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england, wikinger, historisch, fantasy, ebook

Hammer of the North - Die Söhne des Wanderers

Harry Harrison , John Holm , David Friemann
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 15.06.2016
ISBN 9783945493410
Genre: Historische Romane

Rezension:

Es herrschen finstere Zeiten in England des Jahres 865.Während sich die Königreiche gegenseitig bekriegen, lenken mächtige Bischöfe das Land und füllen ihre Kammern mit Gold. Niemand – weder König noch Knecht – wagt es, sich der Kirche zu widersetzen. Doch nun droht eine neue Gefahr: kriegerische Nordmänner, die nur Ihren Göttern dienen, haben Englands Küsten erreicht und ziehen mordend durch die Lande. Inmitten dieser Gefahren gerät das wikingische Halbblut Shef zwischen die Fronten. Schon bald muss er seinen eigenen Weg finden und sich entscheiden, welchen Göttern er folgen soll…

Autor Harry Harrison macht keine Gefangenen und entführt bereits innerhalb weniger Seiten in eine raue Welt, in der ein Menschenleben entbehrlich ist, wie Sand am Strand. Bereits im Frühstadium der Geschichte wird beschrieben, wie ein Heer von Wikingern an der Küste Englands auflaufen, um einen Eroberungsfeldzug zu starten. Dieser misslingt und so wird der einzig Überlebende verhört und getötet. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, wobei die englische, als auch die nordmännische zu Wort kommen. Inmitten dieses Zwists ist Shef gefangen, der sich auf der Seite der Wikinger einen tieferen Einblick in deren Lebenskultur verschaffen kann. Gerade hier spielt das Buch alle Trümpfe aus, indem es die atmosphärisch wiedergibt, was uns bis heute an diesem Volk fasziniert: der Gedanke an Ehre und an seinen persönlichen Gott, mit dem man sich aufgrund seiner angeborenen Fähigkeiten identifizieren kann.

Es bleibt jedoch nicht dabei, denn in dem Buch fließt Blut, sehr viel Blut (halt ein tpisches Wikinger Setting). Der Autor schafft es, dem Leser einen Gedankenfilm im Kopf zu vermitteln, der mit den Hollywood Streifen locker mithalten kann. Hier beschränkt man sich jedoch nicht auf oberflächliche Klischees, sondern steigt tiefer in die Materie ein und kämpft sich seinen Weg durch. An manchen Stellen ist das Schlachten zwar etwas ausufernd, aber insgesamt rundet es das Gesamtbild sehr gut ab.

Fazit: Fantasy Freunde und Wikinger Fans sollten sich das Buch unbedingt gönnen. Es vermittelt ein intensives Lesegefühl, das man eigentlich sofort ein Horn und Schwert tragen möchte. Besonders die philosophischen Aspekte haben mir sehr gut gefallen und vermitteln einen Einblick, der über ein barbarisches Schlachten hinaus geht. Daumen hoch!



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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

science fiction, zukunft, neue welt, utopie, 1939

2086 - Sturz in die Zukunft

Robert A. Heinlein
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 18.02.2016
ISBN 9783945493519
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Der Autor von „Starship Troopers“ Robert A. Heinlein wagte bereits 1939 einen Blick in unsere Zukunft, die nunmehr vom Mantikore Verlag neu aufgelegt und veröffentlicht wurde. Der Roman ist der Startschuss einer Autorenkarriere und wird durch das Vorwort bereits gelungen dokumentiert. Zur Story: Im Sommer 1939 erleidet der Pilot Perry Nelson einen schrecklichen Autounfall. Als er erwacht, befindet er sich im Jahre 2086. Verzweifelt versucht Perry sich in der neuen Welt zurecht zu finden. Bald jedoch stellt er fest, das sein Wissen über die Vergangenheit der Zivilisation der Zukunft von großem Nutzen sein kann.

Der Autor spinnt sich hier eine Geschichte nach allen Regeln der Kunst zusammen, die es in sich hat. Dabei nimmt er keine Rücksicht auf Logik oder Erwartungshaltung des Lesers. Sein Ziel ist es nicht, wissenschaftliche Theorien an den Leser zu vermitteln, sondern schlichtweg zu unterhalten. Das gelingt ihm durch seine dichte Erzähleratmosphäre sehr gut und man kann sich schnell in die Lage des Außenseiters, der in der Zukunft gestrandet ist, hineinversetzen. Gerade der jugendlich unbekümmerte Schreibstil lässt mich die Zukunft schnell erforschen, mit ihren technisch befremdlichen Möglichkeiten. Hauptaugenmerk liegt jedoch auf die wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede, in denen der Autor der Realität stellenweise schrecklich nah kommt. Die modernen Kommunikationsmittel, und einige Aspekte des Soziallebens finden sich auch heute in unserem Alltag wieder und so kann man das, was ursprünglich reine Fiktion war, heutzutage auch als visionär bezeichnen. Natürlich ist der überwiegende Teil weiterhin Science Fiction und weiß durchaus zu unterhalten. Dennoch hat der Autor sich hier intensive Gedanken gemacht, wie unsere Zukunft aussehen könnte und aus seiner Zeitperspektive ein atmosphärisches Bild unserer Zukufnt gemalt. Obwohl das Buch sich sehr gut durch liest, musste ich mich bei dem historischen Abschnitt regelrecht durchkämpfen; Geschichtsforscher dürften bei den vielen politischen und wirtschaftlichen Daten ihre Freude haben.


