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1.178 Bibliotheken, 37 Leser, 4 Gruppen, 225 Rezensionen

fantasy, liebe, masken, sabaa tahir, elias

Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken

Sabaa Tahir , Barbara Imgrund
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.05.2015
ISBN 9783846600092
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Ihr Bruder ist gefangen genommen worden, als Verräter abgestempelt. Sie ist seitdem auf der Flucht, würde aber alles tun, um ihn zu retten.
Doch sie ist nicht die Einzige, die unter dem herrschenden System leidet.

Eine Nacht verändert Laias Leben: Ihre Familie wird brutal auseinandergerissen, ihre Großeltern sogar getötet. Nur mit Mühe und Not entkommt sie den grausamen Schergen des Imperiums und gelangt in den Untergrund. Dort hofft sie auf die Hilfe des Widerstands, aber dieser fordert einen großen Preis dafür: Ihre Loyalität und ihre Bereitschaft, für die große Sache zu sterben.
In einer ähnlich aussichtslosen Situation befindet sich Elias, eine angehende Maske und Diener des Imperiums: Er möchte auf keinen Fall so sadistisch und kalt werden wie seine Mutter und beschließt zu desertieren. Allerdings wird ihm prophezeit, dass er nur wirklich frei sein wird, wenn er bleibt und sich seinem Schicksal stellt.

Meinung

Schon als ich das Cover auf der Verlagsseite von Bastei Lübbe entdeckt habe, wollte ich den Inhalt dazu unbedingt kennenlernen. Die Leseprobe hat mich dann völlig mitgerissen, genau wie die gesamte Geschichte, die ich nur empfehlen kann.
Ein großer Pluspunkt sind die Figuren, allen voran Elias und Laia. Beide haben ihre ganz eigenen schwerwiegenden Probleme und ihre jeweilige Art damit umzugehen. Die innere Zerrissenheit, die jeden von ihnen umtreibt, gibt ihnen die nötige Tiefe, um die Geschichte zu tragen. Immer wieder fragt man sich, wie sie sich als nächstes entscheiden werden, ob nun für ihre Familie, ihre Freunde, ihre Gefühle oder ihre Freiheit. Dabei sind ihre Ängste, Befürchtungen und restlichen Emotionen immer nachvollziehbar begründet, selbst wenn man als Leser vielleicht ab und an einen anderen Weg gewählt hätte. Daher beobachtet man mit Spannung die Entwicklung ihres jeweiligen Charakters, die mir vor allem bei Laia sehr gut gefallen hat. Obwohl sie sich selbst als feige und selbstsüchtig einschätzt, muss sie bald erkennen, dass weit mehr in ihr steckt.
Unterstützt wird dieses Duo von lebendigen Nebenpersonen, die einen mal zum Lachen bringen, mal berühren oder auch Rätsel aufgeben. Zu raten, was ihre Motive angeht, ist meist das Interessanteste an ihnen.

Der Schreibstil passt wunderbar zum arabisch angehauchten Setting, das von der Wüste und hohen Klippen umgeben ist. Sabaa Tahir gibt sich viel Mühe, diese Umgebung möglichst bildlich und poetisch zu gestalten und dennoch lässt sich der Roman schön flüssig lesen, ohne dass Langeweile aufkommt. Dadurch erschafft sie eine komplexe Welt mit Anlehnungen an die römische Antike vermischt mit der Magie des Abendlands. Die Informationen dazu gibt sie nur nach und nach preis, was mich persönlich nicht gestört, sondern vielmehr begeistert hat. Man wird nicht auf einmal mit allem überflutet und die Spannung wird so kontinuierlich aufrechterhalten. In der Hinsicht hat es mir zudem sehr gut gefallen, dass die Liebesgeschichte nicht, wie im Klappentext angedeutet, allzu aufdringlich ist. Sie entsteht ganz allmählich und kommt kaum zum Tragen, weshalb die eigentliche Action sich viel besser entfalten kann.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings noch und der betrifft die übernatürlichen Wesen, die in dem Buch aufgeführt werden: Leider erfährt man über sie lediglich das Allernötigste und sie wirken dadurch eher wie nette kleine Gimmicks, die man kurz aus ihrer Box holt, wenn man sie braucht, und dann wieder schnell darin verschwinden lässt. Was das angeht, hoffe ich, dass der zweite Band der Reihe etwas mehr zu bieten hat.

Fazit

Elias & Laia: Die Herrschaft der Masken ist ein sehr gelungenes Debüt der Schriftstellerin Sabaa Tahir. Ein arabisch angehauchtes, magisches Setting, lebendige und realitätsnahe Figuren mit nachvollziehbarem Charakter und ein poetischer, wunderbar bildlicher und dennoch flüssig zu lesender Schreibstil haben mich sofort für die leicht dystopisch wirkende Geschichte eingenommen.
Lediglich die spärliche und ein wenig stiefmütterliche Verwendung der übernatürlichen Wesen hat mich ein klein bisschen gestört.
Wer eine mystische Atmosphäre liebt, toll durchdachte Protagonisten mit all ihren Schwächen und Stärken bevorzugt und sich beim Lesen gerne in komplexen fernen Welten wiederfindet, für den ist dieser Roman perfekt geeignet.

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351 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 95 Rezensionen

glück, familie, autismus, kinderbuch, jugendbuch

Das Blubbern von Glück

Barry Jonsberg , Ursula Höfker
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei cbt, 22.09.2014
ISBN 9783570162866
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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923 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

märchen, cinder, rapunzel, cress, cyborg

Die Luna-Chroniken - Wie Sterne so golden

Marissa Meyer , Astrid Becker
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.09.2014
ISBN 9783551582881
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Sie lebt weit entfernt auf einem Satelliten, dort eingesperrt von Königin Levana persönlich. Die Erde kennt sie nur von weitem und dennoch will sie deren Bewohnern helfen.
Doch kann sie wirklich etwas ausrichten?

Cress ist Lunas beste Hackerin und trotzdem eine Gefangene ihres eigenen Volkes. Nach all den Jahren der Einsamkeit gelingt es ihr endlich, Kontakt zu einem Menschen aufzunehmen: Linh Cinder. Da sie Prinz Kai helfen will, verrät sie der Mechanikerin die Pläne ihrer Herrscherin. Denn eigentlich will Cress nur eines: Dass sie endlich flüchten kann und all die Dinge vom Blauen Planeten sieht, die sie bisher nur aus der Ferne bewundern konnte.
Schließlich entdeckt Cinder ihren Satelliten und eilt zu ihrer Rettung, aber die Befreiung misslingt und Cress’ Bewacherin Sybil nimmt grausame Rache.
Einzig und allein Throne scheint Cress noch beistehen zu können, ausgerechnet der Mann, für den sie schon seit einiger Zeit schwärmt und den sie für ihre große Liebe hält.

Meinung

Nachdem ich Wie Monde so silbern und Wie Blut so rot regelrecht verschlungen habe, musste ich natürlich auch den dritten Band der Luna-Chroniken unbedingt haben. Und obwohl Wie Sterne so golden nicht völlig an die Vorgänger heranreicht, war ich wieder schwer begeistert.
Gerade Cress habe ich von Anfang an gemocht. Sie ist sehr verträumt, ziemlich naiv, chaotisch und unbedarft, ein erfrischender Gegensatz zu einer toughen Cinder und einer aufbrausenden Scarlet. Da sie ihr halbes Leben lang von allem und jedem abgeschnitten war mit kaum Kontakt zur Außenwelt, ist es wenig verwunderlich, dass sie ihre eigenen Vorstellungen von der Welt und ihrem näheren Umfeld hat. Allerdings ist sie auch bereit, diese an die Realität anzupassen, besonders im Fall von Thorne, der ganz anders ist, als sie es sich anfangs erträumt hat. Und sie schafft es, immer mehr über sich hinauszuwachsen und andere Seiten an sich zu entdecken, zum Beispiel ihre innere Stärke und ihren Mut.
Herausragend fand ich zudem Thorne, der mit einer ganz neuen Erfahrung konfrontiert wird, die ich für eine richtig tolle Idee halte. So erlebt man ihn auf eine Weise und gleichzeitig durch die Augen von Cress, die für seine Gaunereien ganz eigene Motive findet.
Die übrigen Charaktere werden nachvollziehbar weitergeführt. Hier hat mir besonders Cinders wachsender innerer Konflikt mit ihren Fähigkeiten gefallen.

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt fesselnd und hat mich wieder sofort mitgerissen, vor allem in den Beschreibungen des Satelliten, des Alls und der übrigen Handlungsorte. Ich freue mich schon auf den vierten Band, in dem Luna hoffentlich in den Vordergrund rückt und man über die Städte auf dem Mond mehr erfährt. Hier steht dagegen erneut die Erde im Vordergrund, auf der sich die Ereignisse überschlagen, gewürzt mit viel Humor, Spannung und unerwarteten Wendungen und zugespitzt auf ein actiongeladenes Finale, das locker mit denjenigen der beiden Vorgänger mithalten kann.
Bis dahin zieht sich die Handlung allerdings an einigen Stellen. Zwar fand ich die Liebesgeschichte zwischen Cress und Thorne sehr erfrischend, gerade weil hier Phantasie und Wirklichkeit so wunderbar genial aufeinander treffen und sich erst angleichen müssen. Aber besonders der Mittelteil gestaltet sich dadurch etwas zu langatmig, selbst wenn ich die vielen einfallsreichen Details und die gut durchdachte Story zu schätzen weiß. Trotzdem hätte man gewisse Szenen durchaus weglassen oder kürzen können, was bei meiner Gesamtbewertung nur leicht ins Gewicht fällt.

Fazit

Der dritte Band der Luna-Chroniken, Wie Sterne so golden, setzt die Reihe würdig und gewohnt genial fort. Mit einer weiteren, einfach nur liebenswerten Hauptfigur, dem altbekannten, immer noch begeisterungswürdigen Ensemble, einem fesselnden Schreibstil, einer bezaubernden Liebesgeschichte und viel spannungsgeladenen Szenen konnte mich der Roman von sich überzeugen.
Nur die Längen im Mittelteil zogen die Handlung etwas zu sehr in die Länge, ein Eindruck, der bei den Vorgängern nie aufkam.
Wer die beiden ersten Teile der Buchserie liebt, gerne eine etwas andere Science-Fiction-Version von Rapunzel lesen würde und sich für gut durchdachte, detaillierte Plots begeistern kann, für den ist auch Marissa Meyers neustes Werk auf Deutsch wunderbar geeignet.

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106 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

thriller, boston, krimi, diamanten, usa

Die Unbekannte

Peter Swanson , Fred Kinzel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 28.07.2014
ISBN 9783764504861
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sie war seine Freundin und er liebte sie so sehr, dass er sie trotz allem, was geschehen war, nie vergessen konnte.
Und trotzdem blieb sie für ihn immer eine Unbekannte.


George Foss’ Leben ist eintönig und wenig ereignisreich. Seit Jahrzehnten arbeitet er für dieselbe Zeitung, vertreibt sich die Nächte mit einer Geliebten, für die er lediglich freundschaftliche Gefühle hegt, und versinkt allmählich in seiner Einsamkeit.
Das alles ändert sich schlagartig, als er in seiner Stammkneipe seine lang verloren geglaubte erste Liebe Liana Decter wiedersieht. Trotz der Vorbehalte, die er aufgrund seiner Erlebnisse mit ihr haben müsste, lässt er sich erneut auf sie ein. Doch der Gefallen, den er ihr verspricht, könnte ihm den Hals brechen. Denn plötzlich ist er in Verbrechen verstrickt, dessen wahres Ausmaß ihm erst viel zu spät bewusst wird.



