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208 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 62 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, berlin, krieg, zukunft

Wir waren hier

Nana Rademacher
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 18.01.2016
ISBN 9783473401390
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:


Im Jahr 2039 ist Berlin von Bomben zerstört. Die Menschen leben in Angst, haben Hunger und viele von ihnen haben unter der strengen Militärregierung ihren Lebenswillen verloren. Sie werden überwacht, kontrolliert und wer sich in offener Kritik am Regime übt, wird gnadenlos verfolgt und beseitigt. Und doch gibt es noch Menschen, wie die 15-jährige Anna, die einen Weg gefunden haben, mit der Außenwelt zu kommunizieren und mit ihrer Meinung nicht hinter den Berg halten. Anna schreibt einen Blog über ihr Leben und ihren Alltag. Über ihre Familie und Freunde und die Zustände in Berlin. 

Nie hätte sie gedacht, mit ihren Gedanken einen anderen Menschen zu erreichen und doch sind sie auf einmal da, die Kommentare von Ben aus Hamburg, der Anna versteht, sie zum Lachen bringt und ihr Hoffnung in einer sonst trostlosen Welt schenkt. Ben schleicht sich immer mehr in ihr Herz und als er schließlich ein Treffen in Berlin vorschlägt, stimmt Anna voll Freude zu. Doch eigentlich kennt sie Ben gar nicht. Wer also steckt wirklich hinter den geheimnisvollen Kommentaren?

Eindruck:


Nana Rademacher hat eine bedrückende, realistische Zukunftsvision geschaffen, in der die Welt vom Krieg gezeichnet ist und die Menschen am Limit leben. Der Tod ist allgegenwärtig, die Bewohner Berlins leiden Hunger und Durst, da sie nicht einmal das Nötigste zum Überleben haben. Inmitten dieses trostlosen Szenarios lebt Anna, die es tatsächlich geschafft hat, ihren Blog online zu schicken.
 
In ihrem Blog erzählt sie von ihrem Leben und in jedem ihrer Sätze wird deutlich, wie abgestumpft sie durch die harten Lebensumstände schon ist. Um sich selbst zu schützen, sind ihre Einträge emotionslos und wirken stets weit vom Geschehen entfernt, als wolle sie die schrecklichen Ereignisse erst gar nicht näher an sich heranlassen. Als die Kommentare von Ben auftauchen kehrt ein bisschen Hoffnung in Annas Welt zurück und die beiden verabreden sich zu einem ersten Treffen in der Stadt.

Die gesamte Geschichte ist düster und trotz der Liebesgeschichte zwischen Anna und Ben durchgehend kalt und hoffnungslos. Immer wieder wird der Leser mit dem Leid der Menschen konfrontiert. Annas Erzählung entwickelt einen Sog, allerdings nicht auf eine gute Art und Weise. Eher auf die Art, die einen daran hindert, in Horrorfilmen wegzusehen, auch wenn von Anfang an klar ist, dass genau diese Bilder eine schlaflose Nacht verschulden werden. 

Das Buch ist flüssig geschrieben und lässt sich leicht lesen, allerdings hatte ich besonders zu Beginn Probleme mit Annas Blogeinträgen, in denen sie teilweise komplette Sätze groß- oder kleinschreibt, um besondere Aspekte hervorzuheben. An und für sich hat mir die Idee mit den Einträgen allerdings gut gefallen und ich hätte Annas Leben in Berlin nach dem Krieg gerne weiterverfolgt. Ich hatte mir Infos über die Hintergründe des Kriegs und die neue Regierung gewünscht, doch stattdessen wechselt der Handlungsort nach dem ersten Drittel des Buchs. Noch immer erzählt Anna ihre Geschichte, nun allerdings nicht mehr in Blogeinträgen.

Immer wieder haben mir auch im weiteren Verlauf ein paar Hintergrundinformationen gefehlt. So bleiben auch die Figuren, allen voran Anna und Ben, leider doch zeitweise blass und etwas unnahbar. Obwohl ich Annas Geschichte gerne verfolgt habe, ist auch das Ende leider etwas knapp und zu schwach ausgefallen. Besonders mit dem Epilog der Geschichte hatte ich Probleme, denn er stellt die gesamte vorhergegangene Handlung noch einmal infrage. 

Die Autorin spielt immer wieder mit den Gedanken ihrer Leser und am Ende ist es schwer, die Realität des Buchs von der Fiktion zu unterscheiden. Was ist Anna wirklich passiert, was nicht? Welche Erlebnisse sind ihrer Fantasie entsprungen, was hat sie wirklich erleiden müssen? Besonders das Ende lässt mich mit einigen Fragezeichen zurück, sodass mich Nana Rademachers Geschichte wohl in Gedanken noch eine Weile begleiten wird. Insgesamt eine vielversprechende Idee für eine Dystopie, leider etwas schwach umgesetzt und nicht unbedingt ein Buch für zartbesaitete Leser.

Bewertung: 3 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal ( Blog & Facebook)

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27 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Animox. Die Stadt der Haie

Aimée Carter , Maren Illinger , Frauke Schneider
Fester Einband: 330 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 23.10.2017
ISBN 9783789146251
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt:


Die Gefahr ist noch nicht gebannt! Noch immer ist Simons Großvater Orion, der Herrscher des Vogelreichs, auf der Suche nach den verbleibenden Teilen des mächtigen Greifenstabs. Auch seine Großmutter Celeste, die ehemalige Alpha des Säugerreichs ruht nicht und tut alles, um das Artefakt in ihre Hände zu bekommen. Simon und seine Freunde müssen ihnen zuvorkommen, um einen Krieg zwischen den Reichen zu verhindern.

Dieses Mal führt sie ihr Abenteuer nach Los Angeles, wo sie Jams Vater, der General und Oberhaupt des Unterwasserreichs bereits erwartet. Doch die Mission ist heikel. Überall wimmelt es vor Soldaten der gnadenlosen Unterwasserarmee, die Simon und seine Freunde keine Sekunde aus den Augen lassen. Die Lage scheint zum Verzweifeln. Wird es ihnen gelingen, nach dem Teil aus dem Reptilienreich nun auch das Teil des Unterwasserreichs sicher in ihren Besitz zu bringen oder sind die Freunde dieses Mal zum Scheitern verurteilt?

Eindruck:


Zum nunmehr dritten Mal entführt Aimée Carter ihre Leser in die Welt der Animox. Seit Simons erstem Abenteuer hat sich viel verändert und er hat stets weiter an Sebstvertrauen und Zuversicht gewonnen. Nichts erinnert mehr an den Außenseiter, der er einst gewesen ist. Simon hat Freunde gefunden und sein Erbe als Animox akzeptiert. Er stellt sich jeder Herausforderung und scheut keine Gefahr, wenn es darum geht, ein weiteres Teil des Greifenstabs in seine Hände zu bekommen.

In „Die Stadt der Haie“ steht nun vor allem Jam im Mittelpunkt und wir erfahren mehr über seine komplizierten familiären Verhältnisse außerhalb des L.A.G.E.R. (= Leitende Animox-Gesellschaft für Exzellenz und Relevanz). Gemeinsam mit seinen Freunden begleiten wir Simon, nach Los Angeles, wo das Unterwasserreich seinen zentralen Sitz hat. Auch die anderen Charaktere, die wir schon in den anderen Bänden kennengelernt haben, spielen wieder ihre Rolle. Noch immer sind Simon und Nolan nicht die allerbesten Freunde, allerdings scheint ihr Verhältnis gefestigt und Simon beginnt seinen Bruder immer mehr in seine Abenteuer einzubeziehen.

Auch wenn die Handlung auf den ersten Blick doch recht geradlinig und offensichtlich erscheint - Simon möchte das Teil des Greifenstabs im Wasserreich finden - gelingt es der Autorin immer wieder, ihre Leser zu überraschen. Nicht immer verläuft alles nach Simons Plan und die kleine Truppe hat mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Auch innerhalb der Gruppe kommt es dieses Mal zu kleineren Spannungen, die es zu beseitigen gilt. Zudem kommt es mit dem Auftauchen neuer Charaktere wieder einmal zu einer großen Überraschung, allerdings wird an dieser Stelle natürlich nicht zu viel verraten ;)

Der Wiedereinstieg und das Zurechtfinden in der Geschichte gelingt direkt schon in den ersten Kapiteln, da die wichtigsten Elemente der Handlung aus den anderen Bänden noch einmal ausführlich aufgegriffen werde. Schon die ersten Seiten sind direkt wieder ziemlich spannend, als die Zwillingsbrüder einen illegalen Ausflug außerhalb der Schule unternehmen. Wieder einmal ist es der Autorin gelungen, mich vollkommen zu fesseln und mit einer wunderschönen Erzählung voll Freundschaft, Familie und spannender Abenteuer zu überzeugen. Sprachlich ist „Die Stadt der Haie“ wieder gewohnt flüssig und leichtgängig. Auch für diesen Band der Reihe gibt es deshalb eine unbedingte Leseempfehlung von mir.

Bewertung: 5 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal ( Blog & Facebook)

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191 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

fantasy, liebe, katharina seck, bastei lübbe, familie

Tochter des dunklen Waldes

Katharina Seck
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.11.2017
ISBN 9783404208807
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt:


Mit ihrem Onkel und ihrer Tante lebt Lilah am Rand des dunklen Waldes, der an das Dörfchen Grünweite grenzt. Die Dorfbewohner erzählen sich schon seit jeher Schauergeschichten über den düsteren Morgenwald, in dem die wunderlichsten Kreaturen hausen sollen. Niemand betritt den dunklen Wald freiwillig und dennoch fühlt Lilah sich auf unerklärliche Weise von ihm angezogen. Er übt eine Faszination auf sie aus, die sie sich selbst nicht erklären kann. Als dann eines Morgens die Leiche einer jungen Frau am Waldrand gefunden wird und Lilahs Sommerliebe Dorean spurlos verschwindet, beschließt sie, der Sache auf den Grund zu gehen. Doch dazu muss Lilah sich all den düsteren Legenden stellen und sich selbst in den dunklen Morgenwald wagen... 

