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32 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

Der Blackthorn-Code – Die schwarze Gefahr

Kevin Sands , Alexandra Ernst
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.06.2017
ISBN 9783423761666
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Zitate:

"Ich hob ebenfalls die Hand, um Mr Reed mit einer eindeutigen Geste zu zeigen, was ich von ihm hielt. Tom schlug sie mir eilig nach unten." Seite 88

">>Keine Sorge, mir wird nichts geschehen."<< Ich war mir nicht sicher, wen ich damit überzeugen wollte." Seite 282


Meinung:

In London wütet die Pest, die Leute sterben in Scharen. Was würde sich da mehr anbieten, als eine Erfindung, um die Krankheit aus dem Haus zu halten? Das denkt sich auch Christopher und versucht etwas Entsprechendes zu kreieren. Versteht sich von selbst, dass diese Erfindung natürlich auch ganz laut „BUMM“ machen muss, oder?? ;) Aber wir würden natürlich nicht von Christopher reden, wenn das bereits alles wäre. Ein Prophet, der den Verlauf der Krankheit voraussagt, ein Apotheker, der behauptet, ein Pestheilmittel zu kennen und ein geheimnisvoller Schatz -ein Vermächtnis seines Meisters-, der scheinbar gestohlen wurde, bevor Christopher ihn entdecken konnte. Na wenn das nicht Garanten für ein gelungenes Abenteuer sind!! ;)

Da ich erst kürzlich Band 1 der Reihe gelesen habe, habe ich mich nicht nur umso mehr auf diese Fortsetzung gefreut, es waren praktischerweise auch noch alle Charaktere präsent. Sollte Band 1 jedoch bei dem ein oder anderen schon etwas länger her sein, stellt das absolut kein Problem dar, denn man bekommt jeweils bei Erscheinen eines neuen „alten“ Charakters einen kurzen Rückblick. Sehr gut gemacht!

Mir hat der erste Teil bereits sehr gut gefallen, entsprechend neugierig war ich natürlich darauf, ob Kevin Sands dieses Level halten kann. Und ja, er kann es definitiv! :D
Auch diese Geschichte strotzt vor Ideenreichtum, Phantasie, guten Recherchen und vielerlei Überraschungen. Wir entdecken ein weiteres Mal viele Rätsel, Codes und Ähnliches, bei denen man sich immer wieder beim Mitknobeln erwischt.
Die Geschichte als Solche ist sehr ausgewogen. Spannung (ja, auch dieses Mal wird Christopher das Leben schwer gemacht ;)), eine gute Prise Humor, denn natürlich kann er der Gefahr einfach nicht widerstehen, und eine wirklich tolle Atmosphäre erschaffen ein lebendiges und vor allem fesselndes Werk, das nicht nur in sich stimmig, sondern auch wirklich lesenswert ist.
Man spürt beim Lesen auch, dass der Autor sich ausgiebig mit dem Thema der Pest und den damaligen Zuständen auseinandergesetzt hat. Aberglauben, Scharlatanerie, Wut und die blanke Angst vor Infizierung sind allgegenwärtig und hauchen einer düsteren und unheilvollen Stimmung Leben ein. Nicht zu vergessen der GERUCH! Tja, den konnte ich mir manchmal leider etwas zu gut vorstellen :O

Für mich ist "Die schwarze Gefahr" weitaus mehr als nur eine gelungen Fortsetzung! Ich empfand sie nicht nur als NOCH spannender als Band 1 (und der war schon wirklich packend!), sondern ich verliebe mich auch mehr und mehr in die Charaktere. Warmherzig und vor allem menschlich in Szene gesetzt, habe ich mit ihnen gelitten, gebangt und gehofft! Und glaubt mir, sie brauchen eure Hoffnung sehr!
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir sind Christopher, Sally, Tom und so manch anderer mittlerweile doch sehr ans Herz gewachsen!

Eine wirklich tolle Reihe, die absolut nicht nur die jungen Leserherzen höherschlagen lässt!

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307 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

titanen, götter, dämonentochter, daimonen, halbgötter

Erwachen des Lichts

Jennifer L. Armentrout , Barbara Röhl
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.06.2017
ISBN 9783959670968
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Als Leichen waren sie jedoch alle gleich - stinkig, schmierig und tot." Seite 10

"Er hatte meinen Namen ausgesprochen, als wäre ich das Monster unter seinem Bett, was mir irgendwie gefiel." Seite 11

"Gott, ich wusste wirklich, wie man Spinner anlockte." Seite 40


Meinung:

Seth und Josie, zwei Personen die sich weder kennen, noch jemals gesehen haben, sind plötzlich in einem Maße voneinander abhängig, dass es für beide ums nackte Überleben geht! Und das, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Seth ist ein Apollyon und Wächter. Er kämpft gegen Abtrünnige, die Ares vor einem Jahr gegen die Menschheit und die anderen Götter unterstützt haben. Und das... nun ja, oftmals etwas blutiger und qualvoller als nötig :)
Josie hingegen, die zu der Beginn der Geschichte noch keinerlei Ahnung hat, dass diese ganzen mystischen Wesen existieren, ist eine einfache Studentin, die ihrem Elternhaus entflohen ist und versucht, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Immer in der Hoffnung, dass die Schizophrenie, unter der ihre Mutter leidet, nicht an sie vererbt wurde.
Eigentlich würde alles soweit gut laufen, wäre da nicht die Tatsache, dass die Titanen aus der Unterwelt befreit wurden und der Gott Apollo Seth aufträgt, Josie zu finden, sie zu beschützen und in Sicherheit zu bringen.

Ich habe die Autorin mit der Dark-Elements-Reihe kennen und lieben gelernt, da ich ihre Art zu schreiben, Welten zu erschaffen und Charaktere zum Leben zu erwecken unheimlich toll finde.
Und ich gebe zu, wer Roth mochte, wird Seth garantiert ebenso ins Herz schließen ;)
Auch bei diesem Auftakt konnte sie mich mit ihrem Stil wieder überzeugen! Die Gegebenheiten, die die Welt von Seth und Josie definieren, sind toll ausgearbeitet, gut erklärt und sehr phantasievoll. Götter, Halbgötter, Reinblüter, Halbblüter, Daimonen und noch das ein oder andere zusätzliche mythische Wesen, stellen eine perfekte Grundlage dar für das, was den Leser in den Folgebänden noch erwarten wird!
Ok, ich gebe zu, dass die Tatsache, dass wir ein "göttliches" Thema haben, mich alleine schon deshalb in den Bann gezogen hat, weil ich schon seit jeher ein Faible für griechische Mythologie und ähnliches habe. Aber Jennifer L. Armentrout hat das Thema auch wirklich gut umgesetzt.
Auch den Charakteren ist anzumerken, dass sie viel Zeit und Liebe in die Gestaltung -und natürlich deren Entwicklung im Lauf der Geschichte- gesteckt hat.
Seth ist, natürlich, erstmal ein Großmaul und Weiberheld. Sprunghaft, selbstverliebt und überheblich schlängelt er sich durchs Leben und macht so manch anderem damit das eigene schwer ;)
Josie dagegen ist eher der ruhige Typ. Sie ist bodenständig, fleißig und eher unscheinbar.
Doch auch, wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, haben die beiden einiges gemeinsam. Eine Vorgeschichte, die sie für den Leser menschlich macht und näher bringt. Hier wird jedoch erstmal nichts verraten.

Für mich war "Erwachen des Lichts" eine gelungene Einführung in die Reihe, auch, wenn ich diese eigentlich etwas anders erwartet hatte. Zwar erleben wir auch in diesem Teil die ein oder andere gefährliche Situation, aber die große Action, mit der ich gerechnet hatte, kommt eigentlich erst im Showdown.
Der Rest des Buches ist, gerade in puncto "Action" eher ruhig gehalten. Ich denke, in erster Linie dient es hauptsächlich dem Setzen der Charaktere und Begebenheiten. Ich weiß, das klingt auf den ersten Blick erstmal etwas seichter, aber ein zweiter Blick lohnt sich definitiv!
Ein gelungener Schreibstil voller Sprachwitz und Sarkasmus, tolle Charaktere und eine mehr als ordentliche Portion Knistern, erschaffen ein perfekte Basis für das Kommende und konnten mich tief ins Geschehen ziehen.
Ich für meinen Teil fand ihn weder langatmig oder ähnliches, ganz im Gegenteil! Ich freue mich schon sehr darauf zu lesen, wie es in "Im leuchtenden Sturm" weitergeht, denn das Ende ist wirklich.........
Was ein Glück, dass Band 2 bereits im September erscheint ;)

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152 Bibliotheken, 41 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

leserunde, bin so aufgeregt, fischer leseclub, wird wieder wundervol, testleser

Stell dir vor, dass ich dich liebe

Jennifer Niven , Maren Illinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.06.2017
ISBN 9783737355100
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"So fühlt sich mein Leben an: Ich betrete einen Raum und kenne niemanden. Und so ist es mit jedem Raum, überall." Seite 7

"Meine Mitschüler kommen nach und nach herein, und einige von ihnen starren mich an. Ein paar kichern." Seite 34

"Sie antwortet nicht, sondern nimmt nur meine Hand und drückt sie. Sie braucht keine Antwort zu geben, weil es keine gibt. Außer dass nur kleine Menschen - innerlich klein - nicht wollen, dass du groß bist." Seite 132


Meinung:

Libby ist fettleibig. Und das nicht nur ein bisschen. Seit dem plötzlichen Tod ihrer Mutter leidet sie unter Panikattacken, die in Kombination mit ihrer Trauer und Anfeindungen ihrer Mitschüler zu Fressorgien geführt haben. Das Ergebnis: ein knapp 300 Kilo schweres Mädchen, das Angst vor der Außenwelt hat. Sie findet erst nach ihrem absoluten Tiefpunkt zurück ins Leben, nämlich als die Hälfte ihres Elternhauses abgerissen werden muss, um sie daraus zu bergen.
Jack ist eigentlich das exakte Gegenteil. Beliebt, gutaussehend, cool. Wäre da nur nicht das Problem mit seiner Prosopagnosie. Er kann keine Gesichter erkennen, nicht mal die der Menschen, die er liebt. Und er tut alles, um dieses Geheimnis zu wahren.
Und wer denkt, dass es für die beiden nicht mehr schlimmer kommen kann, der irrt. Denn es kommt schlimmer. Und zwar ziemlich genau an dem Tag, an dem die beiden aufeinander treffen.

Oh.Mein.Gott. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich wusste zwar vorher bereits, dass ich den Stil der Autorin mag, aber hiermit hat sie mich mitten ins Herz getroffen!

Die Geschichte setzt zu einem Zeitpunkt ein, an dem Libby bereits 140 Kilo abgenommen hat und zum ersten Mal seit Jahren wieder zur Schule geht.
Ich denke jeder von uns empfindet bei diesem Satz bereits den ersten Anflug von Mitleid. Wir alle wissen, wie Kinder, Teenager und ja, leider auch so mancher Erwachsener sein können. Aber ein 160-Kilo-Mädchen in der 11. Klasse... Ihr ahnt natürlich, auf was das rausläuft.
Mobbing, Diskriminierung und Intoleranz der allerübelsten Sorte!
Und dann wäre da ja auch noch Jack. Zwar erscheint sein Problem auf den ersten Blick "harmloser" als das von Libby, aber es ist definitiv nicht zu unterschätzen.

Was mich zu der Ausarbeitung der Charaktere führt.
Die Autorin verwendet unheimlich viel Herzblut darauf, die beiden lebendig und authentisch zu gestalten, was ihr für meinen Geschmack hervorragend gelingt. Nicht selten habe ich mich dabei erwischt, wie ich fassungslos den Kopf geschüttelt, das ein oder andere Tränchen vergossen, oder ein paar Minuten pausiert habe, um das soeben Gelesene zu "verdauen".
Wir sehen, wie stark und mutig Libby ist, wie sie für andere eintritt und das, obwohl es in ihrem Leben keinen Tag ohne Demütigung gibt.
Aber wir leiden auch mit Jack, der sich Tricks oder Eselsbrücken überlegen muss, um zu erkennen, wem er gerade gegenübersteht. Besonders traurig ist es, wenn er sich auf Grund besonderer Merkmale zusammenreimen muss, dass die Person, die gerade vor ihm steht, eins seiner Elternteile oder einer seiner Brüder ist.

Ich kann nur sagen, dass mich die Geschichte um Libby und Jack tief bewegt hat, ohne jemals gestelzt oder aufgesetzt zu wirken.
Ich bin sicher, dass sich jeder von uns auf die ein oder andere Weise in der Geschichte wiederfinden wird, denn leider sind die Themen Mobbing, Diskriminierung und Vorurteile wohl zeitlos und scheinen traurigerweise nie ganz aus der Mode zu kommen.

