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jennifer alice jager, dark diamonds, norwegen, hexen, witches of norway

Witches of Norway - Nordlichtzauber

Jennifer Alice Jager
E-Buch Text: 319 Seiten
Erschienen bei Dark Diamonds, 28.10.2016
ISBN 9783646300048
Genre: Fantasy

Rezension:

die Autorin:

Jennifer Alice Jager begann ihre schriftstellerische Laufbahn 2014. Nach ihrem Schulabschluss unterrichtete sie Kunst an Volkshochschulen und gab später Privatunterricht in Japan. Heute ist sie wieder in ihrer Heimat, dem Saarland, und widmet sich dem Schreiben, Zeichnen und ihren Tieren. So findet man nicht selten ihren treuen Husky an ihrer Seite oder einen großen, schwarzen Kater auf ihren Schultern. Ihre Devise ist: mit Worten Bilder malen.


Klappentext:

*Eine magische Liebe, die Zeit und Raum überwindet*

Die 21-jährige Kunststudentin Elis hat kein Händchen für die Liebe und Schuld daran ist einzig ihr wohlgehütetes Geheimnis. Elis ist eine Hexe. Aber keine besonders gute. Immer wenn sie glaubt, alles im Griff zu haben, funkt ihr die Magie dazwischen. Nachdem ihre Verlobung geplatzt ist und sie beinahe ein Haus zum Einsturz gebracht hätte, bricht Elis kurzerhand das Studium ab und reist nach Norwegen. Hier will sie lernen, ihre Kräfte zu kontrollieren und trifft dabei auf den charismatischen und faszinierenden Hexer Stian, zu dem sie eine eigentümliche Verbindung spürt. Doch die Magie hat mal wieder ihren eigenen Plan und plötzlich findet Elis sich hundert Jahre zurückversetzt, im Norwegen des Jahres 1905 wieder…

//Dies ist ein Roman aus dem neuen Carlsen-Imprint Dark Diamonds. Jeder Roman ein Juwel.// katapultiert…


Zitate:

"Es kostete mich viel Überwindung, in die Augen des Mannes zu blicken, mit dem ich die letzten sechs Jahre verbracht hatte, den ich über alles liebte und dennoch ziehen lassen musste." Position 285

"Die Frau hatte ernsthaft vorgehabt mich zu verletzen - vielleicht sogar zu töten. Wie sollte ich mir da nicht Sorgen machen?" Position 833

"Ich hatte ungefähr so viel Lust, mit den Andersons zu Abend zu essen, wie in einen Topf kochenden Wassers zu springen." Position 845


Meinung:

Wie reagiert man wenn man merkt, dass das Leben -welches man sich seit seiner Kindheit erträumt hat- eigentlich so gar nicht das Wahre ist?
Die vermeintlich große Liebe sich eher als Frosch erweist und man einfach auf Teufel komm raus seine eigene Magie nicht in den Griff bekommt?
Richtig! Man packt seine Siebensachen und flieht zu seiner unbekannten Familie nach Norwegen :D
So zumindest versucht Elis es zu handhaben, als ihre Beziehung in die Brüche geht und sie -durch die Unfähigkeit ihre Magie zu lenken- zusätzlich frustriert ist.
Doch auch hier ist leider nicht alles so, wie Elis sich das erhofft hatte. Denn nicht nur von Anna, die sie nicht als der Familie zugehörig anerkennen will, geht eine immense Gefahr für Elis aus, sondern plötzlich scheint sich alles gegen sie verschworen zu haben! Mit einem Schlag ist in ihrem Leben nichts mehr wie es war. Seltsame Vorkommnisse suchen sie heim und sie weiß nicht, ob es sich hierbei um Visionen, Albträume oder etwas gänzlich anderes handelt.
Plötzlich ist ihr Leben -in mehr als einer Hinsicht- in Gefahr!

Dies war mein erstes Buch der Autorin, aber ich muss zugeben: Ich bin ein bisschen verliebt…
Jennifer Alice Jager besticht mit einem absolut hinreißenden Schreibstil, der einem Norwegen mit seiner ganzen Schönheit -traumhafte Landschaften, imposante Gebäude, faszinierende Naturphänomene- bildlich vor Augen führt!
Dazu ist der Stil im Ganzen sehr angenehm und macht es einem somit wirklich einfach, in Elis als Person und in das Geschehen einzutauchen.
Sie tat mir oftmals wirklich leid, wenn sie z.B. regelrecht daran verzweifelt, ihre Magie zu kontrollieren oder ihren Platz zu finden. Es fiel mir wirklich leicht, mit ihr zu lachen, zu leiden und einen Ausweg aus ihrer Misere zu suchen! Zumal Elis sich nie unterkriegen lässt und immer versucht, das Beste aus der Situation zu machen.
Aber auch die anderen Charaktere kommen nicht zu kurz. Sie wurden -wenn auch nicht jeder auf den ersten Blick sympathisch wirkt- durch die Bank weg liebevoll ausgearbeitet und mit Leben versehen.
Das komplette Setting ist einfach nur bezaubernd, phantasievoll und ließ mich tief in diese Welt eintauchen. Und das obwohl ich eigentlich kein wirklicher Fan von Zeitreisen bin ;)
Aber gerade dieser Aspekt wurde so geschickt in das Geschehen eingearbeitet, dass es einfach nur Spaß machte, zu lesen.

Gespickt mit einer Prise Romantik, vielen Überraschungen und einer gehörigen Portion Spannung, fiel es mir schwer, das Buch zu unterbrechen. Zumal das Thema Magie, Hexen und Mystery mich schon seit jeher fesselt! Hatte ich eigentlich bereits die mysteriösen Todesfälle erwähnt? Nein? Ok, die gibt es auch! Aber das müsst ihr schon selbst lesen ;)

Aber… was war denn das bitte für ein Ende?? Mitten in der Handlung? Fieser Cliffhanger kann ich da nur sagen ;) Nur gut, dass Band 2 ja quasi schon in den Startlöchern steht, denn am 30.12.2016 geht es zum Glück schon weiter mit Band 2: Polarschattenmagie ;)

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Hourglass Wars - Jahr der Schatten (Band 2)

Nika S. Daveron
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei In Farbe und Bunt Verlags- UG, 26.10.2016
ISBN 9783959360661
Genre: Fantasy

Rezension:

die Autorin:

Nika S. Daveron hätte nie gedacht, dass es sie einmal in ein komplett eigenes Fantasy-Universum verschlagen würde. Die Worte in ihrem Kopf wollten einfach nicht schweigen, und so lebt sie nun in einer Wüstenwelt, in der es erfreulicherweise definitiv wärmer ist als hierzulande. Wenn ihre Charaktere sie zwischendurch nach Hause lassen, feilt Daveron an ihren zahlreichen anderen Manuskripten, bändigt und bloggt über ihr Pferd oder streift über die Rennbahn.

ACHTUNG: Für alle, die den vorangegangenen Band noch nicht gelesen haben, enthält diese Rezi logischerweise Spoiler ;)


Falls ihr jedoch neugierig auf die Reihe seid, meine Rezension zu Band 1 findet ihr hier ebenfalls ;)


Klappentext:

Das Jahr 999 bricht unter schlechten Vorzeichen an. Mitten im Kriegstreiben zwischen verfeindeten Königreichen haben Scarabea Phoenix und ihr Widersacher Titan von Malyx widerwillig ein Bündnis geschlossen, denn Portale in die Schattenwelt verkünden todbringendes Unheil. Als sich immer mehr Portale öffnen, verschlägt es Scarabea und Titan nach Karga, eine fremde Stadt unter surrcostanischem Protektorat. Dort treffen sie auf einen Unterweltkrieger, der sich »Der Lügner« nennt und sie mit einem unwiderstehlichen Angebot lockt. Unterdessen versucht Königin Vazarina in Coronia die Ansprüche ihrer Herrschaft durchzusetzen. Was sie nicht weiß – die gegnerischen Regenten Azulgrana und Sarasot Berlais steuern geradewegs auf ihr Reich zu. Und mit ihnen eine Geisterarmee aus der Schattenwelt.


Zitate:

"Verfluchter Sohn einer Hyäne. Sie hätte ihn aufspießen sollen, am ersten Tag, an dem er in ihr verdammtes Leben getreten war." Seite 111

"Ihr Speer durchbohrte seine Kehle, bevor er überhaupt wusste, wie ihm geschah. Das reißende Geräusch der Widerhaken war Musik in ihren Ohren." Seite 218


Meinung:

Die Geschichte knüpft direkt an Band 1 an, so treffen wir natürlich auch gleich alte Bekannte ;)

Scarabea und Titan sind durch das zwischen ihnen bestehende Band voneinander abhängig und müssen zusammen bleiben, obwohl ihnen nichts mehr widerstrebt als das. Gemeinsam sind sie auf der Suche nach einem Ort, an dem sie unbehelligt bleiben können. Aber mit jedem Versuch, scheint ihr Leben mehr und mehr aus dem Ruder zu laufen.
Vazarina hat zwar ihr Krone zurück, aber kein Königreich und nahezu keine Gefolgsleute mehr. Und das soll nicht das kleinste ihrer Probleme bleiben.
Theinval braucht nach wie vor dringend Wasser. Während seine Frau Domtaline kurz vor der Niederkunft steht, drohen ihm auf Grund des Wasser- und Regenmangels Aufstände und Revolten durch seine Untertanen.
Und dann wären da ja auch noch Azulgrana und Sarasot, die als Gefangene des Geisterzwillingspaares auf dem Schiff feststecken. Sie befinden sich auf ihrer Reise nach Coronia, wo sich die Geister an ihren Erzfeinden rächen wollen. Aber natürlich wird auch hier nicht alles glatt laufen, wie ihr euch sicher vorstellen könnt ;)

Ich hatte zu Beginn ein paar Bedenken, dass es etwas dauern könnte, um in die Story einzutauchen. Wie ich bereits in meiner Rezi zu Band 1 erwähnte, spielen in Hourglass Wars recht viele unterschiedliche Protagonisten, die zu Beginn etwas schwer auseinanderzuhalten sind.
Nach den ersten paar Seiten war ich jedoch komplett wieder im Thema, da die Autorin zum einen kleine Rückblicke einbaut und zum anderen ihre Charaktere einfach dermaßen eindrucksvoll waren, dass ich alle sofort wieder parat hatte! Echt toll gemacht!

Der Schreibstil steht Band 1 in keinster Weise nach. Eingängig und sehr eindrucksvoll schildert uns Nika S. Daveron Orte, Schlachtszenarien und Menschen, so dass das gesamte Setting perfekt zum Leben erwacht. Sehr gut gefällt mir hierbei, dass sie in Ausdrucksweise und Verhalten perfekt auf die einzelnen Personen eingeht, dadurch wirken diese glaubhaft und interessant für den Leser. Besonders viel Spaß hatte ich natürlich bei den Dialogen zwischen Scarabea und Titan, die vor Schlagfertigkeit und Zynismus strotzen.
Ebenso verhält sich das bei Azulgrana und Sarasot, wobei der Ton hier dann doch etwas rauer ist ;)
Die Kapitel sind kurz und springen zwischen den Darstellern, so ist eine durchgängige Spannung vorhanden, die einen dazu verleitet, immer noch ein und noch ein Kapitel lesen zu wollen ;)

Für mich ist Band 2 eine gelungene Mischung aus imposanten Schlachten, wagemutigen Bündnissen, haufenweise Intrigen, Blut und vielem, vielem mehr!
Unsere Helden begeben sich erneut -getrieben durch ihre Kämpfe um Macht, Freiheit oder aber auch nur das blanke Überleben- auf eine phantastische Reise. Wobei nie gewiss ist, ob gefundene Verbündete sich am Ende tatsächlich als hilfreich herausstellen…
Zwiespältige Gestalten, viel Argwohn, Hass und Machtgier, aber auch eine Prise Zuneigung sowie so manch unerwartete Wendung haben mir einen großartigen Fantasygenuss beschert.
Spannend, fesselnd und absolut gelungen, davon hätte ich gern mehr ;)

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thriller, liebe, roman, agenten, us regierung anschlläge

The Chemist – Die Spezialistin

Stephenie Meyer , Andrea Fischer , Marieke Heimburger
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 08.11.2016
ISBN 9783651025509
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

die Autorin:

Stephenie Meyer, geboren 1973 in Connecticut, ist Weltbestsellerautorin. Ihre vierbändige »Twilight«-Serie verkaufte sich weltweit über 155 Millionen Mal, erschien in 50 Ländern und wurde in 37 Sprachen übersetzt. Die Verfilmungen sind Hollywood-Blockbuster. Jetzt hat sie mit »The Chemist – Die Spezialistin« einen neuen großen Roman geschrieben. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Söhnen in Phoenix, Arizona.


Klappentext:

Nach dem sensationellen Welterfolg ihrer »Twilight«-Serie mit weltweit über 155 Millionen verkauften Exemplaren nun der neue Ausnahme-Pageturner der Weltbestsellerautorin Stephenie Meyer – knallhart, kompromisslos und ultraspannend.
Sie hat für eine geheime Spezialeinheit der US-Regierung als Verhörspezialistin gearbeitet. Sie weiß Dinge. Zu viele Dinge. Deshalb wird sie jetzt selbst gejagt, bleibt nie länger an einem Ort, wechselt ständig Name und Aussehen. Drei Anschläge hat sie knapp überlebt. Die einzige Person, der sie vertraut hat, wurde umgebracht.

Doch jetzt hat sie die Chance, wieder ein normales Leben zu führen. Dafür soll sie einen letzten Auftrag ausführen. Was sie dabei herausfindet, bringt sie jedoch in noch größere Gefahr, macht sie verwundbar. Denn zum ersten Mal in ihrem Leben gibt es einen Mann an ihrer Seite, der ihr wirklich etwas bedeutet. Und sie muss alles dafür tun, damit sie beide am Leben bleiben – mit ihren ganz eigenen Mitteln …


Zitate:

"Ihr Leben war geprägt von Vorsichtsmaßnahmen, aber ohne diese, rief sie sich immer wieder in Erinnerung, hätte sie überhaupt kein Leben mehr." Seite 9

"Dieses Leben, das sie allen Widrigkeiten zum Trotz bewahrt hatte, war nicht mehr als nacktes Überleben. Das absolute Minimum. Ein schlagendes Herz, zwei sich zusammenziehende und weitende Lungenflügel." Seite 13


"So viele Menschenleben standen auf dem Spiel. Kinder, Mütter, Väter. Gute Menschen, die niemandem etwas getan hatten." Seite 75


Meinung:

Ein Leben auf der Flucht... Seit 3 Jahren wird Juliana von ihrem ehemaligen Arbeitgeber "dem Dezernat" verfolgt. Wissen, das sie nicht haben sollte, hat sie auf die Todesliste gesetzt.
Seitdem verbringt sie ihre Tage mit dem puren Wunsch zu überleben. Sie kann nirgends lange bleiben, muss immer auf der Hut sein, bis sie eines Tages eine mysteriöse eMail von ihrem Exchef erhält. Er bittet sie um Hilfe, denn es stünden viele Menschenleben auf dem Spiel, wenn sie sich der Sache nicht annehmen würde...
Juliana ist hin- und hergerissen zwischen der Vermutung, dass das nur ein weiterer Fake ist, um ihrer habhaft zu werden und der Hoffnung auf ein neues, normales Leben. Dieses würde sich ihr nämlich erschließen, wäre der Hilferuf ihres Chefs echt...
Was soll sie nur tun? Ihre Geldreserven sind erschöpft und sie weiß nicht, wann der nächste Auftragskiller ihr auf den Fersen sein wird!
So fasst sie einen tollkühnen Plan...

Ich muss zugeben, ich war sehr gespannt darauf, was Stephenie Meyer aus einer Geschichte dieser Art machen würde, zumal es ja doch relativ weit von dem abweicht, was wir mit der Biss-Reihe von ihr kennen.
Dementsprechend schnell habe ich mich auf das Buch gestürzt und hatte, zugegebenerweise, recht hohe Erwartungen.

Was den Schreibstil betrifft, kann ich nur ein weiteres Mal vor der Autorin meinen Hut ziehen! The Chemist ist mit knapp 630 Seiten schon ein kleiner Brummer, aber auf Grund ihrer wunderbaren und wirklich angenehmen Schreibweise, ziehen diese geradezu an einem vorbei. Wirklich toll!
Der Charakter Juliana (oder wie auch immer sie gerade heißt ;)) ist schön ausgearbeitet. Man bekommt einen guten Einblick in ihren -zugegeben etwas paranoiden- Alltag, der nicht nur von Vorsichtsmaßnahmen sondern auch vor allem durch das Alleinsein geprägt ist. So fiebert man regelrecht mit ihr mit und 1 oder 2 Mal habe ich mich auch dabei erwischt, wie ich gebannt den Atem angehalten habe!

Die ganze Story weist einige Details auf, mit denen ich in dieser Art nicht gerechnet hätte. So wird es zum Beispiel auch schonmal etwas brutaler, wenn Juliana ihre Kenntnisse in der Verhörtechnik unter Beweis stellen muss. Generell strotzt die Geschichte vor Ideenreichtum und unerwarteten Ereignissen, was die Spannung und Action extrem puscht!

