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96 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

fantasy, lovestory, fesselnd, magie, jugendbuch

Die Legende der vier Königreiche - Ungekrönt

Amy Tintera , Milena Schilasky
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 09.10.2017
ISBN 9783959671316
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Em konnte sich kaum daran erinnern, wie sich Sicherheit anfühlte." Seite 5

"Er sah ein wenig zerzaust aus, als wäre er ein paarmal durchs Schloss gerannt, bevor er bei ihr ankam. Sie hätte es bestimmt niedlich gefunden, wenn sie nicht so wild entschlossen gewesen wäre, ihn zu hassen." Seite 77


Meinung:

Em hat nahezu alles verloren. Ihre Eltern, die bei einem Anschlag, initiiert durch das Reich Lera, getötet wurden, ihre Schwester, die dabei entführt wurde und ihr Volk, das sie auf Grund ihrer fehlenden magischen Kräfte nicht als deren Anführerin akzeptiert.
So kennt sie nur noch ein Ziel: Prinzessin Mary von Vallos zu töten, deren Platz bei ihrer Hochzeit mit dem Prinzen von Lera einzunehmen, um herauszufinden wo ihre Schwester gefangen gehalten wird und Vallos und Lera zu zerstören. Soweit ein guter, wenn auch gefährlicher Plan, wenn... ja wenn doch nicht immer alles anders laufen würde, als erhofft ;)

Gefallen hat mir die Idee zu diesem Buch von Anfang an und ja, das Cover hat mich natürlich auch angelächelt ;) Wobei ich natürlich gehofft habe, dass der romantische Teil nicht zu ausgeprägt ist und ich wurde definitiv nicht enttäuscht!!!

Als erstes ist mir natürlich der Schreibstil aufgefallen, der sehr angenehm gehalten und flüssig zu lesen ist. Dazu kommt eine gute Portion Spannung, die die Seiten geradezu vorbeifliegen lassen. Das hat mir sogar ziemlich gut gefallen, denn Amy Tintera hat es geschafft eine Geschichte zu gestalten, die zwar auf den ersten Blick aussieht, als könnte man erahnen was passieren wird, diese Ahnung jedoch durch viele unerwartete Wendungen und Details widerlegt.
Selbst die Charaktere durchlaufen eine gut durchdachte und glaubwürdige Entwicklung, die sie zunehmend sympathischer werden lässt. Gerade bei Em hat das für mich eine große Rolle gespielt. Denn auch, wenn man ihre Rachegelüste sehr gut nachvollziehen kann, war es dann doch etwas viel, dass sie zu Beginn bei jeder kleinen Begegnung mit der Königsfamilie Szenarien erdenkt, was sie zur Waffe werden lassen und welches Mitglied sie zur Not noch damit erledigen könnte. Zum Glück legt sich das etwas, was natürlich mit der sich verbessernden Beziehung zu Prinz Cas zusammenhängt. Wobei die Autorin es geschafft hat, diesen Umschwung zwar selbstverständlich mit Emotionen, jedoch ohne übertriebenen Kitsch oder Romantik zu vollziehen. Die Emotionen, die uns auf Ems Reise begegnen, sind für mich passend gewählt und gut nachvollziehbar. Das hat mir natürlich sehr gut gefallen!
Auch Prinz Cas ist ein toller Charakter, der mir beim Lesen viel Spaß gemacht hat. Zu Beginn etwas unscheinbar, entpuppte er sich für mich als sympathischer Mann, der auch mal unangenehme Wege geht. Mehr will ich zu diesem Punkt jedoch nicht verraten ;)

Ach ja, und wenn wir schonmal dabei sind... Klasse waren auch die Fähigkeiten so mancher Ruined. Da könnte sich die ein oder andere bestimmt als durchaus nützlich erweisen ;)

Mich jedenfalls konnte "Die Legende der vier Königreiche #1 - Ungekrönt" definitiv überzeugen und vor allem die Neugierde auf Band 2 extrem schüren. Ein perfektes Buch um den Alltag abzuschalten und komplett in die Story abzutauchen.

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62 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

roman, mobbing, jugendliche, selbstmord, freundschaft

Der gefährlichste Ort der Welt

Lindsey Lee Johnson , Kathrin Razum
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423281331
Genre: Romane

Rezension:

Zitate:

"In diesem Moment sah es tatsächlich so aus, als ob der winzige Vogel fliegen könnte - hinaus aus diesem stickigen Zimmer, dieser Schule, dieser Stadt, auf und davon." Seite 28

"Sie hatte das Ganze in Gang gesetzt, aber jetzt wurde sie nur noch mitgeschleift." Seite 43

"Das war Mill Valley: Ein Traum, erdacht, um Achtjährige glücklich zu machen." Seite 125


Meinung:

Mill Valley ist eine beschauliche, idyllische Kleinstadt ohne nennenswerte Kriminalität. Keine Morde oder Vergewaltigungen, hier sind die Kinder sicher! Oder sollten es zumindest sein...
Denn auch an einem wunderschönen Fleckchen Erde, an dem nur die Erfolgreichsten und Reichsten wohnen, sind sie der größten Gefahr dennoch ausgesetzt: sich selbst!

Die Geschichte beginnt mit einem verliebten Achtklässler, der einen folgenschweren Fehler begeht. Er offenbart seine Liebe in einem Brief, der in die falschen Hände gerät. Der daraus resultierende Facebook-Shitstorm treibt den Jungen, der zuvor schon ein Außenseiter war, in den Selbstmord. Bereits hier wird dem Leser vor Augen geführt, dass selbst "der schönste Ort der Welt" seine dunklen Seiten hat.

Die Art und Weise wie die Autorin die Geschichte erzählt, hat mich wirklich beeindruckt. Sie wählt keinen Hauptcharakter oder Ähnliches, sondern erzählt die Geschichte zwar fortlaufend, jedoch jedes Kapitel, jeden Zeitabschnitt, aus einer anderen Perspektive der neun Personen. Zum Einen enstehen dadurch tiefe Einblicke in die einzelnen Jugendlichen, ihre Ängste, Hoffnungen, Dämonen sowie Beweggründe, zum Anderen erwächst daraus ein rundes und stimmiges Bild. Ein Bild voller Abgründe aber auch Lichtblicke, das uns einen Blick HINTER die Fassaden ermöglicht. So erging es mir nicht selten so, dass ich z.B. plötzlich Mitleid mit einer Person empfand, die ich vorher eigentlich nur schrecklich empfand. So einen Blick sollten wir viel öfter riskieren!

Bevor man das Buch aufschlägt sollte man vielleicht wissen, dass es sich hierbei weder um einen actiongeladenen Blockbuster, noch einen nervenzerfetzenden Thriller handelt. Es ist weder so, dass ein Ereignis das nächste jagt, noch zerfetzen sich diese Teenager auf Grund von Intrigen oder ähnlichem.
Alles in allem handelt es sich eher um eine ruhige Story mit mehr oder minder "normalen" Teenagern, wie sie vermutlich fast überall zu finden sind. Ich denke (hoffe!), dass vielen Kindern und Jugendlichen heutzutage gar nicht bewusst ist, welchen Schaden sie über die sozialen Netzwerke, aber auch mit anderen Dingen (thematisiert werden im Buch vielerlei Dinge wie Drogen, Betrug, usw., nicht nur soz. Medien), die im ungünstigsten Fall extrem gefährlich werden können, anrichten können.
STOPP! Streicht bitte das "heutzutage", denn ich kann mich sehr wohl erinnern, dass es Hänseleien, öffentliche Demütigungen, usw., schon lange vor Facebook gab... Je länger man darüber nachdenkt, desto trauriger wird das Ganze, oder?

Alles in allem empfinde ich "Der gefährlichste Ort der Welt" trotz seiner ruhigeren Gangart als durchgehend interessant und fesselnd. Darüber hinaus ist die Geschichte tiefgründig, regt zum Nachdenken an und ist für mich somit alleine schon deshalb lesenswert!

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164 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

dtv, jay kristoff, familie, amie kaufman, dtv - das junge buch

Illuminae

Amie Kaufman , Jay Kristoff , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423761833
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Einige schriftliche Materialien wurden von der TZV zensiert und mussten von unseren KommTechs wiederhergestellt werden, Flüche und Kraftausdrücke bleiben auf Ihren Wunsch hin jedoch geschwärzt. Schließlich möchten wir ja nicht, dass in der Geschichte, obwohl sie mit dem Tod Tausender Menschen beginnt, unflätig geflucht wird, oder?" Seite 1

"Kurz gesagt, meine Damen und Herren: Wir bluten aus vielen Wunden und ringsum sind Haie im Wasser. Wir haben zu wenig Personal, sind unterbewaffnet und über ein halbes Jahr von einem realistischen Fluchtpunkt entfernt." Seite 20

"Nein, ich will noch nicht sterben. Ich habe noch zu viel zu tun. Und ich lasse mich auf keinen Fall verarschen." Seite 197


Meinung:

Mein Gott, kann es bitte noch schlimmer werden? Erst die Trennung von Ezra, dann der Angriff auf ihren Planeten durch BeiTech, bei dem tausende Menschen starben!
Öööhm ja, es kann! Und es wird…
Nach ihrer Rettung befinden sich Kady und Ezra auf unterschiedlichen Schiffen. Die großen Verluste zwingen die Besatzung zu drastischen Maßnahmen. So wird quasi jeder, der eine entsprechende Eignung aufweist, zwangsrekrutiert.
Obwohl Kady eine begnadete Hackerin ist, kann sie sich auf der Hypatia erfolgreich um ihre Rekrutierung drücken, Ezra hat auf der Alexander jedoch weniger Glück.
Aber das ist noch nicht das größte ihrer Probleme. Bei dem Angriff wurden nicht nur die Wassertanks beschädigt, sondern auch der Wurmlochgenerator zerstört, was eine Flucht beinahe unmöglich macht. Die nächste Möglichkeit auf Rettung befindet sich 6-7 Monate entfernt und die Lincoln, das Schiff von BeiTech, ist ihnen dicht auf den Fersen! Die Überlebenschance bei einen Zusammentreffen beträgt gerade einmal 22,7%!
Und plötzlich wird auch noch das 3. Schiff der Flotte -die Copernicus- angegriffen und zerstört. Aber war das wirklich die Lincoln, wie alle behaupten? Wer bislang noch nicht gefesselt war, wird es spätestens jetzt sein ;)

OMG, wo fang ich an, wo fang ich an??? Das war mit Abstand eines der außergewöhnlichsten Bücher, das ich je in den Fingern hatte! Ich weiß gar nicht, ob ich dem gerecht werden kann O_o

Beginnen wir mit dem Titel, denn „Illuminae-Akten“ ist im wahrsten Sinne des Wortes Programm! Wir haben es als Leser nämlich nicht mit einem normalen Erzählstil zu tun, sondern tatsächlich einer dicken, fetten Akte!
Die Geschichte setzt sich aus vielen Einzelstücken zusammen, was, entgegen dem, was man sich im ersten Moment darunter vorstellt, eine absolut gelungene und auch runde Geschichte ergibt! Klar ist das auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig, aber sobald ich erstmal angefangen hatte, fand ich es einfach nur noch genial!
Ausschnitte aus Befragungsprotokollen, psychologische Gutachten, Chatverläufe, Tagebucheinträge, Opferlisten, geheime Militärmemos, technische Zeichnungen, zensierte Berichte, und, und, und…
Es ist absolut phänomenal, was sich die beiden Autoren da alles haben einfallen lassen, um der Geschichte Leben einzuhauchen!

Wie ihr euch natürlich vorstellen könnt, ist dementsprechend auch der Schreibstil fernab von dem Gewohnten. Vieles ist im Chat- oder Berichtstyle gehalten, aber dennoch wirkt es nie trocken oder gar langweilig. Dafür ist der Humor -teilweise recht nerdig-, der den Unterhaltungen innewohnt, einfach zu genial! Ich muss zugeben, dass er stellenweise schon recht schwarz und sarkastisch ist, aber auch so richtig schön derb ist keine Seltenheit. Die Blicke meines Mannes sprachen wirklich Bände, da ich oft lauthals lachen musste! Aber jetzt mal ehrlich, weiß von einer von euch was „Sacktauchen“ ist? Also ich wusste es nicht!!! XD

Ihr seht, meine Begeisterung ist groß! Und obwohl die genannten Punkte alleine schon reichen würden, gibt es noch etwas, das ich unheimlich gelungen fand. Nämlich das Verlaufs-, Spannungs- und Atmosphärebundle. Alleine die Ausgangslage -gefangen im Weltall-, verursacht bei mir ja alleine schon ein beklemmendes Gefühl. Hinzu kommen die allgegenwärtige Gefahr in der sie sich befinden, sowie die vielen zumeist unerwarteten Wendungen, die die Spannung zusätzlich anheizen. Zusätzliche Komponenten wie die Stille des Alls, Dunkelheit, Tod/Zerstörung und Schreie (!!) verursachten mir nicht selten eine gehörige Gänsehaut. (An-)Spannung garantiert!

Für mich sind „Die Illuminae-Akten_01“ ein absolutes Highlight! Stimmung, Atmosphäre und Kreativität sind einfach grandios und haben mir ein Leseereignis der besonderen Art verschafft. Sci-Fi vom Feinsten!

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90 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

So was passiert nur Idioten. Wie uns.

Sabine Schoder
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 21.09.2017
ISBN 9783733504281
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Sherlock Mel hat meinen Beziehungsfall aufgenommen und wird nicht eher ruhen, bis der Mörder gefasst ist." Seite 34

"Ich will nicht enttäuscht sein. Enttäuschung setzt Hoffnung voraus, und Hoffnung öffnet die Tür für Enttäuschung." Seite 118

"Das Leben läuft nie geradeaus, Jay. Es schlägt Haken und zieht Schleifen, und selbst ein Partner, den man ehrlich liebt, treibt einen hin und wieder in den Wahnsinn." Seite 177


Meinung:

Es ist geschafft. Nachdem Jay seinen Gehirntumor überwunden und Viki den Absprung aus ihrem alten Leben geschafft hat, sind die beiden drei Jahre später noch immer ein Paar, und eigentlich verliebt wie am ersten Tag! Wäre da nicht Jays Heimlichtuerei und sein seltsames Verhalten. Aber ist es wirklich so schlimm, wie Viki befürchtet? Als die Situation sich so weit zuspitzt, dass Jay bei Dave unterkriecht, weiß keiner der Beiden, was genau los ist. Aber leider auch nicht, ob der Schaden endgültig ist.

