Papiergeflüster

Papiergeflüsters Bibliothek

15 Bücher, 9 Rezensionen

Zu Papiergeflüsters Profil Zur Autorenseite
Filtern nach
15 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(125)

292 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

frankreich, schwestern, resistance, zweiter weltkrieg, krieg

Die Nachtigall

Kristin Hannah , Karolina Fell
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 19.09.2016
ISBN 9783352008856
Genre: Romane

Rezension:

Vianne und Isabell sind Schwestern, könnten aber unterschiedlicher kaum sein. Vianne ist verheiratet, hat eine Tochter, arbeitet als Lehrerin und kümmert sich um ihre Familie. Isabell ist von klein auf wild und unangepasst, haut aus einer Schule nach der anderen ab, riskiert gerne mal viel und weiß nicht, wann sie besser schweigen sollte. Als der zweite Weltkrieg kommt und die Deutschen Frankreich besetzen,  versuchen die beiden sich zu arrangieren. Viannes Mann wird eingezogen und landet in Kriegsgefangenschaft, sie versucht alles um ihre Tochter Sophie zu schützen und einfach nur zu überleben. Was schwierig genug ist, in einem besetzten Ort, mit einem deutschen Offizier, der in ihrem Haus einquartiert wurde. Aber Isabell kann den Kopf nicht einziehen. Sie schließt sich dem Widerstand an und verhilft abgeschossenen Piloten zur Flucht aus Frankreich. Sie wird die „Nachtigall“, von den Nazis gesucht und gehasst.

„Die Nachtigall“ zeigt die Welt der Frauen in den Zeiten des Krieges. Die Männer ziehen in die Schlacht, ihnen werden Denkmäler errichtet. Dass die Frauen oft nicht weniger schwere Kämpfe austrugen, wird oft vergessen. Nicht nur den Kampf ums Überleben, wenn es so gut wie nichts mehr zu essen gibt. Viele von ihnen haben ihr Leben riskiert, um andere zu retten. Nicht nur die bekannten Widerstandskämpferinnen wie die Nachtigall, jede Einzelne, die auch nur einen Menschen gerettet hat, weil sie nicht wegschauen konnte oder teilte, als sie selbst so gut wie nicht hatte. Ihnen gebührt Respekt, genau so viel wie den Soldaten, die in den Schützengräben ihr Leben ließen.

Das macht uns dieses Buch klar. An manchen Stellen vielleicht etwas zu dramatisch, aber die wirklichen Dramen der damaligen Zeit können wir uns heute gar nicht mehr vorstellen. Bücher wie dieses helfen beim Erinnern. Und beim Verstehen. Für uns sind das die Geschichten unserer Großeltern und Urgroßeltern. Geschichten, die oft gar nicht erzählt wurden, es wurde geschwiegen und das Leben weitergelebt. In anderen Teilen der Welt ist das, was vor Jahren hier geschah, gerade Alltag.

Vianne und Isabel gehen ganz unterschiedlich mit dem Leben um, das der Krieg ihnen aufzwingt. Und doch sind sie gar nicht so weit voneinander entfernt, jede kämpft ihren Kampf. Beide Frauen kann man nur bewundern, für ihren Mut und ihre Taten. Ich habe schon lange nicht mehr so oft mit den Tränen gekämpft, wie bei diesem Buch.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(69)

100 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 30 Rezensionen

england, london, nick hornby, fernsehen, blackpool

Miss Blackpool

Nick Hornby , Ingo Herzke ,
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 13.11.2014
ISBN 9783462046908
Genre: Romane

Rezension:

Barbara will weg aus Blackpool, weg aus der Kleinstadt und der Zukunft mit einem Teppichverkäufer. Den Schönheitswettbewerb zu gewinnen und Miss Blackpool zu werden, gehörte nicht zu ihrem Plan, deshalb legt sie das Amt auch nach gerade mal fünf Minuten wieder niede. Und zieht nach London, mit dem Traum so berühmt zu werden wie ihr großes Vorbild, die Komikerin Lucille Ball.  Mit viel Glück und Hartnäckigkeit geht dieser Traum tatsächlich in Erfüllung, sie bekommt die Hauptrolle in einer Sitcom, die in den nächsten Jahren England begeistern wird. Das Team wird ihre Familie, Barbara lebt für diese Sendung. Höhen und Tiefen durchlebt sie mit diesen Menschen, Freundschaft und Liebe genauso wie Trennung und Verlust.

