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148 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 96 Rezensionen

thriller, zoo, nachtwild, amoklauf, gin phillips

NACHTWILD

Gin Phillips , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 29.03.2018
ISBN 9783423261968
Genre: Krimi und Thriller

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44 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

krimi, havel, mord, rache, tim pieper

Tiefe Havel

Tim Pieper
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 15.03.2018
ISBN 9783740802851
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Havel- dunkel, kalt und tief! Tim Pieper hat seinen dritten Kriminalroman der Toni Sanftleben- Reihe im März 2018 beim Emons Verlag veröffentlicht. Es ist erschreckend, dem Verbrechen so nah zu sein, denn der Schauplatz der Handlung befindet sich sozusagen vor meiner Haustür. Erst jetzt begreife ich es, ich lebe im „Mörderischen Brandenburg“! Die MS „Beate“ treibt im Havelkanal. Ihr Kapitän wurde bei Nacht und Nebel von einem Profikiller hingerichtet. Ich frage mich, warum Jürgen Seitz sterben musste. Seine Frau und sein Sohn sind vor einiger Zeit bei einem schweren Autounfall ums Leben gekommen und nun ist auch noch seine Enkelin schwer erkrankt. Hat sich Jürgen Seitz auf krumme Geschäfte eingelassen? Der Profikiller schlägt erneut zu und eine Blutspur zieht sich durchs Land. Zu spät begreift Toni Sanftleben, dass er unfreiwillig mit in das Geschehen gezogen wird. Der Kriminalroman spielt zum Teil in der Gemeinde Groß Kreutz auf einem ehemaligen Obsthof bei Deetz. Dorthin ist Toni Sanftlebens Frau Sofie vor fast zwei Jahren gezogen, nachdem sie es auf dem gemeinsamen Hausboot nicht mehr ausgehalten hat. Lasst mich kurz zurückblicken. 1998 war Sofie auf dem Baumblütenfest in Werder verschwunden und Toni suchte sie viele Jahre verzweifelt. Doch nachdem er sie endlich wiederfand, ist nichts mehr wie es einmal war. Wird es für die beiden einen gemeinsamen Neuanfang geben oder werden sie getrennte Wege gehen? „Tiefe Havel“ schließt nahtlos an die vorangegangen Bücher „Dunkle Havel“ und „Kalte Havel“ an. Daher würde ich empfehlen, diese zuvor zu lesen. Dennoch ist es möglich, mit Band 3 in die Reihe einzusteigen, da Tim Pieper die wichtigsten Fakten der ersten Teile wiederholt. Ich mag den lebendigen Schreibstil des Autors und man merkt schnell, dass er die Landschaft und die Menschen rund um die Havel liebt. Mit Toni Sanftleben ist ihm ein eigenwilliger Charakter gelungen. Ich finde es beeindruckend, wie der Potsdamer Hauptkommissar, der trockener Alkoholiker ist, dargestellt wird. Als Leser erlebe ich Sanftlebens Höhen und Tiefen, spüre wie der Alkohol um ihn herumschleicht und hoffe, er möge ihm trotzen. Ferner inszeniert Tim Pieper einen jungen Mann namens Sandro, der meine Gefühlswelt ziemlich durcheinander bringt. Einerseits wirkt er liebenswert im Umgang mit Tieren, andererseits entwickelt er in der Gesellschaft von Menschen eine enorme Brutalität und Kaltblütigkeit. Die Charaktere sind wohl überlegt ausgearbeitet und perfekt in die Geschichte integriert. Sie haben mich mitgerissen und mir Einblicke in ihr Seelenleben gewährt. Das fand ich, abgesehen von der verworrenen Handlung, extrem spannend. Außerdem verarbeitet Tim Pieper reale Hintergründe in seiner fiktiven Story und überrascht mit interessanten Wendungen. Für mich war es ein besonderes Leseerlebnis, weil ich die im Buch detailgetreu beschrieben Orte sehr gut kenne. Fesselndes Krimivernügen aus dem Berliner Umland! Lesen!!!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Und dafür hab ich mir die Beine rasiert?

Charlotte Caspa
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.02.2018
ISBN 9783499633034
Genre: Humor

Rezension:

Ich wollte endlich die ganze Wahrheit über Liebe, Sex und die Suche nach dem großen Glück erfahren. Daher schien es mir unabdingbar das Buch von Charlotte Caspa mit dem coolen Titel „Und dafür hab ich mir die Beine rasiert?“ zu studieren. Allein das Cover ist schon ein echter Hingucker, erzeugt Neugier. Die 250 Seiten umfassende Enzyklopädie für die Frau von Heute gehört in jedes Buchregal, bzw. auf jeden Nachttisch. Sie wird euch die Augen öffnen und euch mit den nackten Tatsachen konfrontieren. Einiges werdet ihr schon vermutet haben, aber jetzt habt ihr es schwarz auf weiß. Könnt ihr die Wahrheit z.B. über Männer vertragen? Wusstet ihr, dass ab 50 jeder 2.Mann schnarcht, Männer doppelt so oft lügen wie Frauen, fünfmal so oft vom Blitz getroffen werden wie Frauen, fünf Jahre früher sterben als Frauen und sich häufiger umbringen. Immerhin könnten Männer viel länger leben, wenn sie sich kastrieren lassen. Dies sind nur einige Beispiele, die Buchautorin Charlotte Caspa mit Quellenangaben in ihrem Werk dokumentiert. Wenn ihr das Kapitel „Männer“ abgearbeitet habt, wird es brutal und starke Nerven sind gefragt. Es ist wahr, ihr werdet im Leben zwölf Mörder treffen und in diesem Augenblick sind weltweit 45 Millionen Menschen betrunken. Aber Charlotte Caspa geht noch weiter. Schonungslos konfrontiert sie euch mit dem Unausweichlichem, mit euerm Ende. Keiner kann entkommen. Es ist, wie es ist. Unausweichlich. Dazu gibt es eine Aufstellung, was euer „Abgang“ kostet. Anhand dieser wenigen Fallbeispiele wird wohl deutlich, dass es sich hier um schwer verdauliche Buchkost handelt. Humorvolle Realisten werden sich jedoch prächtig unterhalten. Obwohl es sich im Grunde genommen nur um eine Zusammenstellung von Fakten handelt, habe ich mich mit diesem kleinen Büchlein prächtig amüsiert. Besonders gelungen fand ich die locker-flockigen Anmerkungen der Autorin, die mich schmunzeln ließen. Ich lege euch dieses Standardwerk der Lebenswirklichkeit an Herz. Ein originelles Geschenk für gute Freunde.

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15 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

biggi, dominik, kim rylee, mia, olli

Das Dienstverhältnis

Kim Rylee
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei epubli, 21.12.2017
ISBN 9783745072792
Genre: Krimi und Thriller

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24 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