Wer mich ab und an auf meinem Blog besucht, weiß, dass ich eigentlich eher selten zu Liebesgeschichten greife. Eher durch Zufall bin ich damals über Band eins gestolpert und war sogleich hin und weg! Umso mehr habe ich mich über diese Fortsetzung gefreut, mit der ich eigentlich nicht gerechnet hatte.

Damals wie heute bin ich verliebt in Sabine Schoders Schreibstil. Ihre Art zu schreiben ist frech, kurzweilig und bringt sowohl Witz als auch Emotionen gleichermaßen gut an den Mann. Selbst in ernsten Situationen hat eigentlich immer jemand etwas Unerwartetes auf den Lippen oder es herrscht eine gewisse Situationskomik, was die Geschichte einfach zu etwas Warmherzigem und Mitreißendem werden lässt.
Schön fand ich auch die kurzen Kapitel, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden. Ob Jay, Mel, Viki, Dave oder gar der Hund Kid -sein Kapitel hat mir besonders gut gefallen-, jeder trägt etwas zur Geschichte bei und beglückt uns mit seinen Gedanken und Motivationen.

Ich weiß nicht, ob es an mir liegt, ob meine Erwartungen andere waren, oder ob ich von Band eins einfach zu verwöhnt war, aber mir haben ein bisschen die Überraschungs- und "ichmussdieLuftanhalten"-Momente gefehlt.
Ich empfand die Probleme, aus denen die Geschichte resultiert, etwas -ich nenne es jetzt mal- "überspitzt", und bin der Meinung, dass sie sich leichter hätten lösen lassen. Auch die ein oder andere Wendung war mir eigentlich schon bei der ersten Andeutung klar, das völlige Überrumpeltwerden ging mir in dieser Fortsetzung leider etwas ab.
Letzten Endes wiegen diese Punkte jedoch nicht allzu schwer, dafür nimmt mich die Autorin einfach zu sehr gefangen. Dies hat sie jedoch nicht nur durch ihren Stil und ihre witzigen Situationen geschafft -das Kapitel mit dem Babysitting war echt genial ;)-, sondern auch durch die liebevolle Umsetzung der einzelnen Charaktere.
Ich denke dadurch, dass sie auch auf die Probleme der einzelnen Personen und deren Vergangenheit eingeht, finden sich viele der Leser in ihren Geschichten einfach wieder.
Und damit meine ich nicht nur Verlustängste oder der Traum von Zugehörigkeit, auch wenn uns diese Wünsche wohl allen bekannt sind, sondern wirklich eher das, was uns zu denen macht, die wir sind. Egal ob Tod, Alkoholismus, Vernachlässigung, Gewalt, oder Ähnliches - viele von uns haben wie Dave, Viki, Jay oder Mel mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen und/oder sind diesen bereits begegnet. Sie sind oftmals ein Teil dessen, was uns ausmacht! Die große Frage ist nur, ob wir ihnen entfliehen oder verfallen.
Gerade dieser Aspekt macht "So was passiert nur Idioten. Wie uns." für mich zu einer wirklich lesenswerten Geschichte, da sie nicht nur warmherzig, emotional und hoffnungsvoll ist, sondern auch tiefgründigere Überlegungen aufwirft, die vermutlich die meisten von uns ansprechen werden.
Auch, wenn ich diese Fortsetzung alles in allem als minimal schwächer als seinen Vorgänger einstufe, so war ich doch durchgehend gefesselt, gigantisch unterhalten und würde sie jederzeit weiterempfehlen!

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137 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 82 Rezensionen

jugendbuch, alina bronsky, berlin, selbstfindun, buch

Und du kommst auch drin vor

Alina Bronsky
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423761819
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Meine Gedanken waren meine Gedanken. Meine Sätze wurden nicht von jedem zweiten Mädchen gesprochen. Oder? Ich musste weiterlesen und ich hatte Angst davor." Seite 23

"Da fühlte ich mich auf einmal wirklich ein bisschen blöd. Obwohl ich nicht grundsätzlich blöd war, zumindest nicht bei Sachen, mit denen ich mich auskannte." Seite 47


Meinung:

Ich muss zugeben, dass ich, als ich den Klappentext zum ersten Mal gelesen habe, gleich neugierig auf die Story war. Ist doch eine krasse Vorstellung, ein Buch zu finden, von dem man sich sicher ist, dass es von einem selbst handelt, oder?
Dazu kommt, dass ich vor Jahren bereits die Spiegelreihe der Autorin gelesen habe und die Bücher sowohl inhaltlich, als auch stilistisch echt gut fand!
Leider muss ich jedoch auch zugeben, dass mich das Buch teilweise etwas geschockt, wenn auch zwischenzeitlich nachdenklich gemacht hat. Aber ich greife vor.

Kommen wir zuerst zum Schreibstil. Als ich die ersten Seiten gelesen hatte, war ich mir unsicher, ob es sich wirklich um dieselbe Autorin handelt, wie damals. Der Text war für mich schwierig zu lesen, da ich ihn nicht nur als sehr umgangssprachlich empfand, sondern auch grammatikalisch unausgereift und abgehackt. Zudem konnte ich mit dem Humor auch nicht so recht warm werden. Manche Dinge sollten wohl zynisch oder sarkastisch sein, wirkten auf mich aber eher infantil. Lachen konnte ich darüber nicht wirklich. In Summe wollte somit irgendwie kein richtiger Lesefluss aufkommen.
Dazu kommt, dass es mir so vorkam, als würde die Protagonistin Kim absichtlich etwas dümmlich dargestellt werden, was für mich als Leser zwar seltsam wirkt, aber erstmal noch kein KO-Kriterium darstellt.
Das bringt mich jedoch gleich zum nächsten Punkt - die Protagonisten an sich.
Abgesehen von Kim und ihrer besten Freundin Petrowna, bleiben die Darsteller weitestgehend Nebenfiguren und auch bei den Mädchen selbst, ist es schwierig, eine Bindung aufzubauen. Petrowna bleibt für den Leser zumeist undurchsichtig und auch von Kim sieht man nur Ratlosigkeit, Zorn und Genervtheit. Das war dann für mich letzten Endes doch das bislang noch nicht erreichte KO-Kriterium, denn ein Hineinversetzen in die Charaktere, war mich einfach nicht möglich.
Am meisten hat mich das irritiert, weil ich mir viele Empfindungen von Kim hätte vorstellen können. Angst davor weiterzulesen, Neugierde was als nächstes passiert, eben alles, was ich selbst auch empfunden hätte. Oder würde es euch nicht so gehen, dass ihr euch nicht entscheiden könntet, ob ihr wissen wollt, was kommt, oder eher Angst davor hättet, was euch am Ende des Buches erwartet? Klar hat Kim diese Gedanken auch, aber sie werden eher nebenher erwähnt. Emotionen wie der Zorn darüber, dass die Autorin ihr Leben "stiehlt" sind sehr viel deutlicher und das bremst die Geschichte leider etwas aus.

Nachdenklich wurde ich dann an dem Punkt, an dem Kim das Buch gelesen hatte. Sie ist genervt davon, dass die Autorin so viel drumherum schreibt, obwohl man vieles mit kurzen Sätzen hätte zusammenfassen können, und dass das Buch keine 190 Seiten gebraucht hätte.
In dem Moment sind bei mir 2 Dinge passiert:
1. Ich habe das Buch weggelegt und darüber nachgedacht, dass das exakt meine Empfindungen waren, die ich zu dem Buch hatte. Aber würde das nicht bedeuten, dass Alina Bronsky ABSICHTLICH ausschweifend und seltsam schreibt??? Hmmmmm.... Wenn dem so wäre, wäre das mutig! Vor allem, wenn ich an die Leser denke, die sich zuerst eine Leseprobe ziehen, bevor sie ein Buch kaufen...
2. Mir ist aufgefallen, dass dieser "holprige" Schreibstil eigentlich gar nicht mehr vorherrscht, sondern die Geschichte sich seit einigen Seiten angenehm lesen lässt.
Würde euch das nicht nachdenklich machen? Also mich definitiv! Auf jeden Fall hatte ich wieder eine "Spiegelassoziation" vor Augen ;)

Ab dem Moment hat das Lesen dann auch deutlich mehr Spaß gemacht und ich habe die Geschichte in einem Rutsch beendet.
Warum die Autorin diesen Weg gewählt hat, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Absicht oder nicht, letztendlich ist mein Hauptgedanke zum Buch, dass der Stil am Ende zeigt, dass leider viel Potential nicht ausgeschöpft wurde. Sie kann es definitiv besser als im ersten Drittel, das steht außer Frage!
Falls eine Intention dahinter steckt, hat sie sich mir jedoch nicht zu 100% erschlossen. Vielleicht liegt es ja an mir? ;)
Zumindest bilde ich mir ein die Botschaft empfangen zu haben, dass man man selbst sein soll, und dass man sich nicht zwingen kann, jemand zu sein, der man nicht ist.

Alles in allem ist "Und du kommst auch drin vor" ein kurzweiliger Roman, der interessant zu lesen ist, den ich mir aber anders vorgestellt hatte. Meine anfänglichen Bedenken was den Stil betrifft, haben sich zwar aufgelöst, aber ein paar offene Fragen blieben letzten Endes dennoch.

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107 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

jugendbuch, erste liebe, liebe, unfall, familie

Unsere verlorenen Herzen

Krystal Sutherland , Petra Koob-Pawis
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei cbt, 25.09.2017
ISBN 9783570164976
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Das war er. Der Moment, in dem ich sie zum ersten Mal sah. Es gab keine Slow Motion, keine Brise, keinen Soundtrack und schon gar keinen stolpernden Herzschlag." Seite 9

"Findest du es nicht seltsam, wie oft man ratlose Blicke erntet, wenn man jemanden auffordert, sich selbst zu beschreiben? Es müsste doch die einfachste Sache der Welt sein - ich meine, du bist du -, aber das ist es nicht." Seite 50

"Grace Town ist ein Rätsel innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium" Seite 90

"In diesem Moment wurde mir klar, dass Grace Town ein zersplittertes Stück Glas war, an dem ich mich immer wieder schneiden würde, wenn ich mich auf sie einließ." Seite 181


Meinung:

Der 17-jährige Henry ist eigentlich ein recht unskandalöser, unauffälliger Teenager. Keine Eroberungen säumen seinen Weg -lieber würde er die Richtige finden-, keine Gesetzesüberschreitungen, Straftaten oder Auffälligkeiten sind über ihn zu berichten.
Doch das soll sich ändern, als die introvertierte Grace in sein Leben tritt. Sie sieht ungepflegt aus, geht am Stock und bleibt meistens kühl, während sie immer eine gewisse Art von Trauer ausstrahlt.
Grace ist so anders und Henry so interessiert, fasziniert und neugierig, dass er die ersten Anzeichen der Schmetterlinge auf Anhieb gar nicht realisiert! Aber warum ist Grace so, was hat sie so werden lassen? Und vor allem: Könnte dieses Geheimnis Auswirkungen auf das Miteinander der Beiden haben? Und wie weit kann man gehen, ohne sich selbst zu verlieren?

Wer mich kennt, weiß, dass ich normalerweise eher selten zu Büchern mit einem solchen Cover greife, in der Regel bin ich ja nicht so der Liebesgeschichtenleser. Ich muss jedoch zugeben, dass das Ignorieren dieses Buchs ein wirklicher Fauxpas gewesen wäre, denn es beinhaltet so viel mehr, als eine „normale“ Liebesgeschichte.
Ich sag´s nicht oft, aber ich bin definitiv etwas verliebt!

Zum einen in den Schreibstil der Autorin. Sie erzählt aus Henrys Perspektive, was nicht nur witzig ist, denn er hat einen wirklich guten Humor, sondern auch sehr fesselnd, da wir seine Emotionen aus erster Hand erleben. Zudem ist Grace ja durchgängig sehr seltsam und stellenweise skurril gehalten, da wäre es natürlich kontraproduktiv, wenn ihre Sicht der Dinge miteinfließen würde.
Wie ihr euch vermutlich vorstellen könnt, lebt die Story von Emotionen und diese werden wirklich schön vermittelt. Außerdem ist der eben bereits erwähnte Humor, der in vielerlei Variationen auftritt (Sarkasmus, Zynismus, Ironie, es ist alles zu finden) klasse und brachte mich ein ums andere Mal zum Schmunzeln -ob es dabei um Dialoge zwischen Henry, seinen Eltern oder seinen besten Freunden Muz und La geht, spielt dabei absolut keine Rolle. Zum anderen sind manche emotionalen Teile so beeindruckend beschrieben, dass mir auch zwischenzeitlich Tränchen die Wangen herunterliefen.
Aber das Beste daran, und das erlebe ich selten, manchmal war auch Lachen und Heulen zur gleichen Zeit angesagt! Grandios!

Ein weiterer Punkt ist die Gestaltung der Charaktere selbst. Vor allem Grace hat mich unheimlich gefesselt. Sie ist faszinierend anders und das definitiv nicht nur für Henry ;)
Dadurch, dass man ihr Geheimnis zu Beginn nicht kennt und, auch wenn man ab und an eine Ahnung haben sollte, das volle Ausmaß erst ziemlich zum Schluss erfährt, bleibt sie ein Mysterium, das mich unheimlich in seinen Bann gezogen hat. Meine Neugierde wurde mit jeder gelesenen Seite größer! Sehr fesselnd und ansprechend gemacht.

Für mich war „Unsere verlorenen Herzen“ ein wirklich bewegendes und emotionales Debüt, voller Wortwitz und Überraschungen, das mich berührt und sehr gut unterhalten hat. Ich bin wirklich froh, dieses Schätzchen gelesen zu haben!!!

