Peter_Pitsch

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Gertrude und Wilmar

Peter Pitsch
Fester Einband: 60 Seiten
Erschienen bei Brighton Verlag, 14.07.2016
ISBN 9783945033593
Genre: Kinderbuch

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poetr, pitsc, existen, lyri, kuns

Wicked Tale

Peter Pitsch
Fester Einband: 110 Seiten
Erschienen bei Brighton Verlag, 18.02.2014
ISBN 9783945033319
Genre: Gedichte und Drama

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Tags: existen, kuns, lyri, pitsc, poetr, pros, sozialkriti   (7)
 

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geschichte, höhl-kayse, abschlus, familie, abenteue

Ronar - Drei Ähren

Anke Höhl-Kayser
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 03.09.2012
ISBN 9783848220236
Genre: Jugendbuch

Rezension:

... und die Frage „Was wäre wenn?“

Gleich seinen Vorgängern präsentiert sich der abschließende Teil der Ronar-Trilogie mit einem Einband voller Symbolkraft. Die Zeichnerin Noëlle-Magali Wörheide hat die mystische Anziehungskraft des Mondes erneut als zentrales Element ihrer Darstellung gewählt. Ein Himmelsobjekt auf schwarz glänzendem Grund. „In der Nacht erscheinen die Wahrheiten aus den Tiefen unserer Gedanken und treten ins Mondlicht", schreibt die Autorin, Schöpferin des jungen Ronar. Ihr Werk trägt die Züge eines Gleichnisses, eine Allegorie auf unsere oftmals allzu gegenwärtige Welt der Täuschungen und Manipulationen. Und auf die Schrecken der Unterdrückung. Gewiss ist: die kleinste Drehung am Rad des Schicksals ZEITIGT unermessliche Folgen. Die Erforschung dessen, welche tiefenpsychologische Auswirkungen sich aus der Frage „Was wäre wenn?" ergeben, sprengt zwangsläufig den Rahmen konventioneller Erzählweise. Etwa ein „Naturgesetz" der Personifizierung zu unterziehen und dieses in Interaktionen und Dialoge mit den Akteuren selbst einzubinden. Die Zeit, einst Verbündete, nun mächtigste aller Widersacherinnen in einem Spiel, dessen Regeln im Dunkeln verbleiben und in welchem alle Figuren letztlich aus dem Urhebergeist des Geschehens ihr Vertrauen schöpfen. Autorin Anke Höhl-Kayser scheint eine Gratwanderung zwischen zielstrebig ausgerichteter Handlung und intuitiv gesetzten Überraschungsmomenten auszuführen. Einen Balanceakt, der wiederum die Komplexität der durch- und ineinander wirkenden Zusammenhänge eines Daseins, eines Menschenlebens aufzeigt, und nicht nur „das Zerrbild einer kurzfristig unterbrochenen Wirklichkeit". Anhand eines verunsicherten, mitunter gar „verhinderten" Helden, der sich ganz plötzlich (und vorübergehend ohne bewusstes Verständnis für seine eigene Bedeutung), nochmals dort wiederfindet, wo die große Saga einst ihren Anfang nahm. Und auch jene sind nicht weit entfernt – in der ein oder anderen Form –, die den Willen der anderen, insbesondere eines magischen Naturells zu brechen suchen: es sind die Tyrannen.
Jähe Zeitsprünge und Täuschungsmanöver führen ebenso wie persönliche Verwicklungen und schicksalhafte Konfrontationen auf Umwegen zu einer wichtigen Erkenntnis. Im Epilog ihrer Trilogie lässt die Autorin Ronar ein lebensbejahendes Resümee ziehen: „Ich bin die Summer der Ereignisse meiner Vergangenheit."
Kann es einen trefflicheren Abschluss als diese Auffassung (von Zeit) geben, die doch jeden von uns früher oder später ereilt beziehungsweise ereilen sollte? Wie tröstlich – und irgendwie auch MAGISCH – mutet es an, dereinst das eigene Selbst wahrnehmen zu können mit den Worten: Ich bin eins mit mir, eins mit allem um mich herum.

Peter Pitsch



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Tags: abenteue, abschlus, allegori, fantasi, gleichni, höhl-kayse, jugendbuc, magi, magisc, manipulatio, rona, such   (12)
 

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W.E.L.T

Peter Pitsch
E-Buch Text: 122 Seiten
Erschienen bei Brighton, 17.10.2013
ISBN 9783942200790
Genre: Sonstiges

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surrealität, metaphysisch, paradox, wiederklang, metamorphose

Geisterbilder des Gemüts: Prosaische Abstraktionen und Geschichtchen

Lorenz Filius
E-Buch Text: 92 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 13.06.2013
ISBN 9783732212422
Genre: Biografien

Rezension:

"Ist da wer, der sich in meiner Eigenheit versteckt?"
Den Inhalt eines Buches umfassend zu beschreiben, einer Sammlung kurzer Texte, die nicht erschaffen sind im Kokettieren mit dieser oder jener Stilart (weithin Beachtung anzupeilen), indes aber um die Unmöglichkeit des außerpersönlichen Empfindens gedanklich darzustellen, erweist sich als ein Paradox. Gleich der Distanz zwischen jeder einzelnen Textidee und ihrer Unabhängigkeit anstrebenden Ausrichtung im metaphysischem Raum. "Was braucht es mehr, um dies zu finden, als ein wenig Zeitverlust?"
In diesen Zeilen meiner Rezension findet weniger die Verwirrung ihren Wiederklang, welche die Geisterbilder des Gemüts von der Eingängigkeit entbindet (denn wenn auch nicht geläufig, so ergeben die Abstraktionen bei aller Abweichung von üblichen Gedankenschleifen Berührungspunkte für selbige Intuition), sondern die Surrealität des Erlebens alltäglicher Gleichförmigkeit ohne Abschweifung ins bodenlose Sein. Beinahe ein Frevel des Autors am eigenen komplexen Werk, seine Prosa-Miniaturen als "Geschichtchen" zu (unter)titulieren. Jeder Gedanke, der sich dahingegen löst aus der Bereitschaft im Hort der Beschaulichkeit zu verharren, trägt einen begreifbaren (!) Teil des Mysteriums bei; in der Dreidimensionalität ist der Mensch seinen Beschränkungen erlegen, was außerhalb vorhanden sein mag, wollen die "Geisterbilder" immer wieder an sich selbst entschlüsseln - wahrlich ein genialer Wurf der Vergeblichkeit!
"Einzig Blicke aus der jugendlichen Blüte fragen wortlos nach der Zukunft und versichern mir die Antwort - die ich ehrlich nicht als Trost erkenne - als Erlösung aus dem Kerker meines Seins."
Kein Guru/Geburtshelfer ist vonnöten für diejenigen, die Lorenz Filius' Texte auf sich wirken lassen und solche Metamorphosen einbeziehen, weil das Weiterdenken dort anberaumt wird, wo sonst die leeren Phrasen mit der Unbedenklichkeit vergehen. Ruhen wir noch im Verdrängen unserer letzten Schmach, oder sind wir hellauf wach beim Nachrufen einer altbekannten Tat. Eigentlich ist es die Begegnung mit sich selbst, die Filius dem Leser anzuvertrauen weiß. "Kennen wir uns denn so sehr?"
Ich denke: Nein.