Mein Eindruck:


Zu Beginn von „Tochter des dunklen Waldes“ steht ein Prolog, der das Märchen vom träumenden Mädchen und dem Eichenherz erzählt. Ein perfekter Einstieg, der die Angst der Dorfbewohner vor dem Wald verdeutlicht und eine düstere, schauderhafte Kulisse heraufbeschwört. Die Grundidee hinter dem Buch hat mich von Anfang an gefangengenommen. Ein dunkler Wald, von düsteren Mythen umrankt, ein junges Mädchen und ihre große Liebe. Was sich im Morgenwald offenbart ist wirklich magisch, auch wenn ich an dieser Stelle nicht allzu viel verraten möchte.
 
Katharina Secks Schreibstil  ist ausschweifend, atmosphärisch und steckt voller Details, die den dunklen Wald lebendig werden lassen. Dennoch wirkt die Sprache dadurch sehr tragend und gemächlich, es gibt viele Schachtelsätze und der Handlungsfortschritt hat doch das ein oder andere Mal durch die ausufernden Beschreibungen gelitten. Leider verliert sich die Spannung allzu oft in den ausufernden Beschreibungen der Umgebung, sodass die Handlung stellenweise nicht wirklich vorankommt. Der rote Faden ist allerdings deutlich zu erkennen und es gibt einige unerwartete Wendungen. Dennoch ist insgesamt ein Großteil der Handlung für mich doch zu vorhersehbar gewesen und die Enthüllungen haben mich nicht mehr wirklich überraschen können.

Auf der einen Seite wird die Kulisse liebevoll und detailliert beschrieben, aber auf der anderen Seite hat es durchaus Passagen gegeben, die vor allem inhaltlich nicht detailliert genug gewesen sind. Besonders im letzten Drittel hat mir handlungstechnisch gesehen etwas die Tiefe gefehlt, um vollständig in die Erzählung abtauchen zu können. Nach der Lektüre sind bei mir also noch immer einige Fragen offen, die im Handlungsverlauf nicht ganz zufriedenstellend beantwortet worden sind.

Lilah und Dorean haben mir als eigenständige Protagonisten gut gefallen und auch als Pärchen haben die beiden durchaus Potential, dass allerdings nicht vollständig ausgeschöpft worden ist. Lilah wirkt sehr jung, teilweise naiv und läuft Dorean hinterher, obwohl er sie mehrfach abweisend behandelt. Dorean hingegen wirkt von Anfang an sehr mysteriös und es ist offensichtlich, dass er etwas verbirgt. Seine Seite konnte ich stets gut nachvollziehen, wohingegen ich bei Lilahs Entscheidungen einige Male nur den Kopf geschüttelt habe. Beide bleiben leider vergleichsweise blass und auch ihre große Liebe war für mich leider nicht ganz nachvollziehbar.

Katharina Seck beweist in „Tochter des dunklen Waldes“ ihre Kreativität und fängt die Atmosphäre des dunklen Waldes wunderbar ein. Insgesamt hat die Autorin mit ihrem neuesten Werk eine magische Welt geschaffen, die den Schauplatz für eine Geschichte voll Freundschaft, Magie und Geheimnissen bildet. Dennoch ist bei mir besonders durch den ausufernden Schreibstil der Funke nicht ganz übergesprungen. Auch inhaltlich hat mich die Erzählung nicht völlig fesseln können. Dennoch erhält das Buch solide 3 Sterne von mir und wer gerne mehr über die Magie des Waldes erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, sich an der Seite von Lilah selbst in den dunklen Morgenwald zu begeben ;)

Bewertung: 3 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal

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284 Bibliotheken, 19 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

snow, danielle paige, fantasy, schnee, magie

Snow

Danielle Paige , Anne Brauner , Eva Schöffmann-Davidov
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 19.09.2017
ISBN 9783522202374
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eindruck:


Der Einstieg in die Geschichte ist richtig bedrückend. Snow lebt in der geschlossenen Psychiatrie im Hochsicherheitstrakt von Whittaker, nachdem sie versucht hat, durch einen Spiegel zu gehen und sich dabei schwer verletzt hat. In Whittaker hat Snow nur einen einzigen Freund - Bale. Doch auch der ist ihr weggenommen worden. Nun ist sie alleine und auf sich gestellt, ohne auch nur zu ahnen, welche wundersame Welt sich derzeit noch vor ihr verbirgt. Sprachlich gesehen sind die ersten Seiten wirklich gelungen. Sie lassen sich flüssig lesen und die vielen Details erwecken die beklemmende Kulisse von Whittaker zum Leben. Absolut kein Ort zum Wohlfühlen.
 
Die Erzählung schreitet nach den ersten Seiten schon mit hohem Tempo voran. In jedem Kapitel werden neue Fragen aufgeworfen und ich hatte leider das Gefühl, dass dadurch die Tiefe der Geschichte etwas verlorengeht. Es passiert einfach zu viel, dass in zu kurzen Kapiteln erzählt werden möchte, sodass es schwerfällt, alles auf Anhieb zu erfassen. 

Besonders in Bezug auf Algid und seine Bewohner, aber auch auf Snows Fähigkeiten hat Danielle Paige einige wirklich gute Ideen, deren Potenzial aber nicht vollkommen ausgeschöpft werden. Zudem hat sich bei mir das Gefühl eingeschlichen, dass oftmals Informationen zwischen den Kapiteln verlorengegangen sind, die zum Verständnis der Geschichte beigetragen hätten. Die Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten sind mir deshalb meist doch sehr abrupt erschienen.

Auch die Protagonisten selbst bleiben ziemlich farblos. Die Emotionen kommen nicht richtig an und ich habe leider mit keinem Charakter wirklich mitgefiebert. Snow fährt mit ihren Handlungen keine klare Linie. Sie will Bale befreien, doch lässt sie sich immer wieder von den unterschiedlichsten Parteien beeinflussen und trifft kaum eigene Entscheidungen. Wenn doch, dann sind sie meist naiv, undurchdacht und nur  auf ihr eigenes Wohl bezogen, sodass ich leider wenig Sympathie für Snow entwickelt habe. Auch die Liebesgeschichte hat mich zu keiner Zeit berührt. Snows tiefe Gefühle für Bale wirken unglaubwürdig, da sie tatsächlich sowohl mit Kai als auch mit Jagger anbandelt, denen sie beiden in Algid begegnet. Ich bin schon kein großer Fan von Dreiecksbeziehungen, aber eine Vierecksbeziehung ist mir dann doch deutlich zu anstrengend.

Die Seiten haben sich für mich deshalb nur so dahingeschleppt und ich habe das Buch immer wieder ganz einfach beiseitelegen können. Algids Magie hat sich bei mir nicht entfaltet, vielmehr hat das Buch bei mir eine Leseflaute ausgelöst, sodass ich, wenn überhaupt, nur noch wenige Seiten am Tag lesen wollte. 

Insgesamt muss ich leider sagen, dass ich die Reihe nach dem ersten Band auf jeden Fall beenden werde. Die Geschichte hat mich nur zum Schluss etwas gepackt und überrascht, in den vorderen Kapiteln hat mir schlicht und ergreifend die Tiefe gefehlt. Auch die Charaktere bleiben oberflächlich, sodass ich sie nie richtig greifen und verstehen konnte. Das Hin- und Her zwischen Snow und den Jungs ist mir einfach zu viel gewesen und an vielen Stellen hätte ich mir mehr Details gewünscht. Auch wenn ich das Ende doch ganz passabel fand, leider kein Highlight für mich.

Bewertung: 2 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal

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157 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

dschinn, nalia, dtv verlag, heather demetrios, nalia tochter der elemente

Nalia, Tochter der Elemente - Der Jadedolch

Heather Demetrios , Gabriele Burkhardt
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423717472
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt:


Nalia lebt als Dschinn auf der Erde, seit sie von den Sklavenhändlern der Dunklen Karawane an den machtgierigen Malek verkauft worden ist. Fernab ihrer Heimat Ardjinna inmitten des Luxus und Glamours der Filmmetropole Hollywood ist sie an einen Meister gebunden, der sie zwingt, die Wünsche seiner Geschäftskunden zu erfüllen, um sich selbst den gesellschaftlichen Aufstieg zu ermöglichen. Mittlerweile gehört Malek zu den mächtigsten Männern in Los Angeles und er lässt seine Dschinn immer wieder spüren, wer das Sagen hat. Egal wie oft Nalia gegen ihn aufbegehrt - Malek verweist sie immer wieder in ihre Schranken.

Nur Raif, der junge Anführer der Rebellen, kann ihr geben, was Nalia von Herzen begehrt. Er kann die Bindung an ihren Meister brechen. Doch er ist selbst ein Dschinn - ein Djan, dessen Familie von Nalias Kaste ermordet worden ist. Kann Nalia ihm wirklich vertrauen, oder ist alles Teil von Raifs Plan, um auch die letzte der Ghan Aisouri endgültig zu vernichten?

Eindruck:


Auch wenn ich das Buch als Vorabexemplar ohne Veredelung gelesen habe, sticht natürlich das farbenfrohe Cover sofort ins Auge. Die Farben sind nicht grundlos gewählt und spielen auf den Inhalt des Buchs von Heather Demetrios an - wirklich toll 😊

Die Hauptprotagonistin Nalia führt uns durch ihre Geschichte, wobei Gegenwart und Vergangenheit geschickt miteinander verwoben werden. Sie gelangt als Sklavin auf die Erde und ist dort an ihren Meister Malek gebunden. Obwohl Nalia als letzte Angehörige der mächtigen Greifenreiter die rechtmäßige Herrscherin über Ardjinna ist, hegt sie dennoch keinerlei Ambitionen Kaiserin Calar aus der Kaste der Ifrit von ihrem Thron zu stoßen. Sie kann den Hochmut und die Grausamkeit der Ghan Aisouri nicht nachvollziehen und möchte niemals in die Fußstapfen ihrer Vorfahren treten, die ihre Herrschaft auf Unterdrückung aufgebaut haben. Nalia hat ein gutes Herz und möchte zuallererst ihren kleinen Bruder Bashil aus der Gefangenschaft befreien. Auch der Glanz und Luxus Hollywoods, den ihr Malek bietet, kann ihr nicht das geben, was sie sich tief im Herzen ersehnt.

