Petris

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417 Bücher, 108 Rezensionen

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46 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

kanada, nordlicht, geräusch, phantasie, fiktion oder realität?

Das Geräusch des Lichts

Katharina Hagena
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.09.2016
ISBN 9783462049329
Genre: Romane

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2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Das Leben wartet nicht

Marco Balzano , Maja Pflug
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.02.2017
ISBN 9783257069839
Genre: Romane

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Das Abendreich

Julien Gracq , Dieter Hornig
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Droschl, M, 16.06.2017
ISBN 9783854209874
Genre: Romane

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

»Sommerregen der Liebe«

Sigrid Damm
Flexibler Einband: 405 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 13.06.2017
ISBN 9783458362807
Genre: Biografien

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

insel, einsamkeit, verlust, schuld, roman

Birk

Jaap Robben , Birgit Erdmann
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 15.08.2016
ISBN 9783869137186
Genre: Romane

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27 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

genmanipulation, belletristik, elefant, obdachloser, diogenes

Elefant

Martin Suter
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 18.01.2017
ISBN 9783257069709
Genre: Romane

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54 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

roman, begegnungen, judith w. taschler, 2016, beziehung

bleiben

Judith W. Taschler
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Droemer, 01.09.2016
ISBN 9783426281321
Genre: Romane

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53 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

tod, liebe, sex, trauer, cadaqués

Auch das wird vergehen

Milena Busquets , Svenja Becker
Fester Einband: 170 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 08.02.2016
ISBN 9783518425275
Genre: Romane

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Unsere Seelen bei Nacht

Kent Haruf , Pociao
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 22.03.2017
ISBN 9783257069860
Genre: Romane

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

liebe, niederlande, polen, roman, familie

Ein Brautkleid aus Warschau

Lot Vekemans , Eva M. Pieper , Alexandra Schmiedebach
Fester Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Wallstein, 15.02.2016
ISBN 9783835316010
Genre: Romane

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30 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

identitätssuche, tanz, rasse, identitätskrise, schwarz

Swing Time

Zadie Smith
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Hamish Hamilton, 15.11.2016
ISBN 9780241247310
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext und Beschreibung des Buches hatten mich sofort angesprochen, ein Buch, das mich neugierig machte und das ich unbedingt lesen musste. Rein optisch wäre ich wohl nicht darauf gestoßen, aber nachdem ich in erster Linie nach Autoren, Verlagen und Beschreibungen gehe, war das nebensächlich.

Ich kam sehr schnell in die Geschichte hinein, fand sie spannend, auch die Zeitsprünge mochte ich. Interessant fand ich, wie sie das Rassenthema neben vielen anderen Themen, wie Tanz, das Privileg der Reichen Gutes zu tun, die Schwierigkeiten von Entwicklungsprojekten in Afrika und einfach die Vielfalt menschlicher Charaktere. Alles wurde sprachlich wunderschön und schlüssig erzählt.

Ich hatte das Gefühl, gut unterhalten zu werden und auch viel Neues zu erfahren, genau das, was ich an einem Buch liebe. Doch dann, gegen Ende, hatte ich irgendwann das Gefühl, dass es etwas zu viele Handlungsstränge und Charaktere waren und bei manchen ein wenig der Faden verloren ging. Für mich brach die Geschichte auseinander und verlor an Intensität. Vielleicht auch, weil ich die Erklärung zu Traceys Verhalten, die ehemals beste Freundin der Protagonistin, bzw. die Hilflosigkeit der Mutter der Protagonistin überhaupt nicht verstehen konnte, für mich passte das nicht zu den Personen, wie sie zuvor geschildert worden waren. Auch nicht der letzte Wunsch der Mutter. Ein für mich enttäuschendes Ende!

Dennoch ein Buch, das mir gut gefallen hat und das ich weiterempfehlen kann. Auflösungen sind halt ganz stark Geschmackssache!

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

roman

Der Scheik von Aachen: Roman

Brigitte Kronauer
E-Buch Text: 408 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 24.09.2016
ISBN 9783608100365
Genre: Romane

Rezension:

Ich würde mich als anspruchsvolle Leserin bezeichnen, die sowohl die Klassiker, als auch zeitgenössische Literatur liebt, deshalb fühlte ich mich auch durch die Beschreibung dieses Romans als „hochliterarisch“ angesprochen.

