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146 Bibliotheken, 24 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

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Vox

Christina Dalcher , Marion Balkenhol , Susanne Aeckerle
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 15.08.2018
ISBN 9783103974072
Genre: Romane

Rezension:

Ich.Bin.Empört!

Das ist wohl das erste, was einem während des Lesens von "Vox" in den Sinn kommt.
Stellt euch vor, euer tägliches Kontingent an Wörtern ist auf 100 beschränkt, ansonsten bekommt ihr einen Stromschlag. Keine alltäglichen Dinge wie vom Tag erzählen, oder sein Kind trösten, weil es sich verletzt hat. Keine tiefsinnigen Gespräche mehr mit dem Partner und Freunden...
Und stellt euch vor, euer gesamtes, bisher bekanntes Leben wird klammheimlich Schritt für Schritt von anderen geregelt und bestimmt.
Klingt extrem? Definitiv! Aber in Jeans Fall wäre das alles noch relativ harmlos ausgedrückt.
Seit Monaten dürfen Frauen und Mädchen ihr Kontingent an Wörtern nicht überschreiten, sie bekommen die Pässe entzogen, um nicht fliehen zu können und wirklich alles, was man sich vorstellen kann, wird kontrolliert und zensiert. Bücher, TV, Jobs. Es werden sogar überall Kameras montiert, um zu verhindern, dass mit Händen oder Gesten kommuniziert wird...

Ich muss sagen, dass diese beklemmende Stimmung mich ab der ersten Seite bereits in ihren Fängen hielt. Und ehrlich gesagt ändert sich das über das gesamte 1. Drittel des Buches auch nicht. In diesem webt Christina Dalcher für uns ein Szenario, das empört und einfach nur sprachlos macht! Die Art und Weise, in der sie rückblickend erzählt, wie es so weit kommen konnte -natürlich langsam und schleichend mit dem letzten Regierungswechsel- und natürlich durch das Schließen der eigenen Augen, erinnert stark an viele bereits bekannte Missstände. Man denkt natürlich automatisch an Szenarien wie den Holocaust, Rassismus und ähnliches, aber auch, und das ist noch beängstigender, an das "Stanford-Prison-Experiment" aus den 70ern, das deutlich gezeigt hat, was Macht aus Menschen werden lassen kann... Denn genau dadurch wird dieses bittere Gefühl noch extrem verstärkt. Die Autorin geht nämlich nicht nur darauf ein, wie Jean sich fühlt, als jemand der ein "normales" Leben kennt, sondern auch darauf, was es für unsere Kinder bedeuten würde und wie schnell eventuell auch ein Umdenken stattfinden könnte. Gehirnwäsche bei den Jugendlichen und bestehende frauen- und emanzipationsfeindliche Gesinnungen, die so leichter gelebt und als richtig weitergegeben werden, inklusive!
Viele Männer werden nun im Spaß sagen "ja, 100 Wörter... Das wäre toll!" und viele Frauen werden lachen und ihren Partnern einen liebevollen Stumper geben (wie auch bei uns daheim). Aber es gibt bestimmt genug Menschen, die es auch ernst meinen...
Ja, ich muss sagen, dass dieses erste Drittel genau nach meinem Geschmack war. Bildhaft und emotional, Empörung und Schnappatmung inklusive!

Danach nimmt die Geschichte drumherum Fahrt auf, denn natürlich reicht das Beschreiben den Istzustands und wie es dazu kam noch nicht für ein Buch. Und auch hier geht es spannend und abwechslungsreich weiter. Die Autorin hat sich ein paar wirklich nette Wendungen einfallen lassen, um uns weiterhin gekonnt zu unterhalten. Was genau Jean und ihren Liebsten widerfährt, müsst ihr jedoch selbst lesen...

Für mich ist "Vox" eine beängstigende Vorstellung, die sowohl durch Konzept als auch die menschliche Entwicklung (oder sollte ich Mutation zu Monstern sagen??) bewusst schockiert und sehr zum Nachdenken anregt. Vielleicht lehrt es uns auch ein Stück weit Nächstenliebe, Verständnis und im besten Fall, dass wir nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern für uns und andere einstehen sollten. Das wäre wirklich toll!

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127 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

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Du wolltest es doch

Louise O'Neill , Katarina Ganslandt
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.07.2018
ISBN 9783551583864
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Emma ist "in", beliebt, bewundert und sie weiß und genießt das auch. Sie steht gerne im Mittelpunkt und dafür ist ihr beinahe jedes Mittel recht. Bis zu dem Vorfall auf einer Party, nachdem plötzlich das böse "V-Wort" mit ihr in Verbindung gebracht wird. Plötzlich muss sie auf die harte Tour lernen, was es heißt, vergewaltigt worden zu sein, und nicht jeden auf ihrer Seite zu haben.

Puhhhhh, also, ähhhhhhhh. Ich weiß gerade gar nicht so genau, wo ich anfangen soll.
Normalerweise lese ich ja relativ schnell, vor allem, wenn mich ein Buch fesselt. In diesem Fall muss ich jedoch gestehen, dass ich an diesen 368 Seiten jetzt knapp eine Woche gelesen habe. Das liegt jedoch nicht daran, dass es sich um ein schlechtes Buch handeln würde, ganz gewiss nicht! Es ist einfach so, dass es durch die schwere Thematik einfach absolut nichts für "nebenher" ist, ich aber andererseits auch immer wieder eine Pause brauchte, weil es stellenweise einfach wirklich hart ist und mich dadurch sehr mitgenommen hat.
Das fing schon damit an, dass Emma eigentlich eine absolut unsympathische Person ist. Sie ist überheblich, herablassend, hält andere absichtlich klein und hebt sich selbst dadurch empor. Sie suhlt sich in Bewunderung, neidet selbst ihre Freundinnen! Für sie ist beliebt zu sein Arbeit, denn sie muss so tun, als würde sie sich für andere interessieren... Für sie ist es wie ein innerer Zwang, immer und immer wieder jedem beweisen zu müssen, wie anders sie ist und somit weder Standard oder gar vorhersehbar!
Der Umgang mit anderen und ihr eigenes Selbstbild war für mich sehr anstrengend zu lesen, weil ich sie, ehrlich gesagt, am liebsten geschüttelt hätte. Pfui! Und auch ihre lockerer Umgang mit Drogen, Sex und Alkohol ist bestimmt für den ein oder anderen grenzwertig zu lesen, aber nun gut, das ist ist dem Fall natürlich ein wichtiger Bestandteil der Geschichte. Obwohl da zugegeben bei mir auch gleich die Gedanken aufkamen, dass das eigene Kind (wenn man eins hätte) hoffentlich nie so ein "verschobenes" Weltbild haben wird, dass es ihm so wichtig sein könnte, "einzigartig" zu sein. Andererseits ist das aber ja auch keine Sache, die tatsächlich gezwungenermaßen eine Vergewaltigung hervorruft oder verhindert, sondern ich wünsche es mir einfach für das Kind! Ach, ihr wisst hoffentlich was ich meine. Ich wünsche mir einfach für unsere Kinder ein besseres Selbstwertgefühl, als Emma es hat.

Und auch der zweite Teil der Geschichte, also der nach der Vergewaltigung, ist nicht wirklich einfacher. Man bekommt viele Unterthemen vor Augen geführt, über die man nicht nur unweigerlich nachdenkt, sondern die einen emotional auch sehr aufwühlen - zumal die Details des Vorfalls schlicht und ergreifend brutal sind, machen wir uns da nichts vor. Nichts für schwache Nerven!
Ob es sich bei diesen Unterthemen um öffentliche Angriffe, Drohungen oder die Umgangsweisen der eigenen Familie damit handelt, nichts davon ist wirklich einfach. Und dann ist da ja noch das immens wichtige Thema "Victim Blaming", das Zuweisen der Schuld auf das Opfer. Man hat das ja alles schonmal gehört "selbst schuld, warum ist das Kleid so kurz", "warum hat sie auch getrunken", usw. Diese und ähnliche Diskussionen gibt es ja immer mal wieder (mögen Menschen ohne Hirn doch bitte einfach gegen eine Wand rennen!!).
Aber ich glaube, mir hat am meisten zugesetzt, dass Emma -oder besser gesagt viele der Opfer- sich selbst AUCH die Schuld gibt (geben) und das somit nicht nur von außen geschieht. Es ist einfach traurig und unbegreiflich, dass Opfer eines Missbrauchs keine Anzeige erstatten, weil sie selbst denken, sie hätten vielleicht NOCH deutlicher nein sagen müssen, sich weniger schminken dürfen oder ähnliches.

Zum Schluss kommt von mir jedoch noch ein klitzekleines "Aber", von dem ich denke, dass es nicht nur mir beim Lesen über die Füsse fallen wird. Ein bisschen bin ich darüber gestolpert, dass Emmas Familie nach dem Vorfall nicht umgezogen ist, denn ich würde vermuten, dass das jede Familie -vorausgesetzt sie kann es sich leisten- so handhaben würde. Außer das Opfer ist so stark, dass es den Tätern absichtlich trotzen möchte, das gibt es ja auch, ist aber bei Emma nicht der Fall... Klar wäre das der Geschichte nicht zuträglich gewesen, aber zumindest als thematisierten Gedanken hätte ich es mir gewünscht, da es für mich als recht wahrscheinliche Reaktion einfach dazu gehört.

Für mich ist "Du wolltest es doch" ein wichtiges Buch und trotz -oder gerade wegen- der thematischen Brutalität und Grausamkeit (die Altersempfehlung ist nicht grundlos bei 16 Jahren angesetzt!) ein absolutes Must-Read, von dem ich hoffe, dass es viele Menschen aufrütteln wird.
Ein "Nein" ist und bleibt ein "Nein", und muss eigentlich nicht extra ausgesprochen werden, wenn ein Mädchen bewusstlos ist, oder??? Ein wirklich grandioser Appell an Opfer und Umwelt, aufzuwachen und etwas zu tun!

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Zerrissene Erde

N. K. Jemisin , Susanne Gerold
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2018
ISBN 9783426521786
Genre: Fantasy

Rezension:

Stell dir vor, du musst dich verstecken und verstellen, weil du etwas bist, dass andere bestenfalls NUR fürchten, schlimmstenfalls tot sehen wollen… So lebt Essun.
Und als wäre das nicht schon schlimm genug, steuert die Welt einer Fünftzeit entgegen, was ihren Untergang bedeutet. Tsunamis, Vulkanausbrüche, Ascheregen. Solchen Dinge stehen Essun und der Menschheit bevor.
In dieser schweren Zeit geschieht es, dass ihr dreijähriger Sohn Uche erschlagen wird und das vom eigenen Vater! Weil Uche eben auch war was Essun ist und es noch nicht verstecken konnte…
Geplagt von Reue und Schmerz gibt es für Essun nur noch ein Ziel: Überleben um ihren Mann zu finden und zu töten – zumal auch ihre Tochter mit ihm verschwunden ist. Ob auch sie tot ist, steht in den Sternen…

Als allererstes springt einem natürlich der wirklich bezaubernde Schreibstil ins Auge. Bildhaft, detailreich und stellenweise schon fast poetisch anmutend, tauchen wir tief in die von N. K. Jemisin kreierte Welt ein. Egal ob Gebäude, Personen oder Emotionen, sie schafft es den Leser mit ihrem Stil und ihrer Fantasie schwer zu faszinieren!

Gerade in den Passagen die Essun betreffen, ist dieser Effekt immer besonders ausgeprägt, da der Leser in diesen persönlich angesprochen wird. Wir werden geduzt, als wären wir Essun selbst. Durch ihren schweren Verlust, ihren Schmerz und ihre Selbstvorwürfe den Mord an ihrem Sohn nicht verhindert zu haben, sind gerade diese Stellen besonders emotional und mitreißend! Zumal ihr Leben zuvor schon hart war und sie nun wirklich alles verliert. Sogar ihre schwer erkämpfte neue Heimat… Und auch vor Tabus wird nicht Halt gemacht, dementsprechend kann es schon mal sehr direkt und auch schonungslos werden. Ich empfand das sehr gelungen und auch passend. Eine sterbende und grausame Welt voller Angst und Vorurteile besteht nunmal nicht aus Schmetterlingen und Blütenblättern, dementsprechend finde ich es einfach auch angebracht, wenn sich das in Sprache und Vorkommnissen ausdrückt.