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137 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

jugendbuch, oetinger, shadow dragon, fantasy, oetinger verlag

Shadow Dragon. Die falsche Prinzessin

Kristin Briana Otts , Tanja Ohlsen
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 25.09.2017
ISBN 9783789108440
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Du bist dazu geschaffen, eine Onna-Bugeisha zu sein. Du bist dazu geboren, ein Schwert zu schwingen." Seite 14

"Er war das strahlendste Licht im Raum, das Ernsthafteste, was ich an diesem Tag gesehen hatte, und zum ersten Mal wünschte ich mir, dass die Lüge Wahrheit wäre. Nur für heute Abend." Seite 80


Meinung:

Kai wurde gleich nach ihrer Geburt ausgesetzt. Großgezogen im Tempel, wird sie ab ihrem 6. Lebensjahr zu einer der Kriegerinnen, den Onna-Bugeisha ausgebildet. Somit wird sie den Rest ihres Lebens damit zubringen, Prinzessin Noriko zu schützen und ihren Schwestern treu zu sein.
Für sie ist kein Leben außerhalb von Pflichten und Ehre vorgesehen. Doch an einem schönen Tag passiert das Unfassbare! Prinzessin Noriko hätte zur Krönung des Kaisers reisen sollen, wird jedoch bei einem Attentat schwer verletzt. Welch ein Glück, dass Kai ihr ziemlich ähnlich sieht, oder? ;)
Kurzerhand schicken die Regenten Kai an ihrer Stelle, sowie ihre Anstandsdame und einen Minister, um die Scharade aufrecht zu erhalten. Aber auch in der Kaiserstadt ist nichts, wie es scheint und schon bald schwebt nicht nur Kai in großer Gefahr!

Die Geschichte spielt in einem fernöstlichen Setting, das toll umgesetzt, gut ausgearbeitet und fantasiereich ausgebaut wurde. Ein Umfeld beherrscht von Ruhm, Ehre, Disziplin und drakonischen Bestrafung bei blasphemischer oder unehrenhaftem Verhalten lässt das Szenario zwar düster, aber auch authentisch erscheinen. Kai und die eingeweihten Personen müssen immer auf der Hut sein. Ohne die entsprechende königliche Ausbildung, ist das natürlich nicht immer einfach!
Wirklich toll fand ich auch, was Kristin Briana Otts storytechnisch daraus entstehen ließ. Weder die Spannung, noch die Wendungen kommen zu kurz, denn Kais Täuschung und die daraus resultierende Reise ins Kaiserreich, ruft ein paar Nebeneffekte auf den Plan, die einiges an Abwechslung bringen.
Da wären selbstverständlich bislang unbekannte Emotionen zu nennen, denn als Frau ohne Kontakt zu Männern -oder zumindest keinerlei romantischen-, gibt es da schon Konfliktpotential.
Zusätzlich finden wir uns in einem guten Konstrukt von Lügen, Intrigen und Machtkämpfen wieder, denn jedes Königreich will die besten und lukrativsten Verbindungen.
Die für mich interessanteste Storyline, wegen der ich ehrlich gesagt hauptsächlich auf dieses Buch aufmerksam wurde, ist jedoch die mit den Drachen. Jedes der Königreiche hat davon andere Unterarten, aber am imposantesten ist natürlich der Shadow Dragon. Er ist nicht nur angeblich die Verkörperung des 1. Kaisers und steht damit für Einheit, Magie und Macht, sondern er ist auch wirklich imposant geschildert. Leider fällt der Anteil an dieser Teilstory etwas knapp aus, bedeutend knapper jedenfalls, als ich mir erhofft hatte. Das finde ich sehr schade, denn gerade dieser mythische Teil hat mich am meisten interessiert. Aber was nicht ist, kann ja in den Folgebänden noch werden ;)

Was mir auch sehr gut gefallen hat ist die Entwicklung, die Kais Charakter durchläuft. Die Welt der Prinzessin offenbart ihr viel Neues, dass sie unweigerlich ihr unbekannte Gedanken und Emotionen entwickelt, woraus im weiteren Verlauf eine regelrechte Zerrissenheit entsteht. Zu Beginn empfand ich das als ein glaubwürdiges und authentisches Detail, jedoch hat es mich -mit zunehmender Intensität- mit der Zeit dann leider etwas genervt, weil Kai dadurch für mich als Leser phasenweise schon fast unsympathisch wirkte. Da hätte mir ein bisschen weniger besser gefallen.

Alles in allem ist „Shadow Dragon“ für mich ein fesselnder Einstieg mit einem wirklich gelungenen Setting, das definitiv Lust auf mehr macht! Aber jetzt mal ganz ehrlich: MUSS das Ende denn tatsächlich ein dermaßen fieser Cliffhanger sein??? Ich hoffe, dass die Fortsetzung nicht lange auf sich warten lässt.

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222 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

götter, fantasy, liebe, jennifer l. armentrout, griechische mythologie

Im leuchtenden Sturm

Jennifer L. Armentrout
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 11.09.2017
ISBN 9783959671200
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Verdammt. Drei Dinge waren mir in diesem Moment klar. Ich hatte das nicht verdient. Ich verdiente sie nicht. Und ich hatte nicht das Herz, ihr zu sagen, dass dieser Geburtstag wahrscheinlich unser erster und letzter sein würde." Seite 32

"Den Äther anzapfen, also das war... es war, als käme man abends nach Hause und könnte endlich den BH ausziehen." Seite 70

"Ich grinste anzüglich. Apollo war damit beschäftigt, alles, was zwei Beine hatte, flachzulegen. Genau das fingen die meisten Götter mit ihrer Zeit an." Seite 83


Meinung:

Nach Josies Sieg über Hyperion, verbringt sie ihre Zeit im Schutz der Universität. Doch auch jetzt bleibt ihr keine Zeit zum Durchatmen, denn es ist nach wie vor ungewiss wann und wo die Titanen wieder zuschlagen werden. Sie muss trainieren, sich vorbereiten. Aber Seth bringt sie ganz schön um ihre Konzentration! Und dann stehen sie ja auch noch vor der scheinbar unlösbaren Aufgabe, die anderen fünf Halbgötter zu finden und mit ihnen die Titanen zu besiegen. Aber ob es wirklich gut ist, dass ausgerechnet Apollo eine Idee haben will, wie die Suche zu bewerkstelligen ist? Das wird sich wohl erst noch zeigen...

Obwohl Band 1 erst vor kurzem erschienen ist, hat die Autorin am Anfang der Geschichte immer wieder kleine Erinnerungshilfen eingebaut, was mir recht gut gefallen hat. Man weiß ja nie, wie lange es dauert, bis der Leser die Reihe weiterliest. Sie schafft es auch, diese Details geschickt einfließen zu lassen, so dass es genau das richtige Maß ergibt, nicht zu viel und nicht zu wenig. Aber wenn ich ehrlich bin, hat mich das auch nicht gewundert. Ich hatte bei ihrem gewohnten Schreibstil nichts anderes erwartet, als ein gekonntes Einflechten ;)

Nachdem ich den ersten Teil gelungen, wenn auch in Summe etwas zu ruhig empfand, war ich eigentlich überzeugt davon, dass dieser Mittelband spannender und turbulenter werden würde -oftmals dienen die ruhigeren Teile ja eher als ein langsames Einführen in die Geschichte und die Charaktere-. Wenn ich ehrlich sein soll, wurden meine Erwartungen jedoch leider nicht erfüllt.
Zum Einen sind mir einige Wiederholungen aufgefallen, die mich mit Voranschreiten des Geschehens zunehmend gestört haben. Sei es Josies "Mistkerl", mit dem sie Seth alle paar Seiten tituliert, oder die Art und Weise, wie die beiden stellenweise mit ihrem Selbstmitleid umgehen. Klar kann ich sehr wohl verstehen, dass eine Frau sich nicht attraktiv genug findet, und dass Seth bei seiner Vorgeschichte denkt, dass er jemanden wie Josie nicht verdient habe! Aber diese Details hätte man für meinen Geschmack nicht so oft wiederholen müssen.
Dazu kommt, dass der Löwenanteil der Geschichte sich hauptsächlich um das Liebesleben der beiden dreht. Was soll ich sagen, ich hatte bei dem Klappentext einfach etwas anderes erwartet und war dann doch etwas enttäuscht, dass der actionreiche Teil erst im letzten Viertel des Buches beginnt! Das Vorher beschränkt sich -abgesehen von ein paar unschönen Ereignissen an der Uni- eigentlich im Großen und Ganzen auf das Hin- und Her zwischen den Hauptdarstellern. Jedoch hätte ich bestimmt auch damit leben können, wenn es sich nicht so stark auf den sexuellen Bereich verlagert hätte, wo sich auch einige Wiederholungen fanden, von denen ich nicht so angetan war. Ich kann nicht sagen wieso, aber mir erscheint es leider immer etwas unglaubwürdig, wenn eine Frau quasi bei jeder Berührung aufkeucht und ein Mann vom bloßen Ansehen hart wird, wie noch nie in seinem Leben. Und das immer wieder...
Ich weiß natürlich, dass viele Leser genau das Lesen möchten und ich kann mich nur wiederholen: Ich habe keine Probleme damit, dass die beiden Probleme und/oder Sex haben, ich hatte einfach etwas komplett anderes erwartet, da Plot und Klappentext für mich einen anderen Eindruck vermittelten.

Aber natürlich kommen auch die guten Dinge nicht zu kurz. Jennifer L. Armentrout ist ja bekannt für ihre schlagfertigen und knackigen Dialoge - diese sind natürlich auch zahlreich vorhanden. Spätestens wenn DER Hercules erscheint, dürfte den meisten Lesern die Mundwinkel zucken :D Wobei ich fast sagen würde, dass Apollo, mit seinem gnadenlosen Timing, mein Favorit ist...
Darüber hinaus gefiel mir der Showdown der letzten 100 Seiten wieder richtig gut! Action, Gefahr und vor allem Unvorhergesehenes haben ihn wirklich spannend und fesselnd werden lassen und schüren die Neugierde auf die Fortsetzung enorm! Ich bin wirklich gespannt, was die Autorin da mit uns vorhat und denke, dass es gut werden wird! Die Ausgangssituation lässt zumindest sehr darauf schließen!

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54 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

3 sterne

Ivory and Bone

Julie Eshbaugh , Rainer Schmidt
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 21.09.2017
ISBN 9783737353441
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Es ist beunruhigend, in dieser Dunkelheit zu sein. Noch mehr beunruhigt es mich, hier mit dir zu sein." Seite 8

"Du bleibst in der Tür stehen und beobachtest mein Gesicht. Als du siehst, wie mir ein Licht aufgeht, lächelst du." Seite 108

"Ich entschuldige mich und laufe weiter, um den Honig zu holen, und mir fällt noch ein Unterschied zwischen dir und Lo ein. Sie hat bessere Manieren als du." Seite 154


Meinung:

Die Geschichte von Mya und Kol ist eine Geschichte, fernab unserer Zeit. Die Menschen jagen Mammuts, um sich zu ernähren und suchen Schutz vor Säbelzahntigern.
In dieser Welt treffen wir auf die Beiden, erleben ihr Kennenlernen, und werden Zeuge der Ängste und Gefahren, denen sie täglich ausgesetzt sind...

Die Story beginnt in einer Höhle, in der sie Unterschlupf suchen, da Mya schwer verletzt ist. Um nicht einzuschlafen erzählt Kol ihre ganze Geschichte, wie es dazu kam und wer sie sind, im Rückblick.
Schnell merkt man, dass der Titel des Buches Programm ist. Das ungewöhnliche daran ist, dass die Autorin wirklich komplett aus Kols Sicht erzählt. Dies macht ihn für uns zwar sehr authentisch, brachte mir aber auch die ein oder andere Schwierigkeit.
Kol spricht Mya in der Geschichte immer wieder mit "Du" an, was verständlich ist, aber normalerweise ist man als Leser ja selbst der angesprochene, und nicht eine komplett andere Person. Das war zwar nicht wirklich ein Problem, jedoch irgendwie gewöhnungsbedürftig.

Die Welt, das Julie Eshbaugh zum Leben erweckt, ist wirklich grandios. Zahlreiche Bilder, Details und Emotionen bilden ein gelungenes und vor allem reales Setting. Die Ängste und Sorgen der Menschen sind einfach komplett anders als heute, denn es geht ums blanke Überleben. So schön die große Tundra auch ist, in der Kol und sein Clan leben, Gefahr lauert überall. Hunger, Kälte, ja selbst Verletzungen können zum Tod führen. Eins der größten Probleme des Clans ist jedoch wider Erwarten nicht die drohende Gefahr durch gefährliche Tiere, sondern die Tatsache, dass er kurz vor dem Aussterben steht, denn es gibt bei ihnen keine jungen Frauen mehr. Dementsprechend sind auch die Sorgen und Ängste andere, als wir sie kennen. Eine große Rolle spielen auch Stolz, Ehre und Glauben, die -und da ähnelt es dann doch wieder unserer Zeit- zu Fehden, Schuld und möglichen Kriegen führt.

Gerade durch diese Intensität, mit der die Autorin uns diese Welt darlegt -die wunderschöne und gleichzeitig tödliche Natur, Kols Gedanken und Beweggründe-, merkt man, dass sie viel Augenmerk auf Stimmung und Atmosphäre legt. Dies erzeugt jedoch gleichzeitig eine relativ ruhige Geschichte, die erst im Verlauf richtig Fahrt aufnimmt. Ich fand das nicht schlimm, könnte mir jedoch vorstellen, dass der ein oder andere Leser das als zu ruhig empfinden könnte. Wer sich jedoch darauf einlässt, wird ab der 2. Hälfte mit gekonnten Wendungen und viel Spannung belohnt. Und ja, wir erfahren auch, wieso Kol sich überhaupt noch mit Mya abgibt, obwohl sie zu Beginn der Geschichte alles andere als sympathisch auf uns wirkt ;)

Für mich ist Ivory & Bone ein vielversprechendes Debut, das mir alleine schon wegen seiner Andersartigkeit imponiert hat. Ich bin gespannt, was wir von der Autorin in Zukunft noch zu lesen bekommen werden.

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249 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 58 Rezensionen

dystopie, fantasy, neal shusterman, utopie, zukunft

Scythe – Die Hüter des Todes

Neal Shusterman , Pauline Kurbasik , Kristian Lutze
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 21.09.2017
ISBN 9783737355063
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Zitate:

"Die Stimme des Besuchers verriet ihn. Volltönend und unausweichlich wie der dumpfe Ton einer eisernen Glocke, voller Zuversicht in die Fähigkeit, all jene zu erreichen, die erreicht werden sollten." Seite 12

"Kein Wunder, dass die Leute sich überschlugen, um einem Scythe in jeder erdenklichen Weise gefällig zu sein. Hoffnung im Schatten von Angst ist die stärkste Motivation auf der Welt." Seite 14

"In den Tagen vor dem Thunderhead bestimmten menschliche Arroganz, Eigeninteresse und endloses Gerangel die Gesetzgebung. Ineffizient. Unvollkommen. Verwundbar für alle möglichen Formen von Korruption." Seite 69


Meinung:

Citra und Rowan leben in einer Welt, die auf den ersten Blick recht vielversprechend wirkt. Hunger, Krankheit, ja, selbst der Tod wurde überwunden! Klingt gut, oder?
Leider ist es dann aber doch nicht ganz so rosig, denn wie sollen wir die Erde vor der totalen Überbevölkerung und den schwindenden Ressourcen schützen??
Und genau dafür gibt es die Scythe. Sie werden ausgebildet, um das Gleichgewicht zu wahren, indem sie Menschen „nachlesen“. Wer von einem Scythe erwählt und getötet wird, bleibt dann auch tot.
Als Citry und Rowan -unabhängig voneinander, denn sie kennen sich nicht- auf Scythe Faraday treffen, ahnen sie noch nicht, wie sehr sich ihr bisher bekanntes Leben für sie ändern soll.