Insgesamt will das Buch unterhalten und das tut es auch. Wer sich einige nette Stunden und interessanten Blick in die Zukunft gönnen möchte, wird dieses Stück Science Fiction schnell nicht mehr aus der Hand legen.

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spielbuch, fantasy, abenteuer, mantikore-verlag, rollenspie

Destiny Quest - Die Legion der Schatten

Michael J. Ward , Felix A. Münter
Flexibler Einband: 740 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 27.08.2015
ISBN 9783939212751
Genre: Fantasy

Rezension:

„World Of Warcraft, nur halt als Rollenspielbuch.“ So hat man mir auf der Spielemesse einmal jemand das Buch beschrieben und mich neugierig gemacht. Kann man so stehen lassen, aber das Buch kann noch sehr viel mehr als das. Nachdem der Mantikore Verlag sich durch die Wiederveröffentlichungen der Abenteuer Spielbücher von Steve Jackson („Sorcery!“) und Joe Dever („Einsamer Wolf“) einen festen Platz in meinem Buchregal gesichert hat, geht es nun auf zu neuen Gefilden und die nächste Generation der Abenteuer Spielbücher.


Die Geschichte bietet bereits ein sehr großes Potential: Ohne Erinnerung an dein früheres Leben und mit kaum mehr als einem Schwert und einem Rucksack musst du dich einer dir unbekannten Welt voller Monster und Magie deinem Schicksal stellen. Jedes weitere Wort wäre bereits gespoilert, denn die Hauptgeschichte ist unterteilt in mehrere Kapitel. Kommen wir also zu dem Spielprinzip: grundsätzlich folgt es dem klassischen Rollenspielbuchabenteuer, das bedeutet, dass die Abschnitte in der Reihenfolge der Entscheidungen gelesen werden. Ansonsten ist hier ganz klar der Rollenspielfaktor vorhanden, der bereits in Computerspielen zelebriert wird. Das beginnt mit der Aufrüstung der Waffen, geht über den Heldenbogen (unterteilt in Hände, Brust, Kopf, Füße usw.) bis hin zu der Reihenfolge, in der man die Geschichte verfolgt (Haupt- und Nebenquest). Man hat hier auch das Kunststück geschafft, klassische Spielbuchveteranen und Computerspieler gleichermaßen zu beglücken, denn für die einen ist es eine Erweiterung zu bereits bekannten Gefilden, während die anderen eine gelungene Überführung in Buchform abfeiern. Man sucht sich die Reihenfolge der Quests aus, wobei natürlich gilt: je mehr, desto weitere Details werden offenbart. Am Ende jedes Kapitels erwartet den Spieler ein Bossgegner, den es zu bezwingen gilt. Ist man erfolgreich, darf man das neue Kapitel beginnen. Stirbt man, ist jedoch nicht gleich das komplette Abenteuer vorbei. Ein Novum für viele Rollenspielbücher Veteranen, das aus der Computerspielszene adaptiert wurde, nach dessen Bildschirmtod der Held respawnt und an der Stelle seines Todes weitermacht. Ist anfangs gewöhnungsbedürftig, macht aber aufgrund des riesigen Abenteuerumfangs durchaus Sinn.


A propos Umfang: neben dem physischen Totschläger von über 650 Seiten, decken auch die Geschichten eine riesige Bandbreite ab: Intrigen, klassische Hexenjagd oder ein Besuch bei Vampiren? Alles mit an Bord, inklusive epischen Schlachtelementen. An einigen Stellen wird man von epischen Schlachtelementen zwar überrollt, aber das kann man locker mit der einen oder anderen Nebenquest wieder kompensieren, bei der etwas von der Geschwindigkeit runter gefahren wird. Das Prinzip ist besonders für Jäger und Sammler von Waffen und Gegenständen ein wahres Fest geworden, denn es macht einfach derbe Spaß, die Details zu vergleichen und seinem Charakter entsprechend auszustatten. In Kombination mit der Geschichte, die sich mit jeder Quest ein wenig mehr offenbart, macht es einiges her und steht den klassischen Rollenspielbüchern in nichts nach.