Jennifer Niven schafft es, mit wirklich ernsten Themen eine Geschichte zu gestalten, die gleichzeitig todtraurig und wunderschön ist! Und wenn es nach mir ginge, würde ich diese auf der Stelle zur Pflichtlektüre an unseren Schulen erklären. Denn ich hoffe, dass es nie zu früh oder zu spät ist, sich Mitgefühl, Toleranz und Akzeptanz anzueignen!

An alle Mädels und Jungs da draußen, egal ob groß, klein, dick, dünn, schwarz, weiß, gelb, rosa oder blau, denkt immer daran: ihr seid erwünscht! Und wer mir nicht glaubt, sollte schleunigst dieses Buch lesen!

Für mich ist "Stell dir vor, dass ich dich liebe" ein absolutes Highlight voller Emotionen, Abgründe aber auch Hoffnung, das einigen Stoff zum Nachdenken liefert. Ich für meinen Teil bin hin und weg und kann nur sagen: lesen, lesen, lesen!!!

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Lifers - Es gibt kein Entkommen

M.A. Griffin , Ann Lecker
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.05.2017
ISBN 9783551520920
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Das war es - er verlor den Verstand. Eine Reaktion auf alles, was passiert war. Zuerst hatte Mum sie verlassen. Dann war Dad durchgedreht. Und jetzt war Alice verschwunden " Seite 10

"Da war etwas, an das er sich nicht richtig erinnern konnte, das wusste er - es versteckte sich irgendwo in seinem Kopf. Irgendetwas war mit ihm passiert." Seite 36

">>Bringt sie Leute um?<<, fragte er leise. >>Manchmal<<, erwiderte Shade. Seine Stimme klang hohl. >>Aber meistens ist es schlimmer als das.<<" Seite 83


Meinung:

Prestons beste Freundin Alice ist spurlos verschwunden. Press selbst, macht sich große Vorwürfe, er hätte etwas ahnen müssen! Sie war die ganze Zeit schon so seltsam. Spätestens als sie ihn fragte, ob er sie suchen würde, falls sie -wie bereits schon andere Jugendliche vor ihr- verschwinden würde, hätte er reagieren müssen. Nun ist sie weg. In was ist Alice da nur hineingeraten? Ihm bleibt wohl nichts anderes übrig: er muss sie suchen. Nur leider ahnt er noch nicht mal ansatzweise, in welche Gefahr er sich damit begibt...

Die Geschichte beginnt düster und geheimnisvoll. Die Story ist nebulös, voller zwielichtiger Gestalten und dunklen Ecken. Das beschert uns einen spannenden und mysteriösen Einstieg in das Geschehen. Besonders hervorgehoben wird das Ganze noch durch kurze Rückblicke, die erzählen, wie Alice sich in der letzten Monaten verhalten und verändert hat.

Beim Lesen ist mir aufgefallen, dass die Charaktere selbst relativ oberflächlich bleiben. Ich dachte zuerst, dass mich das bestimmt im weiteren Verlauf stören würde, aber der Autor legt durchgängig das Hauptaugenmerk auf die ungeheuerlichen Geschehen und Wendungen, so dass eindeutig die Spannung um Vordergrund steht und klar wird -oder es zumindest den Anschein hat-, dass es gar nicht sein Ziel war, die Protagonisten, sondern eher die Geschichte in den Vordergrund zu stellen. Was ihm durchaus gelungen ist!

Der gewählte Schreibstil ist jugendlich gehalten, mit kurzen Kapiteln und kleinen Running-Gags, was uns ein kurzweiliges Leseerlebnis beschert. Gerade die erste Hälfte des Buches ist durch brisante und aufregende Details wirklich spannend und stellenweise auch nervenaufreibend! Mir fiel es sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen!
Das legt sich jedoch ein bisschen, sobald dem Leser die ganzen Ausmaße des Geschehens deutlich werden und er verstanden hat, was es mit dem ganzen Mysterium auf sich hat. Zwar ist das letzte Drittel auch noch sehr spannend, da natürlich nicht alles so glatt läuft, wie unsere jungen Helden es gerne hätten, aber die Geschichte wurde für mich etwas vorhersehbarer, als noch zu Beginn. Ab und an hatte ich auch das Gefühl, dass der Autor zwar nach wie vor sehr gute Ideen hatte, aber die Übergänge von der einen in die nächste Szene wirkten auf mich etwas holprig. Wir sehen uns an einer Stelle zum Beispiel direkt Auge in Auge mit einem Feind, worauf das Kapitel endet. Im nächsten Kapitel sind wir wieder in Freiheit und der Leser bekommt einen relativ knappen Abriss, wie wir es geschafft haben. Das hat mich zugegebenermaßen etwas irritiert, zumal die Geschichte in den ersten beiden Dritteln nirgends so abgehackt wirkte.

Alles in Allem ist "Lifers - Es gibt kein Entkommen" für mich ein gelungenes Jugendbuch voller Abenteuer, Ungeheuerlichem und einer guten Portion Nervenkitzel, das so spannend und fesselnd war, dass ich die kleinen Defizite im letzten Drittel gut verschmerzen konnte ;)

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

haitianer, puerto ricanisc, 2017, bilder, graffit

Stadt der tanzenden Schatten

Daniel José Older , Sophie Zeitz
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.05.2017
ISBN 9783551583604
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Plötzlich zitterte die glänzende gemalte Träne, und dann rollte sie dem alten Mann über das Gesicht." Seite 10

"Es kannte ihren Namen. Sie sah auf. Es grinste." Seite 28

"Sie wusste, dass etwas im Gang war, aber heute Abend hatte sie zum ersten Mal in ihrem Leben gespürt, dass sie dem Tod ins Auge sah." Seite 120

Meinung:

Sierra bemerkt beim Zeichnen eines Wandbildes etwas Seltsames. Nicht nur, dass alle bereits bestehenden Wandbilder irgendwie verblassen, auch in den Augenwinkeln der Zeichnung von Papa Acevedo entdeckt sie eine Träne, von der sie sicher ist, dass diese vorher noch nicht da war. Als diese Träne jedoch anfängt zu laufen, weiß sie, dass etwas passieren wird. Am selben Tag erwacht ihr Abuelo aus seiner Lethargie, in der er sich seit seinem Schlaganfall befindet und warnt sie, dass "sie" kommen um alle Schattenbildner zu holen. Und dass sie mit Hilfe ihres Schulkameraden Robbie sofort ihr Wandbild beenden muss, um alle retten zu können. Danach verstummt er und Sierra ist auf sich allein gestellt, ohne zu verstehen, was das bedeuten soll. Und niemand, der ihr Wissen dazu vermitteln könnte, will darüber reden...

Wow, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll. Selten hat mich ein Buch dermaßen überrascht und geflasht, wie dieses! Eigentlich wollte ich gestern erstmal nur anlesen, aber das war schlicht unmöglich! Einmal angefangen, zog es mich so in seinen Bann, dass ich es am Stück lesen musste. Aufhören war schlicht undenkbar!

Aber beginnen wir am Anfang :)

Der Autor spielt etwas mit der Stimmung. Einerseits überraschend und bedrohlich -durch auftretende Geschehnisse und Gefahren-, lockert er diese immer mal wieder durch jugendliche Szenen auf, in denen wir sehen, dass Sierra eigentlich bislang eben auch nur ein ganz normaler Teenager ist. Freunde treffen, Tanz und ganz wichtig Musik, machen einen großen Teil ihres Lebens aus. Zusätzlich unterstreicht er das mit einem recht jugendlichen und hippen Schreibstil, wenn du weißt, was ich meine "Bro" :) Dies macht er jedoch in einem Stil und Ausmaß, so dass auch die nicht mehr jugendlichen Leser keinerlei Probleme damit haben werden. Ich empfand es jedenfalls als passend und habe mich zu keiner Zeit daran gestört.
Diese Wechsel zwischen unheilvoll und heiter, lassen den Leser deutlich spüren, dass sich etwas zusammenbraut, das Sierra nach und nach wie ein Puzzle zusammensetzen wird und uns durchgehend mitfiebern lässt.
Und so kommt es dann auch. Die Geschichte nimmt von Seite zu Seite mehr Fahrt auf. Wird spannender, unheimlicher, aber auch grausamer. Ja, es kommen auch recht gruselige, horrorartige Passagen vor, die einfach nur genial durchdacht und in Szene gesetzt wurden.
Ich war zwischendurch etwas unsicher, ob der Autor diesen Nervenkitzel bis zuletzt halten kann, aber seid unbesorgt! Atemlosigkeit von Anfang bis Ende garantiert ;) Ich hätte nie für möglich gehalten, dass sich das noch steigern ließe, wurde aber eines Besseren belehrt!

Die Geschichte um Sierra, inklusive sich ändernden Wandbildern, verschwindenden Menschen und zu lösenden Geheimnissen, ist gleichzeitig grauenvoll -dies jedoch nur auf Grund der Dinge, denen sie sich stellen muss, also nicht die Geschichte selbst ;)- und wunderschön! Die Bilder und der Fantasiereichtum, mit denen die Story erzählt wird, haben mich jedenfalls komplett umgehauen! Eine klare Leseempfehlung von mir, dieses Werk sollte man sich nicht entgehen lassen!

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87 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

geheimnis, liebe, jugendbuch, spannung

Einzig

Kathryn Evans , Sabine Reinhardus
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 24.05.2017
ISBN 9783733502973
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Sie wehrt sich verbissen, will mich am Arm packen, aber es gibt kein Zurück, es ist nicht genug Platz für uns beide. Seite 6." Seite 6

"Ich schüttelte mich und drängte die Erinnerungen zurück. Das Leben ging weiter. Bis es dann eben irgendwann nicht mehr weiterging." Seite 23

"Irgendwas, irgendjemand, wand sich unter meiner Haut." Seite 69


Meinung:

Die 16-jährige Teva lebt mit ihrer Mutter und ihren 11 Schwestern unter einem Dach. Nur, dass es sich bei den anderen Mädchen nicht wirklicht um ihre "Schwestern" handelt, sondern ältere Versionen ihres Ichs...
Denn jedes Jahr an ihrem Geburtstag, schlüpft eine neuere Version aus der aktuellen Teva, um ihren Platz einzunehmen. Und das ist tatsächlich wörtlich zu verstehen!
Aus Angst vor der Öffentlichkeit, versteckt ihre Mutter die jüngeren Versionen im Haus, wo sie nur sich selbst und ihre "Schwestern" haben.
Aber Teva -also die aktuelle ;)- möchte das nicht mehr. Sie will ihr Leben leben und nicht von einem neueren Modell ersetzt werden, nur, um dann im Haus zu versauern!
Schon seit ihrer ersten Stunde ist ihr klar, dass sie irgendwie eine Möglichkeit finden muss, diesem Elend zu entfliehen...

Bereits Monate vor dem Release hab ich diesem Buch entgegengefiebert, da mich der Klappentext einfach sofort gepackt hat!
Die Vorstellung, von einem älteren Modell verdrängt zu werden, das auch noch meinem Körper "entschlüpft" ist einfach nur BRRRRRR :D
Letzten Endes war die Geschichte etwas anders als erwartet, aber ich greife vor! Nun von Anfang ;)

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und eingängig, wobei sie sich viel Mühe gegeben hat, ein starkes Bild von Teva zu zeichnen. Dafür hat sie sich entschieden aus Tevas Perspektive zu schreiben, was dieses Vorhaben natürlich perfekt unterstützt. Von Anfang an leiden wir mit ihr, bangen um den baldigen Verlust ihrer engsten Vertrauten und hoffen auf eine Lösung ihres Problems.
Je mehr Zeit vergeht, desto akuter wird das Ganze natürlich und der Wechsel von Tevas Angst zu regelrechter Panik, hat mir nicht nur einmal einen Schauer über den Rücken gejagt! Vor allem, wenn sich die "neue" Teva zum ersten Mal in ihrem Körper bemerkbar macht! Die Angst, alles zu verlieren ist nahezu greifbar und sorgt für extreme Spannungs- und Überraschungsmomente. Gerade dieser Teil der Geschichte ist quasi ein Garant für Gänsehaut ;)
Aufgelockert wird das Ganze durch den Versuch, dem Leser auch ihr "normales" Leben näherzubringen. Wir erleben auch Glücksmomente und Tage, an denen sie Spaß hat. Denn letzten Endes ist Teva natürlich auch ein Teenie, mit den üblichen Problemen wie Jungs, Eifersucht und Liebeskummer. Das schafft in Summe einen authentischen Charakter, in den man sich sehr gut hineinversetzen kann!
Und genau diese "Teenieprobleme" waren es auch, die von meinen Erwartungen abwichen. Natürlich hatte ich damit gerechnet, schließlich ist Teva 16 ;) Aber sie nehmen einen größeren Platz in der Geschichte ein, als angenommen. Das ist auch der Grund, warum ich persönlich diese Geschichte nur bedingt, wie auf dem Cover angegeben, als Thriller deklarieren würde. Wobei mir eine korrekte Zuordnung zugegebenermaßen schwerfallen würde! Es sind unheimlich viele Elemente vorhanden, die mir eine eindeutige Klassifizierung unmöglich machen! Drama, Fiction, YA, es ist von allem etwas dabei.