Peter Pitsch

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Tags: metamorphose, metaphysisch, mysterium, paradox, surrealität, wiederklang   (6)
 

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Gertrude, die Wolke und der fehlende Wind

Peter Pitsch , Jette Pedersen
Fester Einband: 54 Seiten
Erschienen bei Brighton Verlag, 01.10.2012
ISBN 9783942200592
Genre: Kinderbuch

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Gertrude, the cloud and the lack of wind

Peter Pitsch , Jette Pedersen
Fester Einband: 56 Seiten
Erschienen bei Brighton Verlag, 15.10.2013
ISBN 9783942200738
Genre: Kinderbuch

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Endlos endlich

Peter Pitsch
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Brighton Verlag, 30.09.2013
ISBN 9783942200721
Genre: Romane

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Sixty Seven

Peter Pitsch
Fester Einband: 154 Seiten
Erschienen bei Brighton Verlag, 15.10.2013
ISBN 9783942200714
Genre: Sachbücher

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Gertrude und Wilmar auf großer Fahrt

Peter Pitsch , Jette Pedersen
Fester Einband: 54 Seiten
Erschienen bei Brighton Verlag, 15.11.2013
ISBN 9783942200745
Genre: Kinderbuch

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Ein Hauch von Rost: Verssuchungen

Michael Heinisch
E-Buch Text: 52 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 21.03.2013
ISBN B00BXRT6MW
Genre: Sonstiges

Rezension:

Und singen mit nem Tintenfisch ...
Die Wirkung von Michael Heinisch' Lyrik betreffend, befand ich mich geraume Zeit in einer Art Ungewissheit, wie ich diese relativ zerrissenen Sprachgebilde alles in allem finden und bewerten sollte. Wohl wissend, dass seine teils surrealen Gedankenbilder emotionale Bereiche in mir berühren, ja eine weitaus größere Einschlagskraft bezeugen, als jedwede Alltagsliteratur oder brave Gereimtheiten von der Stange dies vermögen. Jedenfalls eröffnen des Dichters Gedankensprünge oftmals zu große Lücken, als dass der bloße Seilakt eines interagierenden Seelenzustands ohne zu straucheln darüber hinweg balancieren könnte. Doch all die aus dem dunklen Untergrund, seinem Unterbewusstsein jäh heraufblitzenden Leuchtfeuer aus poetischer Gewagtheit zeigen nichtsdestotrotz neue Wege auf ... und verhindern immer wieder den drohenden Sturz in eine sinnfreie Leere. Dass unterwegs "der Löwenzahn den Dichter gar entdeckt und obendrein noch gelassen seine Blätter streckt, na gut", hat mich letztendlich für die lyrischen Wackeleien eingenommen, um nicht zu sagen in leise Begeisterung versetzt. Ein Blick auf das stimmungsvolle Cover seines Werkes mit dem Titel "Ein Hauch von Rost: Verssuchungen" tut sein übriges. Wann auch immer, wo auch immer diese uns seit Unzeiten (!) vorgezeichnete Welt ins Wackeln gerät – und sei es dank verwirrender, beunruhigender oder den Sinn umkehrender Zeilen – dem lethargischen Kopfkarussell auf die Sprünge helfend, dann wird das unvermeidliche Stolpern über das Drehmoment hinaus, trotz und wegen der Richtungswechsel, allemal zu einem Vorwärtskommen gereichen.
"... ungestüm und mit viel Verve / Funken springen ohne Schärfe / Heisenberg hat ihn geheilt / Tohus, Wohus wiegen Lieder / Körper, Seele werden eins / Quarks und Quanten werden Brüder / Schwingung ist der Grund des Seins ..."