So und somit sind wir auch schon bei meinem einzigen Kritikpunkt angelangt.
Ich glaube, wir würden nicht von Stephenie Meyer sprechen, wenn man nicht auch mit einer Prise Romantik rechnen würde.
Tatsächlich hat sie sich da auch etwas Schönes einfallen lassen, was jedoch für meinen Geschmack ein Stück weit hätte reduziert werden können.
Vermutlich hatte ich vom Klappentext her einfach etwas anderes erwartet, und so hat dieses Element für mich die Spannung an manchen Stellen etwas ausgebremst.
Ich hatte irgendwie eher einen Agententhriller à la Jason Bourne erwartet, "The Chemist" erinnert mich in Summe jedoch etwas mehr an ein Jugendbuch.
Wenn man das im Vorfeld weiß, wird man bestimmt seinen Spaß daran haben! Aber, Butter bei die Fische, ich hatte auch so definitiv meinen Spaß, denn Jugendbücher lese ich ja auch zur Genüge ;)

Actionreichtum, eine schöne Prise Humor und so manch beklemmendes Szenario haben mir viel Spaß beim Lesen bereitet und vermutlich werde ich auch wieder zum nächsten Buch der Autorin greifen ;)

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

dystopie, tim vogler, krimi, science-fiction, thriller

Nächte der Toten

Tim Vogler
Flexibler Einband: 472 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 11.10.2016
ISBN 9781539464266
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Klappentext:

Unmittelbar nach dem Mord am Mafiapaten Luschkow bricht in Berlin ein Untergrundkrieg aus. Ein totgeglaubter Serienkiller zieht eine Blutspur durch die Stadt. Zusammen mit einem Mafia-Insider, der ein gefährliches Doppelleben führt und von dessen Tod die Welt seit Jahren überzeugt ist, nehmen die Ermittler der »Abteilung A« die Jagd auf … Während die Taten des legendären Newski-Killers monströser werden, rutschen die Ermittler immer tiefer in einen Sumpf aus Gewalt, Sex und Korruption. Bald stellt sich die Frage: Welchen Preis sind die Ermittler bereit, für ihr Überleben zu zahlen? Und welche Rolle spielen die beiden Totgeglaubten wirklich in diesem irrsinnigen Spiel?


Zitate: 

"Theiss hatte einen gut eingerichteten Folterkeller, aber jetzt war einfach nicht die richtige Zeit, um an die schönen Dinge des Lebens zu denken." Seite 18

"Der Stoff lag dort auf einem Häufchen, das in der Mitte eine Fläche von der Form und Größe einer Polizeimarke aussparte." Seite 40


Meinung:

Berlin im Jahr 2049. Die Stadt wurde zu großen Teilen dem alten Berlin der Zwanziger Jahre nachempfunden -es gibt sogar die Mauer wieder-, aber abgesehen von den vielen Nachbauten ist auch vieles komplett anders.
Sozial Schwache und Flüchtlinge werden im Märkischen Viertel oder als Komparsen in den Kulissenvierteln der Stadt weggesperrt und es gibt Shuttledetektoren sowie CyCops zur Prävention von Terroranschlägen. Obwohl diese jedoch nicht immer zu 100% zuverlässig sind, sind sie jedoch bitter nötig! Denn in Teilen Berlins herrschen Gewalt, Intrigen und Korruption.
Und das Ganze wird -seit dem Tod von Kanzler Söderberg- noch schlimmer, denn jeder will seinen Teil vom Kuchen abhaben und möglichst die Macht an sich reißen.
Als der Mafia-Pate Luschkow einem grausamen und bestialischen Mord zum Opfer fällt und weitere Tote am Schlesischen Bahnhof auftauchen, liegt relativ schnell die Vermutung nahe, dass ein seit Jahren verschollener Mörder wieder zurück in der Stadt ist. Aber warum gerade jetzt? Hat seine Rückkehr etwas mit dem Kampf um Söderbergs Nachfolge zu tun? So oder so, eins steht fest: Andrej Newski muss schnellstmöglich aufgehalten werden, denn er ist nicht nur bekannt für seine vielen grausam hingerichteten Opfer, er ist auch unter dem Namen "personifizierter Tod" bekannt...

Ich muss zugeben, dass dieses mein erstes Buch von Tim Vogler war, aber es werden definitiv weitere folgen!
Zu Beginn hatte ich zwar ein bisschen Bammel den Überblick zu verlieren, denn in beinahe jedem Kapitel werden neue Personen eingeführt, aber meine Angst blieb letzten Endes unbegründet.
Der Autor lässt die Charaktere nicht nur weitestgehend im Wechsel erscheinen, so dass man immer relativ zeitnah weiß, wie es bei den einzelnen Personen weitergeht, er füttert uns auch mit interessanten Einblicken in die Leben der Einzelnen, so dass die Darsteller zum Leben erwachen und man diese auch gut auseinander halten kann.
So treffen wir auf schräge und skurrile Persönlichkeiten, die nicht nur Ecken und Kanten aufweisen, sondern hin und wieder auch undurchsichtige bis zwielichtige Absichten ;)

Unheimlich gut hat mir auch der Schreibstil gefallen. Das ganze Setting spielt in einer Welt voller Rassismus, Sex, Drogen, Gewalt und Hab-/Machtgier - dementsprechend ist auch die Ausdrucksweise oftmals etwas rauer und ziemlich direkt. Das passt natürlich sehr gut zu den grausamen und blutigen Details der Morde. Ihr wisst ja: ich bin schon immer ein Fan davon, Dinge auch einfach mal beim Namen zu nennen :D

Auch das Szenario an sich finde ich komplett gelungen. Düster, geheimnisvoll und so spannend, dass man schon beinahe selbst paranoid wird! Fast durchgehend jagt ein Ereignis das nächste, es herrschen sich bewegende Schatten, Schüsse aus dem Hinterhalt und so manch unerwartete Wendung! Ihr dürft gespannt sein!

Alles in allem war "Nächte der Toten" für mich Thrillerunterhaltung vom Feinsten und ich werde mir die Wartezeit bis Band 3 definitiv mit Teil 1 der Reihe "Stunde der Rache" überbrücken ;)

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59 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

geister, annie j. dean, seelenhauch, dark diamonds, carlsen

Seelenhauch

Annie J. Dean
E-Buch Text: 439 Seiten
Erschienen bei Dark Diamonds, 28.10.2016
ISBN 9783646300109
Genre: Fantasy

Rezension:

die Autorin:

Annie J. Dean wurde 1972 in Dortmund geboren und dachte sich schon als Kind eigene Fantasygeschichten aus. Nach ihrem Schulabschluss erlernte sie einen Beruf im Bürowesen, ehe sie 2013 begann, ihren ersten Roman zu schreiben. Mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern lebt sie heute am Rand des Ruhrgebietes und hat neben dem Schreiben eine große Vorliebe für Tiere. Daher hat sich bei ihr zu Hause mittlerweile ein halber Zoo angesammelt.


Klappentext:

Die 20-jährige Helen glaubt nicht an Geister. Als fertig ausgebildete Krankenschwester hat sie bereits einige Menschen sterben sehen, aber nie wurde sie von einer rastlosen Seele heimgesucht. Das ändert sich schlagartig, als sie sich nach einer scheinbar harmlosen Partie Gläserrücken plötzlich nicht mehr allein fühlt und von einem sterbenden Patienten um einen letzten Gefallen gebeten wird: Sie soll das Zuhause eines gewissen Kilian aufsuchen. Ihre Recherche führt sie in ein steinreiches Villenviertel und direkt in die Arme des attraktiven Jungdesigners Elias. Zusammen versuchen sie der Geschichte des verstorbenen Erben auf die Spur zu kommen – und werden dabei direkt in die Vergangenheit katapultiert…


Zitate:


"Es ist, als ob etwas in dieser Luft mitschwingt. Etwas, das nichts mit dieser Welt zu tun hat." Position 578

"Obwohl ich weder Konturen noch Augen im Gesicht erkennen kann, bin ich mir vollkommen sicher, dieses Etwas stiert uns an." Position 2538


Meinung:

Helen und Elias, die sich zu Beginn der Geschichte noch nicht kennen, sind recht unterschiedlich.

Elias ist Designer im Familienunternehmen, sehr aufbrausend und gleichzeitig extrem harmoniebedürftig. Darüber hinaus ist er ein absoluter Kontrollfreak und leidet unter großer Verlustangst, was vermutlich mit dem Tod seiner Mutter vor 9 Jahren zusammenhängt.
Er kommt aus einem gut situierten Elternhaus und obwohl er immer gepflegt und gut angezogen ist, ist sein Körper gleichzeitig großflächig tätowiert. Aber das sollen nicht die einzigen Merkmale bleiben, durch die man Elias nicht einfach in Schubladen einordnen kann ;) - Ihr seht schon, mir hat der Charakter sehr viel Spaß gemacht!
Helen arbeitet als Krankenschwester und wohnt mit 2 Freundinnen in einer WG. Sie hat einen kleinen Modetick und vergisst hierüber auch schonmal, dass ihr Geldbeutel das eigentlich nicht hergibt. Sie ist bodenständig, liest gerne und verbringt viel Zeit mit ihren Freundinnen.
Doch ein paar Kleinigkeiten haben die beiden dann doch gemeinsam. Sie haben beide negative Beziehungen hinter sich und Spleens, die aus ihren Vorgeschichten resultieren. Wie gut, dass eine schiefgelaufene Séance, die beiden über kurz oder lang aufeinandertreffen lässt ;)

Und genau das ist auch das erste, was mir sehr gut gefallen hat. Die Geschichte befasst sich nicht nur mit der Spukthematik, sondern auch mit den Geistern der Vergangenheit unserer beider Protagonisten. Wir erleben ihre Macken, Eigenheiten und Teile ihrer Vorgeschichte, die sie zu dem gemacht haben, was sie heute sind. Sie sind Charaktere mit Stärken und Schwächen, Ecken und Kanten, was sie sehr sympathisch und vor allem authentisch wirken lässt. Allein schon dieser Faktor, lässt eine gewisse Neugierde entstehen.
Die Tatsache, dass die Kapitel abwechselnd aus der jeweiligen Ich-Perspektive geschildert sind, trägt natürlich auch zu einer gewissen Tiefe bei und erwecken die beiden zum Leben.

Der Schreibstil ist überaus eingängig und und voller kreativer Ideen, die ein geniales Setting entstehen lassen. Das Anwesen von Elias Vater, oder das geheime... Ööööhm nein, hier wird lieber nicht zuviel verraten ;)
Unheimliche und mysteriöse Geschehnisse lassen eine tolle Gänsehautatmosphäre entstehen, die einen das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen lassen!
Dennoch muss ich gestehen, dass das Ende, bzw. das letzte Drittel des Buches mich von den Ereignissen her nicht zu 100% überrascht hat, einige Dinge hatte ich genau so oder zumindest ähnlich erwartet. Aber nichtsdestotrotz habe ich mich von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten gefühlt und würde ohne zu zögern weitere Bücher der Autorin zur Hand nehmen! Mit ihren bildhaften Details hat Annie J. Dean es geschafft, eine mitreißende und fesselnde Story zu kreieren, die sie gekonnt zum Leben erweckt hat.

Für mich war "Seelenhauch" eine gelungene Portion Grusel und Übersinnliches gekoppelt mit einer guten Prise Romantik, die natürlich bei einer solchen Geschichte auch nicht fehlen darf ;)

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398 Bibliotheken, 27 Leser, 1 Gruppe, 153 Rezensionen

krimi, taunus, mord, nele neuhaus, wald

Im Wald

Nele Neuhaus
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.10.2016
ISBN 9783550080555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zitate: 

"Wer jetzt unterwegs war, war per se verdächtig. Zu 70 Prozent wurden Verbrechen nachts verübt. Nicht ohne Grund fürchtete der Mensch die Dunkelheit." Seite 24

"Sie konnte nachvollziehen, was in ihm vorging, und es schmerzte sie, ihn so zu sehen. Mit einer alten Schuld zu leben war eine schwere Last." Seite 247


Meinung:

Ein Brand auf einem Campingplatz ruft Oliver und Pia ein weiteres Mal auf den Plan.
War das das Werk des Feuerteufels, der aktuell sein Unwesen treibt? Dann hätte er dieses Mal nicht einfach „nur“ gezündelt, denn dieser Fall stellt sich als weitaus schlimmer heraus.
Erschreckenderweise befand sich in dem Campingwagen eine Person, die komplett verbrannt ist. Somit handelt es sich um Mord!
Aber war das wirklich Zufall? Oder steckt gar Absicht dahinter? Schnell wird klar, dass der voraussichtlich letzte Fall von Oliver vor seiner Auszeit, ihn deutlich schwerer in Beschlag nehmen wird, als erhofft. Denn da er aus der Gegend ist, kennt er alle Personen, die involviert sein oder Informationen liefern könnten, persönlich. Dieser Fall wird ihn nicht nur in seine früheste Kindheit, sondern möglicherweise auch an den Rand seiner Belastungsgrenze treiben…

Ein weiteres Mal konnte mich Nele Neuhaus mit ihrem angenehmen Schreibstil fesseln. Schnelle Szenenwechsel machen die Story spannend und lassen die Seiten geradezu an einem vorbeifliegen. Bereits der Prolog weckt die Neugierde enorm :)
Dazu kommt, dass immer wieder -zum Ende hin werden es noch mehr- kleine Cliffhanger in den einzelnen Leseabschnitten eingebaut sind, was natürlich auch seinen Teil zur Spannung beiträgt ;)
Dazu passend ist das Setting, gerade durch die Waldszenen, düster und atmosphärisch.

Sehr gut gefällt mir, dass die beiden Protagonisten Pia und Oliver weitestgehend sympathisch und authentisch wirken, was letzten Endes natürlich zum Großteil der Tatsache geschuldet ist, dass sie sich mit ganz alltäglichen Dingen abmühen müssen. Eben geradeso wie du und ich ;)
Probleme wie unzuverlässige Expartner, Kindererziehung, u. Ä. machen die beiden menschlich und ermöglichen es uns, sich mit ihnen zu identifizieren.
Ab und an flicht die Autorin auch ein bisschen Mundart ein, was noch den ein oder anderen Schmunzler verursacht. Echt lesenswert :)

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch auch. Die Geschichte spielt in einer überschaubaren Gemeinde, in der gefühlt jeder mit jedem entweder verwandt, verschwägert, verheiratet oder geschieden ist. Dementsprechend haben viele Personen den selben Nachnamen oder auch sonstige Bezüge, was das Ganze stellenweise etwas unübersichtlich macht. Es ist also definitiv "Dranbleiben" angesagt, sonst wird es vermutlich schwierig, wieder einzusteigen. Zu Beginn des Buches ist zwar eine Übersicht der Personen vorhanden, diese reicht jedoch nur bedingt, da letzten Endes doch nicht alle Informationen zu den einzelnen Personen darin enthalten sind. Aber für das Gröbste hilft´s ;)

Ein tolles Team, haufenweise falsche Fährten sowie unerwartete Wendungen in Kombination mit ernsten Themen wie Mord, menschliche Abgründe, Rassis- und Egoismus haben die Geschichte wunderbar in Form gebracht und mich die 550 Seiten geradezu inhalieren lassen.

Eine klare Empfehlung an alle Krimileser unter euch!

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60 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

fantasy, berun, blaustein, krieg, blausteinkriege

Die Blausteinkriege - Sturm aus dem Süden

T.S. Orgel
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.10.2016
ISBN 9783453317062
Genre: Fantasy

Rezension:

der Autor:

Hinter dem Pseudonym T. S. Orgel stehen die beiden Brüder Tom und Stephan Orgel. In einem anderen Leben sind sie als Grafikdesigner und Werbetexter beziehungsweise Verlagskaufmann beschäftigt, doch wenn beide zur Feder greifen, geht es in phantastische Welten. Nach einer Reihe von Kurzgeschichten und elektronischen Veröffentlichungen erschien 2012 ihr erster gemeinsamer Roman Orks vs. Zwerge, für den sie im Oktober 2013 den Deutschen Phantastik Preis für das beste deutschsprachige Debüt erhielten.

ACHTUNG: Für alle, die den vorangegangenen Band noch nicht gelesen haben, enthält diese Rezi logischerweise Spoiler ;)

Falls ihr jedoch neugierig auf die Reihe seid, meine Rezension zu Band 1 findet ihr hier ebenfalls ;)


Klappentext:

Das Kaiserreich Berun ist in seinen Grundfesten erschüttert. Am Hof regieren Intriganten, der Kaiser ist schwach, und im Süden probt das Protektorat Macouban den Aufstand. In diesen Wirren schlägt die Stunde ungewöhnlicher Helden. Der Schwertmann Marten, die Spionin Sara und der in Ungnade gefallene Danil machen eine Entdeckung, die ihr Schicksal und das von Berun ins Ungewisse stürzen wird. Denn ihr wahrer Feind gibt sich jetzt zu erkennen.