Aber Fakt ist eins: Einzig ist einfach einzigartig!

Und das nicht nur, weil die Geschichte tatsächlich unheimlich weit von dem bisher bekannten abweicht, und mir Ähnliches bislang noch nicht unterkam, sondern auch, weil die Leseerfahrung an sich mich absolut fesseln konnte! Ab einem bestimmten Punkt kommt man einfach ins Grübeln, ob das Alles tatsächlich real sein kann. Ist es wirklich so, wie Teva uns erzählt, oder bildet sie sich das gar alles nur ein und wird verrückt??? Ich für meinen Teil war sehr lange hin- und hergerissen und könnte mir vorstellen, dass es den meisten von euch ähnlich ergehen wird ;) Sehr spannend!!!

Für mich war "Einzig" schon alleine wegen seiner Andersartigkeit eine brillante Lektüre, die mich komplett begeistern konnte. Ich hoffe bald mal wieder etwas Neues dieser Autorin in Händen zu halten!

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fantasy, jugendbuch, cora carmack, stormheart - die rebellin, stormheart

Stormheart - Die Rebellin

Cora Carmack , Birgit Salzmann , Alexandra Rak , Carolin Liepins
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.05.2017
ISBN 9783789104053
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Sie zog die Hand aus seiner, und er hätte sie am liebsten wieder gepackt. Sich zu nehmen, was er wollte, entsprach seiner Natur." Seite 20

"Unwetter waren empfindsam genug, um Zerstörung zu suchen, Opfer zu jagen, Strategien zu entwickeln wie ein Feldherr im Kampf. Aber sie konnten nicht wie ein Mensch sehen." Seite 60

"Seine Haut an ihrer war ganz anders als alles, was sie jemals gefühlt hatte. Es war heiß und gleichzeitig kalt und wie jede Temperatur dazwischen." Seite 200


Meinung:

Aurora führt ein ziemlich hartes Leben. Und zu allem Überfluss, wird es in absehbarer Zeit noch schlimmer kommen.
Geboren als Sturmlingprinzessin, soll sie in ihrer Rolle als Königstochter in Kürze die Herrschaft übernehmen und das Königreich vor den schweren Unwettern beschützen, die schon bald hereinbrechen werden.
Was jedoch keiner -außer ihr und ihrer Mutter- weiß, ist, dass sie scheinbar gänzlich ohne Magie geboren wurde und somit gar keine Möglichkeit hat, das Reich vor diesen schweren, magiegeladenen Kräften, in Form von Gewitter, Stürmen und Niederschlägen, zu bewahren. Und obwohl sie, um dieses Geheimnis zu bewahren und deshalb den Thron nicht zu verlieren, schon alles geopfert hat, ist sie gezwungen, noch mehr von sich aufzugeben. Ihr ganzes Leben ist geprägt von Entbehrungen und Einsamkeit -sie darf weder Freundschaften führen, noch Schwächen jedweder Art zeigen-, denn zu groß wäre die Gefahr, dass ihr Geheimnis ans Licht kommen könnte. Und nun muss sie auch noch Prinz Cassius aus einem anderen Königreich heiraten, damit er das Land an ihrer Stelle schützen kann. Aber auch da gibt es ein Problem. Selbst er darf vor der Hochzeit nichts von ihrer fehlenden Magie erfahren und zudem ist seine Familie bekannt dafür, dunkel und grausam zu sein! Doch auch er scheint ein großes Geheimnis mit sich zu tragen... Kann Aurora es schaffen, ihr Reich zu beschützen? Oder gibt es gar einen gänzlich anderen Weg, der sich ihr nur noch nicht erschließt?? Seid gespannt!

Seit ich zum ersten Mal von dieser Trilogie gehört habe, erwarte ich sehnsüchtig deren Release. Nun ist der erste Band endlich da, und ich habe keine Ahnung, ob ich das Warten auf Band 2 ertragen kann :D

Der Schreibstil ist absolut gelungen und zieht den Leser mit vielen Überraschungen in seinen Bann.
Zum Einen ist dieses Buch nicht in der Ich-Perspektive geschrieben. Eine Tatsache, der ich persönlich immer sehr gespalten entgegensehe, da es so normalerweise immer etwas schwieriger ist, die Charaktere für den Leser authentisch zu machen. Ich musste jedoch feststellen, dass meine Angst absolut unbegründet war! Die Autorin legt wirklich viel Augenmerk darauf, den Protagonisten Leben einzuhauchen, und setzt dies um, indem sie die komplette Geschichte aus vielen Richtungen/Personensichten erzählt und dabei auch immer deren eigenen Ängste, Wünsche oder Vorgeschichten mit einfließen lässt. Selten war ich so gefesselt und neugierig, wie es mit einzelnen Charakteren weitergeht!
Zum anderen ist die Art, wie Cora Carmack Dinge beschreibt -glaubt mir, die Unwetter, Stürme, usw., sind atemberaubend geschildert- wirklich beeindruckend! Vor allem im späteren Teil, aber da müsst ihr euch wohl überraschen lassen, ich darf ja schließlich nicht zu viel verraten ;)

Da es sich um den Auftakt einer Trilogie handelt, wurde erwartungsgemäß einiges an Augenmerk auf Aurora gelegt, was mich zu zwei kleinen Kritikpunkten führt. Keine Angst, ich werde sie im Folgenden auch wieder etwas entkräften ;)
Einerseits gab es Szenen und Gegebenheiten, die ich zwar in dem Moment nicht als langweilig empfand, die aber für meinen Geschmack, in Summe, kleine Längen verursachten.
Andererseits ist da noch der Charakter Aurora selbst. Sie hat ihr Leben lang getan, was von ihr verlangt wurde und hat sich dabei selbstverständlich auch Eigenschaften angeeignet, wie eine Königin sie -zumindest in den Augen ihrer Mutter- vorweisen muss. Weitestgehend ist das nachvollziehbar, vor allem, weil man ja ihre Vorgeschichte kennt. Stellenweise jedoch, wirkte sie auf mich, wie ein trotziges, bockiges Kind, das seinen Kopf durchsetzen muss.
Beim Lesen konnte ich zum Glück jedoch feststellen, dass beides eigentlich nur in der ersten Hälfte des Buches zu finden ist und diese Details auch schnell verblassen. Denn Aurora entwickelt sich natürlich weiter und zusätzlich entsteht mit jeder weiteren gelesenen Seite eine zunehmend imposante Geschichte, die vor Wendungen und Höhepunkten strotzt, bevor sich ein wirklich gelungener und fulminanter Endteil entwickelt, der mich persönlich sehr beeindrucken konnte. Natürlich inklusive einem bösen Cliffhanger, aber das war ja zu erwarten ;)

Für mich ist "Stormheart - Die Rebellin" ein wirklich gelungener Trilogieauftakt, voller fesselnden Naturgewalten, mannigfaltigen Emotionen und einer gehörigen Portion Liebe, die mich voller Erwartungen seiner Fortsetzung entgegenfiebern lässt!

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189 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 83 Rezensionen

alchemie, london, code, jugendbuch, rätsel

Der Blackthorn-Code - Das Vermächtnis des Alchemisten

Kevin Sands , Alexandra Ernst
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423761482
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Zitate:

"Es gab verschiedene Möglichkeiten. Ich konnte aufspringen und den Eindringling überraschen. Ich konnte weglaufen und um Hilfe rufen. Oder ich konnte bleiben, wo ich war, und mir in die Hose machen. Ein paar Augenblicke zog ich Möglichkeit Nummer 3 in Erwägung." Seite 49

"Die Verzweiflung verschlang mich wie ein Dämon." Seite 115


Meinung:

London 1665: Christopher lebt als Apothekerlehrling bei seinem Meister Benedict Blackthorn. Obwohl es ein hartes Leben voller Arbeit, Lernen und Schweiß ist, liebt er es.
Seit die Apothekergilde ihn aus dem Waisenhaus geholt und ihn in die Lehre geschickt hat, hat er ein Dach über dem Kopf, Essen und vor allem einen Meister, der ihn -im Gegensatz zu den meisten anderen Meistern- zwar fordert, aber nicht schlägt oder schlecht behandelt.
Christopher liebt ihn und sieht in ihm den einzigen Vater, der für ihn wichtig ist.
Doch irgendetwas stimmt nicht. Seit einiger Zeit werden Männer grausam getötet, ja, geradezu ausgeweidet. Und von den fünf Opfern waren drei ebenfalls Apotheker, was natürlich für große Angst sorgt. Vor allem, da Meister Blackthorn sich zunehmend merkwürdig verhält…

Es hat mir viel Spaß bereitet, Christophers Geschichte zu lesen. Nicht nur, weil er ein recht helles Köpfchen ist, sondern auch, weil er im Gegenzug -zusammen mit seinem besten Freund Tom- ziemlich viele Flausen im Kopf hat.
Schießpulver zu mischen und natürlich zu testen (zugegebenermaßen mit dem ein oder anderen Verlust ;)), ist da nur ein kleines Beispiel. Ihr könnt euch vorstellen, dass bei derlei "Lausbuben", die man nur ins Herz schließen kann, das ein oder andere Schmunzeln nicht ausbleibt ;)

Besonders gut hat mir jedoch die Stimmung gefallen. Nicht nur, dass wir die Geschichte aus Christophers Sicht erzählt bekommen und dementsprechend dicht am Geschehen dran sind, auch der Schreibstil ist so fantasievoll und detailliert, dass man die beiden und ihre Umgebung nahezu vor Augen sehen kann! In Kombination mit der Tatsache, dass von Anfang an eine gute Portion Spannung, Abenteuer und Gefahr vorherrscht -wir Leser sind immer sehr nah an Christophers Angst und den gefährlichen Situationen-, kann man eigentlich nur atemlos von Seite zu Seite blättern. Vor allem in Anbetracht dessen, dass sich die Spannung im weiteren Verlauf immer noch weiter steigert, bis hin zum explosiven Finale!

Obwohl "Der Blackthorn-Code - Das Vermächtnis des Alchemisten" vermutlich eher für ein jüngeres Publikum gedacht war, ist es dermaßen liebevoll und fesselnd geschrieben, dass in meinen Augen ein gelungenes Abenteuer für Jung und Alt entstand, dem ich mich nicht entziehen konnte. Rätsel, Codes, Gefahr und viele weitere Bestandteile bilden die perfekte Kombination für ein gelungenes Lesevergnügen! Ich bin echt froh, dass ich auf den Release der Fortsetzung "Der Blackthorn-Code – Die schwarze Gefahr", nur noch bis Juni warten muss ;)

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1.121 Bibliotheken, 31 Leser, 2 Gruppen, 208 Rezensionen

raumschiff, liebe, these broken stars, jugendbuch, amie kaufman

These Broken Stars. Lilac und Tarver

Amie Kaufman , Meagan Spooner , Stefanie Frida Lemke
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 27.05.2016
ISBN 9783551583574
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als Lilac und Tarver zum ersten Mal aufeinander treffen, steht ihre Beziehung zueinander unter keinem guten Stern. Und das ist geradezu wörtlich zu nehmen. Obwohl sie normalerweise auf Grund ihres unterschiedlichen Standes -sie als Tochter des reichsten und mächtigsten Mannes im Universum und er als Soldat aus einfachen Verhältnissen- niemals im Leben Kontakt hätten, passiert das Unfassbare. Das Raumschiff, auf dem sie sich befinden, gerät in Not und alle müssen evakuiert werden. Wie es jedoch der Zufall will, landen gerade sie zu zweit in einer Rettungskapsel und letzten Endes auf einem fremden Planeten.
Zu diesem Zeitpunkt ahnt jedoch keiner der beiden, welche Gefahren noch auf sie zukommen werden.

Ich muss zugeben, dass ich von Anfang an etwas verliebt in dieses Buch war. Und das, obwohl ich eigentlich nicht so sehr auf Liebesgeschichten stehe. Doch die Story um Lilac und Tarver ist anders! Denn obwohl die Story von unterschiedlichen Charakteren handelt und eine relativ ruhige Grundstimmung aufweist, überzeugt sie mit einer Tiefe, die ihresgleichen sucht!
Wir begleiten die beiden auf ihrem täglichen Kampf ums Überleben. Hunger, Durst, Kälte und vor allem: Dickköpfigkeit!!! Denn das sind sie beide: unendlich stur! Dazu wird abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt, was den Charakteren noch mehr Tiefe verleiht.
Zu Beginn hat mich Lilac mit ihrem hochnäsigen Verhalten zwar etwas genervt, aber gerade dieser Punkt macht einen tollen Aspekt der Geschichte aus: die Veränderung der beiden und die Richtung, in die sie sich entwickeln. Die Stärke und Entschlossenheit die Lilac -das kleine, noble Mädchen- entwickelt und Tarvers gutes Herz sind einfach hinreißend und zogen mich tief in ihren Bann.