ostsee, krimi, boddenlandschaft, fischland-darß, erbschaft

Kalter Sand

Anja Behn
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 15.03.2018
ISBN 9783740802813
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem sich Kunsthistoriker Richard Gruben in „Stumme Wasser“ und „Küstenbrut“ bereits als Undercover-Ermittler betätigt hat, lag es nahe, dass Buchautorin Anja Behn in ihrem neuen Küsten Krimi „Kalter Sand“ wieder seine Unterstützung in Anspruch nimmt. Es ist das dritte Buch der Richard Gruben -Reihe! Richards Freund Philipp Stöbesand ist Fotograf und veranstaltet eine Vernissage. Diese nimmt Philipp zum Anlass, seinen alten Freund an die Ostsee einzuladen. Schon kurz nach Richards Ankunft erfährt er von einem ungeklärten Mordfall, in welchem Philipp vor 6 Jahren als Hauptverdächtiger galt. Ein junges Mädchen wurde erdrosselt und auf Philipps Kamera fand man Nacktfotos vom Opfer. Warum hat Philipp nie mit seinem Freund über dieses Thema gesprochen? Überhaupt scheint Philipp das Leben nur noch im Alkoholrausch ertragen zu können. Irgendetwas belastet ihn, das spürt Richard. Er kann nicht glauben, dass sein Freund etwas mit dem Mord zu tun hat und ermittelt auf eigene Faust. Doch schon bald überschlagen sich die Ereignisse. Anja Behn setzt mit ihrem unheimlichen Prolog gleich zu Beginn einen Spannungseffekt, der mir Gänsehaut bescherte. Neugierig verfolgte ich das Geschehen, lernte die Menschen in Philipps Umfeld kennen und begann zu rätseln und zu spekulieren. Da ich die Vorgängerbücher gelesen habe, freute ich mich über die erneute Begegnung mit Prof. Richard Gruben. Was für ein interessanter und charmanter Mann, neugierig und mutig. Einen Kunsthistoriker als Ermittler einzusetzen ist nicht alltäglich, gefällt mir aber sehr gut. Die Handlung ist geheimnisvoll und voller ungeahnter Wendungen und falscher Fährten. Ich hatte lange keine heiße Spur. Und genau das hat mich so gefesselt und darum konnte ich auch nicht mehr aufhören zu lesen. Zwischendurch fragte ich mich, wie Anja Behn dieses Wirrwarr entknoten wird. Aber das gelingt ihr hervorragend in einem temporeichen, nervenaufreibenden Finale. Passend zur Story ist die Wahl des Settings. Sofort hatte ich Bilder im Kopf, schmeckte das Salz auf den Lippen und spürte den Wind in den Haaren. Daher dürfte sich dieser Küsten Krimi bestens als Urlaubslektüre eignen. Für mich war Anja Behns spannungsreiche und verzwickte Lektüre wieder ei Leseerlebnis. Wer gern Krimis liest, wird die Richard Gruben Reihe mögen!

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

alter, erinnerungen, glück, kleinstadt, mutter

Mitte 40, fertig, los

Franka Bloom
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 27.03.2018
ISBN 9783499274374
Genre: Romane

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71 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

schlesien, gerhart hauptmann, wiesenstein, nachkriegszeit, vertreibung

Wiesenstein

Hans Pleschinski
Fester Einband: 552 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 19.03.2018
ISBN 9783406700613
Genre: Romane

Rezension:


Eine Werbeanzeige des Verlags C.H.Beck machte mich neugierig. 
Seit ich „Die Weber“ in der Schule gelesen habe, interessiere ich mich für die Werke des großen deutschen Dichters Gerhart Hauptmann. 
Ich war sehr gespannt und wollte mehr über die Villa Wiesenstein erfahren, jenem prächtigen Anwesen im Riesengebirge, in welchem die Familie Hauptmann residierte. 


Hans Pleschinskis Geschichte beginnt im Jahr 1945 im zerstörten Dresden. Gerhart Hauptmann war hier mit seiner Frau Margarete in einem Sanatorium zur Erholung. Doch nun zieht es die beiden in ihre Heimat nach Schlesien zurück. Mit militärischem Begleitschutz werden sie zum Zug gebracht und ihre strapaziöse Reise Richtung Osten beginnt. 
Endlich auf Wiesenstein angekommen, hoffen sie, ihr luxuriöses Leben weiterleben zu können, samt Zofe, Butler, Gärtner, Köchin, Sekretärin und eigenem Masseur. Doch die Zeiten haben sich geändert, russische und polnische Truppen sind im Anmarsch und das alte Schlesien droht unterzugehen. 


Hans Pleschinski beschreibt detailreich, bildhaft und einfühlsam den Lebensabend des großen Genies Gerhart Hauptmann, der langsam seiner Vitalität beraubt wird. Geplagt von körperlichen Gebrechen, versucht er sich geistig mühsam mit seiner Dichtkunst bei Laune zu halten. Die große Flucht, das Ende des Krieges und der drohende Verlust der Heimat gehen nicht spurlos an der Familie Hauptmann vorüber. Was bleibt am Ende?


Eindrucksvoll beleuchtet Pleschinski alle Facetten des berühmten Autors und bindet auch Hauptmanns Tagebuchnotizen mit ein. Ich war überrascht, wie der große Dichter es aufgrund seiner Popularität verstanden hat, sich die jeweiligen Machthaber zunutze zu machen und dabei weiter im Luxus schwelgen konnte. Ich hatte das Gefühl, er dreht sein Fähnchen gerne nach dem Wind, ohne sich konkret festzulegen. 
Die beschriebenen Orte und das Zeitgeschehen wirkten auf mich lebendig, so dass ich mich gut in die Szenerie hineinversetzen konnte. 
Interessant fand ich auch die Bezüge zu anderen Schriftstellern wie Gerhart Pohl, Thomas Mann und Johannes R. Becher. Pleschinskis literarischer Schreibstil passt gut zur Thematik. 
Für mich war „Wiesenstein“ dennoch eine Herausforderung. Pleschinski geht auf mehr als 500 Seiten sehr in die Tiefe, beleuchtet Hauptmanns Werke ausgiebig. Das erfordert ein hohes Maß an Konzentration. An einigen Stellen fand ich das Buch etwas ermüdend, habe mich teilweise durch die Seiten gekämpft. Die Mühe hat sich gelohnt, denn am Ende des Romans eröffnete sich mir ein umfassendes, mitunter völlig verändertes Bild, des großen deutschen Dichters Gerhart Hauptmann. 


Alles in allem dürfte klar sein, dass dieser poetische und anspruchsvolle Lesestoff nicht für jedermann geeignet ist. Der Roman trägt Sachbuchcharakter uns sei Literaturliebhabern besonders ans Herz gelegt.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

zweiter weltkrieg, vergangenheit, ligurien, familiengeschichte, freundschaft

Winterfrau und Frühlingsmädchen

Heike Fröhling
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 23.01.2018
ISBN 9781503900776
Genre: Romane

Rezension:

„Winterfrau und Frühlingsmädchen“ - was für ein ungewöhnlicher Buchtitel - war mein erster Gedanke, als ich den neuen Roman von Heike Fröhling in den Händen hielt. Ich gegrübelt, was es mit dem Titel auf sich hat. Im Nachhinein muss ich sagen, er passt perfekt zur Geschichte des Buches. „Es klingt wahrscheinlich völlig irrsinnig. Aber Sie, Marianne sind - Du bist meine Tochter.“ Stell Dir vor, da steht plötzlich eine alte Frau vor der Tür und behauptet sie sei Deine Mutter. Wie würdest Du reagieren? Marianne jedenfalls bricht nicht gerade in Begeisterungsstürme aus, als sie Else Ferrando mit dieser Nachricht konfrontiert. Sie glaubt ihr nicht. Während sich Mariannes Tochter Claudia auch dagegen sträubt, in Else ihre Großmutter zu sehen, fühlt sich Claudias Tochter Hanna von ihrer Urgroßmutter angezogen und sucht deren Nähe. Hanna interessiert sich für Elses Lebensgeschichte und spürt eine tiefe Verbundenheit. Gemeinsam begeben sich die Winterfrau und das Frühlingsmädchen auf eine Reise, zunächst nach Berlin und später in Elses Heimat Ligurien. Hanna fühlt sich in Italien sehr wohl, was auch an dem attraktiven Matteo aus der Nachbarschaft liegt... Vier unterschiedliche Frauencharaktere, vier Generationen, die Konflikte austragen und enger miteinander verbunden sind, als sie sich eingestehen wollen, prägen diese schicksalhafte Familiengeschichte. Mariannes Reaktion auf das plötzliche Auftauchen ihrer leibliche Mutter konnte ich gut nachvollziehen. Vermutlich hätte ich nicht anders reagiert. Ich kann auch verstehenen, dass sich ihre Tochter Claudia zunächst von Else distanziert. Im Gegensatz dazu steht Hanna mit ihrer frischen Art. Von Anfang an ist sie neugierig und möchte mehr über Elses Leben erfahren. Damit hatte sie mich sofort auf ihrer Seite. Ich mochte Hannas Herzlichkeit. Die Vermutung lag nahe, dass Else eine tragische Geschichte zu erzählen weiß. Dennoch hat mich die Einbindung dieses ernsten Hintergrunds überrascht. Besonders gefallen hat mir, dass Heike Fröhling die Thematik nicht seitenweise ausschlachtet, sondern sie nur leise anklingen lässt. Trotzdem ist die Botschaft deutlich. Die Handlung ist in kurze Kapitel unterteilt, die zum einen in der Gegenwart spielen und zum anderen in die Vergangenheit zurückblicken. Heike Fröhling hat einen emotional berührenden Roman geschaffen, ohne dabei zu sehr in die Tiefe zu gehen. Ein unterhaltsames, kurzweiliges, aber auch nachdenklich stimmendes Buch, welches ich sehr gern weiterempfehle.