Schon als ich das Cover zum ersten Mal sah, wusste ich, dass ich dieses Buch lesen MUSS!! Und das noch bevor ich den Klappentext gelesen habe, der mich dann endgültig komplett neugierig gemacht hat :)

Die Geschichte überzeugt mit einem Setting, dass so kraftvoll und durchdacht auf den Leser losgelassen wird, dass es eine wahre Freude ist.
Wir bekommen Einblick in das komplette Scythetum, ihre Regeln, ihre Prinzipien und Vorgehensweisen, jedoch nicht, ohne nicht auch den Schattenseiten zu begegnen. Denn wie wir alle wissen, lässt Macht nicht nur die besten Eigenschaften von uns in den Vordergrund treten…
Dies macht Neal Shusterman in einer derart düsteren und beklemmenden Weise, dass es sich manchmal so angefühlt hat, als wäre jeder „Mensch“ in akuter Gefahr, obwohl das ja bei der vorgegebenen Quantität an Nachlesen eigentlich gar nicht möglich ist :D
Atmosphärisch wirklich gelungen!

Auch mit der Ausarbeitung der Charaktere konnte der Autor mich auf ganzer Linie überzeugen. Nicht nur die beiden Protagonisten machen während ihrer Zeit mit den Scythe eine enorme Wandlung durch, die wirklich sehr spannend ist, auch der Einblick in unterschiedliche Scythecharaktere konnte mich komplett fesseln. Denn abgesehen von Grundregeln –es sollten zum Beispiel keine rassistischen Hintergründe bei der Auswahl der Nachzulesenden ersichtlich sein-, sind sie sowohl in der Wahl ihrer Opfer, als auch in der Art der Tötung frei.
Vor allem Scythe Faraday hat mich sehr beeindruckt, da er zwar ein gutes Stück weit konsequent und auch hart sein muss, aber gleichzeitig immer Wert auf Menschlichkeit legt. Ein Zwiespalt, der für mich unheimliches Potential hat, welches der Autor in meinen Augen auch komplett genutzt hat. Viele Teile der Geschichte leben von emotionalen und ethischen Widersprüchen, die einen nicht selten zum Grübeln bringen.

Und das Beste: Es ist zwar nicht viel, denn diese Geschichte birgt keine Grundlage für Witz und Heiterkeit. Aber WENN dann mal etwas durchblitzt, werden wir mit einem recht schwarzen Humor belohnt, der perfekt zu dem Szenario passt :)

Für mich war „Scythe – Die Hüter des Todes“ ein wahrer Genuss! Und das nicht nur auf Grund des Könnens von Neal Shusterman, sondern auch durch die Andersartigkeit, mit der die Geschichte besticht. Einfach perfekt!!!

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

liebe, jugendbuch, vergangenheit, alisa, gemälde

Und wenn die Welt verbrennt

Ulla Scheler , Diana Mantel
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Heyne, 18.09.2017
ISBN 9783453271425
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Stell dir einen Film nur mit Statisten vor. Das ist Langeweile.
Stell dir einen Film mit einer Hauptperson und sonst nur Statisten vor. Das ist Einsamkeit." Seite 21

"Kennst du das Gefühl, kleiner Käfer? Die Monster sind am größten, wenn man die Hand schon am Lichtschalter hat." Seite 41


"Vermissen - das ist körperlich, als hättest du einen Abdruck auf mir hinterlassen, wie eine Kuhle im Kopfkissen, nur dass die Kuhle wehtut." Seite 166


Meinung:

Zu dem Zeitpunkt, an dem Alisa und Felix sich kennenlernen, sind beide nicht vollständig. Alisa ist einsam, voller Trauer und sehr verletzlich, wohingegen Felix am liebsten tief hinter die Fassaden anderer Menschen sieht, da er sich selbst als unzulänglich empfindet. Relativ schnell hofft der Leser, dass sie vielleicht ihre gegenseitige Rettung bedeuten könnten, aber ist das überhaupt möglich, wenn einer ein tiefes und dunkles Geheimnis mit sich trägt von dem niemals jemand erfahren darf???

Bereits nach der Leseprobe war mir klar, dass Alisas und Felix´ Geschichte etwas Außergewöhnliches ist. Wer Ulla Schelers Debut "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" oder eine Rezension darüber gelesen hat, weiß, dass ihre Art zu schreiben etwas ganz Besonderes ist. Da ich es sowohl gelesen als auch geliebt habe, stand für mich außer Frage, dass ich wissen muss, ob sie das, was die Leseprobe verspricht, auch halten kann ;)
Und was soll ich sagen, ein weiteres Mal war es für mich quasi Liebe auf den ersten Blick. Erneut konnte sie mich mit ihrem tiefgründigen und poetisch anmutenden Schreibstil komplett in ihren Bann ziehen. Die Bilder, die sie zeichnet, die Gedanken der Charaktere -sowohl die glücklichen als auch die dunklen-, erschaffen eine Geschichte, die mich sowohl gefesselt, als auch berührt hat!
Selbst das Auswählen der Zitate war eine Qual für mich, da ich mich schon nach relativ kurzer Zeit nicht mehr entscheiden konnte, welche mir nun am Besten gefallen haben. Ich kann ja schlecht das ganze Buch abschreiben, oder? ;)

Generell muss man dazu sagen, dass das Tempo der Geschichte eher ruhig gehalten ist, es handelt sich definitiv nicht um einen actionreichen Kracher, bei dem ein Knall auf den anderen folgt.
Aber für meinen Geschmack brauchte es das auch nicht, denn die Autorin schafft es mit vielerlei emotionalen Dingen wie Liebe, Angst, Trauer und Träumen -zukünftige wie geplatzte- eine düstere und zugleich hoffnungsvolle Atmosphäre zu erschaffen, deren Anspannung die ganze Zeit anhält und uns mitfiebern lässt.
Einen großen Anteil daran trägt natürlich Alisas großes Geheimnis, das sich uns nur sehr langsam offenbart.
Auf dem Weg dahin habe ich selbst natürlich kräftig mitgerätselt und bin meinen Überlegungen nachgehangen, und dennoch habe ich diesbezüglich viele Überraschungen erlebt. Selbst, wenn ich eine bestimmte Wendung erahnen konnte, wurde sie letzten Endes dann doch wieder von etwas Unerwartetem abgelöst.

Besonders mag ich die Entscheidung, die Kapitel kurz und im Wechsel zwischen den beiden Protagonisten zu halten. So erfuhr ich so viel über die Beiden, dass ich mitleiden, mitfühlen, und einfach nicht damit aufhören konnte, an ihrer Geschichte teilhaben zu wollen. Zu intensiv nahmen mich ihre Beweggründe, Träume und Ängste gefangen.

Zu Beginn war ich unsicher ob es mir möglich sein würde, die selbe Faszination wie bei Ulla Schelers Debut zu entwickeln, aber doch, ich kann definitiv!
"Und wenn die Welt verbrennt" war für mich eine wirklich bewegende, bildgewaltige und tiefgründige Geschichte voll unterschiedlicher Emotionen, die mich hoffen lässt, dass schon bald ein neues Buch die Feder der Autorin verlassen wird!

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Cinderella

Michael Bijnens , Heike Baryga
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Atrium Zürich, 08.09.2017
ISBN 9783855350216
Genre: Romane

Rezension:

Zitate:

Vergiss es. Ich düse jetzt nicht nach Berchem, um mich auf einen Behinderten zu hocken. Ich bin eine Hure und nicht die Heilsarmee. Seite 24

"Der Erste, der mich nicht bezahlen konnte, das war dein Vater", rief sie in die Dunstglocke von Nikotin, Blut und Sperma hinein, die uns zu umgeben schien." Seite 46

"Bis zu meinem sechzehnten Lebensjahr war ich ein lästiger Floh im Fell der Schule. Danach gab ich mir alle Mühe, ein unausstehlicher Floh im Fell der ganzen Welt zu sein." Seite 85


Meinung:

„Cinderella“ ist die Geschichte über Michaels Leben. Das Leben mit einer Prostituierten als Mutter und so manchen Berührungspunkten mit einigem wirklich üblem Mist.
Sex, Gewalt, Kriminalität, Drogen und Missbrauch sind für ihn alltäglich, selbst seine Kindheit blieb da nicht verschont…

Zugegeben, als ich den Klappentext zum ersten Mal gesehen hatte, war ich sehr neugierig, obwohl mir sofort bewusst war, dass dieses Buch stark polarisieren wird.
Nun habe ich es beendet und bin mir sicher, dass es die Leserschaft definitiv noch mehr spalten wird, als angenommen…

Prinzipiell neige ich dazu, die Geschichte zu dritteln ;)

Das 1. Drittel ist etwas gewöhnungsbedürftig. Michael erzählt seine Geschichte und erklärt, wie es dazu kam, ein Bordell zu eröffnen und seine Mutter anzustellen, um sie zu retten…
Besonders die Ausdrucksweise wird dem ein oder anderen auffallen, denn sie ist definitiv ziemlich derbe gewählt und beinhaltet sowohl so manchen Fluch als auch Kraftausdruck. Diese wird auch im kompletten Verlauf beibehalten und gestalten sich stellenweise auch recht brutal, die Geschichte ist somit nichts für zartbesaitete Gemüter. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das nicht jeder Leser abkann.
Dazu kommen Details aus Michaels Kindheit. Seine Mutter hat sich nie wirklich um ihn und seinen Bruder gekümmert, dafür haben sie Sex, Alkohol, Drogen und der kontinuierliche Männer- und somit Wohnungswechsel zu sehr auf Trab gehalten. Ernährt hat er sich dadurch, seiner Mutter Geld zu klauen, um Nahrung zu kaufen. Und auch seinen Charakter hat diese Zeit extrem geprägt. Es wäre sogar etwas untertrieben, ihn einfach nur als unsympathisch zu bezeichnen. Er quält seinen Bruder und auch seine Mitmenschen. In der Schule usw., fällt er nicht unbedingt durch Nettigkeit auf. Mir kam es so vor, als würde der Autor den Hauptcharakter absichtlich wie einen Proll erscheinen lassen, aber ich kann mich natürlich irren ;)
Das Schwierigste an diesem 1. Drittel sind jedoch die Sprünge, die gemacht werden. Zeitlich gesehen, beginnen wir kurz vor der Übernahme des Cinderella. Aber ab diesem Moment springt er in der Zeit, um seine Geschichte zu erzählen. Dadurch, dass ich eigentlich immer versuche, die ersten 100 Seiten eines Buches am Stück zu lesen, kam ich gut zurecht. Aber bei Lesern die mehr stückeln, könnte ich mir vorstellen, dass der Einstieg sich deutlich schwieriger gestalten wird.

Das 2. Drittel war für mich bedeutend angenehmer zu lesen. Hier nimmt die Geschichte Fahrt auf und beinhaltet auch so manche unfassbare Wendung. Dazu kommen ein paar Schlagabtausche, die mich ein paar Mal schmunzeln ließen. Es ist zwar nach wie vor ein Stück weit schwierig, ein so brisantes Thema mit Humor zu verknüpfen, aber hier ist es Michael Bijnens definitiv gelungen. Seine Darsteller sind stellenweise einfach - nennen wir es mal- skurril bzw. schräg, und die derbe Ausdrucksweise passt dazu zumeist ziemlich gut.

So, nun kommen wir zum letzten und für mich schwierigsten Drittel. In diesem hat mir der Autor an manchen Stellen etwas zu weit ausgeholt, so dass die Spannung für mich etwas verloren ging. Generell ginge das noch, aber auch die Stories die erzählt, werden immer brutaler und auch abenteuerlicher. Ein paar Details empfand ich als etwas unglaubwürdig, ganz so, als hätte der Autor versucht, noch eins und noch eins draufzusetzen. Für mich wäre hier etwas weniger mehr gewesen.
Dazu kommt, dass das Ende wirklich schräg ist und auch etwas abrupt. Einige Handlungsstränge zu denen ich mir eine Auflösung gewünscht hätte, laufen ins Leere, wohingegen andere für meinen Geschmack nicht so deutlich hätten ausgeschmückt werden müssen.