Und dann habe ich noch eine sehr positive Empfindung, aber auch noch ein „Aber“ für euch…

Wir begleiten ja Essun, Damaya und Syenit im Wechsel, die zwar jede für sich ein spannendes Ziel vor Augen hat und deren Geschichten sich letzten Endes auf wirklich brillante Weise zusammenfügen, was ich persönlich als sehr gekonnt empfinde. Auch wartet das Ende mit einer schönen und vor allem interessanten Ideen für Band 2 auf, die auf jeden Fall Lust macht, diese Fortsetzung zu lesen. Für meinen Geschmack haben jedoch die Ausführungen dieser drei Reisen nach dem ersten Drittel etwas „geplätschert“. Stellenweise verloren wir uns in Gebäude- und Umgebungsbeschreibungen, Geschichten aus dem Vorher oder Ähnlichem, was in Summe auf mich ab und zu etwas langwierig wirkte und mich leider auch das ein oder andere Mal Absätze überspringen ließ.

Für mich ist „Zerrissene Erde“ eine sehr gelungene und fesselnde Story, die mit einigen Überraschungen und tollen Ideen punktet. Alles in allem werde ich jetzt einfach mal über die oben genannten Längen hinwegsehen, hoffen, dass sie nur der Einführung in die Welt geschuldet sind und nach Band zwei nochmal neu bewerten. Denn neugierig wie es weitergeht, bin ich definitiv!

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202 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 124 Rezensionen

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Zu nah

Olivia Kiernan , Klaus Timmermann , Ulrike Wasel , Carla Felgentreff
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.04.2018
ISBN 9783959671835
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich empfand die ersten beiden Drittel leider als etwas träge und oftmals vorhersehbar. Richtig spannend wird es eigentlich erst auf den letzten 70 Seiten, wobei mir die Auflösung dann zu weit hergeholt und auch zu schnell abgewickelt war. Ein bisschen wirkte es auf mich, als wäre der Autorin die Lust ausgegangen. Das fand ich schade, denn es waren eigentlich gute Ansätze vorhanden! Letzten Endes konnte mich die Geschichte um Frankie Sheehan aber alles in allem  leider nicht überzeugen. Ein kleines Highlight  war Baz für mich, aber im großen und ganzen gesehen. blieben eigentlich alle Charaktere recht oberflächlich. Auch er. Sehr schade, Potential ist absolut vorhanden, jedoch eben einfach für mich nicht die geeignete Umsetzung 

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38 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

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Pheromon 2: Sie sehen dich

Rainer Wekwerth , Thariot , Frauke Schneider
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.07.2018
ISBN 9783522505543
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die große Schlacht zwischen der Menschheit und den Aliens steht kurz bevor. Jake, Lee und Skagen bleibt somit nur ein kleines Zeitfenster, die anderen Hunter zu finden und -hoffentlich- die Menschen zu retten. Aber wie soll das möglich sein, wenn selbst Lee aus der Zukunft außer ihm keinen der anderen Hunter aufspüren kann?

Und auch 100 Jahre später tut sich noch einiges. Zwar weilt Travis nicht mehr unter uns, aber scheinbar war er nicht der einzige Nicht-Infizierte, da hat wohl noch wer ganz anderes Aktien im finalen Kampf ums Überleben.

Ohne großes Vorgeplänkel setzt die Geschichte exakt dort ein, wo Band 1 endete. Also mitten in Action und Spannung, wodurch ich umgehend ins Geschehen gesogen wurde. Und auch im weiteren Verlauf kommen diese Attribute nicht zu kurz – ganz im Gegenteil! War mir Band 1 stellenweise etwas zu ruhig, so kann man das von dieser Fortsetzung definitiv nicht behaupten! Unvorhergesehen, rasant und abwechslungsreich bauen die beiden Autoren eine faszinierende Geschichte auf, die mich Seite um Seite verschlingen lies. Zumal auch die Sprünge in der Zeit bzw. zwischen den Charakteren, viele Details ans Tageslicht befördern, die das Gesamtbild immer runder werden lassen und somit einen Aha-Effekt hervorriefen, der mich zusätzlich fesseln konnte.

Aber auch andere Details lösten bei mir Faszination aus. Allem voran Carl, der optimal ins Geschehen integriert wurde und somit den Leser sogar zeitenübergreifend erfreut! Leider kann ich dazu jedoch nicht so viel verraten, ohne dem Geschehen zu sehr vorzugreifen. Lasst euch überraschen!

Des Weiteren haben die unterschiedlichen Hunter natürlich unterschiedliche Fähigkeiten, die ich persönlich stellenweise als sehr kreativ und vor allem PRAKTISCH empfand. Fand ich Jakes Gabe -die Gefühle der anderen zu riechen- schon sehr praktisch, muss ich gestehen, dass es in Band 2 NOCH bessere gibt, mit denen ich mich bestimmt anfreunden könnte 😀

Mir persönlich gefällt diese Fortsetzung besser als ihr Vorgänger, denn mit ihrer rasanten Art zieht sie den Leser tief in Verfolgungen -Paranoia garantiert-, Überlebenskämpfe und die permanent andauernden Zweifel, wem man nun trauen kann und wem nicht. Atmosphärisch, gelungen, atemraubend!

Ich für meinen Teil freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, denn ich bin mir sicher, dass das bevorstehende epische Duell es echt in sich haben wird! Zumindest lässt das Ende von Band 2 das vermuten 😉

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220 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

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Elian und Lira – Das wilde Herz der See

Alexandra Christo , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.07.2018
ISBN 9783423762205
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Elian und Lira, zwei Individuen, die nicht unterschiedlicher sein könnten... Oder??? Sie die Tochter der Meereskönigin, er der Prinz von Midas, und dennoch sind sie in einigen Punkten über die Maßen identisch: vereint im gegenseitigen Hass, sind sie beide nichts weiter, als Mörder, die sich nach dem Leben trachten. Die Sirenen hassen die Menschen wegen deren Mordes an ihrer Göttin Keto, die Menschen hassen die Sirenen wegen der Morde an ihrer Art. So scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sie aufeinandertreffen und das Schicksal für einen der beiden für immer besiegelt ist.

Viele von euch wissen, dass ich eigentlich kein Coverkäufer bin. Dennoch muss ich zugeben, dass mir die Verzierungen gleich ins Auge gesprungen sind, sehen schon toll aus, oder?
Umso erstaunter war ich als ich festgestellt habe, dass der Inhalt sich doch sehr von dem unterscheidet, was mich der erste optische Eindruck vermuten lies. Denn wer denkt, "ja, ein Märchen mit Sirenen" oder so -so harmlos war ehrlich gesagt meine Erwartung-, wird relativ schnell eines besseren belehrt. Denn nicht nur, dass beide Mörder sind, die auf die jeweils andere Art Jagd machen, nein, gerade bei Lira kommt noch eine gewaltige Portion Grausamkeit und Brutalität dazu! In Kombination mit ihrer zornigen, impulsiven Art lässt das gerade im ersten Teil der Geschichte kein allzu rosiges Licht auf sie scheinen.
Diese Abweichung vom Erwarteten fand ich alleine schon ziemlich fesselnd und gelungen, jedoch werden sowohl Geschichte als auch Spannung und Entwicklung der Charaktere durch den Schreibstil der Autorin zusätzlich perfekt unterstützt. Sie erzählt im Wechsel aus den beiden Perspektiven, was nicht nur einen schönen Blick in die Köpfe der zwei ermöglicht, sondern auch in die Schönheiten der Welten, aus denen sie stammen und an denen sie uns teilhaben lassen. Fantasievoll und bildhaft tauchen wir in die wunderschöne und gleichzeitig grausame Unterwasserwelt der Sirenen ein, um gleich darauf Elian und seine Crew zu begleiten, die in Piratenmanier Abenteuer ersegeln und zeitgleich Sirenen jagen.
Wir haben an Sorgen und Wünschen Anteil, allem voran der Sehnsucht nach Freiheit, die beide innehaben.

Viele Aspekte der Geschichte haben mir unheimlich gut gefallen, konnten mich unterhalten und faszinieren. Vor allem, weil ich absolut nicht mit einer so gehörigen Portion Gnadenlosigkeit und Unbarmherzigkeit gerechnet hatte. Gerade im ersten Teil des Buches erleben wir sehr viel Misstrauen, Vorurteile und Drohungen, die ein wirklich düsteres Szenario erschaffen, dass ich sehr faszinierend fand. Im zweiten Teil jedoch, kommen dann eher die Aspekte zur Geltung, mit denen ich gerechnet hatte und leider ist die Geschichte ab diesem Zeitpunkt auch etwas vorhersehbar. Nun gut, das ist vermutlich meistens so, sobald amouröse Emotionen ins Spiel kommen, aber in Kombination mit klitzekleinen Längen, war mir das dann einfach ein bisschen zu "glatt".
Wobei ich jedoch auch zugeben muss, dass das Ende dann doch wieder für viele Dinge entschädigt, aber das müsst ihr jetzt dann doch selbst lesen ;)
Besonders gut hat mir wiederrum gefallen, dass mich bestimmte Aspekte immer wieder zum Grübeln bringen konnten. Dinge wie die Überlegung, was uns eigentlich ausmacht, was unseren Charakter formt. Ob wir nur die Summe unserer Herkunft und Wurzeln sind, und inwiefern wir aus unserer eigenen Haut können. Diese Gedanken hat Alexandra Christo schön in Szene gesetzt und geschickt platziert, so dass sie bestimmt bei den meisten Lesern noch ein bisschen nachhallen werden.

Für mich ist "das wilde Herz der See" eine sowohl blutrünstige als auch zauberhafte Geschichte mit kleinen Defiziten, die jedoch durch Schreibstil und Bildhaftigkeit besticht. Da packt mich doch sofort wieder das "Meerweh"...

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142 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

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Undying – Das Vermächtnis

Meagan Spooner , Amie Kaufman , Karin Will
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.07.2018
ISBN 9783737356008
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein weit, weit entfernter Planet ist die einzige Chance für Amelia, ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Dumm nur, dass es nicht nur verboten ist, diesen Planeten zu betreten, sondern noch weniger erwünscht ist, dort zu plündern. Aber genau dafür wurde sie dorthin geschickt. Erschwerend kommt hinzu, dass Amelias Chefin nicht die Einzige mit dieser Idee war, was das Leben ungemein gefährlicher macht – denn dort sind nicht nur die Umstände wie Sauerstoffgehalt, Wasser und Nahrung suboptimal, es will sich natürlich auch kein anderer Dieb etwas wegnehmen lassen. Entsprechend „ruppig“ sind auch die Umgangsformen, auf eine Leiche mehr oder weniger kommt es den meisten nicht an.

Doch was macht bitte dieser -zugegeben- niedliche, aber völlig deplatzierte Streber dort, dem man schon von weitem ansieht, dass er nicht auf Gefahren wie diese vorbereitet ist???

Und wie zur Hölle kam es nur, dass Amelia ausgerechnet auf ihn plötzlich angewiesen ist? Gute Frage, aber letzten Endes irrelevant, denn ohne die Hilfe des jeweils anderen werden die beiden definitiv keine Chance haben zu überleben.

Als ich gehört habe, dass Meagan Spooner und Amie Kaufman ein weiteres gemeinsames Werk in Angriff nehmen, war ich zugegebenermaßen sofort Feuer und Flamme.

