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29 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

thriller, david gross, berlin, privatermittler, mehrteiler

Brandstifter: Thriller

Martin Krist
Flexibler Einband: 473 Seiten
Erschienen bei Independently published, 19.02.2017
ISBN 9781520648682
Genre: Sonstiges

Rezension:

Familienidylle im Grunewald. Dann wird Valentinas Ehemann brutal ermordet. Laut Polizei soll sich der wohlhabende Unternehmer mit den falschen Leuten eingelassen haben. Sind jetzt auch sie und ihre beiden kleinen Kinder in Gefahr? Valentina begibt sich auf eine gefährliche Spurensuche.

David Gross, Ex-Polizist und Problemlöser. Er wird beauftragt, in einem ungeklärten Brandfall sowie bezüglich des Verschwindens eines jungen Wissenschaftlers zu ermitteln. Dabei tritt er schon bald den falschen Leuten auf die Füße. Außerdem beschäftigt ihn zunehmend die Sorge um seine verschwundene Frau und den kranken Sohn. Keine guten Voraussetzungen für einen Ermittlungserfolg.

Meine Meinung:

Eines sind Thriller von Martin Krist ganz sicher nicht – leichte Kost. Einmal mehr lässt der Autor in „Brandstifter“ seinen besonderen Ermittler David Gross von der Leine. Dieser ist eine sehr facettenreiche Figur. Anders als ein Polizist im Dienste des Staates umgeht er schon gern mal das Gesetz und folgt seinen eigenen Plänen und Ansichten. Neben seinen Ermittlungen spielt auch sein Privatleben eine Rolle, das ihn oft ablenkt. Hier bleibt vieles offen, was auf weitere spannende Thriller hoffen lässt.

Wer den Autor bereits kennt, weiß, dass er seine Leser nicht schont. Weder was Brutalität und Realitätsnähe noch die Komplexität seines Stoffes angeht. Es gibt drei Handlungsebenen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Jedoch kristallisiert sich nach und nach heraus, dass dem ganz und gar nicht so ist. Alles hängt zusammen, aber erst ganz zum Ende hin lösen sich die losen Fäden und ergeben ein zufriedenstellendes Ganzes. Neben den zahlreichen Figuren, die aus mehreren Handlungsebenen resultieren, stellte eine weitere Schwierigkeit dar, dass diese auch noch auf unterschiedlichen Zeitebenen und nicht synchron ablaufen. Hier ist erhöhte Aufmerksamkeit ein Muss. Gerade durch die kurzen Kapitel, die ich sehr gern mag, und schnellen Wechsel verliert man da leicht mal den Faden bzw. übersieht Details.

Hier befand ich mich mal wieder im Zwiespalt. Einerseits treiben die schnellen Wechsel mit teilweise bösen Cliffhangern das Tempo enorm in die Höhe, sodass man durch das Buch fliegen möchte, andererseits kann man sich genau das nicht leisten, wenn man alles verstehen will. Wie kaum ein anderer Thrillerautor vermag es Martin Krist, den Leser zum Miträtseln zu animieren. Dennoch fehlt es nicht an Überraschungsmomenten. Das Buch endet – auch das ist nicht neu bei Martin Krist – relativ abrupt und es braucht eine Zeit, sich das ganze Geschehen noch mal vor Augen zu führen.

Das E-Book hat ein paar kleine (wahrscheinlich) Formatierungsfehler, sodass Sätze verstellt sind, aber das schränkt das Lesevergnügen nur geringfügig ein. Es werden sehr häufig bereits gesprochene Sätze aus vorherigen Kapiteln in Gedanken wiederholt. Dieses Stilmittel finde ich zwar gut, um die Intensität zu erhöhen, es kam mir dennoch ein paarmal zu oft zum Einsatz.

Das soll es aber auch schon an Kritik gewesen sein. „Brandstifter“ ist für den anspruchsvollen Thrillerleser wieder eine echte Perle und sollte nicht lange im Buchregal verbleiben.

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Tags: berlin, brandstiftung, david gross, drogen, enthauptung, korruption, russenmafia, wissenschaftler   (8)
 

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u-bahn, london, israelischer geheimdienst, anschlag, söldner

Lena Halberg: London '05

Ernest Nybørg
Flexibler Einband
Erschienen bei Verlag Edition AV, 16.02.2017
ISBN 9783868411300
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei Recherchen zu den Attentaten von London im Jahr 2005 entdeckt die Journalistin Lena Halberg beunruhigende Parallelen zu weiteren Terroranschlägen rund um den Globus. Ist ein gewissenloser Chemiker Urheber verschiedenster Bomben und was hat der israelische Geheimdienst damit zu tun? Einmal Blut geleckt will sie der Sache auf den Grund gehen und entkommt in Israel nur durch einen besonderen Freund einem brutalen Verhör. Zurück in England gerät sie hautnah in die Machenschaften der Profiteure des Terrors. Kann sie einen weiteren Anschlag verhindern?

Meine Meinung:

Endlich ist er da, der letzte Band der Trilogie um die Journalistin Lena Halberg, die wieder ohne Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten alles daran setzt, den Verflechtungen von Politik, Geheimdiensten und Rüstungsindustrie auf die Spur zu kommen. Bereits die ersten beiden Bände haben mich restlos begeistert und ich bin schon ein wenig traurig, vielleicht nichts mehr über Lenas weiteres Wirken lesen zu dürfen. Die Bücher sind in sich abgeschlossen, aber um Lenas persönliche Entwicklung besser nachzuvollziehen würde ich doch die Einhaltung der Reihenfolge empfehlen.

Bereits der Prolog, in dem eine später sehr wichtige Figur hautnah am Anschlag in der Piccadilly-Line Anteil nimmt, jagt dem Leser das kalte Grausen über den Rücken. Der Autor versteht es wirklich, den Terror, der nun seit Jahren immer öfter unser Leben bestimmt, zu verbildlichen.

Trotz aller erlittenen Verluste und Rückschläge kämpft Lena unverzagt für die Wahrheit und gegen schier übermächtige Gegner. Kam sie mir im letzten Band noch ein wenig kalt vor, so darf sie jetzt Emotionen zeigen, was mir sehr gut gefallen hat.

Wie schon gehabt gibt es am Ende des Buches Ausschnitte aus Pressemitteilungen, die verdeutlichen, dass die rein fiktionale Handlung des Buches vielleicht gar nicht so fiktional ist. Die ganzen Verflechtungen von Politik und Geheimdiensten wirken so realitätsnah, dass man sich oft selbst daran erinnern muss, dass man einen Roman und kein Sachbuch liest.

Für politisch interessierte Thrillerleser beweist Ernest Nybørg mit dem Abschluss seiner Trilogie einmal mehr, dass er sich hinter den großen Namen des Genres keineswegs verstecken muss. Klare Empfehlung von mir und ein Name, den man sich merken sollte.

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Tags: anschlag, attentat, bomben, israelischer geheimdienst, london, söldner, terror, u-bahn   (8)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

halbgott, got, are, gestaltwandler, elfe

Schicksalsschlüssel - Das Bündel

Katy Mendes
E-Buch Text: 208 Seiten
Erschienen bei null, 04.10.2016
ISBN B01M1CKV3F
Genre: Fantasy

Rezension:

Iria ist eine junge Feya (entfernt verwandt mit den Elfen) und durch eine Prophezeiung dazu auserkoren, ihren kleinen Bruder zu seinem Vater, dem Halbgott Ares, zu bringen. Dabei wird sie von Dämonen verfolgt und in eine Falle gelockt. Um der Schändung vor ihrem unweigerlich folgenden Tod zu entgehen, springt sie von einem Fels in den Fluss. Sie und auch das Bündel überleben, werden vom Gestaltwandler Auro gefunden, versteckt und gepflegt.

Obwohl Feyas und Gestaltwandler sich von Natur aus eher aus dem Weg gehen, ist die Anziehungskraft zwischen beiden unleugbar. Sie beschreiten den weiteren gefährlichen Weg gemeinsam, kommen sich näher und müssen am Ende weitreichende Entscheidungen treffen, die ihre Liebe auf eine harte Probe stellen.

Meine Meinung:

„Das Bündel“ ist der Auftakt der Gestaltwandler-Reihe, die bereits im April dieses Jahres mit „Fremde Wurzeln“ seine Fortsetzung findet. Die junge Autorin hat hier eine interessante Fantasywelt entstehen lassen, die neben der realen in Neuseeland existiert. Da tummeln sich Feen, Elfen, Gestaltwandler, aber auch Dämonen und Götter.

Ohne unnötige Längen wird die aufregende Flucht der kupferhaarigen Iria (die Haarfarbe ist unmöglich zu überlesen) erzählt, die alles dafür tut, um ihren kleinen Bruder in Sicherheit zu bringen, der einst über die Geschicke aller Wesen entscheiden soll. Dabei ist sie äußerst mutig und nicht auf den Mund gefallen. Als Gegenpart und bald schon größte Stütze ist Auro natürlich eine männliche Hauptfigur zum Niederknien. Ihre Liebesgeschichte verläuft im richtigen Tempo und wirkt nie übertrieben. Der Schreibstil ist flüssig, eingängig und punktet auch sehr häufig mit feinem Humor.

Einige offene Erzählstränge, wie z. B. das Schicksal von Auros Bruder, schüren die Neugier auf die Folgebände und natürlich will der Leser wissen, wie es mit dem kleinen Jungen an der Seite seines Vaters weitergeht und ob die Liebe zwischen Iria und Auro eine Chance hat.

Wer Fantasy mag, ist daher mit diesem rasanten Auftakt bestens bedient und wird sich sowohl in den kleinen Killian als auch den heißen Gestaltwandler verlieben.

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Tags: are, elfe, fantasy, fee, gestaltwandler, got, halbgott, jaguar, schicksal   (9)
 

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rache, jeff menapace, familie, thriller, spiele

Das Spiel - Rache

Jeff Menapace , Sven-Eric Wehmeyer
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.11.2016
ISBN 9783453677081
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Familie Lambert hat das traumatische Zusammentreffen mit den Fanelli-Brüdern im vergangenen Jahr gerade so überlebt. Was bleibt, sind die seelischen Verletzungen und alle brauchen psychotherapeutische Hilfe. Langsam zurück in der Normalität angekommen, beginnt eine neue Pechsträhne. Anfangs durchaus erklärbar, häufen sich Begebenheiten, die stark an die „Spiele“ der Brüder erinnern. Jedoch ist einer von ihnen tot, der andere sicher verwahrt hinter Gittern. Was die Lamberts nicht ahnen, es gibt neue Mitspieler, und diese sind mindestens genauso skrupellos wie ihre ersten Peiniger …

Meine Meinung:

„Das Spiel – Rache“ ist der zweite Band der Spiel-Trilogie, in der die Familie Lambert von Psychopathen für ihre kranken Spiele auserkoren wurde. Mir hat bereits der erste Teil recht gut gefallen und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Auch wenn in der Fortsetzung auf alles vorher Geschehene noch mal eingegangen wird, würde ich trotzdem vorschlagen, mit Teil 1 zu beginnen, weil es auch gerade die Handlungen der Lamberts nachvollziehbarer macht.

Ansonsten bietet der zweite Teil psychologische Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Mit Monica Kemp und John Brooks bekommt der überlebende Arty Fanelli Familienzuwachs, wie er ihn sich besser nicht hätte wünschen können. Raffiniert und mit viel Geduld werden die Spiele fortgesetzt. Dabei unterbleiben größtenteils Horrorelemente und abgesehen vom rasanten Showdown am Ende hat es der Leser hier eher mit einem klassischen, wenn auch recht brutalen Thriller zu tun.

