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190 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

Ein bisschen wie Unendlichkeit

Harriet Reuter Hapgood , Susanne Hornfeck
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.02.2017
ISBN 9783737340335
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Der Sommer hat gerade erst begonnen, aber es fühlt sich an wie ein Ende, nicht wie ein Anfang." Seite 13

"Ich warte und warte, aber niemand kommt, um mich zu finden. Ein Jahr lang habe ich mich klein und immer kleiner gemacht, so dass ich inzwischen kaum noch existiere." Seite 65


Meinung:

Die 17-jährige Gottie musste in ihrem Leben schon so einiges verkraften. Den Tod ihrer Mutter am Tage ihrer Geburt, den Verlust ihres besten Freundes Thomas -der vor 5 Jahren mit seinen Eltern nach Kanada ging- und den relativ unschönen Verlust ihrer ersten großen Liebe Jason.
Als dann ihr Großvater Grey im letzten September noch starb, war sie all dem nicht mehr gewachsen. Seitdem kapselt sie sich ab, bleibt meist allein und trauert. Von der lebensfrohen Gottie ist nahezu nichts mehr übrig. Sie lebt in ihrer eigenen Welt und interessiert sich mehr für Mathematik und Physik als Freunde und Partys.
Doch ihr Leben stellt sich erneut auf den Kopf, als Thomas im Sommer aus Kanada zurückkommt. Ausgerechnet Thomas, der seit seinem Weggang nie geschrieben oder angerufen hat und ihr damit das Herz brach.
Zusätzlich muss sie sich mit Blackouts herumschlagen, die sie überall und jederzeit zu übermannen drohen. Schlimm genug, dass sie währenddessen Tage ihrer Vergangenheit neu erleben muss, aber sie verliert auch Zeit! Jedes Mal, wenn sie aus einem Blackout erwacht, ist Zeit vergangen, von der sie nicht weiß, was währenddessen passiert ist. Wird sie langsam verrückt, hat sie Halluzinationen oder handelt es sich doch um schwarze Löcher??? Schnell wird klar, dass sie herausfinden muss, was mit ihr nicht stimmt...

Die Geschichte um Gottie ist geprägt von Verlust und Trauer, was eine sehr melancholische Grundstimmung entstehen lässt. Durch den bildhaften Schreibstil leiden wir Leser mit ihr und können ihren Schmerz sehr gut nachvollziehen.
Es dauerte nicht sehr lange, bis ich komplett in die Geschichte eingetaucht war, mich über jeden kleinen Lichtblick in ihrem einsamen Dasein gefreut und gehofft habe, dass sie bald einen Weg zurück ins Leben findet! Natürlich habe ich da erst einmal alle Hoffnungen auf Thomas gesetzt, aber ganz so leicht macht es uns die Autorin dann doch nicht ;) Ihr dürft gespannt sein!

Was man definitiv erwähnen sollte, ist Gotties ausgeprägter Hang zur Mathematik, theoretischen Physik und allem, was damit zusammenhängt. Wurmlöcher, schwarze Löcher, Quantensprünge, Raumzeit... Ein großer Anteil der Geschichte dreht sich um solche Themen, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Ich mag diese theoretischen Gedankengänge im Sinne von "was-wäre-wenn" sehr gerne, ein gutes Beispiel hierfür ist Schrödingers Katze, die natürlich in der Geschichte auch erwähnt wird. Wer diese Theorie nicht kennt, sollte sie unbedingt mal nachlesen ;) Aber wer jetzt denkt "oh nein, damit kenne ich mich doch aber gar nicht aus", MACHT NIX! Um dem Geschehen zu folgen, die Thematik zu verstehen und Spaß an der Story zu haben, sind keine Kenntnisse vonnöten ;)

Für mich war "Ein bisschen wie Unendlichkeit" ein klares Highlight mit einem zugegebenermaßen bekannten Grundthema und dennoch weit entfernt von dem Bekannten!
Die Idee dahinter finde ich einfach nur brillant und die Umsetzung ist mehr als gelungen.
Gotties Geschichte ist irgendwie von Allem etwas: verwirrend, mysteriös, theoretisch, verträumt, abgehoben und dennoch voller Wärme und Wiedererkennung! Denn wer von uns fühlte sich nicht schon einmal allein in seiner Trauer?
Eine klare Leseempfehlung von mir.

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250 Bibliotheken, 32 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

götter, marah woolf, prometheus, götterfunke, zeus

GötterFunke. Liebe mich nicht

Marah Woolf
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.02.2017
ISBN 9783791500294
Genre: Jugendbuch

Rezension:

die Autorin:

Marah Woolf wurde 1971 in Sachsen-Anhalt geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und drei Kindern lebt. Sie studierte Geschichte und Politik und erfüllte sich 2011 mit der Veröffentlichung ihres ersten Romans einen großen Traum. Ihre Bücher wie eo3 FederLeicht-, die MondLicht- und die BookLess-Saga haben sich als E-Book oder Taschenbuch mehr als 1 Million mal verkauft.


Klappentext:

„Sag das nie wieder, hörst du? Hast du verstanden, Jess?" Seine Stimme klang drohend und seine Augen glitzerten vor Zorn. "Liebe mich nicht."

Eigentlich wünscht Jess sich für diesen Sommer nur ein paar entspannte Wochen in den Rockys. Doch dann trifft sie Cayden, den Jungen mit den smaragdgrünen Augen, und er stiehlt ihr Herz. Aber Cayden verfolgt seine eigenen Ziele. Der Göttersohn hat eine Vereinbarung mit Zeus. Nur wenn er ein Mädchen findet, das ihm widersteht, gewährt Zeus ihm seinen sehnlichsten Wunsch: endlich sterblich zu sein. Wird Cayden im Spiel der Götter auf Sieg setzen, auch wenn es Jess das Herz kostet?


Zitate:

"Die Welt um mich herum explodierte. Ich flog durch die Luft. Dunkelheit umfing mich und Stille. Endlose Stille." Seite 15

"Ich wollte weitergehen, konnte aber meine Füße nicht bewegen. Ich war wie gelähmt. Zeus´ Lächeln blieb unverändert freundlich." Seite 287


Charakter:

Jess ist ein ruhiges, introvertiertes Mädchen. Mit ihrem Selbstbewusstsein ist es nicht allzuweit her und auch Fettnäpfchen, die sich ihr auftun, nimmt sie gerne mal mit. Seit bei ihr zuhause der Haussegen schiefhängt, kümmert sie sich meistens um ihre kleine Schwester Phoebe –was sie selbstverständlich gerne tut-, wodurch sie jedoch selbst leider des Öfteren zu kurz kommt...


Meinung:

Jess ist froh, ihrem Leben für eine Weile entfliehen zu können. Denn seit ihr Vater die Familie vor 2 Jahren verlassen hat, verfällt ihre Mutter immer mehr dem Alkohol.
Aber wäre sie das noch immer gewesen, wenn sie gewusst hätte, dass sie auf dem Weg ins Sommercamp beinahe sterben wird? Und dass sich dort Götter tummeln, von denen einer -Prometheus- auf der Suche nach Sterblichkeit ist? Ihr habt recht, vermutlich eher nicht... Vor allem dann nicht, wenn sie hätte ahnen können, dass Prometheus VERDAMMT gut aussieht und ihre Nahtoderfahrung nicht die letzte gefährliche Situation sein wird, in der sie sich wiederfindet…
Aber auch für Prometheus steht viel auf dem Spiel, denn bereits seit Jahrhunderten versucht er Sterblichkeit zu erlangen. Obwohl... Für seine Götterkollegen scheint es sehr wohl ein Spiel zu sein, sie schließen sogar Wetten über dessen Gelingen ab :)

Ok, ich glaube, dass ich mich zu allererst als riesiger Fan der griechischen Mythologie outen muss! War ich schon immer, werde ich immer sein :)
Dementsprechend habe ich die Göttlich-Reihe schon geliebt und musste dieses Schätzchen natürlich UNBEDINGT lesen, da führte kein Weg dran vorbei ;)

Besonders toll finde ich, dass Marah Woolf definitiv nicht mit Details und Komponenten aus der Sagenwelt geizt. Es werden einige Themen daraus aufgegriffen und so stößt man immer wieder auf neue „alte Bekannte“. Hierbei verknüpft sie geschickt bestehende Geschichten mit -nach eigenem Gusto- abgeänderten Elementen, die nicht nur spannend zu lesen sind, sondern mich auch das ein oder andere Mal Schmunzeln ließen. Oder könnt ihr euch Hera (mein besonderes Highlight) als liebevolle Ehefrau und aufopferungsvolle Mutter vorstellen?? Nein?
Ich vor diesem Buch auch nicht, aber das Ergebnis hat mich echt überzeugt!
Die Transformation antiker Götter, Titanen usw. in die heutige Zeit tut dann noch sein Übriges, um eine humorvolle und gelungene Geschichte zu erschaffen.
Natürlich darf in solch einem Konstrukt auch die Spannung nicht fehlen und ich muss zugeben, dass sie definitiv nicht zu kurz kam! Die Gefahren und Geheimnisse, denen Jess im Laufe der Story begegnet sind vielfältig und vor allem fesselnd. Wobei sie für mich durchgehend gut konstruiert wirkten, ohne konstruiert zu wirken ;)

Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus Jess´ Sicht, was mich als Leser zwar gut mit ihr verbindet, aber ihr geringes Selbstbewusstsein ist manchmal echt hart! Da kommt schon mal die ein oder andere Szene, in der ich den Personen um mich herum gewaltig etwas gehustet hätte!! Gestört hat mich das zwar nicht, aber ich hoffe für sie, dass sich das in den nächsten Bänden etwas gibt.
Wobei… eigentlich rechne ich sogar ein bisschen damit, denn die Situationen, denen sie im Verlauf der Geschichte ausgesetzt ist, gibt ein etwas wachsendes Selbstvertrauen definitiv her. Aber lest selbst ;)

Für mich war „Liebe mich nicht“ definitiv ein Highlight! Ich kann kaum erwarten zu erfahren, wie es mit Jess und Konsorten in „Hasse mich nicht“ weitergeht!  

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368 Bibliotheken, 22 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

fantasy, der kuss der lüge, attentäter, prinz, lia

Die Chroniken der Verbliebenen / Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson ,
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600368
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Ich war erst siebzehn. Hatte ich denn kein Recht auf meine eigenen Träume für die Zukunft?" Seite 12


"Er folgte mir, wohin ich auch ging, suchte nach mir, als hätte ich ein Geheimnis gestohlen, das ihm gehörte." Seite 127


Meinung:

Lia, die 17-jährige Tochter des Königs von Morrighan, ist unglücklich. Als erste Tochter sollte sie nicht nur über die Gabe der Siarrah verfügen -was definitiv nicht der Fall ist-, sondern auch den Prinzen von Dalbreck heiraten, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat!
Natürlich hält sie nicht viel von einer arrangierten Hochzeit, vor allem nicht, weil sie komplett auf einem politischen Abkommen beruht. Sie kann nicht verstehen, dass ihr Vater sie für ein Bündnis mit Dalbreck „verschachert“, nur um den immer öfter auftretenden Barbaren zu trotzen! Alles in ihrem Elternhaus steht im Zeichen von Pflicht, Tradition und Politik, aber Lia will mehr als das!
Alles was sie will, ist ihr eigenes Leben zu leben, eigene Entscheidungen zu treffen und -falls das Schicksal es gut mit ihr meint- die Liebe zu erleben.
So kommt es, dass sie am Tage ihrer Hochzeit flieht, ohne den Prinzen auch nur angesehen zu haben. Wohl wissend, dass dies Hochverrat gleichkommt, auf den normalerweise die Todesstrafe droht.
Doch gerade als sie ihr Fluchtziel erreicht hat und sich in Sicherheit wähnt, tauchen zwei Männer auf, die ihr nicht bekannt sind und die beide ein reges Interesse an ihr zu haben scheinen. Was Lia nicht weiß: einer davon ist der verschmähte Prinz, der andere ein Attentäter...

Der Schreibstil der Autorin hat mir besonders gut gefallen. Er ist nicht nur sehr bildhaft und phantasievoll, auch versteht es Mary E. Pearson den Leser tief in die Charaktere eintauchen zu lassen.
Der Großteil der Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Lias Sicht erzählt, so habe ich mit ihr gelitten und aus erster Hand an ihren Träumen und Sehnsüchten teilgenommen. Ihr Traum von einem "eigenen" Leben bestimmt ihr komplettes Denken und Handeln, wobei sie sich -trotz Prinzessin- für keine Arbeit oder direkte/flapsige Antwort zu schade ist.
Aber auch die anderen beiden Hauptcharaktere, Rafe und Kaden, kommen hierbei nicht zu kurz. Immer mal wieder sind kurze Kapitel aus ihrer Sicht eingeflochten, was die Spannung enorm erhöht. Leider muss ich das so stehen lassen, denn zuviel will ich ja noch nicht verraten ;)
Aber auch durch die anderen Bereiche ziehen sich Kreativität und Ausdruckskraft der Autorin. Ob Landschaften, Nebencharaktere -oder Handlungen, die Geschichte ist wunderschön geschrieben und ausgearbeitet, da will man das Buch gar nicht mehr weglegen...

Fesselnd, geheimnisvoll und voller Emotionen ist "Der Kuss der Lüge" für mich definitiv ein Highlight, das in keinem Buchregal fehlen sollte!
Ich hatte viel Freude am Lesen und bin wirklich mehr als froh, dass Band 2 - "Das Herz des Verräters" bereits im Mai erscheint!!
Zumal das Ende mit einer derartigen Spannung aufhört, dass diese drei Monate schon beinahe zu viel sind :D 

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165 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

briefe, tumblr, liebe, familie, gefühle

Ich wollte nur, dass du noch weißt ...

Emily Trunko , Nadine Mannchen , Lisa Congdon , typealive
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.02.2017
ISBN 9783785586082
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was eigentlich als einfache Idee begann, hat sich rasend schnell verbreitet und eine riesige Fangemeinde um sich erschaffen.
Die damals 15-jährige Emily Trunko hat eine riesige Sammlung von Briefen die sie geschrieben, aber nie abgesendet hat. Briefe, um sich ihre Gefühle, Ängste und Hoffnungen von der Seele zu schreiben, quasi zur Selbstheilung.
Als sie diese auf Grund der Menge online stellt, passiert das Unfassbare! Ganz viele Leute senden ebenso ihre Briefe ein und es findet sich eine Online-Gemeinde, die sich gegenseitig unterstützt, aufmuntert und Mut zuspricht! Na wenn das in unseren Zeiten nicht etwas ganz besonderes ist!!

Wie ihr wisst, gehe ich normalerweise in meinen Besprechungen nicht auf das Aussehen eines Buches ein. Wie ihr jedoch am Cover bereits erahnen könnt, lohnt es sich hier, einen zweiten Blick zu riskieren. So farbenfroh und aufmunternd wie es gestaltet wurde, findet sich dies auch in den Seiten wieder. Ich persönlich finde das gut gemacht und auch wichtig! Auch, wenn -oder gerade da- manche Briefe doch recht traurig sind.