Ein zusätzlicher Punkt der mich sehr fasziniert hat, ist der Schreibstil. Fesselnd, eingängig und so bildgewaltig, dass man viele Details geradezu vor Augen sieht. Und das, obwohl es sich um ein Gemeinschaftswerk von zwei Autorinnen handelt! Das entstandene Gesamtkonstrukt kann ich eigentlich nur als perfekte Symbiose zweier Individuen bezeichnen ;)

Große Emotionen, große Gefahren und ein großes Geheimnis haben ein wahrlich gigantisches SiFi-Abenteuer der besonderen Art entstehen lassen! Ich bin schon sehr neugierig auf Band 2 "Jubilee und Flynn".

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57 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

dark diamonds, ravens blood, raben, pechschwarze schwingen, sylvia steel

Raven's Blood. Pechschwarze Schwingen

Sylvia Steele
E-Buch Text: 353 Seiten
Erschienen bei Dark Diamonds, 28.04.2017
ISBN 9783646300284
Genre: Sonstiges

Rezension:

Zitate:

"Schon viel zu lange empfinde ich nichts als Kälte und sehne mich mittlerweile nach etwas Neuem." Position 28

"Ich fühle mich irgendwie leichter, als würden die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit in die Ferne rücken. Sie sind zwar immer noch spürbar und werden immer ein Teil von mir sein, aber in manchen Sekunden vergesse ich, wie traurig und zerbrochen ich innerlich bin. Oder es war." Position 1137

"Erinnerungen sind nicht schwach. Sie sind das Gegenteil davon. Sie formen uns, machen uns aus und lassen uns stärker werden. Nimm jemandem seine Erinnerungen und er ist nichts als eine leere Hülle seiner selbst." Position 2425


Meinung:

Seit Lexi vor vier Jahren ihre Mutter bei einem Autounfall verloren hat, lebt sie mit ihrem Onkel Rick zusammen, der wie ein Vater für sie ist.
Ihre große Liebe Jake, der sich schon kurz vor dem Unfall -bei dem er sie gerettet hat- von ihr getrennt hat, ging damals mit ihrem Bruder Josh zur Army. Seitdem macht sie alles, um zu funktionieren und sich abzulenken.
Soweit klappt das auch ganz gut, bis eines Tages sowohl Josh als auch Jake vor der Türe stehen und fest vorhaben, zu bleiben.
Obwohl Jake dringend mit ihr reden will, bringt sie es nicht über sich, ihm gegenüberzutreten. Und dann taucht auch noch immer wieder dieser seltsame Rabe auf, der sie komplett durcheinander bringt.
Was geht nur vor sich?? Und nicht nur das! Plötzlich ist da ein düsterer Mann, der sie zu verfolgen scheint! Aber noch hat sie keine Ahnung, wie gefährlich ihr Leben in der nächsten Zeit noch werden soll…

Als ich das erste Mal den Klappentext las, war ich sofort neugierig auf diese Geschichte. Vor allem schon deshalb, weil man nicht wirklich weiß, was man zu erwarten hat.
Und leider muss ich euch in diesem Punkt enttäuschen! Ich KANN euch nicht mehr Details verraten, sonst würde ich diese tolle Story ruinieren. Ich kann nur sagen, dass es sich mehr als lohnt!
Zwar war ich zu Beginn nicht ganz so angetan, was jedoch eher mit der Beziehung zwischen Jake und Lexi zusammenhängt.
Aber ich greife vor, gehen wir zurück zum Anfang ;)

Die gesamte Geschichte ist sehr emotional gestaltet. Lexis Trauer, ihr Schmerz und ihre Enttäuschung sind sehr präsent und das Szenario ist dementsprechend düster.
Das hat mir schonmal sehr gut gefallen! Was ich nicht so toll fand, ist, dass Lexis Hin- und Hergerissenheit wegen Jake (soll sie ihm zuhören/vergeben/vergessen/ihn wieder lieben) doch über das gesamte erste Drittel im Vordergrund steht. Sie ist da für mein Geschmack eine kleines bisschen zu wankelmütig, was sich auch in späteren Gewissensfragen wiederholt. Für meinen Geschmack hätte dieser Teil der Unentschlossenheit und inneren Konflikte etwas kürzer sein dürfen.
Nichtsdestotrotz habe ich natürlich weitergelesen und wurde dafür absolut belohnt!! Nicht nur, dass der Schreibstil beim Lesen sehr viel Spaß macht -er ist flüssig und sehr eingängig, so wie ich es mag-, sondern auch die Wendung, die die Geschichte nimmt ist enorm und -sorry, aber einfach nur- spannend, spannend, spannend!!! Der weitere Verlauf ist dermaßen unverhofft und actiongeladen, dass ich Raven´s Blood an einem Tag komplett lesen musste!!! Da war die kleine Schwäche, die der Anfang für mich mit sich brachte, schnell vergessen ;)

Ich für meinen Teil kann Lexis Geschichte nur empfehlen und hoffe doch sehr, dass da bald etwas nachkommt! Ich bin immer noch ganz hin und weg!

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130 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, auf immer gejagt, lovestory, fährtenleser

Auf immer gejagt (Königreich der Wälder 1)

Erin Summerill , Nadine Püschel
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.04.2017
ISBN 9783551583536
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Doch nichts davon macht mir etwas aus, denn ich bin und bleibe eine Flannery, wie mein Vater, und ich komme sehr gut allein zurecht." Seite 13

"Das Wenige, was ich in meinem Leben hatte, hat sich als Lüge entpuppt." Seite 230

"Ich schaue zu, wie die Möwen im Anflug auf die Felsküste gegen den Wind ankämpfen. Es kommt mir vor, als wäre ich eine von ihnen, gebeutelt von den Widrigkeiten des Lebens, von meinem Dasein als Außenseiterin, meiner Einsamkeit. Auf immer gejagt." Seite 271


Meinung:

Tessas Leben wird nie wieder so sein, wie es war. Nicht, dass es jemals richtig gut gewesen wäre, aber bis vor 2 Monaten hatte sie zumindest noch ihren Vater, den sie über alles geliebt hat. Doch er wurde hinterrücks ermordet und sie -als Tochter einer Shaerdanerin aus dem verhassten Nachbarland- steht vor dem Nichts. Sie wird alles verlieren, Land, Haus - eben alles, was ihr wichtig ist. Denn mit ihres Vaters Tod, verliert sie jeglichen Anspruch darauf.
Doch so weit soll es nicht kommen, denn bevor die königliche Garde sie vertreiben kann, wird sie wegen Wilderei verhaftet. Nun droht ihr die Todesstrafe!
Noch nicht genug? Ok, dann geht es noch weiter ;) Sie bekommt die Chance, der Strafe zu entgehen und das Land ihres Vaters zu behalten, indem sie Cohen, den Mörder ihres Vaters, jagt und zurückbringt. Das sollte für sie, als ausgezeichnete Fährtenleserin, eigentlich kein Problem sein. Wäre Cohen nicht ihr ältester Freund und ihre geheime große Liebe. Kann sie sich wirklich dermaßen in Cohen getäuscht haben??? Aber so oder so, sie muss ihn verfolgen und den Mörder ihres Vaters überführen, sonst ist sie selbst bald tot...

Die Geschichte um Tessa und ihre Jagd auf den Mörder ihres Vaters ist eine wirklich gelungene und abenteuerliche Reise. Im ersten Moment habe ich zugegebenermaßen gedacht, dass ich Ähnliches bereits gelesen habe, aber dieses Buch hat mich definitiv überrascht! Tessa begegnet nicht nur vielen Gefahren und Hindernissen, die den Leser beinahe durchgehend auf Trab halten -ja, ich gebe zu: es war SEHR spannend!!- sondern auch wirklich vielen Wendungen und Überraschungen. Bei der Tiefe, die die Autorin dem Charakter verliehen hat, kann man eigentlich gar nicht anders, als durchgehend mitzufiebern und ab und an die Luft anzuhalten ;)
Ihr seht, hier spricht ein kleiner Fan! Ich bin auf jeden Fall ein kleines bisschen verliebt - sowohl in Tessa, als auch ein paar der anderen auftretenden Charaktere. Aber hier kann ich leider nicht zu sehr ins Detail gehen, ohne zu viel vorweg zu greifen.
Aber allein schon Tessa lässt mein Leserherz definitiv höher schlagen. Erin Summerill schafft mit ihrem bildhaften Schreibstil ein wahrlich hinreißendes Setting, bei dem man den Wald stellenweise schon beinahe riechen kann und natürlich spart sie bei ihren gut durchdachten Details die Charaktere nicht aus! Tessa ist, wie zu erwarten, geprägt von Einsamkeit. Wobei hier nicht nur die fehlende Mutter, der Weggang ihres besten Freundes und der Tod ihres Vaters eine Rolle spielen. Sie wird gemieden, gedemütigt und wie eine Aussätzige behandelt. Allein schon deshalb schließt man sie relativ schnell ins Herz. Aber Tessa kann auch anders. Stolz, mutig und selbstlos kämpft sie für die, die ihr wichtig sind! Na wenn das nicht Stoff für eine großartige Geschichte ist ;) Vor allem wenn man bedenkt, dass sich zeitgleich ein Krieg anbahnt, der dem Geschehen noch zusätzliche Geschwindigkeit verpasst!

Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass mich Tessas Reise von der ersten bis zur letzten Seite fesseln konnte! Gefahr, Misstrauen, Verrat, aber auch Emotionen und eine gute Portion Liebe haben eine für mich runde Geschichte entstehen lassen, die mich, MEHR als gespannt auf die Fortsetzung, zurücklässt! Ein absolut gelungenes Debut!

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366 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 88 Rezensionen

1001 nacht, liebe, fluch, orient, magie

Rache und Rosenblüte

Renée Ahdieh , Martina M. Oepping
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783846600405
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Ihr Spiegelbild, das ihr von der Oberfläche entgegensah, wirkte seltsam beherrscht. Ruhig, aber verzerrt. Das Gesicht eines Mädchens, das alles und nichts im Laufe einer einzigen Nacht verloren hatte." Seite 13

"Es war kein Drängen. Offensichtlich hatte der Magus die Geduld von zwanzig Männern. Und die Heiterkeit vieler erleuchteter Seelen. Im Gegensatz zu ihm war Shahrzad geneigt, den Jungen vom Felsen zu schubsen." Seite 142

"Ihr Herz war uferlos wie der Ozean. So weit wie der Himmel." Seite 427


Meinung:

Shahrzad ist von Chalid, ihrer großen Liebe, getrennt. Nur allzu deutlich ist ihr bewusst, dass sie erst wieder zu ihm zurück kann, wenn sie eine Möglichkeit gefunden hat, ihre Familie zu retten und seinen Fluch zu brechen. Und dann hoffentlich für immer!!
Aber ist es überhaupt möglich, beide scheinbar unlösbaren Aufgaben zu stemmen?

Bereits Band 1 der Reihe hat mich tief in seinen Bann gezogen. Schon immer habe ich ein kleines Faible für Geschichten aus dem Orient. Mystisch, geheimnisvoll, voller Magie und Emotionen. Geschichten wie aus 1001 Nacht, die nicht nur den Leser ver- sondern ihm auch ein Lächeln auf die Lippen zaubern.
Dementsprechend habe ich dieser Fortsetzung natürlich entgegengefiebert und wurde, alles in allem, nicht enttäuscht!

Auch Band 2 wartet mit vielerlei Abenteuern, Gefahren und Spannung auf! Denn wie ihr wisst, haben Shahrzad und Chalid viele Feinde, die sie tot sehen wollen. So ist Atemlosigkeit natürlich vorprogrammiert, Verrat und Misstrauen sind erneut feste Bestandteile der Geschichte.

Und auch die Protagonisten konnten mich ein zweites Mal auf ganzer Linie überzeugen, wobei hier ein paar wichtige Charaktere dazukommen, die nicht minder wichtig und allesamt sehr schön zu lesen sind. Mit ihrem fantasievollen und bildhaften Schreibstil erweckt die Autorin diese zum Leben, so dass es ein wahrer Genuss ist sie kennenzulernen und ihre Geschichte zu hören. Aber natürlich überzeugt auch Shahrzad selbst wieder durch ihre dickköpfige und direkte Art, ihren Stolz und ihren Mut! Eine starke Persönlichkeit, die mir viel Freude bereitet hat.