„Miss Blackpool“ ist ein wunderbarer Roman über das Leben als plötzlicher Star im London der 60er Jahre. Barbara ist einem von der ersten Seite an sympathisch, bis zur letzten Seite lebt, leidet und freut man sich mit ihr. Das Leben als Fernsehstar ist nicht immer glamourös, es hat auch seine Schattenseiten. Nick Hornby malt kein rosarotes Glitzerbild, hier kommen auch die homosexuellen Drehbuchschreiber zu Wort, die sich im Gefängnis kennen lernten, weil man damals schon verhaftet wurde, wenn man sich einem Mann mit gewissen Absichten näherte. Beide gehen ganz unterschiedlich damit um. Oder der Produzent, der von seiner Frau betrogen wird.  Das Mädchen, dessen Mutter die Familie für einen anderen Mann verließ, und etliche Schicksale mehr. Das Leben eben.

Hornby hat es mal wieder geschafft, Unterhaltung und Niveau zu vereinen. „Miss Blackpool“ liest sich locker leicht weg und macht richtig Spaß. Spricht aber trotzdem auch ernstere Themen an und bringt seine Leser zum Nachdenken. Das ist es, was ich an all seinen Büchern so sehr mag, sein lockerer Schreibstil verbunden mit inhaltlicher Tiefe.

Wer mal wieder ein Buch einfach wegschmökern will, sollte zu „Miss Blackpool“ greifen.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(138)

323 Bibliotheken, 12 Leser, 3 Gruppen, 59 Rezensionen

fantasy, krieg, intrigen, anthony ryan, rabenschatten

Das Lied des Blutes

Anthony Ryan , Hannes Riffel , Sara Riffel
Fester Einband: 775 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 18.12.2015
ISBN 9783608939255
Genre: Fantasy

Rezension:

Vaelin Al Sorna, im ganzen Reich als der „Hoffnungstöter“ bekannt, wird nach langer Gefangenschaft zu seinem wohl letzten Kampf gebracht. Auf dem Weg dorthin erzählt er seine Lebensgeschichte. Von dem Tag an, als sein Vater ihn am Tor des sechsten Ordens absetzte und ohne sich noch einmal nach ihm umzusehen verschwand. Gerade mal zehn Jahre alt war er damals und musste alle Bande zu seiner Familie vergessen um fortan als Bruder des Ordens aufzuwachsen und zu lernen. Ein Teil des Ordens zu sein, der das Schwert der Gerechtigkeit führt und die Feindes des Glaubens und der Königslande zerschmettert. Harte Lehrjahre stehen ihm und den Brüdern seines Trupps bevor, die nicht alle von ihnen überleben. Ihre Lehrmeister sind unerbittlich, denn die Kriege, in denen sie kämpfen werden, sind es auch. Und trotzdem erlebt Vaelin hier eine schöne Zeit, findet Freunde, die ihn auch nach dieser Zeit noch begleiten. Aber es gibt Dinge, über die er mit niemandem reden kann. Wie den Wolf, der ihm erscheint, wenn er in Gefahr ist. Vaelin ist etwas Besonderes, doch es dauert Jahre, bis er lernt, was ihn so besonders macht. Jahre, in denen er so manche Schlacht schlagen muss und sich in den Intrigen des alten Königs verfängt.

