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53 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

thriller, vergewaltigung, rechtsmedizin, dänemark, lepra

Totenzimmer

Susanne Staun , Günter Frauenlob
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Tropen, 24.08.2012
ISBN 9783608502138
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine Frau liegt mit massiven (Schnitt-) Verletzungen im Krankenhaus, wartet auf die Polizei überlegt, was sie den Beamten erzählen soll - ein sehr interessanter Auftakt für einen Thriller! Maria Krause ist Rechtsmedizinerin in der dänischen Provinzstadt Odense und sagt von sich selber, dass sie nicht alle Tassen im Schrank hat. Dahinter steckt ein Trauma aus ihrer Vergangenheit: Maria ist einmal vergewaltigt worden, was ihr durchaus gefallen hat, lebte sie doch in einer unglücklichen Ehe. Aus dieser Vergewaltigung ist ein Kind entstanden, das sie abgetrieben hat. Die Abtreibung lief schief, Maria ist unfruchtbar geworden und trauert dem verlorenen Kind hinterher, sie bildet sich ein, es lebe und hat ihm einen Namen gegeben: Emilie. Der Schock ist groß, als Maria zu einer Mädchenleiche gerufen wird und der Name des Kindes auch zufällig Emilie ist. Nun ist ihre Tochter das zweite Mal gestorben, und Maria ist fast arbeitsunfähig. Dass sie fast keine Freunde hat und von ihren Kolleginnen gemobbt wird macht ihre Situation auch nicht einfacher.
Maria entdeckt bei Emilies Obduktion merkwürdige Flecken auf dem Hals der Toten, die mit Hilfe einer Chemikerin als Überbleibsel eines Medikamentes gegen Lepra analysiert werden. Das ist zwar ein Anhaltspunkt, doch es gibt in Dänemark schon seit langen Zeiten keinen Leprafall mehr, woher also die Medikamentenspuren? Parallelen zu einem weiteren, früheren Fall tun sich auf, ein anderes Mädchen wird ermordet, und mittendrin immer Maria, die versucht den Fall selbst zu lösen und dabei den Mörder auf sich aufmerksam macht. Dadurch gerät sie in Lebensgefahr.

In einer Art Parallelhandlung lesen wir die Tagebucheinträge des Mörders, die perfiderweise alle mit "Liebes Tagebuch" beginnen - Zeugnisse eines hochgradig gestörten, sehr intelligenten Jungen und später Mannes. Die Auflösung des Falles ist dann spektakulär. Das Buch endet mit der Szene, in der Maria im Krankenhaus liegt und auf die Polizei wartet - der Kreis schließt sich.

Das Buch ist anders als andere Thriller: streckenweise hart, eine sehr sperrige Hauptperson (man denke nur an ihre sexuellen Vorlieben, die aus dieser Vergewaltigung resultieren) an der Grenze zur psychischen Erkrankung. Auch dauert es einige Zeit, bis die Handlung spannend wird (dann allerdings wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen). Den Titel finde ich etwas unglücklich gewählt, dafür ist der Schutzumschlag sehr gelungen, ein wirklicher Eyecatcher. Alles in allem ein fesselnder Thriller, wenn man sich in die etwas andere "Heldin" eindenken kann.

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(61)

91 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 37 Rezensionen

pippa bolle, frankreich, mord, angeln, krimi

Tote Fische beißen nicht

Auerbach & Keller
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2012
ISBN 9783548610894
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Pippa Bolle ist wieder als Haussitterin unterwegs: dieses Mal soll sie in Südfrankreich die Umbauarbeiten eines Ferienhauses für ihre Freundin Pia überwachen. Am herrlich gelegenen Lac Chantilly in einer komfortablen Ferienwohnung lässt es sich gut aushalten und gleichzeitig eine gut bezahlte Übersetzertätigkeit ausführen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Pippa zu ihrem 40. Geburtstag (ich hätte nicht gedacht, dass sie schon 40 wird!) nicht zu Hause ist und somit die riesen-Geburtstagsparty der Freunde aus der Berliner Transvaalstraße ausfällt - das kann ich gut nachvollziehen.

Mit der Ruhe am See ist es aber schnell vorbei, als ein Berliner Angelverein namens "Kiemenkerle" mannsstark einfällt, die ihren jährlichen Angelausflug mit einem Preisangeln toppen wollen. Immerhin geht es um 10.000 Euro Preisgeld. Und auch das beschauliche, angeblich nur wenig Arbeit machende Überwachen der Umbaumaßnahmen erweist sich als Mogelpackung, denn das Ferienhaus birgt ein Geheimnis, das es zu ergründen gilt. Kurzerhand spannt Pippa die Kiemenkerle in ihre Ermittlungen mit ein - einer der Angler ist schließlich Polizist und hat auch schon bei der Lösung des Mordes auf der Insel Schreberwerder mitgewirkt. Auch vor Verehrern mangelt es Pippa nicht, und zu guter Letzt taucht noch Exmann Leo auf und macht einen halbherzigen Versuch, seine ihm noch Angetraute zurückzugewinnen.

Aus dem Familiengeheimnis wird schließlich Mord - einer der Angler wird tot im Kühlwagen aufgefunden, kurz nachdem er einen Riesenfisch aus dem See gezogen hatte. Und jetzt wird es wirklich brenzlich, und Pippa gerät in mehr als eine gefährliche Situation. -

Der Roman ist wirklich sehr detail- und personenreich, und ich war froh, im Personenverzeichnis nachschlagen zu können. Das Buch liest sich sehr flüssig, hat Witz und ständig neue Ideen. Herrlich die vier Didier-Jungs! Oder Régine! Schön auch, dass sich die Autorinnen selbst in das Buch hereingeschrieben haben, eine wirklich nette Idee. Ich habe es sehr gerne gelesen und freue mich schon auf den nächsten Band, der hoffentlich bald kommt.

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(124)

219 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 43 Rezensionen

humor, schule, lehrer, frau freitag, unterhaltung

Voll streng, Frau Freitag!

Frau Freitag
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.07.2012
ISBN 9783548374574
Genre: Humor

Rezension:

Frau Freitags Schulklasse ist inzwischen in der zehnten Klasse angekommen, und so langsam sollten sich die Schüler Gedanken machen um einen gescheiten Abschluss und einen Ausbildungsplatz. Aber wer sie kennt, weiß, dass das so schnell nichts wird, die Schüler sind chaotisch wie eh und je: unentschuldigte Fehlstunden, verpasste Anmeldetermine, mangelhafte Leistungen "aber das schaffe ich noch bis zu den Zeugnissen, ich schwöre" - da hilft es auch nichts, dass Frau Freitag via Facebook versucht, ihre Schützlinge auf den richtigen Weg zu führen.

Das Buch besteht aus Frau Freitags Blogeinträgen - kurze, oft voneinander unabhängige Episoden aus dem Schulalltag. Dadurch kann man auch zwischendurch noch ein paar Seiten lesen, ohne dass man den Anschluss verpasst oder nicht mehr in die Handlung hineinfindet. Leider hat das Buch ungeheures Suchtpotential - zwischendurch noch ein paar Seiten lesen geht eigentlich gar nicht, denn man liest sich fest und schwuppdiwupp ist ein Stündchen vergangen. Oder auch zwei. Ich jedenfalls habe mich gefreut, Neues über Fatma, Elif, Marcella, Funda, Abdul, Bilal und Co. zu lesen. Und mit dem dicken Dirk und Dschinges aus der 7. kommt schon die nächste Generation - hoffen wir, dass Frau Freitag nicht die Ideen ausgehen.

