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67 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

hamburg, liebe, berlin, musik, sex

Harte Jungs

Florentine Joop
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.02.2013
ISBN 9783847905301
Genre: Romane

Rezension:

Wir befinden uns in den 90ern und Charlotte, genannt Puppe, ist 21, wohnt in ihrer ersten eigenen Wohnung und studiert irgendwas mit Design oder Fotografie. So wirklich wichtig ist es noch nicht, was später einmal sein wird, denn Puppe genießt vor allem eins – ihr Leben! Und ihr Leben, das heißt Rock 'n' Roll, Punk, Metal und Grunge, Abhängen mit den wilden Jungs rund um ihren Freund Jan und manchmal auch mit Mädels, Trinken, Party feiern und auf verrauchte Konzerte gehen. Es ist eine Zeit der Veränderungen und des Erwachsenwerdens, Puppe lebt, liebt, riskiert etwas, gewinnt und verliert. Dazu läuft ihr ganz persönlicher Soundtrack mit Bands wie Pantera, Nine Inch Nails, Nirvana, Type 0 Negative und den Ramones.

Ich bin zwar etwas jünger als die Protagonistin des Romans, habe aber die 90er sehr bewusst als Teenager und angehende Erwachsene erlebt und konnte mich deshalb sehr gut in Charlotte und diese Zeit hineinversetzen. River Phoenix und Kurt Cobain waren für mich ebenfalls Stars, deren Tod mich bewegt hat, einige der Lieder aus der Playlist, die zum Teil im Inhaltsverzeichnis sortiert nach Kapiteln genannt werden, hörte ich (damals wie heute) mit großer Begeisterung. Liebeskummer, die erste große Liebe und der plötzliche Verlust von nahe stehenden Menschen prägten nicht nur die Hauptfigur des Romans, sondern auch mich.

Die Geschichte wird in der Gegenwartsform aus der ersten Person von Puppe erzählt. Der Stil ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig: der Satzbau ist knapp und schnörkellos, die Gedanken der Hauptfigur werden dem Leser direkt inmitten des Textes präsentiert, oftmals umgangssprachlich und flapsig formuliert mit Modewörtern, die entweder zeitlich den 90ern oder der Region um Hamburg zuzuordnen sind. Auch werden gern zur Betonung VERSALIEN verwendet, die einen beim Betrachten fast ANSCHREIEN. Nichtsdestotrotz kommt man gerade durch die direkte und offene Erzählweise von Puppe gut in die Handlung und befindet sich schnell inmitten der 90er.

„Das Bad: blau gekachelt mit Fischen und kleinen Wellen auf den Kacheln, nach Fa-Seife duftend, die mit einem Magneten am Seifenhalter hängt, und nach 00-WC-Reiniger, mit Plüsch-Klodeckelbezug und Plüsch-Badematte.“
(Seite 86)

Puppe ist kein typisches Mädchen, sie hat nichts übrig für großartiges Styling oder einen Prinzessinnenlook, Barbies bekamen früher von ihr stets einen resoluten Kurzhaarschnitt verpasst. Mit einer bewundernswerten (Nach-)Lässigkeit stiefelt sie in ihren Lieblings-Bikerboots durchs Leben, raucht, trinkt, feiert Parties, verliebt sich und liebt mit ganzer Seele, um dann doch irgendwann von der harten Realität eingeholt zu werden. Ihr zur Seite stehen vor allem ihr Freund Jan und seine Jungs-Clique, in der jeder irgendwie Musik macht, was zu vielen volltrunkenen und lauten Konzerten führt. Doch es gibt auch nachdenkliche Passagen in dem Buch, die von der Entwicklung und Reifung der Protagonistin zeugen.

„Mir entfährt ein tiefer Seelenseufzer. Wenn ich nur die Möglichkeit hätte, diese Bilder einzufangen, die mein Auge sehen kann. Vielleicht kann ich eines Tages all dies zeigen und somit für den kleinen Teil von Ewigkeit einfangen, der mir zusteht. was die Musik für mich in Töne umzusetzen vermag, das möchte ich irgendwann einmal in Bilder verwandeln. Eines Tages, wenn ich groß bin.“
(Seite 172)

Auch wenn die Geschichte um Charlotte vordergründig fiktiv ist, so stimmen doch einige Details und Rahmenbedingungen mit dem Leben der Autorin Florentine Joop überein, sodass man nicht umhin kommt, zwischen den Zeilen zu lesen. Gerade deshalb wirkt „Harte Jungs“ besonders lebensecht, wenn es ein paar Lücken in der Handlung gibt und die Erinnungen etwas verwaschen erscheinen.

Ausstattung:
Die Klappenbroschur ist schlicht in einer hellen Farbe gehalten und wirkt dadurch modern und frisch. Oben rechts auf dem Cover sieht man nackte Frauenbeine, die in schwarzen Bikerboots stecken, passend zur Hauptfigur Puppe, die zu jeder Gelegenheit ihre heiß geliebten Boots trägt. Der Schriftzug „Harte Jungs“ wurde typographisch auffällig in einer Schrift bestehend aus kleinen roten gebogenen Karos gesetzt und bildet so einen schicken Blickfang.

Fazit:
„Harte Jungs“ ist eine authentische Geschichte über das Erwachsenwerden mit allen Höhen und Tiefen, oftmals witzig, aber auch mit nachdenklichen Untertönen. Für Teenager und Erwachsene der 90er Jahre ist „Harte Jungs” vor allem eine unterhaltsame Zeitreise, bei der sich viel Bekanntes und auch Neues, gerade musikalisch, entdecken lässt.

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233 Bibliotheken, 4 Leser, 7 Gruppen, 41 Rezensionen

paris, liebe, louvre, intrigen, frankreich

Blutrote Lilien

Kathleen Weise , Hauptmann Hauptmann & Kompanie
Fester Einband: 326 Seiten
Erschienen bei Planet Girl, 18.01.2011
ISBN 9783522502184
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wunderbar leichte, historische Jugendlektüre

Zum Inhalt:
Die junge Charlotte de Montmorency wird im Jahre 1609 am Pariser Königshof eingeführt und ist zunächst begeistert von all der Pracht und der Schönheit, die sie hier umgibt. Sie möchte vor allem ihren Verlobten, den Marquis de Bassompierre, vor der Hochzeit näher kennen lernen. Schon schnell muss sie aber lernen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, und jeder ihrer Schritte am Hofe überwacht wird und fatale Konsequenzen haben kann. Zunächst erweist die Königin Charlotte ihre Gunst durch die Aufnahme in ihre Ballettgruppe, doch dann wirft der König höchstpersönlich ein Auge auf sie und macht sie zu einer seiner Favoritinnen, mit der er sich vorzugsweise umgibt. Für Charlotte beginnt eine gefährliche Zeit, die einem Balanceakt gleicht, denn zum einen möchte sie weder König noch Königin verstimmen, geschweige denn ihre eigene Familie durch ein politsch unkorrektes Verhalten in Gefahr bringen. Und dann gibt es noch den Prinzen Condé und seinen Narren Angoulevent, den König der Spielleute, mit den beiden Charlotte mehr verbindet, als es auf den ersten Blick erscheint...

Sprache, Stil, Figuren:
Der Stil ist flüssig und angenehm zu lesen, dadurch, dass die Schrift auch ziemlich groß gehalten ist, fliegen die Seiten nur so dahin, und man hat das Buch innerhalb weniger, unterhaltsamer Stunden durch. Die Geschichte wird in der ersten Person aus der Sicht von Charlotte in der Vergangenheitsform erzählt. So sieht man Paris und den königlichen Hof mit ihren Augen, zu Beginn noch etwas naiv und überschwänglich, und dann doch etwas kritischer und hinterfragend. Charlotte ist ein sehr sympathischer Charakter, eigentlich ein junges Mädchen vom Land, muss sie sich in einem Haifischbecken der königlichen Intrigen und Verstrickungen behaupten, die sie zunächst noch gar nicht wahr nimmt. Doch gerade aufgrund ihrer frischen, unvoreingenommenen und ehrlichen Art, die von Schlagfertigkeit geprägt ist, schließt sie wichtige Freundschaften und beeindruckt schließlich den König selbst. Ihr zur Seite steht ihre Kammerzofe Manon, sie sorgt für ihr persönliches Wohl und gibt ihr immer eine ordentliche Portion Realismus mit auf den Weg, wenn Charlotte sich in den Wirren des Hofes zu verlieren scheint. Prinz Condé ist der Gegenpart zu Charlotte - für meinen Geschmack hätte ich gern mehr von ihm gelesen. Er ist mürrisch, rebellisch und ein absoluter Einzelgänger, der nur zu seinem Narren Angoulevent Vertrauen hat. Der wiederum hat seine Augen, Ohren und Verbündete überall und somit eine nicht zu unterschätzende Machtposition. Im Fokus der Geschichte steht meiner Meinung nach das Erwachsenwerden von Charlotte und das verwinkelte Treiben am Hofe, aber natürlich gibt es mit Prinz Condé auch etwas fürs Herz, auch wenn man das noch etwas ausweiten hätte können, deshalb auch einen Stern Abzug. Das Buch hätte für mich noch gut und gern 100 bis 200 Seiten länger sein können!

Fazit:
Wunderbar leichte, historische Jugendlektüre nach wahren Begebenheiten voller sympathischer, interessanter und auch liebenswerter Charaktere, die Lust auf mehr macht!

Ausstattung:
Der Umschlag wirkt wie ein antikes Stück Stoff, auf den viele kleine liebevolle Details wie Ranken, Herzen und Vögel aufgedruckt wurden. Diese schon fast niedliche Gestaltung wird erst auf den zweiten Blick mit Blutstropfen gebrochen, die wie aufgetropt aussehen, und so den ernsten Hintergrund der Geschichte unterstreichen. Der Einband unter dem Umschlag ist blütenweiß, zu dem die blutrote Schrift einen tollen Kontrast bildet. Öffnet man das Buch, findet man zu Beginn direkt einen eingeklebten Brief, und sobald man diesen liest, wird man direkt in die Geschichte hineinkatapultiert und kann sich dem Lesefluss kaum noch entziehen. Auf jeder Seite findet man neben der Seitenzahl eine kleine Ranke und die Kapitel werden ebenfalls von einem Detail des Umschlags eingeleitet. Insgesamt wurde das Buch toll gestaltet und ist ein wahres Schmuckstück im Bücherregal.

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Tags: historisch, intrigen, königshaus, liebe, narrenkönig, paris, wahre begebenheit   (7)
 

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

freundschaft, buch, abenteuer, bücher, jugendbuch

Das unsichtbare Buch

Santiago García-Clairac , Hans-Joachim Hartstein , Katherina Lindenblatt
Fester Einband: 143 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 21.09.2010
ISBN 9783833935985
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Geschichte voller Freundschaft, Abenteuer und der Liebe zu Büchern

Zum Inhalt:
César ist schon wieder neu an einer Schule, muss sich wieder an eine neue Stadt gewöhnen, weil sein Vater für seine Bücher immer wieder eine andere Umgebung braucht, um kreativ zu sein. Dementsprechend mag César Bücher nicht besonders und die seines Vaters interessieren ihn erst recht nicht. In der Schule lernt er Lucía kennen, die ihn vom ersten Moment an unheimlich nervt. Lucía will Schriftstellerin werden und ist sehr neugierig auf Césars Vater und das Buch, an dem der gerade schreibt. Als Lucía César in einer brenzligen Situation hilft, bringt er ihr zum Dank ein paar Seiten aus dem neuesten Werk seines Vaters mit. Zusammen fangen sie an, die Geschichte zu lesen und erleben neben dem Gelesenen ihr ganz eigenes Abenteuer.

Sprache, Stil, Figuren:
Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von César in der Gegenwartsform, so erfährt man unmittelbar seine Sicht der Dinge. Durch zahlreiche Dialoge ist man auch schnell über die anderen Figuren wie Lucía und Césars Bruder Javier im Bilde. Der Stil ist schlicht, umgangssprachlich und nah an der Zielgruppe der 8-9 Jährigen, sodass Kinder sich schnell mit den beiden Hauptfiguren identifizieren können, sei es der zurückhaltende und eher mürrische César oder die vorlaute, neugierige und mutige Lucía. In Einschüben, die kursiv dargestellt sind, findet man Auszüge aus dem Buch von Césars Vater, die ebenfalls eher einfach gehalten sind, jedoch mit wenigen Worten eine schöne Geschichte zaubern.