Genau dieser Zug fasziniert Raif, den jungen Anführer der Rebellen so an ihr. Er schätzt Nalias sanftes Wesen und ihre liebevolle Art, die sie von den verstorbenen Dschinn ihrer Kaste abhebt. Obwohl Nalia anfangs nur ein unwichtiger Teil von Raifs Plänen gewesen ist, erkennt er schon bald, dass ihm die Ghan Aisouri mehr bedeutet als er zunächst bereit ist zuzugeben.

Raif und Nalia haben mir als Hauptcharaktere beide gut gefallen, auch wenn ihre Beziehung doch noch einiges an Konfliktpotential geboten hätte – immerhin ist Nalias Kaste für den Tod von Raifs Vater verantwortlich. Und ein weiteres Geheimnis schwebt zwischen den beiden, das sicherlich im zweiten Band der Reihe noch eine größere Rolle spielen wird. Die Rolle des Erzählers wird abwechselnd von Nalia und Raif übernommen, sodass der Leser Einblick in die Gefühlswelt der beiden erhält. Auch Malek ist ein wirklich faszinierender Charakter, der sich besonders anfangs nicht so leicht durchschauen lässt. Erst im Verlauf der Geschichte wird sein wahres Wesen offenbart, was Nalia und Raif vor einige Probleme stellt.

Der Ansatz ist erfrischend neu und die Verschmelzung zwischen 1001 Nacht und den modernen Machtspielen Hollywoods hat mir großen Spaß gemacht. Auch die Episoden aus der Sicht von Nalias Verfolger fügen sich wunderbar in das Gesamtbild. Durch diese Episoden ergibt sich ein etwas drohender Unterton, der erahnen lässt, dass Nalia sich in großer Gefahr befindet. Er kommt ihr immer näher. Auf seiner Verfolgungsjagd kommt es auch immer wieder zu grausigen Szenen, die sich vom sonstigen romantisch-magischen Flair der Geschichte doch deutlich abheben.

Ein kurzes Glossar am Ende des Buchs bietet einen guten Überblick über die unterschiedlichen Klassen der Dschinn und ihre jeweiligen Fähigkeiten. Diese spielen im Verlauf der Handlung immer wieder eine Rolle. Es finden sich Informationen zu den unterschiedlichen Kasten der Dschinn, sodass viele alternative Sichtweisen präsentiert werden. Die Welt der Dschinn befindet sich im Umbruch und alte Strukturen werden endlich durchbrochen, doch noch immer stehen die einzelnen Gruppen sich eher feindlich gegenüber, sodass es das erklärte Ziel der Rebellen ist, alle Dschinn zu einen und das Kastenwesen ein für alle Mal abzuschaffen. Auch das ernste Thema des Sklavenhandels wird im Verlauf der Geschichte immer wieder thematisiert und stimmt trotz der fantastischen Verpackung doch recht nachdenklich. Besonders Nalia ist der Verkauf von Menschen ein Dorn im Auge. 

Die Welt der Dschinn hat mich vollkommen in ihren Bann gezogen. Sie sind magische Geschöpfe, die auf die Macht der Elemente bauen und deren Magie sich in einem zauberhaften Farbenspiel entlädt. Zum Ende hin laufen alle Erzählstränge zusammen und besonders die letzten Kapitel haben mich absolut gefesselt, als der Spannungsbogen seinen Höhepunkt erreicht hat. Auch wenn vieles aufgelöst worden ist, bleiben doch noch genügend Ansätze, die die Neugier auf den kommenden Band schüren. Das Gesamtpaket hat gestimmt und Heather Demetrios liefert mit „Nalia, Tochter der Elemente - Der Jadedolch“ einen gelungenen Auftakt, der Lust auf die Fortsetzung macht.

Bewertung: 4,5 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal

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159 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

drachen, fantasy, das erwachen des feuers, krieg, anthony ryan

Das Erwachen des Feuers

Anthony Ryan , Birgit Maria Pfaffinger , Sara Riffel
Fester Einband: 832 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 09.09.2017
ISBN 9783608949742
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt:


In einer Welt, die von Drachen bevölkert wird, ist ausgerechnet ihr Blut das wertvollste Gut. Blutgesegnete können sich das Drachenblut zunutze machen, denn es verleiht ihnen besondere Fähigkeiten. Das Blut blauer Drachen für den Geist, das Blut schwarzer Drachen für die Stärke, das Blut grüner Drachen für den Körper und das Blut roter Drachen für das Feuer. Doch die Ära der Drachen neigt sich ihrem Ende zu. Immer weniger Exemplare werden in freier Wildbahn gesichtet. Die Nachzuchten sind kränklich und weitaus schwächer als ihre in Freiheit lebenden Artgenossen. Nur ein Mythos kann einen Krieg um das verbleibende Drachenblut verhindern - der weiße Drache. Viele tapfere Abenteurer haben auf der Suche nach dieser mächtigsten aller Drachenarten ihr Leben gelassen. Keiner hat ihn jemals gesehen und ist lebend zurückgekehrt.

Gemeinsam mit den Langgewehren macht sich Claydon Torcreek, seines Zeichens Dieb und unregistrierter Blutgesegneter, auf die Jagd nach einer Legende. Zeitgleich soll Lizanne Lethridge, Agentin und Spionin des Eisenboot Syndikats, eine Karte mit Hinweisen auf den Verbleib des weißen Drachen stehlen. Marineoffizier Corrick Hilemore gerät indessen in eine verzwickte Seeschlacht, als er das geheime Versteck einer Piratenbande aushebeln soll.

Eindruck:


Auch wenn die Geschichte auf den ersten Seiten doch recht komplex anmutet, so ist sie dank der ausführlichen Erläuterungen von Beginn an gut verständlich und der Einstieg gelingt ohne Mühe. Karten erleichtern zusätzlich auch die räumliche Orientierung und vermitteln einen ersten Eindruck der von Anthony Ryan geschaffenen Welt. Die Idee, dass Drachenblut den Blutgesegneten besondere Fähigkeiten verleiht ist innovativ und vielschichtig. Ich war von Anfang an mittendrin und der Autor hat mit seiner Erzählung absolut meinen Geschmack getroffen.
 
Die Geschehnisse werden aus drei verschiedenen Sichtweisen wiedergegeben, wobei drei unterschiedliche Charaktere als Erzähler fungieren: Clay, Lizanne und Hilemore. Jeder von ihnen erlebt in „Erwachen des Feuers“ ein eigenständiges Abenteuer, auch wenn die einzelnen Erzählstränge doch stets locker miteinander in Verbindung stehen.

Dabei sind die Hintergründe der einzelnen Protagonisten sehr verschieden, was sich auch in ihren Handlungs- und Denkweisen widerspiegelt. Alle drei Sichtweisen sind besonders dadurch sehr interessant, dass jeder Charakter einer anderen sozialen Schicht entstammt. Claydon hat dabei sicherlich den unkonventionellsten Part inne, denn er muss sich als gedungener Dieb und Mörder den Befehlen seines Onkels unterordnen. Lizanne hingegen hat eine der leitenden Positionen als Spionin des Eisenboot-Syndikats inne und Hilemore dient als zweiter Offizier auf einem der Schiffe des Protektorats.

Anthony Ryans Schreibstil ist bildgewaltig und voller Details, die ein besonders lebendiges Kopfkino nach sich ziehen. Dabei bleibt die Geschichte stets lebendig, voller Rätsel und packend, da der Autor ein besonders Talent hat, jedes seiner Kapitel mit einem offenen Ende zu versehen, das zum Weiterlesen animiert. Jeder Erzählstrang ist fesselnd und bringt neue Erkenntnisse über den weißen Drachen ans Licht, wobei der gesamte Plot stets stimmig bleibt. Die Spannung wird stets aufrechterhalten, sodass der Spannungsbogen auch bei einer Länge von über 700 Seiten nicht abflacht.

Mir sind beim Lesen wirklich viele Vergleiche in den Sinn gekommen. Es gibt Seeschlachten, die an „Pirates of the Carribean“ erinnern, eine abenteuerliche Reise auf der Insel der Drachen, die entfernt an „Jurassic Park“ erinnert, aber auch geheime Missionen, die direkt aus „James Bond“ entsprungen sein könnten. Obwohl es sich um ein Buch aus dem High Fantasy Bereich handelt, sind auch Elemente aus anderen Genres gekonnt eingesetzt, sodass sich ein ansprechender Mix ergibt. Jede Seite ist vor meinem inneren Auge lebendig geworden. Und obschon viele Rätsel des ersten Bandes zum Ende hin aufgedeckt werden, bleiben noch immer einige Fragen offen und lassen auf eine spannende Fortsetzung hoffen, auf die ich mich schon jetzt sehr freue!

Bewertung: 5 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal

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582 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 166 Rezensionen

zukunft, lügen, geheimnisse, intrigen, liebe

Beautiful Liars - Verbotene Gefühle

Katharine McGee , Franziska Jaekel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 18.10.2017
ISBN 9783473401536
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:


100 Jahre in der Zukunft steht im Herzen der Stadt New York ein modernes Hochhaus mit tausend Stockwerken, das sich meilenweit in den Himmel von Manhattan erstreckt – der Tower. Wer etwas auf sich hält und es sich leisten kann, lebt in den obersten Stockwerken. Auch Avery Fuller und ihre Freunde genießen den Luxus der oberen Etagen. Nach außen hin scheint ihr Leben perfekt. Sie sind jung, reich und wunderschön.

Doch ihr privilegiertes Leben hat auch seine Schattenseiten. Freundschaften zerbrechen, Feindschaften entstehen. Ein jeder spielt sein eigenes Spiel. Hinter all dem Wohlstand verbergen sich intrigante Lügen und skandalöse Geheimnisse, sie so weitreichend sind, dass sie ein junges Mädchen schließlich das Leben kosten.


Eindruck:


Für mich ist sofort klar gewesen, dass „Beautiful Liars“ bei mir einziehen wird, als ich das Buch bei den Neuerscheinungen entdeckt habe. Es bietet mehr, als auf den ersten Blick ersichtlich ist und so viel mehr Facetten, als durch den Klappentext zu vermuten gewesen wären. Der Einstieg über den kurzen Prolog ist wirklich gelungen und macht sofort Lust auf das Buch. Es stehen unglaublich viele Fragezeichen im Raum und auch die Identität des Opfers bleibt vorerst ungeklärt und wird erst im Verlauf der Geschichte offenbart. Auch die Hintergründe der Tat sind zu Beginn noch unklar. War es Selbstmord, ein Unfall oder gar Mord?
 