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(62)

143 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 19 Rezensionen

argentinien, historisch, auswanderer, südamerika, historischer roman

Im Land des Korallenbaums

Sofia Caspari
Flexibler Einband: 698 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.09.2011
ISBN 9783404166015
Genre: Romane

Rezension:

Wenn auch der Titel und auch das Titelbild reichlich kitschig erscheinen, so darf sich der/die Leser/in doch auf eine prachtvolle, dramatische Familiengeschichte aus dem Argentinien des 19. Jahrhunderts freuen.
April 1863: Auf einem Auswandererschiff reist die junge Anna Weinbrenner nach Argentinien. Ihre Familie und ihr Mann Kaleb sind schon vorausgefahren auf der Suche nach einem Stück Land und einem besseren Leben. Anna freundet sich an mit Julius, einem Kaufmann, und mit Victoria, einer jungen Frau aus gutem Hause, die Humberto Santos, einen argentinischen Großgrundbesitzer, geheiratet hat und nun zu ihrem Mann fahren will. Zwischen Anna und Julius entsteht eine enge Bindung, beide schätzen sich sehr, doch Anna ist verheiratet und liebt ihren Mann.
In Buenos Aires angekommen, holt Anna die Realität ein. Nichts ist so wie erhofft und erträumt: man ist betrogen worden, es gab kein Land und somit keine gesicherte Existenz. Die Familie bricht auseinander. Der Vater ist Gelegenheitsarbeiter und trinkt, die Mutter wird immer verbitterter, Schwester Lenchen versucht irgendwie Geld zu verdienen, die Brüder werden zu Kriminellen, und zu allem Überfluss ist Annas Ehemann Kaleb an Schwindsucht erkrankt.
Auch Victorias Erwartungen werden nicht erfüllt. Der charmante, geistreiche Humberto, in den sie sich verliebt hatte, ist in Wirklichkeit ein Muttersöhnchen und Schwiegermutter Ofelia eine herrschsüchtige, verbitterte Frau, die in der Schwiegertochter eine Rivalin um die Liebe ihres einzigen Kindes sieht. Allein Don Ricardo, der Schwiegervater, ist ihr zugetan. Auch nach der Geburt von Victorias und Humbertos gemeinsamer Tochter verbessert sich ihre Situation nicht, so dass sie Trost in den Armen von Pedro sucht, dem Vorarbeiter. Diese Liebe bleibt nicht folgenlos, was Victoria vor weitere Probleme stellt.
Anna kämpft inzwischen an vielen Fronten: ihr Mann ist verstorben, sie selbst hat eine Tochter zur Welt gebracht und ist die Haupternährerin der Familie. Sie beschließt, die weite und gefahrvolle Reise zur Freundin auf sich zu nehmen, um diese um finanzielle Hilfe zu bitten. Dann taucht Julius auf der Estancia der Santos auf um Geschäfte abzuschließen. Er verliebt sich neu in Anna, und da diese jetzt ungebunden ist, werden die Gefühle – wegen des Standesunterschiedes eher zögerlich – erwidert. Victoria reagiert eifersüchtig auf das junge Glück, und die Situation zwischen den Frauen eskaliert. Anna reist nach dem Streit ab, kann sich aber in Buenos Aires eine gesicherte Existenz aufbauen.
Victoria allerdings erlebt zu Hause die Hölle. Gedemütigt von ihrer Schwiegermutter und gefangen gehalten von ihrem Schwiegervater, flieht sie mit ihren beiden Kindern nach Buenos Aires zu Anna, denn diese ist die einzige Person, die sie um Hilfe bitten kann. Das können Humberto und Ofelia nicht auf sich beruhen lassen und reisen auf der Suche nach den Dreien ebenfalls nach Buenos Aires, wo es dann zu einem dramatischen Finale kommt.

Das Thema Auswanderung im 19. Jahrhundert ist Schwerpunkt vieler Romane. Dieser historische Roman ist weniger trivial als viele andere desselben Genres, was auch daran liegt, dass die historischen Fakten gut recherchiert sind und neben der Story mit interessanten Charakteren ein weiterer Schwerpunkt auf der Darstellung der damaligen Gesellschaft einschließlich der Indios liegt. Das Buch ist angenehm zu lesen und ist nicht überfrachtet mit Klischees, obwohl am Anfang sehr viele Adjektive verwendet wurden. Handfeste Hauptpersonen und die richtige Portion Liebe machen diesen Roman zu einem Lesevergnügen, gerade weil die Autorin auch moderat verpackte Gesellschaftskritik in die Erzählung einbringt.
Leider ist es mit 700 Seiten sehr umfangreich, und da doch einige Handlungsstränge ins Leere laufen, wäre hier eine moderate Kürzung vorteilhafter gewesen. Als Beispiele wären die Handlungen rund um Utz oder Corazon zu nennen. Auch hätte ich mir eine Karte gewünscht, auf der die relevanten Orte und Reiserouten eingezeichnet sind, und ein Glossar mit den spanischen und indianischen Wörtern, aber vielleicht sind diese in der Printausgabe vorhanden.

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112 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 40 Rezensionen

ddr, krimi, bnd, kinderheim, stasi

Zeugin der Toten

Elisabeth Herrmann
Fester Einband: 427 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 25.02.2011
ISBN 9783471350379
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Buch startet in einem DDR-Kinderheim: ein Mädchen wird vertauscht, aus Christel Sonnenberg wird Judith Kepler, und die Erzieherin und die Heimleitung spielen mit - müssen sie wohl auch, eine andere Möglichkeit gibt es nicht für sie. Jahre später ist aus Judith eine Putzfrau geworden, aber eine besondere: als Cleaner reinigt sie Tatorte und Wohnungen, in denen Menschen gestorben sind und lange Zeit nicht gefunden wurden. Sie kann es, sie ist gut in ihrem Job. Doch dann muss sie einen Tatort säubern, wo eine junge Frau ermordet wurde, und die Wohnung liegt genau gegenüber ihrer eigenen. Und auch so scheint die Tote einiges über sie zu wissen, hat sie doch Zugang zu ihrer Heimakte. Offenbar war Christina Borg - so hieß die Frau - im gleichen Kinderheim wie Judith. Judith stellt außerdem fest, dass die Wohnung verwanzt war und dass es noch andere gibt, die sich für die Wohnung und Frau Borg interessieren, und schwupps ist sie mitten in einem Abenteuer, in dem verschiedene Geheimdienste mit ihren Agenten eine große Rolle spielen.

Und ab hier wird die Geschichte unübersichtlich: wer gehört unter welchem Namen zu welchem Geheimdienst, wer wurde unter welchem Namen wann wohin gebracht, wer wurde wann erschossen ... und mittendrin ist Judith, die toughe Heldin, die auf den Spuren ihrer Kindheit wandelt und versucht, Licht ins Dunkel zu bringen, die immer wieder fast getötet oder festgenommen wird und die es doch schafft, allen ein Schnippchen zu schlagen. Mich hat das Buch nicht überzeugt: nicht, weil die Geschichte nicht spannend erzählt ist, sondern, weil ich einfach Schwierigkeiten hatte, der verzwickten Handlung zu folgen. Auch hatte ich nach der Leseprobe etwas anderes erwartet - einen Krimi nämlich, dieses Buch würde ich als Agententhriller bezeichnen, und das ist nicht so ganz mein Lieblingsgenre.