Bei Amy und Patrick Lambert hat ihr Erlebnis am Crescent Lake deutliche Spuren hinterlassen. Nicht nur ihre permanente Turtelei hat ein wenig nachgelassen, was recht wohltuend ist, auch sind sie bereit, für die Sicherheit ihrer Familie bis ans Äußerste zu gehen. Dabei unterscheiden sie sich kaum noch von den Spielern. Gerade Patrick hat mich hier doch etwas überrascht. Mit der Seitenzahl nimmt auch die Opferzahl zu und hinterlässt doch den einen oder anderen Schock. Das Finale bringt alles eigentlich zu einem mehr oder weniger befriedigenden Abschluss, weshalb man sich umso mehr fragt, was in Teil drei noch passieren soll. Meine Vermutung geht ja ein wenig in Richtung des Aspektes, der zum Ende von Teil 1 aufgegriffen wurde. Aber lest selbst!

Mir hat dieser zweite Teil sogar noch einen Tick besser gefallen als der erste und ich bin echt gespannt, was der Autor für den Abschluss noch aus dem Hut zaubern wird. Actiongeladene Spannung, kompromisslose Brutalität, aber kein übermäßiges Blutvergießen und ein knallharter Showdown – der Mix sollte jeden Thrillerleser zufriedenstellen.

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Tags: killer, opfer, psychospiele, spiele   (4)
 

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499 Bibliotheken, 30 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

rat der neun, veronica roth, jugendbuch, galaxie, gezeichnet

Rat der Neun - Gezeichnet

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis , Michaela Link
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei cbt, 17.01.2017
ISBN 9783570164983
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Der Hohe Rat der Neun regiert über die neun Planeten einer fernen Galaxie. Dabei wird der Eisplanet Thuvhe von zwei Völkern bewohnt. Den friedliebenden Thuvhesi und den stets gewaltbereiten Shotet. Ausgewählte Menschen verfügen über besondere Lebensgaben, die ihr Schicksal bestimmen. Dieses Schicksal, auch durch verschiedene Orakel vorhergesagt, scheint unabänderbar. Dies will der tyrannische Herrscher von Shotet, Ryzek, jedoch nicht wahrhaben. Indem er die Brüder der Familie Kereseth, die Thuvhesi Akos und Eijeh, entführen und ihren Vater töten lässt, will er mithilfe ihrer Lebensgaben sein Schicksal beeinflussen.

In der Gefangenschaft trifft Akos schließlich auf Cyra, die Schwester von Ryzek. Diese hat die schreckliche Lebensgabe, ständig unter Schmerzen zu leiden und diese auch auf andere übertragen zu können. Dadurch wurde sie zum Mittel der Folter für ihren gewaltbereiten Bruder. Akos kann mit seiner Gabe ihre Schmerzen lindern und die beiden kommen sich näher. Vorrangig ist Akos jedoch daran interessiert, gemeinsam mit seinem Bruder in die Heimat zurückzukehren. Dabei wird entscheidend sein, ob er in Cyra eine Verbündete oder Gegnerin findet.

Meine Meinung:

Ich muss zugeben, ich habe für den neuen Roman von Veronica Roth wieder überdurchschnittlich lang gebraucht, was trotz Zeitmangel ein Zeichen dafür ist, dass er mich nicht unbedingt durchgehend zu fesseln wusste. Zuerst einmal liegt das wohl an dem extrem komplexen Weltenmodell, das die Autorin hier geschaffen hat. Bis hin zu Maßeinheiten wimmelt es quasi von fremdartigen, teilweise schwer über die Lippen gehenden Begriffen, die auch nicht alle im anhängenden Glossar erklärt werden. Da muss man als Leser erst mal seinen Platz finden, sich quasi eingewöhnen.

An kreativen Ideen fehlt es dabei nicht und die Ausgangsstory ist durchaus interessant. Da es sich im Buch überwiegend um Schmerz und Kampf dreht, liegt über dem Ganzen eine etwas düstere Grundstimmung. Die Charaktere sind bis zu den Nebenfiguren großartig ausgearbeitet. Beide Hauptfiguren konnten mein Herz gewinnen, wobei Cyra als Ich-Erzählerin einem noch etwas näher kommt. Sie ist es auch, die die größte Entwicklung durchmacht. Zwar ist sie von Beginn an mutig und trägt ihr schreckliches Schicksal nahezu klaglos, jedoch erst durch Akos ist sie in der Lage, dagegen zu rebellieren. Auch dieser wächst mit der Zeit über sich hinaus und versucht das Beste aus seiner Lage zu machen. Die Annäherung der beiden geht ganz zaghaft, fast schleichend vonstatten, was ich sehr schön fand. Hier hat die Autorin genau das richtige Maß gefunden.

Was Schmerz, Folter und Opfer angeht, darf man nicht zimperlich sein, hier wird aus den Vollen geschöpft. Ein wenig hat mir gefehlt, dass man vom titelgebenden Rat der Neun so gut wie gar nichts erfährt. Zwischenzeitlich hätte auch ein wenig Straffung dem Buch sicher ganz gut getan, es passiert nicht wirklich viel in der ersten Hälfte, aber auf den letzten 200 Seiten nimmt die Handlung dann Fahrt auf und es geht quasi Schlag auf Schlag. Hier zündet die Autorin zum Schluss auch noch zwei Informationsbomben, die es wahrlich in sich haben. So weckt sie natürlich extrem die Neugier auf die Fortsetzung des Zweitteilers und es bleibt zu hoffen, dass da noch einiges auf den Leser zukommt.

Wenn auch in einer fernen Galaxie spielend, so ist „Rat der Neun – Gezeichnet“ doch eher ein Fantasy-Epos denn Science Fiction. Ehre, Loyalität, Familiensinn, Machtstreben, Rebellion und ein klein wenig Liebe sind die Hauptthemen. Leser von Dystopien oder auch epischen Fantasy-Romanen, die vor dem komplexen Weltenbild nicht zurückschrecken, werden an Cyras und Akos‘ Geschichte sicher Gefallen finden.

Ich danke dem cbt-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

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Tags: folter, gefangenschaft, kampf, lebensgabe, orakel, planeten, schicksal   (7)
 

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221 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

fantasy, winter, stefanie lasthaus, heyne, das frostmädchen

Das Frostmädchen

Stefanie Lasthaus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.11.2016
ISBN 9783453317291
Genre: Fantasy

Rezension:

Nach einem bösen Streit mit ihrem Freund Gideon flieht die junge Neve Whitmore in die eiskalte kanadische Winternacht. Gerade noch rechtzeitig findet sie der Künstler Lauri Kenneth, der in der Nähe über die Feiertage eine Waldhütte gemietet hat, und pflegt sie aufopferungsvoll. Schon bald entwickeln sich zarte Bande zwischen ihnen. Doch in Neve hat sich etwas verändert und um Lauri nicht in Gefahr zu bringen, muss sie ihn verlassen. Denn eine alte Macht hat anderes mit ihr im Sinn.

Meine Meinung:

„Das Frostmädchen“, welches sich durch ein sehr passend gewähltes, stimmiges Cover auszeichnet, ist ein frostig-kaltes Wintermärchen, was hervorragend in die aktuelle Jahreszeit passt. Insgesamt ein eher ruhiges Buch, außer den beiden Hauptfiguren gibt es kaum nennenswerte Nebencharaktere und zwischen beiden im Wechsel wird die Handlung auch erzählt.

Lauri war mir ein wenig sympathischer als Neve, aber sein etwas eigenbrötlerischer und sensibler Charakter entspricht mir auch am ehesten. Neve kann man schwerer einschätzen und gleich zu Anfang passiert ja etwas mit ihr, was ihre späteren Handlungsweisen vielleicht auch nachvollziehbarer macht.

Die Story plätschert eine ganze Weile ziemlich dahin und dreht sich irgendwann ziemlich im Kreis. Das ist der Punkt, der bei mir zu einem Sternchen Abzug führt, aber gegen Ende hin wird es dann richtig spannend und auch mit dem Schluss kann man als Leser leben, auch wenn ich ihn, zumindest für Lauri, auf die Dauer nicht wirklich als zufriedenstellend betrachten würde.

Die Autorin schafft es sehr gut Gefühle zu transportieren, vor allem hat mir aber ihre Beschreibung des kanadischen Winters, inklusive der Jagd durch Sturm und Eis gefallen. Das Ganze ist so atmosphärisch dargestellt, dass ich mir oft zwischendurch einen Tee machen musste, weil mich selbst im wohligen Zuhause eine Gänsehaut überkam. Ich muss allerdings dazusagen, dass ich ein absoluter Sommertyp bin und mir dieses ständige durch den Schnee stapfen ohnehin ein Grausen verursacht hat.

Das Buch zeigt, dass wahre Liebe vielleicht nicht Berge versetzen, aber doch so einiges ändern kann. Daher, wer eine schöne Lovestory zu schätzen weiß, vor eisiger Kälte keine Furcht hat und ein bisschen Magie und Fantasy in seinen Büchern mag, der kann mit diesem Buch so falsch nicht liegen.

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Tags: frost, kälte, kanada, tod, winter   (5)
 

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

judenverfolgung, aachen, juden, konzentrationslager, 2. weltkrieg

Wir waren doch so jung

Jennifer Riemek , Michael Kuhn
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Ammianus, 15.05.2016
ISBN 9783945025437
Genre: Romane

Rezension:

Jakob Bergmann ist gerade vierzehn Jahre alt, als er 1935 immer mehr unter den an die Macht gekommenen Nationalsozialisten zu leiden hat, die die jüdische Bevölkerung systematisch ausgrenzen und schließlich verfolgen bis hin zur geplanten Ausmerzung. Immer wieder muss er fliehen und im Ausland Unterschlupf suchen. Einzig die Liebe zur ein Jahr jüngeren Annie Vries gibt ihm die Kraft und Hoffnung auf eine Zukunft in Frieden.

Meine Meinung:

„Wir waren doch so jung“ von Jennifer Riemek und Michael Kuhn ist eine Mischung aus einer berührenden fiktiven Geschichte, die getragen wird von einer großen Liebe, und den durch Zeitzeugen belegten wahren Begebenheiten zur Zeit der Judenverfolgung während des Nationalsozialismus. Erzählt wird hierbei die Geschichte zweier jüdischer Familien aus Aachen von 1934 bis 1945 entnommen den Erinnerungen des knapp über siebzig Jahre alten Jakobs.

Sicher gibt es unzählige Bücher über den Holocaust, aber aus der Sicht eines jüdischen Teenagers erzählt, der all die furchtbaren Dinge hautnah erleben muss, habe ich noch keines gelesen. Gerade für junge Menschen, die zunehmend weniger Möglichkeiten haben, mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen, ist dieses Buch eine wahre Fundgrube an Informationen, die gleichzeitig spannend und mit sehr viel Feingefühl vermittelt werden.

Die Hauptfiguren waren mir sofort sympathisch und es ist nach wie vor unfassbar, welchen menschenunwürdigen Repressalien das jüdische Volk ausschließlich aufgrund ihres Glaubens damals ausgesetzt war. Sie waren zwar nicht die einzige verfolgte Bevölkerungsgruppe, dennoch in Ausmaß und Grausamkeit beispiellos. Durch die Perspektive des Jakob betrachtet, ist der Leser hautnah dabei und möchte sich vor Abscheu und Mitgefühl mitunter abwenden, aber genau das sollte er nicht tun, ist doch die Bedrohung Andersdenkender auch in Europa längst wieder salonfähig geworden.

