Patnos Bibliothek

261 Bücher, 230 Rezensionen

Zu Patnos Profil
Filtern nach
261 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

26 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

nachkriegszeit, krimi

Tausend Teufel

Frank Goldammer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423261708
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

kanalinsel, krimi, mord, besatzung, wehrmacht

Crossroads

Jürgen Albers
Flexibler Einband: 616 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 05.06.2017
ISBN 9781545357613
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Viele Orte dieser Welt habe ich schon literarisch bereist, aber auf den Kanalinseln war ich noch nie. Das sollte sich mit "Crossroads" von Jürgen Albers ändern. Wir schreiben das Jahr 1940, kurz vor der Besetzung der Inseln durch die deutsche Wehrmacht, als ein Londoner Chief Inspektor dorthin abkommandiert wird. "Norcott hob einen kleinen Reisekoffer aus dem Streifenwagen und ging Richtung Anleger." Seine Frau Heather war Lehrerin und "nach achtunddreißig Jahren Leben und einer Woche Schmerzen hatte sie ihn allein gelassen." Kaum auf den Inseln angekommen, stolpert Charles Norcott direkt in eine Mordermittlung. Die Ehefrau eines Bankangestellten wird erdrosselt aufgefunden. Die Tatwaffe ist relativ schnell gefunden, aber zum Täter fehlt jede Spur. Dann übernehmen die Deutschen die Macht auf den Kanalinseln und Norcott muss seine Ermittlungen von nun an mit ihnen abstimmen. Ziemlich verworren wird es, als ein weiteres Mordopfer gefunden wird. Die Zeiten sind schwierig, zwischen den Fronten geschehen seltsame Dinge und Norcott hat alle Hände voll zu tun. Dabei geht es jetzt gerade für ihn privat aufwärts. Kann Norcott letztendlich diesen kniffeligen Fall lösen? Jürgen Albers schreibt angenehm flüssig. Aufgrund seiner detailreichen und tiefgründigen Beschreibungen entführte er mich schnell an seine Handlungsorte und ließ mich am Zeitgeschehen teilhaben. Alles schien sehr realitätsnah und so konnte ich die Stimmung damals gut nachempfinden. Viele interessante Hintergrundinformationen lässt der Autor nebenbei einfließen, die auf eine intensive Recherchearbeit schließen lassen. Das hat mir sehr gut gefallen. Albers Charaktere sind feingliedrig ausgearbeitet. Dies gilt insbesondere für Charles Norcott. Er ist ein sympathischer und intelligenter "Spürhund", der nicht aufgibt, bevor er den Fall gelöst hat. Damit hat er definitiv das Zeug zum Serienhelden. Ihm begegnen eine Vielzahl von Akteuren, so dass man sich beim Lesen echt konzentrieren muss, diese alle auseinanderzuhalten. Der Autor packt in sein Debüt sehr viel Handlung, was auf mich an einigen Stellen etwas verschachtelt wirkte. "Crossroads" - ein passender Buchtitel und sieht man von ein paar Längen zwischendurch ab, bekommt man hier einen exzellent ausgearbeiteten historischen Kriminalroman, der noch lange nachklingt. Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen. Thank you, Charles Norcott für die unterhaltsamen Stunden.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

53 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

housesitter, thriller, buchbesprechung, wunderlichverlag, housesitting

Housesitter

Andreas Winkelmann
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 18.08.2017
ISBN 9783805251020
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

23 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

organhandel, thriller, hass, helen wagner, überfall

Die Farm

V. S. Gerling
Buch: 450 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 30.09.2017
ISBN 9783956690884
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Für mich ist es inzwischen wie die Begegnung mit guten alten Bekannten, mit denen man in "gemütlicher Runde" einen brisanten Kriminalfall zu lösen hat.

Anführer dieser illustren Truppe ist Nicolas Eichborn, ein brillanter, aber eigenwilliger Ermittler mit einem ziemlich schrägen Humor und einem Talent in jedes, nur mögliche Fettnäpfchen zu treten.

"Die Farm" ist nach "Das Programm", "Falsche Fährten" und "Sieben Gräber" der vierte Eichborn Fall, erschaffen von Buchautor Volker Schulz, der hier unter dem Pseudonym V.S. Gerling schreibt. Alle Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, da die jeweiligen Handlungen in sich abgeschlossen sind.

Nach den letzten spektakulären Ermittlungen scheint der neue Fall eher banal zu sein. Deutschlandweit werden Geldtransporte überfallen und die Täter zeigen sich offen den Überwachungskameras. Schnell sind sie also ermittelt. Merkwürdigerweise verschwinden die nunmehr 16 Täter nebst Ehefrauen spurlos. Der herausragende Analyst Günter Helmer erkennt in den Gesichtern der Täter pure Angst und ein schlimmer Verdacht macht sich breit. Alle Paare waren ungefähr im gleichen Alter und kinderlos. Die Ermittlungen kommen nicht richtig voran, denn sie werden offensichtlich von ganz oben torpediert. Eine Spur führt zu einer zweifelhaften Lobbyisten, die offensichtlich ein undurchsichtiges und sehr gewinnbringendes Geschäft betreibt. Was steckt dahinter und wer ist in diesen Fall alles noch verwickelt? Wo sind die Ehepaare geblieben und was geschieht auf der Farm?

Es fühlt sich gut an, wenn man in ein Buch liest und sofort merkt, dass einen die Geschichte gefangen nimmt. Ich denke, das liegt nicht nur daran, dass ich die Akteure bereits aus den vergangenen Fällen kenne, sondern vor allem am fesselnden Schreibstil des Autors, der sofort Spannung erzeugt. Dabei bedient sich V.S. Gerling einfacher Sätze und amüsanter Dialoge.
Doch hinter dieser unterhaltungsvollen Fassade platziert der Autor ein erschreckende und beklemmende Thematik, die eines Thrillers würdig ist und tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt.

Mit Nicolas Eichborn hat Gerling eine starke Figur geschaffen, die er hier in der Ich-Perspektive erzählen lässt. Verblüffend finde ich Eichborns persönliche Entwicklung seit dem ersten Band. O.k., er neigt noch immer zu dem einen oder anderen absolut unpassenden Spruch, aber mittlerweile kann er sich durchaus beherrschen und eine spitze Bemerkung runterschlucken. Manchmal ist er sogar richtig nett. Dies liegt wohl auch am positiven Einflusses seiner Partnerin Helen Wagner. Die beiden sind privat und beruflich ein tolles Team. Generell fand ich die Charaktere gut gezeichnet, wie z.B. der undurchsichtige Semjonow.

Sehr rasant und reißerisch ist die Handlung aufgebaut und man hofft als Leser, dass dieses gruseliges Szenario nur in der Fantasie des Autors existieren möge. An einigen Stellen fand ich es etwas weit hergeholt und nicht ganz stimmig Hier hätte ich mir mehr Feinschliff gewünscht. Somit konnte meines Erachtens dieser Thriller nicht ganz mit seinen Vorgängern mithalten.
Dennoch ist der Unterhaltungswert sehr hoch und wer es ein wenig skurriler und spektakulärer mag, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten.