Das Buch ist in unterschiedliche Hauptthemen gegliedert, wie zum Beispiel "Liebes Ich", "Herzschmerz" oder "Freunde", in denen sich eigentlich alles findet, was man selbst bereits erleben musste oder eben auch durfte ;)
Damit kommen wir zu einem der für mich wichtigsten Aspekte, der zum Lesen des Buches ermuntern sollte:
Jeder von uns hatte doch schon einmal etwas, das ihn lange oder schwer beschäftigt hat, und die meisten bleiben mit ihren Gedanken alleine. Ich selbst habe in meiner Jugend auch Briefe geschrieben, die ich nie versendet habe, jedoch habe ich im Laufe meines "erwachsen werdens" wohl vergessen, wie hilfreich es sein kann, sich seine Emotionen von der Seele zu schreiben! Schade eigentlich, denn es hilft wirklich.
Dementsprechend haben die Briefe der anderen Leser natürlich einen hohen Wiedererkennungswert und bringen auch die ein oder andere Selbsterkenntnis. Ich selbst habe auch beim Lesen des Öfteren darüber gegrübelt, wem ich HEUTE etwas schreiben würde... Auf jeden Fall wird sich nahezu jeder von uns in Teilen der Briefe wiederfinden, somit lösten sie in mir auch viele Emotionen aus.

Am beeindruckendsten jedoch finde ich, dass es gelungen ist, eine große Community zu erschaffen! Menschen, die deine Ängste teilen, und mit einem offenen "Auge" und wenn möglich Rat und Tat zur Seite stehen!
In Zeiten des anonymen Internets, in denen es einem unheimlich leicht gemacht wird, auf den Gefühlen anderer herumzutrampeln oder sich lächerlich zu machen (wer hat nicht schon den ein oder anderen Shitstorm gesehen oder gar erleben müssen), finde ich es unfassbar bewegend, einen derartigen Zusammenhalt zu finden!
Zumal sich die meisten dort ja komplett fremd sind/waren und sich auch nie im "echten" Leben kennenlernen werden.

Besonders schön finde ich in diesem Kontext auch Emily Trunko´s Aufruf am Ende des Buches. Sie lädt jeden dazu ein, seine Briefe einzusenden um sich zu befreien. Ob andersartig, mutlos, verletzt, ängstlich oder liebevoll, es ist jeder willkommen!
Für mich ist dieses Buch einfach nur herzerwärmend und wunderschön. Ein tolles Projekt, so schlicht und doch so überwältigend!! 

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

nigeria, musik, diktatur, afrika, liebe

Tadunos Lied

Odafe Atogun , Miriam Mandelkow
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Arche, 10.02.2017
ISBN 9783716027554
Genre: Romane

Rezension:

Zitate:

"Er war mit einem einzigen Gepäckstück und dem Traum in diese Stadt gekommen, eines Tages zurückzukehren, damit er weiter dafür kämpfen konnte, sein Land von einem skrupellosen Diktator zu befreien." Seite 11 

"Egal, auf welcher Seite wir stehen die Hoffnung gehört allen. Wenn wir zu hoffen beginnen, fangen wir an, gegen das zu murren, was uns einschränkt. Und mit dem Murren kommt die Veränderung." Seite 36

"Früher kannten sie seinen Namen; früher hatten sie ein Foto. Aber dann ist etwas passiert, etwas Komisches, an das sich niemand erinnert, und er wurde zu einem Mann ohne Namen und ohne Gesicht." Seite 37


Meinung:

Taduno floh vor drei Monaten ins Exil, da er in seinem Heimatland Nigeria politisch verfolgt wird. Mit seinen regimekritischen Liedern gegen den herrschenden Diktator, hat er diesen gegen sich aufgebracht.
Doch urplötzlich erreicht ihn ein Brief seiner Geliebten Lela, die ihm schreibt, dass es in seiner Heimatstadt immer schlimmer wird und er bleiben soll, wo er ist.
Leider bewirkt sie damit genau das Gegenteil, sie entfacht Tadunos Heimweh nur umso mehr!
Allen Gefahren zum Trotz, reist er in seinem Heimat, wo er feststellen muss, dass sich niemand -nicht einmal seine Nachbarn und engsten Freunde- an ihn erinnert!! Wie konnte das nur geschehen? Oder wird er verrückt?
Noch schlimmer trifft es ihn jedoch zu erfahren, dass Lela von der Regierung entführt wurde, um ihn in die Finger zu bekommen...
Trotz allen Ängsten und Gefahren macht Taduno sich auf, um das Liebste zu retten, was er im Leben besitzt. Aber wird er Lela wirklich befreien können?

Allem voran muss ich wohl sagen, dass es sich bei diesem Buch nicht um einen typischen Roman handelt, wie man ihn in der Regel in den Händen hält.
Es erzählt eher eine Geschichte. Eine Geschichte über Mut, Hoffnung und Liebe, aber auch unschönere Dinge wie Verrat und Angst. Das passiert in einem tiefgründigen, stellenweise poetischen Stil voller Phantasie und Bildnissen, der mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Das sollte man vielleicht vor dem Lesen wissen, sonst fragt man sich vermutlich, wie Musik das Leben eines Landes verändern kann, oder wie es möglich ist, dass sich nicht einmal sein bester Freund an Taduno erinnert. Aber hey, zweifelt nie an der Macht der Musik ;)

Für alle die sich auf eine solche Geschichte einlassen, kann ich nur sagen, dass es sich wirklich lohnt, Taduno auf seiner Reise zu begleiten. Gegen Unterdrückung, Hass, Angst und für die Freiheit, Freundschaft und Liebe.
Ich empfand die Geschichte dieses Mannes, auf der Suche nach sich selbst, seinem Weg und der Lösung auf die Frage, was richtig und was falsch ist, als sehr bewegend und tief.
Sie hinterlässt auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck und wird mich noch eine ganze Weile zum Nachdenken anregen! Wundervoll!

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41 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

thriller, trauma, krimi, wahn, psychogramm

Mysterium

Federico Axat , Matthias Strobel
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Atrium Zürich, 10.02.2017
ISBN 9783855350063
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zitate:

"Ted McKay wollte sich gerade eine Kugel in den Kopf jagen, als jemand stürmisch an der Tür klingelte. Er wartete. Solange jemand draußen stand, konnte er unmöglich abdrücken." Seite 11

"Ted blieb nichts anderes übrig, als sich zu verstecken. Und aufzuwachen." Seite 124


Meinung:

Die Geschichte beginnt in Ted´s Arbeitszimmer, in dem er sich gerade das Leben nehmen will. Trotz Frau und Kindern, will er mit der Diagnose "unheilbarer Hirntumor" nicht länger weiterleben.
Doch gerade als es soweit ist, klopft ein Fremder an die Haustür, der einfach nicht aufgibt. Ted staunt nicht schlecht, als der Mann ihm den Deal seines Lebens anbietet, quasi einen "Selbstmordkettenbrief".
Er soll einen Mörder -der der Justiz entkam- und einen Selbstmörder töten, danach ist er an der Reihe. In der Annahme, dass ein Mord an ihm für seine Familie leichter zu ertragen sein würde als ein Selbstmord, willigt er ein und beginnt die Planung.
Jedoch muss er schnell feststellen, dass nicht alle Details, die er zu den Opfern erhalten hat, stimmen, und muss sich fragen, warum er belogen wurde. Doch dies sollen bei weitem nicht die letzten Lügen sein, die er aufgetischt bekommt! Doch bevor er herausfinden kann, was es damit auf sich hat, befindet er sich erneut in seinem Arbeitszimmer, beim selben Selbstmordversuch wie vor ein paar Tagen und draußen klopft ein Fremder!!

Schnell finden wir uns gefangen in der komplexen Story um Ted und dessen Situation. Der Autor ist bemerkenswert kreativ, so wissen wir als Leser eigentlich nie, ob wir uns in einer Wahnvorstellung auf Grund des Tumors, einem Komplott oder ähnlichem befinden. Die Grenzen verlaufen absolut fließend und verschwimmen für uns zwischen Wahnsinn und Wahrnehmung.
So vergehen die Kapitel wie im Flug, auf der Suche nach der Wahrheit und dem Verständnis, was real ist und was nicht.
Spannend konstruiert versucht der Leser durchgehend zu verstehen, was gerade vor sich geht, was es mit den aktuellen Geschehnissen auf sich hat und er wird sich bestimmt auch in der ein oder anderen Irreführung wiederfinden ;) Denn oftmals sind die Dinge nicht so wie sie scheinen und manche Infos kommen relativ unerwartet, so dass der Spannungsbogen eigentlich nie wirklich nachlässt.

Ich bin absolut begeistert von Federico Axats Einfallsreichtum und Kreativität, die es schafften, mich tief in Teds Psyche zu entführen und dabei zu keiner Sekunde den roten Faden zu verlieren! Wir erleben Teds Emotionen, Ängste und Hilflosigkeit, was mir persönlich beim Lesen ziemlich nahe ging!
Schuld daran ist natürlich auch der fesselnde Schreibstil, der nicht nur flüssig zu lesen, sondern -zusätzlich durch kurze Kapitel unterstützt- angenehm und kurzweilig ist.

Lügen, Wahnsinn, Irrungen und Wirrungen. Mir hat das Lesen von Mysterium viel Spaß gemacht und ich fühlte mich durchgehend mehr als gut unterhalten. Ein mysteriöser und geheimnisvoller Lesespaß der besonderen Art!

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81 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

lovestory, carlsen, love, youngadult, carlsenverlag

Als ich dich suchte

Lauren Oliver , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.02.2017
ISBN 9783551583512
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Seit dem Unfall ist Dara tabu, als wäre sie eine Figur aus Glas, die zerbrechen könnte, wenn wir sie anfassen." Seite 47

"Der Unfall wurde aus meiner Erinnerung herausgeschnitten, ordentlich abgetrennt, als wäre er operativ entfernt worden." Seite 103

"Manchmal hören Menschen auf, dich zu lieben. Und das ist die Art Dunkelheit, die nie in Ordnung gebracht werden kann, egal wie viele Monde wieder aufgehen und den Himmel mit der schwachen Anmutung von Licht erfüllen." Seite 231


Meinung:

Dara und Nick sind nicht nur Schwestern, sondern waren auch ihr Leben lang beste Freundinnen. Und das, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Dara ist extrovertiert, mag Partys, Alkohol und auch sonst alles, was Spaß macht, wohingegen Nick eher die ruhigere, vernünftigere Schwester ist.
Doch ihr trautes Verhältnis wird immens zerrüttet, als Dara etwas mit Nicks bestem Freund Parker anfängt. Als die beiden dann noch einen Autounfall haben, bei dem Dara schwer verletzt wird und an den sich Nick nicht mehr erinnern kann, scheinen sie völlig entzweit. Doch das soll nicht der letzte Schicksalsschlag gewesen sein, der die beiden heimsucht.
Ist es möglich die Schäden zu reparieren, die ihre Beziehung erlangt hat, oder ist es für die Mädchen bereits zu spät??

Ich muss gestehen, dass ich schon immer ein großer Fan von Lauren Oliver bin. Ich finde ihre Kreativität und ihren Schreibstil einfach hinreißend! Ihre Amor-Trilogie habe ich verschlungen, tief versunken in ihre Geschichten.
Auch in „Als ich dich suchte“ konnte sie mich wieder völlig mit ihrem Stil überzeugen. Sie schreibt sehr emotional und bildhaft, was noch von den zwischen Dara und Nick wechselnden Perspektiven unterstützt wird.
Wir erfahren viel über ihre Wünsche, Sehnsüchte und Gedanken über ihre Entzweiung, ohne jedoch zu weit vorzugreifen. Dies schlägt sich -in Kombination mit dem Fall eines kleinen Mädchens, das verschwindet- stark auf die Stimmung der Geschichte nieder. Die Atmosphäre ist durchgehend düster und unheilvoll, nur ab und an aufgelockert durch Rückblicke der Schwestern in glückliche Zeiten. Auch die sich wiederholende Parker-Thematik, trägt ihren Teil dazu bei, die Stimmung bedrückend zu halten.

Mir persönlich hat die Geschichte um die beiden viel Spaß gemacht, jedoch mit zwei kleinen Einschränkungen:
Zum einen finde ich den Klappentext etwas irreführend. Er greift ein Ereignis auf, dass eigentlich erst im letzten Drittel des Buches passiert (ja, ihr habt richtig gesehen, genau deshalb habe ich auch den Klappentext dieses Mal nicht in meine Rezension mit aufgenommen), von daher hatte ich, was die Geschichte betrifft, mit etwas anderem gerechnet. Leider kann ich da jetzt nicht mehr ins Detail gehen, ohne zu spoilern ;)
Zum anderen ist die Story um Parker und die Mädchen zwar interessant und mit einigen Highlights auch spannend gestaltet (vor allem das Ende hat es echt in sich. Ist wirklich phänomenal gemacht), aber gerade das zweite Drittel hängt etwas durch, da hätte eine kleine Kürzung gut getan ;)

Alles in allem war „Als ich dich suchte“ eine wirklich bewegende Geschichte voller Emotionen, die durch Ideenreichtum und Schreibstil besticht. Mir hat das Lesen viel Freude bereitet.

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

wesley king, daniel is different, zwangsstörung, krankheit, ocdaniel

Daniel is different

Wesley King , Claudia Max
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2017
ISBN 9783734847103
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Meine Gedanken waren bei der Party, und so merkte ich erst zu spät, dass ich auf die Fugen zwischen den Fliesen trat. Ich durfte nicht leichtsinnig werden." Seite 17

"Im nächsten Moment flog ich durch die Luft und überlegte kurz, ob Max meiner Familie wohl erzählen würde, dass ich vor meinem Tod sogar fast gespielt hätte. Mein Vater würde sich freuen." Seite 43


Meinung:

Daniel ist ein hochintelligenter Junge, der ein ziemlich hartes Los zu tragen hat. Nicht nur, dass er als "Streber" ein Außenseiter ist, er leidet auch unter Zwangsneurosen, Panikattacken und Angstzuständen. Wie ihr euch vorstellen könnt, versucht er das natürlich mit aller Macht vor seinen Mitschülern, Eltern und seinem besten Freund Max zu verheimlichen, denn er schämt sich, da er sich selbst für verrückt hält. Aber ist es überhaupt möglich so etwas auf Dauer zu verheimlichen??
Abhilfe kann er sich eigentlich nur verschaffen, indem er schreibt. Aber das kann man ja auch nicht rund um die Uhr tun... Alles was er will, ist normal zu sein und sich nicht so einsam zu fühlen.
Als dann plötzlich mehrere Dinge zusammenkommen -der Schulball, ein Gespräch mit dem Mädchen, in das er seit Ewigkeiten verliebt ist und eine geheimnisvolle Nachricht in seinem Rucksack- droht sein Leben völlig aus dem Ruder zu laufen. Ob er dem gewachsen ist? Lest selbst :)

Der Schreibstil ist sehr jugendlich und leichtgängig, passt also perfekt zu Daniels Geschichte -gerade am Anfang schweift er auch immer wieder mal ab, was ihn nervös und somit noch authentischer wirken lässt. Erzählt wird aus seiner Perspektive, was der Tiefe des Charakters natürlich gut tut, einen aber auch ab und an schwer schlucken lässt! Er hat zum Beispiel sein "Zu-Bett-geh-Programm", bei dem seine Panikattacken und Zwangsneurosen voll zur Geltung kommen. Oft dauert es Stunden, bis er tatsächlich schläft, meistens weint er dabei, weil er denkt, er sei komplett verrückt. Aber er muss da durch, denn die Angst, dass er -oder jemand der ihm nahe steht- sonst stirbt, sitzt zu tief.
Die Kombination der Symptome zusammen mit seinem fehlenden Selbstwertgefühl machen seine Verzweiflung nahezu greifbar und lassen mich sehr nachdenklich zurück. Zwar wird das Ganze durch Daniels Witz und Humor wie durch andere Charaktere -die trotz seiner Andersartigkeit zu ihm stehen, sich als wahre Freunde herausstellen und somit helfen- aufgelockert, aber es wird einem wirklich bewusst, wie schwer so ein Leben sein kann.
Ich hoffe sehr, dass, falls ein Betroffener diese Geschichte lesen sollte, er sich diese zu Herzen nimmt und das Buch ihm vielleicht dabei hilft zu erkennen, dass er mit seinem Problem nicht alleine ist.
Sehr schön fand ich zu diesem Thema auch das Nachwort des Autoren, der selbst betroffen ist und sich erst mit knapp 30 Jahren Hilfe gesucht hat. Entsprechende Anlaufstellen werden auch genannt.

