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82 Bibliotheken, 1 Leser, 7 Gruppen, 26 Rezensionen

hund, krimi, hundekrimi, privatdetektiv, entführung

Bernie und Chet

Spencer Quinn , Andrea Stumpf , Gabriele Werbeck
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 05.01.2011
ISBN 9783764530709
Genre: Romane

Rezension:

Bernie Little ist Privatdetektiv und er arbeitet mit einem Partner zusammen - Chet! Der wiederum ist ein gescheiterter Polizeihund und zusammen bilden die beiden die "Little Detective Agency". Ihr aktueller (und in Buchform erster) Fall ist gleich ein ziemlich kniffliger:
Ein junges Mädchen verschwindet und lange Zeit ist nicht ein mal sicher, ob der Teenager ausgerissen, oder vielleicht doch entführt worden ist.
Trotzdem werden Bernie und Chet von der besorgten Mutter engagiert und wie es sich für gestandene Privatdetektive gehört, nehmen sie sich der Sache an.
Schnell bekommen es die beiden mit ziemlich zwielichtigen Typen zu tun und rutschen immer tiefer in ein sehr gefährliches Abenteuer.
Was es mit dem Verschwinden des Mädchens auf sich hat und ob die beiden Detektive heil aus der Sache herauskommen, das wird hier natürlich nicht verraten.
Stattdessen noch ein paar Worte zum Buch.
Die Geschichte wird komplett aus Chets Perspektive erzählt. Das ist schon mal eine Sache, die unheimlich viel Spaß macht, denn wie für einen Hund üblich, verliert Chet schon mal den Faden wenn er etwas interessantes zu riechen bekommt, oder beispielsweise eine Katze seinen Weg kreuzt.
Darüber hinaus hat er auch sonst mit den typischen Schwächen eines Hundes zu kämpfen. So lässt ihn beispielsweise schon mal sein Erinnerungsvermögen im Stich, oder er gibt unversehens seinem Jagd- und Spieltrieb nach. Auf der anderen Seite ist er aber auch immer wieder eine große Hilfe für Bernie, denn neben seinen Schwächen, gibt es da natürlich auch seine ausgezeichnete Spürnase.

Was sehr schnell deutlich wird: Der Autor ist entweder selbst Hundebesitzer, oder er hat sich eingehend mit den Verhaltensweisen der Vierbeiner auseinandergesetzt, denn immer wieder habe ich meinen eigenen Hund in Chet wiedergefunden. Das hat mir zusätzlich viel Freude bereitet.

Wenn Ihr Krimis und Hunde mögt und Euch an der ungewöhnlichen Erzählperspektive nicht stört, dann werdet Ihr dieses Buch lieben!

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163 Bibliotheken, 3 Leser, 11 Gruppen, 43 Rezensionen

oktoberfest, münchen, thriller, geiselnahme, anschlag

Oktoberfest

Christoph Scholder
Fester Einband: 603 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 12.08.2010
ISBN 9783426198889
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

O’zapft is!

Wie in den Jahren zuvor, stürmen auch dieses mal wieder Millionen Menschen auf das größte Volksfest Deutschlands, dem Oktoberfest in München.

Doch was ein feuchtfröhliches Beisammensein werden sollte, wird unversehens zur Katastrophe.

Während die Menschen fröhlich in riesigen Zelten feiern und tanzen, bricht ein Höllenszenario los. Gas strömt in ein erstes Zelt und dies ist nur der Anfang eines Anschlags, der in eine der größten Geiselnahmen aller Zeiten gipfelt - 70.000 Menschen in den Händen von Terroristen!

So viel zur spannenden Ausgangssituation.

Wie sich die ganze Sache entwickelt und was für ein Ende die Geschichte nimmt, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. Das Buch punktet ohne Zweifel mit seinem fesselnden Szenario.