Eine Sache hätte ich mir jedoch gewünscht: Viele Details waren mir aus Band 1 noch präsent, ein paar wenige jedoch nicht mehr zu hundert Prozent. Die Autorin hat das Thema Rückblicke oder kleine Erinnerungshilfen jedoch sehr knapp gehalten. Ein paar Gedächtnisstützen mehr hätten bestimmt gut getan. Vor allem, da viele "alte" Themen eigentlich erst NACH dem ersten Drittel wieder richtig aufgegriffen werden und sich dieses Drittel dadurch ganz leicht zog. Aber keine Angst! Diese kleinen Längen ließen mich definitiv nicht sie Lust verlieren ;)

Rache und Rosenblüte ist eine Geschichte voller Emotionen, Magie und zauberhaften Elementen, die mir viel Freude bereitet hat. Ich bin schon sehr gespannt darauf, was wir in Zukunft von Renée Ahdieh noch lesen werden :)

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

jon walter, königskinder verla

Mein Name ist nicht Freitag

Jon Walter , Josefine Haubold
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551560209
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Joshua war schlecht, schon vom Tag seiner Geburt an, und Old Betty muss das gewusst haben, als sie ihm eins auf den Hintern gab." Seite 20

"Und in diesem Augenblick stirbt ein kleines Stück von mir. Ich spüre, wie es mich verlässt, als ich die Stimme hebe. >>Freitag. So heiße ich.<<" Seite 48

"Im Dunklen wird niemand sehen, wenn ich weine." Seite 99


Meinung:

Samuel und sein Bruder Joshua sind Waisen. Sie haben früh ihre Eltern verloren und leben im Waisenhaus. Doch auch hier hält das Leben so manche Prüfung für Samuel bereit. So gottesfürchtig, wohlerzogen und gut er ist, sein Bruder Joshua ist genau das Gegenteil davon, was die beiden bei Pater Mosely des Öfteren in Ungnade fallen lässt. Doch auch dadurch lässt sich seine Liebe zu Joshua nicht erschüttern. Selbst dann nicht, als er eines Tages dessen Schuld auf sich nimmt, damit Joshua nicht bestraft wird, und sich auf dem Weg zum Sklavenmarkt wiederfindet. Von nun an lautet sein Name Freitag und jegliche Rechte und Annehmlichkeiten scheinen für immer vorbei zu sein...

Die Geschichte um Samuel spielt in Mississippi, zur Zeit des Bürgerkrieges. Dieses Thema hat der Autor gekonnt in Szene gesetzt. Mit jeder Seite, jedem Absatz und jeder traurigen Geschichte, kann man das harte Los der Farbigen in diesen Zeiten spüren. Das Leben gezeichnet von Demütigung, Verlust und Intoleranz nehmen sie alles auf sich, nur um zu überleben. Wobei "Leben" ein dehnbarer Begriff ist...
In Samuels Fall hilft ihm einzig sein Glaube zu Gott dabei, stark zu bleiben und nicht die Hoffnung zu verlieren, dass er -wenn er nur auf dem richtigen Weg bleibt- irgendwie seinen Bruder Joshua retten kann.
Obwohl dieser religiöse Aspekt glaubwürdig und geschichtlich gesehen natürlich korrekt ist, war das der einzige Punkt der Geschichte, den man für meinen Geschmack etwas hätte schmälern können. Samuels Glaube ist wie gesagt recht ausgeprägt und dementsprechend findet er sich auch ab und an im Zwiespalt zwischen Gut und Böse wieder. Ein paarmal weniger hätten es für mich auch getan ;)

Als ich das erste Mal mit dem Thema Sklaverei in Berührung kam, war ich entsetzt darüber, wie menschenunwürdig "Menschen" sich tatsächlich verhalten. Ja, ihr habt richtig gelesen, ich schreibe im Präsens. Denn auch wenn es Sklaverei im ursprünglichen Stil offiziell nicht mehr gibt, ist Rassismus dennoch nach wie vor ein schwieriges Thema. Und auch heute ist die Einordnung von Menschen anderer Ethnien in unterschiedlich Klassen keine Seltenheit. Auch, wenn es vielleicht nicht ganz so offensichtlich erscheint, aber von einer tatsächlichen Gleichberechtigung kann in vielen Regionen der Erde noch immer nur geträumt werden...
Macht euch das nicht auch traurig? Also mich schon. Aus diesem Grund habe ich auch schon immer ein Faible für "Geschichten" dieser Thematik. Und das, obwohl ich oftmals aus dem Unglauben und Kopfschütteln nicht herauskomme.
Aber genau aus diesem Grund finde ich es auch so wichtig, solche Bücher zu lesen und anderen nahezubringen. Wenn sie es auch nur ein Stück weit schaffen, die Menschen etwas zu sensibilisieren, kann das nur hilfreich sein!

Mein Name ist nicht Freitag ist ein bewegendes Buch voller Emotionen -guten wie schlechten-, unerwarteten Wendungen und Tiefgang. Eine klare Empfehlung.  

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386 Bibliotheken, 20 Leser, 2 Gruppen, 186 Rezensionen

thriller, london, ragdoll, serienmörder, mord

Ragdoll - Dein letzter Tag

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783548289199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich liebe ja Thriller und an einem Buch mit dieser Thematik, komme ich natürlich nicht vorbei. Vor allem dann nicht, wenn es sich um den Auftakt einer Reihe handelt ;)

Allem voran ist mir der Schreibstil des Buches aufgefallen. Er ist leichtgängig und unkompliziert, so dass das Lesen viel Spaß macht. Auch schafft es der Autor, ein durchgängig atmosphärisches und dunkles Szenario zu gestalten, das natürlich perfekt zur Story passt. Düster und geheimnisvoll, so mag ich das ;)

Mein absolutes Highlight jedoch ist der Protagonist Wolf. Wir erfahren recht früh, dass er eigentlich ein absolutes Pulverfass ist (Suspendierung, Prügelattacke im Gericht usw., da will ich natürlich nicht allzu weit vorgreifen ;)). Ich für meinen Teil wartete sekündlich auf den nächsten Ausbruch, denn... kann man soetwas tatsächlich ablegen? Aufbrausend, dickköpfig und stur, so mag ich meine Protas!

Die Geschichte als solches hat wirklich sehr gute Ansätze: mehrere Opfer zu einer Leiche zusammengestückelt, eine Mordliste mit den nächsten Opfern und der verzweifelte Kampf gegen die Zeit...
Ich finde seine Ideen toll, die Umsetzung konnte mich jedoch nicht zu 100% überzeugen... Für meinen Geschmack blieb die Spannung etwas auf der Strecke und schaffte es nicht bis in die zweite Hälfte und auch die Nebendarsteller blieben recht blass. Der Verlauf war für mich einfach nicht so befriedigend, wie ich mir das gewünscht hätte. Für mich persönlich wäre weniger mehr gewesen, denn die gutgemeinten Nebenhandlungen haben bei mir dann doch etwas die Luft rausgelassen.

Nichtsdestotrotz werde ich Band 2 definitiv noch zur Hand nehmen, denn für ein Debut -und dazu noch einen Reiheneinstieg, in dem man bekanntlich oft ein bisschen mehr Wert darauf legt, den Prota zu setzen- kann sich Ragdoll echt sehen lassen. Ich bin gespannt!

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93 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

vampire, liebe, sabine schulter, melody of eden, vampir

Melody of Eden - Blutgefährten

Sabine Schulter
E-Buch Text
Erschienen bei Dark Diamonds, 25.11.2016
ISBN 9783646300079
Genre: Fantasy

Rezension:

Zitate:

"Es handelte sich um eine Art Mensch, der so dürr war, dass ich jeden einzelnen Knochen zu erkennen glaubte. Seine Haut besaß die ungesunde Farbe von Kalk und er schien komplett unbehaart zu sein." Position 91

"Ich spürte die Kraft und die Macht, die von diesen drei Wesen ausging wie die Hitze eines Ofens. Sie umhüllte mich und ließ mich klein und unscheinbar zurück." Position 324 

"Wo auch immer diese Massen an Wilden herkamen, sie wollten eindeutig so viele Menschen wie möglich töten." Position 559


Meinung:

Seit ihrer Kindheit wird Melody mit dem Thema "Vampire" konfrontiert. Nicht, dass sie je einen gesehen hätte, oder es Beweise gäbe, dass es sie tatsächlich gibt. Nein, sie dienen eher zur Abschreckung als Schauergeschichten der Eltern an ihre Kinder.
Doch irgendwie ging ihr dieses Thema nie aus dem Kopf. Wen wundert es da, dass sie loszieht um herauszufinden, ob es sich tatsächlich nur um Märchen handelt.
Es kommt, wie es kommen muss und so gerät sie in die Fänge einer dieser abscheulichen Kreaturen. Jedoch nur, um von einem Vampir der Nachtpolizei gerettet zu werden. Ja, ihr habt richtig gelesen! Selbst bei der Polizei gibt es sie. Nur, dass die 5 Vampire dort, so ganz anders sind. Sind wirken sogar recht "menschlich".
Aber woher kommen nur diese Unterschiede? Doch bevor Melody sich um solche Details kümmern kann wird klar, das selbst das reine Kennenlernen der Gruppe sie in größte Gefahr bringt!
Vielleicht sollte man sich manchmal überlegen, was man sich wünscht ;)

Die Geschichte um Mel und Eden startet direkt spannend und actionreich, was mich als Leser natürlich schnell in ihren Bann zieht. Der Autorin gelingt es auch diese Spannung durch Wendungen, Kämpfe und NOCH mehr Action, durchgehend zu halten. Natürlich trägt auch die Tatsache, dass die Handlung oftmals nachts und in düsteren Ecken spielt, sowie die zunehmende Aggressivität der "Wilden", ihren Teil dazu bei ;)
So lässt nicht nur die undurchsichtige emotionale Komponente zwischen Eden und Melody, sondern auch die wachsende Gefahr und das Unbekannte/Unvorhersehbare eine mystische und geheimnisvolle Stimmung entstehen.

Ich muss zugeben, dass mir Melody zu Beginn nicht ganz so gut gefallen hat. Ich war mir zuweilen unschlüssig, ob sie nur naiv, leichtsinnig oder gar etwas dümmlich ist, denn wider besseren Wissens riskiert sie immer wieder Kopf und Kragen...
Auch die Szenen in denen Eden und Melody sich "ungläubig ansehen", kamen mir gerade im ersten Drittel etwas zu oft vor. Jedoch legt sich beides im weiteren Verlauf und an deren Stellen rückt das Miteinander das Nachtpolizei-Vampirgruppe. Gerade diese Teile haben mir viel Spaß gemacht und den ein oder anderen Schmunzler entlockt. Die liebevolle Art, mit der die Autorin diese Gruppe zum Leben erweckt, mit ihren unterschiedlichen Charakteren, ihrem Humor und ihren Gefühlen zueinander (ok, zumindest bei den meisten ;)), haben mir nicht nur richtig gut gefallen, sondern lassen auch meine zu Beginn entdeckten Schwächen in den Hintergrund rutschen.
Vor allem in Ivy habe ich mich sofort verliebt! Aber lest selbst ;)

Für mich war "Blutgefährten" ein gelungener Einstieg in die Reihe. Düster, geheimnisvoll und mit einer sehr ausgewogenen Balance zwischen Emotionen und Action versehen, lässt er mich sehr gespannt auf Band 2 zurück ;)

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42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

dystopie, kreaturen, missbrauch, verstörend, psychische probleme

Without Worlds

Kerstin Ruhkieck
E-Buch Text
Erschienen bei Dark Diamonds, 31.03.2017
ISBN 9783646300215
Genre: Sonstiges

Rezension:

Zitate:

"Doch wer entschuldigt sich jemals bei mir? Dafür, dass die Welt zerbrochen ist, für meine Verluste und für die Taubheit meines Herzen, das Sterben des Mädchens, das ich einmal gewesen bin?" Position 239

"Die Kreaturen mit den Gesichtern in der Brust lauern überall, haben unseren Kontinent überschwemmt und nichts als Zerstörung und Tod hinterlassen." Position 295 

"Das Schicksal konfrontiert einen nur mit Situationen, die man zu bewältigen in der Lage ist, heißt es. Man wachse an seinen Aufgaben. Ich wachse nicht. Ich schrumpfe, falle immer mehr in mich zusammen, bis ich gänzlich verschwunden bin." Position 403


Meinung:

In der Welt in der Clara lebt, ist nichts mehr so, wie wir es kennen. Das große Beben vor 9 Jahren hat tiefe Löcher in die Erde gerissen, aus denen Kreaturen herauskriechen, die nach und nach die Menschheit auslöschen.
Clara gehört zu den wenigen, die es geschafft haben. Doch, zu welchem Preis?
Um im Sicheren leben zu können, wurde sie zu einem Roten Engel. Ein Engel, der Kämpfern sexuell gefügig sein und deren Babys austragen muss...

Die Autorin hat es geschafft, eine Welt zu kreieren, die mich absolut in ihren Bann ziehen konnte. Zwar brennt die Sonne alles nieder, dennoch ist die Menschheit trostlos und kalt. Keine menschliche Wärme, nur Verachtung und, in Claras Fall, Leid und Demütigung.

