Leserpreis 2018

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421 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 116 Rezensionen

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Cinder & Ella

Kelly Oram , Fabienne Pfeiffer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ONE, 28.09.2018
ISBN 9783846600702
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
https://www.booksonfire.de/2018/11/rezi-kelly-oram-cinder-ella.html

Zitat
"Kein Mädchen erträgt endlose Ablehnung. Irgendwann überwiegt der Stolz." - Kapitel 15, Seite 222.

Meine Meinung
Normalerweise bin ich absolut kein Fan von New Adult Romanen, aber irgendwie konnte mich der Klappentext in seinen Bann ziehen. Einerseits war ich interessiert, wie Ellamara ihr Schicksal annehmen würde und andererseits habe ich ein Faible für alles was im Showbiz spielt.

Was soll ich sagen? Ich habe das Buch mit nur einer Unterbrechung durchgelesen und diese war auch nur, weil ich kurz reinlesen wollte und am nächsten Tag früh zur Uni musste. Aus kurz reinlesen wurden elf Kapitel. Die restlichen habe ich in der Badewanne gelesen. Drei Stunden lang, da ich mich einfach nicht von der Geschichte lösen konnte. Der Schreibstil ist einfach genial.

Ich muss an dieser Stelle übrigens auch mal ein Lob an die Übersetzerin geben. Sie hat in meinen Augen wirklich sehr gute Arbeit geleistet, sehr schwer Übersetzbares wie verschiedene amerikanische Akzente in das Deutsche zu übersetzen. Davor ziehe ich meinen Hut.

Cinder ist in gewisserweise ein klassischer Bad Boy mit weichem Kern. Allerdings war er mir nicht unsympathisch. Ich konnte sein Handeln sogar nachvollziehen und auch seine Eifersucht empfand ich nicht als krankhaft wie so oft in diesen Romanen, sondern als natürlich. In meinen Augen gab es hier nicht einen Moment, wo meine Alarmsignale für eine toxische Beziehung wirklich geschrillt hätten.

Ella gefiel mir sogar noch besser. Sie fühlt sich auf Grund ihres Unfalls und der darauffolgenden Narben nicht schön und wird von ihren Mitschülern und Stiefschwestern deswegen gemobbt. Doch Ella war nicht immer so. Tatsächlich war sie einst einmal beliebt und schön und einfach ein ganz normaler Teenager. Ich finde es schön, dass die Autorin nicht in die gleiche Kerbe schlug wie viele andere, dass Ella schon immer ein hartes Schicksal hatte, sondern vorher ein normales Leben führte.

Auch sonst gibt es viele Twists und Turns, die ich nicht erwartet hatte, aber Sinn ergaben. Insgesamt zeigt "Cinder & Ella" für einen Liebesroman unglaublich gut, dass die Welt nicht Schwarz und Weiß ist, sondern ein Spektrum an Grautönen.

Fazit
"Cinder & Ella" ist eine Liebesgeschichte, die auch absoluten Romantikverweigerern wie mir gefällt. Perfekt um es jetzt während des Winters in der warmen Badewanne zu lesen. Eventuell muss man aber ein paar Mal warmes Wasser nachlassen, so fesselnd wie es ist.

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160 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

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Falling Kingdoms - Flammendes Erwachen

Morgan Rhodes , ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.12.2015
ISBN 9783442483396
Genre: Fantasy

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
https://www.booksonfire.de/2018/11/falling-kingdoms-flammendes-erwachen.html

Zitat
"Lügen können die harte Wahrheit weniger schmerzhaft machen. Aber ich glaube, dass Schmerzen für Wachstum und Entwicklung unabdingbar sind." - Kapitel 16, Seite 209.

Meine Meinung
Wenn man sich die letzten Jahre in der englischsprachigen Buchcommunity umgesehen und dabei den Fokus auf Fantasy gelegt hat, kam man an der "Falling Kingdoms"-Reihe von Morgan Rhodes eigentlich gar nicht vorbei. Als ich dann erfuhr, dass die Reihe - wenn auch leider nur im Taschenbuchformat und mit anderen Covern - auch auf Deutsch erscheinen würde, wusste ich, dass es endlich Zeit wird sie zu lesen.

Vorweg muss man sagen, dass man von Anfang an merkt, dass "Flammendes Erwachen" der erste Band einer längeren Reihe ist. Bevor etwas passiert, bekommen wir erstmal einen Einblick in die vier Hauptperspektiven des Buches: Prinz Magnus und Prinzessin Lucia aus dem nördlichen Limeros, Prinzessin Cleiona - gerne kurz nur Cleo genannt - aus dem südlichen Auranos, Weinhändlersohn Jonas aus dem dazwischenliegenden Paelsia und Alexius für die Wächter. Vier Perspektiven sind nicht ohne und trotz des übersichtlichen Glossars zu Beginn, wer wohin gehört und welche Position bekleidet, hatte ich doch erst so ab Seite 130 endgültig einen Überblick, wer wie wo und mit wem, welcher Meinung ist.

"Flammendes Erwachen" ist ein erster Band, der wenig auf direkte Action und viel Spektakel setzt, sondern versucht mit vielen Dialogen den Leser in die Welt einzuführen. Nach und nach erfährt man mehr über Kultur und Religion sowie politische Verhältnisse. Wer auf Schlachten und Kämpfe steht, kommt in diesem Band etwas kurz, für mich, die Politik und Intrigen liebt, war es hingegen sehr schön, so die Welt kennenzulernen.

Leider Gottes bedient sich auch "Flammendes Erwachen" einigen Tropes, die viel zu oft vorkommen in Büchern, wie auch Serien und Filmen. Tropes sind an sich nichts schlechtes, aber sie müssen gut gemacht sein. Hier fühlte es sich vor allem bei Cleos Teil oftmals eher nach einer Seifenoper an. Allerdings habe ich Hoffnungen für sie in den nächsten Teilen.

Man sollte definitiv nicht den Fehler machen zu denken, dass es sich bei "Falling Kingdoms" um Jugendfantasy handelt. Ja, die meisten Protagonisten sind noch sehr jung, aber die Themen gehen eher in ähnliche Richtungen wie bei "Game of Thrones", mit dem die Reihe auch verglichen wird. Ich kann das verstehen, da es sicherlich einige Parallelen gibt, aber an sich ist "Falling Kingdoms" kein "Game of Thrones"-Abklatsch sondern eine eigenständige Reihe mit eigener Mythologie. Auch in puncto Brutalität ist das Buch nichts für Feinfühlige.

Was mir sehr gut gefiel ist, dass kein Charakter schwarz oder weiß ist, sondern ein Spektrum an Grautönen. Keiner ist perfekt und jeder hat seine guten wie auch schlechten Seiten. Dadurch fühlten sich die Charaktere wie echte Menschen an und man spürte, wie sie sich weiterentwickelten.

Der Schreibstil von Morgan Rhodes gefällt mir sehr gut. Wie bereits erwähnt, ist dieser sehr dialoglastig, was ich persönlich aber bevorzuge. Für mich gibt es nichts schlimmeres als lange Beschreibungen. Ich möchte die Charaktere miteinander reden sehen und dadurch ihre Geschichten, ihre Charakterzüge und Ansichten kennenlernen. Und genau das bekam ich hier geliefert.

Fazit
"Flammendes Erwachen" baut ein solides Fundament für die folgenden fünf Bände der "Falling Kingdoms"-Reihe. Der Vergleich mit "Game of Thrones" ist an einigen Stellen sicherlich berechtigt, aber nicht durchgehend. Es gibt im ersten Band noch die ein oder andere Schwäche, allerdings sind diese nicht gravierend. Ich kann den nächsten Band kaum erwarten.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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The Dark Descent of Elizabeth Frankenstein

Kiersten White
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Pisces Books, 25.09.2018
ISBN 9780525577942
Genre: Fantasy

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
https://www.booksonfire.de/2018/10/rezi-elizabeth-frankenstein.html

Zitat
"Justine did not have to pretend, as she always seemed genuinely unaware of the effect we had on men. I, however, was perfectly aware of my beauty. I considered it a skill, alongside speaking French, English, Italian, and German. It was a language of its own, in a way; one that translated well in different circumstances." - Kapitel 3 "In wandering mazes lost".

Meine Meinung
Passend zur dunklen Jahreszeit und Halloween gibt es ein neues Buch von Kiersten White. Momentan gibt es ja wieder einen kleinen Hype um die Schrifstellerin Mary Shelley, die Erfindern von Frankenstein. Erst kürzlich erschien auf neuer Film über sie und auch Kiersten White huldigt ihr mit einer Neuinterpretation der berühmten Geschichte.

Die Protagonistin ist Elizabeth Lavenza. Als Waisenkind wurde sie an die Frankensteins gegeben als angebliche österreichische Adelige. Seit ihrer Kindheit leidet Elizabeth unter einer schrecklichen Verlustangst, was man das ganze Buch über spürt. Die Frankensteins sind ihre Chance auf ein besseres Leben und sie tut alles um ihnen zu gefallen.

Wer bei einem Buch mit dem übersetzten Titel "Der dunkle Abstieg der Elizabeth Frankenstein" gesunde Beziehungsmuster erwartet hat, der wird enttäuscht sein. Elizabeths und Victors Beziehung zueinander basiert hauptsächlich auf gegenseitiger Abhängigkeit. Sie ist sein Engel in der Finsternis und er ist ihre Rettung aus dem Waisenhaus und vor dem Nichts. Wer in Wirklichkeit in so einer Beziehung ist, sollte versuchen da so schnell wie möglich herauszukommen. In der Fiktion jedoch ist es interessant zu beobachten, wie Elizabeth alles für Victor tut und er für sie. Es gibt keine Grenzen, ungeachtet, ob es jemand anderem schadet oder nicht. Die Dynamik der Beziehung fesselte mich so stark an das Buch, wie die Charaktere aneinander sich ketteten.

Des Weiteren empfand ich es als erfrischend, dass Elizabeth nicht das gute, brave Mädchen ist, welches alles und jeden liebt. Nein, sie ist eine junge Frau, die Sicherheit sucht und am liebsten aus ihrer Zeit herausbrechen würde. Zugleich gefällt mir aber auch die Darstellung Victors. Er ist nicht einfach nur wahnsinnig, sondern eigentlich ein verkapptes Genies ohne Moralempfinden, dass sich an ein Bild von Elizabeth festklammert, welches nicht real ist.

Bei einem Titel wie diesen erwartet man brutale Szenen und blutigen Horror. Ja, es gibt sie durchaus diese Szenen, doch der Reiz der Geschichte liegt viel mehr auf psychologischer Basis. Es ist manchmal wie ein Autounfall. Man will nicht lesen, wie sie weiterhinein in die Finsternis gleiten, und doch schaut man hin und muss es geschehen lassen.

Doch ich habe auch etwas zu kritisieren: Der Schluss. Während man mehr und mehr Einblick in Elizabeths und Victors psychologische Gedenkmuster und Verhaltensmuster bekommt, lässt der Höhepunkt ziemlich lange auf sich warten. Auch dann wirkt alles ein wenig gehetzt, als hätte die Autorin fertig werden müssen. Ich hätte mir sogar gewünscht, dass nach der großen Enthüllung ein Cut käme und man diese letzten Kapitel eher zu einem zweiten Buch ausgebaut hätte. Normalerweise bin ich kein Freund des unnötigen zweiten Bandes beziehungsweise des Herauszögerns der Handlung, so dass es eine Dilogie wird, aber hier wäre das der Geschichte und den Nebencharakteren tatsächlich zuträglich gewesen.

Der Schreibstil von Kiersten White ist wundervoll. Flüssig und ohne unnötigen Firlefanz. Von der ersten Sekunde an fühlte ich mich als würde ich die Geschichte durch Elizabeths Augen erleben. Ich fieberte jede Sekunde mit und obwohl ich wusste, dass was sie tat, falsch war, hätte ich in ihrer Situation wohl genauso gehandelt. Kiersten White versteht es einen die Lebenswirklichkeit ihrer Charaktere vor Augen zu führen und förmlich zu fühlen.

Der Alterskategorisierung von ab 12 Jahren würde ich allerdings nicht zustimmen, da in meinen Augen, man mit 12 noch nicht die Dimensionen, die die Geschichte umspannt, richtig einschätzen kann. Meine Empfehlung ist daher eher ab 15/16.

Fazit
"The Dark Descent of Elizabeth Frankenstein" ist ein Jugendbuch, dessen Spannung vor allem von zwischenmenschlichen Beziehungen und der Psychologie der Charaktere geprägt ist. Letzteres übt eine unheimliche Anziehungskraft auf. Doch leider wird dieses geniale Geschichte durch ein überstürztes Ende etwas an ihrer Glanzkraft geraubt. Dennoch eine klare Leseempfehlung von mir!

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Tags: literaturadaption, mary shelley   (2)
 

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87 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

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Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen!

Lena Greiner , Carola Padtberg
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.09.2018
ISBN 9783548377940
Genre: Humor

Rezension:

Ursprünglich gepostet auf Books on Fire
https://www.booksonfire.de/2018/10/rezi-ich-muss-mit-auf-klassenfahrt.html

Als Lehramtsstudentin kann ich nicht anders als von dem Phänomen der Helikoptereltern fasziniert und zugleich geschockt zu sein. Manche Geschichten, die man hört, möchte man am liebsten gleich als Märchen abstempeln, doch wie heißt es so schön: "In jeder Geschichte steckt ein Fünkchen Wahrheit." Aus diesem Grund konnte ich nicht anders als mir auch "Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen!" auf die Leseliste zu setzen.

Carola Padtberg und Lena Greiner greifen hier bereits zum zweiten Mal ihnen im Rahmen ihrer Spiegel Online Kolumne zugetragene Anekdoten auf und verpacken sie lesergerecht mit kleinen Ein- und Überleitungen zwischen den einzelnen Erzählungen.