Fazit: Pflichtkauf für alle Fantasy Freunde! Egal, ob klassisches Rollenspielbuch oder Gamer, denen Titel wie „World of Warcraft“, „Dark Souls“, „Witcher“ oder „Gothic“ etwas sagen. Antanzen, lesen, Spaß haben, so einfach kann es manchmal sein, mit dem richtigen Buch mehrere Tage (!) am Stück Spaß zu haben. Hammer!

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spielbuch, fantasy, schumacher, kämpfen, befreien

Die Welt der 1000 Abenteuer - In den Fängen der Seehexe

Jens Schumacher
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 25.09.2014
ISBN 9783939212744
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der Mantikore Verlag hat sich bereits mit den Wiederveröffentlichungen der Abenteuer Spielbücher von Steve Jackson („Sorcery!“) und Joe Dever („Einsamer Wolf“) einen festen Platz in meinem Buchregal gesichert. Mittlerweile erfreut sich das Spielbuch Genre wachsender Beliebtheit, so dass bereits die ersten Autoren ihr Erbe antreten. Wenn man einen Blick auf die Website des Autoren wirft staunt man nicht schlecht, denn Textmaschine Schumacher hat bereits über 70 Bücher und Spiele (darunter auch die Rätselspielserie „Black Stories“) auf dem Kerbholz. In seiner Reihe „Die Welt der 1000 Abenteuer“ tritt er in die Fußstapfen der großen Autoren und entführt den Leser im vorliegenden Band auf den Meeresgrund.


Die Thronfolgerin von Corellia wurde von der gefürchteten Schwarzmagierin Stormothra entführt. Der König beauftragt tapfere Abenteurer sie zu ihm zurück zu bringen, doch dabei gibt es ein Problem: der Palast der Seehexe liegt auf dem Grund des Meeres. Unter dem Einfluss eines Wasseratmungszaubers wäre ein Rettungsversuch möglich. Hier kommst du als Leser ins Spiel, denn bei dem Abenteuer Spielbuch wird das Buch nicht von vorne bis hinten durch, sondern in Abschnitten durchgelesen. Die Reihenfolge der Abschnitte sind von deinen Entscheidungen abhängig und können in Sackgassen, zum Sieg oder auch zum Tod führen, wobei du das Abenteuer von vorne beginnen musst. Die Betonung liegt hier auf Abenteuer, denn anders als seine Autorenkollegen hält sich Schumacher hier mit den Kämpfen zurück. Diese laufen in erster Linie nicht nach dem Würfelglück oder nach einem Kampfquotienten ab, sondern nach einem reinem Zufallsprinzip. Erschwert die Sache um einiges, ist aber aufgrund der Tatsache, dass man am Meeresboden diversen Monstern ausgeliefert ist, authentisch. Zu Beginn des Abenteuers darf man sich ebenfalls ein Talent aussuchen, das einem auf seiner Reise nützlich sein kann. Wie auch bei den urtümlichen Rollenspielbüchern wird die Story durch einige Bleistiftzeichnungen ergänzt, die auch Mitte der 80er Jahre veröffentlicht sein könnten.


Das Buch ist einsteigerfreundlich, denn ohne großes Regelwerk geht’s direkt rein ins Abenteuer. Ein Spaziergang ist es allerdings nicht, denn man kann hier relativ schnell sterben, was dem Spaß jedoch keinen Abbruch tut. Das Prinzip ist stark an die 80er Jahre Spielbücher angelehnt und versprüht auch sehr viel von dessen Charme. Zwischen den Zeilen konnte ich jedoch stark rauslesen, dass das Buch für Jugendliche konzipiert wurde. Nicht schlimm, aber dennoch ein Unterschied zu anderen Spielbüchern, die sich altersübergreifend lesen lassen. Old School Fans können hier mal eben einen schnellen Abenteuertrip für zwischendurch ergattern, Einsteiger in das Rollenspielbuch Genre sollten sich das Buch definitiv gönnen. Ganz nett für zwischendurch ist das Fazit für mich, allerdings bin ich auch neugierig auf die anderen Bände von „Die Welt der 1000 Abenteuer“ geworden.

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science fiction, soylent, zukunft, ermitteln, elend

Soylent Green

Harry Harrison , Verena Hacker
Buch: 300 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 24.10.2013
ISBN 9783939212362
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Was passiert, wenn der Massenkonsum weiter anhält und die Resourcen der Erde eines Tages erschöpft sind? Im Jahr 1966 machte sich der Autor dazu Gedanken und malt mit diesem Buch eine finstere Version des Jahres 2022. Auch eine Filmversion unter dem Namen „Make Room, Make Room“ existiert bereits und unterstreicht die Hauptproblematik des Zeitalters; eingepfercht in einer 35 Millionen Metropole von New York City kämpft die Bevölkerung gegen unerträgliche Hitze und mit der Wasserknappheit. Strom wird lediglich mit Pedalkraft erzeugt und die Rechtsordnung ist mehr als zerbrechlich. Inmitten dieses Szenarios wird ein Gangster ermordet. Polizist Andy Rusch wird mit der Aufklärung des Falls beauftragt und trifft auf die wunderschöne Freundin des Gangsters und ein Kriminalfall der etwas anderen Art nimmt seinen Lauf...