Fazit: Ihr solltet Nicolas Eichborn unbedingt kennenlernen. Es lohnt sich!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

70 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

krimi, berlin, ddr, russland, stasi

Stimme der Toten

Elisabeth Herrmann
Fester Einband
Erschienen bei Goldmann, 14.08.2017
ISBN 9783442313914
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(90)

187 Bibliotheken, 20 Leser, 2 Gruppen, 37 Rezensionen

thriller, bka, maarten s. sneijder, todesreigen, selbstmord

Todesreigen

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.08.2017
ISBN 9783442483136
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Andreas Gruber stand seit langem auf meiner "Muss-ich-unbedingt-lesen-Liste" Endlich war der Zeitpunkt gekommen und "Todesreigen" fand den Weg zu mir. Der Thriller ist im August 2017 bei Goldmann erschienen. Alles beginnt mit einem echt gruseligen Autobahn-Szenario. Ein Falschfahrer wird gemeldet und drei mutige TruckfahrerIn wollen ihn stoppen, um andere Verkehrsteilnehmer vor Schlimmerem zu bewahren. Ein fulminanter Start und ich war mittendrin. Eine Reihe mysteriöser Selbstmorde von BKA-Beamten stellt Kommissarin Sabine Nemez vor ein Rätsel, zumal es zuvor in den Familien einige merkwürdige Todesfälle gab. Ausgerechnet jetzt ist Sabines Lehrmeister, Profiler Maarten S. Sneijder immer noch vom Dienst suspendiert. Als ihn Sabine dennoch um Hilfe bittet, warnt er sie inständig, sich aus diesem Fall rauszuhalten und versagt ihr zunächst die Zusammenarbeit. Als Sabine jedoch plötzlich spurlos verschwindet, greift Sneijder ein. Doch ihm gegenüber steht nicht nur ein hasserfüllter Mörder, sondern auch mächtige Männer, die die alten Geschichten der Vergangenheit nun endgültig unter den Tisch kehren wollen. Dieser Maarten S. Sneijder ist schon ein schräger Vogel, ein echter Unsympath, aber ein brillanter Profiler. Er macht es einem nicht wirklich leicht, ihn zu mögen. Aber wer genau hineinliest, entdeckt hinter der harten Schale die eine oder andere weiche Stelle. Mir hat seine unnahbare Coolness gefallen. Sabine Nemez ist durch Sneijders Lehre gegangen und hat ihn offensichtlich beeindrucken können. Ja, er mag sie, da bin ich sicher, auch wenn es ihm schwerfällt, es zu zeigen. Zusammen sind die beiden jedenfalls ein interessantes Ermittlerteam und ihr verbaler Schlagabtauch hatte etwas Unterhaltsames. Schnell wurde mir klar, dass Andreas Gruber die Kunst des Schreibens perfekt beherrscht. Er versteht es, Spannung aufzubauen, eigenwillige Charaktere zu erschaffen und Handlungsstränge in unterschiedlichen Zeitebenen zu integrieren. Geschickt verbindet er diese am Ende zu einem schlüssigen Ganzen. Damit hatte mich also Herr Gruber schnell auf seiner Seite und nach zwei Abenden lagen die 570 Seiten hinter mir. Vielleicht war das eine oder andere Ereignis ein wenig vorhersehbar, aber das hat mich persönlich überhaupt nicht gestört, denn das Szenario war einfach gut inszeniert. Außerdem sind auch ein paar Überraschungen in der Handlung versteckt. Alles in allem hat mir mein erster "Gruber" so gut gefallen, dass ich nun auch die drei vorangegangenen Fälle lesen möchte. "Todesreigen" ist ein komplexer, klassischer Thriller mit einer abgeschlossenen Handlung. Dennoch würde ich empfehlen, zuvor "Todesfrist", "Todesurteil" und Todesmärchen zu lesen. Wer Thriller mag, kommt an Andreas Gruber nicht vorbei!

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(75)

111 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 72 Rezensionen

bodensee, brigitte riebe, vertreibung, flucht, flüchtlinge

Marlenes Geheimnis

Brigitte Riebe
Fester Einband
Erschienen bei Diana, 11.09.2017
ISBN 9783453292055
Genre: Historische Romane

Rezension:

Brigitte Riebe ist für mich eine herausragende Schriftstellerin, deren Bücher inzwischen zu meiner Pflichtlektüre gehören. Ihr neuer Roman "Marlenes Geheimnis" ist am 11.09.2017 beim Diana Verlag München erschienen. Mit hohen Erwartungen bin ich in die Geschichte einer Familie eingestiegen, immer auf der Suche nach Marlenes Geheimnis. Als erstes begegnete ich Christiane Auberlin, Nane genannt, die zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva an den Bodensee reist. Dort trifft sie auf ihre Tante Marlene, die wenig von Familie hält und Nane und ihrer Mutter sehr raubeinig begegnet. Damals war Eva mit Marlene nach Kriegsende aus dem Sudetenland vertrieben worden und nach einer kräftezehrenden Flucht über Hunderte von Kilometern am Bodensee gelandet. Dort verschlägt es sie in den kleinen Ort Rickenbach, der von Obstplantagen umgeben ist. Mit dem Schnapsbrennen kennt sich Eva bestens aus und gemeinsam mit ihrem Mann Toni Auberlin gründen sie eine kleine Brennerei, die bis heute floriert und voller Stolz von Marlene weitergeführt wird. Nach Evas Beerdigung findet Nane Aufzeichnungen ihrer Großmutter und die Mauer des ewigen Schweigens scheint zu bröckeln. Wie lange kann Marlene ihr Geheimnis noch für sich behalten? Von der ersten Seite an fesselte mich die Geschichte der drei starken Frauen über drei Generationen hinweg. Ich habe bis tief in die Nacht gelesen, weil mich das Schicksal dieser Familie so interessiert und mitgerissen hat. Danach lag ich hellwach im Bett, weil mich diese Bilder einfach nicht mehr loslassen wollten und wie ein Film durch meinen Kopf schwirrten. Manches war nur schwer zu begreifen, stimmte nachdenklich und wirkte beklemmend. Der Roman ist so lebendig geschrieben, dass man meint, Teil des Geschehens zu sein. Außerdem war die Handlung selbst voller unerwarteter Wendungen, so dass man immer wieder überrascht wurde. Da standen mir schon das eine oder andere Mal die Tränen in den Augen, so sehr war ich emotional berührt. Wie ich eingangs schon schrieb, ist Brigitte Riebe für mich ein herausragendes Schreibtalent. Bei ihr stimmt einfach alles. Sie ist ausdrucksstark und stilistisch perfekt, vermag spannend und emotional berührend zu schreiben. Aus Brigitte Riebes Büchern kann man immer etwas lernen. Ihre Hintergrundstorys sind exzellent recherchiert und absolut passend in ihre fiktive Story eingearbeitet. Die Charaktere sind fein und intensiv ausgearbeitet, wobei ihr die Frauenrollen besonders liegen. Man spürt beim Lesen das Herzblut und die Emotionen der Autorin. Das alles macht Brigitte Riebe für mich so einzigartig und unvergleichbar. Sie war es auch, die mich zum Lesen historischer Romane ermutigt hat und seither lässt mich dieses Genre nicht mehr los. "Marlenes Geheimnis" hat mich rundherum begeistert, meine Erwartungen an das Buch wurden übertroffen. Eines meiner Lese-Highlights 2017, das ihr unbedingt lesen solltet! Ein Schatz in jedem Buchregal und eine tolle Geschenkidee für lesende Menschen und liebe Freunde.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

todesliste, engel der toten, gnadenlose jagd, geheimnissvolle orte, flucht

Engel der Toten: Gnadenlose Jagd (Sadie Thompson 2)

Eva Lirot
E-Buch Text: 238 Seiten
Erschienen bei null, 06.08.2017
ISBN B074MCR8DQ
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

is, rechts gegen links, intrigen, rechtsradikal, wahl

Alternativen

Leif Tewes
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Größenwahn Verlag, 03.08.2017
ISBN 9783957711625
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Tell me!