Doch leider stellte sich heraus, dass es mir damit erging wie mit dem Cover. Ich kann auch bei dieser realistischen Malerei zugeben, dass sie technisch gut gemacht und vielleicht sogar künstlerisch interessant ist. Aber mir gefällt sie einfach nicht.
Mit dem Roman verhält es sich ähnlich. Die Autorin kann ganz wunderbar mit Sprache umgehen, doch wie sie die Geschichte erzählt, was passiert, das kommt einfach nicht bei mir an und bringt keine Saite zum Klingen.

Die Story ist relativ banal, eine junge Frau lässt ihr Leben und ihre Karriere hinter sich, um dem Lover näher zu sein und zieht nach Aachen, wo auch ihre Tante lebt. Einen großen Raum nimmt der Tod des Cousins Wolfgang, der als Kind bei einem Unfall ums Leben kam, ein. Es geht um den Umgang mit Verlust. Denn auch der Lover stirbt bei einem Bergunglück und alle anderen Personen, die eine Rolle spielen, haben jemand verloren. Ein interessantes Thema, aber dennoch gewann es für mich nie richtig an Substanz.

Lange Zeit hatte ich Vorurteile gegen deutschsprachige Literatur, um als Literatur zu gelten, muss sie verkopft, kompliziert, negativ oder surreal sein. Schwer zu lesen. Sonst ist es keine Literatur. In anderen Sprachen durfte Literatur durchaus auch eine spannende, schlüssige Geschichte erzählen und damit meine ich nicht die nach den Regeln des „Creative Writing“ strickmusterartig aufgebauten Unterhaltungsromane. Allerdings hat sich das in den letzten Jahren auch im deutschsprachigen Raum ein wenig gewendet. Dieser Roman erfüllt leider wieder alle meine Vorurteile. Zu verdreht, zu sehr in die Länge gezogen, vielleicht sogar zu gewollt literarisch?

Ich habe ein Jahrzehnt als Buchhändlerin gearbeitet und viele begeisterte LeserInnen unterschiedlichster Niveaus kennengelernt, aber ehrlich gesagt, mir fällt niemand ein, dem ich das Buch empfehlen oder verkaufen könnte.

Eine interessante Lektüre, allerdings anstrengend. Meinen Lesegeschmack hat es nicht ganz getroffen. Allerdings habe ich große Hochachtung vor dem Verlag, der ein so sperriges und nur für eine kleine Zielgruppe geeignetes Buch dennoch herausgibt. In Zeiten, in denen es nur um leichte Lesbarkeit, schnelle Verwertbarkeit und Bestsellerlisten geht. Chapeau!

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

zürich, schweiz, kündigung, charakterstudie, hass

Wenn du dein Haus verlässt, beginnt das Unglück

Max Küng
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 28.09.2016
ISBN 9783036957449
Genre: Romane

Rezension:

Ein Wohnhaus in einer guten Wohngegend Zürichs, die Bewohner fühlen sich wohl, sie sind gut situiert, sehr unterschiedlich. An diesem Punkt lässt uns der Autor einen Blick ins Haus werfen, je länger er erzählt, desto tiefer dringen wir vor, auch in ihr Privatleben.

Gleich zu Beginn, wir kennen die Bewohner noch kaum, erhalten sie einen Brief, sie müssten ausziehen. Die Reaktionen sind unterschiedlich und schnell wird klar, obwohl es ihnen allen gut geht, sind sie irgendwie leblos und an einem Totpunkt angelangt.

Da ist der eigenartige Vischer, für den es nur das Radfahren gibt, der Moderator Tim, ein selbstverliebter Frauenschwarm, mit seiner einsamen und sportversessenen Frau Judith und den beiden ziemlich anstrengenden kleinen Söhnen,… Nach und nach lernen wir sie kennen, berühren sich ihre Wege, erleben sie ihre kleinen Dramen.

Gut beobachtet und auf den Punkt gebracht, erzählt der Autor aus ihrem Leben, auch der Schluss fügt sich perfekt in die Geschichte ein. Ich habe die Bewohner mit Vergnügen ein Stück ihres Weges begleitet.