Es ist ein brutales Szenario, das hier beschrieben wird. Ein Menschenleben scheint hier nicht wirklich viel zu zählen, doch der Staatsapparat muss aufrecht erhalten werden und daher wird das Verbrechen zur Aufklärung freigegeben. Gerade die menschenverachtende Umgebung trägt viel zur Atmosphäre bei, macht es mir jedoch um so schwerer, mich mit den Figuren zu identifizieren. Obwohl einige Charaktereigenschaften sehr gut beschrieben sind, fehlt mir persönlich der Tiefgang und ich musste mich mehrfach durch einige Seiten hindurch kämpfen. Es ist definitiv kein schlechtes Buch und das Setting sehr gut beschrieben, aber da ich nur teilweise mit Krimis und Science Fiction etwas anfangen kann, war das Buch für mich leider ein Fehlschuss. Einzig negativer Aspekt sind hier viele Rechtschreibfehler, die ins Gewicht fallen. Vielleicht liegt es an der Übersetzung oder an der Thematik insgesamt, aber das Buch ist an mir vorbeigerauscht. Wer eine visionäre Krimigeschichte im Science Fiction Gewand erleben möchte, wird hier schnell wamr werden.


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zombies, horror, zombie, endzeit, berlin

Totes Land - Ausnahmezustand

M.H. Steinmetz
Buch: 600 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 24.07.2014
ISBN 9783939212560
Genre: Fantasy

Rezension:

Zombies. Der Thematik wurde zur Jahrtausenwende mit Filmen wie „24 Days Later“ oder der Neuverfilmung von Romeros „Dawn Of The Dead“ neues (untotes) Leben eingehaucht. Seit dem überschwemmen massenweise B-Movies und (teils mehr und weniger gelungene) Neuverfilmungen melken den letzten Tropfen aus der Kuh. Spätestens mit „The Walking Dead“ zelebriert das Genre seinen Zenit und fasziniert Fans mit der gelungenen Mischung aus Einzelschicksalen und Zombieapokalypse. Nun gibt es auch einen Roman zur Thematik und wer nun die Augen verdreht und eine weitere überflüssige Adaption in Buchform fürchtet, sollte sich das Teil näher anschauen. Denn bekanntlich ist manchmal in einem großen Müllhaufen auch eine wertvolle Perle zu finden...


Verantwortlich für diese Perle zeichnet sich der Mantikore Verlag, der bereits durch die Neuauflage von Fantasy Spielbüchern (Steve Jackson, Joe Dever) und einigen Science Fiction Romanen zu glänzen weiß. Der Autor Mario H. Steinmetz macht aus seiner Leidenschaft für Zombies kein Geheimnis und zelebriert diese sehr authentisch und blutig. Während eines live Rollenspiels erfährt Markus von einer Seuche, die sich rasend schnell ausbreitet und droht das gesamte Land zu verschlingen. Opfer der Krankheit bekommen Fieber, bluten und sterben, ehe sie wieder zu untotem Leben erwachen und sich an den Lebenden satt fressen. Markus versucht gemeinsam mit seinen Freunden und einigen Gleichgesinnten sich einen Weg nach hause zu seiner Freundin zu bahnen, während die Seuche die gesamte Welt um sie herum ins Chaos stürzt und die Zivilisation in die Knie zwingt. Letzten Endes stellt sich die frage, ob die Heimat überhaupt noch existiert, oder sich die Hölle auf Erden bereits entfaltet. Der Autor spielt mit der Angst der Protagonisten und des Lesers auf einem extremen Level; kaum ist man einer Gefahr entkommen, eröffnet sich bereits die nächste und wenn man sich erstmal auf einen Adrenalinpegel eingeschossen hat, streut Herr Steinmetz gekonnt die Ruhepausen ein, hinter denen bereits weitere Gefahren lauern. Spannung ist hier mit jeder Seite ein enger Begleiter und auch die makabren Todesszenen sind definitiv ein Garant für einen echten Zombieroman. Die Einzelschicksale der Protagonisten gehen beim Lesen ebenso ans Herz wie die Angst, was aus der Zivilisation langfristig werden soll und welches Leben man überhaupt noch führen kann. Im Angesicht des Todes zeigen die Überlebenden auch ihr wahres Gesicht und reagieren instinktiv, was für Schockmomente und traumatische Erlebnisse sorgt. Das Buch ist definitiv nichts für schwache Nerven, denn gerade die Balance zwischen authentischen Figuren und abartigen Hackszenen (inklusive dramatische Einzelschicksale) lassen das Buch vor Blut und Tränen nur so triefen. Gerade das sind die Zutaten, die einen authentischen Horrorroman ausmachen, der sich mit dem Zombie Genre auseinandersetzt. Keine langen Intros, Verschnaufpause ist Luxus und kein Thema ist zu heilig, als dass es nicht der Apokalypse zum Opfer fällt. Die Krönung erreicht der Autor durch die Beschreibung der Verwandlung eines Zombies aus der Egoperspektive, bei dem der Leser erstmals die Zombies nicht nur als hirnlose, allesfressende Kadaver wahrnimmt, sondern als Menschen, deren Geist von der Seuche dahingerafft worden sind.