Seit „These Broken Stars“ bin ich ein großer Fan der Symbiose der beiden und mit „Undying – Das Vermächtnis“ konnten sie mir ein weiteres Mal beweisen, dass sie es einfach können! Obwohl die Geschichte wieder im Wechsel zwischen den zwei Protagonisten Amelia und Jules erzählt wird, lesen sich beide Charaktere sehr angenehm, flüssig und sind beide gleich sympathisch. Auch wenn man in der Regel davon ausgeht, dass bei einem Autorenduo jeder einen anderen Charakter übernimmt, könnte ich jedenfalls nicht behaupten sicher zu sein, dass das Schreiben so aufgeteilt ist. Weder ist einer der beiden unangenehmer, langweiliger oder ähnliches, noch ist der Stil anders. Das fand ich damals schon toll, denn so bilde ich keinen Liebling aus und kann völlig „unparteiisch“ genießen.

Und gerade das ist bei „Undying“ für mich sehr wichtig gewesen, denn natürlich wurde -wie auch bei den früheren Werken- auch eine Romanze mit verwoben. Ihre Entwicklung ist spannend zu beobachten, jedoch war sie auch der einzige Punkt, der für mich nicht optimal war. Natürlich sind die beiden grundverschieden, jeder hat seine Geheimnisse und eigene Motivation, die sich dem Leser natürlich erst nach und nach zu 100% erschließt. Alleine schon daher konnte das Ganze natürlich nicht reibungslos laufen, aber mir schwanken die beiden etwas zu lange zwischen gegenseitiger Bewunderung und Ablehnung. Das hätte für mich gerne etwas knapper ausfallen dürfen.

Dafür werden wir Leser jedoch mit vielen anderen sehr gelungenen Dingen belohnt. Das Setting zum Beispiel ist wirklich toll! Ein verlassener, trostloser Planet, Alientechnologie die nur durch das Lösen von Rätseln weiter in Augenschein genommen werden kann und viele, viele weitere Geheimnisse lassen nicht nur den Überlebenskampf real werden, sondern auch eine schöne Abenteueratmosphäre entstehen, die mich -zumindest stellenweise- an Indiana Jones erinnert hat und somit eine durchgehende Spannung erzeugen konnte. Man kann vielleicht über den Klappentext sagen, dass man sowas -zumindest ähnlich- schon einmal gehört hat, aber der Aspekt der Action und Überraschungen ist definitiv sehr ausgeprägt und hat mich das Schätzchen innerhalb von zwei Tagen inhalieren lassen. Die beiden Autorinnen haben es geschafft, mich immer wieder mitzureißen und von den Wendungen einnehmen zu lassen. Wirklich gelungen!

Für mich ist die Geschichte um Jules und Amelia ein gelungenes Stück Abenteuer und SiFi, mit tollen Ideen, viel Fantasie sowie einer spannenden Portion Vertrauen und Verrat! Ok, das Ende ist zugegebenermaßen echt FIES, aber zumindest werden wir zu guter letzt direkt darauf hingewiesen, dass der Abschluss voraussichtlich bereits im Frühjahr 2019 erscheint. Damit lasse ich mich gerne etwas besänftigen

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60 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

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Die Prophezeiung des magischen Steins

Stephan M. Rother , Maximilian Meinzold
Flexibler Einband
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.07.2018
ISBN 9783522202442
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Etwas geht vor im Reich. Etwas Dunkles, Bedrohliches, das niemand so recht greifen kann. Doch recht schnell wird klar, dass es es auf die königliche Linie abgesehen hat. Ob Zufall oder nicht, recht bald ist es an einer ziemlich illustren Gruppe, bestehend aus einer Prinzessin, einem Elb, einem Waisen, einem Gnom, einem Zwerg und einer Zauberin, das Reich zu retten und das Böse zu stoppen. Ok, der Fairness halber muss man dazu sagen, dass sie von einem singenden Stein unterstützt werden! Na, neugierig? Dann begleitet Dafydd auf seiner abenteuerlichen Reise durchs Reich!

Als ich gehört habe, dass etwas Neues von Stephan M. Rother erscheinen wird, war ich natürlich sofort neugierig. Nun muss man jedoch dazu sagen, dass es sich für mein Empfinden bei „Die Prophezeiung des magischen Steins“ eher um junge Fantasy handelt, mit jugendlichem Schreibstil und Geschichte. Auch empfand ich sie als viel weniger dunkel, brutal und blutig, als das, was ich bisher von dem Autor kenne. Für mich passt das Ganze eher in die Sparte Jugendbuch, vor allem, weil auch die Charaktere eher witzig geformt, jedoch charakterlich oberflächlich bleiben und die zarten Liebesbande Prinzessin Livia und Dafydd eine nicht unerheblichere Rolle spielen.
Das soll jetzt kein Manko sein, Gott bewahre! Aber wenn man wie ich zum Beispiel ein Fan der „Königschroniken“ ist, sollte man wohl darauf vorbereitet sein, dass alles -inklusive dem Humor- etwas „jünger“ wirkt, als -zumindest für mich- erwartet. Zumal der soeben genannte Humor zum Beispiel auch stellenweise doch viel kindlicher wirkt, als der derbe und schwarze Humor, mit dem ich zugegebenermaßen ein bisschen gerechnet hatte. Der Schreibstil ist einfach generell leichter und mit einem Schelm und Augenzwinkern erzählt.

Die Geschichte und das Szenario selbst, konnten mich durchgehend fesseln.
Trolle, Elben, Zwerge, Gnome, Todesfeen… Der Ideenreichtum und die Vielfalt, mit denen die Geschichte zum Leben erweckt wurde, sind gewohnt kreativ und lassen ein zauberhaftes Bild entstehen. Vor allem das Reich der Elben hat es mir besonders angetan. Und auch die Charaktere selbst sind, auch wenn sie wie erwähnt eher oberflächlich bleiben, doch sehr süß und liebevoll erschaffen. Vor allem von dem haarigen Gnom Memphy, hätte ich doch zu gerne eine Zeichnung oder ähnliches gehabt. Im großen und ganzen hat jeder der Reisenden seinen ganz eigenen Charme, der die Erzählung warmherzig werden lässt.

Für mich ist diese Geschichte ein schönes Jugendbuch, das ich mir unheimlich gut für Fantasy-Einsteiger vorstellen kann. Damit kann man meines Erachtens sehr schön seine Liebe zur Fantasy, Magie und den eigenen Welten entdecken. Bei einem eingefleischten Leser des High-Fantasy-Genres, stelle ich mir diese doch junge und sanftere Gangart etwas schwieriger vor.

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53 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Das Ende ist erst der Anfang

Chandler Baker , Gerda Bean , Vivien Heinz
Fester Einband
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.07.2018
ISBN 9783522202480
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Stellt euch vor, ihr hättet an eurem 18. Geburtstag die einmalige Gelegenheit, jemanden von den Toten auferstehen zu lassen. Ob Freund, Verwandter, ganz egal! Hauptsache, derjenige hat keinen Selbstmord begangen.
Lake wird demnächst volljährig und hat diese Option. Seit dem Unfall ihres Bruders vor 5 Jahren, ist ihre persönliche „Resurrection“ eigentlich für ihn reserviert. Zwar ist er noch nicht tot, nur querschnittsgelähmt, aber das ist ja quasi „korrigierbar“.
Als jedoch ihr Freund und ihre beste Freundin ein paar Tage vorher tödlich verunglücken, sieht Lake sich vor einer unlösbaren Aufgabe: Wie entscheidet man, wer leben darf?

Seit ich das erste Mal von dieser Buchidee gehört habe, bin ich hin- und hergerissen. Also klar war natürlich, dass ich dieses Buch lesen MUSS, aber ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob ich diese Möglichkeit der Wiedererweckung gerne hätte. Einerseits hat jeder schon jemanden verloren, den er gerne wieder in seinem Leben hätte, aber andererseits… würde das rechtfertigen „Gott zu spielen“? Was ist mit dem Offensichtlichen wie Überbevölkerung oder dem ethischen Aspekt?
Und ich muss euch leider enttäuschen, ich bin nach dem Lesen des Buchs auch nicht schlauer. Meine Bedenken habe ich nach wie vor, aber ich denke, wenn man wirklich die Möglichkeit hätte, sähe die Entscheidung bestimmt oftmals anders aus, als beim vorherigen darüber grübeln. Dieser nachdenkliche Aspekt hat mir sehr gut gefallen, da er uns während dem Lesen eigentlich auch nie verlässt.

Erzählt wird aus Lakes Perspektive, was tiefe Einblicke gewährt und so einen authentischen Charakter entstehen lässt. Wir bekommen nicht nur ein Bild davon, wie es ihr geht, sondern erfahren in regelmäßigen Rückblenden zusätzlich, wie sie ihre besten Freunde Will und Penny kennengelernt hat, wie ihr Leben mit ihnen war und vor allem auch, wie ihr Bruder Matt war. Gerade diese Details geben der Geschichte eigentlich alles. Ich selbst wurde zwischen Penny und Will zerrissen, weil die beiden komplett unterschiedlich, aber so unheimlich liebe- und wertvoll waren, dass schnell klar wurde, dass diese Wahl eigentlich nicht zu stemmen ist. Tja, und dann ist da ja auch noch Matt. Sein Charakter wird die Leserschaft vermutlich bewusst spalten, denn er ist gelähmt und diese Lähmung hat ihn natürlich verändert. Er ist verbittert und depressiv. Verständlich sagt ihr? Sehe ich auch so! Aber Matt wurde infolgedessen dermaßen zynisch und ja, bösartig (!), dass mir beim Lesen vor Wut stellenweise die Luft wegblieb. Vor allem, da Lakes und Matts Eltern ihn immer schonen und er laut ihnen nicht gereizt werden soll. Ihr seht, ein Tabuthema im Tabuthema, das mich ebenso beschäftigt hat.

Und so komme ich auch noch zum letzten Tabuthema, dessen die Geschichte sich annimmt. Ich denke wir sind uns einig, dass eine solche Entscheidung eigentlich nicht zu treffen ist, oder? Jetzt gibt es aber ja Menschen, für die diese Wahl enorm wichtig ist. Pennys, Wills und Lakes Eltern zum Beispiel. Ihr könnt euch vermutlich denken, auf was das hinausläuft… Chandler Baker hat mit ihren Details eine zutiefst emotionale, traurige und zerrissene Lake zum Leben erweckt, die mir beim Lesen unter die Haut ging! Zusätzlich wird diese Verzweiflung noch vergrößert durch Beeinflussung und schlechtes Gewissen. Wobei man als Leser auch hier wieder jede Seite verstehen kann, aber besser wird es dadurch nicht wirklich…

Für mich ist „Das Ende ist erst der Anfang“ ein wirklich gelungener Balanceakt zwischen Schuldgefühlen, Grausamkeit und lebensbejahenden Szenen, so dass die Geschichte relativ ruhig blieb und nie zu sehr in eine Richtung abfiel. Ich denke es war gut, dass der stetige Wechsel einen nie gänzlich in Melancholie, Grübelei oder Wut abrutschen lies. So entstand ein ausgewogenes Bild, das mich komplett überzeugen konnte.
Und obwohl ich mit ein paar Kleinigkeiten das Ende betreffend nicht ganz glücklich bin, wurden diese durch andere, absolut unvorhergesehenen Ereignissen komplett relativiert. Toll gemacht, eine klare Leseempfehlung von mir!

P.S.: Manche von euch haben vielleicht mitbekommen, dass der Release ursprünglich anders geplant war. Zu einem früheren Zeitpunkt, mit anderem Titel und anderem Cover. Ich für meinen Teil hatte wohl Glück, dass ich es damals bereits entdeckt hatte, denn ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob mir dieses Cover und der Titel aufgefallen wären. Ich hätte vermutlich eine andere Art von Geschichte dahinter vermutet. Falls es euch auch so geht, gebt dem Buch eine Chance, es lohnt sich!

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81 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

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Ein Schatz aus Papier und Magie

Traci Chee , Sylke Hachmeister
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.06.2018
ISBN 9783551583550
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Seit dem blutigen Vorfall in Tanins Büro, sind Archer und Sefia auf der Flucht vor der Wache. Beide sind sich unschlüssig, welchen Weg sie nun wählen sollen und wie sie ihre Zukunft beeinflussen oder gar verbessern können.
Bis zu dem Tag, an der ihnen eine Gruppe Impressoren vor die Nase läuft, die weitere „Kandidaten“ entführt haben. Natürlich müssen sie die Jungs retten und ihre Peniger vernichten, das steht außer Frage! Und als dann noch herauskommt, dass in Deliene noch drei weitere Impressorengruppen ihr Unwesen treiben, können die beiden nicht anders. Gemeinsam mit den geretteten Jungs machen sie sich auf die Suche, um die Jäger zu Gejagten werden zu lassen.