Zwei dunkle Schiffe kreuzen vor den Küsten des Südens …


Zitate:

"War es nicht das, was alle Gezeichneten erwartete? Fiel nicht jeder, der den Fluch in sich trug, früher oder später dem Irrsinn anheim?" Seite 56

"Dieses Mädchen besitzt eine Macht, die der unseren weit überlegen ist. Eine Macht, die so fremdartig und schrecklich ist, dass sie die gesamte Welt ins Chaos stürzen wird." Seite 98

"Mit anderen Worten: Ihr steckt bis zum Hals in der Scheiße und habt keine Ahnung, aus wessen Arsch sie kommt." Seite 299

"Das ist einfach. Ihr wartet auf das Signal, und dann rennt Ihr los, als wären die toten Götter hinter Euch her. Versucht dabei, so lange wie möglich am Leben zu bleiben, das wirkt ungeheuer motivierend auf alle, die Euch nachfolgen." Seite 356


Meinung:

Die Welt um unsere Protagonisten ist in Aufruhr. Es drohen Aufstände, Krieg und allerhand sonstige Gefahren. Das etwas im Busch ist, sieht man spätestens daran, dass sich im Macouban Soldaten als Beruner ausgeben und massenweise Leute abschlachten. Wozu das Ganze? Und wer hätte etwas davon?
Und was zur Hölle sind das für geheimnisvolle Schiffe die plötzlich auftauchen, die nicht nur unfassbar groß, sondern auch noch komplett ohne Besatzung zu sein scheinen?
Herzlich willkommen zu "Sturm aus dem Süden", Band 2 der Trilogie der Blausteintrilogie, der es erneut geschafft hat, mich komplett in seinen Bann zu ziehen!

Ok, ich muss zugeben, dass ich etwas erschrocken bin, als ich den "Wälzer" in Händen hielt. Über 600 Seiten weist auch dieses neue Werk der beiden Brüder auf, da kann man schonmal kurz schlucken :D
Jedoch kann ich euch sagen, dass es diese Seiten echt in sich haben. Verschlungen in zwei Tagen, das würde ich als gutes Zeichen werten ;)

Natürlich begegnen wir alten Bekannten, von denen jeder ein eigenes Ziel verfolgt. Somit bleibt das Autorenduo seinem Stil treu und wir springen nach jedem Kapitel zu einem anderen Protagonisten.
Dadurch hat das Einlesen, wie auch bereits beim Vorgänger, ein bisschen Zeit beansprucht. Band 1 ist nun doch schon etwas her, aber ich muss sagen, dass ich mich -trotz der vielen Charaktere und Handlungsstränge- recht gut wieder eingefunden habe. Aber auch zu diesem Teil der Trilogie sollte man Zeit mitbringen. Durch die unterschiedlichen Vorgänge und Schauplätze wird das Verfolgen der Handlung vermutlich eher schwer, wenn man nur alle Tage ein paar Seiten liest. Wobei sich für mich dieses Problem nicht ergeben hat, dafür war das Buch einfach zu spannend ;)

Auch das Setting konnte mich wieder auf ganzer Linie überzeugen. Die Welt, die die Autoren für uns kreiert haben ist stimmig und gleichzeitig überaus fantasievoll. Tiere, Pflanzen, Sprachen und Orte wurden ebenso liebevoll erschaffen wie die Charaktere -wer Band 1 gelesen hat, kennt ja einige der Spezis ;)- die, jeder auf seine Art, irgendwie erwähnenswert wären.
Aber das würde vermutlich diese Rezi sprengen :D
Durchzogen ist das Ganze natürlich wieder von Intrigen, Verrat, Blut und Mord, unter anderem verpackt in so manche Schlacht und KILOWEISE Innereien! Ihr seht, mal wieder nichts für Zartbesaitete :D

Aber -abgesehen von Fantasie, massenhaft Spannung und so einigen unerwarteten Wendungen- ist der Schreibstil für mich wieder der absolute Hammer! Die komplette Story ist durchzogen von schnoddrigem Ton und Sarkasmus, unter anderem in Form von übelster Prahlerei und einer oftmals derben Ausdrucksweise. Ich liebe es!!
Flüche, Pöbeleien, Fäkalsprache. Ja, es herrscht ein rauer Umgangston, der jedoch hervorragend zur Story passt und mich mehrfach schallend lachen ließ. Ich gebe zu, die meisten Personen im Buch fluchen fast so gekonnt wie ich XD
Ich versuche ja immer Unterschiede zu entdecken, um herauszufinden, wann welcher Bruder gerade schreibt, aber ich kann einfach nichts finden!

Ihr seht, auch dieser Mittelteil konnte mich wieder restlos überzeugen! Ein tolles Stück Fantasy, das definitiv Lust auf mehr macht!

Ach und... Das Wissen aus was genau der Blaustein besteht, hätte ich nicht gebraucht, aber entscheidet selbst ;)

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159 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

dystopie, aliens, endzeit, rick yancey, cassie

Der letzte Stern

Rick Yancey , Thomas Bauer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 03.10.2016
ISBN 9783442313365
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Zitate:

"Das Feuer schwelte Tag und Nacht, und der Geruch von verbranntem Fleisch war so alltäglich geworden, dass sie es kaum noch zur Kenntnis nahmen." Seite 14

"Noch vier Tage bis zum Ende." Seite 63

"Sie fällt vor meinen Füßen auf die Knie, streckt ihre leeren Hände zu mir hoch und sagt nichts, da es nichts zu sagen gibt: Sie ist sich sicher, dass sie sterben wird." Seite 100


Meinung:

Die Geschichte schließt ein weiteres Mal beinahe nahtlos an das Geschehen des Vorgängerbandes an, was einen relativ einfachen Einstieg ermöglicht - auch, wenn dieser bereits ein paar Tage zurückliegt. Ab und an werden auch kleine Rückblicke eingeflochten, die das Ganze zusätzlich erleichtern. Toll gemacht!

Alle bis auf Ringer, die noch bei Vosch ist, halten sich gemeinsam versteckt. Es sind noch 4 Tage, bis das Mutterschiff alle Städte in die Luft sprengen wird, um den letzten Überlebenden keine Rückzugsmöglichkeiten vor der danach anrückenden 5. Welle zu lassen...

Nahezu jeder der Gruppe hat andere Ideen, wie weiter vorzugehen ist, aber unter´m Strich, erscheint alles wenig vielversprechend bis unmöglich. Wird es eine Möglichkeit geben, sich oder die Menschheit zu retten???

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich mich nun an dieses Finale von Rick Yanceys 5. Welle gemacht...
Lachend deshalb, weil ich seit Beginn der Trilogie ein Riesen-Fan der Welt bin, die der Autor für uns erschaffen hat. Eine Welt voller Leid, Trauer, Angst und Misstrauen, die er auch in diesen Abschlussband erfolgreich transferiert hat!
Das weinende Auge kommt daher, dass ich mich nun endgültig von Cassie, Evan, Ringer, Zombie, Dumbo, Megan und Nugget verabschieden muss, die mir mittlerweile (ok, manche mehr und manche weniger ;)) ans Herz gewachsen sind. Zugegeben, zuallererst war ich gespannt, wer davon überhaupt das Ende des Buches erreicht, und ich kann euch sagen, es wird wieder spannend ;)

Auch wenn es eigentlich mittlerweile "ein alter Hut" ist, konnte mich die Stimmung des Buches wieder komplett in ihren Bann ziehen. Diese Hoffnungslosigkeit, die Vergänglichkeit des Lebens aber auch die kleinen Lichtblicke oder emotionalen Momente (zum Beispiel der Umgang zwischen dem kleinen Nugget und seinem Sarge Zombie - einfach nur rührend!) haben mir ein Wechselbad der Gefühle beschert. Über Lachen, Weinen, Schmunzeln und Grübeln war alles dabei, was so Rang und Namen hat ;)

Dazu kommt, dass Rick Yancey seiner Idee treu geblieben ist, die einzelnen Kapitel zumeist kurz und aus der Ich-Perspektive des jeweiligen Charakters zu schreiben, was mich ein weiteres Mal tief ins Geschehen gesogen und für enorme Spannung gesorgt hat!

Für mich war dieses Finale von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur spannend und aufwühlend! Und auch, wenn ich mir das Ende anders erhofft hatte (ihr wisst ja, die Hoffnung stirbt zuletzt ;)), muss ich zugegeben, dass es wirklich stimmig und für mich absolut gelungen war!

Eine tolle Trilogie, die ich jederzeit empfehlen würde!

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

Geteilt

Celine Stromberg
Geheftet: 376 Seiten
Erschienen bei Mbook, 28.04.2016
ISBN 9789463186872
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"... aber Schwäche zählt nicht, ich muss Rose Kraft geben, sonst schaffen wir es nie." Seite 45

"Einen Moment gebe ich mich der Illusion hin, wie es wäre, wenn wir alle es auf die Männerseite schaffen würden. Was würde uns da erwarten?" Seite 52

"Doch es ist die Wirklichkeit. Die harte, brutale Realität. Ben ist nicht geflohen. Er ist nun drüben auf der Männerseite. Es wird ihm gut gehen, es wird ihm gut gehen. Wie ein Mantra wiederhole ich diese Worte im Geiste wieder und wieder." Seite 62


Meinung:

Die Welt, in der Lanie mit ihrer Familie lebt, ist düster und trist. Denn es herrscht nicht nur eine strenge Trennung zwischen den Geschlechtern -alle Männer die die Volljährigkeit erreichen, werden auf die andere Seite der Mauer gebracht, die die Frauenstadt umgibt- sondern auch Unterdrückung und Einschüchterung.
In der Stadt wimmelt es nur so von Wächterinnen, die jeden Verstoß sofort ahnden. Und glaubt mir, so ziemlich alles ist ein Verstoß, man darf sich nicht mal negativ über die Regierung äußern, oder sich auch nur ansatzweise mit einem Jungen treffen. Die Strafen sind hart und hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass Hochverrat mit dem Tode bestraft wird. Das alles hat Lanie mehr oder minder hingenommen, bis ihr Zwillingsbruder Ben, mit dem Erreichen der Volljährigkeit die Ausweisung bevorsteht. Immer mehr nehmen bei ihr die Zweifel daran überhand, dass wirklich alle Männer derart abgrundtief böse sein sollen, wie die Regierung ihnen weißmachen will. Als die dann während der Verabschiedung von Ben noch der geheimnisvolle Henry über den Weg läuft, weiß sie endgültig nicht mehr, wie sie es in dieser Gemeinschaft noch weiter aushalten soll. Aber hat sie überhaupt eine Wahl? Denn seit der Flucht der Schwester ihrer Großmutter vor vielen Jahren, steht ihre Familie streng unter Beobachtung. Und eine Rebellion oder Flucht ihrerseits, würde hart auf ihre Familie zurückfallen...

Zu Beginn der Geschichte erfahren wir, dass Lanie sich in der Ausbildung zur Wächterin befindet, wo sie grauenvolle Dinge erlebt. Daraufhin machen wir einen Sprung zurück zu der Zeit, als Lanie noch zur Schule ging und ihr Bruder Ben noch bei ihr war, und erfahren Schritt für Schritt, was sie dazwischen erlebt hat und wie es zu dieser Situation kam.

Die Autorin erweckt die Geschichte um Janie, ihre Familie und ihre beste Freundin Ann mit einem wirklich angenehmen und bildhaften Schreibstil zum Leben. Wir erfahren viel über ihre Ängste, Sorgen und Hoffnungen und wachsen so in das Geschehen hinein.
Sie schafft es, eine wirklich bedrückende Stimmung zu erschaffen, die einen frösteln lässt, denn die Gewalt und Unterdrückung der Menschen ist allgegenwärtig.

Auch ihre Freundschaft zu Ann hat mir viel Spass gemacht. Zwei Mädchen die eigentlich nicht unterschiedlicher sein könnten, aber ihre Leben gegenseitig -trotz aller Umstände- lebenswerter und heller machen... Das war schön zu lesen.

Leider gab es für mich aber auch zwei Kritikpunkte, von denen ich jedoch einen während des Schreibens dieser Rezension gleich wieder revidieren muss ;)

Zum Einen hat es die Autorin für meinen Geschmack zum Teil einfach etwas zu gut gemeint.
So liegen zwischen dem aktuellen Geschehen, das ganz am Anfang erzählt wird und dessen Wiederaufnahme -nach der dazwischenliegenden Vorgeschichte- über 250 Seiten, die manchmal etwas zu detailreich und somit leicht zäh werden. Das hat zu ein paar Längen geführt, hier hätte man für mich noch etwas kürzen können ;)

Zum Anderen endet die Geschichte, naja nennen wir es mal "offen", mit gefühlten 1000 unbeantworteten Fragen und quasi mitten im Geschehen. Ein wirklich krasses und unbefriedigendes Ende! Beim Lesen des Nachwortes habe ich dann entdeckt, dass die Autorin noch nicht weiß, ob es eine Fortsetzung geben wird!! Skandal XD
Doch während ich das hier schreibe, habe ich mir die Homepage von Celine Stromberg angeschaut und etwas von 'ner Trilogie entdeckt, somit kann und will ich diesen Stern nicht von meiner Wertung abziehen ;)

Alles in Allem war "Geteilt" für mich eine wirklich tolle Idee mit viel Potenzial aber auch kleinen Schwächen, von der ich unbedingt erfahren möchte, wie es weitergeht!  

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110 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

science fiction, bluescreen, zukunft, jugendbuch, dan wells

Bluescreen

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492280211
Genre: Fantasy

Rezension:

der Autor:

Dan Wells studierte Englisch an der Brigham Young University in Provo, Utah, und war Redakteur beim Science-Fiction-Magazin »The Leading Edge«. Mit »Ich bin kein Serienkiller« erschuf er das kontroverseste und ungewöhnlichste Thrillerdebüt der letzten Jahre. Nach seinen futuristischen Thrillern um die »Partials« war »Du bist noch nicht tot« der lang erwartete neue John-Cleaver-Roman. Mit der »Mirador«-Saga führt Dan Wells in eine neue Welt.


Klappentext:

Nach den Bestsellern um den Serienkiller John Cleaver führt Dan Wells in eine Zukunft, die erschreckend schnell Realität werden kann: Los Angeles im Jahr 2050 ist eine Stadt, in der du tun und lassen kannst, was du willst – solange du vernetzt bist. Durch das Djinni, ein Implantat direkt in deinem Kopf, bist du 24 Stunden am Tag online. Für die Menschen ist das wie Sauerstoff zum Leben – auch für die junge Marisa. Sie wohnt im Stadtteil Mirador, doch ihre wirkliche Welt ist das Netz. Und sie findet heraus, dass darin ein dunkler Feind lauert. Als sie an die virtuelle Droge Bluescreen gerät, die Jugendlichen einen sicheren Rausch verspricht, stößt Marisa auf eine Verschwörung, die größer ist, als sie je ahnen könnte ...


Zitate:

„Die reale Welt. Sie war seit einer ganzen Weile nicht mehr hier gewesen. Die Farben kamen ihr viel stumpfer vor.“ Seite 18

„Sie konnte keine Nachrichten mehr schicken, nicht mehr telefonieren, nicht einmal mit einem Blinzeln die Polizei oder einen Krankenwagen rufen, wenn etwas schiefging. Sie war auf sich selbst gestellt. Das machte ihr Angst.“ Seite 191


Meinung:

Marisa lebt im L.A. des Jahres 2050, die Welt hat sich definitiv weiterentwickelt...
So gut wie jeder verfügt über einen "Djinni" - ein Implantat im Kopf, mit dem man durchgehend online sein kann.
Sogenannte "Nulis" erledigen alles, was man sich vorstellen kann. Egal ob Bedienen im Restaurant, Wäsche waschen, es gibt für fast alles einen dieser künstlichen Helfer.
Doch natürlich gibt es auch nach wie vor Gewalt auf den Straßen. Gangs regieren die Viertel und auch Marisas Eltern müssen Schutzgeld bezahlen, um ihr Restaurant am Laufen halten zu können.
Erpressung, mafiaartige Zustände und Drogen regieren die Stadt. Neu ist jedoch, dass es mittlerweile auch digitale Drogen, wie zum Beispiel "Bluescreen" gibt.
Aber was wäre, wenn dieses digitale Leben eben doch gefährlicher wäre, als die Menschen bislang dachten? Ziemlich bald müssen sich Marisa und ihre Freunde dieser Frage stellen, aber wie entkommt man einem nahezu unsichtbaren Gegner, ohne dabei sein Leben oder das eines geliebten Menschen zu verlieren?!

Ok, kommen wir zuerst zum Schreibstil. Dan Wells schafft es, eine absolut gelungene und überzeugende Welt zu kreieren, die nicht nur faszinierend aufgebaut, sondern deren "Techniklastigkeit" zwar detailliert ist -ohne jedoch auszuufern- die aber dazu auch noch die nicht so technikaffinen Leser absolut nicht überfordert. Perfekt!

Vor vielen Jahren habe ich bereits den ersten Band seiner "Serienkiller"-Reihe gelesen und habe diese zwar auch als gut in Erinnerung, aber "Bluescreen" hat mich dagegen richtiggehend geflasht (und nein, das sollte jetzt kein Wortspiel sein :D)
Ich kann eigentlich nur sagen: Spannend, spannend, spannend! Die Geschichte ist durchgehend actionreich, unvorhersehbar und perfekt konstruiert!

Am Besten gefällt mir eigentlich die Zwiespältigkeit, die einen die Story empfinden lässt. Klar sieht man die Vorteile, die ein derartiges Leben mit sich bringen könnte. Mal schnell irgendwelches Wissen abrufen oder auch in Notsituationen mit einem Blinzeln den Arzt oder die Polizei rufen... Nachrichten von Freunden direkt an den Rand des Sichtfeldes empfangen und vieles, vieles mehr! Also ich könnte wirklich nicht behaupten, dass jetzt nicht ein paar Dinge dabei gewesen wären, die ich nicht als praktisch empfunden hätte ;)
Dennoch ist es gleichzeitig beängstigend sich eine Menschheit vorzustellen, die NOCH mehr von der Technik abhängig ist, als nicht sowieso bereits... Irgendwie glaube ich nicht daran, dass man auf Dauer wirklich noch persönliche Kontakte pflegen würde, wenn man doch auch online Menschen aus aller Herren Länder treffen kann...
Definitiv sowohl ein schwieriges als auch faszinierendes Thema!

