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buchreihe, expanse-reihe

Abaddons Tor

James S. A. Corey , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.02.2017
ISBN 9783453318038
Genre: Science-Fiction

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Sternenfinsternis

David Seinsche , Mark Freier
Flexibler Einband: 230 Seiten
Erschienen bei Atlantis Verlag, 15.01.2018
ISBN 9783864025600
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Erstmal vorweg: das Coverbild von Mark Freier ist der absolute Wahnsinn. Das würde ich mir am liebsten vergrößert und schön gerahmt an die Wand hängen.
Die Ideen in Sternenfinsternis sind nicht neu. Die Menschheit hat sich im All etabliert, aber der Frieden mit den anderen Spezies ist eher instabil. Dann taucht eine neue unbekannte Macht auf dem Schirm auf und tritt der gesamten Galaxis in den Hintern. Am Ende siegt jedoch eine kleiner Trupp Helden. Kennt man schon. Hat man so schon mal gelesen. Aber auch bereits dagewesenes kann gut umgesetzt den Leser begeistern. Wenn ich meine Rezension allerdings vorab zusammenfassen müsste, dann würde ich sagen, Sternenfinsternis hat zuviel Geschichte für zu wenig Buch.
Ich persönlich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die kurze Länge des Buches eher schlecht ist für die Geschichte selbst. Viele Dinge kommen einfach zu kurz. Die Figuren sind für mich nicht nur sehr oberflächlich geblieben, sondern waren mir ehrlich egal. Aber auch die Handlung konnte kaum Spannung aufbauen. Viele Situationen wurden zu schnell und zu knapp abgehandelt. Dabei hätte man wirklich soviel aus dem Ganzen machen können. Einen richtig langen Roman, dessen Handlung epische Ausmaße hätten haben können. Die politischen Intrigen in den inneren Reihen, die anfänglich unter der Oberfläche schwelenden Konflikte mit den außerirdischen Nachbarn, den unbekannten Neuankömmling…hätte Seinsche sich hier richtig Zeit gelassen, dann wäre das Buch echt klasse geworden. In der StarTrek-Atmosphäre, die ich beim Lesen hatte, besonders in den Szenen auf der Bengalore, hätte ich dann so richtig schön schwelgen können.
Dass Seinsche das Talent dazu hat, wird in einigen Szenen und besonders in den Dialogen sehr deutlich. Trotzdem ist alles einfach nur schnell geschrieben und kurz und knapp abgehandelt. Das fand ich wirklich, wirklich schade.
FazitAlles in allem hat mich das Buch wirklich unzufrieden zurückgelassen. Ich hätte gern soviel mehr erfahren. Allerdings wirkten die Figuren wie unvollendete Strichmännchen und die Handlung wie ein Notizbuch voller Gedanken und Ideen, die nur kurz miteinander verbunden sind. Ich hoffe sehr und wünsche mir, dass David Seinsche seinem Talent eine Chance gibt und sich beim nächsten Roman auf mindestens der doppelten Anzahl an Seiten die Zeit lässt, seine Geschichte zu erzählen mit Figuren, denen man sehr gern durch die Handlung folgt.  PS: Das Cover…woah!

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9 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Titan

Brandon Q. Morris
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Belle Epoque Verlag, 17.01.2018
ISBN 9783945796931
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Enceladus hatte mich ja voll vom Hocker gehauen und ich war gespannt, ob Titan mithalten kann. Spoileralarm: Konnte es!
Der Titel kann etwas verwirren, denn auch wenn wir einen kurzen Abstecher zum Titan machen, so spielt doch ein Großteil der Handlung auf der ILSE und auf Enceladus. Warum auf Enceladus möchte ich nicht verraten, denn das könnte Band 1 etwas spoilern.
Die Geschichte beginnt mit der Landung der Sonde Huygens auf Titan 41 Jahre vor der restlichen Handlung im Buch. Schön fand ich dabei wie bereits im ersten Band die Gedankenspielereien aus dem Bereich „Was wäre wenn?“ Wenn Huygens Gefühle gehabt hätte, was hätte es gefühlt bei seiner Landung? Ich sagte ja schon in einem anderen Post einmal, dass ich eine emotionale Bindung zu allen möglichen Dingen aufbauen kann. Es ist gut, dass Morris hier eiskalt das Ding als solches belässt und Menschen wie mir damit diese Gedankengänge abnimmt. Jaja, ich weiß, ich will nicht darüber nachdenken müssen, dass auf dem Mars kleine Rover rumrollen, die ganz, ganz alleine sind. Ich hab Wall-E gesehen und von Anfang bis Ende Rotz und Wasser geheult, ok?
Aber weiter im Text. Die ILSE befindet sich grad auf dem Heimweg von Enceladus. Die Trauer um den Verlust eines Crew-Mitglieds ist groß. Umso ungeduldiger wurde ich, als mir klar wurde, worauf alles hinauslaufen wird. Mit jedem Kapitel dachte ich mir nur noch „nu mach schon“ und wollte einfach ein riesiges großes Happy End. Das gabs zwar nicht direkt, aber irgendwie wars trotzdem Happy-cool 🙂 Der Teil der Geschichte auf Titan geriet dabei sogar fast etwas in den Hintergrund.
Besonders klasse fand ich das erneute Zusammentreffen mit dem Leben auf Enceladus und dessen Bewusstsein und Wissen um das Leben auf Titan und Io. Ich kann jetzt schon sagen, dass ich mich sehr drauf freue, den dritten Teil zu lesen.
In diesem Band gab es ein paar Elemente mehr, die sehr fantastisch wirkten, besonders im direkten Vergleich mit dem wissenschaftlichen Hintergrund des Buches. Auch ging manches Mal etwas viel zu einfach und zu fehlerfrei von statten, dass ich glaube, Morris wollte hier für den Leser die Spannung nicht noch weiter hochtreiben. Mein Herz sagt danke 🙂
FazitEine rundum gelungene Fortsetzung zum ersten Teil und erneut eine klare Leseempfehlung für alle Fans des Hard SF

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

raumschiff, science fiction

Verlorene Paradiese

Ursula K. Le Guin
E-Buch Text: 134 Seiten
Erschienen bei Atlantis Verlag Guido Latz, 27.03.2014
ISBN B00JBFSOQM
Genre: Science-Fiction

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gesundheit, jod, jodmangel, schilddrüse

Jod. Schlüssel zur Gesundheit.

Kyra Kauffmann , Sascha Kauffmann
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Systemed, 31.01.2018
ISBN 9783958140172
Genre: Sachbücher

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droge, drogen, frankie goes to hollywoood, gefühle, humor, kämpfen, krieg, liebe, overstream, planeten, psycho, raumschiff, sci-fi, sf, weltraum

Black Ice

Frank Lauenroth , Susan Gerardi ,
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Begedia Verlag, 31.10.2014
ISBN 9783957770127
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Frank Lauenroth hat mich über das SF-Netzwerk entdeckt und mich angeschrieben, ob ich nicht vielleicht Lust hätte, seinen Roman zu lesen. Das habe ich auch sehr gern getan, denn schon die Leseprobe versprach ein unterhaltsames Lesevergnügen.


Und das war Black Ice dann auch. Nach einem kurzen ‚ich schau nur mal schnell rein‘ waren die ersten 70 Seiten quasi an mir vorbeigeflogen. Die restlichen 180 folgten dann gestern und waren genauso schnell gelesen. Frankie ist dabei ein Mensch, der mir sehr sympathisch geworden ist. Er hat eine Menschenfreundlichkeit und einen Optimismus, die meinem sehr ähneln, und die einem auch gern mal das Leben etwas schwer machen, weil man doch öfters mit Enttäuschungen leben muss, als jemand, der sich nicht gleich freudig jedem offenbart. Frankie hat ein große Herz und das merkt man. Auch die hinzukommenden Figuren sind einfach liebenswürdig. Da wäre Holly, ein Toy, geschaffen aus künstlicher DNA und nicht so solide, wie man meinen mag. Wood, ein Karenadier, der passend zu seinem Namen aus Holz besteht und keinerlei Mimik beherrscht, es sei denn, er trippt auf Black Ice. Wehe man nennt ihn Woody. Gostoe, Mitglied einer Spezies von Empathen.