Jedes Jahr aufs neue werden wir medial zugebombt mit (mehr oder weniger wichtigen) News aus München. Wir sind vertraut mit den Gepflogenheiten des Münchner Oktoberfestes. Nicht zuletzt diese Tatsache sorgt dafür, das wir alle mittendrin, statt nur dabei sind, wenn es zum oben erwähnten Anschlag kommt.

Die Kapitel sind allesamt sehr kurz gehalten, das Gleiche gilt für die Sätze. Das alles animiert zum Weiterlesen. Ein „Pageturner“ im eigentlichen Sinne ist „Oktoberfest“ von Christoph Scholder für mich trotzdem nicht geworden. So verzichtet der Autor beispielsweise beinahe vollständig auf die von Thrillerfans so heißgeliebten Cliffhanger.

Auch ist die Einleitung für meinen Geschmack etwas zu umfangreich geraten - ein paar Seiten weniger hätten es sicher auch getan.

Trotzdem überwiegen für mich unterm Strich die Stärken. Sind die ersten ca. 150 Seiten erst einmal geschafft und die Handlungsstränge zusammen gelaufen, gewinnt die Geschichte an Tempo.

Wer sich an der schlichten Sprache und den wenigen Schwächen nicht aufhängt, hat mit "Oktoberfest" von Christoph Scholder sicher seinen Spaß.

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209 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 18 Rezensionen

thriller, flucht, mord, jeffery deaver, doppelmord

Nachtschrei

Jeffery Deaver , Thomas Haufschild
Flexibler Einband: 508 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.10.2010
ISBN 9783442374717
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Emma möchte zusammen mit ihrem Mann Steven das Wochenende in ihrem einsam gelegenen Ferienhaus verbringen. Ein paar ruhige Tage sollen es werden. Gerade erst angekommen, dringen zwei maskierte und bewaffnete Männer ins Haus.
Steven schafft es zwar noch den Notruf zu wählen, einer der Einbrecher unterbindet das Gespräch aber ziemlich schnell und ziemlich unsanft und so erreicht die Polizeistation zwar ein Anruf, mehr als das Wort "Dies" kommt aber leider nicht an.
Dem Sheriff reicht das allerdings um die Sache zumindest zu überprüfen und so bittet er Deputy Brynn McKenzie zu dem Haus zu fahren und nach dem Rechten zu sehen. Sie fährt also zum Lake Mondac, dem Ort, an dem das einsame Haus steht, findet dort aber nur die Leichen von Emma und Steven. Darüber hinaus trifft sie allerdings auch auf die beiden bewaffneten Einbrecher und nach einem kurzen Schusswechsel bleibt Brynn erstmal nichts anderes übrig, als zu flüchten. Auf eben dieser Flucht stößt sie auf die verängstigte Michelle, eine Freundin von Emma und Steven, die das Verbrechen mit angesehen hat.
Da die beiden Killer Zeugen gegenüber aber nicht wirklich aufgeschlossen sind, jagen sie die beiden Frauen quer durch die Wildnis. Ein Katz- und Maus Spiel beginnt.

Meine Meinung:
"Nachtschrei" von Jeffery Deaver ist ein echter Hochgeschwindigkeitsthriller. Das Buch legt wirklich gleich am Anfang ein ziemlich hohes Tempo vor und von einigen wenigen, gut dosierte Atempausen abgesehen, ist das Buch wirklich über die kompletten ca. 500 Seiten sehr spannend erzählt.
Mir hat sehr gut gefallen, wie sich die beiden ungleichen Frauen auf der Flucht arrangieren müssen, wie sie langsam zusammenwachsen und zu einem Team werden. Das Gleiche gilt übrigens auch für die beiden Killer. Beide grundverschieden, raufen sich für den Auftrag irgendwie zusammen und müssen miteinander klar kommen. Leider gehöre ich zu den Leuten, die große Überraschungen schon recht früh erahnen. "Nachtschrei" hat mich zumindest ein mal wirklich überrascht. Wie und in welcher Weise, wird hier freilich nicht verraten.
Weniger gut hat mir die Tatsache gefallen, das der Ablauf der Geschichte über weite Strecken nicht wirklich glaubhaft war. Ich weiß zwar nicht genau, wie viel hundert/tausend Hektar dieser Wald groß sein soll, aber der Beschreibung nach sollte er zumindest so groß sein, das man sich zu zweit gut darin hätte verstecken können, ohne alle paar Kilometer wieder über die Killer zu stolpern.
Andererseits lebt das Buch natürlich von diesen Begegnungen und den Konfrontationen, von daher drücke ich diesbezüglich gerne beide Augen zu. Wenn Ihr das auch könnt und darüber hinaus Thriller mögt, dann empfehle ich Euch "Nachtschrei" von Jeffery Deaver unbedingt. Es ist flüssig geschrieben, die Personenzahl ist überschaubar und die Kapitel sind sehr kurz gehalten. Unterm Strich also ein echter Pageturner.