Die ersten Kapitel entpuppen sich nach dem Prolog als komplexer als zunächst angenommen, da wir fünf Jugendliche kennenlernen, die das Geschehen jeweils aus ihrer Sichtweise schildern. Sie haben alle Potential und einen interessanten Hintergrund, keiner ist wie der andere und sie stammen aus allen sozialen Schichten des Towers. Die schnellen Sichtwechsel sorgen für das nötige Tempo und die Seiten fliegen nur so dahin. Vertrautheit mit den Charakteren entwickelt sich dadurch allerdings erst ziemlich spät, da jeder immer nur einen kleinen Beitrag zum Gesamtbild leistet.

Nach und nach fangen die ersten Lügen langsam an zu bröckeln und die perfekte Fassade bekommt erste Risse. In jedem einzelnen Kapitel passiert etwas Spannendes und die Geschichten der einzelnen Charaktere werden weitergesponnen. Lügen, Intrigen, Liebschaften, Geheimnisse - es gibt von allem etwas, sodass sich die gesamte Erzählung sehr vielschichtig präsentiert.

Ich habe jede einzelne Sichtweise sehr gerne verfolgt, da jeder Charakter für sich genommen einzigartig ist. Die Kapitel sind natürlich unterschiedlich packend. Nach und nach kommen immer mehr Puzzlestücke hinzu. Immer wenn man meint, der Lösung dadurch ein Stückchen näher gekommen zu sein, verschieben sich die Verhältnisse wieder und ein neues Geheimnis kommt ans Licht, sodass die Karten wieder neu gemischt werden. Bis zum dramatischen Showdown auf dem Dach des Towers ist es wirklich schwer festzumachen, welche der Protagonistinnen das tragische Opfer ist. Die Handlung bleibt also bis zuletzt spannend.

Der Tower als Schauplatz ist wirklich gelungen. In den oberen Etagen des Towers spielt Luxus eine große Rolle, wohingegen die Menschen aus den untersten Stockwerken mit dem Nötigsten auskommen müssen. Die technischen Neuerungen sind interessant und glaubwürdig umgesetzt und die Ideen der Autorin haben mich immer wieder verblüfft. Drogen und Partys spielen allerdings auch immer wieder eine zentrale Rolle, wobei man sich deren verharmlosende Darstellung bei einem Buch, das für eine Zielgruppe ab 14 Jahren gedacht ist, doch genau vor Augen führen sollte. 

Insgesamt ist „Beautiful Liars“ ein wirklich vielschichtiges Buch. Es bietet so viel mehr als eine platte Geschichte. Die Handlung ist komplex und offenbart Thematiken, die über alltägliche Teenagerprobleme hinausgehen. Auch der Schauplatz, der Tower mitten in New York, ist ausgeklügelt, voller technischer Neuerungen und präsentiert eine durchaus realistische Zukunftsvorstellung. Ich freue mich schon jetzt auf Juli 2018, wenn der zweite Band der Reihe erscheint!

Bewertung: 4,5 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal

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(197)

430 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

siena, jugendbuch, ursula poznanski, thriller, italien

Aquila

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Loewe, 14.08.2017
ISBN 9783785586136
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:


Neue Uni, neue Freunde und viele neue Eindrücke – so hat sich Nika ihr Auslandssemester in Siena vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt hat sie noch nicht geahnt, dass ihre Zeit in Italien zu ihrem ganz persönlichen Albtraum werden würde...

Nachdem sie mit Freunden unterwegs gewesen ist, wacht Nika am Dienstagmorgen auf - ohne Erinnerung an die vergangenen zwei Tage. Sie kann sich nicht an das kleinste Detail erinnern. Ihr Handy und auch ihr Reisepass sind verschwunden und zu allem Überfluss ist sie in ihrer eigenen Wohnung eingeschlossen, da auch die Wohnungsschlüssel unauffindbar sind – genau wie ihre Mitbewohnerin Jenny. Der Spiegel im Bad ist mit einer Warnung beschmiert, Nikas Gesicht ist von einem riesigen Kratzer verunstaltet und in ihrer Hosentasche findet sie einen Schmierzettel mit kryptischen Hinweisen, die eindeutig in ihrer Handschrift verfasst sind. Was hat das alles zu bedeuten?

Eindruck:


Das Cover zu „Aquila“ von Ursula Poznanski ist ein wirklicher Hingucker. Es besticht mit einem kräftigen Gelbton und allzu leicht kommt man im Buchladen an diesem Jugendthriller sicherlich nicht vorbei! Der Einstieg in die Geschichte ist richtig gut gelungen. Sie beginnt direkt und ohne große Einleitung. Die Studentin Nika erwacht nach einer Partynacht und ist schockiert, als sie feststellt, dass es schon Dienstagmorgen ist und ihr somit die Erinnerungen an die vergangenen zwei Tage fehlen. Als Leser ist man auf den ersten Seiten genauso ratlos wie Nika, aus deren Blickwinkel die Geschehnisse widergegeben werden. Sie tappt vollkommen im Dunkeln. Die vielen Rätsel und kryptischen Hinweise entwickeln allerdings sehr schnell eine Sogwirkung und besonders die ersten Kapitel lassen sich deshalb in absoluter Rekordzeit lesen.
 
Dennoch tritt die Handlung nach diesem schwungvollen Beginn schon bald auf der Stelle. Nika kommt den Geheimnissen nur sehr langsam auf die Spur. Es geht schrittweise vorwärts und auch ihre Erinnerung kehrt nur sehr langsam wieder zurück. Dabei sorgen die vielen Rätsel immer wieder für Kopfzerbrechen. Sie bleiben jedoch zu lange ungelöst und es ist wirklich schwer, sich darauf einen Reim zu machen. Nach und nach kommen jedoch immer mehr Puzzlestücke hinzu und man kommt der Lösung somit immer wieder einen Schritt näher. Die komplette Auflösung gibt es dann schlussendlich erst in den letzten Kapiteln, was bei der Lektüre doch zeitweilig sehr frustrierend gewesen ist. So zieht sich die Erzählung besonders im Mittelteil doch etwas zu sehr in die Länge. 
Als Hauptprotagonistin hat mir Nika anfangs ziemlich gut gefallen. Ich konnte mich gut in ihre Situation hineinfühlen. Sie ist sympathisch, doch leider nicht immer ganz authentisch. Sie  handelt hin und wieder unlogisch und nicht ganz nachvollziehbar, stellenweise auch sehr naiv. Natürlich steht sie unter Druck, ist in Panik und weiß nicht weiter, dennoch hätte ich so einiges an ihrer Stelle anders gemacht. Stefano wird Nika als Nebencharakter zur Seite gestellt, der sie bei der Lösung der Rätsel unterstützt. Dennoch bleibt er im ganzen Verlauf der Geschichte doch sehr undurchschaubar. Die Grundstimmung des Jugendthrillers ist stets bedrohlich, Nika fühlt sich niemals richtig sicher und wirklich jeder könnte in die Geschehnisse der vergangenen zwei Tage verwickelt sein. Deshalb hat mich Nikas blindes Vertrauen in Stefano doch überrascht - immerhin kennt sie ihn erst seit ein paar Tagen.

Das Ende ist in sich geschlossen und rund, auch wenn einige Geschehnisse aus der Nacht vom Samstag noch immer nicht ganz geklärt sind. Besonders das letzte Kapitel konnte ich dann leider nicht wirklich nachvollziehen. Die Motivation hinter der ganzen Geschichte ist doch ziemlich fragwürdig. Auch Siena als Schauplatz ist leider ziemlich blass geblieben. Obwohl die Autorin ihre Leser zu wohlbekannten Sehenswürdigkeiten in der Stadt führt, bleibt die besondere Atmosphäre der Stadt doch auf der Strecke. Lediglich die unterirdischen Bottini haben bei mir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

"Aquila" hat wirklich gut angefangen. Der Blackout. Die Hinweise. Das ganze Setting. Doch dann hat sich die ganze Suche nach der Lösung doch etwas zu sehr in die Länge gezogen. Die Handlung ist nicht wirklich vorangekommen und die eigentliche Auflösung gibt es erst ziemlich spät. Das Ende hat mich dann leider auch nicht vollkommen überzeugen können. Dennoch konnte mich die Geschichte über weite Strecken fesseln und ich freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin!

Bewertung: 3 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal

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279 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

kasie west, liebe, ps: ich mag dich, carlsen verlag, freundschaft

PS: Ich mag dich

Kasie West , Ann Lecker
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.07.2017
ISBN 9783551583666
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:


Lily kann Chemie nicht ausstehen. Ihr einziger Lichtblick ist ihr Notizbuch, in das sie neue Songideen und Texte schreibt, die ihr durch den Kopf gehen – bis es ihr verboten wird, noch einmal mit dem Notizbuch zum Unterricht zu erscheinen. Wie soll sie nur 60 Minuten Chemie ohne Ablenkung überstehen? Aus Langeweile kritzelt Lily eine Songzeile aus ihrem Lieblingslied auf den Tisch und ist verblüfft, als der Text am nächsten Tag um eine weitere Zeile ergänzt worden ist. Lily ist begeistert, dass jemand ihren Musikgeschmack teilt und beginnt Nachrichten mit dem Unbekannten auszutauschen.

Zuerst über Musik, später auch über private Themen, Wünsche und Ängste. Lily merkt schnell, dass ihr der Unbekannte immer mehr ans Herz wächst. Sie freut sich auf Chemie und den täglichen Austausch mit jemandem, der vollkommen auf ihrer Wellenlänge ist. Mit den Briefen wächst auch die Neugier, die Identität des Unbekannten aufzudecken. Doch als sich herauskristallisiert, wer Lilys mysteriöser Brieffreund ist, fangen die Probleme erst richtig an...

Eindruck:


Lily Abbott ist ein wenig schräg. Und genau das macht sie als Hauptprotagonistin so besonders. Sie hört seltsame Musik und kauft ihre Kleidung im Secondhandladen oder näht sie gar selbst. Lily sticht aus der Menge heraus. Auch ihre Familie ist etwas ganz Besonderes. Sie hat verrückte Traditionen und ich habe mich ab dem ersten Moment in ihrer Mitte wohlgefühlt, auch wenn ich Lilys Bedürfnis nach ein bisschen Ruhe absolut nachvollziehen kann. Isabel als beste Freundin ist ebenfalls super. Immer wieder versucht sie Lily zu verkuppeln, was jedoch meist in ziemlich peinlichen Situationen endet. Es macht einfach Spaß, wie die Seiten so dahinfliegen und ich habe den Großteil des Buchs an einem einzigen Leseabend verschlungen. 