Allerdings waren mir die Geschichten dann doch etwas zu alltäglich. Ich wartete die ganze Zeit auf den Aha-Effekt, der nie kam. Und ein paar Handlungsstränge verloren sich im Sand, wie die Geschichte von Paolas Reportage über Tims angeblich behindertes Kind.

Alles in allem, gute Unterhaltung. Aber kein Buch, das wirklich hängen bleiben wird oder noch lange nachschwingt.

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

sommer, roman, kroatien

Bora

Ruth Cerha
Fester Einband: 254 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 01.07.2015
ISBN 9783627002152
Genre: Romane

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Krötenliebe

Julya Rabinowich
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 14.03.2016
ISBN 9783552063112
Genre: Romane

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168 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 78 Rezensionen

new york, familie, geschwister, usa, das nest

Das Nest

Cynthia D'Aprix Sweeney , Nicolai Schweder-Schreiner
Fester Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 02.12.2016
ISBN 9783608980004
Genre: Romane

Rezension:

Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch das Cover, die Farben, die Schrift, die Vögel, ich fand’s schön. Den Zusammenhang mit der Geschichte habe ich aber erst kapiert, nachdem ich die letzte Seite beendet und das Buch zugeklappt hatte.

Welcher Vogel ist nun welches Familienmitglied der Familie Plumb? Den eher unscheinbaren braunen Vogel links unten hätte ich Melody zugeordnet, die Jüngste im Bunde, immer etwas unsicher, liebevolle Mutter und Ehefrau. Gleich daneben sitzt für mich Jack, der schwule Bruder mit Ehemann und Antiquitätengeschäft. Links oben sitzt für mich Bea, die attraktivere Ausgabe von Melody, wie es einmal im Roman heißt und rechts oben natürlich Leo, schillernd, blendend, selbstbewusst und egozentrisch, der große Bruder um den alle schwirren.

„Das Nest“ ist ein kleines Vermögen, das ihr Vater für sie angelegt hat. Der Haken, sie bekommen es erst nach dem 40. Geburtstag der jüngsten Schwester, Melody. Dumm nur, dass Leo sich mal wieder nicht im Griff hat und einen Unfall baut, bei dem eine junge Kellnerin schwer verletzt wird. Ihr Stillschweigen erkauft die Mutter der vier mit dem Vermögen, das eigentlich allen gehört.

Ihr ganzes Leben haben die Geschwister auf „das Nest“ aufgebaut, über ihre Verhältnisse gelebt, ihr tatsächliches Nest immer in Hinblick auf den Geldsegen aufgebaut. Und dann ist es plötzlich weg. Aufgeregt, aufgescheucht versuchen sie zu retten, was zu retten ist. Und Leo soll es richten, schließlich ist er dafür verantwortlich.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Nebengeschichten rund um Stephanie, die on-off-Freundin von Leo und die verletzte hispanische Kellnerin, ach ja und die Geschichte von Stephanies Untermieter war auch sehr berührend. Sie passen wunderbar ins Gefüge.

Thema des Romans ist die Familie, die Bedeutung des Geldes und worum es wirklich geht im Leben. Ruhig erzählt, immer ganz nahe an der Realität, so würden auch reale Menschen reagieren, entsteht ein Familienkosmos. Ob die Krise sie zerstört oder am Ende befreit, das sei hier nicht verraten.

Sehr schöner amerikanischer Familienroman! Unbedingt lesenswert!

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66 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

tod, kanada, verlust, freundschaft, familie

Ein unbesiegbarer Sommer

Wendi Stewart , Matthias Fienbork
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Nagel & Kimche, 25.07.2016
ISBN 9783312009985
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: adoption, aufwachsen, freundschaft, häusliche gewalt, jugend, unfall, verlust   (7)
 

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

shakespeare, theater, shakespear, rache, englisch

Hag-Seed

Margaret Atwood
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Hogarth, 06.10.2016
ISBN 9781781090237
Genre: Romane

Rezension:

Bevor ich loslegen kann mit meiner Rezension, muss ich erst mal tief durchatmen und mich beruhigen, damit sie nicht zu hysterisch wird vor lauter Begeisterung und Schwärmerei. Damit ist auch schon gesagt, wie mir der Roman gefallen hat! Ich bin begeistert, finde ihn perfekt und zähle ihn zu den besten Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe.