Mich hat die Geschichte von Jakob und Annie, die ca. drei Viertel des Buches einnimmt, tief berührt, mitgerissen und lange nicht losgelassen. Die im letzten Viertel mit Belegen nachgewiesenen Aussagen der Zeitzeugen, die genau die Erlebnisse der fiktiven Figuren widerspiegeln, machen das Ganze auf schreckliche Weise noch eindringlicher. Da nicht nur Aachen Schauplatz ist, sondern auch Städte in Holland und Belgien sowie Frankreich, wird die Ausbreitung der braunen Seuche dem Leser deutlich vor Augen geführt.

Ich würde jedem, der sich ein wenig für das Thema interessiert und nicht den Mantel des Vergessens darüber legen möchte, dieses Buch ausdrücklich empfehlen.

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Tags: 2. weltkrieg, aachen, holocaust, jude, judenverfolgung, nazionalsozialismus   (6)
 

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50 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

nora roberts, liebe, familie, tennessee, betrug

Ein Leuchten im Sturm

Nora Roberts , Christiane Burkhardt
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Diana, 29.08.2016
ISBN 9783453291829
Genre: Romane

Rezension:

Shelby ist gerade mal 24 Jahre alt, als ihr Ehemann Richard verunglückt und sie mit ihrer dreijährigen Tochter Callie allein zurücklässt. Doch nicht nur damit. Sie steht plötzlich auch vor einem riesigen Schuldenberg und muss feststellen, dass ihr Mann ein Lügner und Betrüger war. Völlig verzweifelt flieht sie zurück in ihre Heimat in Tennessee, um im Kreise ihrer Familie einen Neuanfang zu wagen.

Doch ein Detektiv ist ihr auf den Fersen, es geschieht ein Mord und immer neue furchtbare Geheimnisse kommen zutage. Zum Glück gibt es da Griffin, der sich sofort in Shelby verliebt, aber sie und ihre Tochter behutsam umwirbt. Shelby fällt es schwer, nochmals einem Mann zu vertrauen und gerade als sie damit beginnt, gerät ihr Leben in tödliche Gefahr.

Meine Meinung:

Mein letzter Roman von Nora Roberts ist eine Weile her, aber ich mochte die Autorin schon immer sehr gern und wurde auch diesmal nicht enttäuscht. „Ein Leuchten im Sturm“ hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Natürlich kann man sagen, dass die Storyline nicht wirklich neu ist und die meisten Wendungen auch nicht sehr überraschend daherkommen, aber das muss ja nichts Negatives bedeuten.

Ich liebe an Nora Roberts, dass sie es immer schafft, mich völlig in ihren Bann zu ziehen und aus der Realität zu reißen. Man fühlt und leidet an jeder Stelle mit den Protagonisten. Natürlich ist besonders das Kleinstadtfeeling nebst bezaubernder Natur ein großer Pluspunkt. Hier kennt jeder jeden, man hilft und unterstützt einander, wobei es natürlich auch das obligatorische Biest gibt, und die Familie hält auf Biegen und Brechen zusammen.

Natürlich mag Shelby anfangs ein Naivchen gewesen sein, aber sonst wäre sie auch nicht zu Richards Opfer geworden. Und hey, wenn mir jemand mit 19 die Welt zu Füßen legt, klar greift man da zu. Sich danach wieder aus der Schlinge zu befreien, ist, vor allem, wenn ein Kind involviert ist, sicher nicht so einfach. Gerade der große Zusammenbruch und der Schuldenberg, vor dem Shelby nun steht, machen sie zur äußerst starken Frau, wecken quasi die Löwin in ihr, die alles für ihr Kind tun würde.

Deshalb kann ich auch ihre anfängliche Zurückhaltung Griff gegenüber verstehen, obwohl sie ihn und auch den Leser trotzdem immer wieder zu überraschen weiß. Griff ist natürlich ein Hauptgewinn, der sich wohl jede Frau für sich ersehnt. Aber auch die kleine Callie ist einfach bezaubernd, ebenso wie der Rest der Familie, besonders die taffe Grandma.

Ich habe jede Zeile des mitunter ein wenig ausschweifenden Textes genossen und mich in Tennessee gleich zu Hause gefühlt. Einerseits gibt es tolle romantische Momente, andererseits sorgt die ständige Bedrohung, die über allem liegt, für stetes Herzklopfen. Der Showdown ist dann auch wirklich atemberaubend und rundet diesen Pageturner perfekt ab.

Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die Liebesromane mit großer Dramatik und einem Touch Thrill mögen.

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Tags: drama, familiendrama, nora roberts, tennessee   (4)
 

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88 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

serienkiller, zodiac, linus geschke, thriller, köln

Die Akte Zodiac 1

Linus Geschke
E-Buch Text: 68 Seiten
Erschienen bei Edel Elements, 07.10.2016
ISBN 9783955308186
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Rezension umfasst alle Teile der Tetralogie!!!

Zwei grausame Morde werden an Liebespaaren im Großraum Köln verübt, die scheinbar in keinem Zusammenhang stehen. Erst durch die Mitwirkung von Fallanalytiker Marco Brock stößt das Team um Kommissarin Eva Lendt auf Parallelen. Bald wird traurige Gewissheit, dass offenbar ein Nachahmungstäter sich die Morde des Zodiac-Killers zum Vorbild nimmt, der Ende der sechziger Jahre in der San Francisco Bay Area in den USA zu Gange war.

Wie sein Vorbild wird der aktuelle Killer immer mordlustiger und spielt mit der Polizei. Eine gnadenlose Jagd zur Vermeidung weiterer Opfer beginnt und die Ermittler können dem Täter nur auf die Spur kommen, wenn sie sich intensiv mit seinem Idol beschäftigen.

Meine Meinung:

Zum Glück habe ich alle vier Teile der E-Book-Reihe von Linus Geschke gleichzeitig bekommen und konnte sie so direkt hintereinander weg lesen. Sich einen einzelnen Teil rauszupicken macht auch keinen Sinn, denn die Teile fließen ineinander über und sind nicht in sich abgeschlossen. Das macht es auch schwierig, sie einzeln zu bewerten, weshalb sich diese Rezension auch auf das ganze Buch bezieht, welches sicher auch noch mal in der Form erscheinen wird. Einen wirklichen Sinn sehe ich in der Aufsplittung auch tatsächlich nicht. Man liest es entweder ganz oder gar nicht.

Die Idee, einen Killer hierzulande einem der berühmtesten Serienkiller, noch dazu einen der wenigen, der nie identifiziert geschweige denn gefasst wurde, nacheifern zu lassen, ist schon toll, wenn auch nicht total neu. Auch ich habe den Film mit Jake Gyllenhaal gesehen und konnte mich der Faszination dieser Thematik schwer entziehen, weshalb ich sehr neugierig war, was Linus Geschke daraus gemacht hat.

Das Buch als Ganzes betrachtet finde ich wirklich sehr ansprechend. Teil 1 beginnt direkt mit dem ersten Mord und ab da flaut die Spannung eigentlich nie ganz ab. Zwischenzeitlich kommt auch der Killer zu Wort, was mir immer besonders gefällt, weil es ja doch nicht so einfach ist, sich in so jemanden hineinzuversetzen. Die von Brock vorgetragenen Rückblenden zu den realen Ereignissen um den Zodiac-Killer in Amerika bilden eine spannende Vermischung von Fiktion und Realität. Durch Erweiterung des Figurenpools versucht der Autor geschickt, den Leser auf falsche Fährten zu führen, was jedoch nur teilweise gelingt. Die Auflösung ist schlussendlich dennoch eine Überraschung.

Die Hauptfiguren sind vielschichtig und interessant beschrieben. Eva lässt sich ungern von oben reinreden und da kommt ein von sich mehr als überzeugter und ungeheuer arroganter Fallanalytiker gerade recht. Die Kabbeleien der beiden lockern das düstere Thema etwas auf. Brock ist natürlich anfangs der Unsympath schlechthin, gewinnt aber immer Verlaufe der Handlung. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass diese Ermittlerkonstellation nochmals zum Zuge kommt.

Insgesamt ein wirklich solider und spannender Thriller, obwohl ich ihn eigentlich eher zu den Kriminalromanen zählen würde, da er mich nun auch nicht gerade atemlos gemacht hat. Das größte Manko ist dabei wirklich nur die Teilung, da die einzelnen Parts für sich genommen einfach keinen Sinn ergeben.

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Tags: nachahmer, san francisco, serienkiller, zodiac, zodiac-killer   (5)
 

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(154)

296 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

weihnachten, jay asher, dein leuchten, liebe, jayasher

Dein Leuchten

Jay Asher , Karen Gerwig
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 31.10.2016
ISBN 9783570164792
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Sierras Familie gehört eine Weihnachtsbaumplantage in Oregon und jedes Jahr fahren sie nach Thanksgiving nach Kalifornien, um ihre Bäume an den Mann zu bringen. Schon seit Kindestagen ist Sierra dabei und hilft, so gut sie kann. Dieses könnte ihr letztes Mal sein, denn die Branche tut sich schwer. Für den einen Monat hat Sierra gewiss nicht vor, etwas mit einem Jungen anzufangen, doch dann begegnet ihr Caleb. Nicht nur sein unwiderstehliches Grübchen hat es ihr angetan, auch dass er Weihnachtsbäume an Hilfsbedürftige verschenkt, wärmt ihr Herz. Doch da ist auch ein Gerücht, welches ihr eigentlich jeden Kontakt mit ihm verbieten sollte …

Meine Meinung:

„Dein Leuchten“ ist Jay Ashers dritter Jugendroman. Mit leisen Tönen erzählt er hier die wunderbar romantische Geschichte der ersten Liebe zwischen Sierra und Caleb. Der Hintergrund mit dem Weihnachtsbaumverkauf und den ganzen Traditionen drumherum macht das Buch natürlich zu einem perfekten Vorweihnachtsbuch und versetzt in besinnliche Stimmung.

Sierra ist ein taffes Mädchen, die sehr verantwortungs- und familienbewusst ist, aber auch ihre eigene Meinung durchzusetzen weiß. So hört sie auch nicht auf Gerüchte von anderen, sondern macht sich lieber selbst ein Bild. Sie erkennt, dass Caleb es wert ist und kämpft um ihn und ihre Liebe. Es ist sehr schön, wie die beiden sich langsam, ja fast zaghaft, annähern. Beide haben ihre Zweifel, Caleb aufgrund seiner Vergangenheit, Sierra, weil sie nicht glauben kann, dass ihre Liebe die Entfernung, die zwischen ihnen liegt, überdauern kann.

Es gibt einige sehr romantische Szenen, die den Leser bestimmt in die eigene Jugend zurückversetzen, so sie denn schon länger her ist. Auch ein wenig Humor blitzt ab und an auf. Ansonsten kommt der Roman ohne größere Konflikte aus, plätschert oft auch ein wenig vor sich hin. Große Spannung oder gar Dramatik sollte daher nicht erwartet werden.

Allerdings vermittelt er sehr schön die Botschaft, die natürlich auch perfekt zur Weihnachtszeit passt, dass jeder eine zweite Chance verdient hat und es sich für die wahre Liebe zu kämpfen lohnt.