Alles in allem war „Cinderella“ für mich etwas völlig Neues und auch Anderes. Wer keine Probleme mit Kraftausdrücken und einer derben Ausdrucksweise hat, ist hier auf jeden Fall gut bedient, denn lesenswert ist dieses Buch definitiv!
Wer also keine Angst vor einer Geschichte über Gewalt, Kriminalität, Drogenmissbrauch uns Sex hat, kann zugreifen!
Ach ja, Englischkenntnisse sind absolut von Vorteil, da die amerikanisch Prostituierte Evangeline ziemlich viel in ihrer Muttersprache von sich gibt ;)

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240 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 77 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, gene, zukunft, perfektion

Die Perfekten

Caroline Brinkmann , Caroline Brinkmann
Fester Einband: 587 Seiten
Erschienen bei ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 25.08.2017
ISBN 9783846600498
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Sie war anders. Sie war ein Ghost. Kein wirklicher Geist, sondern jemand, der im System keinen Platz hatte. Sie war nicht registriert, und wer keine Nummer hatte, existierte nicht. Es war verboten, nicht zu existieren." Seite 12

"Mein Bruder sagt, ich hätte Pech gehabt. Ich bin bloß eine Drei und werde niemals hier wegkommen." Seite 70

"Es gab nur sie und Storm. Zusammen waren sie eine Einheit, eine Einheit, füreinander bestimmt. Ein tobendes, unabhängiges Unwetter. Sie brauchte keine Freunde, keinen Lark. Nur Storm." Seite 127


Meinung:

Die Geschichte spielt in einer Welt, wie sie schlimmer kaum sein könnte. Die Menschen werden anhand ihrer Gene in 3 Klassen unterteilt, plus Untergruppen. Die Schönen, Intelligenten und Gesunden sind eine 1 oder 1+, die Mittelmäßigen bzw. Normalen sind eine 2 und die Kranken oder Verrückten sind eine 3. Und ihr könnt mir glauben, die 3er haben es nicht wirklich leicht. Oftmals werden sie selbst von ihren eigenen Familien verstoßen, damit deren Ansehen durch ein 3er nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

Rain ist ein Ghost. Geboren, ohne dass ihre Mutter eine Erlaubnis zur Fortpflanzung gehabt hätte, lebt sie ein Leben in den Schatten. Immer auf der Flucht vor den Sentinal, der Polizeiarmee der Gesegneten, und den Drohnen.
Denn sie ist als Ghost für ihre Mitmenschen die pure Gefahr! Die Gesegneten -die menschliche Elite- machen keine Unterschiede zwischen Ghosts und Rebellen. Für sie bringen beide nur Ärger, Tod und vor allem die Rote Seuche, vor der sich alle fürchten.
Lark ist zwar ein 1er, somit sollte sein Leben zwar leichter sein, dies trifft aber nur bedingt zu. Geboren in eine Mischehe -sein Vater ist „nur“ eine 2-, und einer 3er Schwester, bleiben ihnen viele Vorteile verwehrt. Das Geld ist knapp und da 3er keine medizinische Unterstützung bekommen, ist er gezwungen, Dinge zu tun, die er nicht will…

Dies war mein erstes Buch der Autorin, es wird jedoch nicht mein letztes gewesen sein. Nicht nur der Schreibstil ist sehr angenehm, auch die Details konnten mich überzeugen.
Die Welt, die Caroline Brinkmann kreiert, ist liebevoll erdacht. Man kann die Mühe, die sie sich gegeben hat, um ein rundes Bild zu erschaffen, deutlich spüren.
Die Geschichte spielt im Land Hope, das in 10 Zirkel unterteilt ist. Lark und Rain leben in Grey. Und ja, der Name ist Programm. Die Anwohner sind geplagt von Dreck und Smog, der stellenweise so ausgeprägt ist, dass ein Leben ohne Atemmaske nicht möglich ist.
Dementsprechend grau ist auch die Stimmung des Buches, die Ungerechtigkeiten und Gefahren sind da nur das letzte i-Tüpfelchen… Gewalt, die Lebensumstände im Allgemeinen, gefährliche Rebellen, Krieg an den Landesgrenzen und vielerlei unerwartete und vor allem gefährliche Wendungen sorgen dafür, dass die Atmosphäre auch durchgehend passend und vor allem spannend bleibt! Absolut keine Langeweile in Sicht ;)

Zeitlich gesehen, spielt das Geschehen in der Zukunft, was die Autorin zu einigen Erfindungen hat greifen lassen, die es heutzutage noch nicht gibt. Oder eben nicht in dem Maße. Die Wohnungen in Grey werden dauerhaft von DustBots gereinigt, es gibt MedBots zur medizinischen Versorgung, usw. Dies sind jedoch bei weitem nicht die einzigen Beispiele für die medizinischen und technischen Fortschritte. Unser Alltag, wie wir ihn kennen, stellt für die Menschen in Grey nur noch ein unverständliches Mysterium dar. Und wer zur Hölle ist bitte dieser seltsame Herr Weihnachten??? :D

Besonders witzig empfinde ich die Tatsache, dass man sich als Leser dabei ertappt, sich über diese harte und ungerechte Unterteilungen der Menschen aufzuregen. Ja, es ist bitter und wirklich unfair, aber ist es wirklich schlechter als in unserer realen Welt? Ist es nicht einfach nur anders?? Beim Lesen wird uns nur allzu deutlich bewusst, dass diese Trennungen und Unterscheidungen heute genauso existieren, jedoch basierend auf anderen Grundlagen…

Ich muss zugeben, dass ich mich beim Lesen stellenweise an Panem erinnert gefühlt habe, gerade was die Glitzerwelt der Gesegneten im Kontrast zu der Armut der meisten Zirkel betrifft. Auch die Idee mit den Cabmans zum Beispiel, den Helferlingen die ausschließlich ihrem Gesegneten zugeteilt sind, haben dieses Gefühl noch verstärkt. Aber auch, wenn ich an diesen Stellen schmunzeln musste, wirken sie jedoch keinesfalls abgekupfert, da sie perfekt zur Story passen und auch nicht übermäßig auftreten.

Für mich ist „Die Perfekten“ eine gelungene Dystopie voller Überraschungen, Ideenreichtum und fesselnden Lesestunden. Das Ende würde ja theoretisch eine Fortsetzung ermöglichen, ich bin jedenfalls gespannt!

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195 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 76 Rezensionen

rick riordan, götter, mythologie, percy jackson, halbgötter

Die Abenteuer des Apollo - Das verborgene Orakel

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2017
ISBN 9783551556882
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Gibt es etwas Traurigeres als das Geräusch, mit dem ein Gott auf einen Haufen Müllsäcke knallt?" Seite 7

"Nur einer Sache war ich mir sicher: Meine Bestrafung war unfair. Zeus brauchte einen Sündenbock, und da hatte er sich natürlich den schönsten, begabtesten, beliebtesten Gott des ganzen Olymp ausgesucht: mich." Seite 9

"Nach allem, was ich für Percy Jackson getan hatte, hatte ich einen begeisterten Empfang erwartet. Ein tränenreiches Willkommen, ein paar Brandopfer und ein kleines Fest zu meinen Ehren wären nicht fehl am Platz gewesen." Seite 33


Meinung:

Apollo ist ein Gott… Ähm Entschuldigung, WAR ein Gott. Und wenn man ihm glauben darf, war er nicht nur EIN sondern DER Gott schlechthin! Attraktiv, begabt begnadet und von allen beneidet…
Leider liegt die Betonung auf „war“, denn er hat sich Zeus´ Zorn zugezogen (mal wieder) und muss fortan ein menschliches Leben führen (auch mal wieder)…
Und als wäre das nicht schon schlimm genug, findet er sich in einem jugendlichen Körper wieder! Mit Akne, Speckröllchen und igitt, igitt, vielen weiteren menschlichen Gebrechen. TRAGÖDIE!!!
Seine einzige Chance besteht darin, schnell einen Halbgott zu finden und zu seinem eigenen Schutz ins Camp Half-Blood zu gelangen.
Ok, den Halbgott findet er relativ schnell, obwohl er sich das irgendwie anders vorgestellt hatte… Zumindest den Punkt kann er abhaken, denn nur so kann er wieder in Zeus´ Gunst aufsteigen und wieder „gottig“ (seine Worte, nicht meine) werden. Was jedoch den Rest betrifft… Na, wir werden sehen!

Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde ich gefragt, warum ich „als erwachsene Frau“ so gerne Kinder-/Jugendbücher von Rick Riordan lese. Und ja, ich gebe jederzeit gerne zu, dass unsere *hust* jüngeren Mitmenschen definitiv viel Freude an seinen Geschichten haben werden. Ich würde sie ohne zu zögern in diese Kategorie stecken.
Aber eben nicht nur! Der Autor hat einfach eine Art zu schreiben, die mich immer wieder auf´s Neue komplett einnimmt. Mit seinen Geschichten konnte er mich jedes Mal wieder davon überzeugen, dass seine Bücher für JEDEN sind, egal ob 12 oder 120. Sie sind einfach nur genial!

Zum einen liegt das natürlich an seinem Schreibstil. Mit viel Witz, Wortspielereien und Fantasie zieht er mich wieder und wieder in seinen Bann. Die gesamte Welt, inklusive Halbgöttern, Göttern und vielen anderen Wesen ist dermaßen bildhaft, dass man sich unheimlich leicht hineinsinken lassen kann. Dabei spielt auch sein Humor eine große Rolle. Nicht viele Autoren schaffen es, dass ich gleich auf den ersten Seiten mehrfach vor mich hinkichere.

Zum anderen bin ich immer wieder absolut fasziniert davon, mit welcher Liebe und Fantasie er seine Helden kreiert. Oder sollte ich eher Antihelden sagen? Hmmm, schwierig ;) Apollo zum Beispiel ist ein absolut faszinierender Charakter: selbstverliebt, süffisant, überheblich. Ein Weiberheld, der sich selbst gerne reden hört. Das Menschlichsein ist weeeeeeeit unter seiner würde, sieht er uns Menschen ja nur als kurzlebige Fleischsäcke. Er, der als quasi bestes aller Geschöpfe gefeiert werden will. Nein MUSS! Zu dumm nur, dass er nun auch ein Fleischsack ist…
Und auch die Halbgöttin Meg ist, nennen wir es mal „etwas strange“. Man weiß nie, ob sie einem nicht als nächstes in den Finger beißt :D
Aber natürlich sind die beiden nicht so unsympathisch, wie es auf den ersten Blick aussehen mag. Und selbst Ex-Götter können ja gegebenenfalls noch etwas dazu lernen ;)

Für mich ist „Die Abenteuer des Apollo - Das verborgene Orakel“ ein absolut gelungenes Abenteuer für Jung und Alt!
Spannend, fantasievoll, voller Witz und Unerwartetem, ist es nicht nur ein genialer Einstieg in die neue Reihe, sondern einfach nur lesens- und empfehlenswert! 

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

paris, damaris liest, road-trip, frankreich, humor

Die Königinnen der Würstchen

Clémentine Beauvais , Annette von der Weppen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2017
ISBN 9783551556776
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Aber wie es aussieht, hat die arme Astrid bei den Ordensschwestern nicht das gleiche Training erhalten wie ich: Offenbar hat man ihr dort nicht oft genug gesagt, dass sie dick und hässlich ist." Seite 21

"Das heißt nicht, dass ich meinen Körper nicht mag, es heißt nur, dass ich ihn hasse." Seite 163


Meinung:

Mireille, Astrid und Hakima. Drei junge Mädchen, die auf den ersten Blick nichts gemeinsamen haben. Außer der Tatsache, dass sie von ihren Mitschülern in den sozialen Medien zu den Königinnen der Würstchen gewählt wurden. Klingt witzig, denkt ihr? Mitnichten! Denn die Gold-, Silber- und Bronzewurst gehen an die drei hässlichsten Mädchen der Schule.
Ganz spontan ergibt sich die Gelegenheit, dass sie sich kennenlernen. Bei dieser Gelegenheit wird schnell klar, dass sie zwar komplett unterschiedliche Motive haben, aber dennoch ein gemeinsames Ziel: Paris. Also auf, auf! Einmal auf's Fahrrad geschwungen und einen Road-Trip der besonderen Art gestartet :)

Die Geschichte um Mireille und die anderen Königinnen spielt in einer Welt... Tja, unsere Welt eben. Ignoranz, Diskriminierung und Mobbing sind keine Seltenheit.
Und weil das noch nicht reicht, spielen auch noch die sozialen Medien eine große Rolle, in denen dann wirklich jeder meint, seinen (anonymen) Senf dazu abgeben zu müssen.
Das war natürlich mein Stichwort. Seit ich zum ersten Mal von dem Buch gehört hatte, musste ich es einfach lesen.
Erwartet hatte ich eine sowohl emotionale, bewegende, als auch teilweise witzige Geschichte voller Abenteuer.
Das Ergebnis jedoch, war dann etwas anders als erhofft.

Kommen wir zuerst zum Schreibstil. Er ist größtenteils sehr jugendlich gehalten und flüssig zu lesen, stellenweise waren die Übergänge von der Erzählung zur direkten Rede jedoch etwas holprig, so dass man ab und an etwas genauer lesen musste, um zu verstehen, wer denn jetzt genau mit wem redet. Abgesehen davon, hat die Autorin es geschafft, mit ihren Erzählungen und kleinen Exkursionen, eine wirklich französische Stimmung zu schaffen. Landschaften, Küche und landestypische Begebenheiten haben mich daran erinnert, dass ich schon viel zu lange nicht mehr in Frankreich war ;)

Die Protagonisten sind liebevoll ausgearbeitet, mit ihren ganz eigenen Stärken, Schwächen und Problemen sowie Träumen, Wünschen und Sorgen. So sollte eigentlich für fast jeden Leser ein Charakter dabei sein, mit dem er zumindest ein Stück weit mitfiebern kann.
Leider lag genau darin mein Problem. Mir lag der Hauptcharakter Mireille einfach so gar nicht. Ich empfand sie größtenteils als anstrengend und konnte nahezu keinerlei Sympathie aufbauen. Hinzu kommt, dass der Humor, der mit dem Thema Road-Trip üblicherweise einhergeht, zwar vorhanden, aber einfach nicht meiner war. In Folge dessen, waren mir die Witze zu flach und die Wendungen zu wenig nachvollziehbar. Das ist natürlich sehr schade, aber was soll man machen, wenn einfach die Chemie nicht stimmt? ;)

Nichtsdestotrotz möchte ich die Geschichte um Mireille, Astrid und Hakima allen ans Herz legen, die Spaß an Road-Trips und/oder Geschichten rund um die Themen Diskriminierung und Mobbing, aber auch guten Dingen wie Freundschaft, Selbstliebe und der Erfahrung, was im Leben wirklich zählt, haben. Denn die Grundidee ist wirklich toll! Vermutlich wäre meine Meinung anders ausgefallen, wenn der Humor oder noch besser, die Sympathie, gepasst hätten.