Die Hogarth Shakespeare Reihe hat zeitgenössische RomanautorInnen beauftragt, Shakespeare-Stücke als Romane neu zu adaptieren. Von der Grundidee eine wunderbare Sache, allerdings muss man sich, dadurch, dass jeder Roman von einem anderen Autor/einer anderen Autorin verfasst wird, auf Überraschungen gefasst machen. Das erste, das ich gelesen habe, war Jeanette Wintersons Der weite Raum der Zeit, eine Adaption des Wintermärchens. Ich war total angetan und darum Hag-Seed gegenüber neugierig und positiv eingestimmt. Außerdem gehört Der Sturm zu meinen Lieblings-Shakespeare-Stücken.

Was Atwood daraus macht ist einfach großartig! Sie spielt Theater im Theater im Roman. Alle Elemente Shakespeares (Geister, Schicksal, Glück, unwahrscheinliche Zufälle, Gesellschaftskritik, Rache, Liebe,…) greift sie auf und baut sie ein. Sie spielt mit Sprache, mit ihren Figuren und behält alle Fäden fest in der Hand. Und dabei gelingt ihr das Kunststück, eine sehr schöne, aktuelle Geschichte, ganz nah am Original zu erzählen. Jede Figur im Stück hat seine Entsprechung in der Realität und dann nochmal bei den Darstellern aus der Gefängnisanstalt. Das Ganze wirkt aber nicht überladen oder künstlich konstruiert, sondern fließt stimmig, locker, leicht und zauberhaft ineinander. Wie eben auch bei Shakespeare.

Felix Philipps, der seinen Job als Festivalleiter verlor und um seine Tochter trauert, übernimmt ein Programm zur Verbesserung der sprachlichen Fähigkeiten von Häftlingen. Er setzt durch, dass er das macht, indem er Shakespearestücke mit ihnen spielt bzw. auf Video festhält. Alleine, wie er das macht, ist es schon wert, den Roman zu lesen. In seinem vierten Jahr beschließt er den Sturm aufs Programm zu setzen, jenes Stück, das sein Leben bestimmt.

Sehr viel mehr will ich gar nicht verraten, denn es gibt zu viele Wendungen, Überraschungen, interessante Aha-Momente, die ich hier nicht vorwegnehmen will. Ich kann nur jedem Leser/jeder Leserin empfehlen, diesen Roman zu lesen. Er ist unterhaltsam, literarisch, berührend, sprachlich wunderschön und nebenbei erfährt man auch ganz viel über dieses Shakespeare-Stück.

Von mir würde der Roman mehr als fünf Sterne bekommen. Eine der besten Shakespeare-Adaptionen ever!

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

lottogewinn, betrug, träume, liebe, frankreich

Alle meine Wünsche

Grégoire Delacourt , Claudia Steinitz
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 18.11.2016
ISBN 9783455651454
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: betrug, erfüllung, liebe, lottogewinn, treue   (5)
 

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29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

familie, mord, ian mcewan, baby, roman

Nutshell

Ian McEwan
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Jonathan Cape, 01.09.2016
ISBN 9781911214335
Genre: Romane

Rezension:

Der erste Roman, den ich von McEwan las war Abbitte. Ich war total begeistert. Seither zählt er zu jenen Autoren, von denen ich versuche, alles zu lesen, was sie schreiben. Er zählt auch zu jenen Autoren, die mich mit jedem neuen Buch wieder überraschen und die sich in jedem Roman neu erfinden. Abbitte ist völlig anders als Honig, das wiederum unterscheidet sich sehr von Kindeswohl und in Nutshell ist ihm wieder etwas völlig Neues gelungen.

Schon die Erzählstimme ist ungewöhnlich. Das ungeborene, offensichtlich ungeliebte Kind erzählt aus seiner eingeschränkten Wahrnehmung heraus. Es kann nur hören, ahnen und die Emotionen der Mutter interpretieren. Und so erzählt es die Geschichte.