Für mich war "Bluescreen" große Technik, spannender Thrill und somit ein wahrer Schatz für alle, die auf Action, Dystopien und/oder SyFy stehen. Seien es nun technikbegeisterte Nerds oder auch die Normalos unter euch. Ich hatte definitiv eine Menge Spaß und würde unheimlich gerne einfach nur weiterlesen!

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149 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

wiedergeburt, reinkarnation, sharon guskin, familie, noah

Noah will nach Hause

Sharon Guskin , Carina Tessari
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Allegria, 22.09.2016
ISBN 9783793423065
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Die alleinerziehende Janie ist ratlos. Ihr vierjähriger Sohn Noah hat Albträume und erzählt von grausigen Dingen. Immer wieder jammert er, dass er zu seiner Mama will. Aber ist er das nicht? Nachdem die verzweifelte Mutter verschiedene Ärzte konsultiert hat, stößt sie beim Stöbern im Internet auf die Seite von Jerome Anderson, einem Psychologieprofessor, der das Phänomen der Wiedergeburt erforscht. In ihrer Not nimmt sie Kontakt zu ihm auf. Kann er Noah helfen? Und so machen sie sich mit nur wenigen Anhaltspunkten detektivisch auf die Suche nach dem Ort, dem Haus, der Familie, der Mutter, nach der Noah sich so sehr sehnt – und werden fündig.


Meinung:

Janie liebt ihren 4-jähringen Sohn Noah über alles. Früh schon war ihr klar, dass er etwas Besonderes ist.
Doch irgendwie läuft alles aus dem Ruder. Noah hat Angst vor Wasser, lässt sich nicht baden oder waschen. Er hat Albträume,
aus denen er regelmäßig schreiend erwacht und erzählt im Kindergarten Geschichten, die definitiv nicht wahr sein können: Dass er mit Waffen gespielt hat und ihn jemand so lange unter Wasser gedrückt hat, bis er keine Luft mehr bekam zum Beispiel...
Aber das schlimmste für Janie ist, dass er immer häufiger zu ihr sagt, dass er nach Hause zu seiner anderen Mama möchte!
Was ist nur los mit Noah - ist er krank?
Ein Psychologe denkt, er könnte vielleicht schizophren sein! Janie macht sich im Internet selbst auf die Suche nach möglichen Lösungen und stößt hierbei auf Jerome, der behauptet, Erfahrungen mit Kindern zu haben, die –gerade in jungen Jahren- Erinnerungen an ein früheres Leben haben. Könnte das möglich sein? Das wäre definitiv eine angenehmere Antwort als Schizophrenie!
So macht sie sich auf die Suche nach Hilfe und Lösungen für ihren Sohn, die in immer weitere Ferne zu rücken scheinen.

Für mich war die Idee zu dieser Geschichte wirklich interessant und sie beinhaltet ein paar schöne Denkansätze zum Grübeln. Das hat mir viel Spaß gemacht.
Auch der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut lesen.
Besondere Mühe hat sich die Autorin bei der Ausarbeitung der Charaktere gegeben. So erfahren wir nach und nach deren Geschichte, Hoch- und Tiefpunkte ihres Lebens sowie ihre Sorgen und Ängste.
Leider liegt darin für mich auch der Hund begraben. Was gut gemeint und liebevoll ausgearbeitet ist, verursachte für mich Längen und einen –für ein derartiges Buch, dass stark auf Emotionen und Mitgefühl abzielt- vermutlich nicht gewünschten Effekt:
Ich konnte mich absolut nicht in die Charaktere einfühlen, mit ihnen leiden, hoffen oder ähnliches, dafür waren es einfach zu viele und bei jedem davon noch massig Details dazu.
Jeder für sich gesehen hat eine absolut tiefgründige, emotionale Story, aber auf das ganze Buch gesehen… Sorry, das war mir einfach zu viel. Schade, denn es ist thematisch wirklich spannend und faszinierend!
Zusätzlich zu diesem Kritikpunkt habe ich ehrlich gesagt auch noch ein Problem mit Noah. Ja, es ist ein 4-jähriger Junge und ja, es geht ihm nicht gut. Aber beim Leser kommt eigentlich immer nur eine quengelnde, heulende Nervensäge an.
Ich weiß, dass das so nicht beabsichtigt ist, aber die Punkte, warum Janie ihren Sohn dermaßen liebt, als der kleine, pummelige, quirlige, lachende und herzerwärmende Bub der er ist, kamen bei mir leider nicht an.

Alles in allem bleibt dieses Buch für mich eine nette Lektüre für Zwischendurch mit einer tollen und vor allem interessanten Grundidee, deren Umsetzung mich jedoch nicht ganz überzeugen konnte. 

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120 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

animox, gestaltwandler, das heulen der wölfe, jugendbuch, kinderbuch

Animox - Das Heulen der Wölfe

Aimee Carter , Maren Illinger , Frauke Schneider
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.08.2016
ISBN 9783789146237
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Klappentext:

Krieg der Tierwandler: Als Ratten seine Mutter entführen und sein Onkel sich in einen Wolf verwandelt, wird dem 12-jährigen Simon in Aimée Carters "Animox" klar: Seine Familie zählt zu den sogenannten Animox – Menschen, die sich in mächtige Tiere verwandeln können. Und schon steckt er mitten im erbitterten Krieg der fünf Königreiche der Animox. Ob Simon ein Nachfahre des „Beast King“ ist, der sich in alle fünf Tierarten verwandeln kann?
Eine Heldengeschichte mit Warrior-Cats-Appeal.
www.animox-buch.de


Zitate:

"Je länger der Schultag andauerte, desto kleiner fühlte er sich - bis er den Eindruck hatte, überhaupt nicht mehr zu existieren." Seite 26

"Ich gehöre zu ... dieser Welt, in der Menschen sich in Tiere verwandeln können, und du hast es mir nicht gesagt." Seite 219


Charakter:

Der 12-jährige Simon lebt mit seinem Onkel Darryl in New York. Seine Mutter, die beruflich viel auf Reisen muss, sieht er so gut wie nie, maximal an Weihnachten und an Geburtstagen. Obwohl er seinen Onkel liebt, vermisst er sie doch sehr, auch wenn die Enttäuschung und der Zorn darüber, dass sie ihn immer alleine lässt, tief sitzt.
Und als wäre das noch nicht schlimm genug, ist er auch ansonsten ein Einzelgänger. Seine Mitschüler hänseln ihn und selbst sein bester Freund Colin hat sich von ihm abgewendet. Erst wusste er nicht, warum das so ist. Aber seit einem Jahr kann er Tiere verstehen und auch mit ihnen kommunizieren - das ist seinen Klassenkameraden natürlich auch aufgefallen. Na spitze, dann ist er wenigstens nicht der Einzige, der an seinem Verstand zweifelt ;) Doch selbst an diese Hänseleien hat er sich mittlerweile gewöhnt. Alles was er will, ist irgendwann groß und stark genug zu sein, um dem Ganzen zu entfliehen.


Meinung:

Nachdem wir eine kurze, aber wirklich süße Einführung in Simons bisheriges Leben erhalten haben, geht es auch schon gleich spannend los. Etwas unfassbares geschieht: Ein Adler sucht ihn auf und sagt ihm, dass er mit ihm mitkommen solle, da er in großer Gefahr schwebe, denn die Säuger würden ihn verfolgen!? Plötzlich ist seine Mutter da und kurz darauf werden er, sie und sein Onkel von einem Heer von Ratten angegriffen. Hierbei kann Simon nur mit Hilfe entkommen, aber seine Mutter wird entführt! Er muss sie zurückholen - koste es, was es wolle. Nur, wie soll er das anstellen? Und wo soll er nur anfangen?
Die Tatsache, dass er damit überrumpelt wird, ebenso wie seine Mutter und sein Onkel ein Gestaltwandler -ein sogenannter Animox- zu sein, macht seine Situation nicht leichter...

Als großer Fan der Reihe um "das göttliche Mädchen", war ich schon vor dem Erhalt des Buchs unheimlich neugierig darauf! Ich fand Aimée Carters Schreibstil und ihre Ideen schon damals toll und war somit sehr gespannt, ob sie mich mit einem eher "jüngeren" Buch genauso fesseln kann. Und tja, was soll ich sagen: Sie kann!

Natürlich sind Ausdrucksweise und Gedankengänge an den jungen und manchmal sehr dickköpfigen Protagonisten angepasst, jedoch ohne irgendwie störend oder nervig zu sein. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass ich vielleicht lieber aufhören würde, da die Story zu "kindlich" ist. Ganz im Gegenteil. Die Art, mit der die Autorin Simon zum Leben erweckt ist durchweg stimmig, unterhaltsam, phantasievoll und vor allem spannend!

Geschickt hat die Autorin es geschafft, ein Szenario voller Misstrauen, Überraschungen und Gefahren zu erschaffen, das mich durchgehend fesseln konnte. Die absolut gekonnte Mischung aus den unterschiedlichsten Elementen wie Angst, Abenteuer, Freundschaft, und dem absoluten Nichtwissen, wer wem in wieweit vertrauen kann, hat mir persönlich unheimlich viel Spaß gemacht.

Für mich war "Animox - Das Heulen der Wölfe" ein wirklich gelungenes Abenteuer für Jung und Alt! Ich kann es kaum erwarten, die Fortsetzung in die Finger zu bekommen :) 

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213 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 83 Rezensionen

familie, laufen, dystopie, endzeit, apokalypse

Am Ende aller Zeiten

Adrian J Walker , Nadine Püschel , Gesine Schröder
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 25.08.2016
ISBN 9783596037049
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Zitate:

"Und überhaupt - wenn man erst Gräber schänden muss, um seine geistige Gesundheit zu beweisen, ist es damit ohnehin nicht mehr weit her." Seite 7

"Wir sprachen nicht darüber. Beth und ich lernten schnell zu verdrängen, womit wir nicht fertigwerden." Seite 50

"Ich versuchte, nicht an die Kälte zu denken, an unsere schwindenden Vorräte oder daran, wie sehr ich mir wünschte, ganz woanders zu sein. Ich versuchte, an gar nichts zu denken." Seite 153


Meinung:

Zu Beginn der Geschichte erhalten wir einen kurzen Einblick in Eds Leben vor der Katastrophe. Er ist unzufrieden, unglücklich und ein echt mieser Familienvater! Statt seiner Frau Beth mit seinen Kindern Alice und Arthur zu helfen, trinkt er lieber und rettet sich mit der Ausrede, dass er ja schließlich arbeiten gehen muss.
Auch die Gesellschaft als solches empfindet er nicht gerade prickelnd. Er hält die Menschheit für verdummt, soziale Netzwerke u.Ä. sind ihm ein Gräuel. So ist es nicht verwunderlich, dass er die kommende Katastrophe nahezu als Erleichterung empfindet. Eine gerechte Strafe gegenüber der Menschheit, die sich selbst als Krone der Schöpfung sieht. Während er den letzten Tag resümiert, ist er sich dessen, dass er ein schlechter Ehemann und Vater ist, bereits schmerzlich bewusst. Aber hilft ja nix ;)

Als die Katastrophe losgeht, geht alles ganz schnell. Genaugenommen kommt das Chaos in Form von Plünderungen und Gewalt bereits vorher. In der Not ist eben doch jeder sich selbst der Nächste, oder?
Er verbringt die Zeit nach den Meteor- und Asteroideneinschlägen mit seiner Familie im Keller, aus dem sie mehr durch Zufall von Soldaten gerettet werden. Doch auch in der Kaserne tut er alles, um seiner Familie aus dem Weg zu gehen. So kommt es, dass er nach einem Versorgungsausflug mit 6 Anderen zurückkommt und keiner der Überlebenden mehr da ist. Alle, die sich in der Kaserne befanden, wurden durch die Sauver gerettet und zu Schiffen gebracht, die das Land evakuieren sollen. 500 Meilen trennen Ed nun von seiner Familie... Wie soll er das nur schaffen??
Begleitet Ed auf seiner abenteuerlichen und gefährlichen Reise voller Hoffnungslosigkeit, Gefahren sowie menschlichen Abgründen, aber auch Hoffnung, Kameradschaft und einer guten Portion Humor ;)

Das Szenario, mit dem der Autor seiner Geschichte Leben einhaucht, ist wirklich gelungen. Es umfasst alles, was man sich von einem guten Endzeit-Roman wünscht. Wir schwanken zwischen Hoffnungslosigkeit und neu auferstandener Hoffnung, so dass die Emotionen einen recht authentischen Eindruck entstehen lassen. Ich habe durchgehend mit unserem -zugegeben anfangs noch etwas unsympathischen- Protagonisten Ed, mitgefiebert, gelitten und gelacht :)
Wobei die zu erwartenden menschlichen Abgründe aber auch die Lichtblicke ein rundes Bild abgeben.

Auch durchlaufen die Charaktere eine spannende Entwicklung, die beim Lesen einen durchdachten Eindruck hinterlassen. Dies geschieht einerseits durch den angenehmen Schreibstil, aber auch durch die geschickt konstruierten Wendungen, die unsere kleiner Truppe erlebt.

Und ja, auch das eigene Kopfkino kommt definitiv nicht zu kurz! Oftmals steht man vor der Frage, ob es wirklich so wäre und vor allem, wie man selbst mit der Situation umgehen würde. Vor allem, wenn zum Beispiel die sogenannten "Karnickel" auftauchen. Die, die sich zusammenrotten, alles plündern und vor dem Beenden eines Menschenlebens nicht halt machen, um sich Nahrungsmittel, Munition oder Wasser zu besorgen. Wirklich oft steht man vor der Frage, wie weit man selbst gehen würde, um sich oder seine Familie zu schützen.
Einzig das Ende hätte für mich noch einen oder zwei Punkte mehr vertragen können, um befriedigt aus der Geschichte herauszugehen. Aber hey, dafür ist es wohl ein Endzeit-Roman und kein Märchenbuch ;)

Düster, beklemmend, ab und an tiefgründig und für mich gut vorstellbar! Ich hatte viel Spaß beim Lesen und halte die Geschichte um Ed und seine Reise für wirklich empfehlenswert, denn sie ist hart aber schonungslos ehrlich!
Für mich war sie allein schon deshalb lesenswert, weil ich die teilweise doch recht sozialkritische Art sehr passend fand und diese, zumindest teilweise, sehr gut nachempfinden kann. Passt perfekt zur Story ;)  

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248 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 121 Rezensionen

liebe, gift, fantasy, jugendbuch, melinda salisbury

Goddess of Poison - Tödliche Berührung

Melinda Salisbury , A. M. Grünewald
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 19.09.2016
ISBN 9783845815138
Genre: Jugendbuch

Rezension:

die Autorin:

Melinda Salisbury lebt im Süden Englands am Meer. Als Kind war sie davon überzeugt, dass das Buch Matilda von Roald Dahl ihre Biografie war. Zu diesem Irrtum maßgeblich beigetragen hat ihr Großvater, der Melinda in seiner Zerstreutheit oft „Matilda“ nannte. Zu ihrem Bedauern hat sie selbst nie telekinetische Fähigkeiten entwickelt. Melinda liebt es zu reisen und Abenteuer zu erleben. Außerdem mag sie mittelalterliche Burgen, nicht-mittelalterliche Aquarien, Richard III. und alles, was aus Skandinavien kommt. The Sin Eater’s Daughter ist ihr erster Roman.


Klappentext:

Die siebzehnjährige Twylla ist kein Mädchen wie jedes andere: Sie ist die Verkörperung der Großen Göttin und wird als solche im ganzen Land verehrt - außerdem ist es ihr bestimmt, einmal den Kronprinzen zu heiraten. Doch ihr göttliches Schicksal bringt auch eine schreckliche Verpflichtung mit sich: Jeden Monat muss sie tödliches Gift trinken, gegen das nur sie, als göttliche Inkarnation, immun ist. Doch jeder, der Twylla berührt, wird von dem Gift infiziert und stirbt.

Twylla ist der einsamste Mensch der Welt. Wer kann schon ein Mädchen lieben, das regelmäßig Verbrecher und Verräter durch seine Berührung hinrichtet? Vor der alle erschrocken zurückweichen, sobald sie einen Raum betritt? Sogar der Kronprinz, der ja einmal ihr Mann werden soll, meidet sie. Doch alles ändert sich, als Twylla ein neuer Wächter zur Seite gestellt wird. Mit frechem Grinsen und unangemessenen Bemerkungen zieht der junge Mann alles, woran Twylla geglaubt hat, in Zweifel. Ist ihre Heirat mit dem Prinzen wirklich vom Schicksal vorherbestimmt? Ist sie tatsächlich die Verkörperung einer Gottheit? Und nicht zuletzt: Was hat es mit dem schrecklichen Gift auf sich, das auf alle, außer auf Twylla, eine tödliche Wirkung hat? Nach und nach deckt Twylla mit Hilfe ihres charmanten Beschützers eine mörderische Intrige auf, die die Grundfesten des gesamten Landes Lormere ins Wanken bringt …


Zitate:

"Es schien kein allzu furchtbarer Preis, nie zu berühren und nie berührt zu werden; schließlich hatte ich den einzigen Menschen zurückgelassen, der mir je Liebe und Zuneigung gezeigt hatte. Aber ich hatte mich geirrt." Pos. 130

"Sie schreien Euretwegen. Denn ganz gleich, was die Folterer ihnen antun, es ist nichts im Vergleich zu dem, was sie von Euch zu erwarten haben." Pos. 185


Meinung:

Twylla hatte eine schwere Kindheit. Als Tochter der Sündenesserin war es ihr vorbestimmtes Schicksal, diese Aufgabe eines Tages zu übernehmen und so, nach dem Ableben eines Menschen, dessen Sünden in Form von Nahrungsmitteln zu verspeisen, damit dieser davon erlöst wird. Ihr größter Wunsch war es, diesem Leben zu entfliehen. Zumal sie zwar ihre kleine Schwester liebt, aber ihre Mutter wahrlich keine herzliche Frau ist.
Dieser Wunsch wurde ihr gewährt, als eines Tages die Königin von Lormere vor ihrer Tür stand und erklärte, dass sie die göttliche Daunen -die wiedergeborene Tochter der Götter- sei. Obwohl Twylla mit der Entscheidung, ihr altes Leben hinter sich zu lassen, auch das Recht verwirkt hat, Kontakt mit ihrer Familie zu halten, entschied sie sich für ein Leben am Hof. Zumal das beinhaltete, die zukünftige Braut des Prinzen zu sein.