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E-Mail: daniel@papiertourist.de

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77 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 10 Rezensionen

geheimnis, tagebuch, krimi, unheimlich, jungendbuch

Skeleton Creek - Wenn das Böse erwacht

Patrick Carman
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei cbj, 01.09.2010
ISBN 9783570138809
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es kommt nicht oft vor, das ich ein Buch in die Hand nehme, zu lesen beginne und dieses erst dann wieder weglegen kann, wenn ich es komplett fertiggelesen habe. Genau so ging es mir mit "Skeleton Creek - Wenn das Böse erwacht" von Patrick Carman.
Bevor ich auf die Besonderheiten dieses Buches zu sprechen komme (da gibt es nämlich einige), zunächst ein paar Worte zur Gechichte.

Ryan und Sarah sind zwar beste Freunde, aber irgendwie tun die beiden sich nicht gut. Immer wieder geraten sie entweder in Schwierigkeiten, oder in Gefahr. Hin und wieder schaffen sie sogar eine Kombination aus beiden Dingen. Gemeinsam sind sie ein wenig wie Streichholz und Dynamit: Eine explosive Mischung.
Wie das mit guten Freunden aber nunmal ist, können die beiden nicht voneinander lassen und es kommt wie es kommen muss: Sarah und Ryan versuchen hinter das Geheimnis der Goldgräberstadt "Skeleton Creek" zu kommen und während ihrer Nachforschungen verunglückt Ryan schwer.
Als er aus dem Koma erwacht, ist nichts mehr so, wie es war, denn die Eltern verbieten ihm endgültig den Umgang mit Sarah.
Das hindert die beiden freilich nicht daran, weiter Nachforschungen zu betreiben. Ryan ist zwar aufgrund seiner Verletzungen ans Bett gefesselt, er forscht aber per Internet und in der eigenen Bekanntschaft weiter, während Sarah mit ihrer Videokamera nach Antworten sucht. Während dieser Zeit kommunizieren sie heimlich per E-Mail weiter miteinander und Sarah sendet Ryan immer wieder Passwörter, mit denen er sich ihre Filme ansehen kann.
An dieser Stelle kommt die dem Buch beiliegende DVD ins Spiel. Auf der findet Ihr nämlich die Clips, die Sarah während ihrer Nachforschungen filmt.
Das ist ungemein mitreissend, denn die Kombination aus spannender Geschichte und den dazu passenden Videos sorgt dafür, das ihr noch tiefer in die Geschichte eintaucht.

Das Buch selber ist aufgebaut wie ein Tagebuch. Um genau zu sein, ist es das Tagebuch von Ryan, der nicht nur den E-Mail Kontakt mit Sarah ausruckt und in das Buch klebt, sondern darin auch alle Forschungsergebnisse notiert, Skizzen zeichnet usw.
So ist das komplette Buch mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet und es macht wirklich Spaß, darin zu blättern und gemeinsam mit Ryan und Sarah dieses spannende Abenteuer zu durchleben.