Für mich ist "Daniel is different" ein gelungenes, bewegendes Kinder-/Jugendbuch mit vielen tollen Themen wie Freundschaft und dem Umgang mit Andersartigkeit, das trotz -oder gerade wegen- seines ernsten Themas witzig, liebevoll gestaltet und wirklich lesenswert ist!

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Touch - Dein Leben gehört mir

Claire North , Eva Bauche-Eppers
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.11.2016
ISBN 9783785725764
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

die Autorin:

Claire North, geboren 1986, ist das Pseudonym der britischen Autorin Catherine Webb, die bereits mit 14 Jahren entdeckt wurde. Seitdem hat sie diverse Fantasy-Romane geschrieben und wird unter anderem mit großen Literaten wie Philip Pullman verglichen. Die vielen Leben des Harry August gilt als ihr Meisterwerk und wurde von Presse und Autoren hochgelobt.


Klappentext:

REICH MIR DEINE HAND - UND DEIN LEBEN GEHÖRT MIR ...
Ihr könnt mich Kepler nennen. Der Name ist so gut wie jeder andere. Ich bin seit Jahrhunderten kein Mensch mehr, ich bin ein Geist. Ich kann durch eine Berührung — Haut an Haut — von einem Körper in den nächsten wechseln. Menschen sind für mich nur Hüllen. Gefäße, die ich mit einer Berührung in Besitz nehmen kann. Ich könnte dieser alte Mann dort sein oder die Frau mit dem Kinderwagen. Und eine Sekunde später das Kind, das ihre Hand hält.
Doch jemand kennt mein Geheimnis. Jemand hat einen Killer auf mich angesetzt, und ich werde herausfinden, wer dahintersteckt. Was wäre einfacher, als dies im Körper meines Mörders zu tun?


Zitate:
"Natürlich. Harte Burschen erwachen in Handschellen an unbekannten Orten, erschießen Frauen in Bahnhöfen, werden von einem fremden Bewusstsein in Besitz genommen und quer durch halb Europa expediert, aber sie zucken nicht mit der Wimper." Seite 80
"Meine Augen brannten. Ich drehte den Kopf zur Seite und hoffte, dass er nicht sah, dass ich weinte." Seite 154

Meinung:

„Kepler“ -ich bleibe jetzt einfach auch mal bei diesem Namen- ist ein Geistwesen. Getötet vor vielen, vielen Jahren, sprang er, in der Sekunde seines Todes, durch Berührung seines Mörders in dessen Körper. Seitdem kann er beliebig die Hüllen wechseln - einzige Voraussetzung ist Hautkontakt. ,
Im Laufe der Zeit hat er sich entschieden als „Makler“ tätig zu werden und so den anderen Geistwesen quasi ihre Wunschkörper zu vermitteln.
Er selbst „mietet“ sich ab und an auch mal längerfristig ein, natürlich nicht, ohne dem betroffenen Menschen ein Angebot abzugeben, dass nur die wenigsten ablehnen. Sei es Geld, ein Entzug oder eine Operation. Solche Dinge machen ihm nichts aus und er legt allzeit großen Wert darauf, die Hüllen pfleglich zu behandeln. Er will nicht, dass die Wirte ihre Hülle beschädigt vorfinden, wenn deren Bewusstsein wieder erwacht.
Doch auch wenn es auf den ersten Blick nett klingt, einfach in jeden Körper einziehen zu können der einen anspricht, finden sich doch viele Nachteile.
Der größte davon ist, dass es immer wieder Menschen gibt, die versuchen, alle Geister zu vernichten. Und genau hier setzt die Geschichte auch an.
Ein Auftragsmörder versucht Kepler zu töten. Jedoch dieses Mal nicht nur ihn, sondern auch seine Wirtin, die bei dem Angriff tatsächlich stirbt! Wer hat es auf ihn abgesehen und WARUM musste auch Josephine sterben??

Wir begleiten Kepler auf seiner Suche nach den Hintergründen und der Wahrheit. Hierbei durchleben wir Exkursionen in Keplers früherem Leben, welche uns den Charakter kennenlernen und vor allem ans Herz wachsen lassen! Ich bin immer noch hin und weg von diesem tollen Protagonisten, der zwar auch mal egoistisch sein kann -wobei dies eigentlich nur seinem Überleben dient-, aber gleichzeitig gutherzig und voller Emotionen ist. Das macht ihn sehr authentisch und seine trockene, sarkastische Art, runden das Bild perfekt ab!
Nicht selten musste ich wegen seinem Humor schmunzeln oder hatte Mitleid mit ihm! Denn sein bisheriges Leben wird in allen Facetten geschildert. So merken wir auch schnell, dass er ein einsames Leben führt, immer achtsam, immer ein Stück weit auf der Flucht vor denen, die ihn vernichten wollen...

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist durchgehend eingängig und einfallsreich, gehalten in weitestgehend kurzen Kapiteln aus Keplers Perspektive. So erleben wir die emotionale Komponente quasi aus erster Hand.
Aber auch das Setting kommt nicht zu kurz! Da Kepler nun mal schon ein paar Jahre älter ist als die meisten von uns, hat er auf seiner Reise durch die vielen Städte natürlich aus früheren Besuchen viel dazu zu erzählen ;)

Das einzige Manko, das ich für mich entdecken konnte, ist die Klassifizierung der Geschichte. Bis zur Hälfte des Buches tat ich mir etwas schwer, sie als „Thriller“ zu sehen, dafür ist das Augenmerk auf Keplers Wesen, Vorgeschichte und das Drumherum etwas zu ausgeprägt.
Bitte versteht mich nicht falsch, dieser Teil hat mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt -dafür ist seine Geschichte viel zu interessant-, aber für einen Thriller war mir einfach zuviel nebenher.
Im zweiten Teil jedoch, geht es dann ziemlich rund, um sich in einem wirklich gelungenen Showdown zu entladen.

Für mich war „Touch“ eine wirklich tolle und vor allem originelle Grundidee, weit entfernt von dem, was man normalerweise so in die Finger bekommt!
Interessant, spannend, fesselnd und definitiv lesenswert!

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64 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 17 Rezensionen

historisches, 2. weltkrieg, preußen, katastrophe, ostpreuße

Salz für die See

Ruta Sepetys , Henning Ahrens
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551560230
Genre: Jugendbuch

Rezension:

die Autorin:

Ruta Sepetys in wurde in Michigan geboren und hat litauische Vorfahren. Ihren Wurzeln ging sie in ihrem ersten Buch, "Und in mir der unbesiegbare Sommer", nach. Für ihren zweiten Roman, „Ein Glück für immer“, hat sie ihre Lust an historischer Recherche mit dem Interesse an New Orleans und seinem schillernden French Quarter verbunden.


Klappentext:

Die letzten Kriegstage des Jahres 1945: Tausende Menschen flüchten aus Angst vor der Roten Armee nach Westen. Darunter Florian, ein deutscher Deserteur, Emilia, eine junge Polin, und Joana, eine litauische Krankenschwester. Eine Notgemeinschaft, in der jeder ein Geheimnis hat, das er nicht preisgeben will. Denn der Krieg hat sie Misstrauen gelehrt.
Im eiskalten Winter wählt der kleine Flüchtlingstrek den lebensgefährlichen Weg über das zugefrorene Haff. In Gotenhafen, so heißt es, warte die Wilhelm Gustloff, um sie nach Westen zu bringen. Doch auch dort sind sie noch lange nicht in Sicherheit.


Zitate:

"Der Gestank nach Erschöpfung, versagenden Blasen, vor allem aber nach Angst war schlimmer als der Mief in einem Schweinestall." Seite 33

"Sie nichte, aber ich war überzeugt, dass sie nicht verstand. In ihrem Strickhandschuh wirkte die Pistole riesig." Seite 62

"Sie hatten die Evakuierung angeordnet. Der Staat hatte einen Befehl erteilt, der schon vor Monaten hätte ergehen müssen. 
Lauft um euer Leben." Seite 108


Meinung:

Puhh, ehrlich gesagt war ich lange unschlüssig, was ich in dieser Rezension schreiben soll, denn ich weiß nicht, ob meine Worte diesem Buch auch nur ansatzweise gerecht werden können! Aber ich versuche es einfach mal…

Die Geschichte spielt während des 2. Weltkrieges. In deren Verlauf begleiten wir vier Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Joana, 21, ist in Litauen geboren. Sie bestreitet ihre Flucht in einer Gruppe, für die sie durch ihre medizinischen Kenntnisse ein wahrer Segen ist. Aber auch ohne dieses Können, würde jeder von ihr profitieren, denn sie ist herzensgut, hilfsbereit und fürsorglich.
Florian, ein Preuße, ist in einer ganz eigenen Mission unterwegs, so könnten sowohl die Deutschen als auch die Sowjets ihm gefährlich werden. Er ist selbstbewusst, gewieft und ein Einzelgänger. Aber obwohl er versucht für sich zu bleiben –mit seinem Vertrauen in andere Menschen ist es nicht allzuweit her-, rettet er Emilia aus einer sehr brenzligen Situation.
Alfred ist ein siebzehnjähriger deutscher Soldat, ein Nazi erster Güte -zumindest auf den ersten Blick-. Auf den zweiten, ist er eher ein Großmaul und Angsthase
Emilia ist 15 Jahre alt. Sie ist nicht nur hochschwanger, sondern als Polin von beiden Kriegsparteien geächtet. Sie ist schüchtern und logischerweise ängstlich

Joanas, Florians und Emilias Wege kreuzen sich während der Verfolgung ihres Zieles, das Land mithilfe der geplanten Seeevakuierung zu verlassen, wo sie -falls sie es bis dahin schaffen sollten- auf Alfred treffen würden...
Was dazwischen geschieht und ob sie ihr Ziel erreichen, müsst ihr leider selbst lesen, ich kann nur sagen: Es lohnt sich!

Trotz des schweren Themas hat Ruta Sepetys es geschafft ein Buch zu schreiben, dass mich von der ersten Sekunde an voll in seinen Bann ziehen konnte!
Dies ist mehreren Details geschuldet, die ich absolut gelungen fand.
Da wäre zum Einen der Schreibstil. Es herrschen fast durchgehend kurze Sätze in kleinen Kapiteln, was einen angenehmen Lesefluss, aber auch enorme Neugierde auf das Kommende auslöst. Die Kapitel sind in der Regel ca. 1,5 Seiten lang und in der Ich-Perspektive der aktuellen Person verfasst, was nicht nur dazu animiert, Kapitel um Kapitel zu verschlingen, sondern auch die Protagonisten zum Leben erweckt und authentisch macht. Wir Leser erleben alles hautnah -ihre Sorgen, Ängste, aber auch ihre Erinnerungen an ihre Vergangenheit-, was bei mir nicht selten ein beklemmendes Gefühl hinterließ. Gänsehaut garantiert!
Zum Anderen ist die von der Autorin geschaffene Stimmung schlichtweg brillant! Wir lesen sowohl über geschichtliche als auch menschliche Komponenten, was den Reiz für mich nur noch verstärkt hat! Die vorherrschenden Ungerechtigkeiten, Hunger, Armut und Krankheit lassen die kleinen Dinge -Vertrauen, ein kleines Lächeln oder gar Liebe-, wie ein kleines Licht in einer dunklen, gefährlichen und menschenunwürdigen Welt erscheinen. Natürlich immer mit dem Wissen, dass Krieg alles kostet!

So, da wären wir nun... An dem Punkt, an dem ich eigentlich schreiben würde, dass "Salz für die See" ein "schönes" Buch ist. Dennoch sträubt sich alles mir, dieses Wort in einem solchen Kontext zu verwenden...
Ein Buch mit einem Hitler/Stalin-Hintergrund, unbeschönigten menschlichen Abgründen, einer Menge Trauer und Verlust kann eigentlich nicht "schön" sein, oder?
Fakt ist jedoch, dass es eines der besten und beeindruckendsten Bücher ist, die ich bislang lesen durfte und die darin enthaltene Tiefgründigkeit noch eine Weile in mir nachhallen wird!
Also sucht euch, wenn ihr mögt, einfach ein Adjektiv aus, das eurer Meinung nach angemessen erscheint ;)  

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

thriller, horror, ring, japa, jenny milewski

Angstmädchen

Jenny Milewski , Maximilian Stadler
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2017
ISBN 9783453438804
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

die Autorin:

Jenny Milewski, geboren 1971, liebt Thriller und Horror. Sie arbeitet in der Werbebranche und hält neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit Vorträge über Spannung in Literatur und Film. In der schwedischen Szene hat sie bereits einen Namen und steht mit ihrem Debütroman Skalpelltanz für eine neue Thrillergeneration. Jenny Milewski lebt mit ihrem Mann in Malmö.


Klappentext:

Die junge, schüchterne Malin zieht in ein Studentenwohnheim ein. Zu ihrer großen Freude bekommt sie das einzige Zimmer, das über eine Badewanne verfügt. Doch dann erfährt sie, dass sich darin ein Mädchen namens Yuko die Pulsadern aufgeschnitten hat. Kurz darauf findet Malin Haarbüschel, die nicht von ihr stammen können, und als sie eines Nachts eine blasse Gestalt sieht, wird ihr klar, dass etwas in ihr Leben getreten ist, das sie nicht mehr loswird. Etwas, das ihr Angst macht – das auf sie wartet – wo immer sie auch hingeht …


Meinung:

Als Malin in ihr erstes eigenes Studentenzimmer ziehen kann, ist sie überglücklich. Doch leider wird dieser Zustand nicht von Dauer sein... Denn nicht nur ihre WG-Mitbewohner sind irgendwie seltsam, sondern auch mit ihrem Zimmer -oder besser gesagt Bad-, scheint etwas nicht zu stimmen.
Als sie dann erfährt, dass sich die vorherige Bewohnerin Yuko in ihrer Badewanne das Leben nahm, ist es schon fast zu spät! Denn seltsame und beängstigende Vorkommnisse haben längst ihren Lauf genommen...

