaue Recherche beim Bücher schreiben. Der spannenden Story schadet es aber nicht. Sie bleibt gut geschrieben und überzeugend.




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Tags: krimi, lockedin, thriller   (3)
 

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krimi, mord, katze, detektiv, gone cat

Gone Cat - Die stumme Zeugin

Sam Gasson , Ann-Kathrin Schwarz
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 08.03.2016
ISBN 9783736301573
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

'Gone Cat' ist kein typischer Katzenkrimi, wenn man das zuerst auch vermutet. Denn Katze Mildred hat keine Superfähigkeiten oder redet mit ihrem Herrchen. Sie ist einfach eine ganz normale Katze, an deren Halsband eine Kamera angebracht wird, um zu sehen wo sie sich immer so rum treibt.

Ihr Herrchen Bruno ist 11 Jahre alt und sein Vater Jim, gibt gerade seine Karriere als Privatdetektiv zu Gunsten seiner Gesundheit auf. Doch das hält die beiden nicht ab, unabhängig voneinander zu ermitteln, als im Haus gegenüber ein Mord passiert.

Denn die Nachbarin wird brutal ermordet und am Tatort werden blutige Katzenpfoten entdeckt. Zu allem übel ist auf einmal auch Katze Mildred mit ihrer Halsbandkamera verschwunden. Wurde der Mord vielleicht von ihr zufällig gefilmt ?

'Gone Cat' ist kein Kriminalroman der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Er plätschert eher mit viel britischem Charme und Witz dahin. Er ist spannend aber auch einfach geschrieben. Ich konnte ihn in einem Rutsch lesen. Es geht um knallharte Kapitalverbrechen die ein 11 Jähriger aufklärt. Zunächst passt das nicht unbedingt aber es verringerte mein Lesevergnügen an der Story nicht im geringsten. Die Stimmung der schweren Verbrechen wird durch Brunos kindliche Sicht abgemildert.

Bruno und sein Vater sind interessante Figuren und das Buch ist aus mehreren Perspektiven geschrieben. Es gibt Abschnitte in denen Bruno alleine ermittelt und in denen sein Vater alleine unterwegs ist. Katze Mildred bekommt ebenfalls ihren Anteil. Bruno spielt nicht nur Detektiv, er eifert seinem Vater so nach, dass er überzeugt ist schon Detektiv zu sein. Er ist zwar erst 11, wirkt aber sehr altklug. Das schwere Verbrechen flösst ihm keine Angst ein sondern beflügelt ihn eher. Da jetzt endlich mal ein echtes Verbrechen in seiner Straße auftaucht, dass er aufklären kann. Er verhält sich auch in den absurdesten Situationen nicht wie ein Kind. Die einzigen Emotionen die er zeigt, betreffen Katze Mildred, nicht einmal einen Freund kann er trösten als dessen Mutter ermordet wird.

Auch das seine Eltern völlig locker damit umgehen das ein 11 jähriger in einer Mordermittlung mitmischt hat mich eher gewundert. Normalerweise bringt man seinem Kind ja einen gewissen Respekt vor Kapitalverbrechen bei um sie zu schützen. Sein Vater Jim behandelt ihn aber eher wie einen gleichberechtigten Partner, was Bruno dann auch dazu veranlasst sich immer mehr in diese Detektivgeschichte hinein zu steigern und ihn sogar dazu bringt, Beweismittel ein zu behalten damit er den Fall eher lösen kann als die Polizei. Das passte so gar nicht zu meinem Bild eines 11 jährigen. Trotzdem hatte Bruno als Figur so viel Enthusiasmus  und Intelligenz das man ihm das alles zutraute und dazu trug er verschiedene Katzenpullover, als kleine Marotte.

Die Story blieb kontinuierlich spannend, da es ein großes Hin und Her von Verdächtigen gibt. Zuerst scheint der Fall zu eindeutig und dann tauchten ein paar Geständnisse auf die dann widerrufen wurden. Da rätselt man als Leser doch mit und ich wurde mehr als einmal auf eine falsche Fährte geführt oder war überzeugt davon das derjenige der Mörder war, der es dann doch nicht war. So muss es meiner Meinung nach bei einem guten Kriminalroman auch sein. Alles spielt sich mehr oder weniger in der einen Straße ab und besonders ein alter Bonbonladen mit bunten Bonbons in großen Gläsern spielt eine Rolle.

Viele Sachen sind durch Brunos Augen in einer kindlichen Art und Weise beschrieben, die schlimmen Sachen den Schrecken nehmen, da ein 11 jähriger, so schlau er auch ist, doch eine andere Sichtweise der Dinge hat. Wie detailverliebt man eine einzige Straße beschreiben kann. Für ein Kind eine ganz andere große Welt. Da wird die Stimmung eines schrecklichen Verbrechens durch Detailverliebtheit und englischen Charme abgemildert. Kleine Beobachtungen die Bruno gemacht hat spielen auf einmal eine große Rolle. Da entsteht eine ganz eigene Stimmung für mich im Buch.  Durch seine Ermittlungen bringt Bruno sich in gefährliche aber auch skurrile Situationen, die sehr amüsant gelöst werden. Oft ganz anders enden, als man denkt. Ich hatte öfters das Gefühl , das dass jetzt nicht gut ausgehen wird für ihn und dann sah es doch ganz anders aus. In der Realität wäre ihm wohl eher etwas schlimmes passiert.

Ich muss zugeben das ich bei den vielen Verdächtigen und dem zusätzlichen eingebauten Verschwinden Mildreds, dass nicht nur ausschließlich mit dem Mordfall zu tun hat, ein wenig den Überblick verloren habe. Bruno bringt sich in Gefahr ohne es wirklich zu merken und unbewusst sind Vater und Sohn getrennt voneinander auf der richtigen Spur. Die gesundheitlichen Probleme von Jim spielen zunächst eine untergeordnete Rolle, vor allem zum Ende des Buches hin, gibt es aber eine Szene die mir sauer aufstieß, weil sie medizinisch einfach viel zu unglaubwürdig war. Sorry. aber als Person mit medizinischen Fachwissen verderben mir solche Szenen manchmal das Lesevergnügen. Ich bin da pingelig, jeder kann richtige Symptome heutzutage googlen. Das ist aber ein Spleen von mir, jedem anderen wird es vermutlich nicht auffallen.

Die Auflösung des Falles ist gut gelungen und ich war heilfroh das es so ausgegangen ist. In den Szenen als Mildreds Kameraaufnahmen angesehen wurden musste ich den Atem anhalten, es war wirklich spannend. Das Buch hat mir wirklich Spass beim lesen gemacht und spricht bestimmt nicht nur Krimifans und Katzenfreunde an.

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liebe, michael nast, beziehungsunfähig, generation beziehungsunfähig, sachbuch

Generation Beziehungsunfähig

Michael Nast
Geheftet: 240 Seiten
Erschienen bei Edel Germany, 15.02.2016
ISBN 9783841904065
Genre: Sachbücher

Rezension:

Michael Nast wird als Sprachrohr einer ganzen Generation bezeichnet. Zumindest von der Zeitung 'Die Welt'. Er steht für eine Generation Ü30, die den Bezug zu sich selbst durch Selfiewahn und Selbstoptimierung verloren hat. Was ist wirklich wichtig im Leben ? Warum fühlt man sich leer, obwohl man vermeintlich alles erreicht hat? Warum gibt es so viele Singles in Berlin wie nirgendwo sonst ? Michael Nast beleuchtet kritisch das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Das alles liest sich, wie Tagebucheinträge und Anekdoten die ihm seine Freunde erzählt haben. Es sind kurze Essays. Sozusagen ein Schwank aus seinem Leben. Was ihm durch den Kopf ging als er die Geschichten seiner Freunde und Bekannte hörte. Manches ist zynisch und sorry, auch typisch männlich. Vor allem die Geschichten über Dating und Singeldasein konnte ich so nicht immer nachvollziehen aber ich bin auch kein unglücklicher, selbstoptimierender Großstädter. Glaube ich zumindest.




In vielen liegt aber sehr viel Wahrheit und in Auszügen wird es geradezu philosophisch. Da geht es um Werte der Gesellschaft in die wir hineingepresst werden, bis wir selber glauben das uns nur noch der Konsum glücklich machen kann. Da geht es um die Beziehung zu sich selbst und anderen. Nicht nur um Liebesbeziehungen. Die meisten Datinggeschichten hinterließen bei mir einen schalen Nachgeschmack. Vielleicht weil die Frauen dabei oft nicht gut weg kommen und ich eine Frau bin. Ich will gar nicht abstreiten das es solche Dates wie im Buch tatsächlich gibt. Ich denke aber das es auch andere gibt und die im Buch zu kurz kommen. Die Sichtweise auf die Dinge ist mir doch in Bezug auf die Liebe zu negativ. Ich habe da andere Erfahrungen gemacht. Vielleicht hatte ich auch einfach nur Glück. 




Glück ist auch so ein Thema im Buch. Ich glaube schon das Michael Nast in vielen Dingen den Zahn der Zeit trifft und das macht das Buch auch unterhaltsam. Wie der Schweighöferfilm zum lesen. Die eingebaute Berliner Schnauze tut ihr übriges. Wobei ich mich mit den berlinspezifischen Klischees und Themen als Rheinländerin überhaupt nicht auskannte. Ich glaube dadurch sind mir ein paar Insider entgangen. Man merkt doch stark den Berliner Großstadt Flair auch an Hand der Themen. In den einzelnen Abschnitten wiederholen sich immer mal wieder Aussagen und Geschichten. Das hat mich etwas irritiert. Als ob dir ein Freund immer wieder die selbe Geschichte erzählt. Das Buch bringt einen dazu über sein eigenes Leben nach zu denken und zu hinterfragen, ob man wie die beschriebenen Singles festhängt oder eben in meinem Leben doch alles ganz anders ist. Das ist ja nicht schlecht. Sich  mal zu fragen ob man sich selber wirklich den Job, die Freundin, das Auto, das Haus gewünscht hat und ohne das nicht glücklich sein könnte oder, ob uns das nur von Werbung und Gesellschaft suggeriert wird, wir im Grunde unseres Herzens aber leer sind. Hübsch gefilterte Instagrampersönlichkeiten die virtuell ein anderes Leben führen als in der Realität. 




Das alles wird von Michael Nast aufs Korn genommen und hinterfragt. Bei vielem will man aufschreien und sagen, nein ich nicht. Bei mir ist alles echt. Doch dann bleibt da ein winziger nagender Ast zurück und man fragt sich ob man wirklich so frei und unabhängig von gesellschaftlichen Zwängen und Standards ist. Da geht es im Buch nicht nur um Liebesbeziehungen. Da geht es auch um die Beziehung zu uns selbst, dass macht das Buch zur charmanten Gesellschaftskritik. Seine Single Geschichten sind mir zu sehr Klischee. Wer einen Beziehungsratgeber sucht ist hier völlig falsch. Ich finde auch den Titel 'Generation Beziehungsunfähig' nicht so passend. Denn es geht im Buch um viel mehr. Nicht alle Punkte sind für mich wirklich zutreffend oder reif ausgearbeitet aber das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass überhaupt darüber nachgedacht wird. Das Buch ist ein sehr guter Denkanstoß. Egal ob man nun schon über 30 ist oder noch nicht.



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172 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

midnight breed, vampire, fantasy, vampir, liebe

Verstoßene des Lichts

Lara Adrian ,
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 03.03.2016
ISBN 9783802598197
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich wollte schon länger mal einen der romantischen Vampirromane von Lara Adrian lesen, erfreuen sie sich im Romantasybereich doch wachsender Beliebtheit. Verstossene des Lichts ist eigentlich Band 13 ihrer Midnight Breed Reihe. Ich habe das Buch aber einzeln und ohne die Vorgänger zu kennen gelesen und hatte keinerlei Verständnisprobleme. Man kann das Buch also gut auch einzeln lesen.


In diesem Band geht es um Rune, einen Cagefighter der nicht nur mit den Gegnern im Ring, sondern auch mit sich selbst zu kämpfen hat. Denn er hat eine brutale Vergangenheit, die er gerne vergessen würde. Er kann sein Glück gar nicht zulassen, als sich ausgerechnet die attraktive Carys in ihn verliebt. Die Tochter eines Oberhaupts der Vampirbruderschaft und noch dazu eine Vampirin mit ganz besonderen Fähigkeiten. Trotz der großen Unterschiede verlieben sie sich, doch ihre Liebe könnte für beide tödlich sein, denn Rune wird von seiner Vergangenheit eingeholt. 