Peter Pitsch

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Lyrische Schattenmomente

Lorenz Filius
E-Buch Text: 164 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 09.02.2013
ISBN B00BDAZTKW
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es lag geraume Zeit zurück, seit ich zuletzt der Dichterstimme eines Lorenz Filius mit unverzichtbarer Aufmerksamkeit begegnet war. Denn der Ton, der seinen Versen innewohnt, hält den im großen Ereignisangebot umherflatternden Gemütern nicht stand, und klingt dennoch umso deutlicher für jene, die anstatt des elektronischen Tumults seine philosophischen Schwingungen erfassen möchten.
Ein lyrisches Schattenspiel wie dieses – des Poeten Einverständnis mit der Welt im Geäst dichter Erkenntnisse – findet sein Bestehen einzig vor dem Hintergrund des Lichts, die gegenseitige Abhängigkeit bezeugend und zugleich von der Sättigung des Scheins und dessen Einbildungen sich lösend. Da „greifen Spinnenlichter in die Nacht, dem Wunder scheinbar auf der Spur", doch stoßen lediglich auf die Maskenhaftigkeit des Menschen, um letztlich wieder zu vergehen. So vermag der Dichter bereits zum Geleit, in seinem kurzen Vorwort, festzuhalten, dass „schließlich all die Dinge, die wir ahnen oder leben, tief im Schatten unseres Selbst liegen – in einer Zuflucht, der wir Licht erlauben oder nicht."
Oft beschattet, oft schattiert, im Schatten selbst gelegen, Lorenz Filius entzündet die innere Sicht immer wieder ohne sich an Offensichtlichkeiten zu verfangen; er illuminiert eine Verschwiegenheit unter den Oberflächen, um neue Kontraste zu werfen und sie damit überraschend sichtbar und erfahrbarer zu gestalten. Ich selbst bin still geworden, ruhig und fokussiert, derweil ich die Gedichte in ihrer melodiös gereimten Weise vernahm und die Außenwelt sich über meinen Kern stülpte, der sich dann doch als Umkreis gedanklicher Expansion erwies. Die Kreativität und der unermüdliche Schaffensdrang des Dichters schlagen in einer fantastischen Fülle an Gedichten (wortwörtlich) zu Buche, Gedichte, deren schiere Vielzahl kaum Platz für umfangreiche Begleitbilder bietet: Dann und wann hat Lorenz Filius seinen poetischen Miniaturen jeweils eine kleine Fotografie als optisches Pläsier hinzugefügt; einige Bilder dieser Art – „Sommerflaute" etwa, oder „Regenbogenabend" – hätten durchaus ein wenig mehr Raum innerhalb des Werkes einnehmen dürfen. Allzu lange aber hält sich der Betrachter keineswegs auf, ehe er sich erneut den lyrischen Schattierungen anvertraut. Die an verborgenen Orten bestehen, die tatsächlich immer schon vorhanden waren, aber im Gegenlicht der Silhouetten eine zugrundeliegende Bedeutung erfahren. Solche Schattenmomente, berichtet der Poet, werden „nicht vom wahrheitsdominanten Leuchten überstrahlt".

Peter Pitsch

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armutszeugnis, tagebuch, ignoranz, ironie, unwesen

Gut gelaufen, Thisbe!: Ida Obersteyns Tagebuch 2011

Monika Kubach
E-Buch Text: 170 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 15.03.2012
ISBN 9783844847208
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Tagebuch des „Grauens“!
Ei der Daus, Dus un Düwel, das Grauen auf Erden hat sich manifestiert. In Gestalt der Ida Obersteyn, Berichterstatterin dieser in Tagebuchform konzipierten Satire, versteht die Autorin Monika Kubach bis ins kleinste unerträgliche Detail die Essenz prolliger Gesinnung aufzuzeigen. Zitat: „Ich persönlich finde ja, dass Taschenbücher im Regal nicht viel hermachen, und man braucht auch so viele von ihnen, bis es voll ist.“
Dementsprechend war meine Gegenreaktion gewissermaßen vorprogrammiert. Sowie ich die ersten Auszüge aus Obersteyns „geistloser Haltung“ (das Pendant zu „Geisteshaltung“) ins Auge gefasst hatte, rebellierte mein Intellekt gegen ihren horizontlosen Weltentwurf und ich musste zu Lasten der Prinzipien einen inneren Kampf ausfechten. Danach erst sah ich mich befähigt, dieses an und für sich gelungene (!) geistige Armutszeugnis erneut zur Hand zu nehmen und mit der Lektüre fortzufahren. Denn eine Satire nach solch einem Konzept – so extrem nah an der Wirklichkeit – erweist sich auf längere Sicht als äußerst schwer verdaulich, und einzig der Unterstrom der Ironie, den die Autorin sämtlichen Eintragungen zugrunde legt, vermag die Klumpen aus geballter Ignoranz und das darin enthaltene „Unwesen“ zu zersetzen. Indem Monika Kubach die in Obersteyns Oberstübchen – und parallel dazu in vielen deutschen Wohnstuben – Verblödung als Reigen überaus banaler Alltagssituationen festhält, möchte sie den Konsumenten von Fertigpizza, RTL2 und Doppelkorn keineswegs einen Spiegel vorhalten oder ihnen gar ein Denkmal setzen. Weit gefehlt. Zu einer ernstzunehmenden Reflexion ob der eigenen Beschränktheit wären per se die wenigsten imstande, vielmehr führt Kubach via Ida Obersteyn Buch über Zustände und Missstände an den Gemeinplätzen der sozialen Unterschicht. Sie dringt mit ironischer, doppeldeutiger Belichtung treffsicher in die Dunkelkammern der Republik, und was dabei portionsweise zutage gefördert wird, bereitet gleichermaßen eine Menge Spaß und ein Übermaß an Abscheu. Denn das Niveau der Texte ist umso niedriger, je abrupter das Grauen der darin innewohnenden Wahrheit dem Leser hochkommt. Somit muss ich augenzwinkernd eine abschließende Warnung meiner Kritik hintanstellen: Lesen auf eigene Gefahr – der Intellekt haftet für seine Aussetzer!

Peter Pitsch

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Tags: armutszeugnis, ignoranz, ironie, tagebuch, unwesen   (5)
 

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seele, historisch, nächstenliebe, flaschenpost, rehabilitierung

Hexenänneken

Thomas Becks
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 25.01.2012
ISBN 9783844806922
Genre: Historische Romane

Rezension:

In Anbetracht des persönlichen Engagements zur Rehabilitierung ihrer Person ist es nicht verwunderlich, dass Thomas Becks der Protagonistin seines biografischen Romans, Anna Spiekermann, eine Widmung vorangestellt hat. Das letzte Opfer der Inquisition im Ruhrgebiet wurde 1706 auf dem Scheiterhaufen hingerichtet und solchermaßen, nach damaliger Auffassung, für alle Zeiten zum Schweigen gebracht. Doch jedes Los hinterlässt Spuren, jedes Dasein sendet spezifische Energien durch den Äther, die zu empfangen intuitiven Menschen zu eigen ist. Es sind Eingebungen, die gleich den Botschaften in einer Flaschenpost eine Reise auf dem Ozean der Zeit zurücklegt haben. Dementsprechend bietet Thomas Becks Roman Einblicke in eine längst vergangene Epoche wie durch transparentes Glas, welches aufgrund seiner individuellen Erzählweise dennoch schillernd getönt ist.
Unverkennbar ging seinem literarischen Projekt eine intensive Recherche voraus. Wer aber Nachforschungen und Beobachtungen vornimmt und, daraus Erkenntnisse ableitend, zu einer (Lebens-)Geschichte formt, erfährt nicht allein auf emotionaler Ebene eine Verbindung zum Bezugsobjekt, sondern auch auf metaphysischer. Rückwirkend. Anna Spiekermann, die einst als „Hexenänneken“ verschrien war, hat Jahrhunderte nach ihrem gewaltsamen Tod jene Stimme zurückerhalten, die Ignoranz, Zweitracht, Aberglaube einst jäh verstummen ließen. Zu Anfang des dritten Jahrtausends gibt der Autor einer Frau die Sprache zurück, deren Leben und Leiden zweifelsohne auch in unserer Gegenwart ihresgleichen kennt. „Diese Zeiten“ sind – entgegen der Meinung des oberflächlichen Gesellen – keineswegs vorbei, allemal nicht außerhalb unserer geografisch betrachtet winzigen Oase. Eine Art Hexenkult hat nach wie vor in vielen Ländern, sowohl nah als auch fern, Bestand, und angesichts der Folgen notorischer Diskriminierung, Unterdrückung, Ausbeutung, Bestrafung der Frau bedarf es keiner dicken Brille um den herrschenden Wahnsinn aufzudecken. Weltweit werden Schätzungen zufolge 7 von 10 Frauen im Laufe ihres Lebens körperlich bzw. sexuell misshandelt ...
Das Resultat des Einvernehmens – so möchte ich es nennen – zwischen Thomas Becks und Anna Spiekermann, die Botschaft des Buches „Hexenänneken“, ist heutzutage genauso aktuell wie vor Jahrhunderten. Der Autor liefert den Beweis, dass eine Verständigung zugunsten der Humanität und der Nächstenliebe, frei von Frömmelei, auch über große Distanzen, selbst über „Ewigkeiten“ hinaus, möglich und sogar vonnöten ist. Er hat Annas Geschichte einfühlsam, imaginativ und vor allem zutiefst menschlich mit Leben gefüllt, hat tief in sich hineingehorcht und Worte geformt, die im Jahre 1706 von einer Hoffnung davongetragen wurden.

Peter Pitsch

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Tags: becks, diskriminierung, flaschenpost, hexe, historisch, ignoranz, misshandlung, nächstenliebe, rehabilitierung, schicksal, seele, verfolgung, wahn   (13)
 

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lyrik, dämonie, entmenschlichung, mertens, maschine

ZERFALL

J. Mertens
E-Buch Text: 109 Seiten
Erschienen bei Mobilus Moonworks, 21.11.2012
ISBN B00ABNVZXM
Genre: Sonstiges

Rezension:

Im Eigenverlag „Mobilus Moonworks“ veröffentlichte der Autor J. Mertens jüngst sein Aufsehen erregendes lyrisches Werk, das gemäß des Untertitels im Grenzbereich zwischen „Mythos, Wahn und Grabeskälte“ angesiedelt sein will. Und doch bedarf es lediglich des Einverleibens weniger Gedichte aus dieser rabenschwarzen Feder, ja einiger Verse bloß, um in Gedanken die Totenköpfe auf dem Buchdeckel mit Fleisch zu bespannen und eine Erkenntnis das Innerste der menschlichen Psyche beleuchten zu lassen. Die Verdammten sind wir, die Kinder der Moderne, auf Rationalität und Eigennutz getrimmt, dennoch zu jeder Zeit nichts weiter als ein austauschbarer Bestandteil der Maschinerie, die eine kapitalorientierte Gesellschaft in Bewegung hält. Wir hängen der Illusion nach, Tag für Tag eigenständige Handlungen zu vollziehen und mithilfe blinkender Gerätschaften einen persönlichen Daseinssinn zu manifestieren, obwohl die Kernschmelze im Maschinenraum unseren geistigen Zerfall längst vollzogen hat. Übrig bleibt die Karikatur, die automatisierte Denkstruktur, die leere Hülse, das Pseudo-Ego welches sich selbst aufrecht erhalten und zugleich verzehren muss. Im Zuge der Verformung werden die „Abfallstoffe“ aus Gefühlen und Emotionen zwangsläufig herausgefiltert und zu Lasten der Humanität entsorgt.
Gewiss, J. Mertens hat die Hölle ins Diesseits geholt, hat das Inferno der Welt nahtlos übergestülpt und mit seiner allegorischen Lyrik den Trugschluss entlarvt, wir hätten dem herrschenden Zerfall der Werte und des menschlichen Geistes Nennenswertes entgegenzusetzen. Seine zu Tinte erstarrten (Protest-)Schreie sind aufs Papier gebannt mit einer Art unterschwelliger nostalgischer Sehnsucht, als könne er aus der Vergangenheit und den Werken der klassischen Literatur eine Hoffnung schöpfen, die ihm heutzutage verwehrt ist angesichts voranschreitender Entmenschlichung. Mertens modifiziert die Sprache zu einem hitzebeständigen Datenträger, zu einem Hybrid aus Dichtung und Dämonie, der inmitten züngelnder Flammen nicht nur weiterexistiert, sondern vielmehr von der Verzehrung (!) selbst gespeist wird.

© Peter Pitsch

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Tags: dämonie, entmenschlichung, hölle, lyrik, maschine, mertens, zerfall   (7)
 

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illustrationen, bilder, magie, bilderbuch, fantasie

Pauline & Hannah

Inge Goebel
Fester Einband: 28 Seiten
Erschienen bei Brighton Verlag, 01.03.2012
ISBN 9783942200431
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Magie ist da.
Ein Werk wie dieses liefert ein sichtbares Indiz dafür, weshalb der Verlag die Herausgabe unverwechselbarer Bücher zu seiner Philosophie erklärt hat. Zu der zugrunde liegenden Idee des Kinderbuchs „Pauline und Hannah“, ersonnen von der Autorin Inge Goebel, trägt die Zeichnerin Luise Voigt eine meisterlich erschaffene visuelle Bilderwelt bei. So sparsam – und doch trefflich – der Text an Worten anmutet, so diametral entgegengesetzt überfluten die Darstellungen der zwei „Schnecken-Geschwister“ unsere Sinne. Seite für Seite tut sich ein grün umrankter Mikrokosmos auf. Inge Goebels wenige Sätze stimulieren die Fantasie der (Vor-)Leser und ihrer kleinen Zuhörer gleichermaßen, alldieweil die Zeichnerin aus dem Vollen ihrer bildlichen Ausdruckskraft schöpft und mit verspielten Einfällen zusätzliche Akzente setzt. Für Erwachsene hält dieses Gemeinschaftswerk eine kunterbunte Rückreise in die Zeiten glückseliger Kindheit bereit; unsere Kleinsten wiederum, die noch mittendrin in dieser magischen Sphäre leben, gewinnen aus dem Bilderbuch „Pauline und Hannah“ sprichwörtlich jenen Stoff aus dem die Träume sind ...