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

raf, andreas baader, terrorist, baader, biografie

Die Akte Baader

Stefan Schweizer.
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 07.02.2018
ISBN 9783839222003
Genre: Romane

Rezension:

Aufgewachsen in der DDR, kannte ich den Namen Andreas Baader nur aus der Tagesschau. Bilder des Schreckens, die sich im Kopf manifestierten! Obwohl ich noch relativ jung war, kann ich mich z.B. an die Berichterstattung zur Entführung und Ermordung von Hanns Martin Schleyer erinnern. In der Schule war dieses Thema aus dem nichtsozialistischen Ausland tabu, was mein Interesse daran nur verstärkte. Als ich im Programm des Gmeiner Verlags Stefan Schweizers biografischen Roman „Die Akte Baader“ entdeckte, war ich sofort Feuer und Flamme. Mir war klar, dass es sich um eine Verflechtung fiktionaler Gedanken mit zeitgeschichtlichem Faktenwissen handeln würde und ich war sehr gespannt, wie Stefan Schweizer der Spagat zwischen einem Sachbuch und einem Roman gelingen würde. „Die unzähligen, endlosen und einsamen Nächte waren für Andreas Baader das Schlimmste.“ Der erste Satz dieses Buches sagt meines Erachtens schon sehr viel über den exzentrischen Menschen Andreas Baader. Oft muss er solche Nächte erlebt haben, was sich in seiner panischen Angst vor dem Gefängnis wiederspiegelte. . Nachdem der Vater im Krieg verschollen ist, wächst Andreas beinahe verhätschelt in einem Frauenhaushalt auf und rebelliert bereits in frühester Kindheit gegen alles und jeden. Schule und Beruf sind ihm ein Graus. Früh neigt er zur Gewalttätigkeit, begeht Straftaten und ist geradezu machtbesessen. Damit legt er den Grundstein für seine Karriere als Top Terrorist und Staatsfeind Nr. 1. Viele Verschwörungstheorien gibt es um den Gründer der Roten Armee Fraktion, beginnend mit seiner Mitgliedschaft bei der Kommune 1, über die Liquidierung von Widersachern in den eigenen Reihen bis hin zu Baaders mysteriösen Tod in der JVA Stuttgart-Stammheim. Stefan Schweizer chronologisiert das Leben des Andreas Baader von der Kindheit bis zu seinem Tod im Oktober 1977. Aus der neutralen Erzählperspektive beschreibt Schweizer das Geschehen. Dabei spricht er oft von „Andreas“ und lässt somit den Leser an dessen Gefühls-und Gedankenwelt teilhaben. Vermutlich hat der Autor über die Faktenlage hinaus eigene Theorien über das Leben dieses gewaltbereiten Revolutionärs entwickelt und ich finde es spannend, wie er diese im Roman verarbeitet hat. Am Ende des Buches hatte ich meine ziemlich konkrete Vorstellung von dem Mensch Andreas Baader. Mir erschloss sich ein schockierendes Bild von einem sprunghaften und gewissenlosen Mann, der es geschafft hat, mit seinem Charisma andere Menschen in seinen Bann zu ziehen, sie zu manipulieren und zu benutzen. Alkohol und Drogen konsumierte Andreas wie Schokolade. Im Rauschzustand sank offensichtlich seine Hemmschwelle, was ihn für mich noch gefährlicher machte. Er kannte keine Grenzen, hielt sich für unbesiegbar und neigte zur maßlosen Selbstüberschätzung. Dabei war er vermutlich nicht einmal besonders intelligent. Baader wollte als Racheengel und Rebell in die Geschichte eingehen. Letzteres ist ihm gelungen. Mir ist es ein Rätsel, wie es ihm gelang, intellektuelle Menschen wie Journalisten, Rechtsanwälte oder Schriftsteller für seine terroristische Vereinigung zu gewinnen. Ein Fanatismus, der für mich schwer zu begreifen ist. Stefan Schweizer schafft es außerdem, die Atmosphäre der damaligen Zeit eindrucksvoll in Szene zu setzten. Das schafft Authentizität. „Die Akte Baader“ konnte mich durchweg fesseln. Ein interessanter, informativer und real wirkender, biografischer Roman, der meine 5 Sterne Leseempfehlung verdient.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

jim devcon-reihe, frankfurt, feuerteufel, eva lirot, flammenmann

Seelenloch (Jim Devcon-Serie, Band 9)

Eva Lirot
Flexibler Einband: 229 Seiten
Erschienen bei Independently published, 08.02.2018
ISBN 9781980216209
Genre: Sonstiges

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

band 5, fortsetzung, humor, humor. familie, humorvoll,l

Gipfelträumer

Friedrich Kalpenstein
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 30.01.2018
ISBN 9781503900677
Genre: Humor

Rezension:

„Gipfelträumer“ - schon der fünfte Roman aus der Herbert-Reihe von Friedrich Kalpenstein? 
Wia de Zeid vägäd! 


Herbert hat inzwischen seinen Beruf beim Finanzamt an den Nagel gehängt und versucht sich als Jungunternehmer nach dem Motto „Alles Bio“ . Seine Lebenspartnerin Anja betreibt immer noch erfolgreich ihr Café und fragt sich gelegentlich, ob Herbert den richtigen Weg eingeschlagen hat. Oskar, der Sprössling der Familie, entwickelt sich prächtig. Bei so einem turbulenten Alltag brauchen die Drei eine Auszeit. Ein gemeinsamer Urlaub in einem Familienhotel in den Bergen soll es werden. 
Aber wie man Herbert & Co. kennt, erweist sich der Erholungstrip als Katastrophenalarm. Anjas kleines Geheimnis kommt ans Tageslicht und Herberts Welt gerät aus den Fugen. Er sucht Trost in einer Männerclique und schlüpft dabei schnell in die Rolle des Rudelführers. Das Dilemma zwischen Mann und Frau ist allgegenwärtig! Bühne frei für Herbert! 


Wer die Vorgänger-Bücher der Reihe kennt, weiß, dass Herbert die Klaviatur des „Ins-Fettnäpfchen-Tretens“ meisterlich beherrscht. Er greift zwar gelegentlich verbal in die falsche Kiste, aber hinter seiner direkten Art verbirgt sich ein gutmütiger Mensch. Außerdem ist unser Serienheld nach vier verrückten Buchabenteuern inzwischen ziemlich bodenständig geworden. Seine bissigen Kommentare verkneift er sich jetzt oft. Er ist - wie ein guter Wein- gereift! 


Wenn ich ganz ehrlich bin, vermisse ich bisweilen Herberts Verrücktheiten und seine überspitzten Kommentare, die mir die Tränen des Lachens in die Augen trieben. Die Zeiten des „jungen Wilden“ sind wohl vorbei, wobei er das Leben immer noch mit Humor nimmt. Die Wortgefechte mit Anja sind nach wie vor herrlich klischeehaft und sehr amüsant. 
Leider musste Herbert im „Gipfelträumer“ weitestgehend auf die Unterstützung seines besten Freundes Hans verzichten, was ich persönlich schade fand. Ich liebe den Schlagabtausch zwischen den beiden bayrischen Spezis und hoffe sehr, dass Hans in der nächsten Geschichte wieder mehr in Action zu erleben ist. 


Friedrich Kalpenstein- Romane stehen für unterhaltsamen und kurzweiligen Lesespaß für zwischendurch - Lesevergnügen mit Schmunzelgarantie und „Bayern-Flair“! Des mog i !

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

berlin, krimi, historischer krimi, doppelleben, mord

Der weiße Affe

Kerstin Ehmer
Fester Einband
Erschienen bei Pendragon, 30.08.2017
ISBN 9783865325846
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Cover zog mich magisch an und nachdem die ersten Leserstimmen vielversprechend klangen, war meine Neugier auf den historischen Krimi von Kerstin Ehmer, welcher im August 2017 beim Pendragon Verlag erschienen ist, geweckt.


Ungewöhnlich auch der Buchtitel „Der weiße Affe“, der sofort mein Kopfkino in Bewegung versetzte. 


