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174 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

weihnachten, jay asher, liebe, weihnachtsbaum, jugendbuch

Dein Leuchten

Jay Asher , Karen Gerwig
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 31.10.2016
ISBN 9783570164792
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Sierras Familie gehört eine Weihnachtsbaumplantage in Oregon und jedes Jahr fahren sie nach Thanksgiving nach Kalifornien, um ihre Bäume an den Mann zu bringen. Schon seit Kindestagen ist Sierra dabei und hilft, so gut sie kann. Dieses könnte ihr letztes Mal sein, denn die Branche tut sich schwer. Für den einen Monat hat Sierra gewiss nicht vor, etwas mit einem Jungen anzufangen, doch dann begegnet ihr Caleb. Nicht nur sein unwiderstehliches Grübchen hat es ihr angetan, auch dass er Weihnachtsbäume an Hilfsbedürftige verschenkt, wärmt ihr Herz. Doch da ist auch ein Gerücht, welches ihr eigentlich jeden Kontakt mit ihm verbieten sollte …

Meine Meinung:

„Dein Leuchten“ ist Jay Ashers dritter Jugendroman. Mit leisen Tönen erzählt er hier die wunderbar romantische Geschichte der ersten Liebe zwischen Sierra und Caleb. Der Hintergrund mit dem Weihnachtsbaumverkauf und den ganzen Traditionen drumherum macht das Buch natürlich zu einem perfekten Vorweihnachtsbuch und versetzt in besinnliche Stimmung.

Sierra ist ein taffes Mädchen, die sehr verantwortungs- und familienbewusst ist, aber auch ihre eigene Meinung durchzusetzen weiß. So hört sie auch nicht auf Gerüchte von anderen, sondern macht sich lieber selbst ein Bild. Sie erkennt, dass Caleb es wert ist und kämpft um ihn und ihre Liebe. Es ist sehr schön, wie die beiden sich langsam, ja fast zaghaft, annähern. Beide haben ihre Zweifel, Caleb aufgrund seiner Vergangenheit, Sierra, weil sie nicht glauben kann, dass ihre Liebe die Entfernung, die zwischen ihnen liegt, überdauern kann.

Es gibt einige sehr romantische Szenen, die den Leser bestimmt in die eigene Jugend zurückversetzen, so sie denn schon länger her ist. Auch ein wenig Humor blitzt ab und an auf. Ansonsten kommt der Roman ohne größere Konflikte aus, plätschert oft auch ein wenig vor sich hin. Große Spannung oder gar Dramatik sollte daher nicht erwartet werden.

Allerdings vermittelt er sehr schön die Botschaft, die natürlich auch perfekt zur Weihnachtszeit passt, dass jeder eine zweite Chance verdient hat und es sich für die wahre Liebe zu kämpfen lohnt.

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Tags: erste liebe, weihnachten, weihnachtsbaum   (3)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

dämonen, teufel, hölle, höllenhunde, engel

Candlelight & Fegefeuer

Ylvi Walker
Flexibler Einband: 334 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 08.02.2016
ISBN 9781519763181
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mary-Margaret wird seit einiger Zeit vom Pech verfolgt und muss schließlich sogar bei ihrer etwas anstrengenden Schwägerin Obdach nehmen. Deren Sohn hat nur Unfug im Kopf und versucht sich an einer Dämonenbeschwörung. Dabei ruft er den Höllenfürsten persönlich auf den Plan. Luzifer wurde es gerade ein wenig langweilig in der Hölle und so nutzt er sehr gern die Gelegenheit, sich etwas auf der Erde umzuschauen, zumal ihn Mary-Margaret sehr fasziniert und er sie für sich gewinnen will.

Er muss feststellen, dass er nicht der Einzige ist, der sich für sie interessiert. Seine bösartige Ex Lilith hat offenbar eigene Pläne mit ihr, die kein gutes Ende versprechen. Nun bleiben Luzifer nur 48 Stunden, um Mary-Margaret, die der männlichen Spezies abgeschworen hat, für sich zu gewinnen und Liliths Plan zu vereiteln. Dabei wird ein Szenario heraufbeschworen, das das Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle für immer zerstören könnte.

Meine Meinung:

„Candlelight & Fegefeuer“ ist der Auftakt der Luzifer-Trilogie von Ylvi Walker. Wer jetzt allerdings ein klares Bild vom Himmel und seinen Bewohnern als den Guten und der Hölle, inklusive Luzifer und seinen Dämonen, als den Bösen erwartet, wird eines Besseren belehrt. Hier stellt die Autorin alles auf den Kopf oder sorgt zumindest für genug Grauzonen, sodass man sich nie sicher sein kann, wer Protagonist und wer Antagonist ist.

Ich muss zugeben, mir war Luzifer dann doch einen Tick zu brav. Ein klein wenig mehr böse Energie hätte ich ihm gewünscht, zumal die vielen Jahre in der Hölle ja auch irgendwo Wirkung zeigen müssten. Dagegen sind selbst die restlichen Erzengel wesentlich vielschichtiger. Jedoch fand ich sehr schön, dass er zu seinen Gefühlen steht, alles zu opfern bereit ist für seine Liebe und in Gegenwart seiner Mary-Margaret oft so herrlich unsicher wird.

Auch die Nebencharaktere, vor allem Emmanuelle, sind sehr vielversprechend. Die Liebesgeschichte zwischen Luzifer und Mary-Margaret verläuft natürlich sehr rasant. Aber das kann einerseits durch die Extremsituation, in der es um Leben oder Tod geht, sowie natürlich die limitierte Zeit auf Erden von Luzifer gut verschmerzt werden. In dem Zusammenhang passt es sehr gut, dass den beiden nach der überstandenen Katastrophe alle Zeit der Welt für den Aufbau einer Beziehung gelassen und nichts überstürzt wird.

Wer es liebt, in fantasievolle Welten abzutauchen, wo der Humor und eine berührende Liebesgeschichte sowie ein spannendes Finale nicht fehlen, wird von diesem Buch nicht enttäuscht sein.

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Tags: dämonen, engel, himmel, hölle, höllenhunde, luzifer, teufel   (7)
 

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

todesspritze, jenische, euthanasie, psychiatrie, zigeuner

Nebel im August

Robert Domes
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbj, 12.09.2016
ISBN 9783570403280
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ernst Lossa gehört zu einer Familie fahrender Händler, die im Sommer 1933 durchs bayerische Land zieht. Als die Mutter schwer erkrankt, während der Vater für Geschäfte unterwegs ist, werden ihr die Kinder entrissen. Ernst und seine drei Geschwister landen im Waisenhaus. Der gerade mal Vierjährige entwickelt sich zu einem schwierigen Kind, der einen Hang zum Diebstahl nicht verleugnen kann. Nachdem die Nonnen irgendwann überfordert mit ihm sind, wird er in ein Erziehungsheim abgeschoben. Eine Psychiaterin verpasst ihm hier den Stempel „asozialer Psychopath“, was ihn schließlich in eine psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren bringt. Hier endet das viel zu kurze Leben des nicht einmal 15jährigen Ernst mit der Todesspritze. Im Rahmen des Euthanasie-Programmes des Nationalsozialismus wird er als „unwertes Leben“ aus dem Weg geräumt.

Meine Meinung:

Der Journalist und Autor Robert Domes nimmt sich in diesem Buch des Themas Euthanasie im Dritten Reich an – eines der schwärzesten Kapitel der deutschen Geschichte. Über fünf Jahre hat er akribisch recherchiert, Zeitzeugen befragt und so die kurze Lebensgeschichte des Ernst Lossa für die Nachwelt zu Papier gebracht. Sein Einzelschicksal wird zum Präzedenzfall, war er doch weder geistig noch körperlich behindert. Aber er war unbequem, im Weg, ein notorischer Dieb, eigensinnig und hatte die falschen Wurzeln, auf jeden Fall aber genug Voraussetzungen, um vom NS-System verfolgt und gnadenlos zum Schweigen gebracht zu werden. Er steht dabei für die mindestens 200.000 überwiegend namenloser Opfer, die zwischen 1939 und 1945 von den Nazis auf verschiedenste Art ermordet wurden.

Robert Domes hat aus Ernsts Geschichte keine trockene Dokumentation gemacht, sondern einen biografischen Roman geschrieben. Dabei wählt er eine Perspektive, die den Leser zu ca. neunzig Prozent direkt an Ernsts Seite stellt. Er erlebt hautnah mit, was der Junge fühlt, denkt und auch erleiden muss. Das ist nicht immer einfach, das Grauen in dieser Zeit war unvorstellbar. Aber es gibt auch schöne Momente, in denen Ernst glücklich ist. Wenn er an die Zeit mit seiner Familie zurückdenkt, die Streiche mit seinen Freunden, seine erste Verliebtheit. Er ist kein Held, einfach ein normaler Junge, der sich zeit seines Lebens nach Liebe und Aufmerksamkeit sehnt. Der intelligent genug ist, das Grauen zu durchschauen, was ihn wahrscheinlich auch das Leben gekostet hat.

Das Buch kann Jugendlichen wie Erwachsenen gleichermaßen empfohlen werden, die sich für dieses Thema interessieren. Gerade für Jugendliche, denen das Vokabular im Zweiten Weltkrieg nicht mehr so präsent sein dürfte, erklärt ein Glossar im Anhang leicht verständlich alle Begriffe. Jede der Figuren des Romanes hat tatsächlich existiert, wenn die Namen auch teilweise verfälscht wurden. Gerade diese Authentizität macht die Geschichte umso schockierender, je länger man sich damit beschäftigt. Dennoch finde ich es äußert wichtig, dieses dunkle Kapitel nicht totzuschweigen, vor allem in einer Zeit, wo das braune Geschwür wieder zunehmend Nahrung bekommt. Das Thema ist aktuell wie nie.

Auch wenn ich den Film zum Buch, der Ernsts letzte Jahre in Kaufbeuren behandelt und damit nur einen ganz kleinen Teil dieses Roman, noch nicht gesehen habe, möchte ich bereits eine Empfehlung auch dafür aussprechen. Seht euch „Nebel im August“ unbedingt an. Diese Neuauflage des Buches vom Oktober 2016 enthält zahlreiche exklusive Filmfotos.

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Tags: anstalt, euthanasie, irrenanstalt, jenische, kaufbeuren, nervenanstalt, todesengel, todesspritze, zigeuner   (9)
 

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140 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 64 Rezensionen

heiligendamm, barbarazweig, ostsee, liebe, amnesie

Winterblüte

Corina Bomann
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 14.10.2016
ISBN 9783471351420
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Familie Baabe betreibt im Ostseebad Heiligendamm im Jahre 1902 ein Gästehaus. Die Tochter des Hauses soll sich gemäß den Wünschen ihrer Eltern am Weihnachtsabend verloben, doch keiner der Heiratskandidaten entspricht ihren Vorstellungen, gehört ihr Herz doch längst einem anderen. Nur leider gehört Peter zur Familie Vandenboom und da eine lange Feindschaft beide Familien verbindet, ist ein glückliches Ende für Johanna schlicht unerreichbar.

Ihr Bruder Christian findet unterdessen eine junge Frau halbtot am Strand. Die Schiffbrüchige hat ihr Gedächtnis verloren und wird vorerst im Gästehaus der Baabes betreut. Ganz wichtig scheint ihr ein Barbarazweig zu sein, den sie fest umklammert hielt, als sie gefunden wurde. Christian beginnt schon bald Gefühle für Barbara zu entwickeln, doch seine Mutter begegnet ihr voller Misstrauen. Dies setzt Dinge in Bewegung, die alles verändern werden.