Was Twylla nicht bedacht hatte, war die Tatsache, dass sie als göttliche Daunen -die sie bis zur Vermählung mit dem Prinzen bleiben wird- ein noch einsameres Leben führen würde, als bisher...

Ihre schillernden Träume haben sich zu ihren größten Albträumen verwandelt, denn als Daunen muss sie monatlich Gift von Morgenandorn zu sich nehmen. Zum einen um zu beweisen, dass sie die von den Göttern Erwählte ist, denn ansonsten würde das Gift sie töten, und zum anderen um das Werkzeug des Königspaares zu sein.
Denn durch die Einnahme ist ihre Haut giftig und jeder, der sie berührt, stirbt einen grauenvollen Tod! Ihre Aufgabe ist es, auf diese Weise Hochverräter und sonstige Kriminelle hinzurichten.
So hatte sie sich das wahrlich nicht vorgestellt! Sie will weder jemanden umbringen müssen (doch welche Wahl hat sie? Wenn sie es nicht tut, zieht sie sich womöglich den Unwillen der Götter zu und stirbt bei der nächsten Gifteinnahme), noch kann sie sich weiterhin an der Schönheit des Schlosses und den Pomp am Hof erfreuen. Denn noch nie in ihrem Leben war sie dermaßen einsam!
Niemand darf sie berühren, alle haben Angst vor ihr...
Und die Königin, die sich damals als ihre Rettung darstellte, ist mittlerweile das genaue Gegenteil. Twylla hasst sie, denn sie ist grausam und gefährlich für jeden, der ihr auch nur unangenehm auffällt.
Doch welche Optionen bleiben Twylla? Kann sie überhaupt etwas tun? Und wenn nicht, wie lange kann sie dieses Leben noch aushalten?

Ganz langsam werden wir in Twyllas Misere eingeführt, wobei wir gerade zu Beginn immer wieder über kleine Anspielungen stolpern, die erst im Verlauf der Geschichte aufgelöst werden.
Wir erfahren hierbei nicht nur, wie ihr Leben heute aussieht (so war sie zum Beispiel gezwungen, ihren besten Freund zu töten), sondern auch, wie ihr früheres Leben als Tochter der Sündenesserin war.

In einen angenehmen, schönen Schreibstil verpackt, dürfen wir so immer tiefer in den Charakter Twylla eintauchen und an ihrem Leben, gezeichnet von Einsamkeit, Verlust und Angst teilhaben.
Ihr seht schon, auf was ich hinaus will ;) Atmosphärisch ist die Geschichte wirklich überzeugend gelungen! Wenn zum Beispiel erzählt wird, dass jeder ihrer Wächter relativ schnell Reißaus nimmt, weil sie einfach zu viel Angst vor ihr haben, bricht einem fast das Herz. :(

Für mich war Melinda Salisburys Debut wirklich lesenswert, zumal sie viele tolle Elemente in ihre Geschichte eingestrickt hat. Aberglauben, Märchen, vielerlei Emotionen und so manch unerwartete Wendung haben Twyllas Geschichte wirklich schön werden lassen.

Leider ist jedoch das erste Drittel für meinen Geschmack etwas zu ausufernd geworden. Dieser Teil, der hauptsächlich ihr Leben und ihre Situation behandelt, zieht sich etwas und hätte für mich gerne ein bisschen gekürzt werden können.
Ich vermute, dass sich die Autorin einfach etwas zu viel Mühe gegeben hat, uns den Charakter ans Herz zu legen. Aber da die Geschichte davon abgesehen wirklich Spaß gemacht hat und absolut fesselnd war, bin ich guter Dinge, dass sich das bei ihrem nächsten Werk legen wird.
Ich persönlich freue mich schon sehr auf den nächsten Teil ;)

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240 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

freundschaft, blindheit, marci lyn curtis, liebe, musik

Alles, was ich sehe

Marci Lyn Curtis , Nadine Püschel
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 18.03.2016
ISBN 9783551560223
Genre: Jugendbuch

Rezension:

die Autorin:

Marci Lyn Curtis wuchs in Nordkalifornien auf, wo sie Biologie studierte. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Kindern und einem Dackel in Maryland. „Alles, was ich sehe“ ist ihr erster Roman.


Klappentext:

Maggie hasst ihr neues Leben als Blinde. Sie will keine tapfere Kranke sein, und auf Unterricht von anderen Blinden kann sie gut verzichten. Nach einem missglückten Streich passiert es: Sie kann wieder sehen! Nur einen Ausschnitt der Welt, genauer: einen zehnjährigen Jungen namens Ben. Mit Hilfe des altklugen und hinreißenden Jungen scheint sie einen Teil ihres alten Lebens zurückzubekommen. Und Bens großer Bruder Mason ist Sänger in Maggies Lieblingsband. Und ziemlich attraktiv. Doch er lässt sie abblitzen, weil er denkt, dass Maggie ihre Blindheit vortäuscht – was ja irgendwie stimmt.

Dann kommt heraus, warum sie ausgerechnet Ben sehen kann.


Zitate:

"Dass er sich verspätete, wunderte mich nicht besonders. Er hatte wirklich ein außergewöhnliches Talent dafür. Wahrscheinlich, weil er sich immer so langsam vorwärtsbewegte wie ein Unterwasserfurz." Pos. 65

"Es gibt doch nichts Besseres als einen guten Schlagabtausch, um wieder klar denken zu können." Pos. 122

"Ich hatte zwar wenig vermittelbare Fähigkeiten vorzuweisen, aber im Lügen war ich unschlagbar." Pos. 618

"Ich hatte das komische Gefühl, gerade ein winziges Teil von mir wiedergefunden zu haben, ein Bruchstück, das vor Monaten verloren gegangen war." Pos. 779


Meinung:

Seit Maggie vor einem halben Jahr -nach einer bakteriellen Hirnhautentzündung- erblindet ist, ist ihr Leben ein Trümmerhaufen. Sie sieht keinerlei Zukunftsperspektiven mehr und ist auch an keiner interessiert. Maggie ist faul, schwindelt oft und ihre Freundinnen hat sie nach und nach vergrault. Sie hasst es, wie die Leute sie mit Samthandschuhen anfassen und so ist mittlerweile der Umgang mit ihr generell nicht einfach und auch in der Beziehung zu ihren Eltern hat sich eine große Kluft aufgetan.
Ihr Vater lässt sie so gut wie nichts mehr selbst machen und gemeinsame Aktivitäten hat er, auf Grund ihrer ablehnenden Haltung, im Laufe der Zeit eingestellt.
Noch schlimmer ist jedoch die Beziehung zu ihrer Mutter. Die beiden hatten einst denselben Traum: Ihre Mutter wollte Profi-Fußballerin werden, doch eine Verletzung machte dies, kurz vor ihrem großen Durchbruch, unmöglich. Maggie hat diesen Traum eine Weile später aufgenommen und weitergeträumt, was auch ihre Mutter erneut hat aufblühen lassen. Seit ihrer Erblindung ist für Maggie dieser Traum jedoch definitiv ausgeträumt! Damit kamen auch die Schuldgefühle ihrer Mutter gegenüber, diese ein zweites Mal um ihren Traum und ihre Hoffnungen betrogen zu haben...
So fristet Maggie nun ein relativ tristes, einsames Dasein, bis ihr eines Tages, nach dem Besuch bei ihrem Bewährungshelfer (jaaaa, wenn man gefrustet ist, macht man auch schonmal dumme Sachen ;)) der kleine Ben begegnet. Obwohl "begegnet" vielleicht das falsche Wort ist...
Sie legt sich vor seinen Augen lang und schlägt sich übel den Kopf an. Als sie die Augen wieder öffnet, kann sie beinahe nicht fassen, was sie da sieht. JA, SIEHT! Denn sie kann Ben tatsächlich sehen, sowie einen kleinen Umkreis um ihn herum...
Ist das ein Wunder? Oder wird sie gar verrückt?? Von da ab beginnt die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft, die ihresgleichen sucht!

Ok, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so recht, wo ich anfangen soll... Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin einfach nur verzaubert! Marci Lyn Curtis hat mit der Geschichte um Ben und Maggie ein dermaßen hinreißendes Szenario gezaubert, dass ich einfach nur verliebt bin!

Kommen wir zuerst zum Schreibstil. Er ist einfach gehalten, mit kurzen Kapiteln, die aus Maggies Sicht in der Ich-Perspektive erzählt werden. So ist die Ausdrucksweise angenehm eingängig, jugendlich und -was mir persönlich am besten gefällt- durch Maggies Genervtheit, ihren Sarkasmus und ihr loses Mundwerk, oftmals einfach nur zum Schmunzeln :) Selbst ihre Unlust ist irgendwie sympathisch, da man sie voll und ganz nachvollziehen kann.

Darüber hinaus, macht die Freundschaft zwischen Maggie und Ben riesigen Spaß! Obwohl die beiden wohl nicht unterschiedlicher sein könnten -Ben ist neugierig, belesen, gutherzig und einfach nur süß (nein, nicht diese Art süß, denn Ben ist erst 10 Jahre alt ;)) und Maggie ist... naja, Maggie eben- kommen sich die beiden schnell nahe.
Ben bringt wieder Freude und Licht in ihr Leben, was den beiden einfach nur gut tut.

Ich muss ehrlich gestehen, bei Ben geht selbst mir als Leser das Herz auf!
Dieser kleine, behinderte Junge, der die Welt zu einem besseren Ort macht -und das obwohl er auf Grund seiner Behinderung auch oft gehänselt wurde und in seinem kurzen Leben schon einiges an Trauer wegstecken musste-, lässt vermutlich nicht nur mein Herz höher schlagen ;)

Für mich war "Alles, was ich sehe" eine absolute Überraschung!
Es behandelt dermaßen viele Aspekte wie z. B . Hoffnung, Freude, Freundschaft, Verlust, Trauer und ja, auch ein kleines bisschen Liebe, dass mir eine klare Kategorisierung wirklich schwer fallen würde. Aber Fakt ist, dass diese Geschichte einfach nur wunderschön und ein absolutes Highlight ist!  

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43 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

liebe, krankheit, brustkrebs, verlust, schicksal

Für alle Tage, die noch kommen

Teresa Driscoll , Carola Fischer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2017
ISBN 9783426518496
Genre: Romane

Rezension:

die Autorin:

Teresa Driscoll arbeitete 15 Jahre als Moderatorin für die BBC, außerdem als Journalistin und Kolumnistin für verschiedene Zeitungen. Ihre Kurzgeschichten erschienen in verschiedenen Zeitschriften, unter anderem der "Women's Weekly".


Klappentext:

Wie sage ich meinem Kind, dass ich sterben muss? Gar nicht, beschließt Eleanor, als sie von ihrer Brustkrebserkrankung erfährt. Ihre achtjährige Tochter Melissa soll so lange wie möglich eine unbeschwerte Kindheit haben. Stattdessen sammelt Eleanor Gedanken, Erinnerungen und gemeinsame Erlebnisse in einem Buch, das sie bei ihrem Anwalt hinterlegt. Wie fühlt es sich an, wenn die Mutter ohne Abschied geht? Auch siebzehn Jahre danach fühlt Melissa sich unvollständig. Gerade hat sie den Heiratsantrag ihres Freundes Sam abgelehnt, den sie doch innig liebt. Da bekommt sie ein kleines Buch zugestellt – ein Buch, aus dem noch einmal ihre Mutter zu ihr spricht. Es ist voller Rezepte, für die Küche und fürs Leben. Und voller Liebe. Melissa beginnt zu verstehen, was Eleanor für sie getan hat. Sie erkennt, wie sehr sie geliebt wurde. Und sie weiß jetzt, dass sie es auch kann: der Liebe vertrauen.


Meinung:

Wir steigen in das Geschehen ein, als Melissa an ihrem 25. Geburtstag ein von ihrer Mutter verfasstes Buch bekommt.
Darin hat die damals im Sterben liegende Eleanor versucht, Erinnerungen, Rezepte und Lebensweisheiten für ihre zu der Zeit 8-jährige Tochter zu hinterlassen, die auf Grund ihrer Krebserkrankung ohne eine Mutter aufwachsen musste.
Im Laufe der Geschichte erfahren wir nicht nur, wie Melissa damit umgeht, sondern auch ihre persönlichen Probleme, die ihres Lebensgefährten Sam, ihrer Mutter Eleanor und ihres Vaters Max.
Sie selbst kann irgendwie keine richtige Bindung eingehen, so hat sie –ohne es selbst zu verstehen- den Heiratsantrag von Sam abgelehnt. Sam versteht Melissa nicht und hat Angst, sie zu verlieren, und Max hadert mit sich und seinen Gefühlen für eine Arbeitskollegin.

Ich muss ehrlich gestehen, ein bisschen Anlauf brauchte ich für ein Buch dieser Thematik schon - es ist nunmal schwere Kost.
Ein wirklich emotionales Thema, das einen nach dem Lesen des Klappentextes bereits schlucken lässt…, da brauch ich mit dem Anfangen immer ein bisschen länger ;)

Leider konnte mich die Umsetzung nicht zu 100% überzeugen. Zwar ist der Schreibstil gut zu lesen und die kurzen Kapitel sind auch angenehm, aber trotz des schwierigen und vor allem traurigen Themas, konnte mich die Geschichte emotional nicht ganz so fesseln, wie ich das gehofft/befürchtet hatte.
Ich fand es zwar einerseits eine nette Idee der Autorin, alle leidtragenden Personen mit in die Geschichte einzubeziehen: wie sie damit umgehen, wie ihr Leben heute verläuft, etc., aber für mich hat die Balance hierbei nicht so ganz klappen wollen. Durch den stetigen Perspektiven- und Zeitenwechsel konnte ich weder eine Bindung zu den Protagonisten aufbauen, noch die Gefühle spüren, die die Autorin vermutlich mit der Geschichte wecken wollte. Sehr schade.

Alles in Allem ist „Für alle Tage, die noch kommen“ für mich eine angenehme Lektüre für zwischendurch, aber leider nicht das, was ich erwartet hatte.

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195 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

wüste, alwyn hamilton, fantasy, amani, rebellin des sandes

AMANI - Rebellin des Sandes

Alwyn Hamilton , Ursula Höfker
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbt, 22.08.2016
ISBN 9783570164365
Genre: Jugendbuch

Rezension:

die Autorin:

Alwyn Hamilton wurde in Toronto geboren, doch ihre Familie pendelte zwischen Kanada, Frankreich und Italien hin und her, bis sie drei Jahre alt war, und ließ sich schließlich in der Kleinstadt Beaune in Frankreich nieder. Alwyn Hamilton studierte Kunstgeschichte in Cambridge, wo sie 2009 ihren Abschluss machte. Heute wohnt sie in London und arbeitet dort für das Auktionshaus Christie’s.


Klappentext:

Die 16-jährige Scharfschützin Amani will nichts mehr, als Dustwalk, einem Kaff mitten in der Wüste, den Rücken zu kehren. Bei einem Schießwettbewerb, der Amani die Freiheit bringen soll, kreuzt Jin ihren Weg: ein faszinierender Fremder, der von den Schergen des Sultans verfolgt wird. Jin soll zu den Rebellen gehören, die den abtrünnigen Prinzen Ahmed unterstützen. Amani und Jin werden Reisegefährten wider Willen und kämpfen bald ums Überleben – gegen magische Djinn, gegen die Soldaten des Sultans und eine mysteriöse, tödliche Waffe. Unversehens steckt Amani mitten in einer Rebellion, die das Schicksal ihres Landes entscheiden könnte und ihre Gefühle für Jin offenbart …


Zitate:

"Tante Farrah versuchte jetzt schon ein Jahr erfolglos, den Klugscheißer aus mir herauszuprügeln." Seite 8

"Am besten entkam ich Dustwalk, wenn meine Mutter mir Gutenachtgeschichten von Izman erzählte. Was sie nur tat, wenn mein Vater es nicht hören konnte." Seite 44

"Ein Wüstenpferd. Ein Erstwesen, erschaffen aus Sand und Wind in den Tagen vor uns Sterblichen. Es konnte bis zum Ende der Welt und weiter laufen, ohne müde zu werden." Seite 73

"Er brachte mir Wörter aus anderen Sprachen bei, die er auf See gelernt hatte. Nach einem Monat konnte ich auf Xichainisch, Albisch und in Galligna einen Mann bedrohen und seine Mutter beleidigen." Seite 156


Charakter:

Amani ist ein direktes, ehrliches Mädchen, dass sich nicht selten mit ihrer Klugscheißerei Ärger einhandelt ;)
Aber abgesehen davon ist sie auch ein geschicktes Mädchen, dass, wie die meisten Leute in der Letzten Provinz, früh gelernt hat zu schießen. Denn außer Waffen und Sand gibt es in Dustwalk nicht wirklich viel. Nicht selten schleicht sie als Mann verkleidet um die Häuser, denn nur so kann sie sich zumindest das ein oder andere Privileg ergaunern.
Sie hat den großen Traum, -wie einst ihre Mutter schon- in die Haupstadt Izman zu gehen, wo alles leichter ist. Dort sind die Menschen lockerer und es gibt Chancen für jeden. Eine Chance, auf ein neues Leben, in dem sie vielleicht etwas wert sein könnte.