Kommissar Ariel Spiro kommt aus Wittenberge nach Berlin, ist voller Tatendrang und ehe er es sich heimelig machen kann, landet er bereits in seinem ersten Mordfall. Eduard Fromm, ein jüdischer Bankier, wird im Hausflur seiner Geliebten erschlagen aufgefunden. 
Ein politisches Motiv käme genauso in Betracht, wie eine Beziehungstat innerhalb seiner exzentrischen Familie. Verdächtige gibt es mehr als genug. Trotzdem tappt Spiro im Dunkeln und wird schon bald in den Strudel des rauschenden Berliner Nachtlebens gerissen. Auch von seinen Kollegen bekommt er heftig Gegenwind. Zu allem Übel fühlt er sich von der Tochter des toten Bankiers angezogen. Benebelt das seine Sinne, entgleiten ihm dabei die Ermittlungen und muss er erfolglos in die Provinz zurückkehren?


Die Atmosphäre des Buches ist einzigartig. Kerstin Ehmer passt ihren poetisch-literarischen Schreibstil perfekt dem Puls der damaligen Zeit an. Sie entführt den Leser in die Goldenen Zwanziger und beschreibt die Metropole Berlin detailgetreu und facettenreich. Es ist die Zeit der sexuellen Freiheit, der schillernden Bars, aber auch die Zeit des beginnenden Antisemetismus. Ehmers Beschreibungen wirken so lebendig, dass man meint, in einer Zeitmaschine zu sitzen und direkt in die Zwanziger Jahre zu fliegen. Nur selten habe ich ein solche Symbiose aus Schreibstil und Zeitgeschehen gelesen. Beeindruckend! Besonders gefallen hat mir der unterschwellige, staubtrockene Humor, der die Geschichte zwischendurch auflockerte. 
Mysteriös-gruslig empfand ich die Kapitel in denen „Er- der Junge“ zu Wort kam und dem Leser häppchenweise sein Martyrium offenbarte. 
Nur der eigentliche Mordfall und die Ausführungen am Ende konnten mich nicht ganz zufriedenstellen. Aber das ist oft eine Frage des persönlichen Geschmacks. 


„Der weiße Affe“ ist ungewöhnlicher und beeindruckender Kriminalroman, der nachklingt. Ein wunderbar bebilderter Spaziergang durch das Berlin der Weimarer Republik. Lesenswert!

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Operation Romulus. Das Geheimnis der verschwundenen Nazi-Elite

Carsten Zehm
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 25.09.2017
ISBN 9783862824977
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf der Berlin Buch haben wir ihn persönlich am Messestand des Abacus Verlags kennengelernt. Bei der anschließenden Buchlesung hat er mich auf seinen Thriller „Operation Romulus“ neugierig gemacht. 
Die Rede ist von Buchautor Carsten Zehm, der, wie ich, gebürtig aus Thüringen stammt. Sein Roman spielt teilweise in Friedrichroda, meinem Geburtsort. Carsten arbeitet als Berufsschullehrer und schreibt nebenbei, bisher hauptsächlich Fantasy Romane. 
„Operation Romulus“ ist sein Herzensprojekt und das spürt man sofort. Immerhin hat er über fünf Jahre an diesem Buch gearbeitet und akribisch dafür recherchiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen -fast 500 Seiten spannungs- und actionreiche Thrillerunterhaltung! Geschickt verbindet Zehm Fiktionen mit tatsächlichen historischen Hintergründen und erschafft ein bemerkenswertes Agentenspektakel. 


Johann Göbbs ist Deutsch-Norweger und ein Spion der Alliierten. Gegen Ende des 2. Weltkriegs dient er als Angehöriger der Luftwaffe im Reichsluftfahrtministerium. Göbbs ist Pilot mit Leidenschaft, darf aber aufgrund schwerer Verletzungen infolge eines Bombenanschlages nicht mehr fliegen. 
Neben den körperlichen Gebrechen ist Johann noch ein weiteres Andenken an diesen Anschlag geblieben. 


„Ach, bin ich jetzt ein Andenken? Das fasse ich mal als Beförtderung auf. Vor einigen Wochen noch hast du versucht, mich zu ignorieren. Dann war ich Problem Nummer sechs. Jetzt schon ein Andenken.“


Johann Göbbs hört ständig die Stimme seines Großvaters, der ihm bei der Spionage, quasi undercover, unterstützt. Göbbs erhält den Auftrag, Informationen über ein geheimes Projekt der Nazis zusammenzutragen. Er befindet sich also ständig inmitten des Feindes, läuft Gefahr, enttarnt zu werden. 
Seine Recherche beginnt in den Heinkel-Werken in Oranienburg, bei welcher Göbbs auf einen neuen leistungsstarken Flugzeugtyp trifft. Doch ist dies nur der Anfang einer Unternehmung von immensem Ausmaß - der Operation Romulus! 
Was steckt dahinter und wo sind plötzlich die Flugzeuge? Was hat das Ganze mit dem rätselhaften Verschwinden hochrangiger Nazis aus dem Führungskader zu tun? 
Göbbs Nachforschungen führen letztendlich zu einer langen Reise vom Norden Berlins nach Friedrichroda, von dort über die Alpen, bis schließlich nach Buenos Aires. 


Er ist ein Teufelskerl mit neun Leben, ein Sympathieträger, der mich auf eine abenteuerliche Weltreise in die Vergangenheit eingeladen hat. Ich habe mich von ihm fesseln lassen und ihn auf seiner geheimen Mission tapfer begleitet. Stellenweise waren wir mitten im Kugelhagel, kurz davor entdeckt zu werden. Aber ich habe bis zum Schluß an seiner Seite gekämpft und gefiebert. Am Ende haben wir das Rätsel um die Operation Romulus gelöst. 
Während unserer Reise gab es auch amüsante Momente , immer dann, wenn sich Johanns Großvater eingemischt hat. Die Idee fand ich originell und Carsten Zehm hat sie humorvoll in seine Geschichte eingearbeitet und lockert sie damit auf. 
Zudem packt Zehm sehr viel Fachwissen hinein und vermischt es mit seiner blühenden Fantasie. Sein Schreibstil ist bildhaft lebendig und detailreich, dennoch gut verständlich. 
Hatte ich zunächst angenommen, dieses Geheimagenten-Abenteuer ein Lesestoff nur für „Jungs“, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Es hat mich genauso gut unterhalten und gefesselt und es wurde trotz der Buchlänge nie langweilig. 
Carsten Zehm mischt sogar noch einen Funken Romantik unter, denn im Leben des Johann Göbbs gibt es auch eine Frau. 


"Operation Romulus" ist ein bemerkenswerter und intelligenter Agententhriller, der in den letzten Jahre des zweiten Weltkrieges spielt und so manche Verschwörungstheorie offenlegt. Anspruchsvolles Lesevergnügen zum Weiterempfehlen!

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111 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

entführung, thriller, england, emotionen, bestsellerautor

Die Rivalin

Michael Robotham , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.12.2017
ISBN 9783442314096
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Obwohl das Cover schlicht gehalten ist, zog mich der rote Kinderwagen magisch an. Was hat es mit dem Buchtitel „Die Rivalin“ auf sich? Ich habe sofort Bilder im Kopf, bevor ich überhaupt eine Zeile von Michael Robothams neuen Thriller, der im Dezember 2017 beim Goldmann Verlag erschienen ist, gelesen habe. Es ist die Begegnung zweier Frauen, die unterschiedlicher kaum sein können. Beide sind Ende dreißig, leben in London und erwarten ein Kind. Agatha kommt aus bescheidenen Verhältnissen und arbeitet als Aushilfskraft im Supermarkt. Bislang hatte sie wenig Glück im Leben, kämpfte mit Missbrauch und Verlust. Agatha’s Verlobter ist Soldat bei der Marine und erfährt fernab der Heimat von der Schwangerschaft. Die attraktive Meghan hingegen hat alles, wovon Agatha nur träumen kann, einen erfolgreichen Ehemann, zwei reizende Kinder und ein hübsches Stadthaus. Eigentlich war die dritte Schwangerschaft nicht geplant, ist aber ein nettes Detail für Meghan’s Mami-Blog. Agatha beneidet Meghan um ihr Leben auf der Sonnenseite und beobachtet sie auf Schritt und Tritt. Schnell wird klar, dass hinter dieser schillernden Fassade auch nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen" ist. Dunkle Wolken ziehen im Leben beiden Frauen auf. Während sich Agatha’s Realität als ein Geflecht aus Hirngespinsten erweist, droht auch Meghan’s Leben außer Kontrolle zu geraten. Michael Robotham lässt Agatha und Meghan abwechselnd ihre Sicht der Dinge in der Ich-Perspektive erzählen. Er bedient sich kurzer Kapitel, die angenehm und flüssig zu lesen sind. So kommt Tempo in die Handlung und es gelang mir schnell, die beiden Frauen besser kennen zu lernen. Seite für Seite spitzt sich die zunächst harmlos beginnende Geschichte zu. Die Spannung steigt langsam an und ich folgte dem Geschehen. Häppchenweise serviert Robotham immer neue Fakten und es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Dabei gelingt es ihm vortrefflich, seine Charaktere mit ihren Eigenheiten und ihren seelentiefen Traumatas darzustellen. Besonders beeindruckt hat mich, wie detailgetreu und lebendig der Autor die Gefühle und Gedanken der werdenden Mütter beschreibt. Gut vorstellbar also, dass sich die Geschichte so ähnlich zutragen könnte. Dieser Thriller konnte mich begeistern. Er ist nicht blutrünstig, sondern zieht seine Spannung aus der Wechselwirkung zweier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein lesenswerter und fesselnder Exkurs in die Abgründe der menschlichen Psyche!