Nachdem ich die Inhaltsangabe dieses Buches gelesen hatte, bekam ich richtig Lust auf den so spannend wirkenden Thriller. Viele Passagen darin konnten mich tatsächlich fesseln, aber das galt leider nicht für das gesamte Werk.
Zum Teil lag das mit an den Figuren, die mich nicht immer erreichten. George ist in meinen Augen das perfekte Beispiel dafür, wie man sich in seinen Gewohnheiten verlieren kann. Daher verstehe ich einerseits schon, weshalb er sich so bereitwillig seiner alten Flamme anvertraut. Schließlich verspricht sie trotz allem Abwechslung und weckt lange unterdrückte Emotionen in ihm. Andererseits möchte man ihn manchmal regelrecht packen und schütteln, so naiv und gutgläubig er sich von ihr einwickeln lässt. Nicht jede seiner Gefühlsregungen ihr gegenüber sind nachvollziehbar, dazu waren sie an einigen Stellen einfach zu schwach dargestellt. Allerdings war ich durchaus in der Lage zu erkennen, weshalb sie ihn so fasziniert, entgegen oder gerade wegen der Gefahr, die sie umgibt.
Liana selbst erscheint relativ undurchsichtig, da man nie genau sagen kann, inwieweit sie nur spielt oder ihre Beteuerungen nicht sogar zumindest teilweise der Wahrheit entsprechen. Es bleibt genügend Raum für Spekulationen, selbst wenn keine von ihnen jemals bestätigt wird.
Die übrigen Charaktere waren mir streckenweise etwas zu blass, ergänzen jedoch die beiden Hauptakteure so gut, dass ich dieses kleine Manko gerne verzeihe.


Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, eben weil er nicht zu einfach gehalten ist. Der Autor erwähnt die wichtigsten Details, wechselt gekonnt zwischen kurzen und langen Sätzen und erhöht an den richtigen Stellen das Tempo, um die Spannung durchgehend zu halten. Die ersten Seiten ziehen sich zwar etwas, aber nach den vielen überraschenden Wendungen rätselt man nur noch mit George mit, was Liana im Schilde führt. Dazwischen lockern Abschnitte aus ihrer beider Vergangenheit die Geschichte auf, ohne zu verwirren oder einen aus dem Lesefluss zu reißen. Stück für Stück erhält man auf diese Weise die Informationen, die zum Zusammensetzen des Puzzles relevant sind.
Allerdings fehlte gerade hier ebenfalls der Tiefgang in der Story. Swanson gibt sich sehr viel Mühe, das Wie und Warum logisch zu erklären, was ihm auch meist gelingt. Doch emotional konnte mich die Handlung nicht unbedingt packen. Ich kam mir oft vor wie ein objektiver Betrachter, der einen Tatsachenbericht vor sich hat: Hauptsächlich auf das Geschehen beschränkt, mit wenigen Untermalungen, was es für die Akteure bedeutet.




Die Unbekannte ist ein wendungsreicher Roman, der handwerklich gesehen sehr gut gemacht ist. Eine abwechslungsreiche und nicht leicht zu durchschauende Story und ein dazu passender temporeicher Schreibstil sorgen dafür, dass einem beim Lesen selten langweilig wird und man des Öfteren darüber nachdenkt, wohin die Handlung wohl führen wird.
Leider bleibt Peter Swanson dabei viel zu sehr an der Oberfläche, sowohl was seine Figuren als auch die Story angeht. Rational gesehen können beide Punkte überzeugen, doch emotional wissen sie selten zu packen.
Wer gerne Geschichten liest, die einen immer wieder spekulieren lassen, einen Thriller mit ein bisschen Romantik vermischen und in denen Spannung gegenüber dem Tiefgang überwiegt, den wird dieses Buch wunderbar unterhalten.

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134 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

droge, drogen, tod, death, dystopie

Death

Melvin Burgess , Kai Kilian
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.02.2014
ISBN 9783551520616
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nur noch sieben Tage bis zu deinem Tod, sieben Tage Zeit, das Beste aus deinem Leben herauszuholen und all das zu tun, was du schon immer tun wolltest.
Doch kannst du wirklich all das umsetzen, was du dir vorgenommen hast?

Adam liebt Lizzie. Und das bereits seit einer geraumen Weile. Nur hat er ihr, der Tochter aus reichem Haus, als Sohn aus armen Verhältnissen nichts zu bieten. Erst als er für sie Karten für das letzte Konzert des Superstars Jimmy Earle ergattern kann, kommen sich die beiden näher.
Doch ihr Glück währt nur kurz, denn bald darauf überschlagen sich die Ereignisse: Der Musiker stirbt mitten auf der Bühne, ein Opfer der mysteriösen Droge Death, die einen Menschen nach genau einer Woche tötet, ihm jedoch sofort nach der Einnahme ungeahnte Kraftreserven beschert und ungewöhnliche Glücksgefühle freisetzt. Und schon befinden sich die beiden Teenager mitten in einem Aufstand gegen all die Mächtigen, denn Jimmys Fans müssen es ihm unbedingt nachmachen.
Dann stirbt Adams Bruder und reißt ihn aus seinem Freudentaumel, sodass er Lizzie vergrault. Nun bleibt ihm seiner Meinung nach nur noch eine Alternative: Wenn er selbst die Droge schluckt, wird er wenigstens die nächsten sieben Tage in dem besten Rausch überhaupt verbringen, der alles möglich zu machen scheint.



Nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen und mir die Bloggeraktion des Verlags zum Buch näher angesehen habe, war ich sofort von der Grundidee begeistert. Eine Droge, die einen stärker als jede andere aufputscht, einem allerdings lediglich sieben Tage Zeit lässt, um die Wirkung zu genießen, bietet viel Stoff für eine tiefgründige Geschichte. Diese Erwartung konnte Death jedoch nur teilweise erfüllen.
Zum einen lag das an den Figuren. Es war nicht so, dass ich überhaupt nicht mit ihnen mitfühlen konnte, dazu passierte ihnen zuviel, das einen nicht kalt lassen kann. Sie werden regelrecht gezwungen, sich mit den schwierigsten Fragen im Leben auseinanderzusetzen, weit reichende Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen. Auch dass sie letztendlich zu ihrem Wort stehen und füreinander eintreten, egal wie sehr sie das selbst in Bedrängnis bringt, hat mir sehr imponiert.
Aber sowohl Adam als auch Lizzie sind Charaktere, in die ich mich nur schwer hineinversetzen konnte. Gerade Adam ist ein derart unbeständiger Protagonist, der von einem Extrem ins nächste fällt und das teilweise von einer Sekunde auf die andere, sodass es mit der Zeit ganz schön anstrengend wird, die Geschehnisse aus seiner Sicht zu erleben. Dadurch büßt er auch einiges von seiner eigentlichen Tiefe ein.

Der Schreibstil passt toll zu den jugendlichen Helden: Flüssig, leicht zu verfolgen und in Umgangssprache verfasst. Dabei ist er nicht zu einfach, sodass ein bestimmtes Niveau erhalten bleibt. Man kann der Handlung wunderbar folgen, obwohl sie zwischen mehreren Perspektiven hin- und herspringt. Das ist auch gut so, denn die eigentlichen Themen, nämlich die Auswirkungen von Drogenmissbrauch und der Kampf für das, an das man glaubt, kommen auf diese Weise nachvollziehbar zum Tragen. Der Autor verleiht ihnen die richtige Bedeutung, sowohl im Kleinen anhand der Einzelschicksale als auch im größeren Zusammenhang, der immer wieder erwähnt wird und im Hintergrund stets präsent ist. Die Atmosphäre ist derart aufgeladen mit Gewalt, Verzweiflung und Wut, dass man davon regelrecht durch den Roman getragen wird.
Leider habe ich auch hier die nötige Tiefe vermisst, da wichtige Ereignisse nur angeschnitten und von Adams persönlichen Eskapaden durchbrochen werden. Eine etwas andere Gewichtung hätte dem Ganzen wirklich gut getan.

Fazit

Death von Melvin Burgess besticht hauptsächlich durch die Idee, die dem Buch zugrunde liegt. Die Frage danach, was man tun würde, hätte man nur noch eine Woche zu leben und gleichzeitig die Chance auf die beste Zeit seines Lebens, bietet einen dramatischen Plot. Lediglich bei der Umsetzung hapert es. Die dichte Atmosphäre, die interessanten Hintergrundereignisse und die Konflikte, mit denen die Figuren konfrontiert werden, haben mich beim Lesen regelrecht begeistert.
Leider vermisste ich sowohl bei den Charakteren als auch bei Teilen der Handlung die im Klappentext angepriesene Tiefe, da mir vieles einfach zu oberflächlich blieb.
Wer allerdings gerne Jugendromane verschlingt, die sich dem spannenden Experiment widmen, Teenager in Extremsituationen zu zeigen, der sollte sich diesen hier einmal näher ansehen.

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171 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

götter, liebe, griechische mythologie, kate, unsterblichkeit

Der Preis der Ewigkeit

Aimée Carter , Freya Gehrke
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 13.01.2014
ISBN 9783862788699
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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62 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

orks, zwerge, könig, high fantasy, fantasy

Die Könige - Orknacht

Michael Peinkofer
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.10.2013
ISBN 9783492702096
Genre: Fantasy

Rezension:

Dunkle Kräfte bahnen sich ihren Weg über das Land, seit Winmar, König der Zwerge, der Herrscher über Erdwelt geworden ist. Sie lauern in der Tiefe, bereit, an die Oberfläche zu gelangen, zu unterjochen und zu zerstören, sobald sich eine passende Gelegenheit dazu ergibt.

Die Menschen und Orks sind besiegt, ihr Land verwüstet, ihre Anführer entweder tot, eingesperrt oder verschollen. Daghan, Sohn Osberts von Ansun, hat sich in der Einöde verkrochen, nachdem Winmar ihn blenden ließ und seine geliebte Aryanwen einen anderen heiraten musste.
Doch überall regt sich langsam der Widerstand. Nicht jeder ist gewillt, die herrschenden Zustände so hinzunehmen, wie sie sind, zumal dunkle Geheimnisse den zerbrechlichen aufgezwungenen Frieden bedrohen. Und während sich an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Zeitpunkten die Unterjochten erheben, zieht eine weitaus finstere Macht, als der Zwergenherrscher sie je ausüben könnte, im Hintergrund die Fäden.



Nachdem ich Die Herrschaft der Orks regelrecht verschlungen habe, dessen offenes Ende schon ein bisschen frustrierend war, musste ich unbedingt erfahren, wie es mit Dag, Aryanwen und Winmar weitergeht. Und obwohl die Stimmung eine ganz andere ist als noch beim Vorgänger, war ich richtig begeistert.
Gleich von Anfang an habe ich mich wieder in die magische Welt hineinversetzen können. Zwar stehen diesmal die Nebenfiguren der Vorgeschichte völlig im Mittelpunkt, aber das erleichtert zum einen auch für Neulinge den Einstieg in die Saga. Und zum anderen werden die Charaktere so wunderbar weiter ausgeführt, dass man ihre Umgebung sofort vor Augen hat und sehr schnell eine Vorstellung von ihrer Persönlichkeit erhält. Nicht immer sind sie sympathisch und doch menschlich vielschichtig gezeichnet, selbst Zwerge und Orks. Am besten haben mir der durchtriebene Vigor und die mutige Aryanwen gefallen. Von ihren Machtkämpfen gegeneinander hätte es ruhig mehr geben können!
Ganz außer Konkurrenz stehen natürlich Balbok und Rammar, die wieder einmal für die nötige Komik sorgen, dabei allerdings in viel zu wenigen Szenen auftauchen.