Das Phänomen der Helikoptereltern begrenzt sich nicht nur auf die Kindergarten- und Schuljahre, sondern beginnt bereits in der Schwangerschaft und endet nicht mit dem Erwachsensein der Sprösslings. Dies spiegelt sich auch gut in der Struktur des Buches wieder, welches mit der Schwangerschaft beginnt und mit Erzählungen über Erwachsene mit Helikoptereltern endet.

Ich wollte eigentlich nur kurz reinlesen in das Buch und hatte fix das erste Viertel verschlungen. Einmal angefangen, kann man gar nicht wieder aufhören. Manche Anekdoten sind wirklich sehr extrem. Mein Liebling hier war die Oma, die dem Enkel immer die Klobrille vorwärmt. Man möchte es nicht glauben, aber es ist wohl wahr.

Es gab allerdings auch einige Geschichten, die ich nicht also so schlimm empfand, wie sie ausgemacht wurden. Hätte ich Kinder, wäre ich wohl auch in das ein oder andere dieser Fettnäpfchen getreten. Hauptsächlich waren es fragen, ob man auf dies oder jenes ein Auge haben könnte. Interessanter wären hier die Reaktionen der Eltern bei begründeter Ablehnung gewesen. Die Fragen an sich empfand ich oftmals als irgendwo verständlich.

Fazit
"Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen!" zeichnet ein deutliches Bild des Helikopterelternphänomens und zeigt doch zugleich das breite Spektrum dieser. Was der eine schon als Helikopter sieht, ist für den anderen normal. Doch besonders die Extremfälle stechen heraus, bei denen man sich fragt, wie dieser Helikopter überhaupt noch so tief fliegen kann. Ich war konstant hin und her gerissen zwischen lachen über Absurdität mancher Anekdoten und weinen für die armen Kinder, die so großwerden müssen.

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Tags: helikoptereltern, rezensionsexemplar   (2)
 

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389 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 158 Rezensionen

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Cat & Cole: Die letzte Generation

Emily Suvada , Vanessa Lamatsch , punchdesign Johannes Wiebel
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 19.06.2018
ISBN 9783522505598
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursprünglich gepostet auf Books on Fire
https://www.booksonfire.de/2018/08/rezi-cat-and-cole-1.html

Zitat
"Mutig. Das Wort beruhigt mich. Es hallt in meinem Kopf wider und löscht die brennende Angst in meiner Brust. Mein Vater hat mich nicht für die Entschlüsselung ausgesucht, weil ich pflichtbewusst dem Plan folgen würde, den er für mich hinterlassen hat. Sondern, weil er wusste, dass ich mich der Aufgabe stellen würde. Weil ich stark bin. Weil ich eine Kämpferin bin. Weil ich keine Angst habe das Richtige zu tun. Mein Vater hat mir diese Aufgabe hinterlassen, weil ich mutig bin." - Kapitel 25, Seite 269/270.
 
Meine Meinung
Das erste mal von "Cat & Cole - Die letzte Generation" habe ich auf der Leipziger Buchmesse gehört und war mehr oder weniger interessiert daran. Während mich die Andeutung einer Liebesgeschichte eher zögern ließ, überzeugt mich letztendlich die Grundidee einer Epidemie, die nur von einer Person gestoppt werden kann.

Ich wurde jedoch die ganze Geschichte über nicht warm mit den Charakteren. So konnte ich mit Catarina nicht identifizieren oder ihre Entscheidungen immer verstehen. Auch ihre Beziehung zu Cole war einfach da. Von jetzt auf gleich war es quasi die große Liebe, aber dann gibt es da noch jemand dritten, der aber eigentlich kaum erwähnt wird. Wenn man schon sich der stereotypischen Liebesdreiecks bedient, dann möchte ich auch, dass es der Person in der Mitte schwer fällt sich zu entscheiden und dort auch wahre Gewissensbisse zu spüren sind. Hier fühlte es sich eher wie eine lasche Runde Ping Pong an, deren Ausgang vorhersehbar ist.

An sich waren Catarina und Cole für mich typische Jugendbuchcharaktere, die man schon ein dutzend Mal so gelesen hat: Die Auserwählte und der Bad Boy mit dem weichen Kern. Leider wird aus diesen Stereotypen nichts gemacht, was sie einzigartig machen würde.

Auch die Nebencharaktere blieben für mich eher uninteressant. Keiner zeichnete sich durch besondere Qualitäten oder Fehler aus, die man nicht erwartet hätte. So sind sie nach dem Lesen auch bald schon wieder vergessen.

Das Worldbuilding gefiel mir ganz gut und erschien mir, als jemand der nicht allzu technikbegabt oder interessiert an Biologie ist, schlüssig und verständlich. Wer zumindest ein klitzekleinwenig Ahnung von PCs etc. hat, wird mit den Begriffen etwas anfangen oder sie sich erschließen können. Interessant fand ich das Konzept des Grimms, welcher im Wesentlichen das animalische Ich des zivilisierten Mensch ist und hervorkommt, wenn ein Gesunder den Geruch eines Infizierten wahrnimmt.

Wenn "Cat & Cole - Die letzte Generation" eines ist, dann ist es actiongeladen. Es gibt unzählige spannende und riskante Szenen, die mich das Buch, trotz der stereotypischen Charaktere, nicht aus der Hand legen ließen. Allerdings erlebt man alles nur aus Catarinas Sicht. Insgesamt glaube ich daher, dass das Buch besser als Serie funktionieren würde. Hier würden die Actionszenen und die Technik besser hervortreten und man könnte zugleich, die anderen Charaktere besser kennen- und verstehen lernen.

Der Schreibstil von Emily Suvada gefiel mir gut. Sie versteht es, wie bereits erwähnt, durch ihre Worte Spannung aufzubauen und mich als Leser ans Buch zu fesseln, selbst wenn ich kaum oder manchmal auch keine Verbindung zu den Charakteren habe. Ich würde definitiv ein weiteres Buch von ihr lesen, aber ob es die Fortsetzung von "Cat & Cole" sein würde, sei mal dahingestellt.

Fazit
"Cat & Cole - Die letzte Generation" ist ein unterhaltsames Jugendbuch mit einer spannenden Grundidee für alle Technikfreaks, welches allerdings mit einigen Schwächen daherkommt. Insgesamt würde das Konzept besser als Serie als als Buch funktionieren.

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(159)

363 Bibliotheken, 22 Leser, 1 Gruppe, 105 Rezensionen

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Vox

Christina Dalcher , Marion Balkenhol , Susanne Aeckerle
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 15.08.2018
ISBN 9783103974072
Genre: Romane

Rezension:

Ursprünglich gepostet auf Books on Fire
https://www.booksonfire.de/2018/08/rezi-christina-dalcher-vox.html

Zitat
"Ich habe mir oft überlegt, wie sich Kinder in Monster verwandeln, wie sie lernen können, das Töten richtig ist und Unterdrückung gerecht, wie sich in einer einzigen Generation die Welt auf ihrer Achse drehen und in einen Ort verwandeln kann, der nicht wiederzuerkennen ist." - Kapitel 22, Seite 141.

Meine Meinung
Als ich den Klappentext zu "Vox" las, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch lesen muss. Nur hundert Wörter am Tag sind sehr wenig und ich wollte wissen, wie die Gesellschaft damit umgeht und wie das überhaupt kontrolliert werden sollte.

Christina Dalcher enttäuscht nicht und erzählt mit ihrem packenden Schreibstil die Geschichte von Jean McClellan. Eine Frau, die jede von uns sein könnte. Ihr Leben ist und war nie perfekt, was ich gerade an ihr liebe. Auch ist sie bei Weitem kein Engel, wie man als Leser bald erfährt. Doch genau das machte ihren Charme für mich aus.

Im Kontrast zu Jean steht Jacquie, ihre ehemalige Mitbewohnerin und Freundin. Jacquie ist politisch aktiv und war eine der Anführerin des Protests gegen die 100 Wörter Regel. Sie war diejenige, die etwas tat, während Jean sich um ihren Beruf und ihre Familie kümmerte bis es zu spät war.

Wir erfahren all dies aus Jeans Perspektive während sie ihren neuen Alltag lebt, was mich zum Nachdenken brachte. Bin ich nicht eigentlich auch eine Jean? Die anderen werden den Kampf schon austragen. Damit kommen die eh nicht durch. Aber was wenn doch? "Vox" zeigt deutlich, dass jede Stimme zählt.

Erschreckend war immer wieder der Einblick in wie die Gesellschaft sich verändert hatte, innerhalb kürzester Zeit. Noch schlimmer aber eigentlich, dass all dies nicht mal abwegig sondern schockierend real wirkte. Ich konnte aufgrund des grandiosen Weltenbaus, der sich vor mir entfachte, nicht aufhören zu lesen.

Die eigentlich Handlung des Buches empfand ich als spannend, wenn es mir auch am Ende etwas zu glatt ging und zu actiongeladen war. Auch hätte ich auf den Charakter Lorenzo verzichten können, aber er hat mich aber auch nicht gestört.

Es war faszinierend, wie manche Figuren die neue Ideologie förmlich aufgesogen hatten und daran glaubten, während andere sich geschickt anpassten ohne davon überzeugt zu sein. Dies fügte der Geschichte eine weitere Ebene der Glaubhaftigkeit hinzu.

Insgesamt war "Vox" ein genial ausgeführtes Gedankenexperiment für mich, dass mich noch lange Zeit danach zum Nachdenken gebracht hat. Schwächen sah ich allerdings vor allem im letzten Drittel des Buches. Für mich war der Übergang von der Beobachterseite zum aktiven Part etwas zu holprig und manchmal zu einfach. Da hätte ich mir weniger Action und dafür mehr Hindernisse gewünscht.

Fazit
Lasst uns jetzt lieber alle Jacquies sein, als dass wir zu Jeans werden müssen.

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Tags: 100 words, 100 wörter   (2)
 

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48 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

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Dignity Rising - Gefesselte Seelen

Hedy Loewe
Flexibler Einband: 436 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 09.09.2016
ISBN 9783741265228
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
https://www.booksonfire.de/2018/08/rezi-dignity-rising-01.html

Zitat
"Intelligente Köpfe mit altruistischer Grundhaltung kämpfen bis zur Selbstaufgabe für gerechtere und menschlichere Systeme. Sind diese mit viel Blut und Schweiß installiert, geht es ein paar Generationen gut. Dann wachsen die Generationen nach, die nichts zum Wohlstand beigetragen haben, und werden gierig. Ihr Anspruch an Macht und Besitz steigt, ohne dass ihre eigene Lebensleistung sie dazu berechtigt. Da sie auch intelligente Köpfe hevorbringen und einen hohen Bildungstatus haben, finden sie einfachere Wege der Machterhaltung. Nicht etwa durch Leistungsbelohnung und Arbeit, sondern durch Gewalt Diebstahl und Erpressung. Sie unterstützen ihre Seilschaften und leben so lange gut damit, bis die Bestohlenen und Erpressten zu viele werden und sich dort wieder außergewöhnliche Köpfe mit altruistischer Grundhaltung zeigen, die ihre Leben opfern würden für die gute Sache." - Kapitel 11.

Meine Meinung
Ich bin inzwischen etwas skeptisch geworden, wenn es um die Bücher aus den beiden Carlsen Imprints Im.press und Dark Diamonds geht. Ich gehöre definitiv nicht mehr zur Zielgruppe von Im.press, aber auch Dark Diamonds konnte mich bisher eher wenig begeistern. Zumeist wirkten die Geschichten auf mich, wie die von Impress, nur dass die Protagonisten etwas älter waren. "Gefesselte Seelen" jedoch konnte mich überraschen, auch wenn ich ein wenig was zu kritisieren habe.

Zuerst einmal sind die Protagonisten hier wesentlich älter als sonst, weshalb sie auch schon einiges in ihren Leben durchgemacht haben und auch ihre Beziehungen zueinander anders sind. Vordergründig, wie der Klappentext auch schon andeutet, geht es in der Geschichte um Shay und Jon. Doch während die zwei zwar der Anstoß der Geschichte sind, entwickelt sich "Gefesselte Seelen" schnell zu einem Ensemble-Buch.

Während sich die Geschichte anfangs vor allem auf Jons und Shays Sicht beschränkt, kommen schnell neue Perspektiven hinzu. Manche sind sinnvoll, andere nett und wieder anderen hätte ich persönlich gestrichen, da sie für mich wenig zur Geschichte beitrugen, sondern eher als Ablagestelle für Informationen benutzt wurden. Dies ist eigentlich schon mein größer Kritikpunkt am Buch. Infodumping passiert vor allem in den ersten zwei Dritteln des Buches sehr häufig. Hier hätte ich mir öfters mehr organische Einbindungen gewünscht und einige Sachen sogar noch länger im Dunkeln gelassen. Ich muss als Leser nicht alles über die Systeme oder die Personen wissen, sondern es reicht, wenn ich es erfahre, wenn es mal relevant wird.

Dennoch empfand ich es interessant, dass Andeutungen gemacht wurden, dass die Galaxie nicht eine einheitliche Kultur pflegt, sondern es verschiedene gibt. Hier würde mich vor allem Hawks Hintergrundgeschichte noch mehr interessieren, welche bereits angeteasert wurde. So ähnlich wie hier, hätte ich mir den Informationseinfluss öfter gewünscht.

Apropos Hawk, neben Doctor Michelson, ist er für mich der problematischste Charakter. Erst mit der Zeit wird er mir sympathischer, aber ich habe immer noch ein Problem mit seinem Verständnis von einer Beziehung zu einer Frau. Oftmals verwendet er Vokabular, welches äußerst besitzergreifend ist. Ich hoffe, dass da in den nächsten Bänden noch etwas gegengesteuert wird. Weil das Buch aber erst ab 16 empfohlen wird, ist es für mich in Ordnung, dass auch solche Charaktere ihren Platz haben. Die Welt ist schließlich kein Ponyhof.