„Das Lied des Blutes“ ist wunderschöne epische Fantasy, wie man sie nur selten findet. Detailliert ausgearbeitete Charaktere lassen auf keiner Seite Langeweile aufkommen. Geschickt gesetzte Handlungsblöcke lassen die Lehrjahre gleichzeitig atmosphärisch, aber niemals zu sehr ins Detail gehend, vergehen. Gelegentliche Zeitsprünge halten den Spannungsbogen durchgehend hoch, wer das Buch einmal aufschlägt, wird es so schnell nicht mehr schließen. Schlachtenbeschreibungen sind nicht zimperlich, aber der Autor hält sich nicht seitenlangen Beschreibungen blutiger Szenen oder Taktikbesprechungen auf, der Leser erfährt genau so viel, wie er braucht, um der Handlung zu folgen und ständig ein paar Seiten mehr zu lesen, als er eigentlich wollte.

Elben, Zwerge und sonstige Rassen sucht man hier vergeblich, Magie ist vorhanden, aber in sehr dezenter Form und nicht weit verbreitet. Vom allgemein herrschenden Glauben wird sie als „Das Dunkle“ bezeichnet und gefürchtet. Eine mittelalterlich anmutende Welt mit mehreren Reichen und Herrschern, die sich nicht auf ihr Territorium beschränken wollen, sorgen für genügend Arbeit für Vaelin Al Sorna und seine Truppen. Aber nicht die politischen Ränkespiele stehen hier im Vordergrund, sondern Vaelin und seine Leute, die dafür ihren Kopf hinhalten sollen.

Wer gerne mit Kvothe in den „Königsmörder-Chroniken“ von Patrick Rothfuss unterwegs war, mit Peter V. Bretts Arlen im „Lied der Dunkelheit“ Dämonen besiegte oder mit Robin Hobbs „Weitseher“ abenteuerliche Lesestunden verbrachte und Nachschub braucht, der kann getrost zum „Lied des Blutes“ greifen. Ich vergleiche nicht leichtfertig Werke mit denen meiner Lieblingsautoren, aber dieses hier hat sich einen Platz im Reigen der besten epischen Fantasyromane verdient. Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung der „Rabenschatten“-Reihe, die aber wohl noch auf sich warten lässt. Wie man es von den meisten sehr guten Fantasy-Autoren kennt, gut Ding will eben Weile haben.

Liebhaber epischer Fantasy sollten sich dieses Buch auf keinen Fall entgehen lassen. Solche ganz besonderen Bücher erscheinen viel zu selten. Andererseits kann man sie so umso mehr genießen.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(39)

67 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

paris, gina mayer, familiengeheimnis, 19. jahrhundert, fluch

Leonore und ihre Töchter

Gina Mayer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 12.09.2014
ISBN 9783352008474
Genre: Historische Romane

Rezension:

Dora und Gustave sind ein glückliches Paar, erleben zusammen den Höhepunkt seiner Karriere, die Eröffnung der Weltausstellung in Paris, die er organisiert hat. Doch dieses Glück hält nicht lange, Gustave verlässt sie für seine Mätresse. Hat Dora der Familienfluch getroffen, der allen Frauen Unglück bringen soll? Ihre Tochter Nanette will wissen, was es damit auf sich hat, an den Erlkönig, der sie verfolgen soll, glaubt sie als aufgeklärte junge Frau Anfang des 20. Jahrhunderts natürlich nicht. Sie stößt auf die Geschichte von Anton, Luise und Leonore, drei ungleichen Freunden. Anton und Luise arbeiten in der Textilfabrik, die Leonores Onkel gehört. Anton liebt sie beide, Luise und Leonore, er muss sich entscheiden. Doch jede Entscheidung kann nur falsch sein, seine führt dazu, dass ein Fluch ausgesprochen wird. Vieles wird in den folgenden Jahren nie ausgesprochen, Nanette deckt bei ihrer Suche einige brisante Geheimnisse auf. Kann sie den Fluch bannen?