Als ich den Klappentext des Buches las, war ich sofort hin und weg. Düster und geheimnisvoll, genau so wie ich es mag!
Natürlich musste ich mich gleich über das Schätzchen hermachen aber was dabei herauskam, lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück.

Kommen wir zuerst zum Schreibstil. Die Autorin erzählt aus Malins Perspektive, in zumeist kurzen, überschaubaren Sätzen. Gerade zu Beginn wirken diese auf mich stellenweise etwas abgehakt. Dies legt sich jedoch im Verlauf der Geschichte und weicht einem angenehmen Lesefluss.

Das Thema der Story ist wirklich interessant und birgt viel Potential. Leider braucht die Autorin jedoch etwas "Anlauf". Gerade zu Beginn waren mir die Charaktere etwas blass, irgendwie fehlte mir einfach der Bezug. So konnte ich weder nachvollziehen, warum Malin ständig weint -mal aus Zorn, mal aus Trauer- oder warum sie derart besessen von der toten Yuko ist. Für mich hat sich Jenny Milewski etwas zuviel Mühe mit dem Drumherum gegeben, was auf mich etwas langatmig wirkte.
Aber dann... Ja dann ging es so richtig los! ,
Kurz vor der Mitte des Buches zieht die Story dermaßen an, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte! Ab diesem Moment kommt alles zusammen, was ich mir beim Lesen des Klappentextes erhofft hatte. Spannung, Mystery und Gefahren in einer derart rasanten Geschwindigkeit, dass es ein wahrer Genuss ist!
Aber ich muss euch warnen. Die Art und Weise, wie sich die Geschehnisse ab dem Moment überschlagen, ist nichts für zartbesaitete Gemüter! Es wird auch schon mal spooky und vor allem blutig ;)

Alles in allem war "Angstmädchen" für mich ein gelungener Thriller! Denn das, was mich anfangs an Länge störte, macht die Rasanz und Action des Rests definitiv wett!   

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58 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

witches of norway, polarschattenmagie, dark diamonds, carlse, magie

Witches of Norway - Polarschattenmagie

Jennifer Alice Jager
E-Buch Text
Erschienen bei Dark Diamonds, 30.12.2016
ISBN 9783646300055
Genre: Fantasy

Rezension:

Zitate:

"Vor wenigen Stunden war es noch mein größter Wunsch gewesen, wieder in meine Zeit zu gelangen, und nun, wo ich hier und in Sicherheit war, wollte ich so schnell wie nur irgend möglich wieder zurück." Position 645

"Ich glaubte daran, dass wir etwas bewegen könnten, dass ich unter seiner Führung Kontrolle über meine Magie gewinnen und die Hilflosigkeit besiegen würde, die unentwegt in mir pochte." Position 804


Meinung:

Endlich zurück von ihrer Zeitreise muss Elis feststellen, dass ihr mit ihrer Rückkehr auch nicht wirklich geholfen ist. Luc befindet sich zwar auf dem Weg der Besserung, aber ob er je wieder normal sein, oder irreparable Schäden davontragen wird, ist ungewiss. Auch der Tod Kjells, setzt ihr heftig zu. Sie hat Schuldgefühle und muss schnell feststellen, dass sie so nicht damit Leben kann. Sie muss zurück und ihn retten, koste es, was es wolle! Aber wie soll sie das nur anstellen? Können ihr die Andersons helfen? Oder muss sie auf Stian bauen, bei dem sie noch immer nicht weiß, was sie von ihm und der Fehde zu ihrer Familie halten soll?
Eins steht jedoch fest: Sie hat definitiv keine Ahnung, in welche Gefahr sie sich begibt und welche Ausmaße das Komplott um Kjell noch annehmen wird...

Band 2 setzt nahezu nahtlos am Ende des ersten Teils an. Hier sind schnell alte Themen und Weiterentwicklungen zu erkennen. Zum Beispiel Elis' Zerrissenheit in Bezug auf ihre Gefühle gegenüber Stian und dem Vertrauen in ihre Familie, aber auch ihre fehlendes Können in Sachen Magie, wobei wir hier Fortschritte sehen können.
Das, in Kombination mit dem bekannt angenehmen und flüssigen Schreibstil, ermöglicht ein schnelles Wiedereinfinden in ihre Welt.
Während im ersten Teil noch vermehrt wunderschöne Details Norwegens, der Landschaften, der Gebäude usw. vorkamen, dürfen wir uns nun über tolle Ideen im Bereich der Magie freuen -wer hätte zum Beispiel nicht gerne kleine, fliegende Dochte, die einem beim Lesen optimales Licht spenden ;)-, die uns fantasie- und liebevoll in ihren Bann ziehen. Die kleine Exkursion ins Thema "Zeitreisen" an sich war aber auch sehr lesenswert :D

Ich muss zugeben, dass ich an 2-3 Themen/Stellen FAST etwas auszusetzen gehabt hätte. Aber jedes Mal, wenn ich mir entsprechende Notizen machen wollte, reißt die Autorin scharf das Ruder herum, sodass meine Kritikpunkte letzten Endes nur als "jammern auf hohem Niveau" durchgegangen wären.
Da ich euch nicht spoilern möchte, kann ich hier nur schwer auf Details eingehen, aber -um ein Beispiel zu nennen- Elis Gefühle gegenüber Stian fallen in dieses Schema. Hin- und hergerissen zwischen "Ich liebe ihn" und "Liebe ich ihn wirklich, oder ist gaukelt unsere verwobene Magie uns das nur vor?" kam der Punkt, an dem es mir negativ auffiel, aber just in dem Moment, ist es dann auch schon vorbei :)

Ein weiteres Mal überrascht hat mich Jennifer Alice Jager mit ihrem Ideenreichtum, mit dem sie sowohl Spannung aufbaut, komplett unerwartete Richtungen einschlägt oder einen schönen Hauch Emotionen in die Story einflicht!

Für mich ist "Polarschattenmagie" etwas schwächer als Band 1, aber dennoch eine gelungene Fortsetzung. Wobei dieses Mal das Ende nicht ganz so fies war, aber lest selbst ;)

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blind, freundschaft, blinde menschen, liebe

Wie ich dich sehe

Eric Lindstrom , Katarina Ganslandt
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.11.2016
ISBN 9783551583475
Genre: Jugendbuch

Rezension:

der Autor:

Eric Lindstrom hat viele Jahre als Game Designer, Art Director und Autor in der Unterhaltungsindustrie gearbeitet und wurde dann Vor- und Grundschullehrer. Er lebt mit seiner Frau und mehreren Katzen an der Westküste der USA.


Klappentext:

»Ich bin wie du mit geschlossenen Augen, nur schlauer!« Das ist Parkers Credo, und sie hat strenge Regeln aufgestellt, wie sie behandelt werden will. Seit der Trennung von ihrem Freund Scott und dem Tod ihres Vaters verlässt sie sich nur noch auf sich selbst. Für jeden Tag, an dem sie nicht heult, gibt sie sich einen Goldstern. Sie trainiert fürs Laufteam – okay, sie ist blind, aber ihre Beine funktionieren ja. Und sonst hält sie sich die meisten Leute mit Ruppigkeit vom Hals. Bis Scott ihrer Liebe doch noch eine Chance geben will …


Zitate:

"Eigentlich bin ich die ungekrönte Königin der Kunst, es mir am Arsch vorbeigehen zu lassen, was andere Leute über mich denken." Seite 12

"Klingt nach Footballspieler oder irgendeinem anderen Sportidioten. Aber das behalte ich erst mal nur als vorläufige Arbeitshypothese im Hinterkopf, während ich auf weitere Hinweise warte." Seite 16

"Die Kombination aus blinder Mensch, Treppenstufen und Autos jagt Sehenden höllische Angst ein, obwohl im Grunde kaum was passieren kann." Seite 20

"Vielleicht kann ich ja das Schöne vom Schlimmen trennen und wieder so erleben, wie es sich damals angefühlt hat, als das Glück noch pur war, bevor alles kaputtging..." Seite 106


Charakter:

Parker ist ein junges Mädchen, das die schwersten Schicksalsschläge einstecken musste, die man sich vorstellen kann.
Zuerst verlor sie bei einem Autounfall als Kind ihre Mutter, ihr Augenlicht und kurz nach dem 16. Geburtstag auch noch ihren Vater.
Doch statt zusammenzubrechen, wie man das erwarten würde, versucht sie stark zu sein und sich nicht unterkriegen zu lassen.
Für jeden Tag ohne Tränen gibt sie sich einen Stern, ihre blinden Augen bedeckt sie durch Augenbinden mit Dingen wie schwarzen Kreuzen oder lachenden Smileys über den Augen.
Aber kann sie diese Stärke auf Dauer aufrecht erhalten?


Meinung:

Gleich zu Beginn erfahren wir, dass Parker kürzlich ihren Vater verlor, aber auch, dass sie es sich trotz ihrer nutzlosen Augen nicht nehmen lässt, zu laufen.
Das Leben ist alles andere als einfach, denn abgesehen von ihren Verlusten, ist auch noch ihre Tante mit ihrer kompletten Familie zu ihr ins Haus gezogen. Man kann sich vorstellen,
dass das für ihren Cousin und ihre Cousine auch nicht gerade leicht war…
Und als wäre das alles noch nicht genug, taucht plötzlich ihr ehemaliger bester- und gleichzeitig Exfreund Scott durch eine Schulschließung wieder in ihrem Leben auf. Nach einer für Parker unheimlich großen Enttäuschung, ist er so ziemlich der letzte, den sie „sehen“ will.
Aber zum Glück sind da ja auch noch ihre Freundinnen Molly, Faith und Sarah, die ihr in mancher Situation zur Seite stehen.

Das erste was mir auffiel als ich das Buch in die Hand nahm, ist, dass der Titel auf dem Schutzumschlag zusätzlich in Brailleschrift vorhanden ist. Das fand ich süß, hätte mir jedoch noch besser gefallen, wenn die Kapitelüberschriften im Buch nicht nur in Braille gedruckt, sondern tatsächlich auch die entsprechende Prägung zu erfühlen gewesen wäre.
Durch die vorherrschende Ich-Perspektive, sowie den gelungenen Eindruck den wir aus Parkers Gefühls-und Gedankenwelt erhalten, fiel es mir als Leser unheimlich leicht, mich in den Charakter einzufühlen.
Gerade auch ihre sarkastische, impulsive und direkte Art macht viel Spaß, wenn sie diese in Konversationen mit ihren Freunden unter Beweis stellt. Sie möchte nicht wie eine hilfsbedürftige Behinderte behandelt werden, was sie durch ihr selbst erstelltes Regelwerk auch gut zum Ausdruck bringt J
Aber das ist noch lange nicht alles, was den Leser erwartet. Denn diese Geschichte ist definitiv tiefgründiger, als man auf den ersten Blick erwartet. So erleben wir zum Beispiel Parkers Emotionen, die oftmals einen in sich krassen Kontrast darstellen. Denn nicht selten wird natürlich ihr Selbstbewusstsein und ihre Stärke von Trauer und Verletzlichkeit überlagert. Ich gebe zu, dass ich einige Male zwischen Lachen und Tränchen hin- und hergerissen war ;)
Die Probleme denen Parker unter anderem im Alltag, aber auch im zwischenmenschlichen Bereich begegnen, lassen den Leser definitiv nicht kalt und schwingen bei mir auf jeden Fall noch nach. Gerade das Thema „Umgang mit Behinderten“ ist ja leider oftmals ein heikles und bereitet vielen Menschen Probleme.

Von mir bekommt "Wie ich dich sehe" jedenfalls eine klare Leseempfehlung, denn ihre Geschichte ist sowohl traurig sowie schön zugleich und schneidet im Kontext auch viele weitere ernste Themen wie Verlust, Enttäuschung und Misstrauen an, aber ebenso Freundschaft, Mut und Liebe.
Definitiv ein kleines Schätzchen im Buchregal!  

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

dystopie, kirche, reaper, science fictio, postapokalypse

Die zweite Finsternis

E. S. Schmidt
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Papierverzierer Verlag, 19.12.2016
ISBN 9783959621120
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Klappentext:

In der Endlosigkeit der kanadischen Wälder stürzt ein außerirdisches Schiff ab und entlässt seine gefährliche Fracht: Reaper – telepathische Raubechsen, groß wie Löwen, mit enormer Reproduktionsfähigkeit und unersättlichem Hunger.

Hinter hohen Mauern, zusammengedrängt in den ehemaligen Metropolen, harren die letzten Menschen aus. Die einzigen, die sich den Reapern entgegenstellen können, sind genetisch optimierte Krieger, die in Mönchsorden zu absoluter Disziplin erzogen werden. Doch als eine Stadt nach der anderen verstummt, befürchtet Bruder Kaleb, dass sich ein noch größerer Feind erhoben hat. Ein Feind, der nicht nur die zerbrechliche, neu geschaffene Ordnung bedroht, sondern auch den einzigen Menschen, für den Kaleb sein heiliges Gelübde brechen würde. 
 

Zitate:

"Dieser Mann hatte Reaper getötet. Nicht nur diese drei, sondern vermutlich unzählige davor. Er trug Narben auf Gesicht und Händen, die deutlich zeigten, welchen Gegnern er sich bereits gestellt hatte." Pos. 331

"Tag und Nacht schoben sich die Menschenmassen in gegenläufigen Strömen durch die Straßen von Philadelphia, ohne Anfang und ohne Ende, auf der Suche nach Kleidung, Nahrung, Zerstreuung." Pos. 1105

"Ohne die Plünderer würde all das in den Städten fehlen, die meisten dieser Dinge konnte man nicht mehr herstellen." Pos. 1189


Meinung:

Die Geschichte spielt in einer düsteren und gefährlichen Welt, in der Angst, Entbehrungen und Tod allgegenwärtig sind.
Das Leben wie wir es kannten, existiert nicht mehr. Die von den Reapern -echsenähnliche, gefährliche außerirdische Wesen- ausgehende Gefahr ist groß, denn außer den Auserwählten gibt es niemanden, der ihnen etwas entgegenzusetzen hätte.
Die Tatsache, dass die Reaper jede Absicht eines Menschen vorhersehen können, macht sie im Kampf nahezu unschlagbar, und so können ihnen eigentlich nur die Mönche etwas anhaben, indem sie ihre eigenen Gedanken abschirmen oder gar manipulieren.
Und so kommt es, dass in der ehemaligen USA nur noch 19 bekannte befestigte Städte existieren, die den Echsen und sonstigen Gefahren trotzen. Und eigentlich war das bisher auch gut, denn die letzten Angriffe liegen über 5 Jahre zurück. Doch plötzlich sind manche Städte nicht mehr erreichbar und die Angriffe häufen sich wieder. Und, als wäre das noch nicht schlimm genug, macht es auch den Anschein, als würde irgendeine unbekannte Macht sie steuern. Wie kann das sein? Und wer hätte etwas davon?

