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roboter, insel, science fiction, computer

Zwei Kontinente auf Reisen

Jenny Karpe
E-Buch Text: 333 Seiten
Erschienen bei neobooks, 31.08.2016
ISBN 9783738082265
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Eine frische Liebesgeschichte, futuristische Abenteuer und eine wankende Welt - so kann man den Roman »Zwei Kontinente auf Reisen« von Jenny Karpe am besten beschreiben. In ihrem Romandebüt erzählt Karpe von einer Insel inmitten des tödlichen Ozeans, die jeden Moment zu kippen droht und gleichzeitig mit zwei zerstrittenen Völkern belastet ist. Innerhalb dieses Setting trifft der Leser auf die zwei Protagonisten Aaron und Kira, die das Schicksal ihrer Insel in ihre Hände nehmen müssen. 
Der Roman untersteht seinem ganz eigenen Schreibstil. Geladen mit Wortmalerei und bildlichen Vergleichen, die ab und an Überhand ergreifen können, gibt Karpe der Geschichte alleine durch Sprache und Wortwahl ihre ganz eigene Note. Der Text ist angenehm, zu lesen, und man muss immer wieder über den angewandten Humor schmunzeln, die die Autorin sowohl in wörtlicher Rede, wie aber auch im Erzählerischen hervorbringt. 
Eine der wahrscheinlich am besten gelungensten Teile dieses Buches sind die Charaktere. Jeder untersteht seinem ganz eigenen Universum und Niemand handelt wie in einem Charakter-Hivemind. Sogar die Nebencharaktere erhalten von Karpe einen Hauch von Besonderheit, womit man sogar Eugene, Emilia, Marv und Co. ins Herz zu schließen wagt. Im Vordergrund stehen natürlich die grandios ausgearbeiteten Hauptcharaktere. Kira, als Perspektive durch die der Leser größtenteils alles erlebt, ist immer authentisch und ihrem Charakter treu. Man erkennt den Unterschied zwischen ihrem Charakter im aktuellen Kapitel im Vergleich zu den früheren und sieht, dass sie sich durch die Geschichte hindurch verändert hat. Das Gleiche gilt für Aaron und ebenso für die Beziehung, die die beiden führen. 
Als würde man zwei echte Kinder vor sich altern sehen, werden die beiden vor den Augen des Lesers erwachsen und man zweifelt nicht an ihrem aktuellen Alter. Die Geschichte trägt ihren Charme auch darin, dass sie so früh beginnt und noch zwei junge Kinder als Grundbasis hat. Gerade dadurch, dass ein großer Teil des Liebes-Suplots in der Kindheit der Beiden stattfindet, erhält diese Liebesgeschichte eine gewisse Leichtigkeit. Das Setting von »Das-Mädchen-von-Nebenan« wird von Karpe hierbei perfekt umgewandelt und man fleht im Laufe der Geschichte teilweise mit, dass die beiden einander wieder näher kommen. 
Auch die Antagonisten dieser Geschichte sind tadellos in Szene gesetzt. Während meines Leseprozesses hat sich gezeigt, dass jeder Geschmack seinen Liebling hier findet. Die Antagonisten sind ausgearbeitet, haben einen amüsanten und doch auch ernst zu nehmenden Charakter. Obwohl gerade bei einem der Antagonisten immer stark mit etwas Schrulligkeit gespielt wurde, konnte der Ernst der Situationen (wenn vorhanden) immer noch durch gesetzt werden. 
Das Buch folgt einem strikten Spannungsbogen, quasselt nicht unbedingt lange um den heißen Brei herum, sondern kommt stets auf den Punkt, ohne sich zu schnell abzurollen. Mein Problem fand sich allerdings darin, dass gerade in den finalen Szenen alles sehr schnell geschah und man teilweise den Handlungen nur stolpernd folgen konnte (was, ganz ehrlich aber auch an meiner Lesesituation zu jenem Zeitpunkt liegen kann). Dennoch setzt die Autorin jede Szene ganz eigen in sein Bild und erreicht mit Dialog und Handlung das Herz des Lesers, um letztendlich auch ein paar Tränchen heraus zu locken die Welt hinter den »Zwei Kontinenten« ist gut ausgedacht und auch durchgeplant. Nichts wirkt unbewusst irgendwo platziert und, wenn man die Seiten zu schlägt, hat man eine Antwort auf die Frage, was mit der seltsamen Insel mitten im Meer passiert ist. 
Die Welt, in der die Geschichte spielt, spielt auch etwas mit unserer heutigen Zeit. Auch wenn wir nicht auf einer zu Kippen drohenden Insel leben, haben wir so gut wie täglich mit Völker- und Rassen-begründeten Streiterein zu tun. Das, was Aaron und Kira so nervt, und zwar diese Völkerkultur, die auch auf der Insel herrscht, reflektiert ein wenig die momentane Einstellung unserer Gesellschaft und, wenn wir uns manchmal besinnen, ähnelt die Sicherheit unserer Welt auch etwas einer unsicher platzierten Insel. 
Alles in allem ist »Zwei Kontinente auf Reisen« ein fantastisches Buch in meinen Augen. Es erzählt eine robuste Geschichte, die auch gerne zum Weiterlesen in möglichen Fortsetzungen einlädt. Ich persönlich freue mich darauf, die Charaktere (vor allem Elliott) noch einmal wieder zu treffen, wenn es auch nur bei einem weiteren ReRead sein wird. 

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