Das größte Interesse konnten bei mir allerdings mal wieder die Antagonisten wecken. Vor allem das weibliche Ratsmitglied. Ich würde gerne noch weitaus mehr über sie und ihre Agenda erfahren. Die ist bisher leider noch sehr vage geblieben, was mich aber gerade neugierig auf die weiteren Teile macht.

Prüde sollte man übrigens auch nicht sein. Neben der ein oder anderen Anspielung, geht es besonders im letzten Drittel des Buches doch öfter mal ins Detail. Ich bin eigentlich kein großer Fan solcher Szenen, vor allem wenn sie nur wenig zur Handlung beitragen, aber hier war es für mich noch in einem angemessenen Rahmen. Auch sonst wird es gerne mal etwas schmalzig, weshalb ich die Reihe als Space Opera einordnen würde.

Trotz seiner Schwachstellen war "Gefesselte Seelen" für mich ein angenehmes Leseerlebnis. Hedy Loewe besitzt einen angenehmen Schreibstil. Durch den häufigen Perspektivwechsel wirkt die Geschichte weniger wie ein Buch sondern eher wie eine Serie, was ich zur Abwechslung sogar ganz spannend fand.

Fazit
"Gefesselte Seelen" ist eine unterhaltsame Space Opera mit der ein oder anderen Schwachstelle. Dennoch würde mich schon interessieren, wie es mit vielen der Charakteren weitergeht.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

humor, landleben .

Hoffen, dass der Schulbus nicht fährt

Stefan Schade
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.12.2017
ISBN 9783453604452
Genre: Humor

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire

https://www.booksonfire.de/2018/06/rezi-stefan-drofkindmomente2.html

Zitat
"Am ersten Sanstag im Monat Probealarm."

Meine Meinung
Um zu verstehen, weshalb dieses Buch bei mir nicht auf Anklang stieß, muss ich damit beginnen, was ich erwartet hatte. Der Klappentext sagt bereits, dass das Buch auf einer Facebookseite basiert. Ich habe naiverweise natürlich bei dem Titel gedacht, dass sich hier auch witzige kleine Anekdoten, die eben typisch für eine Kindheit auf dem Dorf sind, finden lassen würden, die u.a. vom Autor durch diese Seite zusammengetragen wurden.

Pustekuchen! Alles was sich hier drin findet, sind Bild mit Sprüchen von eben jener Facebookseite. Kein Kommentar, keine Beschreibung oder ähnlich. Einfach generisches Datenbank- oder Privatbild, Text in weißer Schrift drauf. Fertig! Facebook und 9gag im Printformat, oder anders, WhatsApp für die Großeltern, denn Eltern schicken einem diese lustigen Bilder ja bereits weiter.

Das Buch eignet sich vielleicht eher als witziges Geschenkbuch, aber mit 10€ liegt es da schon in der oberen Kategorie. Außerdem muss man hoffen, dass der Beschenkte die Seite nicht vielleicht schon kennt. Auch als Klolektüre, falls man mal das Handy vergisst, wäre es vielleicht ganz gut geeignet.

Aber ich möchte nicht nur Kritik üben, denn die Verarbeitung des Buches ist ziemlich gut. Die Bilder sind in Farbe und sind scharf. Das glatte Papier und das Querformat machen es angenehm durchzublättern.

Fazit
"Hoffen, dass der Schulbus nicht fährt: Die schönsten Dorfkindmomente" von Stefan Schade hat für mich leider keinerlei Mehrwert. Wer Internet und Facebook besitzt, bekommt den Inhalt kostenlos. Zum Verschenken oder als Klolektüre, falls man das Handy vergessen hat, eignet es sich aber alle mal.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Das Double der Prinzessin - Maskerade

Tanja Penninger
E-Buch Text: 296 Seiten
Erschienen bei Dark Diamonds, 26.04.2018
ISBN 9783646301182
Genre: Fantasy

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
https://www.booksonfire.de/2018/06/rezi-tanja-penninger-maskerade.html

Zitat
"Ein mumliges Gefühl breitete sich in meinem Magen aus. In was hatte ich mich da nur hineinziehen lassen? Vorhin, im Thronsaal, als ich dem König gegenübergestanden hatte, war ich noch der Meinung gewesen, dass ich außer hübsche Kleider zu präsentieren, zu winken und zu lächeln wohl kaum etwas zu tun haben würde." - Kapitel 3 "Wenn das Rad sich dreht".


Meine Meinung
Bei "Das Double der Prinzessin - Maskerade" habe ich mich hauptsächlich vom Titel verführen lassen, ohne vorher den Klappentext zu lesen. Eine Geschichte, in der jemand eine Prinzessin doublen muss, kann eigentlich nur interessant sein und hat sicherlich die ein oder andere Intrige und dunkle Geheimnisse in sich.

Dunkle Geheimnisse gibt es, jedoch werden sie für meinen Geschmack zu oberflächlich behandelt. Man schneidet sie an, aber es fehlen für mich die Konsequenzen oder zumindest die Tiefe. Belastet dieses Geheimnis den Träger? Was fängt man mit dieser Information an? Was trieb die Person überhaupt zu ihren Taten? Allgemein fehlte mir der moralische Konflikt hier. Charaktere, die als böse kategorisiert wurden von Anfang an, entwickeln sich nicht weiter. Man erfährt leider auch nicht wirklich mehr über sie, sondern sie bleiben stehen und so wirkt es, sie wären so, um des böse Sein Willens. Gleiches gilt für die guten Menschen. Sie sind einfach nur gut ohne Ecken und Kanten. Allgemein ist dies für mich einfach nicht realistisch. Welcher Mensch hat keine Fehler oder Macken?

Gerne hätte ich mehr über Lady Bonita und ihre Seite der Familie erfahren. Hier wurde so viel angeteast, um es dann doch wieder wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen. Vielleicht wäre es sogar interessanter gewesen aus Bonitas oder der Sicht eines ihrer Söhne zu schreiben als aus Lonas. Allerdings würden wir uns dann wohl nicht mehr im Romantasybereich bewegen, sondern in der reinen High Fantasy. Die Grundidee hätte dies aber durchaus hergegeben.

Ein kleinerer Mängel, der mich allerdings als Adelsfreak immer etwas aus der Bahn warf, war dass die Königin als Monarchin bezeichnet wurde. Ich weiß nicht, ob das einfach durchgerutscht ist oder es niemand besser wusste, aber meine Recherchen ergaben, wie ich es mir auch gedacht hatte, dass Monarch sich auf ein Staatsoberhaupt bezieht. Die Königin allerdings ist keine Königin in ihrem eigenen Recht, sondern nur durch Heirat des Königs von Katerra. Das Staatsoberhaupt ist somit der König. Der Titel Monarch wäre somit nur für den König korrekt und nicht für seine Gattin. Man bezeichnet die Frau des Bundespräsidenten ja auch nicht als Staatsoberhaupt. Ja, dies ist ein Fehler, den nicht jeder sofort erkennt oder den jeden stört, aber dennoch fühlt es sich für mich dadurch ein wenig so an, als hätte die Autorin das Adelsthema aufgegriffen, weil es gerade in ist - was an sich nicht verwerflich ist - aber vergessen dabei nochmal die Begrifflichkeiten zu recherchieren.

Ein weiterer wichtiger Teil der Geschichte ist die Magie. Nun ja, wichtig ist Definitionssache. Sie bringt die Geschichte voran an manchen Stellen, aber ein Weltenbau wird nur im Ansatz betrieben. Man weiß, dass es verschiedene magische Wesen gibt, die in einem Land hinter der Mauer leben und das Magie in Nhao und Katerra verboten ist. Das war es dann auch schon wieder. Die Magie an sich ist mir zu wenig in die Geschichte verstrickt als dass sie interessant wäre. Ich denke man hätte diesen Subplot auch anderweitig nutzen oder ihn weiter ausbauen können.

Die Handlung an sich ist allerdings in Ordnung, wenn auch nicht sehr innovativ oder überraschend, mal abgesehen von der Grundidee des Doubles. Gestört hat mich allerdings, dass durch manche Szenen nur so hindurch gehetzt wurde, während andere sich in unendlich langen Beschreibungen der Umgebung verfingen. Kill your darlings! Hier muss die Autorin für mich noch ein besseres Gleichgewicht finden, wann streichen und wann ausführen sinnvoller ist.

Der Schreibstil war locker und leicht. Für meinen Geschmack vielleicht etwas zu leicht, da ich bei Dark Diamonds, was sich ja an junge Erwachsene richtet, doch mehr erwarten würde. Für ein Jugendbuch allerdings ideal. Daher und aufgrund anderer bereits genannter Aspekte denke ich, dass das Buch im Imprint im.press besser aufgehoben gewesen wäre, da es sich an Jugendliche wendet und man so als Leser gar nicht erst falsche Hoffnungen bekäme.

Fazit
"Das Double der Prinzessin - Maskerade" besitzt eine gute Grundidee. Flache Charaktere, eine vorhersehbare Handlung und ein mangelhafter Weltenbau machen das Buch für mich allerdings nur zu einem sehr kurzen Vergnügen. Der lockere Schreibstil und das Anteasern eines Familiengeheimnissen bringen mich allerdings dennoch dazu Band 2 "Enthüllt" lesen zu wollen.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Mausmeer

Tamara Bach
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.02.2018
ISBN 9783551583802
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
https://www.booksonfire.de/2018/03/rezi-tamara-bach-mausmeer.html#more

Zitat
"Nachrichten im Radio. Es ist Krieg, es ist immer Krieg, es sind Menschen zusammengekommen, um über den Krieg zu reden, es sind Menschen zusammengekommen, um zwischen den Beteiligten zu vermitteln. Woanders ist einer wahnsinnig geworden und hat Menschen, die er nicht mal kannte, umgebracht und verletzt, bis die Polizei ihn erschoss. Dann noch, dass Ostern ist. Karfreitag. Und das Wetter für das kommende Wochenende: schlechte Temperaturen und schlechter Niederschlag. Frohe Ostern. Es ist acht Uhr und vier Minuten." - Seite 49.

Meine Meinung
Ich bin auf "Mausmeer" durch den gemeinsamen Bloggerempfang von Carlsen und Thienemann-Eslinger auf der Leipziger Buchmesse 2018 aufmerksam geworden. Zuvor hatte ich von dem Buch noch gar nichts gehört, jedoch stellte Tamara Bach dort ihr Buch vor und machte mich spontan neugierig.

"Mausmeer" ist anders. Wer ein klassisches Jugendbuch erwartet oder etwas, dass sich mal so zwischendurch lesen lässt, wird enttäuscht werden. Tamara Bach schreibt größtenteils im Stream of Consciousness, zu deutsch Bewusstseinsstrom. Hierbei wird man förmlich zum Protagonisten und liest seine oder ihre Gedanken. Ich empfand es als erfrischend mal eine andere Erzähltechnik im Jugendbuch zu erfahren und finde es gut, dass Carlsen seinem jungen Publikum auch mehr als die Ich-Perspektive zutraut.

Durch die Erzählung als Bewusstseinsstrom entfallen sämtliche unwichtige Beschreibungen von Dingen und man ist näher an Annika und Benedikt. Man wird förmlich sie beim Lesen. Zugleich entstehen witzige Situationen aus der Form heraus. Wer kennt es nicht, dass die Gedanken abdriften und man sich an vollkommen unwichtige Dinge erinnert. So auch hier. Wusstet ihr zum Beispiel, dass, wie so gut wie alles in Deutschland, die Geschwindigkeit von Rolltreppen genormt ist? Ich vorher nicht.

Sehr gut gefallen hat mir, dass dieser Coming-of-Age Roman endlich mal ohne eine Liebesgeschichte auskam, sondern sich mit der Beziehung zwischen unterschiedlich alten Geschwistern beschäftigt. Zugleich zeigt es den inneren Konflikt, welchen wir wohl alle immer wieder austragen, zwischen den Erwartungshaltungen anderer und dem was wir uns für unser Leben wünschen.

Was mich allerdings etwas irritierte, war das manchmal sich die Protagonisten in ihren Gedanken in der dritten Form betrachteten und dabei Formen wie "Brüderchen" und "Schwesterchen" nutzten. Mich warf dies jedes Mal etwas aus dem Lesefluss. Ich vermute zwar, dass diese Erzähltechnik eine innere Distanz und Abwehr gegen die Situation symbolisieren soll, aber hoffe, dass die Autorin dies in kommenden Büchern anders löst. Gleiches gilt für die unpersönliche Form "Die Eltern" statt "meine/unsere Eltern", allerdings wirkte hier der Effekt der distanzierten Beziehung besser als bei "Brüderchen" und "Schwesterchen".
 
Fazit
"Mausmeer" von Tamara Bach regt zum Nachdenken an und hinterlässt einen bittersüßen Nachgeschmack.
Ich kann diesen Roman ohne Bedenken jedem zwischen 16 und 25 empfehlen.

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129 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

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Fire

Vivien Summer
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 06.04.2017
ISBN 9783646603385
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursprünglich auf Books on Fire veröffentlicht
https://www.booksonfire.de/2017/05/rezi-vivien-summer-fire-die-elite.html

Zitat
"Zeit. Sie ist etwas, das man nicht kontrollieren kann. Man füht sie; sie zerrt an einem, ist in ihr gefangen, weiß aber nicht, ob sie stehen geblieben ist oder davonrast." - Kapitel 1.

Gestaltung
Wie auch "Spark" ist "Fire" bisher nur als ebook erhältlich. Auch diesmal hat man sich wieder für einen Satz auf dem Cover entschieden, welcher nicht Teil des Titels zu sein scheint. "Ignite My Soul" soll vielleicht auf Malias aufkommenden Rebellionsgedanken hindeuten, ist in meinen Augen auf dem Cover aber eigentlich überflüssig. Das Cover an sich reiht sich gut in die Reihe ein, da klar erkennbar ist, dass die Bücher zusammengehören sollen. Das Innere hat sich im Vergleich zum Vorgänger ebenfalls nicht verändert.
Insgesamt ist die Gestaltung angemessen, könnte aber durchaus elaborierter sein.