Ich glaube am meisten ist mir die von der Autorin erschaffene Atmosphäre aufgefallen. Sie ist rundum stimmig, düster und beängstigend. Die Gefahren, denen die Protagonisten im Laufe der Geschichte entgegentreten müssen, sind vielfältig und abwechslungsreich. Denn natürlich sind in einer derartigen Zivilisation die Reaper nicht die einzigen Gegner, wie man sich vorstellen kann...
Sie beschreibt ein Leben voller Angst, Hunger und einer Reduzierung auf das Nötigste in einem wirklich bildhaften Schreibstil, der es dem Leser ermöglicht, sich gut in die Trost- und Hoffnungslosigkeit einzufühlen.
Actionreiche Kämpfe -die auch mal recht blutig werden ;) -, politische Machtspiele und im Wechsel verfolgte Handlungsstränge runden das Bild perfekt ab, machen die Story spannend und fesseln von der ersten bis zur letzten Seite.

Besonders gut hat mir auch gefallen, dass man bei einigen der Hauptcharaktere im Handlungsverlauf deutliche Entwicklungen feststellen kann, die stimmig und somit sehr authentisch sind.
Und natürlich darf in einem derartigen Szenario auch die emotionale Komponente nicht zu kurz kommen ;) Hierbei muss ich jedoch sagen, dass keinesfalls zuviel Gefühl im Spiel ist. Es bleibt in einem adäquaten Maß und ist stellenweise auch von Entbehrungen geprägt, sodass es für mich nie unpassend erschien. Eine wirklich gelungene Mischung!

Eine empfehlenswerte Story über eine untergegangene Zivilisation, die mit allen Mitteln ums Überleben kämpft. Spannend, abwechslungsreich und sehr atmosphärisch!

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

Winger

Andrew Smith , Hans-Ulrich Möhring
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551560278
Genre: Jugendbuch

Rezension:

der Autor:

Ursprünglich aus Kalifornien, hat Andrew Smith in jungen Jahren die ganze Welt bereist. Bevor er anfing Bücher zu schreiben, arbeitete er als Journalist. Heute lebt er mit seiner Familie, zwei Pferden, zwei Hunden und drei Katzen in den Bergen in Südkalifornien.


Klappentext:

Wenn man Ryan Dean West heißt, Klassenbester und dazu noch zwei Jahre jünger als alle anderen ist, wird einem der Kopf manchmal ins Klo gehängt. Aber Ryan Dean hat größere Sorgen: Wie soll er verhindern, dass sein neuer Zimmergenosse im Internat ihn nachts erwürgt? Noch wichtiger: Wie soll er Annie, die er wahnsinnig liebt, davon überzeugen, dass er nicht zu jung für sie ist? Ohne seinen Freund Joey aus dem Rugby-Team wäre dieses Schuljahr die Hölle. Dass Joey schwul ist, ist Ryan Dean völlig egal. Schließlich liebt er Joey. Auf total unschwule Art, versteht sich. Dann passiert das Undenkbare. Und Ryan Dean West begreift, was wirklich wichtig ist.


Zitate:

"Nichts, was auch nur entfernt nach disziplinlos oder unkonventionell roch, würde an der PM geduldet. Nicht einmal Bartwuchs. Nicht dass ich in der Beziehung irgendetwas zu befürchten hatte. Ich hatte an der PM schon Mädchen gesehen, die eher gegen diese Vorschrift verstießen als ich." Seite 22

"Ich war unheimlich erleichtert, und ich mochte Joey in dem Moment noch lieber, natürlich auf eine total unschwule Art,weil ich das Gefühl hatte, dass er für mich eintrat." Seite 55

"Nach dieser Nacht begriff ich, dass ich dort rausmusste, bevor die Warnungen meiner Freunde wahr wurden und es Chas gelang, ein Arschloch aus mir zu machen." Seite 75

"Ryan Dean West hielt tatsächlich die Hand eines weiblichen Wesens, das nicht seine Mom war." Seite 120


Meinung:

Winger, der im Internat lebt, musste kürzlich in die O-Hall umziehen. Jenen Bereich der Schule, in dem Schüler untergebracht sind, die sich etwas zu Schulden haben kommen lassen. Eigentlich passt das nicht zu ihm, denn er ist sehr intelligent, hat sogar Klassen übersprungen, aber naja, etwas ausgefressen hat er dennoch ;)
Er hält sich für einen Loser und sein selbst gesetztes Ziel für dieses Jahr ist somit, zukünftig keiner mehr zu sein. Das wird sich jedoch -wie ihr euch denken könnt- schwierig gestalten, denn abgesehen davon, dass er ein kleiner Pechvogel ist, der kein Fettnäpfchen auslässt, ist er natürlich auch erst 14... Dementsprechend sind seine, hmmm, sagen wir mal "Prioritäten" eher sexueller Art und das gestaltet sich als recht kompliziert, wenn man eigentlich fast jedes weibliche Wesen als heiß empfindet. Doch was wäre ein Buch über einen Jungen, wenn nicht auch das ein oder andere ernstere Problemchen auftreten würde?? ;)

Winger war das erste Buch des Autoren, das bei mir einzog, aber ich kann euch sagen, dass es definitiv nicht mein letztes sein wird!
Dafür verantwortlich ist in erster Linie der oftmals schräge und stellenweise skurrile Schreibstil. Ich muss ehrlich sagen, dass ich -auch, wenn der Humor etwas infantiler ist- selten so beim Lesen gelacht habe.
Da wäre zum Einen der Umgang mit seinen Freunden, bei dem es schonmal etwas derber zugeht. Diese Szenen triefen vor Sarkasmus, wenn sie sich z.B. gegenseitig übertrumpfen, fluchen oder einfach nur Witze reißen. Ich glaube, ich habe noch nie so viele "Fucks" gesehen, wie in dieser Geschichte!
Abgesehen davon sind die witzigen Szenen auch oftmals von kleinen Cartoons -von Winger gezeichnet- und running Gags untermalt, die mich zugegebenerweise manchmal kalt erwischt haben und ich mein Umfeld in Folge dessen durch spontanes lautes Lachen erschreckt habe :O Dazu gibt es in der Story natürlich auch mal eine auf´s Maul, weil´s halt einfach dazu gehört :D
Natürlich muss man auf diese Art "Jungs-Humor" stehen, sonst wird man mit "Winger" wohl eher nicht auf seine Kosten kommen.
Das Ganze hat der Autor in einen Tagebuch-Style gepackt, so dass man sich sehr gut in unseren kleinen "Antiheld" einfühlen kann. Denn natürlich leidet auch er. Sein Alter, sein Loserruf und seine heimliche erste große Liebe zu Annie (seine beste Freundin, die jedoch leider schon 16 ist), lassen ihm das Leben nicht allzu leicht werden...
Aber wer jetzt denkt, Winger sei nur eine Knabengeschichte ohne Tiefgang, irrt! Denn auch wenn der Humor klar im Vordergrund steht, geht es ebenso um ernstere Themen wie Vertrauensbruch, Toleranz und Fair Play.

Ihr seht, dies ist mein 2. Königskind, und ich bin wieder verliebt!
Denn auch wenn das Buch unter der Überschrift "Sex und Liebe" läuft, ist es viel mehr als das! Winger ist irgendwie ein bisschen von allem: ein wirklich liebevoll gestaltetes Buch über das Anderssein, Freundschaft, Toler- sowie Akzeptanz, Liebe und das Erwachsenwerden. Eben viele Dinge, die wirklich wichtig sind im Leben. 

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277 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 114 Rezensionen

amnesie, thriller, baby, entführung, kindesentführung

Remember Mia

Alexandra Burt , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.04.2016
ISBN 9783423261012
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

die Autorin:

Alexandra Burt wurde in Fulda geboren und ging nach dem Studium in die USA. Sie lebt mit ihrer Familie in Texas.


Klappentext:

»Ich muss mich erinnern, um sie zu finden.«
Eine junge Mutter kämpft darum, ihr Gedächtnis wiederzuerlangen – während die Welt sie für die Mörderin ihres Kindes hält.
Nach einem Autounfall erwacht Estelle Paradise im Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern. Man hat sie in einer tiefen Schlucht aus dem Wrack ihres Wagens geborgen – schwer verletzt. Doch nicht alle Verletzungen stammen von dem Unfall: Es hat auch jemand auf Estelle geschossen. Wer? Nur sehr langsam dringt die wichtigste Frage in ihr Bewusstsein: Wo ist Mia, ihre sieben Monate alte Tochter? Sie war nicht mit im Unfallwagen. In einem schmerzlichen Prozess kehrt Estelles Erinnerungsvermögen zurück: Mia war schon drei Tage vor dem Unfall aus ihrem Apartment in New York verschwunden. Und Estelle wird auf einmal vom Opfer zur Hauptverdächtigen. war.


Meinung:

Ich muss zugeben, die Idee für die Story hat mich total erschreckt. Allein die Vorstellung ist einfach grauenvoll! Man erwacht im Krankenhaus, es fehlt einem ein Ohr und das Schlimmste: die eigene Tochter ist verschwunden und man hat keinerlei Erinnerung daran, was zur Hölle eigentlich passiert ist!! Das ist doch der absolute Horror!
Aber in Estelles Leben kommt es sogar noch dicker! Die ganze Welt hält sie für die Mörderin und sie kann nichts tun, um diese Vorwürfe zu widerlegen! So lässt sie sich von ihrem Mann -der sich auch gleich noch von ihr trennt- dazu überreden, sich einweisen zu lassen, um an ihrem Gedächtnisverlust zu arbeiten. Es muss doch irgendetwas geben, was ihr helfen kann, diesem Albtraum zu entfliehen!!

Obwohl ich mich wirklich lange auf dieses Buch gefreut habe, konnte es mich letzten Endes nicht ganz überzeugen.
Fangen wir jedoch mit einem für mich sehr gelungenen Aspekt an: der Schreibstil. Gerade im ersten Teil des Buchs sind die Sätze zumeist kurz und etwas sprunghaft, was für mich absolut perfekt den verwirrten Zustand von Estelle widerspiegelt! Zu Beginn las es sich für mich zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber in dem verstörenden Kontext der Story, empfand ich diese Tatsache als absolut stimmig und gelungen! Im weiteren Verlauf lässt dieser Effekt dann etwas nach, aber schließlich macht Estelle ja auch Fortschritte. Passt für mich also sehr gut, zumal der Stil somit eigentlich durchweg das ernste Thema unterstreicht.

Auch ein paar schöne Wendungen und unerwartete Vorkommnisse erwarten den Leser, somit kann sich der Einfallsreichtum und die Vorstellungskraft der Autorin definitiv auch sehen lassen.

Was mir persönlich nicht so gut gefallen hat, ist zum einen die Deklaration als Thriller, denn dafür passiert eigentlich nach meinem Geschmack nicht genug. Ein Großteil der Geschichte dreht sich um die Therapie und den Versuch, die Erinnerungslücken zu füllen, was thematisch natürlich interessant ist, aber eben auch nicht die Spannung erzeugt, die ein Thriller für mich aufweisen muss.
Zum anderen sind Estelles Gedankengänge und z.B. Erinnerungen an ihre Kindheit oder das Kennenlernen ihres Mannes manchmal etwas zu ausgeprägt und so ergaben sich für mich ein paar Längen, in denen wir zu weit vom Thema abschweifen. Darunter litt bei mir leider einfach die Spannung.

Alles in allem war "Remember Mia" für mich ein Buch mit einer eindrucksvollen Story und guten Ideen, dem ein paar Kürzungen gut getan hätten. Dennoch hat das Lesen Spaß gemacht und ich bin gespannt, mit was für Ideen die Autorin uns in Zukunft noch überrascht. 

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126 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

geister, paige mckenzie, mystery, grusel, haus

Sunshine Girl - Die Heimsuchung

Paige McKenzie , Alyssa Sheinmel , Doris Hummel
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 18.08.2016
ISBN 9783845814032
Genre: Jugendbuch

Rezension:

die Autorin:

Als Tochter einer Schauspielerin verbrachte Paige McKenzie ihre Kindheit auf Filmsets. Mit 16 stellte sie den youtube-Channel The Haunting of Sunshine Girl online – sie beschreibt die Serie selbst als eine Mischung aus Gilmore Girls und Paranormal Activity – und generiert damit jeden Monat Millionen von Klicks. Sie selbst ist Miterfinderin, Co-Produzentin und Hauptdarstellerin der Serie und sie arbeitet unermüdlich daran, die Fanbase weiter wachsen zu lassen. Paige lebt in Portland, Oregon.


Klappentext:

Kurz nach ihrem sechzehnten Geburtstag zieht Sunshine mit ihrer Mutter Kat vom sonnigen Texas ins verregnete Washington. Obwohl Sunshine adoptiert ist verbindet sie mit ihrer Mutter ein besonders enges Band – sie ist ihre beste Freundin und engste Vertraute. Doch von dem Moment an, in dem die beiden in ihr neues Haus gezogen sind, weiß Sunshine, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist.
Die Welt ist dunkler und kälter geworden und auch wenn ihre Mutter Kat, die voll und ganz von ihrem neuen Job im Krankenhaus in Beschlag genommen ist, es nicht wahrhaben will: Etwas an ihrem neuen Zuhause fühlt sich einfach nur gruselig an. Und die Dinge werden immer merkwürdiger: Türen schließen sich von selbst, kalter Wind zieht durch geschlossene Fenster, nachts hört Sunshine Lachen und Seufzen – doch niemand glaubt ihr. Ihre Mutter und selbst ihre beste Freundin in Texas vermuten einfach nur einen schlimmen Fall von Heimweh.

Als die Geister immer bedrohlicher werden und Sunshine erkennt, dass Kat in großer Gefahr schwebt, muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen – und ihre Mutter vor einem Schicksal bewahren, dass schlimmer ist als der Tod. bringt …


Zitate:

"Aber ich schwöre, dass ich, als ich gerade in die Bewusstlosigkeit abdrifte - in diesen Zustand, in dem man schon mehr schläft, als wach zu sein -, noch etwas anderes höre. Die Stimme eines Kindes, nicht mehr als ein Flüstern: Gute Nacht." Seite 22

">>Ich komme wieder <<, verspreche ich. Ich brauche jede Hilfe, die ich kriegen kann." Seite 261


Charakter:

Sunshine, gerade 16 geworden, war schon immer etwas anders als die Anderen (was man z.B. an Dr. Hoo –der ausgestopften Eule in ihrem Zimmer- gut erkennen kann ;), aber auf eine angenehme Art! Sie hat einen recht ausgeprägten Jane Austen Fimmel, ist altmodisch, romantisch und hat einen etwas eigenartigen Modegeschmack. Sie liebt ihre Mom, auch, wenn es sich bei ihr nicht um ihre leibliche Mutter handelt. Dass sie ihre echten Eltern nicht kennt, ist für sie überhaupt kein Problem.