Thomas Pyczak
Geheftet: 277 Seiten
Erschienen bei Rheinwerk Computing, 29.05.2017
ISBN 9783836245609
Genre: Sachbücher

Rezension:

Was wäre wenn... ihr in Sachen Kommunikation nicht wirklich ein Genie seid, aber sowohl beruflich als auch privat eben diese Stärke gefordert ist? Ein guter Ratgeber muss her! Ich empfehle Euch das Buch "Tell me! von Thomas Pyczak, welches im Juni 2017 beim Rheinwerk Verlag erschienen ist. Eigentlich ist die Sache ganz einfach - werdet Storyteller! Hä, denkt ihr, was ist das denn für ein neumodischer Kram? Nein, nix neu, haben schon unsere Vorfahren am Lagerfeuer gemacht, erklärt der Buchautor. Es geht schlichtweg darum, gute Geschichten zu erzählen, beim Gegenüber Interesse zu wecken, seine ganze Aufmerksamkeit zu gewinnen. Als Kommunikationsmuffel Begeisterung bei den Zuhörern schaffen? In "Tell me" werden grundlegende Dinge erörtert, die es zu beachten gilt! Dabei handelt der Autor die Thematik tiefgründig ab. Er untergliedert sie in einzelne Kapitel, betitelt diese und gibt am Ende eines jeden eine kurze Zusammenfassung. O.k., ihr wollt es etwas konkreter? Zunächst ist es wichtig, warum und für wen wir unsere Story erzählen. Dann sollte man eine fesselnde Ausgangsposition schaffen und auch mal seiner Fantasie freien Lauf lassen. Thomas Pyczak meint, dass wir beim Reden keine Zeit verlieren sollten. Auf den Punkt kommen! Die ersten Worte sind übrigens entscheidend, ob eine Geschichte gehört wird. Habt Ihr schon einmal etwas von dem Aufmerksamkeitsfenster gehört? Eine Antwort hierauf und viele interessante Expertentipps findet ihr in diesem Buch. Thomas Pyczak ist Profi- Storyteller, denn er hat nicht nur als Buchautor, sondern auch als Journalist, Chefredakteur und Verlagsmanager viele Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt, die er jetzt uns Leser weitergeben möchte. "Tell me" ist unterhaltsam, beinahe romanartig geschrieben und liest sich als Sachbuch wirklich gut. Trotzdem basiert es selbstverständlich auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die hier aufgezeigt und mit Quellenangaben dokumentiert werden. Ich habe immer abends einige Kapitel gelesen, so dass ich die neuen Informationen auch gut verinnerlichen konnte. Die Thematik ist sehr interessant. Manchmal erscheinen die Dinge so simpel, aber man braucht einen kleinen Anstoß, um sie sich bewusst zu machen. Am Ende bin ich sicher noch kein perfekter Storyteller geworden, aber ich habe gerade mit meiner Buchbewertung versucht, das Gelernte umzusetzen. "Tell me" ist Rüstzeug für Alltag, Schule und Beruf, ein Nachschlagewerk in Sachen Kommunikation, das in keinem Buchregal fehlen sollte. In diesem Sinne: Tell me!

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(39)

49 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

mord, freundschaft, ein mords-team, geheimnisse, gefängnis

Ein MORDs-Team - Der Fall Marietta King 3 - In den Trümmern

Andreas Suchanek
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Greenlight Press, 27.06.2017
ISBN 9783958342422
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Noch immer ist der Mord an Marietta King aus dem Jahre 1994 nicht aufgeklärt und demzufolge ermittelt das Mords-Team weiter. "In den Trümmern" ist das dritte Hardcover, welches die Bände 7-9 beinhaltet. Es handelt sich also um eine fortlaufende Reihe und die Idee dazu hatte Buchautor Andreas Suchanek. Die Geschichte spielt in Barrington Cove und anlässlich des Festes zum Gründungstag wird die Highschool von einer Explosion erschüttert. Hervorgerufen wurde diese von einer Bombe, die nicht mehr rechtzeitig entschärft werden konnte. Alles liegt in Schutt und Asche und mittendrin sind die Freunde vom Mords-Team. Dadurch kommen die Ermittlungen zum Mord an Marietta King zunächst erst einmal ins Stocken. Aber Mason, Olivia, Randy und Danielle lassen nicht so schnell ruhig stellen, obwohl sie durch das Chaos in der Schule auch einige Blessuren davongetragen haben. Unterstützung bekommen das Mords-Team von der Journalistin Sonja Walker. Doch die Gegner sind mächtig und einflussreich und wollen unter allen Umständen vermeiden, dass Marietta Kings Mörder enttarnt werden kann. Was ist wohl damals geschehen? Was hat Marietta damals wirklich herausgefunden und wer hat sie ermordet? Die Fragen werden auch in diesem Buch nicht beantwortet, aber so langsam fügen sich die Puzzleteile ineinander. Andreas Suchanek hat eine fesselnde Krimi-Reihe geschaffen, die voller Action und interessanter Wendungen steckt. Es wird nie langweilig und immer wenn man denkt, dem Rätsel um den Mord ein Stück näher gekommen zu sein, bringt der Autor wieder ein neues, verwirrendes Detail ein. Das macht süchtig und auch jetzt fiebere ich schon den nächsten Buch entgegen. Das Besondere und Einzigartige am Mords-Team ist, dass es junge und erwachsene Leser gleichermaßen begeistert. Bei uns ist es zum Familien-Lesestoff geworden. Alle fühlen sich gut und spannend unterhalten. Das liegt vermutlich auch daran, dass zwar die Jugendlichen im Fokus der Geschichte stehen, aber durch den zwanzig Jahre zurückliegenden Mord deren Eltern ebenfalls mit ins Geschehen eingreifen. Die einzelnen Teile der Reihe sind auch als eBook erhältlich, dennoch empfehle ich die Hardcover, denn sie sind echt toll gestaltet und bringen die Atmosphäre von "Damals" und "Heute" sehr gut rüber. Mittlerweile stehen schon 3 Sammelbände in meinem Buchregal und ich bin sehr gespannt auf Band 4. Mit großer Begeisterung empfehle ich diese mitreißende All-of-age-Lektüre weiter. Übrigens, auch ein tolles Geschenk für jugendliche Leseratten!

  (10)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

48 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

indien, krimi, kalkutta, abir mukherjee, historischer krimi

Ein angesehener Mann

Abir Mukherjee , Jens Plassmann
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 10.07.2017
ISBN 9783453421738
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inspiriert durch das nostalgische Cover und eine Werbeanzeige des Heyne-Verlages kam "Ein angesehener Mann" in meine Hände.
Ansehnlich übrigens auch der Schriftsteller Abir Mukherjee, dessen Bild die hintere Umschlagseite ziert.

Die Geschichte geht zurück ins Jahr 1919 und spielt in Indien.
Von den Erfahrungen des großen Krieges geprägt, wird der ehemalige Scotland-Yard Ermitteler Sam Wydham in Kalkutta eingesetzt.
Bevor er sich überhaupt mit der neuen Umgebung und den Gepflogenheiten des Landes vertraut machen kann, geschieht in Kalkutta ein Mord an einem weißen Mann und Wydham steckt mitten in den Ermittlungen. Bei dem Opfer handelt es sich um einen engen Vertrauten des britischen Lieutenant-Governors, einer der höchsten und mächtigsten Männer in Bengalen.
Sofort liegt der Verdacht nahe, dass es sich um einen Racheakt der indischen Unabhängigkeitsbewegung handelt. Doch der Fall gestaltest sich deutlich schwieriger als erwartet.