Fazit: Spannend und blutig erzählt und definitiv mein erstes uncut Buch. Leider an wenigen Stellen langatmig (maximal 10 Seiten über das Buch verteilt) und an der einen oder anderen Stelle ein Rechtschreibfehler, ansonsten gibt es nichts zu beanstanden. Wer sich also einen Trip in die Apokalypse gönnen möchte, ist mit diesem Buch bestens bedient.

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fantasy, spielbuch, abenteuer, einsamer wolf, ebook

Einsamer Wolf 01 - Flucht aus dem Dunkeln

Joe Dever , Nicolai Bonczyk , Karolina Gardovic
Flexibler Einband: 472 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 01.10.2010
ISBN 9783981281279
Genre: Fantasy

Rezension:

„Du bist einsamer Wolf, der letzte der Kai Lords“. Es war genau dieser Satz, der mir als erstes ins Auge sprang, als mein Kumpel mit Anfang der 90er Jahre das Buch auslieh. Ich hatte bereits die meisten Abenteuer Spielbücher von Steve Jackson und Ian Livingstone mehrfach durchgespielt und so kam mir das Buch von einem gewissen Joe Dever gerade recht. Eigentlich bin ich kein Magier, sondern eher der Kämpfer, der sich mit einer fetten Rüstung und einem zweihändigen Breitschwert durch ganze Monsterhorden mäht. Dennoch faszinierte mich die charismatische Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wurde. Damals hatte ich mittendrin angefangen (fünfter oder sechster Band) und konnte nur drei Bücher beschaffen, ehe ich die Reihe aus den Augen verlor. Um so erfreulicher, dass der Mantikore Verlag (in Zusammenarbeit mit dem Autor) nicht nur die Buchreihe neu aufmacht, sondern gleich auch noch um einige Bände erweitert. Bereits im Vorfeld fiel mir der Verlag positiv auf, denn mit der Wiederveröffentlichung der SORCERY! Reihe von Steve Jackson hatte er bereits bei mir offene Türen eingerannt. Durch die Neuauflage der „Einsamer Wolf“ Reihe baut der Verlag seine Sympathie bei mir in sehr großem Maße aus, denn es ist nicht nur eine stumpfe Nostalgiebombe, sondern hier haben Fantasy Fans für Fans Hand angelegt, um eine epische Reihe aus den 80ern in das neue Jahrtausend zu überführen.

„Dein Name ist Einsamer Wolf. Bei einem hinterhältigen Angriff der schwarzen Lords wird das Kloster, in dem du zum Kai ausgebildet wirst, vom Feind zerstört. Du bist der einzige Überlebende!“ Der Buchrückentext stimmt hier nur teilweise, denn ob du das Massaker des Feindes im Kloster überlebst, ist alles andere als sicher. Das Prinzip folgt den anderen Fantasy Spielbüchern, bei dem das Buch nicht in einem Rutsch, sondern abschnittsweise durchgelesen wird. Die Reihenfolge der Abschnitte hängt von deinen Entscheidungen ab, doch hier ist Vorsicht geboten, denn manchmal kann eine falsche Entscheidung den Tod bedeuten und du musst dein Abenteuer von vorne beginnen. Anders als seine Kollegen Steve Jackson und Ian Livingstone arbeitet Joe Dever beim Kampf nicht mit Würfeln, sondern mit Kampfquotienten und beim Glück mit einer Zufallstabelle („Ermittle eine Zufallszahl“). Anfangs gewöhnungsbedürftig, erspart jedoch die Würfel und macht derbe Spaß. Das erste Abenteuer ist lang, sehr lang, aber zu keinem Zeitpunkt langatmig. Epische Momente wechseln sich mit der Angst um das nackte Überleben ab und in manchen Situationen werden derart unterschiedliche Settings vermischt bei denen man sich fragen muss, ob man immer noch das gleiche Buch liest. Unterm Strich wird man mit vielen packenden Stunden Spielzeit belohnt, was neben der Story auch an den stimmigen (Original)- Bleistiftzeichnungen liegt. Getreu dem Motto: nach dem Abenteuer ist vor dem Abenteuer kann man es kaum erwarten sich mit dem nächsten Band in ein neues Abenteuer zu stürzen. Seine gesammelten Gegenstände darf man ebenfalls mit in die neuen Bücher überführen, denn einige von ihnen haben gravierende Konsequenzen (im guten, wie im schlechten). Wer sich mehrfach in dieses Buch stürzt wird überrascht sein, wie viele unterschiedliche Handlungsstränge und Hintergrundinfos es gibt.


