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stephan harbort, serienmörderinnen, killerfrauen, motive, serienmord

Killerfrauen

Stephan Harbort
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2017
ISBN 9783426788660
Genre: Biografien

Rezension:

Geht es um Serienmorde, um Killer, um Soziopathen und Psychopathen, denken die meisten Menschen automatisch an Krieger, an Rebellen, an Krawallmacher, an Paratmacher, an Rechthaberer - stereotypisch also an Männer. Und wenn an eine Killerfrau, dann entweder an eine, die im Keller oder im Wald verwildert, ungebildet und ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt aufgewachsen ist oder an eine hübsche, sexsüchtige Psychopathin, die ihre Mitmenschen um den Finger zu wickeln weiß…, um sie anschließend wie eine Zigarette danach wegzuwerfen.

 

Wir werden im aktuellen Buch Stephan Harborts, nämlich “Killerfrauen“ aus dem Jahr 2017, erfahren, warum die Protagonistinnen und Protagonisten in Harborts Büchern nicht als Suppenkasper und nicht als Romanhelden, sondern als real  existierende Menschen zu verstehen sind.

 

 

 

Auch ein erfahrener Kriminalist wie Stephan Harbort musste im Rahmen seiner jahrelangen Studien für seine Bücher erst mehrere tausend Seiten Akten lesen bzw. studieren sowie zigtausende Stunden Interviews mit dutzenden weiblichen wie männlichen rechtlich Verurteilten der letzten Jahrzehnte führen, um darüber schreiben zu können.

Im Jahr 1964 in Düsseldorf geboren, schloss er ein Studium als Diplom-Verwaltungswirt an der Fachhochschule ab, wo er von 1996 bis 2000 auch Dozent gewesen ist, und lehrt seit 2012 als Dozent an der BTU in Cottbus. Man kennt ihn bundesweit aus diversen Fernsehserien, die mit Kriminalistik zu tun haben. Er ist Deutschlands bekanntester und international anerkannter Profiler, und er hat auch den Begriff Serienmord entscheidend mitgeprägt.

 

 

 

Gleich aus dem Vorwort des Buches zitiere ich Harborts folgende drei Absätze:

>>Tötungsdelinquenz ist anerkanntermaßen eine Männerdomäne, es gibt beispielsweise keine bzw. kaum Amokläuferinnen, Sexual-, Raub- oder Massenmörderinnen. Die aktuelle >Polizeiliche Kriminalstatistik< des Bundeskriminalamts weist für >Mord und Totschlag< lediglich 12 Prozent >weibliche Tatverdächtige< aus. Und auch beim Serienmord ist das Geschlechterverhältnis nach meinen Untersuchungen unausgewogen – nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnten hierzulande mindestens 212 Mordserien aufgeklärt werden, allerdings beträgt der Frauenanteil bei den Verurteilten nur 18 Prozent.<< (Zitatende)

 

>>Aus diesen Gründen habe ich zu Beginn meiner Untersuchungen vor 20 Jahren eine eigene Definition entwickelt und im Laufe der Zeit erfahrungsbedingt modifiziert. Danach liegt ein Serienmord vor, wenn der/die voll oder vermindert schuldfähige TäterIN alleinverantwortlich oder gemeinschaftlich mindestens zwei versuchte bzw. vollendete Tötungsdelikte begeht (…), die jeweils von einem neuen Tatentschluss getragen werden und in keinem inneren Zusammenhang entstehen.<< (Zitatende)

>>Ich behandele im vorliegenden Buch nur solche Verbrechen, die sich in der jüngeren Vergangenheit im deutschsprachigen Raum ereignet haben und sämtliche Facetten dieses spektakulären und außergewöhnlichen Deliktbereichs abbilden. Weil bisher zu Serienmörderinnen in Deutschland (zu) wenig geforscht wurde und die vorliegenden Untersuchungsergebnisse sich lediglich auf hochselektive Stichproben beschränken, habe ich alle Tötungen weiblicher Serientäter betrachtet, die sich hierzulande seit Ende des Zweiten Weltkriegs ereignet haben (Ergebnisse der Studie siehe Anhang >Kriminologie der Serienmörderin< und Nachwort).<< (Zitatende)

 

 

 

Aufgrund unseres rationalen Denkens, unseres Schubladendenkens (auch im Sinne der Abschottung) kennen wir nur wenige Stereotypen. Wir lassen also wenig zu, obwohl wir alle wissen, dass jeder Mensch ein Unikat ist. Da wäre zum Beispiel das altmodische und  klassische Heimchen am Herd, das sich unterordnet und die Kinder hütet. Wir kennen auch das “Bonobo-Weibchen“, das zwar ebenfalls die Kinder hütet und den Haushalt erledigt, allerdings – im Gegensatz zum sich unterordnenden Heimchen am Herd - auch die Familie zusammenhält, und dabei die Fäden aus dem Hintergrund heraus zieht, also subtil und leise.