Zu Beginn des Buches hatte ich einige Schwierigkeiten, die ungewöhnlichen Namen der Charaktere und Orte auseinanderzuhalten. Aber schon ein paar Seiten später war ich mittendrin, fasziniert von der Kulisse Indiens und dem damaligen Zeitgeschehen, die der Autor in beeindruckenden Bildern beschreibt. Das wirkte auf mich so lebendig, das ich beinahe die brütende Hitze Kalkuttas fühlen konnte.
Eine gute Portion britischer Humor hat mich durch die Handlung begleitet, was mir ausgesprochen gut gefallen hat.
Hauptakteur Sam Wyndham ist ein Symathieträger. Für ihn ist der Mensch entscheidend, unabhängig seiner Rasse und Herkunft. So konnte er gar nicht verstehen, wie seine britischen Mitbürger die Einheimischen diskriminierten. Mit großer Akribie versucht er den Fall zu lösen. Doch Wyndham ist kein Superheld. Er ist gezeichnet von den Ereignissen des Krieges und der Sucht nach Morphium und Opium, die gelegentlich seine Wahrnehmungen beeinträchtigen.
Mein heimlicher Star der Geschichte ist Sams indischer Kollege Bannerjee, den ich irgendwie knuffig dargestellt fand. Doch auch die anderen Figuren waren aus meiner Sicht authentisch ausgearbeitet.

Zwischendurch dümpelte die Handlung ein wenig dahin, kam irgendwie nicht richtig voran. Zeugenbefragungen ergaben keine Resultate und es wurde mir einen Funken zu langatmig.
Im letzten Teil des Buches kam wieder mehr Tempo ins Geschehen, aber dafür schien mir die Handlung verworrenerer zu werden. Hier hat der Autor für meinen Geschmack zu viel reingepackt. Weniger ist manchmal mehr!
Das Ende hat mich auch nicht so ganz befriedigt. Doch handelt es sich ja um den Beginn einer Reihe und da brauchte die Story Raum für den nächsten Teil.

Alles in allem ein spannendes und amüsantes Debüt, welches mit vielen interessanten Hintergrundinformationen gespickt ist!
Verzeiht man die kleinen Längen und das "Kuddelmuddel" zwischendurch, bekommt man hier einen tollen Krimi mit Flair und Humor! Meine 4 Sterne Leseempfehlung!

  (9)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

leipzig, thriller, der augenmacher, augenmacher, mordkommission

Der Augenmacher

Elias Haller
E-Buch Text: 446 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 27.07.2017
ISBN B074CNPZ9Z
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein neuer Thriller von Elias Haller mit dem Titel "Der Augenmacher"! Da konnte ich nicht "Nein" sagen, zumal ich diesen Autor bereits als kreativen Storyteller kennengelernt habe. Seine Donner-Reihe begeistert mich immer wieder.

Hier kommt nun ein ganz anderes Ermittlerduo zum Einsatz, nenne ich sie - das F&F-Team! Dahinter verbirgt sich Hauptkommissarin Klara Frost aus Leipzig und Oberkommissar Malchius Fitz aus München.

Alles beginnt damit, dass eine grauenvoll zugerichtete Frauenleiche auf der Heiligen Brücke in Leipzig gefunden wurde. Ihre Augenhöhlen wurden mit Lochsteinen gefüllt und alles deutet auf den Augenmacher hin. Der wurde jedoch vor sieben Jahren bereits gefasst und weilt inzwischen nicht mehr unter den Lebenden.

War hier ein Nachahmungstäter am Werk? Die Ermittlungen gestalten sich äußerst schwierig und dann kreuzt auch noch dieser merkwürdig gestylte Old-Kommissar aus München auf, der seine Nichte verzweifelt sucht. Vermutlich ist sie auch ins Visier des Augenmachers geraten. Gemeinsam versuchen Frost & Fitz dem unheimlichen Serientäter das Handwerk zu legen, der seinerseits Klara längst auf die Opferliste gesetzt hat.

Wieder einmal hat sich Elias Haller selbst übertroffen. Er konstruiert eine spektakuläre und actionreiche Story, die man so schnell nicht vergisst. Jedes Mal frage ich mich am Ende eines Buches, wie man bloß auf solche verworrenen Handlungen kommen kann.

Er macht auch vor Goethes Faust und dem Märchen von Hänsel und Gretel keinen Halt und bindet sie in die Dramaturgie seines Thrillers ein. Und das kann echt gruselig werden!

Auch wenn an einigen Stellen die Fantasie des Autors mit ihm durchzugehen scheint, hat mich die Story mitgerissen und fasziniert. Ich hatte keine Ruhe, bevor ich nicht wusste, wer hier sein perfides Spiel treibt. Es wurde eine lange Lesenacht!

Elias Haller hat einen spannungsgeladenen Schreibstil, der sich angenehm lesen lässt. Sein schwarzer Humor zwischendurch ist echt genial. An einigen Stellen habe ich herzhaft lachen müssen.
Am Ende gibt es erwartungsgemäß ein rasantes Finale.

F&F - Frost und Fitz fand ich klasse inszeniert. Es sind ziemlich eigenwillige, schräge Charaktere, die ihr eigenes Trauma mit sich umherschleppen. Aber genau das macht sie sympathisch und ich habe das Gefühl, es ist der Beginn einer ungewöhnlichen neuen Thriller-Reihe.

Fazit: Interessante Buchidee! Ob ich je wieder Hühnergötter sammele? Die Bilder in meinem Kopf sind furchterregend! Ein Thriller mit Suchpotential und ein immer wieder gern gelesener Buchautor!

  (17)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(232)

377 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 134 Rezensionen

bienen, bienensterben, roman, natur, zukunft

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

köln, zahnärztin, krimi, spritzenphobie, zahnschmerzen

Auch Killer haben Karies

Isabella Archan
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 23.03.2017
ISBN 9783740800369
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

familie, le touquet, lebenslügen, schriftsteller, traurigkei

Der Dichter der Familie

Grégoire Delacourt , Tobias Scheffel
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 18.07.2017
ISBN 9783455404685
Genre: Romane

Rezension:

Auch ich wollte endlich einmal einen "Grégoire Delacourt" lesen. Die Gelegenheit bot sich mit dem neuen Roman "Der Dichter der Familie", der im Juli 2017 beim Verlag Hoffmann und Campe veröffentlicht wurde.

Im zarten Kindesalter von sieben Jahren schreibt Édouard ein kleines Gedicht und seine Eltern sind von ihrem talentierten Jungen ganz begeistert. Der Dichter der Familie war geboren! Doch für Édouard ist es wohl mehr Fluch als Segen. Nichts läuft glatt in seinem Leben, er heiratet die falsche Frau, die Ehe seiner Eltern zerbricht und statt Schriftsteller, wird er Werbetexter. Édouard fühlt sich als Versager und immer hört er die Worte seines Vaters "Schreiben heilt". Wird es ihm letztendlich gelingen, seinem Namen als Dichter der Familie doch noch gerecht zu werden?

Der Einstieg in das Buch fiel mir echt schwer. Ich quälte mich ein wenig durch die Seiten. Eigentlich mag ich es poetisch und gefühlvoll, aber hier wirkte alles so abgehackt und gestelzt.
Ab der Mitte des Buches hatte ich mich endlich an den Schreibstil gewöhnt, der dann mitunter ins Derbe und Vulgäre ausuferte. Einen solch ungewöhnlichen, von krassen Gegensätzen geprägten Schreibstil, habe ich noch nicht gelesen. Zweifelsohne beherrscht der Autor sein Handwerk und natürlich spürt man den französischen Einschlag. Es gab einige Stellen, die mir richtig gut gefallen haben.
Anderseits ist Delacourts Geschichte voller Melancholie, durchzogen von falschen Erwartungen und Enttäuschungen. Das wirkte bedrückend auf mich. Spannung suchte ich vergebens.
Obwohl die Figuren mit ihren Eigenheiten und Emotionen gut dargestellt sind, fand ich irgendwie keinen Bezug zu ihnen.
Da waren also diese Eltern, die meinten einen Wunderknaben geschaffen zu haben und ihm schon frühzeitig falsche Träume suggerierten. Ihre Beziehung geht in die Brüche und für Édouard wird es schwierig mit der Situation umzugehen.
Er ist ein phlegmatischer Typ, der sich kaum oder nur schwer aus seiner misslichen Lage befreien kann. Das Ehedrama scheint sich bei ihm zu wiederholen. Obwohl er z.B. von Anfang an weiß, dass ihn mit Monique keine wirkliche Liebe verbindet, heiratet er sie. Manchmal habe ich gedacht, er beschwört das Unglück geradezu herauf. Ich hätte ihm etwas mehr Kraft und Energie gewünscht, denn so hat mich der Roman einfach nur runtergezogen und ich habe mich gefragt, wer so etwas wirklich lesen möchte?
Am Ende kann man schließlich von einer positiven Tendenz sprechen. Zumindest hat Édouard letztendlich seine Berufung gefunden und ich war zufrieden, dass der Roman nur 200 Seiten umfasste.