Drei Frauen einer Familie über ein Jahrhundert hinweg und ihre Geschichten. Da ist Leonore, Anfang des 19. Jahrhunderts, die wählen muss zwischen dem passenden Mann ihres Standes und dem, den sie liebt. Eine Wahl, die später auch ihre Tochter treffen muss. Eine von ihnen hört auf ihr Herz, die andere folgt dem Verstand. Welche hat die bessere Wahl getroffen?

Leonore und ihre Töchter erleben die Industrialisierung in Deutschland, die Revolution 1848, die Zeit der Bohème in Paris um 1900, werden mit Suffragetten und deren Weltbild konfrontiert, das ihrer Erziehung so ganz und gar entgegen steht. Alles Zeiten, in denen Frauen an sich wenig zu sagen hatten. Und doch sind sie starke Frauen, die nicht immer ganz dem damaligen Gesellschaftsbild der Frau entsprechen und sich ihm nur bedingt fügen.

Das mag ich immer wieder an Gina Mayers Büchern, sie zeigt starke Frauen ohne Übertreibungen. Realistisch dargestellt, im Rahmen der Gesellschaft ihrer Zeit. Frauen die beeindrucken, die man beim Lesen zu schätzen lernt.  Die man nur ungerne am Ende des Buches verlässt.

Auch „Leonore und ihre Töchter“ ist wieder so ein Buch, beeindruckende Charaktere vor historischem Hintergrund, dessen penible Recherche man immer wieder spürt. Aber kein bisschen trockene Lektüre, sondern ein fesselnder Schmöker. Ein großartiges Buch, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(205)

369 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 56 Rezensionen

überwachung, internet, dystopie, soziale netzwerke, google

Der Circle

Dave Eggers , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 14.08.2014
ISBN 9783462046755
Genre: Romane

Rezension:

Mae ist überglücklich, sie hat tatsächlich einen Job beim Circle ergattert! Der Firma, die nach gerade mal sechs Jahren schon zu den bekanntesten auf der Welt gehört, deren Socialmedia Programme allgegenwärtig sind. Denn der Circle hat alle Nutzer mit einer einzigen Identität ausgestattet, ihrer wahren. Mit der können sie sich überall anmelden, einkaufen, sich mit Freunden austauschen. Facebook und Twitter waren einmal, Google ebenso. Jetzt gibt es Zing. Mae arbeitet in der Kundenbetreuung, unter ständigem Druck, Höchstleistungen zu bringen. Ein Kunde gab nicht die volle Punktzahl bei der Bewertung ihrer Leistung? Nachhaken! Oder zum Gespräch beim Chef. Zum Gespräch wird man auch gebeten, wenn man nicht genug sozial vernetzt ist. Virtuell wie real, die ständigen tollen Parties auf dem Campus sind nicht nur ein Angebot, man muss gesehen werden, sollte alle seine Aktivitäten öffentlich machen. Denn Sichtbarkeit macht die Menschheit besser, meint der Circle. Wer immer transparent ist, nichts verbergen kann, wird ein besserer Mensch sein. Mae rutscht schnell immer tiefer in diese Welt, in der jeder alles über alle wissen kann, es keine Geheimnisse mehr gibt. Ist ständige Sichtbarkeit für alle wirklich so erstrebenswert?

„Der Circle“ ist so spannend, weil all das nur einen kleinen Schritt in der Zukunft liegt. Vernetzt sind viele von uns heute schon. Die totale Vernetzung ist nicht weit davon entfernt. Eine Welt, in der sich die Menschen ihre Bestätigung durch Smiles holen, was den Likes bei Facebook entspricht, und bei einem Frown ihre Welt in Stück zerbrechen sehen.