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68 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

alkohol, große liebe, erste liebe, einsamkeit, linda winterberg

Unsere Tage am Ende des Sees

Linda Winterberg
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 06.11.2017
ISBN 9783746633541
Genre: Liebesromane

Rezension:

„Unsere Tage am Ende des Sees“ ist bereits der dritte Roman von Linda Winterberg, welcher im November 2017 beim Aufbau Verlag erschienen ist. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich Buchautorin Nicole Steyer, die bereits sehr erfolgreich historische Romane schreibt. Fünfundzwanzig Jahre sind vergangen seit Hanna von Zuhause weggegangen ist und sich in Hamburg ein neues Leben aufgebaut hat. Inzwischen schreiben wir das Jahr 2016 und noch immer hat sich Hanna nicht von ihrem schweren Schicksalsschlag vor einem Jahr erholt. Plötzlich erhält sie einen Anruf von ihrer Mutter und die Erinnerungen an jenen Sommer vor 25 Jahren, den sie mit Alex am Ende des Sees verbrachte sind allgegenwärtig. Aber auch die schlimmen Kindheitserlebnisse sind sofort wieder in Hannas Gedächtnis. Sie musste damals weg von ihrer alkoholkranken Mutter. Alex und Hanna hatten sich versprochen, jedes Jahr einen Brief für den anderen im Briefkasten am Ende des Sees zu hinterlegen. Hanna hatte ihren jedoch nie verschickt. Nun ist die Zeit reif für Veränderungen, zumal Hannas Tochter Christina gerade für ein Jahr nach Amerika geflogen ist. Also beschließt sie kurzer Hand ihre Mutter zu besuchen. Hanna geht zum See und seit damals hat sich hier nicht viel geändert. Sogar der alte Briefkasten ist noch da. Als sie ihn öffnet, fallen ihr Alex Briefe entgegen. Ist es möglich, dass er sie noch immer liebt? Wieder hat sich die Autorin einem schwierigen Thema gewidmet. Diesmal spielt ihre Geschichte jedoch in der Gegenwart mit Rückblick in den Sommer 1990. Gefühlvoll und sehr lebendig beschreibt Linda Winterberg das Geschehen. Das reißt mit und geht nah. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer der Umgang mit alkoholkranken Familienmitgliedern ist. Man ist total machtlos, wenn der Kranke nicht selbst stark und willens genug ist, sich von seiner schlimmen Krankheit zu befreien. Rückschläge sind vorprogrammiert. Demzufolge denke ich, dass Hanna und ihre Mutter mit ihren ganz eigenen Gefühlen, Gedanken und Handlungen absolut authentisch beschrieben sind. Das Lesen dieser Textstellen hat mich schon aufgewühlt, obwohl ich immer mit diesem Thema sehr offen umgegangen bin. Außerdem fand ich auch die Mutter-Tochter-Beziehungen sehr intensiv ausgearbeitet. Wie sich Hanna und ihre Mutter nach so vielen Jahren langsam annähern und dabei die Vergangenheit aufarbeiten, ist beeindruckend beschrieben. Zwischendurch bekommt der Leser häppchenweise die Liebesbriefe von Alex an Hanna zu lesen. Man hofft ständig auf eine Begegnung zwischen den beiden und fragt sich, was wohl aus Alex geworden ist. Das erzeugt Neugier und treibt das Lesen zusätzlich voran. Alle Nebendarsteller sind in ihrer Rolle überzeugt inszeniert. Linda Winterbergs Roman „Solange die Hoffnung uns gehört“ war eines meiner persönlichen Lese-Highlights in 2017. „Unsere Tage am Ende des Sees“ ist ganz anders und sollte nicht mit den Vorgängerromanen von Linda Winterberg verglichen werden. Er ist irgendwie leiser, aber nicht weniger berührend. Ein bemerkenswertes, sensibles Buch mit Nachklang! Meine absolut Leseempfehlung für Diejenigen, die mit dem Thema Alkoholismus umgehen können.

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sekte, ausstieg, hoffnung, mutterliebe, schwierige mutter-tochter-beziehung

Aus dem Dunkel: Psychothriller

Leonie Haubrich
Flexibler Einband: 210 Seiten
Erschienen bei Independently published, 10.12.2017
ISBN 9781973508434
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Aus dem Dunkel“ taucht plötzlich Annegrets verschollene Tochter wieder auf. „Da stand sie: Riccarda. Mit einem Baby auf dem Arm.“ „Sie ist zu früh geboren. Es war der Stress. Sie heißt Sofie.“ Plötzlich hielt Annegret ihre kleine Enkelin auf dem Arm und ihre Tochter ist wieder verschwunden. Mit diesem Szenario beginnt Leonie Haubrichs neuer Psychothriller und meine Neugier ist bereits geweckt. Kommissar Steffen Noack kommt in die Handlung, dessen Tochter ebenfalls verschwunden ist. Gemeinsam mit Annegret betreut er über den Verein „Schattenkinder“ Angehörige, deren Kinder verschwunden sind. Einige Tage nach Riccardas Besuch werden ihre Kleidungsstücke auf einer Rheinbrücke gefunden und Steffen macht Annegret wenig Hoffnung, dass ihre Tochter noch lebt. Die Polizei geht von einem Suizid aus, doch Annegret glaubt fest daran, dass ihre Tochter noch lebt. Verzweifelt versucht sie Steffen zu überreden, ihr bei der Suche zu helfen. Kann Annegret das Geheimnis um ihre Tochter lüften? Zunächst beginnt alles sehr geheimnisvoll. Als Leser war ich von Anfang an auf der Suche nach dem Warum-Weshalb-Wieso? Es geht nicht übermäßig gruselig und blutrünstig zu, dennoch hat mich Leonie Haubrich mit ihrem lebendigen Schreibstil mitgerissen. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen und so habe ich die 210 Seiten an einem Abend weggeschmökert. Die Story erscheint mir sehr nah an der Realität geschrieben und könnte sich so ähnlich irgendwo schon einmal zugetragen haben. Missverständnisse zwischen Eltern und ihren halbwüchsigen Kindern, die dazu führen, dass die Jugendlichen eines Tages verschwinden. Nein, das möchte ich ganz sicher nicht erleben. Aber ich konnte mit Annegret mitfühlen, wie sie sich auf der einen Seite um ihre kleine Enkelin kümmern musste und andererseits verzweifelt nach ihrer Tochter sucht und sich verzweifelt daran festhält, dass sie noch lebt. Kommissar Steffen Noack ist der Ruhepol, betrachtet die Sache nüchtern aus der Sicht des Ermittlers. Trotzdem fand ich die beiden als Team sehr sympathisch. Nur die Täterrolle schien mir etwas oberflächlich abgearbeitet. Hier wäre ich gern tiefer in das Szenario eingedrungen, da mich Motive und Hintergründe besonders interessierten. Aber das ist wohl eine Frage des persönlichen Lesegeschmacks. Insgesamt ist „Aus dem Dunkel“ ein fesselnder Psychothriller, den ich absolut empfehlen kann. Die angenehme Buchlänge sorgt für ein kurzweiliges Lesevergnügen!