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62 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

Riders - Schatten und Licht

Veronica Rossi , Franca Fritz , Heinrich Koop
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 24.08.2017
ISBN 9783841402233
Genre: Fantasy

Rezension:

Zitate:

"Seine Haut kräuselte sich zu runzligem Leder, während sein Schädel eine andere Form annahm. Seine Augen wanderten nach hinten, und in den schwarzen Pupillen regte sich etwas Dunkles. Ich sah ein Meer der Qualen in seinen Augen. Schrilles Leid, Angst und Schwäche wanden sich darin." Seite 87

"Eigentlich hatte ich versucht, taktvoll zu sein, aber vermutlich will sie Details, was ich respektieren kann. "Ich muss ein Ei legen. Und glaub mir, du willst nicht zwischen Krieg und ein Klo kommen, wenn er dringend eins braucht"." Seite 234


Meinung:

Gideon dachte, er hätte sein Ziel erreicht.
Sein größter Wunsch war es, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, und ein Army Ranger zu werden. Doch nicht lange, nachdem er seine Ausbildung bei der Elitekampftruppe begonnen hat, nimmt sie auch schon wieder ein jähes Ende, als sich sein Fallschirm bei einem Sprung nicht korrekt öffnen will…
Als er die Augen erneut öffnet, ist alles anders.
Klar, er hat sich einige Knochen gebrochen und klar wundert er sich, dass er überhaupt noch lebt!
Aber plötzlich verfügt er über ein seltsames Armband, das sich nicht öffnen lässt, enorme Selbstheilungskräfte und kann mit seinem Zorn andere Menschen beeinflussen. Allein durch seine Stimmung! Und das soll noch nicht alles gewesen sein ;)
Spätestens als er ein Mädchen trifft, das ihn auffordert SOFORT mit ihm zu fliehen, und er kurz darauf von völlig Fremden angegriffen wird (Moment… hat sich der Angreifer eben kurz in ein Monster verwandelt???) wird ihm klar, dass sein bisheriges Leben definitiv vorbei ist. Und dabei geht der Spaß jetzt erst richtig los!

Die Geschichte fängt direkt spannend an. Gideon wurde gefangen genommen, festgehalten und verhört. So erfährt der Leser alles quasi im Rückblick: wie es zu der aktuellen Situation kam und wer -oder vor allem WAS- Gideon und seine drei Kameraden sind.
Gideon erzählt nach und nach die gesamte unglaubliche, unfassbare, abenteuerliche, blutige, gefährliche und vor allem spannende Geschichte.
Mir gefällt dieser Aufbau ziemlich gut, das war einfach mal wieder etwas komplett Anderes :)

Da ich vor vielen Jahren bereits die Gebannt-Trilogie der Autorin gelesen habe, war ich natürlich neugierig, wie sie eine solche Story umsetzen wird. Und ich muss zugeben, dass ich doch ziemlich begeistert bin.
Nicht nur der Schreibstil, der sehr eingängig und fesselnd ist, auch der ideen- und abwechslungsreiche Verlauf ließ mich Seite um Seite verschlingen!
Schade, dass man ab und an auch mal schlafen muss :D
Alleine schon die Grundidee, die Charaktere als Reinkarnationen der vier apokalyptischen Reiter in Erscheinung treten zu lassen, finde ich phänomenal!
Auch was die komplette Umsetzung betrifft, konnte Veronica Rossi mich komplett überzeugen. Zumal sie auch unheimlich viel Energie in ihre Charaktere steckt, die -mit Verlaub gesagt- unterschiedlicher nicht sein könnten und alleine schon deshalb großes Unterhaltungspotential haben.

Gideon, der den Krieg verkörpert, überraschte und fesselte mich von Anfang an wegen seiner vielen Facetten, die im Verlauf gezeichnet werden.
Seine Wut und seine sarkastische Art sind alleine schon lesenswert, aber seine Trauer um seinen verstorbenen Vater, seine Gefühle gegenüber Daryn und seinen Kollegen, lassen ihn sehr authentisch und für den Leser auch liebenswert erscheinen. Ja, selbst die Großmäuligkeit passt zu ihm ;)
Zudem wird uns von Seite zu Seite der Zwiespalt, in dem er sich befindet, immer deutlicher. Wir sehen den Ernst der Lage und dass er ihn erkennt, aber manchmal merkt man einfach, dass er die Umstellung im Kopf eben doch nicht von jetzt auf gleich hinbekommt.
Vor allem, wenn er sich mal wieder mit dem Tod bekriegt, obwohl es eigentlich angebracht wäre, sich um die Flucht oder Ähnliches zu kümmern ;)

Ich persönlich hatte unheimlichen Spaß mit Gideon, auf seiner Flucht vor der Sippschaft sowie seiner Suche nach Hunger, Tod und Sieg ;) Eine wirklich geniale Idee mit gelungener Umsetzung, düster, geheimnisvoll und fesselnd.
Wo bleibt denn nur die Fortsetzung? Von mir aus kann es sehr gerne gleich losgehen :) Alternativ würde ich mich auch mit einer Verfilmung zufrieden geben, könnte ich mir auch sehr gut vorstellen!

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thriller, fbi, ethan cross, geiselnahme, spectrum

Spectrum

Ethan Cross , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.07.2017
ISBN 9783404175550
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zitate:

"Wenn ich eines im Laufe meines Lebens gelernt habe, dann dies: Das Einzige, was einen Menschen daran hindert, sich zu nehmen, was er will, ist Angst. Wenn Sie keine Angst haben, dann ist alles möglich." Seite 15

"Leider würde er noch einmal sein früheres gefühlloses Ich spielen müssen - zumindest für ein paar Stunden -, denn schon bald würde Blut fließen." Seite 72

"Als er wieder zu Yarborough schaute, war Krüger erleichtert, dass der alte Soldat das Bewusstsein verloren hatte. Er glaubte nicht, dass er das Auge hätte entnehmen können, wenn der Mann wach gewesen wäre." Seite 97


Meinung:

Ein grausames Massaker und eine gewaltsame Geiselnahme mehrere Wochen später, beides ausgeführt vom selben Täter, schockieren sowohl die Personen der Geschichte, als auch den Leser.
Ein Täter, der skrupellos und brutal vorgeht, scheinbar ohne jegliche menschliche Regung. Knapp 300 Menschen abgeschlachtet, mit abgetrennten Köpfen, Händen und Füßen, sprechen wohl eine deutliche Sprache.
Wie man sich vorstellen kann, ruft das den ein oder anderen Ermittler auf den Plan. Unter ihnen Dr. August Burke, der zwar nur als Berater hinzugezogen wird, aber mit seiner ungewöhnlichen Art für so manchen Aufruhr sorgt.
Aber wird es den Ermittlern möglich sein, die Geiselnahme ohne blutige Zwischenfälle zu beenden? Und auf was zur Hölle haben es die Täter überhaupt abgesehen???

Obwohl ich natürlich schon einiges über den Autoren und seine Shepherd-Reihe gelesen und gehört habe, habe ich es bislang nicht geschafft, eines seiner Bücher zu lesen.
Dass nun eine völlig neue Reihe herauskommen soll, kam mir da natürlich gerade gelegen, um sein Können und seinen Stil auszutesten ;)

Die Geschichte startet kurz nach dem Massaker auf die Squatter-Siedlung, wo wir auch gleich den ersten Charakter -Isabel- kennenlernen.
Sie wollte ein Kind aus der Siedlung adoptieren und hat somit ihre ganz eigenen Motive, die Verfolgung aufzunehmen.
Von da an springt der Autor in beinahe jedem Kapitel zu einem anderen Charakter, was den Einstieg in die Geschichte etwas schwieriger gestaltete, als erhofft.
Isabel, LJ, Nic, Carter, Burke, Taz, Krüger, Sparks, Doc, Romeo, Gabi… um nur die wichtigsten zu nennen.
Für mich war das gerade zu Beginn ein kleiner Overkill, der sich jedoch mit der Zeit wieder auflöst, da alle Charaktere nach und nach Background bekommen. Und glaubt mir, nicht alle Beweggründe der einzelnen Charaktere sind rosig ;)
Vor allem Dr. Burke hat mich sehr fasziniert. Durch sein Asperger-Syndrom ist er zwar hochintelligent, aber die zwischenmenschliche Interaktion ist für ihn eine harte Herausforderung. Immer wieder habe ich mich dabei ertappt, teilweise etwas neidisch darauf, was ein solches Hirn vermag und gleichzeitig traurig über die Isolation zu sein, die damit einhergeht.
Aber auch einige der anderen Personen, haben großes Potenzial und machen beim Lesen viel Spaß. Vor allem dann, wenn mal wieder die Großmäuligkeit um sich greift ;)

Interessant fand ich die Konstellation, dass wir den Täter von Anfang an kennen. Wir erfahren im weiteren Verlauf seine Gedanken, Beweggründe, aber auch Zweifel -sowohl seine privaten, als auch die seines alten Egos-. Nur wer hinter seinen Aktionen steckt, das bleibt natürlich erstmal ein Geheimnis ;)

Nachdem dann alle Personen gesetzt sind (ca. nach den ersten 100 Seiten), kam für mich dann auch die Spannung deutlicher heraus. Durch kurze Kapitel und die oben erwähnten Szenarienwechsel, wird der Leser an die Seiten gefesselt. Der Schreibstil von Ethan Cross ist sehr eingängig, aber stellenweise geht es auch schonmal brutal und blutig zu.

Alles in allem ist Spectrum für mich ein guter Thriller mit vielen dunklen/grausamen aber auch menschlichen Elementen, die in Kombination ein gelungenes Bild ergeben! Nach der anfänglichen Schwäche hatte ich sehr viele gute Spannungs- und Horrorelemente, wobei durch Burke, Taz und Nic auch das Schmunzeln definitiv nicht zu kurz kam ;)

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232 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 132 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, aditi khorana, märchen, amrita am ende beginnt der anfang

Amrita. Am Ende beginnt der Anfang

Aditi Khorana , Peter Klöss
Fester Einband
Erschienen bei Dressler, 21.08.2017
ISBN 9783791500560
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Nie würde ich die großen Städte der Welt besuchen oder über unser kleines Reich herrschen wie mein Vater, eine Gefangene in Sikanders juwelengeschmücktem Zenana voller Püppchen würde ich sein, nichts weiter." Seite 17

"Ich brachte es nicht über mich, noch einmal zurückzuschauen, um meine geliebte Mala ein letztes Mal zu sehen, tot." Seite 104


Meinung:

Prinzessin Amrita steht ein schweres Schicksal bevor. Um ihren Vater und das Königreich zu schützen, soll sie Sikander, den König von Makedon heiraten und fortan in seinem Harem leben.
Prinzipiell ist sie zwar ein starkes Mädchen, das viel auf sich nimmt, um andere zu schützen, jedoch spricht in diesem Fall einiges dagegen.
Zum einen wollte sie schon immer die Welt sehen und vor allem nicht in einem Harem eingesperrt sein, in einem Reich, das ausschließlich von Männern regiert wird und die Frauen keinerlei Rechte haben!
Zum anderen ist Sikander nicht nur so genauso alt wie ihr Vater, er ist auch als rücksichts- und gnadenloser Mann bekannt, der über Leichen geht um zu bekommen, was er möchte...

Bei dem Besuch von Sikander überschlagen sich dann die Ereignisse:
-Sie erfährt, dass ihre Mutter, die sie nie kennenlernen durfte, vielleicht noch lebt,
-ihre bedrohliche Situation lässt sie erkennen, dass sie für ihren besten Freund Arjun doch mehr empfindet als angenommen und
-das Orakel, das Sikander ihr als Geschenk mitgebracht hat, sagt ihr einen Angriff sowie Verlust voraus!
Generell gibt sie auf diese Weissagungen nichts, da sie nicht an solche Dinge glaubt. aber dann muss sie erkennen, dass alles der Wahrheit entspricht! Auch das hätte sie ertragen, um ihren Vater zu retten, als er jedoch vor ihren Augen getötet wird, bleibt ihr nur noch die Flucht - und die Hoffnung auf einen Ausweg.

Als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört habe, war mir sofort klar, dass ich es lesen muss! Zwar klang der Klappentext für mich so, als wäre die Geschichte sehr liebeslastig, aber da ich umheimlich gerne Bücher lese, die diesen gewissen "oriantalischen/märchenhaften" Touch haben, wollte ich es unbedingt versuchen! Und letzten Endes wurde ich sogar zweifach belohnt! Aber ich greife vor ;)

Kommen wir zuerst zu einem der für mich wichtigsten Aspekte bei einer derartigen Geschichte, dem Setting und dem Schreibstil.
In einem Wort? BEZAUBERND!
Aditi Khorana schafft es mit ihrem bildhaften und wundervollen Schreibstil nicht nur die Protagonisten zum Leben zu erwecken, sondern die Schönheit von Shalingar -die Farben, Formen, Pflanzen- so zu vermitteln, dass ich am liebsten sofort meine Koffer gepackt hätte!
Amrita selbst ist ebenfalls sehr liebevoll und facettenreich gestaltet. Ein starkes Mädchen, dem die Menschen unheimlich viel bedeuten und das auch mal zurücksteckt, wenn anderen aus ihrem Handeln ein Nachteil entstehen könnte.
Sie ist warm- und gutherzig und das obwohl sie zwar einerseits ein gutes, behütetes Leben geführt hat, aber auch viel Trauer in sich trägt. Es bedrückt sie, sich als Prinzessin natürlich nicht so draußen bewegen zu können, wie sie es gerne würde, zusätzlich vermisst sie ihre Mutter, von der sie weder etwas weiß noch Informationen über sie von ihrem Vater bekommt.
Aber sie trägt natürlich auch Träume, Hoffnungen und Wünsche in sich, die man nur allzu gut verstehen kann. Für mich ist sie ein authentischer Charakter, dem ich gerne gefolgt bin.

Ihr seht, ein bisschen verliebt bin ich schon ;) Dies ist aber nicht nur dem märchenhaften Aufbau und Inhalt geschuldet, sondern vielerlei Dingen. Auch die Reise selbst, die Amrita antritt, konnte mich überzeugen. Sie trifft auf einige Gefahren, aber auch Mythen und Geschichten begegnen uns auf ihrem Weg. Und wer weiß, vielleicht ist an der ein oder anderen sogar etwas dran??
Vor allem fand ich es gut, dass ich oft dachte ich sei auf der richtigen Spur, aber mich eigentlich meistens täuschte!
Denn eines ist "Amrita - Am Ende beginnt der Anfang" definitiv nicht: vorhersehbar!
So kommt es auch zu meiner zweiten Belohnung. Klar ist das Thema Liebe ein fester Bestandteil dieses Buches, aber eindeutig nicht in dem Ausmaß, in dem ich es erwartet hatte. Und vor allem nicht in dem Stil, dass es um die eine große Liebe zu einer Person ginge und diese über den gesamten Verlauf hinweg die Geschichte bestimmt. Ach, es ist echt schwer, diesen Punkt zu thematisieren, ohne zu weit ins Geschehen zu gehen. Da müsst ihr mir wohl ein Stück weit vertrauen ;)

Letztlich ist dieses Buch bedeutend tiefgründiger als erwartet. Es beherbergt nicht nur eine gelungene Story, sondern auch die ein oder andere Weis- und Wahrheit. Noch bewusster, was "Amrita" uns vermitteln will, wird einem spätestens dann, wenn man das Nachwort der Autorin gelesen hat. Wirklich sehr gelungen!