Welche Macht Unternehmen bekommen, wenn sie groß genug werden, und wie sie sie ausnutzen. Was Menschen alles mit sich machen lassen, wenn man ihnen Sicherheit und eine bessere Welt verspricht. Wie virtuelle Welten wichtiger als reale werden können. Welcher Druck durch immer größere Netzwerke entstehen kann. All das und noch viel mehr wird hier thematisiert.

Ein kleines Manko ist die Protagonistin, die beängstigend brav immer noch einen Schritt weiter geht, ohne sich je Gedanken darüber zu machen, was hier passiert. Selbst dann nicht, wenn die Menschen um sie herum eindeutig darunter leiden. Das ist etwas sehr naiv, tritt aber hinter der Spannung des Romans zurück und stört nicht wirklich.

Dave Eggers hat einen Roman geschrieben, der aufrüttelt und nachdenklich macht. Besonders vor dem Hintergrund der Überwachung durch die NSA. Die will natürlich keiner, aber wie viele Menschen würden die Produkte des Circle sofort nutzen, wenn es sie wirklich gäbe? Erschreckend viele, mit Sicherheit. Weil sie Sicherheit versprechen, in einer Welt, die immer unsicherer wird.

Ein großartiger Roman, den ich jedem empfehlen kann, der sich für diese Thematik interessiert.

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

zombies, humor, isolation, drogentrip, monster

Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker

David Wong , Marion Hertle
Flexibler Einband
Erschienen bei WALDE + GRAF bei Metrolit, 17.02.2014
ISBN 9783849300760
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

David wacht auf, weil ihn eine riesige Spinne angreift. Nur knapp kann er ihrem Angriff entgehen, aber nicht verhindern, dass die seltsamen Spinnen sich in der Stadt ausbreiten. Denn nur er und sein Freund John können die Viecher sehen, alle anderen sind davon überzeugt, dass ein Virus umgeht und die Menschen in Zombies verwandelt. Angeblich Infizierte werden in ein Quarantäne-Lager gesteckt, in der Stadt bricht das Chaos aus, das Militär rückt an und irgendwie läuft immer alles schief. Es war ja schon vorher nicht alles ganz normal in dieser Stadt und irgendwie stecken David und John immer mittendrin, wenn wieder mal die Kacke dampft. Aber dieses Mal geht es dann doch etwas zu weit.

Neugierig wurde ich dank des leuchtend grünen Covers mit Papier-Spinnen. Der Titel steigerte die Neugier noch, der Klappentext gab mir den Rest. „Als hätte Douglas Adams eine Folge von The Walking Dead geschrieben.“ schreibt die Washington Post angeblich über das Buch. Ich verehre Douglas Adams und bin ein Fan von The Walking Dead. Wenn das stimmt, ist das genau mein Buch. Und es stimmt!

Ihr mögt Christopher Moore? Douglas Adams? Oder andere Autoren die so geil schrägen Scheiß schreiben, dass man sich fragt, was sie genommen haben, über deren Humor mit Hirn man sich köstlich amüsieren kann? Dann ist das auch euer Buch.

Schräg, skurril, grotesk… all das und noch viel mehr. Dazu Action ohne Ende, ein bisschen Übersinnliches und ein Schuss Sojasauce. Einen sensiblen Magen sollte man nicht haben, Blut, Gedärme und Augäpfel gibt es hier genügend. Wem das nichts ausmacht, der wird Spaß mit diesem Buch haben.

Danke an den Metrolit Verlag, der sich traut, dieses etwas andere Buch in Deutschland zu verlegen. Und die großartige Gestaltung, mit vielen kleinen Gimmicks. Wie dem immer wieder „eingeblendeten“ Countdown bis zum nächsten Massaker und anderen Details, die ein Buch auch optisch zu etwas Besonderem machen.

Das Hörbuch kann ich übrigens auch empfehlen, gesprochen von Martin Baltscheit. Der anfangs etwas gewöhnungsbedürftig liest, oder schon eher spielt, aber es passt zum Buch und man hört sich schnell rein.