Am Schreibstil hat sich kaum etwas verändert im Vergleich zu den anderen Büchern. Trotzdem ist die Atmosphäre beim ersten Band der Könige-Trilogie viel düsterer als noch beim vierten Teil über die Orks. Das beginnt bereits im Prolog, der rasend spannend und unheimlich zugleich daherkommt und einen augenblicklich in seinen Bann zieht. Genauso rasant und flüssig zu lesen wird die Handlung fortgeführt. Die vielen unterschiedlichen Perspektiven mögen anfangs vielleicht etwas verwirren. Trotzdem sollte man sich davon nicht abschrecken lassen, denn am Ende führen sie alle mehr oder weniger zusammen und fügen sich zu einem übersichtlichen Ganzen.
Unerwartete Wendungen und der Wechsel zwischen altbekannten und neuen Schauplätzen machen die Geschichte zusätzlich interessant. Man kann ab einem gewissen Punkt kaum noch aufhören und das Buch einfach aus der Hand legen.
Leider fehlte mir dabei ein wenig die Beteiligung der Orks, gerade weil der Untertitel Orknacht lautet. Entgegen der Erwartungen, die das Wort suggeriert, spielen diese Wesen eine wesentlich kleinere Rolle, als man annehmen könnte.



Die Könige: Orknacht ist der vielversprechende, enorm spannende Auftakt zu Michael Peinkofers neuer Reihe über die Könige Erdwelts. Eine komplexe, vielschichtige Handlung, gut ausgearbeitete Charaktere und unerwartete Wendungen mit einigen Neuheiten bieten sowohl Einsteigern in die Erdweltsaga als auch Kennern ein großes Lesevergnügen.
Die weitaus düstere Atmosphäre im Vergleich zum Vorhängerband sollte einen nicht abschrecken, gerade sie nimmt einen rasch gefangen und lässt einen bis zum letzten Kapitel nicht mehr los.
Selbst wenn die Orks entgegen dem Titel nur eine geringe Rolle spielen, ist diese Highfantasy für Fans und Neulinge wirklich zu empfehlen!

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

dantalion und erael, dämonen und engel, homoerotik, engel, gay

Die Wächterdämonen 2: Federschwingen

Lena Seidel , Simone Singer
E-Buch Text: 206 Seiten
Erschienen bei dead soft verlag, 08.07.2013
ISBN B00DUGPC4A
Genre: Romane

Rezension:

Hatten die Wächterdämonen zuerst mit Intrigen aus den eigenen Reihen zu kämpfen, müssen sie sich nun gegen einen Angriff von Oben zur Wehr setzen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Denn diesmal bekommen sie es mit drei mächtigen Engeln zu tun.

 

Morten Rykers wird überraschenderweise entführt, während sein Freund in der Unterwelt weilt. Und zwar von Engeln! Zwar steht Dantalion dem Menschen bei und sie können ihn auch schnell wieder zurückbringen, doch Seeres Zorn kennt keine Grenzen und verlangt nach Rache. Als Ziel sucht er sich ausgerechnet den Friedfertigsten seiner Gegner, nämlich Erael, aus und nimmt ihn gefangen.
Währenddessen kämpft Dantalion mit seinen widersprüchlichen Gefühlen: Einerseits ist Erael eindeutig der Feind, andererseits scheint jener irgendetwas in ihm auszulösen. Aber ist es vielleicht bloß die Lust auf Sex oder geht es sogar tiefer? Und darf sich ein Dämon wirklich so zu einem Engel hingezogen fühlen?

 

 

Nachdem ich vor ein paar Monaten bereits an der Leserunde zum ersten Teil der Wächterdämonen teilnehmen durfte, war ich richtig gespannt auf den zweiten Band der Reihe. Besonders da Dämonensiegel mit einem fiesen Cliffhanger endete.
Ich muss gestehen, anfangs habe ich mich mit der Tatsache schwer getan, dass diesmal die Hauptprotagonisten Seere und Morten nicht im Mittelpunkt standen. Doch nach den ersten Seiten konnte ich mich schnell für Dantalion begeistern. Er ist nicht so aufbrausend wie sein Kollege und nicht derart rachsüchtig, sondern besticht vor allem durch seinen sarkastischen und oft sehr schlüpfrigen Humor und seine direkte Art. Es ist toll zu lesen, wie er mit sich selbst hadert und doch ist seine fiese Seite immer präsent, vor allem im Umgang mit Erael. Das hat mir an diesem Charakter wirklich sehr gut gefallen: Zum einen diese Vielschichtigkeit, zum anderen die Tiefe, mit der sie präsentiert wird.
Aber auch der Engel ist eine interessante Figur, zwar etwas zu brav für meinen Geschmack, allerdings dadurch erst der richtige Kontrastpunkt zu dem Dämon.

 

Was mir zusätzlich als Pluspunkt gegenüber dem ersten Band aufgefallen ist, ist, dass die einzelnen Szenen viel ausführlicher beschrieben sind. Man kann sich bestimmte Situationen wesentlich besser und bildlicher vorstellen und damit meine ich nicht nur die niveauvoll gestalteten Sexszenen. Der flüssige Schreibstil trägt sein Übriges dazu bei, dass man sich leicht in die Geschichte hineinfindet und sich auf die Handlung einlassen kann, die weit mehr zu bieten hat als simple Homoerotik ohne Anspruch.
Dennoch hat mir etwas das Actionreiche aus dem Vorgänger gefehlt. Es werden einige vielversprechende Fäden aufgenommen (zum Beispiel die Bruderschaft der Jäger), doch leider nicht weitergeführt und wahrscheinlich auf das letzte Buch der Trilogie verschoben. Das nimmt so manchen Kampfszenen die Spannung, da sie zu eilig wieder abgebrochen werden.
Was mir ebenso gefehlt hat, war die Einteilung in Kapitel anstatt in kleine Abschnitte. Bei einem Buch mit nicht einmal dreihundert Seiten ist das nicht ganz so tragisch, trotzdem hätte es das Lesen ziemlich erleichtert.

 

 

Federschwingen ist eine wirklich gelungene Fortsetzung zu Dämonensiegel. Man lernt diesmal die Wächterdämonen von einer anderen, weitaus ausführlicheren Seite kennen. Vor allem Dantalion und Erael sind zwei wunderbar gestaltete Charaktere, deren innere Konflikte mit ihrer verbotenen Liebe nachvollziehbar dargestellt werden.
Allerdings kommen dabei die restlichen Szenen etwas zu kurz, interessante Handlungsstränge werden vermutlich erst im nächsten Band zu Ende geführt.
Wer sich für niveauvolle homoerotische Romane begeistern kann und auch den ersten Teil mochte, wird dieses Buch lieben! Einen tollen eigenständigen Übergang zwischen zum Nachfolger bietet es in jedem Fall!

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330 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 117 Rezensionen

fantasy, wolf, liebe, frost, dämon

Frostblüte

Zoë Marriott , Claudia Max
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 02.10.2013
ISBN 9783551312709
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es bricht aus ihr heraus, ohne dass sie es verhindern kann. Sobald sie blutet, verletzt durch einen anderen, übernimmt der Wolf die Kontrolle und tötet jeden in ihrem Umfeld.
Egal ob Freund oder Feind.

 

Frost ist verflucht: Ein Wolfsdämon wohnt in ihr und ergreift jedes Mal Besitz von ihr, wenn sich ihr Leben in Gefahr befindet. Leider nimmt das Wesen dann keinerlei Rücksicht, ob sie einen Gegner oder einen Verbündeten um sich hat, sondern greift jeden in ihrer unmittelbaren Nähe an. Daher scheut sie voller Panik den Kontakt zu anderen und flüchtet von einem Ort zum nächsten, um nicht aufzufallen.
Doch allzu lange kann sie sich nicht verstecken. Als sie in den Bergen von fremden Soldaten aufgegriffen wird, gerät sie an ihren Anführer, den charismatischen Luca. Zu ihrer Verwunderung und ihrem Entsetzen sieht er wesentlich mehr in ihr, als sie zuerst wahrhaben will. Auf diese Weise gelingt es ihm, sie dazu zu überreden, sich ihnen anzuschließen.
Doch wird sie mit seiner Hilfe auch die Bürde besiegen können, die sie seit ihrer Geburt mit sich herumträgt?

 

 

Bevor mir der Carlsen Verlag das Buch zugesendet hat (An dieser Stelle vielen, vielen Dank für das Rezensionsexemplar!), hatte ich nur wenig davon gehört, geschweige denn von der Autorin. Zoe Marriott ist in Deutschland leider kaum bekannt, Frostblüte ist ihr erstes hier erschienenes Werk, was ich sehr schade finde. Denn der Roman hat mich sofort begeistert.
Das liegt zum einen an der ungewöhnlichen Heldin: Frost ist weder besonders attraktiv noch eine hilflos-naive junge Frau, die erst von ihrem Prinzen gerettet werden muss. Sie hat seit ihrer frühsten Kindheit einiges Schlimmes erlebt, das sie für immer geprägt hat, und so läuft sie lieber davon, als sich einem Mann an den Hals zu werfen. Ihre Zweifel und Ängste werden nachvollziehbar und, wie ich finde, wirklich lebensnah dargestellt. Nichts wirkt aufgesetzt oder übertrieben. Die Figur mag nicht strahlend oder selbstbewusst sein, aber sie ist stark und weiß sich zu behaupten. Zudem durchläuft sie in der Geschichte eine glaubhafte Entwicklung, die noch mehr von ihren Ecken und Kanten offenbart.
Doch auch von den übrigen Charakteren war ich begeistert. Luca und vor allem sein Leutnant Arian sind vielschichtig gezeichnet und bilden eine wunderbare Ergänzung zur Hauptperson.

 

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und oft bildhaft und ausdrucksstark. Er unterstreicht perfekt Frosts Wesen und ihren inneren Zwiespalt und eröffnet dem Leser einen sich langsam entfaltenden und dennoch spannenden Einblick in die Protagonisten und ihre Umgebung. Die beschriebene Welt mag nicht besonders groß sein, allerdings hat man sie schnell deutlich vor Augen, so zerklüftet, lebensfeindlich und zugleich voller Magie, wie sie ist. Dazu braucht es nicht einmal Zauberer, Elfen oder dergleichen, die in anderen Highfantasy-Romanen beinahe zum Standart gehören.
Daneben überrascht die Autorin immer wieder mit unerwarteten Wendungen und klitzekleinen Puzzlestückchen aus Frosts Vergangenheit. Emotionale und actionreiche Szenen halten sich dabei gekonnt die Waage, es wird weder kitschig noch zu kampflastig oder brutal. Gewürzt mit einer guten Prise Humor schafft Zoe Marriott eine vielschichtige Handlung, die von der ersten bis zur letzten Seite fesseln kann.

 

 

Frostblüte ist ein wunderbares Buch voller starker Charaktere, einer spannenden, vielschichtigen Handlung und einer sehr beeindruckenden erdachten Welt. Themen wie Vertrauen, zu anderen und vor allem zu sich selbst, Freundschaft, Liebe und der Suche nach dem eigenen Ich dominieren die Geschichte auf angenehm unaufdringliche und kitsch- und klischeefreie Weise.
Wer gerne Highfantasy liest, die sich weniger durch ausgefallene magische Rassen, sondern eher durch nachvollziehbare Figuren von der Masse abhebt, der sollte diesen Roman unbedingt auf seine Wunschliste mit aufnehmen.

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306 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

liebe, fantasy, gabe, fähigkeiten, highschool-liebe

Vergiss mein nicht!

Kasie West ,
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.07.2013
ISBN 9783401069203
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

 

Was wäre, wenn du vorhersehen könntest, welche Konsequenzen deine Entscheidungen für dich und dein Umfeld hätten, bevor du sie triffst? Würdest du deine mögliche Zukunft wissen wollen, egal ob sie nun eintritt oder nicht?