Meinung:

Amani lebt in einer Welt, in der Frauen nicht allzuviel wert sind - zumindest solange nicht, bis sie verheiratet sind.
Das Leben in der Wüste ist hart, und das nicht nur, weil Wesen wie Ghule und Djinni einen täuschen oder gar töten können, sondern auch, weil die Wüste selbst erbarmungslos ist. Sie verzeiht keinerlei Fehler und nimmt schon gar keine Rücksicht auf Schwäche...
In dieser Welt lebt Amani bei ihrer Tante und ihrem Onkel, seit ihr Vater getötet und ihre Mutter gehängt wurde.
Aber auch ohne die zusätzlichen Einschränkungen wie Wasser-, Nahrungs- und Kleidungsknappheit, ist ihr Leben bei den beiden die Hölle. Ihre Tante sieht in ihr nur ein zusätzliches Maul, dass gestopft werden muss, und bestraft sie, wann immer sich ihr eine Gelegenheit dazu bietet.
Als Amani dann noch erfährt, dass sie ihren Onkel heiraten soll, steht ihr Entschluss fest. Sie muss raus aus Dustwalk, einer Gemeinde, die so langweilig ist, wie ihr Name verheißt, oder eben bei dem Versuch sterben.
Wie praktisch ist es daher, dass direkt zu Beginn der Geschichte im benachbarten Deadshot ein Schießwettbewerb stattfindet, bei dem sie das zur Flucht benötigte Geld gewinnen könnte ;)
Dumm nur, das ein... naja, wir nennen es jetzt mal "Missgeschick" dafür sorgt, dass die komplette Schießarena niederbrennt...
Nur mit viel Glück und der Hilfe eines Fremden, den Amani dort zum ersten Mal in ihrem Leben getroffen hat, gelingt es ihr zu überleben.
Von diesem Zeitpunkt an, gerät so ziemlich alles außer Kontrolle.
Wer hätte auch ahnen können, dass ein nächtlicher Ausflug ihr gesamtes Leben komplett umkrempelt?!

Alwyn Hamilton entführt uns mit Amani in eine Welt voller Gefahren und Mysterien, aber auch Hoffnungen, Freundschaft und Liebe.
Ihre Art zu erzählen ist sehr bildhaft und phantasievoll, damit bringt sie uns die Ungerechtigkeiten Amanis Heimat, wie die Stellung der Frauen oder Krüppel ebenso nah, wie die geheimnisvollen und/oder gefährlichen Geschöpfe. Ein schönes Beispiel hierfür sind die Buraqi -die Wüstenpferde-, Wesen aus Sand und Wind, die man nur durch die Berührung mit Eisen dazu bringen kann sich in Fleisch und Blut zu manifestieren...

Aber auch der Zauber des Orients kommt nicht zu kurz. Geschichten und Sagen, die sich Männer bei Nacht erzählen, oder Märchen von längst vergangenen Lieben erschaffen eine perfekte Kulisse für Amanis Geschichte voller Hass, Intrigen, Machtränken und Liebe. Einfach wundervoll!

Für mich war Amani-Rebellin des Sandes eine von Anfang bis Ende packende Geschichte, die durch vielerlei unerwartete Wendungen, tiefe Emotionen und einer Menge Fantasie besticht.
Bildgewaltig, mitreißend und absolut lesenswert! 

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62 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

heilerin, teufel, hexe, mittelalter, könig

Die Schattenschrift

Dana Carpenter , Beate Brammertz
Flexibler Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.08.2016
ISBN 9783453317277
Genre: Fantasy

Rezension:

die Autorin:

Dana Chamblee Carpenter wurde für ihre in Arkansas Review, Jersey Devil Press, and Maypopveröffentlichten Kurzgeschichten als Autorin ausgezeichnet. Sie unterrichtet Kreatives Schreiben und Amerikanische Literatur an einer Privatuniversität in Nashville, Tennessee, wo sie mit ihrem Mann und ihren Kindern lebt. Bohemian Gospel ist ihr Debütroman, für den sie den Killer Nashville’s 2014 Claymore Award gewann.


Klappentext:

Das Böhmen des 13. Jahrhunderts ist ein gefährlicher Ort für eine junge Frau, vor allem, wenn sie mit ungewöhnlichen Sinnen und einem verblüffenden Intellekt geboren wurde, so wie Maus. Manche bezeichnen sie als Hexe, andere als Engel. Dann rettet Maus eines Tages dem jungen böhmischen König Ottokar das Leben, woraufhin dieser sie mit an den Königshof nach Prag nimmt. Schnell werden die politischen Intrigen am Hof gefährlich für Maus. Wer ist dieses geheimnisvolle Mädchen? Wo kommt sie her, und kann sie den Höflingen möglicherweise gefährlich werden? Als Maus’ außergewöhnliche Gaben immer stärker werden, muss sie sich dem Rätsel ihrer Herkunft stellen. Doch wird sie bereit sein, ihr dunkles Schicksal zu tragen?


Zitate:

"Maus hatte man sie schon genannt, als sie noch klein genug gewesen war, dass alles, was sie tat, nur als sonderbar erachtet wurde, nicht als furchterregend." Seite 24

"Kein normaler Mensch konnte die Seele von Menschen sehen oder Tiere mit einem Wort befehligen." Seite 51

"Sie schmiegte sich im Sitzen an die Steinmauer neben dem Feuer, mit dem Rücken zu Mutter Kazi, denn sie wollte nicht, dass die alte Frau sie weinen sah." Seite 83


Charakter:

Die junge Maus lebt in ärmlichen Verhältnissen in dem Kloster, in dem sie aufgewachsen ist. Ihre Eltern hat sie nie kennengelernt und außer Mutter Kazi und Pater Lucas hat sie niemanden, der sich um sie kümmert.
Denn Maus ist anders als alle anderen. Sie besitzt Gaben, die den Menschen denen sie begegnet Angst einjagen (unter anderem verfügt sie über enorme Selbstheilungskräfte, kann Seelen anderer Menschen sehen, -und glaubt mir, dass sind beileibe nicht die schlimmsten ihrer Gaben!-). Und zwar so sehr, dass sie im Kloster zwar geduldet, aber weder angenommen noch ausgebildet wird.
Nur Mutter Kazi und Pater Lucas kümmern sich um sie, bringen ihr das Lesen, Schreiben und Heilen bei. Aber selbst Mutter Kazi scheint ab und an Angst vor Maus zu haben.
Maus ist so allein, wie man nur sein kann... Nicht einmal einen richtigen Namen hat man ihr gegeben...


Meinung:

Als Ottokar, der junge König von Böhmen, schwer verletzt ins Kloster gebracht wird, ist Maus bewusst, dass sie ihn retten könnte, wenn man sie nur ließe! Doch die Angst der Ritter des Königs und das Misstrauen der Klostereinwohner ist groß, und so ist es schon fast zu spät, als Maus sich endlich durchsetzt und den König letzten Endes nur knapp rettet. Doch als sich herausstellt, dass die Verletzung gar kein Unfall, sondern ein Mordkomplott war, will der König sofort zurück nach Prag. Da die Verletzungen jedoch derart schwerwiegend waren, dass er den Ritt vermutlich nicht überleben würde, befiehlt er kurzerhand, dass Maus mit ihm kommen und ihn pflegen muss. Maus ist hin- und hergerissen. Soll sie wirklich die einzige Heimat verlassen, die sie jemals kannte? Andererseits, vielleicht findet sich ja außerhalb des Klosters endlich den Ort, an den sie wirklich gehört?
Schweren Herzens begibt sie sich auf die Reise, nichtsahnend, wie groß die Risiken, die ihr auf der Reise begegnen werden, sein werden!
Denn nicht nur der Komplott gegen den König birgt Gefahren, sondern auch ihre Gaben. Diese sind nicht unbedingt nur gut, müsst ihr wissen, da sie etwas Dunkles, Geheimnisvolles und abgrundtief Böses anlocken und sie so die Menschen um sie herum in Gefahr bringen.

Ok, fangen wir mit etwas Leichtem an...
Der historische Schreibstil ist absolut gelungen! Bildhaft und eingängig, ohne in irgendeiner Form aufgesetzt oder gestelzt zu wirken. Er passt perfekt zu die Zeit, in der die Geschichte spielt.
Auch wenn es um Maus geht, ihre Einsamkeit, ihre Ängste und Hoffnungen, geschieht dies immer mit einem unglaublichen Tiefgang, was mich regelrecht in die Geschichte gesogen hat. Man fiebert und leidet mit ihr mit, ein wirklich außergewöhnlich emotionales Leseerlebnis!
Unheimlich toll fand ich zum Beispiel auch, dass gerade zu Beginn der Geschichte immer wieder kleine Rückblicke in die Kindheit von Maus geschehen, die uns den Charakter noch näher bringen und uns tiefer in ihr trauriges Leben einblicken lassen.

Damit kommen wir auch zum schwierigeren Teil... Wie man aus den vorangegangenen Details meiner Rezi bereits erahnen kann, ist Maus´ Leben traurig, einsam und voller Hindernisse. Dementsprechend ist die Atmosphäre des gesamten Buches dunkel und schwer. Und auch bei mir hat sich so manches Tränchen seinen Weg gebahnt.
Ein Mädchen, das einfach nur normal sein möchte und geliebt werden will, kombiniert mit gefährlichen Gaben, die das Böse anziehen (und glaubt mir, davon werdet ihr einiges in der Geschichte erleben. Tod, Blut und Gewalt sind nicht selten anzutreffen).
Das ist definitiv kein Stoff für eine fröhliche Stimmung, das muss einem natürlich bewusst sein, sonst wird man an Maus´ Geschichte eher keine Freude haben.
Für alle, die sich darauf einlassen können und wollen, kann ich nur sagen: Der WAHNSINN!! Dana Carpenter lässt das Geschehen dermaßen fesselnd und leidenschaftlich zum Leben erwachen, dass man komplett darin versinkt!

Für mich war Die Schattenschrift ein absolutes Highlight!
Dunkel, geheimnisvoll und aufregend zugleich erleben wir eine gekonnte Mischung aus Fantasy und Historik, gespickt mit Liebe, Intrigen und allem, was sonst noch dazugehört. GRANDIOS!! 

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507 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 88 Rezensionen

dämonen, dark elements, layla, liebe, jennifer l. armentrout

Dark Elements - Sehnsuchtsvolle Berührung

Jennifer L. Armentrout , Ralph Sander , Isa-Corinna Scholz
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 15.08.2016
ISBN 9783959670203
Genre: Jugendbuch

Rezension:

die Autorin:

Ihre ersten Geschichten verfasste Jennifer L. Armentrout im Mathematikunterricht. Heute ist der bekennende Zombie-Fan New York Times-Bestsellerautorin und schreibt Fantasy- und Liebesromane für Jugendliche und Erwachsene–und denkt nicht mehr an die schlechten Mathenoten von damals …

ACHTUNG: Für alle, die den vorangegangenen Band noch nicht gelesen haben, enthält diese Rezi logischerweise Spoiler ;)
Falls ihr jedoch neugierig auf die Reihe seid, meine Rezension zu Band 1 & 2 findet ihr hier ebenfalls :)


Klappentext:

Roth oder Zayne, Hölle oder Himmel? Beide lieben Layla, und sie muss sich entscheiden. Dazu entdeckt sie eine neue Seite an sich bzw. ihrem Rücken, wenn sie sich verwandelt … Layla weiß bald nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Aber während sie noch mit ihrer Verwirrung ringt, droht ein höllischer Feind alles zu vernichten, was ihr wichtig ist. Hoffnungslos verstrickt in ein Gespinst aus Lügen und Geheimnissen, bleibt Layla nur die Flucht nach vorn – in einen Krieg, den sie unmöglich allein gewinnen kann …


Zitate:

"Die Lilin hatte von Zayne und Roth praktisch keine Notiz genommen, aber wenn ich mein Aussehen veränderte, da zog sie den Schwanz ein und rannte davon?" Seite 10

"Himmel, er hatte einem Alpha den Finger gezeigt!" Seite 19

"Es gab doch einfach nichts Besseres, als gesagt zu bekommen, dass der psychotische Dämon, an dessen Erschaffung ich unabsichtlich beteiligt gewesen war, auf der Suche nach mir war." Seite 104


Meinung:

Tief sitzt der Schrecken darüber, dass sich die Lilin ausgerechnet ihren besten Freund Sam ausgesucht hat. Er ist tot und sie besetzt seinen Körper… Unfassbar! Und keinem ist etwas aufgefallen, was Layla noch fassungsloser macht…
Aber lange darüber nachdenken kann sie erstmal nicht, denn die Geschichte setzt genau wieder dort ein, wo Band 2 aufhörte: in Staceys Wohnzimmer. Mit der Lilin, einem Wächter und dem Kronprinzen. Na wenn das kein guter Anfang ist ;)
Doch auch wenn die von der Lilin ausgehende akute Gefahr, in der sich Layla, Roth, Zayne und Stacey befinden, relativ schnell beseitigt ist, ergeben sich doch recht eklatante Probleme…
Denn bei der Verteidigung stellt Layla fest, dass sich ihre äußere Erscheinung nach der Wandlung stark verändert hat, was bedauerlicherweise die Alphas auf den Plan ruft, die wahrlich nicht erfreut über die aktuelle Situation sind -wie ihr euch vorstellen könnt-.
Aber das hat für Layla keine Priorität, denn sie hat erst einmal ganz andere Sorgen.
Denn egal was kommt, sie muss sich darum kümmern, dass

die Lilin stirbt
Sams Seele gerettet wird, und
steht da ja auch immer noch die Entscheidung zwischen Roth und Zayne aus...

Aber wie soll sie das alles nur schaffen?
Eins ist klar, sie wird Hilfe brauchen und ganz ungefährlich wird es für sie nicht werden!
Ihr seht, es ist einiges zu tun in diesem Finale, ihr dürft gespannt sein ;)

So (SCHNIEF), nun ist es soweit. Der Abschied von Zayne, Roth und Layla steht mit dem heiß ersehnten Finalband dieser Trilogie unmittelbar bevor.
Obwohl ich vermutlich auch Cayman, Bambi und so manch andere Figur vermissen werde ;)
Aber was soll, jammern nutzt ja nix…

Sehr schön finde ich die kurzen Rückblicke auf das vorangegangene Geschehen, die uns zu Beginn den Einstieg erleichtern. Nicht, dass es bei mir unbedingt nötig gewesen wäre, denn Band 2 ist ja noch nicht soooo lange her ;) Aber wirklich gelungen gemacht. Nicht zu viel und nicht zu wenig.

Ebenso hat mich der Schreibstil der Autorin ein weiteres Mal auf voller Linie überzeugt! Bildhaft, frech –vor allem Cayman und Roth-Fans kommen wieder voll auf ihre Kosten ;)- und vor allem sehr fesselnd!

Auch den Protagonisten wird ein weiteres Mal viel Liebe und Detailliertheit zuteil, was sie sehr authentisch macht. Durch z.B. Laylas Ich-Perspektive erleben wir nicht nur ihre Veränderung und Weiterentwicklung hautnah, sondern auch ihre innere Zerrissenheit und den Zwang die Dinge, die im Argen liegen, zu lösen. Ist wieder wirklich toll gemacht!
Aber vor allem kommen Spannung und so manch unvorhersehbare Wendung zum Zug, was mich die Geschichte nahezu inhalieren ließ. Besonders schick fand ich den Teil mit der Sense, lasst euch überraschen ;)

Auch wenn ich wirklich traurig bin, dass ich mich aus Laylas Welt verabschieden muss, war dies doch ein absolut gelungenes, fulminantes und passendes Finale! Rasant, abwechslungsreich und gespickt mit einer Menge unvorhersehbarer Wendungen uuund ok, ein paar Fragen, die ich gerne doch noch geklärt bekommen hätte. Aber diese sind zu verschmerzen und stehen dem Genuss dieses Abschieds nicht im Weg.

Absolut lesenswert! 

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448 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 122 Rezensionen

drohne, jugendbuch, thriller, elanus, ursula poznanski

Elanus

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 22.08.2016
ISBN 9783785582312
Genre: Jugendbuch

Rezension:

die Autorin:

Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte die Autorin international bekannt. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen Deutschlands und schreibt zudem Thriller-Bestseller für Erwachsene. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.


Klappentext:

Es ist klein. Es ist leise. Es sieht alles.