Buchtipp für alle, denen es nicht skurril genug sein kann, ich hatte richtig viel Spaß mit diesem Buch.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

italien, krimi, guido guerrini, bari, anwalt

In ihrer dunkelsten Stunde

Gianrico Carofiglio , Viktoria von Schirach
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.04.2013
ISBN 9783442473557
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

italien, apulien, bari

In der Brandung

Gianrico Carofiglio , Viktoria von Schirach
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag (HC), 20.05.2013
ISBN 9783442312269
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

steampunk, krimi, romance, ikarier, feder & schwert

Das mechanische Herz

Dru Pagliassotti , Dorothee Danzmann
Flexibler Einband: 510 Seiten
Erschienen bei Feder & Schwert, 01.01.2010
ISBN 9783867620673
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9.305)

11.274 Bibliotheken, 172 Leser, 6 Gruppen, 840 Rezensionen

liebe, sterbehilfe, behinderung, jojo moyes, unfall

Ein ganzes halbes Jahr

Jojo Moyes , Karolina Fell
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 21.03.2013
ISBN 9783499267031
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(65)

108 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

olympia, freundschaft, london, wettkampf, krankheit

Gold

Chris Cleave , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2013
ISBN 9783423249584
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(333)

680 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

london, magie, krimi, fantasy, mord

Ein Wispern unter Baker Street

Ben Aaronovitch , Christine Blum
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2013
ISBN 9783423214483
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(89)

212 Bibliotheken, 5 Leser, 9 Gruppen, 29 Rezensionen

vampire, irland, vampir, fantasy, wandler

Judastöchter

Markus Heitz
Flexibler Einband: 603 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.12.2010
ISBN 9783426652305
Genre: Fantasy

Rezension:

Sia versucht ihre Nachkommen Emma und Elena zu schützen. Sollten sie sterben, könnten sie ebenfalls als Judastöchter auferstehen, dann müsste sie die beiden endgültig töten. Eigentlich keine schwere Aufgabe, wären nicht verschiedene Gruppen auf die Verbindung zwischen Sia und den beiden aufmerksam geworden. Um Sia zu erpressen, entführen sie Emma und Elena, drohen sie zu töten. Wer steckt hinter der Entführung? Kann Sia ihre Nachfahren vor einem Schicksal als Vampire retten?

„Judastöchter“ ist die Fortsetzung zu „Kinder des Judas“ und „Judassohn“, der Leser trifft hier aber noch viele andere Bekannte aus den dunklen Werken von Markus Heitz. Eric und Justine aus „Ritus“ und „Sanctum“ sind ebenso dabei, wie einige Figuren aus „Blutportale“. Die Fäden all dieser Geschichten treffen sich hier, werden aber zu einer neuen und wie gewohnt spannenden Geschichte verwoben. Ein paar neue Mitspieler gibt es natürlich auch, man rätselt eine ganze Weile, wer auf wessen Seite steht und mit welchen Wesen man es überhaupt zu tun hat. Wandler? Vampire? Dämonen? Hier ist alles möglich.

Wie schon die oben genannten Werke ist auch „Judastöchter“ wieder ein Pageturner, bei dem es schwer fällt ihn zur Seite zu legen. Das Wiedersehen mit all den mehr oder weniger lieb gewonnenen Charakteren ist alles andere als langweilig, da sie sich weiterentwickelt und teilweise sogar sehr verändert haben. Eric ist mir noch ein ganzes Stück sympathischer geworden als in den ersten Bänden, auch wenn er Sia zum Fressen gern hat. Eine kleine Liebesgeschichte gibt es diesmal auch, aber in sehr angenehmem Rahmen und mit einem Schuss Dramatik.