Da ich Band 1 erst vor fünf Monaten gelesen habe, und es wirklich zauberhaft fand, war für mich der Einstieg in die Geschichte relativ einfach. Denn obwohl die Handlung an mehreren Schauplätzen spielt, an denen wir unterschiedliche Charaktere begleiten und ja, die manchmal auch zu unterschiedlichen Zeiten geschehen -denn beim Buch von Kelanna weiß man ja nie so genau, ob es einen in Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft führt- hat Traci Chee die relevanten Personen so nachhaltig zum Leben erweckt, dass ich mich augenblicklich im Geschehen wiederfand. Ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass ihr euch zum Beispiel auch auf ein Wiedersehen mit Käpt´n Lees und seiner Crew freuen dürft, aber natürlich kommen die Schergen der Wache auch nicht zu kurz.

Nachdem wir uns viel mit Archer und den geretteten Kandidaten befassen, ist die Geschichte -wie zu erwarten- stellenweise recht brutal und blutig. Denn auch, wenn Archer nichts mehr fürchtet, als dass er der Kandidat aus der Prophezeiung sein könnte, sind sie nunmal genau das: ausgebildete und konditionierte Killer. Und, auch da darf man sich nichts vormachen, ihre Suche nach Antworten und Vergeltung mag vieles sein, jedoch definitiv nicht ungefährlich! Da ändert auch der wundervolle Aspekt der Freundschaft nichts daran, den Archer und Sofia durch die Jungs zum ersten Mal seit langer Zeit erfahren und der den Leser emotional wärmt, da dieses ungewohnte Licht im Dunkel einfach nur wunderschön ist. Denn Leid, Schmerz und Tod waren bereits zuvor ihre steten Begleiter und daran hat sich nichts geändert. Ganz im Gegenteil, dieser Punkt ist in der Fortsetzung sogar noch ausgeprägter. Besonders gelungen fand ich das in Kombination mit dem Schreibstil, der mit seinen poetischen Zügen und magischen Ideen einen unheimlich starken Kontrast dazu darstellt. Sehr gelungen!

Wie bereits Band 1, lebt die kreative Welt um Archer und Sefia, sowie die beiden selbst, stark von ihren Gefühlen. Doch leider stellt das -obwohl erwartet- auch den einzigen Punkt dar, der mir nicht so gut gefallen hat. Beide sind zerfressen von Schuld, Selbstvorwürfen und fühlen sich nicht gut genug für den jeweils anderen. Dazu kommen die dann doch relativ detaillierten Kämpfe und hochkochenden Emotionen, auch ihren Freunden gegenüber, was, gerade im ersten Drittel ein bisschen die Luft rausgelassen hat. Traci Chee hat sich da für meinen Geschmack ein kleines bisschen im Hin- und Her verloren, das für mich gerne etwas kürzer hätte ausfallen dürfen.

Aber zum Glück wird ja nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird! Und so nimmt die Story dann nach diesem Teil auch wieder richtig Fahrt auf. Versteckte Botschaften, Geschichten in der Geschichte und die allgegenwärtige Suche nach der Antwort auf die Frage „steht das Schicksal unabänderlich geschrieben“? Für mich ist „Ein Schatz aus Papier und Magie“ und solider Mittelteil, der Lust auf die Fortsetzung macht. Ein magisches Fantasyabenteuer voller Lügen, Verrat und Schuld.

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61 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Liebe ist so scheißkompliziert

Sabine Schoder
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 22.08.2018
ISBN 9783733504069
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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100 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

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Clean

Juno Dawson , Christel Kröning
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.06.2018
ISBN 9783551583826
Genre: Jugendbuch

Rezension:

10 Schritte zurück ins Leben. 10 Schritte, die Lexi nach ihrem nicht ganz freiwilligen Einzug in das Therapiezentrum vor sich hat und hoffentlich bewältigen kann. Denn dieses Mal war es wirklich knapp! Nach einer Überdosis sieht ihr Bruder keine andere Möglichkeit mehr und bringt sie dorthin. In der Hoffnung, seine Schwester zurückzubekommen, am besten clean und "geheilt".

Lexis Leben ist für die meisten vermutlich das typische Klischee. Als Kind reicher Eltern hat sie bereits alles, ist gelangweilt und hat viel zu viel Zeit. Wie bei den meisten ihrer Mitinsassen sind das natürlich gute Grundlagen für eine Sucht.
Dementsprechend ist auch ihr Verhalten und ihre Einstellung. Sie ist überheblich, zynisch und hält die anderen in der Klinik zu Beginn für Loser, die sich nicht im Griff haben. Sie hat das ja und im Grunde genommen hat sie ja auch kein Problem, außer einem übervorsichtigen Bruder. Und süchtig und wirklich gefährdet sind ja eh nur andere...
Tja, ähhhhh... NÖ! Juno Dawson stellt relativ anschaulich dar, WIE falsch Lexi mit ihrer Meinung liegt. Und glaubt mir, sie hat hierbei absolut nichts beschönigt! Ziemlich ehrlich und direkt konfrontiert sie den Lesern mit dem Thema "Entzug" und den damit einhergehenden Nebenwirkungen. Und gerade weil es hier eigentlich nichts schönzureden gibt, muss den Lesern auch bewusst sein, dass die gewählte Sprache hierfür auch nicht nach Rosen duftet. Es begegnen uns Kraftausdrücke, Fäkalsprache und so manch recht zynischen Kommentar. Aber ganz ehrlich? Ich finde es perfekt! Genau so hat es in einer Geschichte mit so einem ernsten Thema zu sein. Schonungslos und ehrlich. Es soll ja auch nichts verharmlost werden, sondern bestenfalls die Augen öffnen.

Mit diesem ereignisreichen Einstieg in die Geschichte ist auch das Thema Spannung -zumindest was den ersten Teil des Buches betrifft- sehr gut gelungen. Fasziniert beobachten wir Lexis Erkenntnisse und die Geschehnisse um sie herum, die -dem Thema entsprechend- recht turbulent sind. Natürlich tragen auch die anderen Einwohner dazu bei, denn díese kennenzulernen, hat mir besonders gut gefallen. Jeder von ihnen hat eine eigene Geschichte, einen eigenen Charakter und ja, leider auch eine ganz eigene Sucht. Denn wer denkt, dass nur Drogen Süchte hervorrufen, irrt natürlich gewaltig. Ich persönlich fand Kendall am eindrucksvollsten. Sie leidet unter Bulimie und ist einfach "anders". Aber lest selbst! Natürlich sind auch die anderen Personen interessant, ich bin jedenfalls schon gespannt, wer euer persönliches Highlight sein wird!

Im weiteren Verlauf wird das Ganze dann etwas ruhiger, geht mehr auf Ängste, Empfindungen und Emotionen ein, statt durchgehend zu schockieren. Jedoch werden wir auch weiterhin von dem Übel, dass das Thema Sucht mit sich bringt, nicht verschont - machen wir uns da nichts vor! Denn die Selbstzerstörung endet ja nunmal leider nicht mit dem Cleansein. Aber es geht vor allem auch darum, dass man lernen muss, wer man ist, wer man sein möchte und wie man das erreichen kann, ohne seinen Dämonen zu erliegen. Und auch, wenn dieser zweite Teil leiser war als der Anfang und ja, das Ende der Geschichte mich nicht zu 100% befriedigt hat, hat mich "Clean" doch sehr bewegt und überzeugt! Eine klare Empfehlung für ein wichtiges Buch, das vielleicht (hoffentlich) ein paar Augen öffnet.

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378 Bibliotheken, 33 Leser, 2 Gruppen, 141 Rezensionen

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Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Tomi Adeyemi , Andrea Fischer
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.06.2018
ISBN 9783841440297
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein unterdrücktes, gehasstes und gedemütigtes Volk. Und Zélie ist eine von ihnen. Aus Angst vor dessen Fähigkeiten wurden vor 11 Jahren alle getötet und ihre verhasste Magie gebannt. Doch nun taucht ein mächtiges Artefakt, das Zélie und ihrem Volk die Magie zurückbringen könnte, wieder auf. Und mit ihm eine große Aufgabe und Verantwortung.

Ok, wo fange ich nun an. Ich glaube, dass mich selten ein Buch so stark emotional hin- und hergerissen hat, wie dieses.
Es lebt von einer gigantischen Idee – einer Geschichte gegen Hass, Unterdrückung, Machtmissbrauch und Rassismus, die ich wundervoll und wichtig finde! Denn meiner Meinung nach sollte jede Möglichkeit, Menschen für Andersartigkeit, Toleranz, Verständnis und Nächstenliebe die Augen zu öffnen, auch genutzt werden. Und alleine schon deswegen liebe ich Tomi Adeyemis Geschichte und ziehe meinen Hut vor ihrem Mut!

Was mich wirklich begeistern konnte, ist ihre Kreativität und die dadurch entstandene Welt. Das Setting ist wunderschön, voller Magie, Emotionen und schillernden Details. Zélies Leben und Umgebung besteht zu einem großen Teil aus Ehre, Respekt und Pflichten, die jedoch aus Liebe und Vorsicht gerne übernommen werden. Seit ihre Mutter in der Blutnacht vor 11 Jahren getötet wurde, hat sie nur noch ihren Babba und ihren Bruder Tzain, für die sie jeglichen Kampf, Schmerz und Verzicht auf sich nehmen würde. Dieses Gesamtkonstrukt ist zwar durch die Angst und den Hass von Außen eingeschränkt, umso deutlicher kann man diese vielfältigen Emotionen richtiggehend fühlen.

Leider gibt es in diesem Fall jedoch auch ein „Aber“, denn in Summe bin ich nicht so glücklich mit der Ausführung, wie ich es gerne wäre.

Zum einen konnte ich mich nicht wirklich an den Tempus gewöhnen. Es gab ein paar Höhepunkte im Buch, ja regelrechte Showdowns, die ganz hervorragend vorbereitet wurden, damit wir Leser ja auch richtig schön mitfiebern. Leider war es für mich dann aber jedes Mal so, dass es irgendwie Zack, Bumm, Peng machte, und das Ganze war schon wieder vorbei. Die richtig spannenden Passagen wurden für meinen Geschmack zu schnell vorangetrieben und wieder beendet, was nicht nur den Lesespaß eingeschränkt hat sondern auch manchmal ein bisschen unglaubwürdig war. Dafür gab es im Gegenzug ein paar Passagen, in denen sich die Geschichte durch Wiederholungen und -sorry- etwas vorhersehbare Wendungen, im Kreis dreht. Dinge wie Zélies Schuldgefühle zum Beispiel oder Misstrauen und Zickereien anderen gegenüber, waren mir stellenweise einfach zu oft im Vordergrund.
Zum anderen gibt es leider noch ein Detail, das mir zu vorhersehbar schien: die Charaktere und die sich ändernden Beziehungen zueinander. Einige wirkten auf mich wankelmütig und launisch, was sie an manchen Stellen einfach recht durchschaubar und leider auch zum Teil klischeehaft werden ließ. Ich hatte die ganze Zeit auf den großen Knall gehofft, aber nach über 600 Seiten könnte ich leider nicht behaupten, dass mich eine der Wendungen, Charakterentwicklungen oder Beziehungen zueinander tatsächlich überrascht hätte. Für mein Empfinden waren viele Dinge zu offensichtlich und auch etwas austauschbar, was andere Bücher betrifft. Schade.

Alles in allem ist „Goldener Zorn“ für mich ein etwas zäher Einstieg in ein wichtiges Thema, das unbedingt beachtet werden sollte. Ich denke ich werde mir ansehen, ob die Fortsetzung vielleicht ein paar der Dinge die mich nicht überzeugen konnten, missen lässt.