Das ganze Buch ist wirklich ein solider Fantasy und Vampirroman. Die Story ist spannend, es geht rauf und runter und man bekommt jede Menge sexy Time, die man ja auch erwartet. Aber, und das ist jetzt nur mein persönlicher Eindruck. Die sehr plastisch beschriebenen Sexszenen im Buch haben mir die Fantasystimmung ein bisschen verdorben. Es ist nicht so, dass ich solche erotischen Szenen nicht gerne mal lese. Ich ziehe da zum Beispiel Vergleiche mit der Black Dagger Reihe. Vom Thema und Aufbau sind die Bücher ja sehr ähnlich. Trotzdem wollte sich bei mir in Lara Adrians Buch keine emotionale Nähe aufbauen. Diese Szenen dienten für mich nicht der Emotion.


Es war wie Pornografie zum lesen, einfach ein bisschen drüber und zuviel des Guten. Das war wirklich richtig schade. Vor allem weil es weder am Schreibstil der Autorin scheitert, der ist nämlich sehr gut, noch am Thema der Geschichte. Mir gefiel schlicht und einfach die Beschreibung nicht, sie war mir zu plump. Das schlimmste ist das die Geschichte im Buch auch ohne diese Szenen wunderbar funktionieren würde. Wir haben interessante Charaktere, Carys ist eine starke Protagonistin die weiß was sie will und die man nie so richtig zu Wort kommen lässt, bloß weil sie eine Frau ist. Rune ist der perfekte Hardliner mit weichem Kern und unglaublich attraktiv. Die ganzen 314 Seiten lang habe ich mir gewünscht das Carys endlich aufsteht und auf den Tisch haut und Rune rettet. Zum Glück passierte am Ende auf den letzten Seiten dann auch noch etwas das mich versöhnlich stimmte. Warum müssen Frauen in vielen Fantasyroman immer nur das Mäuschen sein das gut aussieht ? Warum gibt es so wenige Autorinnen/Autoren die ihre weiblichen Figuren stark und weiblich sein lassen ? 


Wie gesagt später im Buch bekommt Carys die Chance zu zeigen was in ihr steckt und das hat mir gut gefallen. Ich hätte gerne mehr solcher Szenen gehabt und auch mehr über z. b. die Atlantiden (im Buch zusätzlich auftauchende Personen) erfahren. Die Story hat nämlich noch Potential für viel mehr. Ich hätte gerne eine Konzentration auf die Story gehabt. Deswegen bleibt Lara Adrian für mich mit dem Buch hinter ihrem Potential zurück. Sexszenen schön und gut, aber für mich scheinen sie nur zum polarisieren eingebaut worden zu sein und die Story drum rum, hätte es eigentlich viel mehr verdient noch weiter ausgearbeitet zu werden. 


Trotzdem hat mir das Buch ganz gut gefallen, wenn ich eben diese Szenen wegdenke war es eine wirklich coole Geschichte. Es gab von ihnen am Anfang des Buches mehr, als später im Verlauf. Im weiteren spielte dann doch die Action und Runes Geschichte eine größere Rolle. Ab da gefiel mir das Buch deutlich besser. Der ein oder andere sieht das bestimmt auch völlig anders als ich. Man muss auch Vampirromane einfach lieben. Wer genau nach so etwas sucht der ist mit dieser Reihe goldrichtig.


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115 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

joachim meyerhoff, amerika, basketball, usa, tod

Alle Toten fliegen hoch - Amerika

Joachim Meyerhoff
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 23.12.2015
ISBN 9783462049671
Genre: Romane

Rezension:



Was erwarte ich von einem Buch das ein Austauschjahr in Amerika beschreibt ?


Ich hätte mir dieses Buch niemals von alleine ausgesucht, aber die ARD Buffet Leserunde, gegründet auf Facebook von der phantastischen Buchkolumne aka Karla Paul tat es. Ich wollte gerne mitlesen. Trotzdem oder auch gerade darum. Denn ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen bewusst Bücher zu lesen, die ausserhalb meiner Komfortzone liegen. Die mich weiterbringen und mich über meinen Fantasy- und Jugendbuch Tellerrand blicken lassen.


Es ist mir gelungen oder besser Joachim Meyerhoff ist es gelungen. Autobiographisch beschreibt das siebzehnjährige Ich des Autors sein Jahr. Er startet mit einer kleinen Einleitung aus seiner Kindheit in der man bereits merkt, dass er kein Problem damit hat auch die Peinlichkeiten seines Lebens vor uns auszubreiten. Ich erinnere mich prägnant an eine Szene mit einer Lederhose und einer Riesenrutsche. Auch an seinem ersten Abend in Amerika geht nicht alles glatt. Eröffnet er dort doch seine erste Übernachtung mit einem Nasenblutenmassaker in seiner frischen Bergmotivbettwäsche.


Man könnte jetzt meinen es geht immer so weiter. Ereignis an Ereignis und doch bleibt es beim schnöden Alltag eines Austauschjahres, aber dem ist nicht so. Es ist zum einen Meyerhoffs schöne Sprache die zum weiterlesen einlädt zum anderen kommt es im Buch zu einem Knacks. Von da an ist das Austauschjahr, wie eine Reise zurück zu sich selbst, denn es geht auch um Trauer und Verlust. Ein siebzehnjähriger nabelt sich ab von seinem für mich oft überbehüteten Kleinstadt Zuhause und geht in die weite Welt. Ich denke jeder kann sich einen Augenblick in Meyerhoffs Situationen zu Hause fühlen. Jeder wird sich einen Moment an seine Kindheit oder Jugend erinnern. Viele Jugendliche werden sich aktuell heute in seinem Ich wiederfinden. Jeder wird eine Sekunde der Trauer empfinden und auf alle Fälle wird absolut jeder etwas zum lachen in diesem Buch finden. Das macht es vielleicht auch so besonders.


Ich wusste oft nicht ob ich mich über ihn lustig machen sollte, weil viele Situationen einfach urkomisch und auch peinlich waren oder ob ich Mitleid haben sollte. Bei manchen Sachen wusste ich nicht ob ein siebzehnjähriges Ich überspitzt, übertreibt oder ob es sich wirklich so zugetragen hat. Besonders gut beschrieben fand ich aber wie die ganze Familie mit dem Thema Trauer umgeht ohne das es kitschig übertrieben wäre. Für mich waren dort echte Emotionen beschrieben wie sie wirklich sind. Ohne Schnörkel, mitten aus dem Leben. Wenn man selber schon in einer Situation war, einen geliebten Menschen zu verlieren, könnte es hart sein diese Szenen zu lesen oder auch gut, weil man sich dort aufgehoben fühlen kann, weil hier einer schreibt der es selbst erlebt hat.


Jeder der ein Austauschjahr plant sollte dieses Buch lesen, als Vorbereitung. Jeder der schon immer von einem Jahr im Ausland geträumt hat, es aber nie getan hat, sollte dieses Buch lesen und überhaupt jeder sollte dieses Buch lesen. Meyerhoff schafft es Alltag interessant zu machen indem er alles kleinstgenau beschreibt und mich erinnerte es ein bisschen an peinliche Lagerfreuergeschichten mit Freunden. Es wird Bier getrunken und gelacht und man schaut in die Flammen und erinnert sich an früher und weiß das es nicht immer einfach war, aber gut.


Uns erwarten nun noch zwei Folgebände und ich werde auch diese Lesen. der Zweite Band ' Wann wird es endlich wieder so wie es nie war' und der dritte Band 'Diese Lücke Ach diese entsetzliche Lücke'. Meyerhoff schafft es einfach tragisch-komisch über ein Tabuthema zu schreiben, den Tod. Vielen Menschen fällt es sehr schwer darüber zu sprechen. Hier finden sie ausgesprochen was sie selber vielleicht nie sagen konnten. Hier kann man beim lesen im stillen Kämmerlein bemerken das man nicht alleine ist. Sicher sind manchmal die Alltagsbschreibungen zu lang oder auch zu konstruiert. Nicht in jeder Szene und in jeder Passage schafft Meyerhoff es, jeden mit zu nehmen aber mich hat er komplett erreicht.


Das diskutieren und lesen in der Leserunde hat mir auch sehr gut gefallen. Es war schön zu lesen was andere so über das Buch denken und ob der eigene Eindruck ganz anders ist. Jeder von uns nimmt ja ein Buch doch immer sehr subjektiv auf. Gerade bei diesem Buch kommt es für mich auch auf die persönlichen Erfahrungen an die ein Mensch schon gemacht hat bevor er das Buch liest.



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269 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 78 Rezensionen

krimi, sherlock holmes, jugendbuch, holmes, mord

Holmes und ich – Die Morde von Sherringford

Brittany Cavallaro , Anja Galic
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 19.02.2016
ISBN 9783423761369
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich bin ein riesiger Sherlock Holmes Fan. Nicht nur von den original Doyle Romanen und Geschichten auch von neuzeitlichen Werken, wenn sie denn gut gemacht sind und nicht zu sehr an den Werten und Eigenschaften des original Holmes rütteln. Ich bin da immer sehr skeptisch. Es gibt eben nur einen wahren Holmes und ich wurde von einigen Adaptionen schon übel enttäuscht. Trotzdem muss ich jedes neue Buch, was sich mit dem Thema beschäftigt, lesen.


Holmes & Ich, kam mir am Anfang etwas suspekt vor. Alleine schon, dass wir uns nicht in London sondern in Conneticut / USA befinden, störte mich zuerst etwas. Die Idee die Geschichte Jahrzehnte nach Sherlock und Dr. Watson anzusiedeln aber gefiel mir. Jamie Watson, Nachfahre und Urururenkel des berühmten Dr. Watson muss sein geliebtes London verlassen und auf ein verhasstes Internat an der Ostküste der USA gehen. Er ist nicht nur ein gebrandmarktes Scheidungskind, sondern auch noch ein hoffnungslos romantischer Träumer. Einer seiner größten Kindheitsträume wird wahr, als er auf dem Internat ausgerechnet auf Charlotte Holmes trifft. Die Nachfahrin des berühmten Sherlocks, die in Sachen Familienerbe weder der Extzentrik noch des Drogenkonsums ihres berühmten Vorfahren nachsteht. Doch es sieht erst mal nicht so aus, als ob aus den beiden ein dynamisches Duo wird. Bis auf dem Campus ein Mord geschieht und ausgerechnet Charlotte Holmes und Jamie Watson die beiden Hauptverdächtigen sind. Sie müssen sich also zusammen raufen und das tun was ihnen im Blut liegt. Verbrechen aufklären. 


Das Buch hat nach anfänglichen Schwierigkeiten meine Erwartungen übertroffen. Zuerst viel es mir ein bisschen schwer in die Geschichte zu kommen. Eben weil es Holmes und Watson sind aber auch irgendwie nicht. Es dauerte etwas mich von alten Vorstellungen zu lösen und mich mit den neuen Figuren anzufreunden. Als dies dann, nach ein zwei Kapitel geschehen war, war das Buch einfach wunderbar. Es hat Witz und Spannung und die berühmten Situationen zwischen Holmes und Watson, die ich auch in den original Geschichten so liebe. Da Holmes hier ein Mädchen ist, mit allen Charakterzügen des originalen Holmes und Jamie Watson, eine junge Version des Dr. Watson ist, der sich ein bisschen in sie verguckt hat, auch wenn er es selbst nicht merkt, entsteht eine ganz neue Dynamik in der Geschichte. Ein Hauch von Lovestory aber weder kitschig noch unpassend. Es unterstreicht die Dynamik im Buch und erzeugte zusätzliche Spannung. Ich habe diese Spannung beim lesen geliebt und sie hat für jede Menge Schmunzelszenen gesorgt. Das Buch macht auch vor härteren Handlungsabläufen keinen Halt. Es geht um einen knallharten Kriminalfall der Holmes und Watson fast das Genick bricht. Es geht buchstäblich um Leben und Tod. Ich muss aber sagen das diese tödlich, dramatische Stimmung bei mir nicht erzeugt wurde. Sie stand hinter dem Holmes und Watson Geplänkel hinten an. Es gab für mich auch bei einigen Auflösungen Logikfehler, zumindest konnte ich ein paar Entwicklungen einfach nicht folgen. Vielleicht liegt es ja an meinen Deduktionsfähigkeiten, wer weiß ? Da waren für mich einfach Fehler in der Matrix. Der Kriminalfall war für mich nicht so vordergründig, wie er hätte sein sollen. Dafür bekam man ellenlange Gefühlsszenen von Jamie Watson.