Trudy hat ihren Ehemann John, einen Dichter und Idealisten mit dessen oberflächlichen, schalen Bruder Claude betrogen und möchte mit diesem zusammenleben. Gemeinsam schmieden sie einen Mordplan. Einziger Mitwisser, der kleine Sohn im Bauch Trudys.

Aus diesen Zutaten schmiedet McEwan eine bitterböse Komödie. Es geht um Dummheit, um Künstler, um Oberflächlichkeit, Gier, auch ein wenig um Liebe. McEwan versucht erst gar nicht nett zu sein, es scheint es zu genießen, einmal so richtig böse und voller schwarzen Humor zu schreiben. Die Mutter trinkt, das Haus ist versifft, man plant einen Mord und fühlt sich nicht schuldig und John rezitiert Gedichte,…

Das Ganze ergibt Spannung auf hohem Niveau. Wird der Plan gelingen? Gelingt es dem Baby, den beiden das Handwerk zu legen? Ist wirklich alles so, wie es scheint? Bis zum Schluss wird der Leser immer wieder auf neue Fährten geführt und verwirrt. Einfach großartig gemacht.

Ich habe den Roman mit großem Vergnügen gelesen, auch wenn einem das Lachen immer wieder im Hals stecken bleibt. Bitterböse und schwarz. Aber einfach genial! Muss man lesen.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

valparaíso, hamburg, südamerika, schiff, ch: niveau 2016

Der Hydrograf

Allard Schröder , Andreas Gressmann
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Mare Verlag, 04.10.2016
ISBN 9783866482623
Genre: Romane

Rezension:

Der erste Eindruck des Buches ist ein eleganter. Ein beinahe ganz schwarzes Cover, mit wenigen hellen Linien und Flächen entsteht darauf eine mit Öl auf Leinwand gemalte elegante Frau, gekleidet im Stil des frühen 20. Jahrhunderts. Ein Hut verbirgt ihre Augen, die Lippen sind rot geschminkt, ebenso die Fingernägel, um den Hals trägt sie eine dreireihige, lange Perlenkette.

Damit sind wir schon beim Klappentext. Im Mittelpunkt steht der Hydrograf Franz von Karsch-Kurwitz, der sich auf der Posen einschifft, um nach Valparaíso zu fahren, vornehmlich, um das Meer zu erforschen, aber in Wirklichkeit auch auf der Flucht vor sich selbst. Mit an Board der Lehrer Todtleben und der Salpeterhändler Moser. Und natürlich dann, etwas später, die geheimnisvolle Frau, Asta Maris.

Sie alle stehen für Figuren ihrer Zeit, Franz von Karsch für den niedergehenden Adel, der degeneriert, ohne Ehrgeiz und Ansporn seine ewigen Privilegien lebt, Todtleben, der Intellektuelle, der Denker seiner Zeit, der mit seinen Ideen den Wandel antreibt und natürlich Moser, der Hochkömmling des 20. Jahrhunderts. Für ihn zählen nur Fakten, Geld, Erfolg. Und die Frau, in der alle das sehen, was sie sehen wollen.

Im Rahmen dieses kleinen Mikrokosmos aus Personen, die viele Stunden zusammen auf dem Meer verbringen, wird Karschs Geschichte erzählt. Sehr kühl, sehr distanziert, sehr analytisch. Der Stil erinnert an die Schriftsteller des auslaufenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Für uns LeserInnen des 21. Jahrhunderts mit seinen nach Creative Writing Regeln gestrickten schnellen, spannenden und handlungsreichen Romanen ein sehr ungewohnter Stil. Man kann sich mit keinem der Charaktere identifizieren, alles bleibt einem fremd. Mir gefällt das, aber ich kann auch verstehen, dass das manche LeserInnen zu langsam und sogar langweilig empfinden.

Ich mochte das Buch sehr gerne. Vor allem die schöne, literarische Sprache, aber auch die Gedanken. Ich hatte das Gefühlt, die Zeit vor erstem und zweiten Weltkrieg mit all seinen Umbrüchen, dem Niedergang des Adels und dem Aufstieg der bürgerlichen Wirtschaftstreibenden, sowie dem Wunsch nach Veränderung besser verstehen zu können.