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275 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 120 Rezensionen

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Cat & Cole: Die letzte Generation

Emily Suvada , Vanessa Lamatsch , punchdesign Johannes Wiebel
Flexibler Einband
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 19.06.2018
ISBN 9783522505598
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eine grausame Seuche hat die Erde heimgesucht. Seit zwei Jahren ist das Leben auf der Oberfläche ein täglicher Kampf ums Überleben.
So auch für Cat, die seit der Entführung ihres Vaters und ihres Freundes Dax durch Cartaxus alleine ist. Und dennoch schlägt sie sich eigentlich tapfer, bis die Seuche scheinbar mutiert und somit NOCH gefährlicher wird und plötzlich Cartaxus auch bei ihr auftaucht, um sie zu verfolgen.
Das ist der Startschuss für eine rasante Jagd, die dem Leser starke Nerven abverlangt.

Wow, ich muss zugeben, dass ich echt geflasht bin!
Nicht nur, dass Emily Suvada ein wirklich phänomenales Setting, basierend auf kreativen und faszinierenden Ideen entstehen lässt, sie macht dies auch in einer für mich doch recht unerwarteten Art!
Aber eins nach dem anderen…

In Cats Welt, hat jeder Mensch ein Gentech-Panel, das bei der Geburt in den Körper eingepflanzt wird und sozusagen mitwächst. Es lassen sich Apps installieren, zum Beispiel um Optik, Stärke oder Ähnliches zu beeinflussen, aber auch medizinische Maßnahmen lassen sich damit umsetzen. Leider geht das bei Cat jedoch nicht, da sie allergisch auf die zugehörigen Nanobots ist.
Dafür ist sie sowohl eine gute Hackerin als auch Coderin, die ihr Wissen gerne einsetzt, um den Menschen zu helfen.
Das ist jedoch noch nicht alles, was dem Umfeld Leben einhaucht. Es gibt zum Beispiel nachwachsende Fensterscheiben, etc. und nicht zu vergessen, die Seuche selbst natürlich! Sie verbreitet sich dadurch, dass die Infizierten explodieren und in rosa Nebelwolken aufgehen, die sich dann über die Luft weiter übertragen. Eine beängstigende Vorstellung, oder???
Und das ist bei weitem noch nicht das Schlimmste oder Brutalste, was uns beim Lesen begegnet. Das bringt mich zu dem, oben bereits erwähnten, „unerwarteten“ Aspekt.
Nicht nur, dass die Story durch das Coden, Hacken usw. stellenweise auf eine nerdige Weise recht technisch wird, sie ist in vielen Teilen auch ziemlich blutig und grausam.
Ich muss zugeben, dass ich diese beiden Details nach dem pinken Cover und einer weiblichen Autorin nicht erwartet hatte. Aber ich muss ebenso zugeben, dass das genau DAS ist, was für mich zu einem derartigen Seuchenszenario passt. Ich halte es für absolut stimmig und gelungen!

Hinzu kommt der für mich wirklich erwähnenswerte Spannungsverlauf. Die Geschichte beginnt eigentlich schon recht fesselnd, wird jedoch relativ schnell von Seite zu Seite rasanter und unerwarteter. Die Autorin hat es geschafft, auf knapp 500 Seiten so viele Überraschungen und Wendungen einfließen zu lassen, dass für mich zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkam. Ganz im Gegenteil!
Jedoch schafft sie dies nicht nur allein durch geschickte Ideen und Manöver, sondern auch durch die einfließenden Charaktere und Entwicklungen. Wir begegnen Geheimnissen und ungeheuerlichen Wahrheiten, sodass man irgendwann selbst als Leser nicht mehr weiß, was oder wem man noch glauben oder gar vertrauen soll!

Für mich ist „die letzte Generation“ eine absolut gelungene, fesselnde und vor allem atmosphärische Dystopie, voller Action, Überraschungen aber auch Gefühlen in einer sterbenden und verlogenen Welt.
Eine Welt, die unsere ethischen Grenzen weit, weit überschreitet und so, neben dem unterhaltsamen Aspekt, auch zum Nachdenken anregt.
Sagen wir es mal so: wenn es eine App für glatte Haut gäbe, würdet ihr sie euch herunterladen?
Und das ist nur ein kleiner Punkt, der beim Lesen nachdenklich macht, ihr werdet auf weitaus empörendere stoßen!

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Hüter der Sphären

Chris Vandoni , Spiegelberg Verlag
Flexibler Einband: 584 Seiten
Erschienen bei Spiegelberg Verlag, 01.03.2016
ISBN 9783939043638
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Quasi über Nacht ist die Erde von geheimnisvollen, leuchtenden Kugeln umgeben und es gibt scheinbar keine Möglichkeit mehr, diese Sperre zu durchbrechen. Doch was sind das für Kugeln? Handelt es sich um Außerirdische, eine Invasion, Freund oder Feind? Nur unseren alten Weltraum-Hasen ist klar, dass es sich dabei um Millionen von Sphären handelt. Aber warum sind sie da, gibt es gar eine Bedrohung für die Erde? Wagemutig und voller Tatendrang habe ich mich in dieses Finale aufgemacht um ein letztes Abenteuer mit Christopher und seinen Freunden zu bestehen.

Wie ihr euch vielleicht erinnern könnt, hatte ich bereits an Band 1 und 2 der Reihe viel Spaß, da war ich natürlich umso neugieriger, wie dieses Finale wohl aussieht. Ein bisschen mulmig war mir zu Beginn schon, denn immerhin reden wir von einem knapp 600 Seiten dicken Buch und die Vorgänger waren doch schon ein gutes Weilchen her. Zudem sind seine Geschichten auch dafür bekannt, dass sie einige Personen und unterschiedliche Schauplätze beinhalten – so auch hier. Wider meiner Bedenken habe ich jedoch sofort wieder den Einstieg um die Crew der Space Hopper geschafft, zum einen weil die Charaktere einfach zu deutlich ausgearbeitet wurden, um sie nach ein paar Zeilen nicht wiederzuerkennen und zum anderen, weil immer wieder kleine Erinnerungshilfen eingearbeitet wurden, die wirklich hervorragend funktioniert haben. Durch Chris Vandonis Kreativität und seinen bildhaften Schreibstil kann man eigentlich gar nicht anders, als sofort wieder ins Geschehen zu versinken. Wobei ich jedoch auch gestehen muss, dass die mannigfaltigen Gefahren und Wendungen natürlich auch ihren Teil dazu beitragen, Spannung entstehen und bestehen zu lassen.
In diesem Bereich komme ich eigentlich auch zu meinem einzigen Kritikpunkt. Es geschehen unheimlich viele überraschende Dinge, die für unsere Crew -sagen wie mal „suboptimal“ laufen, jedoch liefen mir die Lösungen dazu manchmal ein bisschen zu glatt. Es ist natürlich schwierig für mich, hier etwas konkreter zu werden, ohne zu spoilern, aber manchmal hatte ich einfach das Gefühl, dass man für jede Notsituation einen „älteren“ Charakter im Ärmel hat um JUST in diesem Moment aufzutauchen. Einerseits war es natürlich schön, so konnte man fast jeden in diesem Finale nochmal antreffen, jedoch empfand ich persönlich das stellenweise einfach als „zu viel Glück auf einmal“.

Sehr gut hat mir gefallen, dass dieses Finale stellenweise noch etwas „abstraktere“ Wege geht, als nur Raum/Zeit und zeitgleich wichtige Aussagen die Menschheit betreffend tätigt. Dass wir zum Beispiel unverantwortlich handeln, was unseren Planeten angeht, dass wir demütiger und nachdenklicher diesem, aber auch menschlicher unseren Mitmenschen gegenüber sein sollten, usw. Das ist meiner Meinung nach im Kontext gut gewählt und dürfte nach meinem Empfinden generell häufiger wiederholt werden – auch also außerhalb des Buches-.

Alles in allem ein gelungenes Finale, das viele der zuvor gestellten Rätsel und Geheimnisse löst, jedoch nicht ohne uns weitere zum selbst nachdenken mit auf den Weg zu geben.

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19 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

Der Blackthorn-Code - Das Geheimnis des letzten Tempelritters

Kevin Sands , Alexandra Ernst
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 31.05.2018
ISBN 9783423762120
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Endlich ist es soweit - ein neues Abenteuer von Christopher, Tom und Sally hat Einzug in mein Regal gehalten.
Obwohl Sally mittlerweile anderweitig unter Lohn und Brot ist, treffen sie sich -ganz zufällig- am Königshof wieder, wo sich die beiden Jungs auf Einladung des Königs einfinden.
Wie der Zufall so will, geschieht gerade an diesem Abend ein Attentat, und, wie sollte es anders sein, die drei werden dazu verdonnert, sich der Recherche und des Personenschutzes anzunehmen. Für mich als Leser ist das natürlich eine glückliche Fügung, so kann ich die komplette Gruppe dabei beobachten, wie sie Frankreich im Jahre 1665 unsicher machen. Oder nein, eigentlich eher sicher ;)

Ein bisschen traurig bin ich ja schon, dass ich Christophers neuestes Abenteuer bereits beendet habe. Zum einen sind als Fan ca. 12 Monate Warten bis zur Fortsetzung einfach lange und zum anderen habe ich mich wirklich extrem auf Band 3 gefreut, als ich erfahren habe, dass es sich ein Stück weit um Tempelritter handeln wird. Die Blackthorn Code Reihe lebt ja weitestgehend von Rätseln, Codes und Geheimnissen und was würde da wohl besser passen als die Templer, die von jeher für ebendiese Dinge bekannt sind? Alleine schon dieses "Mysterium" sorgt für eine gelungene Portion Spannung, Abwechslung und einige Gefahrensituationen -ja, auch dieses Mal wird es für den ein oder anderen Protagonisten MEHR als eng-, so dass man am liebsten Seite um Seite einfach immer weiterlesen möchte.
Darüberhinaus wird die komplette Stimmung von dem Setting und den vielen Details, die Kevin Sands in die Geschichte einfließen lässt, perfekt unterstützt. Kunst, Mode, Gepflogenheiten, Architektur und ja, auch Geruch helfen dabei, die Geschichte zum Leben zu erwecken. Einfach toll gemacht! Ich verehre ja schon seit Band 1 seine Liebe zu den Details, auch den historischen, die jedoch nie überhand nehmen und somit keine Längen oder ähnliches entstehen lassen.

Sehr gut gefällt mir auch der Übergang in diese neue Geschichte. Obwohl wir bereits ab der ersten Seite wieder mitten im Geschehen und vor allem im Abenteuer sind, finden sich immer wieder kleine Rückblenden, die den Lesern den Wiedereinstieg erleichtern sollen und das, ohne zu umfassend zu werden oder störend zu sein.

Für mich war "Das Geheimnis des letzten Tempelritters" eine gelungene, fesselnde und liebevolle Fortsetzung, die mein Leserherz höher schlagen lässt. Eine gute Mischung aus ernsten Themen und witzigen Einschüben erschaffen ein spannendes Abenteuer für Jung und Alt, das mich auf eine baldige Fortsetzung hoffen lassen.

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50 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Magnus Chase 3: Das Schiff der Toten

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.05.2018
ISBN 9783551556707
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Oh, oh, jetzt wird’s wohl wirklich ernst!
Loki ist nach wie vor stocksauer und fest entschlossen, die Götterdämmerung einzuläuten! Und die einzigen, die das verhindern können, sind Magnus und seine Freunde. Ich denke, ihr seht das wie ich: das dürfte spannend werden.

Eine tolle Reihe ist schon wieder bei ihrem Finale angelangt. Und obwohl ich mich sehr darauf gefreut habe, bin ich natürlich auch ein bisschen traurig, dass es theoretisch das letzte Aufeinandertreffen mit Magnus, Jack, Alex, Sam, T.J., Halbgeboren, Mallory, Blitzen und Hearthstone gewesen sein soll. Aber zum Glück weiß man bei Rick Riordan ja nie, wo und wann nicht doch der ein oder andere Charakter noch auftauchen könnte ;)

Zum Thema Schreibstil brauche ich an der Stelle wohl nicht allzu viel zu sagen, außer, dass er fesselnd war wie eh und je.
Dazu gehört natürlich auch der typisch zotige Humor, der zwar stellenweise gemäß der Zielgruppe etwas kindlicher ist, aber dennoch auch mir als Erwachsenem ziemlich oft ein Lachen entlocken konnte.