Meine Meinung
"Fire" ist der zweite Band der vierteiligen "Die Elite"-Reihe von Vivien Summer. Nachdem mich der Schreibstil, aber nicht die Geschichte des ersten Bands "Spark" mitreißen konnte, bin ich mit gemixten Erwartungen an das Buch herangegangen.

Meine kleine Hoffnung, dass sich das Buch aus dem Klischeebereich der Jugenddystopie bewegen würde, wurde leider nicht erfüllt. Stattdessen fühlte sich der Band für mich insgesamt eher wie ein Füller zwischen dem Beginn und einem hoffentlich spektakulären Ende an. Viel geschieht nämlich leider nicht. Malia befindet sich dauerhaft auf der Flucht, mal mit und mal ohne Chris.

Apropos Chris und Malia. Ihre "Beziehung" empfinde ich nicht als sonderlich gesund. Malia lässt sich mehr als einmal in Situationen drängen, die sie so eigentlich nicht wollte. Doch statt dies klar zu zeigen, schwärmt sie stattdessen erstmal eine Runde von ihm, bevor sie sich dann doch darüber beklagt, dass sein Verhalten nicht richtig war. Auch empfände ich es nicht als romantisch, wenn mich jemand küssen würde um mich zu beruhigen - oder wohl eher ruhigzustellen - wenn ich ihm vorher gerade noch die Meinung gegeigt habe. Ich würde das Buch aus diesen Gründen keinem Teenager unter fünfzehn Jahren empfehlen, welcher noch leicht zu beeinflussen ist.

Die Nebenfiguren blieben blass und wirkten nicht originell sondern entsprachen Stereotypen, die man schon viel zu oft gesehen oder gelesen hat. Lediglich Malias Bodyguards scheinen eine interessante Hintergrundgeschichte zu haben, die ich gerne noch weiter erforscht sehen möchte.

Im Gegensatz zum ersten Band konnte mich diesmal leider auch nicht der Schreibstil ans Buch fesseln. Er war immer noch sehr gut, aber es fehlte mir das gewisse Etwas, was im Vorgänger noch vorhanden war.

Fazit
"Fire" bleibt leider hinter meinen Erwartungen zurück und baut kaum das Potenzial des ersten Bandes "Spark" aus. Die Behandlung und die Reaktionen der weiblichen Protagonistin empfinde ich für ein Jugendbuch als grenzwertig.

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421 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 74 Rezensionen

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Ash Princess

Laura Sebastian , Dagmar Schmitz
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei cbj, 24.09.2018
ISBN 9783570165225
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
https://www.booksonfire.de/2018/04/rezi-laura-sebastian-ash-princess.html

Zitat
"May the gods bless Queen Eirene forever in the After, but until the end, she was the queen of a peaceful country. Her reign was largely untested and easy; shenever had to know war until the Kalovaxians came and slit her throat. She had the luxury of being a sympathetic queen. You don't." - Blaise in Kapitel 10 "Walls".

Meine Meinung
Auf "Ash Princess" aufmerksam gemacht, hat mich Ina von "Ina's Little Bakery". Als dann wenige Stunden später der zweimonatliche Rezensionsnewsletter von Penguin Random House International kam, konnte ich nicht mehr nein sagen.

Und ich habe es absolut nicht bereut. Selten breche ich ja in wahre Lobeshymnen aus, aber hier ist es nach langer Zeit mal wieder soweit. Ich habe förmlich am ereader geklebt, da ich unbedingt wissen musste, wie es denn nun mit Theo und den Rebellen weitergeht.

Laura Sebastian besitzt einen Schreibstil, der einen so tief in die von ihr erschaffene Welt eintauchen lässt, dass man alles um sich herum vergisst. Meine übliche einstündige Zugfahrt von der Uni nach Hause fühlte sich an wie maximal eine Viertelstunde. Besonders gut gefallen hat mir, wie nebensächlich sie doch äußerst interessante Informationen hat einfließen lassen, z.B. über Götter oder die Erbfolge Astreas. Diese scheint nämlich tatsächlich rein weiblich zu sein.

Interessant für deutsche Leser wird vor allem sein, dass die Adeltitel der Kalovaxianer allesamt auf Deutsch sind. Auch wurden einige Wörter dem Deutschen sowie skandinavischen Sprachen entlehnt. Ich hoffe, dass man diese Besonderheit auch irgendwie in die deutsche Übersetzung miteinfließen lässt, bietet sie doch im Original eine weitere Ebene der Fremdartigkeit ebenjener Besetzer Astreas.

Die Charaktere waren in meinen Augen gut ausgearbeitet. Normalerweise habe ich manchmal Probleme Charaktere auseinander zu halten oder vergesse ihre Persönlichkeit, vor allem bei Nebencharakteren. Hier jedoch besaß jeder Charakter seine eigenen Wesenszüge, die auch innerhalb der Charakterentwicklung immer wieder durchschienen. Obwohl man die Geschichte nur aus Theos Sicht erlebt, ist "Ash Princess" mehr ein Ensemble an Charakterem mit eigenen Motiven und Geschichten als nur die Geschichte einer Prinzessin, die ihr Land zurückerobern will.

Doch auch Theo verdient an dieser Stelle nochmal Aufmerksamkeit. Je weiter ich mich von der normalerweise anvisierten Zielgruppe der Jugendfantasy entferne, desto schwerer fällt es mir mich mit den zumeist überperfekten Protagonistinnen zu identifizieren. Nicht mit Theo. Sie und ihre Geschichte haben mich zum Nachdenken gebracht, was ich in ihrer Situation tun würde. Und ehrlich gesagt, ich würde nicht anders handeln. Man merkt dem Charakter ihre Vorgeschichte an. Diese ist nicht nur ein nettes Hintergrundbild und der Katalysator für die Geschichte, sondern sie hat diese junge Frau auch gezeichnet und das spürt man in ihren Gedanken, aber auch in ihren Handlungen. Kurzum, Theodosia ist wie du und ich. Ein echter Mensch mit Ecken und Kanten und einer Vorgeschichte.

Fazit
Mit einer menschlichen Protagonisten, starken Nebencharakteren und einem genialen Schreibstil ist "Ash Princess" mein bisheriges Jahreshighlight 2018.

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Tags: fantasy, königin, prinzessin   (3)
 

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nordkorea, reiseführer, sachbuch

Unterwegs in Nordkorea

Rüdiger Frank
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei DVA, 14.02.2018
ISBN 9783421047618
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
https://www.booksonfire.de/2018/04/rezi-rudiger-frank-unterwegs-in-nordkorea.html

Zitat
"All jene, die es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können, das Mausoleum zu besuchen, können sich einfach weigern oder den diplomatischen Weg wählen und über ein plötzlich auftretendes Unwohlsein klagen [...] Die Guides werden das akzeptieren. Doch auch hier empfehle ich, sich besser vor der Buchung einer Nordkorea-Reise entsprechende Gedanken zu machen. Man muss die Gastgeber ja nicht lieben; es ist aber auch unnötig, sie gezielt zu beleidigen." - Kapitel 8, Seite 238.

Meine Meinung
Bereits vor zwei Jahren habe ich Yeonmi Parks "Mut zur Freiheit - Meine Flucht aus Nordkorea" gelesen und war sofort gefesselt von der Thematik und dem Blick hinter die Kulissen dieses totalitären Regimes. Als ich auf der Leipziger Buchmesse dann "Unterwegs in Nordkorea - Eine Gradwanderung" sah, war ich sofort interessiert.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Büchern über Nordkorea handelt es sich hier nicht um eine (innen)politische Abhandlung oder einen Fluchtbericht, sondern um eine Art Reiseführer. Wobei das Wort Reiseführer mit Vorsicht zu genießen ist, denn allein darf man sowieso nichts erkunden.

Rüdiger Frank vermittelt in der ersten Hälfte des Buches einen äußerst anschaulichen Eindruck dessen, was einen vor und während einer Reise nach Nordkorea als Tourist so erwartet. Man sollte alles was man vorher gelesen oder gehört hat, erstmal beiseite schieben, denn es wird einen so einiges überraschen. Neben praktischen Tipps und Tipps, die der eigenen Sicherheit dienen, beschreibt nämlich Frank zugleich auch seine Eindrücke und Erfahrungen der letzten 30 Jahre. Wer nicht vorhat selbst nach Nordkorea zu reisen, aber dennoch neugierig ist, dem wird der erste Teil sehr gut gefallen.

Die zweite Hälfte des Buches handelt von den Sehenswürdigkeiten in Ost- und West-Pjönjang sowie den einzelnen Gebieten des Landes. Diese Berichte werden, wenn man nicht selbst dort hinreist, allerdings schnell etwas langweilig, da sie teilweise in der Struktur repetativ sind. Lediglich kleinere Annekdoten lockeren dies auf. Anzumerken an dieser Stelle ist übrigens, dass sowohl vorne als auch hinten im Buch jeweils eine Karte von Pjöngjang beziehungsweise ganz Nordkorea abgedruckt ist, was die Orientierung leichter macht, wenn man nicht mit der Geographie Nordkoreas vertraut ist.

Für den wirklichen Nordkorea-Reisenden ist dieser zweite Teil des Buches allerdings wahrscheinlich umso interessanter, gibt Frank hier doch Hintergrundwissen preis, die einen die Sehenswürdigkeiten in ihrem vollen Licht sehen lassen können. Auch erwähnt er wie wahrscheinlich es ist, dass man diese sehen wird und inwiefern man mit den Guides über Programmpunkte verhandeln kann (oder wie man geschickt aus diesen herauskommt, wenn man nicht daran teilnehmen möchte).

Abgerundet wird das Buch mit einem Kapitel über die Ausreise und was einen dort erwartet, sowie einer minimalen abschließende Reflektion über die mögliche Kritik an einer Nordkoreareise, was bereits im Vorwort angesprochen wurde. Ich fand dieses Kapitel etwas kurz, aber vermutlich passiert hier wirklich nicht mehr viel, was noch erwähnenswert wäre.

Abschließend möchte ich noch den wunderbaren Schreibstil von Rüdiger Frank würdigen. Ich hatte oftmals das Gefühl als würde er direkt vor mir sitzen und seine Erfahrungen mir berichten. In dieser Art klebte ich förmlich an seinen Lippen beziehungsweise an den Seiten. Insgesamt ist der Ton zwar professionell, aber locker und hier und da kann man auch ein kleines Augenzwinkern herauslesen.

Fazit
Mit "Unterwegs in Nordkorea - Eine Gradwanderung" gibt Rüdiger Frank allen Nordkoreareisenden werrvolle Tipps und nimmt zugleich alle Daheimgebliebenen mit auf eine Rundreise durch Kultur und Reisewirklichkeit Nordkoreas.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

signiert

»Mama und Papa hatte ich nicht, ich musste Renate und Eberhard sagen«

Jess Jochimsen
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.03.2018
ISBN 9783423349314
Genre: Humor

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
https://www.booksonfire.de/2018/04/rezi-jess-jochimsen-mama-und-papa-hatte-ich-nicht.html

Zitat
"'Petting statt Pershing!' O Mann! Petting kannte ich, das hatte es ja eben erst gegeben, in der Früh, live daheim. Angesichts dessen musste Pershing etwas Grauenvolles sein. So lief sie ab, meine politische Grunderziehung: Bettlaken einsauen, beschriften und dann stundenlang in der Öffentlichkeit demonstrativ hochhalten." - Kapitel "Friede, Freude, Eiersuchen", Seite 61-62.

Meine Meinung
Bei " »Mama und Papa hatte ich nicht, ich musste Renate und Eberhard sagen«: Das Dosenmilch-Trauma & andere Geschichten eines 68er-Kindes" handelt sich um eine Neuauflage des bereits 2000 erschienenden Buchs "Das Dosenmilch-Trauma: Bekenntnisse eines 68er Kindes"* von Jess Jochimsen zum 50jährigen Jubiläum der 68er Bewegung. Ich persönlich bin allerdings erst durch die Frühjahrsvorschau von dtv auf das Buch aufmerksam und vorallem wegen des Titels neugierig geworden.

Das Buch ist in einem lockeren, aber packenden Schreibstil verfasst. Der Humor kommt sehr gut rüber, was in Schriftform gerne mal daneben gehen kann. Selbst Geschichtsmuffel, die sich nie mit den 68ern auseinandergesetzt haben, kommen hier auf ihre Kosten.

Das Buch teilt sich in mehrere kleine Kapitel sowie einseitige Zwischenschübe mit jeweils einem mehr oder weniger dazu passenden Bild dazu auf. Es gibt immer wieder einzelne widerkehrende Elemente, wie Jess' ewige Jugendliebe, aber an sich wäre jedes Kapitel auch für sich alleinstehend lesbar. Ideal also für den kleinen Schmunzler zwischendurch.

Jedoch muss ich mir auch ein wenig Kritik erlauben. Wie bereits erwähnt, trifft der Humor zwar zumeist meinen Zahn, aber er ist auch an einigen Stellen daran vorbeigeschlittert. Hier wirkte es für mich so als würde der Autor sich vom humoristischen ins literarische wegbewegen wollen. Leider scheiterte für mich dieses Experiment. Da aber, wie gesagt, jedes Kapitel einzeln lesbar ist, könnte man theoretisch diese Teile einfach überspringen, wenn sie einem ebenfalls nicht gefallen.

Fazit
"»Mama und Papa hatte ich nicht, ich musste Renate und Eberhard sagen«: Das Dosenmilch-Trauma & andere Geschichten eines 68er-Kindes" ist ein gelungener, spitzzüngiger, aber durchauch lustiger Rückblick auf Jess Jochimsens - oder sollte ich Jens Joachim sagen? - Kindheit zwischen Althippies und Dosenmilch. Hier und da gibt es kleinere Schwächen über die man aber im Größeren doch hinweg sehen kann.