Fazit: Sehr spezieller Lesestoff, der die Leserschaft spalten dürfte. Mein Geschmack war es leider nicht, daher empfehle ich, es mit Vorsicht zu genießen!

  (10)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Die Autobiographie

Agatha Christie
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 11.04.2017
ISBN 9783455000528
Genre: Biografien

Rezension:

Seit frühester Jugend faszinierten mich ihre Kriminalromane!
Die Geschichten von Hercule Poirot und Miss Marple habe ich verschlungen.

Nun hat der Hamburger Verlag Hoffmann und Campe im April 2017 Agatha Christies Autobiographie veröffentlicht und mein Leseinteresse war sofort geweckt.

Hochwertig ist die Aufmachung des Buches, roter Stoffeinband mit einem Bild der arbeitenden Schriftstellerin umsäumt die fast 650 Seiten.

Zu Beginn des Buches gewährt Agatha Christie dem Leser tiefe Einblicke in ihre Kindheit, stellt ihre Eltern, Geschwister, ihr Kindermädchen, ihren Hund, Freundinnen und Dienstboten vor.
Viele Verehrer hatte die junge hübsche Agatha, aber erst in Archie Christie findet sie den Mann zum Heiraten. Doch leider wehrt diese Ehe nicht ewig.
Mit ihrem zweiten Mann, dem Archäologen Max Mallowan, hatte sie mehr Glück. Sie begeisterte sich für seine Expeditionen.
Überhaupt spielte das Reisen und die damit verbundenen Fortbewegungsmittel in Agathas Leben eine große Rolle.
Doch auch die sorgenvollen und angsteinflößenden Kriegsjahre haben Agatha geprägt.

Ein bewegtes Leben, welches sie detailgetreu und emotional berührend beschreibt.
Oft wirken Biographien in Buchform wie eine Aneinanderreihung von Fakten. Doch Christies Autobiographie ist romanartig geschrieben. Schnell war ich völlig vertieft in das Buch und fühlte mich in das Zeitgeschehen zurückversetzt.
Agathas Familie mochte ich sofort. Besonders beeindruckt hat mich ihre Mutter, die trotz des frühen Todes des Vaters alles daran setzte, ihre Tochter bestmöglich zu fördern und ihr eine gute Ausbildung zukommen zu lassen. Dabei war die finanzielle Lage der Familie nicht immer rosig.
In der Mitte des Buchges befindet sich übrigens eine kleine Bildergalerie mit Fotos von Agatha und ihrer Familie.

Als Krimiautorin habe ich Agatha Christie immer bewundert, aber nach dem Lesen dieses Buches erscheint sie mir auch ein außergewöhnlicher Mensch gewesen zu sein, wissbegierig, stark und hilfsbereit. Ich fand es bewundernswert, wie sie immer wieder neue Dinge gelernt und ausprobiert hat und darüber hinaus die Tiefen ihres Lebens meisterte.
Ab und zu lässt sie auch ihren trockenen Humor durchblicken. ich denke dabei z.B. an ihre ersten Fahrversuche mit dem neuen Auto.
Trotz des großen schriftstellerischen Erfolges ist Christie stets bescheiden und bodenständig geblieben, hat lange Jahre gar nicht für möglich gehalten, eine echte Schriftstellerin zu sein. Großveranstaltungen zu ihren Ehren waren ihr ein Graus. Sie wollte eher im Verborgenen leben, statt im Rampenlicht. Das macht sie für mich so sympathisch.

Wer also gern die Frau hinter den Kulissen von Miss Marple, Hercule Poirot und Co. kennenlernen möchte, dem sei diese Autobiographie unbedingt zu empfehlen. Sie liest sich so super und gehört beinahe zum Standard der Allgemeinbildung. Agatha Christie ist und bleibt für mich eine der bedeutendsten Kriminalbuchautoren der Welt.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(124)

228 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

münchen, zwillinge, familiengeschichte, holunder, rezepte

Die Holunderschwestern

Teresa Simon
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2016
ISBN 9783453419230
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mich die Frauen der Rosenvilla so in ihren Bann gezogen haben, wollte ich unbedingt Teresa Simons Holunderschwestern kennenlernen. Wo auch immer du sein magst, du wirst immer ein Teil von mir sein, mein Zwilling. (Natalie Simonsen) Katharina Raith ist Restauratorin und betreibt mit ihrer Freundin Isabel von Thalheim eine kleine Werkstatt in München. Im Mai 2015 steht plötzlich ein Mann aus London namens Alex Bluebird vor Katharinas Tür und übergibt ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny, die sich im Nachlass seiner Großmutter befanden. Wie sind Fannys Tagebücher nach London gekommen? Katharina vertieft sich schnell in Fannys Aufzeichnungen, die bis ins Jahr 1918 zurückgehen. Damals trennte sich Fanny von ihrer Zwillingsschwester Fritzi und ging allein von Weiden nach München. Dort fand sie bei einer jüdischen Familie eine Anstellung als Köchin. Eines Tages steht jedoch ihre sensible Zwillingsschwester bei Fanny in München vor der Tür und das Schicksal nimmt vor dem Hintergrund der dramatischen politischen Ereignisse in Deutschland seinen Lauf. Letztendlich beeinflußt die Geschichte ihrer Urgroßmutter auch Katharinas Leben. Wie sagt man so schön: Liebe geht durch den Magen. Vermutlich ist das der Grund, warum Teresa Simon ihre Leser mit duftenden Dampfnudeln, Holunderkompott und diversen anderen kulinarischen Köstlichkeiten in ihrer Geschichte begrüßt. Am Ende des Buches befindet sich hierzu eine kleine Rezeptsammlung. Doch ganz abgesehen von diesen Leckereien, fühlte ich mich schon nach wenigen Seiten als Teil der Handlung. Sehr lebendig, einfühlsam und bilderreich beschreibt die Autorin ihre Szenerie. München dient als Schauplatz, den der Leser einmal im Hier und Jetzt kennenlernt und rückblickend in den Jahren 1918 bis 1936. Wieder hat Teresa Simon starke Frauen in den Mittelpunkt ihrer Geschichte gestellt, deren Schicksale sie sehr emotional und authentisch darstellt. Besonders beeindruckend fand ich die historischen Hintergrundinformationen. Mir war nicht klar, dass München eine so tragende Rolle zum Ende des ersten Weltkrieges und in den Zeiten der Wirtschaftskrise gespielt hat. Der Beginn der Judenverfolgung und die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten sind sehr interessant in die Handlung eingearbeitet. Bei diesem Roman stimmt einfach alles. Begleitet von wohl dosierter Romantik, zieht sich knisternde Spannung durch das gesamte Buch, ganz zu schweigen vom vortrefflichen Schreibstil der Autorin. So wurde es für mich eine lange Lesenacht, denn ich musste unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht. "Die Holunderschwestern" - ein Roman, der mich begeistert hat, ein Lesevergnügen mit hohem Unterhaltungswert, ein virtueller Gaumenschmaus mit Suchtpotential!