Denn die charmanten Briefwechsel mit dem Unbekannten haben mich neugierig gemacht. Sehr neugierig. Bei mir ist zwar schon schnell ein Verdacht aufgekommen, mit wem Lily Briefe austauscht, allerdings hat das dem Lesespaß keinen Abbruch getan. Ganz im Gegenteil – die Geschichte ist dadurch fast noch interessanter geworden. Ab der Hälfte ist dann offensichtlich, wer hinter den anonymen Briefchen steckt. Lilys Gefühle stehen somit Kopf und sie weiß nicht, was sie denken soll. Die Schmetterlinge in ihrem Bauch kann sie sich selbst nicht erklären und doch sind sie da. Ihre Gefühle fahren Achterbahn. Immer öfter ertappt sie sich, dass sie in der Schule mit einem breiten Grinsen durch die Flure läuft und auch das Interesse an ihrem Schwarm Lucas scheint etwas abzuflauen.

Nur in ihren Briefen mit dem Unbekannten kann sie lockerlassen. Lily lässt ihn an ihrem Gefühlsleben teilhaben und berichtet von Dingen, die sie ohne den Deckmantel der Anonymität wohl nur ihrer besten Freundin anvertraut hätte. Die Briefchen sind alle sehr herzerwärmend formuliert. Lily und der Unbekannte vertrauen sich ihre Probleme an, tauschen Musiktipps aus, necken sich und heitern sich gegenseitig wieder auf. Ich kann nachvollziehen, dass der Chemieunterricht nach kurzer Zeit schon zu Lilys absolutem Lieblingsfach wird. Denn jeden Tag freut sie sich auf einen neuen Brief des Unbekannten. Als sie erfährt, wer dahinter steckt, kann sie es zunächst kaum glauben. Doch der Briefwechsel hat sich so etabliert, dass sie es nicht übers Herz bringt, ihrem Brieffreund zu gestehen, dass sie nun endlich weiß, wer er ist. Die Anonymität ist zwar verflogen, doch Lily kann nicht leugnen, dass ihr Brieffreund ihr doch mehr bedeutet, als sie anfangs zuzugeben bereit ist.

Alle Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und passen wunderbar in das abwechslungsreiche Setting der Geschichte. Der Erzählstil ist jugendlich, locker und leichtgängig. Und obwohl die Handlung doch ziemlich vorhersehbar ist, schafft es die Autorin alles so geschickt zu verpacken, dass die Neugier auf die nächsten Kapitel stets vorhanden bleibt. Dabei wird Lilys Schulalltag und ihr Familienleben gekonnt in die Geschichte integriert, ohne einen zu großen Teil einzunehmen, sodass die gesamte Erzählung natürlich und direkt aus dem Leben gegriffen wirkt.

„P.S: Ich mag dich“ ist eine herzliche und berührende Liebesgeschichte, die ich euch wirklich empfehlen kann. Sie ist turbulent, authentisch, süß und es macht einfach Spaß, gemeinsam mit Lily jedem neuen Brief des Unbekannten entgegenzufiebern. Kasie Wests mitreißender, gefühlvoller Schreibstil macht das Buch zu einer Highschool-Lektüre der ganz besonderen Art!

Sterne: 5 von 5
Lisa von Prettytigers Bücherregal

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575 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 120 Rezensionen

winter, märchen, fantasy, schnee, fluch

Die silberne Königin

Katharina Seck
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.10.2016
ISBN 9783404208623
Genre: Fantasy

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623 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 21 Rezensionen

bartimäus, fantasy, dschinn, jonathan stroud, zauberer

Bartimäus - Der Ring des Salomo

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Flexibler Einband: 477 Seiten
Erschienen bei cbj, 12.03.2012
ISBN 9783570223048
Genre: Jugendbuch

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153 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

liebe, prophezeiung, dämonen, udn, kristy

Dark Angels' Winter - Die Erfüllung

Kristy und Tabita Lee Spencer , Tabita Lee Spencer , Susanne Hanika , Beate Teresa Hanika
Fester Einband: 728 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.09.2013
ISBN 9783401067865
Genre: Jugendbuch

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262 Bibliotheken, 1 Leser, 6 Gruppen, 49 Rezensionen

engel, indie, dawna, liebe, gabe

Dark Angels' Fall - Die Versuchung

Kristy und Tabita Lee Spencer , Tabita Lee Spencer , Beate Teresa Hanika , Susanne Hanika
Fester Einband: 488 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.08.2012
ISBN 9783401067858
Genre: Jugendbuch

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494 Bibliotheken, 8 Leser, 9 Gruppen, 70 Rezensionen

engel, vögel, schwestern, liebe, fantasy

Dark Angels´ Summer - Das Versprechen

Kristy und Tabita Lee Spencer , Tabita Lee Spencer , Kristy Spencer ,
Fester Einband: 488 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2012
ISBN 9783401067841
Genre: Jugendbuch

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127 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

fantasy, alex marshall, high fantasy, blut aus silber, rückkehr einer heldin

Blut aus Silber

Alex Marshall ,
Flexibler Einband: 864 Seiten
Erschienen bei Piper, 05.10.2015
ISBN 9783492703611
Genre: Fantasy

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ashes, Band 1: Brennendes Herz

Ilsa J. Bick
E-Buch Text: 502 Seiten
Erschienen bei e-book INK, 05.08.2011
ISBN B005G2FGP6
Genre: Sonstiges

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669 Bibliotheken, 9 Leser, 4 Gruppen, 142 Rezensionen

dystopie, flucht, liebe, ember, chase

Artikel 5

Kristen Simmons , Frauke Meier
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.04.2013
ISBN 9783492702867
Genre: Jugendbuch

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156 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 57 Rezensionen

sultan, demdji, rebellion, amani, imin

AMANI - Verräterin des Throns

Alwyn Hamilton , Ursula Höfker
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbt, 11.09.2017
ISBN 9783570164372
Genre: Jugendbuch

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260 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 138 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, aditi khorana, märchen, amrita am ende beginnt der anfang

Amrita. Am Ende beginnt der Anfang

Aditi Khorana , Peter Klöss
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Dressler, 21.08.2017
ISBN 9783791500560
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Wohlbehütet und beschützt wächst Amrita als Tochter des Maharadschas im Königreich Shalingar auf. Die Welt außerhalb des Palastes ist ihr vollkommen fremd. Doch nun wendet sich ihr Schicksal. Um den Frieden zwischen den Königreichen Shalingar und Makedon zu wahren, soll Amrita den Kaiser Sikander heiraten und ein Teil seines Harems werden. Doch hinter Sikanders Heiratsplänen verbergen sich heimtückische Absichten.

Amrita flieht mit der Seherin Thala an ihrer Seite aus dem Palast, um der Hochzeit zu entgehen. Dabei muss sie alles hinter sich lassen, was ihr lieb und teuer ist. Die beiden begeben sich auf eine gefährliche Reise, um die geheimnisvolle „Bibliothek des Seins“ zu finden, in der die Lebensgeschichte eines jeden Menschen festgehalten wird. Die Bibliothek ist Amritas letzte Hoffnung, ihr Schicksal noch zu wenden.

Eindruck:

Schon auf den ersten Blick ist „Amrita – Am Ende beginnt der Anfang“ von Aditi Khorana ein absolutes Highlight. Auch unter dem Schutzumschlag ist das Buch liebevoll gestaltet und selbst im Inneren sind jeweils am Kapitelanfang reichliche Verzierungen zu finden.

Die ersten Seiten haben mich dann direkt in Amritas Welt entführt, nach Shalingar, wo sie als Tochter des Maharadschas ein unbeschwertes Leben führt. Immer an ihrer Seite ist ihr bester Freund Arjun, für den sie in letzter Zeit zärtliche Gefühle entwickelt hat. Doch nun soll Amrita Teil des Harems des Kaisers Sikander von Makedon werden. Als Brautgeschenkt bringt er ihr ein Orakel dar, ein Mädchen, das gefesselt, geknebelt und misshandelt worden ist, obwohl Sklaverei in Shalingar nicht geduldet wird. Einem spontanen Impuls folgend befreit Amrita Thala und die beiden begeben sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch die Wüste.

Der Schreibstil ist ausladend und voller Details, sodass das orientalische Setting vor meinen Augen direkt lebendig geworden ist. Die Beschreibungen werden im Mittelteil allerdings immer weniger und auch die Handlung wird recht zügig abgehandelt. Amrita ist leider die Sorte von Protagonistin, der alles ziemlich leicht fällt und auf Anhieb gelingt. Die Idee hinter der Geschichte ist wirklich toll, allerdings entwickelt sich doch alles ziemlich rasch und ich hätte mir noch den einen oder anderen Twist in der Handlung gewünscht. So erscheint die Reise der beiden leider etwas zu glatt und konstruiert. Allerdings fliegen die Seiten nur so dahin und auch wenn die meisten Etappen doch ziemlich vorhersehbar gewesen sind, hat mich die Geschichte dennoch gefesselt und zwischenzeitlich überschlagen sich die Ereignisse förmlich.

Amrita und Thala haben mir im Zusammenspiel als Protagonistinnen sehr gut gefallen. Allerdings scheinen beide doch charakterlich etwas wankelmütig. Zu Beginn ist mir Amrita sehr sympathisch gewesen, sie hat ein liebevolles Verhältnis zu ihrem Vater und in ihrem Jugendfreund Arjun ihre erste große Liebe gefunden. Doch schon kurz nach ihrer Flucht wirkt sie unsicher, beinahe verloren. Es wird deutlich, dass die Welt außerhalb des Palasts für sie vollkommen neu ist, weshalb sie des Öfteren naiv und etwas unbeholfen handelt. Erst zum Ende scheint sie gefestigter und reifer als noch zu Beginn der Geschichte. Enttäuscht hat mich allerdings der Ausgang der Liebesgeschichte zwischen Amrita und Arjun, der für mich so leider nicht nachvollziehbar gewesen ist.

