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Die Ausgeschlossene

Gitte Lindahl
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Diana, 08.10.2018
ISBN 9783453359314
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Leben von Schmuckdesigner William Falk könnte nicht besser laufen: Erfolgreich im Beruf, angesehen von Kunden und Kollegen, seit Jahren glücklich verheiratet mit Kristen, die beruflich wie privat an seiner Seite steht. Doch sein Leben gerät aus den Bahnen, als gleich zwei merkwürdige Ereignisse an einem Tag passieren: Einerseits trifft er eine junge Frau, die seiner verstorbenen Verliebten wie aus dem Gesicht geschnitten ist, andererseits wird eine Freundin von Kristen gemeinsam mit ihrem Nachbarn ermordet aufgefunden...

Mit „Die Ausgeschlossene“ legt die deutsch-schwedische Autorin Gitte Lindahl den ersten Roman unter ihrem eigenen Namen vor – und der hat es gleich in sich. Denn sie hat es geschafft, den anfänglichen Blick auf die Charaktere immer weiter zu hinterfragen, sie sorgsam zu demontieren und wieder erneut unter einem anderen Blickwinkel aufzubauen. Zunächst scheint die Idylle zwischen William und Kirsten unerschütterlich, beide berichten von der harmonischen Ehe und dem erfüllten Leben, doch schon bald beginnt diese Fassade zu bröckeln. Und kann man durch die entstandenen Risse zunächst nur erraten, was sich dahinter in Wahrheit verbirgt, werden Ahnungen zur Gewissheit, nur um kurz darauf von einem weiteren Element übertroffen und über den Haufen geworfen zu werden. Lindahl macht dies so lustvoll, so kleinteilig, aber auch mit einer gehörigen Portion Destruktivität, dass sie mich dabei vollkommen fesseln konnte. Das Spiel zwischen den beiden zu beobachten, zwischen den Perspektiven hin- und herzuwechseln, ist sehr intensiv geschildert. Der Kriminalfall wird dabei fast zur Nebensache, bietet aber genauso einige unerwartete Wendungen und ist dann doch enger mit den anderen Ereignissen verknüpft als man gedacht hätte. Sicherlich gibt es dabei die eine oder andere Überraschung, die nicht so sehr zündet, weil der Leser sich schon in diese Richtung Gedanken gemacht hat, doch Lindahl schafft es immer wieder, dort noch eine Schippe mehr nachzulegen, sodass man eben doch immer wieder verblüfft wird.

Alles geht dabei von den Charakteren aus, diese stehen immer im Mittelpunkt. Dafür beschreibt Lindahl diese dann auch umfassend und mit immer mehr Details versehen, von der anfänglichen Heile-Welt-Stimmung bis zum deutlich düsteren Bild am Ende lernt man William und Kirsten bis in den letzten Winkel ihrer Seele kennen. Und auch die anderen Rollen werden sehr bildlich und greifbar beschrieben. Dem kommt auch der lebendige und treffende Schreibstil zugute, der sich sehr flüssig lesen lässt und doch alles andere als banal wirkt.

„Die Ausgeschlossene“ ist für mich eine der Entdeckungen des Jahres und konnte mich mit seiner wunderbar dichten Stimmung gefangen nehmen. Wie Lindahl hier immer weiter vom anfänglichen Bild abweicht, dieses weiter verfeinert und neue Facetten hinzufügt, ist nicht nur spannend zu lesen, sondern auch mit einer großen Prise Psychologie versehen. Äußerst lesenswert!

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My Love Story

Tina Turner , Naemi Schuhmacher , Barbara Steckhan , Dominik Wichmann
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Penguin, 15.10.2018
ISBN 9783328600596
Genre: Biografien

Rezension:

Einer der größten Stars unserer Zeit, die energiegeladene und lebensfrohe Tina Turner, hat mit ihrer Musik die Menschen beeinflusst, die tanzen, trauern und lieben lassen. Doch was hat die Künstlerin selbst beeinflusst? Aufgewachsenen in armen Verhältnissen, nahezu zerbrochen an einem gewalttätigen Ehemann, hat sie es doch geschafft, ihren Lebensmut zu bewahren – nicht zuletzt durch Erwin, die große Liebe ihres Lebens...

Genau diese Geschichte hat Tina Turner nun zu Papier gebracht und gibt dabei nicht nur einen umfassenden Überblick über ihre Karriere, sondern erlaubt dem Leser auch, Einblick in ganz private, emotionale Momente zu nehmen. Die Geschichte um Ike, der sie zwar in den Anfängen ihrer Karriere zum Star gemacht, aber eben auch psychisch wie physisch misshandelt hat, ist zwar bereits bekannt, wird hier aber eben noch um weitere Aspekte angereichert und auf sehr eindringlich beschrieben. Doch einen wesentlichen Teil der Handlung nimmt eben auch die zweite Hälfte ihres Lebens ein, in dem es das Schicksal eben doch gut mit ihr meint und mit viel Liebe erfüllt ist. Tina Turner findet hierfür klare, einfühlsame Worte, die ihre Emotionen sehr nah an den Leser herantragen. Der Schreibstil ist kurzweilig und lebendig, und auch wenn nicht alle Passagen wirklich nahe gehen – das Gesamtwerk schafft dies spielend. Besonders hat mir gefallen, dass man während der Lektüre die Musik von Tina Turner noch einmal anders entdeckt, die Nuancen zu erkennen glaubt, einige Textpassagen noch einmal anders wahrnimmt. Hinzu kommt, dass Tina Turner zudem noch ein wichtiges Statement für die Organspende gibt, darauf hinweist, wie wichtig dieses Thema für uns alle ist, wie Menschenleben gerettet werden können. So ist die Biographie nicht nur kurzweilige Unterhaltung, auch mehr als inspirierende Worte einer starken, bewundernswerten Frau mit einem Rückblick auf ihr Leben. Es regt in vielen Punkten zum Nachdenken an, wie man miteinander umgeht welche Verantwortung man für andere trägt.

Tina Turners mittlerweile zweite Biographie wiederholt zwar einige Abschnitte aus ihrem Leben, fügt dieser Zeit aber viel Neues hinzu und berücksichtigt auch die Frau, die auf dem Höhepunkt ihrer Karriere auch das wahre Liebesglück findet. Sie schafft dabei eine sehr eingängige Stimmung, verknüpft die Stationen ihres Lebens mit dem Bild, das dabei nach außen entstanden ist und erlaubt dem Leser so, etwas an ihrem Leben teilzunehmen. Sehr lesenswert!

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Gruselkabinett - Folge 143

Grant Allen , Annina Braunmiller-Jest , Peter Weis , Kristine Walther
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio, 26.10.2018
ISBN 9783785757239
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gruselkabinett – 143. Der Wolverden-Turm



Maisie Llewelyn folgt der Einladung der begüterten Mrs. West, einer alten Freundin ihrer Eltern, um einige Tage in ihrem Herrenhaus zu verbringen. Auch ihr fällt sofort auf, dass der Turm architektonisch nicht zum Rest passt und erst vor kurzem fertig gestellt wurde. Noch ahnt sie nicht, welch düsteres Geheimnis die besondere Bauweise der Gegend birgt...

Es gibt Folgen des Gruselkabinetts, die von Anfang an eine unheimliche und bedrückende Atmosphäre aufbauen. Und es gibt Folgen, in denen sich dies erst langsam im Laufe der Zeit entwickelt. „Der Wolverden-Turm“ gehört zur zweiten Kategorie und erzählt zunächst von der Ankunft Maisies auf dem alte n Landsitz, beinhaltet aber noch keine übernatürlichen Elemente. Zwar wird schon ein kleines Geheimnis um den neu gebauten Turm aufgebaut, und mit der verwirrten alten Bessie kommen auch einige unheilvolle Ankündigungen in die Episode mit ein, wirklich schaurig wird es aber erst später. Doch auch hier schon wird die Stimmung der Vorlage von Grant Allen voll ausgenutzt, was für einen kurzweiligen Eindruck sorgt – wohl auch, weil die Länge von einer knappen dreiviertel Stunde gut gewählt ist. Eine prägnante Szene bei einer Kulturveranstaltung bleibt dann ebenso positiv im Gedächtnis und lässt die Zeit des späten 19. Jahrhunderts lebendig werden. Und dann steigert sich der Gruselfaktor im letzten Drittel der Handlung deutlich, führt mit einer intensiven Geistererscheinung und einem sehr gut erzählten Gewissenskonflikt für Maisie in eine Richtung, die so im Gruselkabinett noch nicht aufgekommen ist. Der Hörer erlebt den tranceartigen Zustand von Maisie hautnah mit, während das Finale in einem wahren Paukenschlag endet. Eine Episode der Serie, die wieder neue Elemente einbringt und mich voll überzeugen konnte.

Das liegt auch an dem hervorragenden Sprechercast, der viele bekannte und markante Stimmen vereint – Peter Weis, Bodo Primus und die unvergleichliche Dagmar von Kurmin sind nur wenige Beispiele hierfür. Annina Braunmiller-Jest ist in der Hauptrolle der Maisie zu hören und setzt ihre sanfte Stimme wieder sehr gekonnt und zielgerichtet ein, um die Emotionen der jungen Frau immer glaubhaft und präsent darzustellen. Beate Gerlach ist als verwirrte Bessie weniger zu hören, setzt die Rolle aber mit sehr viel Druck um und bleibt mit ihren Szenen positiv im Gedächtnis haften – besonders wegen ihren unheilvollen Ankündigungen. Wunderbar ist auch das Duo von Reinhilt Schneider und Kristine Walther, die beide sehr unterschiedlich klingen und doch als Hedda und Yolande eine Einheit bilden, die gerade das Ende sehr gekonnt wirken lässt.

Der Klang der Folge kann natürlich ebenso punkten, Titania Medien lässt sich erneut nicht lumpen und bietet eingängige Musik von der ersten bis zur letzten Minute. Gleich zu Beginn gibt es eine sanfte Klaviermelodie, später komplexere, aber immer sehr harmonische Stücke. Auch die eingebauten Geräusche und Effekte passen gut, hätten manchmal aber ruhig etwas kraftvoller sein können.

Für das Cover ist wieder Ertugrul Edirne zuständig, der eine geisterhafte Szene in kühlen Blau- und Weißtönen gestaltet hat. Im Hintergrund ist die kleine Kapelle mit dem neuen Turm zu sehen, der sanft vom Vollmond beschienen wird, während Maisie nur von hinten zu sehen ist und von zwei durchscheinenden Frauen mit wehenden Kleidern begleitet wird. Der Stil ist sehr passend und fasst die Stimmung der Folge gut zusammen.

Fazit: Ich mag es sehr, wie sich die unheimliche Stimmung hier langsam ausbreitet und eine rätselhafte Atmosphäre schafft, die später immer mehr anschwillt und eine ungewöhnliche und gerade deswegen so unterhaltsame Geschichte erzählt. Der Sprechercast ist hervorragend ausgewählt und setzt jede Szene besonders intensiv um.

VÖ: 26. Oktober 2018
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5723-9

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Gruselkabinett - Folge 142

Rudyard Kipling , Thomas Balou Martin , Rolf Berg , Claus Thull-Emden
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio, 26.10.2018
ISBN 9783785757222
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gruselkabinett – 142. Das Zeichen der Bestie



Die Feier zum Neujahrswechsel begehen Rudyard Kipling und seine Freunde Strickland und Fleete ausgelassen und mit viel Alkohol. Auf dem Weg nach Hause kommen sie an einem alten Tempel der indischen Gottheiten vorbei, was Fleete zu einer unbedachten und ziemlich respektlosen Tat verleitet. Das nehmen auch die Priester des Tempels wahr, was unheilvolle Mächte heraufbeschwört...

Rudyard Kipling ist auch heute noch bestens für sein bekanntestes Werk „Das Dschungelbuch“ bekannt, doch bereits die 31. Episode des Gruselkabinetts von Titania Medien hat bewiesen, dass er noch weitere interessante Geschichten verfasst hat. Auch die 142. Episode widmet sich einer Vorlage des Autors und weist – wie die beiden vorgenannten Geschichten – wieder einen starken Bezug zu Indien auf. Antrieb dieser Folge ist der Bezug zur dortigen Götterwelt, was zwar nicht sonderlich ausführlich geschehen ist, dafür für eine sehr unheimliche Atmosphäre sorgt. Besonders interessante ist dabei, dass Kipling hier aus der Ich-Perspektive schreibt, als hätten die Ereignisse aus „Das Zeichen der Bestie“ tatsächlich stattgefunden. So beschreibt er die Wandlung seines Freundes Fleete sehr eingängig und nahbar, den psychischen Verfall ebenso sehr wie die körperlichen Veränderungen, die mit ihm vorgehen. Nach dem intensiven und sehr intensiv beschriebenen Beginn geht es später eine Spur ruhiger zu, ein wirklicher Höhepunkt ist danach nicht mehr auszumachen. Dennoch kann die Episode gerade dadurch mit eher leisem Grusel und einer sehr vielseitigen Beschreibung der Ereignisse, von Land und Leuten überzeugen, was durch die sehr gelungene atmosphärische Umsetzung noch unterstützt wird. Das wirkt in sich sehr rund und stimmig und sorgt für einen sehr soliden Eindruck dieser Produkton.

Thomas Balou Martin taucht nicht zum ersten Mal im Gruselkabinett auf und überzeugt auch hier wieder in der Rolle der Rudyard Kipling, den er mit seiner ausdrucksstarken Stimme und einem Gespür für das richtige Timing sehr gut umsetzt. Claus Thull-Emden hat mit Fleete die markanteste Rolle des Hörspiels und überzeugt mit vielen Facetten und einer sehr lebendigen Sprechweise, er sorgt für zahlreiche unheimliche Momente. Rolf Berg komplettiert das Freundestrio als Strickland, auch er setzt in seiner Rolle gekonnt Akzente und zeichnet mit seiner Stimme den Handlungsbogen der Folge nach. Weitere Sprecher sind Sascha von Zambelly, Peter Weis und Horst Naumann.

Der indische Einfluss ist akustisch zwar nicht ganz so präsent wie in „Die Gespenster-Rikscha“, dennoch erinnern die eingesetzten Melodien an das ferne Land und bringen so eine neue Nuance in die Serie. Die unheimliche Szene ganz zu Beginn setzt dann auch mit vielen akustischen Elementen einen gekonnten Höhepunkt, ansonsten konzentriert sich die Umsetzung der Folge eher auf Dialoge und Sprecher.

Die Cover haben in letzter Zeit kleineren Experimenten Raum gelassen, hier ist aber wieder ein sehr klassisch anmutendes Titelbild zu sehen. Vor einer riesigen Affenstatue, die von zwei hoch lodernden Feuern beleuchtet wird, steh ein Mann in Expeditionskleidung und wird ebenfalls von rötlichem Licht eingetaucht, während die restliche Gestaltung eher in Grün- und Grautönen gehalten ist.

Fazit: Der ganz große Knall bleibt in dieser Episode zwar aus, doch durch den intensiven Beginn und die unheilvollen nachfolgenden Ereignisse wird hier dennoch für kurzweiligen und unterhaltsam Grusel gesorgt, der durch die unmittelbare Einbindung des Autors sehr präsent wirkt. Auch die Beschreibung der indischen Kultur wirkt sehr greifbar und runde diese hörenswerte Episode ab.

VÖ: 26. Oktober 2018
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5722-2

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Sherlock Holmes - Folge 36

Arthur Conan Doyle , Herman Cyril McNeile , Joachim Tennstedt , Detlef Bierstedt
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio, 26.10.2018
ISBN 9783785757260
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sherlock Holmes – 36. Das unheimliche Pfarrhaus



Es sollten ein paar entspannte Tage in malerischer Umgebung für Sherlock Holmes und Dr. Watson werden, doch auch an der beschaulichen englischen Küste wartet ein neuer Fall auf den Meisterdetektiv. Denn in dem Pfarrhaus des Städtchens ereignen sich Nacht für Nacht seltsame Geistererscheinungen, die die Bewohner in Angst und Schrecken versetzen...

Bereits zweimal sind Sherlock Holmes und sein Chronist Dr. Watson in Geschichten anderer Autoren eingetaucht, und auch die 36. Episode der Serie von Titania Medien stammt nicht aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle. Vielmehr haben Stephan Bosenius und Marc Gruppe eine Geschichte von Herman Cyril McNeile adaptiert und die beiden bekannten Figuren hineingeschrieben, was sehr nahtlos geschehen ist. Da die beiden Figuren wieder ihren vollen Charme entfalten können und ihre besonderen Eigenschaften gut aufgegriffen wurden, fügen sich beide gekonnt ein, ein Versatz ist an keiner Stelle zu merken – zumal mit Inspector Lestrade eine weitere Figur die Bühne betritt, die dem geneigten Hörer bestens bekannt ist. Andersherum funktioniert der Kniff übrigens genauso gut, tatsächlich ist der Aufbau den ursprünglichen Vorlagen nicht weit entfernt. Auch dass eine scheinbar übernatürliche Erscheinung aufgedeckt werden und dabei auf die kleinen Details geachtet werden muss, ist auch beim britischen Autor mehrfach vorgekommen. Die Stimmung ist zunächst gelöst und ziemlich charmant, bringt dann aber auch eine hübsch unheimliche Note mit ein. Die anschließenden Ermittlungen sind recht ausführlich geraten und legen Wert auf genaue Erläuterungen, was das Tempo der Folge etwas drosselt. Dennoch ist alles unterhaltsam geraten und punktet mit einem konsequent erzählten Verlauf mit gelungenem Spannungsaufbau. Die Auflösung des Ganzen kommt dann zwar nicht allzu überraschend, kleine Wendungen und ein sehr elegantes Finale sorgen aber dennoch für einen geschliffenen Eindruck der Folge.

Das Duo aus Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt hat mich in den beiden Hauptrollen wieder überzeugt, beide spielen sich gekonnt die Bälle zu und sorgen mit ihren kleinen Wortduellen für lockere und angenehme Unterhaltung. Hans Beyers markante Stimme passt gut zu der Rolle des Mr. Maxwell, den er mit viel Wucht und sehr präsent umsetzt, den anderen Figuren aber dennoch genügend Raum lässt. Jonas Baeck spricht in dieser Folge den jungen Maguire und legt dabei einige Finessen in seine Stimme, die einen weiteren passenden Charakter formen. Weitere Sprecher sind Lutz Reichert, Jean Paul Baeck und auch Marc Gruppe ist mal wieder selbst zu hören.

Große Experimente werden zumindest in akustischer Hinsicht nicht gewagt, sodass ein sehr gepflegter und gediegener Eindruck entsteht. So kann man gut abtauchen in die damalige Zeit, was sowohl in Sachen Geräusche als auch musikalisch einen stimmigen Eindruck ergibt. Die unheimlichen Szenen sind dabei recht dezent umgesetzt, sodass der Fokus eher auf den Ermittlungen liegt.

Auf dem Cover wird hingegen eher auf den gruseligen Aspekt des alten Pfarrhauses gelegt, welches sich inmitten eines Nebelfeldes vom dem ihn umgebenden verwitterten Friedhof erhebt und von einem riesigen Vollmond beschienen wird. Die spärliche Beleuchtung sorgt für einen gelungenen Gesamteindruck. Im Inneren gibt es die bereits bekannten, sehr hübschen Illustrationen von Holmes und Watson.

Fazit: Die Idee, Holmes und Watson in eine andere Geschichte hineinzuschreiben, funktioniert auch hier wieder bestens, die Handlung hätte gut und gerne auch von Sir Arthur Conan Doyle stammen. Die Erzählweise ist stellenweise vielleicht einen Tick zu langsam geraten, was durch viel Atmosphäre aber wieder ausgeglichen wird. Auch der Auftritt von Lestrade hat mir hier sehr gut gefallen.

VÖ: 26. Oktober 2018
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5726-0

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Pinocchio

Thilo Reffert , Carlo Collodi , Jens Wawrczeck , Götz Naleppa
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Der Hörverlag, 01.10.2018
ISBN 9783844528206
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Pinocchio



Bei dem armen Puppenbauer Geppetto taucht eines Tages die Fee Franka auf und will ihm unbedingt einen Wunsch erfüllen. Doch sie ist im Zaubern noch ziemlich ungeübt, sodass ihr Versuch ziemlich schief geht, ein Kind für den alten Mann zu erschaffen. Traurig zieht sie von dannen und merkt nicht, dass ihr Wirken doch funktioniert hat: Ein Holzscheit aus der Werkstatt ist tatsächlich zum Leben erwacht...

Seit vielen Jahrzehnten begeistert die Geschichte um Pinocchio zahllose Kinder, sei es die Originalgeschichte von Carlo Collodi oder in einer der zahlreichen Umsetzungen. Eine weitere davon wurde 2014 vom Deutschlandradio Kultur produziert und ist vier Jahre später beim Hörverlag als Kauf-CD erschienen. Dabei wurde die Grundstruktur der Vorlage beibehalten, aber sanft modernisiert und mit witzigen Elementen angereichert. Ein Beispiel hierfür ist Fee Franka, die herrlich schusselig ist, ihre Güte ist zwar weiterhin vorhanden, aber hinter einer ziemlich kessen Sprechweise verborgen. Ergänzt durch viele Wortspiele freut man sich, dass die Figur hier mehr Raum einnimmt. Auch ansonsten istd ei Wortwahl und das Tempo gut an heutige Hörgewohnheiten von Kindern angepasst, die so die Geschichte auf eine neue Art erleben können. Auch diese Umsetzung findet dabei moralisch ziemlich deutliche Worte und zeigt, dass das Leben eben nicht nur aus Spaß und Gemütlichkeit bestehen kann und man auf Erwachsene hören sollte, der Grundtenor ist aber eben etwas lockerer. Die Laufzeit ist mit etwas über 50 Minuten gut gewählt und strapaziert die Aufmerksamkeit der Zielgruppe nicht zu sehr, sodass einige Teile des Originals wegfallen oder in Kurzform erzählt werden. Die Idee, dem Erzähler eine ganz besondere Rolle zuzuweisen ist ebenso gelungen und ein weiteres Beispiel für die sehr gelungene Umsetzung des Kinderbuchklassikers.

Leo Knizka ist in der Hauptrolle des Pinocchio zu hören und überzeugt dabei, indem er der Figur eine freche und spontane Art verleiht, die alles andere als hölzern wirkt (für das Wortspiel bitte ich um Entschuldigung). Mandy Rudski hat mir als Fee Franka richtig gut gefallen, da sie eine sehr breite Palette an Emotionen leistet und zwischen Engagement, Tollpatschigkeit, Herzenswärme und einer ruppigen Art spielend und sehr glaubhaft wechselt. Jens Wawrczeck wurde als Erzähler ausgewählt und setzt seine markante Stimme sehr gekonnt ein, um eine witzige und liebevolle Stimmung zu schaffen, wobei er seine ganz besondere Rolle gut einbaut. Weitere Sprecher sind Ulrich Noethen, Lyonel Holländer und Markus Meyer.

So modern die Geschichte auch manchmal umgesetzt wurde, die akustische Gestaltung ist insgesamt eher nostalgisch geraten. Der Einsatz von Musik ist recht zurückhaltend, was den Fokus mehr auf die Stimmen und ihre Dialoge lenkt. Die Geräusche sind zwar durchgängig zu hören, wirken traditionell und klassisch. Das passt alles gut zusammen und erfreut die Ohren aller Generationen.

Eine niedliche Zeichnung von Pinocchio und Gepetto wurde als Titelbild ausgewählt, auch diese wirkt eher klassisch denn modern. Viele kleine Details und die warme, erdige Farbgebung sorgen für eine angenehme Stimmung. Im Inneren des hübschen Digipacks befindet sich noch ein eingeklebtes, umfangreiches Booklet mit vielen weiteren Informationen, Fotos und Zeichnungen.

Fazit: Die Geschichte funktioniert auch heute noch sehr gut, die sanfte Bearbeitung mit der moderneren und humorvolleren Art bringt aber zusätzliche positive Aspekte mit ein. Der Verlauf ist sehr kurzweilig, auch weil einiges verkürzt wurde. Die allzu moraltriefenden Szenen wurden abgeschwächt, sodass die Lektionen noch gut zu spüren sind, aber eben nicht mit dem erhobenen Zeigefinger präsentiert werden.

VÖ: 1. Oktober 2018
Label: Der Hörverlag
Bestellnummer: 978-3-8445-2819-0

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104 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

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Wolfsthron

Leo Carew , Wolfgang Thon
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2018
ISBN 9783442487356
Genre: Fantasy

Rezension:

Roper, der Thronerbe aus dem Hause des silbernen Wolfes, wird nach einer verlorenen Schlacht unversehens zum Herrscher über das Reich des Nordens. Mit gerade einmal 19 Jahren und einer Schmach als Start in seine Regentschaft hat er keinen leichten Stand und muss sich heftigen Attacken anderer Lords stellen, die den Thron für sich beanspruchen. Doch die noch größere Gefahr ballt sich im Süden, wo sich unter seinem Widersacher Bellamus ein neues Heer formiert...

Leo Carew hat mit seinem Debut-Roman „Wolfsthron“ in eine Kerbe geschlagen, die momentan sehr erfolgreich ist: Epische Romane mit historischem Anklang, in der es um Intrigen, Schlachten und Machtspiele geht. Sicherlich wurde der Trend von G.R.R. Martins „Game of Thrones“ und insbesondere die erfolgreiche Serienproduktion begünstigt, was die Leistung des englischen Autors keineswegs mindern soll. Denn auch wenn die Ästhetik sich oftmals ähnelt, hat Carew eine ganz eigene Welt erschaffen, die sich dann eben doch deutlich unterscheidet. So gibt es keine Magie, keine übernatürlichen Mächte, dafür aber Völker, die sich klar voneinander unterscheiden, ihren eigenen ethnischen Hintergrund haben und deren Gesellschaft sich entsprechend entwickelt hat. Auch sind die landschaftlichen Gegebenheiten gut eingeflossen und verleihen dem Roman eine raue, kalte Grundstimmung.

Vor dieser Kulisse entwickelt sich eine Handlung, die intensiv und komplex beschrieben ist. Es gibt zahlreiche Verflechtungen und Intrigen, weitreichende Zusammenhänge und viele Details, die es zu behalten gilt. Das ist allerdings nicht allzu eingängig aufbereitet und verhindert so gerade zu Anfang, das man gut in der Welt von Albion ankommt. Statt langsam aufzubauen, geht Carew schnell ins Volle. Vieles klärt sich zwar im Laufe des Romans und man versteht dann einiges besser, doch diese Überforderung zu Anfang hätte eleganter gelöst werden können.

Die Handlung ist dabei sehr spannend geraten und überzeugt mit vielen intensiven Momenten und einer spannenden Handlungsbogen. Dabei ist viel Variabilität geboten, immer wieder muss man sich auf neue Situationen einlassen. Carew schafft es, dass man mit den Charakteren mitfiebert und lässt die Grenzen zwischen Gut und Böse oftmals verwischen. Der Wechsel zwischen verschiedenen Sichtweisen geschieht oftmals unvermittelt und bringt viel Dynamik in den Roman.

„Wolfsthron“ startet zwar etwas unkoordiniert und erschwert so den Einstieg in die komplexe Welt mit ihren zahlreichen Charakteren, doch es lohnt sich, in den Roman einzutauchen. Denn die Strukturen sind sehr gut erdacht und schaffen eine sehr präsente und vielfältige Welt, die Geschichte dynamisch und sehr präsent. Ein lesenswerter Debütroman, der noch viel Potenzial für weitere Erzählungen aus Albion lässt.

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194 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

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Der Outsider

Stephen King , Bernhard Kleinschmidt
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei Heyne, 27.08.2018
ISBN 9783453271845
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Terry Maitland, der schon seit Jahren in der örtlichen Highschool von Flint City unterrichtet, wird öffentlichkeitswirksam festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, einen elfjähigen Jungen grausam ermordet zu haben, DNA-Spuren identifizieren ihn eindeutig als Täter. Doch sein Alibi scheint ebenso wasserdicht, sodass sich die Ermittlungen von Detective Ralph Anderson länger andauern als anfangs gedacht...

Man mag sich zunächst fragen, ob Stephen King, der Meister des gepflegten Horrors, unerwartet das Genre gewechselt hat. Doch auch wenn „Der Outsider“ gerade zu Beginn so einige Krimielemente beinhaltet und die Ermittlungen in dem Fall zunächst als roten Faden durch die Handlung nutzt, zeigt sich bald, dass da noch viel vom typischen King-Stil vorhanden ist. Da kommen Erinnerungen an die großen alten Werke des Autors durch, die er geschickt mit seiner neuen Erzählweise kombiniert und so alte wie neue Fans erfreuen und überraschen wird.

Hervorzuheben sind dabei zwei Elemente seiner Schreibweise: Einerseits sind die Charaktere auch hier wieder sehr intensiv und kleinteilig beschrieben, man lernt die wichtigsten Rollen bis in die letzte Faser kennen und versteht so deren Hintergrund und deren Verhaltensweisen, ohne dass dies in ewigen Erläuterungen ändert. Andererseits schafft er eine so dichte, greifbare Atmosphäre, die einen sofort gefangen sind. Seine Gedanken fügen sich so eng aneinander, schaffen so klare Bilder, dass man sich dem kaum entziehen kann. Langsam zieht er seine Leser weiter hinein in ein neues Szenario voller Schrecken und spart dabei nicht an grausigen Details, die sich aber eher an die Psyche wenden und nicht in unnötigen Gewaltakten für einen umgedrehten Magen sorgen.

Doch so sehr er auch hier ein neues Inferno zündet, einen Schwachpunkt hat „Der Outsider“ dann doch: Das Ende wirkt etwas überhastet erzählt und wird so sehr Handlung nicht gerecht. Hier hätte er sich mehr Zeit nehmen können, um die einzelnen Schichten um die Auflösung abzuschälen. Der gesamte Roman ist so druckvoll erzählt, dass der nicht gerade dünne Wälzer sehr schnell vergeht und keine langweiligen Szenen beinhaltet.

Erklärte Gegner von Stephen King wird zwar auch dieser Roman nicht überzeugen können, doch die Symbiose aus neuem Schreibstil und alten Schreckensszenarien ist dem Ausnahmeautor hier bestens gelungen. Die Handlung wirkt immer sehr präsent und schafft eine greifbare Atmosphäre, deren Schrecken sich immer mehr ausweitet und mich völlig gefangen genommen hat.

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Gruselkabinett - Folge 141

Julian Osgood Field , Diverse , Rolf Berg , Tom Raczko
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio, 28.09.2018
ISBN 9783785757215
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gruselkabinett – 141. Der Judas-Kuss



Auf einer Schiffsreise mit seinem Butler Adams macht Colonel Rowan die äußerst unangenehme Bekanntschaft mit einem fremden Mann. Zunächst hat er sich bei dem Kapitän des Schiff über den Gesundheits- und Geisteszustand des zurückgezogenen und verlotterten Mann erkundet, da attackiert ihn dieser auf übelste Weise. Auch als er von einer unheimlichen Legende erfährt, lassen ihn die Gedanken an die Begegnung nicht los...

Mit einem ungewöhnlichen Cover und einem ebensolchen Titel lenkt die 141. Episode des Gruselkabinetts schon einmal die Aufmerksamkeit auf sich. Umso schöner natürlich, dass die so geweckten Erwartungen erfüllt werden und eine richtig starke Episode der Serie entstanden ist. Schon zu Beginn wird mit der oben beschriebene Szene an Deck des Flussschiffes eine sehr dichte Stimmung geschaffen, der äußerst unfreundliche und abweisende Fremde mit seinen heftigen verbalen Beschimpfungen ist in dieser Deutlichkeit für die Serie ungewöhnlich. Den Mann verliert die Handlung erst einmal aus den Augen und widmet sich anderen Themen, die eine alte Legende zum Thema hat – wie das Cover schon andeutet handelt es sich dabei um einen Vampir-Mythos. Aber auch die Anleihen an andere Werke haben ihren Platz gefunden und steigern den Reiz der Episode. Zum einen ist da die ganz offene Nennung vom wohl bekanntesten Werk über einen Vampir, aber auch ein altes Märchen der Brüder Grimm und andere populäre Geschichten werden erwähnt und beeinflussen die Handlung, im Zentrum steht dabei natürlich die Bibelstelle um Judas. Am Ende gibt es dann noch in einem dunklen Schloss einige sehr unheimliche Szenen, die in einem packenden Finale gipfeln und eine Szenerie voller Schrecken und Unheil verbreiten. Das setzt der sowieso schon starken Handlung das berühmte Tüpfelchen auf dem i auf, sodass „Der Judas-Kuss“ eine sehr starke Episode der Serie wird.

Die Folge greift mal wieder auf einen externen Erzähler zurück, was sich jedoch in angenehmen Grenzen hält. Dennoch sorgt Peter Weis für viel Atmosphäre, indem er seine Szenen sehr vielfältig betont und gekonnte Akzente setzt. Colonel Rowan ist mit Rolf Berg ebenfalls sehr gut besetzt, mit seiner volltönenden Stimme füllt er die Szenen mit Leben und ist besonders in den unheimlichen, bedrückenden Szenen sehr stark. Perfekt ist auch die Interpretation von Jean Paul Beack, der mit viel Wucht, eindringlicher Betonung und einem Hauch Pathos für sehr intensive Momente sorgt und sich perfekt in die Handlung einfügt. Weitere Sprecher sind Tom Raczko, Bert Stevens und Claus Thull-Emden.

Wie nicht anders zu erwarten ist auch hier wieder eine sehr dichte atmosphärische Gestaltung gelungen, die die einzelnen Szenen eng einfasst und immer sehr präsent ist – mal durch passende Hintergrundgeräusche, meist durch viele Melodien, die die Aura der Szenen einfangen und verstärken. Wieder ist dabei alles fein aufeinander abgestimmt, was die Stärken der Folge weiter unterstreicht.

Illustrator Ertugrul Edirne hat hier ein sehr besonderes Cover geschaffen, welches durch seinen kühlen und modernen Zeichenstil aus der bisherigen Galerie heraussticht. Die bläuliche Grundstimmung gepaart mit knallroten Elementen passt sehr gut zu der Folge, das ausdrucksstarke Gesicht der Vampirin ist dazu sehr fesselnd geraten. Ein echter Hingucker!

Fazit: Ein starkes Intro, eine düstere Legende, viele Reminiszenzen an andere Geschichten, ein spannender Verlauf, ein packendes Finale - „Der Judas-Kuss“ hat mir sehr gut gefallen und mich von Anfang bis Ende gefesselt. Die sowieso schon starke Vorlage wurde zudem sehr dynamisch und treffend umgesetzt, was eine sehr hörenswerte Folge ergibt.

VÖ: 28. September 2018
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5721-5

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Gruselkabinett - Folge 140

M. R. James , Diverse , Bodo Primus , Sascha von Zambelly
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio, 28.09.2018
ISBN 9783785757208
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gruselkabinett – 140. Runenzauber



Mr. Karswell genießt einen äußerst zweifelhaften Ruf als Wissenschaftler, was Edward Dunning auch in einer Abhandlung über sein Werk feststellt. Doch scheinbar hat er sich damit den angeblichen Alchemisten zum Feind gemacht, der fortan großes Interesse an Dunning zeigt. Doch noch ahnt dieser nicht, wie weit Karswell in seinem Zorn gehen würde...

M.R. James ist hierzulande kein sonderlich bekannter Autor, dennoch ist „Runenzauber“ nicht die erste Geschichte von ihm, die im „Gruselkabinett“ von Titania Medien erscheint. Bereits mit „Das Traktat Middoth“ ist er vertreten, und tatsächlich erkennt man seinen Stil hier wieder. Erneut baut sich die Handlung eher langsam auf, das eigentlich Bedrohliche und Übernatürliche lässt sich lange Zeit nicht greifen. Doch Thema und Verlauf sind sehr unterschiedlich, sodass man auch hier sehr gut unterhalten wird. Karswell wird dabei schnell als Antagonist der Folge präsentiert, es geht also nicht darum, ihn als Bösewicht zu identifizieren, dafür müssen seine üblen Taten aufgedeckt und letztendlich abgewendet werden. Verknüpft ist dies mit der titelgebenden Runenmagie, die sich als sehr düster und bedrohlich darstellt und so für die unheimliche Stimmung sorgt. Auch die Erzählweise über mehrere unterschiedliche Szenarien und die damit verbundene Entwicklung ist sehr gelungen, hätte aber manchmal etwas prägnanter und temporeicher ausfallen können, in einzelnen Szenen fällt die Spannung dann doch etwas ab. Mit dem dramatischen und sehr pointiert erzählten Finale wird das aber wieder ausgeglichen, sodass eine runde und hörenswerte Episode erschienen ist.

Sascha von Zambelly ist in der Rolle des Edward Dunning zu hören, was er mit sehr betonter und dennoch locker wirkender Stimme sehr gut umsetzt und sich so sehr gekonnt präsentiert. Bodo Primus ist als Fred Gayton zu hören, eine weitere Hauptfigur der Episode, er spricht sehr eindringlich und bringt zusätzlich viel unheimliche Stimmung mit ein. Er sorgt so für einige bemerkenswerte Momente. Wunderbar ist Horst Naumann als Mr. Karswell, den er sehr düster spricht und mit einer starken Aura versieht, sodass er ein sehr präsenter Gegenspieler ist, auch wenn er gerade nicht zu hören ist. Weitere Sprecher sind Kristine Walther, Reinhilt Schneider und Petra Nadolny.

Natürlich gibt es auch hier wieder die dichte atmosphärische Gestaltung, die man von Titania Medien gewohnt sein darf. Viele stimmungsvolle Melodien untermalen die Dialoge und Sprechtexte, sie rahmen diese gekonnt ein und verleihen ihnen einen passenden Ausdruck. Die Geräuschkulisse ist dabei etwas mehr zurückgefahren, an den richtigen Stellen verfehlt diese ihre Wirkung aber nicht und betont besonders atmosphärische Momente.

Ein dunkler Priester, tiefschwarz trotz der vielen Feuer die die Szenerie beleuchten, steht inmitten einer Kreises, auf dem zahlreiche Runen zu sehen sind. Der gekonnt angedeutete Hintergrund verleiht dem Titelbild noch mehr Atmosphäre, wobei die Säulenoptik als Umrahmung wieder sehr passend ist. Im Inneren gibt es neben einer Auflistung aller bisher erschienenen Episoden wieder eine übersichtliche Übersicht aller Mitwirkenden.

Fazit: „Runenzauber“ ist mit der immer durchscheinenden Bedrohung und der düsteren Runenmagie im Grunde sehr atmosphärisch geraten, allerdings lässt dieser Eindruck an einigen Stellen nach. Doch das gut geschilderte Thema und das packende Finale sorgen für Kurzweil und leisen Grusel, was eine weitere starke Episode ergibt.

VÖ: 28. September 2018
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5720-8

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Sherlock Holmes - Folge 35

Arthur Conan Doyle , Joachim Tennstedt , Detlef Bierstedt , Diverse
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio, 28.09.2018
ISBN 9783785757253
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sherlock Holmes – 35. Der Hund der Baskervilles



Tief in den Mooren Dartmores liegt der Stammsitz der Familie Baskerville, auf der ein schrecklicher Fluch zu lasten scheint. Auch das Oberhaupt der Familie wurde nun von einem dämonischen Hund angefallen. Als Sherlock Holmes von dem merkwürdigen Fall erfährt, ist er direkt fasziniert und wild entschlossen, die Hintergründe aufzuklären – und natürlich gehört auch eine Reise in das unwirtliche Gelände dazu...

Nach zwei Ausflügen in andere Gefilde – zu Geschichten, die nicht von Sir Arthur Conan Doyle stammen – kehrt die Hörspiel-Umsetzung von Sherlock Holmes aus dem Hause Titania Medien direkt zu dem wohl bekanntesten Fall des Meisterdetektivs zurück: „Der Hund der Baslervilles“. Schon das ursprüngliche Werkt trieft nur so vor unheimlicher Atmosphäre, und das ist natürlich eine Steilvorlage für das Hörspiellabel, das seiner Bekanntheit insbesondere dem Gruselkabinett zu verdanken hat. So ist schon die Introszene mit der Begegnung von Charles Baskerville mit dem dämonischen Hund absolut packen geraten und stimmt sehr gut auf die kommende Handlung ein, auch ansonsten sind immer wieder sehr atmosphärisch dichte und markante Szenen zu hören. Die düstere Umgebung wird dabei gekonnt aufgegriffen und prägt die Handlung, die es ebenfalls in sich hat. Die reihen sich zahlreiche Rätsel aneinander, es wird an verschiedenen Stellen ermittelt, Beobachtungen werden angestellt – und dabei tut es gut, dass die beiden Hauptfiguren auch mal getrennt voneinander agieren. Vielen wird die Vorlage schon vorher bekannt sein, sei es als Buch oder in einer der vielen Umsetzungen, dennoch gibt es hier Neues zu entdecken. Denn auch Holmes und Watson kommen sehr gut zur Geltung, ihre sehr spezielle Beziehung zueinander wird vertieft, und auch für eine Portion sanften Humor ist hier Platz. Über zwei Stunden läuft diese Produktion, was sich als sehr lohnenswert entpuppt.

Joachim Tennstedt ist natürlich wieder als Sherlock Holmes zu hören, seine ganz eigene Interpretation des Charakters gefällt mir wieder sehr gut, indem er den Scharfsinn und den Humor nicht allzu überheblich klingen lässt und dabei sehr zugänglich wirkt. Jean Paul Baeck ist in der Rolle des Dr. James Mortimer zu hören, er gestaltet seine Passagen sehr kurzweilig und lebendig, wobei er einen sehr guten Sinn für das richtige Timing beweist. Sir Henry Baskerville passt sich sehr gut an die düstere Stimmung des Hörspiels an und setzt gekonnt Akzente. Weitere Sprecher sind Horst Naumann, Bodo Primus und Johannes Raspe.

Eine opulente Musikbegleitung eröffnet das Hörspiel in der Introszene, genauso wie viele besonders spannende Szenen sehr präsent untermalt sich. Es gibt aber natürlich auch wieder die typischen Klänge der Serie, wenn Watson von dem Fall berichtet oder ein langer Dialog am prasselnden Feuer geführt sind, sodass die Szenen sehr abwechslungsreich wirken und immer gut zur Geltung kommen.

Wenn es in einem Hörspiel schon so eine markante Figur wie den titelgebenden Hund der Baskervilles gibt, kann man diesen auch wunderbar auf dem Cover in Szene setzen. Das Bild stammt noch von dem wunderbaren Firuz Askin, der Augen und Mundhöhle grünlich leuchten lässt. Im Hintergrund ist noch das sanft beleuchtete Herrenhaus zu sehen, was ein stimmiges Gesamtbild ergibt.

Fazit: Titania Medien bringt die Düsternis in der Geschichte bestens zur Geltung, überzieht dabei aber nicht und betont auch spannende und heitere Szenen. Der Fall ist komplex und vielschichtig, die Szenerien immer wieder andere, sodass während der zwei Stunden Laufzeit keine Langeweile aufkommt. Das ist sehr stark umgesetzt und erfüllt die Erwartungen, die im Vorfeld an die Serie gestellt wurden.

VÖ: 28. September 2018
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5725-3

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Däumelinchen

Hans Christian Andersen , Max Schautzer , Reinhilt Schneider , Dagmar von Kurmin
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio, 28.09.2018
ISBN 9783785757413
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Titania Special – 14. Däumelinchen



Als sich eine Frau nichts anderes als ein kleines Kind wünscht und eine Hexe darum bittet, bekommt sie tatsächlich bald ein winziges Mädchen, das aus einer Samenkapsel wächst. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den beiden, sodass sich ihre Wege schon bald trennen – und das Däumelinchen in der großen Welt so allerlei Abenteuer besteht...

Einmal im Jahr ist es so weit und Marc Gruppe und Stephan Bosenius von Titania Medien widmen sich in ihrer Special-Reihe einer ganz besonderen Kindergeschichte. Die 14. Episode ist wieder nach einer Vorlage von Hans Christian Andersen entstanden, von dem schon mehrere Märchen vertont wurden. „Däumelinchen“. Der dänische Autor hat dem winzigen Mädchen dabei nicht nur einen sehr märchenhaften Hintergrund mit seiner Geburt erschaffen, sondern danach über viele spannende Stationen eine lebendige Handlung geschaffen. Dabei geht das Leben nicht gerade zimperlich mit dem kleinen Mädchen um, es wird entführt, steht mehrfach kurz vor dem Tod, hat gleich mehrere Freier, die um sie werben, sie aber sehr schlecht behandeln. Andererseits verliert Däumelinchen nie ihre freundliche, hilfsbereite Art, was am Ende auch das Blatt zum Guten wendet – eine schöne Aussage in einer Geschichte voller starker Motive, die sowohl als aufregende Kindergeschichte gesehen werden kann als auch einige nachdenkliche Anklänge besitzt. Schnell fiebert man mit, wie die Sache ausgehen wird, was durch die gelungene Umsetzung von Titania Medien noch unterstützt wird. Da passt alles wunderbar zusammen, wirkt wegen der vielen Wechsel der Situationen dynamisch und kurzweilig, die gute Stunde Laufzeit ist gut ausgefüllt. Eine sehr schöne Geschichte für die ganze Familie, die mit ihrem zauberhaften und gar nicht mal so lieblichen Charme überzeugt.

Die wunderbare Reinhilt Schneider ist in der Titelrolle der Däumelinchen zu hören und spielt ihre sehr eingängige Stimme sehr gekonnt aus, baut fast schon feenhaften Charme um sich herum auf, kann unbändige Freude, vorsichtige Hoffnung und tiefe Verzweiflung gleichermaßen treffend darstellen. Mit ihrer zauberhaften Sprechweise trägt sie viel zum Gelingen des Hörspiel bei. Als Erzähler ist Max Schautzer zu hören, der eine sehr angenehme Märchenonkel-Aura um sich aufbaut und seine Passagen sehr kurzweilig gestaltet. Petra Nadolny hat hier ihren Einstand in das Sprecherensemble von Titania Medien und beweist, dass sie auch nur mit ihrer Stimme sehr sicher und treffend agiert, die Feldmaus wirkt durch sie sehr präsent. Weitere Sprecher sind Dagmar von Kurmin, Hans Beyer und Bert Stevens.

Musik ist in dieser Episode wieder ausführlich im Einsatz, die meisten Dialoge sind mit einer passenden und stimmigen Melodie unterlegt worden. Das unterstreicht die märchenhafte Atmosphäre, drängt sich aber nie zu sehr in den Vordergrund. Die Geräusche haben einen ebenso festen Platz und gestalten den Hintergrund lebendiger, im Fokus stehen aber immer die Sprecher und ihre Dialoge.

Eine Szene aus dem Hörspiel ist im typischen Stil der Covergalerie umgesetzt: Detailreich, liebevoll, nostalgisch und mit dem Look eines Ölgemäldes. In ihrem rosafarbenen Kleidchen und den langen, blonden Haaren ist Däumelinchen in einer Szene aus dem Hörspiel zu sehen, auf einem Seerosenblatt und gezogen von einem Schmetterling – sehr verträumt und hübsch anzusehen.

Fazit: Auch die diesjährige Episode von „Titania Special“ ist bestens gelungen und punktet mit einer liebevollen Geschichte, die überraschend rau mit ihrem Hauptcharakter umgeht. Dass dabei einige wichtige Tugenden angesprochen werden, fällt Kindern wegen der vielen zauberhaften Elemente kaum auf. Eine sehr gute und treffsichere Umsetzung für die ganze Familie.

VÖ: 28. September 2018
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5741-3

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Lüge

Steffen Jacobsen , Maike Dörries
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 24.07.2017
ISBN 9783453438835
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die grönländische Küste wird zum Schauplatz eines erbitterten Kampfes um die dort vorhandenen Rohstoffe, in der sich ein skrupelloses dänisches Unternehmen durchzusetzen scheint. Doch einer der führenden Geologen der Gesellschaft wird mitten in der heißen Phase tot aufgefunden, zudem ist ein USB-Stick mit brisanten Informationen verschwunden. Die Spuren führen Lene Jensen und Michael Sander zu einer Gruppe von Umweltaktivisten, doch beide haben auch mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen...

Mit dem schlichten Titel „Lüge“ hat Autor Steffen Jacobsen den dritten Teil seiner Thriller-Reihe um Lene Jensen und Michael Sander versehen, der sich natürlich am Besten liest, wenn man die beiden Vorgänger bereits kennt. Denn ein wichtiger Teil der Reihe ist auch, wie sich das Privatleben der beiden Hauptfiguren entwickelt. In diesem Band ist dies noch mehr ausgeprägt als vorher, vielleicht eine Spur zu viel. Denn oft wirken diese Szenen eher wie Füllmaterial und lenken von dem eigentlichen Fall ab. Ich mag es, wenn man auch hinter die Kulissen der Ermittler schauen kann, hier fokussiert sich der Autor aber ein bisschen zu sehr auf die beiden. Hier kann man zwar auch folgen, ohne die bisherigen Entwicklungen zu kennen, alles durchschauen kann man aber eben nur, wenn man auch „Trophäe“ und „Bestrafung“ kennt.

Der Fall an sich leidet nicht nur an den zu ausführlichen privaten Entwicklungen, sondern auch an einer recht durchsichtigen Handlung. Vieles ist schon nach etwa einem Viertel des Romans zu erahnen und wird dann im Laufe der Zeit auch nicht widerlegt, sondern höchstens um einige unerwartete Elemente ergänzt. Hier wäre es wünschenswert gewesen, wenn man allzu eingetretene Pfade verlassen hätte und neue Ideen eingebracht hätte – dass er das kann, hat Jacobsen ja bereits bewiesen. Allzu oft schimmert das Konstrukt des Falles zu deutlich hervor, dennoch kann ich dem Roman einen großen Unterhaltungswert nicht absprechen. Das liegt zum einen an dem spannenden Aufbau als auch an der flüssigen Erzählweise und der atmosphärischen Wortwahl.

„Lüge“ ist ein zweischneidiges Schwert und legt dem Leser immer wieder kleine Stolpersteine in den Weg, indem zu viel Wert auf die private Entwicklung der beiden Ermittler gelegt wird. Auch der Fall an sich ist ein wenig zu vorhersehbar konstruiert, punktet aber auch mit einer dichten Atmosphäre und einem reizvollen Hintergrund. Sicherlich kein Totalausfall, gegenüber den beiden Vorgängern fällt dieser dritte Band aber leider etwas ab.

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Gruselkabinett - Folge 139

Edgar Allan Poe , Johannes Raspe , Kristine Walther , Joachim Tennstedt
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio, 31.08.2018
ISBN 9783785757192
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf einer Reise durch das europäische Festland lernt der Engländer Noel Baron die faszinierende Lady Ligeia kennen, die ihn sofort mit ihrer dunklen Ausstrahlung in ihren Bann zieht. Aus der gegenseitigen Zuneigung entwickelt sich bald eine tiefe, wilde Liebe, doch irgendwann ziehen dunkle Schatten über die beiden, die Ligeaia in einem Gedicht über einen Raben verarbeitet...

Edgar Allan Poe ist als Meister des Grusels schon des öfteren im Gruselkabinett von Titania Medien vertreten, auf sein wohl bekanntestes Werk „Der Rabe“ mussten sich die Hörer jedoch bis zur 139. Episode gedulden. Und da das Gedicht gar nicht mal so lang ist und ein ganzes Hörspiel kaum gefüllt hätte, wurde es wie schon bei vorigen Folgen mit einer anderen Geschichte verknüpft: Ligeia. Eine Geschichte voller Begehren, Verlangen und wilder Liebe, auf die sich aber auch schnell ein dunkler Schatten legt. Von der ersten Begegnung mit Ligeia an verändert sich Noel, was im Hörspiel sehr gut zur Geltung kommt und immer weiter vorangetrieben wird. So verfangen sich die beiden Liebenden in einer sehr intensiven Beziehung, die jedoch von einer bedeutenden Wendung heimgesucht wird. Und genau dann setzt auch die wortgetreue Inszenierung von „Der Rabe“ ein, in der einzelne Worte wie das prägende „Nimmermehr“ von einer anderen Stimme übernommen werden. Dieses kurze Intermezzo der Geschichte wird zwar später in einigen Motiven noch einmal aufgegriffen, steht aber eher für sich, die Handlung konzentriert sich später wieder auf die Handlung von „Ligeia“. Hier zeigt sich dann, wie sehr sich Noel durch die Beziehung verändert hat, wie sich viele seiner Eigenschaften ins Gegenteil verkehrt haben, wie er Gefallen an Grausamkeit und Verachtung empfindet. Das alles ist bislang nicht sonderlich übernatürlich, was sich aber in dem packenden Finale ändert. Die Inszenierung ist sehr intensiv geraten, die Motive der beiden Folgen sind bestens verknüpft – mir hat „Der Rabe“ nach zwei der herausragendsten Erzählungen von Poe gerade wegen des leisen Grusel bestens gefallen.

Johannes Raspe ist in der Hauptrolle des Noel Baron zu hören, den er ganz und gar authentisch und intensiv spricht, seine Veränderung treffend umsetzt und den Spannungsbogen der Folge mit seiner Stimme nachzeichnet. Auch das Vortragen von „Der Rabe“ ist ihm sehr gut gelungen, durch ihn kommt dieser Abschnitt sehr eindringlich zur Geltung. Kristine Walther spricht die Rolle der Ligeia mit ausdrucksstarker Stimme und genau der richtigen Portion erotischer Ausstrahlung, sodass man Noels Faszination sofort nachempfinden kann. Auch Reinhilt Schneider ist hier mal wieder im Gruselkabinett zu hören, bestimmt den zweiten Teil der Handlung wesentlich mit und kann die Veränderung der Person mit sehr treffenden Variationen ihrer Stimme erlebbar machen. Weitere Episoden sind Max Schautzer, Detlef Bierstedt und Joachim Tennstedt.

Natürlich sind auch hier wieder zahlreiche akustische Elemente eingebaut, die die jeweilige Szene gekonnt unterstreichen. Besonders die eingebaute Musik trägt dazu bei und legt sich eng um die Geschichte, ohne zu sehr von den Sprechern abzulenken. Auch der Vortrag des Gedichtes erfährt mit einigen Effekten eine Aufwertung, die den Grusel noch unterstützt.

Das Cover zeigt Motive aus beiden Teilen der Geschichte, wobei der Rabe mit den rot leuchtenden Augen, der wütend die Flügel aufgestellt hat, den ersten Blick auf sich zieht, gefolgt von den beiden melancholisch schauenden und halb durchsichtig dargestellten Frauen, wie sie auch im Hörspiel beschrieben werden. Doch es sind noch weitere Elemente eingebaut, die man erst nach dem Hören wirklich wahrnimmt – sehr ansehnlich.

Fazit: Sicherlich nicht die unheimlichste Episode des Gruselkabinetts, und auch die Verknüpfung zweier Poe-Geschichten ist in anderen Folgen etwas besser gelungen. Dennoch hat mich „Der Rabe“ völlig gepackt, die Szenerie voller düsterer Liebe, Begehren und Faszination hat mir ebenso gut gefallen wie die intensive Umsetzung der beiden Geschichten.

VÖ: 31. August 2018
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5719-2

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Gruselkabinett - Folge 138

H. P. Lovecraft , Hans Bayer , Jonas Baeck , Marc Gruppe
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio, 31.08.2018
ISBN 9783785757185
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Amerikaner Mr. Delapore entschließt sich, den alten Familiensitz seiner Ahnen in Südengland zurückzukaufen, als er zufällig im Krieg den Neffen des jetzigen Besitzers kennenlernt. Doch während er die alten Gemäuer aufwändig restauriert, um seinen Lebensabend dort zu verbringen, stößt er auf ein düsteres Geheimnis, das nicht nur ihn in den Abgrund zu reißen droht...

Die Geschichten von Howard Phillips Lovecraft wurden schon des öfteren als Vorlage für das Gruselkabinett verwendet, wobei nicht nur sein bekannter Cthulhu-Mythos Berücksichtigung findet. Auch davon losgelöste Erzählungen wie „Die Ratten in den Wänden“, welche nun als 138. Folge erschienen ist, sind sind Teil seines Werkes und führen in ganz unterschiedliche Richtungen, sodass man nie sicher ist, was einem am Ende erwartet. Hier hat man zu Beginn nur einen leisen Hauch von Grusel, einige unheilvolle Ankündigungen, die Handlung spitzt sich aber im Laufe der Zeit immer mehr zu. Die zunächst nüchterne Sichtweise der Hauptfigur wird dabei immer weiter aufgeweicht, macht Platz für die Finsternis, die Angst vor dem Unbekannten, die sich auch den Weg zum Hörer bahnt. Immer weiter kommt Mr. Delapore dem Geheimnis seiner Familie auf die Spur, wobei die namensgebenden Ratten in den Wänden als Zeichen für seinen steigenden Wahnsinn dienen. Denn das ist wie so oft bei Lovecraft auch hier das zentrale Motiv der Geschichte, dem man sich am Ende kaum noch entziehen kann, so intensiv ist die Atmosphäre dann geworden. Auch wenn de r Aufbau der Folge „klassisch“ für das Gruselkabinett ist, werden durch die sehr gelungene Erzählweise und viele wirkungsstarke Ideen neue Akzente gesetzt, sodass sich Freunde des gepflegten Grusels auch hier mitreißen lassen können.

Hans Bayer ist in der Rolle des Mr. Delapore zu hören, der der Geschichte noch mehr Schärfe und Intensität verleiht. Mit seinem ausdrucksstarken Klang setzt er an den richtigen Stellen Akzente und bringt so den steigenden Wahnsinn sehr gut zur Geltung. Sein Freund Captain Edward Norrys wird von Jonas Baeck gesprochen, auch er passt wunderbar in die Atmosphäre und überzeugt in seinen Szenen durch viel Präsenz, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Und auch Marc Gruppe spricht hier die wichtige Rolle des Alfred und beweist, dass er nicht nur als Autor und Regisseur, sondern auch als Sprecher genau den richtigen Ton trifft. Zusätzlich sind auch Horst Naumann und Dagmar von Kurmin zu hören.

Anfangs ein wenig düster-romantisch, später wuchtig und bedrückend – gemeinsam mit der Stimmung der Handlung entwickelt sich auch die akustische Gestaltung immer weiter und schafft beeindruckende Szenerien, die der Geschichte noch mehr Wucht verleihen. Dabei ergänzen sich Musik und Geräusche gekonnt und sorgen gemeinsam für intensive Szenen.

Die schwarze Katze, die auch in der Handlung vorkommt, ist mit Buckel, gesträubten Haaren und wild fauchend auf dem Cover zu sehen, während eine ganze Schar von Ratten vor ihr über einige menschliche Skelette flieht. Wieder ist so ein ansehnliches und passendes Titelbild gelungen, welches durch die hübsche Säulen-Umrahmung ergänzt wird.

Fazit: In einigen Punkten eine typische Episode für das Gruselkabinett, das sich durch die intensive Szenerie und zahlreiche packende Momente jedoch eine ganz eigene Note erschafft. Dabei kommen die Ideen von Lovecraft sehr gut zur Geltung und steigern sich immer weiter, bis am Ende wieder ein Finale voller Schrecken und Irrsinn steht – wieder eine hörenswerte Produktion des Labels!

VÖ: 31. August 2018
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5718-5

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103 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 63 Rezensionen

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Immer wenn du tötest

B. C. Schiller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 14.05.2018
ISBN 9783328101635
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Drei Leichen, allesamt jung, blond und blauäugig, sorgfältig inszeniert, fast vollkommen blutleer - eine Szene von bizarrer Schönheit. Unter Verdacht gerät die Künstlerin Freya von Rittberg, die mit dem Blut ihrer Anhänger Gemälde erschafft. Targa Hendricks wird zur Beweissicherung auf Freya angesetzt und kommt ihr als neuer Bodyguard sehr nahe – näher als es gut für sie ist...

Das Autorenduo aus Barbara und Christian Schiller hat mit „Immer wenn du tötest“ den zweiten Roman um ihre unkonventionelle Heldin Targa Hendricks veröffentlicht. Wer schon im ersten Band mit der emotionslosen, sperrigen Ermittlerin nicht warm geworden ist, wird auch in hier nicht bekehrt werden. Denn in den Grundfesten ändert sich ihr Charakter natürlich hier nicht, eher werden ihr feine neue Nuancen hinzugefügt. Ihre Vergangenheit, das Geheimnis um ihre Familie, wird weiter ausgeweitet, was ihren Hintergrund klarer und glaubwürdiger wirken lässt, man versteht einige Handlungsmuster besser, sie bringt aber auch neue Facetten von sich zur Geltung. Immer noch baut sie keinen direkten Draht zum Leser auf, bleibt distanziert wie eh und je, und dennoch (oder gerade deswegen) kann sie viele widerstrebende Emotionen auslösen. Schön, dass ein Hauptcharakter so mutig angelegt und hier weiter untermauert wird.

Das allein reicht natürlich noch nicht für ein lesenswertes Buch, aber auch die Handlung passt hier gut zusammen. Ausgehend von dem ähnlich komplexen Charakter der Freya von Rittberg entwickelt sich ähnlich wie im ersten Band eine ganz besondere, reizvolle Beziehung zwischen den beiden, gemeinsam bilden sie einen kleinen Kosmos, um den sich auf den knapp 400 Seiten alles zu drehen scheint. Nur ist hier alles noch eine Spur intensiver und präsenter, das Spiel noch eine Spur gefährlicher. Denn Freya schafft es, Targa immer weiter zu durchschauen, nutzt ihre Schwächen aus, scheint ihr immer einen Schritt voraus. Das ist spannend inszeniert und immer wieder mit Wucht umgesetzt, was darüber hinwegtröstet, dass sich der Handlungsverlauf dem des ersten Bandes ähnelt.

Zwei sehr extreme Charaktere, die es hier zu ergründen gilt, beide berechnend und kühl, beide sorgen für Spannung. Diese ist schnell präsent und punktet mit einer steten Entwicklung der Beziehung von Targa und Freya. „Immer wenn du tötest“ ist einer dieser Romane, der nach dem Lesen noch einige Zeit im Gedächtnis nachhallt und eine sehr düstere Faszination ausübt, die sogar noch intensiver wirkt als der erste Band.

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98 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

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Das Gift der Wahrheit

Julia Corbin
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.07.2018
ISBN 9783453359772
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Leiche, die in einem Klärwerk angespült wird, kann schon bald identifiziert werden, es handelt sich um eine seit mehreren Jahren vermisste junge Frau. Der Ermittlerin Alexis fällt sofort der seltsame Kettenanhänger auf, den die Tote um den Hals trug: Eine Kreuzspinne, die in Bernstein eingefasst wurde. Zur Lösung des Falles muss sie sich nicht nur tief in das private Umfeld des Opfers begeben, sondern auch den Bogen zu einem ähnlich gelagerten Fall in Kolumbien schlagen...

Mit „Das Gift der Wahrheit“ hat Autorin Julia Corbin bereits den zweiten Band um Ermittlerin Alexis Hall und Kriminalbiologin Karen Hellstern veröffentlicht. Nachdem der erste Teil schon sehr vielversprechend war, war ich auch auf diese Geschichte sehr gespannt – und wurde nicht enttäuscht. Wieder hat sich Corbin einen komplexen, sehr gut konstruierten Fall ausgedacht, der sich wendungsreich und sehr spannend präsentiert. Schnell hat sie es geschafft, mich in den Bann der Geschichte zu ziehen und baut schon auf den ersten Seiten eine düstere und rätselhafte Atmosphäre auf. Denn von der Idee mit der Kreuzspinne als Schmuck werden gleich mehrere Gedankengänge weiterentwickelt, das Ganze wird recht komplex, ohne unübersichtlich zu werden. Immer wieder sorgen neue Wendungen für sehr gute Unterhaltung, was sich bis zum Ende immer weiter zuspitzt – wohl auch, weil die Spuren so geschickt gelegt wurden, dass man sich am Ende fragt, warum man nicht schon früher auf diesen Gedanken gekommen ist.

Clever vernetzt sind die aktuellen Ereignisse um die Ermittlungen mit einigen seltsamen Vorgängen in Kolumbien, immer wieder bekommt der Leser in Form von Zeitungsartikeln neue Informationen hierzu vorgelegt, die die Stimmung noch weiter verdichten. Der Reiz des Falles wird so noch einmal deutlich gesteigert, das Konstrukt noch weiter ausgebaut. Doch auch andere Themen wie Homophobie finden hier Einzug, wobei alle Ideen ausgeschöpft werden und eben nicht „einfach so“ eingebaut sind – alles hat seinen Sinn und wird von der Autorin verknüpft.

Auch spielt wieder die persönliche Entwicklung der beiden Hauptcharaktere einen wichtigen Part in der Handlung. Das nimmt stellenweise für meinen Geschmack etwas zu viel Raum ein und hätte ruhig begrenzter ausfallen dürfen. Zwar sind auch diese Momente unterhaltsam, rissen mich aber immer wieder aus dem Lesefluss. Vorkenntnisse aus dem ersten Band sind da übrigens sehr hilfreich, um Alexis' Vergangenheit nachvollziehen zu können. Die im ersten Teil auffällig vielen und streckenweise langatmigen biologischen Aspekte kommen zwar hier auch vor, sind aber erfreulicherweise eingedampft worden – jetzt sind sie willkommene Würze und wichtiges Hintergrundwissen statt zu detailverliebter Erklärungen.

„Das Gift der Wahrheit“ schließt an die packende Atmosphäre des ersten Bandes an, geht aber ganz andere Wege, findet einen neuen Ablauf und neue Verknüpfungen. Immer biologisch angehaucht, aber flüssiger erzählt baut Corbin sofort ein cleveres Konstrukt auf, das sich immer weiter ausweitet und im Laufe der Zeit an Spannung noch hinzugewinnt. Auch wenn die privaten Anteile in der Geschichte manchmal etwas überhand nehmen, ist auch dieser zweite Band sehr lesenswert.

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Erbarmen. Carl Mørck, Sonderdezernat Q, Fall 1

Jussi Adler-Olsen , Hannes Thiess , Justus von Dohnányi , Denis Moschitto
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 31.08.2018
ISBN 9783742407320
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Carl Morck hat sich nach einem schrecklichen Vorfall bei seiner Arbeit bei der Kopenhagener Polizei sehr verändert und soll unbedingt von seinen bisherigen Kollegen getrennt werden. Deswegen soll er fortan das Sonderdezernat Q eigenständig leiten und sich mit ungeklärten Kriminalfällen beschäftigen. Gemeinsam mit seinem kleinen Team macht er sich an die Arbeit und versucht einen lange zurück liegenden Mord aufzuklären...

Hörbücher sind bereits seit langem etabliert, auch Hörspiele nach Romanvorlagen finden immer öfter den Weg in die Regale der Plattenläden – dann aber meist deutlich gekürzt. Bei Audible ist nun allerdings die komplette Umsetzung von Jussi Adler-Olsens erster Geschichte um Carl Morck erschienen. Es war auch für mich als Hörer zunächst ungewöhnlich, dem Hörspiel mit dem Tempo eines Buches zu folgen, was noch einmal deutlich weit schweifender und verwinkelter ist. Doch daran gewöhnt man sich schnell, zumal der Einsatz des Erzählers vergleichsweise klein ausgefallen ist und fast alle Szenen aus Dialogen bestehen. So ist die Szenerie lebendig und nahbar, als Hörer war ich schnell in der Handlung angekommen und konnte in ihr neue Feinheiten entdecken. So ist das Hörspiel auch immer noch sehr lohnenswert, wenn man die Geschichte bereits kennt, denn durch das authentische Spiel der Sprecher und die reichhaltige Klangkulisse kommt eine sehr dichte Atmosphäre auf. Und die Geschichte an sich ist natürlich auch schon sehr reizvoll, da auf verschiedenen Zeitebenen erzählt wird, was die Spannung immer weiter ansteigen lässt. Und trotz des stetigen Informationsflusses, der die Handlung kurzweilig wirken lässt, bleibt der Hörer bis zum Ende im Ungewissen, wie sich alles zusammenfügt. Eine sehr gelungene und ausführliche Umsetzung des populären Romans, der mich völlig überzeugen konnte.

Justus von Dohnanyi ist in der Hauptrolle des Carl Morck bestens aufgehoben und hat den nötigen Ernst für diese komplexe Figur, kann die innere Zerrissenheit ebenso gekonnt darstellen wie den Wahn, den Fall unbedingt lösen zu wollen – eine sehr treffende Darstellung. Sehr positiv überrascht war ich von Caroline Kebekus, die ihren spritzigen Humor vollkommen abgelegt hat und sich vollkommen auf die düstere Atmosphäre einlässt, sodass die resolute Politikerin Merete Lyngaard schillernd und ausdrucksstark wirkt. Der wundervolle Erich Räuker ist als Erzähler im Einsatz und gestaltet seine Szenen sehr intensiv, lenkt die Aufmerksamkeit auf die wichtigsten Elemente und ist in seiner Betonung sehr sicher. Weitere Sprecher sind Michael Che Koch, Matthias Koeberlin und Dennis Moschitto.

Ebenso wichtig für das Gelingen dieser Produktion ist neben der Vorlage und den Sprechern auch die akustische Gestaltung, die sich reichhaltig und treffend präsentiert. Auch während vieler Dialoge sind kleine Melodien eingewoben, die die vorherrschende Stimmung verstärken und sehr abwechslungsreich sind. Auch die zahlreichen Geräusche sorgen für viel zusätzlichen Eindruck und klingen absolut authentisch, wobei die besonders spannenden Szenen besonders gut gelungen sind.

Auch bei der Gestaltung ist man eigene Wege gegangen und hat statt eines gezeichneten Motivs oder des Buchcovers wurden Fotos der beiden Hauptsprecher gewählt, die eigens hierfür entstanden sind. Besonders die intensive Blick von Dohnányi sticht dabei sofort ins Auge, die gräuliche Farbwahl unterstützt dabei die Wirkung der Geschichte.

Fazit: Mit der kompletten Hörspielumsetzung von „Erbarmen“ ist ein sehr hörenswertes Hörspiel entstanden, welches mit dem Tempo des Buches bestens zurechtkommt und so einen verschlungenen, vielschichtigen und intensive erzählten Thriller bietet. Die Figuren sind nicht nur sehr sorgfältig konstruiert, sondern auch mit hervorragenden Sprechern besetzt, auch die vielfältige Klangkulisse ist bestechend.

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143 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

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Der Schmetterlingsjunge

Max Bentow
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.07.2018
ISBN 9783442205424
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nils Trojan ist durch die vielen brutalen Fälle, mit denen er als Ermittler konfrontiert wurde, bereits abgehärtet. Doch die neue Mordserie bringt auch ihn an seine Grenzen: Das erste Opfer wurde in einer Wohnung umgebracht, während ihr Sohn im Nebenzimmer schlief. Auf ihren Rücken hat er Täter einen detailreichen und wunderschönen Schmetterling gemalt. Und so beginnt ein Katz- und Mausspiel, in dem der Täter immer einen Schritt voraus zu sein scheint...

Max Bentow legt mit „Der Schmetterlingsjunge“ bereits seinen siebten Band um seinen Ermittler Nils Trojan vor und bietet seinen zahlreichen Lesern neuen Stoff – ganz davon abgesehen kann man aber auch als Neueinsteiger mit diesem Band beginnen, da sich die wesentlichen Informationen zum bisherigen Verlauf schnell erschließen. So gerät man zwar mitten in das nicht sonderlich konstante Liebesleben von Nils herein, kann dem aber dennoch gut folgen, zumal diese Parts nur einen angenehm kleinen Anteil am Gesamtwerk einnehmen und nur ab und an als Ablenkung dienen. Und wer hier startet wird mit einem der stärksten Bänden des Autors belohnt, denn das geschickt konstruierte Verbrechen ist wunderbar perfide.

Schon auf den ersten Seiten wird dabei die Spannung und die Atmosphäre aufgebaut und hat mich von da an nicht mehr losgelassen – ein spannendes Ereignis, eine neue Erkenntnis ist an das andere gereiht und sorgt so für eine sehr dichte Handlung. Sehr geschickt legt Bentow falsche Fährten aus und führt seinen Ermittler und seine Leserschaft in Sackgassen. So kommt es dann auch, dass das Finale noch ein bisschen überraschender ist als in seinen anderen Bänden und dennoch in der Rückbetrachtung sehr logisch erscheinen. Ein besonderes Merkmal ist dabei, dass immer wieder kleine Fetzen aus der Geschichte des Täters erzählt werden, er seine weiteren Schritte plant und man dennoch so wunderbar um Dunkeln tappt.

Bentows Schreibstil hat sich nicht sonderlich verändert und ist wieder sehr flüssig geraten. Mühelos passt er sich dabei der speziellen Aura seiner Charaktere an, wechselt das Tempo an den richtigen Stellen und nimmt den Leser damit schnell in seinen Bann. Die 600 Seiten lassen sich so schnell „runterlesen“, ohne banal oder beliebig zu werden.

Auch der siebte Band aus Max Bentows Buchreihe um Nils Trojan ist äußerst lesenswert und hat mich besonders mit seinem sehr clever konstruierten Verbrechen und der perfiden Art des Täters begeistert. An den richtigen Stellen angenehm aufgelockert, insgesamt aber hochspannend ist ein sehr unterhaltsamer und packender Roman entstanden, der noch einige Zeit im Gedächtnis haften bleibt.

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249 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 138 Rezensionen

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Targa - Der Moment, bevor du stirbst

B. C. Schiller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 10.07.2017
ISBN 9783328101512
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Targa Hendricks ist eine der erfolgreichsten Ermittlerinnen des BKA und jagt in deren Auftrag gefährliche Serienmörder. Immer wieder muss sie sich dafür in deren Nähe begeben und ihr Vertrauen gewinnen. Bei Falk Sandman fällt ihr das anfangs nicht gerade leicht, da der Hochschuldozent sehr auf der Hut ist und seine Taten zu verschleiern weiß. Bald entwickelt sich jedoch eine sanfte Verbindung zwischen den beiden...

Das Autorenduo B. C. Schiller hat sich mit seinen Thrillern schon eine treue Leserschar aufgebaut und startet nun mit der Reihe um die ungewöhnlicher Undercoverermittlerin „Targa“ neu durch. Dabei legen sie viel Wert auf die Entwicklung des Charakters, der gar nicht mal so einfach zu greifen ist: Abweisend, kühl, fast ohne Emotionen und einsam ist sie nicht gerade zugänglich und wirkt oft auch unsympathisch. Gerade sie als Heldin zu wählen ist mutig, sichert diesem ersten Roman aber auch seine besondere Atmosphäre. Denn genau durch diese abgestumpfte Art kann sich Targa auch in die finstersten Charaktere hineinfühlen und ohne Schrecken vor einem gefährlichen Serienmörder bestehen. Es entwickelt sich eine sehr interessante und komplexe Beziehung zwischen den beiden, diese zu ergründen ist der eigentliche Reiz der Handlung. Denn die wesentlichen Fakten liegen schon recht zu Anfang auf dem Tisch. Um das Ganze dennoch unterhaltsam zu halten, sind immer wieder kleine Wendungen und Überraschungen eingebaut. Für meinen Geschmack schießen die Ideen dabei an einigen Stellen etwas über das Ziel hinaus und wirken etwas zu konstruiert, doch sie sorgen auch für viel zusätzliche Spannung.

Der erste Fall für Targa dreht sich um Falk Sandman, der durch seine Intelligenz so gefährlich wird, den Tod fast schon poetisch sieht. Diese Kombination ist brisant und schafft einen weiteren sehr reizvollen Charakter, der gut zur Geltung kommt. Die Kulisse für das sich anbahnende Drama ist modern und in schnellem, klaren Schreibstil verfasst. Die Autoren kommen immer schnell auf den Punkt und verdichten so ihre Handlung, lassen so aber auch einige Gelegenheiten ungenutzt, um eine noch dichtere Stimmung zu schaffen. Manchmal hätte ich mir den einen oder anderen Irrweg, ein paar stille Momente mehr gewünscht. Doch die Düsternis, die in den beiden Hauptcharakteren des Romans lauert, tröstet hierüber gut hinweg.

Targa Hendricks ist sperrig, eben keine strahlende Heldin und wohl selbst zu sehr vom Bösen fasziniert, sodass ich nicht immer einen Draht zu ihr aufbauen konnte. Doch das ist in diesem ersten Band der neuen Reihe ein wichtiges Stilmittel, um Distanz zu wahren und sich so von außen stehend auf die unheilvolle Beziehung zu Falk Sandman einzulassen. Ein ungewöhnlicher Thriller, der rau und ungeschliffen wirkt.

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651 Bibliotheken, 4 Leser, 6 Gruppen, 23 Rezensionen

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Wolfsmond

Stephen King , Wulf Bergner
Flexibler Einband: 960 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.12.2004
ISBN 9783453530232
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Den gläsernen Palast hat die Reisegruppe um Roland hinter sich gelassen, auf ihrem Weg zum Dunklen Turm machen sie Halt in dem kleinen Ort Calla Bryn Sturgis. Die Stadt weckt Erinnerungen in Jake und Eddie, doch auch die Bewohner des Ortes sorgen dafür, dass den Verbündeten so einiges klarer erscheint...

Nachdem sich „Glas“ insbesondere mit der Vergangenheit Rolands auseinander gesetzt hat und die Handlung nur wenig vorangebracht hat, schlägt der fünfte Band des Zyklus um den Dunklen Turm von Stephen King wieder eine ganz andere Richtung ein. Zwar wird auch hier der Weg zu dem sagenumwogenen Ort nur wenig kürzer, dafür fügen sich die Elemente, die King in seinen vorigen Bänden eingestreut haben, endlich zusammen. Viele Bezüge zwischen den einzelnen Szenen werden klar, was der komplexen Welt wieder mehr Struktur verleiht. Es ist dabei sehr faszinierend, wie der Autor seine Handlungsstränge zusammenfügt, scheinbar kleine Details wieder aufgreift und ihnen ungeahnte Bedeutung verleiht, wie er fast schon spielerisch seine Ansätze vereint und ihnen einen überraschenden Kniff verleiht. Und: Obwohl so einiges deutlicher wird, bleiben immer noch viele Geheimnisse offen, neue werden hinzugefügt, sodass nichts von der wunderbar mysteriösen Stimmung der Reihe verloren geht. Im Gegenteil, wieder baut King düstere Bilder voller Schrecken und Horror auf, mischt immer wieder einen Schuss Western mit ein und sprengt auch ansonsten Genregrenzen. Noch tiefer wirkt alles, noch mehr lernt man die Charaktere kennen, noch größer wird die Manie nach dem Dunklen Turm, die sich auch beim Leser ausweitet. Auch die Bezüge zu anderen Romanen von King werden hier noch einmal klarer, insbesondere weil ein Charakter aus „Brennen muss Salem“ auftaucht. Wenn man diese Geschichte bereits kennt, ist es wieder sehr lesenswert, wie King ihn in einen anderen Kontext setzt, doch auch ohne Vorkenntnisse kann man der Handlung gut folgen und bekommt sogar noch Lust, sich weiter durch sein Werk zu lesen.

„Glas“ war bereits mein Schlüsselerlebnis der Reihe und hat mich erstmals vollkommen überzeugt, „Wolfsmond“ gelingt dies nun auch. Nicht weil die Handlung voranschreitet, im Grunde tut sie das nicht. Sondern weil sich viele neue Erkenntnisse ergeben, weil das Bild auf die komplexen Strukturen klarer wird, ohne an Faszination zu verlieren. Es ist wunderbar, wie King hier wieder mit Worten und Bildern umgeht, wie er den Leser immer weiter in seine Welt hineinzieht, und auch wie eng hier alles ineinandergreift.

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423 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 18 Rezensionen

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Glas

Stephen King , Joachim Körber
Fester Einband: 958 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 23.02.2005
ISBN 9783453012172
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Weiterhin sind Roland und seine Gefährten auf der Suche nach dem Dunklen Turm, die Fahrt in dem Todeszug überstehen sie zwar mit knapper Not, doch weitere Gefahren und Geheimnisse warten bereits auf sie. Roland zeigt sich dabei als harter, kompromissloser Anführer, doch wie er zu dieser Person geworden ist, offenbaren nur seine eigenen Erinnerungen...

Mit „Glas“ ist der geneigte Leser in der Mitte der Reihe um den „Dunklen Turm“ von Stephen King angekommen – so er es denn durch die manchmal etwas zähen Momente aus den ersten Bänden geschafft hat. Nicht jedem wird dieses sehr komplexe Konstrukt gefallen, das hier noch viele weitere Facetten hinzuerlangt. Die eigentliche Handlung um die Suche nach dem Turm wird dabei kaum vorangetrieben, nur einige Kapitel widmen sich diesem Thema – dann aber mit Wucht und viel Tempo. Den Hauptteil bestreitet jedoch die Vorgeschichte von Roland, die beschreiben, wie er zu dem Revolverheld geworden ist, den der Leser bisher kennengelernt hat. Das eröffnet einige neue Perspektiven, vieles fügt sich plötzlich stimmig zusammen, man bekommt einen deutlich tieferen Eindruck in seinen Charakter. Verpackt ist das alles in einer sehr intensiven und stimmungsvollen Geschichte, die zudem einige Genrebrüche mit sich bringt und sogar eine ergreifende Liebesgeschichte erzählt. Überraschend, aber dann doch im typischen King-Stil wird es dann dabei dramatisch und mit vielen Figuren auch ziemlich skurril. King schafft wieder düstere Bilder voller Schrecken, die sehr ungefiltert beim Leser ankommen und sich sehr gekonnt entfalten. Das hat mich völlig in den Bann gezogen und beantwortet so einige Fragen, die sich dem Leser bisher stellten. Gleichwohl werden immer noch viele Geheimnisse offen gelassen, neue hinzugefügt. Die Grundstimmung hat King nicht großartig verändert, aber neue Farben hinzugefügt, eine sehr interessante Mischung mit prägnanten Szenen ausgebreitet. Er zelebriert seine Szenen und schreibt diese so prägend, dass man sich dem kaum entziehen kann.

Auch wenn die vorigen Teile so ihre Macken hatten - „Glas“ hat mich vollkommen überzeugt. Da gibt es kaum Längen, da wird man schnell tief in die Handlung gezogen. Kind vertieft seinen Charakter noch deutlich weiter, verleiht ihm mehr Substanz und schafft dafür eine sehr eindringliche Vorgeschichte. Zwar wird die Rahmenhandlung der Reihe nicht sonderlich vorangetrieben, aber der Leser wird dafür bestens auf andere Art unterhalten.

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Die Feuerdiebin

Arthur Philipp
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.02.2018
ISBN 9783734161230
Genre: Fantasy

Rezension:

Nachdem Feja mit dem grauen Orden gebrochen hat und ihr Intrigenspiel nicht mehr weiter unterstützen will, sind dessen Mitglieder auf der Jagd nach der jungen Frau. Doch auch die Schergen des Königs haben es auf die abgesehen, da sie des Mordes an seinem Sohn beschuldigt wird. Und so muss Feja nicht nur eine brenzlige Situation überstehen, während der graue Orden endgültig nach der Macht greift...

„Die Feuerdiebin“ ist der zweite Teil der Trilogie um den grauen Orden, dessen Rolle in diesem zweiten Band ebenso gewichtig ist wie im Vorgänger. Die Welt ist phantastisch erdacht und lebhaft umgesetzt, wobei hier die Grundlagen aus dem ersten Teil voraisgesetzt werden, aber einige Aspekte deutlich tiefer beleuchtet werden. Auch die Charaktere erfahren eine detaillierte Darstellung – und derer gibt es so viele, dass man ohne des ausführlichen Anhanges wohl die Übersicht verlieren würde. Alles wird komplexer, aber auch stimmiger und eingängiger. Fejas Charakter ist dabei immer noch recht zwiespältig, sie hat zwar ihre sympathischen Momente, trifft aber immer noch ziemlich impulsive Entscheidungen und scheint manchmal nur so durch die Handlung zu stolpern.

Leider hat der Zuwachs an Komplexität auch zur Folge, dass sich so einige Szenen deutlich in die Länge ziehen. Autor Arthur Philipp kommt dann nicht so recht auf den Punkt und schmückt die Handlung mit zu vielen Details, mit zu vielen unbedeutenden Nebenarmen, mit zu vielen düsteren Gedanken seiner Protagonistin aus. Hier hätte eine deutliche Straffung der Geschichte für einen intensiveren Eindruck gesorgt. Hier liegt der typische Mittelteil einer Trilogie vor, die zwischen Start und Finale feststeckt und keine neuen großen Erkenntnisse verspricht. Leider sind auch die Anleihen an andere Fantasy-Werke, insbesondere von Trudi Canavan noch deutlicher herauszulesen als im ersten Teil.

„Die Feuerdiebin“ hat viele positive Aspekte, insbesondere die Gestaltung der Welt und das tiefere Eindringen in die Grundzüge der Magie hat mir sehr gefallen, während auch das Intrigenspiel und der politische Wandel gekonnt eingebaut sind. Doch durch zu viele zu lange Szenen wirkt das Ganze während des Lesens starrer als es eigentlich ist, die fehlende Dynamik tut ihr übriges, um den positiven Eindruck des ersten Teils etwas zu trüben.

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17 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Arkane

Pierre Bordage , Carola Fischer
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.06.2018
ISBN 9783453319141
Genre: Fantasy

Rezension:

Das sagenhafte Reich Arkane wird seit langer Zeit gemeinsam von sieben Familien regiert, Wohlstand und Frieden lassen das Volk zufrieden sein. Doch dunkle Mächte haben sich ausgebreitet und holen zum Schlag aus: Die mächtigste der sieben Familien wird fast vollständig ausgelöscht, lediglich Oziel, die Tochter des Hauses, überlebt und schwört finstere Rache, muss dafür aber ihren verschollenen Bruder finden. Weit entfernt von der Hauptstadt macht sich ein Zauberlehrling auf eine lange Reise, noch nicht ahnend, welche Rolle er in dem Spiel einnehmen wird...

Pierre Bordage hat sich bisher vor allem als Autor von Science Fiction-Romanen einen Namen gemacht, mit seiner Buchreihe „Arkane“ wagt er sich nun in das Genre der High Fantasy vor und schöpft dabei gleich aus dem Vollen. Eine schier unglaubliche Vielzahl an Charakteren, ein komplexes Konstrukt für die Welt, eine Handlung über mehrere Stränge, die sich zunächst nicht alle in Einklang bringen lassen. Es ist schon beeindruckend, dass er seiner Geschichte dennoch eine gute Übersicht verleiht, da die Grundprinzipien und die wichtigsten Charakteren schnell erfasst sind man sich so erstaunlich schnell zurecht findet. Eine längere Lesepause würde ich dennoch nicht empfehlen, da dann sicherlich scheinbare Details aus dem Gedächtnis verschwinden, die später noch eine wichtige Rolle spielen.

Besonders beeindruckt hat mich dabei, wie detailliert Bordage seine Welt erschaffen hat, wie gut die einzelnen Elemente aufeinander abgestimmt sind. Man kann sich die Welt genau so bildlich vorstellen, alles baut logisch aufeinander aus und wird zu einem sehr atmosphärischen Gesamtbild zusammengefügt. Magie, Kirche, gesellschaftliche Strukturen sind so eingängig beschrieben, dass ich mich immer wieder gefreut habe, wieder einige Zeit in Arkane verbringen zu dürfen. Und dieser Eindruck zieht sich auch durch die Charaktere, die allesamt sehr präsent wirken und der Handlung ihren eigenen Stempel aufdrücken. Sehr gut gestaltet und mit viel Herzblut versehen handeln diese sehr nachvollziehbar.

Die Handlung wird an verschiedenen Stellen aus der Sicht von unterschiedlichen Charakteren erzählt und ist durchgängig sehr flüssig. Zwar gibt es bei der Länge des Romans einige Momente, bei denen die Spannung etwas abfällt, doch gelangweilt habe ich mich nie, da dann die Welt noch umfassender und lebendiger beschrieben wurde. Der Handlungsbogen ist dabei bestechend, an genau den richtigen Stellen baut Bordage krasse Wendungen ein, die den Leser quasi aufschrecken lassen. Die Spannung baut sich immer weiter auf, zumal die einzelnen Sequenzen auch meist in recht gemeinen Cliffhangern enden. Da dies der Auftakt einer Buchreihe ist, bleiben natürlich viele Geheimnisse offen, dennoch ist der Abschluss packend geraten.

„Arkane – Das Haus der Drachen“ ist ein sehr guter Auftakt zu der neuen Buchreihe, der sehr viel Lust auf mehr macht. Die komplexen Strukturen werden durch den schlüssigen Aufbau gut aufbereitet und in eine spannende Handlung eingebettet, die Welt ist sehr lebendig dargestellt und mit vielen sehr eigenständigen Elementen versehen. Das ist sehr gut erdacht und liest sich flüssig, sodass die Lust auf den weiteren Verlauf der Handlung sehr geweckt wird.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Bestimmung des Bösen

Julia Corbin
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Diana Verlag, 09.05.2017
ISBN 9783641201487
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Seit ihre Eltern vor vielen Jahren brutal ermordet wurden, ist Alexis erwachsen geworden und arbeitet als Kommissarin in Mannheim. Der Fund zweier Frauenleichen weckt dabei sofort schlimme Erinnerungen, zu viele Details erinnern sie an die Vergangenheit. Gemeinsam mit der Kriminalbiologin Karen versucht sie, dem Täter auf die Schliche zu kommen, und schon bald kommt ihr ein schrecklicher Verdacht...

Mit „Die Bestimmung des Todes“ legt die Autorin Julia Corbin ihr Thrillerdebut vor und hat sich unverkennbar von ihrem Studienberuf als Biologin inspirieren lassen. Denn Kriminalbiologin Karen nimmt eine wichtige Rolle ein, erkennt an scheinbar unwesentlichen Details den Todeszeitpunkt der Opfer und findet so sehr viel über den Tathergang heraus. Eine interessante Komponente, die auch ohne Vorkenntnisse aus der Biologie sehr gut erklärt werden – vielleicht aber auch etwas zu ausführlich. Denn durch die teilweise recht langen Erklärungen kommt der Lesefluss an der einen oder anderen Stelle ins Stocken.

Davon abgesehen ist ein sehr lesenswerter Roman entstanden, der durch seinen spannenden Verlauf besticht. Das Setting wird durch den Prolog mit dem Tod von Alexis' Eltern gekonnt aufgebaut und danach weitergeführt, immer wieder blitzen diese Momente bei der Protagonistin wieder auf. Wie sehr die Tat ihr ganzes Leben beeinflusst, ahnt man zwar lange Zeit, doch das Ausmaß ist beachtlich und wird im Laufe der Zeit intensiver als anfangs gedacht. Dazu passt auch, dass Corbin eine sehr wendungsreiche Handlung präsentiert, in der sich sicher geglaubte Fakten wenden, Vermutungen umgestoßen werden und ein wirklich spektakuläres Ende vereinen.

Der Schreibstil der Autorin ist dabei sehr flüssig, lediglich die oben genannten biologischen Ausführungen bringen den Roman aus dem tritt. Gewählt wurde eine klare, direkte Sprache, die einen dennoch auch in unterschiedliche Szenerien versetzt, die gut umrissen werden. Ihren Charakteren dichtet Corbin in sich stimmige Eigenschaften an, die einen glaubhaften Eindruck hinterlassen. Besonders Alexis steht dabei natürlich im Mittelpunkt, wird in schillernden Facetten dargestellt, wobei einige psychologische Details für einen besonders intensiven Eindruck hinterlassen.

„Die Bestimmung des Todes“ ist clever konstruiert und mit einem sehr spannenden Verlauf versehen, wobei die Vergangenheit der Täterin gemeinsam mit den aktuellen Ereignissen aufgedeckt werden. Das sorgt für einige Wendungen und einen dynamischen Verlauf, der nur durch die zu langen Ausführungen der Kriminalbiologie etwas gestört werden. Doch auch das passt grundsätzlich gut zu dem Fall, der nach dem Lesen noch länger im Gedächtnis haften bleibt.

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