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abkommen, adolf hitler, berlin, chamberlain, 1938

München

Robert Harris , Wolfgang Müller
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne, 30.10.2017
ISBN 9783453271432
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Robert Harris stand schon seit längerem auf meiner Wunsch-Leseliste. Rezensionen über Buchtitel wie „Dictator“ „Vaterland“ oder „Konklave“ erweckten meine Neugier und ließen keinen Zweifel daran, dass Robert Harris die Kunst des Schreibens meisterlich beherrscht. Davon wollte ich mich nun mit dem neuen Roman „München“ selbst überzeugen, der im Oktober 2018 beim Heyne Verlag erschienen ist. Das Cover spricht mich an. Die Aufmachung des Buches ist hochwertig. September 1938 - die Münchner Konferenz steht kurz bevor. Der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler, der italienische Regierungschef Benito Mussolini, der britische Premierminister Neville Chamberlain und der französische Ministerpräsident Édouard Daladier treffen sich in München, um darüber zu entscheiden, ob die Tschechoslowakei das Sudetenland an das deutsche Reich abtreten muss. Hugh Legat arbeitet im Außenministerium und wird den britischen Premierminister Neville Chamberlain nach München begleiten. Dort soll er Paul von Hartmann begegnen, der im Auswärtigen Amt in Berlin arbeitet und zum deutschen Kader gehört. Die beiden kennen sich seit ihrem Studium in Oxford und sind seit damals freundschaftlich verbunden. Ihre Wege kreuzen sich in München nicht ganz zufällig. Hartmann gehört insgeheim einer Widerstandsgruppe gegen Hitler an und sucht in Legat einen Verbündeten. Wird es ihnen gelingen den drohenden Krieg zu verhindern und können sie einander immer noch vertrauen? Obwohl mir das Münchner Abkommen und dessen Resultat grundsätzlich bekannt waren, schaffte es Robert Harris mit seinen beiden charismatischen Protagonisten Legat und Hartmann einen spannungsgeladenem Politthriller zu schreiben, der mich mitgerissen hat. Er schreibt ausdrucksstark und detailreich, verbindet Fiktionen perfekt mit historischen Gegebenheiten, so dass ich als Leser meinte, genauso hätte es damals gewesen sein können. Es ist anzunehmen, dass hier eine umfangreiche Recherche zugrunde liegt. Um so bemerkenswerter finde ich, wie sich Harris seine ihm eigenen Charaktere in dieses Szenario hineingedacht hat. Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht ganz leicht, denn ich musste erst einmal herausfinden, wer wer ist und welche Aufgabe er hat. Doch als ich klarer sehen konnte, habe ich schnell mit Hugh Legat und Paul Hartmann, der etwas später in die Story kommt, sympathisiert. All ihre Aktionen habe ich fieberhaft begleitet, gehofft und gebangt, dass sie nicht enttarnt werden Legat und Hartmann- zwei Helden, die viel Mut beweisen und bereit sind, Grenzen zu überschreiten, auch wenn sie dabei Hochverrat begehen und ihr Leben aufs Spiel setzen. Sie versuchen verzweifelt Hitler in seinem Größenwahn zu stoppen und Blutvergießen zu verhindern. Den britischen Premierminister Neville Chamberlain fand ich ebenfalls eindrucksvoll in Szene gesetzt. Es war interessant beschrieben, wie Chamberlain Hitler die Stirn geboten hat. Dieser Thriller sucht den anspruchsvollen Leser, der es politisch tiefgängig mag und sich für die Geschehnisse rund um Nazideutschland interessiert. Ich habe Robert Harris als Autor schätzen gelernt und empfehle diesen spannungsreichen Spionageroman gerne weiter.

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

weihnachten, komponist, hohlfeld, berlin, wünsche

Bevor die Stadt erwacht

Kerstin Hohlfeld
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.10.2017
ISBN 9783548288536
Genre: Romane

Rezension:

Was wäre Weihnachten ohne eine herzerwärmende Weihnachtsgeschichte! In diesem Jahr ist meine Wahl auf Kerstin Hohlfelds Roman „Bevor die Stadt erwacht“ gefallen. Ich habe die Autorin anlässlich einer Buchlesung in Berlin kennengelernt und ein paar Tage später fand ich ihr Buch in meinem Briefkasten. Wenn morgens in Berlin die Ladentür der Walthers Feinkost geöffnet wird, hat Amelie Rothermund Feierabend und bringt ihren Sohn Elias zum Schulbus. Die alleinerziehende Mutter arbeitet nachts, um tagsüber mehr Zeit für Elias zu haben. Um 22 Uhr reinigt sie zunächst Büroräume und danach bereitet sie den Feinkostladen für den Verkaufstag vor. Dabei passiert ihr ein Missgeschick, welches nicht ohne Folgen bleibt. Schließlich verliert sie auch noch den Brief ihres Sohnes an den Weihnachtsmann. Dieser landet zufällig bei dem verbitterten Komponisten Ephraim Sasse, der zurückgezogen in einer großen Villa lebt. Er kann eigentlich so gar nichts mit dem weihnachtlichen Firlefanz anfangen. Schließlich muss er sein Konzert vorbereiten. Doch dann kommen seine Kindheitserinnerungen zurück und er merkt, dass das Leben durchaus auch andere Reize als nur die Musik für ihn bereithält. Eigentlich hatte ich einen typisch klischeehaften Roman erwartet, wurde jedoch von einer sehr feinsinnigen Handlung überrascht. Kerstin Hohlfelds Charaktere sind liebenswert gezeichnet. Mir hat besonders die Inszenierung des Ephraim Sasse gefallen. Aber auch Amelie, Agnes und der keine Elias haben mein Herz schnell erobert. „Bevor die Stadt erwacht“ ist kein kitschiger Roman, er ist tiefsinnig ausgearbeitet und lebendig erzählt. Der Autorin ist es aus meiner Sicht sehr gut gelungen, kennzeichnende Elemente eines Weihnachtsromans mit aktuellen Themen zu vereinen. So vermittelt sie dem Leser kleine Botschaften zum Nachdenken. Mit dieser Weihnachtsgeschichte kommt Festtagsstimmung auf! Gefühlvoller, unterhaltsamer Lesestoff auf 250 Seiten, den ich an einem Abend durchgeschmökert habe. Wer noch ein Last Minute Geschenk für die beste Freundin sucht...

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wien, theater, prag, ufa, berlin

Die Frau im hellblauen Kleid

Beate Maxian
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.11.2017
ISBN 9783453422124
Genre: Romane

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thriller, megan miranda, tick tack, lügen, nic

TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?

Megan Miranda , Elvira Willems , Cathrin Claußen
Flexibler Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.11.2017
ISBN 9783328101628
Genre: Krimi und Thriller

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schreibraum, schreiben, tagebuch, notizen, schreiben lernen

Mit dem Schreiben anfangen

Hanns-Josef Ortheil
Fester Einband
Erschienen bei Bibliographisches Institut, 09.10.2017
ISBN 9783411749041
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kürzlich habe ich diese interessante Ratgeber-Reihe vom Dudenverlag Berlin für mich entdeckt.
Das handliche Format, der feste Einband und die Innengestaltung des Büchleins vermitteln einen hochwertigen Eindruck.

Auf geht‘s! Ich wollte nun endlich „Mit dem Schreiben anfangen.“ und die Fingerübungen des kreativen Schreibens erlernen.
Doch bevor ich so richtig loslegen konnte, bestand Buchautor Hanns-Josef Ortheil darauf, zunächst erst eine Schreibwerkstatt einzurichten.(Sonst sitze ich übrigens für gewöhnlich gemütlich auf dem Sofa und warte, dass die Ideen sprudeln. Falsch gedacht!) Dennoch fand ich die detailreichen Ausführungen zu diesem Abschnitt eher nebensächlich. Da gibt es sicher viele unterschiedliche, ganz individuelle Schreibpositionen.
Nun aber weiter im Kurs. Der Buchautor rät mir, ich solle mich erst einmal einschreiben.
Beginnend mit dem Abschreiben von Texten und dem nachfolgenden Transkribieren, solle ich zum angelehnten Schreiben und Kritzeln übergehen.
Warm geschrieben und nun!?
Jetzt geht‘s ans Material sammeln und ordnen. Hierzu sollten Listen angelegt, Zettel und Zeitungsausschnitte gesammelt, Zeichnungen angefertigt und schlussendlich ein Album angelegt werden.
Sehr viel Vorarbeit bis ich beginnen kann, Zeitverläufe darzustellen, Chroniken zu erstellen, Szenen zu schreiben oder auch ein Tagebuch zu führen.
Im nächsten Schritt geht’s dann endlich zum seriellen Schreiben über.