So erinnert Black Ice an einen rasanten Roadtrip quer durch das Universum und ich hatte oftmals einen Vibe von Guardians of the Galaxy gemischt mit einem jungen Han Solo verfeinert mit einer kleinen Prise Spaceballs. Abgesehen davon stehe ich total auf Underdogs, die sich zusammenfinden und die Welt das Universum retten wollen – ich bin Biowarefangirl und extrem Mass Effect geschädigt, verklagt mich doch. Das Buch traf also genau meinen Geschmack.


Es war mir übrigens auch bis zu den letzten 30 Seiten irgendwie nicht klar, woraus die Hommage an die Band der 80er Jahre bestehen sollte, bis es mir dann wie Schuppen aus den Haaren fiel, immerhin heißen die Figuren Frankie, Gostoe, Holly und Wood. Get it? Ich muss darüber immer noch schmunzeln. Ansonsten bin ich da nicht so bewandert. Andere Leser mögen da wesentlich mehr Referenzen finden.


Black Ice ist vielleicht kein hochtrabendes Science Fiction, das das Genre revolutioniert. Während viele Szenen beim Lesen einfach nur so dahin flutschen, wirken andere etwas konstruiert, was dem Lesefluss trotzdem keinen großen Abbruch tut. Bei Holly hätte ich mir mehr Konflikt gewünscht, was seine Entwicklung von KI zum Menschen betraf. Das lief etwas zu glatt ab. Auch bei Frankie hätte ich mir mehr Ecken und Kanten gewünscht. Nicht, dass ich etwas gegen sympathische Menschen habe, im Gegenteil. Aber etwas weniger perfekt und weniger Allround-Talent hätte der Geschichte definitiv keinen Abbruch getan.


Duistermach als Bösewicht hätte auch gern etwas noch böser und gefährlicher sein können. So wirkte er leider ein kleines bisschen klischeehaft.


Fazit

Alles in allem jedoch fand ich das Buch echt klasse. Leider war es viel zu kurz war. Die doppelte Seitenanzahl hatte das Lesetempo etwas gedrosselt, der Crew und dem Leser eine Verschnaufpause vergönnen und manchen Dingen mehr Schliff verleihen können und ich hätte liebend gern noch mehr davon gelesen, von der Crew, von ihrer Welt, von allem. Ehrlich mal, irgendwas in mir schreit nach einer Fortsetzung, weil….nach dem Ende kann’s das doch einfach nicht gewesen sein. Oder? Klare Leseempfehlung für alle Fans von rasanten, unterhaltsamen und sehr kurzweiligen Weltraumabenteuern.

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

amerikanische literatur, dystopie, freie geister, gesellschaft, gesellschaftskritik, kapitalismus, klassische sciencefiction, kommunismus, lgbtq+, physik, politik, science fiction, sience-fiction, utopie, wissenschaft

Freie Geister

Ursula K. Le Guin , Karen Nölle
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 26.01.2017
ISBN 9783596035359
Genre: Science-Fiction

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Enceladus

Brandon Q. Morris
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Belle Epoque Verlag, 06.11.2017
ISBN 9783945796924
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ich überlege gerade, was der erste echte Hard SF-Roman war, den ich je gelesen habe. Ich glaube, es war Arthur C. Clarkes „Aufbruch zu den Sternen“. Sicher bin ich mir jedoch nicht. Für diejenigen, die mit dem Begriff Hard Science Fiction nichts anfangen können, es ist quasi Fiktion basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Es muss nicht immer hochtrabendes Technikgebabbel sein, das einem von einem Ingenieur in gelber Sternenflottenuniform um die Ohren gehauen wird, cool klingt aber keinen Sinn ergibt. Ganz im Gegenteil. Das, was viele potentielle Leser abschreckt, sind hochgestochene technische Begriffe, die man nicht versteht. Hard Science Fiction ist da allerdings ganz anders. Es ist, wenn man den Begriff Science Fiction wörtlich nimmt, echte Wissenschafts-Fiktion eben.
Der deutsche Autor, Brandon Q. Morris ist selbst im wahren Leben Physiker und Weltraumspezialist. In seinem Roman „Enceladus“ begeben wir uns auf die spannende Reise zum titelgebenden Saturnmond. Dass Science Fiction nicht nur mit viel Geballer, epischen Weltraumschlachten und draufgängerischen Flugmanövern spannend sein kann, wird nach Lesebeginn schnell klar.
Wir folgen der Geschichte aus Sicht des Deutschen, Martin Neumaier. Dabei wechseln anfangs die Kapitel zwischen der Situation auf der ILSE 1 (International Life Search Expedition) und den Vorbereitungen auf der Erde vor der Mission. Martin ist sozial nicht sehr kompetent, ein Computernerd, wie er im Buche steht und trotzdem eine sehr sympathische Figur, die einem schnell ans Herz wächst. Seine Erlebnisse während der Vorbereitungen auf die Mission und sein Empfinden dabei, seine Vergangenheit, das alles machen ihn zu einem realistischen Menschen, dessen Erzählungen man gern folgt. Auch der Rest der Crew der ILSE 1 wächst einem schnell ans Herz. Sei es nun die leidenschaftliche italienische Pilotin Francesca, der ältere russische Mediziner Dimitri Marchenko, die ruhige chinesische Biologin und Geologin Jiaying Li, der japanische Navigator Hayato Masukoshi oder Exobiologin und Missions-Kommandantin Amy Michaels. Man erfährt über sie alle immer nur am Rande, aber Morris schafft es dadurch, einen Eindruck zu vermitteln, es mit echten realistischen Menschen zu tun zu haben.
Die Spannung im Buch entsteht durch die Schilderung welche Gefahren herrschen und es wird dem Leser schnell bewusst, dass mal eben aussteigen nicht einfach so von statten geht, sondern es mit viel Aufwand, Vorbereitung und Planung verbunden ist. Dabei erklärt Morris die physiologischen Aspekte des menschlichen Körpers genauso gut wie die technische Seite, ohne den Leser zu überfordern. Das hat mir wahnsinnig gut gefallen. Und es gab einige Situationen, in denen ich regelrecht den Atem angehalten und mit den Figuren mitgefiebert habe.
Die Reise zum Enceladus ist spannend, als sie das Ziel erreichen, bleibt es spannend und am Ende war ich regelrecht enttäuscht, dass das Buch schon fertig gelesen war. Für den interessierten Leser gibt es am Ende noch einen Anhang zum Thema Saturnmond und auf welchen bisherigen Fakten und Entwicklungen die Technik im Buch basiert. Interessant, aufschlussreich und Frau Schnute hat dabei wieder mal eine Menge gelernt.
FazitEnceladus ist der erste Band der Eismondreihe. Band 2, Titan, habe ich ebenfalls schon daheim und ich kann es kaum erwarten, ihn zu lesen. Ich bin voll begeistert und kann das Buch nicht nur den Hard-SF-Fans empfehlen sondern auch denen, die bisher vor dem Thema zurückgeschreckt sind. Ja, Brandon Q. Morris hat einen neuen Fan.