Peter Pitsch

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Tags: bilder, bilderbuch, fantasie, farben, garten, illustrationen, kinderbuch, magie, schnecken   (9)
 

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jugendbuch, fantasy, ronar, elthen, magie

Ronar

Anke Höhl-Kayser
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 08.07.2009
ISBN 9783837052602
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lockruf des Abenteuers.
Es heißt, guten Schriftstellern sei die Fähigkeit zu eigen, die Leserschaft geradewegs hineinzuziehen in das niedergeschriebene Geschehen und zwischen der Erzählstimme und dem "lauschenden" Empfänger eine Symbiose zu erwirken. Schon nach wenigen Sätzen hat sich mir dieser Sog vergegenwärtigt und mir wurde eine kindliche Bewegtheit zuteil bei der Lektüre des Werkes von Anke Höhl-Kayser, wie ich sie seit Jahren nicht mehr erfahren hatte. Auf magische Weise hüllte mich die Autorin kraft ihrer Betrachtungen ins Gewand des Abenteuers, "… – als ob Fackeln gefrorenes Licht widerspiegeln würden." Verwoben mit stimmungsvollen Stoffen, legt sich die Geschichte um den Geist als eine Substanz, die zu gleichen Teilen aus Fabulierfreude und bildhafter Dichtung besteht. Das ganze Farbspektrum einer mystischen Welt, ins Vorhandensein gerufen durch schöpferischen Intellekt, gebündelt mit dem Blick fürs Detail und verfeinert mit der Kompetenz einer Schriftstellerin, die den Text zu keiner Zeit wie eine Laufmasche zerfließen lässt. Ähnlich melodiös wie die Stimme des Elthenherrschers erklingt, vermag die Autorin dieser wundersamen Szenerie Leben einzuhauchen, während der Leser den Spuren des 12-jährigen Ronar folgt, tiefer und tiefer hinein in eine lang vermisste Abenteuerwelt, durch Nebelwälder, Traumlandschaften und über weite karge Steppen. Anke Höhl-Kaysers transzendentes Universum steckt voller Visionen, Metamorphosen, Tiere und Menschen in Verwandlung, der Veränderung gewohnter Formen. Die Notwendigkeit des Wandels und deren Wirkungsgrad birgt auch den Appell an die Humanität. Abgesehen von der Suche nach mehr Menschlichkeit – natürlich im Lande nicht-menschlicher Geschöpfe – mitsamt einer zeitgemäßen Ökobotschaft, nimmt der Plot sich eigentlich recht geradlinig aus. Die guten Wesen sind lichte, weiß gekleidete Gestalten, der Gegenpol dahingegen zeigt sich in gewohnt düsterer Kluft ... Die wahre Anziehungskraft dieses Werkes liegt in der Ausformung des Lokalkolorits und der Charakterisierung einzelner Personen – Letzteres ist auf psychologischer Ebene höchst imposant. Vor allem aber wirkt die Geschichte durch die lebhaften, oftmals poetischen Darstellungen packender Begebenheiten. Unvergessen etwa die Schilderung des Kampfes zwischen dem Elthenkönig und dem Abtrünnigen im Banne der Schwarzen Magie. Gleichermaßen mitreißend und stimmig wird Ronars zwischenzeitlicher Übergang von der hellen zur dunklen Seite vermittelt. Nicht frei von triftigen Gründen erwähnt die Autorin am Ende des ersten Teils ihrer Abenteuer-Saga (im Zuge einer Danksagung), dass die Gedanken an die Hauptakteure sie bereits im Jahre 1984 heimgesucht hätten. Zu einer Zeit also, als der Zauberlehrling "Harry Potter" nicht einmal ansatzweise existierte – jedoch in Hinblick auf das schriftstellerische Vermögen seiner Schöpferin genannt werden sollte, da dieser Vergleich allemal standhält.
Demzufolge, um mit den Worten der Autorin magisch abzuschließen: "... er hatte anstelle der Schwärze Bilder von klarem Blau vor Augen, auf dem üppige Wolken trieben und die helle heiße Sonne immer wieder zur Mäßigung mahnten." Zur Mäßigung sieht sich der Kritiker anhand solcher Sätze nicht gemahnt, stattdessen verleihe ich meinem Enthusiasmus Ausdruck und freue mich angesichts der zurückliegenden Stunden inmitten eines großen Abenteuers.

Peter Pitsch

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Tags: abenteuer, dichtung, fantasie, höhl-kayser, humanität, kindheit, landschaft, magie, ökobotschaft, traum, verwandlung, zauber   (12)
 

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fantasy, jugendbuch, könig, zukunft, ronar

Ronar - Zwei Welten

Anke Höhl-Kayser
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 07.10.2010
ISBN 9783842326293
Genre: Jugendbuch

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witz, kriminalroman, farce, krimikost, gaunerkomödie

Oracoli

Thomas Becks
E-Buch Text: 190 Seiten
Erschienen bei Thomas Becks, 04.09.2012
ISBN B0096CFSZU
Genre: Sonstiges

Rezension:

Obwohl Thomas Becks für die Zubereitung seiner Krimikost eine gleichermaßen simple wie altbewährte Anleitung verwendet hat, mangelt es seinem "Orácoli"-Roman keinesfalls an der rechten Würze. Mögen die Zutaten aus sprachlichen Mitteln mitunter ein wenig hausbacken schmecken, so trägt doch das Gesamtkonzept seines Werkes eine durchaus erfrischende und wohl dosierte Note. Mit großzügigen Griffen in die Klamaukkiste – zwecks Gestaltung seiner Personengalerie – ist es Becks gelungen eine nahezu klassische Gaunerkomödie zu inszenieren. Unterm Kerzenschein der Nostalgie wird "Orácoli", trotz seiner vermeintlichen Schlichtheit, seitens des Erzählers angenehm kredenzt. Während der Lektüre dieser mit Augenzwinkern aufgetischten Farce sieht sich manch einer beispielsweise an Woody Allans "Small Time Crooks" erinnert. Wo Allan jedoch schon zu Anfang seiner hanebüchenen Geschichte das kriminelle Milieu wieder verlässt, begibt Becks sich immer weiter hinein in die Welt der ehrenhaften, sympathisch-tölpelhaften Schmalspurgangster, die dank ausgesprochen guter Manieren eigentlich der Vergangenheit entsprungen zu sein scheinen. Teils dilettantisch durchdachte, teils nahezu unlogische Handlungen der involvierten Charaktere sorgen demzufolge eher für ein Schmunzeln denn für verständnisloses Kopfschütteln. Heute ist Orácoli Tag: Der Genuss des Lesestoffes bereitet großen Spaß, auch weil Thomas Becks seine Protagonisten genüsslich zu beschreiben weiß und sich solcherart die Sympathien der meisten Leser zu sichern versteht. Wer dennoch – trotz des vielsagenden Titels dieses Kriminalromans – ein mit vielen stilistischen Inhaltsstoffen verfeinertes 5-Gänge-Menü zu dinieren erhofft, wird "Orácoli" kaum zu seinen Lieblingsspeisen zählen. Wer allerdings an kurzweiliger, amüsanter Krimikost ein reelles Interesse zeigt, der kommt beim Verzehr der "Orácoli"-Mischung voll und ganz auf seine Kosten! Der Ausgewogenheit halber, um allen verwendeten Ingredienzen des Autors Genüge zu tun, soll abschließend nicht der sozialkritische Esprit verschwiegen werden, den Becks seinem Rezept (seiner im Roman reflektierten Geisteshaltung) zugrunde legt. Sein "Orácoli"-Werk gehört für mich zu jenen Büchern, von denen man eines Tages gern ein zweites Mal kosten möchte.
Nein, keinen teuren Tropfen dazu, bitte ein klares Kühles, danke.

Peter Pitsch

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Tags: farce, gaunerkomödie, krimikost, kriminalroman, witz   (5)
 

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mythologie, götter, ilias, helden, griechische mythologie

Griechische Mythologie für Anfänger

Nicolas Fayé
Flexibler Einband: 48 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 09.01.2012
ISBN 9783844813999
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die kurze Geschichte einer Heldensaga.
Band 3 aus Nicolas Fayés Sachbuch-Reihe "Griechische Mythologie für Anfänger" erfüllt allemal seinen Zweck: Das Büchlein mit dem reizvoll gestalteten Einband liefert eine knappe Zusammenfassung der Geschichte des Trojanischen Krieges, teils beruhend auf wirkliche Begebenheiten, teils dem Fantasiereichtum einiger Autoren aus der Antike entsprungen. Allen voran selbstredend der Schöpfer der "Ilias", Homer. Wobei die Grenzen zwischen tatsächlichen Konstellationen – sofern wir einen Wahrheitsgehalt voraussetzen – und mythologischer Vorstellungswelt von fließender Beschaffenheit sind. Nicolas Fayé gibt sich diesbezüglich keinen Spekulationen hin, auf kleinstem Raum respektive auf nur 44 Seiten, wie zur Gesamtschau vereint, wimmelt es von Helden, Göttern, geschichtsträchtigen Ortsnamen, von überirdischen Verstrickungen und unterirdischen Intrigen. Dass Band 3 der Serie mehr zu bieten hat als eine literarische Geschichtsstunde, sozusagen eine Zusammenfassung der "Ilias" in besserem Aufsatzformat, ist der humorvollen Herangehensweise des Autors zu verdanken, der einerseits den Stoff auf ein absolutes Minimum reduziert, andererseits den Kern der Geschichte hin und wieder mit witzigen Wendungen zu verkleiden versteht. Zu empfehlen ist dieses Büchlein den kurz angebundenen Wissbegierigen, die bei Bedarf ebenfalls mal ein Wort mitreden wollen in Sachen Homer bzw. Trojanischer Krieg, sowie allen Studenten und Schülern, die sich zum Zwecke ihrer Bildung mit dem Thema auseinandersetzen wollen oder müssen. Nicht zuletzt geht die Empfehlung an all diejenigen, die aus reinem Interesse an der Heldensaga einen kurzen Einblick in das unsterbliche Werk Homers gewinnen möchten. Erschienen ist Nicolas Fayés Abhandlung bei BoD (Books on Demand), dessen ungeachtet hat der Text ein durchweg zufriedenstellendes Korrektorat und auch Lektorat durchlaufen. Weniger überzeugend, weniger geglückt dahingegen stellt sich die Wahl des Bildmaterials dar, welches ansonsten einer stimmungsvollen Illustration der Geschehnisse hätte dienen können. In dieser vorliegenden Gestalt jedoch (bspw. Fotos von Skulpturen aus dem Schlossgarten Schönbrunn) nur sehr bedingt das mythologische Flair wachzurufen in der Lage ist. Band 1 und Band 2 behandeln "Die Götter" und "Die Helden", weitere Bände sind laut Verfasser in Vorbereitung, u.a. "Die Reisen des Iason und des Odysseus" – man darf darauf gespannt sein.

Peter Pitsch

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Tags: abhandlung, götter, griechenland, helden, homer, humor, ilias, krieg, mythologie, saga, troja, zusammenfassung   (12)
 

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not, außenseiter, hänselei, kindheit, konflikt

Erdstallpirouetten

Lorenz Filius
Flexibler Einband: 164 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 19.06.2012
ISBN 9783848212699
Genre: Biografien

Rezension:

Ein leises Buch.