Leider Gottes endet das Buch mit einem üblen Cliffhanger, denn die Story geht im zweiten Teil weiter und ich kann es nicht erwarten, diesen endlich in den Händen zu halten.
Ich wurde schon lange nicht mehr auf so einfache Art und Weise (das Buch liest sich nämlich tatsächlich wie das Tagebuch eines Teenagers) so gut unterhalten! Ich liebe Bücher, ich liebe Filme und dieser interaktive Mix hat mir ganz besonders viel Freude gemacht.

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Homepage: Papiertourist.de
E-Mail: daniel@papiertourist.de

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

ismay, heather, verleugnen, familie, see

Die Unschuld des Wassers

Ruth Rendell , Eva L. Wahser
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 22.06.2010
ISBN 9783764502683
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Unschuld des Wassers – Ruth Rendell

Inhalt:
"Die Unschuld des Wassers" dreht sich in erster Linie um einen Vorfall, der bereits viele Jahre zurück liegt.
Heather -damals noch ein Kind- war mit ihrem Stiefvater allein zu hause, als das Unfassbare passiert. Der Stiefvater stirbt auf unerklärliche Art und Weise in der Badewanne. Schwester Ismay kommt zusammen mit der Mutter nach hause und sie finden den Stiefvater ertrunken und Heather klatschnass und ungewohnt still vor.
Der Verdacht liegt nahe, das Heather aus irgend einem Grund ihren Stiefvater ermordet hat.
Die Mutter driftet kurz nach dem Tod ihres Mannes in die Schizophrenie ab, lebt fortan in ihrer eigenen Welt und Ismay liebt ihre Schwester viel zu sehr, als das sie dieses Thema anzusprechen wagt. Und so vergehen 9 Jahre des Schweigens. Als beide längst erwachsen sind, passiert ein weiterer Mord und Ismay hat allen Grund, wieder ihre Schwester Heather zu verdächtigen.

Meine Meinung:
„Die Unschuld des Wassers“ ist ein Buch, von dem ich etwas vollkommen anderes erwartet habe, das mich aber trotzdem auf ziemlich eigenwillige Art und Weise fasziniert hat.
Wer denkt bei der Inhaltsangabe dieses Buches nicht zunächst an einen Krimi oder Thriller?
Das Buch wird u.a. mit einem Zitat beworben, in dem Ruth Rendell als Autorin für tiefgründige Spannungsliteratur betitelt wird. Das stimmt sicher auch, "Die Unschuld des Wassers" ist ohne Frage tiefgründig und literarisch durchaus anspruchsvoll, aber "Spannungsliteratur" sieht für mich definitiv anders aus. Das bedeutet nun um Gottes Willen nicht, dass das Buch langweilig ist, ganz im Gegenteil, aber um Eure Fingernägel z.B. müsst Ihr Euch sicher keine Sorgen machen und auch wenn Ihr Abends allein zu hause seid, könnt Ihr das Buch lesen, ohne die ganze Nacht über das Licht brennen lassen zu müssen.
Was hat mich nun also fasziniert an dieser Geschichte?
Zum einen die hervorragend herausgearbeiteten Figuren. Gleich vorweg, es sind eine ganze Menge Figuren, die beinahe allesamt (mehr oder weniger) wichtige Rollen spielen. Mir persönlich ist das Auseinanderhalten aber trotz der Fülle nie schwer gefallen, weil wirklich jede dieser Figuren einen ganz eigenen Charakter, ein ganz eigenes Profil hat.
Darüber hinaus hat mir sehr gut gefallen, wie Rendell aus den vielen einzelnen Handlungsfäden peu à peu einen stimmigen Handlungsteppich knüpft. Irgendwann kreuzen sich die Wege beinahe aller Figuren und es wird klar, warum diese oder jene Information -ganz gleich wie banal sie zunächst wirkt- am Ende eben doch eine wichtige Rolle spielt.

Fazit: „Die Unschuld des Wassers“ ist ein Buch, für das Ihr Zeit braucht und für das Ihr Euch Zeit nehmen solltet. Wie immer mein Rat: Lest ein paar Seiten zur Probe. Der Verlag bietet auf seiner Homepage eine umfangreiche Leseprobe an. Nutzt diese und lasst Euch überzeugen. Mir hat das Buch eine Menge Freude bereitet.