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Calibans Krieg

James Corey , Jürgen Langowski , Matthias Lühn
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Der Hörverlag, 12.04.2018
ISBN 9783844529944
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Der erste Teil, Leviathan erwacht hatte mich ja mächtig begeistert. Der zweite Teil konnte zumindest teilweise daran anknüpfen. Warum teilweise? Fangen wir mal mit dem an, was mir gefallen hat.
Das Buch beginnt rasant. Auf Ganymed greift ein Monster an und Gunnery Seargant Roberta ‚Bobbie‘ Draper ist die einzige Überlebende. Bobbie hat mir als Figur einfach nur wahnsinnig gut gefallen. Sie kann kämpfen. Sie ist tough, aber auch verletzlich. Und sie ist nicht dumm. Schnell wird sie ein Spielball der Politik, aber sie schlägt sich dabei echt tapfer. Auf Ganymed treffen wir auch Prax, einen Botaniker, der verschroben daherkommt, seine Pflanzen liebt und natürlich seine kleine Tochter Mei. Die ist übrigens verschwunden. Entführt. Von wem ist anfangs unklar. Währenddessen spielen die Politiker ihr Spiel, der Mars und die UN der Erde liegen im Streit. Keiner will für den Angriff auf Ganymed verantwortlich sein. Dem Leser ist schnell klar, dass hier das Protomolekül aus Band 1 dahintersteckt, aber wie, weshalb und warum, ergibt sich erst im Laufe des Buches. Und dann ist da noch die Crew der Rosinante, sie ist zurück. Holden, Naomi, Alex und Amos. Holden hat allerdings einen Knacks davon getragen von den Erlebnissen in Band 1. Verständlicherweise. Schön fand ich hier, dass Naomi da klare Linien gezogen hat und bereit war, einen Schlusstrich zu ziehen. Holden war da teilweise schon ein überhebliches, selbstverliebtes Arschloch. Auf Politikseiten begegnen wir Avasarala, der 70jährigen stellvertretenden Untergeneralsekretärin der UN. Barsch, stellenweise kalt und mit allen Wassern gewaschen, ist sie mir irgendwie ans Herz gewachsen. Eine Frau, die sich auf politischer Ebene behauptet hat über Jahrzehnte hinweg und weiß, dass Vertrauen nicht leicht verteilt werden kann.
Eigentlich war also alles da, um das Buch zu einem ebenso tollen Erlebnis zu machen, wie den ersten Band. Leider gelang das allerdings nicht. Versteht mich nicht falsch, die Geschichte hat mir gefallen. Ich werde auch den nächsten Band lesen. Allerdings muss ich sagen, dass in Band 2 viele Chancen verschenkt wurden. Während es zwischendrin teilweise recht langatmig wird, geht es an anderer Stelle viel zu schnell voran und man kommt kaum dazu zu verschnaufen. Dabei geht allerdings die Qualität auch arg flöten. Was als großer Showdown gedacht war, plätscherte vor sich dahin ohne jegliche Spannung aufrecht zu erhalten. Das fand ich schade. Es lief alles viel zu glatt und irgendwie hatte ich den Eindruck, hier wollten die Autoren einfach nur fertig werden. Schade eigentlich.
Auch, dass mal wieder die Suche nach einer ‚verlorenen‘ Tochter eine Rolle spielte – das hatten wir ja bereits im ersten Band. Hier wäre ein anderer Ansatz interessanter gewesen. Auch der irrationale Miller wurde kurzerhand gegen den instabilen Prax ausgetauscht. Hier hätte man soviel mehr Potential gehabt für andere Figuren, die nicht schon in Band 1 geschrieben wurden.
FazitEs ist schwer zusammenzufassen. Eigentlich hat mir das Buch gefallen, eigentlich aber auch nicht. Eigentlich war es spannend, aber eigentlich auch wieder nicht. Ich hoffe, Band 3 wird das etwas besser handhaben und werde mich einfach überraschen lassen. Es ist kein schlechtes Buch, aber man hätte so vieles anders machen können. Ich weiß, hätte hätte Fahrradkette.

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Der verratene Planet

D. Nolan Clark , Julian Haefs
Flexibler Einband: 720 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.10.2017
ISBN 9783453318359
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Der Klappentext klang mal wieder sehr spannend, ist aber nicht wirklich korrekt. Es herrscht kein Frieden, die MegaCons führen gegeneinander Krieg. Und statt sieben ehemaligen Kampfpiloten sind es nur fünf und von denen kann einer wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht mehr fliegen.
Eins vorweg, das Buch fing interessant und spannend an. Es zog mich sofort in seinen Bann. Die Welt, die Clark hier geschaffen hat, ist äußerst interessant und ich denke, das wird auch der Grund sein, warum ich den zweiten Band der Reihe irgendwann lesen werde.
Hinter dem Pseudonym D. Nolan Clark verbirgt sich der US-amerikanische Schriftsteller, David Wellington (im Einband des Buches fälschlicherweise als Daniel Wellington bezeichnet, auf der Homepage des Heyne Verlages wurde es aber mittlerweile korrigiert, danke Instagram!), der unter diesem Pseudonym seine Science-Fiction-Romane veröffentlicht. Er schreibt auch Fantasy unter dem Namen David Chandler und Horrorliteratur unter seinem richtigen Namen. Mir war er bis dato unbekannt.
Handwerklich gesehen ist er sehr gut und solide. Das Buch war schon richtig spannend. Allerdings kränkelte das ganze hinsichtlich der Figuren. Der Leser bekommt einige Figuren geboten, aber so richtig warm wurde ich mit keiner. Einzig Valk fand ich gut, besonders den Twist am Ende, aber auch hier wurde meiner Meinung nach extrem viel Potential verschenkt.
An sich ist das sehr schade, denn die Idee von der kleinen Welt Niraya, die sich einem übermächtigen Feind gegenüber sieht, ist toll. Auch der Feind an sich ist wahnsinnig interessant und hier will ich unbedingt mehr erfahren. Allerdings hoffe ich sehr, dass der nächste Band mit besseren Figuren aufwarten kann, die mich als Leser dazu bringen, mit ihnen mitzufiebern. So waren sie leider extrem flach, farblos und beliebig austauschbar. Wirklich schade.
FazitUnterhaltsames Science-Fiction in guter handwerklicher Umsetzung, allerdings ohne wirklich neue Konzepte oder Ideen. Schnell gelesen, trotz der über 700 Seiten, aber leider auch so schnell wieder vergessen.

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roboter

Exoplanet: Mission Kepler-438b

Armin Weber
Flexibler Einband: 311 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 05.05.2016
ISBN 9781530964826
Genre: Sonstiges

Rezension:

Armin Weber hatte mich über die Rezi-Suche kontaktiert. Der Klappentext klang spannend, die Leseprobe machte in der Tat Lust auf mehr. Warum also nicht? 248 Seiten sind bei mir schnell gelesen, aber leider wurde ich arg enttäuscht. Es ging spannend los, wurde dann aber schnell voll schräg und zog sich dann bald arg in die Länge. Die Figuren sind alles Männer – weil Frauen die Mission ja nur stören würden und es ja Streit geben würde zwischen den Männern, wenn zwei dieselbe Frau begehren würden – und davon ist irgendwie keiner sonderlich sympathisch. Es gibt Sexpuppen, die Nummer 2 den Männern für ihre Triebbefriedigung zur Verfügung gestellt hat und das auch teils sehr graphisch dargestellt. Die einzig Frau, die vor Beginn der Geschichte wohl ein Teil der Crew war, wurde bereits auf der Reise zum Titan vergewaltigt und ermordet – sie und ihr Partner sollten wohl Kepler-438-b anfangen zu bevölkern, so ganz war mir das irgendwie nicht klar, welche Rolle sie hätte spielen sollen, denn eigentlich war Nummer 2’s Ziel ja, die Erde zu entvölkern. Wäre ich eine künstliche Intelligenz, würde ich die Menschen kurzerhand auslöschen, statt solche Mühen auf mich zu nehmen, aber sei’s drum.
Die Teleportation wirkte irgendwie an den Haaren herbei gezogen und so richtig hatte man kein wirkliches Science-Fiction-Gefühl, was ich sehr schade fand. Vom Handwerk her ist der Schreibstil solide, allerdings fand ich die Wortwahl teilweise unpassend.
Ganz unabhängig davon, inwiefern der Wissenschaftsteil des Buches richtig oder fehlerhaft umgesetzt war, so wirkte vieles unlogisch und teils zusammenhangslos, dabei hätte der Autor hier sehr viel Potential gehabt, die Geschichte spannend und interessant aufzubauen. Leider war ich die meiste Zeit eher verwirrt und genauso leider muss ich sagen, dass mir das Buch so absolut gar nicht gefallen hat.
FazitDas Buch und ich passen nicht zueinander. Leider.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Tage der Sühne