Das ganze Buch wird von Jamie Watson erzählt und von seinen Gedanken und Gefühlen geprägt. Er ist schon ein bisschen das Weichei in dieser Story aber mit Herz und Verstand. Charlotte Holmes ist als Adaption an Sherlock gut gelungen. Egozentrisch, faszinieren, hochintelligent und jedem Laster nicht abgeneigt, was den brillanten Geist zerstreut. Witzig auch die Regeln die in der Familie Watson über Generationen weiter gegeben werden, für den Umgang mit Mitgliedern der Familie Holmes. Es scheint vorher bestimmt, dass Jamie der einzige ist der es mit Charlotte aushält und sie versteht, eben weil er ein Watson und sie eine Holmes ist. Schön auch der very british Charme der in Amerika nicht immer verstanden wird. 



Fast jeder Protagonist ist einer Figur aus den originalen Geschichten nachempfunden. Das schöne ist das durch die Ansiedelung der Geschichte so viel später, die Figuren keinen direkten Vergleich stand halten müssen. Es sind eben Familienangehörige aber nicht die Originale selbst, mit denen im Buch gearbeitet wurde. So konnte sich die Autorin freier bewegen und es ist ihr gut gelungen. Sie hat sowohl die Kriminalgeschichten von Doyle geschickt eingebaut, indem sie einen Nachahmungstäter entworfen hat, als auch den berühmten Gegenspieler Moriarty. Denn wo ein Holmes und ein Watson  sind, da ist auch ein Moriarty nicht weit. Es ist ein bisschen, wie eine sehr gelungene Fanfiction, die einen selber zum träumen einläd. Am liebsten würde man mit der 16 jährigen Charlotte und dem süßen Watson in Schuluniform durch London düsen. Das Ende liest sich so als könnte es in einem Folgeband dazu kommen. Ich hoffe das bleibt kein Traum.


Wer einen Sherlock Holmes Roman erwartet, der wird vermutlich enttäuscht werden. Wer offen für ein gutes Jugendbuch ist und es mit Sherlock nicht zu genau nimmt nicht. Zumal das Buch vielleicht auch jüngere Leser für die original Geschichten anlockt.


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203 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

stefanie hasse, bookelements, liebe, bücher, fantasy

BookElements - Das Geheimnis unter der Tinte

Stefanie Hasse
Flexibler Einband: 286 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.02.2016
ISBN 9783551300522
Genre: Fantasy

Rezension:

Kaum eine Reihe kann mit so viel Fantasie und so vielen verschiedenen Buchfiguren in ein und der selben Geschichte aufwarten. Ich liebe die Reihe um Lin und Ric und ihre Freunde, die als Wächter der Realität, versuchen die Buchfiguren die aus den Büchern " heraus gelesen" wurden wieder zurück in ihre Geschichten zu schicken.

Die Reihe hat alles was man so braucht. Die Hübsche, den Macho, den Nachdenklichen und die etwas "Andere", den Bösewicht und jede Menge Spannung und Liebe. Die Idee die hinter den Büchern steckt ist wohl jedem Vielleser oder Bücherwurm schon mal durch den Kopf gerauscht. Für jeden Fantasy Fan auf jeden Fall empfehlenswert.

Das dritte und finale Buch der Reihe startet mit einem ganz kurzen Rückblick der Ereignisse im zweiten Buch. Solltet ihr die ersten beiden Bücher noch nicht gelesen haben, kann ich nur sagen ihr solltet auf jeden Fall mit dem ersten Buch starten. Das ist keine Reihe die man quer lesen kann, sonst versteht man meiner Meinung nach die Ereignisse nicht.

Wer die ersten beiden Bücher noch nicht gelesen hat, sollte hier nicht weiterlesen!

Lin, Ric und die anderen Wächter stecken immer noch im Buch 'Otherside' fest während sich die Ereignisse in der Realen Welt überschlagen. Verzweifelt versuchen sie wieder in ihre alte Welt zurück zu kommen und formieren eine kleine Gruppe aus Buchfiguren und Wächtern. Ich habe sie liebevoll Fantasy-Realitäts-SWAT Team getauft. Ihre Elementarkräfte sind zwar wieder im vollen Maße vorhanden aber nützen ihnen leider nicht viel um wieder in ihre Welt zu kommen. Thyra die böse Gegenspielerin nutzt dagegen all ihre Macht um in der Realen Welt alles zum Einsturz zu bringen was wir bisher kannten. Ihr Ziel ist Zerstörung und absolute Macht. Der einzige Funken Hoffnung kommt aus einer Ecke mit der wir als Leser überhaupt nicht gerechnet haben. Denn im dritten Band liegt der Fokus nicht mehr so stark auf Lin und Ric sondern auf Laurie, Josh und einigen anderen Personen, die ich nicht verraten will. Im zweiten  Buch bekamen wir ja erste Hinweise auf eine bis dahin unbekannte Organisation die sich Zentrum nennt. Laurie wurde sozusagen von der Wächterin zur Doppelagentin die eigentlich diesem Zentrum angehört und die Wächter nur ausspioniert hat. Doch im dritten Buch entwickelt sie sich zu einer ganz neuen Person. Es tauchen nicht nur neue Geheimnisse über sie und das Zentrum auf, die auch die Wächter betreffen, es gibt auch noch eine ganz andere Entwicklung mit ihr. Sie spielt eine tragende Rolle.

Das teilt das Buch in zwei Handlungsstränge auf. Zum einen sehen wir was mit Lin und den anderen in 'Otherside' passiert. Ihre  Bemühungen wieder zurück zu kommen. Zum anderen sehen wir was in der realen Welt passiert. Wie Laurie gewisse Dinge heraus findet und wir erfahren mehr über das Zentrum und die Zusammenhänge mit der Buchwelt und den Wächtern. Im Buch findet also nicht nur der Kampf Thyra gegen die Wächter oder das Zentrum gegen die Buchwelt statt. Es ist auch ein Kampf von Emotionen gegen die Vernunft, Gut gegen Böse, Wissenschaft gegen Magie. Beide Stränge endwickeln sich unabhängig voneinander und werden im entscheidenden Moment wieder zusammen geführt. Der Dreh und Angelpunkt dabei ist das Buch 'Otherside' und Elisabeth die Autorin und ebenfalls Wächterin die sich selber in das Buch hinein geschrieben hatte.

Es kommt zu einem alles entscheidenden Showdown in dem nun alle zusammen für ein und die selbe Sache kämpfen. Ich muss sagen das es am Ende doch für mich etwas unübersichtlich wurde. Es passiert einfach so viel, dass ich nicht mehr mit kam.Viele Kapitel haben ein offenes Ende, so dass man immer weiter lesen will weil man unbedingt wissen muss wie es weiter geht. Gerade die letzten Kapitel haben sehr viel Dramatik. Mit dem schließlich finalen Ende bin ich sehr zufrieden. Alles fällt an seinen Platz wo es hingehört. Immer wieder schön sind auch die entliehenen Figuren aus anderen Büchern. Aus rechtlichen Gründen sind diese zwar alle von Carlsen/ Impress, trotzdem habe ich Figuren entdeckt deren Bücher ich jetzt auch gerne lesen möchte. Für mich war das ein weiterer Pluspunkt. Natürlich haben wir es auch mit einer Portion Kitsch zu tun aber Hand aufs  Herz wir lieben doch alle eher die Happy Ends oder ?

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

fantasy, elemente, familie, verrat, bookelements

BookElements, Band 2: Die Welt hinter den Buchstaben

Stefanie Hasse
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 03.12.2015
ISBN 9783646601817
Genre: Fantasy

Rezension:

Es war so weit. Ich konnte nach dem erfolgreichen Band 1 von Book Elements erneut in die Welt der Bibliotheca Elementara eintauchen. Hatte uns der erste Band zunächst einmal die Welt von Lin und ihrer Crew vorgestellt, geht es in Band 2 jetzt nahtlos weiter. Lin, Riccardo, Peter und Coral, unsere 4 Elemente die ja leider ihre Kräfte verloren haben, da sich die Barriere zwischen der Realität und der Buchwelt wieder geschlossen hatte. Sie versuchen sich in der so neu entstandenen Ordnung zurecht zu finden. Vor allem Riccardo fehlt sein Element, das Feuer und seine Drachengestalt. Doch plötzlich tun sich wieder merkwürdige Dinge. Sind die Elementarkräfte etwa zurück ? Warum verhält sich ihr Kollege Josh so merkwürdig und ist die hinterlistige Tyhra wirklich in dem Buch Otherside sicher gefangen ? Plötzlich tauchen wieder Buchcharaktere auf den Straßen der Realität auf. Lin und ihre Freunde versuchen der Sache auf den Grund zu gehen und entdecken buchstäblich, eine Welt hinter den Buchstaben.


Das Buch startet mit einem gut zusammengefassten Rückblick. Es macht also nichts, wenn zwischen den Büchern ein bisschen Wartezeit entsteht. Die Zusammenfassung war so gut, dass mir direkt wieder alles präsent war. Ich denke sogar das jemand der Band 1 nicht gelesen hat mit dieser Zusammenfassung gut bedient wäre. Trotzdem setzt das Buch in der Handlung nahtlos an Band 1 an. Ich war direkt wieder drin und gefangen. Das Tempo von Band 2 scheint mir deutlich schneller als das vom ersten Band zu sein. Trotzdem war er nicht überladen sondern alles war in einem stetigen konstanten Handlungsfluss. Ich konnte ihn wirklich sehr flüssig runter lesen. In diesem Band steht ganz klar die Action im Vordergrund. Es gibt wenig romantische Zeit zwischen Lin und Ric. Das ist zwar schade aber hätte auch einfach nicht in die Handlung gepasst, da in diesem Band andere Dinge im Vordergrund stehen. Er ist spannender und listenreicher. Die sehnsuchtsvollen Beschreibungen und die detailreichen Träumereien von Lin aus dem ersten Band machen jetzt den Schlag auf Schlag Geschehnissen und den Othersidehandlungen platz. Mich hat das nicht gestört. Ich finde das gehört zur Weiterentwicklung der Geschichte dazu und ich habe es gerne gelesen. Ich könnte mir aber vorstellend das Leser von Band 1 das vermissen. Besonders gut gefiel mir das diesmal nicht nur Lin aus der Ich Perspektive erzählt sondern wir auch Kapitel aus Ricas Sicht bekommen. Das hat ihn mir als Figur symphatischer gemacht.


Oft ist der zweite Band von dreien ja ein Füllband in dem nicht so viel passiert. Hier ist aber das genaue Gegenteil der Fall. Der Band treibt die Handlung ordentlich voran, führt uns auf falsche Fährten und lässt uns fast an jedem Protagonisten zweifeln ob er nicht doch ein Verräter sein könnte. Eine gute Verbindung von High Fantasy und ein ganz kleines bisschen Agententhriller. Die Story ist zwar nach wie vor sehr komplex, so das man wirklich auf jedes Detail achten muss, um nichts zu verpassen aber trotzdem ist sie gut durchdacht. Es gibt wie auch im Vorgängerband jede Menge Szenen zum lachen und schmunzeln. Mein persönlicher Favorit dabei war die Rolle des Edward Cullen aus den Biss Büchern und diesen als Glitzer-Eddy zu bezeichnen. In diesem Band kommen nicht gar so viele fremde Buchcharakter vor. Alle sind ausnahmslos von Carlsen. Das hat einfach damit zu tun das die rechtliche Seite sehr schwierig ist, wenn man fremde Buchcharaktere in sein Buch einbauen will. Schliesslich ist es keine Fanfiction was die Autorin Stefanie Hasse macht. Sie schreibt ihre ganz eigene Geschichte und leiht sich die Charaktere aus anderen Büchern für ganz bestimmte Zwecke und für einen logischen Handlungsstrang nur aus. Wenn man diese Figuren nicht kennt versteht man trotzdem die gesamte Handlung da sich diese bei Lin und ihren Freunden abspielt.


Das Ende ist gut aber für den Leser ziemlich gemein denn es lässt einen in der Luft hängen. Der Epilog löst dann so viele neue Fragen aus und treibt das ganze noch einmal in eine völlig andere Richtung. Ich bin nun also sehr auf den Finalen Band gespannt der im Februar 2016 erscheint. Das ist zum Glück nicht mehr gar so lang. Wer also noch schnell in diese erstklassige aber auch sehr hohe Fantasygeschichte eintauchen will der kann getrost damit starten. Alle Bände erscheinen nicht nur als Ebook sondern auch als sehr schöne Soft Cover Taschenbücher.