Meine Meinung:

Obwohl ich bereits einige Bücher von Corina Bomann besitze und sie schon zweimal persönlich treffen durfte, ist „Winterblüte“ mein erster gelesener Roman der Autorin. Vorab möchte ich dem Verlag ein Kompliment für das wunderschöne Buchcover machen. Die kleinen goldenen Applikationen sind ein echtes Highlight und machen den Umschlag zu etwas Besonderem.

Mich hat an dem Buch sowohl das Setting gereizt, da ich das Meer liebe und meine Mutter vor vielen Jahren öfter in Heiligendamm zur Kur war, also auch die Zeit, in der es spielt. Der Beginn des 20. Jahrhunderts war einfach eine Zeit großer Umwälzungen und es passt sehr gut, dass mit dieser Geschichte auch verstaubte Traditionen und Standesregeln aufgehoben werden.

Der Roman ist ein wunderschönes Winter-/Weihnachtsbuch und der beliebte Brauch des Barbarazweigs zieht sich wie ein roter Faden hindurch. Hauptaugenmerk liegt aber vor allem auf den Personen und ihren Liebesgeschichten. Ich fand die Charaktere sehr interessant gestaltet, auch den Wandel, den sie irgendwie alle durchleben. Durch die Schiffbrüchige und das große Familiendrama in der Vergangenheit zwischen den Baabes und den Vandenbooms gibt es genug Geheimnisse, die für Spannung und Aufregung sorgen.

Die Autorin bedient sich einer einfachen, aber sehr gewählten Sprache, die den Leser förmlich in die damalige Zeit und ihre Traditionen zieht. Einmal darauf eingelassen, war man richtiggehend gefangen vom Liebesdrama der Johanna und dem Kampf ums Erinnern bei Barbara. Von Herzen gönnte ich beiden ihr Glück, welches die Barbarazweige schlussendlich ja auch verkündeten. Natürlich war mit großen Überraschungen nicht zu rechnen und alles schon in wenig vorhersehbar, dafür das Ende aber umso romantischer und herzergreifend.

Ein wenig mehr Information hätte ich mir schon zum Ort und der damaligen Zeit gewünscht, wenn schon so ein interessanter historischer Schauplatz vorliegt, aber das bedeutet jetzt nicht wirklich große Abstriche, denn am wichtigsten ist nun mal die Liebe.

Am besten genießt man den Roman schön eingekuschelt mit einem Tee vor dem Kamin oder auf der Couch. Mich hat „Winterblüte“ aus der Gegenwart gerissen, in eine Liebesgeschichte katapultiert, um die es sich zu kämpfen lohnt, und sie hat den Zauber einer vergangenen Zeit auferstehen lassen. Klare Leseempfehlung für die Winterzeit, aber auch jederzeit sonst.

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Tags: barbarazweig, familiengeheimnis, gästehaus, heiligendamm, liebe, ostsee, ostseebad, schiffbrüchig   (8)
 

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424 Bibliotheken, 28 Leser, 0 Gruppen, 135 Rezensionen

thriller, cody mcfadyen, smoky barrett, die stille vor dem tod, mord

Die Stille vor dem Tod

Cody McFadyen , Axel Merz
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.09.2016
ISBN 9783785725665
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der grauenhafte Mord an einer fünfköpfigen Familie in Denver ruft FBI-Agentin Smoky Barrett und ihr Team auf den Plan, denn sie wird vom Mörder mittels einer Botschaft direkt angesprochen. Doch die Mitglieder dieser Familie sind nicht die einzigen Opfer. Smoky gerät in einen Sog des Bösen, dessen Ausmaß jede Vorstellungskraft sprengt. Die hochschwangere Agentin entkommt nur knapp einem Serienkiller und muss fortan um ihr Leben und das ihrer Familie bangen. Wird ihre Psyche daran zerbrechen?

Meine Meinung:

Ich war von Beginn an ein großer Fan der Smoky Barrett-Reihe von Cody McFadyen und freute mich sehr, als bekannt wurde, dass es endlich die lang verschobene Fortsetzung geben sollte. Bei so heiß ersehnten Büchern gönne ich mir hin und wieder schon mal die Hardcover-Ausgabe und warte nicht aufs Taschenbuch. Ich bin allerdings sehr froh, dass ich in diesem Fall ein Bibliotheksexemplar ergattern und mir so das Geld sparen konnte.

Das Buch unterscheidet sich klar von seinen Vorgängen in punkto Schreibstil, Spannung und Tempo. Es ist in drei Teile gegliedert. Den ersten Teil fand ich auch noch richtig gut. Unvorstellbare Szenarien, extreme Gewalt, enorme Spannung, auch wenn die ganze Bunkeranlage schon einen ziemlich unglaubwürdigen Touch hat. Dennoch, ich war begeistert.

Danach scheint es plötzlich, als wäre in dem Autor eine Wandlung vor sich gegangen. Der zweite und größte Teil beschäftigt sich mit dem psychischen Trauma, welches Smoky erlitten hat. Dass ihr Erleben, noch dazu in hochschwangerem Zustand, schwer zu verkraften gewesen sein muss, keine Frage. Allerdings ergeht sich der Autor nun in derart ausschweifendem Psychogeschwafel, mit unzähligen Wiederholungen, dass das Lesen tatsächlich zur Tortur wird. Oft ist kaum zu unterscheiden zwischen Traum und Wirklichkeit, Smoky erinnert sich an jede Menge zurückliegender Fälle, die überhaupt keine Relevanz haben und das ganze Buch unnötig aufblähen. Irgendwo muss der stolze Preis wohl gerechtfertigt werden. Vieles davon wäre in einem psychologischen Fachbuch auf jeden Fall besser aufgehoben gewesen als in einem Thriller, auch wenn es in Teilen nicht uninteressant war.

Der dritte Teil schließlich soll die Auflösung bringen. Soll wohlgemerkt, denn letztendlich wird nur einer der Täter entlarvt und das auch noch auf eine Weise, die mir ebenfalls nicht zusagt. Da lässt man seine Mitarbeiter einfach mal ein paar Tage ein bisschen recherchieren, setzt sich dann gemeinsam an einen Tisch und schwupps hat sich ein Verdächtiger durch einen sehr leichtsinnigen Fehler herauskristallisiert. Dabei deckt man noch auf, dass das Ganze unvorstellbare Dimensionen annimmt und bis in höchste Kreise reicht. Trotzdem bleiben jede Menge „Warums“, „Weshalbs“ und „Was sollte der ganze Aufwand eigentlich?“ übrig.

Schön zu wissen am Ende, Smoky ist wieder in der Spur und kann sich nun auf die Jagd nach dem Rest der so überaus genialen Bande machen. Auf dass der nun noch nicht abgeschreckte Leser auch die nächsten Bände kaufen möge. Ich befürchte ja fast, dass die Taktik nicht aufgehen und Cody McFadyen mit diesem 5. Band einige treue Leser verloren haben wird. Ich bin auf jeden Fall in starkem Zweifel, ob ich wissen muss, wer nun der Wolf und der Folterer sowie der Kopf der Reiter sind.

Für den doch sehr vielversprechenden Beginn des Romans und einige Schockmomente sowie berührende Szenen im späteren Verlauf, bin ich geneigt, zwei Sterne zu hinterlassen, aber mehr war hier wirklich nicht drin.

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Tags: psychologie, serienmörder, serientäter, smoky barett   (4)
 

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

michael tsokos, rechtsmedizin, irrtümer, selbstmord, suizid

Sind Tote immer leichenblass?

Michael Tsokos , Christoph Kellner
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Droemer, 04.10.2016
ISBN 9783426277003
Genre: Sachbücher

Rezension:

Was sieht man nicht alles in den beliebten Fernsehkrimis oder diversen CSI-Formaten aus Amerika, wenn es um die Identifizierung von Toten oder die Arbeit von Rechtsmedizinern geht. Eine Menge Klischees sind da im Umlauf, die mit der Realität wenig bis nichts zu tun haben. Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner, Professor Michael Tsokos, bringt Licht ins Dunkel und klärt sachlich und für den Laien verständlich über 40 Irrtümer auf.

Meine Meinung:

Die Rechtsmedizin ist ein Fachgebiet, das mich schon länger fasziniert. So bin ich auch, weniger beim Tatort, aber was die ganzen amerikanischen Serien in dem Bereich angeht ziemlich up to date. Natürlich stellt sich einem da schon manchmal die Frage, inwieweit einem hier realitätsnahes Wissen vermittelt wird. Daher war ich sehr gespannt, was ein anerkannter Fachmann wie Michael Tsokos, den ich als Person und Autor sehr schätze, dazu zu sagen hat und welche Details wirklich ins Reich der Fantasie gehören.

Das kleine Büchlein liest sich flugs weg, da die insgesamt 40 Irrtümer auf jeweils maximal 2 bis 3 Seiten abgehandelt sind, es einige leere Seiten gibt und das Ganze auch noch durch zum Thema passende Illustrationen von Christoph J. Kellner aufgelockert wird.

Zugegeben, ein großer Prozentsatz der „Irrtümer“ sollte für jede mit einem gesunden Menschenverstand ausgerüstete Person keiner sein. Manche Erklärungen wirken daher schon ein wenig an ein etwas minderbemitteltes Klientel gerichtet. Vielleicht ist dem auch geschuldet, dass Herr Tsokos hier an einigen Stellen etwas oberlehrerhaft, wenn nicht sogar arrogant, erscheint. Aber er ist ohne Zweifel eine Koryphäe auf seinem Gebiet, deshalb kann ich ihm das auch nicht wirklich übel nehmen.

Die Irrtümer werden klar und sachlich aufgeklärt, sind teilweise amüsant zu lesen und bieten in einigen wenigen Fällen sogar interessantes Wissen, das sicherlich bisher nicht jedem zu eigen war.

Damit war „Sind Tote immer leichenblass?“ für mich eine durchaus interessante und vor allem unterhaltsam aufbereitete Sammlung von Irrtümern die Rechtsmedizin betreffend und deren Klarstellung.

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Tags: autopsie, forensik, michael tsokos, rechtsmedizin, rechtsmediziner, selbstmord, suizid   (7)
 

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

casting, kampf, dystopie, familie, spiele

Casting: Spiel ums Leben

Yvonne Richter
E-Buch Text: 202 Seiten
Erschienen bei Fabulus-Verlag, 25.08.2016
ISBN 9783944788043
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es ist nicht leicht, in der Welt der Castingindustrie zu überleben. Neben Geld muss sogar Wohnraum, Nahrung und Kleidung in teilweise hirnrissigen Castings erspielt werden. Lovis findet in Jo und einigen anderen Jugendlichen Gleichgesinnte, die dem System den Kampf ansagen wollen. Nach und nach gelingt es ihnen, das Räderwerk ein wenig ins Stocken zu bringen. Mit weiteren Freunden und auch erwachsenen Helfern gründen sie eine Gemeinschaft, die sie unabhängig vom Castingrummel machen soll. Doch man ist ihnen bereits dicht auf den Fersen.

Meine Meinung:

Als großer Fan der Panem-Trilogie hat mich der Klappentext von „Casting“ sehr angesprochen, da mir diese dystopische Welt, betrachtet man die unzähligen Casting-Formate im TV, gar nicht mal so unrealistisch erschien. Leider konnte mich Yvonne Richter mit ihrem Buch nicht wirklich überzeugen.

Die Grundidee ist sehr originell, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass dieses System tatsächlich funktionieren würde. Allerdings ist das Buch auf eine Leserschaft ab 10 Jahren ausgelegt, die sich über die Hintergrunde und Zusammenhänge wahrscheinlich nicht detailliert den Kopf zerbricht. Ich persönlich hätte mir auch ein paar Informationen erhofft, wie es dazu kommen konnte.