Fazit:
Mit seinen 144 Seiten ist das Buch ein schöner Happen für zwischendurch - die Geschichte ist sehr kindlich, liest sich aber trotzdem flott und unterhaltsam durch und hat ein pfiffiges Ende. Eine feine Geschichte voller Freundschaft, Abenteuer und der Liebe zu Büchern.

Ausstattung:
Das schmale Hardcover hat ein tolles Eyecatcher-Cover, das mich gleich begeistert hat. Im Innenteil befinden sich einige einfache, comicartige Zeichnungen, die die Geschichte illustrieren. Ingesamt eine rundum gelungene Ausstattung.

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Tags: abenteuer, bücher, freundschaft   (3)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

zeichnungen, kohlezeichnungen, tiere

Glanzlichter

Annika Funke , Annika Funke
Fester Einband: 52 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 05.11.2009
ISBN 9783931989453
Genre: Sachbücher

Rezension:

Eine traumhafte Reise ins Reich der Tiere

Das überformatige Hardcover ist quadratisch, in einem glänzenden Tiefschwarz gehalten, worauf schlicht eine Zeichnung der Künstlerin gesetzt wurde, die dadurch direkt zu einem besonderen Blickfang wird. Im Inneren befinden sich nach Widmung und kurzem Zitat die Tiere. Das komplette Format der Zeichnungen inklusive Papierweiß wurde erhalten, indem diese auch im Innenteil auf Schwarz gesetzt wurden. Es wird bewusst mit dem Schwarz-Weiß-Kontrast gespielt, mal stehen die Bilder zentriert und mal aus der Mitte gerückt, immer auf das Motiv abgestimmt. Auch die Blickführung wurde bei der Gestaltung des Innenteils beachtet, die Tiere blicken sich oftmals über den Bund hinweg an und erzählen so eine ganz eigene Geschichte.

Auf der ersten Seite sieht man einen Wolf, der einen direkt mit seinem Blick bannt. Es fällt fast schwer, weiter zu blättern, so intensiv hat man den Eindruck, der Wolf würde einen wirklich anschauen. Nach ihm folgen europäische Tiere wie ein Uhu, ein Reh und ein Otter, Bären geben sich ein Stelldichein, bis sich schließlich die afrikanische Tierwelt auf den Seiten entfaltet - Löwen, Zebras, Giraffen, Elefanten... sie alle sind vertreten. Festgehalten in verschiedensten Ausdrücken, neugierig, zärtlich, intensiv, zeigen sie sich dem Betrachter in ihrer natürlichen Pracht und wirken dabei so lebendig, als könnte man sie anfassen. Die Kohlezeichnungen haben gerade aufgrund ihrer Einfachheit einen besonderen Zauber, so dass sich im Kopf ganz eigene Bilder formen.

Wenn man dieses wunderbare Buch öffnet, begibt man sich auf eine Reise in das Reich der Tiere quer durch Europa bis nach Afrika, wo ganz offensichtlich das Herz der Künstlerin schlägt - ein Bildband zum Träumen, Verweilen und immer wieder darin Versinken! Das Motto des Verlags Mit Herzblut erdachte, mit Liebe gemacht! merkt man jeder einzelnen Seite an.

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Tags: kohlezeichnungen, tiere, zeichnungen   (3)
 

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128 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 23 Rezensionen

feen, fantasy, irland, brigitte endres, abenteuer

Das Vermächtnis der Feen

Brigitte Endres , Hauptmann & Kompanie
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Planet Girl, 01.10.2010
ISBN 9783522501408
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Unendliche Geschichte im Feenreich

Zum Inhalt:
Die junge Halbwaise Josie besucht in Chicago ihren Vater Taddy, einen Wissenschaftler, der hier an einem Forschungsprojekt zum Thema DNS arbeitet. Schon seit längerem hat sie seltsame Träume von bedrohlichen Schatten und auch hier in Amerika wird sie das Gefühl nicht los, dass etwas Seltsames um sie herum geschieht. Mehrmals begegnet sie einem besonderen Vogel, wie sie ihn noch nie zuvor gesehen hat. Sie weiß nicht, ob sie ihren Augen trauen kann, als sich dieser eines Morgens in einen kleinen Mann verwandelt. In einem Park bekommt sie sogar eine kunstvolle Fibel, einen kleinen Anstecker, von ihm und weiß das Ganze gar nicht einzuordnen. Da Taddy nicht an Zufälle oder fantastische Begebenheiten glaubt, kann sich Josie ihm nicht richtig anvertrauen. Zum Glück lernt sie schon zu Beginn ihres Aufenthalts die gleichaltrige Amy kennen, mit der sie unheimlich viel gemeinsam hat: beide sind Synästhetikerinnen, die Musik in Farben wahrnehmen, haben jeweils eine Großmutter, die mit dem Schreiben ihr Geld verdient und sie sehen sich außerdem noch sehr ähnlich. Doch während Josies Großmutter Moma Fantasyromane mit Happy End verfasst, hat sich Amys Großmutter Edna dem Schreiben von Horror-Drehbüchern gewidmet. Vor kurzem ist Edna bei einem Unwetter verschwunden und Amy seitdem auf sich allein gestellt. Als Amy schließlich Josie ins Vertrauen fasst, stellen sie weitere Gemeinsamkeiten fest, die so frappierend sind, dass es kein Zufall mehr sein kann. Beide haben eine Drachenfibel erhalten und wie es aussieht, haben sie denselben Urgroßvater und sind demzufolge sogar miteinander verwandt. Der kleine Vogelmann, Druid Dubh wie er sich vorstellt, schickt die beiden auf eine Reise nach Irland, um Narranda, das Feeland, vor dem Untergang zu retten, denn die Macht des Bösen, das Reich Dorchadon unter der Führung des üblen Dykeron, droht es zu verschlingen. Seiner Aussage nach befindet sich Edna in den Klauen des Feindes und so zögern die beiden Mädchen nicht, nach Irland zu fliegen. Zum Glück ist auch Moma gerade dort, um für ihren neuesten Roman Recherchen zu betreiben. Sie wohnt dort bei Professor O'Reardon, der einer alten Barden-Familie entstammt. Doch als sie ankommen, wartet nicht nur Gutes auf Josie und Amy...

Sprache, Stil, Figuren:
Dem ganzen Roman merkt man die Liebe zur Fantasie, den mannigfaltigen Geschöpfen und auch zu Irland an. Die zahlreichen Figuren werden detailverliebt und lebendig beschrieben, seien es die Hauptfiguren oder die zahlreichen Nebenfiguren, die am Wegesrand auftauchen. Keine einzige bleibt blass oder ungenau.

"Das vollkommen nackte, kohlrabenschwarze Wesen von der Größe eines Maulwurfs hielt schützend die dünnen Ärmchen vor die Augen. Sein runder kahler Kopf saß auf einem langen dürren Hals. Dünne Beinchen strampelten unter einem ballonförmigen, speckig glänzenden Bauch. Sein langer Schwanz, der in einer zottligen Quaste endete, schlackerte unter seinen verzweifelten Befreiungsversuchen hin und her. Aus seinem breiten Maul ragten zwei Reihen scharfer Zähnchen, die seitlich von Vampirhauern flankiert wurden." (Seite 286/287)

Und auch die Landschaften und Stimmungen ziehen dem Leser bildhaft vor Augen, wenn sie auf poetische Art und Weise verdeutlicht werden. Als Inspiration haben alte irische Feengeschichten, aber auch deutsche Literatur wie "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende gedient, was ganz offen in die Handlung eingeflochten wurde. Gerade "Die unendliche Geschichte" spielt zum einen als absolutes Lieblingsbuch von Josie eine große Rolle und zum anderen ist schnell klar, dass es sich bei "Das Vermächtnis der Feen" um eine Variante davon handelt, die im Feenreich spielt und stärker die derzeitige Gesellschaft kritisiert. Die Handlung wurde in vier Teile untergliedert - Windy City, Eirinn, Dorchadon und Die Welt der Dinge. Jeder Teil wird mit einem passenden und wunderschönen Gedicht berühmter Künstler eingeleitet.

Das Buch strotzt geradezu vor lauter schönen Charakteren und wichtigen Gedanken, aber einer ist mir besonders im Gedächtnis haften geblieben, nicht nur, weil er sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch zieht. Er ist in Reimform, wodurch sich auch die Sprechweise vieler fantastischer Figuren auszeichnet.

"Bedenke stets des Wortes Macht,
und nutze es nie unbedacht!"

Fazit:
Eine unendliche Geschichte im Feenland, über Freundschaft und Schicksal, Geheimnisse, Schuld und Vergebung. Mir hat das Buch nach einem verzögerten Start richtig gut gefallen und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.

Ausstattung:
Das Cover des Buches ist sehr auffällig in einem schönen strahlenden Grün, das den Bezug zu Irland und dem klassischen Feen-Thema unterstreicht, mit Schattenornamenten von Ästen, Blättern und einem Vogel - wahrscheinlich Druid Dubh, die zusätzlich lackiert wurden. Auch der Einband unter dem Schutzumschlag ist grün gehalten und ein grünes Lesebändchen rundet die gelungene Ausstattung ab.

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Tags: feen, irland   (2)
 

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294 Bibliotheken, 1 Leser, 12 Gruppen, 75 Rezensionen

wechselbalg, fantasy, jugendbuch, eisen, friedhof

Schweigt still die Nacht

Brenna Yovanoff , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei script5, 01.01.2011
ISBN 9783839001271
Genre: Fantasy

Rezension:

Gruselgeschichte in bester Stephen King-Manier

Zum Inhalt:
Mackie Doyle ist anders. Er weiß es, seine Familie weiß es, sogar die ganze Stadt weiß es, doch keiner spricht darüber. Denn Mackie Doyle ist eigentlich nicht Mackie Doyle - er ist ein Wechselbalg. Alle sieben Jahre verschwindet in der Kleinstadt Gentry ein Kind und wird durch ein anderes Wesen ersetzt, das diesem nur auf den ersten Blick ähnelt, aber dann ganz schnell seine Andersartigkeit enthüllt. Diese Geschöpfe haben meist eine kurze Lebensdauer, nur Mackie hat auf wundersame Weise schon viele Jahre überlebt. Obwohl jeder weiß, was er ist, hat er es geschafft, den Platz in seiner Familie zu behalten und sogar Freundschaften zu schließen. Seine Andersartigkeit versucht er stets mehr schlecht als recht zu verbergen: Er kann den Anblick von Blut nicht ertragen, reagiert auf die Berührung mit Eisen mit Schwächeanfällen und geheiligten Boden kann er überhaupt nicht betreten. Doch inzwischen spürt er immer stärker, dass das Leben in der Welt der Menschen, dem einzigen Leben, das er kennt und an das er sich erinnert, seinen Tribut fordert, seine Kräfte neigen sich dem Ende zu. Die Ereignisse spitzen sich zu, als ein weiteres Kind in der Stadt stirbt, er mit jedem Tag schwächer wird und schließlich ein Fremder, dem er scheinbar zufällig begegnet, ihm zuraunt "Muss da wirklich erst so ein armes Schwein wie ich kommen, um dir zu sagen, dass du stirbst?" (Seite 73)

Sprache, Stil, Figuren:
Die Geschichte um Mackie Doyle lebt ganz klar von der düsteren, geheimnisvollen Atmosphäre - in der Ich-Perspektive von Mackie erzählt, taucht man schnell ab in die Kleinstadt Gentry, in der Aberglauben, Ignoranz und Furcht Tür an Tür wohnen. Jeder weiß um den faulen Kern der Stadt, doch keiner wagt es, offen und laut darüber zu sprechen. Verliert eine Familie ein Kind, so bleibt ihr nicht viel übrig, als das ohne großes Wehklagen zu akzeptieren oder wegzuziehen.