„Judastöchter“ ist ein Horrothriller mit der perfekten Mischung aus Spannung und Dramatik. Scheint die Handlung anfangs noch schwer durchschaubar, lösen sich langsam immer mehr der Rätsel auf und geben den Blick auf die komplexe Handlung frei, in der sich Elemente aus den verschiedensten Vorgängerwerken finden. Natürlich gibt es auch dramatische Kämpfe, die schon mal ziemlich blutig werden. Wie es sich eben gehört, wenn sich Vampire, Werwölfe und andere dunkle Wesen ein Stelldichein geben.

Wer die bisherigen Bücher von Markus Heitz mochte, sollte sich auch „Judastöchter“ nicht entgehen lassen. Wer bisher noch keinen seiner Horrorthriller gelesen hat, sollte mit „Ritus“ einsteigen, da sich auch schon in den anderen Büchern immer wieder Hinweise auf frühere Werke finden.

  (9)
Tags: horror, markus heitz, thriller, vampire, werwölfe   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(145)

341 Bibliotheken, 8 Leser, 17 Gruppen, 76 Rezensionen

engel, gott, fantasy, apokalypse, luzifer

Apocalypsia

Andreas Izquierdo
Fester Einband: 622 Seiten
Erschienen bei Rotbuch Verlag, 16.08.2010
ISBN 9783867891080
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Engel sind in Aufruhr. Ihr Vater liegt im Sterben, seine Macht wird immer schwächer. Was soll ohne ihn sein? Der Thron muss besetzt sein, sonst verschwindet die Schöpfung im Nichts. Luzifer befreit sich aus seinem Gefängnis und will die Nachfolge Gottes antreten. Für den Rat der Cherubim und Seraphim undenkbar. Doch gegen Luzifer können sie nicht bestehen. Ihre einzige Hoffnung ist die Ankunft eines ganz besonderen Engels, nur er kann sie gegen Luzifer führen. Doch als dieser Engel geboren wird, zweifeln sie. Er ist nicht vollkommen, wie Engel nun mal sind. Er weiß nicht, wie es Engel nun mal tun, denn sie sind alle von einem Blut und einem Geist. Er hinterfragt statt zu gehorchen, er hat Mitleid das Verlangen zu trösten. Er ist nicht im Einklang. Kann dieser Engel ihre Rettung sein? Die Apokalypse scheint unausweichlich. Während die Engel sich uneinig sind, wem sie folgen sollen, wird die Welt der Menschen Stück für Stück zerstört. Unerträgliche Hitze und eine Heuschreckenplage gehen schrecklichen Erdbeben voraus. Wird Luzifer siegen und die Menschheit vernichtet?

„Apocalypsia“ erinnerte mit seiner opulenten Sprache manches Mal an die riesigen Deckengemälde in Kirchen und Palästen. Izquierdo schreibt so bildgewaltig, dass es kaum möglich ist, sich der Geschichte zu entziehen. Hat man erst einmal angefangen zu lesen, taucht man in die Seiten ein und kann gar nicht anders, als immer weiter zu lesen. Die Spannung ist durchgehend hoch und schafft es immer noch, sich weiter zu steigern, bis sie am Ende ihren Höhepunkt erreicht. Wer zart besaitet ist, sollte vorsichtig sein, gegen Ende ertrinkt man regelrecht im Blut und watet durch Gliedmaßen und Eingeweide. Das blutbefleckte Cover wurde nicht grundlos so gestaltet.

Izquierdo hat viele Motive und Figuren verwendet, die auch in christlicher Lektüre eher unbedarften Lesern, wie mir, wohl bekannt sind. Aus verschiedenen Quellen hat er seine ganz eigene Geschichte der Apokalypse gewebt. Man muss sich nicht mit religiöser Literatur auskennen, um diesen Roman genießen zu können. Aber er macht Lust darauf zu recherchieren, welche Versionen und Geschichten es noch gibt. Was über die Cherubim und die Seraphim geschrieben steht, wie Luzifer an anderer Stelle dargestellt wird.