Jona ist siebzehn und seinen Altersgenossen ein ganzes Stück voraus, was Intelligenz und Auffassungsgabe betrifft. Allerdings ist er auch sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Auf die hervorgerufene Ablehnung reagiert Jonas auf ganz eigene Weise: Er lässt sein privates Forschungsobjekt auf seine Neider los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet und imstande, jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Mit dem, was er auf diese Weise zu sehen bekommt, kann er sich zur Wehr setzen gegen Spott und Häme.
Doch dann erfährt er etwas, das besser unentdeckt geblieben wäre, und plötzlich schwebt er in tödlicher Gefahr.

Drohnen, Überwachung, Manipulation, dunkle Geheimnisse – gekonnt webt Ursula Poznanskihochaktuelle Themen in ihren neuen Thriller. Die Spiegel-Bestseller-Autorin legt nach den Jugendbuch-Bestsellern Erebos, Saeculum, der Eleria-Trilogie (Die Verratenen, Die Verschworenen, Die Vernichteten) und Layers ihren neuen Jugendbuch-Thriller vor: Elanus.

Mehr Infos und Extras zum Buch unter:
www.elanus-buch.de


Zitate:
"Sie war gut, aber nicht perfekt. Und perfekt war das Mindeste, was er zu akzeptieren bereit war." Seite 15

"Langeweile machte ihn angriffslustig und Beherrschung war nicht seine Stärke. Das hatte er ja eben wieder bewiesen." Seite 23

"Super, nun hörte er sich an, wie ein gemobbter Zwölfjähriger, der erstmals mit den anderen spielen durfte." Seite 153


Charakter:

Jona ist hochintelligent und seinem Alter weit voraus. So erhält er mit 17 Jahren ein Vollstipendium für eine Eliteuniversität.
Klingt gut? Im Prinzip ja! Wenn Jona nicht ein kolossaler Arsch wäre... Er ist impulsiv, unbedacht und meistens geht er auf vollen Konfrontationskurs. Dabei lässt er die anderen gerne seine Überlegenheit spüren.
Er ist oberflächlich, herablassend, auf gut deutsch ein überheblicher Klugscheißer.
Und als wäre das noch nicht schlimm genug, nutzt er auch sein Hobby -seine selbst gebastelte Drohne- um nicht nur anderen hinterherzuspionieren, sondern auch um Infos über ein junges Mädchen zu sammeln, um sie zu manipulieren!!

Seine "soziale Unverträglichkeit" lässt ihm viel Zeit, Informationen über so viele Menschen wie möglich zusammenzutragen.


Meinung:

Die Geschichte beginnt ganz harmlos, mit dem Eintreffen Jonas, im Ort der Gastfamilie.
Da seine Pflegemutter zu spät kommt, bekommen wir gleich zu Beginn ein recht gutes Bild von seinem Charakter, da er -natürlich- sofort ausrastet und sie auf ihrer Mailbox dumm anmacht...
An seinem ersten Tag an der Uni geschieht natürlich dasselbe in grün. Kaum angekommen verscherzt er es sich mit Kommilitonen und Professoren, weil er gelangweilt ist.
Obwohl mit Rektor Schratter etwas anderes vereinbart war, wurde er den Einstiegskursen zugeteilt, die weit unter seinem Niveau liegen.
Leider ist der Rektor jedoch nicht greifbar, so vertreibt er sich die Zeit eben mit anderen Dingen, wie seiner Drohne und dem Stalken von Linda.
Doch die erteilt ihm recht schnell eine Abfuhr, was Jona zu einem kleinen Racheplan veranlasst.
Ab diesem Moment überschlagen sich die Ereignisse, niemals hätte er geahnt, was er mit dieser Aktion lostritt!!
Und bevor er sich versieht, schwebt er selbst in großer Gefahr. Oder doch nicht??

Öhm tja, puhhh... Ich muss gestehen, dass der Anfang des Buches etwas schwierig für mich war. Jona ist zu dem Zeitpunkt einfach nur unsympathisch, nervig und echt zum Abgewöhnen mit seiner manipulativen, überheblichen Art.
Das war für mich im ersten Moment etwas unschön, aber je länger man liest, desto mehr versteht man, wie er so geworden ist. Zusätzlich dazu darf Jona im Laufe der Geschichte etwas wie Freundschaft erfahren, was eine schöne und anschauliche Veränderung in ihm bewirkt. Also wer wie ich Probleme mit unsympathischen Protagonisten hat: Dranbleiben! Es ist nicht so schlimm, wie es auf den ersten Blick scheint und es lohnt sich definitiv!!

Der Schreibstil der Autorin ist... na, eine typische Poznanski eben ;) Unheimlich flüssig und eingängig mit kurzen Kapiteln und so mancher Überraschung. Sie schafft es, kontinuierlich Spannung aufzubauen und eine passende, beklemmende Atmosphäre zu erschaffen, in die sich wunderbar eintauchen lässt. Sogar die technischen Aspekte sind realistisch geschildert und somit gut vorstellbar.

Wie eben bereits erwähnt, besteht ein Großteil der Geschichte aus unerwarteten Wendungen, aber auch Andeutungen und Mutmaßungen, so dass man schnell nicht mehr sicher ist, wer jetzt wie mit drinsteckt und vor allem in WAS :D
Für mich war das ganz großes Kino, denn ich habe mich ständig dabei erwischt, wie ich Indizien gesammelt, Theorien entwickelt und eventuell am Ende teilweise (oder auch ganz) wieder verworfen habe. Zum Teil lagen da zwischen Eingebung und Ernüchterung nur ein paar Seiten :)

Elanus ist für mich ein wirklich gelungener Jugendthriller voller Spannung, Intrigen und geheimnisvollen Machenschaften! Oder versteckt sich da sie ein oder andere Finte??? Wer weiß ;)
Eine klare Empfehlung an die Thrillerleser unter euch!

Ach ja... Und immer schön die Rollläden schließen ;)

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159 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

jugendbuch, freundschaft, liebe, meer, ulla scheler

Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen

Ulla Scheler
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.08.2016
ISBN 9783453270435
Genre: Jugendbuch

Rezension:

die Autorin:

Ulla Scheler wurde 1994 in Coburg geboren. Bücher liebt sie schon seit ihrer Kindheit. Nach dem Abitur arbeitete sie in einem Krankenhaus, beim Fernsehen und in einem marokkanischen Hotel. Bis sie dann endlich ihren Debütroman fertig schrieb, der schon seit drei Jahren darauf wartete, veröffentlicht zu werden. Die Autorin lebt in München und studiert Psychologie.


Klappentext:

Wie es sich anfühlte, ihn zu sehen? Als hätte ich einen Monat lang durch einen Strohhalm geatmet.

Ben ist seit Ewigkeiten Hannas bester Freund. Er ist anders. Wild, tollkühn, ein Graffiti-Künstler, ein Geschichtenerzähler. Und keiner versteht Hanna so wie er. Nach dem Abi packen die beiden Bens klappriges Auto voll und fahren zum Meer. An einen verwunschenen Strand, um den sich eine düstere Legende rankt. Sie erzählen sich Geschichten. Bauen Lagerfeuer. Kommen einander dort nahe wie nie zuvor. Und Hanna hofft, endlich hinter das Geheimnis zu kommen, das Ben oft so unberechenbar und verzweifelt werden lässt. Doch dann passiert etwas Schreckliches …


Zitate:

"Alle haben gespürt, dass Ben anders war, und alle haben hingesehen, bis man Ben nicht mehr sehen konnte, weil er zwischen seinen Geschichten verschwand wie ein Lesezeichen." Seite 9

"Ihm zuzuschauen glättete jedes Mal meine inneren Wellen. Ich glaube, nicht viele Leute kannten diese Seite an ihm." Seite 10

"Ben lachte auf, und das Lachen sagte: Denkst du wirklich, dass ich Angst habe? Komm schon, wir wissen beide, dass das nicht stimmt." Seite 56


Charaktere:

Ben und Hanna sind seit Jahren beste Freunde. Ohne den einen ist der andere nicht vollständig. Sie sind es, die das Leben füreinander lebenswert machen!
Und das, obwohl keinerlei romantische Gefühle im Spiel sind und die beiden eigentlich nicht unterschiedlicher sein könnten.
Während Ben eher der unberechenbare "Draufgänger" ist, ist Hanna zurückhaltend und brav, lernt für die Schule, usw. Sie geht den meisten Risiken aus dem Weg, außer... Tja, jetzt kommt das große "Außer"...
Seit sie sich kennen fordern sie sich gegenseitig heraus.
"I dare you"...
Dieser Satz fällt immer dann, wenn einer der beiden unbedingt möchte, dass der andere etwas Bestimmtes tut.
Bei Ben sind das immer mutige Sachen, wie die Regeln zu brechen.
Bei Hanna kann das auch mal etwas sein, wie alle Hausaufgaben zu machen oder einen Tag in der Schule durchgehend aufzupassen. So ergänzen sich die beiden recht gut ;)


Meinung:

Hanna und Ben haben kürzlich ihr Abitur gemacht und befinden sich im letzten Sommer, bevor alle ihre Freunde -sie selbst natürlich eingeschlossen- ihrer Wege gehen werden. Doch Ben ist nicht da...
Nach einem Streit hat er sich vor einem Monat abgesetzt, und niemand weiß, wo er zu finden ist.
Ok, da Ben seit dem Selbstmord seines Vaters des Öfteren mal unberechenbar ist, wundert sich nicht wirklich jemand darüber -außer Hanna, die sich natürlich Sorgen macht- und so wie es scheint, ist es seiner Familie egal!!
Als er kurz darauf aus dem Nichts auftaucht, will er, dass Hanna mit ihm eine Reise unternimmt. Und obwohl solche Aktionen eigentlich nicht Hannas Ding sind, fährt sie mit. Allein schon aus Angst, er könne ihr entgleiten, denn irgendetwas, über was er nicht reden möchte, treibt ihn um. Und vermisst hat sie ihn ja schließlich auch ;)
Es könnte echt der beste Sommer ihres Lebens werden, wenn nicht, wie aus heiterem Himmel, eine dunkle Bedrohung über die beiden hereinbrechen würde! Aber ist diese wirklich real?

Erzählt wird die Geschichte aus Hannas Sicht, wobei Teil 1 des Buches (die gemeinsame Reise) in der Vergangenheitsform und Teil 2 (alles danach) im Präsens gehalten sind. Wenn man das Buch liest, ist das auch sinnig, aber über die Hintergründe kann ich euch natürlich noch nichts verraten ;)

Mein absolutes Highlight ist jedoch der Schreibstil der Autorin. Die Geschichte ist durchweg emotional, mal zum Lachen, mal zum Weinen, und die warmherzige, gefühlvolle Art, in der wir unter anderem Hanna kennenlernen und ihre Beziehung zu Ben erfahren, ist einfach nur wunderschön!
Wir werden eingefangen von vielerlei Gefühlen -wie Zukunftsängsten und Sorgen, aber auch Hoffnungen, Freundschaft und Träumen- die wir hautnah miterleben dürfen.
Alles in allem hat mir auch die Geschichte der beiden sehr gut gefallen, wobei das Ende jetzt nicht so war, wie ich es mir gewünscht hätte. Dafür hätte ich spontan 4 Sterne vergeben. Aber letzten Endes hat die emotionale Komponente, die einen komplett eintauchen lässt, das auf jeden Fall noch angehoben ;)

Ulla Schelers Debut hat mir viel Freude bereitet. Eine gelungene Mischung aus Spannung, Liebe und allem, was sich dazwischen noch so tummelt, hat mir einen perfekten Lesesamstag beschert ;)

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

psychothriller, mord, verlust, vergangenheit, poriomanie

Zwanzig Sekunden Ewigkeit

Siegfried Langer
E-Buch Text
Erschienen bei null, 04.08.2016
ISBN B01JSEF4VS
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

der Autor:

Siegfried Langer wurde 1966 in Memmingen geboren und ist 2014 – nach 18 Jahren in Berlin – wieder in seine Heimatstadt zurückgekehrt.


Klappentext:

Alex erwacht.
Es ist bitterkalt.
Ein Kühlraum für Leichen, stellt sie entsetzt fest.
Verzweifelt hämmert sie an die Tür und schreit um Hilfe.
Aber niemand hört sie.
Was ist passiert? Sie kann sich an nichts erinnern.
Hat man sie für tot gehalten?
Oder entführt und hier eingesperrt?
Als sich die Tür schließlich öffnet, wird ihre Verwirrung noch größer, denn in diesem mysteriösen Haus ist nichts, wie es scheint.
Nach und nach tauchen rätselhafte Bruchstücke aus ihrer Vergangenheit auf und Alex versucht, die Puzzleteile an die richtigen Stellen zu legen.
Doch je vollständiger das Bild wird, desto mehr zweifelt sie an ihrem Verstand.
Und sie wünscht sich immer mehr, dass alles vergessen bliebe ...


Zitate:

"Falls dort draußen jemand war, so stand er in der Dunkelheit, jenseits des Lichtkegels, den die Deckenlampe warf.“ Seite 11

„Sie hatte Angst.
Angst vor diesem Zimmer.
Angst vor dieser Situation.“ Seite 43

„Bildete sie sich ein, hier zu sein, während sie in der Wirklichkeit weiterlebte und Dinge tat, von denen sie später nichts mehr wusste?“ Seite 53


Meinung:

Stellt euch vor, ihr erwacht in einem dunklen und kalten Raum, nur mit einem dünnen Hemdchen bekleidet. Ihr stellt fest, dass sich ein Pappschildchen mit euren Daten auf dem Boden befindet, und zwar ziemlich genau diese Sorte, die normalerweise den Toten um die Zehen gebunden werden... Alles, was ihr von da an erlebt, ist seltsam und kann eigentlich nicht sein, da ihr -unter anderem- bereits verstorbene Menschen seht. Und das seltsamste daran: Immer wieder wird euch schwarz vor Augen und ihr erwacht erneut im ursprünglichen Raum und Zustand!!
Genau das passiert Alex. Und nach und nach erlebt sie die herbsten Schicksalsschläge und Verluste, die ihr widerfahren sind.
Spielt ihr ihr Gehirn einen Streich? Oder wird sie gar verrückt?
Alex findet sich in einem wahren Alptraum wieder, absolut nicht wissend, was real und was - ja was? Einbildung, Halluzination?? - ist.
Begleitet Alex auf einer Reise durch ihr Unterbewusstsein. Erlebt ihre Ängste, Hoffnungen und Dämonen und findet heraus, was tatsächlich mit ihr geschehen ist...

Bereits die ersten Seiten haben mich komplett in ihren Bann gezogen. Was im ersten Moment seltsam erscheint, löst relativ schnell eine Beklemmung aus, die ich beim Lesen der Geschichte nicht so schnell wieder verloren habe.
Die Vorstellung allein, wie es sein muss, wenn man sich nicht auf seinen Verstand -oder seine eigenen Wahrnehmungen- verlassen kann und einem bewusst wird, dass man eventuell verrückt wird? Derart hilflos zu sein? Mehr als beängstigend!
Dementsprechend schnell habe ich Seite um Seite umgeblättert um zu erfahren, was es damit auf sich hat.

Als sehr hilfreich hat sich hierbei ein weiteres Mal Siegfried Langers Schreibstil erwiesen. Kurze Sätze und Kapitel sorgen für Spannung, Kurzweiligkeit und helfen optimal dabei, das Ohnmachtsgefühl, das den Leser bei Alex´Schicksal beschleicht, zu intensivieren.
Der Fakt, dass wir uns immer nur stückchenweise vorarbeiten, um der Lösung näher zu kommen, unterstützt diese Entwicklung natürlich noch zusätzlich ;)
Ich KONNTE gar nicht anders, als das Buch in einem Rutsch zu lesen (OK, bei 144 Seiten geht das auch wirklich problemlos ;)).

Der Autor hat es ein weiteres Mal geschafft, mir spannenden, fesselnden Lesespaß zu bescheren, voller Abwechslung, Überraschungen und Stoff zum Grübeln!

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

horror, jugendbuch, party, drogen, thriller

Survive the night

Danielle Vega , Inge Wehrmann
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 11.07.2016
ISBN 9783407747310
Genre: Jugendbuch

Rezension:

die Autorin:

Danielle Vega verbrachte ihre Kindheit versteckt unter ihrer Bettdecke, während ihre Mutter Geschichten aus Stephen-King-Romanen nacherzählte, anstelle von Märchen über Prinzessinnen und Zwerge. Jetzt, als Erwachsene, kann sie an einer Hand abzählen, wie oft sie wirklich vor etwas Angst hatte. Danielle Vega hat zahlreiche Preise erhalten, für Belletristik wie auch Sachliteratur, darunter die Nominierung für den Pushcart Prize 2009 für ihr Buch "Drive". Sie lebt in Brooklyn. In Deutschland erschien bereits ihr Roman "Die Unbarmherzigen".


Klappentext:

Wir werden alle sterben ...

Casey hat gerade einen Drogenentzug hinter sich und lässt sich von ihrer Freundin Shana überreden, auf eine der legendären illegalen »Survive the night«-Parties mitzukommen. Die findet in einem stillgelegten U-Bahn-Tunnel statt und die Stimmung ist gigantisch. Bis Julie, ein Mädchen aus ihrer Clique, tot aufgefunden wird. Grausam zugerichtet. Casey, Shana und ihre Freunde sind schockiert. Sie wollen fliehen. Denn der Mörder scheint unter ihnen zu sein. Schon gibt es ein neues Opfer. Die Panik steigt. Wer oder was ist hinter ihnen her? Und wird Casey diese Nacht überleben?