 

Addison Coleman besitzt eine außergewöhnliche Gabe: Sie ist in der Lage auszuloten, welche Folgen ihr Handeln auf ihr weiteres Leben haben wird. Sobald sie vor einer Wahl steht, kann sie herausfinden, welche der Alternativen, vor denen sie steht, die bessere für sie sein wird. Bisher kam sie sehr gut mit ihrer Fähigkeit zurecht, vor allem da sie in einem geheimen Sektor mit anderen übermenschlich Begabten zusammenlebt und dort nicht gezwungen ist, sich zu verstellen.
Doch dann beschließen ihre Eltern sich scheiden zu lassen und Addie muss einen Entschluss fassen: Will sie bei ihrer unliebsamen Mutter bleiben oder mit ihrem Vater den Sektor verlassen und in der normalen Welt leben?
Natürlich setzt sie ihr Talent ein, um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten, und ahnt nicht, dass weit mehr auf dem Spiel steht als ihr eigenes Wohlergehen.

 

Meinung

 

Ich muss gestehen, dass ich erst durch den Arena Verlag auf dieses Buch aufmerksam geworden bin. Vorher hatte ich noch gar nichts von dem Titel gehört oder gelesen, was wirklich sehr schade ist, denn der Roman hat mich richtig überrascht.
Man wird mitten in die Geschichte rund um Addie hineingeworfen, die relativ gemächlich beginnt. Kasie West lässt sich genügend Zeit, um ihre Figuren darzustellen, allen voran Addie, aus deren Perspektive erzählt wird und die mir von Anfang an sympathisch war. Ihr innerer Zwiespalt, ob sie nun unter normalen Menschen leben oder weiter in ihrer bekannten Umgebung bleiben will, wird dem Leser toll nahe gebracht, besonders in den einzelnen Facetten, die dabei eine Rolle spielen. Selbst wenn man kein so herausragendes Talent hat wie sie, ist man trotzdem imstande, ihre Gefühle jederzeit nachzuvollziehen. Ihre zusätzliche Bodenständigkeit, gepaart mit einer natürlichen Portion Selbstzweifel, lassen sie erst wirklich lebendig werden.
Zudem sind ihre Familie, Freunde und Bekannte ähnlich detailliert gezeichnet mit ihren Ecken, Kanten, Wünschen und Ängsten, sodass ich vor allem Laila und Trevor sofort ins Herz geschlossen habe.

 

Der Schreibstil ist passend zum Alter der Erzählerin gehalten, also flüssig zu lesen und mit vielen Gedanken und Emotionen eines Teenagers gespickt. Auf diese Weise kann man sich noch viel besser in Addie und ihre faszinierende Welt hineinversetzen. Ihr oftmals sarkastischer Humor tut sein Übriges dazu und sorgt immer wieder für Lacher.
Die Spannung wächst dabei mit jeder Seite. Obwohl man ab einem gewissen Punkt mehr weiß als die Protagonisten, werden die Informationen von der Autorin in genau der perfekten Dosis verabreicht: Weder zuviel, dass man sich beim Schmökern langweilt, noch zu wenig, dass man am liebsten bis zur letzten Seite vorblättern würde, um zu erfahren, wie es ausgeht.
Das alles spielt sich in einer Umgebung ab, für die sich West merklich viel Mühe gegeben hat. Nicht nur die Handlung ist extrem gut durchdacht, sondern auch die jeweiligen Orte, die Addie bewohnt. Besonders der Sektor ist, trotz der Tatsache, dass man nicht alles über ihn erfährt, plastisch und völlig klischeefrei geschildert: Ein Platz, mitten unter uns, aber verborgen vor den Augen der Normalen, um die übernatürlich Begabten zu schützen, den man sich so auch in unserer Realität sehr gut vorstellen könnte.

 

Fazit

 

Vergiss mein nicht! hat mich wirklich beeindruckt. Ich hatte einen normalen Jugendthriller gemixt mit etwas Mystery erwartet. Stattdessen bietet die Geschichte weitaus mehr: Eine unglaublich mitreißende Handlung, unerwartete Wendungen und liebevoll gestaltete Charaktere vor einem wunderbar durchdachten Hintergrund. Addies Gabe verleiht der Story noch zusätzlich einen enormen Reiz, sodass man das Buch nach den ersten Kapiteln gar nicht mehr aus der Hand legen kann.
Schade, dass der Roman so relativ unbekannt ist, denn er hätte es unbedingt verdient, weit oben in den Bestellerlisten zu stehen! Definitiv ein Muss für alle, die übersinnliche Spannung lieben!

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(47)

69 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

liebe, schach, tango, italien, leidenschaft

Dreimal im Leben

Arturo Pérez-Reverte , Petra Zickmann
Fester Einband: 525 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 04.08.2013
ISBN 9783458175803
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Ein Leben, zwei Menschen, drei Begegnungen: Eine unerwartete voller Musik, eine zweite voller Misstrauen und eine dritte, Jahrzehnte später, die all das noch einmal aufwühlt. Verwoben zu einem komplexen Ganzen.

Maximo Costa ist ein Gentlemangauner der alten Schule. Als Eintänzer auf einem Ozeandampfer angeheuert, sieht er eine günstige Gelegenheit für einen neuen Coup, nachdem er das Ehepaar de Troeye kennen gelernt hat. Doch an Mecha de Troeye fasziniert ihn bald mehr als ihr wertvolles Perlencollier: Ihre elegante Schönheit, ihre Art zu tanzen und ihr herausforderndes Verhalten ziehen ihn unweigerlich in ihren Bann, obwohl es ihm erst gar nicht bewusst ist. In Buenos Aires kommen sie sich näher, doch Max kann nicht über seinen Schatten springen.
Und so ist ihrer beider Leben von verpassten Gelegenheiten, widrigen Umständen und gegenseitigem Misstrauen geprägt. Und von einer Liebe, die die Jahrzehnte zu überdauern scheint, selbst wenn sich so wenige Möglichkeiten bieten, sie auszuleben.

Meinung

Der Klappentext von Dreimal im Leben, so wenig er auch verrät, hat mich gleich gefesselt. Er fängt die Stimmung des Romans wunderbar ein, ohne in irgendeiner Weise zu spoilern. Dabei bietet das Buch viel mehr als eine Liebesgeschichte, die fast ein ganzes Jahrhundert umspannt. Es ist auch eine Geschichte über den Wandel der Zeit, sich rasch ändernde Gewohnheiten, Verhaltensweisen und Lebenseinstellungen, sehr gut veranschaulicht durch Max selbst.
Ich muss gestehen, anfangs brauchte ich etwas, um mit ihm warm zu werden. Aber die erste Distanz zu seinem Charakter legte sich recht schnell, je besser ich ihn kennen lernte. Als Mann, der das Risiko liebt, aber sich stets auf seine guten Manieren besinnt, wurde er mir von Seite zu Seite sympathischer, auch was seine nicht immer ganz eindeutigen Gefühle Mecha gegenüber angeht. Der Autor präsentiert dem Leser keine überschäumende Verliebtheit, die schnell in der einen großen Liebe mündet, sondern lässt sich erfreulich viel Zeit damit, die beiden sich näherkommen zu lassen. Und das trotz der relativ kurzen Lebensabschnitte, die sie miteinander verbringen. Mecha ist dabei etwas schwerer zu fassen, doch auch ihr Verhalten und ihre Entscheidungen werden nachvollziehbar präsentiert.

Der Schreibstil ist mit seinen oft verschachtelten und im Konjunktiv gehaltenen Sätzen recht anspruchsvoll und gleichzeitig unglaublich ausdrucksstark. Durch ihn wird eine schön dichte Atmosphäre erzeugt, die die politischen und gesellschaftlichen Stimmungen zwischen 1928 und 1966 perfekt einfängt. Die Perspektive Max’ wechselt dabei von Vergangenheit zu Gegenwart, um die einzelnen Zeitebenen zu kennzeichnen, zwischen denen der Roman hin- und herspringt. Zuerst erschwert dieser Kunstgriff das Hineinfinden in die Story und stört manchmal regelrecht den Lesefluss. Aber wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es oft sogar eine Erleichterung, gleich zu wissen, welchen Handlungsstrang man vor sich hat.
Zwischendurch begegnet dem Leser die eine oder andere Länge, doch es hält sich erfreulicherweise sehr in Grenzen. Man kann sie leicht überfliegen, ohne dass man völlig aus der Geschichte herausgerissen wird.

Fazit

Dreimal im Leben ist eine wunderbar unkitschige, atmosphärisch dicht geschriebene Erzählung über Liebe, Abenteuer und verpasste Chancen und verlorene Illusionen. Getragen von einer sympathisch-charmanten Hauptfigur umspannt der Inhalt des Buches ein halbes Jahrhundert, in dem sich Gesellschaft und Politik so rasend schnell verändert haben wie kaum jemals zuvor.
Die zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und herpendelnden Abschnitte sollten einen nicht abschrecken, genauso wenig wie die kleinen Längen der Geschichte. Sonst verpasst man einen eindrucksvollen Roman über die Tücken des Lebens selbst.

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(46)

74 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

fibelscheibe, suche, archäologie, ilyas, liebe

Assassino

Gerd Ruebenstrunk
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 05.03.2013
ISBN 9783760786810
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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(114)

230 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

mathematik, japan, baseball, professor, freundschaft

Das Geheimnis der Eulerschen Formel

Yoko Ogawa , Sabine Mangold
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 20.06.2013
ISBN 9783746629445
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Mathematik mag für viele eine trockene, undurchsichtige Wissenschaft zu sein, die wenig mit dem alltägliche Leben zu tun hat. Doch sie ist auch in der Lage, zwischen den Menschen Brücken zu bauen und ihnen einen kleinen Einblick in Gottes Plan des Universums zu geben.

Seit einem schweren Autounfall kann sich ein hochintelligenter Mathematikprofessor nur noch an das erinnern, was nicht länger als achtzig Minuten zurückliegt. Im Gartenhaus seiner Schwägerin lebt er abgeschottet von der Außenwelt, nur umgeben vor seinen Zahlen und Formeln.
Als eine neue Haushälterin für ihn eingestellt wird, gewinnt er dank ihres Sohnes schnell Vertrauen zu ihr. Seine große Fürsorge für das Kind und der Wunsch, dem Jungen sein Fachgebiet näher zu bringen, helfen ihm, ein Stückweit seine Behinderung zu vergessen.
Doch nicht alle Bemühungen der Haushälterin, ihm neue Lebensqualität zu schenken, werden von ihrer Arbeitgeberin gern gesehen. Und bald muss sie sich fragen, ob ihre Freundschaft zu dem Professor wirklich stärker ist als der ständige Verlust seiner Erinnerungen.

Meinung

Ich muss gestehen, anfangs hatte ich so meine Bedenken, als ich den Klappentext las. Die Story an sich hörte sich super an, aber ich war nie eine wirkliche Leuchte in Mathematik. Doch meine Ängste, die Handlung aufgrund komplizierter Formeln nicht zu verstehen, waren völlig unbegründet. Das lag zum einen daran, dass die Welt der Zahlen so perfekt in die Geschichte eingebunden wurde. Und zum anderen machen es einem die Erklärungen des Professors sehr leicht, seinen rechnerischen Erläuterungen zu folgen.
Er ist es auch, die einem am meisten ans Herz wächst. Er ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet und zudem noch in der Lage, sein Wissen denen zu vermitteln, die sich mit Mathematik schwer tun. Seine Überfürsorglichkeit Kindern gegenüber, seine Begeisterung für Baseball und seine gleichzeitige Hilflosigkeit bei alltäglichen Dingen, die nicht nur von der Einschränkung seines Langzeitgedächtnisses herrühren, machen ihn sympathisch und liebenswert. Dagegen wirken die übrigen Charaktere beinahe etwas blass, obwohl ich vor allem Root und die Haushälterin sofort lieb gewonnen habe. Weitere Figuren lernt man leider nur ansatzweise kennen, was anfangs genauso gewöhnungsbedürftig ist wie die Tatsache, dass man die Namen sämtlicher Protagonisten nicht erfährt.