Das Ende hat mir gut gefallen und sich harmonisch in das Gesamtkonzept gefügt. Auch wenn es kein Happy End im klassischen Sinn darstellt, so hat doch jeder seinen vorbestimmten Platz im Leben gefunden und sein Schicksal akzeptiert. „Amrita – Am Ende beginnt der Anfang“ überzeugt mit einem starken Anfang, mit guten Ideen, deren Umsetzung leider etwas am Tempo der Geschichte scheitern. Es passiert zu viel auf zu wenigen Seiten, sodass die Detailverliebtheit vom Anfang schnell verloren geht. Der Schluss hat mich allerdings wieder versöhnlich gestimmt und ein gutes Gefühl hinterlassen, als ich das Buch endgültig beiseitegelegt habe.

Ein Tipp zum Schluss an alle, die das Buch noch lesen möchten: lest nicht den Klappentext zum Buch!  Meiner Meinung nach verrät er ein wesentliches Detail der Handlung und ist deshalb nicht komplett spoilerfrei 😉

Sterne: 3,5 von 5
Lisa von Prettytigers Bücherregal

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156 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

dystopie, japan, kim kestner, vollkommenheit, ebenen

Sakura - Die Vollkommenen

Kim Kestner
E-Buch Text: 337 Seiten
Erschienen bei digi:tales, 23.03.2017
ISBN 9783401840017
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Noch nie in ihrem Leben hat Juri das Licht der Sonne erblickt. Denn sie lebt ganz unten, auf Ebene eins in einem unterirdischen Höhlensystem. In einem gesellschaftlichen Niemandsland, in dem die Menschen weder ausreichend Platz noch genügend Nahrungsmittel haben. Jedes Jahr zum Geburtstag des kaiserlichen Thronfolgers, der auf der obersten der insgesamt sechs Ebenen gemeinsam mit seinem Gefolge lebt, lässt der kaiserliche Herrscher in seiner Gnade Zuckerblüten durch das Ventilationssystem auf sein Volk regnen. Doch dieses Jahr entschließt sich der Kaiser dazu, einer Gruppe Auserwählter das warme Sonnenlicht der oberen Ebenen in Aussicht zu stellen.

In einem Wettstreit sollen die Probanden körperliche sowie geistige Stärke beweisen. Nur den vollkommensten unter ihnen kann es gelingen, genügend Blüten für die oberen Ebenen zu gewinnen. Jede der Proben stellt die Probanden vor schwierige Aufgaben und nicht wenige von ihnen werden ihre Sehnsucht nach der Sonne mit dem Leben bezahlen. Auch Juri hat eine der begehrten Blüten ergattert und begibt sich zum Wettstreit auf die oberen Ebenen...

Eindruck:

Der erste Einstieg in die neue Dystopie von Kim Kestner ist wirklich krass. Das dystopische Setting ist glaubhaft und Kim Kestner hat gekonnt Themen aus japanischen Göttergeschichten darin eingearbeitet. Die unterirdische Höhle, in der die Menschen leben, ist hierarchisch aufgebaut und je weiter unten man lebt, desto niedriger ist auch der eigene gesellschaftliche Status. Alle Ebenen greifen dabei wie Zahnräder ineinander. Wenn eines davon im System nicht funktioniert, dann bricht alles zusammen. Das gesamte System fußt dabei auf dem Götterglauben an Amaterasu und ihrem Bruder Susanoo. Nur den Nachfahren der Sonnengöttin, ist es erlaubt, in ihrem Schein zu wandeln. Denn ganz oben lebt der Kaiser, ein direkter Nachfahre von Amaterasu, mit seinem Gefolge. Nur wenigen ist es überhaupt erlaubt, die oberen Schichten zu betreten, wo die Menschen in Wohlstand leben und keinerlei Gedanken an den nächsten Tag verschwenden.

Die Menschen auf Ebene eins leben dagegegen unter katastrophalen Umständen zusammen. Sie sind aneinander gepfercht in ihrem eigenen Unrat und jeden Tag werden Unzählige durch Hunger oder Krankheit dahingerafft. Die Atmosphäre ist beklemmend und die Armut der Menschen ist wirklich gut dargestellt. Und inmitten dieses Höllenpfuhls lernen wir Juri kennen. Ein Mädchen, das es allen Widrigkeiten zum Trotz geschafft hat, einen festen Job zu ergattern und sich deshalb nicht jeden Abend mit vollkommen leeren Magen schlafen legen muss. Um nicht unterzugehen, muss sie stark sein, sich gegen ihre Mitmenschen durchsetzen und kein Mitleid zeigen, auch wenn es ihr schwer fällt. Diese Stärke behält Juri auch im gesamten Verlauf der Geschichte bei. Dennoch ist sie bei weitem nicht perfekt und hat Ecken und Kanten, was sie mir als Hauptprotagonistin noch sympathischer gemacht hat. Durch Rückblenden gewährt die Autorin immer wieder Einblicke in Juris Vergangenheit, die deutlich machen, wieso sie sich für ein Leben als Einzelgängerin entschieden hat. Auch unter den Nebencharakteren finden sich interessante Charaktere, die die Geschichte allesamt zu etwas ganz Besonderem machen. Denn unter ihnen findet Juri wahre Freunde und Liebe, wo sie sie niemals für möglich gehalten hätte.
Der Schreibstil hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen. Kim Kestner versteht sich wunderbar darauf, ihre Geschichte gekonnt zu inszenieren. Prägnant, auf den Punkt gebracht und ohne zu viele Schnörkel oder unnötige Details. Die Beschreibungen der einzelnen Handlungsschauplätze sind dennoch genau aber nicht so überladen, dass kein Platz mehr für die eigene Fantasie wäre. Die Seiten fliegen nur so dahin und schneller als gedacht war ich schon am Ende der Erzählung angelangt ;)

Mit ihrem neuen dystopischen Einteiler ist es Kim Kestner gelungen, mich auf ganzer Linie zu überzeugen. Eine packende Story mit glaubhaften Charakteren und einem authentischen Setting, die Themen wie Freundschaft, Liebe und Glauben aufgreift und in einem Wirbel aus Spannung miteinander verbindet. Mir hat „Sakura – Die Vollkommenen“ also wirklich gut gefallen. Bisher sind wir zwar erst im zweiten Quartal von 2017 unterwegs, aber die Geschichte hat schon jetzt absolutes Potential eines meiner Highlights dieses Jahr zu werden ♥

Sterne: 5 von 5
Lisa von Prettytigers Bücherregal

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1.451 Bibliotheken, 55 Leser, 2 Gruppen, 291 Rezensionen

fantasy, prinz, der kuss der lüge, prinzessin, attentäter

Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson ,
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei ONE, 16.02.2017
ISBN 9783846600368
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

In der Nacht vor ihrer Hochzeit mit dem Prinzen von Dalbreck flieht Prinzessin Lia mit der Hilfe ihrer Zofe Pauline aus dem elterlichen Palast. Denn die eigensinnige Lia kennt ihren zukünftigen Gemahl nicht und weigert sich, das Unterpfand zu sein, das dem Reich Morrighan den erhofften Frieden mit dem Nachbarreich beschert. Die beiden fliehen in ein kleines Dorf wo sie als einfache Schankmädchen in einem Gasthaus Arbeit finden. Lia liebt das einfache Leben und genießt die Zeit ohne ihre Verpflichtungen als Prinzessin in vollen Zügen.

Doch der verschmähte Prinz kann die Abfuhr durch die Prinzessin nicht einfach auf sich beruhen lassen. Seine Neugier ist geweckt und so macht er sich auf die Suche nach Lia. Zeitgleich sucht jedoch auch ein anderer Mann nach ihr. Ein Auftragsmörder, der das Leben der Königstochter beenden soll. Lia fühlt sich zu beiden Männern hingezogen, auch wenn sie nicht ahnt, wer die Männer wirklich sind. Beide faszinieren die junge Prinzessin, doch nur einem von ihnen kann ihr Herz gehören…

Mein Eindruck:

 „Der Kuss der Lüge“ war für mich definitiv ein Must Read. Der Klappentext hat mich auf Anhieb neugierig gemacht und ich war über alle Maßen gespannt auf die Umsetzung der Geschichte. Den Einstieg hat eine kleine Karte der Reiche zu Beginn dann auch recht einfach gestaltet. Mary E. Pearson hat sich für einen leicht mittelalterlich angehauchten Ansatz entschieden, in der das Land von verschiedenen Königshäusern regiert wird. Gemischt mit einem Hauch Fantasy ergibt sich ein absolut rundes Gesamtpaket und eine passende Atmosphäre für die Handlung. 

Auf den ersten Seiten wird Lia vorgestellt, die mir als Protagonistin von Anfang an gut gefallen hat. Sie ist keine Prinzessin im klassischen Sinn und verabscheut die intrigante Politik am Hof ihrer Eltern. Lia setzt ihren eigenen Kopf durch, anstatt den Weisungen des Königspaars brav Folge zu leisten. Eine Rebellin, eine Anti-Prinzessin und auf alle Fälle eine Figur mit Charakter. Als erste Tochter ihres Hauses müsste sie eigentlich über eine besondere Gabe verfügen, doch bei Lia ist sie bisher noch nicht zutage getreten. So ganz wird jedoch im gesamten Verlauf der Geschichte nicht klar, was diese besondere Gabe eigentlich alles umfasst. Ich konnte mir einiges zusammenreimen und die Gabe scheint auf jeden Fall auch etwas mit Magie zu tun zu haben, aber ich hoffe doch sehr, dass die Autorin im Folgeband auf diesen Punkt noch genauer eingehen wird. 

Den Gegenpart zu Lia bilden die beiden Männer, denen sie im Gasthaus begegnet. Rafe und Kaden. Mit dem Klappentext im Hinterkopf ist natürlich schnell klar, dass einer von ihnen der Prinz und der andere der Attentäter sein muss. Beide bekommen auch eigene Kapitel, in denen sie abwechselnd mit Lia als Ich-Erzähler fungieren, doch auch hier versteckt sich kein Hinweis auf die Identität der beiden Männer. Wer von beiden wer ist, wird von der Autorin geschickt verschleiert. Mary E. Pearson versucht zudem immer wieder, ihre Leser auf eine falsche Fährte zu locken, sodass es wirklich schwer ist, die Rollen richtig zuzuordnen. Bis zur Auflösung bin ich mir nie hundertprozentig sicher gewesen, wer von beiden der Prinz und wer der Attentäter ist.  