  (9)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

thriller, spannung, geheimnis, engel der toten, oma

Engel der Toten

Eva Lirot
E-Buch Text
Erschienen bei null, 01.06.2017
ISBN B071JF3HBX
Genre: Sonstiges

Rezension:

Eva Lirot Bücher gehören schon seit längerem zu meinem bevorzugten Lesestoff. Ganz besonders mag ich ihre Thriller-Reihe um den Ermittler Jim Devcon. Nun hat sie mit "Engel der Toten" den ersten Band eine neuen Reihe an den Start gebracht, in welchem eine junge Frau namens Sadie Thompsen im Mittelpunkt der Handlung steht. Neben ihr ist Polizist John Palmer mit von der Partie. Alles beginnt damit, dass eben dieser auf einer Beerdigung eine junge Frau entdeckt, die ihn vom ersten Augenblick interessiert. Sie scheint ihre Attraktivität verbergen zu wollen. Palmer will mehr über sie, Lori Stone, wissen. Doch die Datenbanken schweigen. Er bekommt kaum Informationen, denn sie ist in Wahrheit Sadie Thompsen, eine Frau auf der Flucht. Sie muss ständig ihren Wohnort wechseln und neue Identitäten annehmen. Denn der Wolf ist hinter ihr her, wittert ihre Fährte und spürt sie immer wieder auf. Kann John Palmer Sadie helfen? Warum will der Wolf die junge Frau töten und wer verbirgt sich dahinter? Die Antwort liegt in Sadies Vergangenheit. Schreckliche Dinge sind geschehen und alles hängt mit der Fibel des Grauens zusammen Sadies Wissen darum macht sie zur "Wolfsbeute." Was für ein mysteriöser und rasanter Serienstart! Eva Lirot überrascht wieder einmal mit einer brisanten Thematik und echt gruseligen Thrillerszenen. Ihr flüssiger Schreibstil fesselt schnell. Gekonnt verschleiert sie die Handlung und versorgt den Leser nur mit spärlichen Informationen. Das lässt viel Raum zum "Rätselraten" und treibt enorm die Spannung voran. "Engel der Toten" taucht tief in die menschlichen Seelen und bringt das Abnormale ans Licht. Die Inszenierung des Wolfes fand ich echt klasse. Schnell wird klar, dass hier ein wahnsinniger und eiskalter Mörder sein Unwesen treibt. Mit Sadie bin ich insgesamt noch nicht ganz warm geworden. Liegt vermutlich auch daran, dass ich bislang zu wenig über sie weiß. Das wird sich aber bestimmt in den nächsten Bänden ändern. Ein paar kleine Details fand ich vielleicht eine Spur zu weit hergeholt. Wie sich das für eine Thriller-Reihe gehört, endet das Buch mit einem Cliffhanger und den Worten " Fortsetzung folgt!" Na super! Da bleibe ich neugierig zurück und hoffe, dass bald Sadie Thompsen-Roman Nr. 2 erscheint. Serienjunkies aufgepasst! Wer gern kurzweilige und düstere Thriller mag, liegt mit diesem Lesestoff genau richtig! Und wer mehr von Eva Lirot lesen möchte, findet im Anhang dieses Buches weitere Empfehlungen.

  (14)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(138)

203 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 125 Rezensionen

thriller, serienkiller, berlin, spannung, psychopath

Targa - Der Moment, bevor du stirbst

B. C. Schiller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 10.07.2017
ISBN 9783328101512
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schon seit längerem habe ich das Autorenduo Barbara und Christian Schiller auf meiner "Muss-ich-unbedingt-auch-noch-lesen-Liste." Als ich hörte, dass im Juli 2017 die neue Thriller-Reihe "Targa" von B.C. Schiller veröffentlicht wird, wollte ich von Anfang an dabei sein. So lernte ich also die unerschrockene Undercover-Ermittlerin Targa Hendricks kennen, die Frau für die aussichtslosen Fälle. Tatort Berlin: Mehrere junge Frauen sind ihm zum Opfer gefallen. Ihre leblosen Körper treiben in Holzkähnen auf der Spree. Obwohl man sich in Polizeikreisen inzwischen beinahe sicher ist, dass es sich bei dem unheimlichen Serienmörder um Professor Falk Sandman handelt, gelingt es bisher nicht, ihn der Taten zu überführen. Klarer Fall für Targa! Sie soll hautnah an ihn herankommen und ihn somit überführen. Keine leichte Aufgabe, denn Sandman ist äußerst vorsichtig und clever. Außerdem gibt er sich sehr charmant, so dass auch Targa zwischen Anziehung und Abstoßung pendelt. Wird sie sein Vertrauen gewinnen? Ein Kampf auf Messerschneide beginnt! Der einfache, aber temporeiche Schreibstil der Schillers, geprägt von kurzen, knappen Sätzen und Kapiteln, liest sich super und macht definitiv süchtig. An zwei Abenden habe ich die fast 400 Seiten durchgelesen. Schnell hatte mich die düstere Atmosphäre des Buches ergriffen. Außerdem fühlte ich mich als "Randberliner" mitten im Geschehen, da mir die Ortsbeschreibungen weitestgehend bekannt waren. Was für eine geniale und einzigartige Buchidee. Gefällt mir! Mit Targa und Falk haben die Autoren zwei sehr eigenwillige Typen ins Rennen geschickt, die mich echt fasziniert haben. Zwei ebenbürtige Gegner, die ihre Grenzen ausloten dabei tiefe Einblicke in ihre kranken Seelen gewähren. Eine knisternde (An)Spannung zog sich durch das ganze Buch. Es gab für mich auch einen heimlichen Star - "Hund", der Ruhepol zu der rast- und furchtlosen Targa. Wenn wir schon einmal bei interessanten Typen sind, sollte ich auch noch Carlos Schmidt erwähnen. Seine Geschichte wird in einem zunächst undurchsichtigen Handlungsstrang näher beleuchtet. Am Anfang des Buches habe ich mich ständig gefragt, wie er wohl in die Szenerie hineinpasst. Am Ende klärt sich alles schlüssig auf. Da es sich um eine Thriller-Reihe handelt, scheint klar, dass die Story mit einem fiesen Cliffhanger endet, der mich neugierig zurücklässt, mit dem Gedanken an eine hoffentlich baldige Fortsetzung. Für mich war "Der Moment, bevor du stirbst" ein gelungener Serienauftakt. Gerne mehr davon! Klare Leseempfehlung!

  (19)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(52)

72 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

berlin, thriller, uwe wilhelm, brutal, thrille

Die sieben Farben des Blutes

Uwe Wilhelm
Flexibler Einband
Erschienen bei Blanvalet, 17.07.2017
ISBN 9783734103445
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dionysos - griechischer Gott des Weines, der Trauben, der Freude, der Fruchtbarkeit, des Wahnsinns und der Ekstase
oder ein gesuchter Serientäter, der Frauen auf bestialische Weise ermordet?

Letzteres thematisiert Uwe Wilhelm in seinem neuen Thriller "Die sieben Farben des Blutes", der im Juli 2017 bei blanvalet erschienen ist.

Eine Inszenierung sollte es werden und Dionysos sendet Vorankündigungen. Sieben Frauen würde er heilen?!
Drei davon wurden innerhalb von drei Monaten ermordet aufgefunden. Dann scheint für die Ermittler die Mordserie zum Stillstand gekommen zu sein. Nur Staatsanwältin Helena Faber glaubt nicht an das Serienende und sie sollte recht behalten. Ein Jahr später wird wieder eine Frau ermordet aufgefunden und jetzt gerät die Staatsanwältin selbst ins Visier des Dionysos. Ein Kampf auf Messers Schneide beginnt. Nur einer kann gewinnen!

Die Handlung spielt in Berlin. Das interessierte mich und außerdem hatte ich bislang noch kein Buch von Uwe Wilhelm gelesen.