Der Charakter Clara, der durch diese Umgebung entsteht, ist sehr gut nachvollziehbar und authentisch! Die Trostlosigkeit hat sie gleichgültig und zynisch werden lassen. Für sie ist dieses Leben auf Grund der Demütigung und der Kälte der Menschen nicht lebenswert. Früher war das Dasein der Roten Engel etwas Ehrenhaftes, heute sind sie eigentlich nur noch "Huren und Gebärmaschinen". Sie wird gedemütigt und missbraucht. Und was ist so eine Welt voller Angst, Hass, knappen Ressourcen und keinerlei Menschlichkeit schon wert? Vor allem wenn man, wie Clara, jeden verloren hat, den man liebt...
Doch diese Weltanschauung könnte sich ändern, als ein Neuankömmling, den es eigentlich nicht geben dürfte, auftaucht und sie dazu veranlasst, ihr gesamtes Selbst zu überdenken...

Verzweiflung, Verlust und Misstrauen lassen ein wahrhaft dystopisches Szenario entstehen. Beklemmend, fesselnd und sehr mutig schildert uns Kerstin Ruhkieck eine Geschichte, die durch die Ereignisse nicht nur spannend ist, sondern auch durch Schreibstil und Andersartigkeit hervorsticht.

Eine wirklich gelungene Story, die mich durch vielerlei damit verbundenen Emotionen schockieren aber auch faszinieren konnte! Gerne mehr davon :)

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605 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 220 Rezensionen

fluch, fantasy, jugendbuch, liebe, secret fire

Secret Fire - Die Entflammten

C. J. Daugherty , Peter Klöss , Jutta Wurm
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.08.2016
ISBN 9783789133398
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was haben ein Franzose und eine Engländerin gemeinsam? Richtig: auf den ersten Blick nichts! In diesem Fall abgesehen davon, dass Taylor und Sacha beide 17 Jahre alt sind und ohne Vater leben.
Auch auf den zweiten Blick lässt sich nicht allzuviel erkennen, zumal Taylor eine Vorzeigeschülerin ist. Ein sehr gewissenhaftes und umsichtiges Mädchen, dass etwas aus ihrem Leben machen will. Sacha hingegen geht seit seinem 16. Geburtstag nicht mehr zur Schule und begibt sich häufig in relativ gefährliche Situationen, die tödlich enden könnten und dies auch ab und an tun. Denn auf Sacha lastet ein Fluch. Bis zu seinem 18. Lebensjahr ist er unsterblich, dafür wird er diesen Geburtstag nicht überleben. Taylor hingegen kämpft seit neuestem mit Kopfschmerzen, kribbelnden Händen und Blackouts, was ihr zunehmend Sorgen macht.
Was ihr jedoch vermutlich bereits geahnt habt: Die Schicksale der beiden sind tatsächlich verbunden. Auf welche Art und ob sie sich helfen können... Das steht in den Sternen. Es bleibt nur zu hoffen, dass die beiden es schnell herausfinden, denn von heute auf morgen schweben beide in unsagbarer Gefahr!

Ich kannte die Autorin bereits von der Nightschool-Reihe, die ich komplett gesuchtet habe ;) Umso gespannter war ich auf dieses neue Buch und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht!
Auch in diesem ersten Band hat sie komplett auf eine "Ich-Perspektive" verzichtet und schafft es dennoch wieder, dass man sich sehr gut in die Protagonisten einfühlen kann. Ich empfand sie, jeden auf seine Art, authentisch, zumal beide -abgesehen von der Thematik der Geschichte- eine nicht ganz einfache Jugend hatten, und sich jeweils entsprechend ihrer Situation glaubwürdig verhalten. Relativ schnell hatte ich mich in die beiden "verliebt" :)

Der Schreibstil ist gewohnt kurzweilig. Ausschweifungen, Umgebungsbeschreibungen oder Ähnliches findet man in der Regel nicht und falls doch, dann nur kurz und prägnant. So konnte ich keine Längen entdecken und fand mich sofort gefangen in der Story.
Die Tatsache, dass C.J. Daugherty die Geschichte im Wechsel der Charaktere erzählt, in Kombination damit, dass diese ziemlich schnell Fahrt aufnimmt, lassen ein rasantes Lesevergnügen entstehen, das mich durchgehend fesseln konnte. Und immer wenn ich dachte, ich wüsste wo es langgeht, wurde ich eines Besseren belehrt! Auch dafür mag ich die Autorin sehr!

Die Geschichte strotzt vor Einfallsreichtum, Action und ungeahnten Wendungen, für mich war das Lesen ein wahrer Genuss!!
Explosiv und mitreißend, ich freue mich schon sehr auf Band 2!

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans

Mackenzi Lee , Gesine Schröder
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551560384
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Ich weiß, dass ich damit Gefahr liefe, zu weit zu gehen. Doch für derlei Subtilitäten dünkt mich das Leben zu kurz. Den Vorwitzigen lacht das Glück." Seite 14

"Wie seltsam, sterben zu wollen. Und wie seltsam, wenn man zudem noch glaubt, man habe so einen simplen Ausweg nicht verdient." Seite 126

"Ich bin nichts wert, überhaupt nichts. Mein größtes Talent besteht darin, in Schwierigkeiten zu geraten, aus denen mich andere herausholen müssen." Seite 399


Meinung:

Herzlich willkommen zu Montys Cavaliersreise, auf die er von seinem Vater geschickt wird, um sich ein letztes Mal die Hörner abzustoßen! Aber was ist das? Er darf weder Trinken, noch Feiern oder sich gar in anstößigen Szenarien mit Männern erwischen lassen, sonst wird er enterbt. Wo soll denn da bitte der Spaß sein? Und zu allem Überfluss, muss er nicht nur einen Tutor ertragen, der auf ihn und seinen besten Freund Percy aufpasst, sondern auch noch, zumindest auf dem ersten Teil der Reise, seine ungeliebte Schwester Felicity...
Na das kann ja heiter werden... Zumal genau das die Dinge sind, die Percy in der Regel am meisten genießt: Alkohol, Spiel, Tändeleien und sonstige Dummheiten. Auch der Männerwelt ist er nicht abgeneigt...

Was einem beim Lesen natürlich zuerst ins Auge sticht, ist der Schreibstil. Dieser ist, passend zum 18. Jahrhundert, entsprechend altertümlich gehalten, ohne jedoch zu hochtrabend zu werden. Also keine Angst, keine Verständnisprobleme in Sicht ;)

Ein weiterer sehr charmanter Aspekt sind die Charaktere. Sie sind liebevoll und mit viel Witz ausgearbeitet, so dass das Lesen ein wahrer Genuss ist.
Monty, oder besser gesagt Henry Montague, ist ein charmanter Taugenichts, der -mehr oder minder- regelmäßig Dummheiten im Kopf hat und dabei leider zumeist kein Fettnäpfchen auslässt. Sehr zum Verdruss seines Vaters, der wahrlich alles andere als stolz ist und ihn deswegen auch des Öfteren maßregelt. Er handelt meist zuerst, bevor er das Köpfchen anstrengt. Man muss jedoch sagen, dass er mit seiner einnehmenden und dreisten Art auch oftmals damit durchkommt. Sein Selbstbewusstsein ist beispiellos! Außer... ja außer es geht um Percy. In ihn ist er bis über beide Ohren verliebt, doch Gott bewahre, wenn er davon erführe! Zumal auf Sodomie harte Strafen stehen und Monty gleichwohl ihre Freundschaft nicht gefährden möchte.
Percy, sein bester Freund, ist in seiner Familie ein Bastard. Ein Schwarzer, resultierend aus einem Fehltritt, der bestenfalls geduldet wird. Das machte mich beim Lesen sehr traurig, denn mit seinem Sanftmut und seiner Güte hatte er mich ziemlich schnell um seinen Finger gewickelt! Zumal zwischen den beiden nicht selten sehr schlagfertige, zynische und witzige Dialoge stattfinden, die mich immer wieder zum Schmunzeln brachten.
Und dann wäre da natürlich noch Felicity. Sie hat ihre ganz eigenen Gründe, von Monty genervt zu sein und hadert auch nicht, ihn das spüren zu lassen.
Ihr seht, es handelt sich um einen bunten Mix aus Charakteren und einem gleichzeitig sehr großen Potential für Probleme. Wen wundert es da, dass die Reise NOCH abenteuerlicher wird, als zunächst angenommen?? ;)

Auf den ersten Blick scheint es sich um eine aufregende, gefährliche und zuweilen witzige Geschichte zu handeln. Doch -ganz im Stil der bislang von mir gelesenen Königskinder- gibt es noch bedeutend mehr! Denn auch sonnige Gemüter ereilen Schicksalsschläge und oftmals sind Dinge nicht immer so, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Wie wir alle wissen, hat jeder Mensch seine eigenen Probleme sowie Dämonen, und oftmals lohnt sich ein tieferer Blick.

Für mich war "Cavaliersreise" ein bemerkenswertes und vor allem charmantes Buch voller Abenteuer und Gefahren, das einerseits wunderschön und witzig verpackt, jedoch gleichzeitig auch stellenweise herzzerreißend und traurig ist.
Meiner Meinung nach ein gestandenes Königskind :)  

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161 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

jugendbuch, krankheit, familie, spitzbergen, amnesie

Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden

Emily Barr , Maria Poets
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.03.2017
ISBN 9783841440075
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Da war eine Party. Drake geht weg. Paige ist traurig. Ich bin siebzehn. Ich muss mutig sein." Seite 18

"Der Ingwerkuchen wird an den Rändern bereits trocken. Die Eltern sind nicht nach Hause gekommen. Ich muss etwas falsch gemacht haben." Seite 100

"Ich habe unablässig meine Notizen gelesen, so dass ich im Moment das Gefühl habe, zu wissen, was ich tue." Seite 136


Meinung:

Die 17-jährige Flora hat Probleme mit ihrem Gedächtnis. Seit ihrem 10. Lebensjahr vergisst sie alles, was länger als ein paar Stunden her ist. An alles davor, kann sie sich jedoch bestens erinnern. Sie weiß zum Beispiel noch, wie sie ihre beste Freundin Paige kennengelernt hat oder wie sie mit ihrem älteren Bruder gespielt hat. Heute ist das anders. Sie macht sich Notizen auf ihren Armen, in ihrem Notizbuch oder auf Zetteln, um nicht mittendrin zu vergessen, wer sie ist und was sie gerade tun wollte. Doch als Drake, der Freund ihrer besten Freundin sie auf seiner Abschiedsparty küsst, kann sie sich daran erinnern!! Und nicht nur das, es geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Aber warum nur? Ist er vielleicht ihre Heilung? Dumm nur, dass er an den Nordpol zieht...

Was sich für mich klar herauskristallisiert hat, ist die Tatsache, dass dies eines der wenigen Bücher ist, bei denen der Titel tatsächlich Programm ist. Wenn man sich an nichts erinnert, ist alles was zählt, das Hier uns Jetzt!
Und das sollte man doch eigentlich selbst in der Hand haben, oder? Aber ist das tatsächlich möglich? Wenn man plötzlich denkt, man sei 10 und weder weiß, wer man ist, noch, was man hier tut? Die Hilflosigkeit die damit einhergeht, wird dem Leser ziemlich hart vor Augen geführt - nicht selten verursachte dies ein beklemmendes Gefühl.
Auch der Schreibstil unterstreicht diese Emotionen, die einen beim Lesen überrollen, perfekt! Floras Geschichte ist beängstigend aber zugleich mitreißend. Die kurzen Sätze, in denen ihre Geschichte erzählt wird, spiegeln optimal ihre Verwirrung und die kurze Aufmerksamkeitsspanne, die eine solche Krankheit mit sich bringt. Wir spüren sowohl ihre Verzweiflung und Unsicherheit, wenn sie ein weiteres Mal mitten im Geschehen vergisst, wer sie eigentlich ist. Angst und Unsicherheit sind ihre ständigen Begleiter.
Aber auch ihren Mut nehmen wir wahr, mit dem sie immer und immer wieder ihre Ziele in Angriff nimmt. Ich empfand diesen Charakter sehr authentisch. Nur zu gut konnte ich mich in Flora hineinversetzen und sowohl ihre Zerrissenheit als auch ihre Unsicherheit nachempfinden. Sehr beängstigend!
Ebenso spiegelt sich der Titel darin wieder, dass viel Augenmerk auf Details wie Beschreibungen der Umgebung, Eindrücke und Sinneswahrnehmungen gelegt wird. Schließlich sind diese Dinge oftmals das Einzige, was Flora bleibt.