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 24 Rezensionen

historischer roman, braunschweig, familie, blinde, brand

Die Vergolderin

Helga Glaesener
Fester Einband: 459 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 21.03.2011
ISBN 9783471300077
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ein Osnabrücker Goldschmied wird mitsamt seiner Familie aus der Stadt gejagt, weil er seine Kundschaft betrogen hat. Dies bedeutet für die ganze Familie Armut und Ausgrenzung - sie will sich zum Großvater nach Braunschweig durchschlagen, um dort zu leben. Der Vater gegeht schließlich Selbstmord, die Mutter stirbt an Auszehrung, und so bleibt es Elisabeth überlassen, mit den Geschwistern beim Großvater anzuklopfen und um Asyl zu bitten. - Auch der Großvater ist Goldschmied, aber seine Augen und seine Hände lassen nach, doch Elisabeth hat Talent und kann heimlich für den Großvater dessen Aufträge übernehmen und das Familieneinkommen sichern. Ihr früherer Verlobter Berthold aus Osnabrück hilft ihr mit Blattgold, mit dem sie Rahmen verziert und so etwas eigenes Geld verdient. Alles wäre gut, wenn es da nicht den neidischen Nachbarn (hier: der Gildemeister Gregor) gäbe. Dieser ist aufgeschreckt durch das plötzliche Auftauchen seines lange verschollenen Halbbruders Martin, der als reicher aber blinder Kaufmann zurückkehrt, um endlich Klarheit das zu bekommen, was ihm in seiner Kindheit widerfahren ist und was der Grund für seine Blindheit ist. Elisabeth und Martin treffen nachts in einem Wald aufeinander, als Martin Elisabeth vor Wegelagerern versteckt und sie ihn dafür am Tage in die Stadt bringt.

Elisabeth gerät in die Ränke des Gildemeisters, der sie gegen seinen Bruder einsetzen will und deshalb erpresst. Martin seinerseits will einerseits Elisabeth schützen, benötigt andererseits aber ihre Hilfe, um die Wahrheit über den Brand herauszufinden, bei dem er sein Augenlicht verlor und um eine Spur seiner Mutter zu finden, die er sehr liebt. Auch die anderen Familienmitglieder Elisabeths werden in das Geschehen einbezogen, und nicht alle kommen heil aus der Sache heraus. Die Ereignisse überschlagen sich, aber das Ende ist versöhnlich.

Helga Glaesener beschreibt die Handlung in bildreicher Sprache, ohne zu übertreiben und ohne zu gespreizt mittelalterlich zu klingen, die Geschichte ist gut lesbar und kommt auch ohne unnötig grausame Folterszenen aus. Zwar sind einige Charaktere sehr eindimensional entweder nur gut oder nur böse, aber das führt in meinen Augen nicht zur Abwertung. Gut beschrieben ist das Frauenleben im 17. Jahrhundert, als es für Frauen kaum Gelegenheit gab, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen und auch Männern durch die mächtigen Zünfte das Leben schwer gemacht wurde. Es ist eigentlich für jeden etwas dabei, Spannung, Intrige, Wissenswertes und Liebe, und zum Schluss bekommt Jane Eyre ihren blinden Mr. Rochester. Mir hat das Buch gut gefallen!

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109 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 33 Rezensionen

thriller, entführung, mord, krimi, deutschland

Der Frauenjäger

Petra Hammesfahr
Fester Einband: 424 Seiten
Erschienen bei Wunderlich, 24.02.2011
ISBN 9783805250146
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Prolog beginnt mit einem jungen Mann, der Frauen entführt und ermordet: sie führen aus seiner Sicht ein Lotterleben, und ihre Männer sind ohne sie besser dran. Der Grund ist das Verhalten seiner Mutter, die seinen Vater permanent betrog und auf dessen Kosten lebte. Um nicht den Überblick zu verlieren, nummeriert er die Frauen. Marlene ist Nummer neun: sie wacht in einer Höhle auf, in finsterster Dunkelheit, weiß nicht, wo sie ist, und Marianne Faithfulls "Ballad of Lucy Jordan" läuft in einer Dauerschleife: was soll sie davon halten? Aber sie wird nicht panisch, sondern agiert weiter konzentriert und cool, sie versucht, einen Ausweg aus dieser Situation zu finden - bewundernswert, aber doch etwas unrealistisch.

Im Wechsel liest man von Marlenes Leben, bevor sie in diese missliche Lage geriet: mit 19 lernen sie und ihre drei Freundinnen in einer Discothek vier Männer kennen, die sie untereinander aufteilen und zum guten Schluss teilen sie sie untereinander auf, heiraten, bekommen Kinder, sind mehr oder weniger beruflich erfolgreich, auch mit dem Familienleben sind nicht alle glücklich. Andreas verlässt Karola, Ullas Sohn hat einen schweren Unfall, Annettes Buchhandlung läuft eher schlecht als recht - ganz normales Leben halt. All das wird ruhig erzählt in lakonischer Sprache, irgendwie kommt keine Sympathie auf weder für Marlene noch für eine ihrer Freundinnen. Aber das stört nicht, die Personen sind gut angelegt, alle Charaktere sind gut ausgearbeitet. Und Petra Hammesfahr versteht es, immer wieder Hinweise zu einzustreuen, Verdacht auszusprechen, Fährten zu legen, so dass es nicht langweilig wird zu überlegen, wer denn nun Nummer neun in die Höhle gesperrt hat.

Das Buch kann ich nur empfehlen!

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87 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 36 Rezensionen

thriller, kirche, hamburg, profiler, folter

Gottesopfer

Tanja Pleva
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.04.2010
ISBN 9783492258678
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

n Hamburg wird eine junge Frau aufgegriffen, abgemagert bis auf das Skelett. Niemand kann sich an sie erinnern, niemand weiß, wer sie ist. - In Rom wird eine junge Frau verbrannt wie eine Hexe, und auch in Salzburg gibt eine mysteriöse Tote Rätsel auf. Die beiden Toten wurden gefoltert, ihnen wurden die Haare abgeschnitten. man fand Salz und Kräuter - wie bei den Hexenverbrennungen im Mittelalter. Gemeinsam war ihnen, dass sie sich mit Übersinnlichem beschäftigten. Profiler Sam O'Connor soll sich mit diesem Fall befassen. Sam hat selbst private Probleme: seine Schwester ist in einer psychiatrischen Anstalt, Freunde hat er nur einen, seinen Mentor Philippe, der aber schwer erkrankt ist. Er beginnt zu ermitteln und stößt auf den Hamburger Pater Dominik, der immer dann auf Auslandsreise war, wenn irgendwo eine Frau ermordet wurde. Zudem fand man bei den Toten ein Gebetbuch genau der Hamburger Kirchengemeinde, der Pater Dominik vorsteht. Aber Dominik kann es nicht gewesen sein, und Sam recherchiert weiter. Er lernt Lina kennen, eine junge Frau, die bei einem Arzt und einem Hypnotiseur arbeitet und selbst ein Medium ist. Er verliebt sich in sie, und diese Liebe wird erwidert. Aber Lina gerät in höchste Gefahr - kann er sie retten?