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Tags: erste liebe, weihnachten, weihnachtsbaum   (3)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

dämonen, teufel, hölle, höllenhunde, engel

Candlelight & Fegefeuer

Ylvi Walker
Flexibler Einband: 334 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 08.02.2016
ISBN 9781519763181
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mary-Margaret wird seit einiger Zeit vom Pech verfolgt und muss schließlich sogar bei ihrer etwas anstrengenden Schwägerin Obdach nehmen. Deren Sohn hat nur Unfug im Kopf und versucht sich an einer Dämonenbeschwörung. Dabei ruft er den Höllenfürsten persönlich auf den Plan. Luzifer wurde es gerade ein wenig langweilig in der Hölle und so nutzt er sehr gern die Gelegenheit, sich etwas auf der Erde umzuschauen, zumal ihn Mary-Margaret sehr fasziniert und er sie für sich gewinnen will.

Er muss feststellen, dass er nicht der Einzige ist, der sich für sie interessiert. Seine bösartige Ex Lilith hat offenbar eigene Pläne mit ihr, die kein gutes Ende versprechen. Nun bleiben Luzifer nur 48 Stunden, um Mary-Margaret, die der männlichen Spezies abgeschworen hat, für sich zu gewinnen und Liliths Plan zu vereiteln. Dabei wird ein Szenario heraufbeschworen, das das Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle für immer zerstören könnte.

Meine Meinung:

„Candlelight & Fegefeuer“ ist der Auftakt der Luzifer-Trilogie von Ylvi Walker. Wer jetzt allerdings ein klares Bild vom Himmel und seinen Bewohnern als den Guten und der Hölle, inklusive Luzifer und seinen Dämonen, als den Bösen erwartet, wird eines Besseren belehrt. Hier stellt die Autorin alles auf den Kopf oder sorgt zumindest für genug Grauzonen, sodass man sich nie sicher sein kann, wer Protagonist und wer Antagonist ist.

Ich muss zugeben, mir war Luzifer dann doch einen Tick zu brav. Ein klein wenig mehr böse Energie hätte ich ihm gewünscht, zumal die vielen Jahre in der Hölle ja auch irgendwo Wirkung zeigen müssten. Dagegen sind selbst die restlichen Erzengel wesentlich vielschichtiger. Jedoch fand ich sehr schön, dass er zu seinen Gefühlen steht, alles zu opfern bereit ist für seine Liebe und in Gegenwart seiner Mary-Margaret oft so herrlich unsicher wird.

Auch die Nebencharaktere, vor allem Emmanuelle, sind sehr vielversprechend. Die Liebesgeschichte zwischen Luzifer und Mary-Margaret verläuft natürlich sehr rasant. Aber das kann einerseits durch die Extremsituation, in der es um Leben oder Tod geht, sowie natürlich die limitierte Zeit auf Erden von Luzifer gut verschmerzt werden. In dem Zusammenhang passt es sehr gut, dass den beiden nach der überstandenen Katastrophe alle Zeit der Welt für den Aufbau einer Beziehung gelassen und nichts überstürzt wird.

Wer es liebt, in fantasievolle Welten abzutauchen, wo der Humor und eine berührende Liebesgeschichte sowie ein spannendes Finale nicht fehlen, wird von diesem Buch nicht enttäuscht sein.

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Tags: dämonen, engel, himmel, hölle, höllenhunde, luzifer, teufel   (7)
 

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

irrenanstalt, jugendbuch, jenische, zigeuner, todesspritze

Nebel im August

Robert Domes
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbj, 12.09.2016
ISBN 9783570403280
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ernst Lossa gehört zu einer Familie fahrender Händler, die im Sommer 1933 durchs bayerische Land zieht. Als die Mutter schwer erkrankt, während der Vater für Geschäfte unterwegs ist, werden ihr die Kinder entrissen. Ernst und seine drei Geschwister landen im Waisenhaus. Der gerade mal Vierjährige entwickelt sich zu einem schwierigen Kind, der einen Hang zum Diebstahl nicht verleugnen kann. Nachdem die Nonnen irgendwann überfordert mit ihm sind, wird er in ein Erziehungsheim abgeschoben. Eine Psychiaterin verpasst ihm hier den Stempel „asozialer Psychopath“, was ihn schließlich in eine psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren bringt. Hier endet das viel zu kurze Leben des nicht einmal 15jährigen Ernst mit der Todesspritze. Im Rahmen des Euthanasie-Programmes des Nationalsozialismus wird er als „unwertes Leben“ aus dem Weg geräumt.

Meine Meinung:

Der Journalist und Autor Robert Domes nimmt sich in diesem Buch des Themas Euthanasie im Dritten Reich an – eines der schwärzesten Kapitel der deutschen Geschichte. Über fünf Jahre hat er akribisch recherchiert, Zeitzeugen befragt und so die kurze Lebensgeschichte des Ernst Lossa für die Nachwelt zu Papier gebracht. Sein Einzelschicksal wird zum Präzedenzfall, war er doch weder geistig noch körperlich behindert. Aber er war unbequem, im Weg, ein notorischer Dieb, eigensinnig und hatte die falschen Wurzeln, auf jeden Fall aber genug Voraussetzungen, um vom NS-System verfolgt und gnadenlos zum Schweigen gebracht zu werden. Er steht dabei für die mindestens 200.000 überwiegend namenloser Opfer, die zwischen 1939 und 1945 von den Nazis auf verschiedenste Art ermordet wurden.

Robert Domes hat aus Ernsts Geschichte keine trockene Dokumentation gemacht, sondern einen biografischen Roman geschrieben. Dabei wählt er eine Perspektive, die den Leser zu ca. neunzig Prozent direkt an Ernsts Seite stellt. Er erlebt hautnah mit, was der Junge fühlt, denkt und auch erleiden muss. Das ist nicht immer einfach, das Grauen in dieser Zeit war unvorstellbar. Aber es gibt auch schöne Momente, in denen Ernst glücklich ist. Wenn er an die Zeit mit seiner Familie zurückdenkt, die Streiche mit seinen Freunden, seine erste Verliebtheit. Er ist kein Held, einfach ein normaler Junge, der sich zeit seines Lebens nach Liebe und Aufmerksamkeit sehnt. Der intelligent genug ist, das Grauen zu durchschauen, was ihn wahrscheinlich auch das Leben gekostet hat.

Das Buch kann Jugendlichen wie Erwachsenen gleichermaßen empfohlen werden, die sich für dieses Thema interessieren. Gerade für Jugendliche, denen das Vokabular im Zweiten Weltkrieg nicht mehr so präsent sein dürfte, erklärt ein Glossar im Anhang leicht verständlich alle Begriffe. Jede der Figuren des Romanes hat tatsächlich existiert, wenn die Namen auch teilweise verfälscht wurden. Gerade diese Authentizität macht die Geschichte umso schockierender, je länger man sich damit beschäftigt. Dennoch finde ich es äußert wichtig, dieses dunkle Kapitel nicht totzuschweigen, vor allem in einer Zeit, wo das braune Geschwür wieder zunehmend Nahrung bekommt. Das Thema ist aktuell wie nie.

Auch wenn ich den Film zum Buch, der Ernsts letzte Jahre in Kaufbeuren behandelt und damit nur einen ganz kleinen Teil dieses Roman, noch nicht gesehen habe, möchte ich bereits eine Empfehlung auch dafür aussprechen. Seht euch „Nebel im August“ unbedingt an. Diese Neuauflage des Buches vom Oktober 2016 enthält zahlreiche exklusive Filmfotos.

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Tags: anstalt, euthanasie, irrenanstalt, jenische, kaufbeuren, nervenanstalt, todesengel, todesspritze, zigeuner   (9)
 

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209 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 83 Rezensionen

heiligendamm, barbarazweig, liebe, ostsee, weihnachten

Winterblüte

Corina Bomann
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 14.10.2016
ISBN 9783471351420
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Familie Baabe betreibt im Ostseebad Heiligendamm im Jahre 1902 ein Gästehaus. Die Tochter des Hauses soll sich gemäß den Wünschen ihrer Eltern am Weihnachtsabend verloben, doch keiner der Heiratskandidaten entspricht ihren Vorstellungen, gehört ihr Herz doch längst einem anderen. Nur leider gehört Peter zur Familie Vandenboom und da eine lange Feindschaft beide Familien verbindet, ist ein glückliches Ende für Johanna schlicht unerreichbar.

Ihr Bruder Christian findet unterdessen eine junge Frau halbtot am Strand. Die Schiffbrüchige hat ihr Gedächtnis verloren und wird vorerst im Gästehaus der Baabes betreut. Ganz wichtig scheint ihr ein Barbarazweig zu sein, den sie fest umklammert hielt, als sie gefunden wurde. Christian beginnt schon bald Gefühle für Barbara zu entwickeln, doch seine Mutter begegnet ihr voller Misstrauen. Dies setzt Dinge in Bewegung, die alles verändern werden.

Meine Meinung:

Obwohl ich bereits einige Bücher von Corina Bomann besitze und sie schon zweimal persönlich treffen durfte, ist „Winterblüte“ mein erster gelesener Roman der Autorin. Vorab möchte ich dem Verlag ein Kompliment für das wunderschöne Buchcover machen. Die kleinen goldenen Applikationen sind ein echtes Highlight und machen den Umschlag zu etwas Besonderem.

Mich hat an dem Buch sowohl das Setting gereizt, da ich das Meer liebe und meine Mutter vor vielen Jahren öfter in Heiligendamm zur Kur war, also auch die Zeit, in der es spielt. Der Beginn des 20. Jahrhunderts war einfach eine Zeit großer Umwälzungen und es passt sehr gut, dass mit dieser Geschichte auch verstaubte Traditionen und Standesregeln aufgehoben werden.

Der Roman ist ein wunderschönes Winter-/Weihnachtsbuch und der beliebte Brauch des Barbarazweigs zieht sich wie ein roter Faden hindurch. Hauptaugenmerk liegt aber vor allem auf den Personen und ihren Liebesgeschichten. Ich fand die Charaktere sehr interessant gestaltet, auch den Wandel, den sie irgendwie alle durchleben. Durch die Schiffbrüchige und das große Familiendrama in der Vergangenheit zwischen den Baabes und den Vandenbooms gibt es genug Geheimnisse, die für Spannung und Aufregung sorgen.

Die Autorin bedient sich einer einfachen, aber sehr gewählten Sprache, die den Leser förmlich in die damalige Zeit und ihre Traditionen zieht. Einmal darauf eingelassen, war man richtiggehend gefangen vom Liebesdrama der Johanna und dem Kampf ums Erinnern bei Barbara. Von Herzen gönnte ich beiden ihr Glück, welches die Barbarazweige schlussendlich ja auch verkündeten. Natürlich war mit großen Überraschungen nicht zu rechnen und alles schon in wenig vorhersehbar, dafür das Ende aber umso romantischer und herzergreifend.

Ein wenig mehr Information hätte ich mir schon zum Ort und der damaligen Zeit gewünscht, wenn schon so ein interessanter historischer Schauplatz vorliegt, aber das bedeutet jetzt nicht wirklich große Abstriche, denn am wichtigsten ist nun mal die Liebe.

Am besten genießt man den Roman schön eingekuschelt mit einem Tee vor dem Kamin oder auf der Couch. Mich hat „Winterblüte“ aus der Gegenwart gerissen, in eine Liebesgeschichte katapultiert, um die es sich zu kämpfen lohnt, und sie hat den Zauber einer vergangenen Zeit auferstehen lassen. Klare Leseempfehlung für die Winterzeit, aber auch jederzeit sonst.