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381 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 148 Rezensionen

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Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen

Leigh Bardugo , Anja Galić
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 06.02.2018
ISBN 9783423761970
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
http://www.booksonfire.de/2018/02/rezi-leigh-bardugo-wonder-woman.html

Zitat
"Wir können unser Leben nicht damit verbringen, uns zu verstecken und uns ständig zu fragen, was wir alles erreichen könnten, wenn man uns nur die Gelegenheit geben würde. Wir müssen diese Gelegenheit selbst ergreifen." - Seite 71, Kapitel 4.

Meine Meinung
Vorweg, wie bei "Batman - Nightwalker", habe ich en aktuellen Film nicht gesehen, allerdings ist dies keineswegs zum Nachteil. Die DC Icons Reihe erzählt nämlich alternative Originstories der bekanntesten DC Charaktere. Im Gegensatz zum aktuellen Kinofilm spielt "Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen" nämlich in unserer Zeit und hat eine erst 17-jährige Diana als Protagonistin.

Wie mir relativ schnell auffiel und es auch bei "Batman - Nightwalker" der Fall war, wird in der Reihe viel Wert auf kulturelle Vielfalt gelegt. So haben Alia und ihre Bruder Jason neben einem griechischen Vater auch eine schwarze Mutter. Nim, Alias beste Freundin, ist Inderin und scheint einen latino Hintergrund zu haben.

Diana sticht in der Welt der Sterblichen ziemlich stark heraus und ja man könnte sie als eine Mary-Sue betrachten, da ihr alles zu gelingen scheint. Andererseits muss sie auch Tiefschläge hinnehmen und sich in einer ihr fremden Welt zurecht finden. Hierdurch entsteht auch eine gewisse Komik, die oftmals einen feministischen Anklang hat. Es gibt eine Szene in der New Yorker U-Bahn, wo ich am liebsten Beifall geklatscht hätte.

Die Geschichte an sich war spannend und enthält viele Wendungen, die ich nicht unbedingt erwartet hätte. Die Stimmung wechselt gerne von spannend und nervenaufreibend zu lustig und entspannt. Zugleich merkt man aber auch, dass die Charaktere noch Teenager beziehungsweise junge Erwachsene sind. Sie denken nicht immer bevor sie handeln, was mir aber ganz gut gefiel. Es gab allerdings ein, zwei Stellen, die mir etwas zu lang gezogen waren.

Der Schreibstil von Leigh Bardugo hat mich aus den Socken gehauen. Er ist sehr Dialoglastig, was ich liebe, und enthält genau die richtige Mischung zwischen Spannung und Spaß. Wenn ihre "Grischa"-Reihe nur im entferntesten so geschrieben ist, bereue ich es aufrichtig, sie noch nicht gelesen zu haben.

Obwohl die Geschichte ein rundes Ende hat, werden Andeutungen gemacht, dass wir Diana und Alia vielleicht nicht das letzte Mal zusammen in einem Buch gelesen haben. Ich hoffe, dass DC eine Art zweite Staffel der "DC Icons" bestellen wird, denn sowohl bei "Wonder Woman" als auch bei "Batman" würde ich gerne noch mehr über die neuen Helden lesen. Jetzt heißt es aber erstmal warten auf die Veröffentlichungen von "Catwoman" und "Superman", die mit Sarah J. Maas und Matt de la Peña ebenfalls zwei Schwergewichte der Jugendbuchgenres als ihre Autoren anführen dürfen.
 
Fazit
"Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen" ist ein Hollywoodblockbuster auf 448 Seiten. Ob für Fans oder für Neueinsteiger, diese Ursprungsgeschichte von Wonder Woman ist für jeden etrwas. Autorin Leigh Bardugo trifft mit der Geschichte genau den Nerv der Zeit.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Cursed. Unendliche Verdammnis

Alia Cruz
E-Buch Text
Erschienen bei Dark Diamonds, 25.01.2018
ISBN 9783646300840
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
http://www.booksonfire.de/2018/01/rezi-cursed-unendliche-verdammnis.html

Zitat
    "Ein Lord, der einfach durchs Fenster einsteigt?"
    "Ich war eigentlich nicht der Erbe des Titels."
    - Kapitel 2.

Meine Meinung
Als ich den Klappentext gelesen habe, habe ich gedacht, dass das Buch eigetlich genau etwas für mich sein müsste. Schon länger hatte ich keine Urban Fantasy mehr gelesen, aber ich war einst ein großer Fan des Genres, und mit geschichtlichem Hintergrund bekommt man mich eigentlich immer rum. Man mische dann noch ein wenig Adel dazu und ich kralle mir das Buch.

Entgegen meiner Erwartungen machten die Rückblenden allerdings nur etwa 10-15% des Buches aus, was ich sehr schade finde, wird doch schon ein wenig mit Brandyns Leben im Klappentext geworben. Stattdessen wird seine Lebensgeschichte beziehungsweise die Geschichte, wie er zu einem Savage wurde, relativ schnell in einem Kapitel abgearbeitet. Hier hätte ich mir regelmäßigere Rückblenden, die langsam einen Spannungsbogen aufbauen, besser vorstellen können, anstatt es dann in einem Kapitel so liebevoll serviert zu bekommen, wie es Schulköchinnen immer mit breiartigen Speisen in US-amerikanischen Serien und Filmen tun.

Zara war mir zwar irgendwie sympathisch, aber abgesehen von ihrer, aus eigener Sicht, nicht perfekten Figur, fällt mir keine wirkliche Kante an ihr ein. Irgendwie war sie mir zu perfekt um wahr zu sein. Brandyn hingegen hatte wenigstens eine interessante Vergangenheit und fühlte sich auch davon geplagt, aber in der Darstellung dessen wäre mehr drin gewesen als sein andauerndes "Ich muss mich von dir fernhalten".

Bei den Nebencharakteren können wir übrigens mal wieder ein paar Jugendbuchklischees abhaken. Etwas verrückte Freundin. Check. Alternative und von anderen als merkwürdig betrachtete Mutterfigur. Check. Der Einzige, der nicht ganz hineinpasst, ist Oli. Allerdings bleibt er insgesamt etwas blass als Charakter und dient mehr als nettes Accessoire. Ich behaupte mal würde man ihn streichen, müsste man eigentlich nur eine einzige Stelle im Buch leicht verändern und die Geschichte bliebe im Wesentlichen gleich.

Und damit kommen wir schon zum nächsten Problem des Buches: Zu viele Nebenstories. Während die Geschichte rundum die Oberdachlosenmorde sich noch an mehreren Stellen mit der Hauptgeschichte schneidet, wird Zaras Stammbaum nur kurz angerissen und dann, wann immer gerade passend, kurz eingeworfen als Erklärung. Auch hier sehe ich verschenktes Potenzial. Die dritte Geschichte hat mit Oli zu tun und, wie schon gesagt, würde man diese rausstreichen, würde der Leser, in meinen Augen, nichts vermissen.

Nun habe ich so viel kritisiert und dennoch wurde ich relativ gut unterhalten von dem Buch. Der Schreibstil ist locker und modern, wobei sich Zaras und Brandyns Sichtweisen immer wieder im Kapitel abwechseln. Auch der Humor gefiel mir an den meisten Stellen. Manchmal war er etwas zu gewollt, aber oftmals musste ich schon ein wenig schmunzeln.

Fazit
"Cursed - Unendliche Verdammnis" ist ein Einzelband mit einer interessanten Grundmythologie, doch leider schafft es das Buch nicht diese auch zu nutzen. Zu viele, teils nahezu irrelevante, Nebengeschichten lenken vom Wesentlichen ab. Leider kann auch der witzige Schreibstil nicht von den blassen, stereotypischen Charakteren ablenken. Wer eine schnelllebige Geschichte für zwischendurch möchte, ist sicherlich richtig bedient. Für Leser, die aufgrund des Klappentexts, eine tiefgründige Geschichte zwischen zwei nicht perfekten Personen mit einem teilweise historischen Setting erwartet haben, werden wohl allerdings enttäuscht werden.

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135 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

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Königlich verliebt

Dana Müller-Braun
E-Buch Text: 392 Seiten
Erschienen bei Impress, 05.10.2017
ISBN 9783646603453
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
http://www.booksonfire.de/2018/01/rezi-koeniglich-verliebt.html

Zitat
"Geschichten aus meiner Zeit beginnen fast immer mit einem unschuldigen Mädchen, das in irgendetwas hineingezogen wird. Völlig naiv steuert es in sein Unglück und entpuppt sich am Ende als Heldin. Bei meiner Geschichte ist das anders. Ich war nie unschuldig." - Prolog.

Meine Meinung
Ich hatte vom Klappentext her erwartet, dass man bei im.press nun doch etwas mehr wagt und von den klassischen Liebesgeschichten etwas abweicht. Ich habe mich getäuscht. Wer auf eine coole Agentin hofft, die weiß was ihr Auftrag ist und diesen mit allen Mitteln zu erfüllen versucht, ist hier leider falsch.

Insidia ist leider wie jede andere generische Protagonistin des Jugendbuchgenres. Irgendwie wunderschön, unsicher und alles und jeder liebt sie. Dabei verspricht sie selbst am Anfang genau das Gegenteil. Dennoch war sie für mich glatt wie ein Spiegel. Ich erinnere mich an keine Charaktereigenschaft, die sie irgendwie hätte hervorstechen lassen. Leider gilt das auch für die Nebencharaktere. Bad Boy, der charmante Held und die etwas verrückte beste Freundin - hier Cousine - sind mit dabei. Doch leider hat die Autorin aus diesen Stereotypen nicht mehr rauskitzeln können als an der Oberfläche zu sehen war.

Dies ist eigentlich sehr schade, denn die Grundidee gefällt mir sehr gut. Für meinen Geschmack hätte die Geschichte allerdings nicht dem typischen Jugendbuchschema X für Liebesgeschichten folgen sollen. Mit erwachseneren und kantigen Protagonisten und der Agentenstory im Vordergrund hätte die Geschichte, meines Erachtens, besser in den Schwesterverlag Dark Diamonds gepasst und gleichzeitig das versprochene Potenzial ausgefüllt.

Der Schreibstil war an sich in Ordnung. Nicht sonderlich markant, aber gut lesbar. Passend für die anvisierte Altersgruppe des Verlages.

Erst das Ende der Geschichte konnte mich überraschen. Ich hätte damit rechnen können, hab es aber in diesem Fall wirklich nicht. Für mich machte es, nach einigen frustrierten Momenten während der ersten 60 Seiten, doch noch Lust darauf den zweiten Teil "Königlich verraten" zu lesen. Dieser verspricht nämlich doch etwas mehr in die düsterere Richtung zu gehen. Daher werde ich der Reihe noch eine Chance geben.

Fazit
"Königlich verliebt" ist eine typische Jugendgeschichte, die im Klappentext mehr verspricht als sie hält. Doch auch das überraschende Ende kann nicht davon ablenken, dass das Buch im Durchschnitt eben genau das ist - durchschnittlich.

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Tags: liebesgeschichte. prinz. prinzessinen   (1)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Batman: Nightwalker (DC Icons Series)

Marie Lu
E-Buch Text: 290 Seiten
Erschienen bei Random House Books for Young Readers, 02.01.2018
ISBN 9780399549793
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
http://www.booksonfire.de/2018/01/rezi-marie-lu-batman-nightwalker.html#more

Zitat
"In the real world, there is no such thing as cheating, is there? That's just life." - Kapitel 6, Seite 58.

Meine Meinung
Vorweg muss ich sagen, dass ich normalerweise keine Comics lese und in puncto Comicverfilmungen  die letzten Jahre doch eher mit Marvel als mit DC geliebäugelt habe. Nun klang allerdings die Idee hinter der DC Icons Reihe für mich äußerst interessant, besonders da äußerst bekannte Jugendbuchautorinnen und -autoren daran beteiligt sind. Also gab ich Bruce Waynes neuer Originstory eine Chance.

Und ich wurde nicht enttäuscht. Wie gesagt, ich habe bisher keinen Batmanfilm gesehen, aber was ich so mitbekommen habe, erschien mir Bruce immer ein sehr mürrisches Charakter zu sein. Nun das war er hier nicht. Ihn plagen trotz seines Reichtums doch irgendwie die gleichen Probleme wie alle Jugendlichen. Es war auch nach langer Zeit mal wieder etwas anderes einen männlichen Erzähler zu lesen. Die Damen der Schöpfung haben das Jugendbuchgenre in den letzten Jahren doch etwas überrannt.

Mir gefiel besonders gut, dass die Spannung sich erst langsam aufbaute, manchmal vielleicht etwas zu langsam. Das Ende hingegen ging mir doch beinahe ein bisschen zu flott. Auch erinnerte es an manchen Stellen eine Telenovela. Das muss nicht schlecht sein, aber dennoch fehlte mir hier dann das innovative Etwas. Das relativ offene Ende macht aber Hoffnung auf eine Fortsetzung.

Bruces Freunde blieben mir insgesamt doch etwas blass und wirkten manchmal eher wie Statisten. Gut integriert wurde von der Autorin allerdings die dezenten Hinweise, dass die Charaktere verschiedene ethnische Herkünfte haben. Dies mag für den "normalen" Mitteleuropäer weniger intereessant sein, als für diejenigen, die selbst Minderheiten entstammen und vor allem die letzten Jahre für eine bessere Repräsentation in den Medien eingetreten sind.

Insgesamt ist "Nightwalker" ein sehr gut geschriebenes Buch, welches man gut an einem Stück weglesen kann. Da so gut wie kein Grundwissen benötigt wird, ist "Batman: Nightwalker" auch für DC-Anfänger empfehlenswert, während die Profis sicherlich noch das ein oder andere Easteregg finden mögen.

Fazit
"Batman: Nightwalker" ist ein gut geschriebenes Jugendbuch mit noch kleineren Mängeln. Besonders positiv fällt die selbstverständliche Integration verschiedener Ethnien auf. Das Buch eignet sich sowohl für Einsteiger als auch Fans von DC Comics. 