Und auch beim Thema Spannung lässt der Autor sich in diesem spektakulären Finale nicht lumpen. Nicht nur, dass man bei Magnus, unserem unperfekten, schusseligen Held eh nie weiß, was als nächstes schiefgeht, nein - auch die Handlung ist sehr abwechslungsreich und fesselt uns Leser mit mannigfaltigen Gefahren wie Riesen, Wasserpferden, Drachen, Zombies und vielem mehr.
Wie, ihr versteht nicht, was an Wasserpferden so gefährlich sein soll? Dann ist das wohl eine Bildungslücke, die definitiv geschlossen werden sollte ;)
Lange Rede kurzer Sinn: ich bin ein weiteres Mal begeistert von Rick Riordans Kreativität und Einfallsreichtum. Uns das obwohl ich zugeben muss, dass irgendwie das Töten unserer Helden doch -völlig unabwechslungsreich-jedermanns Ziel zu sein scheint.

Für mich ist dieses Finale ein wirklich gelungener und fesselnder Abschluss, der mich Seite um Seite verschlingen ließ. Vor allem, da ich immer wieder begeistert darüber bin, wie jedes Mal wichtige Themen angeschnitten werden. In diesem Fall ist es nicht nur Freundschaft und Mut, wie man das vielleicht vermuten möchte, sondern auch Toleranz und Akzeptanz. Der Leser wird unter anderem mit Themen wie sexueller Orientierung, Religion und körperlichen Einschränkungen konfrontiert, was ich -gerade auch auf die junge Zielgruppe bezogen- wirklich toll und wichtig finde!

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

EXIT - Das Buch - Tagebuch 29

Dimitris Chassapakis , Dimitris Chassapakis
Flexibler Einband
Erschienen bei Kosmos, 08.03.2018
ISBN 9783440160374
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ich muss gestehen, dass der "Exit-Hype" bislang komplett an mir vorbeiging. Umso neugieriger war ich natürlich, als wir spontan beschlossen, uns zu viert damit einen Rätselnachmittag zu machen. Gesagt, getan, gestern war es dann endlich soweit. Meine Freundin, ihr Mann, sowie mein Göttergatte und ich haben uns zusammengesetzt und uns an der Profiedition versucht. Mehr oder minder hat das auch recht gut geklappt, zumindest haben wir das Ende des Buches erreicht.

Kommen wir also zunächst zu dem Thema "Rätsel".
Generell waren die Schwierigkeiten für meinen Geschmack recht gemischt, von "ziemlich einfach" bis "nicht zu lösen" war eigentlich alles dabei. Wobei diese beiden Kategorien zum Glück nicht allzu oft auftraten. Dennoch war es uns bei ein paar der 63 Rätsel ohne Hilfe nicht möglich, einen geeigneten Lösungsansatz zu ermitteln. Das fand ich ein bisschen schade, denn man hat im Verlauf schon gemerkt, dass unsere Konstellation eigentlich recht gut passte. Ich persönlich würde auch empfehlen, das Buch mindestens zu viert zu bearbeiten, da für fast jede Stärke und Schwäche ein passendes Rätsel zu finden ist. Ich denke, zu zweit hätte es deutlich weniger Spaß gemacht, zumal wir uns mit unseren Logiken zum Teil wirklich sehr zum Lachen brachten.

Das bringt mich jedoch im selben Atemzug zum Thema "Altersempfehlung".
Angegeben ist das Buch ab 14 Jahren, wobei ich persönlich meine Zweifel habe, ob das wirklich anzuraten wäre. Also keine Angst, es ist nichts Anstößiges oder Gewalttätiges zu finden (abgesehen von der Tatsache, dass man das Buch falten, schneiden, spiegeln, anmalen, usw. muss), aber ich könnte mit vorstellen, dass der Schwierigkeitsgrad den Spaßfaktor letztlich in Summe überwiegen würde. Selbst bei uns, die wir nur selten komplett festhingen, hat sich bereits 2-3 Mal deutlich der Frust gezeigt, wenn man zu viert brütet, noch nicht mal ansatzweise eine Idee hat und letzten Endes die Lösung etwas abstrus/konstruiert erscheint. Ich denke mit 14 Jahren, wäre das vermutlich noch deutlich ausgeprägter.

Das für mich größte Defizit ist jedoch ein ganz anderes. Es gab keinerlei roten Faden, keine Hintergrundhandlung, keine aufeinander aufbauende Logik, oder ähnliches. Ich hatte ehrlich gesagt zumindest mit einer kleinen Geschichte gerechnet, um die Spieler bei Laune zu halten. Aber alles in allem war es eigentlich nur eine Aneinanderreihung von Rätseln, die bei einer lockeren Spielart -man wollte sich ja auch mal unterhalten oder etwas essen- auf eine Spieldauer von ca. 5-6 Stunden hinauslief, und somit dann in Summe etwas trocken wurde. Schade!

Letzen Endes würde ich sagen, ein guter, kniffliger Ansatz, der zwar kleinere Defizite aufwies, uns jedoch alles in allem einen schönen und witzigen Tag beschert hat. Vielen Dank an dieser Stelle an meine Mitstreiter, müssen wir bald mal wieder machen!

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60 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

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Vielleicht passiert ein Wunder

Sara Barnard , Ilse Layer
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.05.2018
ISBN 9783737355605
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Stefanie spricht nicht, obwohl sie theoretisch könnte. Sie ist introvertiert, krankhaft schüchtern und leidet unter einer schweren sozialen Störung. Und zu allem Überfluss ist im neuen Schuljahr auch ihre beste Freundin Tem nicht mehr da, die sie in der Schule immer unterstützt und verstanden hat. Doch dann trifft sie auf den tauben Jungen Rhys, der dort neu ist und niemanden kennt. Na wenn das keine Einleitung für eine gute Geschichte ist, oder?

Schon die Thematik des Buches konnte mich gleich verzaubern. Stummes Mädchen trifft tauben Jungen und zusammen erleuchten sie das Leben des jeweils anderen. Klingt süß, oder? Und es wird noch besser!
Zum einen erleben wir die Geschichte aus Steffis Sicht, was sie unheimlich authentisch werden lässt. Ihre Ängste, Sorgen -inklusive Panikattacken- lassen uns verstehen, wie sie sich fühlt, was sie denkt, was sie mag und was sie überhaupt nicht ausstehen kann. Aber vor allem konfrontiert sie uns mit den Themen Hoffnungen und Wünsche. Zumeist geht es dabei natürlich um Dinge, die für die meisten Menschen ganz selbstverständlich sind, wie z.B. andere Leute nach dem Weg fragen, Small Talk und für "gesunde Menschen" ähnlich Banales. Aber stellt euch vor, ihr seid ein Kind, verliert eure Eltern und könnt niemanden um Hilfe bitten! Oder ihr seid in der Schule weitestgehend ausgegrenzt, weil ihr in den Augen der anderen ein "Freak" seid, der noch nicht einmal auf Lehrerfragen antworten oder nach der Toilette fragen kann! Ihr seht, es klingt auf den ersten Blick harmloser, als es tatsächlich ist. Insofern ist Steffis Wunsch nach einem "normalen" Leben nur menschlich und erweckt ihren Charakter zum Leben. Auch ihr Umfeld trägt einiges dazu bei. Wir erfahren etwas über die unterschiedlichen Arten, wie ihre Familie mit dem Problem umgeht und auch das, führt zu dem ein oder anderen Problem.

Ein weiterer Punkt, der diese Geschichte zu etwas Besonderem macht, ist das hautnahe Miterleben des Kennenlernens von Steffi und Rhys. Ihre Gebärdensprache ist etwas eingerostet und so schleicht sich das ein oder andere Problemchen ein, dass die beiden jedoch mit Bravour meistern. Stellt euch vor, ihr habt das erste Mal Schmetterlinge im Bauch und kommuniziert mit Händen, Zetteln und Chats, wobei man als Leser immer an der Schriftart erkennen kann, welche Form der Kommunikation gerade gewählt wurde. Dementsprechend warmherzig und liebevoll ist das Ganze auch. Zu guter Letzt gewürzt mit einer schönen Prise Humor und Wortwitz, was einem noch mehr das Herz aufgehen lässt. Ich kann es nicht leugnen, ich war bereits nach wenigen Seiten verliebt in die beiden! Sie erschaffen sich ihre eigene Blase, in der sie füreinander da sind und sich gut tun.
Passend zu dem Miteinander ist auch das Tempo der Geschichte gewählt. Wer auf Action und eine rasante Story hofft, wird vermutlich enttäuscht werden. Denn "Vielleicht passiert ein Wunder" ist vor allem eins: Leise! Wie eben Steffi und Rhys. Leise, schüchtern und warmherzig, haben die beiden mir das Herz aufgehen und mich tief in ihren gemeinsamen Weg versinken lassen.

Und als besonderes Schmankerl werden ein paar Gesten der Gebärdensprache erklärt, also wundert euch nicht, wenn ihr wie ich während des Lesens komische Handbewegungen macht, und euch die Leute um euch herum seltsam anschauen ;) 

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133 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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Ein kleines Wunder würde reichen

Penny Joelson , Andrea Fischer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.05.2018
ISBN 9783841440235
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:


"Innerlich schreie ich auch manchmal herum, genau wie Olivia jetzt, aber das bekommt natürlich niemand mit." Seite 47

"Wenn ich könnte, würde ich sie jetzt anlächeln." Seite 170


Meinung:

Jemma hat eine Zerebralparese und ist Quadriplegikerin, sie kann sich weder kontrolliert bewegen, noch sprechen. Das bringt manche Menschen dazu, ihr Dinge zu erzählen, die sie keinem anderen anvertrauen würden, vermutlich nichtsahnend, dass Jemma wirklich alles versteht und nur eben nicht darauf reagieren kann. Doch was würde passieren, wenn es eventuell eine Möglichkeit geben könnte, ihr zur Kommunikation zu verhelfen? Und wenn manchen dann bewusst würde, wie gefährlich das an Jemma übermittelte Wissen für sie werden könnte??

Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie neugierig ich auf dieses Buch war, denn es macht beim Lesen nicht nur sehr nachdenklich, sondern löst währenddessen auch das ein oder andere beklemmende Gefühl aus. Vor Jahren habe ich im Fernsehen einen Bericht über das "Locked-In-Syndrom" gesehen -ok, das ist zugegeben natürlich nicht das Selbe, jedoch erinnern Jemmas Einschränkungen sofort daran- und diese Vorstellung ist für mich der absolute Horror. Wie schlimm muss es für Betroffene sein, alles zu verstehen, was um sie herum geschieht, aber wirklich überhaupt keine Möglichkeit zu haben, jemandem etwas mitzuteilen. Zumal es zwar Hilfsmittel gibt, es jedoch nicht für alle Menschen möglich ist, diese zu nutzen. Selbst die einfachsten Dinge wie Hunger, Frieren oder Kopfschmerzen, kann man niemandem mitteilen. Das ist eine echt beängstigende Vorstellung, oder?
Und gerade diese Stimmung ist es, die Jemmas Geschichte für mich zu etwas Besonderem macht. Penny Joelson ist es gelungen, mit einem ruhigen Erzählstil und kurzen Sätzen, die Welt und das Geschehen um Jemma perfekt zum Leben zu erwecken. Was sie beschreibt, sind Momentaufnahmen, Empfindungen wie Sorgen, Ängste, aber auch Dinge, die Jemma Freude machen. Und ja, natürlich nehmen wir auch an ihrem Wunsch teil, mit den anderen zu kommunizieren und sich auszudrücken. Vor allem da sie etwas weiß, das eventuell ein paar Menschen das Leben retten könnte! Jedoch ist dieser Aspekt gerade der, der mich ein kleines "Aber" einschieben lässt. Wer den Klappentext gelesen hat, weiß, dass es unter anderem um einen Mord geht und Jemmas Wissen dazu. Ein Stück weit wird das bei manchen vermutlich zu der Annahme führen, dass es sich bei diesem Buch um einen Krimi oder ähnliches handelt, dazu muss ich jedoch sagen, dass ich es nicht in diese Kategorie packen würde. Wie oben bereits erwähnt, ist die Geschichte eher ruhig gehalten und ja, es gibt entsprechende Gefahren, aber sie sind nicht so vordergründig, wie man im ersten Moment annehmen würde. Oder zumindest ging es mir so ;)

Während des Lesens war ich mir deswegen auch einen kurzen Moment unsicher, wie meine finale Bewertung wohl aussehen wird. Letzten Endes konnte Jemma und das gleichzeitig verstörende wie liebe- und hoffnungsvolle Drumherum mich von Seite zu Seite mehr fesseln und mitfiebern lassen.
Einen großen Anteil daran trägt zugegebenermaßen auch ihr ihr familiäres Umfeld. Sie lebt bei Pflegeeltern, die noch zusätzlich den autistischen Finn und die schwer zu vermittelnde Olivia bei sich aufgenommen haben. Ihr könnt euch vorstellen, dass da ab und an ganz schön was los ist. Aber gerade Finn, der zwar eigentlich hauptsächlich nur in Nebensätzen erwähnt wird, wird von Jemma so liebevoll und geduldig betrachtet, dass es einem nur das Herz wärmen kann.

Ich für meinen Teil kann euch diese berührende und warmherzige Geschichte nur ans Herz legen, vielleicht hilft es ja zu verstehen, oder den ein oder anderen im Umgang etwas zu sensibilisieren. Ok, zugegebenermaßen wäre ich vermutlich dennoch immer unsicher, ob demjenigen gerade gefällt, was ich tue, oder nicht. Aber ein bisschen Aufmerksamkeit und Wärme, hat bestimmt noch keinem geschadet.

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

"das leben nach dem tod":w=1:wq=3

Perfect Memories

Holly Cave , Stefanie Ochel
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Arctis Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783038800101
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Isobel liebt ihre Arbeit als Himmelsarchitektin. Sie ist gut in dem was sie tut und glaubt fest daran, den Sterbenden ein perfektes Jenseits zu ermöglichen. Als sie jedoch den todkranken Jarek kennenlernt, kommt ihre Welt ins Wanken. Und noch ahnt sie nicht, welch dunkle Geschehnisse noch bevorstehen.

Ich muss zugeben, dass ich bereits beim ersten Kontakt mit diesem Buch Feuer und Flamme war. Die Idee, die dahinter steckt -ein durch Erinnerungen konzipiertes Jenseits, in dem man die schönsten, aber auch die traurigsten Momente seines Lebens erleben kann, je nachdem, was man möchte- hat mich vom ersten Augenblick an gefesselt.
Was diesen Aspekt betrifft, würde ich definitiv nicht enttäuscht. Die Kreativität, mit der die Autorin diesen Gedankengang aufgreift, hat mich beim Lesen regelmäßig nachdenklich gemacht, was für mich schon mal ein ein wirklich gutes Zeichen ist.
Durch das geschickte Einstreuen unter anderem von ethischen Aspekten wie der Tatsache, dass es einer Zustimmung anderer Personen bedarf, bevor man sie in seinen Himmel mit aufnehmen darf, oder Überlegungen darüber, ob man den Sterbenden eventuell -im religiösen Sinne- um sein „Paradies“ bringt, kam ich natürlich nicht umhin, mir entsprechende Gedanken zu machen.
Wie würde mein kreierter Himmel wohl aussehen? Welche Erinnerungen und Personen hätte ich gerne um mich? Gibt es vielleicht einen Gott, der das so gar nicht witzig fände? Und vor allem: Würden meine „Erwählten“ mir ihre Erlaubnis erteilen??? - Und was, wenn nicht? So ein eigenes Jenseits ist nach genauer Betrachtung dann doch etwas sehr intimes, oder? Stellt euch nur mal vor, euer Partner würde ein Jenseits erstellen und Ihr würdet KEINE Anfrage zur Zustimmung erhalten... Ihr seht, Denkanstöße sind reichlich vorhanden!

Der Schreibstil von Holly Cave ist eingängig und angenehm zu Lesen, das Geschehen wird hierbei aus Isobels Sicht erzählt. Hierbei begegnen wir auf unserer Reise Empfindungen, die, passend zum ernsten/komplexen Thema, recht mannigfaltig sind. Wir erleben Schuld, Trauer, Zweifel, aber auch Liebe und pure Panik. Dafür sorgt unter anderem auch die ein oder andere manchmal mehr, manchmal weniger unvorhergesehene Wendung, aber mehr wird an dieser Stelle diesbezüglich nicht verraten ;)
Jedoch liegt hierin für mich auch der größte Kritikpunkt. Die Autorin hat viele Seiten damit zugebracht, uns Isobels Gedanken, Gefühle, usw. nahe zu bringen, dass die Geschichte sich einerseits an machen Stellen etwas zerläuft. Ab und an drehen wir uns ein bisschen im Kreis, was für mich leider kleine Auswirkungen auf die erwünschte Spannung hätte.
Andererseits -und das ist für mich das größere Problem- gelangen wir Leser an wirklich aufwühlende und/oder traurige Punkte des Geschehens, die dann für mein Empfinden beinahe nahtlos übergangen wurden. Erwähnt in einem Nebensatz und fertig, das fand ich dann doch ziemlich schade.

Alles in Allem ist „Perfect Memories“ für mich eine Geschichte voller Emotionen, einer wirklich faszinierenden Grundidee und Aspekten die mich sehr zum Nachdenken brachten, bei der die Umsetzung jedoch ins Stolpern kam.

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131 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

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Schatten der Magie

Kat Howard , Alice Jakubeit
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Arctis Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783038800118
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Ungesehene Welt -eine Welt voller Magie, die parallel zu New York im Verborgenen existiert- ist in Aufruhr. Weit vor der Zeit, ca. 7 Jahre zu früh, findet ein Umschwung statt, der ein neues Oberhaupt hervorbringen soll, um die anderen zu regieren. Klingt erstmal unspektakulär, aber der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail!
Jedes Haus oder jeder Teilnehmer, der ein Haus gründen möchte, muss einen Champion vorweisen, der sich den magischen Duellen gegen die anderen Teilnehmer stellt. Dumm nur, dass diese Duelle gegen Ende des Wettkampfs tödlich verlaufen und, als wäre das nicht bereits schlimm genug, plötzlich etwas mit der Magie falsch läuft, was für alle zur Gefahr werden könnte.

Die Geschichte beginnt ohne großes Vorgeplänkel und auch gleich spannend. Wir werden mit Magie, Plänen für die Wettkämpfe und grausigen Details begrüßt, die mich sofort fesseln konnten. Ok, wir werden auch gleichzeitig mit vielen Charakteren und Schauplätzen konfrontiert, so dass an ein Unterbrechen eh nicht zu denken gewesen wäre. Ich könnte mir vorstellen, dass das dem ein oder anderen etwas zu viel sein könnte. Denn es gibt in der Geschichte nicht nur viele in die Duelle involvierte Personen wie Sydney, Grey, Ian, Lara und Laurent, sondern zum Teil auch welche für Nebenhandlungen und Machtränke, wie zum Beispiel die Oberhäupter der Häuser. Und auf irgendeine Art ist fast jeder mit jedem verbändelt, verhasst, oder das Ziel einer geplanten Intrige. Ihr seht, es gibt enormes Spannungspotential, das auch weitestgehend ausgeschöpft wurde, aber eben auch ein erforderliches Maß an Konzentration, sonst könnte sich der Einstieg schwierig gestalten.

Die magische Welt, die Kat Howard für uns Leser kreiert hat, gefiel mir auf Anhieb. Es lauern Geheimnisse in den Schatten, die um jeden Preis vor den Normalsterblichen verborgen werden müssen, und auch viele andere Regeln, auf deren Nichteinhaltung drakonische Strafen stehen. Entsprechend blutig und grausam geht es somit oftmals zu, und das nicht nur bei den Duellen. Obwohl hier wohl die meiste Brutalität an den Tag gelegt wird. Die Autorin verbindet bezaubernde magische Ideen und Schönheit mit einer großen Portion Dunkelheit und blutiger Grausamkeit. Dieser Mix zwischen Licht und Schatten ist in meinen Augen sehr gut gelungen und übte beim Lesen eine enorme Faszination auf mich aus.

Leider gibt es jedoch auch ein „Aber“... Während des Lesens dachte ich, dass „Schatten der Magie“ mein Maihighlight werden könnte, aber dann passierte es leider :(
Im letzten Drittel des Buches wurde ich mit Szenen konfrontiert, die nicht nur Schlüsselszenen hätten sein sollen, sondern auch die Hauptshowdowns des Geschehens. Und, was soll ich sagen? Ich war doch sehr enttäuscht, als wichtige Vorkommnisse, auf die während des gesamten Buches hingearbeitet wurde, dann mit 2-3 Sätzen abgehandelt waren... Im ersten Moment dachte ich, dass da was nicht stimmen kann und bestimmt gleich noch etwas kommt, aber Fehlanzeige!
Ich habe keine Ahnung, ob das Absicht war, sie nicht wusste, wie sie es machen soll, oder ob die Autorin die Lust verließ. Für mich bedeutete es jedenfalls unnötig verschenktes Potential :(

Abgesehen davon hatte ich jedoch viel Spaß beim Lesen dieser düsteren, kreativen und gleichzeitig hoffnungsträchtigen Geschichte, voller dunkler und bedrohlicher Geheimnisse, die gelüftet werden wollen und den wirklich liebevoll erdachten Details. Ich könnte mir vorstellen, dass dies nicht mein letztes Buch der Autorin gewesen ist.

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94 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

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Summ, wenn du das Lied nicht kennst

Bianca Marais , Heike Reissig , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Wunderraum, 12.03.2018
ISBN 9783336547944
Genre: Romane

Rezension:

Südafrika, 1976. Ausgelöst durch den Studentenaufstand, nehmen zwei tragische Schicksale ihren Lauf.
Die 9-jährige Robin verliert ihre Eltern, und die 49-jährige Beauty muss ihre Söhne zurücklassen um ihre Tochter zu suchen. So grundverschieden die beiden auch sein mögen, ein weißes Mädchen aus einem mittelständischen Haus und die schwarze ehemalige Lehrerin - das Schicksal führt sie zusammen. Und das, obwohl keine der beiden sich eigentlich darauf einlassen dürfte.

Schon immer hatte ich ein Faible für Geschichten über Diskriminierung und Vorurteile. Jedoch geht die Thematik in diesem Fall sogar noch tiefer als nur über Apartheid. Bianca Marais beschäftigt sich -und somit uns Leser- ebenso mit Antisemitismus und Homophobie. An sich ist jedes für sich bereits ein sehr ernstes und trauriges Thema, indem sie uns diese jedoch durch die beiden Protagonistinnen erleben lässt, verleiht sie diesen zusätzliche Intensität.
Dadurch, dass das Geschehen im Wechsel zwischen den beiden, jeweils aus der Ich-Perspektive erzählt, bekommt dieser extreme und emotionale Grundtenor, etwas lebendiges, das mich mehrmals schlucken ließ und mir die Tränen in die Augen trieb.
Ich weiß nicht, wie es euch mit diesen Themen geht, aber mich machen sie einfach nur traurig und wütend! Obwohl ich schon lange Geschichten und Schicksale in diesem Bereich lese, bin ich dennoch immer wieder fassungslos über eine derartige Intoleranz und Ungerechtigkeit. Ich glaube spätestens nach dem Film „the Help“, war meine Leidenschaft dafür endgültig geweckt. Kennt ihr nicht? Na dann schleunigstens nachholen ;)
Wie bereits erwähnt, verleiht die Tiefe der Charaktere dem Ganzen noch zusätzliche Schärfe, da ich durch diese durchgehend mit ihnen mitgefiebert habe. Das kleine entwurzelte Mädchen und die schon allein durchs Leben gedemütigte Frau ließen mir das Herz aufgehen. Vor allem, da die Autorin ihnen -gleichzeitig zu dem trostlosen Hintergrund- eine schöne Portion Humor mit auf den Weg gibt, denn diese wird dringend benötigt um das Ganze etwas aufzuhellen.
Zumal das ganze Ausmaß dieses „Martyriums“ sehr bildhaft und detailliert dargestellt wird.