 

(Liebe Frauen, ich weiß, der indirekte Vergleich mit Affen kommt nicht gut an, aber Bonobos sind nun mal schimpansenähnliche Affen, die sich allerdings von Schimpansen im Wesentlichen unterscheiden: Während Schimpansen nämlich ab Beginn der Geschlechtsreife äußerst aggressiv werden können, gibt es im Bonobo-Rudel keinen Chef, sondern eine ChefIN, außerdem erziehen ausnahmslos die Weibchen die Kinder, und Anspannungen werden nicht mit Streit beseitigt, sondern Anspannungen werden mittels Sex präventiert, also verhindert, bevor überhaupt Streit entsteht. Deswegen aber zu behaupten, dass alle Männer Schimpansen sind und alle Frauen Bonobos, wäre wieder ein Produkt des rationalen Denkens).

 

Außerdem sind die meisten Frauen sozialer eingestellt als die meisten Männer. Hinter so mancher bzw. manchem vermeintlichen “Ja“-SagerIN (also Menschen, die nach außen hin immer nur “Ja“ sagen) verbirgt sich eine hinterlistige Persönlichkeit. Auch sind die meisten Frauen im Lügen und im Verdrängen besser als die meisten Männer, und auch Mobbing zum Beispiel geht statistisch gesehen mehr von Frauen aus.

Aber auch Männer können Tratschweiber sein, sogar auf sehr ähnliche Weise wie Frauen, auch bei gleichen Themen, nur eben in anderen Zusammenhängen. Und auch Rechthaberei ist eine Eigenschaft beiderlei Geschlechter – aber ebenfalls nicht bei jedem Menschen gleichermaßen vorhanden. Auch sind (völlig geschlechtsunabhängig!) die meisten Menschen sehr einfach, glauben nur das, was sie sehen (typisches rationales Denken!). Manche sind sogar noch viel einfacher, sehen nur das, was sie sehen wollen.

 

 

 

Im ersten Kapitel des Buches geht es um die 29-jährige Jennifer Hartmann, die drei Kinder verloren hat, bei einem davon ist ein angeborener Herzfehler diagnostiziert worden, zwei weitere sind laut Diagnose und laut Obduktionsbericht am SIDS (Sudden Infant Death Syndrome, kennen wir in Deutschland auch als Plötzlicher Kindstod) verstorben.
Jennifer ist geschieden und sucht in Facebook unter ihrem Nicknamen “Betty Fly“ (daher heißt dieses Kapitel auch “Die Schmetterlingsfrau“) regelmäßig nach männlichen Sexualpartnern. Irgendwann lernt sie in Facebook einen Lektor und angehenden Buchautor kennen, der sie für seine Bücher interviewen möchte. Er bezahlt ihr 50 EUR pro Interview, zum Essen lädt er sie selbstverständlich ein, wie es sich für einen Gentleman gehört. Obwohl Roland ihr mit seinen 54 Lenzen zu alt ist, treffen die beiden sich nach einigen Mails.

Im Verlaufe der Zeit entwickelt sich zwischen den beiden eine Art väterliche Freundschaft, die Gespräche werden vertraulicher. Sie klagt ihm ihr Leid, nämlich, dass ihr Ex-Mann viel auf Montage gewesen ist und sie mit den Kindern viel allein. Außerdem hatte sie nach eigenen Angaben (Zitat): >>Eine freudlose Kindheit, Jugendsünden, Schulversäumnisse und missglückte Männerbeziehungen.>> (Ziatende)
Außerdem sei sie als kleines Mädchen über Jahre hinweg von ihrem Onkel, der später wegen Mordes an einer jungen Frau verurteilt wurde, sexuell missbraucht worden, erzählt sie.

Anlässlich ihres 30. Geburtstags verabreden sich die beiden in einem Biergarten. Dort erzählt sie ihm, was sie schon länger frustriert (Zitat): >>Diese Fuzzis glauben doch immer noch, ich hätte nicht nur Luca umgebracht. Kevin und Laura auch!<< Das sei aber nicht wahr, versichert sie, außerdem könne man ihr nichts beweisen, weil die Todesursachen doch feststehen würden, zumindest bei Kevin und bei Laura.

Sie habe den Verdacht, dass Luca, als er bei den Großeltern zu Besuch gewesen ist, im Bad vermutlich eine herunter gefallene Herztablette geschluckt hat, ihr Vater sei nämlich herzkrank.