Walter Jon Williams
Sonstige Formate
Erschienen bei HEYNE WILHELM, 01.09.1998
ISBN 9783453094345
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem mir „Aristoi“ von Walter Jon Williams so gut gefallen hatte, war ich auf „Tage der Sühne“ von ihm sehr gespannt. Der Klappentext klang sehr vielversprechend, aber irgendwie hatte ich nicht damit gerechnet, in einem Buch zu landen, das sich so sehr nach Wilder-Westen-Science-Fiction anfühlte. Williams schafft eine interessante Kulisse, auch wenn es anfangs eher zäh erscheint und man sich fragt, wann es denn so endlich richtig losgeht. Dabei ist die Hauptfigur Loren Hawn nicht unbedingt ein sympathischer Mensch. Er und ich sind auch die ganzen 415 Seiten lang nicht miteinander warm geworden. Trotzdem zog das Tempo der Geschichte ab der 2. Hälfte deutlich an und je mehr Loren den Dingen auf die Spur kam, desto weniger wollte ich es weglegen.
Auch wenn Williams viel world building betreibt, hätte das Buch ruhig ein paar Seiten kürzer sein können, dann hätte das Tempo von Anfang an gestimmt. So war mir das Buch grad am Anfang einfach viel zu zäh und ich war ein paar Mal versucht, es abzubrechen. Ich bin froh, dass ich dabei geblieben bin. Normalerweise liebe ich ja ausschweifende Erzählungen, aber die Stimmung des Buches war auf mich eher bedrückend weswegen für mich weniger wirklich mehr gewesen wäre. Ich hatte die meiste Zeit das Gefühl, selbst schwitzend und staubig neben Loren zu stehen, der versuchte, die Puzzle-Teile zusammenzusetzen, die aber anfangs so gar kein richtiges Bild ergeben wollten.
FazitAlles in allem ist es ein eigentlich spannender Scifi-Krimi mit ungewöhnlichen Twists, der, wenn er erstmal in Fahrt kommt, kaum zu stoppen ist. Im direkten Vergleich zu „Aristoi“ kann er allerdings so gar nicht mithalten.

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374 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 16 Rezensionen

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In einer kleinen Stadt

Stephen King , Christel Wiemken
Flexibler Einband: 880 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.09.2009
ISBN 9783453433991
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„In einer kleinen Stadt“ habe ich als Teenager das erste Mal gelesen und ich erinnere mich, dass ich schon damals arg geschockt war. Aber erst jetzt habe ich das Gefühl, das volle Ausmaß dieses Buches zu verstehen. Wie sehr Castle Rock außer Kontrolle gerät ist schon fast purer Wahnsinn. King spielt hier sehr mit der Dynamik, die es in jeder Kleinstadt oder in Stadtteilen von größeren Städten gibt. Nicht jeder mag jeden. Hinter dem Rücken wird getuschelt. Teilweise gibt es auch unverholene Feindseeligkeiten zwischen den Leuten aufgrund von Kleinigkeiten in der Vergangenheit. Wir alle kennen es in irgendeiner Form. Es ist einfach nur menschlich. Und King beweist hier erneut sein Talent dafür, Menschen zu verstehen und sie realistisch zu Papier zu bringen. Es ist einfach nur beeindruckend. Der Horror geht auch hier erneut von den Menschen selbst aus. Ihre Unberechenbarkeit, ihr Egoismus, ihre Fähigkeit so abgrundtief zu hassen, dass sie dabei jegliches Wissen um richtig und falsch ablegen, das alles sind Dinge, die mir persönlich mehr Angst machen als übernatürliche Monster und Dämonen.
Was mir im Buch wirklich sehr gefallen hat war der Bezug zu einigen seiner anderen Werke. So ist Sheriff Alan Pangborn dabei, der dem Leser schon in Stark – The Dark Half begegnet ist. Auch „flogen die Sperlinge wieder“ und wir erfahren, was aus Thad Beaumont geworden war. Auch Hinweise auf Sheriff Bannerman in Cujo gab es, und ja, auf sowas stehe ich total.
Für mich gehört In einer kleinen Stadt zu Kings besten Werken. Alan Pangborn ist ein wahnsinnig sympathischer Charakter und auch sonst sind einige Figuren dabei, denen man eigentlich nur gutes wünscht. Ich habe zum Lesen parallel das Hörbuch gehört, wenn mir die Zeit fehlte, mich mit dem Buch hinzusetzen. Es wird von David Nathan gelesen und er hat mir wieder einmal bewiesen, warum er für mich zu meinen deutschen Lieblingshörbuchvorlesern gehört. Grad Leland Gaunt trifft er absolut brilliant und bei den Szenen zwischen Alan und Sean musste ich aufpassen, dass ich nicht losweine.
FazitIn einer kleinen Stadt ist ein beeindruckendes Buch, das man kaum noch aus der Hand legen möchte. Der reale Horror kommt hier erneut von den Menschen und nicht so sehr von Leland Gaunt. Besonders beim Showdown am Ende habe ich einiges mal vor lauter Spannung den Atem angehalten. Absolute Lese-Empfehlung und für King-Neulinge ein guter Einstiegsroman.

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The Expanse: Der Schlächter der Anderson-Station

James Corey
E-Buch Text: 65 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 09.10.2017
ISBN 9783641223588
Genre: Sonstiges

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science fiction

Aristoi

Walter Jon Williams
Sonstige Formate
Erschienen bei HEYNE WILHELM, 01.12.1997
ISBN 9783453085909
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich muss gestehen, dass ich vor „Aristoi“ schon eine ganze Weile ziemlichen Respekt hatte. Williams schreibt hier eine Science-Fictiongeschichte, die auch stilistisch gesehen eine Herausforderung für mich dargestellt hat. Die Aristoi können ihren Geist nämlich in mehrere Persönlichkeiten, sogenannte Daimonen, spalten, die unabhängig von einander und vom eigentlichen Selbst Aufgaben übernehmen können und eigenständige Individuen innerhalb einer virtuellen Realität bilden. Williams hat das verdeutlicht, indem er den Text in zwei Spalten aufgeteilt hat, wo auf der einen Seite das Selbst etwas erlebt und auf der anderen Seite seine Daimonen dies kommentieren. Solche stilistischen Mittel finde ich zwar eigentlich nicht verkehrt, aber ich tue mich immer wahnsinnig schwer damit, sowas zu lesen, weil mich das immer völlig aus dem Lesefluss reißt. Dabei ist die Welt, die Williams hier geschaffen hat, sehr faszinierend und innovativ.
Auf den ersten Blick könnte man meinen es sei eine Utopie, wenn man aber das Klassensystem der beschriebenen Gesellschaft betrachtet, erkennt man sehr schnell, dass es sich entsprechend dem Titel des Buches um eine Aristokratie handelt. Einfache Menschen, sogenannte Demos, sehen in den Aristoi ihre Götter und beten diese entsprechend an. Durch Examen haben sie die Möglichkeit aufzusteigen und z.B. ein Therápôn zu werden, Mitglied einer Art Verwaltungsklasse, die selbst wiederum die Möglichkeit hat, zum Aristos aufzusteigen.
Aristos Gabriel ist wie alle anderen Aristoi auch für seine Welten und die Bewohner eben dieser verantwortlich. Wir folgen ihn und seinen Daimonen und schon zu Beginn erfährt man, dass in der Welt von „Aristoi“ auch Homosexualität etwas alltägliches ist, dass Geschlechter angepasst werden können, auch zeitweise um z.B. als Mann eine Schwangerschaft erleben zu können usw.
Die Themen sind sehr komplex und Williams entwirft eine Gesellschaft, die mir in dieser Form noch nicht untergekommen ist, eingebettet in eine spannende Geschichte, die den Leser auch über den spaltenweisen Schreibstil hinweg transportiert.
FazitEin sehr anspruchsvolles Buch im Science Fiction-Bereich, das ich sicherlich noch ein zweites Mal lesen werde um zu sehen, was mir beim erstmaligen Lesen entgangen ist. Kein Buch für Genre-Einsteiger aber definitiv sehr lesenswert für alle Fans, die innovative Ideen zu schätzen wissen.