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Tags: batman, d.c., dc comics   (3)
 

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246 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 89 Rezensionen

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Forever 21

Lilly Crow
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei ONE, 16.03.2017
ISBN 9783846600443
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
http://www.booksonfire.de/2017/04/forever21-zwischen-uns-die-zeit.html

Zitat
"In ihrem früheren Leben hatte sich ihre Nahrungsaufnahme auf fertig angerichtete Mahlzeiten in diversen Delis und hippen Salat-Bars beschränkt. Ava selbst war gerade einmal in Lage, Teewasser heiß zu machen." - Kapitel 20, Seite 242.

Gestaltung
"Zwischen uns die Zeit" ist zum jetzigen Zeitpunkt als ebook und als gebundene Ausgabe erschienen. Ich selbst habe eine Manuskriptfassung der Lesejury gelesen, die der gebundenen Ausgabe entspricht. Zum Äußeren des finalen Produkts kann ich daher nicht viel sagen. Bilder auf verschiedenen Social Media Websites zeigen allerdings das Buch als ein Buch bei dem es keinen Schutzumschlag gibt, sondern alles direkt auf den Rohling gedruckt wurde. Mir gefällt das immer ganz gut, da Schutzumschläge ziemlich anfällig für Risse und Knicke sind.
Im Inneren ist die Gestaltung äußerst simpel gehalten. So wurden zum Beispiel keine Verzierungen bei den Kapitelanfängen vorgenommen. Stattdessen beschränkt man sich auf die Durchnummerierung der Kapitel. Nach einer Leerzeile folgt dann ein Kapiteltitel, der mal mehr und mal weniger über die folgenden Geschehnisse verrät.
Insgesamt ist die Gestaltung in Ordnung, aber ich man hätte dort einiges mehr rausholen können.

Meine Meinung
"Forever 21 - Zwischen uns die Zeit" habe ich als Manuskript durch die Lesejury bekommen. Mich hat die Idee gereizt, dass jemand zur Strafe durch die Zeit reisen muss. Außerdem finde ich Zeitreise an sich immer äußerst interessant, da sie häufig in die verschiedensten Epochen der Zeit führt. So auch hier.

Mal findet sich Ava im 21. Jahrhundert wieder und mal landet sie in einer Zeit in der Plumsklos noch die Regel waren. Allerdings gefielen mir die einzelnen Geschichten nicht so sehr wie ich gehofft hatte. Sie basieren häufig auf Klischees und sind daher für Vielleser beziehungsweise für jeden der nicht erst seit gestern Fernseh schaut, äußerst vorhersehbar.

Über Ava erfährt man eigentlich nicht allzu viel. Es gibt Andeutungen, wie ihr früheres Leben war und was passiert ist, dass sie nun für immer durch die Zeit springt und Menschen helfen muss. Insgesamt erfuhr man aber eher mehr über die Personen, deren Körper sie übernommen hatte. Das war zwar kurzfristig interessant, aber langfristig meist vollkommen irrelevant. Ava selbst kommt ein wenig wie die Highschool-Bitch rüber, der wir in unserem Schulleben wohl alle begegnet sind. Wenn nicht, dann warst du es wahrscheinlich selbst. Ich finde es schön, wenn Charaktere nicht perfekt sind, aber Ava machte mir einfach zu sehr ein Geheimnis darum, wer sie ist oder war.

Kyran ist der zweite Protagonist. Ihn fand ich relativ farblos. Abgesehen von ein wenig Hintergrundstory und dass er dem ungewöhnlichen Geek-Klischee, der aber dennoch attraktiv ist, entspricht, ist das Einzige, was wir wirklich über ihn erfahren, seine Obsession mit Ava, die natürlich für ihn auch was ganz besonderes ist. Typisch Jugendbuch. Ich habe nichts gegen Liebesgeschichten in Jugendbüchern, aber sie sollten den Plot voranbringen. Bisher hat Kyran dazu nichts beigetragen. Ich vermute aber, dass ausgerechnet er, aufgrund seines Hobbys, Ava vom Fluch befreien wird. Wie in jedem anderen Jugendbuch auch. Hoffentlich täusche ich mich, denn ich möchte auch mal sehen, dass eine Protagonistin sich selbst aus dem Mist zieht, den sie sich eingebrogt hat. Zumal es eine gute Message an jüngere Leserinnen wäre, dass man nicht auf seinen Traumprinz warten muss.

Positiv aufgefallen ist mir der Schreibstil. Die 288 Seiten rannen durch meine Finger wie warme Butter. Teilweise war ich überrascht, dass ich schon wieder ein Kapitel hinter mir gelassen hatte. Das Gefühl "Ach ein Kapitel geht noch" kam bei mir definitiv auf.

Obwohl das Buch auf einem Cliffhanger endet, habe ich nicht das Bedürfnis direkt weiterlesen zu müssen. Es war insgesamt nicht schlecht, aber es konnte mich auch nicht vollkommen in seinen Bann ziehen.

Fazit
"Zwischen uns die Zeit" basiert auf einer genialen Idee mit viel Potenzial, welche sich leider selbst mit einer (bisher) unnötigen Liebesgeschichte selbst schwächt. Das Buch ist perfekt, um es an einem heißen Sommertag in der Sonne durchzuschmöckern.

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Tags: zeitreise   (1)
 

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324 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 45 Rezensionen

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Ewig - Wenn Liebe erwacht

Rhiannon Thomas , Michaela Kolodziejcok
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 23.02.2017
ISBN 9783737354691
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
http://www.booksonfire.de/2017/02/rezi-rhiannon-thomas-ewig-wenn-liebe-erwacht.html

Zitat
"Das Leben ist hart. Wir bekommen nicht, was wir wollen. Wir können nicht einfach sein, wer wir wollen. Und damit müssen wir uns abfinden. Meinst du etwa, die Leute geben sich mit Absichten zufrieden? Glaubt du, irgendjemand auf dieser Welt schert sich darum, was du eigentlich mal vorhattest?" - Kapitel 12, Seite 188/189.

Gestaltung
"Wenn Liebe erwacht" ist momentan als gebundene Ausgabe und als ebook erhältlich. Ich beziehe mich hier auf ersteres. Wie alle gebundenen Sauerländer-Bücher kommt auch "Wenn Liebe erwacht" ohne Schutzumschlag. Dafür ist das Cover und die gesamte Gestaltung direkt auf das Buch gedruckt. Ich persönlich liebe das. So schön Schutzumschläge auch sein können, sie reißen und zerknicken schnell, wenn man mal nicht aufpasst. Außerdem muss man sie beim Lesen abnehmen, wenn sie nicht kaputt gehen sollen. Für mich ist es praktischer, wenn alles direkt aufs Buch gedruckt ist.
Das Cover ist nahezu identisch zur englischen Ausgabe, was mich sehr gefreut hat. Ganz sicher bin ich mir nicht, da ich das Originalcover bisher nur online gesehen habe, aber beim Deutschen könnte auch ein wenig die Farbsättigung hochgedreht wurden sein. Die einzige wirkliche Änderung ist der Reihentitel und der Titel des Buches. Hier wurde die Schriftart, welche die gleiche ist wie beim Original, noch veredelt. Online wirkt die Schrift nahezu okerfarbend, in echt ist sie aber golden, so dass sie im Licht sogar schimmert. Ein nettes kleines Detail.

Das Innere des Buches ist schlicht gehalten. Die einzige Möglichkeit zur Gestaltung, welche man genutzt hat, sind die Kapitelüberschriften. Die Kapitel tragen keine Namen sondern sind durchnummeriert, wobei die Zahl als Wort ausgeschrieben ist. Man hat sich dafür wieder der gleichen Schriftart wie bereits für den Reihentitel bedient inklusive der Schnörkel.
Zusammenfassend ist es eine schöne Gestaltung, welche dem Buch und seiner Geschichte schmeichelt.

Meine Meinung
"Wenn Liebe erwacht" ist der Debütroman von Rhiannon Thomas und zugleich der Auftakt der "Ewig"-Dilogie. Denjenigen, die sich im englischsprachigen Buchbereich bewegen, ist das Buch vielleicht besser als "A Wicked Thing" bekannt.

Die englische Ausgabe stand schon vor deren Erscheinen auf meinem Wunschzettel. Ganz überrascht war ich, als ich erfuhr, dass die S. Fischer Verlage eine Übersetzung planen. Disneys Dornröschen war schon immer mein Lieblingszeichentrickfilm und daher habe ich mich wirklich auf das Buch gefreut. Ich hatte hohe Erwartungen und wurde nicht enttäuscht, so viel sei schon gesagt.

"Wenn Liebe erwacht" erzählt die Geschichte von der schlafenden Schönheit aus ihrer Sicht. Etwas mehr als 100 Jahre hat sie geschlafen und jetzt hat sie ein Prinz erweckt. Ein Prinz, dessen Vater auf dem Thron ihrer Eltern sitzt. Angeblich sei er ihre wahre Liebe, denn nur diese könne sie erwecken. Doch Aurora kennt ihn gar nicht.

Ich fand die Idee unheimlich gut. Es wundert mich, dass vorher noch niemand darüber geschrieben hat. Aurora ist schließlich als einziges Kind des Königs und der Königin im Märchen die alleinige Thronerbin. Wer sie erweckt und heiratet, erhält nicht nur eine hübsche Prinzessin sondern gleichzeitig auch noch einen Thron dazu.

Mir gefiel, wie man durch Auroras Augen die Absichten der anderen Charaktere erkennen konnte und sie - im Gegensatz zu vielen anderen Jugendbuchprotagonistinnen - dies auch mitbekam. Allgemein ist sie eine angenehme Ausnahme. Ja, es gibt natürlich auch ein wenig Romantik in diesem Buch, aber sie erdrückt nicht alles und ist eigentlich nur eine Nebengeschichte an welcher Aurora als Charakter reift. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass die Autorin sich selbst als Feministin bezeichnet und sogar darüber bloggt. Mir gefiel diese Art von starkem weiblichen Charakter, welcher dennoch eine weiche Seite hat, sehr gut.

Auch sonst kommen wenig Jugendbuchklischees wirklich zum Einsatz. Ich hätte vom Klappentext anderes gedacht, aber nein, die Autorin kommt beinahe vollkommen ohne aus. Die genutzten widerrum sind clever eingesetzt. Insgesamt ist das gesamte Buch realistisch gestaltet. Aurora ist keine Protagonistin, die perfekt ist, und niemand um sie herum ist es. So wie es im Leben auch ist. Jeder Charakter ist anders und hinterlässt einen Eindruck, so dass man eigentlich nichts und niemanden durcheinander bringen kann, trotz der Menge an Akteuren.

Lobenswert ist auch Rhiannon Thomas' Schreibstil, der mich von der ersten Sekunde an gepackt hat. Aus einmal kurz reinlesen wurde nichts. Stattdessen verschlang ich das erste Drittel des Buches am Stück. Einmal angefangen, kann man nicht aufhören. Man sollte also definitiv Zeit einplanen. Glücklicherweise erscheint der zweite Band bereits im Juni. Wer es dennoch nicht abwarten kann, kann aber auch schon auf Englisch weiterlesen. "Wenn Liebe entflammt" heißt dort "Kingdom of Ashes".

Fazit
Mit einer starken Protagonistin, die auch Gefühle zulassen kann, ohne unnötiges Liebesdreieck und der Botschaft, dass man für sich selbst und seine Überzeugungen einstehen muss, ist "Ewig - Wenn Liebe erwacht" das ideale Buch für Jung und Alt. Sogar Vielleser kommen hier noch auf ihre Kosten.

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Tags: a wicked thing, prinzessin, rhiannon thomas   (3)
 

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1.346 Bibliotheken, 20 Leser, 6 Gruppen, 289 Rezensionen

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GötterFunke - Liebe mich nicht!

Marah Woolf
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.02.2017
ISBN 9783791500294
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
http://www.booksonfire.de/2017/02/rezi-GoetterFunke-Liebe-mich-nicht.html

 Zitat
"Na ja, ich wollte mal nicht päpstlicher sein als dieser Typ, der in Rom in diesem Protzbau hockte und uns in den vergangenen Jahrhunderten die Show gestohlen hatte. Denn eigentlich sah ich bei allen drei Mädchen schwarz." - Aufzeichnungen des Hermes XI, Seite 214.

Gestaltung
"Liebe mich nicht" ist momentan als gebundene Ausgabe, ebook und Hörbuch erhältlich. Meine Rezension bezieht sich auf ersteres.
In die Gestaltung ist wirklich viel Liebe gefloßen. Das Cover gefällt mir nicht wirklich, da es kaum etwas aussagt über das Buch. Die Frau soll vermutlich Jess sein, aber dafür wirkt sie etwas alt und irgendwie irritiert mich auch ihr Blick. Mir hätte es besser gefallen, wenn man sich an den Covern der Bücher, welche Marah Woolf bisher veröffentlicht hat, orientiert hätte.
Das Buch kommt mit einem Schutzumschlag, welcher nicht das typische Hochglanzcover ist, sondern matt schimmert und sich wie dickeres Papier anfühlt. Das Buch an sich wurde in Rosa- und Lilatönen mit kleinen Lichtreflektionen und Ranken bedruckt. Zusätzlich versteckt sich u.a. auch ein kleiner Götterboter, besser bekannt als Hermes, auf dem Cover. Die Figur spielt eine nicht gerade kleine Rolle im Buch.
Schlägt man das Buch auf, erblickt man zuerst eine Karte, welche in lila und rosa gehalten ist. Sie zeigt das Sommercamp und die verschiedenen Locations, die in der Geschichte eine Rolle spielen. Neben der Geschichte gibt es im Buch auch noch ein Glossar über die Götter und andere griechische Mythenbegriffe, einen vereinfachten Stammbaum der griechischen Götter und Titanen sowie je eine Leseprobe zu Band 2 "Hasse mich nicht" und der bald erscheinend Verlagsversion von "Bookless - Wörter durchfluchten die Zeit".
Es gibt im Buch zwei Arten von Kapiteln. Einmal die Standardkapitel, welche aus Jess' Sicht erzählt werden. Diese tragen keine Überschriften. Dafür prangt über ihnen immer ein Blattornament und sie beginnen mit einem Kapitälchen in der "GötterFunke"-Schrift des Covers. Die zweite Art sind die "Aufzeichnungen des Hermes". Sie tragen diesen Titel sowie die römische Zahl der Aufzeichnung. Auch über ihnen wird je ein Ornament gedruckt, das aber wesentlich kleiner ist.
Insgesamt eine wirklich liebevolle und detailreiche Gestaltung, welche ein wirkliches Highlight im Regal darstellt.