Roland kommt die Schilderungsweise seiner Interviewpartnerin über ihre Schicksale äußerst spanisch vor, denn sie spricht viel weniger emotionslos, eher sachlich und kontrolliert, eher neutral und abstrakt.

 

Nach einer Weile wird das beiderseitige Vertrauensverhältnis immer enger. Sie besuchen gemeinsam die Gräber ihrer Kinder, dort starrt sie minutenlang vor sich hin, immer wieder von kurzen Weinkrämpfen überrumpelt.

Es kommt zu gegenseitigen Geständnissen. Nach Wochen, Monaten Jahren, gesteht sie Roland, dass ein Bekannter Luca in ihrem Auftrag getötet habe, dass müsse sie ihm, Roland, dringend erzählen. Sie müsse aber mit Racheaktionen rechnen, wenn der Bekannte wisse, dass sie jemandem davon erzählt.

Kurz darauf berichtet Roland, er widerum habe als 21-jähriger seine Schwester im Streit erwürgt und im Wald vergraben, niemand wisse bis heute davon, aber es würde ihn belasten, weshalb er es ihr beichte.


Irgendwann in einem späteren Treffen erzählt sie Roland, sie selbst habe Kevin, ihren Sohn mit dem angeborenen Herzfehler, mit einem Kissen erstickt. Ihr Kommentar darüber zu Roland (Zitat): >>Der arme Kerl wäre daran doch sowieso gestorben. Ich habe ihn doch nur erlöst!<< (Zitatende)
Am nächsten Tag schreibt sie ihm in Facebook (Zitat): >>Danke für dein Vertrauen! Es ist ein tolles Gefühl, zu wissen, dass da jemand ist!<< (Zitatende) Roland jedoch will mehr von ihr wissen. Viel mehr. Das volle Programm. Das nächste Treffen findet bei ihr zu Hause statt.

>>Was ist mit Luca? Warst du das auch?<<, will er von ihr wissen.
>>NEIN!<<, ist ihre Antwort.

Nur einen Augenblick später sagt sie aber >>Ich werde einen Teufel tun und zur Polizei gehen, denen sage, dass ich es war!<< Außerdem sagt sie: >>Und wenn die Bullen mich noch 30 Jahre lang verfolgen zu müssen, dann sollen sie doch tun, dann sollen sie mich halt irgendwann holen kommen, ist mir scheißegal Die wissen genau, dass ich es war, aber die können mir nichts, beweisen! Und das liegt daran, dass ich so clever war, dass ich so geschickt gewesen bin!<<
Des Weiteren brüstet sie sich damit, zu wissen, dass die roten Pünktchen in den Augen ihres Kindes (das sie selbst ermordet hat!) gefehlt haben, und warum das im Normalfall nach einem Erstickungstod so ist. Darauf hat Roland kommentarlos die Wohnung verlassen und Jennifer Hartmann nie mehr wieder ersucht.

Roland, der angebliche Lektor, stellt sich allerdings während der kriminalpolizeilichen Ermittlungen als verdeckten Ermittler heraus, und Jennifer Hartmann wird nach fünf Jahren Ermittlungen wegen dreifachen Kindsmordes verhaftet.

Im Rahmen der Ermittlungen kommt ihr Profil zum Vorschein. Ihr Vater, ein Gerüstbauer, war selten für sie da, weil durch zahlreiche Einbrüche und andere Delikte meist im Gefängnis. Anhaltspunkt für sie war ihre Mutter, die sie mehr verwöhnt als erzogen hat. Eine konsequente Erziehung hat sie nie kennen gelernt.

Jennifer hatte brüchige, meist kurzweilige Beziehungen mit verschiedenen Männern, obwohl sie verheiratet gewesen ist, war auch mehrfach schwanger, hat eine Fehlgeburt erlebt und selbst zweimal einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen.
Ihrer Sichtweise nach sei sie durch oder wegen ihrer Kinder gezwungen gewesen, sich mit dem jeweiligen Vater ihrer Kinder arrangieren zu müssen. Viel lieber wollte sie ein freies unbeschwertes Leben mit häufig wechselnden Sexualpartner leben. Dabei hätten ihrer Meinung nach die eigenen Kinder im Weg gestanden.

Jennifer Hartmann kann frühestens nach 20 Jahren Gefängnis eine Bewährung beantragen, mit der Voraussetzung, dass sie an sich arbeitet und ein anderer Mensch geworden ist.