Meinung:

Als Sunshine kurz nach ihrem Geburtstag mit ihrer Mutter nach Washington zieht, findet sie dort einfach alles gruselig. Es ist kalt, nass, dunkel und zu allem Überfluss riecht es im Haus muffig und ihr Zimmer ist PINK! Mit Blumentapete!! Also ich persönlich finde das ebenso extrem gruselig! :D

Nur leider hat sie zu diesem Zeitpunkt absolut keine Ahnung, WIE unheimlich es tatsächlich noch werden soll! Denn plötzlich hört sie im Stockwerk über ihr Schritte, wo keine sein können, Kinderkichern und Dinge in ihrem Zimmer werden wie durch Geisterhand umgestellt! Die Vorkommnisse eskalieren in einem nächtlichen Vorfall, den ihre Mutter zwar mitbekommt, aber schon am nächsten Morgen vergessen hat. Wird Sunshine verrückt? Gibt es in ihrem Haus einen Geist oder gar Schlimmeres??

Der Schreibstil der Geschichte ist wirklich klasse. Sehr eingängig und angenehm erleichtert er uns das Lesen und zieht uns tief in Sunshines Bann.
Dazu kommt, dass das Buch von der ersten bis zur letzten Seite atmosphärisch absolut gelungen ist! Nicht nur, dass die Protagonistin so sympathisch ist, dass wir durchgehend mit ihr mitfiebern -ich habe richtig mit ihr gelitten, da ihr keiner glaubt-, auch die Szenen, die sich um den Geist drehen sind sehr stimmungsgeladen und stellenweise wirklich etwas unheimlich! Zusätzlich wurden ein paar Kapitel aus der Sicht eines heimlichen Beobachters eingebaut, bei dem man nie so genau weiß, ob er gut oder böse ist! Spooky :) Die Story und das uns vermittelte Wissen, dass etwas Größeres auf Sunshine zukommt, unterstreichen das düstere und gefährliche Setting perfekt!

Ihr seht, ich komme aus dem Lob gar nicht mehr heraus :D Aber das ist auch kein Wunder! Zu viele Geschehnisse erhalten die Spannung aufrecht, als dass man das Buch ruhigen Gewissens aus der Hand legen könnte!
Warum strahlt ihr Klassenkamerad Nolan -obwohl es für Sunshine jedes Mal kalt wird, wenn etwas Übernatürliches sie streift- immer Hitze aus? Woher kommt die Veränderung, die ihre Mom durchmacht? Viele mysteriöse Details und Geheimnisse bringen Abwechslung in die liebevoll und phantasievoll gestaltete Geschichte und lassen den Leser durchgehend mit Sunshine mitfiebern, während sie versucht das Rätsel zu lösen.

Ich hatte definitiv viel Spaß bei Sunshines Abenteuer und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung "Sunshine Girl - Das Erwachen". 

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219 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 71 Rezensionen

magie, hexen, norwegen, liebe, hexe

Witches of Norway - Nordlichtzauber

Jennifer Alice Jager
E-Buch Text: 319 Seiten
Erschienen bei Dark Diamonds, 28.10.2016
ISBN 9783646300048
Genre: Fantasy

Rezension:

die Autorin:

Jennifer Alice Jager begann ihre schriftstellerische Laufbahn 2014. Nach ihrem Schulabschluss unterrichtete sie Kunst an Volkshochschulen und gab später Privatunterricht in Japan. Heute ist sie wieder in ihrer Heimat, dem Saarland, und widmet sich dem Schreiben, Zeichnen und ihren Tieren. So findet man nicht selten ihren treuen Husky an ihrer Seite oder einen großen, schwarzen Kater auf ihren Schultern. Ihre Devise ist: mit Worten Bilder malen.


Klappentext:

**Eine magische Liebe, die Zeit und Raum überwindet**

Die 21-jährige Kunststudentin Elis hat kein Händchen für die Liebe und Schuld daran ist einzig ihr wohlgehütetes Geheimnis. Elis ist eine Hexe. Aber keine besonders gute. Immer wenn sie glaubt, alles im Griff zu haben, funkt ihr die Magie dazwischen. Nachdem ihre Verlobung geplatzt ist und sie beinahe ein Haus zum Einsturz gebracht hätte, bricht Elis kurzerhand das Studium ab und reist nach Norwegen. Hier will sie lernen, ihre Kräfte zu kontrollieren und trifft dabei auf den charismatischen und faszinierenden Hexer Stian, zu dem sie eine eigentümliche Verbindung spürt. Doch die Magie hat mal wieder ihren eigenen Plan und plötzlich findet Elis sich hundert Jahre zurückversetzt, im Norwegen des Jahres 1905 wieder…

//Dies ist ein Roman aus dem neuen Carlsen-Imprint Dark Diamonds. Jeder Roman ein Juwel.// katapultiert…


Zitate:

"Es kostete mich viel Überwindung, in die Augen des Mannes zu blicken, mit dem ich die letzten sechs Jahre verbracht hatte, den ich über alles liebte und dennoch ziehen lassen musste." Position 285

"Die Frau hatte ernsthaft vorgehabt mich zu verletzen - vielleicht sogar zu töten. Wie sollte ich mir da nicht Sorgen machen?" Position 833

"Ich hatte ungefähr so viel Lust, mit den Andersons zu Abend zu essen, wie in einen Topf kochenden Wassers zu springen." Position 845


Meinung:

Wie reagiert man wenn man merkt, dass das Leben -welches man sich seit seiner Kindheit erträumt hat- eigentlich so gar nicht das Wahre ist?
Die vermeintlich große Liebe sich eher als Frosch erweist und man einfach auf Teufel komm raus seine eigene Magie nicht in den Griff bekommt?
Richtig! Man packt seine Siebensachen und flieht zu seiner unbekannten Familie nach Norwegen :D
So zumindest versucht Elis es zu handhaben, als ihre Beziehung in die Brüche geht und sie -durch die Unfähigkeit ihre Magie zu lenken- zusätzlich frustriert ist.
Doch auch hier ist leider nicht alles so, wie Elis sich das erhofft hatte. Denn nicht nur von Anna, die sie nicht als der Familie zugehörig anerkennen will, geht eine immense Gefahr für Elis aus, sondern plötzlich scheint sich alles gegen sie verschworen zu haben! Mit einem Schlag ist in ihrem Leben nichts mehr wie es war. Seltsame Vorkommnisse suchen sie heim und sie weiß nicht, ob es sich hierbei um Visionen, Albträume oder etwas gänzlich anderes handelt.
Plötzlich ist ihr Leben -in mehr als einer Hinsicht- in Gefahr!

Dies war mein erstes Buch der Autorin, aber ich muss zugeben: Ich bin ein bisschen verliebt…
Jennifer Alice Jager besticht mit einem absolut hinreißenden Schreibstil, der einem Norwegen mit seiner ganzen Schönheit -traumhafte Landschaften, imposante Gebäude, faszinierende Naturphänomene- bildlich vor Augen führt!
Dazu ist der Stil im Ganzen sehr angenehm und macht es einem somit wirklich einfach, in Elis als Person und in das Geschehen einzutauchen.
Sie tat mir oftmals wirklich leid, wenn sie z.B. regelrecht daran verzweifelt, ihre Magie zu kontrollieren oder ihren Platz zu finden. Es fiel mir wirklich leicht, mit ihr zu lachen, zu leiden und einen Ausweg aus ihrer Misere zu suchen! Zumal Elis sich nie unterkriegen lässt und immer versucht, das Beste aus der Situation zu machen.
Aber auch die anderen Charaktere kommen nicht zu kurz. Sie wurden -wenn auch nicht jeder auf den ersten Blick sympathisch wirkt- durch die Bank weg liebevoll ausgearbeitet und mit Leben versehen.
Das komplette Setting ist einfach nur bezaubernd, phantasievoll und ließ mich tief in diese Welt eintauchen. Und das obwohl ich eigentlich kein wirklicher Fan von Zeitreisen bin ;)
Aber gerade dieser Aspekt wurde so geschickt in das Geschehen eingearbeitet, dass es einfach nur Spaß machte, zu lesen.

Gespickt mit einer Prise Romantik, vielen Überraschungen und einer gehörigen Portion Spannung, fiel es mir schwer, das Buch zu unterbrechen. Zumal das Thema Magie, Hexen und Mystery mich schon seit jeher fesselt! Hatte ich eigentlich bereits die mysteriösen Todesfälle erwähnt? Nein? Ok, die gibt es auch! Aber das müsst ihr schon selbst lesen ;)

Aber… was war denn das bitte für ein Ende?? Mitten in der Handlung? Fieser Cliffhanger kann ich da nur sagen ;) Nur gut, dass Band 2 ja quasi schon in den Startlöchern steht, denn am 30.12.2016 geht es zum Glück schon weiter mit Band 2: Polarschattenmagie ;)

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

high-fantasy, deutsche autorin, hourglass wars

Hourglass Wars - Jahr der Schatten (Band 2)

Nika S. Daveron
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei In Farbe und Bunt Verlags- UG, 26.10.2016
ISBN 9783959360661
Genre: Fantasy

Rezension:

die Autorin:

Nika S. Daveron hätte nie gedacht, dass es sie einmal in ein komplett eigenes Fantasy-Universum verschlagen würde. Die Worte in ihrem Kopf wollten einfach nicht schweigen, und so lebt sie nun in einer Wüstenwelt, in der es erfreulicherweise definitiv wärmer ist als hierzulande. Wenn ihre Charaktere sie zwischendurch nach Hause lassen, feilt Daveron an ihren zahlreichen anderen Manuskripten, bändigt und bloggt über ihr Pferd oder streift über die Rennbahn.

ACHTUNG: Für alle, die den vorangegangenen Band noch nicht gelesen haben, enthält diese Rezi logischerweise Spoiler ;)


Falls ihr jedoch neugierig auf die Reihe seid, meine Rezension zu Band 1 findet ihr hier ebenfalls ;)


Klappentext:

Das Jahr 999 bricht unter schlechten Vorzeichen an. Mitten im Kriegstreiben zwischen verfeindeten Königreichen haben Scarabea Phoenix und ihr Widersacher Titan von Malyx widerwillig ein Bündnis geschlossen, denn Portale in die Schattenwelt verkünden todbringendes Unheil. Als sich immer mehr Portale öffnen, verschlägt es Scarabea und Titan nach Karga, eine fremde Stadt unter surrcostanischem Protektorat. Dort treffen sie auf einen Unterweltkrieger, der sich »Der Lügner« nennt und sie mit einem unwiderstehlichen Angebot lockt. Unterdessen versucht Königin Vazarina in Coronia die Ansprüche ihrer Herrschaft durchzusetzen. Was sie nicht weiß – die gegnerischen Regenten Azulgrana und Sarasot Berlais steuern geradewegs auf ihr Reich zu. Und mit ihnen eine Geisterarmee aus der Schattenwelt.


Zitate:

"Verfluchter Sohn einer Hyäne. Sie hätte ihn aufspießen sollen, am ersten Tag, an dem er in ihr verdammtes Leben getreten war." Seite 111

"Ihr Speer durchbohrte seine Kehle, bevor er überhaupt wusste, wie ihm geschah. Das reißende Geräusch der Widerhaken war Musik in ihren Ohren." Seite 218


Meinung:

Die Geschichte knüpft direkt an Band 1 an, so treffen wir natürlich auch gleich alte Bekannte ;)

Scarabea und Titan sind durch das zwischen ihnen bestehende Band voneinander abhängig und müssen zusammen bleiben, obwohl ihnen nichts mehr widerstrebt als das. Gemeinsam sind sie auf der Suche nach einem Ort, an dem sie unbehelligt bleiben können. Aber mit jedem Versuch, scheint ihr Leben mehr und mehr aus dem Ruder zu laufen.
Vazarina hat zwar ihr Krone zurück, aber kein Königreich und nahezu keine Gefolgsleute mehr. Und das soll nicht das kleinste ihrer Probleme bleiben.
Theinval braucht nach wie vor dringend Wasser. Während seine Frau Domtaline kurz vor der Niederkunft steht, drohen ihm auf Grund des Wasser- und Regenmangels Aufstände und Revolten durch seine Untertanen.
Und dann wären da ja auch noch Azulgrana und Sarasot, die als Gefangene des Geisterzwillingspaares auf dem Schiff feststecken. Sie befinden sich auf ihrer Reise nach Coronia, wo sich die Geister an ihren Erzfeinden rächen wollen. Aber natürlich wird auch hier nicht alles glatt laufen, wie ihr euch sicher vorstellen könnt ;)

Ich hatte zu Beginn ein paar Bedenken, dass es etwas dauern könnte, um in die Story einzutauchen. Wie ich bereits in meiner Rezi zu Band 1 erwähnte, spielen in Hourglass Wars recht viele unterschiedliche Protagonisten, die zu Beginn etwas schwer auseinanderzuhalten sind.
Nach den ersten paar Seiten war ich jedoch komplett wieder im Thema, da die Autorin zum einen kleine Rückblicke einbaut und zum anderen ihre Charaktere einfach dermaßen eindrucksvoll waren, dass ich alle sofort wieder parat hatte! Echt toll gemacht!

Der Schreibstil steht Band 1 in keinster Weise nach. Eingängig und sehr eindrucksvoll schildert uns Nika S. Daveron Orte, Schlachtszenarien und Menschen, so dass das gesamte Setting perfekt zum Leben erwacht. Sehr gut gefällt mir hierbei, dass sie in Ausdrucksweise und Verhalten perfekt auf die einzelnen Personen eingeht, dadurch wirken diese glaubhaft und interessant für den Leser. Besonders viel Spaß hatte ich natürlich bei den Dialogen zwischen Scarabea und Titan, die vor Schlagfertigkeit und Zynismus strotzen.
Ebenso verhält sich das bei Azulgrana und Sarasot, wobei der Ton hier dann doch etwas rauer ist ;)
Die Kapitel sind kurz und springen zwischen den Darstellern, so ist eine durchgängige Spannung vorhanden, die einen dazu verleitet, immer noch ein und noch ein Kapitel lesen zu wollen ;)

Für mich ist Band 2 eine gelungene Mischung aus imposanten Schlachten, wagemutigen Bündnissen, haufenweise Intrigen, Blut und vielem, vielem mehr!
Unsere Helden begeben sich erneut -getrieben durch ihre Kämpfe um Macht, Freiheit oder aber auch nur das blanke Überleben- auf eine phantastische Reise. Wobei nie gewiss ist, ob gefundene Verbündete sich am Ende tatsächlich als hilfreich herausstellen…
Zwiespältige Gestalten, viel Argwohn, Hass und Machtgier, aber auch eine Prise Zuneigung sowie so manch unerwartete Wendung haben mir einen großartigen Fantasygenuss beschert.
Spannend, fesselnd und absolut gelungen, davon hätte ich gern mehr ;)

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308 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

thriller, flucht, liebe, mord, usa

The Chemist – Die Spezialistin

Stephenie Meyer , Andrea Fischer , Marieke Heimburger
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 08.11.2016
ISBN 9783651025509
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

die Autorin:

Stephenie Meyer, geboren 1973 in Connecticut, ist Weltbestsellerautorin. Ihre vierbändige »Twilight«-Serie verkaufte sich weltweit über 155 Millionen Mal, erschien in 50 Ländern und wurde in 37 Sprachen übersetzt. Die Verfilmungen sind Hollywood-Blockbuster. Jetzt hat sie mit »The Chemist – Die Spezialistin« einen neuen großen Roman geschrieben. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Söhnen in Phoenix, Arizona.