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Tags: barbarazweig, familiengeheimnis, gästehaus, heiligendamm, liebe, ostsee, ostseebad, schiffbrüchig   (8)
 

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504 Bibliotheken, 27 Leser, 1 Gruppe, 149 Rezensionen

thriller, cody mcfadyen, smoky barrett, die stille vor dem tod, mord

Die Stille vor dem Tod

Cody McFadyen , Axel Merz
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.09.2016
ISBN 9783785725665
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der grauenhafte Mord an einer fünfköpfigen Familie in Denver ruft FBI-Agentin Smoky Barrett und ihr Team auf den Plan, denn sie wird vom Mörder mittels einer Botschaft direkt angesprochen. Doch die Mitglieder dieser Familie sind nicht die einzigen Opfer. Smoky gerät in einen Sog des Bösen, dessen Ausmaß jede Vorstellungskraft sprengt. Die hochschwangere Agentin entkommt nur knapp einem Serienkiller und muss fortan um ihr Leben und das ihrer Familie bangen. Wird ihre Psyche daran zerbrechen?

Meine Meinung:

Ich war von Beginn an ein großer Fan der Smoky Barrett-Reihe von Cody McFadyen und freute mich sehr, als bekannt wurde, dass es endlich die lang verschobene Fortsetzung geben sollte. Bei so heiß ersehnten Büchern gönne ich mir hin und wieder schon mal die Hardcover-Ausgabe und warte nicht aufs Taschenbuch. Ich bin allerdings sehr froh, dass ich in diesem Fall ein Bibliotheksexemplar ergattern und mir so das Geld sparen konnte.

Das Buch unterscheidet sich klar von seinen Vorgängen in punkto Schreibstil, Spannung und Tempo. Es ist in drei Teile gegliedert. Den ersten Teil fand ich auch noch richtig gut. Unvorstellbare Szenarien, extreme Gewalt, enorme Spannung, auch wenn die ganze Bunkeranlage schon einen ziemlich unglaubwürdigen Touch hat. Dennoch, ich war begeistert.

Danach scheint es plötzlich, als wäre in dem Autor eine Wandlung vor sich gegangen. Der zweite und größte Teil beschäftigt sich mit dem psychischen Trauma, welches Smoky erlitten hat. Dass ihr Erleben, noch dazu in hochschwangerem Zustand, schwer zu verkraften gewesen sein muss, keine Frage. Allerdings ergeht sich der Autor nun in derart ausschweifendem Psychogeschwafel, mit unzähligen Wiederholungen, dass das Lesen tatsächlich zur Tortur wird. Oft ist kaum zu unterscheiden zwischen Traum und Wirklichkeit, Smoky erinnert sich an jede Menge zurückliegender Fälle, die überhaupt keine Relevanz haben und das ganze Buch unnötig aufblähen. Irgendwo muss der stolze Preis wohl gerechtfertigt werden. Vieles davon wäre in einem psychologischen Fachbuch auf jeden Fall besser aufgehoben gewesen als in einem Thriller, auch wenn es in Teilen nicht uninteressant war.

Der dritte Teil schließlich soll die Auflösung bringen. Soll wohlgemerkt, denn letztendlich wird nur einer der Täter entlarvt und das auch noch auf eine Weise, die mir ebenfalls nicht zusagt. Da lässt man seine Mitarbeiter einfach mal ein paar Tage ein bisschen recherchieren, setzt sich dann gemeinsam an einen Tisch und schwupps hat sich ein Verdächtiger durch einen sehr leichtsinnigen Fehler herauskristallisiert. Dabei deckt man noch auf, dass das Ganze unvorstellbare Dimensionen annimmt und bis in höchste Kreise reicht. Trotzdem bleiben jede Menge „Warums“, „Weshalbs“ und „Was sollte der ganze Aufwand eigentlich?“ übrig.

Schön zu wissen am Ende, Smoky ist wieder in der Spur und kann sich nun auf die Jagd nach dem Rest der so überaus genialen Bande machen. Auf dass der nun noch nicht abgeschreckte Leser auch die nächsten Bände kaufen möge. Ich befürchte ja fast, dass die Taktik nicht aufgehen und Cody McFadyen mit diesem 5. Band einige treue Leser verloren haben wird. Ich bin auf jeden Fall in starkem Zweifel, ob ich wissen muss, wer nun der Wolf und der Folterer sowie der Kopf der Reiter sind.

Für den doch sehr vielversprechenden Beginn des Romans und einige Schockmomente sowie berührende Szenen im späteren Verlauf, bin ich geneigt, zwei Sterne zu hinterlassen, aber mehr war hier wirklich nicht drin.

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Tags: psychologie, serienmörder, serientäter, smoky barett   (4)
 

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30 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

rechtsmedizin, michael tsokos, irrtümer, rechtsmediziner, suizid

Sind Tote immer leichenblass?

Michael Tsokos , Christoph Kellner
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Droemer, 04.10.2016
ISBN 9783426277003
Genre: Sachbücher

Rezension:

Was sieht man nicht alles in den beliebten Fernsehkrimis oder diversen CSI-Formaten aus Amerika, wenn es um die Identifizierung von Toten oder die Arbeit von Rechtsmedizinern geht. Eine Menge Klischees sind da im Umlauf, die mit der Realität wenig bis nichts zu tun haben. Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner, Professor Michael Tsokos, bringt Licht ins Dunkel und klärt sachlich und für den Laien verständlich über 40 Irrtümer auf.

Meine Meinung:

Die Rechtsmedizin ist ein Fachgebiet, das mich schon länger fasziniert. So bin ich auch, weniger beim Tatort, aber was die ganzen amerikanischen Serien in dem Bereich angeht ziemlich up to date. Natürlich stellt sich einem da schon manchmal die Frage, inwieweit einem hier realitätsnahes Wissen vermittelt wird. Daher war ich sehr gespannt, was ein anerkannter Fachmann wie Michael Tsokos, den ich als Person und Autor sehr schätze, dazu zu sagen hat und welche Details wirklich ins Reich der Fantasie gehören.

Das kleine Büchlein liest sich flugs weg, da die insgesamt 40 Irrtümer auf jeweils maximal 2 bis 3 Seiten abgehandelt sind, es einige leere Seiten gibt und das Ganze auch noch durch zum Thema passende Illustrationen von Christoph J. Kellner aufgelockert wird.

Zugegeben, ein großer Prozentsatz der „Irrtümer“ sollte für jede mit einem gesunden Menschenverstand ausgerüstete Person keiner sein. Manche Erklärungen wirken daher schon ein wenig an ein etwas minderbemitteltes Klientel gerichtet. Vielleicht ist dem auch geschuldet, dass Herr Tsokos hier an einigen Stellen etwas oberlehrerhaft, wenn nicht sogar arrogant, erscheint. Aber er ist ohne Zweifel eine Koryphäe auf seinem Gebiet, deshalb kann ich ihm das auch nicht wirklich übel nehmen.

Die Irrtümer werden klar und sachlich aufgeklärt, sind teilweise amüsant zu lesen und bieten in einigen wenigen Fällen sogar interessantes Wissen, das sicherlich bisher nicht jedem zu eigen war.

Damit war „Sind Tote immer leichenblass?“ für mich eine durchaus interessante und vor allem unterhaltsam aufbereitete Sammlung von Irrtümern die Rechtsmedizin betreffend und deren Klarstellung.

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Tags: autopsie, forensik, michael tsokos, rechtsmedizin, rechtsmediziner, selbstmord, suizid   (7)
 

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

casting, kampf, dystopie, familie, spiele

Casting: Spiel ums Leben

Yvonne Richter
E-Buch Text: 202 Seiten
Erschienen bei Fabulus-Verlag, 25.08.2016
ISBN 9783944788043
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es ist nicht leicht, in der Welt der Castingindustrie zu überleben. Neben Geld muss sogar Wohnraum, Nahrung und Kleidung in teilweise hirnrissigen Castings erspielt werden. Lovis findet in Jo und einigen anderen Jugendlichen Gleichgesinnte, die dem System den Kampf ansagen wollen. Nach und nach gelingt es ihnen, das Räderwerk ein wenig ins Stocken zu bringen. Mit weiteren Freunden und auch erwachsenen Helfern gründen sie eine Gemeinschaft, die sie unabhängig vom Castingrummel machen soll. Doch man ist ihnen bereits dicht auf den Fersen.

Meine Meinung:

Als großer Fan der Panem-Trilogie hat mich der Klappentext von „Casting“ sehr angesprochen, da mir diese dystopische Welt, betrachtet man die unzähligen Casting-Formate im TV, gar nicht mal so unrealistisch erschien. Leider konnte mich Yvonne Richter mit ihrem Buch nicht wirklich überzeugen.

Die Grundidee ist sehr originell, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass dieses System tatsächlich funktionieren würde. Allerdings ist das Buch auf eine Leserschaft ab 10 Jahren ausgelegt, die sich über die Hintergrunde und Zusammenhänge wahrscheinlich nicht detailliert den Kopf zerbricht. Ich persönlich hätte mir auch ein paar Informationen erhofft, wie es dazu kommen konnte.

Größtes Manko des Buches ist für mich allerdings die Sprache. Zwar gewöhnt man sich nach einer Weile an die ungewöhnlichen Namen, aber gerade bei den Juroren – u. a. Kroko Flanell, Kami Katze oder Quassel Strippe – ist mir das einfach zu gewollt komisch. Dann gibt es noch weitere Wortfindungen wie Kaltfrisch (Kühlschrank), Redfon (vermutlich Telefon/Handy) und die ganzen Verbindungen mit Cast wie Castidaten, Castrolleure, Castiener u. v. m. Wenn man wie ich die deutsche Sprache liebt, dann rollen sich da wirklich die Fußnägel auf, und auf Dauer nervt es einfach. Die jugendlichen Leser könnten das durchaus witzig finden, bleibt zu hoffen, dass sie es nicht in ihren Sprachgebrauch übernehmen.

Die Figuren sind nicht schlecht gestaltet, eine wirkliche Nähe zu ihnen bekommt man jedoch nicht. Auch komisch, dass sich in dieser Ellenbogengesellschaft, wo jeder ums eigene Überleben kämpfen muss, plötzlich so viele Gleichgesinnte finden und kein Verräter drunter ist. Großgeschrieben wird hier jedoch die Freundschaft, gegenseitige Unterstützung und der Gemeinschaftssinn, was sicher positiv zu bewerten ist.

Es gibt während der Castings ein paar spannende Momente und auch auf das Ende zu, aber insgesamt plätschert die Story eher so vor sich hin. Zu guter Letzt finde ich es auch relativ unrealistisch, dass ein offenbar seit Jahrzehnten etabliertes System durch ein paar kleine Streiche, die fast ausnahmslos gelingen, ins Wanken und schließlich von heut auf morgen aus den Fugen gerät. Die Mitwirkenden der Casting-Industrie wirken allesamt ein wenig trottelig, was es dann schon wieder nachvollziehbar macht, allerdings nicht, wie es so weit kommen konnte.

Ich schwanke bei diesem Buch wirklich sehr bei der Bewertung, da es mich persönlich nicht begeistern konnte. Allerdings für die jungen Leser der Zielgruppe dürfte dieses Abenteuer einer Gruppe enger Freunde mit der einfach zu lesenden Sprache durchaus eine nette Abwechslung sein, daher vergebe ich drei Sterne.

