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120 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

fantasy, dämonen, dämonenzyklus, reihe, verlag heyne

Das Leuchten der Magie

Peter V. Brett , Ingrid Herrmann-Nytko
Flexibler Einband: 950 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.12.2017
ISBN 9783453315747
Genre: Fantasy

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168 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 99 Rezensionen

island, thriller, mord, missbrauch, sog

SOG

Yrsa Sigurdardottir , Tina Flecken
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei btb, 18.09.2017
ISBN 9783442756643
Genre: Krimi und Thriller

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Gruselkabinett - Folge 130

Carolyn Wells , Dirk Stollberg , Jannik Endemann , Matthias Lühn
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.11.2017
ISBN 9783785755624
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gruselkabinett – 130. Der Wiedergänger



Erster Eindruck: Das Leben nach dem Tod...

Von Abenteuerlust getrieben bricht Peter Crane mit seinen beiden Freunden Kit und Gilbert in die eisigen Landschaften Labradors auf – und das trotz der Weissagung einer Zigeunerin, die ihm einen Tod auf einer weiten Reise prophezeit hat. Tatsächlich stürzt er schwer und kehrt nicht nach Hause zurück, und die Zurückgebliebenen haben jeder ihre eigene Art, um mit ihrer Trauer umzugehen...

In der 130. Folge des Gruselkabinetts präsentieren Marc Gruppe und Stephan Bosenius von Titania Medien einen sehr interessanten Genremix. Denn neben den natürlich vorhandenen unheimlichen und übernatürlichen Elemente kommen in der zweiten Hälfte noch Versatzstücke aus einem Krimi hinzu, die in Form eines eigens engagierten Privatdetektivs samt Assistentin eingebracht werden. Eine Mischung, die nicht gänzlich neu ist, hier aber eine gelungene Neuinterpretation erfährt, da sich alles trotz der Ermittlungen auf die Charaktere konzentriert. Der Beginn ist mit dem Aufbruch von Peter und seinen Freunden kurzweilig gestaltet, auch während ihrer Expedition durch die unwirtliche Gegend lernt man die Charaktere und ihre Beziehung zueinander sehr gut kennen. Nach dem Verschwinden von Peter kommen die ersten übernatürlichen Elemente mit ein, dabei kommen sowohl ein Ouija-Board als auch mehrere spiritistische Sitzungen vor, die Spannung wird so durchgängig hoch gehalten. Alles fügt sich stimmig zusammen und arbeitet auf eine ungewohnte Auflösung hin, in der ein weiterer Mord aufgeklärt werden muss. Die Rätsel verdichten sich immer weiter, es gibt widersprüchliche Aussagen, die sich dann aber in einer klassischen Zusammenkunft aller Beteiligten auflösen und überraschende Erkenntnisse zum Vorschein bringen. Eine sehr interessante Folge, die eine neue Facette in die Serie mit einbringt.

Sehr viele starke und tolle Stimmen sind hier zu hören, bis in die Nebenrollen wurden hier hervorragende Sprecher versammelt, unter ihnen Reinhilt Schneider, Jannik Endemann und Thomas Balou Martin. Horst Naumann hat als Benjamin Crane, der Vater des verschwundenen Benjamin, einige sehr prägnante Auftritte und kann die widerstrebenden Gefühle des Mannes sehr treffend inszenieren. Marie Bierstedt ist als Carly zu hören, ihre ebenso sanfte wie freundliche Stimme passt sehr gut zu der charmanten Rolle – keine Frage, dass auch sie sehr treffend die Emotionen der jungen Frau nach außen trägt. Dagmmar von Kurmin sorgt mit ihrer dunklen, rauen Stimme für viel Gruseleffekt in der Rolle des Mediums Madame Parlato, wobei die den Hörer mit der wabernden Atmosphäre einfängt und in ihren Bann zieht,

Es ist wieder diese ganz besondere Atmosphäre des Gruselkabinetts, die dem Hörer hier geboten wird. Von Anfang an ist die Musik ein fester Bestandteil der Handlung und prägt die einzelnen sind mit jeweils passenden Melodien. Dabei kommen die Szenen in den eisigen Labradors eine besonders dichte Stimmung auf, während auch die übernatürlichen Momente mit Ouija-Board und Seance intensiv zur Geltung kommen.

Eben so eine Seance ist auch auf dem Cover abgebildet, das Medium Madame Parlat wirkt mit der geraden Haltung und dem altertümlichen Kostüm auf ihrem hohen Stuhl sehr edel, auch die beiden Männer sind in zu der Zeit passenden Kleidung abgebildet. Doch im Mittelpunkt steht das Gesicht von Peter Crane, das geisterhaft über den Teilnehmern schwebt und sehnsüchtig auf diese herunterblickt – sehr ansehnlich!

Fazit: Mir gefällt die hier dargestellte Kombination aus vielen unheimlichen und einigen Krimi-Elementen, die im Laufe der Zeit immer mehr Fragen aufwirft. Die Szenerie ist dicht, die Auflösung ungewöhnlich und überraschend. Das wirkt alles stimmig und unterhaltsam, zumal auch die Umsetzung wie immer sehr stimmungsvoll und mit starken Sprechern gelungen ist.

VÖ: 24. November 2017
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5562-4

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Der geheime Garten

Frances H. Burnett , Uschi Hugo , Bodo Primus , Tom Raczko
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.11.2017
ISBN 9783785753644
Genre: Romane

Rezension:

Titania Special – 13. Der geheime Garten



Erster Eindruck: Die Weiten eines herrschaftlichen Anwesens...

Während einer Cholera-Epedemie hat die zehnjährige Mary ihre Eltern verloren und wird auf das weitläufige Anwesen ihres Onkels geschickt. Doch der zurückgezogen lebende und mürrische Mann kümmert sich kaum um seinen neuen Zögling und überlässt das störrische Mädchen in der Obhut seiner strengen Haushälterin. Mary fühlt sich alles andere als wohl, nur die sich anbahnende Freundschaft zum Hausmädchen Martha und die weitläufigen Gartenanlagen lassen ihren Aufenthalt erträglich werden. Doch der Garten bietet ein gut gehütetes Geheimnis...

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit, pünktlich zu den länger werdenden Tagen, veröffentlicht Titania Medien ein ganz besonderes Hörspiel aus ihrer Special-Reihe. Die liebevoll inszenierten Märchen oder Kindergeschichten bieten immer wieder sehr gute Unterhaltung für die ganze Familie. 2017 ist die Wahl auf „Der geheime Garten“ gefallen, eine Geschichte von Frances Burnett um ein recht unfreundliches und mürrisches Mädchens, das sich in einer ganz neuen Umgebung zurecht finden muss. Dabei werden zunächst ihre Beziehungen zu den unterschiedlichen Bewohnern des Anwesens in den Mittelpunkt gestellt. Und auch ihre Neugier auf die für die verbotenen Teile des Hauses und den geheimnisvollen Garten ist recht zu Anfang thematisiert. Die Handlung entwickelt sich dabei immer weiter und zeigt langsam eine Wandlung des Mädchens, das immer neue Bekanntschaften macht und viele kleine Geheimnisse aufdeckt, die allesamt mit einem schrecklichen Drama aus der Vergangenheit verknüpft sind. So kommt in die eigentlich recht heitere Stimmung auch immer wieder ein sehr melancholischer Anklang mit ein. Beeindruckt hat mich dabei besonders die Figur des Colin, der nicht nur eng mit dem tragischen Schicksal verknüpft ist, sondern auch schwer damit umgeht. Natürlich lernt er im Laufe des Hörspiels, damit umzugehen, und auch andere Stränge werden harmonisch aufgelöst. Eine sehr schöne Geschichte, die geheimnisumwittert und gefühlsbetont inszeniert wurde.

Mary Lennox, die Hauptfigur der Folge, wird von der wunderbaren Uschi Hugo gesprochen, die ihre prägnante Stimme sehr geschickt einsetzt und so das eigensinnige Mädchen lebendig und sehr präsent in Szene setzt. Reinhilt Schneider ist als ihre Dienerin Martha zu hören, ihr wie immer frischer und jugendlicher Klang wirkt hier fröhlich und schafft eine sehr angenehme Atmosphäre. Tom Raczko spricht den Colin sehr eingängig und mit heftigen Gefühlsaufbrüchen, was ihm sehr gut gelingt. Weitere Sprecher sind Bodo Primus, Dagmar von Kurmin und Matthias Lühn.

Akustisch wurde eine zauberhafte Atmosphäre geschaffen, die die Stimmung der Geschichte sehr gekonnt einfängt und verstärkt. Dabei folgt die Musik der Dynamik der Handlung und betont besonders intensive Szenen. Die Geräusche kommen bei den Szenen im Garten als Hintergrundgestaltung sehr gut zur Geltung. Alles ist dabei gut aufeinander abgestimmt und sorgt für einen sehr lebendigen Ausdruck.

Das wunderschöne Cover stammt noch aus der Feder von Firuz Askin, der es sehr detailreich und liebevoll gearbeitet hat. Nicht nur drei der jugendlichen Figuren dieser Handlung sind darauf zu sehen, sondern auch viele Eindrücke des wilden und wunderschönen Gartens – inklusive einiger besonders niedlicher Tierchen, wenn man diese denn mag. Das alles verströmt ein wunderschön und romantische Aura.

Fazit: Auch die diesjährige Special-Folge von Titania ist nicht nur sehr gut ausgewählt worden, sondern überzeugt nicht nur mit der sehr gelungenen und kurzweiligen Geschichte. Auch die Charaktere sind sehr lebendig dargestellt, kommen bestens zur Geltung und können ihre Wandlung glaubhaft machen. Toll, wie stimmig sich dies alles mit einem tragischen Rätsel verknüpft und so auch einen sehr melancholischen Anteil mit einfließt.

VÖ: 24. November 2017
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5364-4

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Sherlock Holmes - Folge 32

Arthur Conan Doyle , Joachim Tennstedt , Detlef Bierstedt , Georg Tryphon
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.11.2017
ISBN 9783785755471
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 11. Die Namenlose aus der Seine



Erster Eindruck: Ermittlungen und Verfolgungen in Paris

Zunächst klingt es nicht nach einer Staatsaffäre, sondern nach einem zwar mysteriösen, aber harmlosen Fall: In Paris ist eine verwirrte junge Frau aufgetaucht. Dennoch wird Oscar Wilde als Sonderermittler in die französische Metropole geschickt, denn es soll sich um niemand anderen als die Tochter des Präsidenten handeln. Doch auch finstere Mächte haben Interesse an der jungen Frau und wollen das Land einmal mehr ins Chaos stürzen..

Nachdem in der vorigen Folge ein weiteres Mitglied des Zirkels der Sieben vorgestellt wurde, hält sich „Die Namenlose aus der Seine“ auffällig zurück, was dieses Thema angeht. Denn auch wenn der finstere Geheimbund natürlich Erwähnung findet, in direkte Erscheinung tritt keines der Mitglieder. Das tut der Spannung keinen Abbruch, im Gegenteil: Die Handlung ist sehr kurzweilig und mit so einigen Actionszenen versehen, zumal im mittlerweile typischen Stil der Serie auch eine mysteriöse Stimmung entsteht. Das Rätsel um die verschwundene Präsidententochter ist mit einem gelungenen Gedankenspiel verknüpft, das bestens zu der Serie passt. Und noch ein weiterer Aspekt in dieser Folge ist bemerkenswert: Die sehr interessante Bindung zwischen Wilde und der faszinierenden Fremden, die sich emotional sehr annähern. Das wirft einen neuen Aspekt auf Oscar Wilde, der sonst eher für amouröse Ausschweifungen bekannt ist. Das Finale ist dann schlichter erzählt als man es vorher vielleicht erwartet hätte, doch dieser passt gut zu der dynamischen und kurzweiligen Handlung. Eine runde und hörenswerte Folge, die ein gelungenes Zwischenspiel zwischen den ganz großen Dramen der Serie ist.

Sascha Rotermund liefert als Occar Wilde wieder eine ebenso ungewöhnliche wie treffende Leistung als Oscar Wilde ab. Seine oft snobistisch und exzentrisch überspitzte Art kommt dabei ebenso gut zur Geltung wie seine sanfte, empathische Art. Julia Fölster präsentiert sich einmal mehr als sehr ernstzunehmende und gereifte Hörspielsprecherin, klingt geheimnisvoll und sehr eindringlich in der Rolle der Madeleine. Till Hagen passt als Professor Arronait ebenfalls sehr gut in die Handlung und setzt seine sprecherische Erfahrung sehr zielgerichtet ein. Weitere Sprecher sind Holger Löwenberg, Alexander Turrek und Matthieu Carriere.

Die akustische Gestaltung der Folge hat mir ein weiteres mal bei dieser Serie gut gefallen. Die einzelnen Szenen sind individuell gestaltet und zeichnen den Spannungsbogen der Handlung gekonnt nach. Dabei sorgt insbesondere die Musik für eine gekonnte Ausstrahlung, die Geräusche sind insbesondere während der Verfolgungsszenen sehr lebendig inszeniert.

Das Cover zu dieser Folge mutet künstlerisch und mystisch zugleich an. Eine verwaschene Frauengestalt wurde als Titelmotiv ausgewählt und scheint ganz als Wellen zu bestehen, wobei auch die kühle Farbgebung einen gelungenen Kontrast zu der sonst erdigen Gestaltung ist. Wie immer gibt es auch hier schon auf der Rückseite der Hülle die Übersicht der Sprecher.

Fazit: Schnell baut die Folge eine geheimnisvolle Stimmung auf und führt diese konsequent weiter. Dabei punktet das Mysterium um die titelgebende „Namenlose aus der Seine“ mit einigen spannenden Actionszenen und einer sehr interessanten Hauptfigur. Schön, dass Wilde hier noch einmal andere Seiten von sich zeigt und ein weiterer Aspekt der Serie einfließt.

VÖ: 29. September 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5466-5

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1.169 Bibliotheken, 75 Leser, 4 Gruppen, 62 Rezensionen

horror, stephen king, clown, es, pennywise

Es

Stephen King , Alexandra von Reinhardt , Joachim Körber
Flexibler Einband: 1.536 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.02.2011
ISBN 9783453435773
Genre: Krimi und Thriller

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

gäste, krista posch, philosophie professor, hörbuch, neue familie

Zum Leuchtturm

Virginia Woolf , Gaby Hartel , Marcus Huber , Gaby Hartel
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 26.06.2017
ISBN 9783844525533
Genre: Klassiker

Rezension:

Erster Eindruck: Szenische Impressionen um ein Ferienhaus

Seit vielen Jahren verbringt die Familie Ramsay ihre Urlaub in einem Ferienhaus an der schottischen Küste. Und seit Jahren wird James, einem der acht Kinder, eine Fahrt zum nahe gelegenen Leuchtturm versprochen. Doch auch in diesem Jahr fällt der Ausflug wegen eines Unwetters aus, wie der herrische Mr. Ramsay bereits vorausgesagt hatte...

Aus dem recht großen Portfolio, das Virginia Woolf hinterlassen hat, hat sich der Bayrische Rundfunk einen bestechende Roman ausgesucht und als Hörspiel vertont: „Zum Leuchtturm“. Die CD-Version ist ein Jahr später beim Hörverlag erschienen, wobei hier die drei Abschnitte auf jeweils einer eigenen Disc gepresst ist, die Trennung der Teile wird so noch deutlicher. „Die Tür aus Glas“ macht dabei den Anfang und zeigt anhand einiger typischer Situationen der Familie in ihrem Urlaub keine wirkliche Handlung, dafür aber ein sehr intensives und stimmiges Bild der Charaktere und ihrer Beziehung zueinander. Das ist oft fragmenthaft, bruchstückhaft zusammengesetzt und beschreibt einzelne Gefühlsmomente, kleine Szenen, Rückblicke und Gedanken der Figuren. Besonders die beiden Figuren der Mr. und Mrs. Ramsay werden dabei sehr ausführlich dargestellt, jedoch ohne ein Urteil zu fällen – diese Aufgabe obliegt hier dem Hörer. „Zeit vergeht“, der zweite Teil, setzt an einem ganz anderen Punkt an und behandelt die Zeit des ersten Weltkrieges – wurden im ersten Teil also wenige Tage behandelt, sind es hier mehrere Jahre. Während die Familie völlig zerbricht, Mitglieder sterben oder großes Leid erdulden müssen, verfällt auch sinnbildlich hierfür auch das Ferienhaus immer mehr. Die Veränderungen der überlebenden Charaktere sind hier Kernstück und wichtig für den dritten Teil, der „Der Leuchtturm“ heißt und wieder dichter erzählt ist, denn hier findet der lange geplante Ausflug doch noch statt. In dieser einen Szene verändern sich insbesondere die Beziehungen der Kinder zu ihrem patriarchischen und herrischen Vater, einige Figuren erlangen eine wichtige Erkenntnisse für ihr Leben oder können mit der Vergangenheit ihren Frieden schließen. Die drei so unterschiedlichen Teile fügen sich unheimlich eng aneinander und ergeben ein untrennbares Ganzes, jedes Stück ist wichtig und an seinem Platz. Es ist nicht leicht, dem allen zu folgen, die teils verworrenen Gedanken zu ordnen und über die drei CDs in Einklang zu bringen. Aber es lohnt sich, genau zuzuhören, sich auf die Charaktere ebenso einzulassen wie auf die Erzählstruktur und immer neue Aspekte zu entdecken.

Walter Hess ist in der Rolle des Mr. Ramsay zu hören und porträtiert den harten und unnachgiebigen Mann sehr intensiv und präsent, seine Aura strahlt in allen drei Teilen kräftig, dennoch kann auch er zurücktreten und anderen Figuren den Vortritt überlassen. Krista Posh spricht Mrs. Ramsay mit einer sehr akzentuierten Stimme, sodass sie auch unterschwellige Gefühlsregungen sehr genau darstellt und mit viel Gefühl punktet. Die Rolle der Erzählerin teilen sich Zoe Hutmacher und Wiebke Puls, die beide mit gedämpfter und ebenso ausdrucksstarker Stimme sprechen. Weitere Sprecher sind Irina Wanka, Elisabeth Schwarz und Sven Gey.

Akustisch wird die Umsetzung dem Roman völlig gerecht, die Stimmung wird durch die sehr gekonnte Zusammenstellung aus Musik und Geräuschen noch unterstützt. Das stetige Wellenrauschen an der stürmischen schottischen Küste, die fein eingewobenen Melodien und wenige, aber prägnant eingesetzte Geräusche ergänzen sich sehr gut und unterstützen die Sprecher in ihrer Wirkung.

Auch die Aufmachung der CD-Version ist äußerst gelungen und stimmig. Nicht nur das Cover mit dem Foto eines Leuchtturms, den grell orangefarbenen Elementen, die sich durch die gesamte Optik ziehen, gefällt mir gut. Im Inneren gibt es nicht nur die üblichen Informationen zu den Produktionsinformationen, sondern auch ein mehrseitiges Booklet mit Kurzbiographien und anderen informativen Texten.

Fazit: Die drei Teile dieser Produktion sind allesamt sehr unterschiedlich und individuell umgesetzt, ergeben aber dennoch ein sehr intensives und stimmiges Bild der Beziehungen der Familie Ramsey. Keine wirkliche Handlung, aber eindrucksvolle Charakterstudien und Beziehungsgeflechte, die einen völlig gefangen nehmen, sofern man sich auf die experimentelle Machart einlassen kann.

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

thriller, schweden, serie, like, schuld

Engelsschuld

Emelie Schepp , Annika Krummacher
Flexibler Einband: 462 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.09.2017
ISBN 9783734104695
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Philip Engström ist Rettungssanitäter und bildet mit seiner Kollegin Sandra eigentlich ein unschlagbares Team. Doch als sie bei einem neuen Einsatz auf eine Frau stoßen, deren Hände abgehackt wurden, stößt er an seine Grenzen. Doch das ist nicht das einzige Opfer des psychopathischen Mörders. Staatsanwältin Jana Berzelius wird auf den Fall angesetzt, wird von dem versuchten Selbstmord ihres Vaters aus der Bahn geworfen – und ist auf der Suche nach einigen wichtigen Dokumenten, die der Schlüssel zu ihrer eigenen Vergangenheit sind...

„Engelsschuld“ ist bereits der dritte Roman von Autorin Emelie Schepp um die kühle Staatsanwältin Jana Berzelius, allerdings der erste, den ich gelesen habe. Zwar gibt es immer wieder Anspielungen auf Ereignisse aus den vorigen Bänden, dennoch konnte ich allem ohne Probleme folgen – die wichtigsten Eckpunkte werden dem Leser noch einmal präsentiert, anderes ergibt sich von selbst. Es ist toll, wie lebendig Schepp ihre Charaktere gestaltet, allen voran natürlich ihre Hauptfigur Jana. Nach außen hin wirkt sie sehr abgeklärt, abweisend, arrogant, doch langsam wird hier aufgedeckt, warum sie diese eisige Mauer um sich gebaut hat. Es ist sehr spannend, diesem Geheimnis langsam näher zu kommen und dabei immer wieder eine Blick auf die Frau hinter der Staatsanwältin erhaschen zu können. Doch auch die Nebencharaktere ihres Bandes werden sehr lebensnah beschrieben, haben ihre Macken und Stärken und sind sehr differenziert dargestellt. Schnell fiebert man mit ihnen mit, aber im Laufe des Bandes wechselt der Blick auf einige Sympathieträger und man muss seine Meinung revidieren – sehr gelungen.

Auch die Handlung hat mich völlig mitgerissen. Die Autorin hat einen Plot geschaffen, der sehr packend und spannend ist und mich völlig gefangen genommen hat. Das Thema ist interessant, schnell baut sich eine packende und intensive Atmosphäre auf, die mich nicht mehr losgelassen hat. Das Tempo ist dabei sehr hoch, dennoch hatte ich nie das Gefühl, dass hier überhastet erzählt wird – alle Elemente kommen sehr gut zur Geltung und können ihre Wirkung voll entfalten. Immer wieder sind Cliffhanger oder harte Schnitte eingebaut, die das Geschehen dynamisch halten. Toll auch, dass die Gewaltszenen zwar schockierend sind, aber tatsächlich zur Entwicklung der Handlung beitragen und nicht als billige Effekte eingesetzt wurden. Immer mehr verdichtet sich die Handlung, der Leser bekommt immer wieder ein Teil des Bildes präsentiert, doch die Spuren sind äußerst geschickt gelegt – man kann den Täter nicht so leicht erraten, dennoch hat es genügend Hinweise gegeben, dass alles in sich sehr stimmig wirkt.

„Engelsschuld“ ist einer der besten Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Hochspannend und dynamisch, versehen mit intensiv dargestellten Charakteren, überraschenden Entwicklungen und dynamischen Wendungen. Das Thema wurde sehr gelungen aufbereitet, durch die privaten Momente der wichtigsten Charaktere wird alles auch recht komplex. Es ist eines dieser Bücher, das mich am Ende sprachlos zurückgelassen hat und das mich noch einige Zeit begleiten wird. Toll!

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95 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

zwillinge, lisbeth salander, schweden, mikael blomkvist, millennium

Verfolgung

David Lagercrantz , Ursel Allenstein
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Heyne, 07.09.2017
ISBN 9783453270992
Genre: Krimi und Thriller

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Offenbarung 23 - Folge 73

Catherine Fibonacci , Maritim Verlag , Diverse
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 28.06.2017
ISBN 9783785754610
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Offenbarung 23 – 73. RAF



Erster Eindruck: Auf der Spur eines Terrornetzwerkes

Die Rote-Armee-Fraktion, auch bekannt unter ihrem Kurznamen RAF, hat am 30. November 1989 ein spektakuläres Attentat auf den deutschen Bankmanager Alfred Herrhausen verübt – so weit ist dies auch T-Rex und seinem Team bekannt. Doch eine neue Chiffre bringt den Hacker auf eine neue Spur – und seinen Freund Kim in arge Bedrängnis, denn er hat sich online nicht genügend abgesichert...

Seit der Auflösung des ursprünglichen Handlungsstranges sind von Offenbarung 23 eher in sich abgeschlossene Episoden zu hören, dennoch entwickelt sich die Serie auch weiter. So ist Raven als neue Mitstreiterin von T-Rex im Einsatz und trägt auch hier wieder ihren Teil zur Auflösung des Falles bei. In einer bedeutungsschwangeren Schlussszene wird aber auch ein neuer „Hauptbösewicht“ offiziell eingeführt, der uns sicherlich noch einige Folgen beschäftigen wird – das weckt schon einmal die Vorfreude auf die kommenden Entwicklungen. Doch auch das Thema der 73. Folge ist äußerst interessant, behandelt es doch mit der RAF ein düsteres Thema der jüngeren deutschen Vergangenheit. Nicht nur, dass viele Informationen über die Untergrundorganisation eingebunden sind, auch das Attentat auf Alfred Herrhausen wird von Nahmen beleuchtet. Denn bei näherem Hinsehen sind tatsächlich einige Ungereimtheiten zu entdecken. Hierzu werden einige Theorien entwickelt und wieder verworfen, bis dann in typischer Manier der Serie eine gelungene und in sich stimmige Auflösung angeboten wird. Das wird dieses mal recht flott erzählt, einige Actionsequenzen lockern das Ganze auf, und auch in den Dialogen werden immer neue Details offenbart, was die Handlung am Laufen lässt. Da verzeiht man die kleinen Stolpersteinen im Drehbuch, bei denen beispielsweise Dinge öfters wiederholt werden oder die Protagonisten nicht ganz stimmig aufeinander reagieren. Toll ist, wie am Ende in einer recht experimentellen Szene noch einmal ausgedrückt wird, wie schnell sich eine Idee in den Köpfen der Menschen als Wahrheit festsetzt.

Luisa Wietzorek hat sich mittlerweile als Raven gut eingefunden und lässt ihre Stimme immer noch recht rotzig klingen, kann sich in den ernsteren Dialogen auch zurücknehmen und die enthaltenen Fakten für sich allein wirken lassen. Lutz Riedel stattet der Serie mal wieder einen Besuch als Wim Banner ab und spricht seine Texte wieder mit wunderbar bedeutungsschwangeren Stimme. Stephanie Kirchberger ist als Ulrike Meinhof zwar nur in einer kurzen Sequenz zu hören, hat mir darin mit ihrer Energie äußerst gut gefallen. Weitere Sprecher sind Michael Prelle, Robert Missler und Klaus Dittmann.

Das Klangkonzept der Offenbarung 23-Folgen findet natürlich auch hier wieder Anwendung, wobei den Geräuschen dieses mal in den Actionszenen eine besondere Bedeutung zukommt. Zur Hintergrunduntermalung sind diese jedoch nicht im Einsatz, dafür sind hier des öfteren leise Melodien im Einsatz, die jedoch nie in den Vordergrund treten.

Das Logo der RAF – ursprünglich ein roter Stern mit weißem Aufdruck und einer Maschinenpistole – wurde als Titelbild verwendet, allerdings in schwarz-weiß angepasst und mit einigen, an Blutspritzer erinnernden Flecken aufgewertet. So entsteht ein recht düsteres Bild auf dem Cover. Wie immer sind die Sprecher hier schon auf dem Backcover nachzulesen.

Fazit: Eine Folge von Offenbarung 23, die mir mal wieder richtig gut gefallen hat. Das Tempo wird durch immer neue Informationen aufrecht erhalten, die Dialogen mit kleinen Zwischenspielen aufgelockert. Das Thema ist sehr interessant aufbereitet und entwickelt schnell eine ganz eigene Spannung.

VÖ: 28. Juni 2017
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-7857-5461-0

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19. jahrhundert, viktorianisches england, hörspiel, mystery hörspiel, paris

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - Folge 09

Jonas Maas , Maritim Verlag , Sascha Rotermund , Reent Reins
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.05.2017
ISBN 9783785754641
Genre: Krimi und Thriller

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Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 9. Das Erbe des Doktors



Erster Eindruck: Ein Anschlag mit Folgen...

Dr. Grell entwickelt einen weiteren, diabolischen Plan, um das englische Königreich zu stürzen. Dafür beschafft er sich ein Elixier, dass in den Menschen enorme, aber auch zerstörerische Kräfte weckt. Als an den Folgen der französische Innenminister stirbt und der englische Geheimdienst dafür verantwortlich gemacht wird, will Mycroft Holmes Oscar Wilde auf den Fall ansetzen – und findet ihn in ziemlich prekärer Lage vor...

Der geneigte Hörer der Agenten-Serie „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ wird sich nach dem Finale der letzten Folge bereits gedacht haben, dass Dr. Grell keinesfalls in den Schweizer Bergen umgekommen ist, sondern schnell mit weiteren finsteren Plänen von sich hören lassen wird. Dies wird schon in der ersten Szene von „Das Erbe des Doktors“ thematisiert, auch der geheimnisvolle Trank wird hier schon in die Handlung eingeführt. Der Schatten, der sich dadurch als düstere Ankündigung auf die kommende Geschichte legt, hätte schon vollkommen ausgereicht, doch anschließend wird auch noch die Szene um den Tod des französischen Ministers ausführlich dargeboten. Dies nimmt etwas Fahrt aus der Handlung, zumal auch die ersten Szenen um Holmes und Wilde noch viel Raum einnehmen. Nach diesem zu langen Intro entwickelt sich jedoch eine sehr unterhaltsame Handlung , die auf eine bekannte Geschichte zurückgreift und diese weiterentwickelt. Und: Langsam entfaltet sich auch die komplette Plan von Dr. Grell, was sehr intensiv und dramatisch umgesetzt wurde. Auch die unheilvollen Ankündigungen den Zirkel der Sieben betreffend fügen sich in das packende Finale gut mit ein. Gespickt mit einem gelungenen Zusammenspiel mit Violet ist so eine runde Folge entstanden.

Mia Diekow ist in der Rolle der Violet zu hören und kann besonders die spöttischen Kommentare der Agentin gekonnt darstellen und passt sich gut der vorherrschenden Atmosphäre der Handlung an. Sascha Rotermund ist als Oscar Wilde ebenfalls wieder sehr stark und legt viel Exzentrik in seine Stimme, sodass er einen schillernden und nie um einen Spruch verlegenen Charakter schafft. Constantin von Westphalen hinterlässt als Baptiste Perrin einen positiven Eindruck und bringt seine eigene Note in die Handlung ein. Weitere Sprecher sind Jochen Schröder, Otto Strecker und Markus Pfeiffer.

Akustisch wird von dem Produzententeam eine sehr saubere Leistung abgeliefert, sodass jede Szene eine passende Atmosphäre verliehen bekommt. Mal ruhig, dann wieder bestimmt von dramatischer Musik oder prägnanten Geräuschen, wird so auch die Dynamik der Folge gesteigert. Das passt alles gut zusammen und steigert den Reiz der Folge.

Der Eiffelturm ist nicht nur eines der bekanntesten Bauwerke der Neuzeit, sondern auch das Wahrzeichen von Paris und ganz Frankreich. Da er eng mit der Handlung verknüpft ist, passt er auch wunderbar auf das Cover, was aus einer interessanten Perspektive dargestellt ist und zusätzlich einen Mann mit ernstem Blick und Monokel ist der typischen, romantischen Art des Designs zeigt.

Fazit: Das Intro zu dieser Folge ist recht lang geraten und sorgt dafür, das die durchaus spannenden Komponenten schnell wieder verpuffen. Doch im Mittelteil kommt die Geschichte in Schwung und steigert sich bis zum packenden Finale immer weiter, wobei eine gelungene Einbettung einer bekannten Geschichte für ein reizvolles Gedankenspiel sorgt.

VÖ: 26. Mai 2017
Label: Highscor Music
Bestellnummer: 978-3-7857-5464-1

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holmes, 19. jahrhundert, hörspiel, mystery, london

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - Folge 08

Jonas Maas , Maritim Verlag
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783785753279
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 8. Der Röntgen-Zwischenfall



Erster Eindruck: Showdown in den Schweizer Bergen

Der deutsche Wissenschaftler Willhelm Röntgen hat eine bahnbrechende Entdeckung gemacht: Strahlen, die das Innere eines Menschen sichtbar machen können. Lange hat er sich mit einer Publizierung zurückgehalten, doch nun hat er erste Ergebnisse veröffentlicht – und dabei gleich die Aufmerksamkeit dunkler Mächte auf sich gezogen. Und so stehen nur noch Mycroft Holmes und Oscar Wilde zwischen seiner Rettung und einem Krieg, der das ganze Land erschüttern könnte...

Weiter geht es mit Oscar Wilde & Mycroft Holmes, und nachdem die Rahmenbedingungen mit dem Kampf gegen den diabolischen Zirkel der Sieben abgesteckt wurden, konzentriert die die Handlung hier mehr auf einen einzelnen Fall, der jedoch gut in den roten Faden der Serie eingebunden wurde. Dazwischen ist eine sehr gute Kombination gelungen, die durch eine gelungene Introszene um einen Cafe-Besuch von Willhelm Röntgen eingeläutet wird. Auch die erste Szene um Holmes und Wilde ist kurzweilig und unterhaltsam gelungen, bevor dann recht schnell zum Fall des entführten Röntgen geschwenkt wird. Es gibt neue Verbündete, neue, sehr prägnante Feinde, wieder einige schreckliche Experimente an Lebewesen – und die Rückkehr eines alten Bekannten. Das ist alles sehr unterhaltsam geraten und mit sehr prägnanten Szenen gespickt. Es kommt noch ein wenig mehr Agenten-Feeling auf als sonst, die Geschichte ist spannend aufbereitet, wenn auch ein paar mehr überraschende Wendungen noch mehr Reiz entfaltet hätten. Dennoch: Eine sehr runde und gelungene Folge der Serie, die mit ihrer Einbindung von realen Personen viel Reiz erhält.

Joachim Tennstedt ist in der Rolle des Willhelm Röntgen gut besetzt, seine markante und ausdrucksstarke Stimme verleiht ihm eine sehr ernsthafte Aura. Rainer Fritzsche und Peter Lontzek sind als ungleiches Brüderpaar zu hören und bringen dabei eine sehr eigenständige und exzentrische Note mit in die Handlung ein, was mir sehr gut gefallen hat. Reent Reins ist als Mycroft Holmes wieder sehr stark, mit seiner markanten Stimme bringt eine immer neue Facetten in seinen Charakter mit ein. Weitere Sprecher sind Tobias Lelle, Holger Löwenberg und Nils Rieke.

Akustisch wird wieder eine runde Leistung abgeliefert, die einzelnen Elemente greifen dabei gut ineinander. Besonders die Geräusche und Sounds sind gekonnt eingebaut und sind in der Lautstärke der jeweiligen Situation angepasst. Die Musik bietet eine stimmige Begleitung einiger Dialoge und sorgt auch während einiger Dialoge für eine dichte Stimmung.

Gut hat mir wieder die Gestaltung des Covers gefallen, welches besonders beim Hören der Folge noch mehr an Bedeutung gewinnt. Das einsame Kreuz eines Telegrafenmastes in den halten Höhen der Schweizer Berge entfaltet aber auch so eine sehr düstere Stimmung, die detailreiche Ausgestaltung des Hintergrundes sorgt gemeinsam mit dem hübschen Schriftzug für eine ansehnliche Optik.

Fazit: Die Handlung wird hier sehr gradlinig erzählt und immer weiter vorangetrieben. Das wirkt sehr spannend und atmosphärisch, wobei die Geschichte in einem spektakulären Finale gipfelt. Die Einbindung realer Figuren ist dabei wieder sehr gelungen und steigert die gelungene Atmosphäre noch weiter.

VÖ: 16. März 2017
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-7857-5327-9

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Gespenster-Krimi 14: Schattenschrei

Markus Duschek
Audio CD
Erschienen bei Contendo Media, 08.09.2017
ISBN 9783945757895
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gespenster-Krimi – 14. Schattenschrei



Erster Eindruck: Kein ruhiger Besuch auf dem Land...

Jade Glover kann als erfolgreiche Notfallchirurgin nur arbeiten, weil ihr Mann Dylan beruflich zurücksteckt und als Hausmann arbeitet. Auch als sie nach einer misslungenen Operation plötzlich Stimmen hört, sorgt sich Dylan um ihre Gesundheit. Da kommt die Einladung von Jades Mutter auf ihr etwas abseits gelegenes Landhaus gerade recht – auch wenn das Verhältnis der beiden ziemlich belastet ist...

Ein Vorteil an Hörspielreihen mit in sich abgeschlossenen Folgen ist, dass immer wieder andere Szenarien bedient werden können. Und während es beim Gespenster-Krimi in den letzten Folgen – gerade wenn es um die Blutbestie ging - eher actiongeladen zuging, setzt „Schattenschrei“ ganz auf eine unheimliche Atmosphäre und geht mehr auf die Charaktere ein. Zunächst wird in einer recht unappetitlichen Szene die vergebliche Operation beschrieben, mit den ersten unheimlichen Stimmen wird die Stimmung der Folge direkt angeheizt. Danach wird intensiv auf die Beziehungen eingegangen: Zwischen Jade und Dylan, aber auch die Mutter von Jade mit ihrer grantigen und abweisenden Art wird gut in Szene gerückt. Allerdings scheint es, als wollte Autor Martin Duschek hier etwas zu viel, denn es sind viele Elemente eingebaut, die an sich zwar unterhaltsam sind, aber die Handlung nicht wirklich voranbringen und auch keine entscheidende Rolle spielen. Zwischendurch werden dann auch weitere unheimliche Momente eingebaut, für meinen Geschmack gibt es etwas zu wenig Anhaltspunkte oder Hinweise auf die Hintergründe der übernatürlichen Stimmen, sodass die Auflösung dann überraschend kommt. Es gibt dabei nicht diesen Aha-Effekt, der einige Kommentare in einem anderen Licht erscheinen lässt, sondern wirkt etwas aufgesetzt. Doch unbestritten hat „Schattenschrei“ mit der mysteriösen Stimmung einen hohen Unterhaltungswert, was sich besonders im letzten Drittel niederschlägt.

Ulrike Stürzbecher ist in der Rolle der Jade Glover gut besetzt und verleiht ihre variable Stimme je nach vorherrschender Atmosphäre einen anderen Klang. Dabei bringt sie auch viele Feinheiten des Charakters zum Vorschein, was einen sehr positiven Eindruck hinterlässt. Sascha Rotermund ist als Dylan ebenso gut besetzt, der eine große Palette an unterschiedlichen Gefühlen glaubhaft darstellt. Luise Lunow bringt die kratzbürstige Georgina sehr eingängig zur Geltung und lässt ihre raue Stimme wunderbar kalt und abweisend klingen. Weitere Sprecher sind Otto Strecker, Karin Lieneweg und Claudia Lössi.

Die Geschichte ist im Grunde eher ruhig erzählt, sodass auch die akustische Umsetzung meist eher zurückhaltend eingesetzt ist. Das wirkt in sich eher stimmig und lässt die unheimlichen Stimmen, die akustisch leicht verzerrt sind, noch intensiver wirken. Auch die Geräusche und die Musik sind jedoch gut eingebaut und erzeugen eine gelungene Atmosphäre.

Natürlich ist auf dem Cover wieder der tiefviolette Rahmen zu sehen, der bereits die ursprüngliche Gespenster-Krimi geziert hat. Das eigentliche Motiv wirkt sehr mysteriös und passt dabei gut zur Stimmung der Handlung: Eine halbnackte Frau, die im Wasser zu liegen scheint, während sich von hinten eine Hand auf ihre Schulter legt.

Fazit: Auch wenn im Mittelteil einige Versatzstücke zu viel untergebracht sind, die sich nicht wirklich stimmig einfügen wollen, ist insgesamt eine unheimliche und stimmungsvolle Handlung entstanden. Besonders das Finale ist dabei sehr dramatisch umgesetzt und passt wunderbar zu der vorher aufgebauten Spannung.

VÖ: 8. September 2017
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-89-5

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Mord in Serie 29: Brennender Hass - Feuerengel 2

Markus Topf
Audio CD
Erschienen bei Contendo Media, 08.09.2017
ISBN 9783945757833
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mord in Serie – 29. Brennender Hass - Feuerengel 2



Erster Eindruck: Alte Bekannte in brenzligem Fall

Die Stimmung in Dresden ist aufgeheizt, die Stimmung gegen geflüchtete Menschen verschlechtert sich immer weiter – und dann wird in einem Flüchtlingsheim ein Brandsatz gelegt. In den ausgebrannten Trümmern findet Christian Marx, der Zugführer der Feuerwehr, die Leiche eines Mannes. Doch nicht das Feuer war Schuld an seinem Tod, sodass es sich um einen Mord gehandelt haben muss. Gemeinsam mit seiner Frau Livia, einer Brandermittlerin, geht Christian dem Fall auf den Grund...

Markus Topf, Autor der Krimi-Hörspielreihe „Mord in Serie“, erschafft normalerweise für jede Episode eine eigene Szenerie mit neuen, unbekannten Charakteren – wie gesagt: normalerweise. Denn Folge 29 „Brennender Hass“ handelt von einem neuen Fall für die Figuren, die schon in der vierten Folge mit dem Titel „Feuerengel“ ermittelt haben. Dass es dann wieder um einen schrecklichen Brand geht, ist klar, aber die Hintergründe sind dieses mal ganz andere. Denn diese Folge dreht sich um einen Anschlag auf ein Flüchtlingsheim und greift dabei die aktuelle politische Situation mit auf – inklusiver starker Positionierung gegen Rechtspopulismus und Parteien, die unter dem Deckmantel der inneren Sicherheit Ängste und Panik schüren. Toll, dass ein Hörspiellabel das wagt, zumal auch die Handlung gelungen ist. Die beiden Ermittler ermitteln in verschiedene Richtungen und setzen hinterher das stimmige Bild eines verschachtelten Falles zusammen, in dem nur wenige der Charaktere ungeschoren davon kommen. Die Folge ist flüssig erzählt, was über kleinere Ungereimtheiten hinwegtäuscht, wobei diese vorrangig in der immer wieder unterschiedlichen Fähigkeit der deutschen Sprache von der Syrerin Reyhan begründet sind. Von diesem Detail abgesehen konnte mich „Brennender Hass“ überzeugen, wobei die Aktualität der Folge kurz vor der bevorstehenden Bundestagswahl beeindruckend ist.

Wieder ist Nana Spier in die Rolle der Livia Krämer geschlüpft und gestaltet ihren Charakter mit ihrer prägnanten und unverkennbaren Stimme sehr lebendig, wobei sie an den richtigen Stellen auch einmal zurücktreten und anderen den Vortritt lassen kann. Dagmar Dreke zeichnet in ihren wenigen Szenen ein sehr genaues Bild der kühlen Politikerin und Anwältin Uta Neubeck sie legt viel Energie in ihre Stimme und trägt damit viel zum politischen Ausdruck der Folge bei. Robert Levin hat mir als Thomas Wilckens sehr gut gefallen, erst später zeigt sich, wie wichtig dieser scheinbare Nebencharakter für die Folge ist, wobei er in jeder Szene authentisch wirkt. Weitere Sprecher sind Michael-Che Koch, Kai Hendrik Möller und Douglas Welbat.

Akustisch ist diese Folge sehr stimmig umgesetzt, welche gerade bei den dramatischeren Szenen eine dichte Stimmung erzeugt. So sind die Szenen im brennenden Flüchtlingsheim nicht nur mit den passenden Geräuschen, sondern auch mit vielen aufgeregten Stimmen im Hintergrund lebendig umgesetzt. Auch die Musik passt sich der jeweiligen Stimmung an und ist prägnant in Szene gesetzt.

Ein Feuerwehrmann in voller Montur, inklusive Helm, Atemschutz und blutbefleckter Axt ist auf dem Cover zu sehen, wobei vom Gesicht nicht viel zu sehen ist, da sich in der Sichtscheibe ein wütendes Feuer spiegelt, welches auch im Hintergrund angedeutet wird. Die Wahl des Motivs für das Cover ist naheliegend, aber durchaus passend umgesetzt.

Fazit: Die klare Positionierung gegen rechten Populismus hat mir sehr gut gefallen, wobei auch die recht verschachtelte Geschichte zugesagt hat. Das Maß an actiongeladenen Szenen ist für die spannende Handlung gut gewählt, und bis zum Ende halten immer wieder kleine Überraschungen das Geschehen kurzweilig. Eine brandaktuelle Folge, wobei ich mich für den Wortwitz wohl entschuldigen muss.

VÖ: 8. September 2017
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-83-3

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hörspiel, contendo media, horror, dystopie, reihe

ContamiNation Z 2: Gejagt

Dane Rahlmeyer
Audio CD
Erschienen bei Contendo Media, 22.09.2017
ISBN 9783945757741
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

ContamiNation Z - 2. Gejagt



Erster Eindruck: Der Kampf um Leben und Tod

Anna und Jan sind die einzigen Überlebenden des kleinen Dorfes in den Wäldern des Harz. Gemeinsam schlagen sie sich auf der Flucht vor den lebenden Toten durch die Wälder, doch Annas Wunde verschlimmert sich immer weiter. Als die Kräfte sie gerade verlassen und die Untoten sie eingeholt haben, bekommen die beiden unerwartet Unterstützung...

Direkt zum Start von „ContamiNation Z“ hat Contendo Media gleich zwei Folgen der fünfteiligen Miniserie auf den Markt gebracht. Die Neuveröffentlichung der „Terra Mortis“-Serie von Pandoras Play wird somit schnell nach vorn getrieben, denn schon zum Start dieser zweiten Folge ist die Grundsituation eine ganz andere als noch zu Beginn, aus den bereits bekannten Figuren kommen nur noch zwei vor. Das heißt nicht nur, dass man hier einige neue Charaktere kennenlernt, es ergeben sich auch ganz neue Stimmungen. Diese wirken verdichteter als noch in der ersten Episode, zumal man sich hier mehr auf die Protagonisten einstellen und mit ihnen mitfiebern kann. Die Handlung kommt nicht wirklich in die Gänge, die Folge konzentriert sich wieder eher auf die Atmosphäre denn auf die Entwicklung der Handlung. Das gelingt zwar insgesamt unterhaltsamer, ist aber dennoch mit einigen Stolpersteinen gepflastert, sodass ich mich einfach nicht völlig fallen lassen konnte. Ambiente und Grundidee gefallen mir immer noch gut, mit mehr Schliff hätte auch „Gejagt“ zu einem guten Hörspiel werden können, in dieser Form kann es diese Chance aber leider nicht nutzen.

Rene Dawn-Claude hat bei mir in der Rolle des Jan einen eher zwiespältigen Eindruck hinterlassen. In einigen Szenen agiert er gekonnt und kann die Gefühle des jungen Mannes glaubhaft ausdrücken, dann klingt er wieder hölzern und fast ein wenig unmotiviert. Katja König kann den Verlauf der Schwächung von Anna gut darstellen, ihr fehlt aber manchmal ein wenig Überzeugungskraft in der Stimme. Nientje Schwabe hat mir als Nastja jedoch recht gut gefallen, die Härte in ihrer Stimme verleiht dem Charakter eine sehr interessante Aura. Weitere Sprecher sind Horst Kurth, Charlotte Uhlig und Bruno Beeke.

Die akustische Gestaltung ist gut an die Handlung angepasst und verleiht den verschiedenen Szenerien einen stimmigen Anstrich. Besonders die Stimmung in den weiten Wäldern und die Bedrohung durch die Untoten ist dabei gut eingebunden. Die Musik hätte manchmal etwas prägnanter eingesetzt werden können und kommt etwas zu kraftlos daher.

Richtig gut gefällt mir auch bei dieser zweiten Folge die Gestaltung des Covers, die wieder in der herrlich düsteren, schwarz-roten Optik punkten kann. Ein Totenschädel, ein altes Haus, mehrere wandelnde Tote, kahle Bäume und einfache Holzkreuze ergeben eine schaurige Atmosphäre und ein sehr ansehnliches Titebild. Eben diese Farben werden auch in der restlichen Gestaltung verwendet.

Fazit: Auch wenn die Handlung sich hier weiter verdichtet und sich auf die intensive Atmosphäre konzentriert, kommt keine wirkliche Spannung auf. Dazu sind einige Formulierungen etwas sperrig, einige Szenen zu lang geraten, einige Momente einfach nicht präzise genug. Aus den an sich gelungenen Ansätzen hätte man einfach mehr heraus holen können.

VÖ: 22. September 2017
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-74-1

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zombies, hörspiel, endzeit, contendo media, horror

ContamiNation Z 1: Totenland

Dane Rahlmeyer
Audio CD
Erschienen bei Contendo Media, 22.09.2017
ISBN 9783945757734
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

ContamiNation Z – 1. Totenland



Erster Eindruck: Ein neues Zuhause...

Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr, seit die Toten wieder lebendig geworden sind und die Zivilisation zum Erliegen gebracht haben. In den Wäldern, die vor dem Untergang als der Harz bekannt waren, hat sich eine kleine Gruppe Überlebender eine halbwegs sicherere Zuflucht eingerichtet, viele von ihnen haben die Kadaver noch nie zu Gesicht bekommen. Doch die Ankunft eines Fremden bringt diese Sicherheit ins Wanken...

Contendo Media bietet eine breite Palette an verschiedenen Genres an, mit „ContamiNation Z“ ist nun eine weitere Serie hinzugekommen. Ganz neu ist der Fünfteiler jedoch nicht, vor einigen Jahren ist er unter dem Titel „Terra Motris“ bereits bei dem kleinen Independent-Label Pandoras Play erschienen und wurde für die Neuveröffentlichung noch einmal überarbeitet. Seitdem eine gewisse Zombie-Fernsehserie große Erfolge feiert, ist das Thema auch wieder in aller Munde, ursprünglich ist diese Serie aber deutlich vorher entstanden. Dennoch ergeben sich viele Parallelen im Setting, besonders das kleine Camp der Überlebenden ist hierfür prägnant, ebenso wie eine Szene, in der ein guter Freund stirbt und wieder aufersteht. Die Handlung an sich ist im Grunde gut konzipiert und bietet einige gelungene Gedankenspiele. Die Ausführung des Ganzen konnte mich allerdings nicht so recht überzeugen, manche Szenen wirken recht flach und klischeehaft. Leider gab es keinen Moment, der mich richtig gepackt hätte, der dazu geführt hat, dass ich mit den Charakteren mitfiebern würde. „ContamiNation Z“ ist nicht von Contendo Media produziert worden und kann daher leider nicht mit dem übrigen Portfolio des Labels mithalten und fällt im Vergleich dazu deutlich ab.

Auch die Sprecher konnten mich nicht mitreißen, sogar die sonst so grandiose Elga Schütz klingt als Erzählerin eher gelangweilt und schafft es nicht, die Stimmung des Hörspiels aufzugreifen oder wenigstens zu verstärken. Rene Dawn-Claude hat als Jan zwar eine lockere und sympathische Attitüde, wirkt aber in den entscheidenden Szenen etwas gekünstelt und hätte mehr Energie für diese wichtige Rolle aufwänden können. Auch Katja König kann das Ruder als Anna nicht herumreißen und bleibt vor der starken Kulisse recht blass. Weitere Sprecher sind Bruno Beeke, Karen Schulz-Vobach und Andreas Bötel.

Akustisch ist die Produktion weitgehend okay, auch wenn es hier oft an Tiefe fehlt. Wie die Handlung plätschert die Untermalung eher vor sich hin, anstatt einen wirklichen Reizpunkt zu setzen. Gerade die Geräusche hätten in den dramatischeren Szenen ruhig noch lauter sein dürfen, und auch die Dynamik verschiedener Lautstärken wird hier nicht genügend ausgereizt – alles bleibt auf einem Level.

Das Cover hingegen ist äußerst gelungen, die Gestaltung ist schwarz und rot ist sehr kontrastreich gelungen und überzeugt auch mit dem Design: Eine scherenschnitthafte Darstellung einer Gruppe von Menschen, auf denen ein kahler Baum zu sehen ist. Gepaart mit dem weißen Schriftzug ergibt das ein kraftvolles und aufregendes Cover, das durch den roten statt schwarzen Rand des Jewel Case noch verstärkt wird.

Fazit: Die Idee des Hörspiel ist durchaus aufregend, die Ausführung hingegen drückt die Stimmung leider deutlich. Die Sprecher agieren des öfteren hölzern und zu zurückhaltend, die akustische Gestaltung wirkt zu flach, die Handlung konnte mich nicht fesseln und bleibt insgesamt zu blass. „ContamiNation Z“ passt in dieser Form leider nicht in das Angebot von Contendo Media.

VÖ: 22. September 2017
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-73-4

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Gruselkabinett - Folge 127

Edgar Allen Poe , Rolf Berg , Helmut Winkelmann , Tom Raczko
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783785755594
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gruselkabinett – 127. Die Fakten im Fall Valdemar



Erster Eindruck: Dem Tode so nahe...

Dr. Pelham entdeckt in den Forschungen um den Magnetismus eine Lücke, denn noch nie wurde ein Sterbender in Hypnose versetzt. Als ein Freund des Doktors, Ernest Valdemar, an Tuberkulose erkrankt und kurz vor dem Tod steht, willigt er in das Experiment ein. Doch zuvor muss er sich noch eine schreckliche Tat von der Seele reden...

Mit „Die Fakten im Fall Valdemar“ haben Marc Gruppe und Stephan Bosenius eine weitere Geschichte vom Grusel-Altmeister Edgar Allan Poe in das Gruselkabinett aufgenommen. Doch wie schon bei „Die Maske des roten Todes“ und „Die Grube und das Pendel“ wurde eine zweite Geschichte in die Handlung mit eingeflochten. Hierbei handelt es sich um „Das verräterische Herz“, das von der Titelgeschichte eingerahmt wird. Dieses Zwischenspiel transportiert eine ganz andere Stimmung als „Die Fakten im Fall Valdemar“ und ergänzt dieses sehr gut, zumal die Atmosphäre dabei auch sehr dicht ist. Zwar ist das Umschwenken des Hauptcharakters in der letzten Szene vielleicht etwas zu plötzlich geraten, aber die bedrohliche und makabre Stimmung haben mir sehr gut gefallen. Der Hauptteil hat durch den finsteren Plan von Dr. Pelham gleich einen sehr unheimlichen Touch, der sich immer weiter zu steigern weiß. Denn auch nach der Hypnose im zweiten Teil ist die Folge noch nicht vorbei, dieser Zustand wird in einigen sehr unheimlichen und eindringlichen Szenen beschrieben, die einem wahrlich Gänsehautschauer über den Rücken laufen lassen. Wahrlich beeindruckend!

Rolf Berg sorgt als Ernst Valdemar für genau diese Momente. Auch anfangs spricht er die Rolle schon sehr präzise und mit einem passenden Sinn für Dramatik, doch in den letzten Szenen lässt er seine Stimme zu einem unheimlichen Röcheln und Krächzen werden. Helmut Winkelmann ist als Dr. Pelham auch sehr gut besetzt, er sorgt für die passende Dynamik und bringt die Hypnose-Szene sehr treffend herüber. Peter Weis ist in der Geschichte um das verräterische Herz als alter Mann im Einsatz und wirkt dabei sehr präsent und eingängig. Das Sprecher-Sextett wird durch Tom Raczko, Dagmar von Kurmin und Louis Friedemann Thiele ergänzt.

Wo einige andere Gruselkabinett-Folgen romantisch angehaucht oder sogar etwas verspielt wirken, ist davon in dieser Folge rein gar nichts zu spüren. Von Anfang an breitet sich eine sehr düstere und bedrohliche Szenerie aus, die durch die leise, aber sehr geschickt eingesetzte Musik erzeugt wird. Gemeinsam mit der Handlung steigert sich auch die akustische Gestaltung immer weiter und ist am Ende extrem inständig.

Die Szene der Hypnose ist auch auf dem Cover zu sehen, das mit seinen düsteren Orange-Tönen ebenso beklemmend wirkt wie die Handlung. Dr. Pelham sitzt darauf auf einem ausladenden Himmelbett mit erhobenen Armen, während Ernest Valsemar mit weit aufgerissenen Augen und eingefallenem Gesicht darauf liegt. Ergänzt durch ein Spiel von Licht und Schatten ist so ein sehr ansehnliches Titelbild entstanden.

Fazit: Die beiden Geschichten von Edgar Allan Poe sind sehr gekonnt miteinander verknüpft und wirken, als würden sie schon immer zusammen gehören. „Das verräterische Herz“ ist sehr eindringlich erzählt und setzt den Fokus auf den sich steigernden Wahnsinn, während „Der Fall Valdemar“ unglaublich unheimlich und düster die Grenze zwischen Leben und Tod auslotet, was herausragend inszeniert wurde.

VÖ: 29. September 2017
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5559-4

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Gruselkabinett - Folge 126

H. P. Lovecraft , Timmo Niesner , Peter Weiss , Monica Bielenstein
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783785755587
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gruselkabinett – 126. Kalte Luft



Erster Eindruck: Ein eisiger Hauch...

James Russel hat in New York endlich ein annehmbares möbliertes Zimmer gefunden, dass in einem hübschen, wenn auch etwas verwahrlosten Haus liegt. Der überraschend niedrige Preis weckt zwar sein Misstrauen, dennoch entscheidet er sich, bei der spanischen Vermieterin Senora Herrero einzuziehen. Als nur wenig später ein starker Ammoniakgeruch sein Zimmer durchdringt, macht er die Bekanntschaft seines Nachbarn, des geheimnisvollen Doktor Munoz'...

H.P. Lovecraft ist einer der festen Autoren, dessen Geschichten seit Jahren immer wieder im Gruselkabinett von Titania Medien auftauchen. Auch die 126. Folge stammt aus seiner Feder, dreht sich aber weniger um aufkeimenden Wahnsinn oder eine skurrile Szenerie, sondern hat einen ganz anderen Ansatzpunkt. In einer für die Serie typischen Introszene mit einem kleinen, stimmungsvollen Monolog der Hauptfigur geht es zunächst recht beschaulich zu, de Einzug von James in das alte Haus mitten in New York wird ausführlich beschrieben. Richtig los geht die Handlung erst, als Doktor Munoz kennenlernt und sich mit ihm anfreundet. Die kalte Luft, die in seinem Zimmer herrscht und durch aufwändige Technik erzeugt wird, ist der erste Stolperstein, bei dem der Hörer merkt, dass etwas nicht stimmt – und der wichtigste, wie schnell immer klarer wird. Immer wieder schleichen sich unheilvolle Anmerkungen ein, die sich im Laufe der Folge verdichten und zu einem dramatischen Finale führen. Es gibt keine wirkliche Handlung, die Folge konzentriert sich voll auf die Freundschaft der ungleichen Männer und das Geheimnis, das Doktor Munoz umgibt. Sehr gut gefallen hat mir, dass davon auch nicht alle Details aufgedeckt werden, sondern vieles im Dunkeln und Unklaren bleibt.

Es sind gerade einmal vier Sprecher, die für dieses Hörspiel notwendig sind, und allesamt machen ihre Sache ganz hervorragend. Allen voran Timmo Niesner, der die Hauptrolle des James Russell übernimmt und damit auch den Part des Erzählers übernimmt. Sein Klang nimmt dabei ganz unterschiedliche Farben an und zeichnet die Dynamik der Folge gut nach. Peter Weis ist als Doktor Munoz zu hören, mit rauer und kratziger Stimme lenkt er viel Aufmerksamkeit auf die Figur, toll auch die Dringlichkeit, die er am Ende an den Tag legt. Monica Bielenstein bringt die Vermieterin Senora Herrero mit glaubhaften spanischem Akzent und selbstbewusstem Auftreten, während Tim Raczko ihren Sohn locker und etwas rotzig wirken lässt.

Die Geschichte ist recht ruhig erzählt, sodass auch die akustische Umsetzung eher zurückhaltend klingt. Dabei wird viel Wert auf stimmungsvolle Melodien gelegt, die sich sehr gut um die Dialoge und Erzähltexte legt und dabei die Atmosphäre der Geschichte gekonnt einfängt. Da passt alles nahtlos ineinander und sorgt für das typische Feeling der Serie.

Es ist eine der letzten Szenen, die auf dem Cover dargestellt ist. James kippt darauf einen Eimer mit Eis auf seinen Freund, der in einer Wanne vor ihm liegt, das Gesicht stark gealtert und eingefallen. Der Zeichenstil von Ertugrul Edirne fängt auch diese Szenerie gekonnt ein, sodass ein weiteres Schmuckstück in der Covergalerie des Gruselkabinetts entstanden ist.

Fazit: „Kalte Luft“ punktet nicht durch Blutrünstigkeit oder eine temporeiche Handlung, sondern konzentriert sich voll auf die langsame Erweiterung des Geheimnisses, das der freundliche alte Mann verbirgt. Das ist sehr dicht umgesetzt und endet in einem intensiven Finale, welches glücklicherweise nicht alle Einzelheiten aufdeckt, sondern vieles im Verborgenen lässt.

VÖ: 29. September 2017
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5558-7

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Gruselkabinett - Folge 122

H.G. Wells , Lutz Riedel , Louis Friedemann Thiele , Rolf Berg
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.05.2017
ISBN 9783785754511
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gruselkabinett – 122. Die Insel des Dr. Moreau



Erster Eindruck: Horror auf abgelegener Insel

Edward Prendick treibt nach einem Schiffsunglück lange Zeit mit einer kleinen Gruppe an Überlebendem auf dem offenen Meer, ihr baldiger Tod scheint bevorzustehen. Doch nach einer heftigen moralischen Auseinandersetzung verlässt Edward die Gruppe und wird von einem Schiff aufgenommen. Das Ziel ist die Insel des Dr. Moreau, der eine neue Ladung an Tieren für seine Experimente erwartet...

H.G. Wells ist insbesondere für seine Science Fiction-Romane bekannt, hat aber auch andere Genres bedient, so ist „Die Insel des Dr. Moreau“ eine Mischung aus Abenteuer- und Horrorelemente. Der Roman wurde nun auch von Titania Medien für das Gruselkabinett vertont und ist dort als 122. Folge erschienen. Die sehr reduzierte Rahmenhandlung mal außer acht gelassen, in der der Neffe des Hauptcharakters Edward eine kurze Einleitung spricht, wird direkt zu Beginn eine düstere Szenerie heraufbeschworen. Die Diskussionen der Schiffbrüchigen nehmen eine ebenso unerwartete wie schreckliche Wendung – doch dies ist nicht mehr als ein Intro, das die spätere Handlung nicht weiter beeinflusst, aber dennoch sehr prägnant umgesetzt wurde. Doch direkt auf dem Schiff, das zur Insel des Dr. Moreau fährt, wird eine dichte Atmosphäre erzeugt, indem ein missgestalteter Diener und einige mysteriöse Andeutungen viele Fragen aufwerfen. Diese Szenerie verdichtet sich dann immer mehr, Edward wird von schrecklichen Schreien geplagt, die über die Insel schallen, und erfährt so langsam die Wahrheit hinter der Abgeschiedenheit des Doktors. Das ist sehr unheimlich und düster, gerade die Offenbarungen des Dr. Moreau haben mich dabei vollkommen überzeugt und viele moralische Fragen aufgeworfen.

Louis Friedemann Thiele zeichnet in der Rolle des Edward Pendrick den Spannungsbogen der Geschichte sehr gekonnt nach. Schrecken, Unverständnis und pure Panik setzt er sehr gekonnt um und verleiht der Handlung etwas sehr Nahbares. Lutz Riedel ist in der Rolle des Dr. Moerau bestens besetzt, in seine Stimme schleicht sich mehr und mehr ein diabolischer Klang ein, besonders gegen Ende spielt er die ganze Stärke der Figur aus. Claus Thull-Emden überzeugt in der Rolle des M'ling mit einer sehr ausdrucksstarken Sprechweise und erreicht damit einen einprägsamen Auftritt. Weitere Sprecher sin Horst Naumann, Detlef Bierstedt und Rainer Gerlach.

Auch bei dieser Umsetzung beweist Titania Medien wieder einmal, dass sie unglaublich dichte und aufreibende Szenerien schaffen können. So bekommt jede Szene eine eindringliche Atmosphäre verpasst und kommt so gut zur Geltung, wobei sich die akustische Gestaltung parrallel zru Handlung steigert. Besonders die dramatischeren Szenen sind sehr mitreißend umgesetzt worden.

Die tiefrote Grundfärbung des Cover fällt direkt ins Auge und zeigt neben der titelgebenden Insel samt Palmen und Sonnenuntergang auch das verzerrte Gesicht eines Tiermenschen, dessen gelbliche Augen von Schmerzen und Pein geprägt sind. Sehr ansprechend, zumal die gewählte, collagenartige Optik an ein altes Filmplakat erinnert.

Fazit: Schon gleich zu Beginn wird hier eine dichte Atmosphäre geschaffen, die sich im Laufe der fast 80 Minuten immer weiter steigert. Die Schrecken, die die Insel im Laufe der Zeit offenbart, werden sehr intensiv dargestellt und stellen wie nebenbei einige moralische Fragen. Wieder eine starke Folge des Gruselkabinetts.

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Gruselkabinett - Folge 123

H.G. Wells , Claus Thull-Emden , Sascha von Zambelly , Matthias Lühn
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 28.06.2017
ISBN 9783785754559
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gruselkabinett – 123. Die Zeitmaschine



Erster Eindruck: Der Blick in die Zukunft

Bei einer wissenschaftlichen Diskussion zwischen drei befreundeten Forschern entbrennt eine Auseinandersetzung um die vierte Dimension, die Zeit. Dabei überrascht der Gastgeber seine Gäste, indem er ihnen von einer selbst gebauten Zeitmaschine erzählt. Zunächst wird noch an seinen Aussagen gezweifelt, doch dann beginnt der Zeitreisende von der weit entfernten Zukunft zu berichten...

Die Zeit von H.G. Wells ist beim Gruselkabinett gekommen, 2017 erscheinen gleich mehrere Geschichten des bekannten Science Fiction-Autors. „Die Zeitmaschine“ dürfte zu seinen bekanntesten Erzählungen zählen und ist als 123. Folge der Reihe vertont worden und ist lange Zeit recht verhalten. Das Intro ist recht lang und geprägt von vielen Diskussionen der drei Wissenschaftler, die die Handlung nur langsam voranbringen. Bis der Bericht von der Zeitreise beginnt, vergeht also etwas Zeit, und auch dann kommt die Handlung nicht richtig in Schwung, weil viel aus der Sicht des Zeitreisenden im Monolog erzählt wird. Die fremdartige Welt, in die er eintaucht, wird erst nach und nach richtig lebendig. Dann konnte mich die Erzählung aber auch völlig gefangen nehmen, wozu auch die faszinierende Weena beigetragen hat, die für den namenlosen Zeitreisenden schnell eine wichtige Bezugsperson wird. Nur langsam schleicht sich dann ein Gruselfaktor ein, indem die Schrecken der Welt und deren Hintergründe aufgedeckt werden. Ein recht kleiner Teil des Ganzen, der aber sehr gut gelungen und am Ende sehr spannend erzählt wird. Das Ende wird dann wieder recht ruhig und mit einigen fast schon philosophischen Gedanken erzählt, bleibt aber offen und lässt das Schicksal des Zeitreisenden offen, was zusätzlich zum Nachdenken anregt. Mir gefällt die Atmosphäre der Folge, auch wenn hier anfangs zu viel Zeit gebraucht wird, um auf den Kern der Geschichte zu kommen.

Vielleicht stellt sich bei dieser Folge eine bestimmte Frage noch etwas mehr: Was erwarte ich von einem Hörspiel? Zugegeben, wer puren Grusel erwartet, wird hier nicht fündig, und auch eine bis ins Detail vollständige Umsetzung von Buchvorlage oder Film ist hier nicht entstanden. In meinen Augen macht das aber gar nichts, da mir die Stimmung und die akustische Gestaltung sehr gut gefällt, die Sprecher sind richtig gut besetzt, und auch wenn keine Hochspannung aufkommt, ist alles unterhaltsam erzählt. Und so ist in meinen Augen eine allzu negative Bewertung nicht gerechtfertigt, die vielleicht aus der eigenen Enttäuschung in einem der oben genannten Punkte resultiert. Denn bei nochmaliger Betrachtung oder dem direkten Vergleich mit nicht so hochwertig produzierten Hörspielen ist ein völliger Verriss einfach nicht stimmig.

Sascha von Zamelly ist als Zeitreisender die zentrale Figur dieser Folge und füllt diese mit seiner akzentuierten und eingängigen Sprechweise sehr gut aus und kann so eine dichte Atmosphäre schaffen. Annina Braunmüller-Jest ist in der Rolle der Weena in der Zukunft zu hören und setzt ihren sanften Klang auch hier wieder sehr gekonnt ein, um eine faszinierende Persönlichkeit zu schaffen. Claus Thull-Emden hat mir als Filby auch sehr gut gefallen, er nimmt anfangs die Rolle des Zweiflers ein und kann den später empfundenen nachdenklichen Schrecken sehr gut widerspiegeln. Weitere Sprecher sind Matthias Lühn, Marianne Mosa und Johannes Bade.

Das Gruselkabinett steht auch für ein ganz bestimmtes Klangbild, welches natürlich auch hier wieder Anwendung findet. Wie die Geschichte ist der Start auch dabei recht ruhig, erst später schleichen sich auch orchestrale Melodien ein. Besonders auffällig ist dies in den dramatischeren Momenten gegen Ende, bei denen beispielsweise die Blechblasinstrumente auch mal richtig auffahren dürfen.

Sehr ansprechend ist auch das Cover zur Folge gelungen, dass dem Betrachter einen Einblick in die dystopische Welt, die Wells beschrieben hat. Im Mittelpunkt steht dabei die riesige Statue, die an eine Sphinx erinnert, aber auch die fast weißhaarigen Menschen und nicht zuletzt die detailreich gezeichnete Zeitmaschine ergeben ein anziehendes und sehr gelungenes Titelmotiv.

Fazit: Auch wenn sich diese Folge des Gruselkabinetts nur sehr langsam aufbaut, kann die düstere Erzählung mit der erschreckenden Zukunftsvision schnell eine dichte Atmosphäre aufbauen. Das Kernstück kommt dabei fast etwas zu kurz, strahlt aber auch bis ins ruhig erzählte Ende hinein und hinterlässt einige nachdenkliche Momente.

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Gruselkabinett - Folge 120 und 121

H.G. Wells , Simon Böer , Sascha von Zambelly , Michael-Che Koch
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.05.2017
ISBN 9783785754481
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gruselkabinett – 120./121. Der Unsichtbare



Erster Eindruck: Ein geheimnisvoller Besucher...

In dem Gasthaus von Janny Hall und ihrem Gatten George ist gerade nicht viel los, sodass sie sich sehr über die Ankunft eines neuen Bewohners freuen, selbst wenn dieser nicht nur äußerst unfreundlich ist, sondern auch sein Gesicht immer unter Bandagen verbirgt. Janny möchte unbedingt hinter sein Geheimnis kommen, doch der Fremde ist äußerst misstrauisch und blockt jeden Versuch der Kontaktaufnahme rigoros ab...

H.G. Wells hält nun auch Einzug in das Gruselkabinett von Titania Medien, gleich mehrere Folgen hintereinander werden von dem bekannten Science Fiction-Autoren stammen. Den Auftakt macht der Zweiteiler „Der Unsichtbare“, eines seiner bekanntesten Werke. Dem Hörer ist dabei schon allein wegen des Titels klar, was es mit dem geheimnisvollen Besucher in dem kleinen Ort auf sich hat, für dessen Bewohner ist seine Person jedoch ein großes Mysterium. So wird erst gegen Ende der ersten CD sein Geheimnis gelüftet, bis dahin wird jedoch viel Atmosphäre aufgebaut, nicht nur, was die herrische und unsympathische Art des Unsichtbaren angeht, sondern auch die anderen Charaktere werden sehr gut vorgestellt. Die mütterliche und resolute Janny, der neugierige Vicar, der trickreiche Arzt – alle bekommen eine eigene Ausstrahlung verpasst und sorgen so für einen kurzweiligen Verlauf. Auch dort ist es schon sehr rätselhaft dargestellt, was es mit dem Unsichtbaren auf sich hat, in der zweiten Hälfte wird die Konzentration völlig auf ihn gelegt – und das mit einem sehr gelungenen Kniff, denn von nun an wechseln Charaktere und Schauplätze des öfteren, und auch einige Rückblenden sind zu hören. So wird langsam ein komplettes und sehr stimmiges Bild des Unsichtbaren zusammengesetzt, das nicht nur einfach so aus der Luft gegriffen scheint, sondern auch im Hintergrund seine bisherigen Lebens eingeordnet wird. Und auch der Gruselfaktor ist nicht zu unterschätzen, denn das plötzliche Auftauchen der Hauptfigur wird immer wieder sehr gekonnt in Szene gesetzt, und gerade die letzten Momente des Hörspiel zehren von einer sehr dichten und unheimlichen Stimmung.

Simon Böer ist in der Hauptrolle des Unsichtbaren zu hören, er lässt seine Stimme sehr abweisend und kühl klingen, schafft dem Zuhörer im weiteren Verlauf aber immer wieder kurz Zugang zu seiner Gedankenwelt und schafft so einen umfassend beschriebenen und sehr starken Charakter, der das Geschehen mühelos vorantreibt. Marianne Mosa hat mich in der Rolle der Wirtin Janny ebenfalls überzeugt, mit ihrer freundlichen und neugierigen Art ist sie einem sofort symphatisch, sodass die ersten Szenen noch kurzweiliger wirken. Dr. Kemp, dem im weiteren Verlauf der Geschichte eine wichtige Rolle zukommt, wird von Michael-Che Koch gesprochen. Sein markanter Klang kommt dabei sehr gut zur Geltung, zumal er die Spannung noch weiter steigern kann. Weitere Sprecher sind Bodo Primus, Lutz Reichert und Lutz Riedel.

Auch akustisch hat Titania Medien wieder eine sehr stimmungsvolle Atmosphäre geschaffen, die die Szenerie sehr gut unterstützt. Die Musik setzt immer wieder Akzente und betont die besonders dramatischen Szenen, während die sehr gut eingefügten Geräusche für sehr glaubhafte und intensive Momente sorgen. Auch der Spannungsbogen der Handlung wird gekonnt nachgezeichnet.

Die beiden CDs finden sich – wie immer bei den Doppelfolgen der Serie – jeweils in einer einzelnen Hülle wieder, die zusammen in einem hübsch gestalteten Pappschuber untergebracht sind. Das eine Cover zeigt den Unsichtbaren in der Tür des Gasthauses, vermummt und beeindruckend steht er dort mit wehendem Mantel. Auf dem anderen Titelbild ist eine weitere Szene aus dem Hörspiel zu sehen und zeigt ein Experiment, das sehr detailreich gezeichnet wurde.

Fazit: Der erste Zweiteiler des Gruselkabinetts nach einem Roman von H.G. Wells ist sehr gelungen inszeniert und entfaltet bald eine sehr dichte Stimmung. Der erste Teil widmet sich sehr den Charakteren, während der zweite Teil verschiedene Episoden aus dem Leben des Unsichtbaren zum Thema hat und diese sehr intensiv umsetzt. Ein hörenswertes und sehr atmosphärisches Hörspiel.

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Gruselkabinett - Folge 124 und 125

H.G. Wells , Bruno Winzen , Georg Tryphon , Thomas Balou Martin
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.08.2017
ISBN 9783785754573
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gruselkabinett – 124. / 125. Der Krieg der Welten



Erster Eindruck: Ein packende und wahrlich grandiose Umsetzung des Klassikers

Als im Londoner Observatorium seltsame Vorgänge beobachtet werden, vermutet nur der Astronom Mr. Ogilvy eine Gefahr, auf Unterstützung seitens der Regierung kann er nicht hoffen. Doch als kurze Zeit später erste Einschläge auf der Erde stattfinden und den Raumkapseln riesige Kampfmaschinen entsteigen, versinkt die Welt in einem Inferno...

„Der Krieg der Welten“ ist die wohl bekannteste Geschichte von H.G. Wells, wohl auch wegen des Mythos um das Radiohörspiel, das eine Massenpanik ausgelöst haben soll. Kurz nachdem die Rechte an seinen Werken freigegeben wurden, hat Titania Medien die Geschichte nun für das Gruselkabinett vertont – und das sehr nah an der Originalvorlage. Der Science Fiction-Anteil wird dabei ziemlich zurückgefahren: Zwar gibt es natürlich einige Szenen, in denen die Angriffe der Marsianer heftig dargestellt werden, doch die Handlung konzentriert sich eher auf Julian, die Hauptfigur der Geschichte, der sich in all den Wirren, den Chaos und der Bedrohung zurechtfinden und seine Familie suchen muss. Es sind die Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Charakteren, die davon in Erinnerung bleiben, aber auch die Angst, Verzweiflung und Resignation. Die Wucht der Gefühle kommt dabei ungefiltert beim Hörer an und steigert sich über die zwei CDs mit über 100 Minuten Laufzeit immer mehr. Besonders beeindruckt haben mich dabei die Szenen mit dem namenlosen Hilfsprediger und seiner sehr wankelmütigen Verfassung, wobei einige klaustrophobische Momente noch einmal hervorstechen. Die Dynamik der Handlung ist herausragend, brutale und erschreckende Gewaltszenen der riesigen Kampfroboter stehen leise, emotionale Momente gegenüber. Und auch die Figur des Julian ist äußerst reizvoll – er nicht nicht der große Held, der die entscheidende Wendung herbeiführt, sondern eher ein Beobachter, der sieht, wie seine Welt in Trümmer zerschlagen wird. Eine grandiose Umsetzung, auf den Punkt gebracht und sehr mitreißend inszeniert.

Die Wucht des Hörspiels wird durch die hervorragenden Sprecher noch einmal verstärkt, wobei mit erstaunlich wenigen Rollen eine sehr eindringliche und vielseitige Atmosphäre geschaffen wurde. Im Mittelpunkt macht sich das Engagement von Theaterschauspieler Bruno Winzen mehr als bezahlt. Er versteht es, seiner Stimme sehr punktgenau verschiedene Facetten zu verleihen, Angst und Schrecken ganz nah an den Hörer heranzutragen und die Stimmung immer weiter zu verdichten. Thomas Balou Martin ist in der Rolle eines Artilleristen zu hören, passt ganz wunderbar in die düstere Szenerie und schafft es schnell, mitzureißen und zu fesseln. Auch Tom Raczko hat mit außerordentlich gut gefallen, den erst leisen und unterdrückten, später immer stärker werdenden Wahnsinn seiner Figur zeichnet er sehr lebendig mit seiner Stimme nach. Weitere Sprecher sind Georg Tryphon, Detlef Bierstedt und Kathryn McMenemy.

Das Team von Titania Medien stand hier vor einer ganz neuen Herausforderung, Hörspiele mit einem derart hohen Science Fiction-Anteil und heftigen Schlachten standen bisher nicht so oft an. Gelöst wurde dies extrem stimmig, indem die Geräusche auch mal ungewohnt laut sein dürfen, das Hörspiel aber eben nicht dominieren, sondern sehr gut plaziert wurden. Die Musik ist ebenfalls wieder sehr dicht und feinmaschig, sodass sich alles sehr gut zusammenfügt.

Wie alle Zweiteiler des Gruselkabinetts befinden sich auch diese beiden CDs in separaten Hülle mit jeweils einem eigenen Titelbild, beide sind zudem in einem hübschen Pappschuber untergebracht. Zu sehen sind zwei ganz unterschiedliche Szenerien aus dem Hörspiel, einmal der direkte Angriff der dreibeinigen Kampfmaschinen, deren Hitzestrahlen London mit Big Ben im Hintergrund rot färben. Zum anderen ein Blick auf die halb zerstörte Stadt, die in Trümmern liegt und mit seiner graülichen Farbgebung den trostlosen Charakter dieser Szenen zugänglich macht.

Fazit: Das wohl bekannteste Werk von H.G. Wells ist in einer herausragenden Umsetzung zu hören, bei dem die Essenz des Romans herausgekitzelt wurde. Die dynamischen Verläufe, die packende Umsetzung, die sehr treffend dargestellten Charaktere und die sehr reizvolle Handlung vereinen sich zu einem herausragenden Hörspiel. Chapeau, meine Herren!

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fantasy, robin hobb, die gabe der könige, gabe, macht

Die Gabe der Könige

Robin Hobb , Eva Bauche-Eppers
Flexibler Einband
Erschienen bei Penhaligon, 28.08.2017
ISBN 9783764531836
Genre: Fantasy

Rezension:

Obwohl er ein Enkel des Königs ist, ist das Leben für Fitz alles andere als leicht, denn als unehelicher Bastard geboren wird er von vielen Mitgliedern des Staates als minderwertig angesehen. Aufgezogen wird Fitz vom Stallmeister Burrig, wo er trotz seiner rauen Schale viel Güte erfährt. Zwar wird er durch den König geschützt, doch seine Herrschaft könnte schon bald vorbei sein – und Fitz' Feinde werden mächtiger...

„Die Gabe der Könige“ ist nun bereits beim dritten Verlag angekommen, unter anderen Titeln ist die Trilogie von Robin Hobb bereits zweimal erschienen. Schön, dass es diesen Auftakt wieder im Handel gibt, präsentiert er doch einen sehr gelungenen Zweig der Fantasy-Literatur. Dabei versetzt einen die Autorin in eine mittelalterliche Welt, bindet aber sehr fein einige fantastische Elemente ein. Das geschieht wirklich dezent und nimmt nie überhand, weder zauberhafte Wesen noch großartige Schlachten sind hier eingebaut. Vielmehr konzentriert sich Hobb auf die Charaktere und deren Entwicklung, was ihr auch sehr gut gelungen ist. Jeder hat seine ganz eigene Ausstrahlung und seinen eigenen Platz im Gefüge des Romans. Und: Jeder von ihnen bleibt in der Erinnerung haften. Vielleicht, weil alles aus der Sicht von Fitz erzählt ist, der eine Art Chronik über sein Leben verfasst hat und seine Begegnungen sehr lebendig schildert. Die Geschichte kommt stellenweise etwas ins Stocken, zumal der Leser nicht sofort eine Ahnung hat, in welche Richtung sich alles entwickeln wird, was wichtig für die Handlung ist. Doch insgesamt ist eine sehr runde Geschichte entstanden, die die Gefahr von Fitz immer weiter steigert, die Bedrohungen aus verschiedenen Richtungen kommen lässt. Das Intrigenspiel am Hof kommt dabei sehr gut zur Geltung, und auch die anderen Elemente fügen sich sehr gelungen ein. Die Verwendung der Sprache wirkt manchmal etwas sprunghaft, manchmal auch eine Spur zu konstruiert, doch über weite Strecken passt sie zu Fitz und seiner Entwicklung.

Ein spannender Fantasy-Roman, der jedoch vieles anders macht als andere Vertreter des Genres. Die Erzählweise ist ruhiger und konzentriert sich mehr auf die Charaktere, setzt zudem nur sehr bedacht fantastische Elemente ein. Und so verzeiht man auch die eine oder andere Länge in der Handlung, wenn man Fitz auf seinem Weg begleiten und dabei allerlei interessante Charaktere kennen lernen darf. Ein guter Start in die Trilogie, der Lust auf mehr macht.

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thriller, schweden, texas, band 2, familie

Bruderlüge

Kristina Ohlsson , Susanne Dahmann
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Limes, 13.06.2017
ISBN 9783809026679
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eigentlich wollte Martin Benner eine angebliche Mörderin rehabilitieren, doch in der Gewalt des Unterweltbosses Lucifer hat er nun komplett die Seiten gewechselt und sucht deren Sohn. Doch bei seiner Suche kommt er einem Geheimnis auf der Spur, und er beginnt zu ahnen, wie tief er mittlerweile in die Ereignisse verstrickt ist...

Kristina Ohlsson hat die Geschichte um Martin Benner in zwei Bänden erzählt, doch nur zusammen können sie ihren vollen Reiz entfalten. In „Bruderlüge“ werden die Ereignisse aus „Schwesterherz“ dabei nahtlos fortgesetzt, man sollte sich also noch recht genau an die dortigen Ereignisse erinnern. Denn die Handlung ist ziemlich komplex und fordert die Aufmerksamkeit des Lesers, um alle Zusammenhänge erfassen zu können. Die Handlung entwickelt sich dabei auch schnell weiter, sodass kaum langwierige Passagen auftauchen, Ohlsson hat hier alles an die richtige Stelle gebracht. Auch die Charaktere kommen gut zur Geltung, wirken geheimnisvoll und undurchsichtig, was der Handlung viel zusätzlichen Reiz verleiht. Nie ist ganz klar, wem Martin trauen kann und wer ein falsches Spiel mit ihm treibt. Er selbst ist eben auch nicht der heldenhafte Strahlemann, sondern hat sogar mehr Ecken und Kanten als liebenswerte Eigenschaften, nur im Umgang mit seiner Nichte kommt sein weicher Kern zum Vorschein. Doch er entwickelt sich im Laufe dieses zweiten Bandes auch noch einmal weiter und kann noch weitere Seiten zeigen, lässt den Leser noch tiefer in seine Gedankenwelt einsteigen.

Der Verlauf der Handlung selbst wirkt in Teilen leider doch etwas zu konstruiert. Gerade die beiden Morde, die Martin angehangen werden sollen, wirken dann doch weit hergeholt. Doch abgesehen davon entwickelt sich eine atmosphärisch sehr dichte und vielschichtige Handlung, deren Intensität sich immer weiter steigert und so wirklich spannende Momente entwickelt. Gerade das Finale ist dann sehr gekonnt erzählt und führt die aufgebauten Handlungsstränge sinnvoll zusammen, sodass sich ein gelungenes Gesamtbild ergibt.

Wer mit „Schwesterherz“ nichts anfangen konnte, wird auch an „Bruderlüge“ keine Freude haben, zu ähnlich ist der Schreibstil. Ich mag diese exzentrische Hauptfigur sehr und kann wegen dem sehr gelungenen Plot jedoch auch über einige Schwächen hinwegsehen. Mir hat dieser Band gut gefallen, da alle offenen Stränge gekonnt zusammengehalten werden.

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dna, island, mord, adoption, reykjavik

DNA

Yrsa Sigurdardottir , Anika Wolff
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 09.10.2017
ISBN 9783442715756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Huldar wird zu einem äußerst brutalen Mord gerufen, bei dem eine junge Mutter grausam zugerichtet wurde. Als einzige Zeugin hat ihre kleine Tochter die Tat beobachten können. Doch wegen des schweren Traumas kann sie nur wenig weiterhelfen. Als dann die Psychologin Freyja an dem Fall mitarbeiten soll, entstehen einige unangenehme Situationen für den Ermittler, den kurz zuvor haben die beiden eine gemeinsame Nacht verbracht...

Mit „DNA“ hat die isländische Autorin Yrsa Sigurdardóttir ihren neuen Roman auf den Markt gebracht, und dieser dreht sich nicht über ihre Romanfigur Dora, sondern ist der erste Teil einer neuen Romanserie. Gleich zu Anfang braucht man sehr starke Nerven, denn der Mord wird sehr explizit und detailgenau beschrieben. Das geht für mich deutlich über die Grenze des guten Geschmacks hinaus und wirkt, als wolle die Autorin einfach mit Grausamkeiten schockieren – der Einstieg in die Handlung hat mir also nicht allzu gut gefallen. Der Hauptteil beinhaltet dann leider auch einige Längen, was ich bei der Autorin schon einige male beobachtet habe. Die Handlung gerät dann ins Stocken und kommt nur schwer wieder in Gang. Doch hier gibt es auch einige starke Momente, die den Leser in die Irre führen und die Spannung steigern. Zudem ist der Aufbau sehr gelungen und kommt ohne Stolpersteine oder Kommissar Zufall aus, alles wirkt logisch und nachvollziehbar. Lange Zeit gelingt es der Autorin auch, die Identität des Mörders im Verborgenen zu halten, erst im Nachhinein erkennt man die eingestreuten Hinweise. Ergänzend zu dem eigentlichen Fall kommt noch die sehr spezielle Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren, die versuchen müssen, trotz ihrer sehr persönlichen Vorgeschichte professionell zusammenzuarbeiten. Huldar kommt dabei auch gut zur Geltung und wird mit einigen Ecken und Kanten beschrieben, während Freyja insgesamt recht blass bleibt und keine sehr präsente Aura entwickelt. Die sprachliche Verwendung unterscheidet sich stark von den Vorgängerromanen der Autorin, wirklich teilweise fragmenthafter, was einige Passagen nicht gerade leicht lesbar macht.

DNA hat Licht- und Schattenseiten. Einem gelungenen Plot und sehr nachvollziehbar erzählten Mittelteil stehen unnötige Grausamkeiten gegenüber, die mich fast vom Weiterlesen abgebracht hätten – hier hat die Autorin deutlich übertrieben. Und auch einige langwierige Passagen und eine nicht immer flüssige Sprache erschweren manchmal das Weiterkommen. So bleibt leider nur ein solider Eindruck der sonst recht sicheren Autorin.

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