Fazit: Das Buch trumpft in jeglicher Hinsicht mit der Höchstpunktzahl auf. Sehr schön aufgemacht als Sammlerstück, packendes (und vor allem umfangreiches) Abenteuer mit großem Mehrspielwert und eine sehr gelungene Neuauflage eines Klassikers. Kein Wunder, dass Joe Dever sich dazu entschlossen hat, weitere Bücher über den Mantikore Verlag zu veröffentlichen. Uneingeschränkter Pflichtkauf für alle Fantasy Fans!


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spielbuch, fantasy, steve jackson, analand, kämpfe

SORCERY! Die Shamutanti-Hügel: Ein Fighting-Fantasy Spielbuch von Steve Jackson

Steve Jackson
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 21.05.2015
ISBN 9783945493205
Genre: Fantasy

Rezension:

„Der Hexenmeister vom Flammenden Berg“ war meine erste Begegnung mit dem Autor, als ich das Buch in unserer Buchhandlung anno 1985 gesehen hatte. Ein Fantasy Rollenspiel Buch, bei dem man selbst über den Ausgang entscheiden konnte klang interessant und war für mich die Initialzündung, sämtliche Spielbücher von Steve Jackson und Ian Livingstone zu beschaffen und mich in diverse Abenteuer zu stürzen. Später sollten die Abenteuer vom Einsamen Wolf von Joe Dever, sowie diverse Spielabende in der Welt von Aventurien (Das Schwarze Auge) folgen, ehe ich mich heute weiterhin der Rollen- und Computerspielszene widme. Während meiner Abenteuer in Fantasy Welten, unter Wasser oder auch im Weltraum, zu denen mich Steve Jackson und Ian Livingstone entführten, stolperte ich über die SORCERY! Saga, die mich in mehreren Bänden ins Abenteuer schicken sollte. Unter Sammlern ist die Reihe längst vergriffen bzw. wird bei ebay für horrende Preise verschachert. Der Mantikore Verlag hat sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, die SORCERY Reihe erneut zu veröffentlichen. Die Tatsache, dass der Verlag sich ebenfalls der kompletten „Einsamer Wolf“ Reihe zur Wiederveröffentlichung und Erweiterung angenommen hat, ist nur eine von vielen Aktionen, warum alte Rollenspiel Hasen dringend einen Blick auf das Verlagsportfolio werfen sollten. Nun aber zu dem aktuellen Buch:

Old School Fans, ihr könnt bedenkenlos zugreifen, denn das Buch ist Nostalgie pur im leicht modernen Gewand. Das Cover wurde neu aufgemacht, ist jedoch gleichzeitig ein Augenzwinkern des Verlags auf seine Namensgebung, denn der blutrünstige Mantikor lauert bereits auf neugierige Abenteurer. Cooler Eyecatcher mit Tiefgang, aber das war´s dann auch schon mit modernen Elementen. Ansonsten wurde alles originalgetreu übernommen, inklusive der Bleistiftzeichnungen von 1983. Lediglich ein Vorwort des Autors und ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis mit Regeln (für Anfänger und Fortgeschrittene), Karte und Zauberbuch wurde ergänzt.


Im vereinten Königreich war alles in Butter, denn die magische „Krone der Könige“ verlieh ihrem Besitzer die Macht, das gesamte Land zu regieren. Eines Tages gerät die Krone in die falschen Hände und dem Reich drohen Krieg und Zerstörung. In seiner Not ruft der alte König die Tapfersten in seine Dienste, um das Reich zu befreien und die Krone zurück zu erobern. Du hast dich dafür freiwillig gemeldet und es ist nun an dir, das Reich vor seiner Vernichtung zu bewahren. Ja, du hast richtig gelesen, deine Aufgabe, keine dritte Person oder ein schimmernder Held, denn dies ist kein normales Buch, sondern ein Fighting Fantasy Spielbuch. Es wird nicht von vorne nach hinten gelesen, sondern beginnt mit einem Abschnitt, an dem du eine Entscheidung treffen musst und im entsprechenden Abschnitt weiterliest. Dadurch hast du eine gewisse Handlungsfreiheit und kannst selbst über dein Schicksal entscheiden. Zu Beginn des Abenteuers stattest du dich mit deinen drei Grundwerten Gewandtheit, Ausdauer und Glück und einer Ration Proviant aus. Im Laufe deines Abenteuers werden diese Attribute beim Würfeln über dein Schicksal entscheiden, sei es in einer unglücklichen Situation („Versuch dein Glück!“) oder im Kampf. Solltest du in einer kritischen Situation vom Pech verfolgt werden, endet dein Abenteuer und du musst von vorne beginnen. Das gleiche widerfährt dir, wenn deine Ausdauerpunkte auf null sinken, sei es durch einen Kampf oder andere Umstände, die zu schweren Verletzungen führen. Manchmal sind es jedoch auch nur die falschen Entscheidungen, die dich in den Tod führen, denn Herr Jackson ist nicht gerade zimperlich, was die Gefahren angeht. Dennoch gibt es mehrere Möglichkeiten, das Abenteuer erfolgreich zu beenden. Die Tatsache, dass du deine Gegenstände in weiteren Folgebänden mitnehmen und einsetzen kannst, unterstreicht die epische Wirkung der SORCERY! Reihe.