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

buchheim verlag, charon, christopher golden, der fährmann, griechische mythologie, horror, kirche, liebe, lieblingsbuch, mystisch, mythologie, olaf buchheim, philosophie, religion, styx

Der Fährmann

Christopher Golden , Bernhard Kleinschmidt , John Howe
Fester Einband: 372 Seiten
Erschienen bei Buchheim Verlag, 20.03.2017
ISBN 9783946330011
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Buch hatte mich von der Phantastik-Bestenliste im Januar angesprungen und irgendwie musste ich es haben. Den Autor musste ich erstmal googeln, aber in anderen Ländern scheint er absolut kein Unbekannter zu sein und er hat zudem jede Menge Buffy-Romane geschrieben und sich wohl auch im Hellboy-Franchise bewegt. Mehr zu Christopher Golden könnt Ihr gern hier nachlesen. Ich glaube, seine anderen Bücher muss ich mir echt noch genauer anschauen.
Aber nun zum Buch. Es beginnt mit der jungen Lehrerin Jannine und ihrer ersten Begegnung mit dem Fährmann. Sie hat ihr Baby verloren und Golden schildert einfach nur atemberaubend ihre Gefühle und ihren Verlust. Überhaupt hat Golden hier ein Händchen für Emotionen und die Gefühlswelt seiner Charaktere, die ich – ja, das muss ich offen zugeben – von einem männlichen Autor nicht mal ansatzweise erwartet hatte. Er zeigt Figuren, die echt sind. Menschen mit ihren Problemen und Sorgen und ihrem inneren Leiden. Weiterhin lernen wir David kennen, ebenfalls Lehrer und Ex-Freund von Jannine. Ehrlich mal, er war für mich der beste männliche Charakter, der mir seit langem in Büchern begegnet ist. Ein Mann mit einer Einfühlsamkeit, einem Verständnis und Reife, die man in Büchern eher nur bei schwulen männlichen Figuren findet. Oder bei alten Männern. Naja, meistens findet man sie bei männlichen Figuren eher selten. Und das hat mich wirklich begeistert. Die dritte im Bunde ist Annette, ebenfalls Lehrerin und homosexuell. Statt hier dem Klischee zu entsprechen, ist sie eine junge Frau, die genauso unter gescheiterten Beziehungen leidet wie jeder andere und sich nach einer ernsten Beziehung sehnt. Sie ist die beste Freundin von David und Jannine und mitten dabei, als die Action losgeht.
Der Fährmann, Charon, stalkt Jannine und ihre Freunde. Er will Jannine in sein Reich bringen, dessen Zutritt sie, als sie das Baby verloren hat und ihr Leben selbst am seidenen Faden hing, abgelehnt hat. Und damit geht es auch schon los. Menschen sterben auf unerklärliche Art und Weise, seltsame Träume suchen sie heim. Annette findet plötzlich eine tolle Frau, die zu schön ist, um wahr zu sein und David muss sich damit auseinandersetzen, dass er in einen Streit mit einem Kollegen gerät und dieser danach an einem Herzinfarkt stirbt. Zu allem Überfluss taucht auch noch Jannines Ex auf, der Vater des verstorbenen Kindes und macht ihr das Leben schwer. Jannines Verhältnis zu ihrer Mutter ist sehr angespannt und distanziert aber auch hier wird es nicht langweilig.
Golden vereint in diesem Buch griechische Mythologie und christlichen Glauben und erlaubt es dem Leser selbst, für sich zu entscheiden, was Gott ist. Als Atheist finde ich sowas ja grundsätzlich immer gut und das hat mir auch in diesem Buch gut gefallen.
Im Grunde folgt man als Leser real gezeichneten Menschen mit Fehlern und Schwächen und Ängsten, aber auch viel Stärke und Mut. Man bekommt einen erwachsenen Umgang mit Menschen, die sich gegenseitig weh getan haben und trotzdem irgendwie miteinander auskommen müssen. Man erfährt Reue und Schmerz und trotzdem auch Freude und Freundschaft.
Alles in allem passt das Buch gar nicht so richtig in ein bestimmtes Genre. Phantastik ist es definitiv aber weder Scifi noch Fantasy, Horror oder Mythologie. Es hat von allem irgendwie ein bisschen und spannend war es bis zum Schluss.
FazitIch muss mehr Bücher von diesem Autor lesen. Handwerklich hat er es drauf und wenn er seine Figuren immer auch nur halb so real schreibt wie in diesem Buch, dann kann ja fast nichts schief gehen. Klare Lese-Empfehlung!

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Die Jesus-Welle

Richard Marbel
Flexibler Einband: 364 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 03.11.2017
ISBN 9781979455572
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Erneut ein Buch, dass mich über eine Anfrage vom Autor erreicht hat. Aufmachung und Setzung wirken schon sehr professionell. Handwerklich absolut solide umgesetzt und der verwendeten Sprache merkt man an, dass der Autor die eigene Sprache auch zu nutzen weiß. Schaut mich nicht so an, das ist keine Selbstverständlichkeit heutzutage.
Die Geschichte selbst ist sehr philosophisch und ich hab seit dem Ende des Buches noch einige Male darüber nachgedacht. Wie lebt man als Mensch, wenn man weiß, was nach dem Tod passiert? Eine echt faszinierende Frage, die Marbel hier aufwirft und die sich vielleicht nicht so einfach beantworten lässt. Ich persönlich fände es toll, wenn ich wüsste, was ‚danach‘ kommt. Ich denke, es würde mir viele meiner Ängste nehmen. Nicht nur die Angst davor, zu sterben, sondern vor allem die Verlustangst.
Wir folgen Michael, dem Priester, Lucy, der hochbegabten Rebellin und Stuart, dem Professor. Michael hat sich nach Italien verkrochen und eigentlich ist er nicht die Art Priester, die ich erwartet hatte. Auf der Suche nach Gott hat er leider den Glauben verloren. Stuart ist als Professor äußerst erfolgreich und verdient recht gut, aber für die Liebe hat er keine Zeit. Und Lucy hängt lieber in Clubs ab und gibt sich Alkohol und Drogen hin, statt ihre Hochbegabung sinnvoll zu nutzen, wobei ich mir das ohnehin schwer vorstelle. Sie ist sehr rebellisch und während die anderen dem Experiment eher skeptisch gegenüberstehen, ist sie von Anfang an davon begeistert.
Ein Rezensent auf Amazon hatte bemängelt, dass viele Stellen im Buch teilweise zu schnell abgehandelt werden und man sich als Leser hier gern einen langsameren Stil gewünscht hätte. Dem kann ich zustimmen. Der Autor lässt sich zu wenig Zeit beim Erzählen seiner Geschichte, was der Atmosphäre und den Reaktionen der Figuren teilweise nicht gerecht wird. Da hätte ich persönlich auch gern mehr Langsamkeit gesehen. Die Geschichte und die Figuren hätten es auf jeden Fall verdient.
Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Vor allem, weil das Thema „Was ist Gott?“ für mich als Leser eine schöne Antwort geliefert hat.

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Das Unsterblichkeitsprogramm

Richard Morgan
Flexibler Einband: 605 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.09.2004
ISBN 9783453879515
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Der Klappentext ist etwas verwirrend, denn irgendwie findet man nichts darüber im Buch, dass Kovacs fünfhundert Jahre lang eingelagert war. Aber davon abgesehen ist die Geschichte, die Morgan hier gesponnen hat, Cyberpunk vom Feinsten. Erzählt wird die Geschichte aus der ICH-Perspektive von Takeshi Kovacs, mit dem ich selbst nur langsam warm wurde. Trotzdem war ich von der ersten Seite an gefesselt.
Kovacs wurde von Laurens Bancroft angeheuert und aus der Einlagerung rausgeholt, um Bancrofts Mord aufzuklären, der sich nicht damit abfinden will, dass die Polizei behauptet, er habe sich selbst umgebracht. Bancroft ist über 300 Jahre alt, steinreich und hat mehrere Klone von sich, die er nutzen kann. Die Idee des digitalen Downloads ist im Science-Fictionbereich nicht neu, allerdings hat Morgan das hier geschickt umgesetzt.
Unterstützt wird Kovacs von der Polizistin Lieutenant Ortega, wenn auch anfangs eher widerwillig, da sie absolut nichts für Leute wie Bancroft übrig hat, die allgemein hin als Methusalems bzw. abfällig Meths bezeichnet werden.