Doch angesichts der wunderbar klaren Erzählweise stören diese Kleinigkeiten kaum. Die Magie der Zahlen erschließt sich einem genauso spielend wie der Haushälterin, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist. Dabei wird der Leser durchaus mit der Dramatik konfrontiert, wie es sein muss, sich tagtäglich neu mit einem Menschen auseinanderzusetzen, der sich ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr an einen erinnern kann. Das geschieht ohne Kitsch oder übersteigerter Tragik, was besonders der Poesie der Mathematik zu verdanken ist, wie sie hier dargestellt wird. Über sie definiert der Professor nicht bloß sein Leben, sondern auch seine Umwelt und sogar das Universum an sich. Und das auf so eindringliche Art, dass es nie trocken oder langweilig wird.
Leider ist die Geschichte bereits nach 250 Seiten vorbei. Diese Kürze und die großen Zeitsprünge zum Ende hin wecken den Wunsch, noch mehr über das Trio zu lesen, noch mehr über ihre Hintergründe zu erfahren.

Fazit

Das Geheimnis der Eulerschen Formel ist ein wunderbarer Roman, dem es gelingt, einer an sich trockenen Wissenschaft Leben und Magie einzuhauchen. Auf diese Weise behandelt er ein tragisches Thema anrührend und ohne Kitsch und bringt einem gleichzeitig die eindringliche Welt der Mathematik näher. Liebevolle Figuren und bewegende Szenen lassen den Leser sehr gut in die Story eintauchen. So sehr, dass sie zum Schluss viel zu kurz erscheint und man gerne so einiges mehr über die Charaktere gelesen hätte.
Alles in allem ist es ein schönes Buch über Freundschaft, Verlust und die Macht der Zahlen und was sie alles bewirken kann.

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(715)

1.307 Bibliotheken, 17 Leser, 7 Gruppen, 308 Rezensionen

dystopie, starters, enders, body bank, zukunft

Starters

Lissa Price , Birgit Reß-Bohusch , Birgit Ress-Bohusch
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.03.2012
ISBN 9783492702638
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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(314)

676 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 93 Rezensionen

dystopie, liebe, jennifer benkau, joy, percents

Dark Destiny

Jennifer Benkau
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei script5, 18.03.2013
ISBN 9783839001455
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Inhalt

Der Kampf ist gekämpft, das Chivvy überstanden, sie ist in Sicherheit, zurück bei den Rebellen. Und dennoch hat Joy so viel verloren wie noch niemals zuvor. Denn ihrem Geliebten Neél werden Wunden zugefügt, die niemals verheilen werden.

Sie ist eine Gefangene, eingesperrt von ihren Freunden, verwundet, hilflos und krank vor Sorge um Neél, der grausam gefoltert wird. Sie kann nicht fliehen, sie kann ihn nicht retten und sie kann auch ihren einstigen Vertrauten Matthial nicht umstimmen, den ihm verhassten Percent gehen zu lassen. Es gelingt ihr nicht einmal, den Menschen, mit denen sie aufgewachsen ist, begreiflich zu machen, dass nicht jeder ihrer Feinde ein Monster ist.
Da erfährt sie, dass Neél einem anderen Clanführer übergeben werden soll, und befürchtet das Allerschlimmste. Sie weiß ganz genau, dass andere Rebellen noch weitaus skrupelloser vorgehen als Matthial.
Doch was daraufhin in Wirklichkeit geschieht, hätte sie sich in ihren schlimmsten Alpträumen nicht ausmalen können.


Meinung

Ein Ende voller Schrecken, so haben die letzten Kapitel von Dark Canopy den Leser zurückgelassen. Neél und Joy als Gefangene der Rebellen, die eine verletzt, der andere furchtbarer Folter ausgesetzt. Man hofft inständig, dass irgendetwas passiert, das die beiden rettet, ihnen doch noch das Happy End verschafft, welches sie verdient hätten.
Und Hoffnung ist es auch, was einen zusammen mit den Figuren das gesamte Buch hindurch antreibt, all die Strapazen zu überstehen, die die Autorin für ihr ungewöhnliches Paar bereithält. Und es sind bei Weitem nicht wenige.
Denn erneut haben die zwei Hauptcharaktere den übrigen die Erkenntnis voraus, dass keine Seite, weder Percents noch Menschen, komplett gut oder völlig böse ist. Die Auflösung der Grenzen zwischen Schwarz und Weiß des ersten Teils werden hier weiter auf die Spitze getrieben und man wird immer wieder gezwungen, die Entscheidungen einzelner Protagonisten zu hinterfragen und neu zu beleuchten. Dienen sie wirklich dem allgemeinen Wohl oder verfolgen sie im Stillen lediglich ihre eigenen Interessen? Besonders Matthial sticht in dieser Hinsicht besonders hervor.

So steht diesmal eher das Getriebensein im Vordergrund. Unterstützt wird das von etwas, das mir im Vergleich zu Dark Canopy negativ aufgefallen ist: Es fehlt ein roter Faden. Die Handlung hangelt sich von einem Ereignis zum nächsten, es gibt keine Fixpunkt wie das Chivvy im Vorgänger. Joy und Neél, aus deren Sicht der Roman geschrieben ist, reagieren bloß, fällen ihre Entscheidungen spontan in der jeweiligen Situation und wagen kaum, an die Zukunft zu denken.
Einerseits passt das sehr gut zu der Zerstörung, die die Rebellen hinterlassen haben, sowohl in Joys als auch Neéls Psyche. Andererseits stellt man sich immer öfter die unsichere und bange Frage, wo und wie alles enden soll. Über langatmige Passagen, vor allen zu Anfang, hilft zwar Jennifer Benkaus genialer Schreibstil hinweg, doch als wirklicher Spannungsträger fungiert hauptsächlich die Hoffnung. Die Hoffnung auf einen Neuanfang!

Fazit

Nach dem offenen Ende und dem grausamen Cliffhanger von Dark Canopy brannte ich regelrecht darauf zu erfahren, wie es weitergeht. Und gleichzeitig hatte ich Angst, dass ich es gar nicht wirklich wissen wollte. Beim Lesen von Dark Destiny haben sich diese widersprüchlichen Gefühle noch verstärkt, so unbarmherzig war der Realismus hinter der fantastischen Dystopie. Eine Tatsache, die mich schon am Vorgänger begeistert hat und die mich auch diesmal mitreißen konnte. Dennoch konnte sie nicht völlig darüber hinwegtäuschen, dass die Handlung lediglich von einem Ereignis zum nächsten springt.
Normalerweise hätte der Roman fünf Sterne verdient, Jennifer Benkaus Sprache und ihre Welt mitsamt den eindringlichen und lebensnah gezeichneten Figuren wissen auch in Dark Destiny zu begeistern. Aber an den überragenden ersten Band kommt es leider nicht ganz heran. Trotzdem ist es ein würdiger Abschluss dieser wundervollen Dilogie.

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(95)

306 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

fantasy, dystopie, gefängnis, science fiction, schlüssel

Incarceron - Fliehen heißt sterben

Catherine Fisher , Marianne Schmidt
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 18.03.2013
ISBN 9783764530808
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Eine rückständige Gesellschaft, gefangen in ihren strengen Regeln und Protokollen, zerfressen von Verrat und Misstrauen. Und ein lebendiges Gefängnis, das grausam, unerbittlich und allgegenwärtig über seine Gefangenen wacht.

Finn ist ein Häftling, seit er im Alter von fünfzehn in einer der Zellen von Incarceron erwachte. Für die anderen ist er ein Sohn des Gefängnisses, doch seine Visionen lassen ihn etwas anderes glauben: Er stammt von Außerhalb und muss dorthin wieder zurück. Aber gibt es überhaupt einen Fluchtweg aus dem riesigen Gebilde? Er glaubt kaum daran, bis er in den Besitz eines ominösen Schlüssels gelangt.
Gleichzeitig versucht Claudia außerhalb von Incarceron, ihrem eigenen Kerker zu entkommen und einer arrangierten Ehe zu entfliehen. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, die Hochzeit zu verhindern, entdeckt sie im Arbeitszimmer ihres Vaters einen mysteriösen Schlüssel. Sie nimmt ihn an sich ohne zu ahnen, dass sie und Finn bald miteinander verbunden sein werden. Und sie seine Rettung sein könnte, genauso wie er die ihre.

Meinung

Catherine Fishers Roman hat mich gleich zu Anfang mit seiner dargestellten Welt überrascht und begeistert. Anstatt einer fortschrittlichen Gesellschaft begegnet man einer bewusst rückständigen Zukunft, in der moderne Erfindungen nur versteckt genutzt werden und sogar in der Öffentlichkeit verpönt sind. Selbst innerhalb des Gefängnisses, der größten technologischen Errungenschaft in dem Buch, herrschen dieselben Zustände, was der gesamten Geschichte auch etwas Magisches, Unwirkliches verleiht. Zumal die Dimensionen von Incarceron selbst erst nach und nach offenbart werden und man auf den ersten Seiten regelrecht in die Story hineingeworfen wird. Wer die einzelnen Figuren sind und welche Rolle sie spielen, erfährt man nicht sofort, sondern taucht langsam und gemächlich in ihre Lebensumstände ein. Dadurch lernt man immer wieder neue Seiten an ihnen kennen, mit denen man vorher nicht gerechnet hätte. So werden nicht nur Finn und Claudia sehr lebendig dargestellt, sondern auch die Nebencharaktere wie Jared, Keiro, Gildas oder Attia.

Genauso unerwartete Wendungen durchziehen die Handlung und werfen den Leser von einer spannenden Szene in die nächste. Aus zwei Perspektiven, inner- und außerhalb des Gefängnisses, erzählt, nähern sich beide Seiten aneinander an, flüchten aufeinander zu, lediglich durch die Kommunikationsfunktion der zwei Schlüssel miteinander verbunden. Dabei gewinnt man besonders einen tieferen Einblick in die unterschiedlichsten Landschaften innerhalb von Incarceron, die Vielzahl seiner Bewohner und teilweise auch in sein „Seelenleben“. Leider bleibt vieles im Dunkeln, zum Beispiel wie das Gebilde lebendig wurde und ob es sich um eine Art künstliche Intelligenz handelt oder um etwas Vergleichbares. Das lässt es wirklich zu einem Biest werden, einer Märchenkreatur, deren Beweggründe schwer zu deuten sind.
Dasselbe gilt ebenso für die Motive der Außenwelt, sich zu einer veralteten, stagnierenden Gesellschaftsform zurückzuentwickeln. Doch vielleicht geben die Folgebände mehr Aufschluss darüber.

Fazit

Dieser Roman ist wirklich eine gelungene Fantasy-Dystopie, der Anfang einer Reihe, die eine völlig neue Atmosphäre verspricht. Spannend und mitreißend geschrieben begeistert das Buch vor allem durch seine interessanten und lebensechten Figuren und eine ungewöhnliche Handlung. Das lebendige Gefängnis bietet ein sehr interessantes Setting, über das man gerne noch mehr erfahren würde, besonders über das Wesen Incarceron selbst, das bisher wie ein undurchsichtiges Fantasiegeschöpf auf den Leser wirkt.
Ich werde mir auf alle Fälle den Nachfolger Sapphique besorgen, sobald er endlich auf Deutsch erscheint. Bisher ist er leider nur auf Englisch erhältlich.