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Tags: arena, casting, dystopie, kampf, spiele   (5)
 

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66 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

australien, thriller, doppelgänger, verschwinden, teenager

Ihr letzter Sommer

Anna Snoekstra , Jan Schönherr
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 15.08.2016
ISBN 9783959670357
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine junge Rumtreiberin, dem lieblosen Zuhause entflohen, wird beim Diebstahl erwischt. Um ihre wahre Identität zu verschleiern, behauptet sie kurzerhand, die vor 11 Jahren verschwundene Rebecca Winter zu sein. In einer Nachrichtensendung hatte sie festgestellt, dass sie dieser verblüffend ähnlich sieht. Anfangs genießt sie die ungewohnte Zuwendung der über ihre Rückkehr überaus glücklichen Familie. Doch von Tag zu Tag wird es schwieriger, vor Familie, Freunden und der Polizei Rebeccas Rolle zu spielen. Als sie hinter einige Geheimnisse von Rebecca kommt und selbst bedroht wird, entsteht der Wunsch in ihr, wenigstens die Wahrheit hinter dem Verschwinden von Rebecca aufzudecken, was sie in tödliche Gefahr bringt.

Meine Meinung:

Der Thriller von Anna Snoekstra hat mich wirklich in seinen Bann gezogen. Die Autorin schafft es, bis zur letzten Seite eine subtile Spannung und geheimnisvolle Atmosphäre aufzubauen, sodass man das Buch unmöglich vor der Auflösung zur Seite legen kann.

Die echte und falsche Rebecca (ihr wahrer Name bleibt ein Geheimnis) sind keine wirklichen Sympathieträger, halt Teenager mit Ecken und Kanten, die rebellieren, unkluge Entscheidungen treffen, aber auch von ihrer Umwelt nicht gerade rücksichtsvoll behandelt werden. Von daher konnte ich mit ihnen auch ganz gut klarkommen.

Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt. Einerseits erhält der Leser Einblick in die Tage vor Rebeccas Verschwinden im Jahr 2003, ihre Sorgen und Probleme. Den größeren Teil nimmt das Handeln der „falschen“ Rebecca im Jahr 2014 ein. Neben der Zeitangabe am Kapitelbeginn wird zudem die Vergangenheit in der dritten Person erzählt, die Gegenwart aus der Ich-Perspektive. Daher fällt es wirklich leicht, beide Ebenen voneinander abzugrenzen. Sie bauen auch sehr geschickt aufeinander auf, sodass die Spannung wirklich nie abreißt.

Da ich keine volle Punktzahl vergeben konnte, gibt es auch ein paar kleinere Kritikpunkte. Die falsche Rebecca kommt mir oft sehr unreif vor, halt wirklich wie ein Teenager und vor allem sehr hormongesteuert. Sie passt gut in die Rolle der 16-jährigen Rebecca, allerdings nicht in die einer 27-jährigen Frau, die sie inzwischen sein sollte. Die Handlungsweise der Polizei, die „Bec“ so schnell vom Haken lässt, erscheint ebenfalls ein wenig unglaubwürdig.

Die Autorin legt geschickt einige Spuren mittels zwielichtigen Nebenfiguren, sodass es mehrere Möglichkeiten für einen Tatverdächtigen gibt. Die tatsächliche Auflösung ist wirklich eine Überraschung und absolut unvorhersehbar. Allerdings verlaufen einige Handlungsstränge durch das relativ abrupte Ende dann doch im Sande, wo ich mir etwas mehr Erklärungen gewünscht hätte. Auf die Bilder im Kopf von einer bestimmten Szene hätte ich auch ganz gut verzichten können, aber das gehört wohl leider zur Täterbeschreibung dazu.

Insgesamt jedoch hat der Roman durchaus zu fesseln verstanden und eine gewisse Sogwirkung entwickelt. Für Freunde des subtilen Thrills daher eine klare Leseempfehlung.

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Tags: australien, doppelgänger, teenager, verschwinden, zwillinge   (5)
 

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466 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 157 Rezensionen

new york, ally taylor, liebe, freundschaft, liebesroman

New York Diaries – Claire

Ally Taylor
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.10.2016
ISBN 9783426519394
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nach einer gescheiterten Beziehung mit einem Musiker kehrt Claire Gershwin aus London zurück in ihr Elternhaus. Der Gedanke, wieder in ihr altes Kinderzimmer zu ziehen, widerstrebt ihr jedoch dermaßen, dass sie kurzerhand in den begehbaren Kleiderschrank ihrer besten Freundin June zieht, die im Herzen von New York City im leicht abgewohnten Knights Building lebt.

Dort trifft sie nicht nur auf ihren besten Freund Danny aus Collegetagen, sondern direkt über ihr wohnt ihre erste große Liebe Jamie, dem sie viele Jahre lang nachgetrauert hat. Nicht die besten Bedingungen für einen Neuanfang, in dem Männer eigentlich erst mal keine Rolle mehr spielen sollten.

Meine Meinung:

Eine neue Buchserie von Ally Taylor und Carrie Price. Bereits die Ankündigung dieser löste maximale Freude bei mir aus, da ich seit Jahren ein großer Fan dieser Autorinnen (Anne Freytag und Adriana Popescu) bin. So stürzte ich mich auch unmittelbar in das erste New York-Abenteuer um Claire.

Was soll ich sagen. Eine Rezension eines Buches von Anne (Ally) fällt mir immer sehr schwer, einfach weil ich mir gegenüber ihrem unglaublichen Talent, Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen, total minderwertig vorkomme. Sie schafft es jedes Mal, mich nach der Lektüre eines ihrer Bücher quasi sprachlos zurückzulassen. Und ohne Stimme lässt es sich nun mal schwer rezensieren. Ich versuche es trotzdem.

Natürlich gibt es unzählige Romane über beziehungsgescheiterte junge Frauen, die in der Großstadt einen Neuanfang wagen. Auch der Verlauf der Handlung und das zu Herzen gehende Happy End bieten keine allzu großen Überraschungen. Aber der Weg, den Claire bis dahin zurücklegt, ist einfach so großartig beschrieben. Jede Empfindung der Figur, jede Handlung konnte ich als Leserin so hautnah miterleben, dass die Außenwelt quasi aufhörte zu existieren. Man kann und sollte sich in den Romanen von Anne einfach fallenlassen und es genießen.

Es gibt viel Humor im Roman, Gänsehautmomente und spätestens beim Brief von Danny flossen dann sogar die Tränen ungehemmt bei mir. Leider ist mein Englisch nicht ganz so gut, sodass die ich wahrscheinlich wunderbaren Zitate von Christopher Poindexter nicht in Gänze verstanden habe. Eine Übersetzung wäre toll gewesen.
Neben Claire fand ich auch alle Nebenfiguren großartig charakterisiert, obwohl sie teilweise so extrem unterschiedlich sind. Ich wünschte, man hätte die Oma etwas näher kennenlernen können. Sarah, die Heldin des nächsten Romans der Reihe, wird auch bereits eingeführt und ich hoffe sehr, es wird dann auch ein Wiederlesen mit den bisher bekannten Figuren geben.

Was mir auch sehr zugesagt hat, gerade weil seit Shades of Grey das Thema mehr als überstrapaziert wurde, ist, dass das Buch ganz ohne detaillierte Erotikszenen auskommt. Und trotzdem gelingt es der Autorin, ein Knistern und Prickeln zwischen den Hauptfiguren entstehen zu lassen, dass noch viel intensiver wirkt, als es jede Sexszene könnte. Hier geht es viel mehr um Romantik, um echte Gefühle, um Liebe eben.

New York selbst nimmt für mich jetzt noch nicht die große Rolle ein, die der Titel vermuten ließ. Ich persönlich habe ein eher gespaltenes Verhältnis zu der Stadt, in der mir alles viel zu laut, zu groß, zu hektisch und zu dreckig vorkommt, natürlich aus meinem begrenzten Blickwinkel heraus. Dafür liebe ich die Ruhe und das Grün vor meiner Tür wohl zu sehr. Dennoch schafft es das Buch, mich wieder ein wenig neugierig auf diese pulsierende Metropole zu machen. Hier sei besonders die abgedruckte Kolumne „I Love New York“ erwähnenswert, die mich richtig mitgerissen hat.

Zusammenfassend kann ich sagen, Claires Geschichte war „GENAU MEINS“ und ich freue mich schon unbändig auf weitere Bücher der Reihe. Es gibt tatsächlich kaum eine Autorin, die es in den letzten Jahren so gut verstanden hat, Emotionen auf unterschiedlichster Ebene bei mir auszulösen. Ihre Texte gehen mir einfach unter die Haut. Ständig möchte ich mir Sätze herausschreiben, wenn nicht gar Wandtattoos daraus fertigen lassen. Daher – mal wieder – eine absolute Leseempfehlung von mir. Und wem dieses Buch gefallen hat, dem möchte ich auch dringend „Mein bester letzter Sommer“ ans Herz legen, aus der gleichen Feder und mein Buchhighlight des Jahres.

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Tags: ally taylor, bester freund, collegeliebe, new york, tagebuch, verlorene liebe   (6)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

schottland, verliebt aus heiterem himmel, 4 sterne, new york, liebe

Verliebt aus heiterem Himmel

Nelly Berlin
E-Buch Text: 387 Seiten
Erschienen bei null, 28.06.2016
ISBN B01HQCES34
Genre: Sonstiges

Rezension:

Marielle Holtmann kann sehr schlecht Nein sagen und so springt sie auch für ihre Cousine ein, die unter extremem Liebeskummer leidet, um deren Werbeagentur zu retten, indem sie einen Großkunden sichert. Dafür muss sie nach Schottland fliegen. Der Besitzer der Whisky-Destillerie Arthur McLynmore ist bereit, ihr entgegenzukommen, aber nur wenn sie seinen Bruder Brandon, mit dem er sich verstritten hat, wieder zurück in die Firma holt. Also geht ihr Weg weiter nach New York. Dort trifft sie den vermeintlichen Feuerwehrmann Brandon und verbringt aufregende Stunden mit ihm.

Zu gleicher Zeit wird ihre Mutter Greta von ihrer Vergangenheit auf Hawaii eingeholt und ihre beste Freundin und Mitbewohnerin Hannah erlebt in ihrer Anwaltskanzlei in Berlin eine große Enttäuschung, die sie dazu bringt, Marielle blindlings zu folgen. In Schottland trifft sie auf Arthur – mit ungeahnten Auswirkungen. Wie wird das Liebeskarussell für alle enden?

Meine Meinung:

Ich habe das E-Book als Rezensionsexemplar von der Autorin erhalten. Besten Dank erst mal dafür. Leider kann ich die bisher ausschließlich positiven Stimmen zum Buch nicht ganz nachvollziehen.

Positiv möchte ich die Charakterisierung der Figuren hervorheben, die sehr unterschiedlich sind und dennoch alle recht liebenswert. Besonders hervorzuheben ist hier Marielle, die mit ihrer natürlichen und aufopferungsvollen Art den Leser direkt für sich gewinnt.

Nicht gar so schlimm, da man sich nach einer gewissen Zeit reinliest, aber dennoch etwas zu viel fand ich die vielen handelnden Personen. Ich denke, mit den Brüdern sowie Marielle und Hannah wäre es auch eine runde Story geworden. Noch eine dritte Geschichte hätte ich nicht gebraucht. Diese bläht den Roman doch etwas auf, weshalb ich wahrscheinlich auch übernatürlich lang dafür gebraucht habe. Aus Gretas Geschichte hätte man gut einen zusätzlichen Kurzroman machen können, da mir das Thema Malerei und gerade der Schauplatz Hawaii etwas zu kurz gekommen sind.