Man wird von Morgan auf eine verrückte Reise durch die Welt mitgenommen und mit vielen Dingen konfrontiert, die nachdenklich stimmen. Auch hier wieder die Thematik, wie sich Menschen verändern, wenn sie unendlich lange leben können und der Tod kein Ende für die eigene Existenz darstellt. Schön fand ich dabei, dass der Kontrast zwischen reich und arm verdeutlicht wurde. Während die Reichen ihre eigenen Sleeves (also Körper, in die sie heruntergeladen werden) haben, kann sich der Normalbürger in der Regel nur fremde Sleeves leisten und meistens auch nur ein oder zwei weitere Resleeving-Vorgänge, was bedeutet, dass die Normalbürger immer eine volle Lebenszeit durchmachen bevor sie einen neuen Sleeve bekommen, während die Reichen eher dauerhaft „jung“ bleiben. Trotzdem verändert auch die Reichen die Aussicht, ewig und jung leben zu können und sie müssen sich mit ihren eigenen Dämonen zwangsläufig auseinandersetzen.
Den Leser konfrontiert Morgan mit Folter in virtueller Realität, Drogen und Prostitution. Leider hat das Buch dadurch einige Längen, die zwar helfen, die Welt zu vertiefen, in der man sich befindet, was aber auch hätten wegfallen können, ohne der Geschichte zu schaden. Gerade die Folterszenen hätte man getrost verkürzen können.
FazitAlles in allem hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen und Kovacs ist mir nach anfänglichen Schwierigkeiten im Laufe der Geschichte sehr ans Herz gewachsen. Ich denke, Teil 2 werde ich auch irgendwann lesen müssen. Klare Lese-Empfehlung für alle Fans von gutem Cyberpunk und jene SF-Fans, die sich bisher noch nicht an dieses Genre rangewagt haben. Wem Bladerunner gefallen hat, der ist auch hier gut aufgehoben. „Altered Carbon: Das Unsterblichkeitsprogramm“ war das erste Werk von Autor Richard Morgan und für einen Erstlingsroman ist er sehr gut gelungen.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Leviathan erwacht

James Corey , Jürgen Langowski , Matthias Lühn
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Der Hörverlag, 12.04.2018
ISBN 9783844529937
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ich.liebe.Weltraum-Opern! Einself! Was für ein gigantisches Buch. Es gibt einfach alles. Helden, Antihelden, Aliens, politische Intrigen, wirtschaftliche Gier und gigantische Technik.
Ich mochte das Buch kaum weglegen und hab die 600 Seiten oder was es sind auch relativ schnell durchgelesen. Um es in einem Wort zusammenzufassen: episch!
Wir folgen Jim Holden, XO an Bord eines Tankerraumschiffs. Er soll ein havariertes Schiff inspizieren. (ehrlich mal, allein die Beschreibung der Technik an diesem Punkt ist der Wahnsinn. Ein großes Schiff anhalten im All? Beschleunigungskräfte und ihre Auswirkungen auf den menschlichen Organismus? Einfach nur, WOW! Harald Lesch würde wahrscheinlich zwar immer noch skeptisch dreinblicken, aber nicht ganz so sehr wie bei StarTrek und seinen Trägheitsdämpfern *hüstel*) Anyway….sie inspizieren das Schiff und während sie das tun, taucht ein fremdes Schiff auf und zerstört den Tanker, mit dem sie eigentlich unterwegs waren. Schwupps, sind die Figuren auf eine Gruppe von 5 reduziert. Und damit gehts dann eigentlich auch schon so richtig los.
Zeitgleich folgen wir Detective Miller auf Ceres, einer Station in einem Asteroiden. Er erhält den Auftrag, die Tochter einer reichen Familie zu finden und „zurückzubringen“, sprich zu entführen, da das Mädel längst erwachsen ist und sich mit ihrer Familie überworfen hat. Bei seiner Suche stellt er sich allerdings zu gut an und landet schnell mitten in der Geschichte. Was man als Leser natürlich erst so nach und nach erfährt. Dass die verschwundene junge Frau und das havarierte Schiff zusammenhängen ahnt man schnell, aber wie, das verraten die beiden Autoren erst so nach und nach.
Besonders gut gefallen hat mir hier der Konflikt zwischen den einzelnen, hm, Rassen ist ein falsches Wort…. man denkt im Buch in den Kategorien „Gürtler“ (Menschen, die auf den besiedelten Stationen und Asteroiden geboren und aufgewachsen sind) und den „Erdler“ (Menschen, die auf der Erde geboren und aufgewachsen sind). Dabei unterscheiden sie sich physisch stark von einander, weil Menschen, die unter normalen Gravitationsbedingungen aufgewachsen sind, sich ganz anders entwickelt haben, als Menschen, die unter niedrigerer Schwerkraft aufgewachsen sind.
Zusätzlich dazu gibt es noch die Marsianer, sprich Menschen vom Mars und ganz in typischer Politikmanier sind sich diese drei Parteien immer mal mehr oder weniger spinnefeind.
Und während Holden auf der Flucht ist, Miller das Mädchen Julie sucht, der Mars und der Gürtel kurz vor einem Krieg stehen, werden die einzelnen Handlungsstränge immer mehr miteinander verwoben und ergeben ein Science-Fiction-Bild von epischem Ausmaß.
FazitIch bin immer noch von den Socken und muss die anderen Bände auch unbedingt lesen, so begeistert bin ich. Es war spannend bis zum Schluss. Absolute Lese-Empfehlung für Fans von epischem Science Fiction!

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513 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 70 Rezensionen

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Joyland

Stephen King , Hannes Riffel
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.01.2015
ISBN 9783453437951
Genre: Krimi und Thriller

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249 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

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Stark

Stephen King
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Heyne, 03.08.2009
ISBN 9783453433984
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Obwohl ich mich anfänglich etwas schwer tat, ins Buch reinzukommen, wollte ich es doch am Ende nicht mehr aus der Hand legen, denn wie bekämpft man eine zum Leben erweckte Romanfigur? Und wie macht man den Behörden klar, dass es den Mörder eigentlich so nicht gibt er aber trotzdem einen nach den anderen umbringt, ohne, dass man für verrückt gehalten wird? King hat mit Thad Beaumont einen sympathischen Charakter erschaffen, dem und dessen Familie man einfach nichts böses wünscht, allerdings ist das auch alles, was ich über Thad sagen kann. Er bleibt relativ farblos und uninteressant. Wesentlich interessanter fand ich da den Sheriff und George Stark, dessen Verfall abstoßend und faszinierend zugleich ist. Die Symbolik mit den Sperlingen hat mir gut gefallen, wobei es schon etwas gruselig war, dass ein Schwarm dieser kleinen Vögel doch so beängstigend sein kann. Abgesehen davon war Stark selbst ausreichend Horror.
FazitTrotz des anfänglich viel zu langsamen Tempos hat mir Stark spätestens ab der zweiten Hälfte richtig gut gefallen und auch wenn Thad Beaumont auf den letzten paar Seiten so richtig an Fahrt gewonnen hat, so war doch Sheriff Pangborn mein heimlicher Held.