Die Idee hinter der Geschichte finde ich persönlich wirklich gelungen. Ich habe durchgehend mitgefiebert, -gelitten und -gehofft. Denn auch, wenn Floras Geschichte einerseits traurig ist, bereiten einem ihr Mut und ihre Entschlossenheit viel Freude! Und auch so manch Unerwartetes kreuzt unseren Weg, wie zum Beispiel der Ausgang der Geschichte. Aber das müsst ihr nun wahrlich selbst herausfinden ;)

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66 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

animox, band 2, tiere, verfolgung, familie

Animox - Das Auge der Schlange

Aimée Carter , Maren Illinger , Frauke Schneider
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.03.2017
ISBN 9783789146244
Genre: Kinderbuch

Rezension:

ACHTUNG: Für alle, die den vorangegangenen Band noch nicht gelesen haben, enthält diese Rezi logischerweise Spoiler ;)
Falls ihr jedoch neugierig auf die Reihe seid, meine Rezension zu Band 1 findet ihr hier ebenfalls :)


Zitate:

"Der Wind peitschte seine Federn, während er schneller flog als je zuvor. Er durfte nicht langsamer werden. Orion war hinter ihm her." Seite 21

"Schlimme Dinge geschehen jeden Tag, und manchmal ... manchmal fühlt es sich an wie das Ende der Welt. Aber irgendwann wird alles wieder besser." Seite 69


Meinung:

Simon Thorn lebt mittlerweile im L.A.G.E.R., wo sein Zwillingsbruder Nolan und sein Onkel Malcolm ihr Bestes geben, um ihm das animagieren und somit das Überleben beizubringen. Simon versucht das zu vermeiden, wo er nur kann. Ihm ist nur allzu bewusst, dass niemand, weder die beiden noch seine Freunde, erfahren dürfen, dass er -ebenso wie Nolan- ein Erbe des Bestienkönigs ist. Er lebt auch so schon gefährlich genug! Wenn seine Großmutter Celeste, oder sein Großvater Orion ihn in die Finger bekämen...
Und DAS darf nun wirklich nicht passieren! Denn er muss seine Mutter finden, die sich noch immer in Orions Gewahrsam befindet. Als er einen Hinweis bekommt, wo sie sein könnte, will er einen Plan schmieden, um sie zu befreien. Ungeachtet dessen, dass es sich auch um eine Falle handeln könnte, um ihn in die Finger zu bekommen...

Auch Band 2 der Reihe, lässt dem Leser nur wenig Verschnaufpausen. Relativ rasch nimmt die Geschichte um Simon und seine wirklich abenteuerlich Reise Fahrt auf und konnte mich dermaßen fesseln, dass ich das Buch in einem Rutsch durchlesen musste!
Vielerlei Wendungen, Gefahren und Geheimnisse begegnen uns, sodass eine durchgehende Spannung entstand, die mir als Leser einfach nur unheimlich viel Spaß gemacht hat.

Besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin -durch gut eingewebte Rückblicke-, einen superleichten Einstieg ins Geschehen ermöglicht. So befand ich mich nach ein paar Seiten bereits wieder mitten im Geschehen. Aber auch die Charaktere selbst erleichtern dieses sofortige Einfühlen. Wir verstehen Simons Trauer und Einsamkeit, schließlich hat er mit einem Schlag seine gesamte bekannte Familie verloren und als einziges Mitglied des Vogelreichs im L.A.G.E.R. ist er dort ein Außenseiter. Sein Leben ist alles andere als einfach, zumal ihn die meisten als Verräter sehen. Aber auch seine Freunde Ariana, Jam und Winter haben so ihre Probleme, die sie menschlich und authentisch werden lassen. Gerade diese Geschichten um die Ängste, Nöte und Träume der Kinder sind es, die dieses Buch für mich zu etwas Besonderem werden lassen. Dadurch gelingt es der Autorin immer wieder kleine Botschaften einfließen zu lassen, die mir -für den Leser ab 10- gut gefallen. Themen wie Andersartigkeit, Vorurteile und Vertrauen finden hier sehr gekonnt ihren Platz.

Deklariert als Kinderbuch, ist es für mich jedoch definitiv mehr als das! Abenteuer, Verfolgungsjagden und Geheimnisse machen die Geschichte spannend, Freundschaft, Fantasie und Actionreichtum lassen diese Fortsetzung Band 1 in nichts nachstehen. Mit dieser Vielfältigkeit wird bestimmt auch so manch Erwachsener seine Freude mit Simon Thorn und seinen Freunden haben ;) Ich jedenfalls freue mich schon sehr auf die Fortsetzung! 

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283 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 129 Rezensionen

liebe, abschiebung, new york, schicksal, the sun is also a star

The Sun is also a Star.

Nicola Yoon , Susanne Klein , Dominique Falla
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.03.2017
ISBN 9783791500324
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

"Um eins klarzustellen: Ich glaube nicht an Schicksal. Aber ich bin verzweifelt." Seite 15

"Er sagt wir, als läge eine gemeinsame Zukunft vor uns, in der uns unsere jeweilige Sterblichkeit etwas bedeutet." Seite 117


Meinung:

Daniel und Natasha, zwei junge Menschen, die nicht unterschiedlicher sein könnten, treffen sich in New York. Was jedoch für Daniel wie Schicksal erscheint, ist für Natasha nur Zufall. Und, was Daniel zu dem Zeitpunkt nicht weiß, er wird nicht lange Zeit haben, Natasha auch davon zu überzeugen, dass sie füreinander bestimmt sind. Denn schon heute Abend muss sie, wegen der Abschiebung ihrer Familie, das Land verlassen... Eine unlösbare Aufgabe? Oder das Einzige, das zählt? Lasst euch überraschen :)

Vorab sollte ich sagen, dass ich eigentlich so gut wie nie Bücher lese, in denen es um reine Liebesgeschichten geht. Ich war jedoch, auf Grund der mehr als positiven Resonanzen auf Nicola Yoons Debut "Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt", welches ich bislang nicht gelesen habe, einfach zu neugierig! Ich konnte mir dieses Buch einfach nicht entgehen lassen. Tja, was soll ich sagen... Diese Geschichte hat mich definitiv überrascht, denn es ist weit mehr, als eine "normale" Liebesgeschichte...
Es ist die Geschichte von Daniel und Natasha, aber auch von Träumen, verpassten Chancen und ungesagten Dingen, die vielleicht doch gesagt werden sollten. Eine Geschichte über Familie, Rassismus und vielen Emotionen, sowohl gute, als auch schlechte...
Ja, vermutlich hört ihr es bereits heraus: Ich bin begeistert! Aber nicht nur, weil mehr dahinter steckt, als das Offensichtliche, sondern auch viele Themen anders verlaufen, als erwartet. Ich dachte zum Beispiel, dass die Liebe und Natashas Abschiebung das Dauerthema wären, aber die Autorin erweckt die Geschichte und die Erlebnisse der beiden derart zum Leben, dass selbst mir als Leser das vermeintlich "Unvermeidbare" zwischendurch beinahe entfiel! Sehr schön gemacht!

Jetzt fragt ihr euch sicher, wie sie das macht? Dafür sind mehrere Details verantwortlich, Zum einen erzählt sie die Geschichte im Wechsel aus Natashas und Daniels Perspektive, verpackt in kurze Kapitel, was die knapp 400 Seiten sehr kurzweilig werden lässt.
Zum anderen lässt sie damit den Leser tief in die Charaktere eintauchen. Wir lachen mit dem Romantiker Daniel, dessen Handlungen von Liebe, Glaube und sonstigen Dingen geleitet werden, die man nicht nur schwarz/weiß sehen kann. Aber wir schmunzeln auch über Natasha, die eher in die Kategorie Skeptiker gehört. Sie glaubt weder an die Liebe noch an die Seele oder ähnliches. Sie ist eher pragmatisch veranlagt und vertraut auf Fakten, die sich wissenschaftlich erklären lassen.
Zwischen diesen zwei Extremen finden wir die Dialoge der beiden, die einen mit viel Wortwitz, aber auch Ernstem zum Nachdenken bringen.
Diese Szenen haben mir besonders gut gefallen, weil sie mich ein Stück weit an mich und meinen Mann erinnern. Ok, wir sind natürlich beide nicht ganz so ausgeprägt wie die Protagonisten des Buches -und natürlich sind die Geschlechter vertauscht ;)-, aber wir leben schon eine ganze Weile mit unterschiedlichen Gedanken zu solchen Themen. Und -ähnlich wie Natasha und Daniel- nehmen wir diese Diskussionen gerne mal in witziger Weise auf und "fachsimpeln" :). Ich finde es wichtig, in diesen Belangen eine eigene Überzeugung zu haben, aber noch wichtiger ist, die des Anderen ebenso zu akzeptieren. Ich finde diesen "Appell" hat die Autorin wirklich schön in die Geschichte verwoben und wird hoffentlich den ein oder anderen zum Nachdenken anregen.

Für mich ist "The sun is also a star" eine rundum gelungene, fesselnde und mitreißende Geschichte voller Emotionen, ohne je kitschig zu sein. So warmherzig und berührend, dass ich wohl schon bald "Du neben mir..." zur Hand nehmen werde :)

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158 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 43 Rezensionen

krieg, fuchs, freundschaft, kinderbuch, pax

Mein Freund Pax

Sara Pennypacker , Birgitt Kollmann , Jonathan Klassen
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 16.03.2017
ISBN 9783737352307
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Zitate:

"Schlaff und verletzlich hing er im Griff des Mannes, obwohl er jetzt genug Angst verspürte, um zu beißen. Doch an diesem Tag wollte er seine Menschen nicht verärgern." Seite 12

"Peter versuchte, das letzte Bild, das er von seinem Fuchs vor Augen hatte, zu vergessen. Bestimmt war er dem Wagen nicht lange gefolgt. Andererseits war die Vorstellung, wie Pax sich verwirrt auf den Schotter sinken ließ, nur noch schlimmer." Seite 22


"Viele Ungerechtigkeiten werden aus der Welt geschafft, weil erst die Wut darüber Menschen dazu bringt, etwas ändern zu wollen. Doch zunächst einmal müssen wir alle herausfinden, wie wir diese Wut in uns zivilisieren." Seite 238


Meinung:

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht genau, wo ich anfangen soll. Ich bin schlicht und ergreifend überwältigt von dieser Geschichte, die so zauberhaft und gleichzeitig traurig ist!
Die Handlung setzt ein, als Peter, ein 12-jähriger Junge, von seinem Vater gezwungen wird, seinen Fuchs Pax auszusetzen. Der Vater selbst wird in den Krieg ziehen und so muss Peter zu seinem Großvater, wohin er Pax nicht mitnehmen darf. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, bedeutete das für mich natürlich feuchte Augen, und das bereits nach den ersten paar Seiten...
Da Peter und Pax bereits seit Jahren zusammen durch dick und dünn gehen -gefunden haben sich die beiden in Zeiten größter Not, als die Welt für keinen der beiden ein noch dunklerer Ort hätte sein können-, sind die Empfindungen füreinander sehr tief, was man mit jeder gelesenen Zeile mehr erkennt. So versteht es sich von selbst, dass Peter versucht zurückzugelangen, um seinen Freund zu retten. Doch die Zeit drängt, denn der Krieg kommt immer näher. Und mit ihm alle Grausamkeiten die dieser für Mensch und Umwelt bedeutet.

Von Anfang an fällt einem der Schreibstil ins Auge, der sehr von dem alltäglichen abweicht. Er erinnert an ein Märchen, das Eltern ihrem Kind vorlesen. Um die Empfindungen beider Charaktere zu verdeutlichen, erfahren wir immer im kapitelweisen Wechsel, wo der entsprechende Charakter sich gerade befindet, was er erlebt und empfindet. Wirklich süß fand ich hierbei die Zeichnungen der beiden in der jeweiligen Kapitelüberschrift.

Besonders gut hat mir gefallen, wie die Autorin Pax zum Leben erweckt. Hierbei hat sie nicht nur Empfindungen seinem Jungen gegenüber einfließen lassen, so ist er zum Beispiel von einem ausgeprägtem Beschützerinstinkt ihm gegenüber getrieben, sondern auch Wert auf seine "füchsische" Seite gelegt. Wir erfahren einiges über typisches Verhalten der Tiere, wobei mir besonders die Szene gut gefallen hat, als Pax zurück zu Peter will, aber dann von einem Vogel abgelenkt wird :D
Solche Details machen ihn lebendiger und authentischer, das finde ich persönlich sehr gut gelungen!

Natürlich erleben die beiden auf ihrer Reise zueinander so manches Abenteuer, sowohl witzige als auch gefährliche. Aber man hofft einfach von Anfang an, dass die beiden nie das Ziel aus den Augen verlieren und heil sowie vereint aus der Geschichte herauskommen werden. Ob meine Hoffnung erfüllt wurde, müsst ihr schon selbst lesen ;)

Auf den ersten Blick ist "Mein Freund Pax" eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und Verbundenheit. Aber sie kann weit mehr als das! Anfänglich dachte ich, dass es sich hierbei um ein tolles Kinderbuch handelt, aber mittlerweile bin ich der Meinung, dass auch Erwachsene viel Freude an dieser mehr als liebevollen, warmherzigen und vor allem tiefgründigen Geschichte haben werden, die auch die ein oder andere Lebensweisheit für den Leser bereithält! Ich kann nur sagen: ich bin verliebt in dieses Werk!