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nibelungen, edda, sigurd, tolkien, fafnir

Die Legende von Sigurd und Gudrún

J. R. R. Tolkien , Christopher Tolkien , Hans-Ulrich Möhring , John R Tolkien
Fester Einband: 559 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 01.08.2010
ISBN 9783608937954
Genre: Fantasy

Rezension:

Im Nachlass Tolkiens entdeckt und von Sohn Christopher veröffentlicht, ist dieses Buch für den Literaturmarkt ohne Frage eine kleine Sensation.
Aber eine Warnung vorweg: Wer einen neuen „Hobbit“, oder gar den nächsten „Herr der Ringe“ erwartet, der wird zwangsläufig von „Die Legende von Sigurd und Gudrún“ enttäuscht sein, es sei denn, er mochte zum Beispiel die Gesänge in "Der Herr der Ringe", also die Textpassagen in Strophenform. Wenn das auf Euch zutrifft, dürftet ihr dieses Buch lieben, denn die Geschichte wird komplett in genau dieser Form erzählt.
Tolkien war fasziniert von der Edda, von den alten Geschichten der nordischen Welt und er hat mit "Die Legende von Sigurd und Gudrun" seine Version dieser Geschichte erzählt. Es handelt sich also ausdrücklich nicht um eine Übersetzung der alten Sagen, sondern um eine Neuerzählung! Um seine Neuerzählung.
Wie soll man nun diese Geschichte in wenigen Worten zusammenfassen? Das wird tatsächlich nicht ohne weiteres möglich sein, darum schneide ich das Thema auch nur kurz an:
Es sind Götter- und Heldensagen, es ist aber kein durchgängig erzähltes Epos. Ein großer Teil der Geschichte wird beispielsweise in Form von Dialogen erzählt . Es geht in verschiedenen Varianten immer wieder um Tod, Rache, Mord, Hass und Liebe. Dabei war ich doch überrascht, wie viele Parallelen es zu Tolkien's anderen Werken gibt. Der Drache Fafnir beispielsweise bewacht einen Schatz. Ein Teil dieses Schatzes ist ein verfluchter Ring. Das ist nur eines von vielen Beispielen. Es ist also davon auszugehen, das sich Tolkien Inspiration geholt hat, bei diesen altnordischen Geschichten, die ihn schon als Kind so sehr fasziniert haben.
Mit der Übersetzung einer Geschichte steht oder fällt bekanntlich auch immer ein wenig die Qualität eines Buches und in diesem Fall ist eine gelungene Übertragung in die deutsche Sprache sicherlich besonders schwierig und wichtig gewesen. Hans Möhring hat hier meiner Meinung nach ganz hervorragende Arbeit geleistet. Der Text befindet sich im Buch jeweils im englischen Original auf der einen, und in der Übersetzung auf der anderen Seite. Ihr habt also die Möglichkeit, direkt zu vergleichen und Euch selber von der Kraft und Eleganz der deutschen Übersetzung zu überzeugen.

Für wen ist dieses Buch also nun geeignet? Auf jeden Fall sicherlich schon mal für all die Leute, die Tolkien's Werke sammeln (ganz klar), darüber hinaus für Anhänger der nordischen Götter- und Heldensagen und für Freunde sprachgewaltiger Literatur.
Trotzdem empfehle ich unbedingt, zunächst einen Blick ins Buch zu werfen. Das empfehle ich im Allgemeinen sowieso immer, in diesem speziellen Fall aber ganz besonders, um eventuellen Enttäuschungen vorzubeugen. Die Gründe habe ich weiter oben ja bereits genannt.