Ein Roman, den ich vor allem LiebhaberInnen klassischer Literatur empfehlen würde. Ich habe die Lektüre sehr genossen!

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Tags: adel, hamburg, jahrhundertwende, schiff, sucht, syphilis, valparaíso   (7)
 

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(26)

41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

italien, ferrara, schuld, drogen, familie

So glücklich wir waren

Daria Bignardi , Julika Brandestini
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.09.2016
ISBN 9783458176800
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch hat mich mit seinem schönen Cover sofort angesprochen. Eine junge Frau schaut nachdenklich und ernst oder auch verträumt ins Leere. Der Klappentext versprach eine Mutter-Tochter-Geschichte, etwas, das ich immer spannend finde, da dies eine ganz starke, eigene und oft nicht ganz einfache Beziehung ist. Dazu ein Familiengeheimnis und das Setting in einer alten, italienischen Stadt. Das versprach einen Roman nach meinem Geschmack.

Sehr schön fand ich, wie die Geschichte erzählt wird. Immer abwechselnd von Alma, der Mutter und Antonia, ihrer Tochter. So fügen sich die Erinnerungen der Mutter und das, was Antonia herausfindet schön zusammen und wie bei einem Puzzle wird das Bild immer klarer und man kann immer besser verstehen, weshalb der Großvater ein so schwermütiger Mann war, weshalb es für Alma so schwer ist, glücklich zu sein und auch warum sie der Mensch geworden ist, der sie heute ist. Dabei bleibt die Autorin immer sehr menschlich mit ihren Figuren. Sie beobachtet und verurteilt nicht, das ist sehr schön.

Das zweite Highlight des Romans ist die Stadt Ferrara, aus der Alma stammt und in die Antonia sich auf Spurensuche begibt. Daria Bignardi gelingt es großartig, die Stimmung einzufangen und uns den ganz eigenen Charakter dieser Stadt zu vermitteln. Man bekommt Lust hinzufahren und die köstliche Maronenpastete, von der ständig die Rede ist, zu probieren. Diese Teile fand ich sehr gelungen und stimmungsvoll.

Am Ende musste ich aber dann trotzdem ein wenig über meine Bewertung nachdenken. Wenn ich könnte, würde ich 4 ½ Sterne vergeben, da das Ende leider etwas zu überladen ist und damit dem eigentlich sehr gelungenen, versöhnlichen Schluss, die Intensität nimmt.

Dennoch ein Roman, den ich empfehlen kann und den ich mit großem Genuss gelesen habe. 

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Tags: drogen, familiengeheimnis, ferrara, mutter, schuld, tochter   (6)
 

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(52)

94 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

leipzig, hotel, schatten, münchen, familiengeschichte

Die unsterbliche Familie Salz

Christopher Kloeble
Fester Einband: 440 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 26.08.2016
ISBN 9783423280921
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch ist ja bereits vor einer Weile erschienen, es brauchte aber etwas Zeit, bis es auch bei mir gelandet ist. Bis dahin hatte ich schon viel davon gehört, nicht alles davon waren positive Meinungen. Der Einstieg hatte zwar die meisten begeistert, doch dann bekamen sie Schwierigkeiten mit Verlauf und Figuren und die Bewertungen fielen zum Teil nicht gerade gut aus.

Ich hatte mir vorgenommen, mich nicht beeinflussen zu lassen und gespannt und offen an die Lektüre heranzugehen. Insgeheim wartete ich aber die ganzen 430 Seiten auf den Sprung, das Kippen der Stimmung, den Moment, in dem mir das Buch nicht mehr gefallen würde.

Aber, Überraschung! Der kam nicht. Bis zum Schluss. So ist der Roman für mich eine 5-Sterne-Lektüre geworden.
Schon der Titel, die unsterbliche Familie Salz, ist gut gewählt. Ironisch einerseits, da Krieg und Krankheiten einige Familienmitglieder jung sterben lassen und fast wahr, wenn man an Lola, die Großmutter denkt, die mit 110 zum zweiten Mal stirbt.