Ich persönlich kann euch dieses Buch nur ans Herz legen! Begleitet Amrita auf ihrer Reise an phantastische Orte, seht mit ihr zusammen Mysterien und erlebt ihre Reise voller Schönheit, Grausamkeit, Liebe, Tod, Glaube, Magie und Hoffnung! Es lohnt sich ;)

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

verlag: arctis, atmosphär, der mann zwischen den wänden, beobachtung, surreale elemente

Der Mann zwischen den Wänden

Emma Ångström , Annika Ernst
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Arctis Verlag, 04.08.2017
ISBN 9783038800057
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zitate:

"Aber sie wollte nicht weinen. Sie fühlte sich einfach nur leer, als hätte sie ein anderes Leben zurückgelassen" Seite 11

"Als er das Ohr an die Tür legt, kann er den Atem von zwei Menschen auf der anderen Seite ausmachen. Er weiß, wie sie aussehen, er weiß, wie sie heißen, aber sie ahnen nichts von ihm. Doch er begreift nicht, welche Überlegenheit ihm das verleiht." Seite 60


Meinung:

Die kleine Alva muss zusammen mit ihrer Mutter und ihren beiden Schwestern in eine kleine Wohnung in Stockholm umziehen. Ihr Vater ist weg, Freunde hat sie keine und so ist sie entsprechend einsam.
Bereits nach wenigen Stunden geschehen die ersten Merkwürdigen Dinge. Alva hört unter Anderem ein Kratzen in den Wänden, das sie für den Geist ihrer verstorbenen Großmutter hält. Ihr müsst wissen, sie hat einen recht ausgeprägten Hang zum Paranormalen ;)
Doch dann verschwindet kurz darauf eine junge Frau aus der Nachbarswohnung, nur um 2 Wochen später wieder tot in der Wohnung liegend aufgefunden zu werden. Und auch andere Anwohner im Haus haben mulmige Gefühle, fühlen sich beobachtet oder hören Geräusche. Doch keiner ahnt auch nur ansatzweise, wie real die Gefahr tatsächlich ist.

Wir beginnen die Geschichte bei Alva und ihrer Familie, wo wir auch größtenteils unsere Zeit verbringen. Jedoch machen wir von dort auch immer wieder Sprünge zu Zwischenkapiteln über die anderen Nachbarn und Personen der Geschichte, die wir nach und nach besser kennenlernen.
Darauf legt die Autorin auch ihr Hauptaugenmerk, Spannung zu erzeugen, indem man immer nur kleine Häppchen an neuem Wissen serviert bekommt.
Und ich muss sagen, sie macht das wirklich gut!
Bereits nach ein paar Seiten war ich total angefixt und konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen! Das wird noch von unterschiedlichen Faktoren unterstützt. Zum einen hat sie einen sehr eingängigen Schreibstil mit kurzen, leichten Sätzen und kurzen Kapiteln, so befinden wir uns alle paar Seiten in einem anderen Teil der Geschichte wieder. Zum anderen schafft sie es, viele gruselige und schaurige Momente einzubauen, die der Geschichte sowohl eine gute Portion Atemlosigkeit, als auch enorme Spannung verleihen. Recht schnell findet sich der Leser in einer absolut fesselnden und atmosphärischen Geschichte wieder, die so manche Gänsehaut verursacht!
Die Tatsache, dass es irgendwie immer dunkel oder gerade Nacht ist, trägt dazu selbstverständlich auch einen enormen Teil bei.
Also am besten lesen, wenn es draußen kalt und regnerisch ist, oder so ;)

Aber unabhängig vom Schreibstil, ist natürlich auch die Idee hinter der Geschichte schon extrem unheimlich. Die Beobachtung von Personen, die sich in den eigenen vier Wänden befinden und doch nie wirklich alleine sind... Ich lass das jetzt mal so wirken ;)

Das Einzige, was ich mir anders gewünscht hätte, ist die Tatsache, dass am Ende der Geschichte ein paar offene Handlungsstränge zurück bleiben, die ich wirklich gerne aufgelöst bekommen hätte. Aber auch ohne dieses Wissen war das Buch absolut lesenswert und seeeehr spooky ;)

Alles in allem war "der Mann zwischen den Wänden" für mich ein wirklich gelungener Thriller. Düster, beklemmend und atmosphärisch schlichtweg GENIAL!
Ich bin froh, dass ich kein Bett ohne Unterbau habe! Ich hoffe, ihr liegt beim Lesen nicht gerade auf einem, das darunter offen ist ;)

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159 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

krankheit, nicola yoon, du neben mir, jugendbuch, liebe

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt

Nicola Yoon , Simone Wiemken
Flexibler Einband
Erschienen bei cbt, 17.04.2017
ISBN 9783570310991
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Madeline führt ein recht einsames Leben, denn sie ist krank. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern sie leidet unter einem Immundefekt, der ihr Leben komplett einschränkt. Sie darf weder aus dem Haus, noch darf sie unbedarft essen oder auch nur das Fenster öffnen. Denn man weiß nie, welcher Auslöser sie krank macht und schlimmstenfalls tötet.
Eigentlich hat sie sich mit ihrem Schicksal weitestgehend abgefunden, denn sie ist ein starkes Mädchen, dass sich nicht unterkriegen lassen will. Das ändert sich jedoch, als im Nachbarhaus eine neue Familie einzieht, und mit ihr Olly, der Madeline von der ersten Sekunde an fasziniert. Doch was passiert mit einem Herzen, dass eigentlich schon allein Mangels möglichem Kontakt nicht gebrochen werden kann??

Nachdem ich erst vor Kurzem "The Sun is also a Star – Ein einziger Tag für die Liebe" gelesen habe, war ich sehr neugierig auf diese Geschichte! Vor allem, da ja die Verfilmung mittlerweile auch schon gedreht wurde.
Und siehe da: die Autorin konnte mich ein weiteres Mal mit einem ernsten Thema überzeugen, das humorvoll in Szene gesetzt wurde.
Ihr fantasievoller Schreibstil hilft dabei, mit Madeline zu leiden und ihre Probleme zu verstehen, aber auch ihre Hoffnungen und Wünsche mehr als gut nachvollziehen zu können.
Was eigentlich recht hoffnungslos klingt, wird durchsetzt und unterbrochen von Wortwitz, lustigen Ideen (ich LIEBE diesen Guglhupf) und humorvollen Kommunikationen zwischen ihr und Olly.

Ein wirklich emotionales Setting, das einen durch seine liebevolle Umsetzung, komplett in seinen Bann zieht, tolle Charakter, ernste Themen und ein wirklich angenehmer Schreibstil, der von witzigen Zeichnungen/Erläuterungen durchzogen wird, haben mir einen wirklichen unterhaltsamen und fesselnden Lesenachmittag bereitet.

Ein Sternchen muss ich für meinen Geschmack jedoch leider abziehen. Obwohl ich die Idee, die Nicola Yoon für den Ausgang der Geschichte verfolgt, wirklich gut fand, war mir das Ende einfach etwas zu abrupt und zu schnell abgehandelt. Das hätte mir anders besser gefallen.

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149 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

thriller, dänemark, mord, oxen, elitesoldat

Oxen. Das erste Opfer

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423261586
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zitate:

"Er wollte in sich selbst versinken, immer tiefer und tiefer - und unsichtbar werden ..." Seite 16

"Zufrieden betrachtete er den toten Hund in der Gewissheit, dass man, was einem einmal in Fleisch und Blut übergegangen war, niemals verlernte." Seite 19

"Sein Plan A war fertig. Es war ein schlichter Plan, der aus brutaler Gewalt bestand." Seite 184


Meinung:

Während Oxen versucht, sein neues Leben als Aussteiger aufzubauen, geschehen andernorts mehrere Morde. Irgendjemand tötet zuerst deren Hunde und anschließend die Opfer, die alle öffentliche, einflussreiche und mächtige Personen sind. Und Oxen, der eigentlich nichts sehnlicher will, als seine Ruhe im Wald zu finden, findet sich -bevor er sich versieht- im Fadenkreuz der Ermittlungen wieder! Und möglicherweise nicht nur in deren.

Schon der Beginn der Geschichte verursachte bei mir ein beklemmendes Gefühl, da der Autor das erste Kapitel mit einem erhängten Hund beginnen lässt. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber da hatte ich schon eine Gänsehaut ;) Auch im weiteren Verlauf versucht er Spannung und Atmosphäre nicht abklingen zu lassen. Dazu greift er auf einige altbewährte Mittel zurück. Natürlich -zumindest bei mir sehr beliebt- sind die Kapitel weitestgehend kurz gehalten und jeweils im Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven. Ob Oxen, Opfer, Ermittler... Wir bekommen immer wieder ein paar Seiten einer anderen Sicht, was natürlich den Spannungsbogen über die Geschichte hinweg aufrecht hält.
Auch wird der Leser nur langsam mit Infos versorgt. Zum Beispiel die Geschichte, wer Oxen eigentlich ist und wie er zu dem wurde, was er heute darstellt. Aber auch andere Handlungsstränge werden erst nach und nach klarer - so bleibt die Geschichte interessant.
Einzig die Tatsache, dass mir der Autor stellenweise etwas zu viele Details wie Personenvorgeschichten, Umgebungs- und Objektbeschreibungen einfließen lässt, würde ich mir im nächsten Teil anders wünschen. Sie waren zwar nicht ausufernd, stellen für mich somit keinen gravierenden Makel dar, haben der Geschichte aber auch nichts gebracht.
Ca. ab der Hälfte des Buches werden diese jedoch weniger und auch die Story nimmt merklich Fahrt auf. Ab diesem Punkt wird sie immer rasanter und atemloser, so hätte mir das von Anfang gefallen. Vermutlich dienten diese Details in erster Linie dazu, die Charaktere für die Trilogie zu setzen, von daher kann ich es natürlich auch wieder verstehen ;)

Richtig gut hat mir die Darstellung von Oxen gefallen. Einst ein hochdekorierter Elitesoldat mit vielen Auszeichnungen, heute ein Einzelgänger mit Vorstrafen sowie regelmäßigem Alkohol- und Drogenkonsum, der durch ein posttraumatisches Belastungssyndrom stellenweise zu einer tickenden Zeitbombe mutiert ist. Er kommt nicht mit Menschen klar, liebt Einsamkeit und Ruhe. Eigentlich verständlich, wenn man ein Aggressionsproblem hat und von Geistern der Vergangenheit getrieben wird, oder? Dieses Bild lässt ihn theoretisch zu einem kleinen Antihelden mutieren, aber seine Probleme sind zu gut nachvollziehbar und die Faszination seinen Charakter betreffend ist zu groß, als dass ich mich hätte von ihm abwenden können.

Alles in Allem hat Jens Henrik Jensen es geschafft, einen soliden Reiheneinstieg zu gestalten, den ich als gelungene Basis empfinde und der neugierig auf mehr macht!

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128 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

thriller, action, spannung, auftragskiller, evan smoak

Projekt Orphan

Gregg Hurwitz , Mirga Nekvedavicius
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 07.08.2017
ISBN 9783959671088
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zitate:

"Finde jemanden, der mich braucht. So wie du mich gebraucht hast. Egal, ob es eine Woche, einen Monat oder ein Jahr dauert. Finde jemanden, der verzweifelt ist und keinen Ausweg mehr weiß. Gib ihm meine Nummer." Seite 22

"Eines Tages würden sie dem richtigen Strang von Einsen und Nullen folgen, und er würde sie zu Orphan X führen." Seite 37

"Wenn man von dem Tattoo in Schlagaderhöhe, dem fehlenden Schneidezahn und der grundlegend feindseligen Ausstrahlung absah, war er bestimmt ganz nett." Seite 61


Meinung:

Nach den Turbulenzen die hinter Evan liegen, ist er nach wie vor vorsichtig und immer auf der Hut vor Charles Van Sciver und den anderen Orphans. Denn diese sind immer noch hinter ihm her. Aber natürlich lässt er sich nicht davon abhalten auch weiterhin Menschen in Not zu helfen. Gerade war er noch dabei, einen Mädchenhandelsimperium zu sprengen, da wird es auch schon so richtig übel für ihn. Als wäre sein Leben nicht schon abenteuerlich genug, wird er plötzlich auf offener Straße gekidnappt!! Hat Van Sciver es endlich geschafft, seiner habhaft zu werden? Und falls nicht, welcher seiner unzähligen Feinde könnte wohl dahinterstecken? Und wie um alles in der Welt soll er da nur wieder herauskommen??? Denn keiner weiß, wo er steckt. Und so wie wir Evan kennen, wird es wohl auch das ein oder andere Mal extrem brenzlig werden...

Schon von Anfang an war ich ein Evan-Fan, umso mehr habe ich mich natürlich auf die Fortsetzung gefreut. Sehr gut hat mir gefallen, dass zu Beginn der Story immer wieder kleine Gedächtnisstützen eingebaut sind, die unsere Erinnerung auffrischen. So ist es möglich, ziemlich schnell wieder komplett im Geschehen zu sein. In Anbetracht der Tatsache, dass bei den meisten Reihen in der Regel ca. ein Jahr bis zum nächsten Release liegt, finde ich das immer extrem nützlich.

Auch der Schreibstil konnte mich ein weiteres Mal komplett mitreißen. Die Geschichte ist nicht nur sehr eingängig geschrieben, sondern auch Evans zynische Art kommt wieder voll zur Geltung und hat mich so manches Mal richtig lachen lassen. Wie ihr wisst, ist er ja nicht nur im körperlichen, sondern auch im üblichen Sinne "schlagfertig" ;)

Schon bevor ich das Buch in Händen hielt, habe ich in der ein oder anderen Rezi negative Stimmen gehört, was Evans "Können" angeht. Umso gespannter war ich darauf, wie ich diese Szenen empfinden würde.
Natürlich will ich nicht zu sehr vorweg greifen, aber ebenso wie in Band 1 bastelt er schonmal eine Vorrichtung oder ruft Wissen ab, das für die meisten von uns nicht ganz nachzuvollziehen ist (oder wusstest ihr, dass Dorito-Chips sehr leicht entzündlich sind?). Jedoch erreichen diese Szenen in meinen Augen eigentlich nie ein Level, das ich mir auf Grund seiner Ausbildung und seines Werdegangs nicht hätte erklären können. Von daher hatte ich beim Lesen auch dieses Mal viel Spaß!