Klappentext:

Nach dem sensationellen Welterfolg ihrer »Twilight«-Serie mit weltweit über 155 Millionen verkauften Exemplaren nun der neue Ausnahme-Pageturner der Weltbestsellerautorin Stephenie Meyer – knallhart, kompromisslos und ultraspannend.
Sie hat für eine geheime Spezialeinheit der US-Regierung als Verhörspezialistin gearbeitet. Sie weiß Dinge. Zu viele Dinge. Deshalb wird sie jetzt selbst gejagt, bleibt nie länger an einem Ort, wechselt ständig Name und Aussehen. Drei Anschläge hat sie knapp überlebt. Die einzige Person, der sie vertraut hat, wurde umgebracht.

Doch jetzt hat sie die Chance, wieder ein normales Leben zu führen. Dafür soll sie einen letzten Auftrag ausführen. Was sie dabei herausfindet, bringt sie jedoch in noch größere Gefahr, macht sie verwundbar. Denn zum ersten Mal in ihrem Leben gibt es einen Mann an ihrer Seite, der ihr wirklich etwas bedeutet. Und sie muss alles dafür tun, damit sie beide am Leben bleiben – mit ihren ganz eigenen Mitteln …


Zitate:

"Ihr Leben war geprägt von Vorsichtsmaßnahmen, aber ohne diese, rief sie sich immer wieder in Erinnerung, hätte sie überhaupt kein Leben mehr." Seite 9

"Dieses Leben, das sie allen Widrigkeiten zum Trotz bewahrt hatte, war nicht mehr als nacktes Überleben. Das absolute Minimum. Ein schlagendes Herz, zwei sich zusammenziehende und weitende Lungenflügel." Seite 13


"So viele Menschenleben standen auf dem Spiel. Kinder, Mütter, Väter. Gute Menschen, die niemandem etwas getan hatten." Seite 75


Meinung:

Ein Leben auf der Flucht... Seit 3 Jahren wird Juliana von ihrem ehemaligen Arbeitgeber "dem Dezernat" verfolgt. Wissen, das sie nicht haben sollte, hat sie auf die Todesliste gesetzt.
Seitdem verbringt sie ihre Tage mit dem puren Wunsch zu überleben. Sie kann nirgends lange bleiben, muss immer auf der Hut sein, bis sie eines Tages eine mysteriöse eMail von ihrem Exchef erhält. Er bittet sie um Hilfe, denn es stünden viele Menschenleben auf dem Spiel, wenn sie sich der Sache nicht annehmen würde...
Juliana ist hin- und hergerissen zwischen der Vermutung, dass das nur ein weiterer Fake ist, um ihrer habhaft zu werden und der Hoffnung auf ein neues, normales Leben. Dieses würde sich ihr nämlich erschließen, wäre der Hilferuf ihres Chefs echt...
Was soll sie nur tun? Ihre Geldreserven sind erschöpft und sie weiß nicht, wann der nächste Auftragskiller ihr auf den Fersen sein wird!
So fasst sie einen tollkühnen Plan...

Ich muss zugeben, ich war sehr gespannt darauf, was Stephenie Meyer aus einer Geschichte dieser Art machen würde, zumal es ja doch relativ weit von dem abweicht, was wir mit der Biss-Reihe von ihr kennen.
Dementsprechend schnell habe ich mich auf das Buch gestürzt und hatte, zugegebenerweise, recht hohe Erwartungen.

Was den Schreibstil betrifft, kann ich nur ein weiteres Mal vor der Autorin meinen Hut ziehen! The Chemist ist mit knapp 630 Seiten schon ein kleiner Brummer, aber auf Grund ihrer wunderbaren und wirklich angenehmen Schreibweise, ziehen diese geradezu an einem vorbei. Wirklich toll!
Der Charakter Juliana (oder wie auch immer sie gerade heißt ;)) ist schön ausgearbeitet. Man bekommt einen guten Einblick in ihren -zugegeben etwas paranoiden- Alltag, der nicht nur von Vorsichtsmaßnahmen sondern auch vor allem durch das Alleinsein geprägt ist. So fiebert man regelrecht mit ihr mit und 1 oder 2 Mal habe ich mich auch dabei erwischt, wie ich gebannt den Atem angehalten habe!

Die ganze Story weist einige Details auf, mit denen ich in dieser Art nicht gerechnet hätte. So wird es zum Beispiel auch schonmal etwas brutaler, wenn Juliana ihre Kenntnisse in der Verhörtechnik unter Beweis stellen muss. Generell strotzt die Geschichte vor Ideenreichtum und unerwarteten Ereignissen, was die Spannung und Action extrem puscht!

So und somit sind wir auch schon bei meinem einzigen Kritikpunkt angelangt.
Ich glaube, wir würden nicht von Stephenie Meyer sprechen, wenn man nicht auch mit einer Prise Romantik rechnen würde.
Tatsächlich hat sie sich da auch etwas Schönes einfallen lassen, was jedoch für meinen Geschmack ein Stück weit hätte reduziert werden können.
Vermutlich hatte ich vom Klappentext her einfach etwas anderes erwartet, und so hat dieses Element für mich die Spannung an manchen Stellen etwas ausgebremst.
Ich hatte irgendwie eher einen Agententhriller à la Jason Bourne erwartet, "The Chemist" erinnert mich in Summe jedoch etwas mehr an ein Jugendbuch.
Wenn man das im Vorfeld weiß, wird man bestimmt seinen Spaß daran haben! Aber, Butter bei die Fische, ich hatte auch so definitiv meinen Spaß, denn Jugendbücher lese ich ja auch zur Genüge ;)

Actionreichtum, eine schöne Prise Humor und so manch beklemmendes Szenario haben mir viel Spaß beim Lesen bereitet und vermutlich werde ich auch wieder zum nächsten Buch der Autorin greifen ;)

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14 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

dystopie, tim vogler, krimi, science-fiction, thriller

Nächte der Toten

Tim Vogler
Flexibler Einband: 472 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 11.10.2016
ISBN 9781539464266
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Klappentext:

Unmittelbar nach dem Mord am Mafiapaten Luschkow bricht in Berlin ein Untergrundkrieg aus. Ein totgeglaubter Serienkiller zieht eine Blutspur durch die Stadt. Zusammen mit einem Mafia-Insider, der ein gefährliches Doppelleben führt und von dessen Tod die Welt seit Jahren überzeugt ist, nehmen die Ermittler der »Abteilung A« die Jagd auf … Während die Taten des legendären Newski-Killers monströser werden, rutschen die Ermittler immer tiefer in einen Sumpf aus Gewalt, Sex und Korruption. Bald stellt sich die Frage: Welchen Preis sind die Ermittler bereit, für ihr Überleben zu zahlen? Und welche Rolle spielen die beiden Totgeglaubten wirklich in diesem irrsinnigen Spiel?


Zitate: 

"Theiss hatte einen gut eingerichteten Folterkeller, aber jetzt war einfach nicht die richtige Zeit, um an die schönen Dinge des Lebens zu denken." Seite 18

"Der Stoff lag dort auf einem Häufchen, das in der Mitte eine Fläche von der Form und Größe einer Polizeimarke aussparte." Seite 40


Meinung:

Berlin im Jahr 2049. Die Stadt wurde zu großen Teilen dem alten Berlin der Zwanziger Jahre nachempfunden -es gibt sogar die Mauer wieder-, aber abgesehen von den vielen Nachbauten ist auch vieles komplett anders.
Sozial Schwache und Flüchtlinge werden im Märkischen Viertel oder als Komparsen in den Kulissenvierteln der Stadt weggesperrt und es gibt Shuttledetektoren sowie CyCops zur Prävention von Terroranschlägen. Obwohl diese jedoch nicht immer zu 100% zuverlässig sind, sind sie jedoch bitter nötig! Denn in Teilen Berlins herrschen Gewalt, Intrigen und Korruption.
Und das Ganze wird -seit dem Tod von Kanzler Söderberg- noch schlimmer, denn jeder will seinen Teil vom Kuchen abhaben und möglichst die Macht an sich reißen.
Als der Mafia-Pate Luschkow einem grausamen und bestialischen Mord zum Opfer fällt und weitere Tote am Schlesischen Bahnhof auftauchen, liegt relativ schnell die Vermutung nahe, dass ein seit Jahren verschollener Mörder wieder zurück in der Stadt ist. Aber warum gerade jetzt? Hat seine Rückkehr etwas mit dem Kampf um Söderbergs Nachfolge zu tun? So oder so, eins steht fest: Andrej Newski muss schnellstmöglich aufgehalten werden, denn er ist nicht nur bekannt für seine vielen grausam hingerichteten Opfer, er ist auch unter dem Namen "personifizierter Tod" bekannt...

Ich muss zugeben, dass dieses mein erstes Buch von Tim Vogler war, aber es werden definitiv weitere folgen!
Zu Beginn hatte ich zwar ein bisschen Bammel den Überblick zu verlieren, denn in beinahe jedem Kapitel werden neue Personen eingeführt, aber meine Angst blieb letzten Endes unbegründet.
Der Autor lässt die Charaktere nicht nur weitestgehend im Wechsel erscheinen, so dass man immer relativ zeitnah weiß, wie es bei den einzelnen Personen weitergeht, er füttert uns auch mit interessanten Einblicken in die Leben der Einzelnen, so dass die Darsteller zum Leben erwachen und man diese auch gut auseinander halten kann.
So treffen wir auf schräge und skurrile Persönlichkeiten, die nicht nur Ecken und Kanten aufweisen, sondern hin und wieder auch undurchsichtige bis zwielichtige Absichten ;)

Unheimlich gut hat mir auch der Schreibstil gefallen. Das ganze Setting spielt in einer Welt voller Rassismus, Sex, Drogen, Gewalt und Hab-/Machtgier - dementsprechend ist auch die Ausdrucksweise oftmals etwas rauer und ziemlich direkt. Das passt natürlich sehr gut zu den grausamen und blutigen Details der Morde. Ihr wisst ja: ich bin schon immer ein Fan davon, Dinge auch einfach mal beim Namen zu nennen :D

Auch das Szenario an sich finde ich komplett gelungen. Düster, geheimnisvoll und so spannend, dass man schon beinahe selbst paranoid wird! Fast durchgehend jagt ein Ereignis das nächste, es herrschen sich bewegende Schatten, Schüsse aus dem Hinterhalt und so manch unerwartete Wendung! Ihr dürft gespannt sein!

Alles in allem war "Nächte der Toten" für mich Thrillerunterhaltung vom Feinsten und ich werde mir die Wartezeit bis Band 3 definitiv mit Teil 1 der Reihe "Stunde der Rache" überbrücken ;)

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104 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

geister, liebe, dark diamonds, annie j. dean, carlsen

Seelenhauch

Annie J. Dean
E-Buch Text: 439 Seiten
Erschienen bei Dark Diamonds, 28.10.2016
ISBN 9783646300109
Genre: Fantasy

Rezension:

die Autorin:

Annie J. Dean wurde 1972 in Dortmund geboren und dachte sich schon als Kind eigene Fantasygeschichten aus. Nach ihrem Schulabschluss erlernte sie einen Beruf im Bürowesen, ehe sie 2013 begann, ihren ersten Roman zu schreiben. Mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern lebt sie heute am Rand des Ruhrgebietes und hat neben dem Schreiben eine große Vorliebe für Tiere. Daher hat sich bei ihr zu Hause mittlerweile ein halber Zoo angesammelt.


Klappentext:

Die 20-jährige Helen glaubt nicht an Geister. Als fertig ausgebildete Krankenschwester hat sie bereits einige Menschen sterben sehen, aber nie wurde sie von einer rastlosen Seele heimgesucht. Das ändert sich schlagartig, als sie sich nach einer scheinbar harmlosen Partie Gläserrücken plötzlich nicht mehr allein fühlt und von einem sterbenden Patienten um einen letzten Gefallen gebeten wird: Sie soll das Zuhause eines gewissen Kilian aufsuchen. Ihre Recherche führt sie in ein steinreiches Villenviertel und direkt in die Arme des attraktiven Jungdesigners Elias. Zusammen versuchen sie der Geschichte des verstorbenen Erben auf die Spur zu kommen – und werden dabei direkt in die Vergangenheit katapultiert…


Zitate:


"Es ist, als ob etwas in dieser Luft mitschwingt. Etwas, das nichts mit dieser Welt zu tun hat." Position 578

"Obwohl ich weder Konturen noch Augen im Gesicht erkennen kann, bin ich mir vollkommen sicher, dieses Etwas stiert uns an." Position 2538


Meinung:

Helen und Elias, die sich zu Beginn der Geschichte noch nicht kennen, sind recht unterschiedlich.

Elias ist Designer im Familienunternehmen, sehr aufbrausend und gleichzeitig extrem harmoniebedürftig. Darüber hinaus ist er ein absoluter Kontrollfreak und leidet unter großer Verlustangst, was vermutlich mit dem Tod seiner Mutter vor 9 Jahren zusammenhängt.
Er kommt aus einem gut situierten Elternhaus und obwohl er immer gepflegt und gut angezogen ist, ist sein Körper gleichzeitig großflächig tätowiert. Aber das sollen nicht die einzigen Merkmale bleiben, durch die man Elias nicht einfach in Schubladen einordnen kann ;) - Ihr seht schon, mir hat der Charakter sehr viel Spaß gemacht!
Helen arbeitet als Krankenschwester und wohnt mit 2 Freundinnen in einer WG. Sie hat einen kleinen Modetick und vergisst hierüber auch schonmal, dass ihr Geldbeutel das eigentlich nicht hergibt. Sie ist bodenständig, liest gerne und verbringt viel Zeit mit ihren Freundinnen.
Doch ein paar Kleinigkeiten haben die beiden dann doch gemeinsam. Sie haben beide negative Beziehungen hinter sich und Spleens, die aus ihren Vorgeschichten resultieren. Wie gut, dass eine schiefgelaufene Séance, die beiden über kurz oder lang aufeinandertreffen lässt ;)

Und genau das ist auch das erste, was mir sehr gut gefallen hat. Die Geschichte befasst sich nicht nur mit der Spukthematik, sondern auch mit den Geistern der Vergangenheit unserer beider Protagonisten. Wir erleben ihre Macken, Eigenheiten und Teile ihrer Vorgeschichte, die sie zu dem gemacht haben, was sie heute sind. Sie sind Charaktere mit Stärken und Schwächen, Ecken und Kanten, was sie sehr sympathisch und vor allem authentisch wirken lässt. Allein schon dieser Faktor, lässt eine gewisse Neugierde entstehen.
Die Tatsache, dass die Kapitel abwechselnd aus der jeweiligen Ich-Perspektive geschildert sind, trägt natürlich auch zu einer gewissen Tiefe bei und erwecken die beiden zum Leben.