Meine Meinung
"Liebe mich nicht" ist der erste Roman, welcher von Marah Woolf in einem Verlag erschienen ist. Bisher machte sie eher als eine der erfolgreichsten Self-Publisherinnen Deutschlands auf sich aufmerksam. Für mich war ebenso das allererste Buch der Autorin, dass ich gelesen habe.

Wer mich auf goodreads verfolgt, mag meinen Frust mitbekommen haben. Die ersten 200 Seiten wollte ich eigentlich am liebsten die ganze Zeit abbrechen. Hätte ich nur noch ein weiteres Mal lesen müssen, wie heiß Cayden ist, hätte ich das Buch gegen die Wand geworfen.

Allgemein entsprechen die Charaktere dem gängigen Jugendbuchklischee. Die beste Freundin, welche bildhübsch ist und zur Zicke mutiert. Die neue beste Freundin, welche ebenfalls bildschön ist. Dazu noch die kämpferische Freundin; der Typ, welcher auf die Protagonistin steht, aber sie es nicht checkt; die liebevollen Eltern des Bad Boys, der Bad Boy selbst natürlich und dann sein Freund/Kumpel/sonstiger Familienangehöriger, der sich mit der unscheinbaren Protagonistin anfreundet. Ich glaube, ich bin mit fast 21 inzwischen zu alt für das klassische Jugendbuch oder die Generation nach mir verträgt nur noch Charaktere, welche sich in bestimmte Schubladen stecken lassen.

Auf den ersten 200 Seiten passiert nicht viel, außer dass Jessica Cayden anhimmelt, ihn gleichzeitig aber total doof findet. Erwähnte ich schon, dass andauernd erwähnt wird, wie heiß Cayden ist. Er bewegt sich übrigens auch noch wie eine Raubkatze. Warum erinnert mich diese Beschreibung eigentlich immer an Twilight? Abgesehen davon werden die austauschbaren Nebencharaktere vorgestellt.

Mein einziger Lichtblick - und der Grund weshalb ich das Buch nicht so schnell weggelegt habe wie schimmliges Brot - war Hermes. Hermes ist nämlich nicht nur der Götterbote sondern gleichzeitig auch Chronist, welcher die Spiele um Caydens Sterblichkeit für die Götter festhält. Seine Kommentare am Ende jeden Kapitels waren Gold wert.

Nach der Hälfte ging es dann endlich mal zur Sache. Na ja, was man halt zur Sache gehen nennen kann. Denn die Geschichte blieb eher vorhersehbar und ich konnte mir das ein oder andere Augenrollen beim besten Willen nicht verkneifen. Fünfzig Prozent des Buches kann man sich eigentlich sparen, wenn man den Klappentext gelesen hat.

Griechische Mythologie war nie meine Stärke, aber mir gefiel der Einblick und die Interpretation von Marah Woolf gut. Auch wurden die Verwandtschaftsverhältnisse relativ gut erklärt. Wer nicht mitkommt, kann sich aber hinten im Buch nochmal den Stammbaum der Götter und Titanen ansehen. Mich würde interessieren, was die Götter, welche weiterhin im Olymp sind, eigentlich den ganzen Tag so treiben. In unsere Welt dürfen sie ja nicht ohne Zeus' Erlaubnis, wenn ich das richtig verstanden habe.

Der Schreibstil von Marah Woolf gefiel mir ganz gut. Er ist nicht schlecht, aber auch nicht außergewöhnlich. Er fällt während des Lesens eigentlich kaum auf. Das Buch an sich ist gut geschrieben, da es sich ohne Probleme lesen lässt.

Ob ich Band 2 "Hasse mich nicht" lesen will und werde, weiß ich noch nicht. Noch habe ich die Leseprobe dazu, welche sie ebenfalls im Buch befindet, nicht gelesen. Momentan verspüre ich nicht das Bedürfnis wissen zu müssen, wie die Geschichten von Cayden und Jess weitergeht.

Fazit
Eine wunderschöne Gestaltung und ein guter Schreibstil können leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass "Liebe mich nicht" nur ein weiteres Buch ist, welches dem typischen Jugendromanklischee entspricht. Hier wurde eine gute Idee für einen unoriginellen Plot geopfert.

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236 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 55 Rezensionen

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Wir zwei in fremden Galaxien

Kate Ling , Anja Hackländer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ONE, 16.02.2017
ISBN 9783846600412
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
http://www.booksonfire.de/2017/02/rezi-wir-zwei-in-fremden-Galaxien.html

Zitat
"Manche Leute behaupten, Liebe ist nicht wie im Kino, solche Momente existieren überhaupt nicht. Aber diese Leute behaupten das nur, weil ihnen selbst noch nicht passiert ist. Weil es den meisten Leuten nie passiert. Aber es gibt diese magischen Momente, und das hier ist einer von ihnen." - Kapitel 14, Seite 130/131.

Gestaltung
"Wir zwei in fremden Galaxien" ist momentan als ebook, Hörbuch und als Hardcover verfügbar. Ich persönlich habe im Rahmen der Lesejury eine Druckfahne gelesen, welche der gebunden Ausgabe entspricht.
Mir gefällt das deutsche Cover sehr gut. Ich denke, es sollte die angepeilte Zielgruppe der weiblichen Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren ansprechen. Allerdings empfinde ich, dass das Originalcover mehr mit dem Buch zu tun hat. Das Buch beginnt nämlich mit einer Beerdigung bei der immer die Szene von wegfliegenden Vögeln gezeigt wird und dies wurde schön im englischen Cover aufgegriffen. Allerdings verstehe ich, dass man das Cover geändert hat, da ich - als deutsche Leserin - im Buchladen wohl eher auf das lilafarbende Cover aufmerksam geworden wäre.
Das Innere ist eher schlicht gehalten. Die Kapitel tragen keine eigenen Titel. Über jedem neuen prankt in größerer Schrift "Kapitel x", wobei x durch die jeweilige Zahl der Kapitels zu ersetzen ist. Es ist also nichts besonderes. Ich glaube, da hätte man sich mehr einfallen lassen können.
Insgesamt eine nette Gestaltung, welche aber kaum Besonderheiten aufweißt, die sie im Meer der Jugendbücher herausstechen ließe.

Meine Meinung
Für "Wir zwei in fremden Galaxien" hatte ich mich bei der Lesejury beworben und wurde ausgewählt es lesen zu dürfen. Die Grundidee gefiel mir. Wie ergeht es eigentlich den Generationen auf einem Generationenschiff, die sich nicht dafür entschieden haben, sondern nur das Leben im All kennen?

Seren ist zu Beginn eine geniale Protagonistin. Ihr Sarkasmus gemischt mit Zynismus ist einfach unheimlich witzig und liest sich toll. Nebenbei erfährt man, wie es auf dem Schiff eigentlich so zugeht und welche Regeln und Pflichten es gibt.
Doch wie der Klappentext schon ankündigt, verliebt sie sich und nicht in den ihr zugewiesenen Lebenspartner. Ab dort beginnt die Geschichte in meinen Augen schlecht zu werden.

Sobald Seren auf Dom trifft, schaltet sich ihr Gehirn ab. Ihre gesamte Welt dreht sich nur noch um ihn. Ich verstehe es soweit, dass die ungeplante Liebe verboten ist auf der Ventura und dieses Gefühl natürlich etwas aufregendes ist. Es ist dennoch kein Grund alles über Bord zu werfen und unnötige Risiken einzugehen. Seren entwickelt sich von der lustigen, aber pessimistischen Protagonistin zurück zu einer Teenagerin in der Höchstphase der Hormone. Sie scheint aufzuhören logisch zu denken und reagiert impulsiv, was ihr mehr Schaden als Vorteile bringt.

Weiterhin gestört hat mich ihre Freundin Emme, wobei Freundin hier eigentlich in Anführungszeichen gesetzt werden müsste. Denn abgesehen davon oberflächlich zu sein, zeichnet sie sich durch ihre Abwesenheit aus. Im ganzen Buch taucht Emme vielleicht dreimal auf. Eine Freundschaft sehe ich zwischen Seren und ihr nicht, eher eine Zweckbekanntschaft aus der Erziehung - so heißt die Schule auf der Ventura.

Auch Dom blieb relativ blass als Charakter. Viel von ihm erfährt man eigentlich nicht. Zwar, dass er eine gewisse Vorgeschichte und natürlich auch eine zugeordnete Lebenspartnerin hat, aber sonst biegt er sich so wie es gerade zur Geschichte passt.

Ezra, welcher durch Serens Augen das Böse in Person ist, wurde mir mit der Zeit immer sympathischer. Ich hatte sogar Mitleid mit ihm. Seren hätte ich nichtmal geschenkt haben wollen und er muss sie auch noch heiraten. Vor allem gibt sie ihm nicht mal eine wirkliche Chance, dass sie einander besser kennenlernen könnten.

Wie bereits gesagt, wirklich positiv an dem Buch ist die Idee. Allerdings rückt mit der Zeit das Schiff und das Leben dort leider in den Hintergrund, da die viel zu schnelle Liebesgeschichte sich in den Vordergrund drängt. Würde man dies durch weitere Perspektiven, auf welche ich in Band 2 hoffe, erweitern, wäre es das Potenzial besser genutzt.

Allerdings muss ich Kate Ling einen genialen Schreibstil zusprechen. Er ist sehr locker und es fühlt sich wirklich so an als würde Seren einem die Geschichte als gute Freundin erzählen. Mich konnte der Schreibstil trotz der eher mageren Geschichte ans Buch fesseln, so dass ich die vorgegebenen Leseabschnitte immer am Stück durchgelesen habe.

Trotz aller Kritik möchte ich Band 2 lesen, da am Ende ein gewisser Cliffhanger entstand, der mich reizt. Ebenso sind noch einige Fragen offen, welche ich gerne geklärt hätte.

Fazit
Ein genialer Schreibstil, welcher mich ans Buch gefesselt hat, kann leider nicht über die aufdringliche Liebesgeschichte und die nervige Protagonistin sowie ihre blassen Kumpanen hinwegtäuschen.

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Tags: die ventura-saga, kate ling, the loneliness of distant beings, wir zwei in fremden galaxien   (4)
 

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225 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

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Spark

Vivien Summer
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 02.02.2017
ISBN 9783646603378
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
http://www.booksonfire.de/2017/02/rezi-vivien-summer-spark-die-elite.html

Zitat
"Von diesen sogenannten Elitesoldaten gab es aber nur wenige, was die anderen aber nicht unbedingt weniger gefährlich machte; sie waren nur keine systematischen Massenmörder." - Kapitel 1.

Gestaltung
"Spark" ist bisher nur als ebook erhältlich. Mir persönlich gefällt das Cover ganz gut, auch wenn es nur wenige bis gar keine Inhalte des Buches anteasert. Allerdings frage ich mich, was der Satz "Light my sky" soll. Mit ein wenig Fantasie passt er zwar zum Inhalt, aber ich denke man hätte das besser grafisch umsetzen sollen, als einfach noch einen Satz aufs Cover zu setzen. Man hätte ihn so auch weglassen können, da so nicht ganz klar wird, ob der Satz mit zum Titel gehört oder nicht. Auf der Verlagsseite und auf Amazon wird das Buch nur mit "Spark" und dem Reihentitel "Die Elite" geführt, daher würde ich in diesem Fall sagen, dass "Light my sky" nur ein Gestaltungselement ist.
Das Innere ist im Rahmen des im ebook Möglichen gestaltet. So gibt es zwei kleine Kringel rechts und links neben der Kapitelüberschrift, welche immer aus der Nummer des jeweiligen Kapitels besteht. Ansonsten gibt es zwischen Sinnabschnitten innerhalb von Kapiteln auch drei kleine Punkte bei denen ich mir nicht sicher bin, ob es Blumen oder Sonnen darstellen sollen.
Insgesamt ist die Gestaltung in Ordnung, sticht aber auf dem hart umkämpften Jugendbuchmarkt leider kaum heraus.

Meine Meinung
"Spark" ist der erste Band der "Die Elite"-Reihe von Vivien Summer. Die Geschichte spielt 600 Jahre nach unserer Zeit, in einer Welt in der es noch immer Großmächte gibt. In diesem Fall New Asia und New America. Nicht gerade kreativ die Namensgebung, aber in Ordnung. Malia wächst in New America auf - genau genommen Haven -, wo mit Hilfe einer zwangverordneten Gentherapie bei Jugendlichen geeignete Soldaten aus der Bevölkerung ausgewählt werden. Soldat wird wessen Gene mutieren und die Fähigkeit hevorbringen eines der vier Elemente zu kontrollieren. Doch Malia will all das nicht und dennoch ist sie eine der "Glücklichen" bei denen die Gene mutieren.

Für wen "Spark" nicht die erste Dystopie im Jugendbuchbereich ist, der wird wenig überrascht von der Handlung sein. Entschuldigt, falls das jetzt schon als Spoiler gilt, aber es läuft alles so ab, wie das Jugenddystopieklischee es vorgibt - inklusive heißem Bad Boy.