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2.401 Bibliotheken, 60 Leser, 8 Gruppen, 212 Rezensionen

träume, silber, kerstin gier, liebe, fantasy

Silber - Das dritte Buch der Träume

Kerstin Gier
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 08.10.2015
ISBN 9783841421685
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es ist soweit. Eine weitere lieb gewonnene Buchreihe geht zu Ende. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schlug ich das dritte Buch der Trilogie auf. Ich wollte natürlich wissen wie es weiter geht. Wer Secrecy ist und was nun aus Anabels Dämon wird. Ich wollte aber auch nicht, dass diese Reihe, die mich im wahrsten Sinn des Wortes zum träumen angeregt hat zu Ende ist. Das Cover ist natürlich wieder einmal atemberaubend schön. Ich finde es ist das schönste der Reihe, man kann sich quasi darin spiegeln.


Was soll's, nicht nur ich habe Probleme, denn Liv steht im neuen Buch vor drei ziemlich großen Problemen.

1. hat Sie Henry belogen,

2. werden sie immer noch nicht mit Arthur und dem vermeintlichen Dämon fertig und

3. wollen ihre Mutter und Ernest heiraten und das Bocker hat eine ganz eigene Vorstellung davon wie die Feier abzulaufen hat. Genug Wirbel für zehn also. 


Zwischen Liv und Henry wird es also ernster, zum Glück scheinen sie sich ja wieder zu berappen, sah es doch am Ende von Buch zwei so aus als würden sie sich trennen. Ich finde sie als Paar so gelungen süß zusammen vor allem jetzt wo Henry etwas offener und zugänglicher wird. In den vorherigen Büchern war er ja aufgrund seiner Familiengeschichte etwas abweisend. Nun scheint er mir aber bis über beide Ohren verliebt. 


Das Bocker ist naturgemäß ja schon biestig, dass wird auch im dritten Band nicht besser. Jeder kennt ja den Inbegriff der bösen Stiefmutter oder der Hexe von Hänsel und Gretel. Das passt wunderbar auf diese Figur. In jedem guten Buch muss es auch Bösewichte geben. Zum absoluten Oberbösewicht scheint Arthur Hamilton zu mutieren. Er sieht zwar aus wie ein blondgelockter Engel, stürzt aber Liv und seine ehemals besten Freunde ganz schön in die Krise. Zu allem Überfluss taucht auch die verrückte Anabel wieder im Traumkorridor auf. Als ob ein Verrückter nicht genug wäre. Es wird ganz schön brenzlig für Liv, Henry und Grayson. Hach Grayson mein persönlicher Schwarm aus den Büchern, ist er doch der weiße Ritter ohne Furcht und Tadel. 


Das dritte Buch ist für mich das actionreichste. Es passiert eine ganze Menge, man erfährt endlich wer Secrecy ist. Normale Leute werden verrückt und verrückte Leute scheinen  auf einmal normal. Grayson wird zum Recherchegott, Liv mutiert von der Jungfrau zum Vamp und wieder zurück. Jede Menge Liebesgeflüster mit Irrungen und Wirrungen und nicht zu vergessen den schwarzen Dämonenschatten der durch den Traumkorridor schleicht und Liv eine riesen Angst macht. Kurzum das Buch hat alles was ich erwartet hatte. Das Ende ist allerdings überraschend offen und für mich auch ein wenig unfertig. Ich hätte gerne noch mehr gewusst. Hätte gerne diverse Nebenhandlungen und Charaktere zu ihrem persönlichen Abschluss begleitet. Das Ende ist so offen das mich ein vierter Band oder eine Spin Off Geschichte nicht überraschen würde. Schauen wir mal, vielleicht sehen wir es ja in unseren Träumen ?


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211 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

fantasy, magie, kreide, joel, jugendbuch

Der Rithmatist

Brandon Sanderson , Jürgen Langowski , Ben McSweeney
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.07.2015
ISBN 9783453269866
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Rithmatist von Brandon Sanderson war ein absoluter Glücksgriff kann ich vorne weg sagen. Ich hatte ihn bei einer Buchbloggerkollegin entdeckt. Leider weiß ich nicht mehr beim wem. Ich hatte noch nicht viel davon gehört nur das sie absolut begeistert war. Darum fragte ich an, ob ich ein Rezensionsexemplar bekommen könnte und siehe da. Es ist wirklich ein tolles Hardcover. Sehr gut gebunden und auch wenn der Kreis auf dem Coverbild zu erst auf die falsche Fährte lockte, es könnte ein Astrologischer Kreis mit Sternzeichen sein ( ist es nicht! ), finde ich es sehr passend zum Inhalt. Genau so hochwertig wie es von aussen erscheint ist es auch innen. Man findet nicht nur eine Karte innen im Buchdeckel. Man hat auch viele Zeichnungen und wunderschön gestaltete Kapitelnummern. Die Geometrischen Formen der Rithmatistenkreise sind zu jedem Kapitel im Buch eingezeichnet und detailliert beschrieben. So als wäre es ein Lehrbuch für Rithmatisten. Das fand ich besonders schön, weckte es doch in mir die Illusion auch ein Schüler zu sein der im Buch auf der Suche nach Antworten ist.


Die Rithmatisten sind ein ganz eigenes Völkchen. Es sind Menschen die mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet sind. Sie können Kreidemännchen zum leben erwecken. Sie zeichnen Kreise auf den Boden und duellieren sich. Sie sind Kämpfer. Das ganze hat viel mit Geometrie und Mathematik zu tun aber eben auch mit besonderen Kräften, eben magisch. Wobei das im Buch kein einziges mal als Magie benannt wird. Doch nicht jeder Mensch hat diese besondere Gabe. Joel ist 16 und wünscht sich nichts sehnlicher als auch ein Rithmatist zu sein. Er weiß wirklich absolut alles darüber und kann die komplizierten Kreisformen besser zeichnen wie so manch echter Rithmatist. Doch leider scheint die Gabe an ihm vorbei gegangen zu sein und er ist einfach nur ein Junge. Er lebt an einer der großen Akademien des Landes und geht dort zum normalen Unterricht. Schleicht sich aber heimlich in die Vorlesungen der Rithmatisten. Er ist ein Einzelgänger und das liegt zum Teil auch an den Umständen. Als nun plötzlich besonders begabte Rithmatistenschüler verschwinden und das dazu noch unter sehr mysteriösen Umständen, macht Joel sich mit seiner neugierigen und etwas kratzbürstigen neuen Freundin Melody auf, Licht in die Sache zu bringen. Dabei finden sie Dinge heraus die nicht nur Joel's Welt auf den Kopf stellen sondern auch die der Rithmatisten für immer verändern wird.


Zunächst klingt das nach einem soliden Fantasyroman. Doch die Idee mit den Kreidemännchen fand ich schon sehr besonders. Von etwas vergleichbarem habe ich noch nicht gehört. Wer sich die Geschichte jetzt wie die eines Zauberlehrlings vorstellt, liegt auch völlig falsch mit seiner Einschätzung. Es ist so viel mehr als das und hat mit schnöder Zauberei überhaupt nichts zu tun. Es ist eher eine Wissenschaft die präzise angewendet werden muss.


Man steigt zunächst in eine gefährliche Situation ein und kann sie noch gar nicht richtig einordnen. Der Anfang ist also auf den ersten Seiten etwas verwirrend. Dann wird direkt ein Schnitt gemacht und man befindet sich in der Akademie und lernt Joel kennen. Die Akademie erinnerte mich an einen High School Campus oder eine Eliteuni in England. Man merkt sofort das es eine scharfe Trennung zwischen Rithmatisten und den anderen Schülern gibt. Doch das ist nicht die einzige Trennlinie, denn viele Schüler auf der Akademie sind sehr reich oder kommen aus bedeutenden Familien nur Joel nicht. Deswegen ist er viel alleine oder wird ausgegrenzt. Man fragt sich also zunächst, was er da eigentlich macht und wie er ins Bild passt, doch das ändert sich schnell wenn man tiefer in Sanderson Welt eintaucht. Joel ist so fasziniert von den Rithmatisten das er fast schon verzweifelt ihre Nähe sucht und alles Wissen darüber aufsaugt wie ein Schwamm.  Er ist hochintelligent aber doch so eine sympathische Figur. Sehr ernsthaft und fleißig und absolut eine ehrliche Haut. Fast schon ein Streber der aufpassen muss nicht überheblich zu werden, wenn er etwas besser kann und dabei trotzdem ein kleiner liebevoller Tropf ist.


Sanderson ist wirklich Meister darin einen Mikrokosmos zu erschaffen in dem alles zusammen hängt und einen Sinn ergibt. Eine ganz eigene Welt. Da wird New Amerika zu einer Inselgruppe mit 60 Inseln und 5 großen Rithmatistenakademien.  Besonders schön auch die Details dieser Welt. Die mit Uhrwerken aufgezogenen Lampen, der mit riesigen Spulen fahrende Zug und die viktorianisch anmutende Kleidung mit Stock,Melone und Gehrock. Da erkennt man deutlich ein Steampunk Element. Unterschwellig wird immer wieder ein großer Kampf angedeutet doch man erfährt als Leser nur häppchenweise Hintergründe, genauso wie Joel nicht immer alles heraus finden kann. Die gesellschaftlichen Konventionen zwischen Rithmatisten und "normalen" Menschen sind sehr streng, fast schon wie ein Kastensystem. Es nimmt Joel fast die Hoffnung jemals ein Gelehrter zu werden oder gar Rithmatistik studieren zu können. Er will es nicht akzeptieren und verfolgt seinen Wunschtraum. Du kannst alles schaffen wenn du nur hartnäckig genug daran arbeitest. Keine schlechte Message vor allem für Leute die Probleme in Mathe haben macht das Buch Mut ;-) Ich bewundere ja jeden der in diesem Fach eine Begabung hat wie Joel. Er nimmt für seinen Traum einiges in Kauf.


Spätestens nach dem ersten Duell merkt der Leser das die Rithmatisten keineswegs so zivilisiert sind wie man es an einer Eliteuni erwarten würde. Es steckt eine Wildheit dahinter die es noch faszinierender macht. So kann man Joel noch besser verstehen was er so anziehend an der Sache findet. Man kommt wirklich super ins Buch rein. Der Schreibstil ist sehr ausgereift aber trotzdem nicht zu schwer und lässt sich flüssig lesen. Kontinuierlich wird Spannung aufgebaut und wird man tiefer in die Welt der Rithmatisten gezogen. Schnell gewöhnt man sich an die Eigennamen wie Wehrlinien und Verteidigungskreise und auch wenn ich zuerst Probleme hatte, mir niedliche, weiße, eindimensionale Kreidemännchen, so genannte Kreidlinge als böse Monster vorzustellen, die einem die Haut vom Knochen nagen, war die Idee mit diesen Figuren einfach so was von grandios.


Ich habe wirklich mit Joel mit gelitten, man wünscht sich so sehr, dass es doch irgendwie einen Weg für ihn gibt Rithmatist zu werden. Im Buch gibt es dann eine kleine Wendung die es von einem Fantasy und Abenteuerroman dann noch zu einem Kriminalfall macht. Auch wenn man jetzt denkt das passt vielleicht nicht zusammen, doch das passt sogar sehr gut und bringt erst den richtigen Drive ins Buch. Joel ist sozusagen das Neutrum oder die Schweiz mitten drin. Er ist kein Rithmatist , kennt sich aber hervorragend mit ihnen aus und er ist intelligent genug um hinter das Ränkeschmieden und die Geheimnisse zu blicken. Das tut er dann auch unterstützt von Melody , die seine Freundin wird als sie zusammen bei einem Professor einen Sommerkurs besuchen müssen. Da Melody Rithmatist ist, schafft Joel sogar das unmöglich und freundet sich mit einem von ihnen an und auch ansonsten wächst er über sich hinaus. Vor allem Melody und der Inspektor im Buch sorgen für viel Wirbel, bringen aber auch jede Menge Anlass zum Schmunzeln. Melody und Joel sind ein super Team. Nicht nur ihr großer Unterhaltungswert auch ihre Zusammenarbeit um heraus zu finden was mit den verschwundenen Schülern passiert ist.