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(130)

320 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 71 Rezensionen

liebe, affäre, miriam bach, liebesroman, schriftsteller

Warte auf mich

Miriam Bach , Philipp Andersen
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 14.05.2013
ISBN 9783866123571
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt

Ach Mirchen, wie wollen wir denn leben? Indem wir nichts anderes probieren, als mögliches Leid zu verhindern? Oder indem wir versuchen, ein bisschen glücklich zu sein, auch wenn das Scheitern vorprogrammiert ist? Lieber Reading Gaol als Puppenheim!

Zwei Schriftsteller, ein Mann und eine Frau, laufen sich auf einer Party über den Weg und fühlen sich sofort voneinander hingezogen. Obwohl in der darauf folgenden Nacht (fast) nichts zwischen ihnen passiert und er eigentlich in seiner Ehe glücklich ist, kommen sie nicht mehr voneinander los. Immer wieder treffen sie sich trotz aller Vorbehalte, sobald sich ihnen eine Gelegenheit bietet, stürzen sich regelrecht in diese Amor Fou und leben ihre intensiven Gefühle, die nicht sein können und dürfen.
Doch lässt sich die grausame Realität einfach so ausblenden? Oder werden sie erkennen müssen, dass selbst die heftigste Liebe nichts gegen die Hindernisse ausrichten kann, die zwischen ihnen stehen?

Meinung

Es gibt Bücher, die einen mitreißen, fesseln, regelrecht gefangen nehmen und verfolgen bis über die letzte Seite hinaus und die man trotzdem immer wieder zur Seite legen muss, weil sie einen manchmal viel zu sehr emotional packen. Genauso erging es mir beim Lesen von Warte auf mich. Doch woran lag das?
Der Plot an sich ist altbekannt, eigentlich werden dem Leser lediglich die beiden Hauptcharaktere wirklich näher gebracht, Nebenfiguren gibt es kaum. Und dennoch wird das Innenleben gerade dieser zwei so eindringlich dargestellt, dass man zusammen mit Miriam wütend darüber ist, weil sie nur die Geliebte im Schatten sein kann und gleichzeitig mit Philipp verzweifelt, wenn sie sich vor ihm zurückzieht. Man liebt, man leidet und man hofft mit ihnen, durchlebt ihre schönsten Stunden miteinander und den schlimmsten Schmerz, den sie erdulden müssen. Dabei kommt der Roman ohne jeglichen Kitsch aus, so ehrlich, wie sie miteinander umgehen, so schildern sie einem auch ihre Liebesgeschichte. Und trotzdem oder gerade deswegen spürt man mit jeder Seite ihre Verbundenheit miteinander, eine Verbundenheit mit einem anderen Menschen, die nur selten zu finden ist.

Der Schreibstil wechselt dabei aufgrund der zwei verschiedenen Perspektiven, aus denen die beiden Autoren jeweils berichten. Und das macht die Story umso realistischer. Sofort fragt man sich, ob man es hier mit einer Fiktion oder mit einer wahren Begebenheit zu tun hat, wie es der Text suggeriert. Gibt es diese zwei Menschen, haben sie wirklich so zueinander gefunden und all das zusammen durchgestanden?
Doch ob nun erfunden oder nicht, eines schafft das Buch wie kaum ein anderes aus diesem Genre: Die Szenen sind so lebensecht geschildert, dass es regelrecht schmerzt. Die Atmosphäre rund herum passt, ohne dass sie mühsam mit Hilfe ausgefallener Stilmittel oder einer besonders poetischen Sprache künstlich aufgebaut wird. Und die geschilderten Situationen wirken so alltäglich, dass man sich so leicht in ihnen wiederfinden kann. So leicht, dass das Ende viel zu schnell auf einen zukommt und man am liebsten noch wesentlich mehr über das außergewöhnliche Paar erfahren hätte.

Fazit

Warte auf mich ist eine der berührendsten Liebesgeschichten, die ich seit Langem gelesen habe. Mitreißend, spannend, lustig und tieftraurig, so präsentiert sich der Roman und kommt dabei mit einem relativ kleinen Ensemble und wenig schmückendem Beiwerk aus. Ehrlich, direkt und mit deutlichem Bezug auf die moderne Kommunikationstechnik wirkt er wirklich wie aus dem Leben gegriffen. Die zwei Hauptpersonen wachsen einem schnell ans Herz, so sehr, dass man sich wunderbar sowohl in den einen als auch den anderen hineinversetzen kann. Und ein wahres Feuerwerk der großen Gefühle erlebt, das genauso passiert ist oder sein kann. Eine Frage, die wohl offen bleibt. Entweder begegnet man hier einer perfekten Illusion oder einer sehr ergreifenden Realität. In jedem von beiden Fällen gilt aber eines: Zugreifen, lesen und sich bezaubern lassen!

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(49)

86 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

krimi, mord, berlin, lehrer, schulalltag

Der Altmann ist tot

Frl. Krise , Frau Freitag , ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.05.2013
ISBN 9783499251115
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt

Lehrer Günter Altmann ist tot, scheinbar von der Treppe am Reichstag gestürzt. Ein Unfall soll es gewesen sein, behaupten die Zeitungen. Doch Schülern und Kollegen kommen Zweifel. Und schon entschließen sich Frl. Krise und Frau Freitag, auf eigene Faust zu ermitteln.

Neben dem täglichen Stress an einer Berliner Problemschule gesellt sich auch noch ein tragischer Unfall. Aber ist es wirklich einer? Zumal die Treppe am Reichstag, von der Mathelehrer Altman gestürzt sein soll, eigentlich viel zu flach dafür ist.
Verdächtigte gibt es zumindest zuhauf, denn der Tote war nicht unbedingt ein sehr beliebter Zeitgenosse. Exfrauen, verschmähte Geliebte, fremdgehende Ehefrauen, neidische Kollegen oder rachsüchtige Schüler, all diese Gruppen waren in Günters Umfeld vertreten.
Mit unzähligen Theorien im Petto beschließen Frl. Krise und Frau Freitag, die Lebensumstände des Verstorbenen genauer unter die Lupe zu nehmen.
Natürlich auf ihre Art und Weise mit reichlich Kontakten unter ehemaligen Schülern, über Facebook und zur Polizei.


Meinung

Wer Frau Freitags und Frl. Krises Bücher kennt, der weiß bestimmt, was ihn ungefähr erwartet. Ich muss gestehen, ich hab die Werke zwar auf meinem SuB, weil ich sie geschenkt bekommen habe, konnte sie aber bisher noch nicht lesen. Deswegen musste ich mich erst etwas einfinden, besonders was die wechselnden Perspektiven betrifft, die nicht immer gleich zuzuordnen sind. Anfangs ist das verwirrend, weil man nie genau weiß, welche der beiden Autorinnen gerade erzählt, doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran und erkennt recht schnell, aus welcher Sicht der jeweilige Abschnitt geschrieben ist.
Zumal sich die zwei vom Charakter her schon gut unterscheiden lassen: Frau Freitag ist eher die coole Lehrerin, deren Wortschatz sehr demjenigen ihrer Schüler ähnelt. Frl. Krise ist die Ruhigere, allerdings viel zu Gutmütige. Zusammen bilden sie ein tolles, witzig dargestelltes Team, das sich gegenseitig in die verrücktesten Situationen bringt.

Davon lebt das Buch, vor allem von den lustigen Gesprächen mit den Schülern oder den liebenswerten Nebenfiguren wie zum Beispiel Onkel Ali, der gleich in die Pläne der beiden Hobbydetektivinnen mit eingespannt wird.
Genügend Spannung kommt bei der Suche natürlich ebenso auf, obwohl man keinen waschechten Krimi erwarten sollte. Dafür wirken die meisten Szenen, in denen die Lehrerinnen mehr über ihren Kollegen und dessen Feinde erfahren, viel zu konstruiert. Oft belauschen sie zufällig irgendwelche Gespräche, die sich um Günter Altmann drehen und das auch noch von Personen, von denen sie es zuerst gar nicht vermutet hätten. Das ist manchmal etwas zuviel des Guten, gerade weil einiges davon die zwei Frauen bei ihren Ermittlungen absolut nicht weiterbringen. Wenn man das Ganze aber als Parodie liest, bringt es einen sogar häufig zum Schmunzeln.


Fazit

Der Altmann ist tot ist ein amüsanter Schulkrimi, der hauptsächlich mit seiner Situationskomik begeistert. Sympathische Haupt- und liebevolle Nebencharaktere machen zusätzlich Spaß beim Lesen und ich hoffe wirklich, dass vor allem Onkel Ali in den geplanten Nachfolgebänden ebenfalls wieder mit von der Partie ist.
Manche Ereignisse erscheinen zwar sehr konstruiert, doch wer einen astreinen Krimi lesen will, sollte lieber zu einem anderen Roman greifen.
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen und mich wirklich toll unterhalten.

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(146)

314 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

fantasy, elvancor, lena, ragnar, altenheim

Elvancor - Das Land jenseits der Zeit

Aileen P. Roberts
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.03.2013
ISBN 9783442478767
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Dunkle, geheimnisvolle Schattenwesen, ein magisches Land jenseits der Zeit, ein seltsames Amulett aus mehreren Teilen und ein verborgener Schatz und mittendrin ein achtzehnjähriges Mädchen, das vollkommen unvorbereitet mitten in die Ereignisse hineinstolpert.

Eigentlich hatte Lena die Zeit zwischen Abitur und Studium mit ihren Freunden in Discos oder auf Partys verbringen wollen. Doch dann deckt sie ihren treulosen Freund bei einem Autounfall und muss zur Strafe den Sommer über Sozialstunden in einem Altenheim ableisten. Dort lernt sie nicht nur die liebenswerte, aber scheinbar in ihrer eigenen Phantasiewelt lebende Frau Winter kennen, sondern auch deren unausstehlichen Enkel Ragnar. Zuerst will sie nichts mit ihm zu tun haben, doch dann geschehen seltsame Dinge. Und auf einmal erscheinen die Geschichten Frau Winters über das mysteriöse Land Elvancor und einen versteckten Schatz gar nicht mehr so abwegig.
So tun sich Lena und Ragnar widerwillig zusammen, um herauszufinden, wie viel an den Geschichten der alten Dame wahr ist.


Meinung

Schon die ersten Seiten haben mich sofort gefesselt. Man liest das, was Amelia Winter erlebt hat, während sie malt, als würden bei ihrer Tätigkeit all die Erinnerungen an Elvancor wieder hochkommen. Das war wunderschön geschrieben und ich wollte schon tiefer in dieses fremde Land und seine Bewohner eintauchen.
Doch dann lernt man erst einmal Lena näher kennen. Sie hat eine interessante, sich langsam entwickelnde Persönlichkeit mit einigen Ecken und Kanten, die weit entfernt ist von typischen Heldinnen: Nicht zu kratzbürstig, aber auch nicht verträumt naiv und unschuldig. Für ihre Freunde geht sie durchs Feuer, sie ist sehr eigensinnig, manchmal etwas oberflächlich, aber durchaus bereit, Neues zuzulassen. Man konnte sich gut hineinversetzen und mit ihr mitfühlen. Mir war sie schnell sympathisch und bis zum Ende des Buches hatte ich sie richtig ins Herz geschlossen.
Ebenso erging es mir mit Ragnar. Gerade wegen seiner Ruppigkeit und seiner Andersartigkeit mochte ich ihn von Anfang an. Er ist charakterlich ein guter Ausgleich zu Lena und gerade das macht einen Teil des Charmes des Romans aus.
Aus den Nebenfiguren stechen vor allem Frau Winter, Frau Meister und Lenas Großmutter heraus, die mir alle drei super gefallen haben und besonders durch ihre liebenswerte Schrulligkeit zu überzeugen wissen.