"Die Wahrheit lautet schlicht und einfach: Man kann eine Stadt verstehen, man kann sie kennen, lieben und hassen zugleich. Man kann ihr etwas vorwerfen, ihr grollen und es ändert nichts. Letzten Endes ist man doch nur ein Teil von ihr." (Seite 47)

Einzig Mackies Klassenkameradin Tate, deren Schwester vor kurzem ausgetauscht wurde, wagt den Angriff nach vorn und beginnt mit ihrer Suche nach der Wahrheit bei der offensichtlichsten Person, die ihr weiterhelfen kann: Mackie. Zwischen den beiden Außenseitern entwickeln sich zarte Gefühle, die manchmal etwas schwer nachzuvollziehen sind. Denn da gibt es noch die perfekte Alice, die Mackie schon seit Jahren bewundert. Aber vielleicht ist es auch gerade diese Perfektion, die er nie erreichen kann, die ihn zu dem oberflächlichen Mädchen hinzieht. Mackies engste Bezugsperson ist seine Schwester Emma, die ihn ohne wenn und aber von klein an liebt und alles für ihn tut. Als sie merkt, wie schlecht es ihrem Bruder geht, nimmt sie die Hilfe gefährlicher Wesen in Anspruch und löst damit eine unaufhaltsame Kette von Ereignissen aus...

"In dieser Geschichte ist Emma noch ein kleines Kind. Sie klettert aus dem Bett und tapst in ihrem Schlafanzug durchs Zimmer. Als sie die Hand zwischen die Gitterstäbe steckt, kriecht das Ding in der Wiege näher. Es versucht sie zu beißen, und sie zieht die Hand zurück, aber sie läuft nicht weg. Die ganze Nacht sehen sie einander in der Dunkelheit an. Am nächsten Morgen liegt das Ding immer noch zusammengekrümmt auf der mit Lämmern und Entchen bedruckten Matratze und starrt sie an. Das ist nicht ihr Bruder. Das bin ich." (Seite 19)

Die Haupt- und Nebenfiguren von Schweigt still die Nacht wurden nicht übermäßig gezeichnet und bei so manchem hätte man sich mehr Hintergrundwissen gewünscht, um Grundhaltungen und Vorgehensweisen besser zu verstehen. Doch mit viel Fantasie und mit dem Wissen, das zwischen den Zeilen steht, konnte ich mir alle sehr gut vorstellen und einige von den düster-sympathischen Figuren sind mir sehr ans Herz gewachsen.

Ein ganz großer Kritikpunkt an dem Buch ist jedoch die sprachliche Gestaltung: um eine authentische Jugendkultur erstehen zu lassen, würde übermäßig die derzeitige Jugendsprache verwendet. Ich empfinde das eher als störend, da ich zum einen diese Sprache nicht verwende und zum anderen dadurch die Zeitlosigkeit dieses Buches gefährdet ist. Die Sprache wandelt sich genauso wie die folgenden Generationen und irgendwann ist dieses Buch einfach überholt. Es gibt deutsche Jugendbuchklassiker, die gerade durch eine neutrale, zeitlose Sprachgestaltung erst zum Klassiker werden konnten. Dies dürfte für dieses Buch leider schwierig werden, da zudem auch diskriminierende Schimpfwörter verwendet wurden, die meiner Meinung nach in einem guten Buch nichts zu suchen haben. Das hat meine Lesefreude ein wenig getrübt, mehr dazu kann man auch in der Lovelybooks Leserunde nachlesen.

Fazit:
Eine Gruselgeschichte in bester Stephen King-Manier - aus der Sicht eines Wechselbalgs eröffnen sich die Abgründe einer Kleinstadt, düster, melancholisch und manchmal auch erschreckend. Abgesehen von den oben genannten stilistischen Mängeln ein Buch, das mich sehr gut unterhalten und noch lange beschäftigt hat.

Ausstattung:
Das Cover ist klasse - ein alter Kinderwagen und verschiedene Gegenstände, die darüber hängen, mal Richtung Glücksbringer, mal absolut fahrlässig, das macht neugierig und bringt gut die Stimmung des Buches rüber. Der Hintergrund ist neblig und düster, während der Titel, der zusätzlich lackiert wurde, zu strahlen scheint. Das Titelmotiv wird auf dem Rücken wiederholt, dadurch ist das Buch auch im Regal ein wahrer Blickfang. Der Einband unter dem Schutzumschlag ist schlicht schwarz mit silberner Schrift, ein graues Lesebändchen rundet die sehr gelungene Ausstattung ab.

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Tags: grusel, kleinstadt, wechselbalg   (3)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

abenteuer, freundschaft, unsichtbare freunde, fantasie

Dolo

Frauke Watson , Michaela Wagner , Michaela Wagner
Fester Einband: 30 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 15.09.2010
ISBN 9783931989545
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ein Plädoyer für die Fantasie!

Verlagsbeschreibung:
Dolo, der stolze Herr der Lüfte, ist nicht nur ein großartiger Beschützer, sondern auch das Wunder von Tausendland, der Heimat der Vorder-mitteltausendländischen Riesenrüsselschnäbler. Mit Dolo ist jeder Tag voller Abenteuer, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.

Unsichtbare Freunde sind vor allem echte Freunde. Man kann ihnen Geheimnisse anvertrauen und sie vestehen uns auch ohne Worte. Gute Freunde sind schwer zu finden - was macht es da schon, wenn sie unsichtbar sind!

Meine Meinung:
Die Geschichte handelt von einem unsichtbaren Freund und Riesenvogel namens Dolo und wird aus der Sicht des Mädchens erzählt, das mit ihm befreundet ist. Das Leben mit Dolo ist bunt und wunderbar, er beschützt seine kleine Freundin auf allen Wegen, spuckt blöden Kindern auf den Kopf, zeigt ihr fremde, faszinierende Länder und zusammen erleben sie viele spannende Abenteuer. Dolo aus der Reihe Unsichtbare Freunde ist ein Plädoyer für die Fantasie und das Gefühl, geliebt und beschützt zu werden, komme, was wolle. Wer hätte nicht gern auch noch heute als Erwachsener einen unsichtbaren Freund, der immer zu einem steht und mit dem man die Welt aus einer ganz neuen Perspektive entdecken kann?

Dolo hat ein quadratisches Format von ca. 17,5 x 17,5 cm und ist somit ein perfektes kleines Geschenkbüchlein, das man immer wieder gern zwischendurch zur Hand nimmt. Auf dem Titel ist Dolo mit seiner menschlichen Freundin zu sehen, die Farben erstrahlen warm und einnehmend und die Schrift wurde in Buntstiftoptik gesetzt. Die Gestaltung im Inneren wird konsequent gemäß des Covers fortgesetzt, sämtlicher Text und sogar das Verlagslogo sehen so aus wie mit Buntstift dahin gekritzelt und wirken so besonders charmant. Die Zeichnungen sind in angenehmen Farben gehalten, sie sind nie grell und bilden stets ein harmonisches Gesamtbild. Es lassen sich viele, liebevolle kleine Details entdecken, die auch noch nach dem zweiten und dritten Anschauen überraschen.

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Tags: abenteuer, fantasie, freundschaft, unsichtbare freunde   (4)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

freundschaft, unsichtbare freunde, fantasie

Lumley

Frauke Watson , Michaela Wagner , Michaela Wagner
Fester Einband: 30 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 15.09.2010
ISBN 9783931989538
Genre: Kinderbuch

Rezension:

LEUTE und LUMLEY sind wichtiger als Sachen!

Verlagsbeschreibung:
Lumley ist cool und der beste Freund, den man sich wünschen kann. Er ist zwar ziemlich schüchtern, wenn es um Menschen geht, aber bei Monstern kennt er kein Pardon. Lumley sagt, dass es eine Zeit für ihn und eine Zeit für Freunde gibt. Aber wenn ich ihn brauche, ist er immer da.

Fast jedes Kind hat irgendwann einen unsichtbaren Freund.
Zeugt das von blühender Phantasie oder sind es Schutzengel, die uns ein Leben lang begleiten, aber nur von Kindern gesehen werden können?

Meine Meinung:
Lumley ist ein langer Lulatsch mit grüner Haut und türkisfarbenen Haaren. Er sieht aus wie ein koboldartiger Clown, zieht ständig Grimassen und verrenkt sich lustig die langen Arme und Beine. Für seinen menschlichen Freund ist er immer da, wenn dieser einsam ist oder sich ausgeschlossen fühlt, er beschützt ihn, tröstet ihn, wenn etwas kaputt geht, erzählt ihm viel Unsinn und zusammen haben sie viel Spaß. Doch Lumley ist es besonders wichtig, dass der kleine Junge auch echte Freunde hat und so zieht er sich diskret zurück, wenn welche zum Spielen vorbei kommen.
Ging es im ersten Band der Unsichtbaren Freunde-Reihe noch um das Entdecken fremder Länder und Erleben spannender Abenteuer, so bleibt Lumley in der realen Welt. Er steht treu zu seinem Menschenkind, sorgt aber auch dafür, dass sich dieser nicht in einer Fantasiewelt verliert oder Gegenstände für wichtiger als Personen erachtet. Die Botschaft des kleinen Büchleins ist schlicht zauberhaft:

Lumley sagt, Leute sind wichtiger als Sachen.
Aber ich finde LEUTE und LUMLEY sind wichtiger als Sachen!

Lumley ist wie Dolo ein quadratisches Büchlein im Format von 17,5 x 17,5 cm, dass sich bestens zum Verschenken an Kinder oder Liebhaber toller Geschichten mit außergewöhnlichen Zeichnungen eignet. Die gesamte Farbgestaltung ist angenehm warm und leuchtend, die kleinen und großen Charaktere und die Kulissen wurden detailverliebt ausgestaltet, sodass man schnell in die Welt von Lumley und seinem kleinen Freund eintauchen kann. Die Texte wurden in Buntstiftoptik gesetzt und verdeutlichen mit einfachen, einprägsamen Worten ein Gefühl der Freundschaft und des Zusammenhalts, aber auch eine wichtige Portion Realismus. Bitte mehr davon!

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Tags: fantasie, freundschaft, unsichtbare freunde   (3)
 

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590 Bibliotheken, 5 Leser, 9 Gruppen, 106 Rezensionen

dschinn, liebe, wünsche, fantasy, freundschaft

Drei Wünsche hast du frei

Jackson Pearce , Christine Gaspard
Fester Einband: 285 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 10.09.2010
ISBN 9783426283363
Genre: Romane

Rezension:

Wie etwas Ganzes noch ganzer wird

Zum Inhalt:
Violas Welt liegt in Trümmern, seit sich ihr Freund Lawrence von ihr trennte und damit sein Schwul-Sein bekannt gab. Seitdem kommt es ihr so vor, als wäre sie nicht mehr vollständig, weil ihr etwas Wichtiges fehlt. Alle außer ihr haben in der Schule ihren Platz gefunden und gehören einer mehr oder weniger coolen Clique an, doch ohne Lawrence, der nun zu einer Art schwulen Star aufgestiegen ist, denkt sie, sie wäre unsichtbar.

"Alles, was ich in der Shakespeare-Stunde heute gelernt habe, ist: Manchmal muss man sich in den falschen Menschen verlieben, um den richtigen Menschen zu finden. Eine nützlichere Lektion wäre gewesen: Manchmal liebt der richtige Mensch einen nicht wieder. Manchmal ist der richtige Mensch schwul. Und manchmal ist man selbst nicht der richtige Mensch. Danke für absolut gar nichts, Shakespeare." (Seite 7)

Den einzigen Ausgleich findet sie in der Malerei, doch auch mit ihren Bildern ist sie nicht wirklich zufrieden. Eines Tages wird ihr Wunsch, wieder sichtbar und Teil eines Ganzen zu werden so stark, dass sie damit versehentlich einen Dschinn beschwört, der ihr drei Wünsche gewährt. Doch Viola möchte es sich nicht so einfach machen, für sie sind die Wünsche kein akzeptabler Ausweg aus ihrer Situation. Und so muss der Dschinn, der am liebsten wieder schnell nach Hause, in die Dschinn-Stadt Caliban, möchte, da er auf Erden gegen seinen Willen altert, bei Viola ausharren und darauf warten, dass sie ihre Wünsche ausspricht. Erst wenn der letzte vollendet ist, ist seine Rückkehr gewiss und Viola wird ihn wieder vergessen. Der Dschinn und Viola verbringen deshalb einige Zeit miteinander und freunden sich an, die Grenzen zwischen Dschinn und Herrin beginnen, sich aufzulösen. Als Viola allerdings in einem unbedachten Moment einen Wunsch ausspricht, hat das ungeahnte Folgen. Nun möchte sie erst recht keinen weiteren Wunsch mehr aussprechen. Das erregt den Unmut der Ältesten der Dschinn, die den innigen Kontakt zwischen Mensch und Dschinn nicht tolerieren...