Leider kommt die Fortsetzung des Buches erst 2017. Ich hätte sonst direkt weiter gelesen. Das Ende an sich ist zwar abgeschlossen, lässt aber so einiges an weiterführenden Spekulationen offen. Das Buch hatte wirklich alles, was ich von einem guten Buch erwarte und wird wohl eins meiner Highlights 2015 werden.


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der diamant des salomo, noah gordo, diamanten

Der Diamant des Salomon

Noah Gordon , Thomas A. Merck
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.09.2015
ISBN 9783453471337
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der Medicus ist wohl Noah Gordons bekanntestes Buch. Ich finde aber das der Diamant des Salomon da nicht zurück stehen muss. Er hat eine ganz eigene Art zu schreiben. Sehr detailgetreu, manchmal etwas bruchstückhaft. Er beschreibt im Buch seine Figuren nicht optisch, sondern lässt seine Figuren durch ihre Taten für sich selber sprechen. Mir gefällt das.


Der Diamantenhändler Harry Hopemann steckt fest in seinem Leben. Er steckt mitten in einer Midlife Crisis. Er ist zwar reich und sehr erfolgreich in seinem Geschäft aber er würde gerne seiner Profession nachgehen und historische Schätze erforschen. Er ist ein Getriebener auf der Suche und weiß selbst nicht wonach. Als ihm plötzlich der Auftrag eines großen Diamantengeschäfts angeboten wird, wird er hellhörig. Denn es geht um einen ganz besonderen Diamanten mit dem das Schicksal von drei Weltreligionen und auch die Vergangenheit von Harrys jüdischer Familie eng verknüpft ist. Harry macht sich auf nach Jerusalem und ein Katz und Maus Spiel um den Diamanten beginnt.


Das Buch beginnt mit einem Rückblick in die Geschichte, in eine Zeit in der die Bundeslade noch im heißen Sand der Wüste versteckt werden musste, um nicht den Feinden zum Opfer zu fallen. Genau so ist es mit dem Diamanten. Wer sich noch nicht mit der Geschichte Israels oder auch der Geschichte des jüdischen Volkes beschäftigt hat, der kann im Buch eine ganze Menge lernen. Alles ist wunderbar genau recherchiert und mit viel Liebe zum Detail in die Geschichte eingeflochten. Manchmal sogar für meinen Geschmack etwas zu viel, aber das nur an wenigen Stellen. Harry Hopemann wird uns ausführlich vorgestellt. Man spürt direkt das er zielstrebig und erfolgsorientiert ist aber da ist auch mehr. Hinter der Fassade des harten Geschäftsmannes steckt eine Leidenschaft. Größer, Höher, Weiter ist wohl seine Devise. Verborgenes, altes Wissen faszinieren ihn genauso wie glitzernde, seltene Steine.


Von Anfang an bemerkt man als Leser das die Religion eine wichtige Rolle im Buch spielt. Nicht unbedingt im Sinne von Religiosität, den Harry ist keine streng gläubige Figur sondern als Kontext in dem die Geschichte sich entwickelt und einen Sinn ergibt. Natürlich auch als Triebfeder für gute und schlechte Ereignisse im Buch. Das ist die Religion in der realen Welt ja ebenfalls. Es geht nicht darum jemanden als richtig oder falsch darzustellen. Es geht um den Lauf der Geschichte und den Tatsachen die uns die Vergangenheit gezeigt hat. Noah Gordon streut Geschäftsszenen und private Szenen durcheinander und zeigt uns so ein Bild von Harry in New York, in Jerusalem, seiner Arbeit, seiner Familie und seiner Leidenschaft. Dabei sind auch einige Sexszenen im Buch, die einem vorkommen, als ob man seine Eltern ausversehen beim Sex erwischt hat. Zumindest hinterließen sie bei mir so ein Gefühl. Vielleicht liegt das daran das ich mir Harry älter vorstelle ?


Alles wird immer ausgehend von Harrys Familie beleuchtet. Vorfahre über Vorfahre lernen wir die Geschichte der Juden in verschiedenen Ländern kennen. Wie sie vertrieben werden. Von reichen Fürsten zum schleifen des Diamanten beauftragt werden, unter Verfolgung leiden müssen usw. Das Hin und Her springen durch die Zeit und die Charaktere wird immer durch eine Sache verbunden : den Diamanten. Dabei wird auch mit unerfreulichen Wahrheiten nicht gespart. Die Geschichte geht erst so richtig los als sich Harry entscheidet nach Jerusalem zu fahren. Von da an bekommt das Buch einen leichten Hauch von Agententhriller aber nur einen ganz leichten. Man will zwar wissen was denn nun mit dem Diamanten ist aber im Verlauf des Buches verschieben sich Harrys Prioritäten. Von riesiger Spannung im Buch würde ich nicht sprechen aber man wollte trotzdem immer weiterlesen. Ich wollte noch mehr erfahren und wurde wissenshungrig auf das Thema. Harry blüht erst richtig auf wenn Risiko dabei ist. Er nutzt seine Reise um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Die Interessen des Diamantenhändlers und seine historischen Interessen. Dadurch kommt noch eine zusätzliche Komponente ins Buch, da Harry nicht nur hinter dem Diamanten, sondern auch nach den anderen historisch wertvollen Schätzen her ist die vor Jahrhunderten versteckt wurden. Seine Verwandten aus den Jahrhunderten zeigen sich immer wieder als Zeitzeugen. Noah Gordon transportiert damit die damalige Stimmung sehr gut an den Leser. Man wird durch die Ereignisse ins Buch hinein gezogen und fühlt mit den Personen mit, nicht nur mit Harry.


Es war für mich eher ein emotionales als ein actionreichen Buch. Die Mischung zwischen historischen Ereignissen, aktuellem Geschehen mit dem Diamanten und den Liebesszenen gefiel mir aber sehr gut. Ob Harry aber am Ende des Buches tatsächlich irgendwo angekommen ist, wage ich zu bezweifeln. Zumindest fühlte es sich für mich nicht so an. Ich hätte mir ein eindeutigeres Ende gewünscht. Ob er den Diamanten oder die große Liebe wirklich findet und was sich sonst noch alles tut ? Dafür müsst ihr das Buch lesen.


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Tags: der diamant des salomo, diamanten, noah gordo   (3)
 

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stefanie hasse, fantasy, bücher, book elements, bookelements

BookElements - Die Magie zwischen den Zeilen

Stefanie Hasse
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.09.2015
ISBN 9783551300423
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich hatte mal wieder unverschämtes Glück und durfte in der Lovelybooks Leserunde Stefanie Hasse's Buch lesen. Der Titel war schon ein paar mal beim Stöbern vor meinen Augen aufgetaucht aber ich hatte mich noch nicht wirklich damit beschäftigt. Ein Buch über Bücher ? Funktioniert das überhaupt ? Worum soll es denn da genau gehen ?


In Book Elements geht es um eine ganze Menge. Nicht zuletzt um den absoluten Wunschtraum vieler Bücherwürmer, nämlich das ihr fictional Crush plötzlich leibhaftig vor ihnen steht.


Lin, unsere Protagonistin ist eine Wächterin der Bibliotheca Elementara. Nacht für Nacht geht sie mit ihrer kleinen Truppe auf Patrouille, um 'heraus' gelesene Buchcharaktere wieder ein zu fangen die durch die Emotionen beim lesen, den Weg in unsere reale Welt gefunden haben. Unwiderstehliche Vampire und gut aussehende Bad Boys sind dabei noch das kleinste Übel. Dabei besitzen Lin und ihre Freunde besondere Fähigkeiten als kleine Hilfe. Wegen ihrer besonderen Gaben dürfen die Wächter keine Bücher zu Hause haben und lesen. Lin kann dem Drang jedoch nicht widerstehen und versinkt in die Welt von 'Otherside', einem Buch das sie wie magisch anzieht. Der Held Zac, hat es ihr schwer angetan. Doch was ist wenn dieser plötzlich leibhaftig vor ihr stehen würde ?


Zu aller erst beruhige ich diejenigen unter euch die nicht viel lesen. Ihr müsst kein super belesener Bücherwurm sein damit euch Book Elements gefällt. Seit ihr aber sowieso schon ein absoluter Fantasybuch Fan dann werdet ihr es lieben.


Viele verschiedene Fantasyeinflüsse und Figuren fließen im Buch zu einem großen ganzen zusammen und erschaffen so mit Stefanie Hasse's eigenen Ideen eine ganz neue Welt. Bücher sind die Grundlage für eine ganz eigene Weltanschauung der Protagonisten. Es ist eine Welt in der der Zauber der Bücher zum greifen nah in unserer Welt ist. Jeder von uns hat sich bestimmt schon einmal gewünscht einen bestimmten Charakter gegenüber zu sitzen, so auszusehen wie der Lieblingsheld im Buch oder selber genau so tolle Fähigkeiten zu haben wie die Romanfigur und dann ist da ja auch noch die Liebe.


Lin wird im Buch quasi durch die Enttäuschung in der realen Männerwelt , in die Arme einer überidealisierten Buchgestalt getrieben. Das Phänomen des fictional Boyfriends kennen wir alle glaube ich auch zur genüge. Die Szenen im Buch wo die Liebe im Vordergrund steht, knistern auf jedenfall heiß.


Die Idee dem Lieblingsbuchcharakter mit den eigenen Emotionen beim lesen Leben einhauchen zu können finde ich grandios. Schade das das wohl wirklich ein großes Chaos auslösen würde wenn  plötzlich Vampire, Zauberer, langhaarige Schönheiten und dämonische Badboys durch unsere Straßen ziehen und sozusagen ihrer Natur freien Lauf lassen. Als Mensch hätte man bald nichts mehr zu lachen. Denn bekanntlich beschränken sich unsere menschlichen zauberhaften Fähigkeiten auf Essen, schlafen, atmen, laufen. Für Buchverrückte Menschen hat Stefanie Hasse einen ganz eigenen Begriff entwickelt, den ich mir am liebsten auf ein T-Shirt drucken lassen würde : Fictionmates.  Das sind Menschen die Buchszenen auf ihre aktuelle Lebenssituationen projizieren. Sind wir nicht alle ein bisschen Fictionmate ? Ich denke das kann auch ganz hilfreich sein ;-)


Den Anfang des Buches macht ein wunderschön emotional geschriebener Prolog über die Gefühle die einen überkommen, wenn man in seinem Lieblingsbuchladen ein Buch entdeckt, dass man unbedingt haben muss. Der Prolog ist so plastisch geschrieben, dass man fast die Ladenglocke bimmeln hört und den Geruch nach Ledereinbänden und Papierseiten wahr nimmt. Das weckte sofort Gefühle in mir und genau das ist es, was ich haben will wenn ich ein neues Buch beginne. Das Buch bleibt die ganze Story über geheimnisvoll und gibt dem Leser Rätsel über Rätsel auf. Man kann eigentlich ausser Lin keinem Protagonisten im Buch zu 100% vertrauen, dadurch bleibt es die ganze Zeit über sehr spannend. Die Geschichte ist wirklich sehr komplex angelegt und man muss gut aufpassen um alles mit zu bekommen. Vielleicht ist es an manchen Stelle auch durch die vielen Ideen die hier verpackt sind, für den ein oder anderen zu komplex. Dadurch das uns die Informationen aber Bröckchenweise portioniert werden, konnte ich mich gut mit der Informationsfülle arrangieren und habe alles direkt verstanden.


Die Buchcharaktere aus anderen Büchern, die hin und wieder auftauchen, sind nur Komparsen für Stefanie Hasse's eigene Geschichte. Es ist schön wenn man sie kennt und so den Stellen noch einen zusätzlichen Sinn dazu geben kann aber kein Muss um die Geschichte zu verstehen. Spannung und Story bauen kontinuierlich immer weiter auf und gipfeln dann in einem Showdown. Das Buch endet zwar nicht mit einem Cliffhanger, lässt aber noch viele Fragen offen und da Teil 2 und 3 schon in Arbeit sind können wir uns wohl noch auf einiges gefasst machen. Bei den vielen unvorhergesehenen Wendungen in Teil 1 ,Puh. Der Schreibstil ist flüssig und locker, in den Liebes- und actionreicheren Szenen dynamisch ohne drängend zu sein. Die Handlung wird voran getrieben ohne den Leser zu hetzten und obwohl oft sehr viel passiert ist es ein geordnetes Chaos. Die kursiv gedruckten Gedanken vor jedem Kapitel sind ein hübsches Stilelement, wenn sie mich auch eher verwirrten als mir nützten. Übrigens hatte ich zuvor noch nie ein Buch gelesen in dem so exzessiv Kaffee konsumiert wird. Quasi in jeder Ruhephase der Protagonisten und ich trinke absolut gar keinen Kaffee. Mhhhm. Besonders die letzten Kapitel waren aber auch ohne Kaffee viel zu spannend. Da hätte ich vermutlich mit Kaffee einen Herzkasper bekommen.