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26 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

aberglaube, afrika, dystopie, fantasy, gestaltwandeln, gewalt, macht, magie, postapokalypse, postapokalyptisch, vorurteile, zaubere, zauberer

Wer fürchtet den Tod

Nnedi Okorafor
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 03.04.2017
ISBN 9783959811866
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Was für ein Buch. Im Rahmen des offenen Lesezirkels des SF-Netzwerks gelesen und für mich für gut befunden. Wenn man es herunter bricht, entspricht das Buch den klassischen Fantasy-Tropes: junge Heldin, außergewöhnliche Kräfte, übermächtiger Gegner, Welt retten usw. Ich denke, das ist auch das einzige, was ich wirklich bemängeln würde. Andererseits ist es schwierig, im Genre was wirklich neues zu erschaffen, das es nicht schon gibt. Und viele andere Romane sind – wenn man sie abspeckt – auch nur ein Abklatsch von bereits dagewesenem. Trotzdem möchte ich dieses Buch loben. Okorafor nimmt den Leser mit in ein futuristisches Afrika, in dem trotz allem Tradition, Brauchtum und Aberglaube eine große Rolle spielen. Warum sollte es da auch anders sein, als in anderen von Autoren geschaffenen Welten. Erschreckend sind dabei besonders die Gräueltaten, die die Nuru den Okeke antun. Onyesonwus ist das Ergebnis einer brutalen Massenvergewaltigung von Okeke-Frauen, darunter Onyesonwus Mutter Najeeba, durch Nuru-Männer. Die dort beschriebenen Szenen sind alles andere als leicht verdaulich und wenn man da empfindlich ist (so wie ich), dann sollte man sie entweder vermeiden oder nur oberflächlich überfliegen. Ja, das darf man als Triggerwarnung verstehen. Onyesonwus Mutter allerdings ist ein Beispiel dafür, wie stark Frauen sind. Immer! Ich habe das extrem bewundert. Nicht nur, dass sie die Vergewaltigung überlebt und daraus schwanger hervorgeht, nein, zu aller himmelschreienden Ungerechtigkeit gilt sie nun als Aussätzige und muss ihr Dorf und ihren Mann, den sie sehr geliebt hat, verlassen, weil sie als Schande gilt. (Ehrlich, ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen könnte bei dieser Thematik.) Weit von der Realität ist dies ja nicht entfernt. Trotzdem gibt Onyesonwus Mutter nicht auf und bringt eine Tochter zur Welt, die sturer, wütender und beeindruckender nicht sein kann.
Einige Mitleser im Lesezirkel bemängelten, dass Onyesonwus Wut auf Dauer nervt und ich gestehe, dass dies auch für mich sehr anstrengend war, denn Onyesonwu ist ständig wütend. Andererseits ist es für mich nachvollziehbar, woher ihre Wut rührt. Sie gehört nirgendwo dazu. Sie ist weder Okeke noch Nuru und ihr Aussehen zeichnet sie als Ewu ab, misstrauisch beäugt von allen Seiten. Dazu kommt, dass die Okeke glauben, dass Ewu, die das Erzeugnis eines Gewaltaktes sind, selbst nur Gewalt kennen. Am liebsten hätte ich Onye in den Arm genommen und ihr gesagt, dass alles gut wird. Und wahrscheinlich hätte sie mich dafür verprügelt, denn Mitleid will Onye genausowenig haben. Wir folgen ihrem Leben. Ihren Erzählungen. Ihren Geschichten der Kindheit. Damit sie dazu gehört, nimmt sie am 11. Ritual teil: einer Beschneidung. Ja, auch das thematisiert Okorafor in dem Buch. Weibliche Beschneidung. Durch das Ritual entsteht eine Verbindung zwischen Onye und den drei anderen Mädchen, die daran teilgenommen haben: Binta, Diti und Luyu. Die vier verbindet ab da eine ungewöhnliche Freundschaft und schnell erfährt man als Leser auch noch andere Dinge, die in allen Gesellschaften eine dunkle Rolle spielen. Sexueller Missbrauch durch einen männlichen Verwandten, in diesem Falle Bintas Vater. Bintas Schicksal hat mich zutiefst berührt. Sie wächst vor den Augen des Lesers und ich habe so manches Mal ihren Mut und ihre Kraft bewundert.
Onyesonwu merkt sehr bald, dass sie etwas Besonderes ist. Sie möchte bei dem ansässigen Zauberer Aro in de Lehre gehen doch er weist sie immer wieder ab, weil sie ein Mädchen ist. Sie verliebt sich in den Ewu-Jungen Mwita und die beiden verbindet sehr bald ein enges Band.
Der Zauberer Daib, der Vergewaltiger ihrer Mutter und somit Onyesonwus biologischer Vater, beobachtet Onyesonwu immer wieder und versucht sie auch im Traum durch Magie umzubringen. Zusammen mit Mwita und ihren Freundinnen bricht Onye auf, sich ihm zu stellen und ihre Reise ist voller Gefahren und Fantastik. Die Vorstellungskraft von Nnedi Okorafor hat mich einfach extrem beeindruckt. Zu keiner Zeit fand ich das Buch langweilig oder zäh, ganz im Gegenteil, diese Welt war für mich einfach nur faszinierend und exotisch. Und auch wenn man früh erfährt, wie die Geschichte irgendwie enden wird, hat es Okorafor trotzdem geschafft, die Spannung bis zum Ende aufrecht zu erhalten.
FazitMein persönliches Lesehighlight bis jetzt und ich bin sehr gespannt, „Das Buch des Phoenix“ zu lesen, was ebenfalls in dieser Welt angesiedelt sein wird.

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143 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Dead Zone

Stephen King
Flexibler Einband: 558 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.10.1993
ISBN 9783453069640
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eigentlich hatte mich der Klappentext so gar nicht angesprochen, aber ich wollte das Buch unbedingt lesen. Und siehe da … es zog mich in seinen Bann. Johnny ist ein wahnsinnig sympathischer Mensch und man leidet mit ihm und wünscht ihm eigentlich nur das beste. Mit 20 hat er einen schweren Unfall und liegt danach 4 Jahre im Koma. Als er erwacht, ist nichts mehr so wie vorher. Seine Mutter ist einem religiösen Wahn verfallen, seine große Liebe hat nicht gewartet und ihr Leben weitergelebt. Und er hat Visionen. Berührt er einen Menschen, kann eine einzige Berührung ihm viel über die Person verraten und manchmal auch die Zukunft zeigen. Das allein ist ja nicht zwingend schlimm, auch wenn er als Scharlatan und Wichtigtuer abgetan wird. Aber als er bei den Wahlkämpfen einige Politikern die Hände schüttelt, dann trifft er dabei auf Greg Stillson, einen Menschen, der vor nichts zurückschreckt, um seine Ziele zu erreichen.

Was mich dabei persönlich am meisten erschreckt hat, ist wie sehr King hier die Zukunft selbst vorausgesagt hat. Wenn man sich den Wahlkampf in den USA vorletztes Jahr anschaut, dann wird einem schon etwas flau, den Greg Stillson erinnert einen nur allzusehr an Donald Trump. Und auch die Reaktion der Menschen auf dessen Wahlkampf und politischen Erfolg sind erschreckend nah an dem, was während des Wahlkampfes und danach passiert ist. Ehrlich, hier ziehe ich meinen Hut vor Stephen King, der vorhergesehen hat, dass so ein politisch inkompetentes Menschlein (ja, ich hätte beinahe Arschloch geschrieben), durchaus sich selbst weit voranbringen kann, wenn es nur skrupellos ist. Und dass die Menschen bereit sind, einem solchen Deppen glauben zu schenken und ihn auch wirklich zu wählen.

Fazit
Ein für mich absolut geniales Buch voller Wehmut und Traurigkeit auf der einen Seite und politischer Voraussicht auf der anderen. Das Schicksal eines Menschen, dem man eigentlich nur ein schönes Leben wünschen wollte, weil er eben einfach nur einer von den Guten war

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ray - Die letzte Hoffnung

William J. Jordan
E-Buch Text: 141 Seiten
Erschienen bei Selfpublisher, 29.09.2017
ISBN 9781973167051
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Viele Autoren und Leser vertreten die Meinung, dass Schreiben ein Quäntchen Talent benötigt und der Rest Handwerk ist, das man lernen kann und an dem man immer arbeiten sollte, damit man nicht einrostet. Bei „Ray – Die Letzte Hoffnung“ fand ich die Idee an sich gut. Gerade im Science Fiction-Bereich bin ich begeistert, wenn es um Roboter und Androiden geht. Da freue ich mich eigentlich immer über neue Bücher. Das Buch kam gestern ins Haus geflattert und das Cover ist echt schön. Allgemein finde ich die äußere Aufmachung des Büchleins umwerfend. Bei 139 Seiten ist man auch sehr schnell durch, deswegen fing ich schon beim Abendessen an mit lesen.