Das Thema - der Konflikt zwischen der Freude am Dasein als solches und einer gärenden inneren Not - wird schon anhand des Buchtitels und des Umschlagbildes adäquat verdeutlicht. Der Leser schließt die Außenseiterin Becky unweigerlich in sein Herz; umso mehr steigert sich die Befürchtung im Laufe der Lektüre, dem übergewichtigen und von anderen Kindern gehänselten Mädchen werde früher oder später ein Leid widerfahren. Ein Unglück, das quasi jederzeit aus dem täglich erlittenen Mobbing durch ihre Nachbarskinder und Mitschüler hervorgehen könnte. Doch Lorenz Filius Geschichte schlägt nicht mit reißerischer Dramatik die übelste aller möglichen Entwicklungen ein. Indessen vermittelt er auf angenehme Weise einen Einblick in den Mikrokosmos einer Heranwachsenden, wobei trotz allem der Entdeckung des Erdstalls eine symbolhafte Bedeutung innewohnt. Die beschriebene Sehnsucht nach einem Zufluchtsort ist vermutlich vielen Außenseitern zueigen.
Auch kommt der Leser nicht umhin, Episoden aus der eigenen Kindheit vor dem inneren Auge Revue passieren zu lassen. Sei es aus der Sicht eines Gehänselten, sei es aus der Perspektive eines gewohnheitsmäßigen Quälgeistes. Ein Grund mehr sich mit den Erdstallpirouetten zu befassen. Dank kleiner Geschichten wie diese finden auch die einsamen Gefühle, die sich ansonsten vor der Welt zu verbergen suchen, ein Gehör; obwohl die Stimme des Autors eher leise zu uns spricht.

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Tags: außenseiter, hänselei, kindheit, konflikt, not   (5)
 

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abenteuer, odyssee, untergrund, tiefsinnig, dichter

Verkehrte Welt

Peter Pakulat
Flexibler Einband
Erschienen bei Rowohlt TB., 01.04.1986
ISBN 9783499152849
Genre: Sonstiges

Rezension:

Er will doch kein Eisbär sein am kalten Polar.

Die Normalität liefert eine tröstliche Vorhersehbarkeit, jedoch sind die dunklen und originellen Verrücktheiten am Rande der Inszenierung weitaus kostbarer als die beleuchteten Artefakte eines Massenwahns. Oder wie der Autor es ausdrückt: "Seitdem sein Körper vogelfrei ist, ist sein Schädel ein Käfig". Peter Pakulat ist ein moderner Geschichtenerzähler, dem die Gabe der freien Assoziation als Vehikel für neue Raumgewinnung dient, auf den Spuren seines vorauspreschenden Intellekts. Sein Buch "Verkehrte Welt – Die Abenteuer des Ilot Packeiser" ist eine Verdichtung surreal-verdrehter Alltagsphänomene. Dass ich sein Werk bereits vor dreißig Jahren erstmals gelesen hatte (ein Umstand, der mir erst nach wenigen Seiten der Lektüre bewusst wurde), fügt meiner Beziehung zu dem Text heuer eine weitere Dimension hinzu. Wer war ich damals, als ich zwischen den quirligen Gedanken auf Erkundung ging; wer bin ich jetzt angesichts der Gedankenbilder, die mir wie neu ersonnen und frisch entdeckt entgegenfliegen?
Anfang der Achtziger gibt es drei Fernsehprogramme und eine Menge A-Bomben, deren Sprengkraft die höher entwickelten Lebensformen mehrfach austilgen könnten. Vor dieser Hintergrundbedrohung breitet Peter Pakulat seine Gegenentwürfe zu unserem Dasein aus: seine innerliche Vielfalt gegen die kursierende Verallgemeinerung des Lebensgefühls. Fantasie kontra Banalität. Dank seines Ideenreichtums und seiner Empfindungsfähigkeit nehmen kleine Alltagsepisoden weitreichende Auswirkungen an. Oftmals vertauschen das Unterbewusste und das Bewusste ihre Bedeutung und das psychologische Moment folgt auf Augenblicke vermeintlich gewöhnlicher Beschaffenheit. Was hat sich seit Erscheinen des Buches in unserer Welt verändert? Statt dreier Fernsehprogramme geistern heute hunderte durch den Äther, die globale Vernetzung schreitet voran und die Egozentrik erweitert seine Kreise. Nie las ich treffender als bei Pakulat über die Entmenschlichung als Folge auferlegter Zwänge unserer Leistungsgesellschaft. Eine "Dompteuse in der Maschinenwelt", die Rache der Roboter, das sich drehende Karussell, die schleichende Symbiose. Entweder drosselt der Mensch seine Sehnsucht und zügelt das Verlangen, oder er vollzieht den Schritt aus der Inszenierung hinaus in eine scheinbar andere Welt. Doch die Welt ist in jederlei Hinsicht eine Kugel, sich drehend durch den leeren Raum. "Wo aber liegt das Abenteuer?", fragt Ilot Packeiser. Seine Gegenwelten belebt Pakulat mithilfe unorthodoxer Gedankengänge, seine Bilderfluten sind von poetischer Qualität. Dem Körper des Daseins fährt er mit seiner Schreibfeder tief in die Substanz, die Schnittstellen, die wohl oder übel dabei hervortreten, beschreibt er mit der Gewandtheit eines dichtenden Fantasten.
"Wo aber liegt das Abenteuer?"
Pakulat warnt vor einer Antwort, denn wer ein Rätsel errät, spricht gleichzeitig dessen Todesurteil aus.

Peter Pitsch

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Tags: abenteuer, dichter, fantasie, gegenwelt, humor, modern, odyssee, originell, poetisch, rebell, sprachwitz, surreal, tiefsinnig, unterbewusstsein, untergrund   (15)
 

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anthologie, lyrik, meer, strand, brandung

Menschen am Meer (Themen-Anthologien aus dem Elbverlag)

Heinz-Georg Barth , Marie Rossi
E-Buch Text: 250 Seiten
Erschienen bei Elbverlag, Marie Rossi, 19.07.2012
ISBN B008NBPRZQ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ebbe und Flut – Stimmen des Meeres.