Das 249 Seiten lange Werk ist bei Carlsen Impress als Ebook erschienen. Es wird aber auch am 24.09 als Printausgabe im Softcover erscheinen. 


Ich fand übrigens das uns Stefanie Hasse in der Leserund mehr als gut betreut hat. Sie war fast jeden Tag online, hat auf alle Fragen geantwortet und auch sonst mit Lob und Anregungen nicht gespart! Toll! 


Ich wünsche Euch einen fantasiereichen Tag


Eure Paloma Pixel

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Tags: book elements, impress, stefanie hasse   (3)
 

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magie, fantasy, peter grant, england, krimi

Fingerhut-Sommer

Ben Aaronovitch , Christine Blum
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.08.2015
ISBN 9783423216029
Genre: Fantasy

Rezension:

Foxglove Summer ist der nun mehr 5te Band der beliebten Serie um den Zauberlehrling und Police Constable Peter Grant. Die Reihe von Ben Aaronovitch ist mittlerweile eine meiner liebsten. Das Londonder Underground Flair und der sympathische Hauptcharakter Peter gefielen mir vom ersten Moment an. 

Ich habe das Buch wieder einmal im Original auf Englisch gelesen. Deswegen gebe ich auch den Titel auf englisch an. Ich kann sagen das man die Bücher gut im Original lesen kann, allerdings nicht unbedingt als Englisch Anfänger. Ein bisschen tiefergehenden Wortschatz braucht man schon, um in den Büchern die Geschichte auch zu verstehen. 


Die einschneidenden Ereignisse im letzten Buch machen Peter immer noch zu schaffen. Er leidet unter Schlaflosigkeit und wirkt um einiges ernster und misstrauischer, als in den vorigen Büchern. Das ist wohl vor allem der Situation mit Lesley geschuldet, seiner ehemaligen Partnerin. Vom Gesichtslosen sehen und hören wir nicht so viel. Da kommt es Peter gerade recht, dass er sich in einen neuen Fall stürzen kann. Zwei junge Mädchen sind auf dem platten Land in Herfordshire verschwunden. Zunächst deutet nichts darauf hin das bei dem Fall auch Magie im Spiel sein könnte. Peter nutzt dennoch die Gunst der Stunde und stattet einem alten Zauberer aus der Gegend einen Routinebesuch ab. Er will helfen und sich von seinen kreisenden Gedanken ablenken. Weil die örtlichen Ermittler ratlos sind und Peter nun einmal da ist, wird er tiefer in den Fall involviert. Er stürzt sich in die Arbeit und erhält dabei Unterstützung durch einen Jungen Constable ( Dominik) aus dem Dorf. Dieser brachte eine lockere Komponente mit ein, ist er doch sehr kontaktfreudig und kennt alles und jeden im Dorf. Peter hat nicht nur mit den ländlichen Gepflogenheiten zu kämpfen, sonder muss sich auch noch gegen Vorurteile stellen. Sowohl wegen seiner Hautfarbe, als auch wegen seiner speziellen magischen Polizeiarbeit.

Bei allem was er tut denkt er jedoch immer an Lesley. Sie schwebt wie ein Schatten über der Geschichte. Wie der Zufall es so will entdeckt Peter dann etwas, dass ihn zweifeln lässt, ob beim Verschwinden der Mädchen nicht doch Magie eine Rolle spielt und damit kommt der Ball so richtig ins Rollen.


Hatten wir in den letzten Büchern immer das Setting in London und der Stadt mit all ihren schönen und schmutzigen Ecken, spielt diesmal alles auf dem Land. Peter geht also freiwillig aus seiner Kompfortzone, nicht zuletzt um sich abzulenken. Selbst Nigthingale hält das für eine gute Idee. Es war einmal eine gelungen Abwechslung, obwohl ich London im Buch schon vermisst habe. Die Geschichte startet deswegen vielleicht auch etwas langsam. Man stolpert so mit Peter zusammen hindurch und erfährt eigentlich so gar nichts. Peter fährt viel in der landschaftlich schönen Gegend herum. Vor allem im ersten Teil des Buches passierte mir einfach ein bisschen zu wenig, dafür waren Peters Gefühle schön beschrieben. Gut war allerdings die anhaltende Spannung, ob die Mädchen nun gefunden werden oder nicht. Hinter jeder Ecke erwartete man etwas zu finden. Kommissar Zufall hilft auch kräftig mit. Im Zweiten Teil passiert dafür aber um so mehr. Die Geschichte hat wieder viele tolle Charaktere und magische Ideen parat. Es gibt sogar ein bisschen sexy Time für Peter. Wir erfahren auch ein paar Brocken aus der Vergangenheit und der Schlacht um Ettersberg, die ja immer wieder in den Büchern Thema ist.


Insgesamt gefällt mir Peters Entwicklung als Charakter gut. Schade fand ich das wir wenig von Nightingale und der Zauberei an sich sehen. Davon hätte ich gerne noch mehr im Buch. Die Crimestory stand dieses mal klar im Vordergrund, mit jeder Menge Ermittlungsarbeit. Dabei gefiel mir das Ermittlerduo Peter und Dominik sehr gut. Die Entwicklung ist, wie so oft völlig überraschend. Überraschend auch diesmal das uns das Ende nicht mit einem Cliffhänger hinterlässt. Im Gegensatz zu den letzten Büchern ist das Ende in sich geschlossen, hinterlässt uns aber trotzdem ratlos wie es weitergeht. Es gibt nur einen dezenten Hinweis den Lesley Peter gibt und das war es dann auch. Ansonsten müssen wir uns mit Teil 6 überraschen lassen.


Wer also britisch schwarzen Humor und magische Kriminalfälle mag der ist bei der Reihe absolut gut aufgehoben. Die deutschen Bücher erschienen bei dtv.


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Tags: ben aaronovitch, fingerhut sommer, foxglove summe, peter grand   (4)
 

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iran, couchsurfing, reisen, reisebericht, reise

Couchsurfing im Iran

Stephan Orth
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei MALIK, 09.03.2015
ISBN 9783890294544
Genre: Biografien

Rezension:

Der normale Pauschaltourist wird sich wohl kaum in den Iran verirren, sondern eher auf Malle landen. Dann auch eher in einem All inclusive Hotel, als auf dem Teppich eines gut gelaunten iranischen Ingenieurs. Es sind die Menschen die ein Land besonders machen und ihm seine Geschichte geben. Stephan Orth wollte auf seiner Reise mehr erfahren als die üblichen Touristenchlichees. Er wolle das Land mit all seinen positiven aber auch negativen Eigenschaften kennen lernen. Heraus gekommen ist ein sehr irrwitziges Buch, dass die Zwiegespaltenheit des Landes gut darstellt. Ein Land das viele mit negativen Dingen assoziieren, besonders wenn man es nur aus den Medien kennt. Ich selber weiß überhaupt nichts über den Iran. Ich weiß das es dieses Land gibt und das es in einer Ecke der Welt liegt, die man als Europäer aus Angst vor Entführungen und Krieg besser nicht besuchen sollte. Das Wort Schurkenstaat drängt sich unweigerlich auf und auch die Rechte der Frau und das doch für uns sehr gewöhnungsbedürftige Staats und Glaubenskonzept passt überhaupt nicht zu unserem demokratischen Grundgedanke. Doch was ist mit den Menschen die in so einem System leben und überleben ? Die ihr Land trotz aller Widrigkeiten lieben ? Stephan Orth schafft einen neuen Blickwinkel auf ein Land über das man viel gehört hat, dass man aber doch gar nicht kennt.


Couchsurfing ist ja überall auf der Welt beliebt, kann man so doch direkt durch seinen Gastgeber, in dessen vier Wänden man einquartiert wird, in die Kultur eines Landes eintauchen ohne dafür bezahlen zu müssen. Die Gastfreundschaft, ein viel zu wenig genutztes Gut. Im Iran ist es jedoch verboten, hat der totalitäre Staat doch ständig Angst vor ausländischen Spionen und dem Verfall der Sitten. Denn Ausländer bringen nicht nur Unruhe sondern auch ganz anderes Gedankengut mit ins Land. Einige Passagen im Buch erinnern wirklich an einen Spionagefilm. Stephan wird auf seiner Reise mehrmals von der Polizei verhört und zweimal muss er um sein Visum bangen. Alles nicht so einfach mit einer Staatsgewalt die ziemlich willkürlich mit ihrer Macht umgeht. Schnell merkt man jedoch das hinter den verschlossenen Türen und verrammelten Fenstern die Iraner einiges anders sehen. Da wird eben doch mal ein Schnaps getrunken, dass Kopftuch abgelegt, gelacht und getanzt. Man ist einfach Mensch und freut sich am Leben. Über allem scheint aber der lange Arm des Gesetztes zu schweben. Jeder Iraner unter 30 ist bei Facebook aber eigentlich sind Seiten wie Twitter, Youtube und Co gesperrt. Im Verborgenen findet trotzdem so einiges statt. Stephan landet auf seiner Reise bei verschiedenen Einheimischen, die das beste aus ihrer Situation zu machen versuchen. Viele wollen auswandern, haben studiert und fühlen sich in ihrem eigenen Land nicht frei. Alles wird so streng überwacht, man muss ständig Angst haben, dass wenn irgendwo ein Foto auftaucht oder man einfach zur falschen Zeit am falschen Ort ist direkt eine Verhaftung droht. Im Iran kann es auch mal für eine harmlose Party 30 Peitschenhiebe geben. Für uns unvorstellbar.


Stephan beschreibt aber auch die Schönheit des Landes. Wunderschöne Wüste und grüne Hochlagen. Bemerkenswerte Bauwerke und orientalische Städte. Die legendäre Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Menschen und über allem hängt ein kleines bisschen Sehnsucht. Die Sehnsucht der jungen Iraner nach einem bisschen mehr Freiheit. Es ist kein typischer Reisebericht. Stephan schreibt mehr über seine Gedanken und Gefühle, was er erlebt und wie seine Gastgeber so sind. Wer also einen detaillierten Bericht a la "heute waren wir da und da" oder das abklappern von Sehenswürdigkeiten erwartet wird enttäuscht werden. Stephan lässt sich von den Einladungen die er von den Einheimischen bekommt treiben und verfolgt mehr sein Bauchgefühl. Ich konnte alles in einem Rutsch runter lesen und fand es gut geschrieben. Das Buch hat mir auf jeden fall einen ersten guten Einblick in ein Land gegeben, dass ich so gar nicht kannte und die Schnippchen und Tricks der Einheimischen brachten mich auch zum schmunzeln. Ich war aber auch irgendwo entsetzt noch einmal schwarz auf weiß zu lesen das es in unserer heutigen Zeit Länder gibt, in denen so ein politisches Klima herrscht. Sicher eigentlich weiß man es aber es ist noch einmal etwas anderes durch ein Buch tiefer darin ein zu tauchen. Es ist wie eine Zeitreise zurück in ein dunkleres Zeitalter. Trotzdem hinterlässt Stephans Fazit auch einen Hauch Hoffnung.


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Tags: couchsurfing im iran, stephan orth   (2)
 

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krimi, mord, tarot, tarotkarten, magie

Weiße Magie - mordsgünstig

Steve Hockensmith , Britta Mümmler
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2015
ISBN 9783423215916
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieses Buch war mal wieder ein totaler Coverkauf. Ich weiß steinigt mich, weil ich immer so oberflächlich bin und mich von schönen glitzernden, bunten Einbänden, zarten Lesebändchen und wunderschönen Illustrationen einlullen lasse. Es ist aber einfach so. Ist das Cover total grau und nichtssagend, dann fällt es mir einfach nicht auf. Da muss ich das Buch sonst schon gezielt suchen, weil ich etwas gutes darüber gehört haben. Bei Spontankäufen, geht es bei mir zu 99% nach dem Cover und ich habe sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen mit den Büchern gemacht die dadurch in meinen Händen gelandet sind. Dieses hier war eine sehr gute Erfahrung.