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Tags: edda, herr der rige, hobbit, tolkien   (4)
 

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637 Bibliotheken, 9 Leser, 6 Gruppen, 96 Rezensionen

paris, gargoyle, grim, fantasy, gargoyles

Grim - Das Siegel des Feuers

Gesa Schwartz
Fester Einband: 677 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 08.03.2010
ISBN 9783802583032
Genre: Fantasy

Rezension:

Story:
Der Pariser Gargoyle Grim ist ein steinerner Gesetzeshüter und dafür verantwortlich, dass kein Mensch von der Existenz seines Volkes erfährt.
Auf der anderen Seite ist da die junge Menschenfrau Mia, die über eine besondere Gabe verfügt: Sie ist eine "Seherin des Möglichen", eine sogenannte Hartide.
Mia gerät in den Besitz eines Pergaments, das mit merkwürdigen, für sie nicht identifizierbaren Schriftzeichen bedeckt ist. Eines Tages kreuzen sich die Wege von Grim und Mia und gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach dem Schlüssel zum Geheimnis dieses Pergaments.

Meine Meinung:
Die oben geschilderte Story ist nur das Grundgerüst für eine sehr fantasievoll und einfallsreich erzählte Geschichte.
Mit knapp 700 Seiten ist das Buch sehr umfangreich und auch wenn die Geschichte zu keiner Zeit langweilig wird, habe ich rückblickend doch den Eindruck, man hätte sie hier und da etwas straffen können. Der Erzählstil ist insgesamt sehr flüssig, wenngleich mir einige Wiederholungen etwas störend aufgefallen sind. Gesa Schwartz hätte in der Sprache ruhig etwas variieren dürfen, wiederholen sich stellenweise doch ganze Sätze immer wieder aufs Neue (wie oft kam allein auf den ersten 100 Seiten der Satz „Grim stieß die Luft aus“ vor?).
Auf der anderen Seite sind da aber auch einige wundervolle und sehr greifbar beschriebene Passagen, von Gesa Schwartz genau auf den Punkt getroffen und atmosphärisch unheimlich dicht erzählt. Die Beschreibung der geheimen Bar, einem Treffpunkt für die Wesen der Anderswelt ist da ein gutes Beispiel. Einfallsreicher und detaillierter hätte man diese Szenen kaum erzählen können.
Wichtige Ereignisse werden hin und wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Ein Stilmittel, das hier ganz besonders gut passt, versorgt uns die Autorin auf diesem Weg doch nach und nach mit Puzzelteilen, die später von uns zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengesetzt werden. Auch für ihre Kreativität beim Erschaffen der Figuren muss ich Gesa Schwartz loben: Neben Elfen, Gargoyles, Nymphen und Co. gibt es von fliegenden Eseln, über menschenfressende Hunde bis zum besonders liebenswerten Hilfskobold „Remis“ einige sehr interessante Kreaturen zu entdecken.
Mein Fazit: Vor allem das unverbrauchte Fantasy-Szenario und die spannende Geschichte mit all ihren (mal mehr, mal weniger) liebenswerten Figuren haben es mir angetan.
Von den wenigen kleinen Schönheitsfehlern abgesehen, ist „Grim: Das Siegel des Feuers“ ein rundum gelungenes Fantasy-Buch! Wenn Ihr dem Genre also zugetan seid, tut Euch selbst einen Gefallen und schaut es Euch mal genauer an! Viel Spaß!

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Tags: fantasy, fantasy   (2)
 

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636 Bibliotheken, 7 Leser, 18 Gruppen, 113 Rezensionen