Den letzten Absatz des ersten Kapitels, einen Kommentar Harborts, zitiere ich komplett:

 

>>Nach alldem besitzt Jennifer Hartmann kein Alleinstellungsmerkmal, das sie von anderen Frauen mit ähnlich negativen Lebenserfahrungen und vergleichbar poröser Persönlichkeit signifikant unterscheidet. Allerdings sind alle zuvor beschriebenen Aspekte, die aus ursächlicher Sicht relevant erscheinen, im vorliegenden Fall besonders stark ausgeprägt, auf verhängnisvolle Weise miteinander verknüpft, und über Jahrzehnte hinweg unbeeinflusst geblieben.

Hätte man dieser fatalen Fehlentwicklung rechtzeitig entgegenwirken können und wäre es Jennifer gelungen, eine eigene soziale Identität zu entwickeln, diese Frau würde heute unabhängig mitten unter uns leben und niemanden gefährden.<< (Zitatende)

 

Medien definieren die Täterin bereits im Titel, und geben den Täterinnen Kosenamen wie zum Beispiel “Racheengel“, “Todesengel“ oder auch “Engel mit den Eisaugen“ (letztere saß übrigens mehr als vier Jahre lang in Haft, wurde nach mehreren Instanzen freigesprochen, dann erneut angeklagt, lebt aber wieder in ihrem Geburtsland).

Würden Medien mit (fiktiv) “Die Todesschlitzerin vom Dingsbumssee“ betiteln, würden solche Meldungen sicher entweder von den wenigsten oder gar nicht gelesen oder gar für fake-news gehalten werden, weil sie unserem Frauenbild nicht entsprechen (nicht wollen und nicht sollen).

 

 

 

Wir sehen gleich im ersten Kapitel des Buches, dass es nicht immer die eingangs erwähnte verwilderte “Waldfee ohne jeglichen Kontakt zur Menschheit“ sein muss, die in Serie mordet. Jennifer Hartmann, “Die Schmetterlingsfrau“, hatte sogar mehrere menschliche und zwischenmenschliche Kontakte. Nur konnte sie diese aufgrund ihrer eigenen gestörten Persönlichkeit nicht lange aufrechterhalten, sie hat ihre Mitmenschen manipuliert und für eigene Zwecke missbraucht.

In einem weiteren Kapitel geht es um eine 65-jährige Frau, die nach zwei gescheiterten Ehen, die eine mit einem Säufer, die andere mit einem Schläger, nur noch ältere, vermögende Herren bevorzugt, ohne diese sexuell zu begehren.

Ein anderes Kapitel handelt von einer 32-jährigen, bildhübschen (so die Aussagen vieler) Mexikanerin, die in einem strengen, biederen Elternhaus aufgewachsen ist, ihr Vater ein Psychologe, ihre Mutter eine Dolmetscherin. Bereits während ihrer Kindheit wurde sie unterdrückt und kontrolliert, sogar ihre Berufswahl wurde ihr von ihren Eltern vorgegeben, und sie habe sich zu fügen (die Eltern haben es ihrer Sichtweise nach sicher nur gut mit ihrem Kind gemeint…). Zwei Ehen sind eben genau aus diesen Gründen, nur auf ähnliche Weise, gescheitert: von einem ihrer Ex-Männer wurde sie unterdrückt und erniedrigt, sogar als “Schlampe“ bezeichnet. Einfach so.

 

Um sich selbst abzuschotten, und aus Diskretionsgründen, anonymisiert Harbort seine Interviewpartner in all seinen Büchern, gibt ihnen Pseudonyme, und auch Daten, welche die Taten beschreiben sowie Orte und Umgebungen sind verfremdet.

 

Im Verlauf der Jahre hat Stephan Harbort seinen Schreibstil vereinfacht. Die Kapitel des hiesigen Buches wirken eher wie Geschichten, die Protagonistinnen wirken realer. Wissenschaftliche Aspekte hat er ans Ende des Buches verschoben.

Gerne einen kleinen Auszug aus “Kriminologie der Serienmörderin“ am Ende des Buches: Den niedrigsten Prozentsatz der rechtlich verurteilten Serienmörderinnen im gesamten deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz), und zwar seit Ende des Zweiten Weltkriegs, liegt bei den 41 bis 50-jährigen, der Prozentsatz beträgt 7,9 Prozent. Der Prozentsatz der 51 bis 60-jährigen rechtlich verurteilten Serienmörderinnen beträgt 10,4 Prozent. Den “zweiten Platz“ sozusagen, nämlich mit jeweils 15,8 Prozent, liegt bei den 14 bis 20-jährigen (also bei den Heranwachsenden!) und bei den 31 bis 40-jährigen Frauen.

Der Prozentsätze der 0 bis 13-jährigen und der ab 61-jährigen Frauen beträgt jeweils NULL.