Ein weiterer Aspekt, der mich sehr nachdenklich gestimmt hat, ist das Thema „Glaube“. Ich komme immer wieder ins Grübeln, wie sich Menschen, die so viel Leid erfahren müssen, einen derart unerschütterlichen Glauben an Gott bewahren können... Hier habe ich mich mehrfach beim Grübeln erwischt, ich bin gespannt, wie es euch ergehen wird.

Einzig, den letzten Teil der Geschichte, hätte ich mir anders gewünscht. Da sind Robins Ideen und Handlungsweisen für meinen Geschmack etwas zu weit hergeholt und übertrieben, wobei ich ehrlich gesagt nicht ganz verstehe, wieso die Autorin das so gewählt hat. Ich für meinen Teil hatte den anfänglichen Stil bevorzugt.

Für mich ist „Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ eine wirklich bewegendes Buch, das mich sowohl emotional, als auch beeinflusst durch tatsächliche Ereignisse, sehr fasziniert hat. Eine Geschichte über Diskriminierung, Hass und Vorurteile, aber auch über Freundschaft, Mut und bedingungslose Liebe.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Dark Run

Mike Brooks , Simon Weinert
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2018
ISBN 9783426522080
Genre: Fantasy

Rezension:

Zitat:

"Mindestens ein Dutzend Waffen unterschiedlicher Kaliber, aber ungefähr derselben Tödlichkeit ruckten hoch und wurden geradewegs auf Drift gerichtet, was weder einen positiven Einfluss auf seine Gelassenheit noch auf seine Transpiration hatte." Seite 16


Meinung:

Ichabod Drift und seine Crew der Keiko, leben ein eher gefährliches Leben. Mit dem Gesetz nehmen sie es nicht wirklich sooooo genau, wenn es sich monetär rechnet, kann man da auch schon mal ein Auge zudrücken, oder?
Sie sind eigentlich ein eingespieltes Team, das sich vertraut - ok, soweit das bei Dieben, Schmugglern, usw. eben möglich ist. Doch plötzlich holen Drift die Schatten der Vergangenheit ein und er ist gezwungen, sie alle in Gefahr zu bringen, ohne ihnen sagen zu dürfen, warum. Na hoffentlich geht das gut!

Zu Titel, Cover und Klappentext muss ich wohl nicht viel sagen, oder? Ich als alter Weltraumabenteurer, war da natürlich sofort Feuer und Flamme!
Leider konnte mich das Ergebnis nicht ganz überzeugen, aber kommen wir erst zu den Dingen, die mir gut gefallen haben.

Potential? Check! Definitiv vorhanden. Das Setting ist so wie man es sich vorstellt. Eine Welt voller Einzelgänger, in der man nie weiß, wer einen in eine Fall lockt und vor allem zu welchem Preis. Wobei ich mich während des Lesens fragte, warum das eigentlich in Weltraumabenteuern fast immer so eine Mischung aus wildem Westen und Mad Max ist. Ist euch das auch schon aufgefallen? Nichtsdestotrotz ist das alles toll umgesetzt und bildhaft beschrieben. Eine kalte, gefährliche Welt, in der die meisten sich selbst am nächsten sind und Geld alles weitere regelt. Jeder lebt nach dem Motto "Legal? Egal!" Hauptsache die Kohle stimmt.
Auch gut, wenn auch wieder eher klassisch: die Auswahl der Crew. Keiner erzählt etwas aus seinem früheren Leben, jeder ist auf seine Art ein Mysterium und das soll auch so bleiben. Und natürlich sind die Charaktere komplett unterschiedlich, aber jeder wird auf seine Art gebraucht und respektiert.
Leider setzt aber da auch schon mein erstes negatives Empfinden ein. Die Crew der Keiko setzt sich aus Drift, Jenna, Micah, Apirana, Rourke, Jia und Kuai zusammen, was natürlich -alleine schon quantitativ gesehen- gegen eine tiefere Bindung des Lesers zu jedem Einzelnen spricht. Das würde wohl den Rahmen sprengen. Aber an dieser Stelle ist der Autor für mich dann in Summe doch etwas zu oberflächlich geblieben. Wirklich keiner der Charaktere konnte mir eine Sympathie entlocken, weil sie für mein Empfinden allesamt zu oberflächlich blieben. Dazu kommt, dass mich manche Details noch zusätzlich genervt haben, da sie für mich die Geschichte mehr gestört, als ihr geholfen haben.
Nehmen wir zum Beispiel Jenna. Sie ist die Slicerin der Gruppe. BITTE?? Warum muss man denn für "Hacken" ein anderes Wort erfinden?
Oder Apirana. Er ist ein Hüne von einem Māori, gefühlt 5x so groß und schwer wie seine Teamkollegen mit einem 10-fachen Umfang. Warum genau muss man das immer wieder erwähnen? Ich glaube spätestens nach dem 3. Mal, hat es jeder verstanden ;)
Was mich jedoch -sorry, dass ich das so formulieren muss- wirklich, wirklich genervt hat, sind die fremdsprachigen Einschübe. Māori, Mandarin, Spanisch, Holländisch... Ich habe mich manchmal gefragt, ob Mike Brooks mehrere Sprachkurse belegt hat und mir dies mitteilen möchte? Es tut mir wirklich leid, aber mit "Der Verkäufer war ein großer Pākehā" (Zitat Seite 104) kann ich nichts anfangen. Und -ich spreche jetzt nur für mich- ich habe eigentlich keine Lust unter dem Lesen Wörter zu googeln, die mir sagen wollen, dass der Verkäufer in der Sprache der Māori einer der ersten europäischen Siedler Neuseelands ist... Wenn das ein- oder zweimal vorkommt, in EINER Sprache gehalten, ok. Aber sorry, das war mir einfach zu viel.
Vor allem, weil auch dem Übersetzer stellenweise eher umgangssprachliche Formulierungen durchgegangen sind, von denen ich mir vorstellen könnte, dass nicht jeder sie versteht. "Dotzen" oder "Pesen" sind zum Beispiel Worte, die ich als eher unglücklich gewählt empfinde.

Ihr seht, leider war ich mit "Dark Run" nicht so glücklich, wie ich es gerne gewesen wäre. Über manches könnte ich vielleicht hinwegsehen, wenn der Rest für mich gepasst hätte. Leider kam für mich die benötigte und erwartete Stimmung nicht auf. Der Humor war nicht meiner, die Abläufe waren mir etwas zu vorhersehbar und zu trocken konstruiert. Es wollte einfach keine Spannung aufkommen und so liest sich das Ganze dann letzten Endes eher wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen. Schade, das war leider nicht meins... Aber vielleicht gefällt es euch ja besser, lasst mich gerne an euren Gedanken teilhaben :)

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103 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

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Die Legende der vier Königreiche - Vereint

Amy Tintera , Milena Schilasky
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.04.2018
ISBN 9783959672085
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:
"Wir nehmen uns den Thron, die Verantwortung, und wir vernichten alle, die sich gegen uns stellen." Seite 24
"Olivia lachte, dann hörte man nur noch, wie sein Kopf dumpf auf den Boden fiel." Seite 52

Meinung:

Eigentlich sollte Em sich freuen. Sie hat es geschafft, lebend aus Lera zu entkommen und ihre Schwester Olivia zu retten - was ja der ursprüngliche Plan war. Die Königin von Lera ist tot und sie sind endlich zurück in ihrer Heimat Ruina. Aber irgendwie wollen ihr zwei Dinge einfach nicht aus dem Kopf gehen: Zum einen denkt sie immer wieder an Cas, obwohl sie das definitiv nicht sollte und zum anderen fällt ihr immer mehr die Grausamkeit ihrer Schwester auf, die sie zunehmend besorgt.
Doch diese Dinge rücken schnell in den Hintergrund, als Ruina entgegen Cas´ Versprechungen von Lera angegriffen wird! Doch der hat derweil ein ganz anderes Päckchen zu tragen...

Nachdem mir bereits Band 1 sehr gut gefallen hat, war ich sehr neugierig auf diese Fortsetzung. Zumal man ja als Leser Cas und Em trotz allem irgendwie vereint sehen möchte, obwohl man weiß, dass das eigentlich nicht passieren kann, oder???
Ihr könnt mir jedenfalls glauben wenn ich sage, dass die Autorin in dieser Beziehung ein paar Überraschungen auf Lager hat. Und auch wenn ich eigentlich nie so wirklich scharf auf die Liebesanteile in solchen Geschichten bin, habe ich ich mich mehrfach dabei ertappt, mir zu überlegen, wer den nun eventuell mit wem gut harmonieren würde. Aren, Violet, Galo, Iria, Cas und Em. Irgendwie ist jeder auf seine Art interessant und ich hab mich wirklich oft gefragt, ob wir denn letzten Endes alle glücklich bekommen. Aber auch da hat sich Amy Tintera einiges überlegt, ihr dürft gespannt sein!
Wenn wir schonmal bei den Charakteren sind, will ich dazu jedoch auch gleich etwas loswerden. Einige von ihnen durchlaufen in dieser Fortsetzung sehr extreme aber dennoch passende Veränderungen. Das verleiht unter anderem dem Aspekt der Authentizität eine deutliche Verbesserung, da man manche Person im Verlauf der Geschichte immer besser versteht und somit auch deren Entscheidungen nachempfinden kann. Auch, wenn man selbst manches vermeintlich anders gemacht hätte. Auf jeden Fall ernten einige eine gute Ladung Sympathiepunkte, allen voran vermutlich Aren, der ein bisschen aus seiner Engstirnigkeit entfliehen kann. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, dass das seinem Charakter sehr gut getan hat. Und auch Violet wächst mir immer mehr ans Herz mit ihrer ehrlichen und direkten Art.
Aber auch im Negativen gibt es aufallende Dinge. Die Kaltherzig- und Emotionslosigkeit von Olivia ist sehr gut getroffen und ließ es mir an manchen Stellen eiskalt den Rücken herunterlaufen. Vor allem, da sie noch entsprechend impulsiv und jähzornig ist, was ja nicht die beste Kombination darstellt. Auch von ihr dürft ihr einiges erwarten ;)

Der Einstieg in diese Fortsetzung erfolgt ohne Vorwarnung, man findet sich direkt mitten im Geschehen wieder. Falls manche von euch sich nicht mehr soooo genau an die Namen und das Who-is-Who erinnern, keine Problem, Erinnerungshilfen wurden geschickt in das laufende Geschehen mit eingeflochten.

Was mir darüber hinaus sehr angenehm aufgefallen ist, ist der Umgang mit Klischees. Wie viele von euch, sehe ich sie sich von weitem anschleichen und meine Augen wollen eigentlich augenblicklich losrollen. Ich muss jedoch zugeben, dass es, alles in allem, bei "Vereint" keinen Grund dafür gab. Die Geschichte ist sehr durchdacht, spannend und zumeist ziemlich unvorhersehbar. Selbst wenn ein Klischee anrollt, endet es doch in der Regel ganz anders, als die Definition des Wortes es eigentlich verlangt. Sehr schön!

Für mich ist dieser Mittelteil eine wirklich gelungene Fortsetzung voller Intrigen, Machthunger, Verrat und Blut (ja, VIEL Blut), die mich inklusive der zarten Liebesgedanken überzeugt hat und durchgehend fesseln konnte. Ich freue mich definitiv auf Band 3! Nicht zuletzt, weil das Ende -gelinde ausgedrückt- echt fies ist :D

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