Der schnörkellose Schreibstil lässt sich wunderbar lesen und man wird förmlich in die Geschichte hineingezogen. Die Handlungsorte in der Fränkischen Schweiz erscheinen dem Leser durch die sehr schönen Beschreibungen beinahe bildlich vor Augen, besonders wenn man bereits einmal vor Ort war und die Gegend kennt. Auch die kleinen Ausflüge in die Geschichte der Kelten haben mir sehr gut gefallen.
Leider rückt dabei das schon im Buchtitel erwähnte Land Elvancor immer mehr in den Hintergrund. Wer anhand des Klappentextes glaubt, die Story würde überwiegend in der magischen Welt spielen, der wird wahrscheinlich etwas enttäuscht sein. Mich hat dieser Umstand allerdings nicht übermäßig gestört, denn stattdessen wurden die sich zwischen Lena und Ragnar anbahnenden Gefühle realistisch dargestellt: Keine übereilte Liebe, sondern eine langsame Annäherung, die dank spannender Zwischenszenen immer zu unterhalten weiß.

Fazit

Der erste Teil der Dilogie über Elvancor überzeugt vor allem durch seine charmanten, vielschichtigen Helden, liebenswerten Nebencharaktere und eine mitreißende Handlung. Obwohl die Geschichte hauptsächlich in Deutschland anstatt in dem magischen Land spielt, überzeugen und unterhalten einen die lebendigen Ortsbeschreibungen und die sich wirklichkeitsnah anbahnende Liebesbeziehung. Man wird regelrecht von der Story mitgerissen und unerwartete Wendungen lassen den Leser richtig mit den Figuren mitfiebern.
Der zweite Teil landet auf alle Fälle weit oben auf meiner Wunschliste!

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(21)

49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

schnitzeljagd, jagd, 760 minuten, mord, angst

760 Minuten Angst

Michael Schmid
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Spielberg Verlag, 01.04.2013
ISBN 9783940609915
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt

Fünf Personen, zwei Frauen und drei Männer, werden von einem Unbekannten zu einer Schnitzeljagd der besonderen Art eingeladen. Nicht daran teilzunehmen ist keine Option, genauso wenig wie sie vorzeitig abzubrechen. Denn es ist ein Spiel der ganz blutigen Art und die Konsequenzen sind tödlich.

In Regensburg erhalten fünf Menschen zur selben Zeit einen ominösen Brief. Darin enthalten ist je eine Aufforderung zu einer Schnitzeljagd, die rein gar nichts mit dem harmlosen Kinderspiel zu tun hat. Denn der Preis ist nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch dasjenige ihres „Liebsten“.
Zuerst sind Stella, Benjamin, Jakob, Richard und Valentina skeptisch, was es mit der Nachricht auf sich hat und weshalb ausgerechnet sie für diese unfassbare Unternehmung ausgewählt wurden. Doch bald erkennen sie, dass es dem geheimnisvollen „C“ sehr ernst ist: Entweder sie tun, was er von ihnen verlangt oder er tötet die Person, die ihnen in ihrem Leben am wichtigsten ist.
Und so beginnt quer durch die Stadt eine Suche nach blutigen Antworten auf die Frage nach dem Wer und Warum.


Meinung

760 Minuten Angst ist das zweite Werk des Autors Michael Schmid. Aus sieben verschiedenen Perspektiven erzählt er von dieser ungewöhnlichen Schnitzeljagd, was dem Leser einen tiefen Einblick in die einzelnen Protagonisten liefert.
Hin und wieder einen viel zu tiefen. An einigen Stellen wird das Innenleben der Charaktere zu ausführlich beschrieben, was die gerade aufkommende Spannung oft erheblich stört. Gerade in den Szenen, in denen die „Mitspieler“ in Panik verfallen, reflektieren sie lange über ihre jeweilige Situation, anstatt übereilt und unüberlegt zu handeln, wie man es normalerweise in einem solchen Angstzustand tut.
Dagegen ist es ein großer Pluspunkt, dass sich alle sieben durch die verschiedenen Wesenszüge voneinander unterscheiden. Sie reagieren sehr unterschiedlich auf die Bedrohung von Außen und ein gutes Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Eigenschaften machen sie lebendig, wenn auch nicht immer sympathisch.

Der Sprachstil ist holprig, manchmal flüssig und dazwischen von unüblichen oder seltsamen Formulierungen durchsetzt. Ich habe mich nach einer gewissen Zeit daran gewöhnt, aber anfangs bin ich beim Lesen des Öfteren darüber gestolpert. Zum Schluss hin bessert es sich erheblich, weil zudem nun eher Handlungen als Überlegungen geschildert werden.
Davon profitiert auch die Story im Allgemeinen: Sie gewinnt im letzten Viertel deutlich an Fahrt und die eigentliche Auflösung ist in sich stimmig und nachvollziehbar.
Allerdings bleibt unklar, weshalb „C“ genau diese Aufgaben für seine jeweiligen Opfer ausgesucht hat. Der Bezug zu ihrem Leben beziehungsweise ihren „Fehlern“ hat sich mir nicht unbedingt erschlossen. Dadurch wirkt die Auswahl willkürlich und passt nicht zu dem sonst so peniblen „C“.


Fazit

Ich muss sagen, das Buch hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Anfangs hatte ich Probleme, in die Geschichte hineinzufinden. Einerseits brauchte ich etwas, um mit den Figuren warm zu werden, andererseits haben mich manche Gedankenmonologe, ein unausgegorener Sprachstil oder gewisse Ungereimtheiten oft unsanft aus dem Lesefluss gerissen. Dennoch packt der Plot einen ab einem gewissen Zeitpunkt unweigerlich, sodass man die restlichen Kapitel fast in einem Rutsch durchliest. Die Spannung ist definitiv vorhanden, allein schon aufgrund der Idee mit dem Potential zu einem wirklich tollen Thriller. Hätte man noch etwas an der Umsetzung gefeilt, wäre bestimmt am Ende auch ein solcher daraus geworden.

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

liebe, magie, lisa kleypas, stammlk, betrug

Zaubersommer in Friday Harbor

Lisa Kleypas , Anita Sprungk
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.04.2013
ISBN 9783862787180
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt


Ein untreuer Freund, eine verräterische, egoistische Schwester und eine heimliche Gabe, das sind drei Dinge, die Lucy Marinns Leben nicht gerade einfacher machen. Überzeugt davon, dass ihr Leben in Scherben liegt, übersieht sie beinahe, dass ihr Glück gar nicht so weit entfernt ist.


Lucy Marinn ist eine hervorragende Glaskünstlerin. Unter ihren Händen erwacht das Material regelrecht zum Leben und das im wortwörtlichen Sinn. Schon als kleines Kind musste sie erkennen, dass sie ihre heftigsten Gefühle in das Glas einfließen lassen kann und es sich daraufhin in Schmetterlinge, Vögel oder auch Fledermäuse verwandelt.
Doch all das bewahrt sie nicht davor, von ihrem langjährigen Freund mit der eigenen Schwester betrogen zu werden. Schwer getroffen zieht sie sich zurück, überzeugt davon, selbst die Schuld an dem Betrug zu tragen.
Dann läuft ihr Sam Nolan über den Weg, ein attraktiver Winzer, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Allerdings legt er keinerlei Wert darauf, sich fest zu binden und eine lockere Affäre kommt für Lucy absolut nicht in Frage.
Aber können sie sich trotzdem wirklich voneinander fern halten?




Meinung


Was auf den ersten Blick wie ein typischer Frauenroman klingt, entpuppt sich als sehr einfühlsame Liebesgeschichte. Schon das erste Kapitel, das eine kurze Episode aus Lucys Vergangenheit enthüllt, beweist Lisa Kleypas’ Händchen für gut durchdachte Figuren. Und das nicht bloß hier, sondern auch im gesamten Buch. Selbst die Nebenfiguren besitzen einen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann und man würde gerne mehr über sie erfahren, vor allem über Sams Brüder Alex und Mark, deren Schicksal ja in den beiden anderen in sich abgeschlossenen Bänden über Friday Harbor geschildert wird.
Die Annäherung der zwei Hauptcharaktere erfolgt dabei mit sehr viel Sensibilität und nicht Knall auf Fall, wie man es von herkömmlichen Liebesschnulzen kennt. Die Autorin schafft es, die aufkeimenden Gefühle der beiden ohne viel Kitsch oder schwülstige Worte realistisch und doch romantisch darzulegen. Poetisch geschriebene Szenen wechseln sich mit liebevoll gestalteten Alltagsgeschehnissen ab und sorgen für genügend Abwechslung.



Daneben spielt Magie eine nicht unerhebliche Rolle. Nicht allein Lucy bezaubert durch ihre tiefe Verbundenheit mit dem Glas, das sich unter dem Einfluss ihrer Gefühle in etwas Lebendiges verwandelt. Nein, auch Sam besitzt eine besondere Gabe, die es ihm ermöglicht, die Bedürfnisse Pflanzen aller Art zu verstehen.
Leider geht diese Magie in der Story etwas unter. In manchen Szenen wirkt sie sogar lediglich als Mittel zum Zweck, um die Verbundenheit der zwei Protagonisten zueinander aufzuzeigen. Eine kleine Portion mehr davon hätte dem Roman sicher nicht geschadet, ohne sofort das übernatürliche Element zu stark in den Mittelpunkt zu rücken. So erscheint es mir ein bisschen zu zaghaft dosiert.
Ebenso verhält es meiner Meinung nach mit den Beschreibungen zu Lucys Beruf. Sams Beziehung zu seinen Weinstöcken und seinem Gut wird im Gegenzug dazu sehr ausführlich dargestellt, auf eine Art und Weise, die ich mir auch für Lucy und ihre Arbeit gewünscht hätte.




Fazit


Zaubersommer in Friday Harbor ist ein wundervoller Liebesroman für alle, die Vertreter dieses Genres mit mehr Tiefe bevorzugen. Einfühlsam dargestellte Figuren und eine realistische Annäherung der beiden Hauptcharaktere aneinander machen das Werk zu einem wahren Lesegenuss. Obwohl die Magie, die schon im Titel angedeutet wird, und Lucys Profession ein wenig zu kurz kommen, unterhält das Buch von der ersten bis zur letzten Seite.
Wer also etwas sucht, um sich über den verregneten Sommer hinwegzutrösten und sich verzaubern zu lassen, der kann hier bedenkenlos zugreifen!

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385 Bibliotheken, 8 Leser, 10 Gruppen, 49 Rezensionen

dystopie, zombies, enklave, ann aguirre, die enklave

Die Enklave

Ann Aguirre , Michael Pfingstl
Flexibler Einband: 349 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 16.05.2011
ISBN 9783442268122
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Inhalt

Die Oberfläche ist verseucht, giftiger Regen erschwert das Atmen und brennt auf der Haut. Viele der Überlebenden haben sich in die alten U-Bahntunnel geflüchtet, sich zu Kollektiven zusammengeschlossen und leben so tief unter der Erde. Das erzählt man sich jedenfalls.
Doch ist die Oberfläche wirklich unbewohnbar geworden?

Zwei kennt nur die Dunkelheit der Tunnel, in denen sie geboren und aufgewachsen ist. Mit der Überzeugung, dass die Enklave, der sie angehört, die wirkungsvollste Strategie zum Überleben gefunden hat, hat sie sich zur Jägerin ausbilden lassen. Gemeinsam mit ihrem Partner Bleich kämpft sie gegen die Freaks, zombieähnliche Monster, die immer wieder Menschen anfallen und ihre Gemeinschaft bedroht.
Eines Tages sorgt allerdings eine gewichtige Entdeckung dafür, dass in ihr Zweifel an den Entscheidungen ihrer Anführer geweckt werden. Um ihre Freunde zu schützen, macht sie sich zur Zielscheibe und wird nach Oben verbannt.
Und ist vollkommen überrascht davon, dass Bleich sofort einwilligt, sie zu begleiten.