Größtes Manko des Buches ist für mich allerdings die Sprache. Zwar gewöhnt man sich nach einer Weile an die ungewöhnlichen Namen, aber gerade bei den Juroren – u. a. Kroko Flanell, Kami Katze oder Quassel Strippe – ist mir das einfach zu gewollt komisch. Dann gibt es noch weitere Wortfindungen wie Kaltfrisch (Kühlschrank), Redfon (vermutlich Telefon/Handy) und die ganzen Verbindungen mit Cast wie Castidaten, Castrolleure, Castiener u. v. m. Wenn man wie ich die deutsche Sprache liebt, dann rollen sich da wirklich die Fußnägel auf, und auf Dauer nervt es einfach. Die jugendlichen Leser könnten das durchaus witzig finden, bleibt zu hoffen, dass sie es nicht in ihren Sprachgebrauch übernehmen.

Die Figuren sind nicht schlecht gestaltet, eine wirkliche Nähe zu ihnen bekommt man jedoch nicht. Auch komisch, dass sich in dieser Ellenbogengesellschaft, wo jeder ums eigene Überleben kämpfen muss, plötzlich so viele Gleichgesinnte finden und kein Verräter drunter ist. Großgeschrieben wird hier jedoch die Freundschaft, gegenseitige Unterstützung und der Gemeinschaftssinn, was sicher positiv zu bewerten ist.

Es gibt während der Castings ein paar spannende Momente und auch auf das Ende zu, aber insgesamt plätschert die Story eher so vor sich hin. Zu guter Letzt finde ich es auch relativ unrealistisch, dass ein offenbar seit Jahrzehnten etabliertes System durch ein paar kleine Streiche, die fast ausnahmslos gelingen, ins Wanken und schließlich von heut auf morgen aus den Fugen gerät. Die Mitwirkenden der Casting-Industrie wirken allesamt ein wenig trottelig, was es dann schon wieder nachvollziehbar macht, allerdings nicht, wie es so weit kommen konnte.

Ich schwanke bei diesem Buch wirklich sehr bei der Bewertung, da es mich persönlich nicht begeistern konnte. Allerdings für die jungen Leser der Zielgruppe dürfte dieses Abenteuer einer Gruppe enger Freunde mit der einfach zu lesenden Sprache durchaus eine nette Abwechslung sein, daher vergebe ich drei Sterne.

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Tags: arena, casting, dystopie, kampf, spiele   (5)
 

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59 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

australien, thriller, doppelgänger, verschwinden, teenager

Ihr letzter Sommer

Anna Snoekstra , Jan Schönherr
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 15.08.2016
ISBN 9783959670357
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine junge Rumtreiberin, dem lieblosen Zuhause entflohen, wird beim Diebstahl erwischt. Um ihre wahre Identität zu verschleiern, behauptet sie kurzerhand, die vor 11 Jahren verschwundene Rebecca Winter zu sein. In einer Nachrichtensendung hatte sie festgestellt, dass sie dieser verblüffend ähnlich sieht. Anfangs genießt sie die ungewohnte Zuwendung der über ihre Rückkehr überaus glücklichen Familie. Doch von Tag zu Tag wird es schwieriger, vor Familie, Freunden und der Polizei Rebeccas Rolle zu spielen. Als sie hinter einige Geheimnisse von Rebecca kommt und selbst bedroht wird, entsteht der Wunsch in ihr, wenigstens die Wahrheit hinter dem Verschwinden von Rebecca aufzudecken, was sie in tödliche Gefahr bringt.

Meine Meinung:

Der Thriller von Anna Snoekstra hat mich wirklich in seinen Bann gezogen. Die Autorin schafft es, bis zur letzten Seite eine subtile Spannung und geheimnisvolle Atmosphäre aufzubauen, sodass man das Buch unmöglich vor der Auflösung zur Seite legen kann.

Die echte und falsche Rebecca (ihr wahrer Name bleibt ein Geheimnis) sind keine wirklichen Sympathieträger, halt Teenager mit Ecken und Kanten, die rebellieren, unkluge Entscheidungen treffen, aber auch von ihrer Umwelt nicht gerade rücksichtsvoll behandelt werden. Von daher konnte ich mit ihnen auch ganz gut klarkommen.

Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt. Einerseits erhält der Leser Einblick in die Tage vor Rebeccas Verschwinden im Jahr 2003, ihre Sorgen und Probleme. Den größeren Teil nimmt das Handeln der „falschen“ Rebecca im Jahr 2014 ein. Neben der Zeitangabe am Kapitelbeginn wird zudem die Vergangenheit in der dritten Person erzählt, die Gegenwart aus der Ich-Perspektive. Daher fällt es wirklich leicht, beide Ebenen voneinander abzugrenzen. Sie bauen auch sehr geschickt aufeinander auf, sodass die Spannung wirklich nie abreißt.

Da ich keine volle Punktzahl vergeben konnte, gibt es auch ein paar kleinere Kritikpunkte. Die falsche Rebecca kommt mir oft sehr unreif vor, halt wirklich wie ein Teenager und vor allem sehr hormongesteuert. Sie passt gut in die Rolle der 16-jährigen Rebecca, allerdings nicht in die einer 27-jährigen Frau, die sie inzwischen sein sollte. Die Handlungsweise der Polizei, die „Bec“ so schnell vom Haken lässt, erscheint ebenfalls ein wenig unglaubwürdig.

Die Autorin legt geschickt einige Spuren mittels zwielichtigen Nebenfiguren, sodass es mehrere Möglichkeiten für einen Tatverdächtigen gibt. Die tatsächliche Auflösung ist wirklich eine Überraschung und absolut unvorhersehbar. Allerdings verlaufen einige Handlungsstränge durch das relativ abrupte Ende dann doch im Sande, wo ich mir etwas mehr Erklärungen gewünscht hätte. Auf die Bilder im Kopf von einer bestimmten Szene hätte ich auch ganz gut verzichten können, aber das gehört wohl leider zur Täterbeschreibung dazu.

Insgesamt jedoch hat der Roman durchaus zu fesseln verstanden und eine gewisse Sogwirkung entwickelt. Für Freunde des subtilen Thrills daher eine klare Leseempfehlung.

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Tags: australien, doppelgänger, teenager, verschwinden, zwillinge   (5)
 

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322 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 137 Rezensionen

new york, ally taylor, liebe, liebesroman, freundschaft

New York Diaries – Claire

Ally Taylor
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.10.2016
ISBN 9783426519394
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nach einer gescheiterten Beziehung mit einem Musiker kehrt Claire Gershwin aus London zurück in ihr Elternhaus. Der Gedanke, wieder in ihr altes Kinderzimmer zu ziehen, widerstrebt ihr jedoch dermaßen, dass sie kurzerhand in den begehbaren Kleiderschrank ihrer besten Freundin June zieht, die im Herzen von New York City im leicht abgewohnten Knights Building lebt.

Dort trifft sie nicht nur auf ihren besten Freund Danny aus Collegetagen, sondern direkt über ihr wohnt ihre erste große Liebe Jamie, dem sie viele Jahre lang nachgetrauert hat. Nicht die besten Bedingungen für einen Neuanfang, in dem Männer eigentlich erst mal keine Rolle mehr spielen sollten.

Meine Meinung:

Eine neue Buchserie von Ally Taylor und Carrie Price. Bereits die Ankündigung dieser löste maximale Freude bei mir aus, da ich seit Jahren ein großer Fan dieser Autorinnen (Anne Freytag und Adriana Popescu) bin. So stürzte ich mich auch unmittelbar in das erste New York-Abenteuer um Claire.

Was soll ich sagen. Eine Rezension eines Buches von Anne (Ally) fällt mir immer sehr schwer, einfach weil ich mir gegenüber ihrem unglaublichen Talent, Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen, total minderwertig vorkomme. Sie schafft es jedes Mal, mich nach der Lektüre eines ihrer Bücher quasi sprachlos zurückzulassen. Und ohne Stimme lässt es sich nun mal schwer rezensieren. Ich versuche es trotzdem.

Natürlich gibt es unzählige Romane über beziehungsgescheiterte junge Frauen, die in der Großstadt einen Neuanfang wagen. Auch der Verlauf der Handlung und das zu Herzen gehende Happy End bieten keine allzu großen Überraschungen. Aber der Weg, den Claire bis dahin zurücklegt, ist einfach so großartig beschrieben. Jede Empfindung der Figur, jede Handlung konnte ich als Leserin so hautnah miterleben, dass die Außenwelt quasi aufhörte zu existieren. Man kann und sollte sich in den Romanen von Anne einfach fallenlassen und es genießen.

Es gibt viel Humor im Roman, Gänsehautmomente und spätestens beim Brief von Danny flossen dann sogar die Tränen ungehemmt bei mir. Leider ist mein Englisch nicht ganz so gut, sodass die ich wahrscheinlich wunderbaren Zitate von Christopher Poindexter nicht in Gänze verstanden habe. Eine Übersetzung wäre toll gewesen.
Neben Claire fand ich auch alle Nebenfiguren großartig charakterisiert, obwohl sie teilweise so extrem unterschiedlich sind. Ich wünschte, man hätte die Oma etwas näher kennenlernen können. Sarah, die Heldin des nächsten Romans der Reihe, wird auch bereits eingeführt und ich hoffe sehr, es wird dann auch ein Wiederlesen mit den bisher bekannten Figuren geben.

Was mir auch sehr zugesagt hat, gerade weil seit Shades of Grey das Thema mehr als überstrapaziert wurde, ist, dass das Buch ganz ohne detaillierte Erotikszenen auskommt. Und trotzdem gelingt es der Autorin, ein Knistern und Prickeln zwischen den Hauptfiguren entstehen zu lassen, dass noch viel intensiver wirkt, als es jede Sexszene könnte. Hier geht es viel mehr um Romantik, um echte Gefühle, um Liebe eben.

New York selbst nimmt für mich jetzt noch nicht die große Rolle ein, die der Titel vermuten ließ. Ich persönlich habe ein eher gespaltenes Verhältnis zu der Stadt, in der mir alles viel zu laut, zu groß, zu hektisch und zu dreckig vorkommt, natürlich aus meinem begrenzten Blickwinkel heraus. Dafür liebe ich die Ruhe und das Grün vor meiner Tür wohl zu sehr. Dennoch schafft es das Buch, mich wieder ein wenig neugierig auf diese pulsierende Metropole zu machen. Hier sei besonders die abgedruckte Kolumne „I Love New York“ erwähnenswert, die mich richtig mitgerissen hat.

Zusammenfassend kann ich sagen, Claires Geschichte war „GENAU MEINS“ und ich freue mich schon unbändig auf weitere Bücher der Reihe. Es gibt tatsächlich kaum eine Autorin, die es in den letzten Jahren so gut verstanden hat, Emotionen auf unterschiedlichster Ebene bei mir auszulösen. Ihre Texte gehen mir einfach unter die Haut. Ständig möchte ich mir Sätze herausschreiben, wenn nicht gar Wandtattoos daraus fertigen lassen. Daher – mal wieder – eine absolute Leseempfehlung von mir. Und wem dieses Buch gefallen hat, dem möchte ich auch dringend „Mein bester letzter Sommer“ ans Herz legen, aus der gleichen Feder und mein Buchhighlight des Jahres.

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Tags: ally taylor, bester freund, collegeliebe, new york, tagebuch, verlorene liebe   (6)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

schottland, verliebt aus heiterem himmel, 4 sterne, new york, liebe

Verliebt aus heiterem Himmel

Nelly Berlin
E-Buch Text: 387 Seiten
Erschienen bei null, 28.06.2016
ISBN B01HQCES34
Genre: Sonstiges

Rezension:

Marielle Holtmann kann sehr schlecht Nein sagen und so springt sie auch für ihre Cousine ein, die unter extremem Liebeskummer leidet, um deren Werbeagentur zu retten, indem sie einen Großkunden sichert. Dafür muss sie nach Schottland fliegen. Der Besitzer der Whisky-Destillerie Arthur McLynmore ist bereit, ihr entgegenzukommen, aber nur wenn sie seinen Bruder Brandon, mit dem er sich verstritten hat, wieder zurück in die Firma holt. Also geht ihr Weg weiter nach New York. Dort trifft sie den vermeintlichen Feuerwehrmann Brandon und verbringt aufregende Stunden mit ihm.

Zu gleicher Zeit wird ihre Mutter Greta von ihrer Vergangenheit auf Hawaii eingeholt und ihre beste Freundin und Mitbewohnerin Hannah erlebt in ihrer Anwaltskanzlei in Berlin eine große Enttäuschung, die sie dazu bringt, Marielle blindlings zu folgen. In Schottland trifft sie auf Arthur – mit ungeahnten Auswirkungen. Wie wird das Liebeskarussell für alle enden?

Meine Meinung:

Ich habe das E-Book als Rezensionsexemplar von der Autorin erhalten. Besten Dank erst mal dafür. Leider kann ich die bisher ausschließlich positiven Stimmen zum Buch nicht ganz nachvollziehen.

Positiv möchte ich die Charakterisierung der Figuren hervorheben, die sehr unterschiedlich sind und dennoch alle recht liebenswert. Besonders hervorzuheben ist hier Marielle, die mit ihrer natürlichen und aufopferungsvollen Art den Leser direkt für sich gewinnt.

Nicht gar so schlimm, da man sich nach einer gewissen Zeit reinliest, aber dennoch etwas zu viel fand ich die vielen handelnden Personen. Ich denke, mit den Brüdern sowie Marielle und Hannah wäre es auch eine runde Story geworden. Noch eine dritte Geschichte hätte ich nicht gebraucht. Diese bläht den Roman doch etwas auf, weshalb ich wahrscheinlich auch übernatürlich lang dafür gebraucht habe. Aus Gretas Geschichte hätte man gut einen zusätzlichen Kurzroman machen können, da mir das Thema Malerei und gerade der Schauplatz Hawaii etwas zu kurz gekommen sind.

Mein allergrößtes Problem mit dem Buch hatte ich allerdings mit den Perspektiven. Das ging anfangs noch ganz gut, als die Hauptfiguren noch jeweils getrennt voneinander agierten, aber als sie dann zusammentreffen, ist das Chaos perfekt. Hier wird innerhalb des Kapitels bzw. Abschnitts wild in den Köpfen der Protagonisten rumgesprungen. Manchmal wechselt das von Satz zu Satz. Da werden sogar Engelchen und Teufelchen mal für sie und mal für ihn verwendet. So etwas habe ich schon seit Jahren nicht mehr gelesen. Offenbar soll hier die Multiperspektive Anwendung finden, aber das fand ich nicht gut durchdacht und es hat mich extrem angestrengt beim Lesen. Die enorm vielen orthografischen und Schusselfehler bei der
Zeichensetzung möchte ich gar nicht groß thematisieren, aber es waren
doch erstaunlich viele, zumal es ein professionelles Korrektorat gab.

Den Schreibstil fand ich ansonsten recht angenehm. Es gibt schöne Formulierungen, die Sprache ist abwechslungsreich und auch der Humor kommt nicht zu kurz. Sehr angetan war ich auch von den näheren Infos zu New York. Hier kann man erkennen, dass die Autorin bestimmt schon mal im Big Apple war, so detailverliebt und genau wie einiges beschrieben ist.

Auch wenn ein Happy End natürlich immer schön ist, so hatte auch dieses hier, zumindest im Falle der Freundinnen, einen bitteren Beigeschmack für mich. Ich mag einfach keine Storys, wo sich heute kennengelernt wird, morgen springt man in die Kiste und übermorgen ist es die große Liebe und es folgt im schlimmsten Fall schon der Heiratsantrag. So was ist einfach unglaubwürdig, Romantik hin oder her.

Demzufolge konnte mich das Buch letzten Endes auch nur mittelmäßig begeistern, weshalb ich nicht mehr als drei Sterne vergeben kann. Wer auf Schreibhandwerk und Stil jedoch nicht so großen Wert legt, der könnte durchaus Gefallen an den drei Liebesgeschichten finden.


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Tags: liebe, limonade, new york, schottland, whisky   (5)
 

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60 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

tod, jugendbuch, familie, liebe, hamburg

Für dich soll's tausend Tode regnen

Anna Pfeffer
E-Buch Text: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 12.09.2016
ISBN 9783641156978
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Emi wird von ihrem Vater berufsbedingt vom schönen Heidelberg ins regnerische Hamburg verpflanzt. Sie vermisst nicht nur ihre Freundin schmerzlich, auch dass es ihrem Bruder so gar nichts auszumachen scheint sowie die ständigen Vorträge ihres Therapeuten-Vaters nerven sie gewaltig. Zu allem Überfluss versucht sich dessen neue Freundin auch noch als Mama aufzuspielen.

In der Schule findet sie ebenfalls kaum Anschluss, denn sie hat ein außergewöhnliches Hobby. In Gedanken verpasst sie ihren Mitmenschen schon mal gern die skurrilsten Todesarten und hält diese auch in einem schwarzen Büchlein fest. Besonders der arrogante Erik, an ihrer Schule Sonderling wie sie, jedoch sehr begehrt, geht ihr gegen den Strich. Als sie im Chemieunterricht ein explosives Zusammentreffen haben, zieht das eine gemeinsame Strafarbeit nach sich: acht Samstage Graffiti putzen. Kann es eigentlich noch schlimmer kommen?

Meine Meinung:

Im Selfpublishing sind Rose Snow (zwei Autorinnen, die gemeinsam schreiben) schon länger sehr erfolgreich und legen jetzt unter dem neuen Pseudonym Anna Pfeffer mit „Für dich soll’s tausend Tode regnen“ ihren ersten Jugendroman beim cbj Verlag vor. Ich finde schon mal, das Pseudonym passt perfekt zu der spritzigen Schreibweise der beiden. Aber auch die Aufmachung des Buches verdient mehrere Pluspunkte. Neben den düsteren Symbolen passend zum Inhalt fand ich vor allem die schwarze Umrahmung jeder Seite, wie man es von Trauerpost kennt, sehr originell.

Das Buch ist aus der Sicht von Emi erzählt, sodass man ihr natürlich am nähesten kommt. Vor allem die äußerst kreativen Todesarten, die ihr permanent in den Kopf schießen, haben mich oftmals zum lauthalsen Lachen animiert. Auch die Challenges, die sich beide einfallen lassen, um dem gemeinsamen Putzdienst zu entkommen, haben es in sich und kosten große Überwindung.

Überhaupt geht von Emi schon eine etwas depressive, düstere Stimmung aus, ohne allzu gruftihaft zu wirken. Sie hat halt eine große Veränderung im Leben zu verarbeiten, weg von Heimat und Freunden. Wenn man ohnehin ein wenig sonderlich rüberkommt und schwer Anschluss findet, ist ihre vorwiegend miese Laune durchaus nachvollziehbar. Erik mochte ich auch von Beginn an. Es war irgendwie klar, dass dieser stille Junge mehr zu bieten hat.
Ein wenig plötzlich kam mir das Ende vor, gerade als man sich an die gegenseitige Kabbelei der beiden gewöhnt hatte. Große Überraschungen oder Wendungen muss der Leser nicht erwarten, aber der Weg, wie zwei Außenseiter schließlich doch zueinanderfinden, ist lesenswert genug.

Anna Pfeffer haben einen absolut flüssigen und vor allem sehr witzigen Schreibstil, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Die Charaktere sind authentisch, auch wenn gewisse klischeehafte Personen im Schulalltag nicht fehlen. So wird sich auch jeder Jugendliche bestimmt gut in Emis Lage hineinversetzen können, sei er nun „anders“ oder auch nicht. Denn in diesem Roman wird wieder einmal die Botschaft vermittelt, dass Anderssein nichts Schlechtes sein muss, man im Gegenteil zu seinen Eigenheiten stehen soll, denn irgendwo gibt es immer jemanden, der dich so akzeptiert, wie du bist.

Mir hat die Lektüre sehr unterhaltsame Stunden bereitet, auch wenn ich nicht mehr zur Zielgruppe gehöre. Bei Jugendbuchfans sollte das Buch keinesfalls im Regal fehlen.

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Tags: berliner unterwelten, graffiti, hamburg, jugendbuch, kuriose todesarten, tod, todesarten, umzug, ungewöhnliche todesarten   (9)
 

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155 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 73 Rezensionen

liebe, coffeeshop, hamburg, liebesroman, zimt

Liebe, Zimt und Zucker

Julia Hanel
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.09.2016
ISBN 9783548287881
Genre: Liebesromane

Rezension:

Um mit ihrer großen Liebe Toby ein neues Leben zu beginnen, lässt Marit nach ihrem Studium Hamburg hinter sich und folgt ihm in die Kleinstadt Altberg. Sie steht allerdings etwas zu früh vor seiner Tür, denn der Auserwählte hatte noch keine Zeit, ihr mitzuteilen, dass sich seine Gefühle geändert haben. Verzweifelt irrt sie durch das Städtchen, wo ihr Heike begegnet, die ihr nicht nur Obdach, sondern auch einen Job in ihrem Coffeeshop anbietet. Immer noch auf ein Umdenken von Toby hoffend, will Marit vorerst vor Ort bleiben.

Ein gefundener USB-Stick bringt Abwechslung in ihr Leben und die sich daraus entwickelnde E-Mail-Korrespondenz mit einem Unbekannten auch viel Aufregung. Aber da ist noch ihr nerviger Kollege Moritz, der es nicht lassen kann, sie aufzuziehen und dessen Lebenskonzept so gar keinen Anklang bei ihr findet. Die Begegnung mit dem lebenserfahrenen Rentner Emil gibt ihr den entscheidenden Richtungswechsel. Doch wohin wird sie ihr Leben zukünftig führen, und wird einer der Männer dabei an ihrer Seite sein?

Meine Meinung:

Schon lange habe ich mich auf das neue Buch von Julia Hanel gefreut. Und ich wurde keineswegs enttäuscht. Auch wenn der großartige Humor der Autorin, den man bereits in der Leseprobe genießen konnte, im Laufe des Buches ein wenig nachlässt, so wird hier doch spannende Unterhaltung um das Gefühlswirrwarr von Marit geboten.

Die unterschiedlichen Männer in Marits Leben bieten so manche Überraschung für den Leser. Unabhängig davon, wie das Ganze ausgeht, fand ich den E-Mail-Verkehr mit J. A. mit Abstand am witzigsten und ich kann aus persönlicher Erfahrung sagen, dass man sich auf diesem Weg durchaus in jemanden verlieben kann. Großartig aber auch die wunderbar pointierte Sichtweise von Marit auf die Kleinstadtbewohner, die ihr im Coffeeshop begegnen. Hier musste ich oft lauthals lachen.

Eine unheimlich liebenswerte Nebenfigur ist der über achtzigjährige Emil, dessen Lebensgeschichte im Herzen berührt. Wenn auch ein wenig kitschig, so fand ich doch das Happy End ebenfalls ganz bezaubernd, sodass sogar ein Tränchen geflossen ist. Und irgendwie hatte ich ja noch gehofft, dass die Zimtschnecken ihren Weg nach Altberg finden.

Alles in allem eine wunderbar unterhaltsame Liebesgeschichte, die man flüssig weglesen kann, weil sie mit Humor gespickt ist, viel Abwechslung bietet und dennoch im Herzen berührt.

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Tags: coffeeshop, hamburg, liebe, verlobte, zimtschnecken   (5)
 

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(42)

100 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

tschechien, thriller, clique, jugendbuch, rache

Die Mühle

Elisabeth Herrmann
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbt, 29.08.2016
ISBN 9783570164235
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lana studiert in Berlin und trifft an der Uni per Zufall auf Johnny, Mitglied der angesagtesten Clique in ihrer alten Heimatstadt und ein Schwarm von ihr. Wie immer übersieht er sie quasi, bis ihm ein Missgeschick passiert und er direkt vor ihren Füßen stürzt. Sie kommt ihm zu Hilfe und als Dankeschön überlässt er ihr seinen Platz bei einem Wiedersehenstreffen mit der alten Clique am kommenden Wochenende, denn er darf das Krankenhaus noch nicht verlassen.

Zweifelnd, aber auch sehr neugierig nimmt Lana an. Im tschechischen Karlsbad angekommen, wird sie wenig herzlich empfangen und würde am liebsten direkt wieder abreisen. Aber den geplanten Ausflug will sie noch mitnehmen. Ein Fehler, wie sich herausstellen soll. Denn was danach passiert, hätte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können …

Meine Meinung:

„Die Mühle“ ist nicht mein erster Jugendthriller von Elisabeth Herrmann. Wobei man das ‚Jugend‘ hier auch getrost ignorieren kann, denn die Protagonisten sind zwar jung, jedoch mit Ausnahme von Lana bereits über zwanzig. Zudem geht es wirklich zur Sache und – ich glaube, das darf ich vorwegnehmen – es bleibt nicht bei einem Todesopfer. Daher kann man das ‚Thriller‘ im Gegensatz dazu sehr ernst nehmen.

Sehr fasziniert war ich wieder einmal von der beklemmenden Atmosphäre, die die Autorin heraufbeschwört. Bereits das Cover wirkt düster und geheimnisvoll. Eine unterschwellige Spannung liegt von Beginn an vor, die sich spätestens mit dem Ausflug von Karlsbad ausgehend ständig verdichtet und zum Ende hin wirklich atemlos macht. Einige Szenen erinnern stark an diverse Horrorklassiker und lassen zeitweise das Blut in den Adern gefrieren. Überhaupt funktioniert der Roman nach dem Konzept „Ich weiß, was du … getan hast“. Das muss aber kein Nachteil sein, ich habe diese Art Filme immer gemocht.

Winzig kleine Abstriche muss ich machen, weil mir das Ganze schon ein wenig unglaubwürdig erscheint. Diese jungen, gebildeten Menschen lassen sich für meinen Geschmack ein wenig zu leicht von einem Täter mit Handicap überwältigen. Die Hintergrundstory ist gut nachvollziehbar und es bleiben keine Fragen offen.

Somit ist „Die Mühle“ wirklich ein rundum gelungener Thriller für diejenigen, die es lieben, sich mal so richtig zu gruseln, während sie sich in ihrem Zuhause in Sicherheit wähnen.

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Tags: clique, jugendthriller, karlsbad, mörder, mühle, rache, tschechien, verleumdung   (8)
 

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311 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 159 Rezensionen

organspende, transplantation, liebe, depression, münchen

Die Tage, die ich dir verspreche

Lily Oliver
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426516768
Genre: Liebesromane

Rezension:

Gwen müsste der glücklichste Mensch auf Erden sein. Eine Herztransplantation rettet ihr Leben. Doch sie empfindet tiefe Schuldgefühle gegenüber dem Spender, quält sich mit Albträumen und kann sich doch niemandem anvertrauen. Als der Schmerz zu groß wird, fasst sie einen verzweifelten Entschluss. Sie will ihr Herz verschenken und postet ein entsprechendes Angebot in einem Internetforum. Noah, der Moderator des Forums, hält es anfangs für einen Scherz. Erst als Gwen vor seiner Tür steht, erkennt er die Brisanz der Situation. Ihm, der selbst nicht viel Sinn im Leben sieht, kommt die Aufgabe zu, Gwen von ihrem Plan abzubringen. Dazu errichtet er ein Gebäude aus Lügen und seine für Gwen aufkommenden Gefühle machen es nicht einfacher.

Meine Meinung:

Einen sehr gefühlvollen und emotional berührenden Roman erhält man mit „Die Tage, die ich dir verspreche“ von Lily Oliver. Das große Thema ist die Organ- bzw. speziell die Herztransplantation. Unwillkürlich fragt sich der Leser, ob er durch eigene Spendenbereitschaft einen Beitrag leisten kann, die verheerende Situation auf dem Organmarkt zu verbessern.

Die Geschichte endet nicht wie so oft mit einer geglückten Transplantation, sondern das ist erst der Anfang. Denn ein Leben nach einem solchen Eingriff, mit einem neuen Organ, ist alles andere als einfach. Das bringt die Autorin sehr eindrucksvoll und realitätsnah rüber. Obwohl die Story fiktiv ist, kann ich mir gut vorstellen, dass solche Depressionen bis hin zum Suizidgedanken keine Seltenheit sind. Wenn man dann noch ein eher introvertierter Mensch ist, dem es schwerfällt, seine Gefühle nach außen zu tragen, kann das ganz schnell in einem schrecklichen Drama enden.

Ich mochte beide Protagonisten von Anfang an. Gwens Verzweiflung ist so deutlich spürbar, dass sie tief ins Herz dringt. Es tut richtig weh, ihr scheinbar nicht helfen zu können, aber zum Glück gibt es ja Noah. Der etwas planlos agierende Student sieht in Gwen zuerst mal eine Aufgabe - er muss ihr Leben erhalten - und schon bald sehr viel mehr. Wie sehr oft im Buch, aber auch in der Realität ist das größte Problem der beiden die unausgesprochenen Worte. Wann werden wir Menschen mal begreifen, dass keiner Gedanken lesen kann? Es wird so viel angenommen, dabei ist die Wirklichkeit ganz anders. Natürlich fällt es schwer, sich zu öffnen. Ich kann das unheimlich gut nachvollziehen, habe ich doch selbst oft das Problem. An dieser Stelle, wenn die Missverständnisse überhandnehmen, möchte man die Figuren am liebsten schütteln, aber zum Glück finden sie schlussendlich einen Weg.

Man bekommt durch den Roman ein viel tieferes Verständnis für die ganze Problematik der Organspende, was die abgebildeten Forumseinträge noch intensivieren. Am Rande der Geschichte gibt es quasi als Bonus und auch schöne Auflockerung zu dem schweren Thema einen Einblick ins Geocoaching und was für schöne Möglichkeiten es bietet. Es müssen nicht immer Pokémons sein, die man jagt.

Nicht zu vergessen auch die wirklich schöne Liebesgeschichte zwischen Gwen und Noah, die sich perfekt in das Ganze einfügt. Der Roman liest sich wunderbar flüssig und hinterlässt doch ein Echo, das lange nachhallt. Wer Bücher mag, die zum Nachdenken anregen, hat mit diesem einen Glücksgriff getan.

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Tags: berlin, depression, herz, münchen, organspende, suizidversuch, transplantation   (7)
 

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(31)

67 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

liebe, blindheit, blind, coverband, elbe

Die einzige Art, Spaghetti zu essen

Nicole Brausendorf
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783548286716
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die 17-jährige Liv zieht mit ihrer Mutter in eine Kleinstadt an der Elbe. Hier findet sie nicht nur in ihrer Nachbarin Nessie eine neue beste Freundin, sondern lernt auf einem Konzert beim Stadtfest auch den Keyboarder Leo kennen. Seine Ausstrahlung nimmt sie sofort gefangen und die Tatsache, dass er blind ist, schreckt sie kaum. Doch da gibt es auch noch Felix, der sich Hals über Kopf in sie verliebt hat. Die sonst eher wenig begehrte und mit ihrer Figur hadernde Liv ist plötzlich hin- und hergerissen und muss zwischen Herz und Verstand entscheiden.

Meine Meinung:

Aufmerksam wurde ich auf das Buch bereits, als ich im April dieses Jahres die Autorin auf der LLC kennenlernte. Mit ihrem Debüt hat Nicole Brausendorf eine bezaubernde Lovestory um die erste große Liebe gewoben. Selten habe ich Gefühle so intensiv und tiefgreifend in einem Roman zu lesen bekommen. Man kann die Energie zwischen den Protagonisten förmlich fließen sehen und begleitet mit einem Lächeln die Schmetterlinge, die zwischen ihnen auffliegen.

Nicht nur die Hauptfiguren sind sehr liebenswert, auch den Nebendarstellern hat die Autorin eine großartige Bühne geschaffen, sie liebevoll charakterisiert und vor allem durch Nessie gibt es so einige äußerst humorvolle Szenen. Trotzdem fehlt es nicht an Ernsthaftigkeit und die Schwierigkeiten, die das Handicap der Blindheit für Leo mit sich bringt, sind sehr einfühlsam dargestellt, sodass sich der Leser sehr gut in seine Lage versetzen kann.

Im Mittelpunkt steht natürlich die Liebesgeschichte der schüchternen Liv und des sensiblen Leo. Okay, ein ganz klein wenig hat mich gestört, dass eine 17-jährige Jungfrau plötzlich kaum an etwas anderes als Sex denken kann. Aber gut, wenn der Blitz einschlägt, dann ist das wohl so. Die gar nicht so langsame Annäherung der beiden wird dann sehr sinnlich und erotisch beschrieben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, und ist auch nur ganz selten ein wenig schwülstig.

Letzten Endes vermittelt das Buch die natürlich keineswegs neue, aber dennoch immer wieder wichtige Botschaft, dass es für die Liebe lohnt, sich auf ein Abenteuer einzulassen, Risiken einzugehen und den Schritt zu wagen, statt der Sicherheit den Vorrang zu geben.

Nicole Brausendorf hat es geschafft, mich mit ihrem Debüt in der Zeit zurückreisen zu lassen, die Gefühle der ersten Liebe noch mal hautnah mitzuerleben und so in Erinnerungen zu schwelgen. Das Buch ist daher genauso für junge Erwachsene wie auch ältere Semester, zu denen ich mich zählen darf, geeignet. Wer was fürs Herz sucht, ist hier genau richtig. Ich würde mich auf Weiteres aus der Feder der Autorin freuen und hoffe, die Wartezeit wird nicht zu lang.

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Tags: blindheit, coverband, elbe, keyboarder, liebe, musiker   (6)
 

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(55)

123 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

thriller, horror, spiel, spannung, mord

Das Spiel - Opfer

Jeff Menapace , Sven-Eric Wehmeyer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.07.2016
ISBN 9783453677074
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Familie Lambert – ein auch nach vielen Ehejahren noch sehr verliebtes Paar nebst 6jähriger Tochter und 4jährigem Sohn – ist zu einem Wochenendausflug an den idyllischen Crescent Lake unterwegs. Doch ihr geplantes Vergnügen entwickelt sich zum Albtraum, denn sie geraten ins Visier der Fanelli-Brüder, die ein anderes Verständnis von Vergnügen haben und sie als Statisten für ihre ganz besonderen Spiele auserkoren haben.

Meine Meinung:

„Das Spiel – Opfer“ ist der Auftakt der Spiel-Trilogie, die im November 2016 bzw. April 2017 ihre Fortsetzung findet. Mich hat das Buch wirklich von Beginn an gefesselt. Es fängt recht gemächlich an, aber bereits auf den ersten Seiten ist die dunkle Bedrohung, die über der Familie hängt, intensiv spürbar. Während es sich in der ersten Hälfte des Romans überwiegend um psychologische Folter handelt, geht es dann mit der Entführung der Familie so richtig zur Sache. Wobei ich es mir bei einem Heyne Hardcore fast noch schlimmer vorgestellt hätte. Von Laymon und Co. bin ich da schon anderes gewohnt gewesen. Das ist aber durchaus nicht negativ zu beurteilen. Vor allem findet der Autor hier eine gute Balance und überschreitet meine persönliche Schmerzgrenze – besonders was Kinder und Tiere betrifft – zu keiner Zeit. Selbst „normale“ Thrillerleser sollten hier keine Probleme bekommen.

Das Ehepaar ist in seiner noch immer andauernden Verliebtheit eigentlich ganz süß, allerdings wird darauf ein wenig zu sehr rumgeritten. Am Ende nervt es einfach nur noch mit den ständigen Neckereien und Verlangen nacheinander. Ob der Autor hier einen besonderen Kontrast zu den Brüdern schaffen wollte, sei dahingestellt. Dass diese gehörig neben der Spur laufen, sollte jedem aber auch so klar werden. Da hätte etwas mehr normaleres Verhalten nicht geschadet.

Ja, die Antagonisten wären also die Fanelli-Brüder. Die sind nun keine übermäßige Offenbarung. Während der eine nur mit dem Genital denkt, hält sich der andere für besonders schlau. Da wirkt ihre Inszenierung dann fast etwas einfallslos und uninspiriert. Natürlich macht es aber Spaß, ihre Denkweisen zu hinterfragen und auch die Sprünge in die Vergangenheit der beiden fügen sich gut ins Ganze.

Durch die ständigen Wechsel zwischen der Familie und den Brüdern und oft sehr kurzen Kapiteln mit teilweise bösen Cliffhangern entwickelt sich ein ordentliches Tempo und der Showdown am Ende machte es quasi unmöglich, das Buch zur Seite zu legen.

Ganz zum Schluss gibt es noch einen kleinen Schlenker, der perfekt zum Genre passt und bei dem man ein Lächeln nicht verhindern kann. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzungen und bin gespannt, was der Autor da noch aus dem Hut zaubern wird.

„Das Spiel – Opfer“ bietet solide Thriller-Kost, bei der die Spannung stetig zunimmt, um in einem blutigen Finale eine Auflösung zu finden, die alle Seiten zufriedenstellen sollte.

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Tags: horror, psychospiel, serienkiller, spiel, wochenendtrip   (5)
 

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(61)

121 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 46 Rezensionen

thriller, berlin, martin krist, spannung, kannibalismus

Märchenwald

Martin Krist
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783548287645
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der 9-jährige Max und seine kleine 4-jährige Schwester Ellie werden mitten in der Nacht von ihrer Mutter geweckt und in einem Wandschrank versteckt, bevor sie selbst entführt wird. Zuvor kann sie ihre Kinder noch auffordern, zum Opa zu fahren. Nach einiger Zeit fasst sich Max ein Herz und begibt sich mit Ellie auf den Weg. Eine Odyssee durch Berlin beginnt. Zu gleicher Zeit erwacht eine schwer verletzte Frau nahe des Alex und kann sich an nichts erinnern. Erste Kontaktaufnahmen verlaufen nicht positiv und sie wird zur Gejagten.

Kommissar Paul Kalkbrenner bekommt es gleich mit zwei Fällen zu tun. Einem missglückten Einbruch und einem eigentlich normalen Todesfall, wären da nicht Leichenteile in der Gefriertruhe des Verstorbenen, die die Ermittler schließlich in einen Fall unglaublichen Ausmaßes verwickeln, der Rätsel über Rätsel offenbart.

Meine Meinung:

Schon länger habe ich mich auf den neuen Kalkbrenner-Thriller von Martin Krist gefreut. Und meine Erwartungen wurden keinesfalls enttäuscht, denn der „Märchenwald“ hat mich trotz Zeitmangel von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen.

Wir haben es hier mit drei Perspektiven zu tun, die scheinbar nichts gemein haben, sich gegen Ende jedoch zu einem spektakulären Fall im Ganzen entwickeln. Hat sich die anfängliche Verwirrung der verschiedenen Schauplätze erst mal gelegt, ist jede Geschichte für sich so spannend, dass man einfach immer weiterlesen muss. Arno Strobel (Zitat auf Buchrücken) hat da ganz recht, es entsteht eine Sogwirkung, gegen die man quasi machtlos ist.

In der Handlungsebene mit den Kindern versteht es der Autor meisterhaft, sich in die kindliche Gedankenwelt hineinzuversetzen und das wird auch in der Sprache deutlich. Sie erfahren während ihrer Odyssee sowohl Positives als auch Negatives, wobei auch einmal mehr klar wird, dass der schöne Schein oft trügt. Auch die Perspektive um die unter Amnesie leidende Frau vermag zu fesseln. Es muss ein schreckliches Gefühl sein, wenn man nicht mehr weiß, wem man trauen kann.

Der Kriminalfall der Ermittler schließlich katapultiert den Leser in tiefste Abgründe menschlichen Abnormverhaltens. Einige Szenen, gerade den Kannibalismus betreffend, schrammen hier schon an der Ekelgrenze. Zartbesaiteten Lesern würde ich daher eher vom Buch abraten.

Neben der spannenden Handlung bekommt man auch wieder einige Einblicke in Kalkbrenners Privatleben, speziell die Liebe zu seiner Tochter betreffend. Andere Nebenfiguren, vor allem seine Partnerin Sera Muth, bleiben dieses Mal eher blass. Dafür werden nicht nur Einheimische das Großstadtfeeling zu schätzen wissen. Man merkt Martin Krist an, wie gut er sich in seinem Berlin auskennt.

Obwohl ich das hohe Tempo ohne viel Schnörkel drumrum bei Thrillern bevorzuge, kam mir das Ende dann doch ein wenig abrupt. Weder der plötzliche Ermittlungserfolg noch die Intention des Täters wurden mir so richtig klar. Aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau.

Insgesamt hat mich „Märchenwald“ ungemein gefesselt und somit für spannende Lesestunden gesorgt. Wieder ein wahres Thriller-Highlight, wie man es jedoch von Martin Krist nicht anders gewohnt ist.

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Tags: berlin, darknet, kannibalismus, kommissar kalkbrenner, märchen, sera muth, thriller   (7)
 

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(147)

248 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 136 Rezensionen

liebe, schicksal, freundschaft, hoffnung, roman

So wie die Hoffnung lebt

Susanna Ernst
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2016
ISBN 9783426519059
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nach einem schrecklichen Brand, der ihn seine liebsten Angehörigen kostet, landet der 13jährige Jonah in einem Waisenhaus. Doch dort ist es längst nicht so schrecklich, wie er befürchtet hatte. Im Gegenteil, die Betreuer sind einfühlsam und geben sich alle Mühe, jeden individuell zu fördern. Alle Kinder da haben Schreckliches durchmachen müssen, doch vor allem die 11jährige Katie hat es Jonah angetan. Ihr Schicksal ist besonders tragisch und sie hat seit 3 Jahren kein Wort gesprochen. Mit viel Einfühlungsvermögen und Geduld gelingt es Jonah, das Mädchen zurück ins Leben und zum Sprechen zu bringen. Aus der innigen Freundschaft keimt eine zarte Liebe. Doch kaum ist Jonah 17 und träumt von einer Zukunft mit Katie, wird sie ihm wieder entrissen und verschwindet spurlos. Seine Hoffnung und der Glaube an ihre Liebe ist jedoch so groß, dass er sie nach knapp 20 Jahren endlich wiederfindet. Doch die Zeichen für ein gemeinsames Leben könnten nicht schlechter stehen …

Meine Meinung:

Anders als das Cover des Romans vielleicht vermuten lässt, haben wir es bei Susanna Ernsts neuem Roman nicht mit einer lockerleichten Romanze, sondern eher mit einem tragischen Schicksalsroman zu tun, der sich zum Schluss hin sogar noch in einen wahren Krimi verwandelt. Er bietet also eine Vielzahl von Facetten und regt außerdem enorm zum Nachdenken an, was ich unheimlich gern mag.

Das Buch ist zweigeteilt und erzählt einmal rückblickend das Kennenlernen und die Zeit im Heim von Jonah, Katie und den anderen Kindern. Der weitaus größere Teil spielt dann im Jahr 2015 in der Gegenwart, wo beide Protagonisten bereits die 30 überschritten haben.

Beide Teile lesen sich dann auch sehr unterschiedlich. Ist man im ersten Teil erst mal erschüttert über die Schicksale der Kinder, so nimmt einen die Autorin dann mit auf die Reise einer tiefgehenden Freundschaft, die in einer bezaubernden Liebesgeschichte gipfelt. Neben den Hauptfiguren ist hier besonders der liebenswerte Milow zu erwähnen, den ich sofort in mein Herz geschlossen habe und der schlussendlich auch für so einige Tränen bei mir gesorgt hat. Aber auch die anderen Nebenfiguren wie Ruby oder die Betreuer des Heims kann man nur gernhaben. Man fühlt so richtig mit, hat ebenso wie die Kinder die Hoffnung, dass nun alles gut wird.

Dann ist schlagartig alles anders. Knapp 20 Jahre sind vergangen, es gibt nur noch Trauer, Verlust, Sehnsucht. Es war zwar für mich schon ein arg großer Zufall, wie Jonah schließlich wieder auf Katie stößt, aber irgendwie mussten sie ja erneut zusammenfinden. Plötzlich findet man sich als Leser in einer kriminellen Welt wieder, wo Menschen- und Drogenhandel, Prostitution und Gewalt an der Tagesordnung sind. Auch dieser Teil hat mich restlos überzeugt und es macht wirklich Hoffnung, dass es eine Liebe wie die von Jonah geben könnte, deren Tiefe die Zeiten überdauert, ohne im Geringsten nachzulassen.

Mehrere überraschende Wendungen und vor allem die Spannung gegen Ende machen es nun unmöglich, das Buch zur Seite zu legen. Es gibt wundervoll romantische Momente, Szenen, die mich vor Schock erstarren ließen und auch Sätze, die zu Tränen rührten.

Lieblingszitat: „Wir lieben einander – mit jeder einzelnen Narbe, die wir im Laufe der Zeit davongetragen haben. Zusammen ergeben die Scherben unserer Seelen ein wunderschönes Mosaik.“

Insgesamt hat es die Autorin geschafft, dass ich mal wieder komplett abtauchen konnte in eine Welt, in die man sich eigentlich nicht hineinwünscht, die es aber dennoch wert ist, erzählt zu werden. Ein Plädoyer für die Hoffnung, die man nie verlieren sollte. Danke Susanna, für diese emotionale Achterbahnfahrt, die lange im Gedächtnis haften bleiben wird.

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Tags: amoklauf, drogen, heimkinder, hoffnung, menschenhandel, mutismus, seattle, waisenhaus, zwangsprostitution   (9)
 

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(68)

134 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

jugendbuch, insel, battle island, battle, gold

Battle Island

Peter Freund
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.07.2016
ISBN 9783570153802
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die sechzehnjährige Louisa ist kein Fan von Castingshows. Doch das ausgelobte Preisgeld – 1 Million in Gold – scheint ihr einzige Chance, das Leben ihrer Mutter, die an einem Hirntumor leidet, durch eine teure Therapie zu retten. Nachdem sie bei einem Bootsunfall, für den sie sich die Schuld gibt, bereits ihren Vater verloren hat, ist dies ihr vordringlichstes Ziel. Also nimmt sie an den Castings teil und schafft es tatsächlich unter die letzten zehn Kandidaten. Doch wie zu erwarten, will von denen jeder das Geld und einige würden auch fast alles dafür tun. Ein Albtraum vor laufender Kamera beginnt …

Meine Meinung:

Ich beginne heute mal mit dem äußeren Erscheinungsbild. Das Cover des Buches ist passend zur Geschichte gewählt, erinnert ein wenig an „The 100“, wobei ich die dargestellten Jugendlichen nicht wirklich den Show-Teilnehmern zuordnen konnte. Es weckt aber die Neugier auf ein spannendes Inselabenteuer.

Die gewählte Erzählweise hat sicher Vor- und Nachteile. So wird der Leser gleich am Anfang in eine brenzlige Situation geworfen, die Louisa am 8. Tag auf der Insel erlebt. Das soll sicher Spannung erzeugen, da man die Figuren jedoch so überhaupt nicht kennt, fällt es schon nicht leicht, sich in sie reinzudenken. So geht es dann auch mit ständigen Zeitsprüngen weiter, in denen einmal das aktuelle Geschehen erzählt wird, in der anderen Perspektive dann, wie Louisas Weg zur Castingshow und auf die Insel verläuft. Irgendwann in der Mitte des Buches hat sich beides dann angeglichen und es geht chronologisch weiter. Inzwischen ist aber die Spannung auch so weit aufgebaut, dass man ab diesem Punkt das Buch kaum mehr weglegen mag. Davor gibt es einige Längen und die Sprünge erfordern auch ein sehr aufmerksames Lesen.

Das Buch spielt in einer nahen Zukunft und die Show an sich ist, wenn man sich die aktuelle Fernsehlandschaft ansieht, so abwegig ja nicht. Einmal mehr wird deutlich, wie solche Castings ablaufen, wie interveniert und gesteuert wird, weil nur eines zählt – die Quote und daraus resultierend die Gewinne für die Macher. Teilnehmer werden nicht aufgrund von Können ausgewählt, sondern vorrangig an der Größe des Konfliktpotenzials gemessen, welches die Gruppe im Ganzen ergibt. Das kennt man ja nicht erst seit heute von DSDS, Dschungelcamp und Co. Auch das entsprechend manipuliert und schlussendlich sogar nicht nur sprichwörtlich über Leichen gegangen wird, halte ich für durchaus vorstellbar.

Was mich ein wenig verwundert, selbst für heutige Verhältnisse und erst recht in der Zukunft: Nicht ein einziger der Teilnehmer hat sich offenbar seinen Vertrag durchgelesen, sprich das Kleingedruckte. Sie sind alle dermaßen blauäugig dabei, dass es schon nicht mehr glaubhaft ist. Zudem sind ein Großteil von ihnen noch minderjährig, wo bitte sind da die Eltern einbezogen worden? Diesen Aspekt hat selbst Arno Strobel in seinem „Schlusstakt“ berücksichtigt, woran mich das Buch im Übrigen gar nicht mal so selten erinnert hat. Dass dann noch eine der emotionalsten Szenen der Panem-Reihe fast 1 zu 1 übernommen wurde, hat mich doch sehr gestört.

Handwerklich ist das Buch gut geschrieben und zum Schluss auch extrem spannend, mit überraschenden und wie auch erwarteten Wendungen läuft es auf einen Showdown hinaus, der es wirklich in sich hat. Man merkt dem Autor an, dass er in der Fernsehbranche tätig ist und auch Drehbücher schreibt. Eine Verfilmung könnte ich mir durchaus gut vorstellen. Allerdings fand ich die Opferzahl für einen Jugendroman schon erstaunlich hoch. Und davon abgesehen auch schwer vorstellbar, dass es möglich sein soll, dies komplett zu vertuschen. Denn jeder hat doch irgendwo Angehörige … Hier hinkt es beim Ende doch ein wenig.

Fazit: Wer sich für Casting-Shows und vor allem das Dahinter interessiert, gern Jugendromane mit vielschichtigen Charakteren liest und neugierig auf eine Insel-Schatzsuche ist (ich persönlich wäre ja schon bei den Mathe-Aufgaben grandios gescheitert), dem kann ich „Battle Island“ wirklich empfehlen.

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Tags: castingshow, gold, insel, schatz, schatzsuche   (5)
 

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226 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 69 Rezensionen

paris, liebe, adriana popescu, paris du und ich, jugendbuch

Paris, du und ich

Adriana Popescu
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.07.2016
ISBN 9783570172322
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die sechzehnjährige Emma ist rettungslos verknallt in Austauschschüler Alain und seine Abreise im Sommer erträgt sie kaum. Doch sie hat einen Plan. In den Herbstferien will sie ihn in ihrer Lieblingsstadt Paris besuchen, und es soll eine Überraschung werden. Die gelingt ihr, wenn auch anders als geplant. Denn Alain entpuppt sich als gnadenloser Lügner, der seit Langem eine feste Freundin hat und Emma steht plötzlich ohne Unterkunft da und mit einem Herzen, das in Scherben liegt.

Nachdem sie sich einige Zeit in einem Hostel vergraben hat, will sie wenigstens Paris eine Chance geben. In einem Café trifft sie auf Vincent, ein ebenso Verlassener, der seiner Liebe hinterhertrauert. Beide beschließen, Herzschmerzfreunde zu werden und gemeinsam Paris zu entdecken. Dabei haben sie viel Spaß, ihre Wunden beginnen zu heilen und die Stadt der Liebe hat offenbar noch einiges mit ihnen vor.

Meine Meinung:

Hier ist nun das zweite Jugendbuch von Adriana Popescu, dem ich schon seit dem Auslesen von „Ein Sommer und vier Tage“ entgegengefiebert habe. Wie immer schafft es die Autorin mich mitzunehmen auf eine Reise. Eine Reise nicht nur an einen bezaubernden Ort, sondern auch durch die Zeit, in meine Jugend, weg aus dem Hier und Jetzt.

Diesmal verschlägt es die Protagonisten und den Leser nach Paris, in die Stadt der Liebe. Ich selbst war noch nie in Frankreich, aber Adriana beschreibt „ihr“ Paris so bildhaft und in liebevollen Details, dass man meint, das alte Pflaster von Montmartre unter den eigenen Füßen zu spüren. Wer hier nicht Lust auf einen Städte-Kurztrip bekommt, ist selber schuld. Wie immer, was ich besonders an der Autorin liebe, ist der Roman gespickt mit Anspielungen auf diverse Film-, Literatur- und Musikhighlights.

Die zaghafte Liebesgeschichte zwischen Emma und Vincent ist einfach bezaubernd. Sehr gut wird der Unterschied zwischen oberflächlicher Liebelei, die vorwiegend auf dem Aussehen beruht, und den tiefen Gefühlen, die stetig wachsen und dabei die Helden sie selbst sein lassen, deutlich. Ein Pink Flamingo sollte eben zu sich stehen und nicht versuchen, eine graue Taube zu sein.

Auch dieses Buch der Autorin hat wieder so viel mehr, was sich gar nicht in Worten ausdrücken lässt. Da sind so viele zitierwürdige Sätze, die ich gleich mehrmals laut vor mich hinsprechen musste, weil sie einfach so schön sind. Ans Herz gehende Szenen, vor allem mit Nebenfigur Jean-Luc, und jede Menge Sehnsuchtsmomente, die die Geschichte noch lange nachklingen lassen.

Die schöne Aufmachung sollte ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Das Mädchen auf dem Cover hat irgendwie etwas ganz Besonderes an sich.

„Paris, du und ich“ ist ein Wohlfühlroman für jedes Alter, nicht nur für Jugendliche, der Mut machen sollte, seinen Träumen zu folgen, mögen sie auch noch so groß sein.

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Tags: erste liebe, frankreich, hemingway, montmartre, paris   (5)
 

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vlogger, liebesroman, tierheim, new york, j. vellguth

#FolgeDeinemHerzen: Liebesroman

J. Vellguth
E-Buch Text: 224 Seiten
Erschienen bei null, 15.06.2016
ISBN B01H2MXIAW
Genre: Liebesromane

Rezension:

Überraschend gewinnt Sara bei einem Gewinnspiel ein Treffen mit dem berühmten Video-Blogger BigJake. Doch eigentlich wollte sie dieses Supergeschenk für ihre Freundin zum Geburtstag und der Blogger ist auch der falsche, denn Cherry steht auf Milo77. Zum Glück kennen sich die beiden und BigJake vermittelt das gewünschte Date, wenn Sara dafür mit ihm ausgeht. Dummerweise hat Sara eine extreme Aversion gegen alles, was mit Social Media zu tun hat. Wird sie über ihren Schatten springen?

Meine Meinung:

Mit „#FolgeDeinemHerzen“ wird dem Leser eine locker-leichte, sehr flüssig geschriebene Liebesromanze geboten, die im Herzen von New York spielt. Beide Hauptfiguren sind sehr sympathisch und haben mehr zu bieten, als der erste Schein vermuten lässt. Durch den Wechsel der Perspektiven zwischen Sara und Jake kann man sich recht gut in die jeweilige Gefühlswelt hineindenken. Allerdings kam mir Sara doch ein wenig zu stur auf ihren Vorurteilen beharrend rüber. Zum Glück bekommt sie zum Ende hin ja noch die Kurve.

Sehr entzückend die Nebenhandlung mit dem Tierheim. Für Hundefans ein unbedingtes Muss, auch wenn mir eine Szene eine wahre Gänsehaut verursacht hat. Die Liebe beider zu den Tieren wird auf jeden Fall überdeutlich. Auch sehr interessant die Details zum Videodreh und was hinter einer Betätigung als Vlogger alles steckt, ohne jedoch den Leser mit zu viel Technik zu langweilen.

Die Geschichte konzentriert sich voll auf die Hauptfiguren, weshalb die trotzdem sehr interessanten Nebenfiguren ein wenig verblassen, wobei ich mir gut vorstellen könnte, dass der auf gewisse Körperteile fixierte Milo durchaus eine eigene Geschichte bekommen könnte. Lassen wir uns überraschen.

Mich hat der Roman gut unterhalten und wer auf eine schöne Liebesgeschichte mit romantischen Sequenzen steht, kann mit dem Kauf eigentlich nicht falschliegen.

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Tags: hund, kamera, liebe, new york, social media, tierheim, vlogger   (7)
 

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hawaii, surfcamp, erbschaft, sommer, liebe

Verliebt in Hawaii

Sabine Landgraeber
E-Buch Text: 248 Seiten
Erschienen bei null, 04.07.2016
ISBN B01I0GDW2I
Genre: Liebesromane

Rezension:

Völlig unerwartet erbt Lynn von ihrem Onkel Arthur, den sie kaum kannte, ein Haus auf Hawaii. Für sie eine super Möglichkeit, nach der Trennung von ihrem Freund der Tristesse ihres Lebens zu entkommen und einen Neustart zu wagen. Allerdings ist das Erbe an Bedingungen geknüpft und so muss sich Lynn mit dem derzeitigen Bewohner, dem gut aussehenden Cody, auseinandersetzen. Dieser leitet auf der Insel ein Surfcamp für obdachlose Jugendliche und hat noch das eine oder andere Geheimnis in petto. Als das Surfcamp systematisch sabotiert wird, müssen Lynn und Cody auf Biegen und Brechen zusammenhalten und sich gleichzeitig ihren Gefühlen stellen.