Sprache, Stil, Figuren:
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von den beiden Hauptfiguren Viola und Dschinn in der Gegenwartsform erzählt. So erfährt man als Leser schnell, wie beide ihre Umwelt wahrnehmen und worum ihre Gedanken hauptsächlich kreisen. Die Sprache ist sehr jugendlich und direkt und spricht hauptsächlich junge Leser an, jedoch sind es vor allem die leisen, nachdenklichen Zwischentöne, die ständig mitschwingen, die Drei Wünsche hast du frei auch für Erwachsene interessant machen. Viola fühlt sich seit sich Lawrence von ihr getrennt hat, wie zerbrochen. Ständig ist sie auf der Suche nach etwas, dass ihr Herz wieder heilen und sie zum ganzen Menschen machen kann, und bemerkt dabei nicht, dass sie sich dadurch selbst ins soziale Abseits manövriert hat, aus dem sie nur noch ihre Umgebung beobachtet, aber nicht mehr aktiv teilnimmt. Sie ist ohnmächtig angesichts ihrer Unsichtbarkeit und kann nicht aus ihrer eigenen Haut, so unglücklich ist sie. Es hilft auch nicht, dass ihr Lawrence nach wie vor als bester Freund zur Seite steht und unheimlich viel Rücksicht auf ihre Gefühle nimmt, wodurch er selbst mit seinen Sehnsüchten zu kurz kommt. Dschinn wiederum ist zu Beginn recht unmotiviert, als er seine neue Herrin Viola kennen lernt und merkt, dass sie ihre Wünsche nicht so schnell aussprechen wird. Ihn quält das Dasein auf der Erde, beschleunigt es doch seinen Alterungsprozess und er kann nicht umhin, minutiös zu beobachten, wie der Zahn der Zeit an ihm nagt, indem er zum Beispiel andauernd die Länge seiner Haare prüft. Doch je mehr Zeit er mit Viola verbringt, umso mehr wächst sie ihm ans Herz, da sie in ihm nicht den Wünsche-Erfüller, sondern einen Freund und Gefährten sieht, der ihr zur Seite steht. Und plötzlich ist ihm nicht mehr wichtig, zurück in die Heimat der Dschinns, dem steril-perfekten Caliban, zu gelangen, viel mehr beginnt in ihm selbst ein dringlicher, gefährlicher Wunsch zu reifen... Der Schwerpunkt der Geschichte liegt auf der Beziehung zwischen Viola und Dschinn, doch auch Lawrence ist ein interessanter Charakter, der einen besonderen Part einnimmt. Die restlichen Figuren bleiben eher blass, es wird trotzdem nicht versäumt, hinter die vermeintlich perfekten Fassaden des Königspaars an der Schule, Ollie und Aaron, zu schauen.

Fazit:
Ein zauberhaftes Märchen darüber, wie etwas Ganzes noch ganzer werden kann durch die Liebe zwischen zwei Welten, deren Brücke aus Freundschaft, Vertrauen und Mut besteht.

Ausstattung:
Die Bücher des PAN-Verlags zählen stets zu den Schmuckstücken in meinem Bücherregal und auch diese Gestaltung hat mich wieder stark begeistert - Drei Wünsche hast du frei ist flexibel gebunden, sieht also aus wie ein Hardcover, ist aber vom Material her etwas weicher, aber trotzdem stabiler als ein Taschenbuch. Auf dem Himmelblau-changierenden Grund wurden mit Lack Ornamente aufgebracht, die auf dem Titel ein Mädchen umrahmen, das Viola sein könnte. Pro Kapitelanfang wurde ebenfalls ein Ornament gesetzt. Insgesamt ist es eine sehr hochwertige Ausstattung zu einem unschlagbar günstigen Preis.

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Tags: dschinn, freundschaft, liebe, zauber   (4)
 

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(293)

556 Bibliotheken, 1 Leser, 9 Gruppen, 109 Rezensionen

hexen, internat, fantasy, vampire, hex hall

Hex Hall - Wilder Zauber

Rachel Hawkins , Michaela Link
Flexibler Einband: 295 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 05.07.2010
ISBN 9783802582394
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein zauberhaft-witzig-spannendes Lesevergnügen!

Zum Inhalt:
Die junge Hexe Sophia Mercer, genannt Sophie, ist die Tochter einer Menschenfrau und eines Zauberers, den sie dank der Trennung ihrer Eltern schon vor ihrer Geburt nie kennen gelernt hat. Mit ihrer Mom schlägt sie sich durchs Leben und wechselt von einem Bundesstaat in den nächsten, wenn ihre Hexenkunst an der jeweiligen Schule auffliegt. Schließlich wird sie aufgrund eines dramatisch verpatzten Liebeszaubers, den sie aus Mitleid für eine Klassenkameradin wirkte, auf Hekate Hill geschickt, einem Internat für Hexen, Gestaltwandler und Elfen, die auffällig geworden sind. Vor Ort wird sie direkt von einem Gestaltwandler, der sich beleidigt fühlt, angegriffen, der arrogante und unverschämt gut aussehende Zauberer Archer eilt ihr zu Hilfe, und als Zimmergenossin wird ihr die einzige Vampirin unter den Schülern, Jenna, der man nachsagt, sie habe vor kurzem eine Mitschülerin umgebracht. Und um Chaos komplett zu machen, unterbreiten drei dunkle machtvolle Hexen Sophie das Angebot, sie in ihren Zirkel aufzunehmen, was sie vehement ablehnt und ihr drei gefährliche Feindinnen einbringt. Unbedarft wie Sophie aufgewachsen ist, fällt es ihr sehr schwer, sich in den Internatsalltag einzuleben und Archer gefällt ihr doch viel besser, als sie es sich eingestehen möchte, vor allem weil er an eins der Mädchen aus dem Zirkel vergeben ist. Dann legt sich ein tödlicher Schatten über Hex Hill und erneut werden Schülerinnen fast getötet und Jenna, die Sophie inzwischen lieb gewonnen hat, gerät wieder unter Verdacht...

Sprache, Stil, Figuren:
Der Grundton der Geschichte ist sehr umgangssprachlich und modern gehalten. Aus der Ich-Perspektive in der Vergangenheitsform erzählt, lernt man schnell Sophie und ihre Umgebung kennen, die man so durch ihre Augen betrachtet und genau wie sie sich erst in der Zauberwelt rund um Hexen, Gestaltwandler, Vampiren und Elfen zurecht finden muss. Es wird die authentische Sicht einer 16-jährigen vermittelt, die mit ihren Unsicherheiten, Ärgernissen und aufblühenden Gefühlen zu kämpfen hat. Da Sophie vieles aus einem ironischen Blickwinkel betrachtet und entsprechend kommentiert, wird neben Spannung und Romantik auch einiges an Witz geboten.

""Sophie Mercer", sagte Elodie mit tragender Stimme, "wir sind gekommen, um dich in unserer Schwesternschaft aufzunehmen. Sprich die fünf Worte, um das Ritual zu beginnen." Ich blinzelte sie an. "Seid ihr jetzt völlig durchgeknallt?" Anna stieß einen entnervten Seufzer aus. "Nein, die fünf Worte lauten: 'Ich akzeptiere euer Angebot, Schwestern'."" (Seite 89)

Der Kosmos von Hex Hall birgt einige vielschichtige und interessante Figuren. Da ist zuerst Sophie, die Hauptfigur, die völlig unvoreingenommen und unkontrolliert als Hexe aufgewachsen ist und bislang etwas naiv war, in dem was sie gezaubert hat, jedoch das Herz am rechten Fleck hat und redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist.

"Meine Füße stampften dumpf über das dichte Gras, und ich konnte nichts anderes denken als: was für eine Idiotin ich war.
Weiß nichts über Blockadezauber.
Weiß nichts über Tätowierungen.
Weiß nichts über große, blöde, böse italienische Augen.
Weiß nichts über ihren Dad.
Weiß nichts über das Hexesein.
Weiß nichts, weiß nichts, weiß nichts."
(Seite 120/121)

Die lesbische Vampirin Jenna bezeichnet sich selbst als die äußerste Außenseiterin, da sie in ihrer Art bis auf einen Lehrer die einzige ist und von allen mit Misstrauen und Verachtung gestraft wird. Nichtsdestotrotz geht sie offen auf Sophie zu, die hinter ihrer demonstrativ pinkfarbenen Fassade ein liebenswertes Mädchen entdeckt und sich mit ihr anfreundet. Fürs Herz ist der arrogante Archer mit von der Partie, der eigentlich mit der hübschen und gemeinen Elodie zusammen ist, jedoch ebenfalls Sophies Nähe sucht und ihr beim gemeinsamen Kellerstrafdienst immer näher kommt. Die Gegenspielerin von Sophie ist Elodie, eine machtvolle dunkle Hexe, die Sophie zwar widerwillig in ihren Hexenzirkel aufnehmen will, zugleich aber keine Gelegenheit auslässt, um ihr Steine in den Weg zu legen.

Fazit:
Hex Hall ist der spannende Auftakt zu einer fantastischen Internatsserie, die den Vergleich mit bereits bekannten und berühmten Reihen nicht scheuen muss. Originelle Charaktere und neuartige Ideen machen die Geschichte um Sophie Mercer absolut empfehlenswert - ein zauberhaft-witzig-spannendes Lesevergnügen!

Ausstattung:
Das kleinformatige Taschenbuch ist im typischen LYX-Stil gestaltet - man sieht ein schönes Mädchen mit blauen Augen und dunkelvioletten Haaren, in denen eine Rose steckt, die zusätzlich lackiert wurde. Im Hintergrund kann man vage eine Landschaft und ein Gebäude ausmachen. Der gesamte Einband ist in einem violetten Grundton gehalten, der durch ein rissartiges Muster und kleine Lichtreflexe aufgelockert wird. Insgesamt ist es eine sehr gelungene Gestaltung, die alle Blicke auf sich zieht.

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Tags: gestaltwandler, hexen, internat, vampire, zauberer   (5)
 

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305 Bibliotheken, 3 Leser, 5 Gruppen, 30 Rezensionen

feen, liebe, nuala, james, musik

Ballade - Der Tanz der Feen

Maggie Stiefvater
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.06.2010
ISBN 9783426283110
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wie die Musik zweier Herzen im Schatten der Herbstfeuer...

Zum Inhalt:
James und Deirdre gehen inzwischen auf die Thornking-Ash School of Music, einer Schule für musikalisch Hochgegabte mit übersinnlichen Fähigkeiten, doch die dramatischen Ereignisse der Vergangenheit und vor allem James Liebesgeständnis haben die ehemals besten Freunde entzweit. Von der einstigen Verbundenheit ist nicht mehr viel übrig und so versuchen beide, allein an der neuen Schule klar zu kommen. James wird es schnell langweilig, vor allem als er merkt, dass ihm niemand mehr was beibringen kann, um sein Dudelsackspiel zu verbessern. Währenddessen versinkt Deirdre in Selbstmitleid und Liebeskummer, da ihre große Liebe Luke nicht mehr bei ihr ist. Doch wo ein Kleeauge ist, sind Feen nicht weit, und der Dornenkönig selbst singt jeden Abend sein Lied der Toten auf dem Schulgelände und kündigt damit Unheil an. James trifft schließlich auf die wunderschöne Leanan Sidhe Nuala, die ihm ein verlockendes Angebot unterbreitet: für ein paar Jahre seiner Lebenszeit schenkt sie ihm Inspiration und macht ihn zu einem berühmten Musiker, wenn er einwilligt. Doch James erinnert sich nur zu gut an seine bisherigen Erfahrungen mit Feen und lehnt dankend ab. Nuala bleibt trotzdem hartnäckig bei ihm und entdeckt im Laufe der Zeit, dass sie plötzlich ernsthafte Gefühle für ihn entwickelt, die ihre Pläne zu vereiteln drohen...