Hanns-Josef Ortheil hat seine Schritt-für-Schritt Anleitung gut verständlich geschrieben und untermalt sie mit zahlreichen Beispielen und tollen Zitaten. Am Ende eines jeden Kapitels gibt er dem Leser kleine Schreibaufgaben, um so das Gelesene zu vertiefen.

Mein Lieblingszitat aus dem Buch ist von Hanns Zischler:

„Zettel sind ausgewilderte, aus festen Verhältnissen entwischte Gesellen. Ihre zerfransten Krägen verraten ihre Herkunft aus dem Spiralblock und dem Abreißkalender. In der Schreckgestalt der Makulatur nehmen sie aus Zeitungen Reißaus oder werfen sich arg zerfleddert vom Bord der Bücher.“

Überhaupt fand ich den Abschnitt über die Zettel im Buch besonders spannend. Ich hätte nie gedacht, dass z.B. ein Einkaufszettel so viele Informationen vermitteln kann. Demnächst werde ich auf Zettelsuche gehen und daraus einige Interpretationen zum Verfasser wagen.
Unbewusst habe ich beim Schreiben bereits einige Hinweise des Autors berücksichtigt, doch zukünftig werde ich seine Ratschläge gezielter umsetzen können.

Wer bisher noch keinerlei Schreiberfahrungen sammeln konnte, wird mit der kleinen Fibel von Hanns-Josef Ortheil viele nützliche Tipps und Inspirationen rund um das Schreiben finden.

Ich werde mich jetzt mit den weiteren Bände der „Kreatives Schreiben-Reihe“ - „Schreiben über mich selbst“, „Schreiben dicht am Leben” oder „Schreiben auf Reisen“ - genauer befassen.

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krimi, hist. krimi

Hitlers Prophet

Paul Kohl
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 12.10.2017
ISBN 9783740801892
Genre: Historische Romane

Rezension:

Auf der Frankfurter Buchmesse habe ich am Stand des Emons Verlags den gerade erschienenen, historischen Kriminalroman „Hitlers Prophet“ entdeckt.
Mich interessierte, wer dieser berühmt-berüchtigte Hellseher Erik Jan Hanussen war. Die Geschichte geht ins Jahr 1933 zurück.

„Der Lechner ist weg. Plötzlich weg. Verschwunden. Seit über einer Woche meldet er sich nicht mehr aus Berlin.“


Wien : Die „Arbeiter-Zeitung“ schickt Martin Stemmer nach Berlin, um zum einen die Berichterstattung aufrecht zu halten und zum anderen Lechners Schicksal zu klären.
Stemmer ist ein Verehrer des Hellsehers Hanussen und freut sich, dass er ihn in Berlin endlich erleben kann. Doch schnell merkt Stemmer, dass an den Gerüchten um Hanussens zweifelhaften Ruf etwas dran ist. Er scheint ein Scharlatan zu sein. Außerdem ist er Sympathisant der SA und ein glühender Unterstützer Hitlers.
Aber Hanussen ist eben auch ein Jude und als das ans Tageslicht kommt, verschwindet er plötzlich spurlos.
Ausgerechnet Martin Stemmer, der auf der Suche nach seinem Kollegen Lechner bereits selbst ins Visier der Nationalsozialisten geraten ist, findet den ermordeten Hellseher in einem Waldstück. Wird Stemmer das nächste Opfer sein?

Bislang kannte ich den Buchautor Paul Kohl noch nicht.
Ziemlich schnell wurde mir klar, dass er einen vortrefflichen Schreibstil mit einer außergewöhnlichen Wortwahl besitzt und den anspruchsvollen Leser sucht.
Offensichtlich verfügt Paul Kohl über eine enorme Fachkompetenz hinsichtlich der historischen Komponenten des Romans bzw. hat diese im Vorfeld exzellent recherchiert.
Die eigentliche Krimihandlung läuft eher im Hintergrund, wird von dem historischen Zeitgeschehen beinahe überrollt, welches der
Autor hier sehr eindrucksvoll in seine fiktive Story eingebunden hat.
Für mich war dies überaus interessant, zumal ich bis dato noch
nichts vom Hellseher Erik Jan Hanussen gehört hatte.
Obwohl Paul Kohl dem Leser viele Informationen vermittelt, wirkt der Roman nicht wie ein Sachbuch. Mit seiner lebendigen Art zu schreiben, schafft er es, den Leser in eine authentische Atmosphäre zu integrieren. Handlungsorte und Personen schienen mir überzeugend in Szene gesetzt. So war ich gedanklich und bildlich im Jahr 1933, habe mit den Akteuren gefühlt und gelitten.

„Hitlers Prophet“ ist ein eindruckssvoller und intelligenter Lesestoff, der mich begeistert hat. Wer eher an dem Zeitgeschehen, als an dem Krimi interessiert ist, dürfte mit diesem Roman absolut richtig liegen.
Meine 4 Sterne- Buchempfehlung!

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

thriller, jim devcon, jim devcon-reihe, kult-kommissar jim devcon, psyche

Seelenrisse

Eva Lirot
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Independently published, 27.10.2017
ISBN 9781973155560
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Jim Devcon, Mordkommission, weder verwandt noch verschwägert mit Donald Trump und gewählt habe ich ihn auch nicht. Alles klar?" "Was deine Person betrifft, Jim, ist alles klar, aber dein neuer Fall scheint ziemlich verworren zu sein. Diese Frauenleiche, die ihr im verschneiten Stadtwald gefunden habt, gibt euch Rätsel auf, richtig? Zumal ihr gleich danach einen weiteren Leichnam von einem Mann entdeckt habt, dem man dasselbe Symbol in die Haut geritzt hat. Dann kommt zu allem Übel noch hinzu, dass du an akutem Schlafmangel leidest, weil Deine Lebensgefährtin Tatjana ihr schweres Trauma noch nicht überwunden hat, nachts nur im Hellen schlafen kann und von schlimmen Albträumen heimgesucht wird. Keine leichte Zeit für dich! Doch Tatjana scheint wild entschlossen zu sein, wieder bei den Ermittlungen mitzumischen und sie meint eine Spur gefunden zu haben. Jim, jetzt nach dem dritten Mord solltest du auf deine Partnerin hören. Dann könnt ihr vielleicht gemeinsam diese grauenhafte Mordserie beenden." Der Buchtitel "Seelenrisse" beschreibt sehr gut die schwierige Thematik, der sich Eva Lirot hier stellt. Es geht um Menschen, die aufgrund nicht verarbeiteter, traumatischer Erlebnisse schwere psychische Erkrankungen davongetragen haben, die für einen gesunden Menschen kaum zu begreifen sind. Ich bewundere Eva Lirot für ihren Mut, sich diesem Thema zu stellen. Aber es scheint ihr zu liegen, sich in kranke Seelen hineinzuversetzen und sie in ihren Thrillern lebendig werden zu lassen. Für mich fühlte sich die Darstellung ihrer erkrankten Charaktere sehr realitätsnah und doch auch auch extrem beklemmend an. Bei Tatjanas Trauma denke ich zwangsläufig an den Vorgängerband "Seele in Fesseln" in welchem sie unter der Erde fast gestorben wäre. Eva Lirot gelingt es hervorragend, den Leser in eine düstere Atmosphäre zu integrieren. Sie bedient sich einfacher Sätze und kurzer Kapitel. Das hat bei mir eine enorme Spannung mit Gänsehautfeeling erzeugt. Außerdem mag ich Buchlängen um die 200 Seiten. Bereits zum 8. Mal schickt die Autorin ihren charismatischen Ermittler Jim Devcon auf die Spur des Verbrechens. Das Interessante an Serien - man kann nie genug kriegen, erlebt die Entwicklung der Hauptdarsteller und wird mit ihnen immer vertrauter. Ist ein Fall gelöst, schmachtet man schon nach dem nächsten. Trotzdem sind die Bände alle in sich abgeschlossen. Man muss nicht unbedingt das vorangegangene Buch gelesen haben. Aber lohnen würde es sich schon! "Seelenrisse" ist kein leichter Lesestoff, aber wer gern in den Schlund des Wahnsinns tauchen möchte, dem sei dieser Thriller absolut zu empfehlen.