Der Schreibstil ist überaus eingängig und und voller kreativer Ideen, die ein geniales Setting entstehen lassen. Das Anwesen von Elias Vater, oder das geheime... Ööööhm nein, hier wird lieber nicht zuviel verraten ;)
Unheimliche und mysteriöse Geschehnisse lassen eine tolle Gänsehautatmosphäre entstehen, die einen das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen lassen!
Dennoch muss ich gestehen, dass das Ende, bzw. das letzte Drittel des Buches mich von den Ereignissen her nicht zu 100% überrascht hat, einige Dinge hatte ich genau so oder zumindest ähnlich erwartet. Aber nichtsdestotrotz habe ich mich von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten gefühlt und würde ohne zu zögern weitere Bücher der Autorin zur Hand nehmen! Mit ihren bildhaften Details hat Annie J. Dean es geschafft, eine mitreißende und fesselnde Story zu kreieren, die sie gekonnt zum Leben erweckt hat.

Für mich war "Seelenhauch" eine gelungene Portion Grusel und Übersinnliches gekoppelt mit einer guten Prise Romantik, die natürlich bei einer solchen Geschichte auch nicht fehlen darf ;)

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548 Bibliotheken, 24 Leser, 1 Gruppe, 199 Rezensionen

krimi, mord, nele neuhaus, taunus, vergangenheit

Im Wald

Nele Neuhaus
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.10.2016
ISBN 9783550080555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zitate: 

"Wer jetzt unterwegs war, war per se verdächtig. Zu 70 Prozent wurden Verbrechen nachts verübt. Nicht ohne Grund fürchtete der Mensch die Dunkelheit." Seite 24

"Sie konnte nachvollziehen, was in ihm vorging, und es schmerzte sie, ihn so zu sehen. Mit einer alten Schuld zu leben war eine schwere Last." Seite 247


Meinung:

Ein Brand auf einem Campingplatz ruft Oliver und Pia ein weiteres Mal auf den Plan.
War das das Werk des Feuerteufels, der aktuell sein Unwesen treibt? Dann hätte er dieses Mal nicht einfach „nur“ gezündelt, denn dieser Fall stellt sich als weitaus schlimmer heraus.
Erschreckenderweise befand sich in dem Campingwagen eine Person, die komplett verbrannt ist. Somit handelt es sich um Mord!
Aber war das wirklich Zufall? Oder steckt gar Absicht dahinter? Schnell wird klar, dass der voraussichtlich letzte Fall von Oliver vor seiner Auszeit, ihn deutlich schwerer in Beschlag nehmen wird, als erhofft. Denn da er aus der Gegend ist, kennt er alle Personen, die involviert sein oder Informationen liefern könnten, persönlich. Dieser Fall wird ihn nicht nur in seine früheste Kindheit, sondern möglicherweise auch an den Rand seiner Belastungsgrenze treiben…

Ein weiteres Mal konnte mich Nele Neuhaus mit ihrem angenehmen Schreibstil fesseln. Schnelle Szenenwechsel machen die Story spannend und lassen die Seiten geradezu an einem vorbeifliegen. Bereits der Prolog weckt die Neugierde enorm :)
Dazu kommt, dass immer wieder -zum Ende hin werden es noch mehr- kleine Cliffhanger in den einzelnen Leseabschnitten eingebaut sind, was natürlich auch seinen Teil zur Spannung beiträgt ;)
Dazu passend ist das Setting, gerade durch die Waldszenen, düster und atmosphärisch.

Sehr gut gefällt mir, dass die beiden Protagonisten Pia und Oliver weitestgehend sympathisch und authentisch wirken, was letzten Endes natürlich zum Großteil der Tatsache geschuldet ist, dass sie sich mit ganz alltäglichen Dingen abmühen müssen. Eben geradeso wie du und ich ;)
Probleme wie unzuverlässige Expartner, Kindererziehung, u. Ä. machen die beiden menschlich und ermöglichen es uns, sich mit ihnen zu identifizieren.
Ab und an flicht die Autorin auch ein bisschen Mundart ein, was noch den ein oder anderen Schmunzler verursacht. Echt lesenswert :)

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch auch. Die Geschichte spielt in einer überschaubaren Gemeinde, in der gefühlt jeder mit jedem entweder verwandt, verschwägert, verheiratet oder geschieden ist. Dementsprechend haben viele Personen den selben Nachnamen oder auch sonstige Bezüge, was das Ganze stellenweise etwas unübersichtlich macht. Es ist also definitiv "Dranbleiben" angesagt, sonst wird es vermutlich schwierig, wieder einzusteigen. Zu Beginn des Buches ist zwar eine Übersicht der Personen vorhanden, diese reicht jedoch nur bedingt, da letzten Endes doch nicht alle Informationen zu den einzelnen Personen darin enthalten sind. Aber für das Gröbste hilft´s ;)

Ein tolles Team, haufenweise falsche Fährten sowie unerwartete Wendungen in Kombination mit ernsten Themen wie Mord, menschliche Abgründe, Rassis- und Egoismus haben die Geschichte wunderbar in Form gebracht und mich die 550 Seiten geradezu inhalieren lassen.

Eine klare Empfehlung an alle Krimileser unter euch!

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fantasy, berun, blaustein, die blausteinkriege, mord

Die Blausteinkriege - Sturm aus dem Süden

T.S. Orgel
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.10.2016
ISBN 9783453317062
Genre: Fantasy

Rezension:

der Autor:

Hinter dem Pseudonym T. S. Orgel stehen die beiden Brüder Tom und Stephan Orgel. In einem anderen Leben sind sie als Grafikdesigner und Werbetexter beziehungsweise Verlagskaufmann beschäftigt, doch wenn beide zur Feder greifen, geht es in phantastische Welten. Nach einer Reihe von Kurzgeschichten und elektronischen Veröffentlichungen erschien 2012 ihr erster gemeinsamer Roman Orks vs. Zwerge, für den sie im Oktober 2013 den Deutschen Phantastik Preis für das beste deutschsprachige Debüt erhielten.

ACHTUNG: Für alle, die den vorangegangenen Band noch nicht gelesen haben, enthält diese Rezi logischerweise Spoiler ;)

Falls ihr jedoch neugierig auf die Reihe seid, meine Rezension zu Band 1 findet ihr hier ebenfalls ;)


Klappentext:

Das Kaiserreich Berun ist in seinen Grundfesten erschüttert. Am Hof regieren Intriganten, der Kaiser ist schwach, und im Süden probt das Protektorat Macouban den Aufstand. In diesen Wirren schlägt die Stunde ungewöhnlicher Helden. Der Schwertmann Marten, die Spionin Sara und der in Ungnade gefallene Danil machen eine Entdeckung, die ihr Schicksal und das von Berun ins Ungewisse stürzen wird. Denn ihr wahrer Feind gibt sich jetzt zu erkennen.

Zwei dunkle Schiffe kreuzen vor den Küsten des Südens …


Zitate:

"War es nicht das, was alle Gezeichneten erwartete? Fiel nicht jeder, der den Fluch in sich trug, früher oder später dem Irrsinn anheim?" Seite 56

"Dieses Mädchen besitzt eine Macht, die der unseren weit überlegen ist. Eine Macht, die so fremdartig und schrecklich ist, dass sie die gesamte Welt ins Chaos stürzen wird." Seite 98

"Mit anderen Worten: Ihr steckt bis zum Hals in der Scheiße und habt keine Ahnung, aus wessen Arsch sie kommt." Seite 299

"Das ist einfach. Ihr wartet auf das Signal, und dann rennt Ihr los, als wären die toten Götter hinter Euch her. Versucht dabei, so lange wie möglich am Leben zu bleiben, das wirkt ungeheuer motivierend auf alle, die Euch nachfolgen." Seite 356


Meinung:

Die Welt um unsere Protagonisten ist in Aufruhr. Es drohen Aufstände, Krieg und allerhand sonstige Gefahren. Das etwas im Busch ist, sieht man spätestens daran, dass sich im Macouban Soldaten als Beruner ausgeben und massenweise Leute abschlachten. Wozu das Ganze? Und wer hätte etwas davon?
Und was zur Hölle sind das für geheimnisvolle Schiffe die plötzlich auftauchen, die nicht nur unfassbar groß, sondern auch noch komplett ohne Besatzung zu sein scheinen?
Herzlich willkommen zu "Sturm aus dem Süden", Band 2 der Trilogie der Blausteintrilogie, der es erneut geschafft hat, mich komplett in seinen Bann zu ziehen!

Ok, ich muss zugeben, dass ich etwas erschrocken bin, als ich den "Wälzer" in Händen hielt. Über 600 Seiten weist auch dieses neue Werk der beiden Brüder auf, da kann man schonmal kurz schlucken :D
Jedoch kann ich euch sagen, dass es diese Seiten echt in sich haben. Verschlungen in zwei Tagen, das würde ich als gutes Zeichen werten ;)

Natürlich begegnen wir alten Bekannten, von denen jeder ein eigenes Ziel verfolgt. Somit bleibt das Autorenduo seinem Stil treu und wir springen nach jedem Kapitel zu einem anderen Protagonisten.
Dadurch hat das Einlesen, wie auch bereits beim Vorgänger, ein bisschen Zeit beansprucht. Band 1 ist nun doch schon etwas her, aber ich muss sagen, dass ich mich -trotz der vielen Charaktere und Handlungsstränge- recht gut wieder eingefunden habe. Aber auch zu diesem Teil der Trilogie sollte man Zeit mitbringen. Durch die unterschiedlichen Vorgänge und Schauplätze wird das Verfolgen der Handlung vermutlich eher schwer, wenn man nur alle Tage ein paar Seiten liest. Wobei sich für mich dieses Problem nicht ergeben hat, dafür war das Buch einfach zu spannend ;)

Auch das Setting konnte mich wieder auf ganzer Linie überzeugen. Die Welt, die die Autoren für uns kreiert haben ist stimmig und gleichzeitig überaus fantasievoll. Tiere, Pflanzen, Sprachen und Orte wurden ebenso liebevoll erschaffen wie die Charaktere -wer Band 1 gelesen hat, kennt ja einige der Spezis ;)- die, jeder auf seine Art, irgendwie erwähnenswert wären.
Aber das würde vermutlich diese Rezi sprengen :D
Durchzogen ist das Ganze natürlich wieder von Intrigen, Verrat, Blut und Mord, unter anderem verpackt in so manche Schlacht und KILOWEISE Innereien! Ihr seht, mal wieder nichts für Zartbesaitete :D

Aber -abgesehen von Fantasie, massenhaft Spannung und so einigen unerwarteten Wendungen- ist der Schreibstil für mich wieder der absolute Hammer! Die komplette Story ist durchzogen von schnoddrigem Ton und Sarkasmus, unter anderem in Form von übelster Prahlerei und einer oftmals derben Ausdrucksweise. Ich liebe es!!
Flüche, Pöbeleien, Fäkalsprache. Ja, es herrscht ein rauer Umgangston, der jedoch hervorragend zur Story passt und mich mehrfach schallend lachen ließ. Ich gebe zu, die meisten Personen im Buch fluchen fast so gekonnt wie ich XD
Ich versuche ja immer Unterschiede zu entdecken, um herauszufinden, wann welcher Bruder gerade schreibt, aber ich kann einfach nichts finden!

Ihr seht, auch dieser Mittelteil konnte mich wieder restlos überzeugen! Ein tolles Stück Fantasy, das definitiv Lust auf mehr macht!

Ach und... Das Wissen aus was genau der Blaustein besteht, hätte ich nicht gebraucht, aber entscheidet selbst ;)

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aliens, endzeit, dystopie, science fiction, rick yancey

Der letzte Stern

Rick Yancey , Thomas Bauer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 03.10.2016
ISBN 9783442313365
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Zitate:

"Das Feuer schwelte Tag und Nacht, und der Geruch von verbranntem Fleisch war so alltäglich geworden, dass sie es kaum noch zur Kenntnis nahmen." Seite 14

"Noch vier Tage bis zum Ende." Seite 63

"Sie fällt vor meinen Füßen auf die Knie, streckt ihre leeren Hände zu mir hoch und sagt nichts, da es nichts zu sagen gibt: Sie ist sich sicher, dass sie sterben wird." Seite 100


Meinung:

Die Geschichte schließt ein weiteres Mal beinahe nahtlos an das Geschehen des Vorgängerbandes an, was einen relativ einfachen Einstieg ermöglicht - auch, wenn dieser bereits ein paar Tage zurückliegt. Ab und an werden auch kleine Rückblicke eingeflochten, die das Ganze zusätzlich erleichtern. Toll gemacht!

Alle bis auf Ringer, die noch bei Vosch ist, halten sich gemeinsam versteckt. Es sind noch 4 Tage, bis das Mutterschiff alle Städte in die Luft sprengen wird, um den letzten Überlebenden keine Rückzugsmöglichkeiten vor der danach anrückenden 5. Welle zu lassen...

Nahezu jeder der Gruppe hat andere Ideen, wie weiter vorzugehen ist, aber unter´m Strich, erscheint alles wenig vielversprechend bis unmöglich. Wird es eine Möglichkeit geben, sich oder die Menschheit zu retten???

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich mich nun an dieses Finale von Rick Yanceys 5. Welle gemacht...
Lachend deshalb, weil ich seit Beginn der Trilogie ein Riesen-Fan der Welt bin, die der Autor für uns erschaffen hat. Eine Welt voller Leid, Trauer, Angst und Misstrauen, die er auch in diesen Abschlussband erfolgreich transferiert hat!
Das weinende Auge kommt daher, dass ich mich nun endgültig von Cassie, Evan, Ringer, Zombie, Dumbo, Megan und Nugget verabschieden muss, die mir mittlerweile (ok, manche mehr und manche weniger ;)) ans Herz gewachsen sind. Zugegeben, zuallererst war ich gespannt, wer davon überhaupt das Ende des Buches erreicht, und ich kann euch sagen, es wird wieder spannend ;)

Auch wenn es eigentlich mittlerweile "ein alter Hut" ist, konnte mich die Stimmung des Buches wieder komplett in ihren Bann ziehen. Diese Hoffnungslosigkeit, die Vergänglichkeit des Lebens aber auch die kleinen Lichtblicke oder emotionalen Momente (zum Beispiel der Umgang zwischen dem kleinen Nugget und seinem Sarge Zombie - einfach nur rührend!) haben mir ein Wechselbad der Gefühle beschert. Über Lachen, Weinen, Schmunzeln und Grübeln war alles dabei, was so Rang und Namen hat ;)

Dazu kommt, dass Rick Yancey seiner Idee treu geblieben ist, die einzelnen Kapitel zumeist kurz und aus der Ich-Perspektive des jeweiligen Charakters zu schreiben, was mich ein weiteres Mal tief ins Geschehen gesogen und für enorme Spannung gesorgt hat!

Für mich war dieses Finale von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur spannend und aufwühlend! Und auch, wenn ich mir das Ende anders erhofft hatte (ihr wisst ja, die Hoffnung stirbt zuletzt ;)), muss ich zugegeben, dass es wirklich stimmig und für mich absolut gelungen war!

Eine tolle Trilogie, die ich jederzeit empfehlen würde!

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