liebe, flucht, tod, london, zahlen

Numbers - Den Tod im Blick

Rachel Ward
Flexibler Einband: 362 Seiten
Erschienen bei Chicken House, 17.03.2010
ISBN 9783551520074
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Story:
Die 15jährige Jem hat eine Gabe: Sieht sie einem Menschen in die Augen, erscheint vor ihrem inneren Auge eine Zahl. Es handelt sich um ein Datum, nämlich dem Todesdatum des Menschen, der ihr in die Augen sieht.
Für Jem ist es mehr Fluch als Segen, denn sie wird dadurch ständig mit dem Tod und der Vergänglichkeit ihrer Mitmenschen konfrontiert.
Irgendwann lernt sie den durchgeknallten "Spinne" kennen, mag ihn zunächst zwar nicht, aber im Laufe der Zeit lässt sie sich auf ihn ein. Die beiden kommen sich näher und verbringen viel Zeit miteinander und ihr Weg führt sie eines Tages zum "London Eye", dem Riesenrad in London. Jem fällt schnell auf, das alle Menschen in der nahen Umgebung das gleiche Todesdatum "in ihren Augen" tragen. Jem weiß, das hier etwas nicht stimmt und überredet Spinne zur Flucht. Damit weckt sie schlafende Hunde, denn die Polizei verdächtigt und verfolgt die beiden von nun an.

Meine Meinung:
Das Buch beginnt in einem Wahnsinnstempo. Rachel Ward macht neugierig auf die beiden Protagonisten, erzählt in kurzen Rückblenden von Jems Kindheit, ihren Problemen in der Schule, ihren Schwierigkeiten mit zwischenmenschlicher Nähe usw.
Dann kommt es zu oben beschriebenem Zwischenfall am "London Eye" und der Rhythmus des Buches ändert sich komplett.
Ward nimmt sich viel Zeit für die Flucht von Spinne und Jem, sie schlägt ruhigere und nachdenklichere Töne an und nimmt deutlich das Tempo aus dem Buch. Das hat mich zunächst irritiert, denn eigentlich bin ich eher den umgekehrten Weg gewohnt: Ruhiger Beginn und temporeiches Ende.
Die Helden der Geschichte sind keine, jede Figur hat Fehler, Ecken und Kanten. Protagonistin Jem war mir über weite Strecken sogar unsympathisch, ohne das es mir den Spaß am Buch hätte verderben können. Die häufig kritisierte Sprache ist eben genau dieser Figur geschuldet, wird das Buch doch aus der Perspektive von Jem erzählt. Ihre Sprache ist keine blumige, die schroffe Wortwahl gehört zu ihrem Charakter und ist Ergebnis ihres verpfuschten Lebens.
Mich hat "Numbers" gefesselt und auch in den stillen Momenten begeistert. Rachel Ward erspart uns den moralischen Zeigefinger und erzählt in glaubhaften Worten eine sehr spannende Geschichte. Die Fortsetzung ist bereits angekündigt.

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Tags: jungend, london   (2)
 

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283 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 51 Rezensionen

tagebuch, schule, comic, greg, jugendbuch

Gregs Tagebuch 1 - Von Idioten umzingelt!

Jeff Kinney ,
Fester Einband: 218 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 18.08.2008
ISBN 9783833936326
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Story: Der 13-jährige Greg Heffley bekommt von seiner Mutter ein Tagebuch geschenkt. Da Tagebücher aber bekanntlich Mädchenangelegenheiten sind, ist Greg zunächst alles andere als begeistert, fängt aber trotzdem schon sehr bald an, Notizen seiner alltäglichen Probleme und Abenteuer hinein zu schreiben. Schließlich -da ist Greg sich sicher- wird er mal ein Star und die Nachwelt muss erfahren, was Greg in seiner Jugend so erlebt hat.

Meinung: Der Titel verrät es schon: Das Buch ist aufgebaut wie ein Tagebuch, entsprechend liest sich die Geschichte auch nicht wie ein Roman. Es sind eher einzelne, humorvolle Episoden aus Gregs Leben, Sketche, durch die sich zwar ein roter Faden zieht, die aber auch einzeln lesbar sind.

"Gregs Tagebücher" (es gibt inzwischen vier) richten sich ohne Zweifel in erster Linie an Kinder und junge Jugendliche. Trotzdem bin ich mir sicher, das auch viele Erwachsene Leser viel Freude an den Abenteuer des chronischen "Verlierers" Greg haben werden.
Ich hatte jedenfalls eine Menge Spaß mit diesem Comic-Roman-Hybriden.

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Tags: baumhaus schule humor pubertät comic roman idioten   (1)
 
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