Mein allergrößtes Problem mit dem Buch hatte ich allerdings mit den Perspektiven. Das ging anfangs noch ganz gut, als die Hauptfiguren noch jeweils getrennt voneinander agierten, aber als sie dann zusammentreffen, ist das Chaos perfekt. Hier wird innerhalb des Kapitels bzw. Abschnitts wild in den Köpfen der Protagonisten rumgesprungen. Manchmal wechselt das von Satz zu Satz. Da werden sogar Engelchen und Teufelchen mal für sie und mal für ihn verwendet. So etwas habe ich schon seit Jahren nicht mehr gelesen. Offenbar soll hier die Multiperspektive Anwendung finden, aber das fand ich nicht gut durchdacht und es hat mich extrem angestrengt beim Lesen. Die enorm vielen orthografischen und Schusselfehler bei der
Zeichensetzung möchte ich gar nicht groß thematisieren, aber es waren
doch erstaunlich viele, zumal es ein professionelles Korrektorat gab.

Den Schreibstil fand ich ansonsten recht angenehm. Es gibt schöne Formulierungen, die Sprache ist abwechslungsreich und auch der Humor kommt nicht zu kurz. Sehr angetan war ich auch von den näheren Infos zu New York. Hier kann man erkennen, dass die Autorin bestimmt schon mal im Big Apple war, so detailverliebt und genau wie einiges beschrieben ist.

Auch wenn ein Happy End natürlich immer schön ist, so hatte auch dieses hier, zumindest im Falle der Freundinnen, einen bitteren Beigeschmack für mich. Ich mag einfach keine Storys, wo sich heute kennengelernt wird, morgen springt man in die Kiste und übermorgen ist es die große Liebe und es folgt im schlimmsten Fall schon der Heiratsantrag. So was ist einfach unglaubwürdig, Romantik hin oder her.

Demzufolge konnte mich das Buch letzten Endes auch nur mittelmäßig begeistern, weshalb ich nicht mehr als drei Sterne vergeben kann. Wer auf Schreibhandwerk und Stil jedoch nicht so großen Wert legt, der könnte durchaus Gefallen an den drei Liebesgeschichten finden.


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57 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

tod, jugendbuch, familie, liebe, hamburg

Für dich soll's tausend Tode regnen

Anna Pfeffer
E-Buch Text: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 12.09.2016
ISBN 9783641156978
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Emi wird von ihrem Vater berufsbedingt vom schönen Heidelberg ins regnerische Hamburg verpflanzt. Sie vermisst nicht nur ihre Freundin schmerzlich, auch dass es ihrem Bruder so gar nichts auszumachen scheint sowie die ständigen Vorträge ihres Therapeuten-Vaters nerven sie gewaltig. Zu allem Überfluss versucht sich dessen neue Freundin auch noch als Mama aufzuspielen.

In der Schule findet sie ebenfalls kaum Anschluss, denn sie hat ein außergewöhnliches Hobby. In Gedanken verpasst sie ihren Mitmenschen schon mal gern die skurrilsten Todesarten und hält diese auch in einem schwarzen Büchlein fest. Besonders der arrogante Erik, an ihrer Schule Sonderling wie sie, jedoch sehr begehrt, geht ihr gegen den Strich. Als sie im Chemieunterricht ein explosives Zusammentreffen haben, zieht das eine gemeinsame Strafarbeit nach sich: acht Samstage Graffiti putzen. Kann es eigentlich noch schlimmer kommen?

Meine Meinung:

Im Selfpublishing sind Rose Snow (zwei Autorinnen, die gemeinsam schreiben) schon länger sehr erfolgreich und legen jetzt unter dem neuen Pseudonym Anna Pfeffer mit „Für dich soll’s tausend Tode regnen“ ihren ersten Jugendroman beim cbj Verlag vor. Ich finde schon mal, das Pseudonym passt perfekt zu der spritzigen Schreibweise der beiden. Aber auch die Aufmachung des Buches verdient mehrere Pluspunkte. Neben den düsteren Symbolen passend zum Inhalt fand ich vor allem die schwarze Umrahmung jeder Seite, wie man es von Trauerpost kennt, sehr originell.

Das Buch ist aus der Sicht von Emi erzählt, sodass man ihr natürlich am nähesten kommt. Vor allem die äußerst kreativen Todesarten, die ihr permanent in den Kopf schießen, haben mich oftmals zum lauthalsen Lachen animiert. Auch die Challenges, die sich beide einfallen lassen, um dem gemeinsamen Putzdienst zu entkommen, haben es in sich und kosten große Überwindung.

Überhaupt geht von Emi schon eine etwas depressive, düstere Stimmung aus, ohne allzu gruftihaft zu wirken. Sie hat halt eine große Veränderung im Leben zu verarbeiten, weg von Heimat und Freunden. Wenn man ohnehin ein wenig sonderlich rüberkommt und schwer Anschluss findet, ist ihre vorwiegend miese Laune durchaus nachvollziehbar. Erik mochte ich auch von Beginn an. Es war irgendwie klar, dass dieser stille Junge mehr zu bieten hat.
Ein wenig plötzlich kam mir das Ende vor, gerade als man sich an die gegenseitige Kabbelei der beiden gewöhnt hatte. Große Überraschungen oder Wendungen muss der Leser nicht erwarten, aber der Weg, wie zwei Außenseiter schließlich doch zueinanderfinden, ist lesenswert genug.

Anna Pfeffer haben einen absolut flüssigen und vor allem sehr witzigen Schreibstil, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Die Charaktere sind authentisch, auch wenn gewisse klischeehafte Personen im Schulalltag nicht fehlen. So wird sich auch jeder Jugendliche bestimmt gut in Emis Lage hineinversetzen können, sei er nun „anders“ oder auch nicht. Denn in diesem Roman wird wieder einmal die Botschaft vermittelt, dass Anderssein nichts Schlechtes sein muss, man im Gegenteil zu seinen Eigenheiten stehen soll, denn irgendwo gibt es immer jemanden, der dich so akzeptiert, wie du bist.

Mir hat die Lektüre sehr unterhaltsame Stunden bereitet, auch wenn ich nicht mehr zur Zielgruppe gehöre. Bei Jugendbuchfans sollte das Buch keinesfalls im Regal fehlen.

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Tags: berliner unterwelten, graffiti, hamburg, jugendbuch, kuriose todesarten, tod, todesarten, umzug, ungewöhnliche todesarten   (9)
 

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175 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 81 Rezensionen

liebe, coffeeshop, hamburg, liebesroman, zimt

Liebe, Zimt und Zucker

Julia Hanel
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.09.2016
ISBN 9783548287881
Genre: Liebesromane

Rezension:

Um mit ihrer großen Liebe Toby ein neues Leben zu beginnen, lässt Marit nach ihrem Studium Hamburg hinter sich und folgt ihm in die Kleinstadt Altberg. Sie steht allerdings etwas zu früh vor seiner Tür, denn der Auserwählte hatte noch keine Zeit, ihr mitzuteilen, dass sich seine Gefühle geändert haben. Verzweifelt irrt sie durch das Städtchen, wo ihr Heike begegnet, die ihr nicht nur Obdach, sondern auch einen Job in ihrem Coffeeshop anbietet. Immer noch auf ein Umdenken von Toby hoffend, will Marit vorerst vor Ort bleiben.

Ein gefundener USB-Stick bringt Abwechslung in ihr Leben und die sich daraus entwickelnde E-Mail-Korrespondenz mit einem Unbekannten auch viel Aufregung. Aber da ist noch ihr nerviger Kollege Moritz, der es nicht lassen kann, sie aufzuziehen und dessen Lebenskonzept so gar keinen Anklang bei ihr findet. Die Begegnung mit dem lebenserfahrenen Rentner Emil gibt ihr den entscheidenden Richtungswechsel. Doch wohin wird sie ihr Leben zukünftig führen, und wird einer der Männer dabei an ihrer Seite sein?

Meine Meinung:

Schon lange habe ich mich auf das neue Buch von Julia Hanel gefreut. Und ich wurde keineswegs enttäuscht. Auch wenn der großartige Humor der Autorin, den man bereits in der Leseprobe genießen konnte, im Laufe des Buches ein wenig nachlässt, so wird hier doch spannende Unterhaltung um das Gefühlswirrwarr von Marit geboten.

Die unterschiedlichen Männer in Marits Leben bieten so manche Überraschung für den Leser. Unabhängig davon, wie das Ganze ausgeht, fand ich den E-Mail-Verkehr mit J. A. mit Abstand am witzigsten und ich kann aus persönlicher Erfahrung sagen, dass man sich auf diesem Weg durchaus in jemanden verlieben kann. Großartig aber auch die wunderbar pointierte Sichtweise von Marit auf die Kleinstadtbewohner, die ihr im Coffeeshop begegnen. Hier musste ich oft lauthals lachen.

Eine unheimlich liebenswerte Nebenfigur ist der über achtzigjährige Emil, dessen Lebensgeschichte im Herzen berührt. Wenn auch ein wenig kitschig, so fand ich doch das Happy End ebenfalls ganz bezaubernd, sodass sogar ein Tränchen geflossen ist. Und irgendwie hatte ich ja noch gehofft, dass die Zimtschnecken ihren Weg nach Altberg finden.

Alles in allem eine wunderbar unterhaltsame Liebesgeschichte, die man flüssig weglesen kann, weil sie mit Humor gespickt ist, viel Abwechslung bietet und dennoch im Herzen berührt.

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Tags: coffeeshop, hamburg, liebe, verlobte, zimtschnecken   (5)
 

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(67)

134 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

thriller, tschechien, jugendthriller, jugendbuch, rache

Die Mühle

Elisabeth Herrmann
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbt, 29.08.2016
ISBN 9783570164235
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lana studiert in Berlin und trifft an der Uni per Zufall auf Johnny, Mitglied der angesagtesten Clique in ihrer alten Heimatstadt und ein Schwarm von ihr. Wie immer übersieht er sie quasi, bis ihm ein Missgeschick passiert und er direkt vor ihren Füßen stürzt. Sie kommt ihm zu Hilfe und als Dankeschön überlässt er ihr seinen Platz bei einem Wiedersehenstreffen mit der alten Clique am kommenden Wochenende, denn er darf das Krankenhaus noch nicht verlassen.

Zweifelnd, aber auch sehr neugierig nimmt Lana an. Im tschechischen Karlsbad angekommen, wird sie wenig herzlich empfangen und würde am liebsten direkt wieder abreisen. Aber den geplanten Ausflug will sie noch mitnehmen. Ein Fehler, wie sich herausstellen soll. Denn was danach passiert, hätte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können …

Meine Meinung:

„Die Mühle“ ist nicht mein erster Jugendthriller von Elisabeth Herrmann. Wobei man das ‚Jugend‘ hier auch getrost ignorieren kann, denn die Protagonisten sind zwar jung, jedoch mit Ausnahme von Lana bereits über zwanzig. Zudem geht es wirklich zur Sache und – ich glaube, das darf ich vorwegnehmen – es bleibt nicht bei einem Todesopfer. Daher kann man das ‚Thriller‘ im Gegensatz dazu sehr ernst nehmen.

Sehr fasziniert war ich wieder einmal von der beklemmenden Atmosphäre, die die Autorin heraufbeschwört. Bereits das Cover wirkt düster und geheimnisvoll. Eine unterschwellige Spannung liegt von Beginn an vor, die sich spätestens mit dem Ausflug von Karlsbad ausgehend ständig verdichtet und zum Ende hin wirklich atemlos macht. Einige Szenen erinnern stark an diverse Horrorklassiker und lassen zeitweise das Blut in den Adern gefrieren. Überhaupt funktioniert der Roman nach dem Konzept „Ich weiß, was du … getan hast“. Das muss aber kein Nachteil sein, ich habe diese Art Filme immer gemocht.