Es gibt viele Handlungsstränge in dem Buch, und trotz der doch relativ wenigen Seiten kann Tanja Pleva diese geschickt miteinander kombinieren und hat ein straff geschriebenes Buch zustande gebracht. Weniger ist manchmal doch eben mehr. Allerdings ist das auch gleichzeitig mein Kritikpunkt: es ist einfach zu viel, was es in diesem Buch gibt. Die Einschübe in kursiver Schrift, die von dem kleinen Jungen im Kloster handeln, stören zwar nicht den Lesefluss, aber sie geben auch sofort einen Hinweis auf den eigentlichen Täter. Die Nebenhandlung der verschwundenen 8 Frauen im Süddeutschen war wieder eine Handlung mehr, das Mittelalterfest, die Beschreibung von Sams Flugangst - manches wurde mir zu viel. Einige Dialoge wirken gestelzt und hölzern, und warum Sam überall hinfahren oder fliegen muss um zu ermitteln, erschließt sich mir auch nicht wirklich. Die Hexenverbrennungen ansich sind sehr unglaubwürdig und auch eklig - okay, es ist halt ein Thriller und kein einfacher Krimi.

Ich habe das Buch zwar zu Ende gelesen, aber überzeugt hat es mich nicht. Einen weiterem Band mit dem doch sehr sympathischen Ermittler Sam und seinem Hamburger Kollegen Juri würde ich aber eine Chance geben.

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132 Bibliotheken, 1 Leser, 6 Gruppen, 56 Rezensionen

krimi, mord, regen, liebe, autobahn

Das Regenmädchen

Gabi Kreslehner
Fester Einband: 295 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 16.12.2010
ISBN 9783550088605
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf der A9 wird ein Mädchen totgefahren. Sie trug ein silbern glitzerndes Ballkleid (irgendwie musste ich sofort an das Brautkleid aus dem Film "Drei Nüsse für Aschenbrödel" denken), hatte aber keinerlei Papiere bei sich. So wird sie "Das Regenmädchen" genannt und als solches identifiziert als Marie, 20, die schon allerhand mitgemacht hatte in ihrem kurzen Leben. Was zuerst aussah wie ein tragischer Unfall entpuppt sich sodann als Mord, und die Kommissare Franza Oberwieser und Felix Herz sowie der junge Kollege Arthur ermitteln. Immer wieder gibt es Einschübe, die durch die kursive Schrifttype gekennzeichnet sind, in denen eine namenlose männliche Person über sein Verhältnis zu Marie schreibt. Zunächst sieht es so aus, als ob diese Person Franzas Sohn Ben sei, der ihr nach seinem Abitur mehr und mehr entgleitet.

Das Buch ist eigentlich nicht so sehr ein Krimi, obwohl es natürlich alle wesentlichen Krimielemente aufweist. Viel mehr geht es um das komplizierte Leben fast aller beteiligten Personen. Franza hat sich von ihrem Mann entfremdet und fühlt sich sehr zu ihrem jungen Liebhaber Port, einem Schauspieler, hingezogen. Felix hat eine Frau mit reichen Eltern geheiratet, die wieder einmal schwanger ist und nun Zwillinge erwartet - er hingegen kommt sich vor wie ein Zuchtbulle. Marie ist in ihrer Kindheit missbraucht worden und so aus dem Leben geglitten, zu ihrer Mutter hat sie kein gutes Verhältnis mehr, sie lebt in einer Wohngruppe. Nun hatte sie sich dank Ben wieder gefangen und positive Pläne für die Zukunft, wenn auch ihre Gegenwart sehr beschissen war. Und der Mörder war besessen von Marie, die einen Bezug herstellte zu seiner Vergangenheit.

Mir hat das Buch gut gefallen, wenn auch die Lesbarkeit durch die vielen Einschübe litt. Eigentlich stört mich das nicht so, aber hier schon, deshalb ziehe ich einen Stern ab.

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(48)

63 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 31 Rezensionen

schweden, krimi, sandhamn, stockholm, mord

Tödlicher Mittsommer

Viveca Sten
Flexibler Einband: 377 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 14.05.2010
ISBN 9783462040739
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es ist schon ein wenig Zeit vergangen, seit ich das Buch gelesen habe - es war Ende des Sommers, und ich wollte nach der Lektüre sofort nach Schweden fahren und mir Stockholm und die Inseln anschauen.

An der Küste einer dieser Inseln, Sandhamn, wird die Leiche eines Mannes angespült. Mord oder Unfall? Auch die schwedische Polizei hat Ferienzeit, und so misst man der Leiche keine große Bedeutung zu, hauptsache, die vielen Touristen bekommen nichts mit und die Insel gerät nicht in negative Schlagzeilen. Kommissar Thomas Andreasson will den Fall schon zu den Akten legen, da gibt es die nächste Leiche: die Kusine des ersten Toten wird ebenfalls auf Sandhamn brutal ermordet. Nun muss doch ermittelt werden. Hilfe bekommt Thomas von Nora Linde, seiner langjährigen Jugendfreundin, die mit ihrer Familie auf Sandhamn Urlaub macht.

Das Buch ist ein Krimi der eher ruhigen und soliden Art - nägelbeißende Spannung kommt nicht auf, das Buch gerät erst zum Ende hin in Fahrt. Das macht aber nichts, denn die Landschaft ist so schön beschrieben, dass es ein Genuss ist, zu lesen. Die Charaktere Thomas und Nora sind gut gezeichnet: beide habe ihr Päckchen zu tragen. Thomas ist psychisch angeschlagen durch den plötzlichen Kindstod seiner Tochter und der daran zerbrochenen Ehe, Nora ist zwar noch verheiratet und hat zwei Kinder, aber ihr Mann und sie sind einander entfremdet, woran die Schwiegereltern wohl ihren Teil beigetragen haben. Nora und Thomas lassen ihre Freundschaft wieder aufleben, zunächst nur als Freundschaft - ich bin gespannt, ob in den angekündigten Fortsetzungen mehr aus dieser Freundschaft wird.

Die Auflösung des Falls ist eher ungewöhnlich - trotz einiger Andeutungen wäre ich nie darauf gekommen...

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(550)

1.027 Bibliotheken, 19 Leser, 10 Gruppen, 95 Rezensionen

dänemark, thriller, mord, gewalt, rache

Schändung

Jussi Adler-Olsen , Hannes Thiess
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.09.2010
ISBN 9783423247870
Genre: Krimi und Thriller

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(55)

80 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 34 Rezensionen

segeln, liebe, unfall, humor, chaos

Hart aber Hilde

Bettina Haskamp
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Schroeder, Marion von, in Ullstein Buchverlage GmbH, 12.08.2010
ISBN 9783547711714
Genre: Romane

Rezension:

Pia, Anfang 40, allein erziehende Mutter eines pubertierenden Knaben, schlägt sich mehr schlecht als recht mit drei Jobs durchs Leben. Kein Wunder, dass sie Geldsorgen hat, hat ihr Ex sie doch vor Jahren mit Schulden sitzen gelassen, und ihre Ausgaben sind immer höher als die Einnahmen. Auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch fährt sie eine alte Dame über den Haufen: dieser Unfall entpuppt sich als Glücksfall, denn Hilde nimmt ihr das nicht übel und freundet sich sogar noch mit ihr an. Sie macht ihr Mut, an sich zu glauben und ihr Talent zu nutzen: Pia ist eine begnadete Schneiderin. Und so löst sich alles in Wohlgefallen auf: Pia hat einen festen Job, Sohni hat seinen Vater wiedergefunden und wird auch Surflehrer, einen neuen Lover gibt es auch in ihrem Leben, was will Frau mehr?

Nun, das Buch liest sich flott an einem Nachmittag und Abend, aber es hinterlässt keinen bleibenden Eindruck. Und warum es den Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft hat bleibt mir ein Rätsel. Es ist nicht spritzig-witzig wie manch andere Frauenbücher, es ist unrealistisch, es ist stellenweise sogar langatmig. Aber vielleicht ist das genau das, was den Charme des Buches ausmacht: es ist einfache Unterhaltung, über die man nicht nachdenken muss und die man anschließend wieder vergessen kann.

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(45)

77 Bibliotheken, 0 Leser, 7 Gruppen, 32 Rezensionen

kochen, liebe, köln, kontaktanzeige, freundschaft

Birne sucht Helene

Carsten S Henn
Flexibler Einband: 290 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 12.08.2010
ISBN 9783471350362
Genre: Liebesromane

Rezension:

Birne sucht Helene ... nur dass in diesem Buch die Birne eigentlich Paolo Birnbaum heißt und die Helene Eli bzw. mit vollem Namen Elisabeth. Eli ist etwas naiv und hat ein Chaos-Gen. Sie ist Buchhändlerin, hat einen schwulen besten Freund und lebt in Köln - wo auch sonst? Beim Straßenverkehrsamt arbeitet Paul, er meldet des öfteren Elis neue gebrauchte Autos an, und langsam verliebt er sich in sie. Dumm nur, dass Eli denkt, er sei schwul ... ein leidenschaftlicher Kuss lässt Pauls Hormone tanzen, Eli hingegen merkt nichts. Die beiden kommen zunächst nicht zusammen, Paul sucht aber weiterhin nach Mrs. Right. Um die Frauen beeindrucken zu können, besucht er Kochkurse und entwickelt sich zum Hobbykoch, dessen Ratschläge überall gefragt sind. Eli und Paul treffen sich ab und zu, Paul kocht für sie, das Abendessen gerät zum Desaster, man geht wieder auseinander, läuft sich erneut über den Weg ...Und irgendwann nach vielen Irrungen und Wirrungen merken Eli und Paul, dass sie füreinander bestimmt sind.

Dies war ein herrlich romantisches Buch, eine wirklich schöne Liebeskomödie, die ich mir auch gut verfilmt vorstellen könnte. Eine nette Idee war es, die Kapitel als Gänge zu bezeichnen, und wirklich lustig waren Pauls Kontaktanzeigen, mit deren Hilfe man Pauls Liebesleben gut verfolgen konnte. Auch so musste ich öfters herzlich lachen ... Als Dreingabe waren noch ein paar Rezepte beigefügt, mit denen Paul versuchte, seine Liebe zu umgarnen, und natürlich das ultimative Rezept zu "Birne Helene". Es gab noch so viele Details, die einfach nur schön und auch originell waren ... die Schafe, die auf Pfiffe Formationen bilden; die Geierschildkröte; der Kampfkater R2D2; die besten Freunde Pauls ... mir hat alles gut gefallen, und ich hoffe, dass Herr Henn noch mehr solcher Bücher schreiben kann.

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88 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 32 Rezensionen

schweden, krimi, mord, nationalsozialismus, camilla läckberg

Engel aus Eis

Camilla Läckberg , Katrin Frey
Fester Einband: 503 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 09.09.2010
ISBN 9783471350157
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Diesmal ist es also ein Geheimnis aus der Vergangenheit von Ericas Mutter, um das sich das 5. Buch der schwedischen Erfolgsautorin dreht. Erica und ihr Mann Patrik wohnen mit Tochter Maya in Ericas altem Elternhaus. Beim Stöbern auf dem Dachboden findet Erica in einem alten Koffer ein paar Sachen ihrer verstorbenen Mutter: Tagebücher, ein Babyhemdchen mit Blutflecken daran und einen Orden aus dem 2. Weltkrieg. Diesen bringt sie zu Erik Frankel, einem pensionierten Geschichtslehrer, um mehr über dessen Herkunft zu erfahren. Vielleicht gibt es in den Tagebüchern einen Hinweis, warum die Mutter, Elsy, so gefühlskalt gegenüber ihren Töchtern Erica und Anna war. Erica hat sehr darunter gelitten, vielleicht noch mehr als Anna, denn sie hat immer versucht, Anna die fehlende Mutterliebe zu ersetzen. Die Tagebücher bringen ein anderes Bild von Elsy ans Licht: ein fröhliches junges Mädchen war sie, das mit seinen Freunden Frans, Britta und Erik ein relativ glückliches und unbeschwertes Leben führte, so wie man es zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs führen konnte.

Da schreckt ein Mord Erica und Patrik auf: der alte Geschichtslehrer Erik Frankel wurde ermordet. Patrik ist eigentlich im Erziehungsurlaub, aber hier kann er nicht anders: er muss ermitteln. Auch Erica hilft mit, denn es zeigt sich, dass der Mord mit Vorfällen aus der Vergangenheit ihrer Mutter zu tun hat. Auch Britta wird getötet, bevor Erica sie weiter zu ihrer Mutter befragen kann. Als dann weitere Tagebücher von Elsy auftauchen, liest man eine fast unglaubliche Lösung der ganzen Geschichte...

Mir haben die Krimihandlung und die Auflösung sehr gut gefallen, ebenso die Bezüge zum Rechtsextremismus im heutigen Schweden. Sehr gut waren die Einschübe über die Zeit des Widerstands während des Zweiten Weltkriegs und das Schicksal Axels, Erik Frankels Bruder. Das ist mir richtig unter die Haut gegangen. Wirklich lustig - fast ein running gag - war wieder Mellberg, der auf den Hund kommt, sich verliebt und sogar Geburtshelfer sein darf. Die neue Kollegin Paula und ihre Lebensgefährtin sind sympathisch gezeichnet, das alles war rund. Nicht so rund hingegen war das Familienleben Ericas und Patriks, das mir etwas zu viel Raum in der Geschichte einnahm. Damit meine ich nicht die Geschehnisse um Ericas Mutter, sondern das ewige Gezänk um Kinderbetreuung und volle Windeln. Damit wird das Buch nur unnötig aufgebläht und langweilig, zumal sicherlich nicht alle Leser auch die vorhergehenden vier Bände gelesen haben und manches gar nicht einordnen können. Der wichtigste Hinweis - das blutbefleckte Babyhemdchen - wird gar nicht richtig zur Kenntnis genommen: als Polizist hätte ich das Hemdchen kriminaltechnisch untersuchen lassen. Insgesamt in meinen Augen ein etwas schwächerer Band der Reihe, deshalb gibt es auch nicht die volle Anzahl an Sternen.

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158 Bibliotheken, 3 Leser, 5 Gruppen, 37 Rezensionen

london, trennung, england, israel, georgie

Das Leben kleben

Marina Lewycka , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 457 Seiten
Erschienen bei dtv, 22.03.2010
ISBN 9783423247801
Genre: Romane

Rezension:

Georgie Sinclair ist eine junge Frau, die eigentlich alles hat: einen netten Mann, zwei Kinder, einen Job, ein Häuschen, und doch ist sie mit ihrem Leben unzufrieden, denn Ehemann Rip sieht nur noch die Arbeit und hört ihr nicht mehr zu. Sohn Ben ist 16 und voll in der Pubertät, Tochter Sally ist bereits ausgezogen. Irgendwann ist Schluss mit lustig, Rip zieht nach einem Streit mit Georgie aus und Georgie - entsorgt Rips Sachen in einem Container. Am Container lernt sie die alte Mrs. Shapiro kennen, eine winzige Frau, die allein mit 7 Katzen (oder so - genau weiß das keiner) in einem riesigen alten Haus lebt. Die beiden Frauen freunden sich ein wenig an - wobei Georgie eigentlich genervt ist von Mrs. Shapiro und ihrer Art, Müll zu horten und den mehr als unhygienischen Zuständen im Haus. Als die alte Dame ins Krankenhaus kommt, ist es Georgie, die sich um sie kümmert und die den Kampf gegen die Sozialstation und die Immobilienmakler aufnimmt: die Sozialarbeiterin des Krankenhauses will Mrs. Shapiro in ein Heim stecken und gibt den Maklern Tipps, welche Häuser bald zu verkaufen sein werden. Georgie erreicht es, dass Mrs. Shapiro wieder zurück in ihr Heim kann. Der Kontakt zwischen den beiden Frauen ist zwar lose, aber doch verbunden durch das Haus und die Lebensumstände, und nach und nach wird der Kontakt enger, weil sich Georgie immer mehr einmischt. Manche ihrer Handlungen finde ich zwar etwas befremdlich, aber letztendlich fügt sich doch einiges zusammen.

Es gibt viele verschiedene Handlungsstränge, die Marina Lewycka zu einem Ganzen zusammenklebt: die Ehe mit Rip, das seltsame Verhalten Bens, die Liaison Georgies mit dem Makler, die Eltern, Mrs. Shapiros Lebensgeschichte und die ihres Ehemanns Arti, die Feindseligkeit zwischen Israel und Palästina ... die Themenvielfalt ist groß. Zusammengehalten wird das Ganze durch Georgies Tätigkeit als Onlineredakteurin eines Klebstoffmagazins, die den Rahmen bildet. Marina Lewycka schafft es, alles spannend zu verpacken mit einer großen Prise Humor, so dass ein rundes Ganzes entsteht.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

freie liebe, kommune, brd, ekel alfred, westberlin

Gemeinsam sind wir unausstehlich

Manuela Golz
Flexibler Einband: 312 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.10.2009
ISBN 9783548281087
Genre: Romane

Rezension:  
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131 Bibliotheken, 4 Leser, 5 Gruppen, 40 Rezensionen

russland, liebe, zar, zarenfamilie, anastasia

Das Haus zur besonderen Verwendung

John Boyne , Fritz Schneider
Buch: 560 Seiten
Erschienen bei Arche, 30.08.2010
ISBN 9783716026427
Genre: Romane

Rezension:

Eine wunderschöne Liebesgeschichte!!

Georgi ist ein Bauernjunge, der zufällig einem Mitglied der russischen Zarenfamilie das Leben rettet. Aus Dankbarkeit bekommt er eine Anstellung im Zarenpalast, wo er von nun an Leibwächter des Zarewitsch Alexej ist. Ein wenig naiv stolpert er durch die Gegend, doch seine Treue zur Zarenfamilie ist durch nichts zu erschüttern. Er verliebt sich in Anastasia, die jüngste Zarentochter, und die Liebe wird erwidert, muss jedoch ein Geheimnis bleiben, denn Anastasia ("Schwipsik" - "Kobold" wird sie liebevoll von ihren Eltern genannt) soll natürlich nach dem Krieg mit einem Prinzen vermählt werden so wie ihre drei Schwestern auch.

In einem weiteren Handlungsstrang sehen wir das alte Ehepaar Georgi und Soja Jatschmenew. Soja ist todkrank, Georgi sitzt an ihrem Bett und kann eigentlich nichts anderes tun als warten und bei ihr sein. In Rückwärtsschritten wird von ihrem gemeinsamen Leben erzählt: eine Fahrt nach Finnland mit Abstecher nach Russland, der Tod der Tochter, die Arbeit in der British Library, die Geburt des Enkels, die Geheimdiensttätigkeit im Zweiten Weltkrieg, die Ankunft in London, das Leben in Paris ... es gibt viele Stationen im Leben des Ehepaars Jatschmenew, und das Buch führt den Leser zurück bis in die Zeit der Revolution.

Ach, war das ein schöner Roman! Opulente Bilder - die Pracht in den Palästen, das behütete Leben der Zarenkinder, alles so gut beschrieben, dass vor meinem inneren Auge alles so aussah wie in dem Bildband, den ich mir nach dem Lesen noch angeschaut habe. Eine wirklich schöne und eindringliche Sprache - die Leiden des Zarewitsch nach dem Sturz vom Baum wurden so dargestellt, dass es fast real zu spüren war. Und die gelben Zähne Rasputins habe ich mehr als einmal vor mir gesehen. Diese Liebe zwischen Georgi und Soja - bedingungslos und miteinander durch dick und dünn gehend. Die Übersetzung ist in meinen Augen gut gelungen. Das Buch ist ein absolutes Highlight, ein toller Schmöker für Herbst und Winter bei einer Kanne Tee auf dem Sofa.

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204 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

thriller, paris, mord, gentechnik, genmanipulation

Die Saat

Fran Ray
Flexibler Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 28.08.2010
ISBN 9783404164110
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Buch hat mir nicht so gut gefallen: ich würde ihm zwar noch drei von fünf Punkten geben, aber mit Tendenz zu zwei. Positiv bewerte ich das wirklich ansprechende Cover und das brandaktuelle Thema. Bekannte von mir betreiben Landwirtschaft, wir haben schon ein paar Mal über Genmais und nicht mehr keimende Saatkörner etc. gesprochen, das Szenario, das in dem Buch angesprochen wird, halte ich für real und beklemmend. Leider ist die Umsetzung nicht so gelungen.
Es kommen sehr viele Personen vor, in meinen Augen zu viele, die nichts mit der Geschichte und deren Ausgang zu tun haben. Ihre Szenen sind oft sehr lang geraten und blähen die Geschichte künstlich auf, zumal einige Handlungsstränge hinterher nicht weiter verfolgt werden. Auch gab es für meinen Geschmack zu viele Tote.
Die Hauptpersonen hingegen bleiben blass oder es wird ihnen krampfhaft eine Identität verliehen: warum gibt es überhaupt eine Polizei und hier eine Polizistin wie Lejeune, wenn ihre Privatprobleme im Vordergrund stehen und die Polizeiarbeit nur ein Running Gag ist? Und ihr Assistent ist so unwichtig, dass ich schon jetzt seinen Namen vergessen habe. Ethan, der Schriftsteller, von dem man am Anfang denkt, er sei unfähig, einen Nagel in die Wand zu schlagen, entpuppt sich als ehemaliges Mitglied einer australischen Eliteinheit, so dass er jeden Feind abwehren kann und sogar mit Brandwunden übersät noch die Bösewichte jagen kann? Ja, gehts noch? Nicolas, der wichtige Zeuge, derjenige, der auf der Flucht ist und ähnlich wie Ethan nur Leichen hinterlässt, ist so schwanzgesteuert, dass er auf die erstbesten schönen Augen hereinfällt? Unwahrscheinlich. Camille, die Gute, die ach so brillante Journalistin auf der Suche nach der Story ihres Lebens lässt sich im entscheidenden Moment für dumm verkaufen? Na ja. Und das Ende – Eisbär erledigt die Drecksarbeit und Super-Ethan rettet die Welt – ist einfach nur an den Haaren herbeigezogen, und ich musste dabei fast lachen. Dazu eine Prise Illuminati und die große Weltverschwörung, und fertig.

Das Buch hat schon ein gewisses Tempo, und beim Lesen wollte ich oft gerne weiter lesen als ich eigentlich „durfte“. Zwar bot es sich durch die Einteilung in fünf Kapitel geradezu für eine Leserunde an, aber meiner Meinung nach hat das dem Buch eher geschadet. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es verfilmt wird, Action gab es ja genug.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

aussenseiterin, britischer humor

Die Lady im Lieferwagen

Alan Bennett , Ingo Herzke
Fester Einband: 89 Seiten
Erschienen bei Wagenbach, 24.08.2004
ISBN 9783803112255
Genre: Romane

Rezension:  
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473 Bibliotheken, 8 Leser, 9 Gruppen, 76 Rezensionen

thriller, internet, entführung, usa, mädchenfänger

Mädchenfänger

Jilliane Hoffman , Sophie Zeitz ,
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 16.07.2010
ISBN 9783805208925
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

ElCapitan ...
... so nennt er sich: jener Mann, der über Internetchats wirklich junge Mädchen kennen lernt, sich mit ihnen verabredet und sie dann in seine Gewalt bringt. Sie verschwinden einfach so, kaum eine tauchte bislang wieder auf. Detective Bobby Dees von einer Spezialeinheit für vermisste Kinder in Miami lässt der jüngste Fall einer verschwundenen 13jährigen keine Ruhe: Elaine Emerson, genannt Lainey, wurde erst nach zwei Tagen von ihrer Mutter als vermisst gemeldet. zunächst gerät ihr Stiefvater Todd unter Verdacht, doch hat Todd zwar Dreck am Stecken, aber nichts mit dem Verschwinden seiner Stieftochter zu tun. Dann wird einem Reporter ein Ölgemälde zugespielt, das ein offensichtlich totes Mädchen zeigt. Anhand einiger Details des Bildes kann die Polizei das tote Mädchen finden: sie wurde gefoltert und dann getötet. Der Mörder scheint sich einen Spaß daraus zu machen, Detective Dees immer neue Hinweise zukommen zu lassen, auch dessen Frau bezieht er in das makabre Spiel ein, weiß er doch, dass ihre gemeinsame Tochter Katy seit einem Jahr verschwunden ist. Hat Picasso - so wird der Mörder inzwischen von der Öffentlichkeit genannt - etwas mit dem Fall zu tun? Bobby tut sein Möglichstes bis zur Erschöpfung, um den Fall zu lösen und Lainey und möglichst viele der verschwundenen Mädchen lebend zu finden. Dann gibt es eine heiße Spur, doch am Ende ist es doch anders als gedacht.

Dies war mein erster Roman von Jillane Hoffman, und ich werde die vorhergehenden auch lesen, allerdings erst nach einer kleinen Pause. Die Geschichte der entführten und gequälten Mädchen ist mir doch unter die Haut gegangen. Alle Details sind genau geplant und in sich logisch und glaubwürdig beschrieben, auch sind die Personen und ihre Emotionen realistisch dargestellt. Von Anfang an war klar, dass der Täter ein gestörtes Verhältnis zu Frauen hat und dass er brandgefährlich ist. Durch die kurzen Kapitel baute sich eine atemlose Spannung auf, es war fast wie ein Sog, noch ein Kapitel und noch ein Kapitel zu lesen, ich musste mich fast zwingen, das Buch zur Seite zu legen. Sehr überzeugend! Einzig die vielen verwendeten Abkürzungen der verschiedenen Polizeieinheiten waren verwirrend, hier hätte ich mir am Schluss des Buches ein erläuterndes Kapitel gewünscht.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

seuche, vogelgrippe, schweden, politiker, marodes gesundheitssystem

Das Geheimnis der toten Vögel

Anna Jansson , Susanne Dahmann
Flexibler Einband: 283 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2007
ISBN 9783492249256
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kriminalinspektorin Maria Wern hat alle Hände voll zu tun: Auf Gotland ist eine tödliche Epidemie ausgebrochen, und als sich herausstellt, daß nicht genug Medizin zur Verfügung steht, bricht Panik aus. Warum gibt es keinen wirksamen Impfstoff? Weshalb zeigen die Medikamente bei den Kranken offenbar keine Wirkung? Und wer profitiert womöglich von der fatalen Viruserkrankung? Packend und erschreckend realitätsnah erzählt Anna Jansson von Menschen, die bereit sind, für ihren persönlichen Gewinn alle ethischen Prinzipien zu brechen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen eben wegen dieser aktuellen Thematik. Die Autorin hat sehr geschickt die Fäden miteinander verknüpft. Die Personen sind gut gezeichnet, und ich bin gespannt, ob die Beziehung zwischen Maria Wern und dem Arzt weitergeht. Auf jeden Fall habe ich jetzt einen neuen Namen auf meiner "willichnochlesen-Liste".

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157 Bibliotheken, 0 Leser, 10 Gruppen, 65 Rezensionen

weihnachten, freundschaft, freundinnen, cookies, frauen

Der Christmas Cookie Club

Ann Pearlman , Christine Strüh
Fester Einband: 358 Seiten
Erschienen bei Schroeder, Marion von, in Ullstein Buchverlage GmbH, 27.10.2009
ISBN 9783547711585
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das Motiv "Frauen, die einen Club gründen, um sich zu treffen und sich über Bücher/JaneAusten/Männer/dasLebenallgemein oder was auch immer auszutauschen" ist nicht neu, viele ähnlicher Titel hat es in den vergangenen Jahren gegeben. Bei diesem Titel haben mich die Umschlaggestaltung (wirklich sehr schön!) und die Leseprobe angesprochen, und so habe ich mir das Buch aus der Bibliothek geliehen. Gut, dass ich kein Geld dafür ausgegeben habe... ich habe mich schon lange nicht mehr so gelangweilt. Jede der Clubteilnehmerinnen hatte zwar ihr Päckchen zu tragen, aber der Stil des Buches war sehr ermüdend, um nicht zu sagen einschläfernd. Sehr viele Adjektive, sehr viel Geschwafel. Die eingestreuten Kapitel über die Herkunft der verwendeten Backzutaten haben mich auch nicht vom Hocker gerissen, das beste an dem Buch waren noch die Plätzchenrezepte.

Vielleicht ist das ein Buch, das man im Winter bei entsprechenden Temperaturen lesen sollte und nicht bei über 30° im Schatten. Schade, ich hatte mir mehr davon versprochen.

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(1.085)

1.733 Bibliotheken, 22 Leser, 17 Gruppen, 173 Rezensionen

krimi, taunus, mord, pia kirchhoff, oliver von bodenstein

Schneewittchen muss sterben

Nele Neuhaus
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.06.2010
ISBN 9783548609829
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Weiß wie Schnee, rot wie Blut und schwarz wie Ebenholz,

so liegt Schneewittchen in der geheimen Kammer - nur dass das Weiße inzwischen gelb ist. Der Prolog beginnt grausig und spannend zugleich, und spannend geht es weiter. Tobias Sartorius wird nach 11 Jahren Haft aus entlassen: ihm wird zur Last gelegt, zwei Mädchen ermordet zu haben, doch ihre Leichen wurden nie gefunden. Abgeholt wird er von Nadja, einer früheren Freundin, die die ganze Zeit über Kontakt zu ihm gehalten hat. Alle anderen Freunde haben sich von ihm abgewendet. Auch hatte Tobias die Schuld nie eingestanden, verurteilt wurde er aufgrund von Indizien.

Das Leben im Dorf war für Tobias' Eltern ein Spießrutenlaufen, die Ehe wurde geschieden, die Existenzgrundlage - eine Gaststätte - brach weg, weil die Kunden ausblieben. Und jetzt kommt Tobias zurück und wird sofort angefeindet, Parolen werden an die Wand geschmiert, der geballte Hass des Dorfes entlädt sich auf ihn. Doch Tobias kann sich an nichts erinnern und fühlt sich unschuldig. Dann überschlagen sich die Ereignisse: Tobias' Mutter wird von einer Brücke gestoßen und überlebt nur knapp. Auf einem alten Militärflughafen wird ein Skelett gefunden. Das Mädchen Amelie, selbst Fremde im Dorf, beginnt, zu fragen und alte Wunden wieder aufzureißen - und verschwindet selbst spurlos. Die früheren Freunde sind oberflächlich und scheinen etwas zu verbergen, nur Nadja hält fest zu Tobias - zu fest, wie es scheint. Als dann noch Bilder auftauchen, die ein autistischer junger Mann von den Vorgängen gemalt hat, überschlagen sich die Ereignisse...

Dies ist mein erster Roman von Nele Neuhaus, aber bestimmt nicht mein letzter. Der Roman war sehr spannend und trotz der Fülle an handelnden Personen gut durchstrukturiert - zum Schluss hätte aber etwas gestrafft werden können, ich habe zwar nie den roten Faden verloren, aber die Fakten wurden doch etwas viel. Sicher wurden auch einige Klischees bedient, aber das wirkte nicht störend auf mich. Insgesamt ist das der vierte Teil einer Serie, und obwohl ich eigentlich gerne von Anfang an lese, habe ich gut in das Drumherum und Miteinander im Kommissariat hineingefunden. Mein Kompliment, das Buch werde ich auf jeden Fall weiter empfehlen.

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 9 Rezensionen

london, feuer, digger, theater, pest

Unter der Asche

Tom Finnek
Fester Einband
Erschienen bei Ehrenwirth
ISBN 9783431037821
Genre: Historische Romane

Rezension:

Dieses Buch spielt in England nach dem großen Brand von 1666, bei dem der größte Teil Londons in Schutt und Asche gelegt wurde. Die Ursachen sind ungeklärt. Eine der Hauptpersonen ist der Junge Geoff Ingram, Sohn eines Säufers, der mit Vater und seiner schönen Schwester Jezebel in einem Verschlag lebt. Die Mutter ist verschwunden. Jezebel verliebt sich in einen Malers, wird prompt schwanger und von Edward, dem dritten Kind der Familie, zu einer verrufenen Kneipe etwas außerhalb gebracht. Die dortige Kneipenwirtin hilft ihr weiter, indem sie sie bei ihren Verwandten auf dem Land unterbringt. Kurz vor der Entbindung kommt sie aber wieder zurück, stirbt fast bei der Geburt ihrer Zwillinge und begleitet dann ihre große Liebe auf den Kontinent.
Tom Finnek wechselt immer die Erzählperspektive: ist es mal Geoff, der aus seiner Sicht erzählt, ist es später Rancid Ray, ein Nachbar in London, dann wieder der Mann, der als Eremit in der Kirche St. Olave lebt, dann Edward oder auch der alte Rat Scabies, der sich die Jagd auf Ratten auf die Fahnen geschrieben hat (und der doch ein fürchterliches Geheimnis hütet). Die Erzählstränge kreuzen sich oft, und immer, wenn man denkt, man wüsste die "Wahrheit" über eine Begebenheit, kommt mit einer anderen Person eine andere Wahrheit ans Licht - ein tolles Verwirrspiel, grandios zu lesen und mit sehr viel Spannung.
Historische Romane sind oft sehr süßlich, enden mit -in im Titel und scheinen inhaltlich an den Haaren herbeigezogen zu sein. Dieses Buch hier ist das genaue Gegenteil, kraftvoll, spannend wie ein Krimi und doch auch real, genauso könnte es während dieser Zeit in London gewesen sein, die Menschen könnten genau dies gesagt und getan haben, und der Brand könnte so entstanden sein. Meine Empfehlung an alle, die einmal einen etwas anderen Historischen Roman lesen wollen!

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

salzburg, sonja rheinfall, kolumne

Die Erfolgsmasche

Hera Lind
Fester Einband: 335 Seiten
Erschienen bei Diana HC, 04.11.2009
ISBN 9783453290730
Genre: Romane

Rezension:

Sonja ist allein erziehende Mutter zweier Teenagerkinder und lebt in Salzburg. Sie verdient ihren Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Kolumnen über das Leben einer allein erziehenden Mutter für eine Frauenzeitschrift. Obwohl sich die Kolumne bei den Leserinnen großer Beliebtheit erfreut, wird sie von einem Tag auf den anderen abgesetzt, und Sonja wird noch nicht einmal ein Grund dafür genannt. Die zuständige neue Chefredakteurin ist nicht für sie zu sprechen, und als Sonja das Geld ausgeht, hat sie eine Idee: sie schreibt weiterhin ihre Kolumnen, gibt sich aber als Mann aus. Und hat Erfolg damit. Die Verwicklungen beginnen, als sie ein Foto von sich einschicken soll: Sonja findet in einem Fotoladen ein nicht abgeholtes Portrait eines gut aussehenden Mannes, das sie kurzerhand verwendet. Und dann wird es schwierig, soll sie/er doch zum Verlag kommen und dann noch ein Musical zu den Liedern eines alternden Schlagersängers schreiben. Da hilft nur eins: der Mann auf dem Foto muss her, und dann überschlagen sich die Ereignisse...

Nette, lustige Lektüre, liest sich locker-flockig. Hera Lind hat schon schlimmeres geschrieben, bei diesem Buch habe ich mich gut amüsiert. Wäre das richtige für einen Tag am Strand, wenn man lesen will, ohne großartig nachdenken zu müssen.

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