Zitate:

"Dad starrt mich einen Moment zu lange an, ein nervöses Lächeln auf den Lippen. Ich müsste bei diesem Lächeln Schuldgefühle bekommen. Aber ich bin es so leid, dass alle mich ansehen, als wäre ich eine Bombe, die jeden Augenblick explodieren kann." Seite 10

"Der größte Turm war fast fünfzehn Meter hoch. Niemand traute sich da rauf, aber ich war betrunken und ein bisschen high und wollte irgendwas Gefährliches machen. Ich wollte mich lebendig fühlen." Seite 53

"Da erlischt das Display wieder und lässt uns im Dunkeln zurück." Seite 202


Charakter:

Casey war auf Grund einer Knieverletzung und falschen Entscheidungen tablettenabhängig.
Gerade hat sie frisch ihren Entzug hinter sich gebracht und was sie da an menschlichen Abgründe sehen und erleben konnte, war ihr eine echte Lehre!
Sie möchte unbedingt clean bleiben und versuchen, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Bestenfalls möchte sie sich noch ihren Exfreund Sam zurückerobern, den sie durch die Sucht verloren hat.


Meinung:

Obwohl Casey sauber bleiben möchte, kann sie einer Pyjama-Party mit ihren früheren „braven“ Freunden nicht so wirklich etwas abgewinnen.
Kurzerhand entschließt sie sich mit ihrer Freundin Shana, durch die sie damals eigentlich erst in Schwierigkeiten geraten ist, abzuhauen. Wohl wissend, dass Shana eigentlich nicht die beste Wahl für sie ist.
Drogen, Alkohol, Adrenalin, Gefahr… Das sind die Dinge, für die Shana steht. Aber unabhängig davon, fühlt Casey sich bei ihr als Mensch, der so akzeptiert wird, wie er ist - ganz ohne Heimlichkeiten und den Zwang sich zu verstellen.
Als sich zudem herausstellt, dass Shana, Aya und Julie sie geradewegs zu einem Auftritt von Sam führen, scheint der Abend perfekt zu sein. Jedoch hat Casey zu dem Zeitpunkt weder damit gerechnet, dass sie an diesem Abend auf einem Rave namens „Survive the Night“ landen werden, noch damit, dass ihr jemand etwas in den Drink mischen und sie daraufhin eine ihrer Freundinnen tot am Boden liegen sehen wird ;)
Aber passiert das alles tatsächlich?? Falls ja, schweben sowohl sie und ihre Freunde, als auch die anderen Rave-Besucher in größter Gefahr!

Dies ist bereits mein zweites Buch von Danielle Vega, so konnte ich mich auf so manche Dinge bereits im Vorfeld einstimmen ;)
Zum Beispiel darauf, dass mir ein paar blutige und überaus detaillierte Szenen begegnen werden, die mein Thriller-Herz höher schlagen lassen.
Und, was soll ich sagen… Nur soviel: Ich wurde nicht enttäuscht ;) Und auch die ein oder andere eklige Vorstellung bleibt dem Leser (zum Glück!) nicht erspart J

Die für Casey gewählte Ich-Perspektive sowie Rückblicke in ihr Leben vor der Sucht, lassen eine schöne Authentizität und Tiefe entstehen, sodass man sich gut in sie hineinversetzen und ihre Emotionen miterleben kann (und glaubt mir, das kommt gerade bei Panik echt gut ;)).

Der Schreibstil generell ist passend zum Thema Thriller eher in kurzen Sätzen und Kapiteln gehalten, was der Story eine rasante Geschwindigkeit verleiht. Zusätzlich dazu lässt die Autorin gekonnt ihre Phantasie spielen und hat somit eine wirklich packende Stimmung aufgebaut, die mich das Buch in einem Rutsch hat durchlesen lassen! Der in der Entzugsklinik erlebte Horror, die im Club vorherrschende Euphorie, die Angst die Casey beim Rave erfasst. All das wird dermaßen atmosphärisch und lebendig beschrieben - da ist Spannung und Gänsehaut garantiert!

Spannend, düster, beklemmend. Survive the Night ist ein wirklich temporeicher Thriller voller unerwarteter Wendungen, Blut und Nervenkitzel, die das Lesen für mich zum absoluten Genuss haben werden lassen! 

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81 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

kinder, verrat im zombieland, zombies, zeugen, frosty

Verrat im Zombieland

Gena Showalter , Constanze Suhr
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 18.07.2016
ISBN 9783959670340
Genre: Jugendbuch

Rezension:

die Autorin:

New York Times und USA Today Bestseller-Autorin Gena Showalter wird immer wieder für ihre "prickelnden Pageturner" und "faszinierend fesselnden Geschichten" gelobt. Weltweit feiert sie Erfolge mit ihren atemberaubend schönen Liebesromanen, in denen düstere, verführerische Helden um starke und liebenswerte Heldinnen kämpfen.

Ob Gena einen neuen Teil der Paranormal-Romance-Serie "Die Herren der Unterwelt" oder ein Jugendbuch schreibt, sie begeistert mit ihrem unverwechselbaren Humor und ihrer einzigartigen Vorstellungskraft. Bisher hat sie über 30 Romane veröffentlicht und landet mit ihren neuen Werken regelmäßig auf den Spitzenplätzen der amerikanischen Bestsellerlisten.


ACHTUNG: Für alle, die den vorangegangenen Band noch nicht gelesen haben, enthält diese Rezi logischerweise Spoiler ;) Meine Rezi zu Band 3 könnt ihr ebenfalls hier nachlesen ;)


Klappentext:

Was tust du, wenn deine große Liebe dich aus dem Jenseits um Hilfe anfleht?

„Du musst helfen!“ Zombiejäger Ashton „Frosty“ Martin traut seinen Augen nicht: Seine große Liebe Kat hat eine Botschaft aus dem Jenseits für ihn. Sofort geht er zu dem Ort, den sie ihm beschreibt. Und sieht schockiert, wer seine Hilfe braucht: Milla Marks, die verantwortlich für Kats Tod ist! Am liebsten würde er die Verräterin den gierigsten Zombies zum Fraße vorwerfen. Aber als Anima Industries zurückkehren, um aus den Zombies endgültig das Geheimnis der Unsterblichkeit zu pressen, muss er umdenken. Bevor es zu spät ist. Für sie – und für die Welt.


Zitate:

"Ich strecke den Arm nach Kat aus, will sie wie gewohnt an mich ziehen, doch die andere Seite des Bettes ist leer. Das ergibt Sinn. Kat ist tot." Seite 63

"Ich würde sie von ihrem Leid erlösen. Weil ich so süß bin." Seite 105

"Diese Erkenntnis erschüttert mich. Ich bewege mich weiter. Starte das nächste Kapitel in meinem Leben. Ein Kapitel, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich es je anfangen würde, und das ist bittersüß." Seite 177


Charaktere:

Frosty wird von seinem Verlust nahezu verschlungen. Er kann nicht über den Verlust seiner großen Liebe Kat hinwegkommen, also rettet er sich in Alkohol, schnellen, unbedeutenden Sex und entgleitet somit seinen Freunden immer mehr.
Ist es überhaupt möglich, den charmanten Badboy wieder zurückzubekommen? Oder ist er für immer verloren?
So oder so: Ali, Cole und der Rest der Zombiejäger werden alles in ihrer Macht stehende versuchen, um ihn zu retten.

Milla lebt seit ihrem Verrat an Ali und dem Rest der Z-Jäger allein. Der Fehler, den sie begangen hat, hat sie alles gekostet, sogar ihren Bruder River, der sie verstoßen hat.
Aber Milla ist noch immer eine Kämpfernatur! Nacht für Nacht sucht und vernichtet sie Zombies, wohl wissend, dass jeder getötete Zombie für ihre ehemaligen Freunde eine Gefahr weniger darstellt.
Denn unter ihrer harten Schale leidet sie unter dem Verlust ihrer Freunde und sieht die Verbannung als ihre gerechte Strafe.


Meinung:

Es sind bereits ein paar Monate seit dem Tod von Kat vergangen, doch die Trauer um sie und die anderen verlorenen Freunde ist noch allgegenwärtig. Ali kann sich zumindest teilweise darüber hinwegtrösten, da sie ja nach wie vor ihre Mutter Helen, ihre Schwester Emma und ihre Freundin Kat sehen kann. Als sogenannte "Zeugen" dürfen die drei in der Geisterwelt verbleiben und ab und an bei denen, die fähig sind sie zu sehen, vorbeischauen. Bei Frosty jedoch sieht das ganz anders aus. Nach und nach verliert er sich immer mehr, bis ihm eines Tages Kat erscheint und ihm einen Auftrag erteilt. Um seine geliebte Kat wiederzusehen, tut er natürlich alles, was in seiner Macht steht, völlig nichtsahnend, dass er damit ausgerechnet Milla das Leben retten wird.
Und damit nicht genug! Auf Grund einer von Ali´s Visionen, wird er gezwungen, sich mit Milla zu arrangieren. DAS kann doch wohl nur ein Scherz sein?! Und dann scheinen auch noch die verdammten Zombies immer mehr zu werden, was ist da nur los?
Eins ist klar: Frosty und seine Z-Jäger werden es wohl früher oder später herausfinden ;)

Vorab sollte gesagt sein, dass dies kein weiteres Ali/Cole-Buch ist. Die beiden kommen zwar sehr wohl darin vor, aber nach Frostys derben Verlust in Band 3 hat sich Gena Showalter entschieden, eine Frosty/Milla-Geschichte zu konzipieren, die natürlich auch abwechselnd -aus den unterschiedlichen Sichten der beiden- erzählt wird, und die uns an seiner Trauer, seinem Kampf und seinem weiteren Leben teilhaben lässt.
Mal ehrlich, uns Fans hätte es das Herz gebrochen, Frosty so zurücklassen zu müssen, ohne zu wissen, wie es ihm geht, oder???
Ich kann nur sagen, dass ich sehr glücklich über diese Zusatzstory bin.

Wie bereits erwähnt, wechseln die beiden Protas kapitelweise. Dies geschieht jeweils in der Ich-Perspektive und im Erzählstil, gerade so, als würden sich die beiden direkt mit uns Lesern unterhalten. Das erschafft natürlich bei beiden enorme Tiefe und ein sehr gutes Verständnis, da wir direkt mit ihren größten Ängsten, Hoffnungen und allerlei sonstigen Emotionen konfrontiert werden.

Auch zu erwähnen wäre natürlich (mal wieder) der geniale Schreibstil, der mich jedes Mal auf´s neue fesselt! Denn abgesehen von so manch´ spannenden und vor allem actionreichen Szenen mit viel Blut und Horror, überzeugt die Autorin mich ein ums andere Mal mit ihrem Wortwitz und der Schlagfertigkeit, die sie ihren Charakteren verleiht. Die Wortgefechte untereinander, die dermaßen von Großmäuligkeit und Selbstvertrauen strotzen, haben mich erneut des Öfteren schallend lachen lassen. Aber wem erzähl ich hier was, ihr kennt das ja mittlerweile :D

Obwohl ich als Fan natürlich voreingenommen bin, muss ich jedoch einräumen, dass auch in diesem Buch eine "emotionale Unentschlossenheit" (anders kann ich es gerade nicht beschreiben, ohne euch zu spoilern) auftritt, wie wir sie bereits zu Ali´s und Cole´s Anfängen erleben durften. Hat mich jedoch absolut nicht gestört, da sie thematisch gut gepasst hat, aber lest selbst ;)
Und natürlich bekommen wir am Ende wieder ein paar Goodie-Kapitel, die wirklich wieder toll ausgefallen sind. Echt lesenswert :)

Alles in allem muss ich sagen, dass ich diesen Teil mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendet habe.
Lachend natürlich, da ich mich freue, dass die Reihe einen stimmigen und fesselnden Abschluss erhalten hat, und
weinend, weil die Seiten viel zu schnell an mir vorbeigezogen sind und ich unsere Zombiejäger definitiv vermissen werde!

Aber vielleicht haben wir Leser ja Glück und es kommt doch irgendwann nochwas nach... Lesen würde ich es auf jeden Fall :)

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182 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

mythologie, götter, nordische mythologie, rick riordan, magnus chase

Magnus Chase - Das Schwert des Sommers

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.07.2016
ISBN 9783551556684
Genre: Jugendbuch

Rezension:

der Autor:

Rick Riordan war viele Jahre lang Lehrer für Englisch und Geschichte. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Boston und widmet sich inzwischen ausschließlich dem Schreiben. Seine Percy-Jackson-Serie hat den Buchmarkt im Sturm erobert und ist in 40 Länder verkauft worden. Auch seine nachfolgenden Serien, »Die Kane-Chroniken«, »Helden des Olymp« und »Magnus Chase«, schafften auf Anhieb den Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten.


Klappentext:

Magnus schlägt sich nach dem Tod seiner Mutter allein auf der Straße durch, denn seinen Vater hat er nie gekannt. Bis er eines Tages etwas Unglaubliches erfährt: Er stammt von einem der nordischen Götter Asgards ab! Leider rüsten diese Götter gerade zum Krieg; auch Trolle, Riesen und andere Monster machen sich bereit. Ausgerechnet Magnus soll den Weltuntergang Ragnarök verhindern. Dafür muss er ein magisches Schwert finden, das seit 1000 Jahren verschollen ist. Noch hat er keine Ahnung, was für Abenteuer auf ihn warten!


Zitate:

"Ich heiße Magnus Chase. Ich bin 16 Jahre alt. Ich erzähle jetzt die Geschichte, wie mein Leben den Bach runterging, nachdem ich umgebracht worden war." Seite 11

"Bei meinem Leben, Magnus, ich schwöre, dein Vater ist ein nordischer Gott. Und jetzt beeil dich. Wir haben nur zwanzig Minuten Parkzeit." Seite 39

"Seine Iris leuchtete so hell, dass ziemlich sicher alles, was ich für den Rest meines Lebens sah, die Farbe von limonengrünem Gelee haben würde. Die gute Nachricht: Es sah nicht so aus, als ob der Rest meines Lebens sehr lange sein würde." Seite 263


Charakter:

Der 15-jährige Magnus Chase lebt seit dem Tod seiner Mutter vor 2 Jahren auf der Straße. Seinen Vater hat er nie kennengelernt und seine Mutter hat ihm immer nahegelegt, sich von seinem Onkel Randolph fernzuhalten. So ist er, abgesehen von seinen 2 obdachlosen Freunden Hearth und Blitz, weitestgehend auf sich gestellt. Dennoch schlägt er sich so durch. Doch das soll sich an seinem 16. Geburtstag gehörig ändern...


Meinung:

Was würdet ihr davon halten, wenn ihr an eurem 16. Geburtstag sterben müsstet?? Richtig: NIX! Denn das ist ziemlich großer Mist, das empfindet auch Magnus so. Obwohl man ja wohlwollend einräumen muss, dass dies noch lange nicht das Ende seines Daseins bedeutet (wird sich wohl erst noch rausstellen müssen, ob es andersrum nicht besser gewesen wäre). Wider Erwarten findet er sich nach seinem doch recht verfrühten Ableben in Walhalla wieder. Und damit nicht genug! Er ist quasi ein Halbgott!! Glaubt ihr nicht? Tja, stellt euch hinten an ;)
Und als wäre das immer noch nicht genug, deutet alles darauf hin, dass einige Parteien die Götterdämmerung voverlegen, und somit alle neun Welten vernichten wollen... Das kann Magnus natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Und was zusammengefasst wie der Anfang eines Witzes klingt (ein Albe, ein Zwerg und 2 Halbgötter treffen sich...), soll sich sehr schnell als bitterer Ernst im Kampf um Leben und Tod erweisen...

Obwohl ich einige von Rick Riordans Bücher zuhause habe, war dies bislang das erste, welches ich gelesen habe. "VERDAMMT" kann ich dazu nur sagen!
Allem voran sei gesagt, dass ich schon immer ein großer Fan von Sagen und Mythologie bin. Das ist natürlich, um dieses Buch genießen zu können, ein enormer Vorteil ;)
Wie liebevoll und kreativ der Autor die ganzen Götter, Halbgötter und andere mythische Figuren in sein Konstrukt einflicht und zum Leben erweckt, ist einfach nur phänomenal!
Und auch, wenn Magnus selbst ab und an mal einen Witz reißt (wenn er mal wieder ein Wort nicht versteht und stattdessen etwas völlig Abstruses wiedergibt), der dann doch eher zum ursprünglichen Publikum passt, muss ich sagen: Hat mich NULL gestört! Denn selten habe ich beim Lesen eines Buches derart Lachen müssen, wie beim Genuss von Magnus´ zynischer, sarkastischer Art im Dialog mit seinen schnoddrigen Gefährten! (Ihr könnt gerne meinen Mann fragen, der hat mich das ein oder andere mal ganz seltsam angeschaut...).

Rick Riordan hat es mit viel Wortwitz und Phantasie geschafft, einen durchweg unterhaltsamen und absolut hinreißenden Roman zu kreieren.
Durch mannigfaltige Gefahren, den Fakt, dass man nie so recht weiß, wem man trauen kann und und rasante Wendungen hat er ein fulminantes Abenteuer für Jung und Alt erschaffen, dass mich bestens unterhalten hat. Nur selten habe ich ein Buch mit 550 Seiten so schnell verschlungen, das will schon was heißen ;)

Ein absolutes Highlight, dass ich den "junggebliebenen Abenteurern" unter euch nur wärmstens empfehlen kann!
Ich freue mich sehr darauf zu erfahren, wie die Reihe weitergeht und glaubt mir, dieses Mal, wird Band 2 definitiv gar nicht erst auf den SUB wandern ;) 

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