Trotzdem muss ich jetzt so langsam an den Punkt kommen, wie mir das Buch gefallen hat. Und es tut mir immer echt leid, wenn meine Rezension nicht positiv ausfällt. Trotzdem finde ich, dass jeder Autor die ehrliche Meinung verdient, denn gerade aus nicht positiven Rezensionen kann man lernen und erkennen, was man verbessern kann. Und Familie und Freunde sind eigentlich immer diejenigen, die keine Gefühle verletzen möchten (wer tut das schon gern. Ich selbst tu mich grad richtig schwer damit, ehrliche Worte zu formulieren, die nicht weh tun, denn der Autor ist außerdem noch sehr sympathisch).


Die Geschichte beginnt mit Ray, der aufwacht und nicht weiß, wo er ist oder wer er ist. Leider schaffte es das Buch nicht, mich auch nur ansatzweise für Ray zu interessieren. Er blieb die ganze Geschichte über sehr farblos und unbeeindruckend. Mit den anderen Figuren verhielt es sich ganz genauso. Man konnte keine wirklich Beziehung zu irgendeiner Figur aufbauen. Der Autor hetzt regelrecht durch die Geschichte, so dass kein echter Spannungsbogen entsteht, Worldbuilding ist quasi nicht vorhanden. Ich habe das sehr oft bei Selbst-Publishern erlebt, dass sie eine Geschichte im Kopf hatten, die ihren Weg nach draußen bahnen wollte. Ich weiß auch wie das ist, wenn man seine Geschichte erzählen will, den Anfang, die Mitte und das Ende im Kopf hat, aber die große sumpfige Mitte (the great swampy middle) einen vor eine riesige Herausforderung stellt. Leider gibt es im Buch keine Mitte. Es gibt einen Anfang, der absolut nahtlos in die Mitte übergeht und gleich vom Ende gefolgt ist. Dabei geschehen die Dinge gefühlt innerhalb weniger Minuten und man hat keinerlei Orientierung, ‚wann‘ man sich befindet, geschweige denn was das ‚wo‘ ist.


Dazu kommt einiges an Logikfehlern. Dinge, die Ray nach eigener Aussage nicht weiß, dann aber wie durch ein Wunder dem Leser erzählt. Die Dialoge sind teilweise zu hölzern, die Reaktionen der Figuren absolut nicht nachvollziehbar.


Der Science-Part, der nicht nur namentlich zum Genre gehört, geht leider komplett unter. Hier ist die Frage, inwiefern tatsächlich Recherche betrieben wurde. Professor Harald Lesch würde wahrscheinlich die Hände überm Kopf zusammenschlagen.


Zu guter Letzt: Im Buch ist ein Lektorat angegeben. Es mag viele überraschen, aber auf Lektorat lege ich grundsätzlich viel wert, denn im Eifer des Gefechts Schreibens passieren zwangsläufig jedem Menschen Rechtschreib- und Grammatikfehler, die ein zweites Paar Augen ausmerzen kann. Hier kann man nicht mit Sicherheit sagen, ob das Lektorat einfach nur schlecht gearbeitet hat (sowas unterstelle ich eher selten) oder ob der Autor nach dem Lektorat und vor dem Druck noch Veränderungen vorgenommen hat (halte ich für wahrscheinlicher). Im Buch gibt es viele Grammatikfehler. Bestimmte Artikel, die nicht zum Nomen passten. Falsch verwendete Deklinationen. Das ganze macht das Leseerlebnis leider noch unrunder.


Fazit
Hätte der Autor hier mehr Wert auf Details gelegt; sich Zeit gelassen, seine Geschichte zu erzählen; sich die Mühe gemacht, seinen Figuren mehr Persönlichkeit einzuhauchen, und noch dazu eine echte Welt aufgebaut, in der die Handlung spielt, dann wäre aus „Ray – Die Letzte Hoffnung“ durchaus ein guter Erstlingsroman geworden. Ich weiß: hätte hätte Fahrradkette. So ist die Geschichte leider ein missglückter Versuch, der mich als Leser nicht mal ansatzweise überzeugen konnte. Und auch wenn es in Zukunft zwei weitere Teile geben soll, bin ich derzeit nicht motiviert, diese zu lesen.


Anmerkung: Ich möchte dem Autor William J. Jordan danken, dass er mir das Rezensionsexemplar übersandt hat. Ich weiß, dass es viel Mut erfordert, sich mit seinem Werk einer ehrlichen Meinung zu stellen. Ich wünsche ihm für die Zukunft trotzdem viel Erfolg und drücke ihm die Daumen, dass er durch weiteres Arbeiten am Handwerk es schafft, einen Roman zu veröffentlichen, der die Leser begeistern wird.

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Die eisigen Säulen des Pluto

Kim Stanley Robinson
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.05.1991
ISBN 9783404240920
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Kim Stanley Robinsons Bücher und ich haben eine sehr angespannte Beziehung miteinander. Während mich eines seiner Bücher maßlos begeistern kann, schafft ein anderes mich zu Tode zu langweilen. Trotzdem klang der Klappentext so spannend, dass ich es einfach mal wieder ausprobieren musste. Und ich wurde dieses Mal nicht enttäuscht. Erstveröffentlicht wurde der Roman 1984, also fast 10 Jahre bevor er den ersten Band seiner Mars-Trilogie veröffentlicht hat. Überhaupt scheint das Buch keinen allzu großen Bekanntheitsgrad zu haben im Vergleich zu seinen Nachfolgern.

Mich selbst packte es von der ersten Seite an. Wir folgen drei Personen, Emma Weil im Jahre 2248, Professor Hjalmar Nederland im Jahre 2547 und Edmond Doya im Jahre 2610. Während die drei Personen nie wirklich direkt miteinander zu tun haben, sind ihre einzelnen Geschichten faszinierend. Und während unser Sonnensystem, seine besiedelten Planten und die Gesellschaft drum herum ein absolut interessantes Setting bieten, so sind es doch diese drei Figuren, die die Geschichte vorantreiben und mich fasziniert haben. Dabei beleuchtet Robinson wieder Themen, der auch in seinen späteren Romanen von Bedeutung sind. Hier ganz vordergründig: wenn der Mensch viele Hunderte von Jahren leben kann, wie wirkt sich das auf den einzelnen und auf die Gesellschaft aus. Welche Wirkungen hat das auf die Psyche. Und auch wenn Robinson keine sicheren Antworten liefert, so regen seine Analysen zum Nachdenken an. Dabei gefiel mir im Buch besonders, dass ich den Figuren immer wieder wechselnde Gefühle entgegenbrachte. Erst war ich fasziniert, dann abgestoßen, dann genervt, dann voller Mitleid. Besonders Nederland ist eine Figur voll Egozentrik, Selbstzweifel und schwerstem Gefühlchaos. Es war einfach eine faszinierende Lesereise, ihn durch seinen Teil zu begleiten. Aber auch Emma und Edmond bin ich sehr gern gefolgt und ich wünschte, das Buch hätte zum Ende hin Antworten auf all meine Fragen geliefert. Leider hat es das nicht getan. Auch ob meine Vermutung, die ich mit der Figur Theophilus Jones am Ende des Buches teile, richtig war, werde ich wohl nie erfahren.

Fazit
Ein echt interessantes Buch, das es schafft, durch die Figuren einen eigentlich minimalen Handlungsstrang so erfolgreich von Anfang bis Ende voranzutreiben, dass es an Spannung bis zur letzten Seite nicht zu überbieten war. Und auch wenn viele Fragen offen bleiben und man als Leser selbst alles weiterspinnen kann, so war es doch ein geniales Buch, das mich echt begeistert hat und über das ich sicherlich noch so einige Zeit nachdenken werde.

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