Stil, Sprache, Figuren:
Die Geschichte wird im Wechsel zwischen Nuala und James aus der Ich-Perspektive erzählt, wodurch beide Figuren eine unheimliche Tiefe erlangen und man bei beiden wunderbar die Entwicklung ihrer Gefühle füreinander beobachten kann. James ist dem Leser zwar aus Lamento noch bekannt, doch jetzt lernt man ihn richtig kennen und sein Tick, sich die Hände und Arme mit Wortfetzen und Notizen zu beschreiben, gewinnt erst jetzt an Bedeutung. Seine witzige Art, die Dinge um sich herum zu beschreiben und wahrzunehmen, ist sehr unterhaltsam und sein Gegenüber, die Fee Leanan Sidhe Nuala, steht ihm da in nichts nach. Bei ihr wird deutlich, dass sie zwar selbst eine Fee, aber doch eine Außenseiterin ist, die zwischen den Welten und so ihren Sehnsüchten steht. Zwischendurch sind SMS an James eingefügt, die Deirdre nicht losschickt, und Zeilen aus dem Werk "Die Goldene Zunge" von Steven Slaughter, welches ich leider nicht bei meiner Internet-Recherche entdecken konnte. Die Hauptfigur aus Lamento, Deirdre, bleibt die ganze Geschichte über ziemlich blass und im Hintergrund, was ich ein wenig schade finde. Dafür hat die Autorin mit James Mitschüler Paul und dem Englischlehrer Patrick Sullivan neue, interessante Figuren erdacht, die die Handlung bereichern. Sprachlich sind sowohl sehr poetische Elemente als auch humorvolle Aspekte zu finden, so dass die Lektüre zu einem besonderen Genuss wird.

"Als ich aufwachte war mein Mund vollgestopft mit goldener Musik. Es war, als ginge mir ein Lied durch den Kopf, das aber eine Farbe hatte und das ich schmecken und spüren konnte. Holzrauch und Regenperlen an Eichenblättern und schimmernde goldene Fäden erstickten mich fast." (Seite 53)

Fazit:
Mit dem zweiten Teil hat Maggie Stiefvater die Messlatte noch ein Stückchen höher gelegt - die beiden Protagonisten James und Nuala sind gerade aufgrund ihrer Schwächen und Fehler besonders liebenswert. Ballade ist wie die Musik zweier Herzen, die im Schatten der Herbstfeuer zu einer himmlischen Komposition verschmelzen!

Ausstattung:
Passend zum ersten Teil wurde auch dieses gebundene Buch wunderschön gestaltet. Auf dem Schutzumschlag befindet sich ein Mädchen mit nachdenklichem Gesicht, um das sich kleine, verspielte Schnörkel und Blumenelemente ranken. Diese und der Ballade-Schriftzug wurden zusätzlich lackiert. Der Einband unter dem Umschlag ist wieder in einem tiefen Kleeblatt-Grün gehalten und unterstreicht so den klassischen Bezug zu Irland.

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Tags: feen, liebe   (2)
 

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(138)

319 Bibliotheken, 2 Leser, 11 Gruppen, 41 Rezensionen

anderswelt, schamanin, kiyo, dark swan, liebe

Sturmtochter

Richelle Mead ,
Flexibler Einband: 370 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 03.05.2010
ISBN 9783802582110
Genre: Fantasy

Rezension:

Aberwitziger Serienauftakt um eine toughe Schamanin

Zum Inhalt:
Eugenie Markham ist eine machtvolle Schamanin, die sich ihren Lebensunterhalt mit der Austreibung von den sogenannten "Feinen", einem anderen Begriff für Feen, verdient, die sie zurück in die Anderswelt oder auch endgültig ins Totenreich schickt, je nachdem wie gefährlich sie sind und wieviel Schaden sie in der Welt der Menschen angerichtet haben. In der Anderswelt ist sie vor allem unter dem Namen Dark Swan bekannt und gefürchtet, da ihr Geist bei den Verbannungen die Form eines schwarzen Schwans annimmt. Dank ihrer Gabe und ihrem aufreibenden Beruf hat Eugenie wenig Kontakt mit ihren Mitmenschen, die Ausnahme bilden ihre Mutter, ihr Stiefvater, selbst Schamane und ihr Ausbilder, ihr pseudo-indianisch angehauchter Mitbewohner Tim, der ihr den Haushalt schmeißt, und ihre Sekretärin Lara. Dann überschlagen sich die Ereignisse – eines Abends hat sie einen heißen One-Night-Stand mit dem geheimnisvollen Kiyo, immer mehr Feine nennen Eugenie bei ihrem bürgerlichen Namen und wollen sich mit ihr sexuell vereinigen und ein Auftrag führt sie schließlich mitten ins Reich der Feinen, um ein entführtes Mädchen zu befreien. Doch dort erwartet Eugenie die ein oder andere Überraschung, mit der sie nicht gerechnet hätte...

Stil, Sprache, Figuren:
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive in der Vergangenheitsform von Eugenie erzählt, deren Grundton sehr humorvoll und augenzwinkernd ist. Alles beginnt mit der Austreibung eines Geistes aus einem alten Turnschuh und ähnlich skurril geht es weiter, als immer mehr Feine der Schamanin an die Wäsche wollen. Die wenigen Liebesszenen sind gut in die Handlung eingebaut und sehr erotisch, jedoch ohne ins Derbe oder in reine Sinnlosigkeit abzugleiten. Für den ein oder anderen Lacher sorgt zum Beispiel Mitbewohner Tim, der trotz polnischen Backgrounds einen auf Indianer macht, um reihenweise die Mädels abzuschleppen, oder der dienstbare Geist Volusian, der konsequent danach dürstet, Eugenie auf einfallsreiche und qualvolle Art und Weise um die Ecke zu bringen, falls er jemals ihrer Knechtschaft entrinnt. Natürlich bleibt so eine attraktive Frau wie Eugenie nicht lange allein und gleich zwei Männer streiten um ihre Gunst, was ein beliebtes Motiv in diesem Genre ist, hier jedoch nicht minder unterhaltsam. Kiyo, ein Gestaltwandler mit halber Fuchsveranlagung, ist für den animalisch-leidenschaftlichen Part zuständig, während Dorian, ein König in der Welt der Feinen, durch seine Zurückhaltung und sein Einfühlungsvermögen glänzt. Man darf gespannt sein, wer das Rennen macht.

Fazit:
Mit Dark Swan 01. Sturmtochter spricht Richelle Mead Lachmuskeln und Herz der Leser zugleich an – die toughe, schlagfertige Hauptfigur Eugenie erobert nicht nur den Fuchsgeist Kiyo und den Feinen-König Dorian im Sturm! Ein toller Auftakt, für Fans von Anita Blake besonders empfehlenswert.

Ausstattung:
Die überformatige Klappbroschur ist in einem nachtblauen Grundton gehalten. Auf dem Titel ist eine Abbildung einer jungen, rothaarigen Frau in eng anliegender Kleidung zu sehen, die einen Dolch in der Hand hält. Im Hintergrund schwebt ein Lichtkreis mit geheimnisvollen Zeichen und stark abgesoftet lässt sich die Skyline einer Stadt erahnen. Der Schriftzug Dark Swan wurde dem Inhalt gemäß mit einem Schwan-Piktogramm gestaltet und zusätzlich lackiert. Ingesamt ist es eine sehr hochwertige Ausstattung, wie sie für den LYX-Verlag typisch ist.

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Tags: anderswelt, feen, geister   (3)
 

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304 Bibliotheken, 6 Leser, 8 Gruppen, 44 Rezensionen

paris, totenreich, vampir, liebe, freundschaft

Puerta Oscura - Totenreise

David Lozano Garbala , Susanna Mende
Fester Einband: 607 Seiten
Erschienen bei Loewe, 01.06.2010
ISBN 9783785568637
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gute Ideen - mäßige Umsetzung

Zum Inhalt:
Bei einer Gothic-Party an Halloween stöbert Pascal auf einem Dachboden in einer alten Truhe nach einer passenden Verkleidung und stürzt so Hals über Kopf Schlag Mitternacht durch die "Puerta Oscura" und landet mitten im Totenreich. Hier erfährt er, dass er der Wanderer ist, ein Auserwählter, der alle 100 Jahre die Möglichkeit erhält, sich in beiden Welten aufzuhalten. Doch diese Gabe bringt große Verantwortung mit sich, denn zeitgleich war es auch einem Wesen aus dem Reich der Toten möglich, überzutreten. Ein grausamer, machtvoller Vampir mordet sich nun durch Paris, mit dem einen Ziel, den Wanderer und die "Puerta Oscura" zu finden, um diese für immer zu schließen und eine Welt der Vampire zu gründen. Um Pascal unter Druck zu setzen, entführt der Vampir den Schwarm des Jungen, Michelle, und lässt sie tief in das dunkle Reich bringen. So macht sich der Wanderer auf den Weg, doch ihm bleiben nur 7 Tage Zeit...

Stil, Sprache, Figuren:
In der 3. Person in der Vergangenheitsform erzählt, ziehen einen die kurzen Kapitel und häufigen Perspektivwechsel schnell in das Geschehen hinein, sodass kaum Langeweile auftritt. Doch aufgrund der schnellen Sprünge wird man nicht richtig warm mit den zahlreichen Figuren und auch die Schauplätze bleiben ziemlich blass. Der Stil ist recht schlicht und simpel gehalten. Gerade das Totenreich wird als so dunkel und wenig detailreich beschrieben, dass es schwierig ist, beim Lesen etwas vor Augen zu haben.
Mit Pascal, Dominique und Michelle hat der junge Leser einige Identifikatonsmöglichkeiten, während auch für Erwachsene die Wahrsagerin Daphne, Kommissarin Marguerite und der Gerichtsmediziner Marcel Perspektiven bieten. Die Figuren sind zwar gut ausgearbeitet, aber wenig überraschend und voller Klischees und dadurch nicht besonders glaubwürdig. Beispielsweise ist es ziemlich ärgerlich, alle offenen Fragen der Geschichte von der allwissenden Wahrsagerin beantworten zu lassen oder zwei Hauptfiguren in der Gerichtsmedizin Vampire verbrennen zu lassen, ohne dass sie sich wenigstens wundern, warum sie dabei nicht gestört oder wenigstens danach aufgehalten werden.

Fazit:
An sich ist "Puerta Oscura" voll von guter Ideen, die jedoch oft nur mäßig umgesetzt sind. Eine Pforte ins Reich der Toten, ein unfreiwilliger Held, eine Schönheit in Gefahr, einigen Grusel und esoterisch-mystische Wahrsagereien - eigentlich hätte daraus ein richtig schöner Schmöker werden können, aber viele Handlungsstränge wirken überzogen, die Figuren sind klischeebehaftet und das Ende ist unbefriedigend offen. Aus Neugier werde ich den Folgeband wahrscheinlich noch lesen und hoffen, dass bis dahin eine stilistische Weiterentwicklung stattgefunden hat.

Ausstattung:
Die Gestaltung ist im positiven Sinne antiquiert und weckt nostalgische Erinnerungen an alte Gruselbücher. So hebt sie sich von den derzeit sehr modernen Büchern ab und macht neugierig auf den Inhalt.

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Tags: geister, totenreich, vampire   (3)
 

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(18)

55 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 3 Rezensionen

vampire, liebe, erotik, jennifer schreiner, fantasy

Honigblut

Jennifer Schreiner
Buch: 204 Seiten
Erschienen bei Plaisir d'Amour Verlag, 01.01.2008
ISBN 9783938281420
Genre: Fantasy

Rezension:

Für Fans von düster-romantischen Vampiren!