Da sind wir auch schon bei meinem ersten Kritikpunkt. Ich bin wirklich kein Freund von diesen Bad Boy Zeug, aber inzwischen kann ich es meist ignorieren, aber Chris setzt dem ganzen die Krone auf. Naja eigentlich ist es eher Malia. Wehr dich! Nur weil der Typ heiß ist, kann er nicht mit allem durchkommen. Zumal es als Jugendbuch auch immer eine gewisse Vorbildfunktion für junge Mädchen UND Jungen hat. Nein, Chris' Verhalten ist nicht in Ordnung, auch wenn er heiß ist und in der Hierachie über Malia steht. Daher würde ich das Buch nicht ab 14 empfehlen, wie es der Verlag tut, sondern erst ab 16, sofern die Person, die es liest, leicht beeinflussbar ist.

An sich finde ich die restlichen Klischees aber gut eingesetzt. Sie bringen die Geschichte voran, auch wenn nichts passiert, was einen Vielleser überraschen würde. Wer neu in dem Genre ist, für den gibt es einiges zu entdecken.

Persönlich würde ich mir noch mehr Einblicke in die Ausbildung der anderen Elemente und der Fortgeschrittenen wünschen. Die Gruppen sind zwar gemischt am Anfang, aber man bekommt doch größtenteils nur Malias Element mit.

Das Thema Genmanipulation in einem Jugendbuch zu verarbeiten fand ich interessant. Man hatte es ja schon mal in Panem mit Tieren, aber bei Menschen habe ich bisher wenig dazu gelesen im Bereich der Jugendliteratur. Ich denke, dass man als Leser wirklich einen guten Denkanstoß bekommen hat. Wie weit sollte und wie weit darf man gehen? Denn auch im Buch scheint sich die Welt da nicht einig zu sein.

Das Beste am Buch ist nicht die Geschichte, sondern Vivien Summers Schreibstil. Einmal angefangen, kommt man nämlich nicht mehr weg vom eReader. Ich wollte an einem Abend eigentlich nur mal kurz das Buch anlesen, allerdings habe ich stattdessen die ersten sieben Kapitel förmlich inhaliert. Dieser überragend packende Schreibstil zeigt, dass es nicht nur auf den Inhalt der Geschichte ankommt, sondern auch darauf, wie sie geschrieben wurde.

Ich werde definitiv den zweiten Band "Fire" lesen, auch wenn ich ahne, wie die Geschichte ablaufen wird. Aber vielleicht liege ich damit ja falsch. Wissen werden wir das erst im April, wenn "Fire" erscheint.

Fazit
Vivien Summers Schreibstil lässt "Spark" aus der Menge an Jugenddystopien herausstechen. Jedoch mangelt es an einer originellen Geschichte und ich halte die Alterempfehlung für leicht beeinflussbare Jugendliche für zu niedrig.

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Das Feuerzeichen - Rebellion

Francesca Haig , Viola Siegemund
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2016
ISBN 9783453270411
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
http://www.booksonfire.de/2017/01/rezi-francesca-haig-feuerzeichen-rebellion.html

Zitat
"Auch ich hatte ihn schon gespürt, den Wahnsinn, der vor den Toren meines Bewusstseins scharrte wie eine Ratte im Dachstuhl. Er war immer da. Und manchmal, besonders in den Verwahrungsräumen und seit ich wieder gehäuft von der Explosion träumte, drang er so weit vor, dass ich ihn in der Ferne beinahe erkennen konnte." - Seite 109, Kapitel 9.

Gestaltung
"Rebellion" ist momentan als Hardcover und ebook erhältlich. Das Cover ist nahezu identisch mit dem des ersten Bandes. Der ehemals weiße Hintergrund ist nun blau und das Omegazeichen raucht nicht nur, sondern steht in Flammen. Mir gefällt der Symbolismus an dieser Stelle sehr gut. Das brennende Omega passt gut zu Cass' Entwicklung, während das Blau - beziehungsweise das, womit man es assoziiert - im Laufe der Geschichte eine nicht gerade geringe Bedeutung hat. Zumal Beides einen interessanten Kontrast zueinander bildet. Unter dem Schutzumschlag ist das Buch im gleichen Blau wie das Cover gehalten.
Im Inneren hat sich im Vergleich zu "Das Feuerzeichen" nichts geändert. Die Kapitel sind weiterhin durchnummeriert, wobei die ersten drei Worte des Kapitels großgeschrieben werden. Fragmente aus dem Vorher sind allerdings in kursiv gehalten.
Auch hier hätte ich allein vom Design her nicht nach dem Buch gegriffen, da man die Geschichte kennen muss, um die Gestaltung zu verstehen.
   
Meine Meinung
"Rebellion" ist der zweite Band der "Das Feuerzeichen"-Trilogie. Der erste Band konnte mich damals aus einer Leseflaute ziehen. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an den Folgeband. Vorweg: Er konnte diese leider nicht ganz erfüllen.

"Rebellion" setzt kurz nach dem Ende von "Das Feuerzeichen" an. Cass ist noch immer mit den Zwillingen Piper und Zoe unterwegs. Eigentlich spielt sich beinahe das ganze Buch unterwegs ab. Nur wenige Kapitel spielen am selben Ort. Auf Dauer empfand ich dies als ziemlich anstrengend, denn die Handlung kommt leider auch nur schleppend voran.

Wie bereits vom ersten Band bekannt sein sollte, setzt die Autorin nicht auf einen Haufen an Actionszenen sondern eher auf die Beobachterperspektive. Insgesamt finde ich dies ganz gut, da ich lange Kampfszenen als anstrengend empfinde und mein Kopfkino irgendwann anfängt zu streiken. So gibt es im ganzen Buch zwei Szenen bei denen es etwas rasanter zugeht. Wer also auf mehr Action gehofft hatte, wird enttäuscht sein. Für mich war es in Ordnung.

Störend fand ich allerdings, dass manche Abschnitte der Geschichte unnötig in die Länge gezogen wurden, während andere innerhalb von zwei oder drei Kapiteln abgehandelt waren. Meiner Meinung nach hätte man dort gut streichen beziehungsweise ausbauen können. Wirklich voran kommt die Handlung erst ab der zweiten Hälfte des Buches. Vorher betreibt die Autorin starken Weltenbau und Wiederholung von Fakten aus dem ersten Band. An sich eine gute Idee, aber die Umsetzung ließ mich nicht an den Seiten kleben.

In puncto Charaktere gefiel mir das Buch gut. Es werden neue vorgestellt, die auch alle samt gut zu identifzieren und sich zu merken sind. Besonders die Sonderstellung der Seher unter den Omegas wird durch zwei weitere Charaktere hervorgehoben. Doch nicht nur neue Charaktere treten auf, sondern auch welche von denen wir bisher nur gehört haben. In Verbindung damit, fließen auch erstmals schriftliche Fragmente aus dem Vorher in die Geschichte mit ein. Mir persönlich hat dieser Teil gut gefallen, er könnte allerdings aufgrund der plötzlichen Häufung für andere störend sein. Faszinierend war für mich der Gedanke, was man nach 400 Jahren noch verstehen und was eigentlich überliefert werden würde.

Der Schreibstil von Francesca Haig war ausgezeichnet. Ich war sofort wieder in Cass Kopf und fühlte mich nicht als bloße Beobachterin. Einmal drin in der Geschichte konnte ich Kapitel um Kapitel nur so verschlingen. Das Buch endet erneut auf keinem wirklichen Cliffhanger. Man möchte zwar schon wissen, was als nächstes geschieht, aber das Warten bis März 2018 lässt sich durchaus aushalten.

Fazit
"Rebellion" kann nicht ganz mit seinem Vorgänger "Das Feuerzeichen" mithalten. Allerdings kann es dafür mit einer guten Vertiefung des Weltenbaus, spannenden neuen Charakteren und dem Ausbau bereits bekannter Personen einiges wettmachen..

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An Assassin’s Creed Series. Last Descendants. Aufstand in New York

Matthew J. Kirby , Achim Stanislawski
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 24.11.2016
ISBN 9783733503307
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on PetrovaFire
http://booksonpetrovafire.blogspot.de/2017/01/AC-LastDescendants-AufstandinNewYork.html

Zitat
"Das Wort Krieg hört sich so gewaltig an, aber es ist ganz anders. Er löscht unzählige einzelne kleine Leben aus, und jeder dieser vielen kleinen Tode ist bedeutsam." - Seite 167/168, Kapitel 11.
    
Gestaltung
"Aufstand in New York" ist momentan als ebook und als broschierte Ausgabe zu erhalten. Da ich Letzteres gelesen habe, bezieht sich dieser Teil meiner Rezension auf die Broschur. Das Cover zeigt vermutlich den Protagonisten Owen in einer für Assassinen üblichen Haltung. Die Kapuze verdeckt das Gesicht und an seinem Arm befindet sich eine versteckte Klinge. So ganz zum Buch passen tut dies nicht. Denn Owen ist im Buch kein Assassine. Marketingtechnisch macht das Cover aber Sinn, da so ein klassiches Motiv der Reihe aufgegriffen wird. Ebenfalls ist die Person auf dem Cover glänzend gedruckt, während der Rest des Covers matt ist.
Der Hintergrund zeigt einen städtische Szenerie im typischen Look des ladenen Animus. Hinter dem Reihentitel "Last Descendants" sieht man das Assassinenzeichen in grau und darüber im typischen Rot "An Assassin's Creed Series".
Auf dem Cover befindet sich auch noch ein Sticker, welcher auf den neuen "Assassin's Creed"-Film hinweißt. Er scheint abziehbar zu sein. Ausprobiert habe ich das allerdings nicht.
Im Inneren sind die Kapitel durchnummeriert und tragen keine besonderen Titel. Hinter der Kapitelüberschrift sieht man die typischen Dreiecke aus dem Animus. Diese findet man ebenfalls in kleinerer Ausgabe neben jeder Seitenzahl.
Insgesamt gefällt mir die Gestaltung gut, dass sie mit dem Design der Spiele einhergehen. Lediglich die Darstellung des Hauptcharakters auf dem Cover, beziehungsweise dessen Ungenauigkeit in Bezug auf die Geschichte, stören mich.

Meine Meinung
Neben der Graphic Novel "Assassin's Creed - Feuerprobe" ist passend zum neuen Kinofilm "Assassin's Creed" nun auch der erste Band der "Assassin's Creed: Last Descendants"-Reihe erschienen. Das Besondere an "Aufstand in New York" ist, dass es das erste Buch des "Assassin's Creed"-Franchises ist, welches sich besonders an Jugendliche richtet.

Protagonist der neuen Reihe ist Owen. Sein Vater wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet, doch Owen glaubt nicht, dass ein Vater zu der Tat fähig gewesen wäre und will die Wahrheit herausfinden. Durch Monroe, den IT-Experten und Hausmeister an seiner Schule, macht er gemeinsam mit seinem Freund Javier seine ersten Erfahrungen mit dem Animus. Doch wo dieser ist, sind weder Templer noch Assassinen weit. Schneller als es Owen und Javier lieb ist, sind sie gemeinsam mit vier weiteren Jugendlichen in den Kampf um einen weiteren Edensplitter verwickelt.

Matthew J. Kirbys Schreibstil ist angenehm lesbar und geeignet für die anvisierte Altersgruppe. Auch für Personen, die die Spiele bisher nicht gespielt oder vielleicht einiges sogar wieder vergessen haben, bietet der Autor eine gute Einführung in die Welt von "Assassin's Creed" durch die Augen von Owen und den anderen Charakteren.

In der Gegenwart erlebt der Leser alles durch Owens Augen, ausgenommen der Prolog und der Epilog. Sobald es in die Vergangenheit geht, erhält man pro Kapitel einen Einblick in die anderen Jugendlichen und ihre Vorfahren. Besonders dieser Teil hat mir gut gefallen, da man hier die Vielfalt der New Yorker Gesellschaft während des Aufstands von 1863 reflektiert hat. Aber ich habe auch etwas zu kritisieren. Da man die anderen Charaktere vorher kaum kennenlernt, kann man sich ihre Namen und Besonderheiten nicht allzu schnell merken. Wenn es dann in den Animus geht, kommen auch noch die Eigenheiten der Vorfahren dazu. Ich konnte erst nach einigen Kapiteln wieder den vollkommenen Überblick gewinnen. Daher vermute ich, dass jüngere und vorallem langsamere Leser an dieser Stelle möglicherweise die Lust an der Geschichte verlieren.

Die Geschichte an sich ist spannend und auch gut erzählt. Die Charaktere treffen sich untereinander und die Geschichte, vor allem die der schwarzen Bevölkerung, wird auch nicht geschönt. Dies mag für Leser unter 14 Jahren besonders an einer Stelle vielleicht etwas brutal sein, andererseits wird sie Szene nicht bildlich ausgeschrieben, sondern im Nachhinein erklärt.
Über die anderen historischen Ereignisse kann ich mir kein Urteil erlauben, da ich mich mit ihnen bisher nie weiter beschäftigt habe. Allerdings empfand ich die "Assassin's Creed"-Reihe bisher immer relativ authentisch, wenn man eben von den Assassinen und Templern absieht.
Gut gefallen hat mir die Idee, dass die Geschichte diesmal unparteiisch begann. Weder die Assassinen noch die Templer haben die Jugendlichen an den Animus herangeführt, sondern eine dritte Partei. Eine interessante Wendung zu den bisherigen, mir bekannten, Werken.

Die Geschichte endet auf einem Cliffhanger mit einer Andeutung, in welche Zeit es als nächstes gehen wird. Ich zumindest habe Lust auf "Das Grab des Khan" bekommen, das übrigens gerade auf Englisch erschienen ist, aber auch schon Ende April auf Deutsch zu bekommen sein wird.

Fazit
"Assassin's Creed: Last Descendants - Aufstand in New York" überzeugt mit einer packenden und neuen Geschichte innerhalb des vorhandenen Universums. Allerdings könnte die jugendliche Zielgruppe bei der Vielzahl an Charakteren schnell durcheinander kommen und die Lust an der von vielen Seiten beleuchteten Geschichte verlieren.

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