Fazit: Der Mantikore Verlag hat mit dem ersten Band der SORCERY! Reihe einen Senkrechtstart hingelegt, der mich auf weitere Veröffentlichungen neugierig gemacht hat. Hier haben sich Fantasy Fans hingesetzt, um für Gleichgesinnte ein Buch zu veröffentlichen, das sowohl nostalgische Helden, als auch junge Hüpfer gleichermaßen zu beglücken weiß. Wer es nicht kennt, sollte es antesten, Sammler und alte Veteranen kommen an diesem Buch definitiv nicht vorbei. Alle Daumen ausnahmslos nach oben!


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Gedankenreisen

Sebastian Radu Groß
Flexibler Einband: 76 Seiten
Erschienen bei epubli GmbH, 11.01.2016
ISBN 9783737583206
Genre: Sonstiges

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Aschendämmerung

Sebastian Radu Groß
Fester Einband: 92 Seiten
Erschienen bei epubli, 22.07.2014
ISBN 9783737501507
Genre: Sachbücher

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Seelenwerke

Sebastian Groß
E-Buch Text: 252 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 05.05.2012
ISBN 9783844848762
Genre: Romane

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glen cook, schwarze kompanie, fantas, the black company, black company

The Black Company 1 - Seelenfänger: Ein Dark-Fantasy-Roman von Kult Autor Glen Cook

Glen Cook , Andrea Blendl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 30.07.2015
ISBN 9783945493281
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Cover, der Titel und die Beschreibung "Dark Fantasy" haben mich schnell angelockt. Als Buch- und Gamer Nerd habe ich aufgrund der Rezensionen Parallelen zum Spiel  "Dark Souls" gezogen, bei dem man sich den Inhalt verdienen muss und nichts geschenkt bekommt. Das Prinzip ist hier recht ähnlich, denn man wird als Leser direkt und ohne Vorwarnung in die Welt geworfen, die von einem Mitglied der Black Kompanie in Tagebuchform beschrieben wird. Dabei sind viele Situationsbeschreibungen sehr gut und man kann sich an einigen Stellen sehr gut reinversetzen und die Gefühle des Protagonisten Croaker sehr gut nachvollziehen. Dem steht aber eine völlig fremde Welt, Charaktere ohne jeglichen Tiefgang (an vielen Stellen war ich überrascht erst später das Geschlecht zu erfahren) und eine Story, die von einer großen Anreihung von Situationsbeschreibungen erstickt wird, entgegen. So gut die Situationen auch beschrieben wird, so verwirrend und gleichzeitig nebensächlich ist die Haupthandlung, die man sich wahrlich hart erarbeiten muss. Daher kann ich auch auf den Inhalt nicht eingehen, weil er sich mir an zu vielen Stellen verschlossen hat. Man darf sich keine Pause bei diesem Buch gönnen, denn es kostete mich jedes Mal eine große Überwindung, es erneut zu öffnen und weiter zu lesen. Die Namen der Protagonisten (Croaker, Raven, One Eye) waren für mich ohne jeden Tiefgang und ich konnte auch so gut wie keinen Bezug zu ihnen aufbauen. Das mag an dem Schreibstil mit kurzen Sätzen und eigenbrödlerischen Beschreibungen (eine Schlacht dauerte beispielsweise nur zwei Sätze) liegen, oder aber an der deutschen Übersetzung. Es gibt lediglich nur zwei Arten, dieses Buch zu empfinden: entweder man liebt es, oder man hasst es. Auch wenn mich einige Stellen positiv überrascht haben, so wurde ich immer wieder erneut von dem Schreibstil erschlagen, der für mich wichtige Elemente wie Geschichte, Charakterberzug und Atmosphäre einfach übergangen hat. Allerdings ist das Buch zu gut, um es komplett zu verreissen, daher gebe ich zwei Punkte und nehme für mich als Anreiz mit, mal in die englische Version reinzuschnuppern. 