Das es dabei um einen Mord mit Tarotkarten geht, fand ich noch interessanter. Jetzt bin ich zwar vom Okkulten so weit entfernt wie ein Marshmallow zum Mond aber das heißt nicht, dass ich mich dafür nicht interessiere. Gerade wenn man skeptisch ist, weil man etwas nicht versteht, sollte man sich damit beschäftigen finde ich. Selbst ich bin stolze Besitzerin eines Tarotkartendecks was ich nur einmal ausgepackt haben ;-) Dabei glaube ich nicht das es übersinnlicher Fähigkeiten bedarf sondern einfach nur guter Menschenkenntnis, um jemandem die Karten zu legen. Interessant daran ist ja eher was verrät mir die Frage die ich den Karten stelle über mich selbst ? Wie wünsche ich mir die Antwort die mir die Karten geben ? Dann brauche ich sie mir nämlich gar nicht mehr zu legen, ich habe meine Antwort gefunden.


Im Buch erfährt unsere Protagonistin Alanis das ihre Mutter ermordet wurde. Diese hat sie seit 20 Jahren nicht mehr gesehen, weil sie unschön auseinander gingen. Auf einmal erfährt sie das ihre Mutter ihr einen kleinen Hexenladen in der Kleinstadt Berdache vererbt hat. Das lässt sie nichts Gutes ahnen, denn ihre Mutter war eine in mehreren Bundesstaaten gesuchte Trickbetrügerin und Alanis befürchtet, dass sie beim Kartenlegen den falschen übers Ohr gehauen hat. Trotz allem was passiert ist zieht es Alanis an den Ort des Geschehens. Sie will den Mörder ihrer Mutter entlarven und übernimmt kurzfristig den Laden. Sie hat zwar keine Ahnung vom Tarot, aber die spezielle Erziehung die sie bei ihrer Mutter genossen hat, macht es ihr leicht sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen.


Der Einstieg ins Buch ging unheimlich leicht. Alanis ist zwar nicht die sympathischste Protagonistin aber sie ist entwaffnend ehrlich. Ohne Beschönigungen und mit sehr sarkastischem Unterton wird das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter erzählt. Obwohl sie zweifellos eine sehr intelligente Frau ist und viel mehr aus sich heraus holen könnte, lehnt sie ihre Fähigkeiten als zweifelhaftes Erbe ihrer Mutter ab. Jede Tochter kennt wohl das Problem das man nicht so sein oder werden möchte wie seine Mutter. Bei Alanis ist das aber eine ganz andere Stufe, denn wenn man eine Mutter wie sie hatte dann bleibt einem nur noch der rabenschwarze Humor übrig. Sie verbindet mit sich und ihren Fähigkeiten etwas negatives, weil ihre Mutter dieselben Fähigkeiten für Lug und Betrug nutzte. Im Buch kann sie sie zum ersten mal für etwas positives Einsetzten, nämlich den Mörder ihrer Mutter zu finden und ihre Betrugsopfer zu entschädigen. Das erscheint mir auch der Grund, warum es sie nach 20 Jahren dann doch an den Ort des Geschehens zieht, denn eigentlich hatte sie mit ihrer Mutter abgeschlossen und ihre Mutter wohl auch mit ihr. Doch ein Funke glimmt in Alanis der sie voran treibt. Sie weiß selber nicht so genau warum. Es scheint als hätte sie die letzten 20 Jahre unter einer Käseglocke gelebt und eine Maske getragen und nun ist sie auf der Suche.

Man geht also mit unserer Protagonistin nicht nur auf die Suche nach dem Mörder sondern auch auf die Suche nach ihrer eigenen Identität.


Das Tarot ist dabei der rote Faden durchs Buch. Jedes Kapitel beginnt mit einer neuen Tarotkarte, die stellvertretend für den Inhalt oder ein Ereignis im nächsten Kapitel steht. Die Karten sind dabei nach dem klassischen Ryder Tarot illustriert. Auch die Kartenlegesessions die Alanis im Buch durchführt sind illustriert, so dass man das Legesystem im Buch vor sich sieht, als säße man mit am Tisch. Das hat mich in die richtige Atmosphäre versetzt. Da Alanis auch keinen blassen Schimmer vom Tarot hat, braucht der Leser das auch nicht. Alles ist im Buch selbsterklärend. Dadurch das Alanis als Protagonistin so bodenständig und skeptisch ist, hat das Buch übrigens keinen Hauch von Esoterik abbekommen. Es ist wirklich durch und durch ein Kriminalroman. Für Alanis ist das Kartenlegen nur ein Mittel zum Zweck. Ihre sarkastische und humorvolle Sichtweise auf die Welt hat mir gefallen, auch der Hauch von schwarzem Humor. Sie ist sehr durchsetzungsfähig und mutig, verlässt sich ganz darauf das sie die Leute anhand ihrer Erfahrungen in der Trickbetrügerszene durchschaut. Ausserdem ist sie eine scharfe Beobachterin und kennt keine Hemmungen. Sie erinnert als Protagonistin ein bisschen an einen weiblichen Sherlock.


Im Buch darf natürlich auch das knistern der Liebe nicht fehlen. Ja es gibt da jemanden. Mehr verrate ich aber nicht. Diese zusätzliche Komponente wird immer mal wieder eingestreut, weil es dort auch um Informationsaustausch geht. Mir hat sie zusätzlich Spass gemacht beim lesen und sie hat für Überraschungen beim Showdown gesorgt. Im Buch wechseln sich aktuelle Ermittlungen immer wieder mit Rückblicken in Alanis Kindheit und diesen kleinen Liebesszenen ab. Das war eine gute Mischung. Alanis hatte zwar eine kriminelle Kindheit aber es gibt in ihr auch eine Stimme der Vernunft. Sie ist nicht völlig Gewissenlos, wie ihre Mutter. Nach und nach erfahren wir an den Rückblickszenen warum Alanis ist wie sie ist, und was damals zwischen ihr und ihrer Mutter passiert ist. Sagen wir mal so, es ist schon starker Tobak. Mit manchem hätte ich nicht gerechnet mit anderem schon. Die ganze Geschichte ist gut durchdacht und erklärt so auch Alanis Sichtweise auf Leben.


Mit den perfiden Trickbetrügermethoden die sie quasi mit der Muttermilch aufgesogen hat versucht Alanis den Täter zu entlarven und sie lässt sich weder durch die Lovestory, noch durch Drohungen davon abhalten. Die Geschichte wird richtig spannend und hält mehrere Wendungen für uns bereit. Über allem schwebt die Frage, ob Alanis aus den Schatten der Vergangenheit heraus treten kann. Kann man seine Kindheitsprägungen missachten ? Kann sie sich von ihrer Mutter endgültig befreien wenn sie ihren Mörder findet ? Alanis versucht es, auch wenn sie mit all ihren Fähigkeiten ihrer Mutter ähnlicher ist, als ihr lieb ist. Deswegen sind die Kindheitserinnerungen auch immer so erzählt das ein Abstand zischen Alanis und "dem Mädchen" in den Rückblicken entsteht. Im Buch macht Alanis dann eine Entwicklung durch, sie taut auf und entwickelt Gefühle die sie längst verloren glaubte und spürt zum ersten mal wieder so etwas wie Glück. Die Lösung des Falles ist dann einfach phantastisch auch das Ende mit Hoffnungsschimmer für Alanis. Ausserdem wird es noch einmal arg spannend und richtig gefährlich für sie. Sie hatte es wirklich nicht leicht im Leben, hat viel verloren und am Ende noch etwas dazu gewonnen. Den Frieden mit sich selbst.


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amsterdam, krimi, grachten, islam, tote

Das Büro der einsamen Toten

Britta Bolt , Kathleen Mallett , Heike Schlatterer
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 11.03.2015
ISBN 9783455405286
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:



Das wunderschön gestaltete Cover hat mich an diesem Buch angezogen. Die Waffe mit dem holländischen Porzellanmuster beschreibt sehr gut was einen zuerst im Buch erwartet. Ein gemütlicher Provinzkrimi mit etwas schrulligen Charakteren und einer Portion Spannung.

Denkste!  Auf ca. 380 Seiten erwartet dich viel, viel mehr. Was wie eine schöne Detektivgeschichte beginnt, entpuppt sich als knallharter Politthriller mit mehreren Handlungsträngen. Antiterror und Geheimdienst lässt grüßen und mitten drin Pieter Posthumus, der Beamten aus dem Büro der einsamen Toten. Der eigentlich nichts weiter will als alle Ungereimtheiten auszuräumen und den Toten ein würdiges Begräbnis zu geben. Das er dabei in ein Wespennest sticht bemerkt er als allerletztes.

Das Buch beginnt mit dem Weg einer namenlosen Leiche. Die eines jungen Mannes im traditionellem marokkanischem Gewand. Die Leiche schwimmt im Kanal treibt dort wie ein lebloses Stück Holz.

Danach lernt der Leser Pieter Posthumus und seine Arbeit kennen. Posthumus verzettelt sich gerne, steckt seine Nase übertrieben in Details. Seine Kollegen und auch Freunde sind genervt. Er macht einen grüblerischen und einsamen Eindruck obwohl er das nicht zugeben will. Er wächst einem sofort an Herz. Er ist der übertrieben, gründliche Beamte dem man nicht begegnen will, wenn man vor der Stadtkasse etwas zu verbergen hat, den sich aber jeder auf seiner Seite wünscht wenn es unangenehm Aufgaben zu erledigen gilt.


Danach macht das Buch einen Schnitt zur Antiterroreinheit des holländischen Inlandschutzes. Diese Sachen sind im Buch frei erfunden. Ob es in Holland ähnliche echte Strukturen gibt weiß ich nicht. Im Buch wirkt alles schlüssig. Eine Terrorzelle wird wieder frei gelassen. Die ganze Arbeit war umsonst. Das Antiterrorteam ist sauer und ihr Chef tobt. Er ist ein harter Hund aber scheint dubiose Methoden anzuwenden ? Hier tut sich eine völlig neue Handlung in der Geschichte  auf, bei der noch nicht klar wird wie das mit Posthumus zusammen passt.


Dann findet ein erneuter Schnitt statt und wir lernen eine Marokkanische Familie kennen. Mit ihren Sorgen,Nöten und Problemen. Die Geschichte der Einwanderung der Eltern und was für Probleme die nachwachsende Generation der Kinder mit ihrer Identität und ihrem Glauben hat. Es geht um Integration und Klassenunterschiede, um Vorurteile und Integrationprobleme. Die Geschichte die ich zunächst für eine Art reinen Kriminal- oder Detektivroman gehalten habe, entpuppt sich als viel vielschichtiger. Es ist alles sehr gefühlvoll und vor allem wertfrei beschrieben.


Alle Kapitel sind nicht mit Überschriften, sondern mit Datumsangaben getrennt. z.B. Donnerstag 9. Juni. Das erweckt beim Leser den Eindruck, man arbeitet auf etwas hin. Etwas wird passieren. Durch das Kapitel mit der Antiterroreinheit befürchtet man eine Bombe. Man wartet aber auch darauf das sich die Identität des Toten vom Anfang klärt und fragt sich immer wieder wie alles zusammen passt. Durch die Kapitel mit der marokkanischen Familie verbindet sich so langsam die Ahnung das der Tote ein Bekannter der Familie sein könnte und da der Sohn der Familie etwas mit der ganzen Sache zu tun haben scheint, schließt sich hier langsam ein Kreis.

Von da an wird es so richtig zum spannenden Politthriller. Das Buch zwirbelt also drei verschiedene Haupthandlungen im Höhepunkt zusammen. Man merkt je weiter man liest das es sich immer schneller dreht. Wer war der unbekannte Tote ? Wird es der Antiterroreinheit gelingen das schlimmste zu verhindern ? Was hat der Sohn der marokkanischen Familie damit zu tun und am allerwichtigsten wird Pieter Posthumus es schaffen alle Fäden zusammen zu führen ohne das jemand am Ende Schaden nimmt und kann er dann noch gemütlich einen Wein trinken ?

Im Buch kommen immer wieder kleine Momente zum Schmunzelt und die braucht man bei den vielen ernsten und sehr spannenden Passagen auch. Es war keine leichte Kost aber sehr gut zu lesen. Alles wurde dann auch noch durch den Amsterdamer Flair zusammen gehalten. Es hat nicht den extravaganten Hauch von Venedig aber den gemütlichen Charme einer warmen Landpartie mit dem Fahrrad.

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liebe, zeugenschutzprogramm, eva völler, jugendbuch, kiss & crime

Kiss & Crime - Zeugenkussprogramm

Eva Völler
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 13.08.2015
ISBN 9783846600153
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die neue Reihe von Eva Völler unter dem schönen Namen Kiss & Crime startet rasant mit dem Zeugenkussprogramm.