Zum Inhalt:
Nach dem Tod der Hexe Morna muss die Vampirgesellschaft neu geordnet werden. Vampirkönigin Maeve verbietet als erste Amtshandlung die Ketten, die den männlichen Vampiren bislang mit Hilfe von Magie die Haltung von menschlichen Geliebten ermöglicht haben und zieht so den Unmut vieler Rebellen und auch älterer Vampire auf sich, da über die Erschaffung von weiblichen Vampiren nach wie vor diskutiert wird. Callboy Xylos wird zeitgleich auf die Spur des verschwundenen Magnus gesetzt, um das Elixier des Lebens zu erlangen, und trifft dabei auf eine Frau, die ihn magisch anzieht und sein Innerstes berührt...
Nachdem im ersten Teil Edward und Sofia aufgrund von Magnus Fadenspiel zueinander fanden, ist nun Xylos die Hauptfigur des Romans zusammen mit seiner Auserwählten. In einem Spiel um Dominanz und Unterwerfung wird Xylos nicht nur mit seinen Gefühlen, sondern auch mit seiner tragischen Vergangenheit konfrontiert.

Stil, Sprache, Figuren:
Honigblut ist stilistisch sehr ausgereift und lässt sich flüssig lesen, sodass man direkt in die Handlung abtauchen kann. Die Sprache ist bildhaft, aber nicht zu ausgreifend, und gibt die Atmosphäre der dunklen Vampirwelt eindrucksvoll wieder.
"Glühendes Silber verbrannte ihre Adern, zerfräste Nervenzellen und hinterließ verdorrtes Blut. Hinter ihren Lidern zuckten helle Blitze, die das Dunkel ihres Schlafes hell erleuchteten, in ihr Gehirn gleißten und Qualen verursachten, die ein Mensch unmöglich überleben konnte. Unerträglich." (Seite 87)
Erzählt wird in der dritten Person in der Vergangenheit. Der Leser erfährt so einiges über alle Figuren und lernt deren Motive und Sehnsüchte kennen. Da dieses Mal Xylos die Hauptperson ist, wird großen Wert auf seine Gefühlswelt gelegt und man darf hinter die Fassade des ehemals berechnenden Callboys blicken.

Fazit:
Honigblut ist eine würdige Fortsetzung von Zwillingsblut. Während dramatische Entwicklungen innerhalb der Vampirgesellschaft für den Spannungsfaktor sorgen, lernt man einen gewandelten, sehr sympathischen Xylos kennen, der merkt, dass er doch noch zur wahren Liebe fähig ist. Das offene Ende lässt einen den dritten Teil mit Sehnsucht herbei wünschen.

Ausstattung:
Das überformatige Taschenbuch ist ein wahrer Eyecatcher mit der Abbildung einer blassen Gothic-Schönheit mit schwarz-funkelnder Kette, deren Gesicht man auf der Rückseite genauer betrachten kann.

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Tags: liebe, vampire   (2)
 

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(187)

422 Bibliotheken, 6 Leser, 6 Gruppen, 50 Rezensionen

elfen, liebe, orks, fantasy, avalon

Elfenkuss

Aprilynne Pike , Anne Brauner
Fester Einband: 349 Seiten
Erschienen bei cbj, 22.03.2010
ISBN 9783570138847
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:
Die 15-jährige Laurel ist anders als ihre gleichaltrigen Mitschüler - am liebsten ist sie an der frischen Luft und beschäftigt sich mit Pflanzen, lebt streng vegan und ernährt sich hauptsächlich von Dosenpfirsichen und Sprite (mit einem kleinen Augenzwinkern, denn übersetzt bedeutet das uns alltäglich erscheinende Getränk "Elf"). Bis sie eines Tages eine seltsame Veränderung an ihrem Körper feststellt. Auf ihrem Rücken bildet sich ein kleiner Knubbel, der immer größer und größer wird und schließlich eine ganz neue Form hervorbringt. Zusammen mit ihrem Schulfreund David, der ihr immer mehr ans Herz wächst, forscht sie nach den Ursachen dieses Knubbels und entdeckt so eine ganz neue Welt, zu der auch der geheimnisvolle Tamani gehört. Dieser lebt auf dem alten Grundstück ihrer Eltern und eröffnet ihr bei einem Besuch vor Ort, dass sie eine Elfe ist und dass das Land ihrer Eltern niemals verkauft werden darf, da sich hier ein Zugang zum Feenland befindet. Doch ihre Eltern stehen schon in Vertragsverhandlungen und Laurels Aufgabe gestaltet sich gefährlicher, als erwartet...

Fazit:
Elfen mal ganz anders - der Auftakt zu der vierteiligen Serie kommt zuerst recht langsam in die Gänge, überrascht am Schluss jedoch mit einer dramatischen Wendung und atemloser Spannung, die Lust auf mehr macht. Zwar erinnern einige Aspekte der Geschichte an bekannte, aktuelle Bücher aus dem Genre, jedoch ist die Vorstellung von Elfen derart neu, schlüssig und bestechend schön, dass man gerne in einer Welt versinkt, in der fantastische Wesen inmitten von Normalsterblichen leben und das Feenland nur einen kleinen Schritt entfernt scheint.

Ausstattung:
Der Umschlag wurde wie in dem Genre üblich mit einem zarten Mädchengesicht gestaltet, das an die Hauptfigur Laurel erinnert. Die Abbildung des libellenartigen Flügels sieht sehr schön aus, lässt sich aber leider nicht in der Handlung wieder finden. Teile des Flügels und der Titel wurden lackiert, der Schriftzug wurde zudem noch zusätzlich geprägt. Ingesamt ist es eine sehr hochwertige Gestaltung, die sicherlich jedes Bücherregal bereichert.

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Tags: elfen, liebe, natur   (3)
 

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(22)

36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

jugendbuch, feuer, dimension, derek meister, brane

Ghostfighter

Derek Meister
Fester Einband: 436 Seiten
Erschienen bei Loewe, 01.01.2010
ISBN 9783785562635
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:
Dank einer verschlüsselten Nachricht, die sein Großvater hinterlassen hat, verschlägt es Ian und Bpm auf ihrer Suche nach Amerika. Hier erhoffen sie sich endlich Antworten auf all ihre Fragen und mehr Informationen über die tödlichen Lichtwesen. Doch schon bald manövrieren sie sich in die nächste gefährliche Situation hinein, die dieses Mal sogar ihre Freundschaft in Frage stellt. Zur gleichen Zeit flüchtet die Japanerin Chiyo nach dem Tod ihrer Großmutter vor der Polizei und befasst sich mit deren Erfindung, dem Helm Hitomi. Als sie ihn bei einem Eigenversuch testweise aufsetzt, ruft sie einen Geist herbei, der Tod und Zerstörung mit sich bringt. Am Südpol widersetzt sich Dr. Daniel Rheinberg zusammen mit seiner Kollegin Alva den Anweisungen seines Vorgesetzten und forscht auf eigene Faust weiter nach den Anomalien im Eis. Zachary und Tan, die beiden Kopfgeldjäger, werden nach einem Besuch bei ihrem seltsamen Auftraggeber wieder auf die Spur von Ian und Bpm geschickt. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...

Fazit:
Auch der zweite Teil der Ghost-Trilogie zieht den Leser ab der ersten Seite direkt in seinen Bann. Auf atemberaubende Weise werden Mystery-, Science-Fiction- und Thriller-Elemente miteinander kombiniert, während realhistorische Ereignisse und physikalische Grundsätze geschickt eingeflochten die Handlung untermalen und für eine besondere Glaubwürdigkeit sorgen. Der Cliffhanger am Ende des Buches lässt auf einen baldigen Erscheinungstermin von Teil 3 hoffen!

Ausstattung:
Der Schutzumschlag des gebundenen Buches ist dieses Mal komplett dem Element Feuer gewidmet, welches den Fortgang und die Zuspitzung der Ereignisse sehr gut vermittelt. Das Strahlenmuster wird auf den Vorsatzblättern wiederholt und betont die hochwertige Ausstattung.

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Tags:  
 

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(56)

98 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

geister, japan, mystery, london, südpol

Ghosthunter

Derek Meister
Buch: 448 Seiten
Erschienen bei Loewe, 01.01.2009
ISBN 9783785562628
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:
Sie kommen plötzlich und ohne Vorwarnung - tödliche Lichtwesen greifen Ian bei einem Ausflug mit Freunden auf einem verlassenen Militärflughafen an und verbreiten alles verzehrende Flammen. Als diese Ian auch Zuhause heimsuchen, ist ihm klar, dass das kein Zufall war, und wie sich herausstellt, hatte er schon als kleiner Junge übersinnliche Wahrnehmungen und sein Vater wurde wahrscheinlich sogar von einer solchen Erscheinung getötet. Zusammen mit seinem besten Freund Bpm will Ian der Sache auf den Grund gehen und das Geheimnis hinter dem Tod seines Vaters und dem Verschwinden seines Großvaters vor über 30 Jahren lüften. Die beiden Jungs beginnen eine abenteuerliche Suche, die einer Schnitzeljagd gleicht, und finden schnell heraus, dass ihnen nicht nur die mörderischen Geister auf der Spur sind...
Parallel suchen zwei skrupellose Kopfgeldjäger in Kanada einen mysteriösen "Patienten Nr. 5", während es am Südpol zu seltsamen Verschiebungen im Eis kommt, die der unangepasste Physiker Dr. Daniel Rheinberg entdeckt, und in Tokyo erfährt die erfindungsreiche Chiyo mehr über die Vergangenheit ihrer Großmutter.

Fazit:
Der erste Teil der Ghost-Trilogie ist ein rasanter, actionreicher Mix aus Mystery und Science-Fiction mit neuartigen Ideen und interessanten, vielschichtigen Charakteren, der absolut zu überzeugen weiß. Der Leser wird durch vier verschiedene Erzählperspektiven zeitgleich auf mehrere Kontinente entführt und bekommt zudem spielend leicht physikalische Grundsätze vermittelt. Das macht diese gelungene Mischung zum einen unheimlich spannend, aber auch realitätsnah trotz der fantastischen Inhalte.

Ausstattung:
Die Gestaltung des Schutzumschlags ist sehr auffällig und modern gehalten, hier ist auf den ersten Blick sichtbar, zu welchem Genre das gebundene Buch gehört. Die lichtweißen und flammenartigen Tentakel, die sich um ein Fenster mit Ausblick auf Hochhäuser schlingen, passen optimal zum Thema der Handlung. Mit einem passenden Muster bedruckte Vorsatzblätter und ein Glossar am Ende des Buches mit den wichtigsten physikalischen Grundbegriffen runden die Ausstattung ab.

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Tags: mystery, science-fiction, thriller   (3)
 

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

vampire, vampire earth, aliens, bären, rebellen

Vampire Earth - Tag der Finsternis

E. E. Knight , Regina Winter (Übers.)
Flexibler Einband: 462 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.01.2010
ISBN 9783453526181
Genre: Fantasy

Rezension:  
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(1.017)

1.890 Bibliotheken, 22 Leser, 15 Gruppen, 171 Rezensionen

liebe, engel, lucian, hamburg, fantasy

Lucian

Isabel Abedi
Fester Einband: 553 Seiten
Erschienen bei Arena, 15.09.2009
ISBN 9783401062037
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:
Solange Rebecca denken kann, gibt es jeden Mittwoch die Ladies Night In mit ihrer Mutter Janne und deren Lebensgefährtin Spatz, einem Abend nur unter Mädels, bei der eine das Abendprogramm bestimmen darf. Dieses Mal wünscht sich Janne, dass der Dachboden ausgemistet wird. Doch wie das so ist, wenn man in alten Erinnerungen kramt, fallen den dreien auch viele Schätze in die Hände, die sie bereits vergessen hatten, aber nun nicht mehr hergeben wollen. Als Rebecca ihren alten Teddybären Lu findet, spürt sie, wie sich ihrem Inneren ein kleiner Riss auftut, als würde ihr etwas fehlen, das sie nicht benennen oder gar begreifen kann. In derselben Nacht kann sie nicht schlafen und sieht draußen auf der Straße an einer Straßenlaterne einen Jungen stehen, der zu ihrem Fenster heraufschaut. Scheinbar zufällig trifft sie nun überall auf eben diesen Jungen, der eine unausweichliche Anziehungskraft auf sie ausübt. Als sie schließlich mit ihm ins Gespräch kommt, stellt sich heraus, dass er sein Gedächtnis verloren hat, jedoch ständig von Rebecca träumt, sei es aus der Vergangenheit, als sie noch ein kleines Mädchen war, oder von der Zukunft, und genauso von ihr angezogen wird wie sie von ihm. Hingegen Rebeccas Freunde und Familie halten Lucian, wie er sich selbst nennt, für einen gefährlichen Stalker und wollen die beiden voneinander fern halten. Die Ereignisse spitzen sich zu, als Rebecca von ihrer Mutter nach Los Angeles zu ihrem Vater abgeschoben wird, und sie durch die Trennung unaussprechliche Schmerzen erleidet. Was ist es, das sie und Lucian so miteinander verbindet? Wird sie ihn wiedersehen, weit weg von Zuhause?

Fazit:
Zum Träumen schön - selten hat mich ein Buch so sehr bewegt wie dieses, es ist emotional, spannend und unerwartet. Wer dachte, er würde hier ein weiteres Buch nach Schema F "Mädchen trifft mysteriösen Jungen" vorfinden, wird positiv überrascht! Die Auflösung ist schlüssig und wunderschön, auch wenn das Ende dann etwas schnell und ohne weitere Erklärungen kommt, ist dies ein Buch, das ich definitiv immer wieder lesen werde.

Ausstattung:
Die Umschlagsgestaltung ist schlicht zauberhaft und passend zu anderen Titeln von Isabel Abedi aus demselben Verlag. Auf schwarzem Grund befindet sich eine Feder, die lackiert wurde, und so einen tollen Kontrast zu der rauen Struktur des Umschlagspapiers bildet.

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414 Bibliotheken, 2 Leser, 10 Gruppen, 73 Rezensionen

tod, leben, zukunft, maschine, skinner

Skinned

Robin Wasserman , Claudia Max
Fester Einband: 376 Seiten
Erschienen bei script5, 01.01.2010
ISBN 9783839001066
Genre: Fantasy

Rezension:

Zum Inhalt:
Lia Kahn ist tot. Doch Lia Kahn lebt weiter.
Bislang war Lias Leben sehr einfach. Ein reiches Elternhaus und die Ausstattung mit den besten körperlichen und geistigen Vorzügen durch Genmanipulation garantierten ihr ein sorgenfreies Leben mit zahlreichen Freunden und jeglichem Spaß, den man sich für Geld kaufen kann. Bis eines Tages ein schrecklicher Unfall geschieht, der ihren Körper dermaßen zerstört, dass zu einer extremen Maßnahme gegriffen wird, um sie zu retten: Man extrahiert ihr Gehirn, zerlegt es in einzelne Scheiben und scannt sie ein, um einen Download vorzunehmen, bei dem ihr Geist in einen künstlichen Körper transferiert wird, eine Maschine. Menschliche Bedürfnisse wie Essen oder Trinken gehören nun der Vergangenheit an, ihr Körper ist nahezu unverwüstlich, wird niemals altern und kann jederzeit durch einen anderen ersetzt werden. Lia ist jetzt unsterblich.

Mühsam muss sie lernen, diese neue Hülle zu beherrschen, doch vor allem die Gefühllosigkeit macht ihr schwer zu schaffen. Sie weiß zwar, welche Sinneseindrücke sie hat, kann sie aber nicht wie früher spüren. Als sie in ihr altes Leben zurückkehrt, muss sie feststellen, dass sie von der ehemaligen beliebten Trendsetterin zum neuen Grusel- und Hassobjekt geworden ist. Ihre Freundinnen gehen direkt auf Abstand, ihr Freund kann ihren Anblick kaum ertragen, und ihre kleine Schwester übernimmt nach und nach ihr gesamtes Umfeld. Sogar religiöse Fanatiker haben Lia im Fokus und beschimpfen sie als Ding und Gotteslästerung. Nur der schräge Außenseiter Auden interessiert dafür, was hinter Lias neuer, perfekter technischer Fassade steckt, steht ihr zur Seite und bietet ihr seine Freundschaft an. Bald treffen die beiden auf andere künstliche Menschen, Skinner, oder MechHeads, wie sie sich selbst nennen, um sich von den Orgs, den organischen Menschen abzutrennen.

Schmerzhaft beginnt für Lia nun die Ablösung von ihrem alten Leben und die Erkenntnis, dass sie anders ist. Sie ist kein Mensch mehr. Oder doch?

Fazit:
Skinned ist ist eine absolute Ausnahmeerscheinung auf dem derzeitigen Buchmarkt und keine leichte Lektüre für zwischendurch - es rüttelt auf, schockiert, fasziniert, macht nachdenklich und lässt einen schließlich sprachlos zurück. Denn wo fängt das Menschsein an, wo hört es auf? Ist das Bewusstsein eine rein menschliche Eigenschaft oder kann ein Computer so programmiert werden, dass er denkt, er sei wirklich ein Mensch? Kann ein Computer überhaupt einen freien Willen haben, wenn er von Menschenhand gefertigt wurde? Ich kann es auf jeden Fall kaum erwarten, zu erfahren, wie es mit Lia weitergeht!

Ausstattung:
Beim Schutzumschlag des gebundenen Buches wurde angenehmerweise auf die derzeit moderne Kombination aus Mädchengesicht mit Schnörkeln verzichtet, was aufgrund der Thematik auch sinnvoll und logisch ist. Der Schutzumschlag ist in einem tiefen, leuchtenden Lila-Ton gehalten, auf dem sich ein Muster aus kristallinen, regelmäßig angeordneten Strukturen und zentral ein einzelner Kristall befindet. Die geometrischen Formen werden auf den bedruckten Vorsatzblättern wiederholt. Ein strahlend lilafarbenes Lesebändchen rundet die gelungene Gestaltung ab.

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Tags: künstliche intelligenz, science-fiction, zukunft   (3)
 

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

fantasy, elben, susanne gerdom, elben-dilogie, fantasyabenteuer

Die Seele der Elben

Susanne Gerdom
Flexibler Einband: 491 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2009
ISBN 9783492701471
Genre: Fantasy

Rezension:

Zum Inhalt:
Der Halbelf Lluigolf lebt in Weidenheim bei seiner menschlichen Mutter und seiner Stieffamilie. Aufgrund seiner Abstammung ist er wenig akzeptiert, sowohl von Leuten in seinem Dorf, als auch von den Elben, die in der Nähe wohnen. Mit der jungen Elbin Siiran hat er ein heimliches Verhältnis, das jedoch immer schwieriger wird, da es von ihren Eltern nicht erwünscht ist. Als Siiran plötzlich an einer mysteriösen Krankheit stirbt, verlässt Lluis seine Heimat und macht sich auf die Reise in die Mark Raakus, um dort eine Anstellung zu finden. Zunächst gerät er in zwielichtige Gesellschaft der "Kröte" und wird an einer Schule für Diebe angenommen und ausgebildet. Er lernt aber auch schnell neue Freunde kennen, den Zwerg Trurre, den Barden Garness und die ruppige Hadmut. Die Prinzessin Vanandel hingegen, die auf Schloß Raakus lebt, möchte am liebsten aus ihren gesellschaftlichen Zwängen ausbrechen. Ihre Zwangsverlobung mit einem Langweiler steht vor der Tür, während sie jede Gelegenheit nutzt, verkleidet in die Stadt zu schleichen und ihren Geschäften nach zu gehen. Der Zufall bringt die beiden schließlich zusammen, als Lluis eine Anstellung auf dem Schloß erhält. Hier trifft er auf die geheimnisvolle Elbin Chantreea, die ihn von Anfang an im wahrsten Sinne des Wortes verzaubert. Doch warum erleidet er immer Schwächeanfälle, sobald er in die Nähe der Elbin kommt?

Fazit:
Die Seele der Elben ist High Fantasy vom Feinsten! Sowohl sprachlich als auch inhaltlich weiß die Geschichte voll und ganz zu überzeugen. Elben, Zwerge, Orks, Magier und riesengroße Adler - viele klassische fantastische Figuren haben Einzug in diese Geschichte gehalten, jedoch bewegen sie sich abseits der üblichen Klischees und haben einen ganz eigenen Charakter. Gerade Susanne Gerdoms Version der Orks ist überraschend, witzig und unheimlich sympathisch, bitte mehr davon!

Ausstattung:
Das überformatige Taschenbuch ist ein wahres Schmuckstück im Bücherregal - die tolle Illustration auf tiefblauem Grund, die aufgrund des geschickt gewählten Ausschnitts sehr viel Interpretationsspielraum frei lässt, zieht alle Blicke auf sich.

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

zombies, jugendbuch, kleinstadt, highschool, zombies. cheerleader

Zombie Blond

Brian James , Vanessa Walder
Flexibler Einband: 255 Seiten
Erschienen bei cbt, 06.08.2009
ISBN 9783570305836
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:
Hannah und ihr Vater sind auf der Flucht und das schon fast 6 Jahre lang, seit sie 10 Jahre alt war. Maplecrest scheint nur eine von vielen Städten zu sein, ein weiterer, wahlloser Punkt auf der Sternenkarte von Hannahs Leben. Der Umstand, sich immer wieder neu zurechtfinden zu müssen, vor allem an Schulen, hat Hannah zu einer Expertin in Sachen Sozialleben und Hierarchien an High Schools werden lassen. Auf den ersten Blick kann sie einordnen: ist es eher eine künstlerisch orientierte Schule, zählen mehr die schulischen Leistungen oder ist es doch der Sport, der alles bestimmt. Für die Rangfolge der Jungs ist das entscheidend, mal sind die verwegenen beliebt, mal die intelligent niedlichen oder oft auch einfach die sportlichen Jungs. Bei Mädchen, weiß Hannah aus Erfahrung, sind es immer die hübschesten, schlanksten mit den knappsten Klamotten, die den Ton angeben. Nur zu gern würde sie einmal zu der In-Clique einer Schule gehören. Bisher ist ihr das in allen anderen Städten nicht gelungen und so ist ihr Wunsch, Bestandteil einer elitären Gemeinschaft zu werden, ungeheuer groß. Auch in Maplecrest hat sie schnell die beliebtesten Mädchen entdeckt, alle einheitlich mit hellblonden Haaren, perfekten Körpern und elektrisierenden blauen Augen. Allen voran steht Maggie Turner, in Hannahs Augen die absolute Perfektion, Chefin der Cheerleader, die natürlich nur komplett aus dieser exklusiven Clique bestehen. Trotz der Warnung ihres Mitschülers Lukas, mit dem sie sich ein wenig anfreundet, wird Hannah Mitglied der Cheerleader und so nach und nach wird sie, ohne es zu merken, ein Teil der uniformen Gruppe, sie wird schlanker und passt sich den aufgestellten Regeln an. Als es schließlich soweit kommt, dass sie ihren Namen ändern soll, um besser zu Maggie und den anderen Mädchen, die alle einen Vornamen mit M tragen, zu passen und ihre Haare hellblond gefärbt werden sollen, merkt Hannah, dass sie sich selbst schon fast verloren hat.

Eigene Meinung:
Zombie Blond besticht durch eine wunderbar poetische Sprache, in der Erzählerin Hannah ihre Gedankenwelt beschreibt. Das Grauen schleicht sich auf leisen Füßen an und zeigt sich in "Zwischengesichtern" der Menschen und der Natur um sie herum. Die Geschichte beschäftigt sich sehr mit Hannahs Innenwelt und ihrer Sehnsucht, eine Heimat und Freunde zu finden. Bis zu den letzten 50 Seiten bleibt unklar, ob es sich wirklich um eine Zombiegeschichte handelt oder alles nur Hannahs Einbildung ist. Das ist auch mein Hauptkritikpunkt: erst gegen Schluss nimmt die Story Fahrt auf und plötzlich hat man das Gefühl, mitten in einem Horrorfilm stecken. An vielen Stellen hat mich das an den Film "Dich kriegen wir auch noch" erinnert. Ich finde diesen Teil des Buches bei weitem zu kurz geraten und auch etwas abrupt, gerne hätte ich auch schon vorher konkretere Hinweise auf diese Entwicklung entdeckt und vor allem auch noch mehr Action gehabt. Das Ende ist unbefriedigend offen gehalten, hier ist unklar, ob noch weitere Teile folgen. Das Cover des Buches finde ich toll gestaltet, jedoch farblich total unpassend, da im gesamten Buch von blauen Augen die Rede ist.

Fazit:
Alles in allem ist Zombie Blond ein schön erzählter Teenagerroman mit einem Hauch Grusel und einer kompletten Ladung Horror am Schluss. Wer nichts gegen offene Enden hat, ist hier gut bedient und kann wie ich darauf hoffen, dass die Geschichte weiter geht.
Kommentar

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1.182 Bibliotheken, 8 Leser, 11 Gruppen, 146 Rezensionen

liebe, ever, damen, unsterblichkeit, fantasy

Evermore - Die Unsterblichen

Alyson Noël , Marie-Luise Bezzenberger
Flexibler Einband: 373 Seiten
Erschienen bei Page & Turner, 04.11.2009
ISBN 9783442203604
Genre: Fantasy

Rezension:

Zum Inhalt:
Ever, kann seit einem tragischen Unfall, bei dem ihre Familie ums Leben kam, nicht nur die Auren ihrer Mitmenschen sehen, sie kann auch Gedanken lesen und erfährt durch zufällige Berührungen mehr als ihr lieb ist. War sie früher noch fröhlich und unbedarft, hatte ein Leben voller Glück und auch Oberflächlichkeiten, so lebt sie heute extrem zurückgezogen, versteckt unter weiten Kapuzenpullis, in den Ohren stets Kopfhörer mit lauter Musik, und vermeidet näheren Kontakt mit den meisten Menschen, da sie ihre Visionen nicht abstellen oder gar kontrollieren kann. Ihr einziger Trost sind die regelmäßigen Besuche von ihrer toten Schwester Riley. Bis Damen an die Schule kommt und in ihr Leben tritt. Was folgt, ist ein Wechselbad der Gefühle, bei dem Damen zuerst offenkundig Interesse an Ever zeigt, um sie im nächsten Moment wieder komplett zu ignorieren. So gerät sie schnell in seinen Bann, denn in seiner Gegenwart fühlt sie sich warm und geborgen, obwohl oder gerade weil sie an ihm keine Aura wahrnehmen kann. Doch welches Geheimnis verbirgt Damen?

Fazit:
Der Auftakt zu der fünf Teile umfassenden Serie ist sehr gut gelungen. Zwar kommen einem viele Aspekte der Geschichte bekannt vor, wie vor allem das Standard-Rezept "Traurige Außenseiterin trifft auf geheimnisvollen Typen", jedoch überzeugt Evermore mit frischen Denkansätzen und neuen Ideen, die spannungsgeladene und sehr poetische Erzählweise macht es besonders lesenswert. Man darf auf die Folgebände gespannt sein!

Ausstattung:
Das Cover der großformatigen Klappbroschur hebt sich positiv von all den derzeit angesagten Gestaltungen - entweder Frauengesicht mit Schnörkeln oder lustige Comicgestalten - ab: es ist schlicht schwarz mit einer roten Blüte, die in den Himmel übergeht, der von vielen Vögeln bevölkert ist. Es wirkt recht düster, wobei die Blüte und der Schriftzug Evermore trotz der Dunkelheit warm leuchten.

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Tags: liebe, unsterbliche   (2)
 

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feen, liebe, fantasy, musik, jugendbuch

Lamento - Im Bann der Feenkönigin

Maggie Stiefvater , Katharina Volk
Fester Einband: 348 Seiten
Erschienen bei PAN Verlag, 09.09.2009
ISBN 9783426283103
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:
Die 16-jährige Deirdre ist sehr schüchtern und fühlt sich meistens wie unsichtbar an ihrer Schule, wo der gleichaltrige James ihr einziger und bester Freund ist. Auch in der Familie hat sie wenig Rückhalt, da ihr Vater ebenfalls sehr zurückhaltend ist, ihre strenge Mutter ihre Gefühle kontrolliert und nie zeigt und ihre erfolgreiche Tante sie bei jeder Gelegenheit mit kränkenden Worten herabsetzt. Einzig ihre Großmutter Granna scheint sich um sie zu sorgen. Wenn Deirdre Auftritte hat und das Publikum mit ihrem Harfenspiel und ihrer engelsgleichen Stimme begeistert, fühlt sie sich wahrgenommen, doch wie sie glaubt, nur aufgrund ihres Talents und nicht wegen ihrer Persönlichkeit. Bei einem Musikwettbewerb trifft sie Luke Dillon, einen Flötenspieler, den sie schon in ihren Träumen gesehen hat, und spielt zusammen mit ihm auf der Bühne ein unvergessliches Duett. Und mit einem Mal ist Deirdres zuvor langweiliges und gleichförmiges Leben wie ausgewechselt. Der geheimnisvolle Luke geht ihr nicht mehr aus dem Kopf und es häufen sich seltsame Ereignisse – überall tauchen vierblättrige Kleeblätter auf, bedrohliche Erscheinungen verfolgen Deirdre und schließlich stellt sie an sich selbst unerwartete Veränderungen fest. Schrittweise findet sie heraus, dass ihr musikalisches Ausnahmetalent das Interesse des Feenvolks geweckt hat und Luke von der Feenkönigin ausgesandt wurde, um sie zu töten. Jedoch hat auch er sein Herz an Deirdre verloren…

Stil, Sprache, Figuren:
Die Geschichte ist in 6 Bücher unterteilt, die jeweils mit einem kurzen Ausschnitt aus einem irischen Volkslied beginnen, das stets von Liebe, Leid und Abschied handelt. Das unterstreicht den Bezug zu Irland und der Musik im Speziellen, die Deirdre und Luke verbindet. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Deirdre in der Vergangenheitsform, so kann man schnell in ihre Gedankenwelt eintauchen. Die sprachliche Gestaltung ist jugendlich und stellenweise sehr poetisch.

"Ich öffnete die Hintertür und stand vor einen fremdartigen silbrigen Welt. Der Nebel waberte, und das Mondlicht schimmerte hindurch und tauchte die Landschaft in kühles, leuchtendes Blau." (Seite 155)

Die Figuren sind mitunter ein wenig blass, es dauert zum Beispiel recht lange, bis der Leser erfährt, wie Deirdre aussieht. Zudem hatte ich das Gefühl das in dem Buch ein oder mehr Kapitel vom Anfang fehlen, denn es ist zwar die Rede von Träumen, die Deirdre zuvor von Luke hatte, und auch davon, dass sie in der Schule nicht zurecht kommt, jedoch hat man daran als Leser keinen direkten Anteil. Auch bei den anderen Personen werden viele Motive und Hintergründe nur angerissen. Da ist durchaus noch Potential für weitere Folgebände, um alle offenen Fragen zu beantworten, gerade was Deirdres kontrollierte Mutter und deren unausstehliche Schwester betrifft.

Fazit:
Lamento ist ein zauberhaftes Feenmärchen voller klassischer, irischer Sagenelemente, bei dem man beim Lesen förmlich den Klee riechen kann. Mit ein paar kleinen Abstrichen bekommt der Leser hier alles geboten, was das Herz begehrt: fantastische Gestalten, Spannung, Geheimnisse, Musik und schicksalhafte Liebe.

Ausstattung:
Der Schutzumschlag des gebundenen Buches ist sehr liebevoll gestaltet: auf tiefgrünem Grund befindet sich das Bild eines rothaarigen Mädchens mit grünen Augen, das sehr nachdenklich schaut. Darüber gelegt wurden Blumenranken, die entweder den Hintergrund aufhellen oder mit diesem multiplizieren. Zusammen mit dem Lamento-Schriftzug wurden sie zusätzlich lackiert. Der Einband unter dem Umschlag ist in einem schönen, satten Kleeblatt-Grün gehalten, die Schrift auf dem Rücken in einem schlichten Beige. Insgesamt ist es eine sehr hochwertige Gestaltung, die auffällt.

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Tags: feen, geheimnisse, liebe   (3)
 

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797 Bibliotheken, 7 Leser, 21 Gruppen, 137 Rezensionen

tod, fenestra, fantasy, liebe, meridian

Meridian - Dunkle Umarmung

Amber Kizer , Karin Dufner
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei PAN, 05.10.2009
ISBN 9783426283011
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:
Meridian ist ein seltsames Kind – jeden Morgen findet sie nach dem Aufwachen tote Tiere in ihrem Bett, und auch tagsüber steuern sie sterbende Lebewesen zielstrebig an, um bei ihr zu sterben. Dementsprechend ist ihre Kindheit sehr einsam, denn wer möchte schon eine Freundin haben, die den Tod magisch anzuziehen scheint? Auch ihre Eltern halten sie eher auf Abstand, nur ihr kleiner Bruder Sammy liebt sie ohne Wenn und Aber und integriert manchmal sogar die kleinen Tierkadaver in sein Spiel, die mit den Jahren immer größer werden. An Meridians 16. Geburtstag überschlagen sich schließlich die Ereignisse und sie wird Hals über Kopf zu ihrer Tante Merry nach Revelation geschickt, die ihr eröffnet, dass sie eine Fenestra (lat. Fenster) ist, die Seelen beim Übergang in den Himmel hilft. Jetzt mit 16 Jahren ist ihre Gabe voll entwickelt und benötigt Schulung, damit sie zukünftig auch Menschen den Übergang erleichtern kann. Ebenfalls bei Tante Merry lebt der junge Tens, für den Meridian sogleich Gefühle entwickelt. Doch Revelation entpuppt sich bald als heißes Pflaster, denn ein wahnsinniger Priester hat die Kleinstadt fest im Griff und verteufelt unter dem Deckmantel von Bibelzitaten Tante Merry und ihre Schützlinge. Ist er etwa ein Aternocti, der Gegenpart zu den Fenestrae, der Seelen für die Hölle fangen will?

Stil, Sprache, Figuren:
Der Roman wird aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur Meridian Sozu in der Vergangenheitsform erzählt. So kommt man sehr schnell ins Geschehen und erfährt viel über die Gefühlswelt von Meridian, die erst mit 16 erfährt, dass sie eine Fenestra ist, ein Mischwesen aus Engel und Mensch, das Seelen beim Übergang in den Himmel hilft. Bei ihrer Tante Merry, ebenfalls eine Fenestra, und dem jungen Tenskatawa Valdes, kurz Tens, bekommt sie zum ersten Mal in ihrem Leben den Rückhalt und das Verständnis, welches sie sich schon immer ersehnt hat. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer – der furchterregende Priester Perimo, ein vermeintlicher Aternocti, hinter dessen perfekter Fassade sich wahre Abgründe verbergen, hetzt die gesamte Kleinstadt Revelation mit seinen Hass-Predigten gegen das Trio auf und die Situation droht alsbald zu eskalieren. Gerade der Part mit der sektenartigen Kirchengemeinde, die unter dem Deckmantel der Frömmigkeit beginnt, ihre Umgebung von Ungläubigen zu säubern, hat mich unheimlich an Stephen King erinnert, im positiven Sinne. Dadurch wird eine sonderbare, gruselige Atmosphäre geschaffen, die einen schnell in den Bann schlägt. Sprachlich ist die Geschichte eher einfach gehalten, die Sätze sind recht kurz und prägnant, zahlreiche Dialoge fügen sich stimmig in die Handlung ein.

Fazit:
Mit Meridian: Dunkle Umarmung ist Amber Kizer ein faszinierender Auftakt gelungen, der nach mehr Geschichten aus der dunkel-schönen Welt der Fenestra verlangt. Erste Liebe, Geheimnisse, düstere Gegenspieler und auch Geborgenheit findet man beim Versinken in den Seiten, die sich geradezu von selbst umblättern. Das Thema Sterben und Tod wird sehr sensibel behandelt und wundervolle Weise in die Handlung eingeflochten, so dass man sich wünscht, es gäbe wirklich Fenestra. Und wer weiß, vielleicht gibt es sie tatsächlich...

Ausstattung:
Es handelt sich um ein flexibel gebundenes Buch, das von der Festigkeit eher einem Taschenbuch nahe kommt, jedoch wie ein Hardcover aussieht. Der Einband ist sehr hochwertig verarbeitet und glänzt und glitzert wunderschön. Gerade für den günstigen Preis ist das eine tolle Ausstattung, auch wenn das Frauenbild auf dem Cover leider schon für andere Bücher verwendet wurde.

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