Meinung

Die Idee des Buches, eine komplette Welt unter der Erde darzustellen, hat mich sofort fasziniert. Inhaltlich hat mich der Plot mit den unheimlichen Freaks sofort an Metro 2033 erinnert, das ich zwar noch nicht gelesen habe, aber zumindest das Computerspiel dazu kenne.
Atmosphärisch bringt die Autorin genau das rüber, was ich von diesem Schauplatz erwartet habe, und schafft sogar noch mehr: Die an eine frühe Kultur erinnernde Enklave mit ihren Lebensweisen und vor allem Richtlinien zum Überleben wird realitätsnah beschrieben. Bedrückend, düster, gefährlich, schnörkellos, so präsentiert sich dem Leser der Alltag in den alten U-Bahntunneln. Anfangs erkennt man kaum, dass man eigentlich eine Zukunftsversion der eigenen Gegenwart und keine Höhlen einer vergangenen Epoche vor sich hat. Erst nach und nach erschließt sich die wahre Tragweite einer Existenz in jener unwirklichen Umgebung. Dabei hat mich Ann Aguirre immer wieder überrascht, wie gut es ihr gelingt, diesen unbedarften Blick auf für uns so alltägliche Orte und vor allem Gegenstände darzustellen. Man wird regelrecht in die Perspektive Zweis hineingeworfen und kann sich daher auch sehr gut mit ihr identifizieren.

Der flüssige und fesselnde Schreibstil und die spannende, abwechslungsreiche Handlung tragen ihr Übriges dazu bei, dass man von der Geschichte gefangen genommen wird und unbedingt weiterlesen will. Die richtig dosierten Actionszenen und eine Liebesgeschichte, die sich entgegen anderer Dystopien nicht zu sehr in den Vordergrund drängt, haben mir besonders gut gefallen. Man ist wirklich mittendrin und fühlt sich nicht nur wie ein Beobachter.
Gerade deswegen ist es manchmal etwas ärgerlich, dass gewisse Ereignisse zu schnell abgehandelt werden. An einigen Stellen springt die Handlung von einem Schauplatz zum anderen, was einen schon mal aus dem kurzweiligen Lesefluss reißen kann. Obwohl die knappe Art der Berichterstattung sehr zu Zweis pragmatisch veranlagtem Charakter passt, wirkt sie hin und wieder doch zu knapp.


Fazit

Die Enklave bietet eine mitreißende Story und mit den zombieähnlichen Freaks Gegner, die auch männlichen Lesern zusagen könnten. Anlehnungen an gewisse Computerspiele sind auf alle Fälle gegeben, selbst wenn Zweis Schicksal wesentlich tiefgründiger gestaltet ist als die meisten Horrorshooter. Die Hauptfiguren wissen zu überzeugen, ihre Lebensweise und Lebenseinstellung sind perfekt auf die Umgebung abgestimmt, in der sie aufgewachsen sind. Ab und zu ist die Handlung nicht so detailreich geschildert, wie ich es gerne gehabt hätte, aber das hält sich in Grenzen.
Für all diejenigen, die eine andersartige Dystopie suchen, bei der weniger irgendwelche romantischen, sondern eher actionreiche Szenen im Vordergrund stehen, ist der Roman bestens geeignet.

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1.770 Bibliotheken, 36 Leser, 7 Gruppen, 278 Rezensionen

krebs, liebe, tod, freundschaft, krankheit

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

John Green , Sophie Zeitz
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.07.2012
ISBN 9783446240094
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Das Leben ist bereits schwer genug, doch das Sterben stellt eine besondere Herausforderung dar. Vor allem wenn man am liebsten niemanden nahe genug an sich heranlassen will, der einem dabei zusehen müsste.

Hazel hasst Krebsbücher. Und das tut sie aus Erfahrung, denn sie hat Schilddrüsenkrebs mit Metastasen in der Lunge. Grund genug, sich in ihrem Zimmer zu verkriechen, immer wieder dasselbe Buch zu lesen und auf diese Art und Weise zu vermeiden, von irgendjemandem in ihrem Umfeld bemitleidet zu werden.
Zu ihrem Unmut sieht ihre Mutter das ganz anders und meldet sie bei einer Selbsthilfegruppe an. Dort lernt sie zu ihrer Überraschung jemanden kennen, der mit ihrer Schlagfertigkeit und ihrem trockenen Humor locker mithalten kann: Augustus „Gus“ Waters.
Aber soll sie wirklich die Gefühle für ihn einlassen, wenn eines von vornherein feststeht: Dass sie in absehbarer Zeit sterben wird?


Meinung

Das Schicksal ist ein mieser Verräter wurde mir von mehreren Seiten wärmstens empfohlen. Ich habe einen etwas anderen Roman über das Thema Krebs und den Umgang mit einer unheilbaren Krankheit erwartet und wurde nicht enttäuscht.
Gleich zu Anfang fasziniert einen Hazels Erzählweise: offen, ehrlich, schonungslos, aber nicht ohne einen wunderbaren Galgenhumor, der einen vergessen lässt, wie sehr das Mädchen eigentlich leiden muss. Mit ihrer Sicht der Dinge erreicht sie genau das, was sie erreichen will: Dass man sie nicht bemitleidet, ja, manchmal sogar vergisst, wie krank sie wirklich ist. Viel eher bewundert man sie dafür, wie sie sich trotz allem zu behaupten weiß und unter Gus’ Einfluss regelrecht aufblüht, obwohl sie es anfangs gar nicht zulassen will.
Aber auch die übrigen Figuren, allen voran Gus, dessen bester Freund Isaac, Hazels Mutter oder Hazels Lieblingsschriftsteller Peter Van Houten bestechen durch ihre Tiefe und lebensechte Charakterzeichnung. Nicht jeder von ihnen ist einem auf Anhieb sympathisch, doch keiner von ihnen wirkt aufgesetzt oder unglaubwürdig.

Dasselbe gilt für die Handlung. Skurril, unglaublich komisch, mitreißend und tief berührend zugleich und trotzdem herzzerreißend realitätsnah, dass man sofort von ihr gefangen wird. Hier wird keine Leidens-, sondern eine Lebens- und Liebesgeschichte erzählt, die mehr über jugendliche Ängste und Nöte offenbart als andere in diesem Genre und dabei keinesfalls die vielen kleinen Freuden außer Acht lässt. Man muss nicht todkrank sein, um mit den Protagonisten mitfiebern zu können oder sich vom Autor verstanden zu fühlen.
Zusätzlich schafft der freche, auf Teenager zugeschnittene und dennoch poetische Schreibstil den schweren Spagat zwischen Tragödie und Komödie und verhindert, dass selbst die romantischen oder traurigen Szenen in unerträglichen Kitsch abdriften.

Fazit

John Greens Jugendroman ist absolut kein Krebsbuch, schon gar kein gewöhnliches, in denen die Todkranken über sich hinauswachsen oder heldenhafte Dinge tun. Hazel, Gus und Issac sind von einer oft unheilbaren Krankheit gezeichnet, lassen sich davon allerdings nicht völlig unterkriegen. Ihre Probleme sind denen gesunder Altersgenossen gar nicht so unähnlich und das macht den besonderen Charme des Werks aus. Der Krebs wird natürlich nicht völlig ausgeblendet, aber auch nicht unnatürlich zu einer harten Prüfung für alle Beteiligten verklärt, die in allen Einzelheiten ausgewalzt wird.
Wer also daher nach einem Buch sucht, das einen gleichzeitig lachen und weinen lässt und einem die Ansichten Heranwachsender eindringlich und einfühlsam nahe bringt, der wird von Das Schicksal ist ein mieser Verräter genauso begeistert sein wie ich.

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138 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 29 Rezensionen

dystopie, stadt, asylon, gefängnis, endzeit

Asylon

Thomas Elbel
Flexibler Einband: 441 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.11.2011
ISBN 9783492267922
Genre: Fantasy

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

kinderbuch, schauspieler, 4 sterne, geheimnis, englisch

Juniper Berry

M.P. Kozlowsky , Maja von Vogel , Erwin Madrid
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 20.01.2012
ISBN 9783760780450
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt


Was würdest du tun, um dir deinen größten Wunsch zu erfüllen? Und wie weit würdest du dafür gehen? Und kann es dich wirklich glücklich machen, genau das zu bekommen, was du dir sehnlichst erhoffst?


Juniper Berry ist eines der einsamsten Mädchen, die es gibt, obwohl oder gerade weil ihre Eltern reich und berühmt sind. Abgeschottet von der Außenwelt, angeblich zu ihrem eigenen Schutz, wünscht sie sich das Leben zurück, das sie geführt hat, bevor ihr Vater und ihre Mutter prominent wurden. Tagtäglich versucht sie alles, um die Aufmerksamkeit der beiden zu erlangen, jedes Mal ohne jeglichen Erfolg.
Dann lernt sie den Nachbarsjungen Giles kennen und erfährt, dass es ihm mit seiner Familie ähnlich ergeht. Gemeinsam entdecken sie, dass weit mehr hinter der Sache steckt.
Und dass ihre Eltern in großer Gefahr schweben.



Meinung


Das Erste, was einem an diesem besonderen Kinderbuch ins Auge sticht, sind die wunderschönen Illustrationen (siehe rechts). Sie passen perfekt zum Inhalt und spiegeln sehr gut die Magie wider, die zwischen den Seiten steckt. Und damit ist nicht nur die Geschichte gemeint, die einen sofort in seinen Bann zieht und mit interessanten Details und unerwarteten Wendungen überrascht. Auf den ersten Blick wirkt sie verträumt und unwirklich, aber in ihr steckt mehr Wahrheit, als man denken mag.
Dasselbe gilt auch für die Hauptfigur. Juniper ist ein aufgewecktes, intelligentes und sehr mutiges Mädchen, das dem Leser wirklich sehr nahe gebracht wird. Obwohl es sich um ein Kinderbuch handelt, werden ihre Emotionen so ausdrucksstark beschrieben, dass man gut mit ihr mitfühlen kann. Selbst als Erwachsener.
Aber auch die anderen Charaktere sind liebevoll und nicht zu oberflächlich für ein jüngeres Publikum gestaltet.


Passend dazu schafft der Autor eine dichte, manchmal ziemliche gruselige Atmosphäre, die derjenigen eines klassischen Märchens in nichts nachsteht. Das gelingt ihm einerseits dadurch, dass reale Begebenheiten auf phantastische Art und Weise aufbereitet werden, ohne sie bis zur Unkenntlichkeit zu verklären. Die Ausgangsvoraussetzungen für Junipers Abenteuer sind nicht wahllos aus der Luft gegriffen, was auch ältere Leser nachdenklich stimmen kann.
Andererseits sorgt der einfache und doch mit viel Weisheit unterlegte Schreibstil dafür, dass man förmlich hineingezogen wird in die Story und mit Spannung verfolgt, wie es der tapferen Titelheldin gelingen soll, ihre Eltern vor ihrem Untergang zu bewahren.



Fazit


Juniper Berry ist ein wunderschön aufgemachtes Kinderbuch, das nicht nur von außen zu begeistern weiß. Liebevolle Charaktere, allen voran die Hauptfigur und eine mitreißende, kluge und mit tollen Illustrationen unterlegte Handlung machen den Roman zu einem besonderen Highlight. Die düstere Stimmung, die in vielen Szenen herrscht, hat beim Lesen einen ganz eigenen Reiz auf mich ausgeübt.
Wer Märchen liebt, die nicht nur Jüngeren, sondern auch Erwachsenen gefallen, der sollte sich dieses kleine Schmuckstück auf keinen Fall entgehen lassen!

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