Einzutauchen in ein Buch, das den Titel "Menschen am Meer" trägt, bedeutet einhundertfünfzig Mal den Strom des Lebens mit dem inneren Auge zu durchleuchten. Und dort, am Grunde des Seins, bereiten sowohl tiefe, weit verzweigte Gedanken als auch keck und fröhlich ins Licht schnellende Einfälle den Nährboden dieser Meeresanthologie. Denn ebenso zahlreich wie die Unter- und Überwasserblicke derer, die dieses Werk mit dem Elixier ihrer Faszination getränkt haben, bieten die literarischen Ausdrucksformen eine enorme Vielfalt dar.
Seit nunmehr vierzehn Jahren bewohne ich ein kleines, lachsfarbenes Haus, lediglich einen Steinwurf von der Ostseeküste entfernt; ob an schwelend heißen Sommertagen, ob in den unwirklichen Nebelbänken des Winters, stets ist das Rauschen der Brandung mein Begleiter. Die Stimme des Meeres wird nimmer müde, der Fantasie neue Geschichten einzuflüstern: Wer das blau ummantelte Gemeinschaftswerk aufschlägt (dank einiger Fotos und Illustrationen atmosphärisch dicht geschmückt), wird spontan die Schreie der Möwen vernehmen, den Sand unter seinen Füßen verspüren, oder gar die Segel setzen, um noch unbekannten Gestaden entgegenzustreben. Bei jedem Umblättern gibt das "Meer der Geschichten" ein weiteres Geheimnis preis. Jede Autorin, jeder Autor offenbart sein Inneres dem Leser und teilt seine Gedanken mit, gleich einem Netz voller Austern, die sich schließlich öffnen und ihre wertvollen Perlen freigeben. Bald ist es die Ebbe, bald ist es die Flut und wieder ein anderes Mal die Unergründlichkeit des Gewässers, von denen – konkret bis metaphorisch gesprochen – die einhundertfünfzig Autoren berichten. Wir spiegeln uns im Meer, wir sehnen uns nach seiner Tiefe ... schrecken wiederum davor zurück, lassen uns auf das Spiel der Wellen ein. Heimweh, Fernweh, Freude, Leid, Melancholie, die Brandung trägt jedwede Gefühlsstimmung heran. Mit einem erstaunlichen Einfallsreichtum zeichnen die Menschen ihre Spuren in den Sand. Und wie ein Entdecker begibt sich der Leser auf die Reise und sein Vorstellungsvermögen streift den Saum des Ozeans. Er findet ebendort Wiederklang, wo alles Leben einstmals seinen Anfang nahm. Reich beschenkt, Perlen in den Taschen, Tang in den Haaren, kehrt der Leser heim. "Menschen am Meer" strahlt noch lange nach, die umfassende Anthologie flüstert uns ihre Geschichten hinterher, Geschichten, die aus der Tiefe kommen und geradewegs ans Licht unseres Daseins dringen.

Peter Pitsch

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Tags: anthologie, brandung, lyrik, meer, strand, tiefe, wasser   (7)
 

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lyrik, pathos, selbsterkenntnis, ängste, verlust

Wie Eine Feder Im Wind

Maryanne Becker
Flexibler Einband: 88 Seiten
Erschienen bei Lightning Source Inc, 05.12.2008
ISBN 9783837065473
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

An und für sich sind die Gedichte und Prosatexte von Maryanne Becker keine schwere Kost, dahingegen lyrische Gedankengebilde, die um sehr abgründige Themen kreisen wie zerbrechliche Sonden um eine Anomalie. An solchen Übergängen zu den dunkleren Seiten des Seins möchte der Mensch nicht lange verweilen, und doch kann das Auge nicht lassen von dieser Handvoll Texte, die das Vorhandensein von – metaphorisch gesprochen – "schwarzen Löchern" wiedergibt. Eine kurze Passage aus Exubérys "Der kleine Prinz" steht Beckers Poesie voran, und noch ehe die Autorin ihre Feder in die Essenz aller Ängste tunkt und daraufhin existentielle Anschauungen in Worte fasst, ist ihr meine Sympathie gewiss. Dass einige bildliche Impressionen von Peter Strobel, dessen Schwarz-Weiß-Fotografien die gefühlvolle Stimmung vertiefen, Himmelsphänomene widerspiegeln, ist bei weitem kein Zufall. Der Schwerkraft zum Trotz möchte die Autorin ihre Stimme erheben, den Schritt wagen auf das dünne Seil hinaus, welches unsere Realität auf schwindelerregende Weise überspannt. Für sie sind die Gegensätze "oben" und "unten" gleichermaßen ersichtlich, und jedem heftigen Windstoß begegnet Maryanne Becker mit Worten, die keiner Bodenhaftung bedürfen, um in der Ungewissheit zu bestehen. Mitunter schwingt in den atmosphärischen Zeilen ein wenig Pathos mit, allerdings weist die Dichterin kraft ihrer Prosastücke eindringlich darauf hin, wie weit ihr lyrisches Ich tatsächlich zu gehen bereit ist. Nämlich bis an den Rand des Wahnsinns; hervorgerufen durch eine plötzliche und unwiderrufliche Verzerrung des ureigenen Weltbildes. Den Verlust des Gehörs und den damit einhergehenden Schock anhand eines symbolhaften Traums zu schildern, erfordert mehr als eine leichte Feder, es erfordert jedes Gran Selbsterkenntnis und das Vermögen, ein Gedankenseil auch zwischen die Absurditäten unseres Daseins mit gezielter Hand spannen zu wollen. Bedauerlich nur, dass dieses Buch, um nicht zu sagen dieses Büchlein, innerhalb kurzer Zeit durchgelesen ist. Andererseits ein Grund mehr, weitere Werke von Maryanne Becker dem Bücherschrank zu entnehmen und einer genauen Betrachtung zu unterziehen.

Peter Pitsch

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Tags: absurdität, ängste, gedichte, lyrik, pathos, selbsterkenntnis, traum, trauma, verlust   (9)
 

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Ins Ungewisse Sein

Peter Pitsch
Flexibler Einband: 164 Seiten
Erschienen bei Brighton Verlag, 01.03.2012
ISBN 9783942200479
Genre: Romane

Rezension:  
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