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

Mudbound – Die Tränen von Mississippi

Hillary Jordan , Karin Dufner
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 02.11.2017
ISBN 9783866124561
Genre: Romane

Rezension:

Als ich vom Piper Verlag/ Pendo Verlag eine Werbeanzeige zu diesem Roman sah, konnte ich der Verlockung nicht widerstehen. Südstaaten Flair aus Mississippi am Ende des 2. Weltkrieges, geprägt von Rassenhass und Diskriminierung - das interessierte mich.
Die Geschichte geht ins Jahr 1946 zurück. Laura Mc Allan verlässt ihre Heimat, denn Ehemann Henry will sich einen Traum verwirklichen und eine Baumwollfarm im Mississippi-Delta bewirtschaften. Doch der Start im neuen Zuhause ist alles andere als einfach. Laura hat bisher in der Stadt gelebt, kommt nun in ein baufälliges Haus, ohne fließend Wasser und Strom und zu allem Übel zieht auch noch ihr miesepetriger Schwiegervater mit ein. Außerdem verwüsten Schlammmassen das Land, sobald es regnet und schneidet die Farm von der Außenwelt ab. Lichtblick im tristen Landleben ist Lauras Schwager Jamie, zu dem sie sich hingezogen fühlt. Eine tägliche Herausforderung hingegen ist Florence Jackson, eine Afroamerikanerin, die mit ihrer Familie das Land der Mc Allan’s bestellt. Als ihr Sohn Ronsel aus dem Krieg zurückkehrt und sich mit Jamie anfreundet, werden beide Familien auf eine schwere Belastungsprobe gestellt, denn Missgunst und Ausgrenzung infolge rassistisch bedingter Unterschiede sind allgegenwärtig. 
Gleich zu Beginn des Romans setzt die Autorin einen Spannungseffekt in die Handlung, der bei mir eine gewisse Neugier erzeugte. Ich wollte die Hintergründe erfahren und die Menschen kennenlernen. In den einzelnen Kapiteln lässt Hillary Jordan die Akteure der Geschichte zu Wort kommen. Sie erzählen ihre ganz eigene Sicht der Dinge in der Ich-Perspektive. Damit wurden die Charaktere für mich lebendig, Gefühle und Meinungen, Ängste, Nöte und Sorgen, aber auch Hass und Fremdenfeindlichkeit schlugen mir entgegen. Sehr stimmungsvoll und bildhaft beschreibt Jordan die damaligen Zustände auf den Baumwollplantagen, die Rassendiskriminierung und die traumatischen Kriegserlebnisse, genauso wie die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Tristesse des Alltags und Sehnsüchte und Träume ihrer Protagonisten. Dass alles schafft eine stimmungsvolle Roman-Atmosphäre. Allerdings muss ich gestehen, dass mir zwischendurch ein wenig Pep in der Szenerie fehlte, es etwas langatmig wurde. Dies änderte sich im letzten Drittel des Buches wieder. Ab da konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. 

Insgesamt hat mich Mudbound- Die Tränen des Mississippi beeindruckt und mitgerissen.  Das Buch stimmt nachdenklich und man fragt sich, wann dieses „Schwarz-Weiß-Denken“ wohl ein Ende nimmt. Ein gefühlvoller, emotionaler Roman mit Südstaaten-Feeling und Baumwollduft, der mir unterhaltsame Lesestunden bescherte! 

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158 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 118 Rezensionen

thriller, berlin, alanna, henry frei, kreuzigung

Böses Kind

Martin Krist
Flexibler Einband: 324 Seiten
Erschienen bei epubli, 26.10.2017
ISBN 9783745035292
Genre: Romane

Rezension:

Seine Thriller sind einzigartig und er schafft es wie kein anderer den Leser hinters Licht zu führen. Die Rede ist vom Berliner Autor Martin Krist, dessen Bücher bei mir inzwischen zur Pflichtlektüre gehören. Mit dem aktuellen Thriller "Böses Kind" geht Krist neue Wege, publiziert eigenständig, schickt ein frisches Ermittlerteam an den Start und läutet damit den Beginn einer weiteren Thriller-Reihe ein. Doch in einem bleibt sich der Autor treu. Seine Szenarien spielen immer in Berlin. Hier ist er zuhause, hier kennt er sich aus, hier kann er reale Schauplätze in seine fiktive Story einbinden und die düsteren Orte der Metropole intensiv beleuchten. Vielleicht ist ihm bei seinen Streifzügen durch die Stadt eine Frau begegnet, die gehetzt und getrieben wirkte. Geben wir ihr einen Namen -Suse- und integrieren sie in eine vermüllte Wohnung im Schatten Berlins. Sie ist komplett überfordert mit drei Kindern -vom Kleinkind bis zum Teenager- nachdem ihr Mann das Weite gesucht hat. Selbst dem Halbtagsjob kann sie nur bedingt gerecht werden. Als eines Tages Jaqueline - Suses pubertierende Tochter - verschwindet, bricht sie in Panik aus. Selbst die alarmierten Polizeibeamten hegen Zweifel an Suses Erklärungen. Eine Leiche wird gefunden, erschlagen und gekreuzigt. In unmittelbarer Nähe zum Tatort liegt Jaquelines Rücksack. Was ist geschehen und wo ist das Mädchen? Die Uhr tickt, denn der Täter ist immer noch in der Hauptstadt unterwegs. Klingt nach viel Arbeit für Hauptkommissar Henry Frei und Kriminaloberkommissarin Louisa Albers, die gerade den Fall der ermordeten Sina Weinstein bearbeiten. Allerdings scheint hier die Täterfrage bereits geklärt zu sein. Auch privat haben die beiden Ermittler ihr Pölsterchen zu tragen. Henrys Sohn leidet unter dem Asperger Syndrom, während er selbst zwanghaft ordentlich ist. Louisa hingegen, gerade Mutter geworden, geplagt von akutem Schlafmangel, dem sie "Karotten kauend" entgegen wirkt, will unbedingt weiter im Dienst bleiben. Die beiden Charaktere sind aus dem Leben gegriffen. Trotzdem bin ich mit den Neulingen noch nicht ganz warm geworden, was vermutlich daran liegt, dass ich ein großer Fan der Paul Kalkbrenner Thriller bin. Aber vielleicht müssen wir uns erst besser kennenlernen. Krist schreibt gewohnt lässig in kurzen Kapiteln. Von Anfang an steht er auf dem Gaspedal und man fühlt sich in den Beifahrersitz gedrückt, überwältigt vom Geschwindigkeitsrausch. Die Gangart selbst ist hart, denn Krist nimmt kein Blatt vor den Mund, konfrontiert seine Leser schonungslos mit düsteren Abgründen. Statt eines Prologs fließen hier kurze, geheimnisvolle Intermezzis ins Geschehen ein, die die Spannung vorantreiben. Man kann einfach nicht mehr aufhören zu lesen. Der Thriller ist intelligent ausgetüftelt und geprägt von Verwirrspielen und Handlungssträngen, wie man es vom Autor bereits kennt. Für meinen Geschmack hätte es gern noch eine Schippe mehr davon sein dürfen, der "böse Bube" unter den Thrillerautoren ist wohl eine Spur zahmer geworden. Gefallen hat mir die Idee, einen scheinbar losen Handlungsstrang in die Story einzubauen und ihn am Ende als Cliffhanger wieder aufzugreifen. Erwartungsvoll blicke ich nun auf Teil 2! Wer diesem Schreiberling einmal verfallen ist, kommt nicht mehr davon los. Martin Krist überzeugt mit seinen authentischen Charakteren, die er in eine perfekt ausgearbeitete Szenerie bettet, musikalisch untermalt und mit einer guten Portion Lokalkolorit bestückt. Ein Lesevergnügen der besonderen Art!

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