 

 

 

Selbstverständlich hätte man die Geschichte von und über “Die Schmetterlingsfrau“ aus dem ersten Kapitel viel weiter umschreiben, sogar einen Roman über sie schreiben können. Man könnte eigentlich allen Protagonistinnen und Protagonisten in Harbots Büchern einen eigenen Roman widmen. Der Tenor war für mich als Rezensent allerdings, dass man nicht als Soziopath und auch nicht als Psychopath geboren wird, sondern man wird durch vielerlei Umstände und über vielerlei Umwege dazu gemacht. Meist beginnt das im Elternhaus, entwickelt sich über das engere Umfeld weiter bis hin zur Intoleranz der Gesellschaft. In ähnlicher Form sagt dies übrigens auch Stephan Harbort in einem seiner Bücher.

 

Der älteste Mord der Menschheitsgeschichte war, ist und wird übrigens der Brudermord in der Bibel sein: nämlich der von Kain an seinen Bruder Abel. In jedem von uns steckt auch nach wie vor ein Tier, das auch jederzeit abgerufen werden kann (unabhängig vom Geschlecht!) – nur eben bei dem einen Menschen nicht so leicht und bei anderen Menschen eventuell viel leichter. Jeder Mensch ist also zum Töten fähig. Wobei eine Tötung auch fahrlässig ausgeübt werden kann, ein Mord dagegen nicht. Denn ein Mord sagt so viel aus wie “Nach dir wird sowieso niemand suchen“ oder “Du, speziell du, bist es nicht wert, auf dieser Welt zu sein“ oder auch “Dich, speziell dich, hat die Menschheit nicht verdient“.

In Serie zu morden, also nach Harbort einen oder mehrere Menschen in mindestens zwei unabhängigen Fällen zu ermorden, ist dagegen eine ganz andere Hausnummer. Mehrere Menschen mit einem Mal zu ermorden, beispielsweise bei einem Anschlag oder bei einer Hinrichtung, ist kein Serienmord(!).

 

 

 

“Kennste eine(n), kennste alle“, heißt es doch so schön im Volksmund. Aber ja doch: wir kennen sie alle, die Giftmischerin!

Wird zum Beispiel in Medien über Sexismus und/oder über Feminismus diskutiert, fällt hier und da als Gegenargument auch mal das Wörtchen “Männerhasserin“. Was vermag eine Frau wie einen – mit Verlaub - “echten Mann“ zum Töten bringen, und was mögen die Motive für Frauen mit Mord(s)lust sein? Und gibt es dabei tatsächlich Parallelen zu Männern?

 

Ich versuche mal, ein großes Rätsel der Menschheitsgeschichte zu entschlüsseln: Frauen und Männer sind sich im Großen und Ganzen sehr ähnlich, unterscheiden sich allerdings in den Details (…). Eifersucht, Neid, Habgier, Hass und Rache sind jedenfalls sowohl bei Frauen als auch bei Männern die häufigsten Tötungs- bzw. Mordmotive. Wer das Buch “Killerfrauen“ gelesen hat, ist aber selbstverständlich nicht zum Frauenversteher geworden, dafür ist grundsätzlich jeder Mensch viel zu individuell.

 

 

Mit besten Empfehlungen
Ralf Ebersoldt

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Tags: frauen, krimi, kriminalistik, kriminologie, psychologie, sachbuch, serienmord, serienmörderin, thriller   (9)
 

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serienmörder, serientäter, mörder, deutschland, psyche von tätern

Das Hannibal-Syndrom

Stephan Harbort
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2003
ISBN 9783492236508
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wir alle kennen die fiktive Filmfigur Dr. Hannibal Lecter , die viele fasziniert. Auch die Rolle der FBI-Agentin im Film fasziniert viele.

Wenn Medien einen Artikel über einen gefassten Serienmörder veröffentlichen, steht zum Beispiel im Artikel “Er galt als höflich, freundlich, und umgänglich“ oder auch “Seine Nachbarn beschreiben ihn als häufig ungepflegt, und er hatte wenige bis keine soziale Kontakte“. Manche der Festgenommenen sind Gelegenheitsjobber, manch andere sind gebildet, Familienväter, gut situiert, haben einen guten Ruf, und arbeiten seit Jahren im selben Betrieb. Wie auch bei den Opfern sind auch die Berufe der Serienmörder in allen Breiten und Graden vertreten: vom einfachen Arbeiter bis hin zum Krankenpfleger, Polizeibeamte oder Mediziner – jede Berufsgruppe war schon mal dabei.