Sein klarer, mitunter auch derber Schreibstil passt gut zum Genre. Auch mangelt es der Handlung keinesfalls an "Thrill", dazu ein Schuss Mystik. Die gewünschte Spannung kam auf und so habe ich das Buch relativ schnell durchgelesen.
Interessant fand ich die schrägen Charaktere. Keine wirklichen Sympathieträger, aber ideal als Besetzung für diese Szenerie.
Einerseits schreibt Wilhelm ziemlich nah an der Realität, untermalt dies mit detaillierten Ortsbeschreibungen und Hintergrundinformationen. Andererseits konstruiert er aber auch so stark, dass es für mich als Leser nicht glaubhaft rüber kam. Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, dass ein Mörder genau die Zeit der Monatsblutungen seiner Opfer bestimmen kann. O.k., es schreibt ein Mann, also sehen wir über diesen kleinen Kritikpunkt hinweg.
Doch dann kam Helenas Gedächtnisverlust hinzu, der für mich nicht rund dargestellt schien.
Zudem wurde mir ziemlich schnell klar, wer der Täter ist. Das führte zwischendurch zu einigen Längen.
Last but not least endet das Buch mit einem Cliffhanger, der aus meiner Sicht unnötig und auch nicht wirklich verständlich war. Vermutlich soll hier Raum für eine Fortsetzung geschaffen werden, wofür mir aber die Hauptakteure nicht stark genug erscheinen.

Trotz meiner Kritikpunkte halte ich diesen Thriller für ein soliden, spannenden und unterhaltsamen Lesestoff, den man durchaus weiterempfehlen kann.

  (21)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

humor, wellness, urlaub, rentner, kur

Sie haben ihr Ziel erreicht (German Edition)

Friedrich Kalpenstein
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 13.06.2017
ISBN 9781611099232
Genre: Humor

Rezension:

"U heeft uw bestemming bereikt" - übersetzt nach Friedrich Kalpenstein "Sie haben Ihr Ziel erreicht" Dem neuen Roman des Münchner Autors habe ich entgegengefiebert, hatte ich doch zuvor bereits seine fünf humorvollen Romane zelebriert. Drei in die Jahre gekommene, mit langsamen Schritten auf die Rente zugehende Männer, namens Justus, Erwin und Willi, planen eine gemeinsame Reise in ein Wellnesshotel in Niederbayern. Die drei können unterschiedlicher nicht sein, sind aber seit ihrer Schulzeit eng befreundet. Erwin versucht sich im Buchen der Reise und prompt reserviert er statt in besagtem Wellnesshotel, in einer Kuranstalt. Verzagen ist für die Freunde ein Fremdwort und so versuchen sie, das Beste aus der Situation zu machen und schlussendlich wird ihr Urlaub zum wahren Abenteuer. Das Trio ist schon ziemlich schräg. Während Erwin sich als Hobbydetektiv betätigt und Willi dem Hausmeister seinen Job abspenstig macht, lässt es Justus richtig krachen. Er zeigt sich an seinem runden Geburtstag spendabel, dabei sieht seine finanzielle Lage alles andere als rosig aus. Mit seinem Charme hat er schnell einen Kurschatten an der Angel. Mein heimlicher Star war Willi. Ich fand ihn herrlich tollpatschig, wie er immer wieder versucht, sich mit seinen handwerklichen Begabungen in Szene zu setzten - hat mich sehr an meinen Vater erinnert. Friedrich Kalpenstein hat mit diesem Roman etwas Neues versucht. Leider konnte er mich damit nicht wirklich vom Hocker reißen. Sein bisher unvergleichlicher Humor (bekannt aus der Herbert -Reihe) ist hier ein anderer und er verzichtet auch auf den ihm eigenen Münchner Dialekt. Sicher ist es ein nette, amüsante Geschichte mit Schmunzelfaktor. Doch mir fehlte irgendwie der Pepp. Es wirkte zwischendurch sogar etwas langatmig. Eigentlich überspitzt Kalpenstein immer in seinen Romanen, bedient sich typischer Klischees und ist vorhersehbar. Aber dieser leise Humor konnte die Handlung nicht aufwerten, kam einfach nicht bei mir an. Schade. Vielleicht bin ich auch nicht in der richtigen Zielgruppe für dieses Buch. Ich könnte mir vorstellen, dass sich die ältere Generation deutlich besser amüsieren wird.

  (16)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

hannes jaenicke, alltägliches, biografisch, eigene erfahrungen, uniformierung

Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche

Hannes Jaenicke
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 15.05.2017
ISBN 9783579086682
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Irgendjemand schwärmt von einem Buch, das ich unbedingt lesen muss? Schon stehe ich an der Kasse im Buchladen und kaufe es." Ups, da bin ich wohl nicht der Herde gefolgt, denn ich habe dieses Buch ganz allein gefunden. Irgendwann las ich einen Post von Hannes Jaenicke auf Facebook. Seine Meinung fand ich interessant. Also markierte ich die Seite mit "Gefällt mir!" So erfuhr ich auch von seinem Buch "Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche." Ich fand den Buchtitel echt originell und wollte wissen, was dahintersteckt, den Autor Hannes Jaenicke kennenlernen und herausfinden, ob ich seine Ansichten teilen kann. Gleich zu Beginn des Buches hatte ich - Die Wahl der Qual - Herde oder Held? Keine einfache Frage! Sind wir Helden, wollen wir überhaupt als solche in Erscheinung treten, oder besser mit dem Strom mitschwimmen? Was antwortet Ihr, wenn man Euch fragt, welche Person euer Vorbild ist? Natürlich sind wir beeindruckt von Menschen, die Haltung bewahren, Rückgrat zeigen. Aber mal Hand aufs Herz, es ist doch mitunter auch ganz schön in der Herde mitzutrotten, sich führen und leiten zu lassen. Und doch möchten wir manchmal ausscheren und querdenken. Aber es könnte auch sein, dass die Herde uns schnell als Querulant abstempelt, uns vielleicht sogar ausgrenzt. Wollen wir das wirklich? Hannes Jaeneckes Buch zeigt die "Für" und "Wider" auf, macht Mut zum Vor-, Nach- und Querdenken. Einmal den Erwartungen trotzen und eigene Wege gehen! Ausscheren aus dem System und Individualität an den Tag legen! Im Epilog gibt es schließlich noch eine Anleitung - Wie man Held wird - Be a Mensch! Mit seinem charmant-kritischen Schreibstil, der von einer humorvollen Note durchzogen ist, hat mich der Autor schnell in seinen Bann gezogen. An einem Abend habe ich die 182 Seiten verschlungen. Nun ja, hier teilt schon jemand ziemlich deutlich aus, zeigt jedoch auch auf, wie es seiner Meinung nach besser gehen kann. Doch bezieht er sich durchaus mit ein und kommt dabei gar nicht neunmalklug rüber. Zwischen den Zeilen versteckt sich ein ziemlich großer Haufen Gesellschaftskritik und es lohnt sich, einfach einmal über einige Dinge genauer nachzudenken, ohne dass man zwangsläufig alle Gesichtspunkte genauso betrachten muss. Es geht wohl im Kern darum zu sensibilisieren, wachzurütteln und einfach mal Traute zu zeigen! Das Buch liest sich nicht wie ein reines Sachbuch, denn Hannes Jaenicke lässt auch viel Persönliches einfließen. So erzählt er z.B, dass es in seiner Kindheit keinen Fernseher gab, weshalb er selbst viel gelesen hat, besonders Abenteuerbücher. Offensichtlich hat ihn das geprägt, denn ferne Länder scheinen eine magische Anziehungskraft auf ihn auszuüben. Übrigens, Hannes Jänicke verschenkt gern das Buch "Man's Search for Meaning" "...trotzdem Ja zum Leben sagen" von Viktor Frankl und ich werde künftig "Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche" als kleines Mitbringsel für gute Freunde verschenken. Ein interessantes Buch, dass nicht nur nachdenklich stimmt, sondern auch super unterhaltsam ist (Ich sage nur Götz George)! Meine 5 Sterne-Leseempfehlung! P.S. Falls ich Hannes Jänicke irgendwo in einem Restaurant begegnen sollte, so wie er einst Bruce Springsteen, werde ich auf ihn zugehen und ihm sagen, dass er ein interessanter Mensch ist, der es versteht mich zu unterhalten, ob als Schauspieler oder Buchautor.