Von mir gibt es für Ideenreichtum, Wendungen und Action somit mal wieder die volle Punktzahl, wobei ich diese Fortsetzung im Ganzen gesehen etwas schwächer empfand, als den Reiheneinstieg.
Das liegt zum einen daran, dass ich mir manchmal einfach etwas weniger gewünscht hätte. Ich muss nicht wirklich bei jedem Faustkampf wissen, wie man den aktuell ausgeführten Schlag nennt und aus welcher Kampfsportart er kommt XD
Zum anderen hat sich der erste Teil von Evans Gefangenschaft für mich etwas zu sehr gezogen, das hätte man für meinen Geschmack gerne etwas kürzen können. Dafür geht es jedoch ab ca. der Mitte des Buches so richtig ab und die Evan-Fans unter uns, kommen wieder voll auf ihre Kosten. Spannend, actionreich, unheilbringend und unvorhersehbar. SO macht Evan doch Spaß!

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624 Bibliotheken, 44 Leser, 0 Gruppen, 93 Rezensionen

fae, rhysand, feyre, fantasy, das reich der sieben höfe

Das Reich der Sieben Höfe – Flammen und Finsternis

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 720 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423761826
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Es war ohnehin leichter, ihm nichts erklären zu müssen. Ihm nicht sagen zu müssen, dass ich ihn, die Fae und ganz Prythian von Amarantha zwar befreit, mich selbst damit aber zugleich in Stücke gerissen hatte." Seite 16

"Ich würde auseinanderfallen, und die Welt würde erkennen, dass ich in Trümmern lag." Seite 54

"Wieder wanderte sein Blick über mich, als ob er durch die pfirsichfarbene Seide schauen könnte, durch meine Haut, bis zu meiner zerrissenen Seele." Seite 74


Meinung:

Feyre hat Amarantha besiegt, ist wieder mit ihrem Geliebten vereint, ihre Hochzeit steht bevor und so sollte sie eigentlich glücklich sein. Eigentlich... Denn leider gibt es mehrere Faktoren, die dem entgegenwirken.
Sie hat Albträume und die von ihr getöteten Fae lasten schwer auf ihrem Gewissen. Das geht so weit, dass sie an nichts mehr Freude empfinden kann, was ihr Herz früher schneller schlagen lies. Nicht mal das Zeichnen macht ihr noch Spaß.
Und da wäre da auch noch Tamlin. Aus Angst sie zu verlieren, denn zu tief sitzen die Erinnerungen an Amaranthas Martyrium, schließt er sie nicht nur aus allem Wissen, was um den Hof herum passiert, aus, sondern Feyre selbst auch ein. Sie darf weder ohne Begleitschutz das Haus verlassen, noch ihre Familie sehen.
Und dann wäre da ja auch noch das Versprechen an Rhysand. Diese eine Woche im Monat, die sie bei ihm verbringen muss, um ihre Schuld zu begleichen. Zuerst denkt sie noch, dass er es vergessen haben könne, da sie seit drei Monaten nichts von ihm gehört hat.
Aber ihr kennt ja Rhys... Er kommt natürlich zum unpassendsten Zeitpunkt und fordert sein Recht ein. Na wenn das mal gut geht! Vor allem, da Rhysand von einem bevorstehenden Krieg mit dem König von Hybern spricht, der angeblich auch die Menschenwelt angreifen will.
Ist das nur eine List um sie zu täuschen und zu verletzen? Und das wird nicht die letzte Überraschung sein, der Feyre im Laufe der Geschichte begegnet...

Obwohl Band 1 eigentlich noch gar nicht so lange her ist, kam mir das Warten auf die Fortsetzung wie eine Ewigkeit vor! Für mich war der Reiheneinstieg ein absolutes Highlight und ich war unheimlich gespannt darauf, ob Sarah J. Maas, dieses stumme Versprechen an ihre Leser halten kann. Diese Neugierde wurde noch stärker, als ich Band 2 dann (endlich) in Händen hielt. Natürlich hoffte ich das Beste, aber die Faszination auf über 700 Seiten aufrecht zu erhalten, erschien mir eine kleine Herausforderung zu sein. Aber dazu mehr am Ende meiner Rezension.

Ein weiteres Mal bin ich absolut hingerissen von der Vorstellungskraft der Autorin, und vor allem davon, wie sie es immer wieder aufs Neue schafft, diese dem Leser dermaßen ausdrucksstark vor Augen zu führen. Die Liebe mit der sie sowohl ihre Charaktere als auch das komplette Setting in Szene setzt, ist absolut beeindruckend!
Farben, Gerüche, Klamotten und nicht zu vergessen der Hof der Nacht, bzw. Rhysands komplettes Reich. Nichts wird ausgespart und so lässt sie den Leser tief in dieser Welt versinken. Zauberhaft!

Auch die Entwicklung von Feyre hat mich sehr beeindruckt! Denn sie ist nicht nur physisch wiederbelebt und verändert, sondern auch psychisch eine ganz andere! Natürlich war abzusehen, dass die schwere Zeit in Gefangenschaft und ihre Zerrissenheit durch das eingeengte Leben bei Tamlin nicht spurlos an ihr vorübergehen, aber eine derartige Veränderung im Laufe der Geschichte hätte ich ihr nicht zugetraut! Aus dem Mädchen wird eine Frau und glaubt mir, es macht unheimlichen Spaß ihr dabei zuzusehen.
Ihre zerbrochene Psyche, Tamlins Unterdrückung und vielerlei Gefahren erschaffen eine beklemmende und düstere Atmosphäre, die jedoch immer wieder von schönen Elementen unterbrochen wird. Vor allem Rhysands engster Kreis mit ihren bissigen Dialogen und Frotzeleien, dem dennoch -zumindest teilweise- liebevollen Umgang untereinander und nicht zuletzt das Hinzufügen einer gelungen Prise Emotionen und Romantik, schaffen einen gekonnten Ausgleich!

"Flammen und Finsternis" ist eine magische Geschichte voller Dunkelheit & Licht, Schönheit & Hässlichkeit und vielem Unerwarteten!
Ganz ehrlich? Das Buch umfasst 720 Seiten und die Autorin hat es geschafft, mich mit jeder einzelnen mehr zu fesseln!
Leider habe ich keine Ahnung, wie die Steigerung zu "absolutem Highlight" heißen könnte... :D

Fakt ist jedoch, dass es den wirklich genialen ersten Band noch um Längen schlägt! Das hätte ich nicht für möglich gehalten... Ich bin definitiv verliebt und erwarte, ein weiteres Mal, sehnsüchtig die Fortsetzung ;)

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

kinderbuch, jen white, als wir fast mutig waren, mut, damaris liest

Als wir fast mutig waren

Jen White , Sylke Hachmeister
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.07.2017
ISBN 9783551556806
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Ich versuchte meine Angst zu verbergen und uns beide davon zu überzeugen, dass er wirklich wiederkommen würde." Seite 8

"Ich wusste nicht, dass Mom schon immer ihre ewige Ruhe im Ozean finden wollte. Ich dachte, sie wollte immer bei uns bleiben." Seite 19

"Dornen stachen in meine Beine und Steinchen steckten in meinen Handflächen, aber ich achtete nicht darauf. Wenn man überleben will, muss man Schmerzen aushalten." Seite 48


Meinung:

Ein unfassbares Szenario, und dennoch bestimmt schon einmal so geschehen…
Die 12- und 8-jährigen Schwestern Liberty und Billie werden von ihrem Vater mitten im Nichts an einer Tankstelle ausgesetzt. Ohne Nahrung, Kleidung oder Wasser, sind sie nun auf ihrem langen Weg nach Hause, auf sich allein gestellt, …

Normalerweise achte ich da ja nicht so sehr darauf, aber findet ihr nicht auch, dass das Cover des Buchs einfach nur toll ist? Ich kann nichts dafür, aber meine Neugierde war beim ersten Blick sofort geweckt.
Und ehrlich gesagt, steht der Inhalt dem ersten äußeren Anschein in Nichts nach!

Der Schreibstil ist passend zu Libertys Alter gewählt. Wir begleiten sie auf ihrer Reise mit ihrer Schwester, ihren Ängsten und Überlegungen. Sie ist ein wirklich ein toller Charakter, ihr Mut und ihre Entschlossenheit sind einfach schön zu lesen.
Sie lebt in dem Moment, um ihren Heimweg zu finden und ihre Schwester zu retten und sie ÜBERlebt, indem sie immer wieder ihr Wissen über Tiere abruft und für sie wichtige Listen erstellt. Ihre Geschichte zu lesen, lässt einem einfach nur das Herz aufgehen. Denn mit ihren 12 Jahren ist sie schon so einiges gewohnt. Zum Beispiel die Verantwortung für Billie zu tragen. Ihre Mutter zog sie alleine auf, musste dadurch viel arbeiten und die Mädchen waren auf sich allein gestellt. Nun ist ihre Mutter tot und der Vater, den sie eigentlich beide nicht kennen, hätte sich um sie kümmern sollen. Tja, was daraus geworden ist, sieht man ja.

Auch macht Liberty während ihrer Reise einen schönen Wandel durch, der dem Leser viel Freude bereitet. Denn aus Angst, von ihrer Schwester getrennt zu werden, vertraut sie niemandem, und versucht stark genug für sie beide zu sein. Aber irgendwann muss sie einsehen, dass es manchmal auch einfach heißt: „Sei mutig, wenn du kannst“. Aber Vertrauen zu haben und Hilfe anzunehmen ist manchmal gar nicht so einfach, wenn man Angst hat, alles zu verlieren.
Sie muss erkennen, dass es die passenden Zeiten für alles im Leben gibt. Ob Mut, Angst, Trauer oder Hoffnung, jedes einzelne davon gehört zum Erwachsen werden dazu. Die Kunst ist nur zu erkennen, wann was seine Zeit hat ;)

Ich hatte sehr viel Spaß mit Libertys und Billies bewegender Reise voller Hochs, Tiefs und Abenteuer! Eine Geschichte voller Emotionen, die mich sowohl traurig gemacht, als auch zum Schmunzeln gebracht haben. Manchmal ist Libertys kindliche Direktheit einfach nur zu süß!

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liebe, these broken stars, galaxie, sofia, gideon

These Broken Stars - Sofia und Gideon

Amie Kaufman , Meagan Spooner , Stefanie Frida Lemke
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.07.2017
ISBN 9783551583710
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Wenn das hier irgendein anderes Unternehmen wäre, dann würde ich jetzt sterben. Aber das hier ist LaRoux Industries und das, was sie mir hier antun können, ist noch viel, viel schlimmer." Seite 96

"Diese Kreaturen können nicht ineinanderblicken wie wir und somit können sie sich nur durch ihre erfundenen Worte verständigen. Und Worte bergen Unwahrheit in sich." Seite 129


Meinung:

Ein Zufall ist für das erste Zusammentreffen von Sofia und Gideon verantwortlich. In Erwartung eines geplanten Protests gegen LaRoux Industries, bricht plötzlich die Hölle los! Scheinbar hat LRI die ganze Zeit einen Spalt direkt vor aller Augen versteckt, und mit seinem Erwachen, bricht dort der Furor aus! Bevor wir uns versehen, sind die beiden zusammen auf der Flucht und kämpfen ums Überleben. Und das, obwohl sie sich vorher noch nie in ihrem Leben gesehen haben. Was hat LRI nur geplant? Und noch wichtiger: kann es noch aufgehalten werden?

Ja, es ist soweit. Der heißersehnte Abschlussband dieser Trilogie durfte diese Woche bei mir einziehen und obwohl ich mich natürlich darauf freute, endlich zu erfahren, wie es im "These Broken Stars"-Universum weitergeht, bin ich doch etwas geknickt, dass es nun vorbei ist :(

In Sofia und Gideon begegnet der Leser vielem, aus den Vorgängerbänden, Bekannten -nein, ich muss vermutlich nicht ein weiteres Mal erwähnen, wie toll sich Amie Kaufman und Meagan Spooner in meinen Augen als Autorenduo ergänzen, oder wie unterschiedlich die Protagonisten sind, oder? ;)-
aber auch einigem, was sich deutlich abhebt.
Zwei Dinge sind mir da vor allem ins Auge gestochen:
Zum Einen ist es das erste Mal, dass wir Charaktere begleiten, die bereits Teil der Vorgeschichte waren, und zum Anderen herrscht ein ganz anderes Tempo vor. Bislang waren die Geschichten ja eine gelungene Mischung aus Action und einer eher ruhigeren Geschichte, dafür jedoch so nachdenklich, dass dennoch niemals Langeweile aufkam. In dem Punkt ist "Sofia und Gideon" definitiv anders! Es beginnt mit Action und endet mit Action. Und dazwischen? Na dreimal dürft ihr raten: Action! :D
Wir werden durch viel Spannung, Gefahren und Unerwartetem in die Geschichte gesogen, wobei natürlich der emotionale Anteil auch dieses Mal nicht zu kurz kommt.

Besonders gut hat mir gefallen, dass die einzelnen Schicksale aller Protagonisten der Buchreihe miteinander verwoben werden, und auch außerhalb der Hauptprotagonisten dürft ihr euch auf das ein oder andere Wiedersehen freuen! Dadurch entstand für mich ein wirklich abgerundetes Finale, das keinen meiner Wünsche offen ließ.

Das Zusammenspiel aus Lügen, Geheimnissen, Hoffnung und Liebe, natürlich in Kombination mit den rasanten und bedrohlichen Ereignissen, erschafft eine gelungene Geschichte über das Menschsein sowie Licht und Schatten, die, abgesehen von der Action, auch wirklich tiefgründig und teilweise poetisch war und den Leser zum Nachdenken bringt.
Besonders hervorgehoben wird das Ganze dadurch, dass uns die "Stimmen" in Zwischenkapiteln durch das Buch begleiten, die nochmal ein komplett anderes Licht auf das Geschehen werfen.

Für mich persönlich ist "Sofia und Gideon" ein wirklich gelungener, runder Abschluss, der keine Fragen oder Wünsche offen lässt! Eine phänomenale Reihe mit einem spektakulären Abschluss!!!

Und für alle, die -wie ich- eigentlich nicht wirklich wollen, dass es schon zu Ende ist... Im Nachwort kündigen die Autorinnen an, dass "These Broken Stars" nicht ihr letztes gemeinsames Werk bleibt. Ich freu mich drauf!

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