In der ersten Hälfte muss ich aber leider sagen, dass mir sowohl Rafe als auch Kaden als Charaktere noch etwas zu unausgefeilt waren. Obwohl sie sich durch ihr Äußeres unterscheiden, hätten beide für mich doch ein und dieselbe Person sein können. Beide sind sich charakterlich so ähnlich, dass ich anfangs echte Probleme hatte, sie auseinanderzuhalten. Sie sind optisch perfekt, folgen Lia auf Schritt und Tritt und tun alles, um ihr endlich ein bisschen näher zu kommen. Erst ab der zweiten Hälfte haben beide Ecken und Kanten entwickelt, sodass es einem von beiden gelingt, den anderen im Kampf um Lias Herz auszustechen. Es deutet sich zwar ein Liebesdreieck an, doch Prinzessin Lia lässt es erst gar nicht so weit kommen, denn ihr ist schnell klar, für wen ihr Herz wirklich schlägt. 

Die Handlung an sich entwickelt sich wirklich vielversprechend und besonders zum Schluss kommt richtig Spannung auf. Obwohl ich besonders im Mittelteil noch vor einem großen Fragezeichen stand, in welche Richtung sich die Geschichte wohl entwickeln würde, bin ich mit dem Ausgang des ersten Bandes doch mehr als zufrieden. Deshalb fiebere ich nun schon dem Erscheinen des zweiten Teils entgegen und bin froh, dass ich bis Mai nicht mehr allzu lange warten muss ;) 

Sterne: 4,5 von 5
Lisa von Prettytigers Bücherregal

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174 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 74 Rezensionen

animox, gestaltwandler, kinderbuch, fantasy, das heulen der wölfe

Animox - Das Heulen der Wölfe

Aimée Carter , Maren Illinger , Frauke Schneider
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.08.2016
ISBN 9783789146237
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt:

Auf den ersten Blick ist Simon Thorn ein ganz gewöhnlicher Junge. Doch er hütet ein großes Geheimnis: er kann mit Tieren sprechen. Mit den Tauben auf dem Dach oder der kleinen Maus Felix, die er sich heimlich als Haustier hält. Simon kann sie alle verstehen - ohne Ausnahme. Vor seinem Onkel Darryl hält Simon seine Gabe geheim, doch als ihn eines Tages ein Adler vor einer großen Gefahr warnt, verändert sich sein Leben mit einem Mal vollkommen. 

Eine Horde Ratten entführt seine Mutter und auch die Kämpfe zwischen den Säugern und Vögeln scheinen so unerbittlich wie noch nie. Da erfährt Simon schließlich von seinem Erbe:  er ist ein Animox, ein Mensch, der animagieren und sich in ein Tier verwandeln kann. Auch sein Onkel ist ein Animox, hat seine wahre Natur aber jahrelang vor Simon versteckt. Nun droht ein Krieg zwischen den fünf Tierkönigreichen. Und Simon steckt mittendrin. Noch versteht er nicht, welche Rolle er dabei spielen wird, doch die Fronten verhärten sich und schon bald muss sich Simon entscheiden, wem er vertraut…

Mein Eindruck:

Ich habe das Buch erst vor wenigen Augenblicken zu Ende gelesen und es aus der Hand gelegt. Und noch immer kann ich nicht aufhören, an Amiée Carters spannende Geschichte zu denken. Temporeich und voller Action – die Handlung stand einfach zu keiner Zeit still. Es war immer Bewegung vorhanden und immer wieder ist es der Autorin gelungen, mich von neuem zu überraschen. Der Roman sprudelt förmlich über mit tollen Ideen und ich habe das Buch nur selten aus der Hand legen können. Der Sprachstil ist dabei stets einfach und lässt sich sicherlich auch in der angestrebten Altersklasse flüssig lesen. Den Grundgedanken der Animox und der fünf Tierkönigreiche habe ich von Anfang an schon gemocht.

Simons Emotionen und Gedanken lassen sich im gesamten Verlauf sehr gut nachvollziehen, denn auch er wird vollkommen unerwartet in die Welt der Animox katapultiert. Er muss noch viel lernen und stellt allerhand Fragen, deren Antworten natürlich auch für den Leser sehr interessant sind. Besonders Simons komplizierte Familienbande, die nach und nach aufgedeckt werden, haben mich fasziniert. Aber auch Simon selbst hat mir als Hauptcharakter sehr gut gefallen. Zu Beginn noch ein schüchterner Junge, der am liebsten nicht mehr in die Schule gehen würde, weil er dort von den älteren Schülern geärgert wird, hat er am Ende doch gehörig an Selbstbewusstsein gewonnen. Er hat sich weiterentwickelt und ist an den Erlebnissen der letzten Zeit gewachsen. Am Ende steht Simon auch glücklicherweise nicht mehr alleine da, sondern hat Freunde gefunden, die ihm bei jeder Gelegenheit den Rücken stärken. Die Nebencharaktere haben mir ebenfalls gut gefallen, auch wenn ich mir für Simons Mutter im nächsten Band einen größeren Part erhoffe. Denn es hat sich nie die Gelegenheit zu einem klärenden Gespräch mit ihrem Sohn ergeben und obwohl sie eine zentrale Rolle bei der Handlung spielt, hat sie doch so gut wie keinen aktiven Part inne. Anders als Simons Onkel Darryl, der sich immer wieder schützend vor Simon stellt und nach dem tragischen Tod seines Vaters dessen Rolle so gut wie nur möglich auszufüllen versucht.

Mich konnte Aimée Carter mit dem Auftakt ihrer Animox – Reihe also vollkommen überzeugen. Einen halben Stern ziehe ich allerdings ab, weil sich die Zufälle im Mittelteil etwas zu sehr häufen und Simon das ein oder andere Geheimnis doch unverhältnismäßig schnell löst ;-) Sonst hat das Buch aber alles zu bieten, was man sich von einem tollen Kinder- bzw. Jugendbuch erwartet: eine packende, temporeiche und actiongeladene Handlung, sympathische Charaktere und einen  bildhaften aber doch leicht verständlichen Sprachstil, der das Gelesene direkt lebendig werden lässt. Am Ende des Buches wartet auch noch eine kleine Leseprobe aus dem nächsten Band, die sich sehr vielversprechend liest. Ich freue mich also schon sehr auf die Fortsetzung „Animox – Das Auge der Schlange“, die im Frühjahr 2017 erscheint!

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127 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

fantasy, skin, ilka tempke, penhaligon, history

Skin - Das Lied der Kendra

Ilka Tampke , Barbara Ostrop
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 25.04.2016
ISBN 9783764531430
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt:

Für die Menschen in Caer Cad symbolisiert ihr Haut-Totem die Verbindung zu Ihrem Land, ihren Vorfahren und ihrem Glauben. Ohne eine Haut, die stets von der Mutter an die Tochter weitergegeben wird, bleiben den Menschen als Hautlose viele Privilegien verwehrt. Ailia ist eine von ihnen. Doch Ailia ist eine Kämpferin und als die Mütter, die Gottheiten ihres Stammes, sie zu sich rufen, erkennt sie ihren Bestimmung.

Obwohl sie ohne Haut ist, soll Ailia zur Kendra werden, der obersten Hüterin des Glaubens. Ihr Weg ist beschwerlich, doch die Liebe zu Taliesin gibt die Kraft. Er ist selbst in der Welt der Mütter gefangen und setzt seine ganze Hoffnung in Ailia. Doch nicht jeder im Dorf ist von Ailias Berufung überzeugt. Es gibt Spannungen innerhalb der Gemeinschaft, doch es ist die Aufgabe der Kendra, das Volk zu einen. Besonders jetzt, da die römische Armee in Britannien eingefallen ist und nach dem fruchtbaren Land der Stammesleute giert. Nur Ailia kann ihre Leute bewahren. Wird sie den richtigen Weg rechtzeitig erkennen?

Mein Eindruck:

Wie einige von euch vor ein paar Wochen bei „Gemeinsam Lesen“ mitbekommen haben, hat mir Ilka Tampkes Geschichte nicht von Anfang an gut gefallen. Denn der Schreibstil der Autorin ist ungewohnt und etwas weit vom eigentlichen Geschehen entfernt. Obwohl die Hauptprotagonisten Ailia als Ich-Erzählerin fungiert, scheint es doch so, als würde sie ihre Erlebnisse aus der Ferne betrachten statt selbst dabei zu sein. Im Verlauf des Buches hat es mich dann nicht mehr gestört, aber durch diese Art der Erzählung fiel es mir doch ziemlich schwer, wirkliche Nähe zu den Charakteren aufzubauen und Emotionen werden nicht unbedingt mittransportiert. 

Dadurch sind mir die meisten der Personen im Buch doch etwas zu blass geblieben und ich konnte nicht hundertprozentig mit ihnen mitfiebern. Irgendwie waren die Protagonisten für mich bis zum Ende nicht richtig griffig. Auch Taliesin, der für Ailia schon nach kurzer Zeit zum Mittelpunkt ihres Lebens wird, war mir nach der Lektüre noch ziemlich fremd, obwohl auch er als Charakter durchaus gute Ansatzpunkte gezeigt hat. Aber abgesehen von dem etwas distanzierten Erzählstil der Autoren hat mich die Geschichte dennoch auf ihre eigene Art und Weise fesseln können. 

Ilka Tampke entführt ihrer Leser in eine Zeit, in der das Leben der Menschen noch nicht von technischem Fortschritt geprägt war. Sie beleuchtet das Stammesleben in Britannien in den ersten Jahren nach Christi Geburt. Die Menschen leben unter dem Totem ihrer Haut. Sie bestimmt, wo ihr Platz im Stamm ist, gibt ihnen Rückhalt und Kraft. Ailia hat ihre Haut niemals erfahren und muss als Hautlose am Rande der Gesellschaft leben. Nur die Güte ihres Stammesoberhauptes Fraid sorgt dafür, dass Ailia im Dorf noch willkommen ist. Und obwohl Fraid ihre schützende Hand über Ailia hält, sind die Menschen ihr dennoch nicht wohlgesonnen. 