  (12)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(60)

105 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

schokolade, dresden, familiengeheimnis, familiengeschichte, familiengeheimnisse

Die Frauen der Rosenvilla

Teresa Simon
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.02.2015
ISBN 9783453471313
Genre: Romane

Rezension:

Gebrauchsanweisung für Teresa Simons Roman "Die Frauen der Rosenvilla" : Bevor ihr mit dem Lesen dieses Buches beginnt, sollte ihr ausreichend Zeit zur Verfügung haben, denn es besteht akute Suchtgefahr! Außerdem erweist sich ein sonniger Platz im Garten, umgeben von duftenden Rosen, als ein stilvolles Ambiente.  Schokolade und Latte Macchiato in greifbarer Nähe? 

Auf geht's nach Dresden! Seid dabei, wenn Anna Kepler, die Erbin einer alten Schokoladendynastie ihre zweite Chocolaterie  in der Altstadt eröffnet. Zum Erbe ihres Großvaters gehört auch die Rosenvilla, die Anna mit viel Liebe zum Detail und hohem finanziellen Aufwand zu neuer Blüte erstrahlen lässt. Sie ist benannt nach dem traumhaften Garten, der einst die Villa umsäumte.  Während Anna diesen Garten mit wunderschönen alten Rosensorten neu gestaltet, findet sie eine alte Schatulle, in welcher sich Tagebuchaufzeichnungen einer gewissen Emma befinden, die vor hundert Jahren in der Villa gelebt hat. Anna ist fasziniert und möchte das Geheimnis um die Rosenvilla lüften. Dabei stößt sie jedoch auch auf die tragischen Geschichten ihrer Vorfahren. 

Teresa Simon ist um ihre exzellente Schreibkunst zu beneiden. Stilistisch perfekt, ausdrucksstark mit einer intelligenten Wortwahl und detailgetreue, bildhafte Beschreibungen, verleihen dieser Story eine besondere Brillanz.  Und dann diese Kulisse... Das Setting ist optimal gewählt. Ich bin immer wieder gern in Dresden, genieße das Flair und die tolle Umgebung. Daher konnte ich mir die Villa mit Elbblick sehr gut vorstellen.  Authentizität verleiht die Autorin ihrer Geschichte, indem sie z.B. das Elbhochwasser und viele Orte der Stadt erwähnt. Damit dürfte klar sein, dass Teresa Simon zuvor akribisch recherchiert hat. 
Wie es der Titel bereits verrät, spielen Frauen eine zentrale Rolle im Roman. Ihre geheimnisvollen Schicksale fand ich sehr interessant und berührend.  Die Handlung springt zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her.  Meistens befindet sich der Leser im Jahr 2013 und begleitet die junge Anna Kepler durchs Leben. Sie hat ein Gespür für Schokolade und beim Lesen läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Was jetzt noch fehlt, ist der Mann fürs Leben und Kinder, die die Villa mit Fröhlichkeit füllen.  Ob sie ihr Glück finden wird, müsst Ihr selbst herausfinden. 
Durch die Tagebuchaufzeichnungen blickt die Handlung mitunter über hundert Jahre zurück. Doch sind die einzelnen Kapitel mit Ort-und Zeitangaben versehen, so dass man der Geschichte sehr gut folgen kann. Man muss trotzdem sehr aufmerksam lesen, um die Komplexität der Handlung zu erfassen. 

Wer auf der Suche nach einem spannenden Wohlfühlbuch ist, einen anspruchsvollen Frauenroman mit historischen Bezügen mag und gern komplizierte Familienrätsel löst, dürfte hier auf seine Kosten kommen.  Mich hat das Buch nicht mehr losgelassen und daher empfehle ich es sehr gern weiter. 
P.S. Auf den letzten Seiten gibt es noch einige tolle Rezepte, für die Leckermäuler unter Euch - Eierlikör z.B.

  (12)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(97)

169 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 82 Rezensionen

thriller, julia corbin, mannheim, kriminalbiologie, die bestimmung des bösen

Die Bestimmung des Bösen

Julia Corbin
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.05.2017
ISBN 9783453359345
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Unter dem Pseudonym Julia Corbin, veröffentlicht die Autorin Kerstin Pflieger ihren ersten Thriller "Die Bestimmung des Bösen," der im Mai 2017 beim Diana Verlag erschienen ist.

Vor 23 Jahren durchlebt ein kleines Mädchen in London einen Alptraum. "Schließ die Augen und zähl bis hundert" hört sie ihren Vater sagen. Dann sind ihre Eltern tot. Von den traumatischen Erinnerungen gezeichnet, treffen wir die junge Frau im Heute wieder. Inzwischen ist Alexis Hall Kriminalhauptkommissarin in Mannheim und muss ein gruseliges Verbrechen aufklären. Zwei furchtbar zugerichtete Frauenleichen werden in einem Waldstück am Rhein gefunden. Nur die Insekten, die sich auf ihnen tummeln, können Hinweise auf die Todesumstände liefern. Die Kriminalbiologin Karen Hellstern kommt ins Spiel und versucht dem Täter mit Hilfe der Käfer und Maden auf die Schliche zu kommen. Doch das Morden geht weiter. Erneut werden zwei Frauenleichen gefunden, deren Anblick Alexis Hall tief schockiert. Die toten Frauen sind mit weißen Anemonen geschmückt, die die Kommissarin schmerzlich an ihr Kindheitstrauma erinnern.

Der Einstieg in das Buch war schon der Hammer, schonungslos gruselig. Wow, diese Autorin schreibt knallhart, wie ein Mann! Mit ihrem rasanten Schreibstil hatte sie mich schnell gepackt. Außerdem fand ich die detailreichen Einblicke in die kriminalbiologische Arbeit äußerst interessant. Nichts für schwache Nerven! Zusätzliche Spannung bringen die Rückblicke in Alexis Vergangenheit. Dabei versorgt Julia Corbin ihre Leser häppchenweise mit Informationen, so dass man zum einen wissen möchte, was Alexis in ihrer Kindheit erlebt hat und anderseits ist auch das Rätsel um die mysteriösen Mordfälle zu lösen.

Die Charaktere schienen mir gelungen inszeniert. Hierbei hat mir gefallen, wie Alexis mit ihren Zweifeln und Ängsten dargestellt wird. Trägt sie das Gen des Bösen in sich? Könnte sich der Killerinstinkt ihrer Eltern auf sie übertragen haben. Aber auch Kriminalkommissar Oliver Zagorny mit seinem bisweilen trockenen Humor fand ich echt sympathisch.

Trotzdem wirkte der Thriller auf mich in seiner Gesamtheit ein bisschen überfrachtet. Die Autorin hat ihr geballtes Wissen ziemlich tiefgründig und detailverliebt in ihren Thriller gepackt. Es gab einige interessante Wendungen, aber zum Ende hin wurde mir die Handlung etwas abwegig.

Insgesamt hat mich Julia Corbin's spannungsreiches und interessantes Thrillerdebüt sehr gut unterhalten. Hier kommen die Thrillerliebhaber voll auf ihre Kosten. Meine 4 Sterne Leseempfehlung!

  (11)
Tags:  
 
261 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks