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66 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

österreich, berge, berg, bergwelt, liebe

Durch alle Zeiten

Helga Hammer
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 13.10.2017
ISBN 9783961010080
Genre: Romane

Rezension:


Spoilerfrei. 

In diesem Roman geht es um Elisabeth, die wir im ersten Kapitel als erwachsene Frau mit zwei Kindern kennenlernen, ein drittes Kind ist unterwegs. Ab da wechseln sich die Kapitel jeweils ab und wir springen zwischen Gegenwart und Elizabeths Vergangenheit hin und her.

Wir erfahren von Elizabeths Werdegang, wie ihre Familienkonstellation aussieht und die Schicksalsschläge, die sie einstecken musste. Eingebettet wurde die Geschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in einer alpinen Landschaft (Steiermark) in Österreich. Das Buch würde ich als Familiendrama bezeichnen, bei dem Liebe eine große Rolle spielt. Eingebettet wurde die Geschichte in landwirtschaftliche, ländliche Kulisse, sodass ich beim Lesen unweigerlich an einen Heimatfilm in Romanform denken musste, worauf ich auch gehofft habe.

Als ich das Buch in der Vorschau gesehen habe und den Inhalt überflogen habe, fühlte ich mich sofort angesprochen, weil ich schon lange keine Geschichte aus dieser Zeit gelesen habe, bei dem es vor allem um eine Frau geht, die zwischen den Stühlen sitzt mit ihren Entscheidungen zum Thema Arbeit und Liebe. Außerdem hatte ich Lust auf Erzählungen über „so war es damals“, Eindrücke zur Landwirtschaft und Eindrücken zur österreichischen Berglandschaft. Der Fakt, dass Helga Hammer über 70 Jahre alt ist und „Durch alle Zeiten“ ihr Debüt darstellt, hat mich noch zusätzlich beeindruckt. 

Der Schreibstil konnte mir besonders gut gefallen, da er sehr klar war, dennoch nicht karg oder zu nüchtern. 

Beispiele: 
„Das Getöse in der riesigen Halle fand sie faszinierend, Menschen hasteten an ihr vorbei, Pfeifen schrillten, Kinder weinte, die Stadt hörte sich an wie ein in einen Käfig gesperrtes wildes Tier.“(Pos. 629, eBook)

„Leichter Schnee fiel vom Himmel, er blieb nicht liegen, die warme Erde nahm ihn auf.“ (Pos. 1752, eBook)

„In dieser langen schlaflosen Nacht schmolz ihre Liebe zu einem Klumpen zusammen, der ihr im Hals stecken blieb.“ (Pos. 1761, eBook)

Man muss auch keine Sorge haben, dass man den österreichischen Dialekt nicht versteht, er wurde authentisch in die Dialoge eingearbeitet, ohne es zu übertreiben. Das ausgeprägteste Beispiel wäre da „Da mach i net mit.“ oder „a bisserl“; man kann auch ein leichten Unterschied feststellen zwischen den ländlicheren Leuten und den Bürgerlichen.
Ob man dieses Buch nun mag, kommt wohl sehr darauf an, ob man der Elisabeth verständnisvoll entgegentritt oder ob man die Hände über den Kopf ob ihrer Entscheidungen zusammenschlägt. Ich konnte mich auf Elizabeth einlassen und habe ihr gewünscht, dass sie den für sie richtigen Weg finden wird. Wenn man ihre Arbeiten und Liebschaften wegbricht, bleibt ein ziemlicher blasser Charakter zurück, aber manchmal ist/war das wohl so und ich denke, dass es darum unter anderem auch in diesem Roman geht.
 
Fazit: Ich kann dieses Werk denjenigen empfehlen, die Lust auf eine Geschichte rund um die Schicksale einer 1940 im ländlichen Österreich geborenen Frau aus einfachen Verhältnissen haben, wo ihre Liebesgeschichten und Arbeitserfahren im Vordergrund stehen. Eine Geschichte, die meiner Meinung nach durch die Einfachheit besticht, erzählt in einem direkten, aber keinesfalls zu kargen Schreibstil. 

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192 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

liebe, alter, tod, frankreich, liebe im alter

Und jetzt lass uns tanzen

Karine Lambert , Pauline Kurbasik
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Diana, 06.03.2017
ISBN 9783453291911
Genre: Liebesromane

Rezension:

Spoilerfrei.

„Und jetzt lass uns tanzen“ widmet sich einem Thema, welches man nicht allzu häufig in der Belletristik-Landschaft findet: Liebe im hohen Alter.

Ich fand die Beschreibung herzallerliebst und auch die vielen Lobhymnen zu diesem Buch taten seinen Rest und so fing meine Reise mit Marcel und Marguerite an.

Beide haben jeweils ihren Ehepartner verloren und auf einem Kuraufenthalt lernen sie sich kennen. Ihre jeweilige Ehe sah ganz verschieden aus und auch Marcel und Marguerite selbst sind auf dem ersten Blick recht unterschiedlich. Als Spannungsfaktoren gibt es im Roman den Sohn von Marguerite, der seine Mutter sehr behütet und findet, dass sie absolut zur Ruhe kommen soll und auch die Zweifel der beiden Hauptcharaktere, ob man sich in dem Alter (über 70) nochmal verlieben kann oder soll. Ganz kurz wird auch thematisiert, wenn der Mann jünger ist als seine Partnerin.

Der Erzählstil ist sehr ruhig und ich würde es als eine Art Wohlfühlbuch betiteln. Der Roman ist nicht allzu dick und auch aufgrund der kurzen Kapitel flog ich nur so durch die Seiten. Dennoch muss ich sagen, dass das Buch keinen besonderen Eindruck auf mich hinterlassen hat. Ich finde es empfehlenswert, ich habe es gerne gelesen, aber die überschwänglichen Stimmen zum Buch kann ich wiederum nicht nachvollziehen.

Fazit: Herzerwärmende, sanfte Geschichte über die Liebe im hohen Alter, welches sich für ruhige, gemütliche Lesenachmittage eignet. Dennoch blieb es ein wenig meiner Erwartungen zurück, weil mir das gewisse Etwas fehlte.

PS: Obwohl die Autorin aus Belgien ist und das Buch Original Französisch, fühlte ich mich beim Lesen etwas an "Ein untadeliger Mann" erinnert, welches den typischen britischen Flair innehält.

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288 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 126 Rezensionen

sklaverei, amerika, flucht, underground railroad, usa

Underground Railroad

Colson Whitehead , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 21.08.2017
ISBN 9783446256552
Genre: Romane

Rezension:

Spoilerfrei. 

Beim Klappentext selbst könnte man schon draufkommen, dass in diesem Werk auch eigenen Ideen des Autors eingeflossen sind. Die Underground Railroad wird als tatsächlicher Untergrund-Tunnel zur Flucht beschrieben, obwohl sie eigentlich ein Netzwerk von Menschen und Informationen bezeichnet, die zur Zeit des Sklavenhandels in den USA Versklavte schmuggelten und aus der Versklavung retten wollten. 

Im Roman begleiten wir in erster Linie Cora, einer 17-jährigen Sklavin aus Georgia, die sich gleich zu Beginn des Romans auf eine Flucht begibt. Ermutigt wird sie durch Caesar, der die Flucht geplant hat und Coras Mutter, die selbst auch geflohen ist und damals auch Cora zurückgelassen hat. 

Das Buch stand auf der Longlist des Manbooker Prize 2017 und den Pulitzer Preis konnte es sogar gewinnen. Ich erkenne auch den Schreibstil und die außergewöhnliche Umsetzung des Themas an, mich konnte das Buch allerdings leider nicht so begeistern. Das hat vor allem mit dem Schreibstil (oder Übersetzung) zu tun, der mir oft zu hölzern vorkam und mich dazu gebracht hat, bestimmte Sätze wiederholt lesen zu müssen (nicht auf eine philosophische Weise, sondern aufgrund seltsamen Satzbaus). 

Beispiele: 
„Er anerkannte ihren Platz im System, in dem sie ihre Herrenhäuser […]“ (S. 90)

„Zum richtigen Sklavenfänger machte XYZ seine erste Reise nach New Jersey, die er antrat, um das Eigentum eines örtlichen Plantagenbesitzers zurückzuholen.“ (vgl. S. 93) 

„Er ging dorthin, wenn er niedergedrückt war.“ (S. 265)

Dem gegenüber stehen natürlich auch philosophische Sätze oder Ansätze, die einen zum Nachdenken anregen, was bei dem Thema nicht ausbleibt. (Amerikanische Imperativ; wann ist man wirklich frei, wie sieht Sklaverei heutzutage aus (unfreiwillige Prostitution etc.) oder wie nicht Benachteiligte sich für die Benachteiligten einsetzen und ihr Leben riskieren (Weiße, die gegen Sklaverei gekämpft haben, obwohl sie einfach mit dem Strom schwimmen könnten). 

Diese Gedankenanstöße schätze ich und war auch eine Erwartung die ich an das Buch hatte, was eben erfüllt werden konnte. Mir wurde es insofern ein bisschen zu weit getrieben, indem neben der wörtlich genommenen Untergrundbahn noch ein paar fiktive vom Autor zur wahren Grundlage hinzugemischt wurden, was mir persönlich nicht so gut gefallen hat. Das Buch wird auch nicht unter historischer Roman geführt, noch erhob der Roman je den Anspruch, auf einer wahren Begebenheit zu beruhen. 

Die Sklaverei war mit Brutalität und Qualen gefüllt und diese werden auch beschrieben. Diese Beschreibungen fallen zwar dem Schreibstil angepasst nüchtern aus, was für mich die Grausamkeit jedoch unterstrich oder zumindest nicht untergrub. Cora selbst ist ein interessanter Charakter, da sie abgehärtet ist und einem demnach manchmal etwas teilnahmslos erscheint, ich konnte das aber recht gut nachvollziehen. 

Fazit: Dieser Roman ist viel diskutiert und ich habe verhältnismäßig wenig bisher zu diesem Thema gelesen (bsp. Harper Lee) und hatte mir dadurch einen weiteren Einblick in Romanform gewünscht. Mir persönlich sagte demnach der fiktionale Teil doch nicht so zu und auch der Schreibstil konnte mir nicht gefallen. Obwohl ca. 350 Seiten nicht besonders dick sind, zog sich das Lesen für mich, vor allem zu Ende hin.. Dennoch bin ich froh, dieses Werk gelesen zu haben aufgrund der Denkanstöße rund um das Thema Sklaverei und Freiheit und der Spannung, die sich durch die Ambivalenz der Charaktere ergibt. 

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57 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

japan, selbstmord, marion poschmann, kiefern, matsushima

Die Kieferninseln

Marion Poschmann
Fester Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518427606
Genre: Romane

Rezension:

3,5, spoilerfrei, Video-Rezi am Ende der Review.

Man sollte sich nicht von dem hanebüchenen Grund (Traum, dass seine Frau ihn betrügt) für die Japanreise des Protagonisten Gilbert abschrecken lassen, denn zum einen spielen Traumsequenzen immer wieder eine kleine Rolle in dem Roman, zum anderen klang es für sowieso einfach nach einer Ausrede, um weit weg fliegen zu können.

Marion Poschmann schreibt auch Lyrik, was man diesem Roman anmerkt. Die japanische Gedichtform "Haiku" wird viel besprochen, nicht zuletzt weil Gilbert auf den Spuren großer Dichter Japans wandelt. Obwohl es hier eine Aneinanderreihung von verschachtelten Sätzen sondergleichen gibt, ließ sich das Werk dennoch angenehm lesen.
Gilbert lernt einen jungen Japaner kennen, dessen er sich quasi annimmt und ihn fortan begleitet oder sich begleiten lässt, wie auch immer man es sieht. Dieser Yosa bringt Gilbert die japanische Kultur näher, generell werden in Die Kieferninseln sämtlichs typisches japanisches Kulturwissen aufgegriffen, so dass es langsam für so manch einen geradezu gewollt anfühlen könnte. Mir fällt da eine Szene ein, wo Yosa und Gildert ein Theater besuchen und die japanische Theaturkunst beschrieben wird und der Schauspieler, der eine Frau spielt, mit einer neunschwänzigen Füchsin verglichen wird. Für mich war diese Szene für die eigentliche Geschichte überflüssig, aber hey, immerhin den Mythos um die Tierwandler (Kitsune bei den Füchsen) noch eingebracht!

Die positiven Aspekte in diesem Werk sind für mich der Zynismus und die spitze Zunge von Gilbert, der sowieso alles besser weiß, die Anspielungen auf die japanische Kultur (Schlange stehen beim Einsteige in den Zug, Kleinigkeiten wie Visitenkeiten mit beiden Händen überreichen), die schaurigen Geschichte rum um den Selbstmordkult und dass die Gedichte und die Zitate der erwähnten japanischen Dichter erklärt wurden (nämlich weil Gilbert sie quasi für den Lesenden interpretierte). Negativ empfand ich, dass die Geschichte in der zweiten Hälfte deutlich schwächer wird, weil es zusammenhangloser wird und dadurch unnötig in die Länge gezogen anfühlt und auch das für mich nicht zufriedenstellende Ende, welches sehr offen gehalten ist. Gerade bei einem Besserwisser und einem suizidgefährdeten Begleiter wären mir einige andere Enden eingefallen.

Fazit: Deutscher Buchpreis 2017er-Kandidat, der mit schön geschriebenen Impressionen rund um die japanische Kultur aufwarten kann. Ein Buch, das stark begann, dessen zweite Romanhälfte für mich jedoch schwächeln begann, weil die Szenen nicht mehr gescheit zueinanderpassen wollten und mich mit einem zu offenen Ende zurückgelassen hat. Dennoch bereue ich das Lesen nicht und kann das Buch aufgrund der teils lyrikhaften Sprache und weil der Gilbert ein kleiner Unsympathler war, sodass er schon wieder der Knaller war. :D




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1 Bibliothek, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Strategien der Wirtsfindung

Brigitta Falkner
Fester Einband: 204 Seiten
Erschienen bei Matthes & Seitz Berlin, 20.03.2017
ISBN 9783957574022
Genre: Sonstiges

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25 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

roman, frauen, vorsätze, christoph höhtker, dtsch.bpreis-longlist

Das Jahr der Frauen

Christoph Höhtker
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Weissbooks, 07.08.2017
ISBN 9783863371180
Genre: Romane

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

kabbeleien, historie, zweiter teil, liebe, herzergreifend amüsant

Schwarze Ritter küsst man doch (Historischer Roman, Liebe, Humor)

Susanne Keil
E-Buch Text: 324 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 19.06.2017
ISBN 9783960872078
Genre: Sonstiges

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

mittelalter, liebe, ritter, intrigen, kämpfe

Schwarze Ritter küsst man nicht (Historischer Roman, Liebe, Humor)

Susanne Keil
E-Buch Text: 288 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 19.06.2017
ISBN 9783960872061
Genre: Sonstiges

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406 Bibliotheken, 22 Leser, 0 Gruppen, 109 Rezensionen

zeitreise, eva völler, jugendbuch, liebe, auf ewig dein

Time School - Auf ewig dein

Eva Völler
Fester Einband
Erschienen bei ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 21.07.2017
ISBN 9783846600481
Genre: Jugendbuch

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107 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

7 todsünden, neid, sieben nächte, angst, literatur

Sieben Nächte

Simon Strauß
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 08.07.2017
ISBN 9783351050412
Genre: Romane

Rezension:

Spoilerfrei.

Der Roman kam mir eher vor wie eine sprunghafte Gedankensammlung in Essay-Form mit den Todsünden als Grundtenor. Ich fands erfrischend und unterhaltsam.

Sieben Nächte erzählt die Geschichte eines Mannes, der bald 30 Jahre alt wird und somit an der Schwelle steht, wo man seiner Meinung nach wirklich erwachsen werden sollte. Im ersten Kapitel wird beschrieben, was ein Bekannter dem Protagonisten geraten hat: An sieben Nächten soll er jeweils eine Todsünde (Hochmut, Neid etc.) durchleben und in einer Art Tagebucheintrag darüber berichten. In den folgenden sieben Kapiteln lesen wir die sieben Todsünden, wie der Protagonist namens S. diese umgesetzt hat. Danach folgt noch ein abschließendes Kapitel, indem der Aufgabensteller sich an S. richtet.

Da der Roman generell nicht besonders dick ausgefallen ist und somit jedes Kapitel recht kurz ausfällt, eignen sich diese perfekt zum Häppchenlesen. Man sollte sich trotz der kleinen Kapitelchen Zeit nehmen, denn meiner Meinung nach gleicht das Buch nicht wirklich einem kohärenten Roman, sondern liest sich eher wie ein freier Essay-Gedichtband, wie ein vornehmer Poetry-Slam.

Die Nächte werden nicht zusammenhängend beschrieben, es geht eher um die Gedanken, die S. sich macht und die können gerne mal abschweifen und von Thema zu Thema zu springen. Dadurch fällt es einem gar nicht so leicht, sich an die ganzen Geschehnisse zu erinnern, da sie manchmal nicht logisch aufbauen, aber so kommt mir das Brainstorming von S. umso authentischer vor.

Das Buch ist kurzweilig zu lesen, wenn man sich darauf einlässt, dass es hin und wieder wirr ist und die Todsünden nicht wahnsinnig spektakulär in die Tat umgesetzt werden, sondern eh bodenständig und manchmal fast spießig. Es geht hier eben um die Quarterlife Crisis, die von vielen belächelt und als First-World-Problem abgetan wird. Wenn man diese Art von Meckern nicht besonders leiden kann oder handfeste tiefgehende Auseinandersetzungen mit Beruf und Kinderwunsch etc. erwartet hat, könnte von dem Buch genervt sein.

Wenn man den Sorgen eines End-Zwanzigers in erfrischenden, lockeren, launenhaften, etwas poesiehaften Essays lauschen möchte, könnte das Buch etwas für einen sein.

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

frauen, kinderbuch, feminismus, women, mädchen

Good Night Stories for Rebel Girls

Elena Favilli , Francesca Cavallo
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Particular Books, 02.03.2017
ISBN 9780141986005
Genre: Romane

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169 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 82 Rezensionen

lauren blakely, liebe, big rock, verlobung, beste freunde

Big Rock - Sieben Tage gehörst du mir!

Lauren Blakely , Ira Severin , Michael Meyer
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.07.2017
ISBN 9783956496868
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

„Don’t get fooled by the rocks hat I got, I’m still, I’m still Jenny from the block“ – Spätestens da hat man gelernt, dass „rocks“ nicht nur Felsen sind, sondern auch Klunker/Diamanten. 

So passt der Titel des Buches sehr gut, denn Spencer fragt seine beste Freundin Charlotte, ob sie bitte so nett wäre, seine Verlobte zu spielen. Dies hält er für nötig, um glaubhaft sein gediegenes, zur Ruhe gekommenes Leben darzustellen, um den Erfolg eines Business-Deals seines Vaters mit einem konservativen Geschäftsmann zu erleichtern. Denn eigentlich ist Spencer bisher eher als „Playboy von New York“ in den Klatschblättern bekannt. 

Seltsam, dass es die Widmung aus dem englischen Original auch in die deutsche Version geschafft hat, da sie mit dem veränderten Cover keinen Sinn ergibt. Hier wurde nämlich schon mit einem Augenzwinkern darauf hingedeutet, dass man den Titel auch als „Big Cock“ lesen könnte, was aber mit dem Schriftzug des deutschen Covers überhaupt nicht funktioniert. 

Der Erotik-Roman ist aus der Sicht von Spencer geschrieben, ein männlicher Point of View ist eher ungewöhnlich und daher ein interessanter Twist. Spencer hatte bisher ein ausschweifendes Sexleben mit verschiedenen Frauen, ist aber kein unfairer Macho, sondern spielt mit offenen Karten und behandelt die Damen stets galant. Nun muss er sich aber so oder so mehr auf seine beste Freundin Charlotte konzentrieren, die, genauso wie er, unglaublich attraktiv und clever ist, aber bisher hatten sie noch nichts miteinander, damit die Freundschaft intakt bleibt. Während der Verlobungs-Schauspiel-Woche lernen sich die beiden noch besser kennen und es werden vielleicht doch verborgene Schwärmereien füreinander ausgegraben. 

Ich denke, dass man sich bei so einem Roman schon denken kann, wie er ausgeht. Ich wurde nicht enttäuscht, ich bekam unterhaltsame Lesestunden mit einem Touch Humor und sogar Sexismus-Kritik (Frauen können keine guten Unternehmer sein), allerdings stand  mir der Protagonist eindeutig ein wenig zu oft „in Flammen“ und der Epilog war mir viel zu kitschig, das hätte nicht sein müssen. 

Es wird mit Kondom verhütet, allerdings nur so, dass eine Schwangerschaft verhindert wird. 

Ich kann diesen Roman Leuten empfehlen, die das Erotik-Genre probieren wollen, da die Sexszenen nicht allzu ausführlich beschrieben sind und auch nicht so häufig vorkommen (es dauert auch ein gutes Stück, bis es zur ersten Sexbeschreibung kommt), oder wer Lust auf eine  Erzählung der männlichen Perspektive hat.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Rendezvous fatal

Francis Ryck , Marina Edo
Flexibler Einband
Erschienen bei Ullstein TB
ISBN 9783548243917
Genre: Romane

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

youtuber, humorvoll

Der Letzte macht den Mund zu

Michael Buchinger
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548376783
Genre: Humor

Rezension:

Zum Verständnis vorneweg: Michael Buchinger ist ein österreichischer YouTuber, er schreibt allerdings auch für Magazine (Kolumnen). Ich habe ihn aber als YouTuber kennengelernt, seinen Kanal verfolge ich seit einigen Jahren. Ich würde den Kanal unter „Comedy“ und „Lifestyle“ einsortieren, denn er veröffentlicht beispielsweise Sketches, Bastel- Koch- und Backvideos mit komödiantischen Touch und besonders sein Format „Hassliste“ erfreut sich großer Beliebtheit.
Dort gibt er monatlich mit viel Sarkasmus und mehr oder weniger gespielten Grant zum Besten, was ihn in den letzten Wochen negativ aufgefallen ist, denn gemeinsam hasst es sich am schönsten.

In „Der Letzte macht den Mund zu“ geht es um Geschichten aus Michael Buchingers Leben, in denen er mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und liebevoll grantig erzählt, mit welchen Problemchen er sich herumschlagen musste oder muss oder welche Dinge ihm einfach nerven und warum.

Man kann sich dieses Werk wie eine Aneinanderreihung von Kolumnentexten vorstellen, nur nicht von Carrie Bradshaw, sondern von Michi Buchinger und nicht nur über Sex and the City, sondern eher über alles, was ihn in letzter Zeit genervt hat. Warum sollte man sich das Gejammere und Gekeife von einem 24-jährigen Wahlwiener geben? Weil es ziemlich witzig geschrieben ist und man sich auch das ein- oder andere Mal in den Erzählungen wiederfindet und mitfühlend mitnickt.

Klar, Humor ist Geschmackssache und nicht jeder übertriebener, humorvoll gemeinter Vergleich trifft ins Schwarze oder kann die Problematik nicht nachvollziehen, aber an diesen Stellen konnte ich mit Leichtigkeit drüber hinwegsehen, denn mir war die „Punchline-Dichte“ dennoch hoch genug und ich habe mich köstlich amüsiert.

Ich wollte mir die in 21 Kapitel abgeteilten, einander unabhängigen „Essays“ einteilen und jeden Tag nur eines lesen (eines ist etwa 10 Seiten lang), diese Rechnung ging aber nicht auf, da ich das Buch viel schneller verschlungen habe.

„Der Letzte macht den Mund zu“ liest sich flüssig, kurzweilig und ist „typisch Michi“. Wenn man seine Videos kennt, kann man die Texte in Gedanken genauso lesen, wie er sie erzählen würde, was für noch mehr Spaß sorgt. Wem also die YouTube-Videos von Michael Buchinger gefallen, der wird auch mit dem Buch eine Freude habe.

Die Frage, die man sich als YouTuber-Schauer stellt, mag vielleicht sein: Wie viel Neues findet man im Buch oder sind das eh nur Hassliste in schriftlicher Form? Nun, da der YouTuber und der Autor dieselbe Person mit denselben Charakterzügen und Erfahrungen sind, kommt einen schon einige Anekdoten bekannt vor.
Ich habe so ziemlich alle Videos von ihm gesehen, folge ihm aber nicht großartig auf seinen anderen Social Media-Plattformen wie Instagram und die Anzahl der Kolumnen, die ich von ihm gelesen habe, kann ich an einer Hand abzählen. Ich erkannte etwa drei oder vier Kapitel so ziemlich zur Gänze.
Wenn ihr also „nur“ seine Videos eifrig verfolgt und etwa ein Gedächtnis wie ich habt, lohnt sich das Buch meiner Meinung nach und ihr werdet vergnügsame Stunden damit verbringen.

Ein beliebtes Stilmittel von Michi sind vor allem seine absurden und lustigen Vergleiche. Hier ist mir positiv aufgefallen, dass sie nicht ganz so obszön ausgefallen sind. Die sind für meinen Geschmack in so manch einem Video von ihm nämlich ein bisschen zu oft vorgekommen.
Dafür gab es weiterhin Anspielungen auf Celebrities etc. Dass da sogar einmal eine meiner Lieblingsserien, „Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft“ fiel, ließ mein Herz höherschlagen, denn wenn ich Leuten von dieser alten Serie vorschwärme, kassiere ich nur ratlose Blicke.

Fazit: Ich schaue regelmäßig Buchingers YouTube-Videos, lese aber nicht seine Kolumnen und mir wurde genug Neues in „Der Letzte macht den Mund zu“ geboten. Ich fand es „Typisch Michi!“: exzentrisch, sarkastisch und bildhaft. Wer Michael Buchinger noch gar nicht kennt, kann diesen Namen ja mal ein YouTube eingeben und sich ein eigenes Bild machen, bevor man zum Buch greift.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Maui fängt die Sonne

Manfred Chobot
Fester Einband: 236 Seiten
Erschienen bei Deuticke in Zsolnay, 09.03.2001
ISBN 9783216305749
Genre: Sonstiges

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261 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 85 Rezensionen

new york, entführung, frankreich, brooklyn, paris

Das Mädchen aus Brooklyn

Guillaume Musso , Eliane Hagedorn , Bettina Runge
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 02.06.2017
ISBN 9783866124219
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Von Musso kenne ich bereits "Vierundzwanzig Stunden", das war so ein Mindfuck-Roman, der mich gut unterhalten konnte.
Auch bei dem Roman "Das Mädchen aus Brooklyn" kam keine Langeweile auf und das Ende finde ich zufriedenstellend, es wurden alle Stränge erklärt.
Wer bisher den Inhalt gelesen oder gehört hat, das etwa so geht: "Raphaël möchte seine Verlobte Anna heiraten, aber nicht, bevor sie sich nicht endlich öffnet und von ihrer Vergangenheit erählt, die sich bisher immer unter Verschluss hielt. Daraufhin zeigt Anna Raphaël ein Foto mit drei verkohlten Leichen und sagt "Das habe ich getan." Kurz darauf verschwindet Anna und Raphaël geht der Sache auf die Spur", dann habt ihr auf keinen Fall zu viel erfahren, denn diese Abhandlung geschieht in den ersten beiden Kapitel und dann fängt die Schnitzeljagd erst so richtig an!


Raphaël hat einen kleinen Sohn aus einer früheren Beziehung, was aber eigentlich nicht wirklich relevant ist und die Szenen haben mir persönlich nichts gegeben. Aber vielleicht sollte das zur Authentizität beitragen, weil es nun mal passieren kann, dass man irgendwo her noch Kinder hat, whoops. ^^ Zumal für ihn laut eines Interviews Paarbeziehungen besonders interessant erscheinen und er diese gerne in seinen Büchern thematisiert.


Der Kapitelaufbau hat mir gut gefallen, weil verschiedene Perspektiven zu Wort gekommen sind und man so mehr von den verschiedenen Beweggründen und Erlebnisse mitgekommen hat. Am häufigsten schauen wir aber Raphaël und seinen Kumpel Marc über die Schulter.


Guillaume Musso bedient sich einiger Zitate von anderen Autoren etc., die alle gekennzeichnet und am Ende als Quellenverzeichnis aufgelistet werden. Generell beginnt er jedes Kapitel mit einem Zitat, was ich eine nette Geste finde.


Ich habe ehrlich gesagt nicht mitgerätselt, sondern mich mit den Auflösungen berieseln lassen, das waren unterhaltsame Lesestunde. Ein bisschen lachen musste ich auch, nämlich als die immer so ganz scharf kombiniert haben und so einfach mal in zwei Versuchen Passwörter oder Pincodes knacken konnte. Jooo! Also ich kann euch verraten, dass mein Mail-Passwort nicht "The Legend of Zelda" lautet, weil ich die Spiele als Kind geliebt habe. In dem Roman würde das Schloss aufspringen...
Auch wurde ja immer mal wieder Bezug genommen auf eine Person, die etwas vorher vorgekommen war. Die Namen, also von welchem Polizei-Department der jetzt nochmal war, das hab ich manchmal nicht mehr auf die Kette bekommen.

Das Cover finde ich übrigens ziemlich cool, weil es mal was anderes ist, was den Personenausschnitt betrifft und der Hintergrund mit der Beschleunigungsverschwommenheit. Falls die Dame auf dem Titelbild allerdings Anna darstellen sollte, dann wurde womöglich etwas unsauber gearbietet, sofern ich das richtig erkennen kann. Die wird nämlich mit einem dunkleren Teint beschrieben, weil ihre Mutter dunkelhäutig war. Aber kann ja auch Raphaels Exfrau sein, die ihm das Balg übergibt und sich schnell aus dem Staub macht. ;)


Ich kann diesen Roman Leuten empfehlen, die keine Lust auf einen argen Thriller oder Krimi haben, aber sich doch Spannung und Geheimnisse aufdecken wünschen, wo nach und nach Geheimnisse aufgedeckt werden. Die verschiedenen Handlungsstränge werden aufgelöst, man wird nicht in der Luft hängen gelassen.

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89 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

cavaliersreise, homosexualität, jugendbuch, mackenzi lee, 18. jahrhundert

Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans

Mackenzi Lee
E-Buch Text: 496 Seiten
Erschienen bei Königskinder, 24.03.2017
ISBN 9783646929591
Genre: Sonstiges

Rezension:

Spoilerfrei. 

Monty wird gemeinsam mit seinem Kumpel Percy, für dem er etwas mehr als Freundschaft entfindet, auf die Cavaliersreise geschickt. Bei dieser Grand Tour sollen junge Männer durch Europa geschickt werden, um ihre Ausbildung weiter auszuweiten, um die Welt besser kennenzulernen und auch, um sich ein bisschen auszutoben, bevor es wieder nach Hause geht, wo das ernstere (Geschäfts-)Leben einkehren sollte. 

Monty hat Flausen im Kopf und für seinen Vater eine ziemliche Enttäuschung. Dieser gibt ihn zu verstehen, dass diese Cavaliersreise seine letzte Chance ist, sich zu beweisen und das letzte Stück von Vaters Gunst nicht endgültig zu verlieren. Aber schon bei Perys erster Reisestation geraten die Dinge aus den Fugen... Es beginnt ein Historischer Jugend-Roman, der in der Mitte start zu einen Abenteuer-Roman mutiert und aufgrund der Beschaffenheit einer Grand Tour hat es auch zwangsläufig etwas von Roadtrip. 

Am meisten konnten mich die Sprache und vor allem der Humor begeistern. Wörter wie "Liederling", "vermaledeit" oder "greinen" kennt man, hört man allerdings nicht mehr oft. Ich finde, dass der Roman im Königskinder-Verlag hervorragend aufgehoben ist, da dieser mit "anspruchsvoller Jugendliteratur" in Verbindung gebracht wird. Der Humor setzt sich durch die Schlagfertigkeit von Monty (hatte für mich etwas von Jack Sparrow) und gelungen erzählter Situationskomik zusammen. 

Was mir leider nicht so zusagte, war die leicht übersinnliche Komponente, die in der Mitte bis Ende des Buches aufkam. Ich würde das Buch aber nicht bei Fantasy etc. einordnen, es geht eher in die Richtung Alchemie. Die Geschichte vom "Stein der Weisen" ist bekannt und zumindest die Versuche, so einen herzustellen, gab es wirklich, aber im Buch ging mir dieser Art Voodoo-Touch zu weit und wurde mir nicht hinreichend aufgeklärt. 

Mit von der Cavaliersreise-Partie ist übrigens Montys jüngere Schwester Felicity, die unterwegs in einem Fraueninternat abgesetzt werden sollte. Mit ihr ergeben sich auch interessante Gespräche und Hinweise über die Stellung der Frau. Die begabte junge Frau konnte offensichtlich so sehr überzeugen, dass die Autorin ein Spin-Off ("The Lady's Guide to Petticoats and Piracy") plant, wo Felicity die Hauptrolle übernimmt, das behalte ich auf alle Fälle im Auge!


Fazit: Ich kann dieses Buch grundsätzlich jedem empfehlen, da mir verschiedene Gesichtspunkte gut gefallen haben und mich dieses Buch durch die Bank weg unterhalten konnte. Wenn ihr euch für alte, aber reizende Wörter, für witzige Gespräche, für das Reisen in Europa im 18. Jahrhundert interessiert, gepaart mit zwischenmenschlichen Themen wie Vater-Sohn-Beziehungen, Diversität zu dieser Zeit (Homosexualität, Dunkelhäutigkeit, lern- und arbeitsmotivierte Frauen...) und neuen Bekanntschaften, dann könntet ihr mit diesem All-Age-Roman eure wahre Freude haben. 

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Tags: cavaliersreise, grand tour, historischer roman, humor   (4)
 

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395 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 127 Rezensionen

liebe, prosopagnosie, mobbing, übergewicht, jennifer niven

Stell dir vor, dass ich dich liebe

Jennifer Niven , Maren Illinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.06.2017
ISBN 9783737355100
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Spoilerfrei. 

Ich glaube, mir hat das Buch im Schnitt weniger gut gefallen als denen in meiner Booktube- und Leserunden-Umgebung, obwohl mich das Buch trotzdem unterhalten konnte. Die Story ist mittlerweile hinreichend bekannt, da das Buch frisch auf Deutsch rausgekommen ist und so ziemlich die Runde gemacht hat.
Die größte Besonderheit dieses Jugendbuches (obwohl ich es auch schon bei Frauenliteratur eingeordnet gesehen habe) sind die beiden Hauptcharaktere.

Libby war bekannt als der dickste Teenager aus den USA, letztendlich musste sie aus ihrem Bett und dem Haus herausgeschnitten werden. Mittlerweile ist sie immer noch fett, wie sie selbst sagt, aber kann nun das erste Mal seit langen wieder eine öffentliche Schule besuchen. Sie ist natürlich aufgeregt, wie die MitschülerInnen auf sie reagieren werden und wie gut sie sich einleben kann.

Dort lernt sie auch Jack kennen. Er ist von der Gesichtsblindheit betroffen, das bedeutet, dass er Gesichter vergisst. Normalerweise speichert man ein Gesicht ab und erkennt das beim erneuten Sehen wieder. Jack beschreibt, dass er sich auch eine geistige Kopie abspeichert, diese aber unmittelbar wieder gelöscht wird. Er hangelt sich an anderen Merkmalen wie Frisur, Statur und andere Besonderheiten entlang, um erfolgreich oder weniger erfolgreich Personen identifizieren zu können.

Von dieser Gesichtserkennungsschwäche oder Prosopagnosie habe ich zum ersten Mal in einer Nachmittags-Talkshow gehört, bei der der Angeklagte dieses Krankheitsbild aufwies und der falschen Person den Knüppel übergezogen hatte, weil sie ein Kleidungsstück des geplanten Opfers trug. So kann's gehen.

Jack ist erpicht darauf, sein Handicap zu verstecken und seine Verwechslungen zu überspielen. In dem Roman geht es nun um das Kennenlernen von Libby und Jack, die beide in ihrer eigenen Welt leben, aber sich gegenseitig noch viel zeigen und voneinander lernen können.

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Meine Meinung.

Der Roman ist in viele kurze Kapitel unterteilt und wir erleben andauernd Perspektivwechsel zwischen Libby und Jack. So erfahren wir also, was in beiden Köpfen vorgeht und die Seiten fliegen auch nur so dahin.
Ich fand die Geschichte etwas "all over the place", mir ist beim Lesen ziemlich schnell aufgefallen, dass es sich sehr fast-paced anfühlt. Der Stern am Cover ergibt für mich insofern Sinn, dass ich das Buch als "zackig" beschreiben würde. Zum einen aufgrund der kurzweiligen und schnell verlaufenden Kapitel und Geschehnisse, aber auch, weil man hier etwas erwähnt wird, mal da ein kleiner Vorfall geschieht und einige Sachen etwas in den Sand verlaufen und ich nicht mehr genau sagen kann, wieso diese Szene nun genau wichtig war.
Auch habe ich nicht so ganz verstanden, wieso Jack ausgerechnet Libby so voreilig und gutgläubig von seinem Handicap erzählt.

Die Story machte auf alle Spaß zu lesen, ich mochte die ehrlichen Zugeständnisse von Libby und Jack. Dennoch fühlte es sich für mich etwas zu unruhig und unausgegoren an, womit ich allerdings nicht die Hintergrundgeschichte von Jack meine. Ich hab nämlich von Diskussionen gehört, dass zu wenig auf Jacks dunkle Hautfarbe eingegangen wurde. Meine Meinung nach finde ich es absolut passend, da es in diesem Buch um andere Probleme ging, nämlich dass Jack nicht aufgrund seiner Hautfarbe im Fokus steht, sondern aufgrund der Prosopagnosie. An einer Stelle wird darauf Bezug genommen, nämlich als Jack etwas in der Schule anstellt und Nachsitzen muss, sagt seine Mutter etwa "Jack, bitte mach sowas nicht, du weißt, wir haben es bei sowas noch einmal ein Stück schwieriger."

Also ich kann die Kritik an dieser Stelle nicht nachvollziehen. Bei einigen SchriftstellerInnen wird kritisiert, dass die Charaktere alle weiß und heterosexuell sind und wenn man Diversität reinbringt, passt es dann auch oftmals nicht, weil man sie "falsch" dargestellt hat oder es heißt, man macht das nur für das Image. Jack ist halt ein junger Mann und er "happens to be black", ist aber für die Geschichte nicht weiter relevant. Sowas ist doch auch mal ganz nett, dass da kein großes Fass aufgemacht wird.

Das habe ich mit "A Single Man" verglichen, falls ihr den Film kennt (ziemlich gut übrigens). Dort wurde in den Zusammenfassungen andauernd geschrieben, dass es um einen schwulen Mann geht, der bei einem Autounfall seinen Partner, die Liebe seines Lebens verliert und sich dann das Leben nehmen möchte. Er lernt dann eine Nachbarin kennen, die wieder Sonne in sein Leben bringt und ihn platonisch zur Seite steht. Wisst ihr was? Dass der Protagonist homosexuell ist, ist an keiner Stelle relevant. Der hätte genauso gut heterosexuell sein können, aber "he happens to be homosexual". Es wäre an dieser Stelle überhaupt nicht wichtig gewesen, dass explizit zu erwähnen. Man wäre dann halt im Kino gesessen und man hätte gesehen, wie er seinen toten Lebensgefährten im Arm hält und wie er tief betrübt versucht sein Leben weiterzuleben und man hätte sich vielleicht gedacht "Ah, der ist homosexuell, okay. Weiter geht's mit dem Film." und damit wär das abgehakt gewesen.

Naja, ich lass dieses Brainstorming hier einfach mal stehen. Zurück zum Thema.

Ich kann die Geschichte Leuten empfehlen, die gerne kurzweilige, kurzkapitelige Bücher lesen, wo es um mal etwas andere Charaktere im Highschool-Alter geht.

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229 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

italien, florenz, liebe, jenna evans welch, toskana

Love & Gelato

Jenna Evans Welch , Henriette Zeltner
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.06.2017
ISBN 9783959670913
Genre: Liebesromane

Rezension:

Spoilerfrei.




Es gab viele Beschreibungen von echten Schauplätzen von Florenz und die obwohl die Geschichte durch ein, zwei Aussprachen erheblich gekürzt hätte werden könne, gehört das doch oft zu dem Charme solcher Sommerbücher dazu.

Ab und zu kommen italienische Sätze vor, die über "Wie geht's?" hinausgehen und wenn jemand gar kein Italienisch versteht, könnte es sein, dass er oder sie sich ein bisschen im Regen stehen gelassen fühlen könnte. Hier wäre eine Seite Übersetzung-Anhang ganz nett gewesen, kann ich mir vorstellen. Aber Hauptsache, Eis wird IMMER als "Gelato" bezeichnet, bitte kein Trinkspiel daraus machen!


Obwohl die Geschichte von einem traurigen Aspekt, nämlich den Tod der Mutter der 16-jährigen Lina, getrübt wird und es schon Formulierungen gab, wo man spüren konnte, wie schwer es für Lina ist, ist das hier trotzdem eine sehr lockere Geschichte, auch von der Sprache und die Forumlierungen betreffend. Mir persönlich war die Schreibweise sogar etwas zu leger, aber ich konnte mich daran gewöhnen. ("Was spielte es für eine Rolle, dass ich aussah wie ein Igel, der Red Bull entdeckt hatte?" Pos. 153)

Fazit: Eine sommerliche Geschichte fürs Herz, die den Flair von Florenz gelungen eingefangen hat. Eine Urlaubslektüre mit liebenswerten Charakteren, die fast zu nett sind, um wahr zu sein. Die Protagonistin ist 16 Jahre alt und dieses Jugendbuch ist auf alle Fälle auch für ein jüngeres Publikum geeignet. Über den bisschen Kitsch hinwegsehend, konnte es mich super als Entspannungslektüre unterhalten.

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38 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

japan, fantasy, samurai, magie, frauenpower

Flame in the Mist

Renée Ahdieh
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Hodder & Stoughton, 16.05.2017
ISBN 9781473657991
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Spoilerfrei.

„Flame in the Mist“ ist der Auftakt einer soweit als Zweiteiler angekündigten Reihe. Öfters hört man, dass die Autorin Renée Ahdieh, die bereits die auf das Märchen „1001 Nacht“ basierende Dilogie „Zorn und Morgenröte“ und „Rache und Rosenblüte“ geschrieben hat, sich dieses Mal der Geschichte von Mulan (z.B. bekannt aus der Disney-Adaption) bedient hat. Ich würde es allerdings nur als leichte Inspiration sehen, viele Parallelen weisen die Geschichten nicht auf. Das Element, welches den Vergleich anheizt, wäre das Verkleiden einer jungen Frau als Mann und wie es ihr damit ergeht (kein Spoiler, passiert auf den ersten paar Seiten und bildet eine Grundthematik der Geschichte).

Bei „Flame in the Mist“ befinden wir uns inmitten von japanischen Traditionen anstatt chinesischen und auch kann die Zeit, zu der „Flame in the Mist“ spielt, um einiges später angesiedelt werden als das Volksmärchen Mulan.

Dieser Roman wurde im Mai 2017 auf Originalsprache Englisch veröffentlicht und wie ihr sehen könnt, konnte ich es kaum erwarten, das neue Abenteuer aus der Feder Ahdiehs zu lesen. Obwohl ich wegen Band 2 der „Zorn und Morgenröte“-Dilogie etwas enttäuscht zurückgelassen wurde, konnte mit die Autorin mit ihrem Schreibstil überzeugen und ich wollte mir ihre wunderbaren Umschreibungen nicht entgehen lassen. Ich wurde auch keineswegs enttäuscht, denn zusammenfassen kann ich schon einmal verraten, dass mit „Flame in the Mist“ sehr gut gefallen hat. Jetzt muss noch der zweite Teil, der wohl 2018 rauskommen wird, anknüpfen können und ich bin zufrieden.
Die ersten Seiten des Buchen beginnen so: Mariko, die Protagonistin und die Tochter eines Kaisers, soll einen Sohn eines anderen Reiches für Einflussgewinnung heiraten, auf dem Weg dorthin wird Mariko und ihr Geleitzug angegriffen. Mariko schafft es zu flüchten und muss sich von dahin weg ihren Weg bahnen.

Mariko thematisiert immer wieder die Stellung der Frau, welche Rolle Frauen spielen (müssen), wie sie selbst sein oder gesehen werden möchte. Diese Konflikte fand ich gut platziert, interessant zu folgen und verleiht dem Buch eine gewisse Note an Ernsthaftigkeit.

Mir gefielen die japanischen Beschreibungen und die dadurch entstehende Atmosphäre gut, es werden auch japanische Wörter verwendet, vor allem für Dinge wie Kleidung oder Waffen. Diese werden aber oft gleich darauf umschrieben, sodass man versteht, was damit gemeint ist.
(Beispiel: „He rested his Bō in the earth between them. Fresh blood stained one end oft he wooden staff.“ Pos. 261)

Ansonsten gibt es im Anhang ein Glossar, wo alle im Roman kursiv geschriebene Wörter erläutert werden, ansonsten hat auch Wikipedia viele Begriffe sofort erkannt. Ich denke, dass dieses Stilmittel entweder zur Stimmung beitragen kann oder es nett ist, den ein oder anderen Begriff mal gehört zu haben, aber auch nicht besonders stört, falls man das nicht unbedingt bräuchte.
Die Entwicklung der Geschichte fand ich gut ausgearbeitet und spannend, vor allem auch plausibler als z.B. bei Ahdiehs Vorgängerwerk „Rache und Rosenblüte“ (ich komme nicht herum, ihre Arbeiten zu vergleichen). Bei „Flame in the Mist“ ergibt es mehr Sinn, dass und inwiefern sich die agierenden Charaktere und Parteien kennen.

Leider wurden mir die Plottwists, die zum Ende des Romans gelüftet wurden, zu verwirrend und ich bin mir nicht sicher, ob ich etwas überlesen habe (was ich nicht glaube, weil ich langsam und konzentriert las) oder ob es daran lag, dass Englisch nicht meine Erstsprache ist. Hoffentlich wird „der Stand der Dinge“ am Anfang vom Nachfolgerband noch einmal aufgegriffen.
Zu der einen Vewirrung ging mir eine Entwicklung und Abhandlung etwas zu schnell, aber selbst da konnte ich das Lesen sehr genießen. Alles in allem bin ich dem Roman äußerst wohlwollend eingestimmt und freue mich auf den Nachfolgeband.



Fazit: Mit „Flame in the Mist“ legte Renée Ahdieh einen gelungenen Auftakt ihrer neuen Dilogie hin.
Spannende Szenen, eingebettet in fernöstliche Atmosphäre und wundervoller Sprache (mit ein paar Kraftausdrücken, die hier aber passten und demnach nicht negativ ins Gewicht fallen).
Hoffentlich gelingt der Übergang von diesem ersten Teil zu Teil 2 gut und kann mich abholen, das wäre großartig.

Ich empfehle dieses Buch Lesenden, die ein Jugendbuch suchen, wo eine starke Protagonistin ihren Weg geht und ihre Stellung als Frau reflektiert. Aufmerksamen LeserInnen, die Lust haben auf eine konfliktbehaftete, aber auch romantische Geschichte mit japanischen Vibes mit einem Touch „Mulan“. 

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379 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 148 Rezensionen

liebe, abschiebung, new york, schicksal, the sun is also a star

The Sun is also a Star

Nicola Yoon , Susanne Klein , Dominique Falla
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.03.2017
ISBN 9783791500324
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Spoilerfrei


 „The Sun Is Also A Star“ spielt in New York und es geht es um Daniel, der unterwegs auf Natasha trifft, die sich mit ihrer Familie illegal in den USA aufhält und sehr bald wieder nach Jamaica abgeschoben werden soll (kein Spoiler, das erfährt man auf den ersten paar Seiten). Die beiden  kommen ins Gespräch und diskutieren über das Schicksal und die Liebe.
 
Das Besondere an „The Sun Is Also A Star“ ist meiner Meinung nach der Kapitelaufbau. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten (zwischen einen Absatz und maximal sieben Seiten) und jeweils mit einer Überschrift versehen, aus welcher Perspektive nun erzählt wird. Meistens ist das Daniel und Natasha, aber hin und wieder wechselt das Spotlight zu einer Nebenfigur aus dem vorigen Kapitel oder einem anderen, kurzen Diskurs (beispielsweise spricht Natasha mit einer Mitarbeiterin eines Amtes, die etwas traurig wirkt und langsam arbeitet und im nächstes Kapitel geht es um genau diese Mitarbeiterin und wir erfahren, was in ihr vorgeht).
Die Charaktere sind interessant ausgewählt, obwohl sie sehr stark gezeichnet sind, und es dadurch ein wenig zu plakativ rüberkommen könnte, nur um sie ja gegensätzlich wirken zu lassen. 
Dennoch haben mich ihre Dialoge unterhalten und besonders die Familiensituationen fand ich spannend. 
Beispielsweise dass die koreanischen Eltern, die in die USA eingewandert sind, Daniel und seinem Bruder Charlie amerikanisch klingende Vornamen gegeben haben, um ihnen einen leichteren Einstieg ins Leben zu ermöglichen (Stichwort Vornamen-Diskriminierung bei Bewerbungen).


Was mich am Buch am meisten gestört hat war das viele Fluchen und Verwenden von Kraftausdrücken. Witzigerweise  gibt es im Buch diese Stelle hier:
„Tut mir leid.“ Was ist das für ein Mensch, der gegen ein harmloses Wort wie „Scheiße“ etwas einzuwenden hat? (Seite 327)

Tja, ich bin so jemand. Es kommt immer auf den Kontext drauf an, aber für mich machen solche Ausdrücke die Geschichte grundsätzlich weder lebhafter, noch authentischer. Ist wohl einfach Geschmackssache und wenn euch das nicht stört, umso besser! 

Ansonsten ist die Sprache sehr einfach gehalten, das Besondere kommt wenn, dann eben durch die Perspektivwechsel und das Thema Schicksal zustande. 
Auch das Ende fand ich zufriedenstellend.



Fazit: Abwechlsungsreich aufgemachte, zarte Liebesgeschichte mit einem guten Schuss Ironie und  verknüpft mit den Themen Migration, Identität, Schicksal, Zukunftsvisionen und Abschiebung. 
Durch diesen lockeren Romanaufbau erfährt man das typische „Ein Kapitel geht noch!“-Gefühl, welches motiviert und Freude bringt. Mich hat das Buch unterhalten, eine richtige Verbindung zu den beiden Hauptcharakteren konnte ich allerdings nicht aufbauen, was bei mir aber kein wichtiges Kriterium ist. :) 


Ich empfehle dieses Buch Lesenden, die gerne Jugendbücher lesen, die Lust haben auf eine ernstere Geschichte, die jedoch locker und kurzweilig aufgemacht ist und sich gerne „Wie würde ich reagieren?“ „Wie finde ich diese oder jene Entscheidung?“-Nachdenkspiele spielen. 

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

starn, menschsein, corvus, feuer der leere, feuer

Feuer der Leere

Robert Corvus
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Piper, 20.03.2017
ISBN 9783492704397
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Spoilerfrei.




Feuer der Leere ist ein Science-Fiction-Roman, der im Weltall in der Zukunft spielt. Die Erde ist schon länger nicht mehr bewohnbar, und die Anzahl der Menschheit hat sich auf etwa 1 Million reduziert und befindet sich aufgeteilt in einem Schwarm von Großraumschiffen.

Jedes Großraumschiff pflegt eine andere Kultur, von denen wir einige besser kennenlernen. Dieses Näherbringen bietet Platz für anregende Gedanken. Welches System scheint mir an sinnvollstes zu sein, in welchem Raumschiff würde ich gerne leben, wäre das spezielle demokratische Abstimmungssystem der MERLIN wirklich klüger?

Die Menschen befinden sich im Krieg mit den Giats und in dem Roman geht es um eine Art Flucht und Verfolgungsjagd durchs Weltall, bei der man auf die ein oder andere erstaunliche Entdeckung stößt.

Der Roman beginnt ziemlich Hardcore mit einer Reihe von Fachbegriffen und komplexen technischen Erklärungen. Das bedeutet, dass man dieses Buch doch mit einer guten Portion Konzentration lesen sollte oder, wenn man in dem Bereich über kaum Vorbildung verfügt, vielleicht sogar durchzubeißen. Danach wird das alles nahbarer und man kommt in den Leserhythmus rein.
Der Autor selbst bietet auf seinem YouTube-Kanal einige Erklärungen zu Feuer der Leere an, was die Technik, aber auch einen Überblick der vorkommenden Völker betrifft. Am Ende verlinke ich das interessante Video, denn mir hat es sehr geholfen, Feuer der Leere besser zu verstehen und somit mehr aus dem Roman mitnehmen zu können.


Bei Science-Fiction geht es auch stark um die Frage „Wie könnte die Welt in Zukunft aussehen?“ und auch die ethischen Zusammenhänge damit und diesbezüglich kommt man bei Feuer der Leere einiges geboten. Man wird oft eingeladen darüber nachzudenken, wie man selbst auf gewisse Umstände reagieren würde und wie es mit der eigenen Moral steht.


Die zwischenmenschlichen Beziehungen oder die Beschreibungen der Personen wiederum haben mich leider so manches Mal gestört. Beispielsweise wurde jedem Charakter ein besonderes Merkmal zugesprochen, beispielsweise ein grauer Bart. Wenn dieser Charakter in einem Kapitel dann wieder vorkam, wurde sofort dieses Merkmal angesprochen. Ich verstehe, dass dadurch erzielt werden möchte, dann man die Personen leicht wieder zuordnen kann, zumal wir es auch mit mehreren Charakteren zu tun haben. Dennoch empfand ich diese Wiederholen etwas störend, zumal ich keine Probleme mit dem Zuordnen der Figuren hatte.
Da hätte ich mir lieber eher Wiederholungen zu den Geschehnissen gewünscht, um gegengleichen zu können, dass man bisher alles richtig mitbekommen hat. Dass bei so ziemlich jeder Frau der Körperbau und/oder vor allem die Brüste beschrieben wurden, machte es auch nicht besser, aber das ist wohl Geschmacksache, wie so vieles.


Ansonsten konnte mir die Sprache gut gefallen, die Beschreibungen der Örtlichkeiten, Rituale oder Begegnungen konnte man sich gut vorstellen und außerdem gibt es ein Extra-Lob für die „Fun Facts“, manchmal auch „Unnützes Wissen“ genannt, die aber oft gar nicht so unnütz oder zumindest echt interessant sind z.B. die Erklärung, dass zweitausend Kelvin etwa eine Temperatur darstellt, die zwischen den Schmelzpunkten von Eisen und Platin oder die Erläuterung von Scheinkräften.


Fazit: Weltall-Science-Fiction mit einer nicht zu verachtenden Portion Space-Opera mit vielen philosophischen Ansätzen und verschiedenen Perspektiven. Hier ist der Weg das Ziel, denn auch wenn das Ende zufriedenstellend abgehandelt wurde, geht es in diesem Roman eher um die verschiedenen Auseinandersetzungen, sei es kriegerischer oder zwischenmenschlicher Art.

Empfehlenswert: weiterführende Infovideos vom Autor Robert Corvus:
https://youtu.be/iLYwpRZu3GY (Technische Erläuterungen und das Näherbringen anderer Spezies)
https://youtu.be/lJg0oXKeLZQ (Überblick über den Roman, eine Vorstellung der verschiedenen Schiffe, eine Vertiefung des Klappentextes. Spoilert aber nicht, bei mir hat es den Lesespaß auf alle Fälle erhöht als geschmälert.)

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

klassiker, science fiction, außerirdische, alien, mars

Krieg der Welten

H.G. Wells , Jan Enseling , Hauke Kock
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 26.01.2017
ISBN 9783945493861
Genre: Science-Fiction

Rezension:

In meinem Lesemonat-Video spreche ich vor allem über die Ausgabe von "Krieg der Welten", die ich selbst gelesen habe. Hier kann man das bei Interesse anschauen: https://youtu.be/vFiIUMK1giQ?t=6s

(Spoilerfrei, das Video auch)

Ich bin froh, diesen Science-Fiction-Klassiker endlich gelesen zu haben. Gleichzeitig kann ich dieses Buch als Einstieg in die Klassiker und/oder in das Sci-Fi-Genre empfehlen. Die Thematik ist spannend, nicht zuletzt deswegen, weil die Handlung von diesem Buch immer wieder in anderen Werken aufgegriffen wird (beispielsweise Idependence Day (1996)) oder der Mars-Trend durch die neuesten Erforschungen des roten Planeten oder den Bestseller-Roman und die dazu gehörige Verfilmung "The Martian" (Andy Weir) neu entfacht ist.

Ich wusste allerdings nicht, wie der Roman "Krieg der Welten" eigentlich ausgeht und wie der Roman aufgebaut ist. Die Geschichte wird einem etwa erzählt, als ob der Autor des Romanes ein Überlebender ist, der seine Erfahrungen überraschenderweise recht nüchtern und sachlich niederschreibt. Die Kapitel sind nicht allzu lang, die Sätze dafür schon. Da gibt es einige verschachtelte und mit Nebensätze bestückte Sätze, dennoch ließ sich das alles sehr gut lesen. Es gibt auch kaum technische Begriffe oder wissenschaftliche Erklärungen, wenn ihr wisst, was ein "Zylinder" ist, seid ihr good to go. :D


Fazit:
Empfehlenswerter Roman, dem man die Jahre auf dem Buckel anmerkt, die aber den Lesespaß keineswegs trüben. Auch gut geeignet für den Einstieg in die Klassiker oder das Science-Fiction-Genre, da die Thematik mit dem außerirdischen Angriff spannend ist und kaum technische Begriffe und Erklärungen vorkommen.

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Tags: mantikore, marsianer, science fiction   (3)
 

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457 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

1001 nacht, liebe, magie, fluch, orient

Rache und Rosenblüte

Renée Ahdieh , Martina M. Oepping
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 16.03.2017
ISBN 9783846600405
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Spoilerfrei (enthält auch keine Spoiler zu Teil 1 "Zorn und Morgenröte")


„Rache und Rosenblüte“ ist der Nachfolgeband von „Zorn und Morgenröte“. Mit diesen beiden Romanen ist die Geschichte rund um Shahrzad abgeschlossen. Da „Rache und Rosenblüte“ da weitergeht, wo „Zorn und Morgenröte“ aufhört, sollte man auf alle Fälle bei Band 1 anfangen zu lesen und danach mit „Rache und Rosenblüte“ weitermachen. 

Während „Zorn und Morgenröte“ eine Neuerzählung des Märchens „1001 Nacht“ darstellt, spinnt Ahdieh bei Rache und Rosenblüte eine eigene Geschichte weiter, welche auf eine Auflösung des im ersten Band aufkommenden Cliffhanger hinarbeitet.


Der Schreibstil von Renée Ahdieh konnte mich von Anfang an überzeugen. Sie beschreibt Dinge, Personen und Geschehnisse mit viel Fantasie und Eleganz. Kraftausdrücke werden umschrieben und Ahdieh lässt Wörter der Sprache einfließen, die in den Regionen gesprochen wird, in denen ihre Geschichte spielt. Diese Fremdwörter werden kursiv geschrieben. Im ersten Band gab es im Anhang ein Glossar, leider fehlt dieses bei „Rache und Rosenblüte“. Oftmals wird das Wort im nächsten Satz mit anderen Worten erklärt, meistens handelt es sich hierbei um traditionelle Kleidungsstücke („Sirwal-Hose“ oder „Qamis“). Wenn man tatsächlich ratlos ist, kann es unter anderem schwierig sein, die Bedeutung zu googeln, da es verschiedene latinisierte Umschriften dazu gibt. Trotzdem funktioniert das Verstehen meist, kann zur  Atmosphäre beitragen und kann ganz nett sein, wenn man die Begriffe mal gehört hat. 
(Beispiele: „Sie reisten über einen Wüstenstrich nahe einem Gebirge. Über ihn glitzerten ein paar einsame Sterne, wie an den dunklen Stoff der Nacht gestickt.“ (Pos. 2456)
„Wie sollte sie einen ungestümen Jungen wie *** aufhalten, der nur aus Träumen von Blut und Ruhm bestand?“ (Pos. 2958))


Leider half die wunderschöne Sprache nicht über meine Enttäuschung über "Rache und Rosenblüte" hinweg, denn mit dem Plot konnte ich kaum mehr etwas anfangen.
"Rache und Rosenblüte" eröffnet mit dem Fokus auf Shahrzad und ihrer Schwester Irsa, welche mich persönlich nicht besonders interessierte. Vielleicht sollte so Spannung aufgebaut werden, bis Shahrzad wieder auf den Kalifen trifft, mich hat es jedoch eher frustriert. Außerdem fiel es mir insgesamt schwer, in den zweiten Band einzusteigen, obwohl dieser nahtlos vom Ende des ersten Teils anknüpfen soll. Ich habe Teil 1 als Hörbuch gehört, welches leider gekürzt war, dennoch sollte es so aufbereitet sein, dass man alles an Wissen mitbekommt, welches man braucht, um den Nachfolgerband verstehen zu können. 


Leider kam es mir bei den Lösungen der Konflikte so vor, als ob sich die Charaktere, die für die Lösung gebraucht werden, zufällig ins Bild treten und dass sich die Personen zufällig kennen, dass es zu einem Kreis von Tauschgeschäften wird, bis jeder das hat, was er oder sie braucht, um zum Ziel zu gelangen. Gemischt wird dies mit etwas Magie (weswegen dieser Roman auch immer mal wieder dem Fantasy zugeordnet wird), die von mir den Romanen ganz fernbleiben hätte können. 




Fazit: Ein zweiter und letzter Band, mit dem man diese Dilogie gut abschließen kann. Mir war aber der das Problem  Lösungsweg zu konstruiert damit hanebüchen. Nur Renée Ahdies Talent für ausgeschmückte Beschreibungen und die eigentliche Liebesgeschichte  konnten mich über die Enttäuschung des zweiten Bandes hinwegtrösten. 


Ich empfehle diesen Zweiteiler Lesenden, die gerne zu Jugendbüchern mit Liebesgeschichte greifen, die einen verspielten Schreibstil schätzen,  denen die Grundlage der Geschichte „Tausendundeine Nacht“ zusagt (denn diese führte bei Zorn und Morgenröte zu einigen moralischen Diskussionen) und die nicht allzu plausible Lösungswege nicht so ernst nehmen. :)




PS: Es gibt noch drei Kurzgeschichten als eBook zu dieser Dilogie. Diese sind auch auf Deutsch verfügbar, zwei davon sind gratis, eines kostet 1-2€. Diese muss man nicht lesen und sind ein netter Bonus für diejenigen, die mehr aus Welt von "Zorn und Morgenröte" lesen wollen. 

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Tags: 1001 nacht, orientalisch, rache und rosenblüte   (3)
 

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fantasy, alexander der große, magie, antike, schattenkrone

Schattenkrone - Royal Blood

Eleanor Herman , Christine Strüh , Anna Julia Strüh
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.02.2017
ISBN 9783841422309
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Spoilerfreie Lesermeinung.

In letzter Zeit sind einige groß angekündigte Jugendbücher erschienen, mich hat es jedoch am meisten zu „Schattenkrone“ gezogen. Dieser Jugendbuch-Roman vermischt historische Elemente mit einem Schuss Fantasy. Wir befinden uns in der antiken Zeit ca. 350 vor Christus und schauen dem jugendlichen Alexander den Großen über die Schulter. 

Dazu gesellen sich die Perspektiven von einigen anderen Personen, zum Beispiel von seiner eifersüchtigen Halbschwester oder von Jacob, einem jungen Mann aus einem kleinen Dörfchen, der in Alexanders Stadt sein Glück sucht. 

Autorin Eleanor Herman ließ hier ungewöhnlich viele Handlungsstränge in ein Buch verschmelzen. Für mich persönlich entpuppte sich dies als erfrischend abwechslungsreich, auch wenn dadurch vielleicht nicht jedem Charakter eine ausschweifende Hintergrundgeschichte spendiert werden konnte. Dafür gibt es aber noch Raum in den nächsten Teilen, denn bei Schattenkrone haben wir es mit dem Auftakt einer Reihe zu tun. Der zweite Band „Göttertochter“ erscheint bereits am 27. April 2017.

Mir gefiel die Atmosphäre, denn hier wird einmal eine ganz andere Zeit behandelt, das findet man nicht allzu oft im Jugendbuch-Bereich. Der Fantasy-Aspekt wurde passend in die Geschichte eingewoben, es geht um bestimmte Blutkräfte, die manchen Menschen zuteilwerden, sie spielen aber nicht die allergrößte Rolle. Es werden also keine Magier-Zaubersprüche-Duelle ausgefochten oder so etwas in der Art. 

Manchmal wirkt die Geschichte etwas konstruiert, da ziemlich schnell und manchmal auch mit einer gehörigen Portion Glück ein Problem gelöst werden kann. Mir persönlich machte dies aber nicht allzu viel aus, so viele verschiedene Handlungen in ein Buch zu bekommen ist bestimmt nicht leicht. 
Dafür nahm ich in diesem Falle gerne in Kauf, dass es manchmal etwas wuselig wurde und man sich fragte, worauf dieser Strang nun hinausläuft. 

Die Autorin hat beruflich auch mit Geschichte zu tun und schrieb bisher Sachbücher. Dies verrät sie auch im Nachwort, welches ich gespannt las. Dort erzählt sie auch, bei welchen Themen sie sich künstlerische Freiheit erlaubte und worauf sie Wert legte. 

Als kurze Anmerkung: Die HistorikerInnen sind sich nicht ganz einig, aber es wird gemunkelt, dass Alexander eine homoerotische Beiziehung mit seinem besten Freund Hephaiston pflegte. Dieses Thema kommt im ersten Teil überhaupt nicht vor, auch im Nachwort gab es dazu keine Anmerkung. Da die weiteren Teile auf Bücherportalen niemals dem Genre „LGBT“ zugewiesen wurden, gehe ich davon aus, dass es zu keinen erotischen Begegnungen zwischen Heph und Alex kommen wird. 

Der Roman ist in fünf Akte unterteilt, also fünf größere Abschnitte, die jeweils mit einem Zitat von Aristoteles beginnen.


Fazit: Ich kann diesem Roman jeden und jeder empfehlen, die einmal eine etwas andere Jugendbuch-Reihe lesen wollen, weil es sich in einer magiehaltigen Antike abspielt und zahlreiche Perspektiven behandelt werden.  




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Tags: alexander der große, antike, blutmagie, fantasy, historisch, intrigen, jugendbuch, schattenkrone   (8)
 
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