Meine Meinung:

Wie schön, Sabine Landgraeber entführt ihre Leser wieder auf ihre Lieblingsinsel Hawaii. Ich muss zugeben, so langsam hat sie es geschafft, dass meine Sehnsucht nach diesem Traumziel ebenfalls immer größer wird. Vielleicht klappt es ja doch eines schönen Tages …

Von Luisa und Anja, den Protagonisten der bereits erschienenen Hawaii-Trilogie der Autorin, erfährt man diesmal nichts, allerdings ist es ein großes Vergnügen, einige der dort bereits beschriebenen Schauplätze erneut aufzusuchen. Natürlich kann der Roman aber völlig unabhängig davon gelesen werden. Bereits das wunderschöne Cover verbreitet Urlaubsfeeling und passt somit perfekt in die Jahreszeit.

Beide Hauptfiguren waren mir sofort sehr sympathisch. Sie sind voller Lebensmut und kämpfen für das, was ihnen am Herzen liegt. Als Nebenfigur sticht besonders der liebenswerte Mr. Barnes hervor. Es gibt zudem einige Nebenhandlungen, die geradezu nach einer Fortsetzung schreiben. Von daher hoffe ich, dass die Autorin ihre Leser hier nicht lange zappeln lässt.

Zwar klingt das Ganze wie eine locker-leichte Urlaubslektüre, aber es gibt auch einiges an Tiefgang, da der äußere Schein manchmal einfach trügt. Wie immer gelingt es Sabine Landgraeber Geschichtliches über Hawaii ebenso in die Story zu integrieren wie wunderbar romantische Momente und eine Prise Spannung.

Fazit: „Verliebt in Hawaii“ ist angenehm leicht zu lesende Unterhaltung mit Tiefgang, die jede Menge Urlaubsfeeling, aber auch Romantik und Humor nicht vermissen lässt.

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Tags: erbschaft, hawaii, liebe, sommer, surfcamp   (5)
 

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griechenland, braut, kreuzfahrt, hochzeit, trauzeugen

Wirf die Braut über Bord!: Liebesroman (Sieben Sommersünden 3)

Rose Snow
E-Buch Text
Erschienen bei null, 08.07.2016
ISBN B01I6PJO3E
Genre: Sonstiges

Rezension:

Maya hat sich eingebildet, ihre Hochzeit auf Zakynthos stattfinden zu lassen, dem Ort, an dem ihr ihr Liebster Holger einen Antrag gemacht hat. Doch damit nicht genug, die Anreise soll in Form einer Kreuzfahrt erfolgen. Mit dabei Teenietochter Katja sowie ihr bester Freund Gérard und Freundin Rachel, die so gar keinen Bock auf das Unternehmen hat und ihre Racheagentur nur äußerst ungern sich selbst überlässt. Doch sie macht gute Miene zum bösen Spiel und bemüht sich, eine gute Freundin zu sein.

Allerdings scheint das Universum etwas gegen die Verbindung zu haben, denn was schiefgehen kann, geht auch schief. Die Ringe gehen ebenso verloren, wie das Brautkleid von der Fluggesellschaft verschlampt wird. Der Hochzeitsplaner ist unglücklich verliebt und hat gar keinen Nerv mehr für die Hochzeit und schlussendlich fällt auch noch der Pfarrer aus. Ein Sturm zieht im wahrsten Sinne des Wortes über dem Brautpaar auf, sodass sogar die Landung auf Zakynthos gefährdet ist. Wird Rachel über sich hinauswachsen und statt des Racheengels mal den Hochzeitsengel spielen? Und was war noch gleich mit ihren Gefühlen gegenüber Gérard?

Meine Meinung:

Das Autorenduo Rose Snow kehrt mit dem inzwischen 3. Band der „Sieben Sommersünden“-Reihe zum Thema Zorn an die Anfänge ihrer gemeinsamen Schreibprojekte, nämlich der „Süße Rache“-Reihe, zurück. So gibt es für alle, die von dieser ebenso begeistert waren, ein Wiedersehen mit Maya und Holger sowie Rachel und Frauenschwarm Gérard. Aber auch, wer die Bücher nicht kennt, kann sich getrost auf dieses wunderbar humorvolle Sommerleseabenteuer einlassen.

Ich jedenfalls habe erst beim Lesen gemerkt, wie sehr ich diese Protagonisten vermisst habe. Besonders Gérard, der nicht nur umwerfend aussieht, sondern auch das Herz am richtigen Fleck hat und mich mit seinem Humor stets umhaut. Neben dem für mich immer wieder interessanten Setting eines Kreuzfahrtschiffes (leider konnte ich so was noch nicht erleben) haben es Rose Snow geschafft, mich und das wird bestimmt auch vielen anderen Lesern so gehen, in die Zeit kurz vor meiner Hochzeit zu katapultieren.

Maya mag zuweilen zickig rüberkommen, aber wenn so viele Katastrophen bezüglich der Hochzeit bei mir zusammengekommen wären, hätte man mich wahrscheinlich einweisen lassen können. Von daher kann ich sie nur zu gut verstehen. Und schließlich gibt es ja auch noch einen anderen Grund für ihre Launen.

Herrlich, wie Rachel gegen den Entzug ihrer Technik kämpft, auch da war ich voll bei ihr, kann man sich doch ein Leben ohne selbige manchmal schon schwer vorstellen, auch wenn es ab und an nötig ist. Ebenso ihre widersprüchlichen Gefühle gegenüber Gérard.

Rose Snow haben es wieder wunderbar verstanden, ihre so liebenswerten Figuren erneut zum Leben zu erwecken und sie mit viel Humor alle Widrigkeiten meistern zu lassen. Da bleibt auch in Sachen Romantik kein Wunsch offen.

Das Bonuskapitel zu Lena macht neugierig und ich werde mir als Nächstes wohl doch mal die ersten beiden Bände schnappen, die bereits auf mich warten und dann den Rest der Reihe aktuell verfolgen. Ein wundervolles Projekt mit wundervollen Autorinnen (den einen Autor nicht zu vergessen), was den Lesesommer definitiv bereichert.

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Tags: braut, griechenland, hochzeit, kreuzfahrt, trauzeugen   (5)
 

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thriller, familiengeheimnis, fahrerflucht, michael theißen, psychothriller

Leons Erbe

Michael Theißen
E-Buch Text: 232 Seiten
Erschienen bei Bastei Entertainment, 02.05.2016
ISBN 9783732525102
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Katja Helmke verliert auf tragische Weise ihren erst 16jährigen Sohn Leon bei einem Autounfall. Nicht der erste Schicksalsschlag, der ihre Familie trifft, denn vor einem halben Jahr ist ihre Schwester Nicole spurlos verschwunden. Noch tief in ihrem Leid gefangen, erhält sie einen Anruf von einem Notar. Ihr Sohn hat ihr eine mysteriöse Kiste hinterlassen. Darin das Armband, welches ihre Schwester stets getragen hat. Tags darauf wird der Anwalt ermordet. Katja versucht all die Rätsel zu entwirren, doch es werden nur immer mehr. Lebt Nicole noch? Was hat ihr offenbar psychisch kranker Schwager mit ihrem Verschwinden zu tun, warum wird Katjas Mann brutal zusammengeschlagen und war Leons Tod am Ende gar kein Unfall?

Meine Meinung:

„Leons Erbe“ ist Roman Nummer 18 in der Reihe „Hochspannung“ von Bastei Entertainment und das Thriller-Debüt von Michael Theißen. Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt. Es beginnt mit dem Tod von Leon und seit dem Besuch von Katja beim Notar jagt ein Rätsel das nächste. In kurzen, prägnanten Sätzen begleitet der Leser die Ich-Erzählerin bei der Aufdeckung von immer mehr Geheimnissen, die ihren Glauben an ihre Familie zutiefst erschüttern. Die nicht allzu langen Kapitel enden oft mit einem gemeinen Cliffhanger, der zum sofortigen Weiterlesen animiert. Viele bemängeln das ja, aber ich muss zugeben, ich bin ein Fan davon.

Die Geschichte nimmt immer wieder unerwartete Wendungen, sodass der Leser sehr lange, eigentlich fast bis zum Schluss, im Unklaren bleibt, wie alles zusammenhängt. Die Auflösung ist stimmig, wenn auch am Ende alles ein wenig schnell geht. Mich hat dieser Psychothriller definitiv gut unterhalten und ich kann ihn daher Fans des Genres guten Gewissens weiterempfehlen.

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Tags: familiengeheimnis, geheimnis, rätsel, spurlos verschwunden, unfall   (5)
 

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busreise, cornwall, urlaub, reisebus, stonehenge

Cornwall mit Käthe

Stephanie Linnhe
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 17.06.2016
ISBN 9783548612751
Genre: Romane

Rezension:

Die junge Juna Flemming hat sich in den Kopf gesetzt, endlich nach Cornwall zu reisen. Gar nicht so einfach. Als ihre Reisebegleitung wegfällt, bleibt ihr nur eine Busreise, da sie sich nicht zutraut, selbst zu fahren. Wie schon befürchtet, ist sie mit Abstand die Jüngste in einem Bus voller Rentner. Doch das Rosamunde-Pilcher-Land entschädigt sie für vieles und auch ihre Mitreisenden haben so einiges an Überraschungen auf Lager. Zumindest gibt es einen sexy Reisebegleiter, doch bietet der mehr als heiße Luft? Ihre charmante Sitznachbarin Käthe schließt sie auf jeden Fall schnell ins Herz und nach einem eher holprigen Start auch deren Enkel Mads, der per Telefon plötzlich ständig an ihrer Seite zu sein scheint.

Meine Meinung:

Ein wirklich sehr unterhaltsames England-Abenteuer bietet Stephanie Linnhe mit ihrem Roman „Cornwall mit Käthe“ hier dem Leser. Durch den lockeren, humorvollen Schreibstil fliegen die Seiten nur so dahin, gegen Ende wird es sogar richtig gefährlich und damit spannend.

Auch wenn man selbst wahrscheinlich noch nicht das Vergnügen hatte, an so einer Reise teilzunehmen, kann man sich durch die bildhafte Beschreibung der Figuren unheimlich gut in die Protagonistin Juna einfühlen. Diese ist unheimlich sympathisch und hat mich mit ihrem Zwang zu Listen und einer geordneten Welt ein klein wenig an mich erinnert. Man merkt auf jeden Fall, dass sie das Herz auf dem rechten Fleck hat und hinter Fassaden schaut. Zudem ist sie auch selbstironisch und nimmt sich nicht gar so ernst. Käthe ist natürlich der Knaller, so eine Omi würde sich wohl jeder wünschen.

Eine große Hauptrolle spielt im Roman natürlich das Reiseziel England und im Speziellen Cornwall. So hat dann auch die Beschreibung von Stonehenge und vor allem auch St. Ives eine unheimliche Faszination und löst spontanes Reisefieber aus. Ich zumindest hätte große Lust, die Schauplätze mit eigenen Augen zu sehen, wenn auch vielleicht der Rentnerreisebus nicht die erste Wahl wäre.

Natürlich bleibt auch die Liebe nicht ganz außen vor. Die zaghafte Annäherung per Telefon zwischen Juna und Mads ist sehr süß und der Epilog belohnt den Leser mit einem wunderbar romantischen Ende.

Ich möchte daher jedem reiselustigen England-Liebhaber das Buch sehr ans Herz legen, aber auch wer nur ein wenig humorvolle Unterhaltung während des Urlaubs sucht, ist hier keinesfalls fehl am Platz.

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