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67 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

dystopie, schweden, thriller, politthriller, hunger

Epidemie

Åsa Ericsdotter , Ulla Ackermann
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Arctis Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783038800026
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zitate:

"Der Fett-Muskel-Quotient war zur besten Waffe der Gesundheitspartei geworden. Er entschied über die berufliche Eignung." Seite 12

"Das bunte Papier glänzte im Licht der Küchenlampe. Die Zeichnung auf der Vorderseite stellte ein rosa Schweinchen dar, das mit einem weißen Verband um den Bauch in einem Krankenhausbett lag.
WER SCHÖN SEIN WILL, MUSS LEIDEN." Seite 20

"Das war also das Ergebnis von vier Jahren unter Johan Svärd. Eine Halle voller Menschen, deren Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl systematisch zerstört worden waren." Seite 124 


Meinung:

Sowohl das Vorwort als auch die ersten Seiten lassen erahnen, dass es sich bei "Epidemie" wortwörtlich nicht um leichte Kost handeln wird. Bereits hier ist erkennbar, dass wir es mit einer ernsten, bedrückenden Thematik zu tun haben werden und die Autorin schafft es auch, diese Stimmung über die gesamte Geschichte aufrecht zu erhalten.
Alles beginnt damit, dass die neue Regierung -allen voran deren Vorsitz Johan Svärd- äußerst vehement etwas gegen die dort grassierende Fettsucht unternehmen will, da diese sich auf Gesundheit, Lebensalter und Staatskasse auswirkt.
Erste Maßnahmen wurden zu diesem Zeitpunkt bereits umgesetzt, so erfahren wir auch direkt die ersten Auswirkungen. Überall schlägt der Diäten- und Fitnesswahn um sich, es ist so gut wie nirgends mehr möglich, eine normale Mahlzeit einzunehmen, ohne sich ernsten Blicken, Getuschel oder sogar Pöbeleien auszusetzen. Das geht so weit, dass dicke Menschen auf Grund eines zu hohen "Fett-Muskel-Quotienten" entlassen werden können, Kinder sich Magenverkleinerungen unterziehen und es nicht selten zu Magersucht oder Tablettenmissbrauch kommt. Auch Todesfälle konnten bereits verzeichnet werden. Aber was wäre, wenn diese Maßnahmen noch nicht ausreichend wären?!

Das erste, was mir auffiel, ist der von der Autorin gewählte Schreibstil. Die Sätze sind knapp gehalten, ja es handelt sich -gerade zu Beginn der Geschichte, in dem wir die Thematik und Schicksale unsere Hauptcharaktere erfahren- um einen nahezu berichthaften Schreibstil. Er lässt die Geschichte wie eine Dokumentation oder nachrichtentechnische Berichterstattung erscheinen. Ich empfand dies als sehr gut gewählt! Es lässt alles bedrückender und offizieller erscheinen.
Das weitere Geschehen wird danach aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Unter anderem aus Sicht eines beleibteren jungen Mannes, einer Mutter, die ihre Tochter schützen will und einer Frau, die vom Schlankheitswahn bereits voll infiziert ist. Hier wird der Schreibstil dann natürlich persönlicher.

Aber es ist nicht nur die Tatsache, dass man ziemlich nah an den Schicksalen dran ist, die eine absolut gelungene Stimmung erschaffen, sondern auch die Tatsache, dass die staatlichen Maßnahmen langsam aber kontinuierlich härter werden und einen stellenweise das blanke Entsetzen packt. Diskriminierung, Mobbing, Selbsthass. Die Folgen einer solchen Gesellschaft sind verheerend! Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie düster und beklemmend dieses Setting auf den Leser wirkt! Man verfolgt atemlos (und vor allem sprachlos!), was als nächstes passieren wird. Auf jeden Fall handelt es sich um ein absolut beängstigendes Szenario, von dem man nur hoffen kann, dass es reine Fiktion bleiben und niemals auch nur ansatzweise möglich sein wird.

Das Einzige, was ich etwas vermisst habe, ist zumindest eine ansatzweise Erklärung, WARUM Johan seine Ziele derart fanatisch verfolgt. Die Geschichte an sich weist zwar einen runden Schluss auf, mit dem ich persönlich als Leser gut leben kann, aber zu dieser Thematik hätte ich mir ebenfalls ein paar Worte gewünscht, dann wäre es perfekt gewesen ;)

Alles in allem kann ich nur sagen, dass "Epidemie" mich wirklich mitreißen konnte. Erschütternd, schonungslos und absolut furchterregend handelt es sich für mich definitiv um ein Werk, dass einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird!

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

liebe, fantasy, elfen, anderswelt, zeilengold verlag

Elfenfehde: Zweimal im Leben

Mariella Heyd
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 14.07.2016
ISBN 9781535118903
Genre: Sonstiges

Rezension:

Zitate:


"Heute war es auf den Tag genau zwei Wochen her, seit meine Welt auf den Kopf gestellt worden war. Seitdem hatte ich mit keiner Menschenseele mehr geredet." Pos. 276

"Jetzt, da ich wusste, dass es diese Welt hier gab, von der ich als Kind immer nur geträumt hatte, wollte ich sie auch kennenlernen." Pos. 794

"Nun verstand ich auch, weshalb mein Name in keinem Buch zu finden war: Man hatte meine Geschichte verfälscht - zu meinem eigenen Schutz." Pos. 859


Meinung:

Ein bevorstehender Meteoriteneinschlag bedroht Feodoras Heimatstadt. Als es soweit ist, kommt sie -abgesehen von einer Kopfverletzung- relativ glimpflich davon. Jedoch muss sie danach festzustellen, dass sie alleine ist. Und wenn ich sage allein, dann MEINE ich allein...
Alle Menschen sind von jetzt auf gleich verschwunden. Ihr bester Freund Louis, ihre Eltern... Übrig sind nur sie, ein paar Katzen, die sich nach und nach bei ihr einfinden, sowie eine riesige dunkle Wolke, die die Sonne verdeckt und es von Tag zu Tag kälter werden lässt...
Und als wäre das noch nicht schlimm genug, wird es plötzlich noch seltsamer. Plötzlich steht ein fremder, junger Mann vor ihr und behauptet, sie käme aus der Anderswelt, die -genauso wie die normale- kurz vor der Chaos stünde. Und dass nur sie die Welten retten könne...

Witzig, humorvoll und voller Fantasie lässt Mariella Heyd die Welt um Feo und Zerdon zum Leben erwachen. Nicht nur die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und bescheren uns so manchen Schmunzler, auch die "Anderswelt" strotzt vor hinreißendem Ideenreichtum. Elfen, Leprechauns, Kobolde, sogar fluoreszierende Pilze und Glühwürmchen die die Umgebung erhellen. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt.

Auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Auf ihrer wahrlich abenteuerlichen Reise begegnet Feo vielerlei Gefahren und muss ein ums andere Hindernis überwinden, um bei ihrem Versuch die Welten zu retten, nicht umzukommen. Einmal angefangen, konnten mich Story und deren Charme komplett überzeugen und ließen mich ein ums andere Kapitel verschlingen.

Alles in allem ist mir nur eine kleine Schwäche aufgefallen. Für mich hätte das emotionale Hin und Her in Feodoras Kopf (er mag mich/er mag mich nicht und ist nur aus Pflichtgefühl bei mir), etwas reduziert werden können, das hätte mir persönlich besser gefallen. Jedoch fiel es bei meiner Wertung nicht allzu sehr ins Gewicht, dafür war das Gesamtwerk einfach zu unterhaltsam und hinreißend! Ich freue mich schon sehr auf Band 2 "Elfenfehde: Drei ist einer zu viel", der voraussichtlich bereits am 23.03. bereits erscheinen wird :) 

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146 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 63 Rezensionen

fantasy, krieg, jugendbuch, alchemie, fluch

The Sleeping Prince - Tödlicher Fluch

Melinda Salisbury , A. M. Grünewald
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 15.02.2017
ISBN 9783845817941
Genre: Jugendbuch

Rezension:

ACHTUNG: Für alle, die den vorangegangenen Band noch nicht gelesen haben, enthält diese Rezi logischerweise Spoiler ;)
Falls ihr jedoch neugierig auf die Reihe seid, meine Rezension zu Band 1 findet ihr hier ebenfalls :)


Zitate:

"Er hatte ein Band aus Leichen hinter sich hergezogen wie einen blutigen Pfad, der beim Wassertor begann, sich durch die Gärten und Korridore wand und bis hierher führte." Seite 15

"Aber es ist wohl ziemlich schwierig, auf der Seite der Vernunft zu bleiben, wenn eine fünfhundert Jahre alte Sagengestalt zum Leben erwacht ist und das benachbarte Land samt seinem Schloss in Schutt und Asche gelegt hat." Seite 20

"Genug. Ich habe dafür keine Zeit, Selbstmitleid ist ein Luxus, den ich mir nicht leisten kann. Wie Brot. Oder Stolz." Seite 65


Meinung:

Das Schlimmste, was hätte passieren können ist geschehen: Der schlafende Prinz ist erwacht. Und mit ihm drohen Krieg, Zerstörung und Angst, alles ins Chaos zu stürzen. Doch als wären er und seine Heerscharen noch nicht bedrohlich genug, hat er zusätzlich meterhohe Golems erschaffen, die ihm dabei helfen, alles zu vernichten, was ihm und seinen Plänen im Weg steht. König Merek und sein Reich sind ihm bereits zum Opfer gefallen, welches wird wohl das nächste sein?

Wir beginnen die Geschichte bei Errin, deren kleiner Ort bereits die ersten Auswirkungen des drohenden Krieges spürt. Relativ schnell finden wir Leser uns mitten im Geschehen wieder, als es darum geht, dass alle die Gemeinde Almwyk verlassen müssen, da dieser zu einem Heeresstützpunkt umfunktioniert wird.
Hier dürfen wir das erste Mal mit ihrem Charakter auf Tuchfühlung gehen, denn ihr Leid und ihre Probleme begleiten uns von Anfang an. Seit ihr Vater starb, hat sie eigentlich nur noch ihren Bruder Lief, der jedoch nicht zurückgekommen ist -ihr seht, auch wenn die Story sich um andere Protagonisten dreht, ergeben sich ab und an Berührungspunkte zu Band 1. Da möchte ich jetzt natürlich nicht zu sehr ins Detail gehen ;)- und ihre Mutter, die von einem gefährlichen Fluch heimgesucht wurde.
Somit ist Errin allein und muss das Leben selbst stemmen. Aber wie soll sie das mit der Evakuierung hinbekommen und wo soll sie mit ihrer, für alle Menschen gefährlichen, Mutter hin? Die einzige Person, der sie vertraut, ist Silas, einer ihrer Kunden. Aber von ihm weiß sie nichts, ja, sie kennt noch nicht einmal sein Gesicht.
Ihr seht, wie bereits im Vorgängerband, legt die Autorin viel Wert auf Nähe zu den Protagonistin, die sie auf emotionaler Ebene zu erreichen versucht.
Verlust, Trauer, Einsamkeit... Und obwohl mich das schon etwas an Twylla erinnert hat, liest sich dieser Teil der Geschichte wirklich gut und zumindest bei mir hat ihr Plan funktioniert!
Mir gefällt Errin sehr gut! Vor allem, weil sie nicht immer straight ist. Hart, sanft, sie kann beides! Aber manchmal ist die Konsequenz etwas... ähhh,.. Ach, lest selbst! Ich finde Errin gut :)
Nur bei Silas bin ich etwas hin- und hergerissen. OK, ich finde ihn natürlich klasse und ich weiß, warum die Autorin ihn mysteriös und geheimnisvoll wollte, aber manches kam für mich nicht ganz so überraschend, wie es vermutlich angedacht war. Nichtsdestotrotz ist er ein schöner Charakter, dessen Handlungen und Eigenarten ihn mir schnell ans Herz haben wachsen lassen ;)

Wie ihr vielleicht wisst, haben mir am ersten Teil viele Dinge sehr gut gefallen. Diese Details (z.B. den Einbau von Mythen, emotionale Tiefe, ein toller Schreibstil und so manche Überraschung) wurden in die Fortsetzung integriert und konnten mich ein weiteres Mal überzeugen.
Ich hatte jedoch auch einen Kritikpunkt die Spannung und gefühlte Längen betreffend. Hier muss ich sagen, dass davon nichts mehr übrig geblieben ist!

"The sleeping Prince - Tödlicher Fluch" ist für mich eine gelungene Fortsetzung, deutlich stärker als Band 1! Eine gelungene Mischung aus Mythen, Brutalität, Hoffnung und einer Prise Romantik, die mich voll überzeugen konnte!

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