Man fragt sich, wie man ein Buch über Serienmörder schreiben könnte?! Schreibt man eventuell einen Roman, in dem der Serienmörder aus verschmähter Liebe den Verstand verliert und deshalb zum Serienmörder wird? Oder schreibt man einen Ratgeber à la “Vor diesen und solchen Menschen sollte man sich schützen“? oder etwa – im Sinne des modernen Immer-Einfacher-Werdens – einen Ratgeber namens “Soziopathie für Dummies“? Letztere beide Möglichkeiten würden meiner Ansicht nach sowohl Täter als auch Opfer als auch Angehörige jeglicher Art verspotten, dafür ist die Thematik zu ernst.

 

Stephan Harbort, 1964 in Düsseldorf geboren, ist deutscher Kriminalist und international anerkannter Fallanalytiker, der die Bezeichnung Serienmörder entscheidend mitgeprägt hat. Man kennt ihn auch als Fall-Kommentator diverser Fernsehsendungen.

Für seine Bücher hat er insgesamt mehr als 35.000 Seiten an Tatortbefund- und Obduktionsberichte, Vernehmungsprotokolle, psychologische und psychiatrische Gutachten, Anklageschriften, Gerichtsurteile ausgewertet sowie hunderte Interviews mit deutschen Serienmördern geführt.
In seinem Buch “Das HANNIBAL-Syndrom“ lässt er die Leser nicht lange zappeln, sondern beginnt mit Fakten.

 

Zwei Zitate aus dem Vorwort:

 

"Aus diesem Hollywood-Effekt - subjektiven Eindrücken und deren dramatischer Ausgestaltung wird unangebracht Gültigkeit zugeschrieben - ist eine Vielzahl von Aussagen über Serienmörder hervorgegangen, von denen wenige näherer wissenschaftlicher Betrachtung standhalten. So sollen Serienmörder zum Beispiel deutlich intelligent sein, und es soll sich bei ihnen niemals um Amerikaner afrikanischer Abstammung handeln."

"Serienmörder greifen, so wird behauptet, nur solche Opfer an, die dieselbe ethnische Zugehörigkeit haben wie sie selbst, und in ihren Taten glaubt man stets das Vorhandensein einer starken sexuellen Komponente zu erkennen." (Zitatende)

 

Gleich das erste Kapitel beginnt der mit Protokollen des Falls Gerhard Bold, der während der 1970er Jahre binnen neun Wochen eine 15-jährige und weiter drei Frauen zwischen 24 und 52 Jahren zu Tode gewürgt hatte. Eine Verurteilung wegen vierfachen Mordes war im sicher.

Dem Motiv des Frauenhasses und der sadistischen Freude am Töten wollte das Schwurgericht im Jahr 1973 allerdings nicht zustimmen. Begründung (Zitat): “Gerhard Bold hat nicht schuldhaft gehandelt. Seine Persönlichkeit ist infolge des frühkindlichen Hirnschadens und der fehlgeleitenden Sozialisation hochgradig gestört. Seine charakterliche Abnormität hat in den Belastungssituationen, die jeweils unmittelbar vor den Taten aufgetreten waren, bei ihm zu Zuständen geführt, die einer krankhaften Störung der Geistestätigkeit gleichzusetzen sind. (…) Die aus dem Angeklagten herauszubrechende Aggressivität, der Sturm des Vernichtungswillens überrannten gleichsam sein nur rudimentär vorhandenes Gewissen. Er war nicht mehr in der Lage, diese eruptiven Ausbrüche zu kontrollieren. (…) Er musste deshalb wegen fehlender Schuld freigesprochen werden. (…) Die Unterbringung des Angeklagten in einer Heil- und Pflegeanstalt wird angeordnet.“ (Zitatende)

>>Wenn man mich raus lässt, bin ich sicher, dass ich wieder eine Frau töten würde.<<, so Bold während des Interviews. Nach 15 Jahren Unterbringung in psychiatrischen Einrichtungen hatten insgesamt 17 Therapeuten mit ihm und an ihm gearbeitet. Und er mit ihnen: im April 1988 war ihm zum wiederholten Male Urlaub bewilligt worden, diesmal sogar ohne Begleitung. In der Begründung galt er als höflich, diszipliniert, kontaktfähig, intelligent, und es habe eine erfolgreiche Therapie stattgefunden mit Stärkung des Selbstwertgefühls, Verbesserung der Impulskontrolle, Fortschritten im wahrnehmen und Äußern von Gefühlen, Abbau aggressiver Tendenzen gegenüber Frauen, realitätsadäquater Einstellung gegenüber seiner Person und seiner Situation.