Vier Generationen Familie Salz, die kämpferische Großmutter, die ihre Kinder durch den Krieg bringt, dann aber an den Dingen, die sie gesehen hat und dem Verlust ihres Mannes zerbricht, ohne sich dessen bewusst zu sein. Die Kinder Aveline und Kurt, die eine dem Alkohol verfallen, der andere früh genug vor der traumatisierten und alkoholkranken Mutter geflohen. Emma Salz, ein Kind der Wiedervereinigung, Enkelin Lolas und am Ende bekommt noch Emmas Tochter Tara eine Stimme. Was diese Frauen verbindet sind Schatten, die eine kann sie sehen, die andere fürchtet das Fehlen des Schattens, die dritte ist schattenblind und Tara, die wieder Schatten sehen und benennen kann, scheint die Traumen ihrer Familie hinter sich gelassen zu haben. Wenigstens wünscht man ihr das als Leserin.

Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven, wodurch jeder Abschnitt eine eigene Erzählstimme und -farbe bekommt. Mir hat das besonders gut gefallen. 
Die Familie Salz hat es nicht leicht, Krieg, Krankheit, Trauma, Alkohol, Verrat und Betrug innerhalb der Familie. Sie versuchen zu lieben, aber es gelingt ihnen nicht so, wie sie es gerne hätten. Die Wirren der Geschichte mit Krieg und Wiedervereinigung tragen das Ihrige dazu bei.
Ein spannendes Familienepos, keine happy family, sondern eine geschädigte, verletzte Familie mit vielen Fehlern, Ecken und Kanten. Und dennoch tun sie einem leid und man mag sie zwischendurch. 

Ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat, allerdings keine leichte Kost! 

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Tags: familienepos, krieg, leipzig, münchen, trauma   (5)
 

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(67)

90 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

kochen, rezepte, roman, usa, familie

Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

J. Ryan Stradal , Anna-Nina Kroll
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.08.2016
ISBN 9783257069754
Genre: Romane

Rezension:  
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(24)

29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

familie, mord, ian mcewan, baby, roman

Nutshell

Ian McEwan
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Jonathan Cape, 01.09.2016
ISBN 9781911214335
Genre: Romane

Rezension:

Der erste Roman, den ich von McEwan las war Abbitte. Ich war total begeistert. Seither zählt er zu jenen Autoren, von denen ich versuche, alles zu lesen, was sie schreiben. Er zählt auch zu jenen Autoren, die mich mit jedem neuen Buch wieder überraschen und die sich in jedem Roman neu erfinden. Abbitte ist völlig anders als Honig, das wiederum unterscheidet sich sehr von Kindeswohl und in Nutshell ist ihm wieder etwas völlig Neues gelungen.

Schon die Erzählstimme ist ungewöhnlich. Das ungeborene, offensichtlich ungeliebte Kind erzählt aus seiner eingeschränkten Wahrnehmung heraus. Es kann nur hören, ahnen und die Emotionen der Mutter interpretieren. Und so erzählt es die Geschichte.

Trudy hat ihren Ehemann John, einen Dichter und Idealisten mit dessen oberflächlichen, schalen Bruder Claude betrogen und möchte mit diesem zusammenleben. Gemeinsam schmieden sie einen Mordplan. Einziger Mitwisser, der kleine Sohn im Bauch Trudys.

Aus diesen Zutaten schmiedet McEwan eine bitterböse Komödie. Es geht um Dummheit, um Künstler, um Oberflächlichkeit, Gier, auch ein wenig um Liebe. McEwan versucht erst gar nicht nett zu sein, es scheint es zu genießen, einmal so richtig böse und voller schwarzen Humor zu schreiben. Die Mutter trinkt, das Haus ist versifft, man plant einen Mord und fühlt sich nicht schuldig und John rezitiert Gedichte,…

Das Ganze ergibt Spannung auf hohem Niveau. Wird der Plan gelingen? Gelingt es dem Baby, den beiden das Handwerk zu legen? Ist wirklich alles so, wie es scheint? Bis zum Schluss wird der Leser immer wieder auf neue Fährten geführt und verwirrt. Einfach großartig gemacht.

Ich habe den Roman mit großem Vergnügen gelesen, auch wenn einem das Lachen immer wieder im Hals stecken bleibt. Bitterböse und schwarz. Aber einfach genial! Muss man lesen.

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