Einige von euch werden Eva Völler von der Zeitenzaubertrilogie kennen. Diese hat mich schon sehr begeistert, also freute ich mich um so mehr jetzt das Zeugenkussprogramm in der Lovelybooks Leserunde lesen zu können. 


In dem Buch gerät die 17 jährige Emily in eine brisante Situation. Ihre Mutter hat sich leider mal wieder mit dem falschen Liebhaber eingelassen. Denn Jonas hat Dreck am Stecken ohne das Sie, ihre Mutter oder ihre Omi etwas geahnt hätten. Kurz vor ihren Abitur Prüfungen möchte sie eigentlich nur ein schönes Wochenende verbringen. Doch als sie von einer Partynacht nach Hause kommt warten dort schon zwei zwielichtige Gestalten mit Waffen. Die Situation gerät völlig außer Kontrolle und das Ende vom Lied ist das der Familie nur noch der Zeugenschutz bleibt, um der tödlichen Gefahr zu entgehen. Emily landet im einem kleine Kuhdorf ohne Kontakt zum Internet oder ihren alten Freunden. Ständig lauert Gefahr und sie wird halb verrückt dabei. Der einzige Lichtblick von Emily ist der attraktive Personenschützer Pascal vom LKA. Doch auch dies sorgt bei Emily nicht gerade für ruhige Nerven, denn eine Liebe in Gefahr ist auch nicht gerade einfach. 


Eva Völler hat einen tollen Reihenauftakt geschrieben. Den Oberbegriff Kiss & Crime hat sich das Buch auf jedenfall verdient. Den Titel Zeugenkussprogramm finde ich absolut passend. Hier stimmt von Layout über Cover einfach alles, aber das habe ich vom Qualitätsverlag Bastei Lübbe und der Autorin auch nicht anders erwartet. Der Roman hat viele witzige Szenen zum schmunzeln und eine gehörige Portion Spannung. So probiert Emily z.B. die Trocknungszeit von Ketchup auf ihrer Wange weil Pascal darüber gestrichen hat und den Ketchup als Ausrede nahm.


Eva Völlers Schreibstil ist einfach und schnell zu lesen. Es macht einfach Spass wenn es runterflutscht und man nicht auf jeder Seite fünfmal stolpert. Bei den Charakteren ist mal wieder für jeden was dabei. Die naive Mutter, die liebe Omi, der sexy Typ, der grauhaarige Kommissar, die bösen Buben, die schöne Kollegin, der Computernerd usw. Emily ist eine gelungene Protagonistin, wenn ich sie mir auch gerne etwas erwachsener gewünscht hätte. Ich finde das eine dann bald 18 Jährige nicht unbedingt in jeder Szene heulen und einen halben Nervenzusammenbruch bekommen muss. Manchmal wirkt sie so stark und dann wieder so dumm und naiv das es mir in den naiven Szenen auf die Nerven ging. Genauso wie Pascals anfängliches Machogehabe und dann seine super soft Tour um dann wieder auf harten Mann zu machen. Insofern passte er natürlich als perfekter Gegenpart zu Emily in den Szenen. Im Buch ist also alles stimmig.


Der Kriminalfall ist solide aufgebaut. Zuerst tappt man als Leser zusammen mit Emily im Dunkeln und findet nach und nach immer mehr heraus. Später hofft und betet man das auch alles gut ausgeht oder fiebert mit, ob sich unser Pärchen Emily und Pascal denn nun auch kriegt. Das einzige was mich ein bisschen gestört hat, ist das die Liebe zwischen Emily und Pascal ein wenig zu kurz kommt. Die Szenen zwischen Ihnen sind zwar schön aber relativ kurz und auch das vorläufige Happy End fiel etwas dürftig aus was Romantik anging.


Alles in allem ist die Crimestory doch vordergründig und gut ausgearbeitet. Die Lovestory hätte für meinen Geschmack genauso im Vordergrund stehen können. Das Cover geht ganz klar in Richtung Jugendbuch und suggeriert uns ein bisschen mehr Love als ich es im Buch dann empfunden habe.

Trotzdem hat mir das Buch richtig gut gefallen und ich bin gespannt wie es mit Emily und Pascal weitergeht. Beim ersten Band ist es ja nie schlecht wenn es noch Luft nach oben gibt. Ich bin gespannt und hätte bis dahin auch gerne so einen sexy Personenschützer.

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Tags: eva völle, kiss&crim, zeugenkussprogram   (3)
 

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kurzgeschichten, schuld, verbrechen, anwalt, gericht

Verbrechen

Ferdinand von Schirach
Flexibler Einband: 246 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2011
ISBN 9783492272438
Genre: Romane

Rezension:

Das kleine weiße Buch was so unschuldig daher kommt, aber in rotem Schriftzug Verbrechen in sich trägt.


Ferdinand von Schirach ist Strafverteidiger und Autor. Er schreibt Geschichten aus dem Leben auf. Aus dem Leben eines Anwalts und den Fällen seiner Mandanten. Ob es sich um wirklich autobiografische Geschichten handelt oder Teile frei erfunden sind, spielt eigentlich keine Rolle für mich. Beim lesen glaubt man ihm jedes Wort und kann sich sofort vorstellen das es genau so passiert ist. Seine Erzählungen sind brutal ehrlich und lassen kein unschönes Detail aus. Sie stellen dabei aber nicht die Frage nach dem richtig oder falsch. Die Moral bleibt außen vor. Es geht um Tatsachen. Die Dinge sind so und so passiert und Punkt. 


Dabei wird durchaus Verständnis für Beweggründe der Täter geweckt oder auch die Niederträchtigkeit des menschlichen Wesens bedauert. Die Arbeit von Richter und Staatsanwälten kommt einem als Laie immer sehr weit weg und theoretisch vor. Hier sieht man, dass auch dort Menschen mit großer Verantwortung und schlechtem Schlaf dahinter stecken. Einfühlsam beschreibt von Schirach, wie es sich an fühlt wenn man zum Mörder oder überhaupt strafffällig wird. 


Ich musste das Buch in einem Rutsch lesen. Ich war zum Teil entsetzt, berührt oder abgestoßen. Insgesamt finden sich 11 kurze Fälle oder auch Lebensschicksale in dem Buch. Von Schirach schreibt in der Ich-Form und erzählt sozusagen die Geschichten seiner Mandanten. Das 205 Seiten kurze Buch erschienen im Piper Verlag hätte von mir aus noch länger sein können. Zum Glück gibt es mit 'Schuld' und 'Tabu' noch weitere Bände die ich jetzt unbedingt noch lesen muss. Keine leichte Kost die einem da auf der Seele hängt aber so einzigartig geschrieben das es sich lohnt darüber nachzudenken.

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Tags: ferdinand von schirach, verbrechen   (2)
 

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meer, sirenen, liebe, schottland, insel

Sirenenlied

Tanja Heitmann
Flexibler Einband: 157 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 10.01.2011
ISBN 9783453527881
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Meer,

für manch einen nur eine übergroße salzige Badewanne. Andere wiederum spüren sofort die sanfte Brise und den Geruch nach Salz und Tang.  Es bedeutet Beständigkeit und Wandel. Ebbe und Flut, Rückzug und Wiederkehr. Beständigkeit und Chaos. Es kann sanft aber auch gnadenlos sein.

Das Meer war schon immer die Heimat unzähliger Geschichten. Es ist Ort der Entspannung und der Ruhe aber auch der ungezügelten Kraft und Wildheit der Natur. Geschichten wie Mobby Dick oder der alte Mann und das Meer gehören genau so dazu wie der Kraken aus Fluch der Karibik oder Arielle die kleine Meerjungfrau. Überhaupt sind Meerjungfrauen ein sehr beliebtes Romanthema. Meistens sind sie dabei auf der Seite des Guten. Helfen Schiffbrüchigen oder wünschen sich Beine. In Tanja Heitmanns Buch üben sie eine ganz eigene Art von Magie aus. Ihr Sirenenlied bringt die Männer um den Verstand und nicht nur um den. Es bringt sie auch um ihr Leben. Mit den Frühjahrsstürmen kommt die Gefahr auf die schottische Insel Cragganmore. Die Sirenen singen ihr Lied, auch der gutaussehende Josh kann sich ihnen nicht entziehen. Wird es ihm gelingen dem Lockgesang der Sirenen zu wiederstehen ?


Sirenenlied war wirklich gut geschrieben. Schnell konnte ich mich in Josh hinein fühlen und seine innere Zerrissenheit nachvollziehen. Die ganze Meeresstimmung kommt gut rüber. Man spürte beim lesen richtig den Wind in den Haaren. Das Buch ist mit 127 Seiten schnell gelesen, eignet sich mit Sicherheit auch hervorragend als Urlaubslecktüre am Strand. Es war spannend und das Ende ist offen aber in einer anderen Art und Weise, als man jetzt denken könnte. Mir gefiel es gut. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die Beziehung zwischen Josh und Eileen intensiver beschrieben worden wäre, vor allem hat mich der Zeitschnitt dabei gestört. Ich hätte dieser Liebe gerne beim Entwickeln zugeschaut. Das Vergnügen wurde durch den Zeitsprung etwas genommen, wenn dann hätte ich dort vorher noch etwas mehr Zeit vergehen lassen. Trotzdem fand ich die Geschichte gelungen, wenn auch noch Fragen offen bleiben. Wer ein kurzweiliges Buch im handlichen Format sucht und Meeresgeschichten liebt, die nicht dem üblichen Arielleklischee entsprechen ist hier richtig.

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Tags: sirenenlied, tanja heitmann   (2)
 

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humor, science fiction, science-fiction, universum, per anhalter durch die galaxis

Per Anhalter durch die Galaxis

Douglas Adams
Flexibler Einband: 206 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 12.10.2009
ISBN 9783453407848
Genre: Klassiker

Rezension:

Schon lange wollte ich den Auftakt zu Douglas Adams fulminantem Raumzeitkontinuum lesen. Die Geschichte ist gleichermaßen verrückt wie kompliziert und der Auftakt zur Kult-Trilogie. 


Arthur Dent liegt im Matsch vor seinem Haus. Warum er da liegt ? Sein Haus soll abgerissen werden und er ist natürlich absolut dagegen. Allerdings spielt das an diesem schönen sonnigen Tag nun auch keine Rolle mehr. Denn in kurzer Zeit wird die Erde gesprengt werden, um einer neuen Hyperraum Umgehungsstraße Platz zu machen. Das weiß Arthur nur noch nicht. Was Arthur auch noch nicht weiß ist, dass sein bester Freund Ford Perfect kein exzentrischer Alkoholiker, sondern ein Reiseführerschreiber und Lebenskünstler vom Planeten Beteigeuze ist. Ford weiß das die Erde gleich untergeht und er verfügt über das lebensnotwendige Wissen und den Reiseführer "Per Anhalter durch die Galaxis" so dass sie eventuell überleben könnten. 


Ich habe noch nie einen Roman mit so vielen neuen Wortschöpfungen gelesen. Er ist von vorne bis hinten verwirrend phantastisch. Alles ist mit Witz und einer gewissen Ironie geschrieben. Die Grundgeschichte von Arthur auf seiner Reise durch die Galaxis ist der rote Faden, an dem man sich entlang hangelt. Alle übrigen Passagen ergeben nicht immer Sinn oder sind für die Grundgeschichte absolut unwichtig aber unterhaltsam. Adams schafft eine völlig neue utopische Welt, in der man nicht mehr weiß wo oben und unten ist. 


Arthur und auch Ford sind keine Superhelden die durchs Universum fliegen. Sie sind eher zwei Looser die durch die Gegend stolpern und denen der Zufall immer wieder hilft. Dabei werden Fragen aufgeworfen die sonst nur große Philosophen fragen. Was machen wir hier im Universum ? Was ist der Sinn und Zweck? Sind Mäuse wirklich nur Mäuse und wie weit lässt sich die Unendlichkeit berechnen ? Arthur, Ford und ihre neuen Gefährten werden zu allem Übel noch verfolgt und gejagdt. So hatte sich Arthur sein überleben als letzter Erdling nicht unbedingt vorgestellt. 


Ihr merkt schon an meiner Beschreibung. Dieses Kultbuch ist kein alltäglicher Freizeitroman. Taucht selber ein in die Galaxis der unendlichen Möglichkeiten. 


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Tags: douglas adam, per anhalter durch die galaxis, science fiction   (3)
 
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