Ailia entwickelt einen starken Charakter, um sich vor den Schmähungen ihrer eigenen Leute zu wappnen. Sie setzt ihren Kopf durch und bricht so ziemlich jedes Gesetz, dass das Leben des Stammes zusammenhält. Dabei bringt sie nicht nur sich selbst, sondern auch Kochmutter und ihre Ziehschwestern immer wieder in Gefahr. Dieser etwas egoistische Wesenszug an Ailia hat mich während der gesamten Lektüre leider immer wieder gestört.
Obwohl ich also einige Startschwierigkeiten hatte, so ist es der Autorin doch gelungen, mich von ihrer Geschichte zu überzeugen. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, da das Buch doch einige Schwachpunkte hat. Aber letzen Endes hat mir dieser außergewöhnliche Ausflug doch gut gefallen! Ein ungewöhnlicher Schreibstil, doch wer bereit ist, sich damit zu arrangieren, wird mit einer interessanten Geschichte in originellem historischen Setting belohnt werden.

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Pandora - Wovon träumst du?

Eva Siegmund
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbt, 11.04.2016
ISBN 9783570310595
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Sophie Kirsch lebt in einer Zeit, in der das Leben der Menschen beinahe vollkommen vom technischen Fortschritt bestimmt wird. Jeder, der etwas auf sich hält, besitzt einen sogenannten Smart-Port, der unter das Augenlid des Trägers implantiert wird und dessen gesamte mobile Kommunikation direkt auf die Netzhaut überträgt. Über diesen Chip ist es zudem möglich, verbraucherangepasste Werbung direkt in die Träume der Menschen einzuschleusen. Auch Sophie ist stolze Besitzerin eines solchen Smart-Ports. Noch ahnt sie jedoch nicht, wie gefährlich die neue Technik in ihrem Kopf wirklich sein kann…

Als Sophie erfährt, dass sie eine Zwillingsschwester hat und die Menschen, die sie ihr ganzes Leben lang für ihre Eltern hielt, lediglich ihre Adoptiveltern sind, zerbricht ihre heile Welt in Scherben. Auch ihre Schwester Liz ist mit der Situation vollkommen überfordert. Die beiden beschließen, sich näher kennenzulernen und ihre verlorene Zeit aufzuholen. Dabei stellen sie Nachforschungen über ihre leiblichen Eltern an und stoßen auf die dunklen Machenschaften des Sandmannes, der danach strebt, die gesamte Menschheit über ihre Smart-Ports zu kontrollieren. Dabei kommt ihm Sophies und Liz‘ Neugier ziemlich ungelegen...

Mein Eindruck:

Die Geschichte der Geschwister beginnt äußerst beschwingt und als Leser findet man sich sofort mitten im Geschehen wieder, als Sophie und Liz von ihrer Adoption erfahren. Beide sind mit der neuen Situation vollkommen überfordert - jede auf ihre eigene Art und Weise. Hier wird sofort deutlich, wie unterschiedlich die Autorin die beiden Charaktere der Mädchen konzipiert hat. Sophie ist stiller und stammt aus einfachen Verhältnissen, wohingegen Liz eher einem brodelnden Vulkan gleicht, der jede Minute ausbrechen kann. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und trägt ihr Selbstbewusstsein gerne zur Schau. Dennoch sind beide trotz, oder gerade aufgrund ihrer Verschiedenheit, von Anfang an sehr sympathisch und äußerst glaubhaft. Jede hat ihre eigene Technik, mit der Situation umzugehen. Auch das anschließende Kennenlernen wird von Eva Siegmund überzeugend geschildert, bis sich die beiden Schwestern im Verlauf der Geschichte schlussendlich immer weiter anfreunden. 

Auch die Nebencharaktere bereichern die Geschichte, wobei aber besonders die Eltern der beiden Mädchen ziemlich außen vor bleiben. Sie spielen eigentlich so gut wie gar keine Rolle und sind somit auch die einzigen Protagonisten, die zwar immer wieder am Rande erwähnt werden, im Gesamtbild aber dennoch ziemlich farblos bleiben. Auch die Liebesgeschichte, die sich im Mittelteil anbahnt wird nicht bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Hier wird viel der Fantasie des Lesers überlassen und das Hauptaugenmerk bleibt somit stets auf Sophies und Liz‘ Familiengeschichte gerichtet. Ebenso gut wie die beiden Schwestern hat mir der nerdige Hacker Sash gefallen. Er ist unbedarft im Umgang mit Mädchen, sodass es immer wieder zu lustigen Szenen kommt. Sash unterstützt Sophie und Liz bei ihren Nachforschungen in der Vergangenheit, wobei die beiden ohne seine Computerkenntnisse und Kontakte wohl die meiste Zeit ziemlich aufgeschmissen gewesen wären.
Neben ausgefeilten Charakteren kann „Pandora“ zudem mit einer packenden, futuristisch angehauchten Handlung überzeugen. Die Idee von einen kleinen Chip, über den sich Telefonate abwickeln lassen, aber auch Filme direkt auf der Netzhaut angesehen werden können oder direkter Zugriff auf das Internet besteht, ist zwar noch Zukunftsmusik, doch die Idee erscheint durchaus realistisch. Erschreckend ist dabei natürlich besonders die Vorstellung, dass jegliche Technik auf die eine oder andere Weise auch gehackt werden kann. Mir hat „Pandora“ insgesamt sehr gut gefallen. Das Buch bietet viele Geheimnisse und hat mich bis zum Ende fesseln können. Absolut lesenswert!

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Silfur - Die Nacht der silbernen Augen

Nina Blazon , Felicitas Horstschäfer
Fester Einband: 420 Seiten
Erschienen bei cbt, 21.03.2016
ISBN 9783570163665
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt:

Eine
Auszeit auf Island. Drei Wochen will Familie Siebert ihr Leben in
Deutschland hinter sich lassen, während Vater Jan die Installation einer
neuen Software für die isländischen Stromwerke überwacht. Schon kurz
nach der Ankunft freundet sich Tom mit Elín, der Tochter der
Pensionsleiterin, bei der die Familie Quartier bezogen hat, an. Fabio
kann bei dem sportlichen Elan, den die beiden an den Tag legen, schon
bald nicht mehr mithalten. Er zieht sich mehr und mehr zurück, bis er
nur kurze Zeit später den geheimnisvollen Hansen kennenlernt. Dieser
erzählt ihm von den Elfen, die in der Stadt leben und einen bösen Fluch
über ihn gelegt haben. Gemeinsam mit Fabio will er diesen nun brechen
und es dauert nicht lange, bis die Elfen auf Fabios Recherchen reagieren
und sich ihm erstmals zeigen. Und sie sind alles andere als erfreut
über Fabios Spürnase, die er immer wieder in Dinge steckt, die ihn
eigentlich nichts angehen. Wird es Fabio gelingen, Hansens Fluch zu
brechen und das unterkühlte Verhältnis zu seinem Bruder wieder
aufzutauen?

Mein Eindruck:

Das erste, was einem positiv auffällt, wenn man das Buch zum ersten Mal in der Hand hält ist natürlich das tollen Design. Ein wahrer Hingucker und ein absoluter Schatz im Bücherregal. Auch die liebevollen Illustrationen von Felicitas Horstschäfer im Inneren hauchen dem Buch Leben ein und untermalen die Geschichte äußerst passend. Ich bin also nach wie vor hin und weg! 

Neben dem tollen Äußeren konnte mich Nina Blazon auch wieder einmal inhaltlich mit ihrer kindgerechten Fantasygeschichte verzaubern. Als Leser begleitet man die deutsche Familie Siebert in ihrem Urlaub auf Island und lernt dabei die Schönheit der nordischen Insel kennen. Gemeinsam erkundet man mit dem zehnjährigen Tom und seinem zwei Jahre älteren Bruder Fabio geheime Verstecke und spannende Orte inmitten der pulsierenden Stadt Reykjavík. Dabei ergänzen sich die beiden Geschwister passend. Tom ist ein aufgeweckter Junge, ihm fällt alles leicht und auch sportlich gesehen ist er ein absolutes Ass, sodass sein Bruder Fabio oft nicht mit ihm mithalten kann. Fabio versucht zwar immer wieder, seinen jüngeren Bruder zu übertrumpfen, doch es gelingt ihm nur, wenn Tom sich zurücknimmt. Dennoch halten die beiden, von brüderlichen Zankereien einmal abgesehen, stets zusammen. 

Auf Island kommt Familie Siebert bei Björg und deren Tochter Elín unter, die ungefähr im gleichen Alter wie Tom ist. Anfangs sind sich die beiden noch ziemlich feindlich gesonnen, doch Elín fordert Tom immer wieder zu neuen Mutproben heraus. Sie ist genauso ein Energiebündel wie er und sorgt dafür, dass sich die Geschwister in ihrem Urlaub immer weiter voneinander entfernen. Fabio kann den sportlichen Herausforderungen seines Bruders nichts abgewinnen und beschäftigt sich stattdessen mit alten isländischen Sagen. Dabei stößt er auf ein gefährliches Geheimnis und findet sich schon bald in einer magischen Welt voller Elfen und anderer fantastischer Wesen wieder. 

Nina Blazon hat mit „Silfur“ eine Geschichte abgeliefert, die mitten ins Herz geht. Eine fesselnde Erzählung rund um Freundschaft und Magie, die einem nahelegt, die eigenen Fehler zu akzeptieren und sich auf Neues im Leben einzulassen. Packend erzählt und mit gewohnt leichtgängiger Sprache entführt die Autorin ihre Leser nach Island, wo sie gemeinsam mit Tom und Fabio ein spannendes Abenteuer erleben. Wieder kann Nina Blazon mit außergewöhnlichen Ideen und einer märchenhaften Kulisse überzeugen. Humorvoll und kindgerecht nimmt sie ihre Leser auf eine magische Reise mit und trifft dabei bei Jung und Alt einen Nerv. Auch mir hat dieser Ausflug wirklich gut gefallen. Die Charaktere sind passend konzipiert und die geheimnisvolle Atmosphäre Islands regt die Phantasie an. „Silfur“  bekommt von mir die volle Sternenanzahl und eine Leseempfehlung für kleine und große Entdecker, die bereit dazu sind, sich mit Fabio und Tom in ein magisches Abenteuer zu stürzen!

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