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zombies, endzeit, zombie, virus, horror

Totes Land 3 - Der Bunker

M.H. Steinmetz
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 23.07.2015
ISBN 9783939212843
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe mich bereits im Vorfeld sehr auf den dritten Teil gefreut: der erste Band war für mich ein richtig geiler Zombie Roman, mit beklemmenden Einzelschicksalen, abartigen Schnetzelszenen (im positiven Sinne) und spannenden Überlebensgeschichten. Im zweiten Band wurde das Schicksal der Menschheit mehr in den Fokus gerückt und Legions Masterplan kam auf den Tisch. Deshalb war ich mehr als gespannt auf den dritten Teil, wie er ausgeht oder ob es ein weiteres offenes Ende geben würde.

Der dritte Teil ist eine gesunde Mischung aus Endzeitthriller, Horror und Action. Gerade die Mischung hat mir sehr gut gefallen, denn obwohl sehr viel militärischer Einfluss dominiert, wird es nie zu actionlastig. Auch der Horror bleibt nicht auf der Strecke, denn die Angst hat mich auf knapp 470 Seiten komplett gefesselt und das Buch nur schwer aus der Hand legen lassen. Im Gegensatz zu der Computerspielreihe „Resident Evil“ werden Action und Horror sehr souverän verknüpft, wobei der Autor mich auf allen Ebenen voll bedient hat. Man sieht die Toten vor dem inneren Auge sehr deutlich, hört ihre schlurfenden Schritte und riecht den bestialischen Gestank. Wo andere andeuten, wird hier knallhart durchgezogen, denn gerade bei den Kampfszenen trieft das Buch von Blut und Körperflüssigkeiten, dass man direkt danach am liebsten Duschen möchte. Die neuen Figuren wachsen einem schnell ans Herz, während man mit jeder Seite um das Leben bereits bekannter Charaktere bangt (ja, mit JEDER Seite, denn hier ist nichts gewiss). Man fragt sich an vielen Stellen, wie man selbst reagieren würde und die Atmosphäre lässt die reale Welt schnell in den Hintergrund treten.

Auch bei extrem makabren Szenen, die teilweise eine fleischgewordene Version eines Canibal Corpse Plattencover zieren könnten, wird hier deutlich, dass die menschliche Phantasie noch einige Schippen drauflegt, als Verfilmungen. Wer sich bereits mit „Walking Dead“ und „28 Days/Weeks later“ sicher im Sattel fühlt, wird hier dennoch aus seiner Bahn geworfen. Zu intensiv krallen sich die Szenen ins Gedächtnis, als dass man Abstand durch einen Fernseher gewinnen könnte. Auch der geschickte Perspektivenwechsel innerhalb eines Satzes hält bei der Stange und verleiht den Figuren eine sehr authentische Tiefe. Es gelingt dem Autor, mit gelegentlich eingestreuten Intermezzos, wie beispielsweise einem aufgefangen Funkspruch, die Welt darzustellen, die so nah am Abgrund steht. Einzelschicksale sind eng mit dem nackten Überleben der gesamten Menschheit verknüpft und man steht mit jeder Seite immer mehr mit dem Rücken zur Wand, ehe die literarische Hölle auf Erden losbricht. Steigerungen im Laufe des Romans gibt es haufenweise, sei es von der körperlichen Gewalt oder der mentalen Selbstverstümmelung. Alleine schon der kurze Einblick in Susans Geist, der sich gelegentlich in ihrem toten Körper aufbäumt, zerrt den Leser tiefer in einen Abgrund, der nur ein Teil des toten Landes ist.

Das Buch hat mich nicht unterhalten; es hat mich geschockt, bewegt und mental traumatisiert. Wenn Fernsehjunkies „Walking Dead“ und der Figurentiefe von „Game of Thrones“ kombinieren und sich das in Buchform vorstellen, ist eigentlich alles in Puncto Atmosphäre gesagt. Der Autor hat mit dieser Trilogie einen Meilenstein geschaffen, der in dem Bunker sein blutiges Finale findet. In seinem Epilog schreibt der Autor, dass er während des Schreibens gezweifelt, verzweifelt, resigniert und wieder Mut gefasst, jedoch nie aufgegeben. Ebendiese Einstellung durchleben sowohl Figuren, als auch der Leser gleichermaßen. Jeder, der auch nur ansatzweise etwas mit Endzeitszenarios und Zombies anfangen kann, sollte sich diese Trilogie komplett zulegen, denn sie bildet meiner Meinung das perfekte Kopfkino dazu und der Bunker einen würdigen Abschluss. Alle Daumen ausnahmslos nach oben, so liest sich Horror in Perfektion!

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