Winzig kleine Abstriche muss ich machen, weil mir das Ganze schon ein wenig unglaubwürdig erscheint. Diese jungen, gebildeten Menschen lassen sich für meinen Geschmack ein wenig zu leicht von einem Täter mit Handicap überwältigen. Die Hintergrundstory ist gut nachvollziehbar und es bleiben keine Fragen offen.

Somit ist „Die Mühle“ wirklich ein rundum gelungener Thriller für diejenigen, die es lieben, sich mal so richtig zu gruseln, während sie sich in ihrem Zuhause in Sicherheit wähnen.

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Tags: clique, jugendthriller, karlsbad, mörder, mühle, rache, tschechien, verleumdung   (8)
 

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(200)

364 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 175 Rezensionen

organspende, liebe, transplantation, lily oliver, depression

Die Tage, die ich dir verspreche

Lily Oliver
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426516768
Genre: Liebesromane

Rezension:

Gwen müsste der glücklichste Mensch auf Erden sein. Eine Herztransplantation rettet ihr Leben. Doch sie empfindet tiefe Schuldgefühle gegenüber dem Spender, quält sich mit Albträumen und kann sich doch niemandem anvertrauen. Als der Schmerz zu groß wird, fasst sie einen verzweifelten Entschluss. Sie will ihr Herz verschenken und postet ein entsprechendes Angebot in einem Internetforum. Noah, der Moderator des Forums, hält es anfangs für einen Scherz. Erst als Gwen vor seiner Tür steht, erkennt er die Brisanz der Situation. Ihm, der selbst nicht viel Sinn im Leben sieht, kommt die Aufgabe zu, Gwen von ihrem Plan abzubringen. Dazu errichtet er ein Gebäude aus Lügen und seine für Gwen aufkommenden Gefühle machen es nicht einfacher.

Meine Meinung:

Einen sehr gefühlvollen und emotional berührenden Roman erhält man mit „Die Tage, die ich dir verspreche“ von Lily Oliver. Das große Thema ist die Organ- bzw. speziell die Herztransplantation. Unwillkürlich fragt sich der Leser, ob er durch eigene Spendenbereitschaft einen Beitrag leisten kann, die verheerende Situation auf dem Organmarkt zu verbessern.

Die Geschichte endet nicht wie so oft mit einer geglückten Transplantation, sondern das ist erst der Anfang. Denn ein Leben nach einem solchen Eingriff, mit einem neuen Organ, ist alles andere als einfach. Das bringt die Autorin sehr eindrucksvoll und realitätsnah rüber. Obwohl die Story fiktiv ist, kann ich mir gut vorstellen, dass solche Depressionen bis hin zum Suizidgedanken keine Seltenheit sind. Wenn man dann noch ein eher introvertierter Mensch ist, dem es schwerfällt, seine Gefühle nach außen zu tragen, kann das ganz schnell in einem schrecklichen Drama enden.

Ich mochte beide Protagonisten von Anfang an. Gwens Verzweiflung ist so deutlich spürbar, dass sie tief ins Herz dringt. Es tut richtig weh, ihr scheinbar nicht helfen zu können, aber zum Glück gibt es ja Noah. Der etwas planlos agierende Student sieht in Gwen zuerst mal eine Aufgabe - er muss ihr Leben erhalten - und schon bald sehr viel mehr. Wie sehr oft im Buch, aber auch in der Realität ist das größte Problem der beiden die unausgesprochenen Worte. Wann werden wir Menschen mal begreifen, dass keiner Gedanken lesen kann? Es wird so viel angenommen, dabei ist die Wirklichkeit ganz anders. Natürlich fällt es schwer, sich zu öffnen. Ich kann das unheimlich gut nachvollziehen, habe ich doch selbst oft das Problem. An dieser Stelle, wenn die Missverständnisse überhandnehmen, möchte man die Figuren am liebsten schütteln, aber zum Glück finden sie schlussendlich einen Weg.

Man bekommt durch den Roman ein viel tieferes Verständnis für die ganze Problematik der Organspende, was die abgebildeten Forumseinträge noch intensivieren. Am Rande der Geschichte gibt es quasi als Bonus und auch schöne Auflockerung zu dem schweren Thema einen Einblick ins Geocoaching und was für schöne Möglichkeiten es bietet. Es müssen nicht immer Pokémons sein, die man jagt.

Nicht zu vergessen auch die wirklich schöne Liebesgeschichte zwischen Gwen und Noah, die sich perfekt in das Ganze einfügt. Der Roman liest sich wunderbar flüssig und hinterlässt doch ein Echo, das lange nachhallt. Wer Bücher mag, die zum Nachdenken anregen, hat mit diesem einen Glücksgriff getan.

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Tags: berlin, depression, herz, münchen, organspende, suizidversuch, transplantation   (7)
 

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(40)

86 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

liebe, blind, blindheit, erste liebe, musik

Die einzige Art, Spaghetti zu essen

Nicole Brausendorf
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783548286716
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die 17-jährige Liv zieht mit ihrer Mutter in eine Kleinstadt an der Elbe. Hier findet sie nicht nur in ihrer Nachbarin Nessie eine neue beste Freundin, sondern lernt auf einem Konzert beim Stadtfest auch den Keyboarder Leo kennen. Seine Ausstrahlung nimmt sie sofort gefangen und die Tatsache, dass er blind ist, schreckt sie kaum. Doch da gibt es auch noch Felix, der sich Hals über Kopf in sie verliebt hat. Die sonst eher wenig begehrte und mit ihrer Figur hadernde Liv ist plötzlich hin- und hergerissen und muss zwischen Herz und Verstand entscheiden.

Meine Meinung:

Aufmerksam wurde ich auf das Buch bereits, als ich im April dieses Jahres die Autorin auf der LLC kennenlernte. Mit ihrem Debüt hat Nicole Brausendorf eine bezaubernde Lovestory um die erste große Liebe gewoben. Selten habe ich Gefühle so intensiv und tiefgreifend in einem Roman zu lesen bekommen. Man kann die Energie zwischen den Protagonisten förmlich fließen sehen und begleitet mit einem Lächeln die Schmetterlinge, die zwischen ihnen auffliegen.

Nicht nur die Hauptfiguren sind sehr liebenswert, auch den Nebendarstellern hat die Autorin eine großartige Bühne geschaffen, sie liebevoll charakterisiert und vor allem durch Nessie gibt es so einige äußerst humorvolle Szenen. Trotzdem fehlt es nicht an Ernsthaftigkeit und die Schwierigkeiten, die das Handicap der Blindheit für Leo mit sich bringt, sind sehr einfühlsam dargestellt, sodass sich der Leser sehr gut in seine Lage versetzen kann.

Im Mittelpunkt steht natürlich die Liebesgeschichte der schüchternen Liv und des sensiblen Leo. Okay, ein ganz klein wenig hat mich gestört, dass eine 17-jährige Jungfrau plötzlich kaum an etwas anderes als Sex denken kann. Aber gut, wenn der Blitz einschlägt, dann ist das wohl so. Die gar nicht so langsame Annäherung der beiden wird dann sehr sinnlich und erotisch beschrieben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, und ist auch nur ganz selten ein wenig schwülstig.

Letzten Endes vermittelt das Buch die natürlich keineswegs neue, aber dennoch immer wieder wichtige Botschaft, dass es für die Liebe lohnt, sich auf ein Abenteuer einzulassen, Risiken einzugehen und den Schritt zu wagen, statt der Sicherheit den Vorrang zu geben.

Nicole Brausendorf hat es geschafft, mich mit ihrem Debüt in der Zeit zurückreisen zu lassen, die Gefühle der ersten Liebe noch mal hautnah mitzuerleben und so in Erinnerungen zu schwelgen. Das Buch ist daher genauso für junge Erwachsene wie auch ältere Semester, zu denen ich mich zählen darf, geeignet. Wer was fürs Herz sucht, ist hier genau richtig. Ich würde mich auf Weiteres aus der Feder der Autorin freuen und hoffe, die Wartezeit wird nicht zu lang.

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Tags: blindheit, coverband, elbe, keyboarder, liebe, musiker   (6)
 

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(68)

141 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

thriller, horror, spiel, jeff menapace, spannung

Das Spiel - Opfer

Jeff Menapace , Sven-Eric Wehmeyer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.07.2016
ISBN 9783453677074
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Familie Lambert – ein auch nach vielen Ehejahren noch sehr verliebtes Paar nebst 6jähriger Tochter und 4jährigem Sohn – ist zu einem Wochenendausflug an den idyllischen Crescent Lake unterwegs. Doch ihr geplantes Vergnügen entwickelt sich zum Albtraum, denn sie geraten ins Visier der Fanelli-Brüder, die ein anderes Verständnis von Vergnügen haben und sie als Statisten für ihre ganz besonderen Spiele auserkoren haben.

Meine Meinung:

„Das Spiel – Opfer“ ist der Auftakt der Spiel-Trilogie, die im November 2016 bzw. April 2017 ihre Fortsetzung findet. Mich hat das Buch wirklich von Beginn an gefesselt. Es fängt recht gemächlich an, aber bereits auf den ersten Seiten ist die dunkle Bedrohung, die über der Familie hängt, intensiv spürbar. Während es sich in der ersten Hälfte des Romans überwiegend um psychologische Folter handelt, geht es dann mit der Entführung der Familie so richtig zur Sache. Wobei ich es mir bei einem Heyne Hardcore fast noch schlimmer vorgestellt hätte. Von Laymon und Co. bin ich da schon anderes gewohnt gewesen. Das ist aber durchaus nicht negativ zu beurteilen. Vor allem findet der Autor hier eine gute Balance und überschreitet meine persönliche Schmerzgrenze – besonders was Kinder und Tiere betrifft – zu keiner Zeit. Selbst „normale“ Thrillerleser sollten hier keine Probleme bekommen.

Das Ehepaar ist in seiner noch immer andauernden Verliebtheit eigentlich ganz süß, allerdings wird darauf ein wenig zu sehr rumgeritten. Am Ende nervt es einfach nur noch mit den ständigen Neckereien und Verlangen nacheinander. Ob der Autor hier einen besonderen Kontrast zu den Brüdern schaffen wollte, sei dahingestellt. Dass diese gehörig neben der Spur laufen, sollte jedem aber auch so klar werden. Da hätte etwas mehr normaleres Verhalten nicht geschadet.

Ja, die Antagonisten wären also die Fanelli-Brüder. Die sind nun keine übermäßige Offenbarung. Während der eine nur mit dem Genital denkt, hält sich der andere für besonders schlau. Da wirkt ihre Inszenierung dann fast etwas einfallslos und uninspiriert. Natürlich macht es aber Spaß, ihre Denkweisen zu hinterfragen und auch die Sprünge in die Vergangenheit der beiden fügen sich gut ins Ganze.

Durch die ständigen Wechsel zwischen der Familie und den Brüdern und oft sehr kurzen Kapiteln mit teilweise bösen Cliffhangern entwickelt sich ein ordentliches Tempo und der Showdown am Ende machte es quasi unmöglich, das Buch zur Seite zu legen.

Ganz zum Schluss gibt es noch einen kleinen Schlenker, der perfekt zum Genre passt und bei dem man ein Lächeln nicht verhindern kann. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzungen und bin gespannt, was der Autor da noch aus dem Hut zaubern wird.

„Das Spiel – Opfer“ bietet solide Thriller-Kost, bei der die Spannung stetig zunimmt, um in einem blutigen Finale eine Auflösung zu finden, die alle Seiten zufriedenstellen sollte.

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Tags: horror, psychospiel, serienkiller, spiel, wochenendtrip   (5)
 
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