Noch im April 1988 wollte Bold seine Eltern besuchen. Früh morgens stieg er mit zwei Koffern ausgestattet den Zug, in einem der Koffer hatte er ein Bowie-Messer. Im Zug lauerte er einer 46-jährigen Frau auf. Als sie gerade aus der Toilette kam, ging er auf sie zu, drängte sie zurück in den Waschraum und stach mehrfach auf sie ein. Andere Reisende hörten den Vorfall. Die Frau wurde blutüberströmt in ein Abteil gebracht und versorgt, während die Polizei verständigt und Bold verhaftet wurde.


Nach Harbort sind am Verlauf einer mörderischen Karriere viele Menschen beteiligt  – auf die eine oder andere Weise. (Zitat): “Auf die moralische Anklagebank gehört auch das soziale Umfeld der Täter. Solange wir Ursache und Wirkung dieses Gewaltphänomens nicht verstehen wollen, wir uns weigern, auf menschliche Unzulänglichkeiten rechtzeitig und folgerichtig zu reagieren, bringen wir uns in Gefahr – in tödliche Gefahr. Ganz nebenbei begehen wir auch noch moralisches Harakiri. Auch der grausamste Verbrecher hat ein Recht darauf, dass Menschen da sind, die versuchen, ihn zu verstehen. Um solche Menschen zu begreifen, müssen wir in die dunkelsten Gefilde der menschlichen Seele vorstoßen. Das bedeutet emotionale Schwerstarbeit. Das kann nicht jeder, das möchte nicht jeder. Versuchen wir uns dennoch diesen Menschen zu nähern, ihre Taten zu deuten.“ (Zitatende)

Stephan Harbort unterscheidet Serienmörder in verschiedene Kategorien: Vom Serienraubmörder bis hin zum Seriensexualmörder. Auch ist seiner Ansicht nach jeder Serienmörder unterschiedlich einzustufen, weil das jeweilige Motiv ebenso unterschiedlich ist – wenngleich sich die Kindheitserfahrungen der Täter oft ähneln.

 Außerdem ist nicht jeder Serienmörder ist gleichzeitig auch ein Sexualmörder. Im Zusammenhang der Definition eines Serienmörders aus der Ansicht des FBI berichtigt Harbort, dass tatsächlich in Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkriegs lediglich durch 25 Serientäter (40,1 Prozent aller verurteilten Täter) Sexualmorde verübt wurden. “Davon entsprachen sogar nur 22,9 Prozent dem stereotypischen Persönlichkeits- und Verhaltensprofil des >>echten<< Triebtäters.“ (Zitatende).

 Gerne ein paar weitere Fakten in Form von Zahlen aus dem Buch. “Während das National Center oft he Analysis of Violent Crime (NCAVC) für den Zeitraum von Januar 1977 bis April 1992 insgesamt 331 Serienmörder zählte, was in den USA etwa 1 bis 2 Prozent aller Tötungsdelikte ausmacht, wurden in Deutschland (ausgenommen DDR) zwischen 1945 und 2000 67 Männer und acht Frauen verurteilt, die für 421 Tötungsdelikte verantwortlich gemacht werden konnten.

Mindestens 22 Mordserien (83 Opfer) blieben ungeklärt, in diesen Fällen konnte kein Tatverdächtigter ausfindig gemacht werden oder es erfolgte keine Verurteilung. Darüber hinaus standen mindestens 20 Männer unter dem dringenden Tatverdacht, mindestens 3 Opfer getötet zu haben, konnten aber lediglich wegen höchstens zweier Morde verurteilt werden.  Nicht übersehen werden dürfen weitere 91 Täter, die wegen zweifachen Raub- und/oder Sexualmords und weiterer versuchter Tötungsdelikte abgeurteilt wurden und aufgrund ihrer vielfach pathologischen Motivations- und Persönlichkeitsstruktur, ihrer speziellen Opferauswahl (regelmäßig keine Vorbeziehung) und der gerichtlicherseits angenommenen >>erheblichen Rückfallgefahr<< als potentielle beziehungsweise verhinderte Serienmörder einzustufen sind. Zudem ließ das mörderische Credo der Täter keine Zweifel aufkommen: >>Ich hätte weitergemacht<<, >>Das wäre eine Lawine geworden.<< Oder: >>Lasst mich bloß nicht raus!<<“ (Zitatende)


Im Falle der Darlegung wissenschaftlicher Fakten gebraucht Harbort zum Teil auch Fachausdrücke, die vielleicht nicht jeder versteht (könnte man aber nachlesen!). Im Zusammenhang mit Interviews mit Serientätern unterschiedlichster Art schreibt er jedoch einfach und verständlich, also menschlich, und lässt uns sogar an seinem Gefühlsleben und an seinen Gedanken teilhaben.