Luzifer war ein Charakter, der mich hier besonders beeindruckt hat. Er ist das Urböse an sich, aber er ist nicht nur böse. Auch er empfindet Mitleid und kann sowohl lieben als auch leiden. Ebenso wie selbst die höchsten Engel nicht frei von Zweifeln und Fehlern sind. Hier kämpft das Gute gegen das Böse, und doch gibt es nicht nur Schwarz und Weiß.

Wer Engelsbücher meidet, weil der Satz „Engel sind die neuen Vampire“ ihn eher abschrickt, sollte trotzdem mal einen Blick in Apocalypsia wagen. Mit dem, was den Vampirmarkt dominiert, hat dieses Werk überhaupt nichts gemeinsam. Diese Engel tragen weder Flügel noch sitzen sie Harfe spielend auf plüschigen Wolken. Sie sind geübte Kämpfer, die lieber das Schwert singen lassen als Engelschöre. Über die Apokalypse wurde schon viel geschrieben, es lohnt sich trotzdem, auch diese Version zu lesen. Denn sie begeistert mit ausgefeilten Charakteren und grandiosen Bildern, die einen auch dann nicht verlassen, wenn man das Buch letztendlich zuschlägt.

  (13)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(106)

212 Bibliotheken, 5 Leser, 7 Gruppen, 37 Rezensionen

tod, freundschaft, trauer, berlin, liebe

Und im Zweifel für dich selbst

Elisabeth Rank
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 22.02.2010
ISBN 9783518461433
Genre: Romane

Rezension:

Lene und Tonia sind Mitte Zwanzig, studieren in Berlin und genießen das Leben. Doch dann geschieht das Unfassbare, Lenes Freund stirbt. Ihre Welt gerät von einem Moment auf den anderen aus den Fugen, sie weiß nur noch eines, sie muss weg. Weg von all den Orten, wo er doch eigentlich bei ihr sein sollte. Zusammen mit Tonia macht sie sich auf den Weg, ohne Ziel, will einfach nur unterwegs sein um Zeit zu bekommen, das Geschehene zu begreifen.

„Und im Zweifel für dich selbst“ ist eine Roadstory, die vom Unterwegssein handelt. Unterwegs in ein neues noch unvorstellbares Leben, nachdem das alt bekannte so unbegreiflich und plötzlich endete. Die Geschichte wird nicht aus Lenes Sicht beschrieben, ihre Freundin Tonia ist die Erzählerin. Dadurch werden weniger Lenes Leiden und der Verlust an sich thematisiert, sondern der Umgang damit. Wie wirkt sie auf die Außenwelt und was kann Tonia tun um ihr zu helfen? Ist es richtig, mit ihr zusammen zu wegzufahren oder sollte sie dafür sorgen, dass sie nach Hause fährt? Beide sind dieser unvorhersehbaren Situation hilflos ausgeliefert, müssen ihren Weg finden damit umzugehen.

Es ist das erste Buch der Autorin und ein äußerst gelungenes Debüt. Bei einem so traurigen Thema besteht schnell die Gefahr ins kitschige abzurutschen, was hier aber nie geschah. Die beklemmende Stimmung, das Gefühl des am Abgrunds stehen und nicht wissen wie es weiter gehen soll wurden fantastisch in Worte gefasst. Das Buch hat mich beeindruckt und sehr berührt, es wird mich noch lange in Gedanken begleiten.

Ein Buch für das man sich die richtige Zeit aussuchen, das man nicht als leichte Lektüre nebenbei wählen sollte. Dass es aber wert ist, sich die Zeit zu nehmen und diese Reise mit Lene und Tonia zu unternehmen. Denn so ist das Leben, es kann jeden von uns jeden Tag treffen, auf die eine oder andere Weise. Dieses Buch macht einem wieder bewusst, wie wertvoll das Leben ist und dass wir es jeden Tag genießen sollten.

  (17)
Tags:  
 
15 Ergebnisse