Auch einem erfahrenen Kriminalisten wie Stephan Harbort fällt es nicht immer leicht, in diese dunkelsten Winkel verrotteter Seelen einzudringen. Es hat ihm – wie es selbst schreibt – auch missfallen, diese Berichte der teils ekelhaften Taten zu lesen, manchmal ist er beim Lesen auch wütend geworden. Insbesondere hat ihn mitgenommen, wenn die Mordopfer entweder sehr jung waren (bei 3 Monaten jung angefangen) bis hin zur 91-jährigen Dame. Auch die Geschichten der Hinterbliebenen wie Eltern, Ehepartner, Freunde, Bekannte und Verwandte sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Denn wie jeder “ normale Mensch“ sind auch Kriminalbeamte Menschen, und Menschen fühlen nicht nur, sie fühlen mit anderen mit, sie können sich gedanklich wie emotional in andere reinversetzen. Man nennt das auch Empathie.

 Bei Serienmördern ist das Entscheiden nach Moral und Ethik eben nicht möglich, sie sind unterentwickelt. Manche sind geistig “normal“, wie jeder von uns, aber alle Serienmörder sind emotional unterentwickelt.

Ein Absatz, der mich persönlich ebenfalls beeindruckt hat: “Möglicherweise unternahm (…, Name eines Serienmörders im Hochsicherheitstrakt, im Interview genannt) aber auch den Versuch, seine Taten auf diese Weise vor sich selbst zu rechtfertigen. Auch unter diesem Aspekt ist vielen Serienmördern eines gemein: Sie können ihre Taten lediglich beschreiben, aber nicht erklären.“ (Zitatende)

Die Frage >>Was hast du dir dabei nur gedacht?!<< wird von manchen Kindern mit einem Schulterzucken oder von manchen Erwachsenen mit einem “Keine Ahnung…?!“ beantwortet. Kommt bekannt vor? Nicht weiter tragisch, wenn es um belanglose Entscheidungen geht, finde ich. Manchmal entscheidet man eben nach dem Kopfkino, manchmal widerum nach dem Bauchgefühl. Spätestens aber bei Entscheidungen, die andere eventuell beeinträchtigen könn(t)en, egal in welcher Form, sollte doch jeder “normal entwickelte Mensch“ (mit Verlaub: jeder Mensch in seiner Weise individuell) in der Lage sein, nach bestem Gewissen und nach Moral und Ethik gehandelt zu haben.

Tief in uns drin steckt allerdings immer noch ein Tier, das auch jederzeit abgerufen werden könnte – bei dem einen minder, beim anderen leichter, also kann jeder Mensch zum Töten animiert werden, Ergo: zum Mörder werden, wenngleich nicht automatisch zum Serienmörder.

Soziopathen können zwar emotional nicht oder nur eingeschränkt nachempfinden, was ihre Opfer fühlen. Allerdings ge- und missbrauchen sie die Gefühle der Opfer als Mittel zum eigenen Zweck, um Lücken zu finden, um ihnen Schaden zuzufügen, sie haben also ihre Opfer “studiert“. Deshalb werden manche Soziopathen als “sehr freundlich und charmant“ beschrieben, handeln aber auch manipulativ und können sehr gut lügen. Außerdem zeigen sie irgendwann im Verlauf ihrer Taten absichtlich auch Änderungen auf, um zum Beispiel der Justiz, den Medien und der Gesellschaft aufzuzeigen, dass andere viel dümmer sind als sie selbst.

Psychopathen interessieren sich gar nicht erst für die Emotionen anderer, machen im wahrsten Sinne des Wortes “ihr eigenes Ding“ – und (ge-)brauchen lediglich den Körper des Opfers/der Opfer, den sie widerum als Spiegelbild ihrer Seele missbrauchen (zum Beispiel bei der Form des Tötens und/oder darin, was danach “geschieht“). Zum Beispiel durch das Ausweiden eines toten Körpers (und anderen Abartigkeiten) reden Psychopathen sich ein, etwas “ganz Besonderes“ getan zu haben, was zuvor noch niemand getan hat, was ja – so gesehen(!) – auch stimmt. An ihrer Argumentation erkennt man die einfache und rationale Denkweise, zum Beispiel in Aussagen wie >>Ich bin nicht krank, habe ja keinen Schnupfen, oder sowas.<< Reflexion ist also nicht möglich, nicht machbar, weil entweder während der Kindheit verlernt oder erst gar nicht beigebracht bekommen, weil sie selber – auf unterschiedliche Weise – missbraucht worden sind.

 

Wer “Das HANNIBAL-Syndrom“ gelesen hat, wird endgültig verstehen.

 

 

Mit besten Empfehlungen
Ralf Ebersoldt

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Tags: menschlichkeit, psychopathie, serienmörder, soziopathie   (4)
 
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